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Erläuterungen zu Gebrauchswert

“Die Nützlichkeit eines Dings macht es zum Gebrauchswert.“ (S. 50)

Was die Dinge als entdeckte oder erzeugte Eigenschaft, als Nützlichkeit haben, gibt ihnen den Wert eines Gebrauchs. Im Gebrauchswert formuliert sich die Nützlichkeit der Dinge objektiv. Der Gebrauchswert ist nicht Nützlichkeit, aber die Nützlichkeit eines Dings erzeugt den Gebrauchswert, insofern sie als solcher außerhalb der Menschen existiert. Die Dinge sind da für Menschen und haben als solche Gebrauchswert. Der Gebrauchswert ist das objektive Dasein von Nützlichkeit, also als Gegenstand eines unbestimmten Bedarfs.

Im Gebrauchswert ist die Objektivität des menschlichen Bedürfnisses getrennt vom Menschen formuliert. Damit ist ausgedrückt, was im Reichtum als Ware schon steckt: Der Reichtum in der Form der Ware oder des Privateigentums stellt kein bestimmtes menschliches Bedürfnis dar, sondern das rohe Bedürfnis als Nützlichkeit von Dingen. “Das Privateigentum weiß das rohe Bedürfnis nicht zum menschlichen Bedürfnis zu machen“ (MEW EB I, S. 547). Das Bedürfnis des Menschen nach dem Menschen, sein Verlangen nach dem Sein seiner im andern, seine seine menschliche Identität, ist im Gebrauchswert nicht vergegenständlicht. Er stellt immer noch reine Nützlichkeit, abgetrennte Individualität der Sache als Nutzobjekt dar.

Dies ist erst aufgehoben, wenn "die Produktion unmittelbar auch Konsumtion" ist, "doppelte Konsumtion, subjektive und objektive: Das Individuum, das im Produzieren seine Fähigkeiten entwickelt, gibt sie auch aus, verzehrt sie im Akt der Produktion, ganz wie das natürliche Zeugen eine Konsumtion von Lebenskräften ist... Der Akt der Produktion selbst ist daher in allen seinen Momenten auch ein Akt der Konsumtion.“ (MEW 13, S. 622). Und auch umgekehrt: “Die Konsumtion ist unmittelbar auch Produktion, wie in der Natur die Konsumtion der Elemente und der chemischen Stoffe Produktion der Pflanze ist ... Die Produktion ist also unmittelbar Konsumtion, die Konsumtion ist unmittelbar Produktion. Jede ist unmittelbar ihr Gegenteil. Zugleich aber findet eine vermittelnde Bewegung zwischen beiden statt. Die Produktion vermittelt die Konsumtion, deren Material sie schafft, der ohne sie der Gegenstand fehlte. Aber die Konsumtion vermittelt auch die Produktion, indem sie den Produkten erst das Subjekt schafft, für das sie Produkte sind.“ (ebd., S. 622 f). So ergibt sich unmittelbar zweierlei als identisches Verhalten dieser Prozesse: Erstens wird “in der Konsumtion das Produkt (erst) wirkliches Produkt“ (ebd., S. 623), wie auch in der “Konsumtion das Bedürfnis neue Produktion schafft, also den idealen innerlich treibenden Grund der Produktion, der ihre Voraussetzung ist. Die Konsumtion schafft den Trieb der Produktion; sie schafft auch den Gegenstand, der als zweckbestimmend in der Produktion tätig ist.“ (ebd.). So entsteht hier nicht ein Verhältnis zum Material der Bedürfnisse als leerer Stoff für Menschen, denn “die Produktion liefert den Bedürfnissen nicht nur ein Material, sondern sie liefert dem Material auch ein Bedürfnis. Wenn die Konsumtion aus ihrer ersten Naturrohheit und Unmittelbarkeit heraustritt – und das Verweilen in derselben wäre selbst noch das Resultat einer in der Naturrohheit steckenden Produktion –, so ist sie selbst als Trieb vermittelt durch den Gegenstand. Das Bedürfnis, das sie nach ihm fühlt, ist durch die Wahrnehmung derselben geschaffen. Der Kunstgegenstand – ebenso jedes andere Produkt – schafft ein kunstsinniges und schönheitsgenußfähiges Publikum. Die Produktion produziert daher nicht nur einen Gegenstand für das Subjekt, sondern auch ein Subjekt für den Gegenstand.“ (ebd., S. 624).