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Erläuterungen zu Psychologie

Es ist ein altes Problem der Philosophie, das die Psychologie übernommen hat und das schon viele drastische Formulierungen hatte, nämlich wie eine "Seelengrundkraft" (Johann Nikolaus Tetens) überhaupt als eine eigene Substanz erkennbar sein soll, wo sie mein Erkenntnisinteresse ausmacht, mich selbst erkennen lässt. Das enthält auch die Frage: Kann sich Erkenntnis selbst überhaupt Gegenstand sein? Verbietet es sich nicht innerlogisch, sich Seele überhaupt zum Gegenstand zu machen? Offensichtlich nicht, denn sie wirkt ja selbst wie eine gegenständliche Kraft auf den Menschen, der an ihr leidet und Psychologie, die Lehre vom Seelischen, nötig hat. Das zeigt: Selbstentfremdung ist Tat-Sächlich (Sache) und muss daher auch eine eigene, im Menschen nur vermittelte, also unmittelbar unabhängige Bestimmung haben. Um diese nachzuvollziehen ist ein Begreifen seelischer Vorgänge, Prozesse und Begründungen unumgänglich - sowohl dafür, ihre Welt zu erhellen und zugleich dafür, Sachliches nicht mit Seelischem zu verwechseln und zu verschulden. Die eigentliche Kernfrage liegt in dieser Unterscheidung von Seele und Sache, von Leiden und Tätigkeit. Es ist die Kernfrage jeder Erkenntnistheorie, weshalb Psychologie auch nur als solche möglich sein kann.

Hilfreich ist, Geist und Seele zu unterscheiden und letztre als eine formbestimmte Erkenntnis zu untersuchen, wie ich es in meinen "Skizzen zur Erkenntnistheorie" begonnen habe. Dort wird Seele aus dem leibhaftigen Erkenntnisproblem zwischen Wahrnehmen und Wahrhaben entwickelt. Hierbei wird im seelischen Verhalten eine Absicht entdeckt und beschrieben, die nicht wahrnehmbar ist, aber wahrgehabt wird, wenn sich Menschen in zwischenmenschlichen Verhältnissen aufeinander beziehen. Seele wird so also nicht als innermenschliches Wesen verstanden, sondern als ein Sinn, wie er in Gefühlsverhältnissen notwendig ist.

Psychologie beschreibt in diesem Anliegen zwischenmenschliche Verhältnisse, in welchen sich menschlicher Geist in abstrakt menschlichem Sinn verliert und erneuert. Der Geist ist in der Seele nur flüchtig, haltlos, wie schon Schiller es trefflich formuliert hat: "Spricht die Seele, so spricht ach! schon die Seele nicht mehr". Materiell wird Psychologie so zu einer Theorie abstrakter Sinnlichkeit, welche ihre konkrete Welt verlangt und so ein Bewusstsein geistiger Emanzipation in sinnlicher Welt werden kann. Hierin deckt sie sich mit dem abstrakten Dasein menschlicher Arbeit im Kapitalismus und der Notwendigkeit, eine konkrete Welt der Menschen zu entwickeln.