 | Teil I: Der Entstehungsprozess der privaten Persönlichkeit Abschnitt 1: Von der Wahrnehmung zum Selbstgefühl |  | 
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|  |  |  |  |  | Einleitung (zur ausführlicheren Fassung >>) |  |  |  | Kultur stellt nicht nur die Bildung menschlicher Sinne, die Art und Weise ihrer Verhältnisse, die Gestalt menschlicher Subjektivität dar, sondern ist zugleich deren objektiver Lebensausdruck, Dasein ihrer Produkte und Produktivität, Einheit ihres geschichtlich entwickelten Arbeits- und Erkenntnisvermögens - oder kurz: Resultat und gesellschaftliche Grundlage menschlicher Sinnbildung, wie sie sich im Verhältnis von Bedürfnissen und deren Gegenständen ausdrückt. Sie ist der Entwicklungsstand menschlicher Geschichte - so widersprüchlich, unvollständig und in sich gebrochen, vereinzelt und verallgemeinert, so schmerzhaft sie auch sein mag. Als Resultat der Geschichte ist Kultur zugleich das Vermögen der Selbsterzeugung und Selbstverwirklichung des Menschen, Inhalt und Sinn seiner Lebensäußerung als menschlicher Reichtum, wie er im Menschen und in seinen Produkten besteht und worin er sich als Mensch erkennt und bestätigt weiß, als Lebensform seiner selbst Die Kultur der Gesellschaften, in welchen Selbstgefühle die Menschen bestimmen und leiten, erscheint als eine ungeheure Ansammlung von Wahrnehmungen, worin Leben als Erlebnis bewahrt ist. Jede einzelne Wahrnehmung ist ihre Elementarform. >> |  | Die Selbständigkeit der bürgerlichen Kultur beruht auf der Verselbständigung von menschlichem Sinn ( ) in der Trennung von den Bedürfnissen ( ), welche Grundlage des gesellschaftlichen Stoffwechsels sind. Die Voraussetzung für eine Gesellschaft, worin diese Trennung zwangsläufig ist, ist der Besitz ( ) von Geld ( ). Geld zirkuliert in Dienstleistungsgesellschaften ( ) nur für sich, weil dort kein Geld produziert wird (der Wert von Geld entsteht in der Warenproduktion). Siehe hierzu auch die Logik der Kultur ( ). Bürgerliche Kultur ist eine im Geldverhältnis subjektivierte Form des in zwischenmenschlichen Beziehungen aufgehobenen Warenfetischismus ( ). |  | 1. Die Wahrnehmung (zur ausführlicheren Fassung >>) |  |  |  | Jede Wahrnehmung besteht zunächst aus unmittelbaren, also unvermittelt scheinenden Empfindungen und Gefühlen. Der Gegenstand der Wahrnehmung ist menschliches Leben, wie es außer sich ist, für sich so wahr, wie es wahr genommen wird. Wahrnehmung ist die Auffassung des Lebens im Prozess des Erlebens. Wie ich mein Leben wahr nehme, so mache ich es mir wahr, und wie ich es wahr habe, so habe ich es außer mir, so erlebe ich es. Die unterschiedlichen Wahrnehmungen der Menschen haben ihren Sinn in dem, was sie von ihrem Leben wahrmachen und in ihrem Erleben wahrhaben. >> |  | Wahrnehmung ( ) als Form einer Wahrheit ( ) kann nicht für sich wahr sein. Von daher ist sie vermittelt, also nicht unmittelbar. Empfindungen und Gefühle haben in dieser Form keine unmittelbare Beziehung, keine Identität ( ). |  | 1.1 Wahrnehmen und Wahrhaben (zur ausführlicheren Fassung >>) |  |  |  | Die Auffassung eines Gegenstands enthält eine Wahrheit, die der Wahrnehmung vorausgesetzt ist, die Geschichte einer Tätigkeit, die ihn erzeugt hat und die Natur, die in ihm verkörpert ist. Sie enthält also den Sinn, den er hat und der sich darin finden lässt. In der Wahrnehmung finde ich den Sinn meiner Beziehung auf den Gegenstand meiner Wahrnehmung als gesellschaftliche Beziehung meiner Sinne in der Gesellschaftsform menschlicher Tätigkeit. Doch solange ich ihn nur finde, erkenne ich ihn nicht als diese. In der Empfindung finde ich eine Beziehung zu einem Gegenstand, worin sich mein Befinden begründet. Was ich in der Empfindung erkenne, ist meine Beziehung zu diesem Gegenstand. Ich erkenne mich selbst in dieser Gegenständlichkeit, die meine Sinne in der Empfindung habe. Und wenn ich gegenständlichen Sinn als das finde, was ich hierin von mir fühle, so fühle ich zugleich, was meine Sinne außer mir sind, was also mein Erleben außer mir ist, was ich lebe, wenn Empfindung und Gefühl eins sind. Meine Wahrnehmung findet darin ihre Wahrheit als Erkenntnis ihres Gegenstands, der zugleich meine Vergegenständlichung, Sinn von und für mich ist. Ich erkenne mich darin nicht als einzelnbes Wesen, meine Wahrnehmung wäre darin nur zirlkulär, ich erkenne mich als anderes Wesen, als gegenständliches Wesen wie es in meiner Gesellschaft auch vergegenständlicht, also außer mir ist. Erkenntnis kann daher nur gesellschaftlich sein, weil nur darin ich zugleich als ein anderer bin. >> |  | |  | 1.1.1 Die Empfindung (zur ausführlicheren Fassung >>) |  |  |  | Jede Empfindung ist die Entdeckung einer Beziehung, die schon war, bevor sie wahrnehmbar wird. In der Empfindung erkenne ich einen äußeren Sinn als geäußerten Sinn, den ich für mich finde. Ich erkenne mich in der Empfindung als Teil gesellschaftlicher Äußerung, die ich so wahrnehme, wie ich sie finde und befinde. In der Empfindung finde ich eine Beziehung durch den Sinn meiner Wahrnehmung, also dadurch, dass sich eine Beziehung sinnlich wahrnehmbar macht. Damit finde ich nicht nur den Gegenstand einer Beziehung, sondern auch meine Beziehung zu Menschen, die ihn geäußert und außer sich haben, ihn teilen und sich durch ihn mitteilen. In der Empfindung erweist sich die Wahrnehmung unmittelbar gesellschaftlich, auch wenn sie sich nicht gesellschaftlich vermittelt. Sie macht das Befinden der Menschen durch ihre Wahrnehmung aus. >> |  | |  | 1.1.2 Das Gefühl (zur ausführlicheren Fassung >>) |  |  |  | Gefühl ist die Entdeckung eines Sinns, den ein Gegenstand hat, ein Erfühlen, Ergründen und Vollziehen sinnlicher Emphatie. Ich fühle den Sinn, der in ihm gebildet und verwirklicht ist so, wie ich Sinn für ihn habe, wie ich ihn fühlen und nachvollziehen kann. Indem ich seine Äußerlichkeit durchdringe, erkenne ich seine Natur als die meine, seinen Sinn als meinen Sinn, sein Gewordensein als Sinn meines Werdens, meiner Geschichte. Im Gefühl erkenne ich daher auch mich als sich äußernden Menschen, als Mensch der sinnlich ist, indem er Sinn für anderes hat. Und in diesem Anderssein des Eigenen erst wird er vollständig sinnlich, weil er darin gesellschaftlich ist. >> |  | |  | 1.1.3 Der wahrgehabte Sinn der Wahrnehmung (zur ausführlicheren Fassung >>) |  |  |  | In der Empfindung wird der Sinn einer Beziehung wahrgenommen und wirksam und also zu einem Befinden. Im Gefühl wirkt das Vermögen der Sinnbildung in dem, was man wahr hat. War die Empfindung die Auffassung eines Gegenstands, wie er als Sinn meiner Beziehung mir erkennbar wurde, so erkennt das Gefühl meine Sinnbildung für ihn, die Entwicklung meiner Sinne für ihn und durch ihn. In den Gefühlen erweist sich, was ich von ihm wahrhabe, in dem, was ich darin spüre und fühle. Ohne einen Zusammenhang in meinem Leben, worin Sinn entsteht, fühle ich nichts. Das Gefühl ist Resultat einer Sinnbildung durch die Geschichte, die es hinter sich hat. Das Gefühl setzt nicht eine Beziehung zu einem Gegenstand, zu einer Sache oder einen Menschen vorraus, sondern einen Sinn, der darin wahr gehabt wird. Es erkennt Lebensäußerung außer sich und ist das Gespür, das im fühlenden Menschen verbleibt, weil er darin einen Sinn erkennt, den er sich im Gefühl aneignet und den er auch mit Gefühl veräußert. Auch das Gefühl hat somit gesellschaftliches Sein, bezieht sich auf Lebensäußerung, die Sinn hat, weil sie von und für Menschen ist und daher auch jeder Mensch fühlen kann, was hiervon auf ihn zurückkommt. |  | Wahrnehmung setzt den Sinn ( ), den Menschen für sich gebildet haben, wie auch ihre sinnliche Tätigkeit ( ) voraus, mit der sie ihre Welt gestalten. Sie hat einen doppelten Bezug zu ihrem Gegenstand. Empfindungen ( ) drücken eine Beziehung ( ) aus, deren Sinn wahrnehmbar geworden ist. Gefühle ( ) drücken den Sinn aus, der in eine Beziehung gegeben ist und darin wahr gehabt ( ) wird. Soweit der Gegenstand der Wahrnehmung nicht ein menschlicher Gegenstand ( ) ist, wird sie auch nicht menschliche Erkenntnis ( ). Die Emanzipation ( ) des Menschen zu seinem Leben ( ) in einem konkreten Reichtum ( ) menschlicher Kultur vollzieht sich im Erkenntnisprozess, worin die Wahrnehmung menschlich wird, ebenso, wie imArbeitsprozess, worin die Arbeit ( ) menschlich wird. |  | 1.2 Der Sinn für sich (zur ausführlicheren Fassung >>) |  |  |  | In der Wahrnehmung ihrer Gegenstände, in ihren Empfindungen und Gefühlen vermitteln sich die Menschen unmittelbar darin, dass sie ihre gesellschaftliche Sinnlichkeit, die Organik ihres Lebens, aufeinander beziehen, sich als gesellschaftlich lebende Menschen erkennen und anerkennen. Zugleich entzweien dieselben Gegenstände ihr Leben dadurch, dass sie nicht auf das Leben der Menschen zurückkommen sondern unter bürgerlichen Produktionbedingungen nur als Wertdinge gesellschaftlich existieren. Wo das gesellschaftliche Wertding als Geld und Kapital selbst herrrscht, ist das gegenständliche Leben nur durch seine Abstraktion vom Leben der Menschen vermittelt. Zwischen dem, was ein Mensch unter solcher Bedingung an gesellschaftlichem Sinn teilt, den er in seinen Gefühlen für einen Gegenstand hat, und dem, was ihn diesen empfinden lässt, klafft daher in der Wahrnehmung das Unvermögen, jenes und dieses in sich zu identifizieren. Was er für sein Leben wahr hat und was er für dieses wahrnimmt, sind ihm nur in der äußeren Form der Wahrnehmung gewiss als Gegenüber, als Lebensumstand, wie er sich ereignet. Die Ereignisse sind zwar gewiss und handgreiflich, erscheinen für die Wahrnehmung aber zufällig und werden von den Menschen als gewisse Gegebenheiten erlebt, deren Zusammenhang ungewiss ist. Obwohl Leben immer nur konkret sein kann und auch so empfunden wird, wirkt es im Erleben nicht vermittels seiner Lebensäußerung, sondern nur getrennt hiervon in den Wahrnehmungen, worin es die Menschen erreicht. Die Wahrnehmung entspricht so einer Wirklichkeit, welche von den konkreten Lebensäußerungen der Menschen absieht, sich abstrakt hiervon begründet im Erleben. Was sich darin allgemein bildet ist ein abstrakt menschlicher Sinn, der nur Sinn für sich ist, ein Sinn, der von allem Lebenszusammenhang absieht, der ihn konkret sein lässt und der zugleich nur dadurch lebendig ist, dass er alles gesellschaftliche Leben außer sich hat und außer sich belässt. >> |  | Die Unvermitteltheit der Wahrnehmung lässt alles Lebendige nur als Umstand ( ) des Lebens erscheinen, als Ereignis ( ) hierfür, das erlebt wird, ein Erlebnis ( ) ist. Es hat einen Sinn nur dadurch, dass es Potenzial menschlicher Sinnlichkeit, abstrakter Sinn ist, der vom Leben so abstrahiert, wie er für es verfügbar, also zu haben ( ) ist. |  | 1.2.1 Der abstrakt menschliche Sinn (zur ausführlicheren Fassung >>) |  |  |  | Ein Sinn kann sich nicht selbst abtrennen vom Leben, das er in sich hat und ausdrückt und bildet; er kann nicht wirklich abstrakt sein. Nur durch das Verhältnis, worin er sich befindet und empfindet kann er etwas werden, was er nicht ist, kann er zum Träger von etwas werden, das ihm selbst fremd ist, etwas, von dem er selbst absehen muss, weil dieses von ihm absieht, weil es seine Absehung überhaupt, seine Abstraktion ist, Sinn als solcher, Sinn an sich. Er wird in solchem Verhältnis Sinn von etwas, das nur da ist, um überhaupt Sinn zu machen, um etwas mit Sinn zu füllen, das keinen Sinn für sich hat. Menschen, die kein gegenständliches Leben miteinander haben, keinen Gegenstand für ihr Leben kennen, um denen es ihnen auch wirklich geht, erkennen sich in der Abtrennung von gegenständlicher Wirklichkeit selbst nur unwirklich und gelten sich nur dadurch in menschlicher Beziehung, weil sie Menschen haben, für die sie als Mensch gelten, weil sie nichts anderes wirklich für ihr Leben haben, als Menschen, die schlicht und rein körperlich da sind, was auch immer sie sonst sind. In der Abtrennung von seinem Gegenstand verliert der nur in sich reflektierte Sinn den Gehalt seiner Lebenszusammenhänge und gewinnt seine abstrakte Substanz zugleich in seinem reinen Dasein als menschlicher, geistbegabter Körper, als Körperliches Dasein von Menschen schlechthin. Dieses teilt sich nicht als Körper mit, weil dieser keinen Zusammenhang außer sich hat, sondern als Erleben im Zusammenspiel von Menschen, als Erlebnis irgendwelcher Art. Im Quantum des Erlebens vergrößert sich daher der Sinn in der Form, wie ihn Menschen füreinander haben, nicht was, sondern wie sie füreinander sind. Ohne sich selbst wirklich sinnlich zu äußern, ohne zu gestalten und zu wirken und auf etwas oder jemanden einzuwirken, ohne für sich wirklich zu sein nutzen sie ihr bloßes Dasein als Grund ihrer Beziehung auf andere, die keinen anderen Grund hat, als in bloßer Gesellschaft zu sein, sich gesellschaftlich zu erleben. In dieser Abstraktion vergegenständlichen sie sich als Mensch, der für sich wesenlos ist, der sich sinnlich nur in seiner Gestalt äußert, ohne seinen Inhalt zu gestalten, ohne Sinn zu äußern, zu schaffen und zu bewahren - als Mensch, der sich selbst äußerlich ist, wesenlos aber anwesend. >> |  | Abstrakt kann ein Sinn nur in seiner Wirkung sein, also dadurch, dass er selbst eine Abstraktion der Erkenntnis betreibt, ihr das entzieht, was eine Wahrnehmungsidentität befördert, und welche die Identität eines Menschen in seiner Erkenntnis enthebt. Ein abstrakt menschlicher Sinn ( ) betreibt im Erkenntnisvermögen selbst eine Realabstraktion ( ), die ihre Wirkung in der Wahrnehmung selbst, in ihren Organen und Funktionen betreibt. Dies geschieht nicht durch den Sinn, den Wahrnehmung hat, sondern durch den Sinn, welchen sie macht, was sie also als Sinn für das Erkenntnisvermögen zur Bewahrung ihrer Identität produziert. Es ist die Form der Wahrnehmung, welche zur Bestimmung ihres Inhalts wird, ihre Formbestimmung ( ), ausmacht. Von da her ist der abstrakt menschliche Sinn die Begriffssubstanz ( ) der bürgerlichen Kultur |  | 1.2.2 Der Sinn der Abstraktion oder die Dichte der Anwesenheit (zur ausführlicheren Fassung >>) |  |  |  | Jenseits jeder konkreten Beziehung ist ein abstrakt allgemeiner Sinn bloße körperliche Form, Raum und Gestalt, worin und wodurch menschliche Beziehungen sich ereignen und erlebt werden. Diese Beziehungen werden darin füreinander gleichgültig. Alleine ihre Anwesenheit schon verschafft das Wesen, das solche Beziehungen in Gang setzt, gleich, was die Menschen darin für sich oder füreinander von ihrem Leben erkennen. Alleine das Quantum dieser Anwesenheit, ihre körperliche Masse, macht die sinnliche Dichte gleichgültiger menschlicher Beziehungen, ihre Eindrücklichkeit aus. Die Dichte ihrer Anwesenheit ist daher ihre Formbestimmung, ist das, was ihre formelle Entfaltung bestimmt. Unter dieser Bestimmung wendet sich gegenständliche Wahrnehmung zur unmittelbaren Wahrnehmung gegenständlicher Menschen, wie sie durch ihre einzelnen und privaten Gestalten und durch ihre ganze Lebensgestaltung vermittelt sind. >> |  | Die von ihrem Leben enthobene Wahrnehmung, die abstrakte Sinnlichkeit als Form dessen, was darin wahrgehabt wird, hat keine andere Substanz als ein Ereignis der Wahrnehmung in seiner Form und Gestalt haben kann, also die Weise der Anwesenheit ( ) von Körper ( ) schlechthin, die es in einer bestimmten Dichte ( ) ausmachen. Es sind die reinen Quanta körperlicher Masse ( ), welche abstarkt menschliche Sinnlichkeit füllen und wodurch allerhand konkretes Leben verbrauchen. |  | 1.2.3 Die Verdichtung von Wahrnehmung (zur ausführlicheren Fassung >>) |  |  |  | Dadurch, dass ein Sinn in seiner Abstraktion sich nicht verhalten kann, sondern auf Verhältnissen gründet, die ihn bilden, erzeugt er selbst einen Lebenszusammenhang der Verdichtung, also dem in seiner Abstraktion verdichteten Leben. Das Leben selbst besteht aus einer Vielfalt von Äußerungen, die der Wahrnehmung zu Eindrücken geraten, zu etwas, das in ihr so verbleibt, wie es für sie war, so dicht, so nah, so wirkungsreich, wie es im Augenblick der Lebensereignisse eben selbst auch ist. Sie fügt diese Ereignisse nach ihrer eigenen Bildungsgeschichte so zusammen, wie sie in ihr zusammmentreffen. Ja nach dem, was sie schon aufgenommen und in ihrem Gedächtnis hat, bezieht sie sich auf das, was sie beeindruckt. Sie ist dabei ganz relativ zu dem, was sich ereignet, und zugleich absolut in dem, was sie schon kennt. Die Basis der Wahrnehmung ist ihre eigene Lebensbedingung, deren Entwicklung, deren geschichtliche Veränderung sie beständig wahrhat. Für die Wahrnehmung gibt es selbst keine Objektivität, so gewiss ihr die Welt erscheinen mag. Was sie zusammenfügt, kann mehr oder wenniger zufällig einer Objektivität entsprechen; aber ihre Organe reichen nicht aus, diese als wirkliche Gegenständlichkeit zu erweisen. Sie sind geeignet, deren Oberfläche wahr zu nehmen und sich dessen auch gewiss zu sein, sie also auch für wahr zu halten. Aber was sie hierin wirklich wahr hat, das entzieht sich ihrer Gewissheit. Im Zweifel hierüber verdichtet die Wahrnehmung zu irgendeinem Sinn, den sie für sich darin findet, zu einer Dichtung voller Leben, das nicht wirklich sein muss, zu einer Traumwelt, die außerordentlich klug und erkenntnisreich sein kann, aber keinen Sinn für die wirkliche Welt mehr hat, weil sie ihren wirklichen Sinn aufgehoben hat. In der Verdichtung erscheint das Leben der gegenständlichen Welt auf den Punnkt dessen gebracht, was es für einen Mensch ist, sobald er sich dieser entziehen kann (z.B. im Schlaf oder im Wachtraum oder in der Fantasie oder im Wahnsinn). >> |  | |  | 1.3 Die Wahrnehmung als Prozess abstrakter Kultivierung (zur ausführlicheren Fassung >>) |  |  |  | Die Wahrnehmung ist niemals ohne Welt, die ihr Gegenstand ist, wie groß und wie klein sie auch sein mag. Doch die Welt besteht in der Wahrnehmung nicht in dieser Gegenständlichkeit, etwa als ihr getreues Abbild, das nur ihr Nachvollzug im Menschen oder ihre Widerspiegelung als Form des Bewusstseins wäre. Derlei aufklärerische Interpretation führt nur in eine Tautologie der Erkenntnis, die sich in der Form entzweit,wie sie sich wieder zusammenfügt als Prozess vernünftiger Selbstbehauptung. Die Welt verbleibt in der Wahrnehmung als Lebensform, als Erlebnis. Nicht der Zusammenhang des Weltgeschehens macht die Wahrnehmung aus, sondern hiervon lösgelöst der Zusammenhang der Erlebnisse, wie er sich in den Menschen als Zusammenhang ihrer Sinne bildet. Doch dieser sieht weitgehend ab von dem, was die Sinne wirklich sind, d.h. welche Wirkungen sie aufgreifen und für sich zu ihrer Erkenntnis entwickeln, dem Akt ihres geschichtlichen Seins. Was ihnen im Widersporuch zwischen Empfindungen und Gefühlen zum Zweifel in diesem Prozess geraten müsste, wird im bloßen Erleben zu einer Einheit der Selbstgewissheit erhoben, die über alle Tätigkeit erhaben ist. Was immer die Ereignisse des Erlebens hervorbringt, als Erlebnis ist es lediglich eine Art und Weise des Wahrnehmens, Form für sich. Das Erlebnis bietet Selbstgewissheit, die keinen Grund hat außer dem Zusammentreffen von Ereignissen, welche die Sinne in Bewegung versetzen, ohne dass sie damit "fertig werden" können, ohne dass sie also hieraus eine zusammenhängende Entwicklung eingehen, in der sie sich verändern und bilden und ausbilden. Das Erlebnis ist die nahe gekommene Wahrnehmung, worin das Gefühl in der Empfindung lebt. Es hinterlässt keine andere Spur im Menschen, als die Erinnerung und das Mangelgefühl einer mit dem Vergehen des Erlebens auch abgebrochenen Geschichte, abgebrochene Zeit. Die Wahrnehmung selbst wird dadurch zeitlos und entzieht sich von daher der wirklichkeit der lebenszusammenhänge. Das Erlebnis hinterlässt keinen Sinn außer dem, mehr und intensiver erleben zu wollen, öfter und näher in der Wahrnehmung "dran zu sein". Nichts kann für diese Erlebniswelt nah und eindrücklich genug sein. Was damit im Gedächtnis verbleibt ist die Dichte der Ereignisse, die erlebt wurden. Ihr Zusammenhang wird selbst zur Gestalt des Gedächtnisses. Indem die Menschen dem Nachgehen entsteht eine Kultur der Ereignisproduktion, eine Eventkultur, in welcher das Erleben zu einem gesellschaftlichen Zusammenhalt gebracht wird, zu etwas, was alle Menschen bewegt und beschäftigt, gleich welchen Sinn es für sie wirklich hat. Es entsteht eine kulturelle Wirklichkeit, die nichts im Sinn hat außer der Bewegung der Sinne, ihre Erregung und ihre Befriedung im Selbsterleben. Der Sinn für sich tritt im Erleben selbst in die Wirklichkeit ein und verschafft sich die Welt, in der er sich in Bewegung hält, in einer Bewegung, in der er sich ausbildet ohne Sinn zu entwickeln. So gewiss die Ereignisse des Lebens sind, so ungewiss verbleiben sie im Erlebnis, weil sich darin nur identitätslose Sinne in ihrer Erlebensform zusammenfinden können. Von daher streifen sie allerdings ihre Nichtigkeit ab und werden zum Gegenteil der ihnen zugrunde liegenden Identitätslosigkeit: Zu Selbstgefühlen. Darin gestaltet sich die von den Menschen abstrahierte Kultur und bietet sich als Mittel jeder Politik mit ihr. >> |  | Aufklärung Zweifel |  | 2. Das Erleben (zur ausführlicheren Fassung >>) |  |  |  | Empfindungen haben in den Erlebnissen der Wahrnehmung keinen wirklichen Gegenstand und verlieren somit ihre Gewissheit. Sie heben sich in der Abstraktion von ihrem Gegenstand in Gefühlen zwischen Menschen auf und werden dort zur Empfindung von Gefühlen des Erlebens. Im Erleben wird die Wahrnehmung zur Selbstwahrnehmung: Ich nehme wahr, was ich von mir wahr habe. Das Erleben ist die Grundlage des Selbstgefühls, sein Event. Hierauf bildet sich eine Erlebenswelt, in welcher die Menschen Empfindungen nicht mehr als solche haben, sondern diese selbst fühlen. Sie fühlen, was sie in dieser Welt empfinden - und das allein macht ihre Beziehung zu einander aus. Darin finden sie in den Gefühlen, was ihre Beziehung wahrnehmbar macht und es werden somit die Empfindungen selbst zu Gefühlen ihrer Bezogenheit, zum Prozess ihres Erlebens. Menschen finden sich in anderen Menschen, weil sie sich in ihrem Erleben dort identifizieren können, weil sie dort einen Sinn für sich so finden, wie Erlebnis Sinn macht. Als Sinn von sich ist er zugleich Sinn für sie. Aber er ist nicht für sie so, wie er von ihnen ist: Es ist ein ihnen äußerlicher Sinn, eine Hinterlassenschaft des Lebens, wie es erlebt wird, wie es in den Menschen verbleibt. Es verbleibt als ein Gefühl, was sie voneinander zugleich für sich haben, wechselseitiges Fühlen ihres Erlebens - gleich, welchen Sinn sie für ihr Leben haben. So entsteht in der Wahrnehmung selbst ein ausdrücklicher Eindruck, eine Ausschließlichkeit des Wahrnehmens, eine Absehung von ihrer Wirklichkeit. Ihr Sinn besteht als Bestreben, diese Ausschließlichkeit zu erleben. Das ist eine Absicht, sich durch andere Menschen in unwirklichem Sinn, als bloßes Gefühl ihrer Bestimmtheit, in ihrer Stimmung nicht nur wahrzunehmen, sondern auch wahrzuhaben. Aber sie können dort nur haben, was sie für sich auch wahr machen. In der Absicht ihrer Wahrnehmung machen sie sich dadurch als Gegenstand von Gefühlen wahr, dass sie ihre Identität in der Masse ihrer Erlebnisse voneinander und durch einander finden, welche eine Stimmung macht, die ihnen enstpricht. Die Entsprechung gleichgültiger Wahrnehmungen macht die Güte ihrer Beziehung aus. Hierin bilden sich auch die Lebenswerte, die sich darin mitteilen. Sie werden zur Ideologie des ganzen Erlebens, das sie teilen. Die Bestätigung ihrer wechselseitigen Wahrheit finden sie in ihren Selbstgefühlen. Sie fühlen sich so, wie sie darin für sich und füreinander zugleich in gemeinschaftlicher Stimmung sind. Dies macht ihr wechselseitiges Selbstgefühl aus - und ohne einander fühlen sie sich nur noch leer und also schlecht. >> |  | In Reflexion ihrer Gegenstandslosigkeit werden Empfindungen sinnlos und daher selbst zu Gefühlen, wenn sie den Sinn ( ) ihrer Beziehung darin finden, dass es Gefühle für sie gibt. Im Gefühl sieht die Empfindung zugleich von ihrer Wahrheit ab, also davon, dass sie nur findet, was sie sucht, worauf sie also bezogen ist; im Gefühl hat sie sich, bevor sie suchen kann. Hierdurch entsteht eine Absicht ( ) der Wahrnehmung, sich als Gegegenstand ( ) von Gefühlen wahrzumachen ( ) und darin ihre Güte ( ), den Inbegriff eigener Lebenswerte ( ), zu entdecken. Hierin bildet sich ihr Selbstgefühl ( ). |  | 2.1 Die Qualität der Gefühle als Selbstgefühle des Erlebens (zur ausführlicheren Fassung >>) |  |  |  | Dadurch, dass die Stimmung einer gefühlten Allgemeinheit zur Grundlage der Wahrnehmungsverhältnisse wird, wird auch jedes Gefühl davon bestimmt. Gefühle werden von daher in ihrer Absicht so bemessen, wie sie für eine bestimmte Stimmung gut sind, also ihr entsprechen. Menschen machen sich darin so wahr, wie sie sich erleben, wie es für die Empfindung ihrer Gefühle nötig ist, wie sie also sich selbst wahrhaben, während sie andere wahrnehmen. Damit bestimmt sich ihre Wahrnehmung aus dem Bedürfnis der Selbstwahrnehmung, welche einzig nach einem guten Verhältnis zu sich selbst strebt, nach einer Entsprechung der Wahrnehmungen überhaupt, nach einer Identität der Selbstgefühle. Gut ist in solcher Wahrnehmungsidentität, was sich identisch ist, gleich, ob es gute oder schlechte Gefühle sind. Deren Güte macht alleine die durch Einvernahme von Gefühlen erzeugten Identität aus. Sie bemisst sich an der Stimmung, welche eine Reflexion der Selbstwahrnehmung im Verhältnis zu anderer ist. Sie besteht vor allem aus der Fähigkeit, Wahrnehmungsformen in Übereinstimmung zu bringen, Empfindungen und Gefühle in Selbstgefühlen aufzuheben und hierzu unpassende Wahrnehmungen als schlechte auszugrenzen. Hierdurch sind Selbstgefühle, die durch die Einverleibung anderer Gefühle erzeugt werden, gute Gefühle, und solche, die für sich bleiben, also "ungenießbar" sind, schlecht. Das Schlechte ist das Uneinnehmbare, welches als Bedrohung der eigenen Identität erlebt wird, weil es prinzipiell selbständig bleibt, sich der Einvernahme widersetzt. Dies ist das Gegenüber der Selbstgefühle und dies zu erkennen und abzuweisen macht deren Bestreben aus, also das Bestreben, das Schlechte vor aller Erkenntnis in der Form der Wahrnehmung zu bestimmen und es sich durch Ausgrenzung zu unterwerfen, sich als bestimmendes Selbstgefühl gegen es zu behaupten. Schlecht ist hierdurch zuerst darin bestimmt, dass ein Gefühl keine Nähe für die Wahrnehmung hat, nicht erlebt sein will, weil es sich nicht gut ausdrückt und damit keine Dichte, keine Eindrücklichkeit hat, also fremd bestimmt sein muss. >> |  | Die Empfindungen bestimmen sich nun aus guten Gefühlen, die sie für die Menschen haben. Selbstwahrnehmung ist also nicht Wahrnehmung von sich selbst, sondern das Wahrhaben eigener Güte in der Wahrnehmung, Wahrnehmung für sich selbst. |  | 2.2 Die Absicht der Gefühle und Selbstgefühle (zur ausführlicheren Fassung >>) |  |  |  | Die Absicht der Gefühle besteht in der Einstimmung einer Stimmung, einer Güte des Fühlens und Findens als Wahrnehmungsidentität des Erlebens. Diese beruht auf einem Verhältnis, worin die Einvernahme der mitgeteilten Gefühle und dem Ausschluss von Empfindungen aus der Wahrnehmung zum Zweck einer guten Selbstwahrnehmung vollzogen wird. Hierdurch wird eine eigene Wahrnehmungswelt zu einer Beziehungswelt und fremde Wahrnehmung in ihrem Sinn dadurch bestimmt, dass die Gefühle einen Lebenszusammenhang darin finden, dass sie sich über die Empfindungen stellen, zum allgemeinen Zusammenhang gemeiner Wahrheiten werden, die sich aus der Ausgrenzung und Beherrschung der Empfindungen, der wirklichen Wahrnehmungsgehalte bestimmen. Die Wahrnehmung bestimmt sich darin zum einen selbst in den Erlebnissen durch Gefühle fort, die für die Selbstwahrnehmung erzeugt werden, zum anderen bestimmt sie alle fremde Wahrnehmung in der Form ihrer Empfindung, worin diese entäußert, entfremdet und ihrer Einvernahme unterworfen wird als Stoff der Selbstbestimmung und Abgrenzung des Fühlens. Die Gefühle wollen in dieser Abstraktion die Nähe und Anwesenheit des Einvernommenen und die Ferne und Abwesenheit des Fremden. Nähe wird durch Abgrenzung gewonnen, durch Entfernung des Unguten. Indem die Menschen Nähe produzieren, produzieren sie eine gute Selbstwahrnehmung, gleich, was ihr eigenes Leben in Wirklichkeit ist. Und sie erzeugen Abweisung von dem, was sie nicht wahrhaben können, ohne der Wahrnehmungsidentität ihrer Gefühle zu schaden. In der Bestimmung und Unterwerfung der Empfindungen als fremde Gefühle verfolgen die Gefühle ihre wesentliche Absicht, wodurch sich die Nähe der Einvernommenen als Erleben anderer Menschen durch ihre Stimmung wie von selbst ergibt. Die so errichtete Stimmung ist die Vereinahmung der Gefühle, die darin einverleibt sind. Alle Empfindungen entstehen nun auf dieser Grundlage. >> |  | Wahrnehmungsidentität verschafft alles, was der Selbstwahrnehmung als Erlebnis gut tut: Stimmung. Das macht die Absicht der Gefühle aus. Sie entheben sich daher ihrem Erkenntnisvermögen zur Opportunität der Selbstwahrnehmung. |  | 2.3 Lebenswerte und Lebenswelten (zur ausführlicheren Fassung >>) |  |  |  | Die Welt so gebildeter Wahrnehmungsidentität besteht nun auf einem Kreislauf formalisierter Empfindungen und Gefühlen, der für sich nur dadurch gut ist, dass er die Nähe der Menschen in ihrem Erleben erbringt, gleich, was sie für diese wirklich ist. Es entstehen Lebenswelten, in denen die Selbstverständlichkeit guter Gefühle die Menschen verbindet, welche somit begüterte Gefühle einer Identität sind, welche eine Wahrheit durch sich selbst behauptet, die jeder Erkenntnis enthoben ist. Für die Selbstwahrnehmung hat jede Wahrnehmung darin Wert, die ihre Güte befördert. Um das Maß ihrer Stimmung zu erweitern und auszudehnen, um also eine hohe Dichte von Anwesenheit zu erlangen, sind möglichst viele Wahrnehmungen nötig als Abfolge von Ereignissen, die Erlebenswert haben. Es bilden sich somit Lebenswerte, die zum Maßstab des Erlebens werden, eine Welt, worin sich die Wahrnehmung danach richtet, eine Welt gefühliger Selbstverständlichkeiten, Gegebenheiten des Selbstgefühls. In dem Maße, wie ihr dies gelingt, verliert sie an Erkenntnis für ihre eigene Wahrheit, in der selbst schon von dem abgesehen ist, was keinen (Er)Lebenswert hat. >> |  | Die Herstellung von Ereignissen zur Produktion von Selbstwahrnehmung füllt die Lebenswelt der Wahrnehmung als Welt voller Erlebnisse aus. Sie wird zur Wirklichkeitsform dessen, was sie darin von sich wahrhat: Empfindungen, die ihren Gefühlen dienen und Selbstwahrnehmung gestalten: Gegebenheit des Selbstgefühls. |  | 3. Das Selbstgefühl (zur ausführlicheren Fassung >>) |  |  |  | Das Selbstgefühl wird gewonnen aus Eindrücken, aus der Wirkung, die man hat, aus dem, was von der Selbstwahrnehmung zurückkommt. Es ist eine Identität im Gefühl für sich selbst, das sich aus der Empfindung anderer Menschen in der Selbstbeziehung aus den Lebenswerten des Erlebten begründet. An sich ist dies ein Gefühl eigener Sinnlichkeit, wie es in zwischenmenschlichen Beziehungen durch andere bestätigt ist. Darin vereinigen sich die Empfindungen vieler Menschen in der Anwesenheit eines Gefühls für sich selbst, das seine Wahrnehmung zu einer Identiät bringt, die sie durch andere wahrhat. Das Selbstgefühl ist ein Produkt der Rückvermittlung der Gefühle als Empfindung für sich. Es wird durch fremde Gefühle gewonnen, in welchen sich das eigene Leben reflektiert. Das Selbstgefühl bleibt aber nicht bei sich. Es strebt nach Herabsetzung der Wahrnehmung zu einer Gegebenheit, woraus es sicht speist. Es beruht damit auf der Herabsetzung allen Lebens zu einem Umstand eigentümlicher Lebensäußerungen, die keinen anderen Sinn haben, als dem Selbstgefühl zu nutzen und zu dienen. Was darin von anderen wahrgenommen wird, wird nur für sich wahrgehabt. Jede Annäherung von Anderem ist zugleich dessen Entfernung von sich, die Einvernahme seiner Wirkung durch Entfremdung seiner Wirklichkeit, die Einverleibung seines Sinns, durch die Aufhebung seiner Sinlichkeit. Das Selbstgefühl entsteht aus Wahrnehmungenm, die durch eine Selbstermächtigung gebeugt sind. Ihr Sinn ist gewonnen aus dessen körperlicher Einvernahme, aus der Entleibung der Sinne. Hieraus wird sich ein körperlicher Trieb bilden, welcher das Prinzip dieser Einverleibung ist. >> |  | Das Selbstgefühl ist ein Gefühl für sich, das den Gefühlen entnommen wird, die durch andere Menschen auf die Wahrnehmung zurückkommen. Es ist die Grundlage der seelischen Entwicklung. Ihre Basis ist die körperliche Integrität eines Menschen, sein Körper als Natur seiner Erlebnisse, an welcher sich alle Wahrnehmung reflektiert. |  | 3.1 Der Eindruck (zur ausführlicheren Fassung >>) |  |  |  | Eindruck macht die Form, worin etwa erlebt wird. Etwas macht Eindruck, wenn es Sinn erweckt, den es ohne dies nicht hat. Kein Gegenstand der Wahrnehmung, sondern die Wahrnehmungstätigkeit selbst ist im Eindruck, den es macht, reflektiert. Die Art und Weise des Wahrnehmuns ist damit bestimmt und als ihre Formbestimmung wird sich der Eindruck zunächst relativ zu dem aus, was beeindrucken soll. Eindruck macht, was Druck auf die Wahrnehmung macht, was Dichte für sie hat. Nicht Zeit, Erregung oder Triebhaftigkeit macht Eindruck, sondern in sich reflektierte Sinnlichkeit des Wahrnehmens, das nahe geht, gleich worum es dabei geht. Eindruck weckt Empfindung, was auch immer sie daran an Sinn finden mag. Auf jeden Fall ist es die Empfindung der Körperform des Wahrnehmens, die Wahrnehmung als Lebenstätigkeit, die darin gefunden wird, gleich welchen wirklichen Sinn sie hat. In jedem Fall macht sie Eindruck als sinnliche Wirklichkeit des Wahrnehmens. |  | |  | 3.2 Der Ausdruck (zur ausführlicheren Fassung >>) |  |  |  | In der Wahrnehmungstätigkeit drückt sich auch aus, was sie ausmacht und vor allem, welche Absicht sie erfüllt. Alles, was ein Mensch darin verfolgt, allem Sinn, dem er darin nachgeht, ihn verfolgt oder ihm nachhängt, formuliert seine Absichten. Im Lebensausdruck eines Menschen zeigt sich sein Lebenszusammenhang als Resultat seiner Absichten. Ganz allgemein drücken sich die Gefühle darin aus, die er durch sich selbst hat, durch das, was in ihm an Selbstgefühl wirklich geworden ist, worin er sich wirklich als das fühlt, was er erlebt. Es ist die allgemeine Form seiner Wahrnehmung, die er ausdrückt. Zugleich ist dies die Grundlage seines Erlebens, der sinnliche Stoff, den er in Beziehungen einbringt, worin er andere beeindruckt. Eine ausdrückliche Beziehung verschafft immer Eindruck. Und es ist letztlich dies, was jedes Erlebnis zum Selbsterleben führt, zu einer Produktion von Selbstgefühl als Selbstgefühl. >> |  | |  | 3.3 Das Selbsterleben (zur ausführlicheren Fassung >>) |  |  |  | Erst wenn sich Menschen selbst wechselseitig vollständig als Lebensbedingung erleben, kann ihr Selbsterleben wirklich allgemein werden. Zugleich entsteht so auch das Selbsterleben als Lebensbedingung. In der Art und Weise, wie sie Empfinden, Fühlen und denken wird so eine Welt geboren, die ihren Sinn nur durch die Wahrnehmung selbst hat. Allem ist nach wie vor die materielle Lebensproduktion vorausgesetzt, doch diese wird sinnloc erlebt, weil sie durch Geldbesitz selbstverständlich ist. Es ist die Welt wahrnehmbatrer Lebensgestaltung, also einer Lebensgestalt, welche die Wahrnehmung hervorbringt, die Gestaltung von Lebensräumen und Körpern, die allgemeine Gestalt des Lebens, weclhes keinen anderen Sinn hat, als Wahrnehmungen zu erzeugen und zu erwecken, Eindruck zu machen und dies auszudrücken, sich als das zu erleben, was als Erlebnis beabsichtigt ist. Es ist ein Leben wie ein Tourismus in der eigenen Welt, ein Nehmen und Geben von Wahrheiten, die nicht wirklich wahr sein können, aber für die Wahrnehmung selbst wahr sind, weil sie ihr Selbsterleben ist: Dieses reflektiert Glück und Leid von zwischenmenschlichen Beziehungen, ihre Nähe und Ferne, ihre Annäherung und Dichte und ihren Selbstverlust. Das Selbsterleben ist eine bunte Welt voller Widersinnigkeiten. Und um die geht es hier, sie macht die Welt einer wirklich und vollständig zur Selbständigkeit entwickelten bürgerlichen Kultur aus, einer Welt im Geldbesitz. >> |  | |  | 4. Der Körperfetischismus (zur ausführlicheren Fassung >>) |  |  |  | Der Körperfetischismus stellt den Körper als allgemeinen Status des Selbstgefühls heraus, als Fetisch, worin die Erlebnisse begeistert erscheinen. Er ist das Potenzial eines Lebens, dessen Inbegriff Vollkommenheit, also Gesundheit ist und in zeitloser Körperlichkeit scheint es zugleich gegenständlich als unendliches Leben, als Zukunft und Vergangenheit aller Regungen, als ewige Kraft, die hierin erregend ist und auch mit Erregung empfunden wird. Ein Körper ist als solcher schon erregend, wenn er als Naturform eines Lebens wahrgenommen wird. Als unendliche Naturform kann es zwar keine wirkliche Lebendigkeit haben, aber es lässt sich hiermit in jeder Wirklichkeit natürlich leben. Der Körper erregt das Selbstgefühl des Lebens in einer leblosen Gesellschaft. Hieraus ergibt sich die Hingabe und Unterwerfung jeglicher Sinnlichkeit unter das körperliche Dasein als Wahrnehmungsidentität in dem, was die Menschen von Natur aus zu haben scheinen: Körper, Geschlecht, Sinn überhaupt. >> |  | Körperfetischismus ( ) http://kulturkritik.net/begriffe/er.html#erlebnis |  | Weiter mit Teil I.2. Die Seele |  |  |
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