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Wille

"Das materielle Leben der Individuen, welches keineswegs von ihrem bloßen Willen abhängt, ihre Produktionsweise und die Verkehrsform, die sich wechselseitig bedingen, ist die reelle Basis des Staats und bleibt es auf allen Stufen, auf denen die Teilung der Arbeit und das Privateigentum noch nötig sind, ganz unabhängig vom Willen der Individuen."
K. Marx, Deutsche Ideologie, MEW 3, 311ff.

Wille (althochdeutsch: willio) steht für den Antrieb eines bewussten Verhaltens für oder gegen etwas, durch welches Vorstellungen oder Wünsche zur Erfüllung kommen. Als Begründung für Ziele weist der Wille immer darauf hin, dass diese nicht konkret wirklich existent, sondern nur vorgestellt sind, dass es Willenskraft erfordert, um etwas zu erreichen, das keinen direkten Bezug im Sein selbst hat. Das unterscheidet zunächst den Willen nicht von Willkür, von einem willkürlichen Einfall, dass etwas zu sein habe, was nicht ist.

Solche Willkür hat für politische Fantasten und Populisten gereicht, um ihre Proganda für einen "höheren Willen" zu begründen: „Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg“ - aber dies nur deshalb, weil der Weg unbestimmt ist und eine Kraft nötig hat, die der Sache nach nicht gegeben ist. Die "Welt als Wille und Vorstellung“ (Schopenhauer) sollte dieser Kraft metaphysische Natur verleihen, eine quasi ontologische Seinsnotwendigekeit, eine Seinsbestimmung des Subjekts schlechthin, abstrakte Subjektivität, welche das "Schicksal" der Welt aus dem Geschick der Menschen bestimmt. Dies war auch eine Vorlage für Hitlers Weltverständnis und zum Beispiel für seinen Propagandafilm „Triumph des Willens“, der Heldenmut einforderte und Erlösung versprach.

Aber Wille ist auch Reflexion einer abstrakten Not, also Ausdruck einer abstrakten Notwendigkeit, welche Einsichtigkeit erheischt, sei es als Einsicht in die Notwendigkeit eines zu erbringenden Aufwands oder Ansporn für einen erwarteten Erfolg. Bedürfnisse unterscheiden sich hiervon, dass sie nur konkret sein können. Ein abstraktes Bedürfnis, ein Bedarf, der sich nicht gewiss sein kann, wäre ein Widersinn. Als Reflexion abstrakter Not ist der Wille eine Spekulation darüber, was zukünftig sein muss, um solche Not zu wenden. Er ist also in diesem Sinne eine Zukunftsvorstellung dessen, was Not tut. Hieraus wird er praktisch, indem er ein Wissen um eine nötige Vorleistung dafür ist, was zu tun nötig ist, um in den Besitz gelangen kann von etwas, das zu haben unter gegebenen Umständen notwendig erscheint. Obwohl der Wille sich im einzelnen nicht rational begründet, verfolgt er meist doch im allgemeinen ein notwendiges Prinzip, das sich aus Ideen, Vorstellungen und Ideologien ergibt. Dies alles vermengt sich meist hinter dem Begriff der Willensfreiheit, der Notwendigkeiten kaschieren soll. Es ist die Verfügung einer Vorstellung, die aller Freiheit vorangestellt ist und mit der Willensfreiheit geleugnet wird. Von daher gibt es die Willensfreiheit auch dort nicht, wo sie behauptet wird und zum Durchsatz von willkürlichen Einfällen hergenommen wird. Dem voraussgesetzt ist immer ein bestimmtes Sein, was die gesellschaftlichen Grundlagen, ihre Naturmacht zum Inhalt hat - sowohl im allgemeinen Sein der Geasellschaft, als auch in dem jedes Einzelnen.

Von daher kann Wille nur Reflektion einer konkreten Notwendigkeit sein und ein notwendiges Verhältnis zur Grundlage haben, eine Einsicht in die Notwendung von Gegebenheiten, die eine Auflösung ihrer Mängel und Widersprüchlichkeiten birgt. Als Begründung für Emanzipation reicht Wille ohne die Formulierung dieser Einsicht nicht hin. Aber durch diese Einsicht kann er zur Grundlage für alle Aufwendungen und Arbeiten werden, die sich daraus ergeben.

Aber auch in der bloßen Abstraktion der Vorstellungen bezieht sich der Wille unmittelbar auf die gesellschaftlichen Verhältnisse, wiewohl er sich hiervon fei gestellt hat. So ist die Willensfreiheit als Grundlage bürgerlicher Rechtsformen doch unmittelbare Reflexion des "freien Willens", welche die Warenbesitzer haben müssen, um im Tausch sich unabhängig zu verstehen. Dort herrscht ja auch die willkürliche Bestimmung des Einzelnen, der erst im Nachhinein, am Scheitern oder Gelingen seiner Tauschhandlungen, seine Beschränkungen erkennen kann. Für solche Verhältnisse gleichhaltiger ud gleichgültiger Beziehungen ist der "freie Wille" die entsprechene Form eines Rechts, eine Rechtsform, welche den Standpunkt der freien "Objektbesetzung", also die Spekulation auf den Besitz von Sachen einnimmt. Die Vorstellung, wie es sein soll, wie also die Verhältnisse für einen Warenbesitzer sein können, treibt zu allen möglichen Einfällen der Produktion, die allerdings um so finaler in ihrem Gelingen oder Scheitern auf die Menschen zurückfällt, wie der Wille sich per Spekulation von dem wirklichen menschlichen Verhältnis entfernt (siehe hierzu auch Krise). Dass ihr ökonomisches Besitzverhältnis ein politisches Verhältnis ist, tritt nur auf diese Weise zutage.

In Wahrheit ist ein Wille immer Reflex eines politischen Verhältnisses. Er ist unmittelbar politisch und lässt sich nur wirklich durch politische Macht einlösen. Das Willensverhältnis ist wesentlich ein Vertragsverhältnis, worin die Form eines politischen Verhältnisses beschlossen ist. Ob dieses in der Art und Weise den Bedürfnissen der Menschen entspringt (z.B. als Tauschverhältnis) oder dem Interesse an politischer Macht selbst, ist im Willen einerlei, da er selbst nur das Recht eines Verhalts will, wie er vorgestellt ist. Willensverhältnisse sind Rechtverhältnisse, in welchen die Herkunft dessen, was Recht sein soll, gleichgültig ist.

Die Vermittlung von Bedürfnissen zum Willen ist somit eine Abstraktion, worin eine Beziehung von Aufwand und Verwirklichung, z.B. im Besitz an Waren angelegt ist. In Ermangelung wirklicher Bezogenheit erscheint diese unwirklich, z.B. als Kult eines Vertrags (Ehevertrag) oder auch als Fetischismus (siehe z.B. Warenfetischismus), wenn ihr Gewordensein aus Verlangen und Aufwand hierfür, aus menschichen Bedürfnissen und menschlicher Arbeit untergegangen ist. Der Warenfetichismus begründet sich letztlich darin, dass im Warenbesitz der individuelllle Wille in gesellschaftlicher Form, also vor allem im Geldbesitz erfüllt ist. Der Wille ist hierzu der letztliche Antrieb, kann aber auch Antrieb für Leistungen aller Art sein, worin gesellschaftliche Abstraktionen wirksam sind, z.B. Kulturleistungen, Sport und anderes. Er ist auch Grund, sich anzuspornen und Macht über sich selbst nötig zu haben (siehe Selbstbeherrschung).

Der Wille versteht sich selbst also gerne frei von allem Sollen, unabhängig von jeder Bedingung oder fremden Bestimmung. In der Tat aber verlangt er implizit oder ausdrücklich danach, wie etwas sein soll. Von daher ist er immer doppelbödig: Für sich erscheint er frei als reine Bestimmung, die vernünftig erscheinen mag, für andere ist er die Bestimmung ihrer Macht oder Ohnmacht, die sich darin festigt. Das ganze bügerliche Recht verhält sich wie der Bürger selbst: Für sich sei er frei, wenn da ist, was hierfür da sein muss, was für andere eben ein Seinsollen bedeutet.

Gleich, wodurch er entstanden, definiert der Wille sich durch sich selbst - erscheint im Grunde als Willkür. Zwar reflektiert er Bedingungen, stellt sich aber zugleich frei hiervon, setzt sich aus deren Bezug heraus, indemn er abstrakte Beziehungen als seinen Grund hernimmt (z.B. Vernunft). Ihn gibt es also, ohne dass dies einem wirklichen Lebenszusammenhang oder einem notwendigen Antrieb oder anderen unwillentlichen Begründungen zur Folge ist. Natürlich reflektiert er sich an einem Verhältnis und muss seine Ganzheit bewahren. Aber in ihm bewährt sich auch die Einzelheit einer Macht, die sich nicht aus dem begründet, was gemacht ist, sondern lediglich das Ganze als Macht im Einzelnen durchsetzt. Von daher ist das bürgerliche Recht das Recht des freien Willens, was immer seine Bedingtheit ausmacht.

Wille scheint demnach dem Zufall eines Einfalls zu entspringen und bestimmt diesen zu einer vollständigen Freiheit, das meint Unabhängigkeit, Unbezogenheit des Urteils und Entschlusses, auch wenn ihm Lebensbedingungen varausgehen. Er ist von daher für sich mächtig und bedarf daher auch einer Macht, um sich zu verwirklichen. Diese Macht bezieht er aus politischen Verhältnissen, worin er durch Recht oder Regelwerk und deren Mittel frei gestellt ist von jedem Grund.

In Wahrheit ist Wille eine Reflexion von und für Bedürfnisse. Er setzt diese als notwendiges Verlangen voraus, trennt sie aber von ihrer Bedingtheit im gesellschaftlichen Zusammenhang. Während Bedürfnisse sich aus dem gesellschaftlichen Zusammenwirken der Menschen ergeben, z.B. aus der Entwicklung ihrer Produktivkräfte und ihres Lebensstandards, sieht der Wille sich in der politischen Selbstbestimmung des Individuums an einem bestimmten Handeln und Verhalten interessiert – letztlich im Interesse seiner Bedürfnisse, aber nicht unmittelbar hierfür tätig, sondern lediglich in der Vermittlung hierzu.

„Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg“, so wird der Wille zum Ursprung von Selbstbehauptung gemacht. Er wird hierin allen realen, sozialen und seelischen Beziehungen zum trotz als letztliche Kraft zum Durchsatz eines Projekts bestimmt, das Projekt damit also als rücksichtslos positioniert. Das können nur Projekte sein, die gegen Einspruch ihrer Umgebung entstehen sollen, die also fremdbestimmt sind.

Wille ist also nur unter der vollständigen Unabhängigkeit einer Beziehung und Entwicklung und Geschichte möglich und wird als Entschluss des "freien Individuums" betrachtet, das den Grund seines Handelns alleine aus sich heraus schöpfen können soll. Mit dem Begriff des Willens erweist sich demnach die Willensfreiheit als ein Prinzip der Beziehungslosigkeit, wird somit also also zu einer Willkür des Verlangens, welche als Grundlage der bürgerlichen Persönlichkeit in den Gesetzen und Regelwerken bürgerlicher Rechtsprechung unterstellt ist, als politische Bedingung der bürgerliche Gesellschaft, als Selbstbestimmungsrecht des Individuums zur Selbstverwirklichung einer privaten Persönlichkeit. Diese gründet allerdings nicht wirklich auf Unabhängigkeit, sondern auf Besitz wille.

Gedanken und Erkenntnisse sind immer frei, gleich, unter welchen Bedingungen sie entstehen. Das hat mit Willen nichts zu tun. Aber mit der Begrifflichkeit des Willens wird der Schein erweckt, als ob die Unabhängigkeit einer Beurteilung, die Selbstbestimmung des Denkens, Erkennens und der menschlichen Entfaltung durch das "Recht auf Willensfreiheit" geschützt würde und sich ohne wirkliche Voraussetzung und Gründe zutragen könnte und hierzu gesellschaftslos, beziehungslos und gleichgültig wäre. Dies ist allerdings nur unter der Vorausssetzung von Geldbesitz möglich und drückt das Dasein gleich geltender Beziehungen darin aus.

Die Verblendung, welche der Willensbegriffs bezweckt, treibt inzwischen von Seiten der "Hirnforschung" weiter zu einer Naturalisierung der Entscheidungswillkür, die sich nun naturwissenschaftlich eingrenzen lassen soll. Solche Wissenschaftlichkeit wird immer dann politisch mobil, wenn die sozialen Lebensgründe für eine politische Diskussion schon entschwunden sind. So schreibt der Hirnforscher Roth, das „unbewusst arbeitende emotionale Erfahrungsgedächtnis“ gehe dem „Entstehen unserer Wünsche und Absichten“ voraus und habe auch das letzte Wort „bei der Entscheidung, ob das, was gewünscht wurde, ... getan werden soll. Diese Letztentscheidung fällt ein bis zwei Sekunden, bevor wir diese Entscheidung bewusst wahrnehmen und den Willen haben, die Handlung auszuführen.“

Es ist die Logik einer Unmittelbarkeit, welche Unvermitteltheit absolut, Beziehungslosigkeit zur menschlichen Natur machen will. Das Gedächtnis als reines Hirn wird in Sekunden der Entscheidung tätig, ähnlich, wie der Adrenalinspiegel kurz vor einem Wutausbruch ansteigt. Wenn Zeit und Stoff nun Argumente sein sollen, dann besteht jede Agression nur aus bloßer Adrenalinausschüttung, wie jeder Willle aus bloßen Hirnregungen entspringt. Arme Wissenschaft! Wo habt ihr Euer Hirn? Hier handelt es sich wohl tatsächlich alleine um die Selbsterregung des Naturwissenschaftlerhirns! (vergl. hierzu auch Freerk Huisken "Kritik der Bremer Hirnforschung")

Im Unterschied zum Bedürfnis, das sich als Verlangen subjektiv äußert, ist der Wille die Forderung, dass etwas so sein soll, wie es von einem Subjekt bestimmt wird als objektives Sollen. Da der Wille also immer auf objektive Bestimmung abzielt, beinhaltet er selbst die Notwendigkeit, sich gegen Subjekte, die dies nicht wollen, durchzusetzen. Da sich also die Subjekte über ihren Willen unendlich zu streiten hätten, in ihrem bloßen Willen sich also nur die Köpfe um ihre Bestimmungsmacht einschlagen müssten, um das zu erreichen, was jeweils für sie sein soll, bedarf es immer einer allgemeinen Form des Willens. Damit Wille überhaupt sich verwirklichen kann, muss entweder einer bestimmten Theorie als dessen allgemeiner Ausdruck zum Durchsatz gegen andere Theorien verholfen oder ein Abstimmungsprozesses über Meinungen vollzogen werden, in welchem die Subjekte einer anderen Meinung überstimmt werden, also zu Objekten der Mehrheitsmeinung, zu Objekten einer Anzahl von Andersmeinenden gemacht werden (vergleiche Bürgerliche Demokratie). Der Wille ist somit immer Ausdruck eines politischen Prozesses oder einer politischen Theorie, überhaupt das Wesen von politischem Verhalten, soweit es keine Bedürfnisse zu artikulieren vermag.

Der Idealismus ist die hervorragende Theorie, den Willen als Notwendigkeit eines Weltgeistes, als objektives Sollen zu begründen. Aber auch in der Kritik des Idealismus, besonders im Nihilismus war der Wille als Anstachelung, als Stachel gegen die Lebensmüdigkeit begriffen worden (siehe Schopenhauer und Nietzsche). Und schließlich hat ihn auch der Existenzialismus als Notwendigkeit des Lebens im Angesicht des Todes, als vermeintliche Lebensnotwendigkeit entdeckt (siehe Heidegger). Man sieht: Der Wille ist das liebste Kind des "freien Intellekts". Hierin kann er sich unmittelbar politisch begreifen und identifizieren. Kein Wunder, dass solche Intellektuelle der "Macht des Willens" in der Form eines Reichsführers zugejubelt haben und die Bücherverbrennung der Nazis selbständig und freiwillig in Gang gesetzt hatten.

Der Wille unterstellt immer schon etwas Ganzes - und sei es auch nur die Vorstellung eines ganz Andersseins als das, was ist. Der Wille äußert sich daher als Anspruch auf ein Sosein, das ihm unterworfen sein soll, als ein Sollen, dem sich die Bedürfnisse zu unterwerfen haben. So absolut er in seiner Formulierung erscheint, so relativ aber ist er im Vermögen seiner Realisation. Ein Kind z.B. kann beliebig viel wollen; - im Erwachsenwerden lernt es, dass dies nur Sinn hat, wenn es das Vermögen hat, es zu gestalten, und die Mittel, es zu verwirklichen - und das heißt, das kindliche Wollen als gesellschaftliches Begehren, als ein gesellschaftliches Bedürfnis zu entwickeln, das über dessen Vermittlung durch gesellschaftliche Arbeit auch die Chance zu seiner Befriedigung erfährt.

Der Wille setzt sich objektiv in die Bestimmung eines Zwecks und setzt daher auch das Vermögen und die Mittel voraus, die ihm so äußerlich sind, wie ihm jedes Verlangen äußerlich ist. Er selbst ist unmittelbar und bestimmt schon vorhandene Mittel wie ein objektives Subjekt in dem Zweck, den er für sich verfolgt. Wenn sich der nicht erfüllt, so ist er sprichwörtlich außer sich. Der Wille verlangt nichts; er fordert alles. Er ist die Subjektform des Habens und also des Besitzstandes, auch wenn diese nur als eine Vorstellung besteht. Er setzt die Welt als Gegebenheit voraus, wie sie gewollt sein kann, und reduziert sie zugleich in ihrer Vielfalt von Gewolltem und Ungewolltem auf diese Form, worin Menschen sie wollen können. Er verhält sich rein affirmativ fordernd, aber meist mächtig hierzu, begreift die Welt von vorneherein als sich untertan, und sieht daher das Bedürfen und Werden als Sache von Untertanen.

Es gab nicht den Willen, das Rad zu erfinden. Es wurde erfunden, weil es in der praktischen Notwendigkeit, im Bedürfnis der menschlichen Tätigkeit selbst sich als Vorstellung und Möglichkeit bildete und durch geschichtliche Tat wirklich gemacht, Wirklichkeit wurde. Bis heute wirkt diese Geschichte in unseren Lebensalltag hinein, auch wenn unsere Gewohnheiten dies zur bloßen Selbstverständlichkeit gemacht haben. Daran mögen sich viele neue Bedürfnisse entwickelt haben und entwickeln; sie sind nur möglich, weil es ist. Subjektives gründet auf vergangener Objektivität als praktische und sinnfällig gewordene Gegenständlichkeit. Das Verlangen macht Geschichte; der Wille kann nur fordern, dass Mittel ihm verfügbar sein sollen. Er verwirklicht sich im Besitz und gründet zugleich auf diesem als dessen politische Allgemeinheit, als Wille des Besitzstands, welcher als politischer Wille auftritt und sich in einem Rechtsverhältnis verwirklicht. Er ist somit die Zusammenkunft der Lebensverhältnisse und Lebensverfügungen des bürgerlichen Subjekts (siehe Bürgertum).

Das bürgerliche Recht ist die Allgemeinform des Willens, welche das Recht auf Besitz so allgemein macht, wie es das Eigentum zur Privatheit einer Eigensinnigkeit herabsetzt. Der Wille ist darin formuliert als der sogenannte "freie Wille" zur "Entfaltung der Persönlichkeit". Für die Person klingt das gut, sofern und wo es sie wirklich gibt. Woher sie kommt und wordurch sie lebt bleibt darin allerdings verborgen; der bürgerliche Staat wird ihr ihre wirkliche Beschränktheit zeigen müssen. Darauf gründet das Ganze. Es ist das Prinzip von Willkür des Besitzstandes, der sich natürlich als Selbstentfaltung begreift, die sich am Recht auf Selbstentfaltung der anderen beschränkt. Es ist das Recht widerstreitender Persönlichkeiten, die sich in der Beschränkung ihrer Entfaltung, also als Schranken ihrer Willkür erfahren. Wiewohl in diesem Recht das Willensverhältnis wie ein Verhältnis von Bedürftigkeiten verstanden sein soll, ist es doch nur ein Machtverhältnis privater Abgrenzungen und das Recht auf abgegrenztes Leben.

Allgemein herrscht der Wille derer, die über allgemeine Mittel verfügen. Es herrscht der Wille des Geldbesitzes. Durch diesen Besitz ist jeder Wille in seiner Verwirklichung beschränkt und wesentlich unterschieden vom Bedürfnis, das als private Not sich in der bloßen Notwendigkeit sehen muss, dieses allgemeine Mittel zu erwerben. Vollkommen getrennt hiervon erscheint es selbst als Besessenheit nach Geld, wenn es seinen Sinn nicht bewahrt und der allgemeinen Abstraktion nicht widersteht. So konkret das Bedürfbnis, so abstrakt findet es sich in den Gegenständen seiner Befriedigung bestätigt, weil es darin sich in seiner Besessenheit vermittelt: Es will nur, was es haben kann. Als dieses beschränkt es sich selbst auf den einzelnen im Allgemeinen unterworfenen Willen; es abstrahiert von sich selbst.

Der Wille bezieht sich daher auch nicht gesellschaftlich konkret. Er drückt die Aussschließlichkeit von Individualität, die ausschließliche Persönlichkeit als Rechtsperson (siehe auch Gerechtigkeit) aus, welche den Warenhüter im Besitz von Gebrauchswerten auszeichnet, die er auf den Markt trägt: Was ihm Wille, ist dem anderen Sollen, was der eine hat, muss der andere begleichen. Allgemein ist Wille nur als Geldbesitz wirksam und also wirklich: Durch Geld kann alles gewollt werden und für Geld wird alles gemacht.

Der Wille kann agieren, aber er ist nicht, wie Nietzsche behauptet, als Wille aktiv und konstitutiv für das Leben. Dieses verläuft in der Erzeugung und Verwirklichung (Arbeit) von Bedürfnissen. Der Wille verlangt, dass etwas sein soll und ist die Reaktion auf einen Sinn, der nicht ist, ein Moment aufgehobener Sinnlichkeit. Das Verlangen besteht im Willen nicht tätig und konstituierend, nicht begehrend und arbeitend, sondern als Anspruch, dass etwas so oder so zu sein hat. Daher bezieht sich der Wille auch nicht leidend, als leidenschaftliche Beziehung zu dem, was ist, sondern als leidenschaftliche Selbstgewissheit, vermöge eigener Befähigung etwas außer sich einzufordern. Im Unterschied zum Bedürfnis bezieht sich der Wille nicht auf einen Gegenstand, sondern auf das Nichtsein seiner selbst in der Welt und ist das Verlangen des Soseins dieser Welt, Verlangen, dass die Welt sei, wie sie für ihn sein soll. Er ist der Grund für die Selbstbehauptung in der Welt, zielt also notwendig auf die Befähigung durch eine Macht, die über Objekte verfügt, welche das Erforderliche erfüllen oder herstellen müssen. Was dem einen Wille, ist dem andern Sollen. Von da her nutzt der Wille das Bestehende als Mittel und Objekt, wenn und weil er es durch soziale und politische Befähigung seinem Zweck unterwerfen kann. Es ist die Macht, die ein Mensch unter bestimmten Bedingungen und Erfordernissen gesellschaftlich erhält oder zugesprochen bekommt, die ihn willkürlich sein lässt. In dieser Willkür steckt die Potenz individualisierter Subjektivität, die gerne dann ideologisch erhoben wird, wenn die Objektivität weitgehend menschenlos erscheint. Es steckt der Neid und die Bewunderung des Subjekts darin, dass der Wille zur Natur des Lebens, zum natürwüchsigen Streben des subjektivierten Individuums über alles Bestehende hinaus verklärt wird, dessen Zugestehen lediglich durch äußere Kraft beschränkt werden kann (z.B. durch Kulturanforderung, gesellschaftliche Macht oder Herrenmenschen). Aber die Natur mag viel Sinn haben, ein Wille lässt sich dort nicht erkennen, weil sie keine Subjekt-Objektbeziehungen hat, weil sie eben selbst nur objektiver Sinn ist.

Das Willensverhältnis ist das "eiserne" Verfügungsverhältnis, worin ein Mensch verfügen kann, um zu haben, was seinem Willen entspricht, weil und solange alle wollen, dass sie potentiell verfügen können. Der Wille ist allgemein die reine Potenz der Verfügung und schließt daher in sich selbst die Notwendigkeit von Macht ein. Der "Wille zur Macht" ist daher eine Tautologie, die vertuschen soll, dass Wille gesellschaftlich zugestanden wird, dass er also schon das gesellschaftliche Verhältnis jene Macht enthält, die er angeblich erst erstrebt (Nietzsche hatte diese Tautologie zur exzessiven Einheit eines fiktiven Subjekts als Wille zur Macht getrieben). Der Wille ist die Beziehung des Besitzes auf Eigentum. Sie unterstellt Fremdes, das (an)geboten wird. Der Wille als Kategorie ist die Grundlage des bürgerlichen Rechts, das vor allem die Verhältnisse der Austauschbarkeit von Gütern des Lebens regelt: Das Besitzverhältnis. In diesem stehen sich Bedürfnis und Wille diametral gegenüber.

In diesem Sinne und als Widerpart zu den herrschenden Verhältnissen und ihrer Macht wird Wille auch in linke Diskussionen eingebracht, um an der Kritik der Macht ihre Wirkung zu entblößen (z.B. Foucault). Jedoch erweist sich die Kritik an dieser Macht, wenn sie nicht auf den Standpunkt des Bedürfnisses übergeht, sich schnell als Streit um die Macht, also selbst als Machtinteresse, das sich lediglich ohnmächtig gibt. Es beweist sich darin von selbst, dass sie kein Bedürfnis hat. Sie ist lediglich ob der Abgetrenntheit ihres Wollens beleidigt (Beleidigung). Andernfalls würde sie ihr Verlangen nicht als Verlangen auf andere Formen der Macht, sondern gegenständlich formulieren. Der Bezug auf die Formen der Macht ist ein politischer Wille (Politik).

Dass eine Welt des Willens nur grausam sein kann, hat Schopenhauher in dem doppelten Sinn ausgeführt, dass es eine Welt sein muss, in welcher die Lebensvorstellungen der Menschen sich nur im Kampf eines jeden gegen den anderen durchsetzen kann, der ihm als Lebendigkeit und Bedrohlichkeit, Leben und Vernichtung in einem ist. Wille als Lebensprinzip stellt sich somit über jede andere Wahrheit. Dies hatte auf Nietzsches Denken großen Einfluss und zur Relativierung des Wahrheitsverständnisses selbst geführt. Die daraus resultierende Moral beläst das Grauen, das sie beschreibt, als Notwendigkeit der Entwicklung, die in einem radiklalem Elitebewusstsein gipfelt. Bei Nietzsche war die Notwendigkeit des Willens quasi die ontologische Rechtfertigung, diese Welt durch eine Herrenrasse zu ordnen, welche sich im Willen zur Macht durchsetzen muss.

Die Gleichsetzung des Willen mit Bedürfnissen der Menschen leugnet den Kern ihres Widerstreits. Sie ist die theoretische Grundlage für faschistoide Entwicklungen (Faschismus) und macht die Notwendigkeit zu einer Gesinnung aus, worin sich Menschen das allgemeine Wollen zu ihrem Bedürfnis machen. Sie ergibt sich aus einer allgemeinen Not, welche der Kapitalismus in seinen Krisen zwanglaufig und final erzeugt und in denen die Bedürfnisse der Menschen nicht mehr befriedigt werden können.

Subjektiv ist der Wille die Reflektion von Sinnlosigkeit in der bürgerlichen Kultur. Der Wille als der entäußerte Sinn ist die Tendenz, in welcher sich die bürgerliche Kultur mächtig macht, wenn sie allgemein wird. Der Wille ist im bürgerlichen Staat das Moment, worin die Kultur aufgehoben ist (neben der Macht, welche ihn trägt). Durch die Vereinigung des Willens mit einem Not wendenden Verlangen als Allgemeinprinzip der Macht wird das Volk zu einem Körper (Volkskörper), dem sich keiner entziehen können soll und von daher jeder zur Bedürfnislosigkeit einer rechten Gesinnung verpflichtet ist. Der Wille wird so zu einer Kulturmacht, der sich als eine völkischen Ästhetik gibt (siehe ästhetischer Wille), die für die Gefühle der Menschen autoerotisch wirksam ist. Um ihr die erforderliche Macht zu verleihen, muss jeder Zweck des Handelns äußerlich durch eine politische Gewalt des richtigen, des guten Willens, durch eine politische Elite eines mächtigen Willens, eines Herrschaftswillens (Faschismus) formuliert werden, welche als Avantgarde der gesellschaftlichen Notwendigkeiten alle Entwickllung bestimmt. Diese hat sowohl in linken wie in rechten Bewegungen zur Volksbeherrschung geführt (s.a. Linksfaschismus)

s.a.

=> Macht

=> Recht

Systemup41a Wille
zitatup1k1a Wille und Besitz
zitatup1k1a1b Wille und Macht bei Marx
webup1a1 Analyse von "Triumph des Willens"

siehe auch Freerk Huisken:
Kritik der Bremer Hirnforschung

wirklich

Wirklich ist, was Wirkung hat, was also etwas verändert, sei es durch Tätigkeit, durch die Erzeugung von Sachen, oder durch Einwirkung auf Menschen. Wirklich ist aber selbst nur die Kraft der Ursache, nicht der Grund für ein Verhalten, Tun oder Einwirken. Alles Wirkliche ist letztlich sinnlich und sachlich, verursacht und bewirkt durch Stoff und Sinn. Darin unterscheidet es sich von allen ideellen und intelligiblen Verhältnissen aus der Vorstellungs- und Gedankenwelt.

s.a.

=> Wirklichkeit

=> Wirkung

Wirklichkeit

Wirklichkeit ist das Verhältnis von Wirkungen, die wechselseitige Ursachen sind. Wirkungen sind wirkliche Kräfte, die ihre Bestimmung durch Tätigkeit haben und sich in der Wirklichkeit bestimmt oder auch unbestimmt, also durch Abstraktion begründet verhalten. Die Erkenntnis, ob Wirklichkeit konkret oder abstrakt bewirkt ist, entsteht in der Aufhebung des Zweifels über ihren Sinn. Es ist die Erkenntnis, ob in der Wirklichkeit vom Menschen abgesehen wird, ob er also selbst Wirkung hat oder ob er bewirkt wird, reduziert wird auf ein Objekt der Wirklichkeit, die also als eine fremde Kraft wirkt. Dies macht die Erkenntnis entfremdeter Wirlichkeit.

Wirkungen haben Ursachen in ihrer Substanz und einen Grund, dem sie folgen, weil sie aus ihm wesentlich bestimmt sind. Die bewirkte Substanz reflektiert die wirkende. Von daher ist Wirklichkeit immer unmittelbar sinnlich und bestimmt, eine Beziehung, die für sich selbstverständlich ist, auch wenn sie grundlos scheinen kann. Ihr Grund liegt dennoch in ihrem Sinn, der ihre Bestimmung in der Fortbestimmung von Grund und Folge als dessen Notwendigkeit enthält.

Wenn Wirklichkeit durch sich selbst vermittelt ist, also ein Mittel enthält, das keinen Grund für sich hat, dann entfaltet sie sich als eine doppelte Beziehung von Ursachen und Wirkungen zu einem eigenen Zweck, zu einer Eigenwelt (Welt), die eine selbständige Logik als ihre Vernunft hat und in der eine Wirkung dieser Vernunft folgend zur Verursachung anderer Wirkungen ohne konkrete Wirklichkeit wird. Diese Logik folgt einem Prinzip der Entwirklichung, in welcher ein der Wirklichkeit fremder Grund, eine von der Wirklichkeit absehende Abstraktion, eine Realabstraktion, notwendig erscheint (z.B. bewirkt der Tausch den Vergleich der Güter bestimmter Herkunft und der Vergleich selbst bewirkt Geld, dem diese Herkunft gleichgültig ist und das zu einem ausschließlichen Wirkungsmittel des Tausches wird, in welchem sich der nun abstrakte Grund des Verhältnisses als Wert durchsetzt, weil er die ausschließliche Allgemeinheit des Verhältnisses geworden und so zu Kapital wird, zu kapitalistischer Wirklichkeit).

s.a.

=> Realität

=> Entwirklichung

siehe hierzu auch den Themenabend
"Lebensangst und Kapitalismus"

zitatup1k1b1a1a1 Wirklichkeit

Wirklichkeitskonstruktion

Wenn man das Wort Wirklichkeitskonstruktion genau nimmt, so meint es ein Gebilde der Wirklichkeit, also ein nicht wirkliches ein unwirkliches Gebilde, das aus vielfältigen Wirkungen erzeugt ist: Eine Scheinwelt. Aber der Begriff meint umgekehrt, dass es keine Wirklichkeit außer dem Gebilde gibt, allerdings aus einer Bildung zusammenwirkender Menschen. Natürlich ist der Begriff widersinnig, meint als ein Begriff der Postmodernen und des Dekonstruktivismus die Unverbindlichkeit von Wirklichkeit, deren reine Subjektivität die objektiv nur in der Beziehung der Subjekte ist. Was sich subjektiv und theoretisch gegen Entfremdung richten will, wird so zu einem Unsinn der Sprache selbst: Sie besagt, dass es Wirklichkeit gibt, die konstruiert ist, die also nicht nur wirklich, sondern zugleich ein Konstrukt sei, ein Gebilde, nicht nur Wirkung, sondern bewirkt, nicht begründet, aber doch menschlich, nicht unbedingt sinnvoll, aber doch sinnlich (siehe Phänomenologie). Damit ist gesagt, dass Wirklichkeit bewirkte Wirkung sei, subjektiv konstruiert und doch objektiv, also eigentlich nur Wirkung habe, die nicht sein muss, ohne gewollt zu sein (siehe Wille). Wirklichkeit ist nach dieser Auffassung gewollte Wirkung, die dadurch Wirkung hat, dass sie nicht gewollt wird - es gäbe sie sonst nicht wirklich. Damit ist solche Konstruktion zugleich ihr Gegenteil: Objektivität, die subjektiv ist und Subjekt in einem, ein Widersinn in sich.

Es wäre demnach eine Wirklichkeit, welche von einem Konstrukteur errichtet ist, der sich in einer anderen Wirklichkeit befinden muss, in welcher es nötig ist, Wirkung als Wirklichkeit zu konstruieren - wozu sonst würde er konstruieren. Es handelt sich dabei natürlich um eine Lebensvorstellung von Selbstverwirklichung, die zugleich in dem Mangel verläuft, dass sich auch "falsche" Verwirklichung durchsetzen können - wozu sonst bedürfe es dieses Begriffs überhaupt. Wichtig ist, dass der Begriff mit einem Gegensatz von Selbstverwirklichungen arbeitet, durch welchen er die Widersprüchlichkeit einer Wirklichkeit bestreitet und zugleich affirmiert.

Der Begriff will sagen, dass Wirklichkeit immer von Menschen gesetzt, erzeugt sei und also auch durch Menschen veränderbar, durch Destruktion aufhebbar ist - oder durch die Veränderung der Menschen. Soll das nun etwas anderes als Kritik sein, so muss "Destruktion" sich als etwas anderes, als Praxis gegen Konstruktion ausgeben. Aber: Wäre Wirklichkeit ein Begriff für Konstruktion, so hätte sie keine Wirkung, wäre unbegründet und rein bewirkt von Menschen, die ich angreife, wenn ich ihre Konstruktion dekonstruiere - etwa wie ein Kind im Sandkasten. Der Kampf um das Erzeugnis wäre so ein reiner Machtkampf, dessen Ende der Niedergang einer Welt zugunsten der Entstehung einer anderen Welt wäre. Es wird unterstellt, dass die Entstehung einer anderen Welt nicht möglich ist, weil die eine Welt besteht.

Wir wären also bei den Sachverhältnissen, welche zu ändern sind, wäre der Begriff Wirklichkeitskonstruktion nicht subjektiv. Er beschriebt vor allem die gegen die konstruierte Welt gerichtete Antikonstruktion, für die er sprechen will, die "bessere Konstruktion" der "besseren Menschen". Nicht von ungefähr entspricht er damit der Geschichtsvorstellung einer subjektiven Philosophie, welche die geschichtliche Abfolge zwischen der Dekadenz der alten Welt und ihrer Erneuerung durch besonders begabte, kräftige Subjekte begreift (siehe hierzu Nietzsche). Er ist in diesem Sinne ausdrücklich psychologisch gemeint, ein Begriff der seelischen Güte. Es ist die Ideologie eines objektiven Psychologismus, der sich subjektiv, also gänzlich untheoretisch geben will, während er höchst Theoretisches mitteilt und mächtig macht. Subjektiv muss er sich so nicht ausweisen, indem eine neue Welt begründen kann, objektiv muss er sich nicht ausweisen, weil ihm die Kontruktion lediglich Form eines Willens ist, einer Konstruktion. Es ist ein willkürlicher Begriff, mit welchem Menschen sich einfach deshalb durchsetzen wollen, weil sie ohne weitere Begründung (Grund) einfach Gutes (z.B. Freiheit von Macht und Gewalt) erreichen wollen. Dafür wiederum brauchen sie Saft und Kraft, aber sie brauchen den Begriff nicht. Es bleibt, dass damit etwas konstruiert werden soll, was nicht durch sich selbst wirklich bestehen kann. Letztlich ist Wirklichkeitskonstruktion ein Begriff für das, was er anzugreifen vorgibt: Macht und Gewalt - jetzt lediglich begriffslos, also als Hintersinn. Nicht von ungefähr beruht der Dekonstruktivismus auf Heidegger, der wiederum ein Schüler Nietzsches ist. Sein Grund ist die Verneinung von wirklichen Mächten (fremde Kraft), indem er einfache Gegenkraft begründungsfrei, also grundlos konstruiert haben will.

s.a.

=> Dekonstruktivismus

Wirkung

Wirkung resultiert aus einer Ursache, ist also selbst auch sachlich. Menschen mögen Grund haben, um etwas zu bewirken, aber Ursache werden sie selbst nicht sein. Ihre Sachen alllerdings bewirken etwas, weil sie Ursachen von Wirklichkeit sind, Produkte menschlicher Tätigkeit, die als Sache Wirkung haben für sich selbst, ihre Natur und die Menschen. Für sich sind sie die Ursache neuer Tätigkeiten und Kräften, für ihre Natur bewirken sie eine Naturverändrung, und für die Menschen sind sie die wirkliche Lebensgrundlage ihres Stoffwechsels. Sie sind von ihnen wirklich erzeugt und werden wirklich bewegt, mit Aufwand und Arbeit in Beziehung gebracht, weil sie wirklich sättigen und die menschliche Geschichte weiterbringen. Jede Wirkung hat die Veränderung eines Seins zur Folge, in Folge der Äußerung eines anderen Seins, somit die Einwirkung von etwas Äußerem als eine Kraft, welche dies verursacht und also sinnliche Gewissheit hat. Es kann die Äußerung selbst nur sinnlich sein und muss konkreten Sinn haben, auch wenn die Gründe der Kraftaufwendung vielfältig, vielschichtig oder abstrakt sein können. Die Wirkung ist also nicht notwendig unmittelbar von einer Ursache bestimmt. Sie kann auch vermittelte Ursache haben, die insgesamt Bestimmungslos, abstrakt ist. Als Phänomen der Wirklichkeit wirkt auch gleichgültiger Sinn von beliebiger Richtung als eine fremde Kraft, die nur als dies Fremde Sinn macht, abstrakte Sinnlichkeit formuliert, formbestimmte Sinnlichkeit äußert. Aber woher eine Wirkung auch kommt: Sie besteht in jedem Fall nur dadurch, dass sie verursacht ist und eine Veränderung hervorruft.

s.a.

=> Ursache

Wirtschaft

"Die wirkliche Ökonomie - Ersparung - besteht in Ersparung von Arbeitszeit; (Minimum (und Reduktion zum Minimum) der Produktionskosten); diese Ersparung [ist] aber identisch mit [der] Entwicklung der Produktivkraft. Also keineswegs Entsagen vom Genuß, sondern Entwickeln von power, von Fähigkeiten zur Produktion und daher sowohl der Fähigkeiten, wie der Mittel des Genusses. Die Fähigkeit des Genusses ist Bedingung für denselben, also erstes Mittel desselben und diese Fähigkeit ist Entwicklung einer individuellen Anlage, Produktivkraft. Die Ersparung von Arbeitszeit gleich Vermehren der freien Zeit, d.h. Zeit für die volle Entwicklung des Individutims, die selbst wieder als die größte Produktivkraft zurückwirkt auf die Produktivkraft der Arbeit." (Karl Marx, Grundrisse, S.599)

Wirtschaft bedeutet eine sorgsame Durchführung von Arbeit und Haushaltung mit dem Vermögen und den Kräften, wodurch die vorhandenen Ressourcen der optimalen Nutzung als Mittel des Genusses für Menschen, zur bestmöglichen Entfaltung menschlicher Bedürfnisse zugeführt werden. Wirtschaft ist sozusagen die Intelligenz der Arbeit, welche ihre wesentliche Last, der Aufwand der Produktion, zu mindern sucht und ihre Produktivkraft von daher befördert. Dies unterscheidet die Wirtschaft von allen anderen Wissenschaften, besonders den Kulturwissenschaften, die sich mit dem Inhalt menschlicher Bedürfnisse und Strebungen befassen. Die Entwicklung und der Einsatz hochwirksamer Werkzeuge und Produktionsmittel ist daher ebenso ihr wesentliches Material, wie die optimale Verwendung des Mehrprodukts im Zweck der menschlichen Geschichte.

Sobald ein Prozess menschliches Vermögen unwirtschaftlich nutzt, muss dieser auf seine Wirtschaftlichkeit hin neu bedacht werden. Wirtschaft muss so auch erkennen, dass und wann und warum bestimmte Formen der Arbeit für ihren Zweck optimal sind und wann nicht.

Marx wirft der bürgerlichen Ökonomie vor, dies nicht zu leisten, weil sie weitgehend politische Interessen verfolgt in dem, wie sie Wirtschaft zu begreiffen sucht. In seiner "Kritik der politischen Ökonomie", die er in mehreren Werken (Grundrisse der politischen Ökonomie, Das Kapital Band 1-3, Theorien über den Mehrwert) ausführt, weist er nach, dass der Kapitalismus eine Wirtschaftsform ist, die sich selbst unnötig macht, indem sie die Produktionsmittel entwickelt, welche als Produktionsform des Kapitals in einen geschichtlichen Widerspruch zu ihrem Vermögen treten. Die gesellschaftlichen Potenzen, die sie haben, widersprechen der privaten Form der Aneignung ihrer Produkte. So wird Geld und Kapital zu einer gesellschaftlichen Vermittlungsform, die ihre eigene Entwicklung hemmt und in den Verwertungsschwierigkeiten des Kapitals in seinen Krisenzyklen immer wieder zerstören muss. Die Masse der kapitalisierten Produktionsmittel lässt sich nicht mehr in dem Maß verwerten, wie es den Kapitaleignern nötig ist, um ihr Wertwachstum zu erzielen. Es kommt zur kapitalistischen Krise.

Die Entwicklung der Wirtschaft selbst treibt durch die ihr immanente Entwicklung des Arbeitsprozesses von der Abhängigkeit des Menschen von seiner Natur (siehe auch Stoffwechsel) zu einer sozialistischen Gesellschaftsform, welche die natürliche Beschränktheit des Lebensverhältnisses überwindet, weil sie die Notwendigkeit von Arbeit minimalisiert und geschichtlich zu einer freien Gesellschaftlichkeit des Menschen, dem Kommunismus, drängt. Solange diese Möglichkeiten der Entwicklung der Arbeit nicht genutzt werden, bleibt es der Zweck von bürgerlicher Politik, sich immer nur als Macht gegen die notwendige Geschichtsentwicklung zu verhalten.

s.a.

=> Weltwirtschaft

=> Ökonomie

Zur Kritik der politischen Ökonomie:
Was ist Wert, Wertsubstanz, Wertgröße?

zitatup1 Ökonomie als reelle Wissenschaft
zitatup5i3b2 Freiheit und Notwendigkeit

Wirtschaftskrise

Eine Wirstschaftskrise ist allgemein eine Krise in einem Wirtschaftsraum, welche sich organisch auf den gesellschaftlichen Stoffwechsel und damit auf die Lebensqualität der Menschen auswirkt - im Kapitalismus vor allem auf die Verwertungssituation des Kapitals (siehe Krise). Solche Krisen haben immer unmittelbare Auswirkungen auf die Kultur der betroffenen Lebensräume (s.a. Faschismus).
 

s.a.

=> Krise

Wissen

Wissen ist bewährte Gewissheit, wie sie sich aus der Wirklichkeit eines Daseins ergibt. Was nach aller Geschichte für deren Gedächtnis und Bedenken bleibt, ist Wissen. Es hat nicht notwendig einen Gedanken, wiewohl es Moment des Denkens ist, Refexion der Wirklichkeit seiner Frage- und Infragestellungen. Das Denken allerdings geht von Glaubensfragen aus und verarbeit sie in der Entwicklung seiner Gedanken durch Wissen. Indem das denkende Subjekt damit die Wirklichkeit durchdringt, den "Gedanken zur Wirklichkeit" (Marx, Kritik der hegelschen Philosophie) bringt, entsteht ein Gewissen seiner Erfahrung, das es zwingt, die Freiheit des Gläubigen zu überwinden, sich Gewissheit zu verschaffen und Antworten auf die Notwendigkeiten des Lebens zu finden, ohne seine Freiheit zu beschädigen, ohne sich also schämen zu müssen.

Wissen ist zum einen ein Produkt der Wahrnehmung, bezieht aber seine Gewissheit aus dem Ereignis, worin sie sich wahrhat. In unserer Kultur, welche durch Geldbesitz bestimmt ist, gibt es keine wirkliche Identität von Wissen und Gewissheit. Die Wahrnehmung selbst enthält Gegensätze, die sie nicht unmittelbar wahr sein lassen. Diese müssen erkannt und aus dem Zweifel ihrer Wahrheit, am Bezweifeln des in der Wahrnehmung Wahrgehabten, ein Sinn der Wirklichkeit gefunden werden, der auf einer Abstraktion beruht (siehe abstrakt menschlicher Sinn). Weil die Erkenntnis selbst das Problem enthält, diese Abstraktion erkennen zu müssen, ist das Erkenntnisproblem zwischen Wissen und Gewissheit das wesentliche Wahrheitsproblem der bürgerlichen Wissenschaft und macht deren Positivismus und deren Idealismus aus, dem sie durch Pragmatismus entflieht, indem sie die Möglichkeit wahrer Aussagen leugnet. Damit leugnet sie Erkenntnis überhaupt, nicht unmittelbar um zu Lügen, sondern um zu handeln und behandeln. Dieses macht sich an den gegebenen Notwendigkeiten und bestätigt darin die Not der Menschen, verlängert ihre Lebensbedingungen zum Lebensschicksal, zu menschlicher Ohnmacht angesichtes der Gegebenheiten scheinbar übernatürlicher Seinsgewalt. Die lebensbedingungen werden zu Phantasmorgien einer Scheinwelt, welche immer wieder ent-täuscht werden muss und dem Pragmatismus seine schlechte Unendlichkeit verleiht. Die Erkenntnis als Wissen über diese Lebensbedingungen setzt notwendig die Lösung des Erkenntnisproblems mit der Gewissheit voraus, die sich nur in der Bewährung ihrer Ganzheit beweisen lässt (also nicht durch Fakten und dergleichen).

Tatsächlich kann dieser Prozess daher nicht am Dasein als solches beginnen. Vor aller Objektivität ist die Lösung der Erkenntnisprobleme äußerst subjektiv. Die Bewährung geschieht ja erst durch die zweifelsfreie Gegenwart, die ein wahrgenommener Gegenstand einmal für die Empfindung, für die unmittelbar sinnliche Auffassung, und zum anderen durch das Gefühl, bekommt, dass die Wahrnehmung hierin einen zusammenhängenden Sinn hat, zu einem sinnlichen Ganzen einer Erkenntnis wird.

Dieser Prozess ist so hervorragend, dass er auch vielfach zu einer übersinnlichen Auffassung führt, wie etwa die Heideggers, dass sich in solchen Ereignissen das Sein lichten würde, oder die Selbstbeschreibung der Erkenntnis-Gurus, die sich darob als Erleuchtete bezeichnen und hohe Verdichtungen dieses Ganzen vorweisen. Diese allerdings sind nicht unbedingt Wissen. Oft sind es auch Rückbeziehungen der Glaubensreste, die ihre Erhabenheit nicht aufgeben wollen, weil sie vor der Wirklichkeit erschrecken.

Wissen kann sich aufheben durch anderes Wissen und somit im Gedächtnis als aufgehobenes Wissen, nicht als Unwissen, verbleiben. Darin ist es ein organisches Wissen, das sich in die Wahrnehmung selbst als ihre Gewohnheit einbringt - manchmal auch wie eine Hintersinnigkeit gegen sie (s. Zustände von Verrücktheit). Deshalb wird das Gedächtnis eines solchen Wissens auch gerne als Unbewußtes bezeichnet, was nicht ganz richtig ist, weil es sich um eine Körperform des Wissens handelt, das sich durchaus gesellschaftlich - und nicht körperlich oder innerpsychisch - als notwendig erweist (um z.B. Identität in Scheinwelten, also in bestimmten Beziehungen zu bewahren, die zweifelhaft sind). Von daher ist Wissen immer unmittelbar und praktisch. Seine Bildung ist die Tätigkeit des praktischen Bewusstseins.

Eine Form, worin Wissen als Forschungsgrundlage und Anwendungsmittel für die Entwicklung und Bewältigung menschlicher Wirklichkeit, als Lehre für die Nöte und Entwicklungen (siehe Geschichte) der Menschen zusammengetragen und durch schlussfolgerndes Denken durchdrungen wird, ist die Wissenschaft.

s.a.

=> Wissenschaft

=> Gewissheit

webup1b Wissen im Philosophischen Lexikon

Wissenschaft

Wissenschaft ist praktisches und theoretisches Bewusstsein in einem als Wissen der Zusammenhänge ihrer Gegenstände. Ihr Wissen ist damit wesentlich gegenständlich, also objektiv, und kann sich nicht aus der Willkürlichkeit von Gedanken begründen, sondern aus der Notwendigkeit der Forschung, die allerdings durchaus gedankliche Grundlagen hat. Zugleich hat sie gegenüber dem Alltagswissen allgemeine, und daher im einzelnen strengere Anforderungen an die Wahrheit ihrer Aussagen und Urteile, die sie durch eine Beweisführung zu erweisen sucht und sich in der Bewahrheitung ihrer Prognosen im praktischen Bewusstsein auch bewähren muss.

Hierfür setzt Wissenschaft eine Identitätsbildung ihrer Erkenntnis voraus, also ein Wissen um die Probleme wissenschaftlicher Erkenntnis, eine allgemeine menschliche Identität des Wissens überhaupt als Beschluss ihrer Erkenntnistheorie. Diese entsteht zwar in der Wissenschaft als Grundlage ihres theoretischen Verhältnisses (siehe Theorie) zur Welt, kann sich aber nicht durch sie bewähren, soweit die Welt ihre Widersprüchlichkeit in die Wissenschaft treibt und ihre Wissensbildung darin bestimmt. Dies macht hauptsächlich bürgerliche Wissenschaft aus, die im Wesentlichen nicht widerspruchsfrei denken, forschen und lehren kann, die Denkansätze hat, die im Zweifel des Denkens selbst verharren und also auch nur zweifelhaftes Denken verwirklichen.

Wissenschaft verläuft von praktischen und einzelnen Fragen hin zu allgemeinen Fragestellungen, die zunächst eine Entsprechung in allgemeinen Begriffen bekommen. Hierfür müssen ihre Momente am befragten Zusammenhang zu einem analytischen Prozess kommen, der zu einer gedanklichen Verdichtung gelangt, die letztlich den Kern der Befragung am Kern ihres Gegenstands erläutert. Daraus wird die Möglichkeit seiner veränderten Zusammensetzung evident, was den eigentlichen Sinn von Wissenschaft, ihren theoretischen Gehalt ausmacht. Die Veränderung des erneuten Zusammensetzens macht ihr praktisches Wissen aus, was im Grunde immer eine Revolutionierung des Denkens als dessen Selbsterneuerung ist und mit sich bringt.

Die Aufhebung von theoretischem Wissen ist immer praktisches Wissen, - wie praktisches Unvermögen und Unwissen auch immer der Theorie vorausgesetzt ist. Wissenschaft bewährt sich daher allgemein nur in der Produktion des menschlichen Lebens als erneuerte Selbstgewissheit des Menschseins. Darin ist sie der Kunst gleich. Alle Wissenschaft, welche den Menschen diese Selbstgewissheit nicht zu geben vermag oder sie gar ihnen entzieht, ist keine Wissenschaft, sondern Herrschaftstechnik.

Der grundlegende Mangel bürgerlicher Wissenschaft ist ihr Ausgangspunkt, ihre Abgetrenntheit von der Lebenspraxis der Menschen, die auch ihren Fehler erzeugt: Die Selbstgewissheit der Bürger in der Beziehung auf ihre Besitztümer, welche den Zwiespalt ihrer eigentümlichen Wirklichkeit aufhebt. Die bürgerliche Wissenschaft steht nur vor den Resultaten des Produktionsprozesses der bürgerlichen Gesellschaft und sucht darin selbst auch die Lösungen für deren Probleme, sei es durch Auffindung anderer Positionen (siehe auch Positivismus) sei es durch Entwicklung eines Andersseins darin (siehe auch Negation), niemals aber durch wirkliche Veränderung der gesellschaftlichen Produktionsweise. Sie verhält sich zu ihrem Gegenstand einzig unter dem Aspekt seiner Allgemeinheit, entweder rein kognitiv (empiristisch) oder subjektiv (idealistisch), und verbleibt daher ihm gegenüber abstrakt. Ihr Wissen selbst beruht in dieser Abgetrenntheit von den wirklichen Problemen der Menschen mit und in ihrem gesellschaftlichen Leben auf einem Zweifel, den sie aber nicht als Zweifel ihrer Erkenntnis hat, sondern lediglich als Streit von Wissenschaftspositionen (namentlich eben dem Idealismus und Empirismus).

In dem Maße, wie im Zeitalter des Imperialismus das Lebensverhältnis der Menschen selbst spekulativ wurde, ihre Verhältnisse sich lediglich auf die Maximierung ihres Geldbesitzes konzentrierten, war die Beziehung zwischen empirischem Forschen und menschlicher Identität vollständig obsolet geworden, jede wissenschaftliche Gewissheit unmöglich. Das Erkenntnisinteresse der bürgerlichen Wissenschaft richtete sich nur noch auf das Machbare und hat sich daher im Pragmatismus durchgesetzt, welcher das wissenschaftliche Handeln nach Versuch und Irrtum selbst zum produktiven Handeln machte. Diese Erfolgsrelativierung von Wahrheit (siehe Nützlichkeit) wurde durch die Globalisierung weiters darauf reduziert, dass Wissenschaft selbst bloße Spekulation wurde, die sich in vielfältiger Weise erfolgreich zeigen kann - sofern eben Erfolg jenseits der Quantität von Geldbesitz überhaupt noch definierbar ist. Wie auf dem Akltienmarkt überlassen sich die Wissenschaftler den Vermutungen, ihren Ahnungen von Handlungserfolgen, deren Bewahrheitung in jeder Hinsicht für unmöglich erachtet wird (siehe Neoliberalismus). Der Gegenstand von Wissen gilt wie dieses selbst somit als willkürlich, konstruiert, subjektiv unmittelbare Verwirklichung, Wirklichkeitskonstrukt (siehe auch Dekonstruktivismus). Ein Wissen für die Menschen in ihrem Lebenszusammenhang kommt so nicht mehr zustande, wohl aber die vollständige Ausschöpfung sachlicher und funktionaler Erfolgspotentiale, welche als nötig angesehen werden. Dies ist das eigentliche Problem der Biopolitik (nicht die Arbeit in der Genforchung als solche).

s.a.

=> Wissen

=> Bürgerliche Wissenschaft

zitatup1k1a1a1 Wissenschaft
zitatup5i3b1a Feuerbach-Thesen

Witz

Witz und Wahn haben denselben Ursprung: Beides ist urtümliches geistiges Erzeugnis, unmittelbares Herausdrängen von Einfall und Hintersinn, überlebender Geist, der seiner Bedrängnis entsagt, ohne sich zu formalisierien (siehe Formbestimmung)

s.a.

=> Humor