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Erläuterungen zu Geist und Seele

Der Geist selbst ist nur für die Theologie gegenständlich – dort aber mit der Preisgabe des menschlichen Geistes. Die Aneignung des Geistigen im Kampf gegen die Götter hat schon Descardes begonnen: "Ich denke, also bin ich“. Marx hat den Geist zur Selbstverständlichkeit des Menschen gemacht und aus dem Reich des Denkens in die ganze menschliche Sinnlichkeit hineingenommen. Der Geist ist von daher der Genuß der Sinne, der sinnliche Genuß des Menschen, der sich selbst zum höchsten Wesen geworden, indem er seine Sinne selbst bildet und vereint. Der Mensch erkennt sich nur im Menschen, und hat darin seine vollständige Wahrheit.

Die Seele ist so gesehen, die Pflicht, welche die verlassene Gottheit im Menschen hinterlässt, so er Got nicht wirklich verlassen kann, weil er sich in ihm selbst erhebt, also seine Menschlichkeit seiner Seele unterstellt. In einer Gesellschaft, in der die Menschen ihre Sinne nicht durch sich vereinen, weil und solange sie einem gesellschaftlichen Wesen dienen, das nicht menschlich ist, bleibt ihnen die Seele als der göttliche Rest ihrer Selbstverneinung. Es mag sie trösten, dass sie solche Gottheit in sich verspüren, aber es ist ihre Sünde gegen ihre Erkenntnis, so zu sein. Die Erbsünde dieses Lebens, die paradiesische Selbstverneinung, ist die Erbschuld ihrer Selbstaufgabe. So sie ihr Leben nicht darin ergreifen, erleiden sie ihr eigenes Tun als Schuld an ihrem Gattungswesen, an ihrem Lebenssinn. Schuldgefühle begleiten daher die Seele wie der Trauschein zur Unendlichkeit. Kein Wunder, dass Psychologie dem Geist sich so ferne hält. Wo sie sich ihm zu nahe fühlt, schmilzt sie zur Farce dahin. Seele und Sinn mag gehen, aber Seele und Geist sind in ihrer Einheit teuflich. Die Psychologie vermag dies kaum zu unterscheiden.