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	<title>kulturkritik - Benutzerbeiträge [de]</title>
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	<subtitle>Benutzerbeiträge</subtitle>
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		<id>https://kulturkritik.net/mediawiki/index.php?title=Fetisch&amp;diff=11583</id>
		<title>Fetisch</title>
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		<updated>2026-05-27T00:09:08Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Wolfram: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;Schaff mir etwas vom Engelsschatz! Führ mich an ihren Ruheplatz! Schaff mir ein Halstuch von ihrer Brust, Ein Strumpfband meiner Liebeslust! (Johann Wolfgang Goethe, Faust I)&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Fetisch ist ein Zusammenhang, der den [[Grund]] seiner [[Erscheinung]] auflöst, ihn im [[Schein]] eines ihm [[eigentümlichen]] [[Daseins]] seiner[ [Eigenschaften]] [[verselbständigt]] und durch seine zum in sich reflektierten [[Scheins]] seiner darin [[verkehrten]] [[Eigenschaften]] untätig sein lässt. Er vollzieht eine Sucht nach dem darin Verborgenen, das ihn negiert und ihn schon durch seine Negation postiv aufhebt. Er betreibt sies durch das [[Gebilde]] (siehe [[Bild]]) einer durch die [[Abwesenheit]] seines [[abstrakt allgemeinen]] [[Wesens]] [[enttäuschte]] [[Vereinzelung]], die durch den Abbruch ihrer [[Sinnbildung]] aus ihrer [[Abstraktionskraft]] [[gebildete]] Verengung (siehe [[Angst]]), aus der Versagung der [[Gegenwärtigkeit]] ihrer [[Trennung]] erzwungene, aus ihrer [[Quantifizierung]] selbst [[gebildete]] [[Substanz]] ihrer [[Verallgemeinerung]] und als [[Form]] eines [[abstrakten]] [[Wesens]] an und für sich, als das [[Wesen]] ihrer [[Abstraktion]] ihre [[Entäußerung]] bewirkt. Darin setzt sich deren bloße [[Masse]] durch und so entsteht eine [[mächtige]] [[Allgemeinheit]] einer Abstraktion durch die [[Form]] von dem, was seinen [[unmittelbaren]] [[Sinn]] verloren, in seiner [[verallgemeinerten]] [[Negation]] nur noch durch seine [[Entwirklichung]] wirkt und dadurch herrscht, dass diese nicht [[wirklich]] [[wahr]] sein kann, dass sie durch [[Nichts]] nur sich selbst [[negiert]] und darauf gründet, dass sie in [[Wahrheit]] nichts ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In [[Wahrheit]] hat das seinen [[Grund]] in der [[ausschließlichen]] und also ausgeschlossenen [[Negation]] seiner [[abstrakt allgemeinen]] [[Substanz]] über die [[Abstraktionskraft]] seiner [[verallgemeinerten]] [[Gewissheiten]]. Die können ihren [[Sinn]] nur gegen ihre [[Wirklichkeit]] [[kehren]], denn sie sind nur über die totale [[Einzelheit]] ihrer [[Ohnmacht]] allgemein geworden. Die herrscht daher als eine [[äußerliche]] [[Macht]] über sie. Weil [[Nichts]] nicht durch sich selbst [[Sein]] kann, sich also in [[Wahrheit]] nur im [[verhalten]] zu sich in seiner [[Vereinzelung]] durch sich auf sich als das zurück kommt, was es nur außer sich ist (siehe [[Selbstwert]]). So wird sie nur durch ihre [[Nichtung]] auf sich zurück kommen und sich durch ein bloßes [[Anderssein]] ermächtigen. Es macht sich durch sein [[abwesendes]] [[Wesen]] zu einem [[Wesen]] einer [[entäußerlichten]] [[Macht]], das sich nur in einem [[ausgeschlossenen]] [[Allgemeinwesen]] seiner Gegenwart im Jenseits seiner [[sinnlichen Gewissheit]] erkennen kann. Deren [[Allgemeinheit]] [[vergemeinschaftet]] sich so zum [[Wesen]] einer Fiktion (siehe [[Fetischismus]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sogar Goethes Mephisto [[kritisierte]] die [[formale]] [[Logik]] als Produzent entgeisterter [[Erklärungsversuche]], welche die Literaturkonsumenten – die Schüler einer philosophischen Sophistik – erleichtert aufgreifen, weil sie dadurch einer mühsamen [[Analyse]] des [[entgegenwärtigten]], des [[abwsenden]] [[Wesens]], dem [[Geist]] eines abstrakten [[sinnlichen]] Zusammenhangs, dem Gewebe der [[Gründe]] und [[Folgen]] im [[Ganzen]] ihrer [[Wahrheit]] (siehe auch [[Wahrnehmungsidentität]]) entkommen können (siehe hierzu auch [[Nominalismus]]). Sie &#039;&#039;spotten ihrer selbst&#039;&#039;, weil sich darin die [[Gleichgültigkeit]] ihres vorgegebenen [[Erkenntnisinteresses]] als hohle Phrase einer [[entwirklichten]] [[Beziehung]], als [[Wahrheit]] ihrer vermeintlichen [[Wissenschaftlichkeit]] (siehe [[Wissen]]) entblößt, die lediglich [[Ursache]] und [[Wirkung]], nicht [[Grund]] und [[Folge]] ihrer [[Theorien]] ins [[Verhältnis]] setzt. Doch der Gaganstand diner Theorie kann nur das sein, was sich der [[Ursache]] und [[Wirkung]], nicht [[Grund]]Wirklichkeit entzieht, was nicht [[Ursache]] und [[Wirkung]], nicht [[Grund]]wirklich [[Ursache]] und [[Wirkung]], im Großen und [[Ursache]] und [[Wirkung]], nicht [[Grund]]Ganzen nicht [[Grund]]wahr sein kann. Es ist, was substanziell übrig bleibt, wenn ihre Natur auf ihre bloßr Foermalität reduziert ist, wenn das abstrakt Allgemeine ihre Wirkung beherrscht, ihre Form bestimmt (siehe auch Norm). Das geschieht in Verhältnissen, die von sinem Unwesen beherrscht werden, von einer [[Ursache]] und [[Wirkung]], nicht [[Grund]]allgemeinen [[Ursache]] und [[Wirkung]], nicht [[Bestimmung]], die sich [[abstrakt allgemein]] durchsetzt, weil darin ihre [[Natur]] schwindet, [[ohnmächtig]] wird und sich als [[Ursache]] und [[Wirkung]], nicht [[Macht]] ihrer [[Ursache]] und [[Wirkung]] sein kann, sondern sich als einen [[Grund]] aus einer Jenseitigen [[Negation]] durchsetzt (siehe z.B. [[Religion]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Begrifff ist die Einheit einer [[Ursache]] und [[Wirkung]], nicht einfach [[Grund]]allgemeinen Abstraktion in den [[Ursache]] und [[Wirkung]], nicht [[Grund]]einzelnen Momenten [[Ursache]] und [[Wirkung]], nicht [[widersinniger]] [[Ursache]] und [[Wirkung]], nicht [[Grund]]Beziehungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dies alles entwickeln die Verhältnisse, wo es um ihre wrklichen Beziehungen, um den deren wahren Zusammenhang ihrer [[Wahrnehmung]], um deren Sinn und Zweck geht. Das ist nicht bloßes Auffassen, nicht einfache Kognition als Aufnahme von dem, was sie vorfindet. Es ist die [[Empfindung]] wodurch dieses wesentlich für sie ist. Von daher ist sie die [[Elementarform]] der [[Erkenntnis]], die [[Form]], in der für die Menschen [[wahr]] ist oder wird was sie fü einander sind und was sie von einander halten. Es erfährt darin also alles sein menschliches [[Wesen]] als das, was ihr [[gesellschaftliches]] [[Sein]], was ihr [[Leben]] im [[Dasein]] ihrer [[Verhältnisse]] [[gegenständlich]] ausmacht, was sie darin für [[wahr]] halten, was ansonsten nur [[Täuschung]] wäre. Jede [[Wahrnehmung]] besteht [[objektiv]] aus [[Empfindungen]] von dem, was sie [[wahr hat]] und [[subjektiv]] aus dem, was sie [[wahr nimmt]]. Beides vereint sie in [[Stimmungen]], in denen sie sich in den Launen ihrer[[Gefühle]] bewegt und identifiziert (siehe [[Wahrnehmungsidentität]]). Weil sich [[Gefühle]] aus vielen [[einzelnen]] [[Empfindungen]] bilden, weil sie also [[allgemeiner]] bestimmt sind als diese, können sie nicht mit ihnen identisch sein, kann die [[Wahrnehmung]] nicht [[unmittelbar]] mit sich [[identische]] [[Wahrnehmung]], also nicht [[unmittelbar]] [[wahr]] sein (siehe hierzu [[Teilung der Wahrnehmung]]). Der Fetisch ist ein [[Bild]] oder [[Muster]], die Symbolik einer [[ausgeschlossenen]] [[Beziehung]], die eine [[ausschließliche]] [[Bezogenheit]] darstellt, indem sie darüber mit ihrem [[Objekt]] verkehrt, sich also objektiv verkehrt mitteilt. Ihr [[Sinn]] wird dadurch zum [[Mittel]] ihrer [[Beziehung]], deren [[Form]] zu ihrem [[Zweck]]. Die [[Verkehrung]] im [[Sinn]] einer solchen [[Beziehung]] entsteht also durch die [[Vertauschung]] ihres [[Inhalts]] mit ihrer [[Form]] (siehe hierzu [[Tausch]]). Hierdurch wird ihr [[Grund]] mit ihrem [[Dasein]] verwechselt, ihr [[Zweck]] mit ihrem [[Mittel]]. Daraus entsteht eine [[Täuschung]] über die [[Vermittlung]] einer [[vorgetäuschten]] Zweckhaftigkeit der [[vermittelten]] [[Beziehungen]] (siehe hierzu auch [[Fetischismus]]). In einer [[Abstrakton]] finden sich die [[Gegensätze]] eines [[Widerspruchs]] in ihrer letzlichen [[Identität]], in ihrer [[Substanz]] [[vereint]]. Sie eröffnet darin den Zugang zum [[Material]] ihrer [[formellen]] Entgegensetzung als ein [[Äußeres]], ein drittes [[Wesen]] ihrer Gemeinschaft, das als bloße [[Form]] ihres [[Andersseins]] ihren [[Widerspruch]] zu einem [[Trieb]] ihrer [[Wirklichkeit]] [[aufhebt]] und vereint (siehe z.B, [[Wert]]), der sich als Wesen ihrer [[Tauschwerte]] in einer ihm eigentümlichen [[Form]] seiner [[Abstraktionskraft]] durchsetzt (siehe z.B. [[Wertform]]). Darin erfährt eine Vertauschung ihrer [[Form]] mit ihren [[allen gemeinen]] Inhalten eine [[Täuschung]] über ihr [[wirkliches]] [[Wesen]] eine eigenständige [[Bedeutung]] (siehe auch [[Verselbständigung]]) außer sich (siehe z.B. [[Fetisch]]), weil es in seiner [[Wirklichkeit]] nur [[abwesend]] sein kann. Wo die Zusammenhänge des [[Lebens]] in [[isolierte]] [[Ereignisse]] aufgesplittert und für den Menschen [[fremd]] und [[ungewiss]] [[erscheinen]], wo sie mit ungeahnten [[Kräften]] [[wirken]] und dies keinen [[Verstand]] findet, sie unverstanden bleiben, da verbleiben sie geheimnisvoll als [[Unwesen]] einer [[Mystifikation]], als Geheimnisse ihrer Wirkungsweise, die ihre [[Selbstwahrnehmung]] bestimmt. So werden sie zu Mythen ihrer [[Natur]], zu [[Dämonen]], zu Geistern oder auch [[Gespenster]], zu [[Übermenschen]], [[Götter]] und Heilsbringer ([[Heilige]]). Umgekehrt wird auch aus einem [[Verstand]], der [[Angst]] macht weil er als [[Macht]] einer übernatürlichen [[Existenz]] [[begriffen]] gelten soll (siehe hierzu [[Religion]]), weil sich die Menschen, die sich ihrer selbst [[ungewiss]] und also [[fremd]] verblieben sind (siehe [[Selbstentfremdung]]), zum Maßstab einer [[abstrakt]] menschlichen Verpflichtung (siehe [[Lebenspflicht]]), der sich die Menschen unterwerfen sollen, weil sich die geheimnisvoll verbliebenen Zusammenhänge ihres [[Lebens]] zu einem [[übersinnlichen]] [[Bild]], zu einer [[Vorstellung]] ihrer [[verallgemeinerten]] [[Einzelheit]] des Überlebens, das sich [[entwirklichte]] Menschen zu einem [[Fetisch]] ihrer verschlossenen, weil [[ausschließlichen]] [[Wirklichkeit]] machen, dem sie eine [[allgemeine]] [[Geltung]] (siehe auch [[Geld]] zuweisen. Ein Fetisch (lat. facere: machen, tun; portug. feitiço: Zauberwerk, Zaubermittel, franz. fétiche &#039;&#039;Zauber&#039;&#039;) steht für eine [[Beziehung,]] die sich nicht verwirklichen kann, nicht wirklich das ist, was sie zu sein scheint, nicht so [[da ist]], wie sie in ihrer [[Abwesenheit]] bestimmt [[erscheint]] und wirkt. Der Fetisch bezieht sich im Allgemeinen auf [[Gefühle]], in denen eine [[Verkehrung]] vorfindlicher [[Beziehungen]] und [[Beziehungen]] vergegenständlicht erscheint. Er tritt als [[Sache]] oder [[Gegenstand]] auf, der [[inhaltlich]] ganz unbezogen und doch als [[Form]] hierfür eine [[mystische]] [[Wirkung]] einer [[Beziehung]] auf diesen dadurch hat, dass er dessen [[abwesendes]] [[Wesen]] als wesentliche [[Wirklichkeit]] erscheinen lässt, die schon durch sich bestimmt das sein soll, was in [[Wahrheit]] nicht das sein kann, was es ist. Der Fetisch stellt aber [[Beziehungen]] dar, wie sie nicht wirklich gegenwärtig sein können, aber dennoch dadurch [[Wirkungen]] zeitigen, deren Grund nicht wahrnehmbar ist, weil sie in ihrer [[Wirklichkeit]] einen [[Doppelcharakter]] haben. Der Fetisch hat daher ein [[abwesendes]] [[Wesen]], das dennoch durch [[anwesende]] [[Gegenstände]] so da ist, wie es durch sie vermittelt wird. Ein [[abwesendes]] [[Wesen]] bleibt dennoch ein [[Unwesen]], ein [[Wesen]] der [[Abstraktion]], das Wirkungen hat, die ihren [[Grund]] nurmehr außer sich haben können und hierdurch wie durch einen Zauber, wie die [[Dämonie]] einer Welt wirken, die im [[Dasein]] der Menschen zu einem [[Fetisch]] wird, weil sie das [[Verhältnis]] einer ihnen entzogenen, einer [[entfremdeten]] [[Vermittlung]] verkörpert, als [[Körper]] einer [[Entfremdung]] wirkt, die ihre Gegenwärtigkeit nur als Geheimnis, als Mythos ihres [[Daseins]] (siehe [[Mystifikation]]) darstellen kann. Der [[Fetisch]] steht deshalb für einen magisch-kultischen [[Gegenstand]] (siehe auch [[Warenfetischismus]], [[Kapitalfetisch]]), dessen wesentliches Sein aus dem [[Dasein]] seiner [[abstrakten]] [[Vermittlung]] vorgestellt wird, in der ihre [[Inhalte]] nur in einer [[verkehrten]] [[Form]] [[wahrnehmbar]] und der Augenscheinlichkeit eines unkritischen, eines durch sich selbst bestimten [[Bewusstseins]] fremd sind (siehe hierzu auch [[Kritische Theorie]]). Von daher vermittelt der Augenschein der [[Wahrnehmung]] auch selbst schon [[Entfremdung]], erzeugt eine [[Selbstentfremdung]] dadurch, dass sie ihr die [[Wahrheit]] nimmt, die sie in den [[Empfindungen]] ihrer [[Sinne]], ihrer [[Natur]] hat. Wo [[Bewusstsein]] durch sich bestimmt sein will, erliegt es den momenthaften inhalten seines Daseins, und verallgemeinert sich auch selbst in ihrer Erscheinung, verlangt nach diesen wie diese nach ihm (siehe [[Fetischismus]]). Nach Marx ist Bewusstsein schlicht wissendes Sein. Daraus folgt, dass es auch nur [[Wissen]] über die [[Widersprüche]] seiner [[Lebensverhältnisse]] sein kann, und dass mit diesen [[Widersprüchen]] deren Überwindung steht und fällt. Denn [[Wissen]] ist die [[subjektive]] [[Bedingung]] zur Veränderung [[objektiver]] [[Verhältnisse]]. Ein Fetisch setzt Lebensäußerungen voraus, die im [[Allgemeinen]] nicht wirklich da sein kann, weil sie in einer [[abstrakten Algemeinheit]] verblieben ist, eine ihm [[fremde]] [[veräußerlichte]] [[Form]] angenommen hat, die als [[Formbestimmung]] sich vermittelt. Wo die Gründe ihrer [[Wirkung]] nicht mehr unmittelbar zu begreifen ist, werden sie durch ihn [[dämonisiert]]. Deshalb erscheint der Fetisch zunächst wie eine Art Zaubermittel für ein [[Heil]], an dessen metaphysische Wirksamkeit Menschen, die daran [[glauben]], die Wunder (z.B. Wunderheilung) [[erleben]], die sie durch den Fetisch konstruieren oder durch ihn sich erklären, was ihnen unerklärlich, mystisch erscheint. Solcher [[Glaube]] füllt sich mit Erwartungen, die aus einer [[negierten]] [[Wirklichkeit]] stammen, sich [[abstrakt]] positiv in einer Gestalt, einer [[Reliquie]] vereinen und sich daher nicht mehr unterscheiden lassen. Von daher können sie auch unendlich oft bestätigt werden (siehe auch [[Aberglaube]]) in dem Maß, wie das [[Bedürfnis]] nach einem solchen Fetisch durch unerkannte Machtverhältnisse bestärkt wird (siehe auch [[Religion]]). Auf diese Weise versöhnt der Fetisch [[subjektive]] [[Not]] mit [[objektiv]] [[notwendiger]] [[Bestimmtheit]] und stellt eine [[fremde Kraft]] dar, die der [[Entfremdung]] der Menschen subjektiv wie objektiv entspricht, soweit der [[Widersinn]] einer [[gesellschaftlichen]] [[Wirklichkeit]], das Unerklärliche menschlichser Lebensverhältnisse unaufgeklärt bleibt (siehe z.B. [[Warenfetischismus]]). Er bewahrt den Mythos einer Sache oder eines [[Ereignisses]] durch den [[Glauben]] an die ihm innewohnende Kraft (siehe auch [[Mystifikation]]), die somit selbst als &#039;&#039;höhere Gewalt&#039;&#039; einer [[fremden Macht]] realisiert wird (siehe auch [[Entfremdung]]). Wo eine [[Beziehung]] nicht [[wirklich]] [[wahr]] sein kann, weil sie nur unwirklich ist oder sich [[entwirklicht]] hat, entsteht eine Sucht nach ihrer bloßen [[Anwesenheit]], auch wenn deren [[wirklicher]] Gehalt nur [[abstrakt]] als [[Vorstellung]] [[da sein]] kann. Ein Fetisch ist die [[Mystifikation]] eines [[Verhältnisses]], das durch ihn vergegenwärtigt werden soll, weil es selbst nicht wirklich [[da sein]] kann, weil es in seinem [[Widersinn]] unerkannt geblieben ist. Ganz allgemein ist seine [[Mystifikation]] die [[Täuschung]] durch seinen [[Doppelcharakter]], der als widersinnige Einheit (siehe [[Widerspruch]]) fungiert. Darin erscheint das Verhältnis seiner Lebensbedingungen verkehrt, soweit es als Bedingung der [[Wahrnehmung]] (siehe [[Wahrheit]]) geduldet und somit dessen [[Erkenntnis]] abgewendet wird. Ein [[Doppelcharakter]] ist zwar als die bloße [[Erscheinung]] einer gleichförmigen [[Bestimmtheit]] auch wirklich da, in seinem [[Dasein]] aber eine Mystifikation, weil er in der Dopplung seiner Funktion von seinem Gehalt [[abstrahiert]] und seine Herkunft verheimlicht und daher [[unheimliche]] Wirkungen hat, eine [[Mythologisierung]] darstellt. Darin verbirgt sich eine Eigenschaft in einer ihr fremden Eigenheit, die im Grunde zweierlei in einem [[wahrhat]], einen Doppelcharakter reflektiert. Darin [[erscheint]] ein [[Wesen]] [[widersinnig]] und hierdurch wesentlich [[abwesend]], auch wenn es der [[Form]] nach [[körperlich]] da ist. Das Wort &#039;&#039;Fetisch&#039;&#039; wurde in der Beschreibung von Ritualen übernommen, die aus Beobachtungen von Naturreligionen der &#039;&#039;Naturvölker&#039;&#039; puplik wurden. Portugiesische Seefahrer hatten dereinst von ihren Reisen geschnitzte Tier- und Menschenfiguren mitgebracht, die die Eingeborenen aus Westafrika als Kultgegenstände verehrt haben. Ihnen wurde eine magische Wirkung nachgesagt. Aus dem portugiesischen Wort für diesen &#039;&#039;Zauber&#039;&#039; (feitiçio) entstand dann später der Begriff &#039;&#039;Fetisch&#039;&#039;. Im Portugiesischen steht er seitdem für &#039;&#039;Machwerk&#039;&#039;, &#039;&#039;[[Sachzwang]]&#039;&#039;. Der Fetisch bedeutet im hießigen Wortgebrauch das Sinnbild der [[Fixierung]] an eine höhere [[Gewalt]], mystisches Verlangen, kultische Unterwerfung unerreichter Lust, welcher über symbolische [[Gegenstände]] gehuldigt wird. Es handelt sich hierbei also um die [[Verehrung]] und Huldigung einer vermeintlichen [[Macht]], einer Metaphysik der Macht, welcher sich Menschen unterworfen fühlen, weil sie durch sie zugleich ihr [[Leben]] [[gegeben]] glauben oder [[fühlen]]. Fetischismus ist der [[Kult]] einer Verehrung oder Vergötterung von Geistern und Dingen, denen ein [[übermenschlicher]] Sinn zugesprochen ist, die also einen [[Sinn]] erfüllen, den die Menschen für sich selbst nicht haben, den sie aber allgemein im Fetisch als Bildnis einer für sich seienden Heraussetzung, einer Erhabenheit erleben, weil er ihnen in diesem Sinn [[erscheint]]. In solchem Bildnis erscheint das Erhabene selbst [[wirklich]] und hat durch diesen [[Schein]] eine wirkliche [[Gegenwart]] ohne [[wesentlich]] [[wirklich]] zu sein. Sie ist die [[Vergegenwärtigung]] einer Ungewissheit, das nur im [[Schein]] wie ein [[Wissen]] für sich sein kann (siehe auch [[Bewusstsein]]). Es erfährt somit einen [[Sinn]], der seinen [[Nutzen]] an einer Sache findet, die einen menschlichen Sinn reflektiert, der in der Sache seine rein geistige Form hat, also nicht sachlich ist. Durch sie und über sie schließt er sich ausschließlich mit sich selbst zusammen und erlebt sich in dem Fetisch, für den die Sache steht, lebt damit eine [[Abstraktion]], die nur für ihn Sinn hat (siehe [[abstrakt menschlicher Sinn]]). Die Vermittlung der sinnlichen Beziehungen in der Welt wird im Fetisch zu einem [[scheinhaften]] [[Sinn]], der seinen Ausschluss nicht mehr [[wahrhat]], weil er die [[Täuschung]] für sich [[wahrmachen]] muss um das zu sein, was ausgeschlossen ist (siehe auch [[Isolation]]). Fetischismus ist somit nicht nur eine Form des Bewusstseins, sondern ein Zustand entfremdeter Selbstreflexion, die über äußere Gegenstände aufgehoben erscheint (siehe auch [[Warenfetischismus]]) oder Menschen zu solchen Gegenständen macht (siehe [[Körperfetischismus]]). Er ist sowohl eine Fixierung des Bewusstseins an die [[Gegebenheiten]] des [[Seins]], also auch eine [[beseelte]] [[Wahrnehmung]], welche an einem Gegenstand [[wahrmachen]] muss, was sie für ihre [[Seele]] nicht [[wahrhaben]] kann. Marx verwendet den Begriff Fetischismus bezogen auf eine Gesellschaft, in der das Verhältnis der [[Waren]] (siehe [[Tausch]]) durch ihre Geldform wie ein Naturwesen erscheint, das für die Menschen eine [[abwesende]] Macht als ihre ihnen entfremdete [[Naturmacht]] in einem eigentümlichen Wesen gegenübertritt und worin das gesellschaftliche Verhältnis der Menschen wie ein Verhältnis ihrer Sachen erscheint. Er nennt diese [[Erscheinung]] dann auch [[Warenfetischismus]]. Diese in seinen ökonomischen Schriften (Grundrisse und Kapital) referierte Reminiszenz an die Philosophiekritik hat keinen logischen Stellenwert in der [[Kritik der politischen Ökonomie]], wohl aber in der [[Ideologiekritik]]. [[Ideologie]], die ja auf [[Vorstellungen]] von gesellschaftlicher Wirklichkeit gründet, trägt wesentlich zu ihrer [[Mystifikation]] bei und bietet somit auch die Begrifflichkeiten für sublime Fetischismen. Der Begriff der &#039;&#039;Fetischisierung&#039;&#039; wurde von [[Adorno]] und in seinem Gefolge durch Postone allerdings darüber hinaus auch zu einer der Ökonomie unmittelbar entnommenen psychologischen Begrifflichkeit gewendet: [[Verdinglichung]] des [[Bewusstseins]]. Darin ist nicht nur die Adäquanz des unmittelbar praktischen und daher unentwickelten Bewusstseins mit dem Phänomen der [[Mystifikation]] des gesellschaftlichen Verhältnisses, dem Warenfetisch gemeint, sondern es wird von Adorno auch die Unterwerfung der Menschen, ihrer [[Empfindungen]] und [[Bedürfnisse]], mit den Erfordernissen des Arbeitsprozesses überhaupt gleichgesetzt (siehe hierzu auch Friedmann Grenz: &#039;&#039;Adornos Philosophie in Grundbegriffen&#039;&#039;, Suhrkamp-Verlag 1975, S.43ff). Dadurch wird der Fetischismus zu einem ontologischen Begriff, der nicht mehr die Unentwickeltheit eines bestimmten Bewusstseins im Schein des Warentauschs beschreibt, sondern die Beugung menschlicher [[Wahrheit]] durch [[Arbeit]] überhaupt. &#039;&#039;Verdinglicht&#039;&#039; ist, was sich der Notwendigkeit von sachlichen Beziehungen beugt und daher dem Hässlichen zugewandt ist. Seine [[Wahrheit]] ist die des Schönen (siehe [[Ästhetik]]) und so wird Adornos Fetischismusverständnis zum Inbegriff bürgerlicher Gekränktheit an dieser Welt, in der sich nicht richtig leben lässt (&#039;&#039;Es gibt kein richtiges Leben im falschen&#039;&#039;). Der Fetischismus wird so zur Fixierung an das beschädigte Leben, das Adorno immer in diesem Gegensatz und also als negiertes (also nicht widersprüchlich verwirklichtes) [[Leben]] beschreibt (siehe [[negative Dialektik]]). In diesem Sinne wird der Fetischismusbegriff auch von seinen Schülern (z.B. [[Postone]]) zu einer nicht nur durch die Geldform der Waren bedingte [[Mystifikation]] des [[Verstandes]], die durch schlussforlgerndes Denken und durch Wissen überwunden ist, sondern zu einer umfänglichen psychologischen Unterwerfung unter den &#039;&#039;Verblendungszusammenhang&#039;&#039; bürgerlicher Wertschätzungen überhaupt. Dies macht ideologiekritische Begrifflichkeit zu einer psychologischen, die sich in ihrer Verwendung als beglifflich gefasster Vorwurf auswirkt (nämlich an die bürgerlichen Verhältnisse fixiert zu sein).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Fetisch ist ein [[Bild]] oder [[Muster]], die Symbolik einer [[ausgeschlossenen]] [[Beziehung]], die eine [[ausschließliche]] [[Bezogenheit]] darstellt, indem sie darüber mit ihrem [[Objekt]] verkehrt, sich also objektiv verkehrt mitteilt. Ihr [[Sinn]] wird dadurch zum [[Mittel]] ihrer [[Beziehung]], deren [[Form]] zu ihrem [[Zweck]]. Die [[Verkehrung]] im [[Sinn]] einer solchen [[Beziehung]] entsteht also durch die [[Vertauschung]] ihres [[Inhalts]] mit ihrer [[Form]] (siehe hierzu [[Tausch]]). Hierdurch wird ihr [[Grund]] mit ihrem [[Dasein]] verwechselt, ihr [[Zweck]] mit ihrem [[Mittel]]. Daraus entsteht eine [[Täuschung]] über die [[Vermittlung]] einer [[vorgetäuschten]] Zweckhaftigkeit der [[vermittelten]] [[Beziehungen]] (siehe hierzu auch [[Fetischismus]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In einer [[Abstrakton]] finden sich die [[Gegensätze]] eines [[Widerspruchs]] in ihrer letzlichen [[Identität]], in ihrer [[Substanz]] [[vereint]]. Sie eröffnet darin den Zugang zum [[Material]] ihrer [[formellen]] Entgegensetzung als ein [[Äußeres]], ein drittes [[Wesen]] ihrer Gemeinschaft, das als bloße [[Form]] ihres [[Andersseins]] ihren [[Widerspruch]] zu einem [[Trieb]] ihrer [[Wirklichkeit]] [[aufhebt]] und vereint (siehe z.B, [[Wert]]), der sich als Wesen ihrer [[Tauschwerte]] in einer ihm eigentümlichen [[Form]] seiner [[Abstraktionskraft]] durchsetzt (siehe z.B. [[Wertform]]). Darin erfährt eine Vertauschung ihrer [[Form]] mit ihren [[allen gemeinen]] Inhalten eine [[Täuschung]] über ihr [[wirkliches]] [[Wesen]] eine eigenständige [[Bedeutung]] (siehe auch [[Verselbständigung]]) außer sich (siehe z.B. [[Fetisch]]), weil es in seiner [[Wirklichkeit]] nur [[abwesend]] sein kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wo die Zusammenhänge des [[Lebens]] in [[isolierte]] [[Ereignisse]] aufgesplittert und für den Menschen [[fremd]] und [[ungewiss]] [[erscheinen]], wo sie mit ungeahnten [[Kräften]] [[wirken]] und dies keinen [[Verstand]] findet, sie unverstanden bleiben, da verbleiben sie geheimnisvoll als [[Unwesen]] einer [[Mystifikation]], als Geheimnisse ihrer Wirkungsweise, die ihre [[Selbstwahrnehmung]] bestimmt. So werden sie zu Mythen ihrer [[Natur]], zu [[Dämonen]], zu Geistern oder auch [[Gespenster]], zu [[Übermenschen]], [[Götter]] und Heilsbringer ([[Heilige]]). Umgekehrt wird auch aus einem [[Verstand]], der [[Angst]] macht weil er als [[Macht]] einer übernatürlichen [[Existenz]] [[begriffen]] gelten soll (siehe hierzu [[Religion]]), weil sich die Menschen, die sich ihrer selbst [[ungewiss]] und also [[fremd]] verblieben sind (siehe [[Selbstentfremdung]]), zum Maßstab einer [[abstrakt]] menschlichen Verpflichtung (siehe [[Lebenspflicht]]), der sich die Menschen unterwerfen sollen, weil sich die geheimnisvoll verbliebenen Zusammenhänge ihres [[Lebens]] zu einem [[übersinnlichen]] [[Bild]], zu einer [[Vorstellung]] ihrer [[verallgemeinerten]] [[Einzelheit]] des Überlebens, das sich [[entwirklichte]] Menschen zu einem [[Fetisch]] ihrer verschlossenen, weil [[ausschließlichen]] [[Wirklichkeit]] machen, dem sie eine [[allgemeine]] [[Geltung]] (siehe auch [[Geld]] zuweisen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Fetisch (lat. facere: machen, tun; portug. feitiço: Zauberwerk, Zaubermittel, franz. fétiche &#039;&#039;Zauber&#039;&#039;) steht für eine [[Beziehung,]] die sich nicht verwirklichen kann, nicht wirklich das ist, was sie zu sein scheint, nicht so [[da ist]], wie sie in ihrer [[Abwesenheit]] bestimmt [[erscheint]] und wirkt. Der Fetisch bezieht sich im Allgemeinen auf [[Gefühle]], in denen eine [[Verkehrung]] vorfindlicher [[Beziehungen]] und [[Beziehungen]] vergegenständlicht erscheint. Er tritt als [[Sache]] oder [[Gegenstand]] auf, der [[inhaltlich]] ganz unbezogen und doch als [[Form]] hierfür eine [[mystische]] [[Wirkung]] einer [[Beziehung]] auf diesen dadurch hat, dass er dessen [[abwesendes]] [[Wesen]] als wesentliche [[Wirklichkeit]] erscheinen lässt, die schon durch sich bestimmt das sein soll, was in [[Wahrheit]] nicht das sein kann, was es ist. Der Fetisch stellt aber [[Beziehungen]] dar, wie sie nicht wirklich gegenwärtig sein können, aber dennoch dadurch [[Wirkungen]] zeitigen, deren Grund nicht wahrnehmbar ist, weil sie in ihrer [[Wirklichkeit]] einen [[Doppelcharakter]] haben. Der Fetisch hat daher ein [[abwesendes]] [[Wesen]], das dennoch durch [[anwesende]] [[Gegenstände]] so da ist, wie es durch sie vermittelt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein [[abwesendes]] [[Wesen]] bleibt dennoch ein [[Unwesen]], ein [[Wesen]] der [[Abstraktion]], das Wirkungen hat, die ihren [[Grund]] nurmehr außer sich haben können und hierdurch wie durch einen Zauber, wie die [[Dämonie]] einer Welt wirken, die im [[Dasein]] der Menschen zu einem [[Fetisch]] wird, weil sie das [[Verhältnis]] einer ihnen entzogenen, einer [[entfremdeten]] [[Vermittlung]] verkörpert, als [[Körper]] einer [[Entfremdung]] wirkt, die ihre Gegenwärtigkeit nur als Geheimnis, als Mythos ihres [[Daseins]] (siehe [[Mystifikation]]) darstellen kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der [[Fetisch]] steht deshalb für einen magisch-kultischen [[Gegenstand]] (siehe auch [[Warenfetischismus]], [[Kapitalfetisch]]), dessen wesentliches Sein aus dem [[Dasein]] seiner [[abstrakten]] [[Vermittlung]] vorgestellt wird, in der ihre [[Inhalte]] nur in einer [[verkehrten]] [[Form]] [[wahrnehmbar]] und der Augenscheinlichkeit eines unkritischen, eines durch sich selbst bestimten [[Bewusstseins]] fremd sind (siehe hierzu auch [[Kritische Theorie]]). Von daher vermittelt der Augenschein der [[Wahrnehmung]] auch selbst schon [[Entfremdung]], erzeugt eine [[Selbstentfremdung]] dadurch, dass sie ihr die [[Wahrheit]] nimmt, die sie in den [[Empfindungen]] ihrer [[Sinne]], ihrer [[Natur]] hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wo [[Bewusstsein]] durch sich bestimmt sein will, erliegt es den momenthaften inhalten seines Daseins, und verallgemeinert sich auch selbst in ihrer Erscheinung, verlangt nach diesen wie diese nach ihm (siehe [[Fetischismus]]). Nach Marx ist Bewusstsein schlicht wissendes Sein. Daraus folgt, dass es auch nur [[Wissen]] über die [[Widersprüche]] seiner [[Lebensverhältnisse]] sein kann, und dass mit diesen [[Widersprüchen]] deren Überwindung steht und fällt. Denn [[Wissen]] ist die [[subjektive]] [[Bedingung]] zur Veränderung [[objektiver]] [[Verhältnisse]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Fetisch setzt Lebensäußerungen voraus, die im [[Allgemeinen]] nicht wirklich da sein kann, weil sie in einer [[abstrakten Algemeinheit]] verblieben ist, eine ihm [[fremde]] [[veräußerlichte]] [[Form]] angenommen hat, die als [[Formbestimmung]] sich vermittelt. Wo die Gründe ihrer [[Wirkung]] nicht mehr unmittelbar zu begreifen ist, werden sie durch ihn [[dämonisiert]]. Deshalb erscheint der Fetisch zunächst wie eine Art Zaubermittel für ein [[Heil]], an dessen metaphysische Wirksamkeit Menschen, die daran [[glauben]], die Wunder (z.B. Wunderheilung) [[erleben]], die sie durch den Fetisch konstruieren oder durch ihn sich erklären, was ihnen unerklärlich, mystisch erscheint. Solcher [[Glaube]] füllt sich mit Erwartungen, die aus einer [[negierten]] [[Wirklichkeit]] stammen, sich [[abstrakt]] positiv in einer Gestalt, einer [[Reliquie]] vereinen und sich daher nicht mehr unterscheiden lassen. Von daher können sie auch unendlich oft bestätigt werden (siehe auch [[Aberglaube]]) in dem Maß, wie das [[Bedürfnis]] nach einem solchen Fetisch durch unerkannte Machtverhältnisse bestärkt wird (siehe auch [[Religion]]). Auf diese Weise versöhnt der Fetisch [[subjektive]] [[Not]] mit [[objektiv]] [[notwendiger]] [[Bestimmtheit]] und stellt eine [[fremde Kraft]] dar, die der [[Entfremdung]] der Menschen subjektiv wie objektiv entspricht, soweit der [[Widersinn]] einer [[gesellschaftlichen]] [[Wirklichkeit]], das Unerklärliche menschlichser Lebensverhältnisse unaufgeklärt bleibt (siehe z.B. [[Warenfetischismus]]). Er bewahrt den Mythos einer Sache oder eines [[Ereignisses]] durch den [[Glauben]] an die ihm innewohnende Kraft (siehe auch [[Mystifikation]]), die somit selbst als &#039;&#039;höhere Gewalt&#039;&#039; einer [[fremden Macht]] realisiert wird (siehe auch [[Entfremdung]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wo eine [[Beziehung]] nicht [[wirklich]] [[wahr]] sein kann, weil sie nur unwirklich ist oder sich [[entwirklicht]] hat, entsteht eine Sucht nach ihrer bloßen [[Anwesenheit]], auch wenn deren [[wirklicher]] Gehalt nur [[abstrakt]] als [[Vorstellung]] [[da sein]] kann. Ein Fetisch ist die [[Mystifikation]] eines [[Verhältnisses]], das durch ihn vergegenwärtigt werden soll, weil es selbst nicht wirklich [[da sein]] kann, weil es in seinem [[Widersinn]] unerkannt geblieben ist. Ganz allgemein ist seine [[Mystifikation]] die [[Täuschung]] durch seinen [[Doppelcharakter]], der als widersinnige Einheit (siehe [[Widerspruch]]) fungiert. Darin erscheint das Verhältnis seiner Lebensbedingungen verkehrt, soweit es als Bedingung der [[Wahrnehmung]] (siehe [[Wahrheit]]) geduldet und somit dessen [[Erkenntnis]] abgewendet wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein [[Doppelcharakter]] ist zwar als die bloße [[Erscheinung]] einer gleichförmigen [[Bestimmtheit]] auch wirklich da, in seinem [[Dasein]] aber eine Mystifikation, weil er in der Dopplung seiner Funktion von seinem Gehalt [[abstrahiert]] und seine Herkunft verheimlicht und daher [[unheimliche]] Wirkungen hat, eine [[Mythologisierung]] darstellt. Darin verbirgt sich eine Eigenschaft in einer ihr fremden Eigenheit, die im Grunde zweierlei in einem [[wahrhat]], einen Doppelcharakter reflektiert. Darin [[erscheint]] ein [[Wesen]] [[widersinnig]] und hierdurch wesentlich [[abwesend]], auch wenn es der [[Form]] nach [[körperlich]] da ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Wort &#039;&#039;Fetisch&#039;&#039; wurde in der Beschreibung von Ritualen übernommen, die aus Beobachtungen von Naturreligionen der &#039;&#039;Naturvölker&#039;&#039; puplik wurden. Portugiesische Seefahrer hatten dereinst von ihren Reisen geschnitzte Tier- und Menschenfiguren mitgebracht, die die Eingeborenen aus Westafrika als Kultgegenstände verehrt haben. Ihnen wurde eine magische Wirkung nachgesagt. Aus dem portugiesischen Wort für diesen &#039;&#039;Zauber&#039;&#039; (feitiçio) entstand dann später der Begriff &#039;&#039;Fetisch&#039;&#039;. Im Portugiesischen steht er seitdem für &#039;&#039;Machwerk&#039;&#039;, &#039;&#039;[[Sachzwang]]&#039;&#039;. Der Fetisch bedeutet im hießigen Wortgebrauch das Sinnbild der [[Fixierung]] an eine höhere [[Gewalt]], mystisches Verlangen, kultische Unterwerfung unerreichter Lust, welcher über symbolische [[Gegenstände]] gehuldigt wird. Es handelt sich hierbei also um die [[Verehrung]] und Huldigung einer vermeintlichen [[Macht]], einer Metaphysik der Macht, welcher sich Menschen unterworfen fühlen, weil sie durch sie zugleich ihr [[Leben]] [[gegeben]] glauben oder [[fühlen]]. Fetischismus ist der [[Kult]] einer Verehrung oder Vergötterung von Geistern und Dingen, denen ein [[übermenschlicher]] Sinn zugesprochen ist, die also einen [[Sinn]] erfüllen, den die Menschen für sich selbst nicht haben, den sie aber allgemein im Fetisch als Bildnis einer für sich seienden Heraussetzung, einer Erhabenheit erleben, weil er ihnen in diesem Sinn [[erscheint]]. In solchem Bildnis erscheint das Erhabene selbst [[wirklich]] und hat durch diesen [[Schein]] eine wirkliche [[Gegenwart]] ohne [[wesentlich]] [[wirklich]] zu sein. Sie ist die [[Vergegenwärtigung]] einer Ungewissheit, das nur im [[Schein]] wie ein [[Wissen]] für sich sein kann (siehe auch [[Bewusstsein]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es erfährt somit einen [[Sinn]], der seinen [[Nutzen]] an einer Sache findet, die einen menschlichen Sinn reflektiert, der in der Sache seine rein geistige Form hat, also nicht sachlich ist. Durch sie und über sie schließt er sich ausschließlich mit sich selbst zusammen und erlebt sich in dem Fetisch, für den die Sache steht, lebt damit eine [[Abstraktion]], die nur für ihn Sinn hat (siehe [[abstrakt menschlicher Sinn]]). Die Vermittlung der sinnlichen Beziehungen in der Welt wird im Fetisch zu einem [[scheinhaften]] [[Sinn]], der seinen Ausschluss nicht mehr [[wahrhat]], weil er die [[Täuschung]] für sich [[wahrmachen]] muss um das zu sein, was ausgeschlossen ist (siehe auch [[Isolation]]). Fetischismus ist somit nicht nur eine Form des Bewusstseins, sondern ein Zustand entfremdeter Selbstreflexion, die über äußere Gegenstände aufgehoben erscheint (siehe auch [[Warenfetischismus]]) oder Menschen zu solchen Gegenständen macht (siehe [[Körperfetischismus]]). Er ist sowohl eine Fixierung des Bewusstseins an die [[Gegebenheiten]] des [[Seins]], also auch eine [[beseelte]] [[Wahrnehmung]], welche an einem Gegenstand [[wahrmachen]] muss, was sie für ihre [[Seele]] nicht [[wahrhaben]] kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Marx verwendet den Begriff Fetischismus bezogen auf eine Gesellschaft, in der das Verhältnis der [[Waren]] (siehe [[Tausch]]) durch ihre Geldform wie ein Naturwesen erscheint, das für die Menschen eine [[abwesende]] Macht als ihre ihnen entfremdete [[Naturmacht]] in einem eigentümlichen Wesen gegenübertritt und worin das gesellschaftliche Verhältnis der Menschen wie ein Verhältnis ihrer Sachen erscheint. Er nennt diese [[Erscheinung]] dann auch [[Warenfetischismus]]. Diese in seinen ökonomischen Schriften (Grundrisse und Kapital) referierte Reminiszenz an die Philosophiekritik hat keinen logischen Stellenwert in der [[Kritik der politischen Ökonomie]], wohl aber in der [[Ideologiekritik]]. [[Ideologie]], die ja auf [[Vorstellungen]] von gesellschaftlicher Wirklichkeit gründet, trägt wesentlich zu ihrer [[Mystifikation]] bei und bietet somit auch die Begrifflichkeiten für sublime Fetischismen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Begriff der &#039;&#039;Fetischisierung&#039;&#039; wurde von [[Adorno]] und in seinem Gefolge durch Postone allerdings darüber hinaus auch zu einer der Ökonomie unmittelbar entnommenen psychologischen Begrifflichkeit gewendet: [[Verdinglichung]] des [[Bewusstseins]]. Darin ist nicht nur die Adäquanz des unmittelbar praktischen und daher unentwickelten Bewusstseins mit dem Phänomen der [[Mystifikation]] des gesellschaftlichen Verhältnisses, dem Warenfetisch gemeint, sondern es wird von Adorno auch die Unterwerfung der Menschen, ihrer [[Empfindungen]] und [[Bedürfnisse]], mit den Erfordernissen des Arbeitsprozesses überhaupt gleichgesetzt (siehe hierzu auch Friedmann Grenz: &#039;&#039;Adornos Philosophie in Grundbegriffen&#039;&#039;, Suhrkamp-Verlag 1975, S.43ff). Dadurch wird der Fetischismus zu einem ontologischen Begriff, der nicht mehr die Unentwickeltheit eines bestimmten Bewusstseins im Schein des Warentauschs beschreibt, sondern die Beugung menschlicher [[Wahrheit]] durch [[Arbeit]] überhaupt. &#039;&#039;Verdinglicht&#039;&#039; ist, was sich der Notwendigkeit von sachlichen Beziehungen beugt und daher dem Hässlichen zugewandt ist. Seine [[Wahrheit]] ist die des Schönen (siehe [[Ästhetik]]) und so wird Adornos Fetischismusverständnis zum Inbegriff bürgerlicher Gekränktheit an dieser Welt, in der sich nicht richtig leben lässt (&#039;&#039;Es gibt kein richtiges Leben im falschen&#039;&#039;). Der Fetischismus wird so zur Fixierung an das beschädigte Leben, das Adorno immer in diesem Gegensatz und also als negiertes (also nicht widersprüchlich verwirklichtes) [[Leben]] beschreibt (siehe [[negative Dialektik]]). In diesem Sinne wird der Fetischismusbegriff auch von seinen Schülern (z.B. [[Postone]]) zu einer nicht nur durch die Geldform der Waren bedingte [[Mystifikation]] des [[Verstandes]], die durch schlussforlgerndes Denken und durch Wissen überwunden ist, sondern zu einer umfänglichen psychologischen Unterwerfung unter den &#039;&#039;Verblendungszusammenhang&#039;&#039; bürgerlicher Wertschätzungen überhaupt. Dies macht ideologiekritische Begrifflichkeit zu einer psychologischen, die sich in ihrer Verwendung als beglifflich gefasster Vorwurf auswirkt (nämlich an die bürgerlichen Verhältnisse fixiert zu sein).&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Wolfram</name></author>
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		<title>Besessenheit</title>
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		<updated>2026-05-26T23:37:16Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Wolfram: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Die Besessenheit ist eine [[religiöse]] [[Interpretation]] oder [[Auffassung]] vom [[Wahnsinn]], nach welcher der bzw. die betroffene [[Persönlichkeeit]] von [[guten]] oder [[bösen]] [[Geistern]] in [[Besitz]] genommen ist und von daher seiner [[Sinne]] nicht mehr [[mächtig]] ist. Der [[Geist]], der in ihm &#039;&#039;spukt&#039;&#039;, treibe ihn zu einem [[verrückten]] [[Bedürfnis]] (siehe auch [[Geldbesitz]]) und oft auch selbst zu Schilderungen, wonach er im Auftrag [[fremder Kräfte]] handle. Besessen ist nach dieser Auffassung also ein [[ohnmächtiger]] Mensch, der von einer [[geistigen]] [[fremden Kraft]] in [[Besitz]] genommen ist und sich deshalb nicht mehr mit eigenem ]]Willen]] adäquat real [[verhalten]] könne (siehe hierzu [[Abstraktionskraft]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Auffassung ist ein Widersinn in sich, kann ein Mensch doch nur sein als Mensch und so schließt Besessenheit den Menschen unter der Bestimmtheit eines Menschseins ein, das unter [[Fremdbestimmung]] ist, also als Mensch, der nicht sein kann, ohne das, was ihn in Besitz genommen hat. Und das kann demnach nur etwas von ihm sein, kann nur ein Sinn von ihm sein, der außer sich ist und ihn beherrscht, ein von ihm abgetrennter, ein abstrakter Sinn, dem er gehorchen muss, um für sich zu sein. Dieser ist ihm entrückt und lässt ihn [[verrückt]] sein. Aber so [[fremd]], wie er erscheint, ist er nicht; er ist lediglich die verkehrte Form eines Verhältnisses zu sich, das dadurch verkehrt ist, dass ihm seine eigenen Kräfte enteignet, seine [[Seele]] [[entleibt]] ist (siehe [[Eigenes]]). Die fremde Macht ist die entleibte Seele, die seine [[Wahrnehmung]], das [[körperliche]] Sein seines Leidens, für sich bestimmt, in ihren Dienst stellt und beherrscht - solange, wie sie darin keinen [[Sinn]] finden kann, solange sie also keinen Sinn für ihre Wahrnehmungen hat.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Wolfram</name></author>
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		<updated>2026-05-26T23:34:30Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Wolfram: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Die Besessenheit ist eine [[religiöse]] [[Interpretation]] oder [[Auffassung]] vom [[Wahnsinn]], nach welcher der bzw. die betroffene [[Persönlichkeeit]] von [[guten]] oder [[bösen]] [[Geistern]] in [[Besitz]] genommen ist und von daher seiner [[Sinne]] nicht mehr [[mächtig]] ist. Der [[Geist]], der in ihm &#039;&#039;spukt&#039;&#039;, treibe ihn zu einem [[verrückten]] [[Bedürfnis]] (siehe auch [[Geldbesitz]]) und oft auch selbst zu Schilderungen, wonach er im Auftrag [[fremder Kräfte]] handle. Besessen ist nach dieser Auffassung also ein [[ohnmächtiger]] Mensch, der von einer [[geistigen]] [[fremden Kraft]] in [[Besitz]] genommen ist und sich deshalb nicht mehr mit eigenem ]]Willen]] adäquat real [[verhalten]] könne (siehe hierzu [[Abstraktionskraft]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Auffassung ist ein Widersinn in sich, kann ein Mensch doch nur sein als Mensch und so schließt Besessenheit den Menschen unter der Bestimmtheit eines Menschseins ein, das unter [[Fremdbestimmung]] ist, also als Mensch, der nicht sein kann, ohne das, was ihn in Besitz genommen hat. Und das kann demnach nur etwas von ihm sein, kann nur ein Sinn von ihm sein, der außer sich ist und ihn beherrscht, ein von ihm abgetrennter, ein abstrakter Sinn, dem er gehorchen muss, um für sich zu sein. Dieser ist ihm entrückt und lässt ihn [[verrückt]] sein. Aber so [[fremd]], wie er erscheint, ist er nicht; er ist lediglich die verkehrte Form eines Verhältnisses zu sich, das dadurch verkehrt ist, dass ihm seine eigenen Kräfte enteignet, seine [[Seele]] [[entleibt]] ist (siehe [[Eigenes]]). Die fremde Macht ist die entleibte Seele, die seine [[Wahrnehmung]], das [[körperliche]] Sein seines Leidens, für sich bestimmt, in ihren Dienst stellt und beherrscht - solange, wie sie darin keinen [[Sinn]] finden kann, solange sie also keinen Sinn für ihre Wahrnehmungen hat.&lt;/div&gt;</summary>
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		<summary type="html">&lt;p&gt;Wolfram: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Die Besessenheit ist eine [[religiöse]] [[Interpretation]] oder [[Auffassung]] vom [[Wahnsinn]], nach welcher der bzw. die betroffene [[Persönlichkeeit]] von [[guten]] oder [[bösen]] [[Geistern]] in [[Besitz]] genommen ist und von daher seiner [[Sinne]] nicht mehr [[mächtig]] ist. Der [[Geist]], der in ihm &#039;&#039;spukt&#039;&#039;, treibe ihn zu einem [[verrückten]] [[Bedüürfnis]] (siehe auch [[Geldbesitz]]) und oft auch selbst zu Schilderungen, wonach er im Auftrag [[fremder Kräfte]] handle. Besessen ist nach dieser Auffassung also ein [[ohnmächtiger]] Mensch, der von einer [[geistigen]] [[fremden Kraft]] in [[Besitz]] genommen ist und sich deshalb nicht mehr mit eigenem ]]Willen]] adäquat real [[verhalten]] könne (siehe hierzu [[Abstraktionskraft]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Auffassung ist ein Widersinn in sich, kann ein Mensch doch nur sein als Mensch und so schließt Besessenheit den Menschen unter der Bestimmtheit eines Menschseins ein, das unter [[Fremdbestimmung]] ist, also als Mensch, der nicht sein kann, ohne das, was ihn in Besitz genommen hat. Und das kann demnach nur etwas von ihm sein, kann nur ein Sinn von ihm sein, der außer sich ist und ihn beherrscht, ein von ihm abgetrennter, ein abstrakter Sinn, dem er gehorchen muss, um für sich zu sein. Dieser ist ihm entrückt und lässt ihn [[verrückt]] sein. Aber so [[fremd]], wie er erscheint, ist er nicht; er ist lediglich die verkehrte Form eines Verhältnisses zu sich, das dadurch verkehrt ist, dass ihm seine eigenen Kräfte enteignet, seine [[Seele]] [[entleibt]] ist (siehe [[Eigenes]]). Die fremde Macht ist die entleibte Seele, die seine [[Wahrnehmung]], das [[körperliche]] Sein seines Leidens, für sich bestimmt, in ihren Dienst stellt und beherrscht - solange, wie sie darin keinen [[Sinn]] finden kann, solange sie also keinen Sinn für ihre Wahrnehmungen hat.&lt;/div&gt;</summary>
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		<summary type="html">&lt;p&gt;Wolfram: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Die Besessenheit ist eine [[religiöse]] [[Interpretation]] oder [[Auffassung]] vom [[Wahnsinn]], nach welcher der bzw. die Betroffene von [[guten]] oder [[Besitz]][[bösen]] [[Geistern]] in [[Besitz]] genommen ist und von daher seiner [[Sinne]] nicht mehr [[mächtig]] sei. Der gute Geist, der in ihm &#039;&#039;spukt&#039;&#039;, treibt ihn zu [[verrückten]] [[Besitz]] (siehe auch [[Geldbesitz]]) und oft auch selbst zu Schilderungen, wonach er im Auftrag [[fremder Kräfte]] handle. Besessen ist nach dieser Auffassung also ein [[ohnmächtiger]] Mensch, der von einer [[geistigen]] [[fremden Kraft]] in [[Besitz]] genommen ist und sich deshalb nicht mehr mit eigenem ]]Willen]] adäquat real [[verhalten]] könne (siehe hierzu [[Abstraktionskraft]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Auffassung ist ein Widersinn in sich, kann ein Mensch doch nur sein als Mensch und so schließt Besessenheit den Menschen unter der Bestimmtheit eines Menschseins ein, das unter [[Fremdbestimmung]] ist, also als Mensch, der nicht sein kann, ohne das, was ihn in Besitz genommen hat. Und das kann demnach nur etwas von ihm sein, kann nur ein Sinn von ihm sein, der außer sich ist und ihn beherrscht, ein von ihm abgetrennter, ein abstrakter Sinn, dem er gehorchen muss, um für sich zu sein. Dieser ist ihm entrückt und lässt ihn [[verrückt]] sein. Aber so [[fremd]], wie er erscheint, ist er nicht; er ist lediglich die verkehrte Form eines Verhältnisses zu sich, das dadurch verkehrt ist, dass ihm seine eigenen Kräfte enteignet, seine [[Seele]] [[entleibt]] ist (siehe [[Eigenes]]). Die fremde Macht ist die entleibte Seele, die seine [[Wahrnehmung]], das [[körperliche]] Sein seines Leidens, für sich bestimmt, in ihren Dienst stellt und beherrscht - solange, wie sie darin keinen [[Sinn]] finden kann, solange sie also keinen Sinn für ihre Wahrnehmungen hat.&lt;/div&gt;</summary>
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		<title>Bürgerliche Wissenschaft</title>
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		<summary type="html">&lt;p&gt;Wolfram: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;“So leicht es ... ist, aus wirklichen Früchten die abstrakte Vorstellung die Frucht zu erzeugen, so schwer ist es, aus der abstrakten Vorstellung die Frucht wirkliche Früchte zu erzeugen. Es ist sogar unmöglich, von einer Abstraktion zu dem Gegenteil der Abstraktion zu kommen, wenn ich die Abstraktion nicht aufgebe. [[(MEW 2, Seite 59)]]&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die bürgerlichen Wissenschaften sind [[Institutionen]] des [[bürgerlichen Bewusstseins]] in der [[Erkenntnis]] und [[Methode]] einer [[Verständigung]] (siehe auch [[Kommunikation]]) über die [[gesellschaftliche]] [[Bildung]] des [[Wissens]] über die [[Gegebenheiten]] der [[Bürgerlichen Gesellschaft]] und ihrer [[objektiven Subjekte]]. Das [[Prinzip]] des [[Kapitalismus]] ist die [[Zerteilung]], die [[Trennung]] menschlicher [[Beziehungen]] durch die [[Vereinzelung]] der Zusammenhänge der [[gesellschaftlichen]] [[Substanz]] ihrer [[privaten]] [[Existenz]] durch den [[Besitz von Geld]] als [[wesentliches]] [[Mittel]] ([[Mit-Teil]]) einer [[privaten]] [[Existenz]] von Menschen in der [[bürgerlichen Gesellschaft]], als [[bürgerliches Subjekt]] ihrer Vermittlung, wo sie sich unmittelbar [[persönlich]] zu einander [[verhalten]] (siehe [[zwischenmenschliche Verhältnisse]]). Reaktionär wirkt die [[verallgemeinerte]] [[Vereinzelung]] ihres [[gesellschaftlichen]] [[Seins]] durch das [[Dasein]] ihrer [[Wirklichkeit]] zwischen der [[Anwesenheit]] und [[Abwesenheit]] ihrer [[wirklichen]] [[Beziehungen]]. Hieraus [[entwickelt]] sich die [[Täuschung]] ihrer [[Form]] oder [[Formation]] mit der [[Vertauschung]] von [[Inhalten]] und Zuordnungen in der [[Absicht]] eines ihnen [[äußerlichen]] und also [[fremden]] [[Zwecks]] bewirkt (siehe hierzu auch [[Verkehrung]]). Die [[bürgerliche]] [[Wissenschaft]] [[begreift]] ihre eigene [[Tätigkeit]] als eine Formatisierung ihrer Verhältnisse im Nachhinein ihrer Entstehung – oft auch nur als Flickwerk ihres Versagens. Ihrem im Grunde immer noch [[phänomenologischen]] [[Denken]] und der ihm verwandten [[Begriffsbildungen]] (siehe z.B. [[Strukturalismus]], [[Positivismus]], [[Pragmatismus]], [[Idealismus]], [[Systemtheorie]]) ist es von da her [[gänzlich]] [[fremd]], wie und warum eine Welt, die sich rein [[ontologisch]] [[verstanden]] durch das [[Leben]] der Menschen in ihren [[Lebensverhältnissen]] (siehe [[Gesellschaft]]) begründen sollte, zu einem Herrschaftsverhältnis der von ihnen erzeugten [[sachlichen]] [[Lebensbedingungen]] [[verkehren]] kann. Wie kann es sein, dass die Menschen gegen ihren erklärten [[politischen Willen]] (siehe [[Immanuel Kants]] [[Kategorischen Imperativ]]) zum [[Objekt]] ihrer eigenen [[Verhältnisse]] werden? Warum kann die [[Aufklärung]] über ihre [[politischen]] Verhältnisse sie nicht dazu bewegen, durch das [[Wissen]] über ihr [[Dasein]] eine Politik der Mündigkeit zu schaffen? &#039;&#039;Das Nachdenken über die Formen des menschlichen Lebens, also auch ihre wissenschaftliche Analyse, schlägt überhaupt einen der wirklichen Entwicklung entgegengesetzten Weg ein.&#039;&#039; [[(MEW 23, Seite 89*f)]] Es gibt offensichtlich eine politische Allmacht, durch welche &#039;&#039;die weltliche Grundlage sich von sich selbst abhebt&#039;&#039; und mit sich selbst in einen [[Widerspruch]] zwischen ihrem [[Inhalt]] (z.B. [[Gebrauchswert]]) und ihrer [[Form]] (z.B. [[Tauschwert]]) geraten kann. Und natürlich [[erscheint]] sie sich durch das Unvermögen solcher Begrifflichkeiten (z.B. als [[Geld]]) unabänderlich. So wird der [[Widerspruch]] selbst [[abstrakt]] zu einer leibhaftigen Tautologie, zu einem dem Menschen [[äußerlich]] verbliebenen Zweck, zu einem [[fremden]] [[Wesen]], das schon durch sich – so wie es in seiner [[Wirklichkeit]] ist – auf [[ewig]] [[bestimmt]] [[erscheint]]. Erst mit der Erkenntnis seines [[materialistischen]] [[Begriffs]] als [[Substanz]] einer [[abstrakt menschlichen Arbeit]] wird seine Existenz als Grund einer wesentlichen [[Entfremdung]] offenbar (siehe [[historischer Materialismus]]). Und so lässt sich darlegen, wie und warum es eine [[fremde Kraft]] gibt, durch die [[allgemeine]] [[Beziehungen]] und Verbindlichkeiten zu einer [[abstrakt allgemeinen]] [[Wesenheit]] und [[Macht]] schon durch ihre bloße [[Anwesenheit]] gelangen, wodurch ihr [[Inhalt]] zur leibhaftigen [[Form]] der [[Vergegenwärtigung]] ihres [[Unwesens]] (z.B. durch ihre [[Wertform]] im [[Warentausch]]) werden (siehe [[Warenfetischismus]]). Hieraus entsteht schließlich die [[wesentliche]] [[Erkenntnis]] einer gigantischen [[Täuschung]], einer [[Verkehrung]] von [[Form]] und [[Inhalt]] [[abstrakter]] [[Verhältnisse]], die diese Umkehr in ihrer [[Form]] darstellbar und substanziell erkennbar macht, also den blanken &#039;&#039;Rest&#039;&#039;, die Verwüstungen einer [[Abstraktionskraft]] als leere Substanz [[widersprüchlichen]] [[Beziehungen]] in ihrer Inhaltslosigkeit (als bloße Bewegung, Hirn, Muskel, Sexualität, Energie usw.) aufdecken und durch die [[Macht]] eines konkreten gesellschaftlichen Wesens der [[Ohnmacht]] veränderbar gemacht werden können. Indem die [[abstrakte]] [[Substanz]] mit ihren [[wirklichen]] [[Inhalten]] [[begreifbar]] in ihrer [[verkehrten]] Form selbst als [[Sinn]] und [[Zweck]] der Umkehrung der herrschenden [[Wirklichkeit]], der [[abstrakt]] verbliebenen gesellschaftlichen Verhältnisse (siehe [[Realabstraktion]]), als [[Inhalte]] einer [[Revolution]] des [[gesellschaftlichen]] [[Wesens]] der menschlichen [[Geschichte]] [[erkannt]] sind (siehe z.B. hierzu auch [[Arbeiterbewegung]]). Rein [[formal]] ist ein [[abstrakter]] [[Begriff]] nicht [[aufhebbar]] (siehe [[abstrakt Allgemeines]]). Der konkrete [[Begriff]] kann nur aus der [[Kritik]] der [[Abstraktion]] über die in ihrem [[Begriff]] gefasste und [[verstandene]] konkretion der [[abstrakten]] – und also [[abwesenden]] – [[Beziehungen]] als sich selbst [[fremdes]] [[Wesen]] einer [[Erkenntnis]], die selbst nur als [[Form]] für sich verfaast [[erklärt]] sein soll (siehe z.B. [[Dasein]]). Die Grundlage einer konkreten [[Wissenschaft]] kann nur aus einer durch ihre [[Kritik]] erneuerten [[Analyse]] ihres [[Gegenstands]] als eine [[kritische Theorie]] hervorgehen, einer [[dialektischen]] [[Analyse]], die dessen [[Gechichte]] [[begreifen]] kann, wenn sie dessen [[Wesen]] darin [[begriffen]] [[versteht]] und [[beweist]]. [[Kritische Theorie]] kann daher nicht äußerlich als [[Kritik]] bloßer [[Formen]] mit ihrem [[Inhalt]] [[vertauschten]] [[Substanz]] (siehe z.B. [[Strukturalismus]]) und auch nicht durch fantastische Verbindungen ihrer Phänomene (siehe [[Phänomenologie]]) [[wahr]] sein, ist daher immer [[Kritik]] ihrer [[Formbestimmtheit]]. Die [[bürgerlichen Wissenschaften]] sollen das Sein und Werden, das [[Wesen]] ihrer Zugehörigkeit im [[Dasein]] ihrer Welt verbürgen. Von da her unterscheiden sie sich nicht nur in ihrem [[Stoff]], sondern auch in den Zielen ihrer [[Erkenntnisse]], die sich in ihrem [[Erkenntnisinteresse]] als die Tendenz ihrer [[Abstraktionen]] darstellen (siehe auch [[Ideologie]]). Die [[Abstraktionskraft]] des [[Idealismus]] zielt auf eine [[Idealisierung]], die des [[Positivismus]] auf ihre [[Tatsächlichkeit]], und die des [[Pragmatismus]] auf ihren [[Nutzen]]. Bürgerliche Wissenschaft ist eine [[Wissenschaft]], die sich dem politischen Interesse des [[Bildungsbürgertums]] nach Maßgabe des [[Nutzens]] seiner [[Sachwelt]] beugt, dessen Disfunktionen so zu beheben, dass ihre Störungen wie ein technisches Problem gelöst erscheinen können. Solche [[Wissenschaft]] ist vor allem durch ihr instrumentelles [[Erkenntnisinteresse]] gegen die Lebensbedingungen der Menschen bestimmt (siehe auch [[Aufklärung]]) die darin lediglich als Umstände, also unwesentlich – lediglich hinderlich für ihre Kultur – für [[wahr genommen]] werden. Es ist ein Interesse, das davon ausgeht, dass sich ihre Erkenntnisse der Welt und dem Selbsterhalt der [[bildungsbürgerliehen]] [[Wahrnehmungsidentität]] ihrer [[Wirklichkeit]] und ihrem gesellschaftlichen Stand als [[politischer]] Standard ihrer [[Lebensvorstellungen]] (siehe [[Norm]]) dienlich sind. Die [[bürgerliche]] [[Wissenschaft]] steht schon durch ihre institutionelle Existenz wesentlich positiv und also fraglos zu den [[Lebensverhältnissen]] der [[Bürgerlichen Gesellschaft]] (siehe hierzu [[Kapitalismus]]). Da herrscht deshalb das [[Interesse]] vor, deren [[Wirklichkeit]] zu erhalten und ihre Wunden mit den Mitteln ihres Handwerks zu veröden – im wohlgenährten Glauben, sie möglichst einfach aus der welt zu schaffen (siehe hierzu auch [[Tittytainment]]). Das rein nominelle [[Verallgemeinern]], wie es dem [[Positivismus]] zu eigen ist, ist im Grunde eine reine Spekulation auf die [[Wahrheit]] eines mit den [[Formen]] ihrer [[Existenz]] schon behaupteten [[Inhalts]], der ohne Weiteres von jeder wesentlichen Aussage, also ohne die Darstellung ihres [[Wesens]] leicht auskommen kann. Doch schon im platten [[Nominalismus]] wurde deren [[Form]] wesentlich behauptet und damit in seinem [[Urteilsvermögen]] ein [[hermeneutischer Zirkel]] betrieben, der zwangsläufig allerhand absurde [[Schlussfolgerungen]] und Ableitungen zur Folge hat, die lediglich durch Hilfskonstruktion einer in seiner [[existenziellen]] [[Position]] [[verwesentlichten]] (siehe [[Positivismus]]), einer [[verallgemeinerten]] [[Funktionalität]] (z.B. [[Statistik]], Hypothesenbildung) zu halten ist, weil sie der Spekulation Anschaulichkeit verleiht (siehe hierzu besonders den [[Strukturalismus]]). Marx hat z.B. in seiner [[Kritik der politischen Ökonomie]] ein [[politisches]] [[Interesse]] an der Gleichsetzung von [[Preis]] und [[Wert]] der [[Waren]] an ihrer [[Wertform]] gezeigt, wie durch die Absehung (siehe [[Absicht]]) von den wesentlichen Unterschieden (siehe [[Abstraktion]]), also von der Unterschiedlichkeit der [[Eigenschaften]] ihres [[Wesens]] [[gleichgültig]] gemacht werden und durch deren [[abstrakte]] Darstellungen die [[Abwesenheit]] einer begründenden [[Substanz]] und damit der [[Natur]] ihrer [[Elemente]] der [[Erkenntnis]] entzogen und die [[Entfremdung]] des [[Bewusstseins]] selbst als [[Wesen]] einer dem Menschen [[fremden]] [[Wissenschaft]] als [[abstraktes Denken]] betrieben, indem [[Form]] und [[Inhalt]] des [[Wissens]] durch die [[Form]] bestimmt [[erklärt]] [[gelten]] soll (&#039;&#039;Content follows form&#039;&#039;). &#039;&#039;Der Hauptmangel alles bisherigen Materialismus - den Feuerbachschen mit eingerechnet - ist, daß der Gegenstand, die Wirklichkeit, Sinnlichkeit, nur unter der Form des Objekts oder der Anschauung gefaßt wird; nicht aber als menschliche sinnliche Tätigkeit, Praxis, nicht subjektiv. Daher geschah es, daß die tätige Seite, im Gegensatz zum Materialismus, vom Idealismus entwickelt wurde - aber nur abstrakt, da der Idealismus natürlich die wirkliche, sinnliche Tätigkeit als solche nicht kennt. Feuerbach will sinnliche, von den Gedankenobjekten wirklich unterschiedene Objekte; aber er faßt die menschliche Tätigkeit selbst nicht als gegenständliche Tätigkeit. Er betrachtet daher im &#039;&#039;Wesen des Christenthums&#039;&#039; nur das theoretische Verhalten als das echt menschliche, während die Praxis nur in ihrer schmutzig-jüdischen Erscheinungsform gefaßt und fixiert wird. Er begreift daher nicht die Bedeutung der &#039;&#039;revolutionären&#039;&#039;, der praktisch-kritischen Tätigkeit.&#039;&#039; ([[MEW Bd.3, S. 533 bis 535]]). Jede [[Wissenschaft]] will die Widernisse der Welt und ihrer [[Systeme]] auflösen und ihre [[Grundlagen]] zur Vertiefung ihres [[Wissens]] erforschen. [[Sie]] soll aus den [[Tatsachen]] ihres [[Gegenstands]] die Probleme seiner [[Verhältnisse]] offenbaren, [[Urteile]] und Prognosen entwickeln, die ein Handeln ermöglichen, das eine [[Geschichte]] eröffnet, durch welche deren Mängel und Fehler [[aufgehoben]] werden können. Hierfür [[analysiert]] sie den [[Widerspruch]] zwischen [[einzelnen]] und [[allgemeinen]] [[Tatsachen]], indem sie im [[Einzelnen]] [[Allgemeines]] abstrakt oder auch konkret bewahrheitet findet und aufeinander bezieht. Hierdurch entdeckt sie, was sich der [[unmittelbaren]] [[Wahrnehmung]] durch eine [[Realabstraktion]] entzieht oder auch [[unmittelbar]] erkennbar ist, wenn sie im Einzelnen wie auch allgemein ihrer [[Natur]] (siehe auch [[Naturalform]]) entspricht und also eine [[unmittelbar]] [[wahre]] [[Allgemeinheit]] darstellt und wissenschaftlihe Erkenntnis unnötig macht. &#039;&#039;Alle Wissenschaft wäre überflüssig, wenn die Erscheinungsform und das Wesen der Dinge unmittelbar zusammenfielen.&#039;&#039; [[(Marx-Engels-Werke Bd.25, S. 825]]) Der [[wesentliche]] Fehler des [[bürgerlichen]] [[Verstandes]] verläuft in seiner [[Urteilsbildung]] über die [[Verallgemeinerung]] der in Allem gemein gemachten [[Einzelheiten]], die sich in seinem [[Begriff]] als Vernunft einer objektiv verallgemeinerten Individualität der Selbstverständlichkeit der Interpretationen und Anschauungen begreifen will und von dieser also auch nur auf sich als verallgeminerte [[Einzelheit]], als [[verallgemeinerte]] Individualität seiner selbst, zurückkommt (siehe hierzu auch [[kategorischer Imperativ]]), ohne sich selbst im [[allgemeinen]] [[Verhältnis]] seines [[Verhaltens]] zu [[verstehen]]. Von daher will sich ein solcher [[Verstand]] selbst als eine eigene gesellschaftliche [[Bedingung]] [[wissen]]. Ihr [[Begriff]] muss sich von daher selbst [[abstrakt allgemein]] machen. Als [[abstrakt allgemeine]] Vereinzelung [[veräußert]] sich aber der [[Begriff]] von sich selbst zu einem äußerlichen [[Selbstverständnis]], das nicht wirklich auf sich zurückkommmen kann, weil es sich selbst schon [[allgemein]] zu sich in einem [[hermeneutischen Zirkel]] verhält, bevor es seine [[wirklichen]] [[Verhältnisse]] zum Ausgang seiner Selbsterkenntnis gemacht hat, sich selbst also in seiner mittellosen Zweckhaftigkeit [[verhält]], um sich in einem [[absoluten]] Selbstzweck seiner [[unmittelbaren]], also in seiner unvermittelbaren [[Selbstwahrnehmung]] - begriffen [[wissen]] will. [[Emanuel Kant]] wollte deren [[Wahrheit]] durch die Art ihrer [[Vernunft]] geschieden verstehen. Er leitete daher hieraus sein [[Erkenntnisinteresse]] aus seinem [[Verständnis]] dieser [[Vernunft]] ab, die er als [[Grund]] und Wegbereiter des [[Verstandes]] ansah: &#039;&#039;Die Vernunft bereitet also dem Verstande sein Feld&#039;&#039; (Kant, Kritik der reinen Vernunft) Da hierdurch die [[Vernunft]] schon vor dem Verstehen stehen soll, also deren Boden zu bereiten hatte, geriet sie in einen [[hermeneutischen Zirkel]] eines Vorurteils der [[Selbstgerechtigkeit]] eines [[allgemeinen]] [[Selbstverständnisses]] über eine zirkulären [[Schlussfolgerung]] zwischen [[verstehen]] und [[begreifen]] (siehe hierzu auch [[bürgerliche Wissenschaft]]). Solches [[Bewusstsein]] bezieht sein eigentümliches [[Selbstbewusstsein]] zwischen einem voraussetzungslosen (apriorischen) theoretischen [[Sein]] und gegenwärtiger [[Bestimmtheit]], die in ihrem bloßen [[Dazwischensein]] zu bewahrheiten bleibt. [[Vernunft]] kann sich demnach nicht geschichtlich im und durch [[Verstand]] entwickeln. Stattdessen sollte das Herabsteigen aus der [[Vernunft]] den Verstand ordnen und begründen und sich zugleich in seinen [[Erkenntnissen]] [[bewahrheiten]]. Diesen [[Widerspruch]] wollte Kant durch seine (Ein-)Teilung der [[Vernunft]] in einen theoretischen und praktischen [[Sinn]], der sich in der Urteilskraft darstellen und vermitteln würde. Er verstand deren [[Vernunft]] also einerseits übergeschichtlich (siehe hierzu auch [[Abstraktionskraft]]), indem er sie aus einem natürlichen Gattungsbegriff begründet verstand, der zugleich durch seine praktische [[Gegenwärtigkeit]] unentwegt hinterfragt und transzendiert werden müsse. Die [[bürgerlichen Wissenschaften]] [[verwesentlichen]] ihren [[Gegenstand]] schon vor ihrer Wissensbildung je nach ihrem konkreten [[Erkenntnisinteresse.]] Weil dessen [[Dasein]] ihnen als Phänomen ein voraussetzungsloses [[Sein]] gilt (siehe auch [[Ontologie]]) streben sie nach einer [[Begrifflichkeit]], die aus der [[Schlussfolgerung]] ihrer Kategorien (siehe auch [[Begriffsbildung]]) dessen Vereinzelung als etwas [[Ganzes]] zu behandeln wäre. Von da her substantivieren sie einen [[Teil]] seiner Lebenszusammenhänge zu dem, was sie im Grunde einfach nur für sich selbst [[wahrhaben]], um sich als brauchbares [[Wissen]], als Anwendungswissen für einen vereinseitigten [[Gegenstand]] zu [[totalisieren]] (z.B. als Soziologie einer Funktionalität der [[Gesellschaft,]] als Personifikation von [[Geschichte]], als Vergemeinschaftung der Menschen zu einem [[Volk]], als [[Selbstverwirklichung]]der [[Psyche]] zu einer [[Masse]] von [[Gefühlen]], als Selbstverwertung des [[Kapitals]] zu einer sich selbst fremden Existenz eines [[Existenzwerts]], als Instrumentalisierung eines [[Willens]] zur Repräsentation einer politische Kultur und [[Politik]], als Aufführung einer [[Erziehung]] im Glauben an eine übermenschliche Selbstverantwortung, als [[Selbstgefüh]]l der Ausschließlichkeit eines ausgeschlossenen [[Körpers]], als [[Ästhetisierung]] der menschlichen Wahrnehmung zur [[Kunst]] usw.). Um den [[abstrakten]] [[Verstand]] ihrer [[isolierten]] [[Erkenntnisse]] den Erscheinungsweisen ihres [[Gegenstands]] zu überantworten bezieht sich solche Wissenschaft kategorial auf eine unwesentliche [[Abwesenheit]] ihres [[Daseins]], um dieses mit dem [[Wesen]] der [[abstrakten]] [[Ganzheit]] (siehe hierzu auch [[Religion]]) einer wissenschaftlichen [[Interpretation]] zu verfüllen, die realen [[Abstraktionen]] seiner Existenz (siehe [[Realabstraktion]]) in [[Gedankenabstraktionen]] aufzulösen (siehe hierzu auch [[Ideologie]]) und als solche zu behandeln. Die [[bürgerlichen Wissenschaften]] versammeln ihre [[Erkenntnisse]] in der [[Veralllgemeinerung]] der Beschreibungen ihrer Empirie als bloß verallgemeinerte [[Wahrnehmung]] ihres [[Gegenstands]] und bewahrheiten darin, was ihnen schon vor aller [[Erkenntnis]] [[gewiss]] ist, was sie von ihm schon apriorisch zu [[wissen]] glauben, was ihnen durch ihre Einsichten in seine Strukturen und Funktionen durch ihr hermeneutisches [[Verständnis]] [[selbstverständlich]] erscheint (siehe [[hermeneutischer Zirkel]]). Denn darin verstehen und objektivieren sie das [[Einzelne]] ihrer eigenen Existenz zur Grundlage ihrer [[Verallgemeinerungen]] und behaupten diese auch als abjektive [[Allgemeinheit]] der [[Einzelheiten]], die sie im Jenseits ihrer [[Subjekivität]] erfassen. Ohne selbst als Subjekte ihrer Erkenntnisse aufzutreten entziehen sie sich durch den Objektivismus ihrer besonderen [[wissenschaftlichen]] [[Vernunft]] der [[Kritik]] an ihrem [[hermeneutischen Zirkel]], wonach die vereinzelte [[Erscheinungsform]] eines [[Begriffs]] schon durch sich selbst [[verursacht]] und hierdurch als [[Grund]] für seine [[Allgemeinheit]] gilt. Das [[Einzelne]] kann aber nur allem gemein werden, wenn von seiner bestimmten Natur abgesehen, abstrahiert wird. Es kann nicht Grundlage einer [[Allgemeinheit]] sein, ohne sich in Allem gleich zu setzen und von daher seine Eigenschaften in einem gemeinen Anderssein einer eigenständigen Qualität seines Allgemeinseins, durch dessen besonderte [[Substanz]] aufzuheben. Daher muss es sein [[Dasein]] aus dem beziehen, was ihm schon im [[Allgemeinen]] [[abstrakt]] vorausgesetzt, als [[abstrakt allgemeines]] [[Wesen]] inne ist. Und nur was sich als [[Eigenschaften]] dieses [[abstrakt allgemeinen]] [[Wesens]], wie es im [[Einzelnen]] noch [[abwesend]] ist, kann sich in seiner Verallgemeinerung bewahren und zu einer besonderen [[Form]] seiner wirklichen Verhältnisse, seiner [[Wirklichkeit]] werden, wodurch es sich [[notwendig]] [[verselbständigt]] (siehe [[Dialektik]]). &#039;&#039;Ist die Konstruktion der Zukunft und das Fertigwerden für alle Zeiten nicht unsere Sache, so ist desto gewisser, was wir gegenwärtig zu vollbringen haben, ich meine die rücksichtslose Kritik alles Bestehenden, rücksichtslos sowohl in dem Sinne, daß die Kritik sich nicht vor ihren Resultaten fürchtet und ebensowenig vor dem Konflikt mit den vorhandenen Mächten.&#039;&#039; [[(MEW 1, Seite 344)]] [[Wissenschaft]] sucht nach einer [[Allgemeinheit]] der [[Phänomene]] von [[Ereignissen]], deren Zusammenhang sie entweder [[genealogisch]] als [[Aufzählung]] vieler [[Erzählungen]], durch sie selbst konstruiert (siehe auch Konstruktivismus) oder bemessen wird (siehe [[bürgerliche Wissenschaft]]). Sie muss daher die [[Widersinnigkeiten]] ihrer [[Objekte]] positiv (siehe auch [[Positivismus]]) oder aus der Funktionalität ihrer [[Tatsachen]] strukturel auflösen (siehe [[Strukturalismus]]) und die [[Verselbständigung]] ihres Auftretens als [[Erscheinungen]] eines ihr selbst [[fremd bleibenden]][[Wesens]] durch ihre Zählungen (siehe [[Statistik]]) verfolgen und fixieren. Der positiven Wissenschaft gilt eine hieraus bezogenene Bestätigung ihrer Hypothesen, ihrer [[Vorstellungen]] und Annahmen (siehe [[Vorurteil]]) als ihre [[Wahrheit]]. Im Unterschied hierzu werden die [[Widersinnigkeiten]] ihrer Zusammenhänge aus der [[Nichtung]] ihrer [[Wirklichkeit]], aus der selbständig und [[isoliert]] erscheinenden [[Ereignisse]] einer an und für sich [[widersprüchlichen]] Welt in einer [[kritischen Theorie]] [[dialektisch]] erklärt, durch eine [[dialektische]] Auf- und Abklärung ihres [[abwesenden]] [[Wesens]] (siehe [[Begriffsbildung]]) zu ihr stehen. Diese [[Methode]] beschreibt also nicht einfach nur Anschauungen oder [[Wahrnehmungen]], sondern einen Erkenntnisprozess der einer Auseinandersetzung mit ihrem [[Gegenstand]] als [[Gedanke]] über seine Beziehungen, die seinen Zusammenhang kenntlich machen, erfolgt. Von daher ist eine dialektische Darstellung nicht einfach eine Betrachtung von dem, was im positivistischen [[Begriff]] (siehe [[Positivismus]]) schon von vorn herein durch die [[Wirklichkeit]] ihres bloßen [[Daseins]] als [[Wahrheit]] einer [[Verallgemeinerung]] ihres abstrakten Denkens behauptet ist und sich daher immer schon ihrem Gegenstand unterwirft, den sie eben nur durch das begreifen kann und will, was sie [[wahrhat]] und wodurch sie selbst in ihrem [[Denken]] bestimmt ist, durch ihre eigenen [[Gedanken]] selbst beschränkt ist, wie von einem [[Fetisch]] [[entwirklicht]] wird (siehe hierzu auch [[Warenfetischismus]]). [[Bürgerliche Wissenschaft]] erkennt und beschreibt ihren [[Gegenstand]] nur in einem [[hermeneutischen Zirkel]], indem ihre eigenen Vorurteile verdoppelt werden. Sie erkennt sein [[Wesen]] nur als das, was sie von ihm aus ihrer [[isolierten]] Betrachtungsweise heraus als eine ihre [[eigentümliche]] [[Wahrheit]], also nur für sich [[wahrnehmen]] kann, - eben weil sie dies unbedingt für [[wahr]] befinden soll. [[Bürgerliche Wissenschaft]] kann daher zu einer [[wahren]] [[Wissenschaft]] nur werden, wenn sie ihren [[Gegenstand]] als einen ihr äüßerlichen Gegenstand begreifen kann, der ihr eine [[politische]] [[Analyse]] durch die [[dialektischenMethodeihrerErkenntnissederbürgerlichverbürgtenLebensverhältnisse abverlangt.]] Marx greift mit seiner [[dialektischen]] [[Methode]] der [[Erkenntnis]] eines &#039;&#039;äußerem [[Gegenstands]]&#039;&#039; den Hegelschen Begriff für Fremdheit auf, um zu zeigen, dass sich die [[Analyse]] der bürgerlichen Ökonomie als [[politische Ökonomie]] aus der Umkehrung [[philosophischer]] [[Entfremdung]]stheorien ergibt und an derem Anfang steht: Es geht um die praktische Gegenständlichkeit [[entfremdeter]] Verhältnisse, die hier zum [[Gegenstand]] des Denkens gemacht werden und am Anfang der Analyse entfremdeter Lebenspraxis deren Begründung sind. Die [[Ware]] ist zunächst ein äußerer [[Gegenstand]] weil sich erst in ihrer [[politischen]] [[Analyse]], in der [[Analyse]] ihrer gesellschaftlichen Zusammenhänge vollständig erschließen lässt, was sie in [[Wahrheit]] mit den Menschen zu tun hat. Hierdurch erst entsteht ein [[Wissen]] um ein den Menschen entsprechendes Sein, ein [[Bewusstsein]] über dessen Entfremdung zu den Gütern ihres [[Reichtum]]s als [[Wissen]] des fremden und doch im Zusammenwirken ihres [[Daseins]] [[verwirklichten]] Gehalts, als gesellschaftliche [[Wirklichkeit]] der [[bürgerlichen Gesellschaft]] da ist. Der bürgerliche Verstand, dessen wesentliche Eigenschaft eine kritiklose Beziehung zu seinem [[Gegenstand]] ist, weil er die darin vermittelte [[Bürgschaft]] nicht [[politisch]] hinterfragen will, vermag einen äußeren [[Gegenstand]], in dem er seine Lebentätigkeit nur in einer [[veräußerten]] [[Form]] [[wahrhaben]] kann, nicht von einem [[entäußerten]] [[Gegenstand]] seines [[Lebens]] zu unterscheiden, weil er ihn als Gegenstand in seinem [[Besitz]] wahrnimmt, denn er erkennt in der Besessenheit seiner [[Äußerlichkeit]] selbst nichts von seiner [[Entfremdung]], solange er an seine Gedankenlosigkeit [[gewöhnt]] ist. Er versteht seine [[Objektivität]] grundsätzlich äußerlich und daher auch wesentlich [[gleichgültig]] in seinem Denken, wodurch er sich selbst äußerlich wird. Das reine [[Denken]] gilt daher auch bloß als entwickelte Form des Verstehens, nicht als dessen [[Emanzipation]] zu einer dem [[Gegenstand]] innewohnenden [[Subjektivität]]. Solchem [[Verstand]] bleiben die Objekte daher auch rein [[objektiv]], sein Denken als bloße Beziehungsform der [[Gegebenheiten]]. Aber erst mit dem Durchdringen der äußerlichen Gegenständlichkeit bis hin zu deren Subjekt, zur [[Erkenntnis]] der [[Subjektivität]] des Gegenständlichen, vollzieht sich die [[Aufhebung]] [[entfremdeten]] [[Denkens]]. Und nur dies kann einen [[Begriff]] für die Gegenstände ergeben, also eine Gewissheit, wodurch sie wieder greifbar werden. Während [[kritische Theorie]] einen [[Widersinn]] in der [[Verallgemeinerung]] von Einzelheiten [[dialektisch]] aufklärt (siehe z.B. [[Tauschwert]]und [[Wert]]), bestärkt die [[bürgerliche Wissenschaft]] die [[Verallgeinerung]] ihrer Vorurteile und deren [[ideologischer]] Gründe. Die [[Methoden]] der Wissenschaften sollen als ihre [[Erkenntnismethode]]ihr [[Verständnis]] von [[Wahrheit]]und also von ihrer Art der Bewahrheitung erfüllen, wodurch es möglich sein soll, etwas Unwahres, und damit das Interesse an [[Täuschung]] zu e[[nttäuschen]]. Mit einer [[bürgerlichen]] Methode soll darin etwas [[Falsches]] in ihrem [[Gegenstand]] erkennbar werden, mit der [[dialektischen]] [[Methode]]etwas [[Verkehrtes]] (siehe auch [[Erkenntnis]]). Die [[Falschheit]] der [[bürgerlichen]] [[Methode]] besteht darin, dass sie sich nicht von ihrer Welt und [[Scheinwelt]] unterscheidet und daher nicht sich selbst über den [[Grund]] ihrer [[Urteile]] und Vorurteile aufklärt (siehe hierzu auch [[bürgerliches Subjekt]]) und damit deren Fehler verdoppelt, weil sie [[Wesen]] und [[Erscheinung]], [[Grund]] und [[Ursache]], [[Dasein]] und [[Sein]], [[Bedürfnis]] und [[Arbeit]], [[Wille]] und [[Tätigkeit,]] Lehre und Gewissheit usf. nicht [[wirklich]] unterscheiden und daher auch nicht [[wirklich]] aufeinander [[beziehen]] kann. Und von da her kann sie sich selbst auch praktisch nicht von den [[Verkehrungen]] ihres [[Gegenstands]] unterscheiden und verkehrt sich selbst gegen ihr eigenes [[Erkenntnisinteresse]] (siehe hierzu die [[Feuerbachthesen]] von Karl Marx). Dies hat ihre bisherige [[Geschichte]] bestimmt und zugleich ihre [[Erkenntnisse]] begründet und sie vergesellschaftet. Ihr allgemeinster Fehler bestand aus der Bestätigung und Bestärkung von Vorurteilen durch einen [[hermeneutischen Zirkel]] des [[bürgerlichen]] [[Verstandes]], der nur sich selbst über seine [[Vernunft]] aufklären wollte (siehe [[Aufklärung]]) um sie zur Festschreibung ihrer gesellschaftlichen Funktionalität zu instrumentalisieren, zur [[poltischen]] Empore eines [[selbstbezüglichen]] Imperativs der bestehenden Lebensverhältnisse (siehe auch [[kategorischer Imperativ]]) zu erheben und ihre [[wirkliche]] [[Geschichte]] abzuschaffen, ihr [[Dasein]] zu [[verewigen]] (siehe hierzu auch [[schlechte Unendlichkeit]]). Die Geisteswissenschaften, die bürgerlichen [[Wissenschaften]] des [[Geistes]] haben die [[bürgerliche Gesellschaft]] als [[Gegebenheit]] eines [[bürgerlichen]] [[Lebensverhältnisses]] zu ihrem [[Gegenstand]], das sie in seinem vereinzelten [[Dasein]] (siehe auch [[Isolation]]) in verschiedenen Disziplinen getrennt von sich [[verallgemeinern.]] Solche [[Wissenschaften]] [[verwesentlichen]] ihren [[Gegenstand]] schon vor ihrer Wissensbildung je nach ihrem konkreten [[Erkenntnisinteresse.]] Weil dessen [[Dasein]] ihnen als Phänomen ein voraussetzungsloses [[Sein]] gilt (siehe auch [[Ontologie]]) streben sie nach einer [[Begrifflichkeit]], die aus der [[Schlussfolgerung]] ihrer Kategorieen (siehe auch [[Begriffsbildung]]) dessen Vereinzelung als etwas [[Ganzes]] so zu behandeln sei, wie es [[wahrzunehmen]] ist. Von da her substantivieren sie einen [[Teil]] seiner Lebenszusammenhänge zu dem, was sie im Grunde einfach nur für sich selbst [[wahrhaben]], um sich als brauchbares [[Wissen]], als Anwendungswissen für einen vereinseitigten [[Gegenstand]] zu [[totalisieren]] (z.B. als Soziologie einer Funktionalität der [[Gesellschaft,]] als Personifikation von [[Geschichte]], als Vergemeinschaftung der Menschen zu einem [[Volk]], als [[Selbstverwirklichung]]der [[Psyche]] zu einer [[Masse]] von [[Gefühlen]], als Selbstverwertung des [[Kapitals]] zu einer sich selbst fremden Existenz eines [[Existenzwerts]], als instrumentalisierung eines [[Willens]] zur Repräsentation einer politische Kultur und [[Politik]], als Aufführung einer [[Erziehung]] im Glauben an eine übermenschliche Selbstverantwortung, als [[Selbstgefüh]]l der Ausschließlichkeit eines ausgeschlossenen [[Körpers]], als [[Ästhetisierung]] der menschlichen Wahrnehmung zur [[Kunst]] usw.). Um den [[abstrakten]] [[Verstand]] ihrer [[isolierten]] [[Erkenntnisse]] den Erscheinungsweisen ihres [[Gegenstanda]] zu überantworten bezieht sich solche [[Wissenschaft]] kategorial auf eine unwesentliche [[Abwesenheit]] ihres [[Daseins]], um dieses mit dem [[Wesen]] der [[abstrakten]] [[Ganzheit]] (siehe hierzu auch [[Religion]]) einer wissenschaftlichen [[Interpretation]] zu verfüllen, die realen [[Abstraktionen]] seiner Existenz (siehe [[Realabstraktion]]) in [[Gedankenabstraktionen]] aufzulösen (siehe hierzu auch [[Ideologie]]) und als solche zu behandeln. In der [[Trennung]] von ihrem [[Gegenstand]] kann solche [[Wissenschaft]] die [[Wahrheit]] ihrer Beweisführung allerdings nur durch die [[Methode]] ihrer Erkundung behaupten, sich selbst also nur methodisch [[wahrmachen]]. Sie sucht von da her aus dem Standpunkt einer positiven burgherrlichen [[Subjektivität]] (siehe hierzu auch [[bürgerliches Subjekt]]) heraus zu beschreiben, was das [[bürgerliche Bewusstsein]]zu verfestigen und zu bewahren vermag. Mit der [[Globalisierung]] des [[fiktiven Kapitals]] wurde jedoch aus der [[abstrakten Allgemeinheit]] der [[wirtschaftlichen]] Verhältnisse des [[Weltkapitals]] und seiner Existenzverwertung (siehe [[Existenzwert]]) die konkrete Realität des [[kapitalistischen]] [[Wertwachstums]] unbehandelbar. Von daher war ein systematisiertes [[Erkenntnisinteresse]] erforderlich, das seine Bewahrheitung nicht mehr aus der [[Analyse]] einer konkreten Realität (siehe auch [[Realwirtschaft]]) beziehen konnte, sondern sich aus der [[logischen]] [[Struktur]] des ganzen [[Systems]] (siehe auch [[Schuldgeldsystem]]) dessen kybernetische Funktionalität zum ausschließlichen [[Gegenstand]] einer [[verselbständigten]] Wissensbildung (siehe auch [[theoretisches Bewusstsein]]) über alle soziologisch fassbaren [[Beziehungen]] eines [[neoliberalen]] [[Wirtschaftswachstums]] hinweg gemacht hat (siehe hierzu [[Systemtheorie]]). [[Bürgerliche]] [[Wissenschaft]] ist von jeher schon zweierlei in einem: sowohl eine [[kleinbürgerliche]] [[Institution]] der Forschung und Lehre, als auch eine bestimmte Weise (siehe auch [[Methode]]) der [[Erkenntnis]] (siehe hierzu auch [[Erkenntnistheorie]]) als [[Wissen]]über die gesellschaftlichen Zusammenhänge von der bürgerlichen Lebensformen (siehe auch [[bürgerliches Subjekt]]) von [[Politik]], [[Wirtschaft]] und [[Staat]]. Als [[kleinbürgerliche]] [[Institution]] begründet sie sich aus den [[Notwendigkeiten]] der [[bürgerlichen Gesellschaft]], um die darin [[gegebenen]] [[Lebensverhältnisse]] der Menschen als [[Struktur]] ihres [[Lebens]] (siehe hierzu [[Strukturalismus]]), als Funktionalität ihrer [[gesellschaftlichen]] [[Form,]] als [[Formbestimmung]] ihrer [[Lebensverhältnisse]] zu bewahren, ihre Entfaltung zu fördern und ihre Probleme zu lösen. Sie steht darin also ganz unmittelbar vor den Funktionsstörungen dieser Gesellschaft und den systemimanenten [[Notwendigkeiten]] ihrer [[Entwicklung]]. Als [[Form]] von [[Erkenntnis]] erscheint sie sich in ihrem [[Erkenntnisinteresse]] und ihren [[Interpretationen]] als hiervon uvoraussetzungslose und von daher freies und vorurteilsloses [[Wissen]], das sich einer [[Gewissheit]] über sich selbst zu nähern sucht. In der [[Notwendigkeit]] einer [[selbstbewussten]] Wissensbildung im Jenseits ihrer [[Gegenstände]] treten die Geisteswissenschaften zunächst nur wie eine [[Idee]] auf (z.B. als Hypothese). Der folgen sie zur Annäherung an ihren [[Gegenstand]] durch die hieraus möglichen [[Interpretationen,]] um ihm einen Zusammenhang von einzelnen [[Gewissheiten]] durch eine [[Theorie]] zu verleihen. Über deren [[Beziehungen]] verschafft sie sich im Verlauf ihrer Forschung eine [[Vorstellung]] als positive [[Abstraktion]] (siehe hierzu auch [[Konstruktivismus]]) von ihm oder vertieft die Beschreibung seines [[Wesens]] (siehe hierzu auch [[Phänomenologie]]) als ein &#039;&#039;eidetische Wesen&#039;&#039; (siehe [[eidetische Reduktion]]) - und als dieses auch [[bewertet]] und verfestigt wird (siehe hierzu auch [[Positivismus]]), um durch ihr Handeln die [[Güte]] verliehen zu bekommen, die den [[Idealen]] (siehe auch [[Ideologie]]) ihrer [[Lebenswerte]] entspricht (siehe auch [[Idealismus]]). In der Vielfalt bürgerlicher [[Erkenntnisinteressen]] versteht sich ihr Pluralismus als Fortschritt der [[Freiheit]] von [[Wissenschaft]] überhaupt. In [[Wahrheit]] aber ist es nur der Ausdruck des [[hermeneutischen Zirkels]] ihrer [[Methode]] der [[Verallgemeinerung]], die sich jeder [[materialistischen]] [[Dialektik]] entgegenstellt, weil sie nur der eigenen [[Notwendigkeit]] ihrer Funktion folgt, also nur für sich vollzieht, was ihr als Institution nötig ist und sich auf ihren [[Gegenstand]] von daher nur auf seine Form, als Wissen auf seinen [[Inhalt]] aber [[gleichgültig]] bezieht. Solange eine [[Notwendigkeit]] [[gleichgültig]] neben einer anderen steht, solange sie sich aus der Unaufgelöstheit [[gleichgültiger]] [[Beziehungen]] ergibt, sich daraus begründet, dass sich das eine ebenso gut wie das andere einfach nur [[ereignet]], bleibt Wissenschaft [[unendlich]] begründet, bleibt sie selbst bloßes [[Ereignis]] des [[Notwendigen]] und versetzt jede [[Erkenntnis]] in einem &#039;&#039;[[hermeneutische Zirkel]]&#039;&#039;, wie sie auch durch ihn in der [[Trennung]] von ihrem [[Gegenstand]] bestimmt bleibt. Dieser beschreibt eine Kreisförmigkeit der [[Erkenntnis]], die sich aus der Stellung einer [[Wissenschaft]] oder eines [[Bewusstseins]] überhaupt ergibt, die ein rein [[objektives]], ein &#039;&#039;freien&#039;&#039; Wissen über die [[allgemeine]] [[Notwendigkeit]] ihrer [[Existenz]] anstrebt, das keiner inneren [[Notwendigkeit]] folgt, sondern [[Erscheinungen]] nachgeht, ohne sich als interessiertes [[Subjekt]] seiner [[eigenen]], ihm [[wirklich]] [[notwendigen]] [[Erkenntnis]] zu verstehen. [[Subjektiv]] bleibt ein solches [[Bewusstsein]] auch [[gleichgültig]] gegen seinen [[Gegenstand]] bestimmt, dessen [[Existenz]] sich damit auch nur in gleicher [[Geltung]] [[verallgemeinern]] können soll (siehe auch [[Geld]]). Es ist die gängige [[Form]] der [[Aufklärung]] als Beziehung [[bürgerlicher Wissenschaft]] auf ihren [[Gegenstand]], die sich rein instrumentell verantwortlich für seine [[Existenz]] zu ihm verhalten will und zwischen seinen Eigenschaften sich je nach [[ungewöhnlichen]] Phänomenen in ihrer [[Phänomenologie]] auf ihn bezieht, sich also an [[Ereignissen]] ausrichtet, die Störungen in ihrer Gleichförmigkeit ausweisen, nicht dem gegenwärtigen Gefüge entsprechen und auf den Gleichklang ihres semiotischen [[Wesens]] [[reduziert]] werden sollen. Bei diesen vielfältigen [[Methoden]] solcher &#039;&#039;[[Wissenschaft]]&#039;&#039; blieb letztlich die [[Systemtheorie]] übrig, die sich so allgemein funktional versteht, dass ihr niemand zu widersprechen wagt, denn sie ist der schon im Vorhinein einer jeglichen [[Erkenntnis]] aufgelöste [[Widerspruch]] eines jeden [[Denkens]]: Die gedankenlose [[Reduktion]] auf das bloße Funktionieren. Aber tatsächlich ist diese Funktion einer rein instrumentellen Vernunft das einzige, was von ihren hohen Ansprüchen auf Wahrheitsfindung übrig geblieben ist als ihre letztliche [[Qualität]] für die Tätigkeit dieser [[Wissenschaft]], als die [[Güte]] ihrer Reparaturleistungen in der unübersehbaren Masse des gesellschaftlichen Versagens. Von daher versteht sich bürgerliche Wissenschaft nicht [[subjektiv]] tätig in der [[Arbeit]] am gegenständlichen Sein, und also auch am [[Bewusstsein]] einer ihr [[äußerlichen]] Objektivität, wodurch sie eine [[kritische Theorie]] als eine [[Wissenschaft]] für das [[wirkliche]] [[Leben]] der Menschen durch [[wirklich]] lebende Menschen wäre. Sie will als [[objektive]] [[Institution]] der Forschung selbst für die Fortbildung ihrer [[Gesellschaft]] - so wie sie nun mal ist oder zu sein [[scheint]] - auch [[objektiv]] in der Pflege und Herstellung ihrer Objekte tätig sein, für die ein [[notwendiges]] [[Wissen]] nicht mehr die [[subjektive]] [[Bedingung]] ist, [[objektive]] Verhältnisse zu verändern. Sie [[versteht sich selbst]] [[tätig]] in der [[Verwirklichung]] [[objektiver]] [[Wahrheit]] und [[Vernunft]], sich als Funktionär der [[Gegebenheiten]] und [[Gewohnheiten]], wo sie ungewöhnlich werden (siehe hierzu auch [[Systemtheorie]]). Und als dieser Funktionär sieht sie sich mit ihrem durch ihre Verhältnisse beschränkten [[Verstand]] über ihre neue oder erneuerten [[Erkenntnisse]] auch als Produzentin neuer Gegenstände und also auch selbst als geschichtsbildend, als gesellschaftliches Subjekt einer objektiven [[Geschichte]]., für die sie niemals [[subjektiv]] sein müsste und also keine eigene Verantwortung außer der einer Funktionärin zu tragen hat. Weil sie in ihrer Form als [[Institution]] der [[Gesellschaft]] selbst schon sich im [[Prinzip]] ihrer [[Theoriebildung]] mit den [[objektiven]] [[Notwendigkeiten]] ihrer bloßen [[Existenz]] vereint, ist sie in und durch sich von ihrem Gegenstand [[getrennt]]. Sie versteht sich im Unterschied zu einer [[kritischen Theorie]] nicht selbst als [[Gegenstand]] ihrer Untersuchung, als [[Tätigkeit]] eines [[Selbstzweifels]], die in der [[Analyse]] ihres Gegenstands dessen [[Widerspruch]] [[kritisch]] auflösen will (siehe [[Logik]]), sondern verfolgt das [[Interesse]], sich ihren Gegenstand erst durch ihre Untersuchung zu [[eigen]] zu machen, sich ihm als &#039;&#039;[[Tatsache]]&#039;&#039; ihrer Forschung wie wie durch einen [[Zufall]] [[bedingt]] - also an und für sich selbst [[gleichgültig]] zu nähern (siehe [[Phänomenologie]]), um ihn zu [[beurteilen]] und zu [[bewerten]]. Wiewohl schon dies das Vorurteil einer [[Methode]] der [[Erkenntnis]] beschreibt (siehe auch [[Erkenntnistheorie]]), begründet sich bürgerliche Wissenschaft letztlich immer erst aus den Resultaten ihrer Forschung (siehe [[hermeneutischer Zirkel]]), also im Nachhinein ihrer &#039;&#039;Erkenntnisse&#039;&#039;, die ihr die [[Bewertungen]] liefert, die sie im Grunde schon vor aller [[Erfahrung]] mehr oder weniger bewusst hatte. Ihre Ergebnisse erbringen somit zu einem großen Teil nurmehr die Belege ihrer Vorurteile zum &#039;&#039;Beweis&#039;&#039; ihrer [[Güte]] als ihre [[Wahrheit]] an sich (siehe [[hermeneutischer Zirkel]]). Ihr bleibt von daher das [[moralische]] Verhältnis zu ihrem [[Gegenstand]] als ultima ratio eines [[Wissens]], das als eine in sich geschlossene objektive Erkenntnis zu gelten habe und vor allem keine [[Erkenntnis]] als [[Selbsterkenntnis]] nötig haben soll. In diesem [[Sinn]] getrennt von ihrem Gegenstand hat ihr Bezug auf dessen [[Wirklichkeit]] vor allem die Ausschaltung negativer [[Wirkungen]] und die Beförderung positiver Vorstellungen zu ihrem [[Nutzen]] und also zu ihrem praktischen [[Inhalt]] in vorgegebener [[Form]], zum Antrieb ihrer Forschung und ihrer [[Interpretationen]] innerhalb und zur [[Formbestimmung]] ihres Betriebs. [[Bürgerliche]] Wissenschaft steht in dieser [[Getrenntheit]] von ihrem [[Gegenstand]] scheinbar voraussetzungslos vor den Resultaten der bürgerlichen Lebensverhältnisse, die ihr als ein ihr [[äußerlicher]] [[Gegenstand]] gelten, den sie zu behandeln und zu beeinflussen hat. Von daher kann sie nur &#039;&#039;Erkenntnisse gewinnen&#039;&#039;, die nicht unmittelbar ihr [[Verhältnis]] zu ihrem Gegenstand als menschliches [[Verhalten]] reflektieren, sondern [[Erscheinungen]] erforschen, die durch ihre [[Allgemeinheit]] selbst schon Erklärung für sich sein sollen, für das was ist und dass es so ist, wie es ist. Sie beginnt mit ihren Forschungen posthum und entwickelt sich durch das theoretische [[Abstrahieren]] von den Bestimmungen ihres Gegenstands. Sie begegnet ihm in erster Linie also nicht fragend sondern funktional, in einer Funktionalität, aus der sich erst ihre Fragen und Hypothesen ergeben. Sofern sie bei ihren [[Analysen]] überhaupt solche Implikationen reflektiert, wird sie ihre Erfolge nur an der Unzahl der Problematik relativieren. Ihre Wahrheit entspricht im Wesentlichen dem, was ein Medizinerspruch treffend formuliert: &#039;&#039;Wer heilt hat Recht&#039;&#039;. Es ist das Recht des Heils und das [[Heil]] definiert sich eben nunmal an den [[Gegebenheiten]], die ihm vorausgesetzt sind, an der [[Ganzheit]] von[[Verhältnissen]], die [[unheil]] geworden waren. Dieser [[Grund]] ist der bürgerlichen Wissenschaft auch schon in der[[Trennung]] von ihrem [[Gegenstand]] [[äußerlich]] vorgegeben, sodass dieser ihr ein äußerer Gegenstand bleibt, an dem sie Veränderungen zu bewirken hat, die ihn im Zusammenhang des [[Ganzen]] wieder eingliedern, ihn heil machen müssen, weil dies der [[Grund]] ihrer Tätigkeit ist. Weil bürgerliche Wissenschaft von daher nicht zwischen [[Grund]] und [[Ursache]] unterscheiden kann, [[erkennt]] sie ihren Gegenstand so [[abstrakt]], wie sie auch wirklich in der praktischen Trennung von ihm sich auf ihn immer und allgemein beziehen kann. Von daher treffen sich ihre [[Vorstellungen]] von ihm auch durchaus in der praktischen Abstraktion mit ihm. Sie bleibt ihm so fremd, wie sie auch durch ihn [[entfremdet]] ist. Die erkenntnistheoretischen Fragen der [[bürgerlichen Wissenschaften]] entstehen selbst schon dadurch, dass sie ihren [[Gegenstand]] getrennt von ihrer [[Beziehung]] auf ihn denken und forschen, dass sie ihn nur im Nachhinein zu erkennen suchen und also keinen [[Zweifel]] mehr an ihm haben können. Sie können daher auch nicht mehr fragend dessen [[Begriff]] erkunden, und sie entwickeln stattdessen durch ihre [[Methode]] eine Wahrheitsfindung, die ihrer wissenschaftlichen Systematik mehr entspricht, als dass sie ihren Gegenstand in seinem wirklichen sinnlichen [[Reichtum]] begreifen könnten. Eine Methode kann nicht durch sich schon [[wahr]] sein, gerade weil sie ihrer Systematik zu folgen hat. Daher ist das [[Wahrheit]]sverständnis, das in sie eingeht, die blind wirkende Grundlage für ihre Urteile, - Ur-Teile im wahrsten Sinne des Wortes: Was das ursprünglichste [[Teil]] im [[Ganzen]] der Begriffsbildung ist, begründet letztlich ihr [[Urteil]]. Und in der [[Getrenntheit]] von ihrem [[Gegenstand]] kann das nur ein Teil der [[Gegebenheiten]] sein, das sie als Zusammenhang der Ereignisse an ihrem Gegenstand als für sich [[wesentliches]] erkannt haben will. Es gründet also auf einem Vorurteil, das ihm schon vor aller Erkenntnis durch die &#039;&#039;wissenschaftliche Methode&#039;&#039; vorausgesetzt ist, die Art und Weise, wie etwas zu verstehen ist. Im Gottvertrauen wird es anders ausfallen als in einer [[Lebensangst]], aus den Notwendigketen des Lebens, und in einem Wettbüro wird seine Prognose auch anders aussehen als in einer Klosterschule. Die Methode induziert oder deduziert ihre [[Wahrheit]] und kommt der [[Erkenntnis]] nur so nahe, wie sie beides zu vereinen versteht, soweit eben, wie sie ihr eigenes [[Sein]]; ihre bürgerliche [[Existenz]] begreifen kann, sich mit ihrem Gegenstand zugleich auf den [[Begriff]] bringt. Die Begriffsbildung der [[bürgerlichen Wissenschaften]]n dreht sich um die [[Substanzen]], die ihr vorausgesetzt, also rein äußerllich unterstellt sind und letztlich auch sie selbst begründen (siehe [[Hermeneutischer Zirkel]]). Je abstrakter schon die realen Inhalte ihrer Gegenstände sind, desto systematischer sind ihre Methoden, so dass sie selbst immer funktioneller aus der Systematik ihrer Methode interpretiert werden. Mit fortschreitender [[Abstraktion]] sind sie in den [[Systemtheorien]] angelangt, worin Methodik sich überhaupt nur noch aus ihrer Funktion begründet. [[Erkenntnisse]] sind hierzu nicht mehr nötig, weil sich das, was sie bezwecken, daraus erklärt, dass es bewirken kann, was es bewirken soll. In solchem [[Konstruktivismus]] sind die Systemtheorien zum bloßen Handlanger für die Funktionsstörungen eines [[Systems]] geworden, das sie in ihren Algorithmen nur noch nachvollziehen und kontrollieren wollen. Da die Identität der bürgerlichen Forschung aus ihrer Methode besteht, kann sie auch nur methodische [[Wahrheit]] äußern, im Grunde also nur der Wahrheit einer Funktionalität ihres [[Systems]] folgen, das sich der Systematik der [[Gegebenheiten]] nur noch anpassen kann, prinzipiell also völlig selbstlos und un[[kritisch]] sein muss. Und da die [[bürgerlichen Wissenschaften]] durch das Identitätsstreben ihres [[Selbstbewusstseins]] ihr eigenes Nichtsein unterstellen und nach Positionen und Modellen suchen, was ihre [[Identität]], ihre Wahrheit oder Konsistenz einbringen könnte, bleibt ihnen mit der fortschreitenden [[Entwicklung]] der [[Realabstraktionen]] des [[Kapitalismus]] nach einem ausgiebigen Methodenstreit auch nur die reine Funktionalität ihrer [[Gedankenabstraktion]], oder die reine Struktur (siehe [[Strukturalismus]]) oder die reine Systematik ihrer Elementarformationen, ihrer [[Elementarformen]] - auch wenn die alles andere als Formen der [[Natur]] sind (siehe [[Systemtheorie]]). Es entsteht hieraus eine [[Ordnung]] der [[Selbstbezüglichkeit]], welche zum Anliegen der [[phänomenologischen]] Methodik geworden war, die sich mit der Bereinigung der unstrukturierbaren, der unordentlichen Lebensäußerungen der Menschen und ihrer [[Natur]] zur Behauptung einer Reinheit des objektiven Seinsollens fortentwickelt hat. Sie unterstellen damit vor allem eine Nichtigkeit ihres wirklichen Menschseins, ein durch sich sebst schon nichtiges [[Subjekt]] bewahrheiten will, dem ihre Wahrnehmungen gehorchen oder schon [[hörig]] sind wenn sie nicht selbst wieder theologisch werden, auf ein höheres Geistes[[wesen]] (siehe [[Idealismus]]) zurückkommen, durch das sie sein können, was sie für sich nicht sind: Einen [[Gott]], einen Weisen, eine Erleuchtung oder ein kosmisches Prinzip schlechthin (siehe [[Esoterik]]). Es ist ihr Tanz um das [[Nichts]], in dem alle derartigen Behauptungen münden. Wie soll man sich Nichts vorstellen können - als Nirvana, als Prinzip, als Parallelwelt (schwarze Löcher) usw.? Dass Nichts eben auch als Produkt zu verstehen ist, von dem, was wir sind, führt da weiter, denn aus Nichts kann nur werden, was nicht ist, weil es die Frage auflöst, was [[Sein]] ausmachen sollte, was also nicht ist und damit nur abstrakt und selbstreferenziell ist, Nichtigkeit behauptet, die erklärt werden soll, weil man darin nun einmal die Weisheit für das sucht, was man nicht weiß (siehe [[Philosophie]]). Es ist ein [[Prinzip]] der Ungewissheit, in der bürgerliche Forschung zu verstecken sucht, dass ihre Positionen selbst schon aus dem, was ist geflüchtet sind. Es ist der [[Begriff]] ihres Eskapismus, den sie suchen, um sich zu verewigen. Es ist also eine Scheinfrage, die um jede Art von Scheinantwort nicht verlegen sein wird. Es ist das Bedürfnis einer unendlichen [[Erkenntnis]], die an allem vorbeigeht, woran sie schon vorbeigegangen war: Die Nichtigsetzung des Menschen. Diese zu beweisen kann daher nur die einzig wahre Antwort sein: Die Erkenntnis der [[Entfremdung]] des Menschen von seinem Menschsein. Sie besteht in der Analyse der menschlichen [[Geschichte]] als Geschichte der Menschheit (siehe [[historischer Materialsimus]]). Die [[Abstraktionen]] der bürgerlichen Wissenschaf blieben rein ideell, also ohne wirkliche Rückbeziehung auf ihre Anwendungen, wenn sie nicht zugleich real wären (siehe [[Realabstraktion]]). Sie bezieht sich auf ihren [[Gegenstand]] vom Standpunkt der Anwendbarkeit ihrer [[Ideen]] und [[Vorstellungen]], die sie von ihm hat und bewirkt auch an ihm die Fortexistenz seiner gesellschaftlichen Entfremdung. Sie versucht, dessen Probleme dadurch zu beantworten, dass sie ihn [[idealisiert]], dass sie ihn also in der Vorstellung seiner aufgehobenen Problematik [[interpretiert]], in der Beförderung seiner [[Isolation]] behandeln will. Von daher betreibt sie vorwiegend [[Ideologie]]. Ihr überwiegendes [[Wahrheit]]skriterium ist die Übereinstimmung des [[Faktischen]] mit ihren [[Vorstellungen]], das ihr zugleich die Fähigkeit vorenthält, Unwirklichkeit als [[Wesen]] gegebener [[Wirklichkeiten]] (siehe [[Unding]]), der [[Sachzwänge]] und Gewalten in den [[Wirkungen]] abstrakter [[Verhältnisse]] (siehe [[Entfremdung]]) zu [[erkennen]]. Sie will die Nöte der bürgerlichen Lebensverhältnisse lösen, steht aber fast völlig hilflos vor ihrem eigenen: Was überhaupt ist [[Erkenntnis]]? Ist das ein quasi neuronaler Prozess, eine Naturkraft, die unser Leben bestimmt oder ein Verstand, der unser Leben zu unserem Wohl oder [[Ideal]] befördert? Gibt es eine [[Vernunft]] der Welt oder ist sie alleine von der Vernunft der Menschen abhängig? Ist Wissen die Aufsammlung von [[Information]] über das, was [[Leben]] ausmacht und bedingt? Und was soll dann Denken, was machen [[Gedanken]] hierzu aus? Ist [[Bewusstsein]] nichts anderes als praktisches Wissen des [[Seienden]] oder enthält es auch ein Nach[[denken]] über die inneren Zusammenhänge, welche das [[Sein]] ausmachen? Was ist [[Wahrheit]] und wie wird sie [[bewiesen]]? Und sobald [[Gewissheit]] notwendig wird, da scheitert sie vollkommen, denn für ein [[Gewissen]] zu menschlichem Handeln taugt sie ganz und gar nicht. Der grundlegende Mangel [[bürgerlicher]]Wissenschaft ist schon ihr Ausgangspunkt, ihre Abgetrenntheit von der Lebenspraxis der Menschen, ihren [[notwendigen]] Lebenserfordernissen, die auch ihren Fehler erzeugt. Ihr Ausgangspunkt ist die Welt, wie sie [[gegeben]] und also auch unhinterfragbar erscheint. Von daher reflektiert sie nicht, was diese Gegebenheit ausmacht und worauf ihre [[Identität]] beruht, sondern begründet sich in der Fraglosigkeit ihres Denkens gegenüber den bürgerlichen Lebensverhältnissen: Auf der [[Selbstgewissheit]] der [[Bürger]] in der Beziehung auf ihre [[Besitz]]tümer, welche den [[Zwiespalt]] ihrer [[eigentüm]]lichen Wirklichkeit aufhebt. Im [[Denken]] selbst wird die Trennung von ihrem [[Gegenstand]] darin wirksam, dass es diese Wirkung nicht begreifen kann und daher im Begriff steht, sich nur selbst zu denken. Die ganze Philosophie, das Kernstück der bürgerlichen Wissenschaften, denkt sich in der [[Abstraktion]] von ihrer [[Wirklichkeit]] und [[idealisiert]] hiermit ihr eigenes [[Sosein]] zu einem allgemeinen [[Dasein]], zum Dasein als [[Gegebenheit]], als Dasein eines identitären Menschen, einer Persönlichkeit ihrer Selbstbildung, die in Wirklichkeit nichts anderes ist, als was was ihr [[gegeben]] ist und womit sie sich selbst objektiv macht. Von daher kann solche Wissenschaft, welche in der Trennung von ihrem [[Gegenstand]] den [[Verhältnissen]] der Menschen selbst schon menschliche Identität unterstellt, Wesen und Erscheinung ihres Gegenstands auch nicht unterscheiden und wird schon durch sich selbst unwahr indem sie die Notwendigkeit einer gegenständlichen [[Analyse]] durch [[Ideologie]] (bzw. durch[[Ideologiekritik]]) ersetzt. &#039;&#039;Die Frage, ob dem menschlichen Denken gegenständliche Wahrheit zukomme - ist keine Frage der Theorie, sondern eine praktische Frage. In der Praxis muß der Mensch die Wahrheit, i. e. Wirklichkeit und Macht, Diesseitigkeit seines Denkens beweisen.&#039;&#039; ([[MEW 3, S. 5]]) Die bürgerliche Wissenschaft steht nur vor den Resultaten des [[Produktionsprozesses]] der bürgerlichen Gesellschaft und sucht darin selbst auch die Lösungen für deren Probleme, sei es durch Auffindung anderer [[Positionen]] (siehe auch [[Positivismus]]), sei es durch Entwicklung eines Andersseins darin (siehe auch [[Negation]]), niemals aber durch die Erkenntnis des Widerspruchs ihrer Interpretationen, die sich erst in der Erkenntnis ihrer eigenen Voraussetzungen ergeben kann, in der Erkenntnis der Besessenheit der Menschen durch ihre Besitzverhältnisse und der ihnen eigentümlichen gesellschaftlichen Produktionsweise (siehe [[Privateigentum]]). Sie verhält sich zu ihrem Gegenstand einzig unter dem Aspekt seiner Allgemeinheit, entweder rein kognitiv (empiristisch) oder [[subjektiv]] (idealistisch), und verbleibt daher ihrer eigenen Tätigkeit gegenüber abstrakt. Ihr Wissen selbst beruht in dieser Abgetrenntheit von den wirklichen Problemen der Menschen, teilt vor allem diese mit und verwirklicht als Moment der gesellschaftlichen Verhältnisse eine zweifelhafte Beziehung auf ihre Gegenstände, eben weil sie diesen Bezug nicht mehr als [[Zweifel]] ihrer Erkenntnis hat, sondern in ihrer Nützlichkeit für den Erhalt zweifelhafter Verhältnisse bestätigt. In solchem [[Pragmatismus]] lässt sich für sie immerhin der Streit von Wissenschaftspositionen (namentlich eben dem [[Idealismus]] und [[Empirismus]]) auch wirklich auflösen. Bürgerliche Wissenschaft ist eine [[Wissenschaft]], die sich dem [[politischen]] Interesse des [[Bürger]]tums nach Maßgabe des [[Nutzens]] seiner Sachwelt beugt, dessen Funktionalität fördert und dessen Probleme mildert. Sie nimmt die Welt, wie sie ihr [[gegeben]] erscheint (siehe [[Schein]]). Das darin begründete Verständnis von [[Objektivität]] nimmt seinen [[Gegenstand]] von vorne herein selbständig und ohne Bezug auf den Menschen als eine von ihm getrennte Lebensbedingung, die ihre eigene Vernunft hat. Daher ist das [[Seins]]verständnis der bürgerlichen Wissenschaft auch ununterschieden von ihrem Verstand für das [[Dasein]]. Sie entwickelt Kategorien, die Imperativ für das Gelingen eines störungsfreien Verhältnisses ihres Gegenstands eintreten. Von da her befolgt diese Wissenschaft mehr oder weniger ausdrücklich immer den [[kategorischen Imperativ]] und hat bis heute die [[Aufklärung]] nicht überwunden. Dem entspricht ein Menschenbild, das im Gelingen der bürgerlichen Gesellschaft selbst schon menschliche Gesellschaft begreift und also einer [[Ethik]] der [[Sittlichkeit]] folgt, die sich aus der [[Vernünftigkeit]] der [[Sache]], aus sachlicher Vernunft ergibt: Soweit der Mensch sachlich ist, ist er auch vernünftig. Sie ist in ihrem [[Denken]] daher wesentlich rational. Das heißt: Sie ergründet nicht eine [[Logik]] ihres Gegenstands, sondern beurteilt ihn mit ihrer Logik und unterwirft so die Lösung menschlicher Probleme der [[Logik]] ihrer [[Urteil]]skraft. Da diese sich nur aus [[Positionen]] bezüglich des menschlichen [[Lebens]] ergibt, war solche Wissenschaft in ihrem [[Erkenntnis]]interesse immer schon gespalten zwischen Dasein und Wesenhaftiglkeit, zwischen [[Empirismus]] (siehe [[Positivismus]]) und [[Idealismus]]. Der darin angelegte [[Zweifel]] um die [[Wahrheit]] ihrer Aussagen wurde im [[Pragmatismus]] aufgelöst, der heute besonders im Neoliberalismus total geworden ist. Bürgerliche Forschung geht von der [[Anschauung]] zur Befragung des Geschauten und ist zwischen Befragung und Dasein unvermittelt, bar jeder [[Dialektik]] von [[Wesen]] und Erscheinung und damit auch unentschieden zwischen [[praktischem]] und [[theoretischem Bewusstsein]]. Da sie hierdurch alles [[Sein]] als [[Selbstverständlichkeit]] hinnimmt, bezieht sie auch ihr [[Selbstverständnis]] aus den [[Gegebenheiten]] selbst. Sie nimmt Vorstellungen, die sich aus bürgerlichem [[Leben]] heraus ergeben (siehe auch [[Warenfetischismus]]) als Lebensidee ([[Ideologie]]), die in den [[Zweck]] des [[Besitz]]verhältnisses gestellt und vor allem darin [[nutz]]bar gemacht werden. Von daher sind sie - wiewohl dem Anspruch nach [[theoretisches Bewusstsein]] - vor allem Formationen des [[praktischen Bewusstseins]]. Bürgerliche Wissenschaft ist somit immer auch politische Wissenschaft, bereitet also [[Wissen]] auf, das sich dem politischen Verhalten zu ihrem Gegenstand verpflichtet und daher ihre [[Erkenntnisse]] hierüber mit einem [[politischen]] Anwendungsinteresse mischt. Hiergegen kann Wissenschaft nur in der [[Kritik]] des politischen Verhältnisses wahr sein (siehe z.B. [[Kritik der politischen Ökonomie]]), weil nur sie ihren [[Gegenstand]] für sich begreifen und dessen [[ganze]] Entfaltung bewahrheiten muss (siehe auch [[Begriff]]). Bürgerliche Wissenschaft ist bloße Reflexion des Seins, hat dieses zwar zu ihrem Inhalt, ist sich aber ihrer leeren Selbstbestimmung, ihrer [[Trennung]] von ihrem [[Gegenstand]] nicht bewusst (siehe z.B. [[Positivismus]], [[Phänomenologie]]). Ihr bleibt wirkliches [[Bewusstsein]] verschlossen, ein bewusstes Sein, das sich selbst in seinem Anderssein begreifen muss, in der [[Kritik]] von diesem seine [[Notwendigkeit]] weiß. Es hat zwar denselben Inhalt wie dieses, steht aber in einer eigenen [[Beziehung]] hierzu, die ihre [[Entfremdung]] von diesem [[begriffen]] haben muss, um [[wahr]] sein zu können. Es kann solche Theorie ihre [[Beziehung]] im [[Wissen]] nicht [[ausschließlich]] und nur dies eine sein, nur einen Inhalt als [[Gegenstand]] für sich haben. [[Ökonomische]] Verhältnisse - zum Beispiel - sind nicht alles Sein, was [[Bewusstsein]] zum Inhalt haben kann. So ist [[Kultur]] etwa ein anderes Sein als es [[Wirtschaft]] ist, weil ihr [[Wesen]] anders ist, nicht unbedingt [[nützlich]] sein muss. Von daher gibt es auch ein kulturelles Bewusstsein. [[Bewusstsein]] ist also immer auch auf anders bestimmtes Sein bezogen, nicht [[Bewusstsein]] an sich, das pure [[Philosophie]], bloße [[Interpretation]] bliebe. Kritik unterstellt daher ein Wissen um die Getrenntheit zu seinem Gegenstand und schließt von daher auch permanente Selbstkritik der Wissenschaft ein. Dies unterscheidet [[Kritische Theorie]] von bürgerlicher Wissenschaft ganz wesentlich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[bürgerliche]] [[Wissenschaft]] [[begreift]] ihre eigene [[Tätigkeit]] als eine Formatisierung ihrer Verhältnisse im Nachhinein ihrer Entstehung – oft auch nur als Flickwerk ihres Versagens. Ihrem im Grunde immer noch [[phänomenologischen]] [[Denken]] und der ihm verwandten [[Begriffsbildungen]] (siehe z.B. [[Strukturalismus]], [[Positivismus]], [[Pragmatismus]], [[Idealismus]], [[Systemtheorie]]) ist es von da her [[gänzlich]] [[fremd]], wie und warum eine Welt, die sich rein [[ontologisch]] [[verstanden]] durch das [[Leben]] der Menschen in ihren [[Lebensverhältnissen]] (siehe [[Gesellschaft]]) begründen sollte, zu einem Herrschaftsverhältnis der von ihnen erzeugten [[sachlichen]] [[Lebensbedingungen]] [[verkehren]] kann. Wie kann es sein, dass die Menschen gegen ihren erklärten [[politischen Willen]] (siehe [[Immanuel Kants]] [[Kategorischen Imperativ]]) zum [[Objekt]] ihrer eigenen [[Verhältnisse]] werden? Warum kann die [[Aufklärung]] über ihre [[politischen]] Verhältnisse sie nicht dazu bewegen, durch das [[Wissen]] über ihr [[Dasein]] eine Politik der Mündigkeit zu schaffen?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;Das Nachdenken über die Formen des menschlichen Lebens, also auch ihre wissenschaftliche Analyse, schlägt überhaupt einen der wirklichen Entwicklung entgegengesetzten Weg ein. [[(MEW 23, Seite 89*f)]]&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es gibt offensichtlich eine politische Allmacht, durch welche &#039;&#039;die weltliche Grundlage sich von sich selbst abhebt&#039;&#039; und mit sich selbst in einen [[Widerspruch]] zwischen ihrem [[Inhalt]] (z.B. [[Gebrauchswert]]) und ihrer [[Form]] (z.B. [[Tauschwert]]) geraten kann. Und natürlich [[erscheint]] sie sich durch das Unvermögen solcher Begrifflichkeiten (z.B. als [[Geld]]) unabänderlich. So wird der [[Widerspruch]] selbst [[abstrakt]] zu einer leibhaftigen Tautologie, zu einem dem Menschen [[äußerlich]] verbliebenen Zweck, zu einem [[fremden]] [[Wesen]], das schon durch sich – so wie es in seiner [[Wirklichkeit]] ist – auf [[ewig]] [[bestimmt]] [[erscheint]]. Erst mit der Erkenntnis seines [[materialistischen]] [[Begriffs]] als [[Substanz]] einer [[abstrakt menschlichen Arbeit]] wird seine Existenz als Grund einer wesentlichen [[Entfremdung]] offenbar (siehe [[historischer Materialismus]]). Und so lässt sich darlegen, wie und warum es eine [[fremde Kraft]] gibt, durch die [[allgemeine]] [[Beziehungen]] und Verbindlichkeiten zu einer [[abstrakt allgemeinen]] [[Wesenheit]] und [[Macht]] schon durch ihre bloße [[Anwesenheit]] gelangen, wodurch ihr [[Inhalt]] zur leibhaftigen [[Form]] der [[Vergegenwärtigung]] ihres [[Unwesens]] (z.B. durch ihre [[Wertform]] im [[Warentausch]]) werden (siehe [[Warenfetischismus]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hieraus entsteht schließlich die [[wesentliche]] [[Erkenntnis]] einer gigantischen [[Täuschung]], einer [[Verkehrung]] von [[Form]] und [[Inhalt]] [[abstrakter]] [[Verhältnisse]], die diese Umkehr in ihrer [[Form]] darstellbar und substanziell erkennbar macht, also den blanken &#039;&#039;Rest&#039;&#039;, die Verwüstungen einer [[Abstraktionskraft]] als leere Substanz [[widersprüchlichen]] [[Beziehungen]] in ihrer Inhaltslosigkeit (als bloße Bewegung, Hirn, Muskel, Sexualität, Energie usw.) aufdecken und durch die [[Macht]] eines konkreten gesellschaftlichen Wesens der [[Ohnmacht]] veränderbar gemacht werden können. Indem die [[abstrakte]] [[Substanz]] mit ihren [[wirklichen]] [[Inhalten]] [[begreifbar]] in ihrer [[verkehrten]] Form selbst als [[Sinn]] und [[Zweck]] der Umkehrung der herrschenden [[Wirklichkeit]], der [[abstrakt]] verbliebenen gesellschaftlichen Verhältnisse (siehe [[Realabstraktion]]), als [[Inhalte]] einer [[Revolution]] des [[gesellschaftlichen]] [[Wesens]] der menschlichen [[Geschichte]] [[erkannt]] sind (siehe z.B. hierzu auch [[Arbeiterbewegung]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Rein [[formal]] ist ein [[abstrakter]] [[Begriff]] nicht [[aufhebbar]] (siehe [[abstrakt Allgemeines]]). Der konkrete [[Begriff]] kann nur aus der [[Kritik]] der [[Abstraktion]] über die in ihrem [[Begriff]] gefasste und [[verstandene]] konkretion der [[abstrakten]] – und also [[abwesenden]] – [[Beziehungen]] als sich selbst [[fremdes]] [[Wesen]] einer [[Erkenntnis]], die selbst nur als [[Form]] für sich verfaast [[erklärt]] sein soll (siehe z.B. [[Dasein]]). Die Grundlage einer konkreten [[Wissenschaft]] kann nur aus einer durch ihre [[Kritik]] erneuerten [[Analyse]] ihres [[Gegenstands]] als eine [[kritische Theorie]] hervorgehen, einer [[dialektischen]] [[Analyse]], die dessen [[Gechichte]] [[begreifen]] kann, wenn sie dessen [[Wesen]] darin [[begriffen]] [[versteht]] und [[beweist]]. [[Kritische Theorie]] kann daher nicht äußerlich als [[Kritik]] bloßer [[Formen]] mit ihrem [[Inhalt]] [[vertauschten]] [[Substanz]] (siehe z.B. [[Strukturalismus]]) und auch nicht durch fantastische Verbindungen ihrer Phänomene (siehe [[Phänomenologie]]) [[wahr]] sein, ist daher immer [[Kritik]] ihrer [[Formbestimmtheit]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[bürgerlichen Wissenschaften]] sollen das Sein und Werden, das [[Wesen]] ihrer Zugehörigkeit im [[Dasein]] ihrer Welt verbürgen. Von da her unterscheiden sie sich nicht nur in ihrem [[Stoff]], sondern auch in den Zielen ihrer [[Erkenntnisse]], die sich in ihrem [[Erkenntnisinteresse]] als die Tendenz ihrer [[Abstraktionen]] darstellen (siehe auch [[Ideologie]]). Die [[Abstraktionskraft]] des [[Idealismus]] zielt auf eine [[Idealisierung]], die des [[Positivismus]] auf ihre [[Tatsächlichkeit]], und die des [[Pragmatismus]] auf ihren [[Nutzen]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bürgerliche Wissenschaft ist eine [[Wissenschaft]], die sich dem politischen Interesse des [[Bildungsbürgertums]] nach Maßgabe des [[Nutzens]] seiner [[Sachwelt]] beugt, dessen Disfunktionen so zu beheben, dass ihre Störungen wie ein technisches Problem gelöst erscheinen können. Solche [[Wissenschaft]] ist vor allem durch ihr instrumentelles [[Erkenntnisinteresse]] gegen die Lebensbedingungen der Menschen bestimmt (siehe auch [[Aufklärung]]) die darin lediglich als Umstände, also unwesentlich – lediglich hinderlich für ihre Kultur – für [[wahr genommen]] werden. Es ist ein Interesse, das davon ausgeht, dass sich ihre Erkenntnisse der Welt und dem Selbsterhalt der [[bildungsbürgerliehen]] [[Wahrnehmungsidentität]] ihrer [[Wirklichkeit]] und ihrem gesellschaftlichen Stand als [[politischer]] Standard ihrer [[Lebensvorstellungen]] (siehe [[Norm]]) dienlich sind. Die [[bürgerliche]] [[Wissenschaft]] steht schon durch ihre institutionelle Existenz wesentlich positiv und also fraglos zu den [[Lebensverhältnissen]] der [[Bürgerlichen Gesellschaft]] (siehe hierzu [[Kapitalismus]]). Da herrscht deshalb das [[Interesse]] vor, deren [[Wirklichkeit]] zu erhalten und ihre Wunden mit den Mitteln ihres Handwerks zu veröden – im wohlgenährten Glauben, sie möglichst einfach aus der welt zu schaffen (siehe hierzu auch [[Tittytainment]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das rein nominelle [[Verallgemeinern]], wie es dem [[Positivismus]] zu eigen ist, ist im Grunde eine reine Spekulation auf die [[Wahrheit]] eines mit den [[Formen]] ihrer [[Existenz]] schon behaupteten [[Inhalts]], der ohne Weiteres von jeder wesentlichen Aussage, also ohne die Darstellung ihres [[Wesens]] leicht auskommen kann. Doch schon im platten [[Nominalismus]] wurde deren [[Form]] wesentlich behauptet und damit in seinem [[Urteilsvermögen]] ein [[hermeneutischer Zirkel]] betrieben, der zwangsläufig allerhand absurde [[Schlussfolgerungen]] und Ableitungen zur Folge hat, die lediglich durch Hilfskonstruktion einer in seiner [[existenziellen]] [[Position]] [[verwesentlichten]] (siehe [[Positivismus]]), einer [[verallgemeinerten]] [[Funktionalität]] (z.B. [[Statistik]], Hypothesenbildung) zu halten ist, weil sie der Spekulation Anschaulichkeit verleiht (siehe hierzu besonders den [[Strukturalismus]]). Marx hat z.B. in seiner [[Kritik der politischen Ökonomie]] ein [[politisches]] [[Interesse]] an der Gleichsetzung von [[Preis]] und [[Wert]] der [[Waren]] an ihrer [[Wertform]] gezeigt, wie durch die Absehung (siehe [[Absicht]]) von den wesentlichen Unterschieden (siehe [[Abstraktion]]), also von der Unterschiedlichkeit der [[Eigenschaften]] ihres [[Wesens]] [[gleichgültig]] gemacht werden und durch deren [[abstrakte]] Darstellungen die [[Abwesenheit]] einer begründenden [[Substanz]] und damit der [[Natur]] ihrer [[Elemente]] der [[Erkenntnis]] entzogen und die [[Entfremdung]] des [[Bewusstseins]] selbst als [[Wesen]] einer dem Menschen [[fremden]] [[Wissenschaft]] als [[abstraktes Denken]] betrieben, indem [[Form]] und [[Inhalt]] des [[Wissens]] durch die [[Form]] bestimmt [[erklärt]] [[gelten]] soll (&#039;&#039;Content follows form&#039;&#039;).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;Der Hauptmangel alles bisherigen Materialismus - den Feuerbachschen mit eingerechnet - ist, daß der Gegenstand, die Wirklichkeit, Sinnlichkeit, nur unter der Form des Objekts oder der Anschauung gefaßt wird; nicht aber als menschliche sinnliche Tätigkeit, Praxis, nicht subjektiv. Daher geschah es, daß die tätige Seite, im Gegensatz zum Materialismus, vom Idealismus entwickelt wurde - aber nur abstrakt, da der Idealismus natürlich die wirkliche, sinnliche Tätigkeit als solche nicht kennt. Feuerbach will sinnliche, von den Gedankenobjekten wirklich unterschiedene Objekte; aber er faßt die menschliche Tätigkeit selbst nicht als gegenständliche Tätigkeit. Er betrachtet daher im Wesen des Christenthums nur das theoretische Verhalten als das echt menschliche, während die Praxis nur in ihrer schmutzig-jüdischen Erscheinungsform gefaßt und fixiert wird. Er begreift daher nicht die Bedeutung der revolutionären, der praktisch-kritischen Tätigkeit. ([[MEW Bd.3, S. 533 bis 535]]).&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jede [[Wissenschaft]] will die Widernisse der Welt und ihrer [[Systeme]] auflösen und ihre [[Grundlagen]] zur Vertiefung ihres [[Wissens]] erforschen. [[Sie]] soll aus den [[Tatsachen]] ihres [[Gegenstands]] die Probleme seiner [[Verhältnisse]] offenbaren, [[Urteile]] und Prognosen entwickeln, die ein Handeln ermöglichen, das eine [[Geschichte]] eröffnet, durch welche deren Mängel und Fehler [[aufgehoben]] werden können. Hierfür [[analysiert]] sie den [[Widerspruch]] zwischen [[einzelnen]] und [[allgemeinen]] [[Tatsachen]], indem sie im [[Einzelnen]] [[Allgemeines]] abstrakt oder auch konkret bewahrheitet findet und aufeinander bezieht. Hierdurch entdeckt sie, was sich der [[unmittelbaren]] [[Wahrnehmung]] durch eine [[Realabstraktion]] entzieht oder auch [[unmittelbar]] erkennbar ist, wenn sie im Einzelnen wie auch allgemein ihrer [[Natur]] (siehe auch [[Naturalform]]) entspricht und also eine [[unmittelbar]] [[wahre]] [[Allgemeinheit]] darstellt und wissenschaftlihe Erkenntnis unnötig macht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;Alle Wissenschaft wäre überflüssig, wenn die Erscheinungsform und das Wesen der Dinge unmittelbar zusammenfielen. [[(Marx-Engels-Werke Bd.25, S. 825]])&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der [[wesentliche]] Fehler des [[bürgerlichen]] [[Verstandes]] verläuft in seiner [[Urteilsbildung]] über die [[Verallgemeinerung]] der in Allem gemein gemachten [[Einzelheiten]], die sich in seinem [[Begriff]] als Vernunft einer objektiv verallgemeinerten Individualität der Selbstverständlichkeit der Interpretationen und Anschauungen begreifen will und von dieser also auch nur auf sich als verallgeminerte [[Einzelheit]], als [[verallgemeinerte]] Individualität seiner selbst, zurückkommt (siehe hierzu auch [[kategorischer Imperativ]]), ohne sich selbst im [[allgemeinen]] [[Verhältnis]] seines [[Verhaltens]] zu [[verstehen]]. Von daher will sich ein solcher [[Verstand]] selbst als eine eigene gesellschaftliche [[Bedingung]] [[wissen]]. Ihr [[Begriff]] muss sich von daher selbst [[abstrakt allgemein]] machen. Als [[abstrakt allgemeine]] Vereinzelung [[veräußert]] sich aber der [[Begriff]] von sich selbst zu einem äußerlichen [[Selbstverständnis]], das nicht wirklich auf sich zurückkommmen kann, weil es sich selbst schon [[allgemein]] zu sich in einem [[hermeneutischen Zirkel]] verhält, bevor es seine [[wirklichen]] [[Verhältnisse]] zum Ausgang seiner Selbsterkenntnis gemacht hat, sich selbst also in seiner mittellosen Zweckhaftigkeit [[verhält]], um sich in einem [[absoluten]] Selbstzweck seiner [[unmittelbaren]], also in seiner unvermittelbaren [[Selbstwahrnehmung]] - begriffen [[wissen]] will.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Emanuel Kant]] wollte deren [[Wahrheit]] durch die Art ihrer [[Vernunft]] geschieden verstehen. Er leitete daher hieraus sein [[Erkenntnisinteresse]] aus seinem [[Verständnis]] dieser [[Vernunft]] ab, die er als [[Grund]] und Wegbereiter des [[Verstandes]] ansah:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;Die Vernunft bereitet also dem Verstande sein Feld (Kant, Kritik der reinen Vernunft)&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da hierdurch die [[Vernunft]] schon vor dem Verstehen stehen soll, also deren Boden zu bereiten hatte, geriet sie in einen [[hermeneutischen Zirkel]] eines Vorurteils der [[Selbstgerechtigkeit]] eines [[allgemeinen]] [[Selbstverständnisses]] über eine zirkulären [[Schlussfolgerung]] zwischen [[verstehen]] und [[begreifen]] (siehe hierzu auch [[bürgerliche Wissenschaft]]). Solches [[Bewusstsein]] bezieht sein eigentümliches [[Selbstbewusstsein]] zwischen einem voraussetzungslosen (apriorischen) theoretischen [[Sein]] und gegenwärtiger [[Bestimmtheit]], die in ihrem bloßen [[Dazwischensein]] zu bewahrheiten bleibt. [[Vernunft]] kann sich demnach nicht geschichtlich im und durch [[Verstand]] entwickeln. Stattdessen sollte das Herabsteigen aus der [[Vernunft]] den Verstand ordnen und begründen und sich zugleich in seinen [[Erkenntnissen]] [[bewahrheiten]]. Diesen [[Widerspruch]] wollte Kant durch seine (Ein-)Teilung der [[Vernunft]] in einen theoretischen und praktischen [[Sinn]], der sich in der Urteilskraft darstellen und vermitteln würde. Er verstand deren [[Vernunft]] also einerseits übergeschichtlich (siehe hierzu auch [[Abstraktionskraft]]), indem er sie aus einem natürlichen Gattungsbegriff begründet verstand, der zugleich durch seine praktische [[Gegenwärtigkeit]] unentwegt hinterfragt und transzendiert werden müsse.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[bürgerlichen Wissenschaften]] [[verwesentlichen]] ihren [[Gegenstand]] schon vor ihrer Wissensbildung je nach ihrem konkreten [[Erkenntnisinteresse.]] Weil dessen [[Dasein]] ihnen als Phänomen ein voraussetzungsloses [[Sein]] gilt (siehe auch [[Ontologie]]) streben sie nach einer [[Begrifflichkeit]], die aus der [[Schlussfolgerung]] ihrer Kategorien (siehe auch [[Begriffsbildung]]) dessen Vereinzelung als etwas [[Ganzes]] zu behandeln wäre. Von da her substantivieren sie einen [[Teil]] seiner Lebenszusammenhänge zu dem, was sie im Grunde einfach nur für sich selbst [[wahrhaben]], um sich als brauchbares [[Wissen]], als Anwendungswissen für einen vereinseitigten [[Gegenstand]] zu [[totalisieren]] (z.B. als Soziologie einer Funktionalität der [[Gesellschaft,]] als Personifikation von [[Geschichte]], als Vergemeinschaftung der Menschen zu einem [[Volk]], als [[Selbstverwirklichung]]der [[Psyche]] zu einer [[Masse]] von [[Gefühlen]], als Selbstverwertung des [[Kapitals]] zu einer sich selbst fremden Existenz eines [[Existenzwerts]], als Instrumentalisierung eines [[Willens]] zur Repräsentation einer politische Kultur und [[Politik]], als Aufführung einer [[Erziehung]] im Glauben an eine übermenschliche Selbstverantwortung, als [[Selbstgefüh]]l der Ausschließlichkeit eines ausgeschlossenen [[Körpers]], als [[Ästhetisierung]] der menschlichen Wahrnehmung zur [[Kunst]] usw.). Um den [[abstrakten]] [[Verstand]] ihrer [[isolierten]] [[Erkenntnisse]] den Erscheinungsweisen ihres [[Gegenstands]] zu überantworten bezieht sich solche Wissenschaft kategorial auf eine unwesentliche [[Abwesenheit]] ihres [[Daseins]], um dieses mit dem [[Wesen]] der [[abstrakten]] [[Ganzheit]] (siehe hierzu auch [[Religion]]) einer wissenschaftlichen [[Interpretation]] zu verfüllen, die realen [[Abstraktionen]] seiner Existenz (siehe [[Realabstraktion]]) in [[Gedankenabstraktionen]] aufzulösen (siehe hierzu auch [[Ideologie]]) und als solche zu behandeln.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[bürgerlichen Wissenschaften]] versammeln ihre [[Erkenntnisse]] in der [[Veralllgemeinerung]] der Beschreibungen ihrer Empirie als bloß verallgemeinerte [[Wahrnehmung]] ihres [[Gegenstands]] und bewahrheiten darin, was ihnen schon vor aller [[Erkenntnis]] [[gewiss]] ist, was sie von ihm schon apriorisch zu [[wissen]] glauben, was ihnen durch ihre Einsichten in seine Strukturen und Funktionen durch ihr hermeneutisches [[Verständnis]] [[selbstverständlich]] erscheint (siehe [[hermeneutischer Zirkel]]). Denn darin verstehen und objektivieren sie das [[Einzelne]] ihrer eigenen Existenz zur Grundlage ihrer [[Verallgemeinerungen]] und behaupten diese auch als abjektive [[Allgemeinheit]] der [[Einzelheiten]], die sie im Jenseits ihrer [[Subjekivität]] erfassen. Ohne selbst als Subjekte ihrer Erkenntnisse aufzutreten entziehen sie sich durch den Objektivismus ihrer besonderen [[wissenschaftlichen]] [[Vernunft]] der [[Kritik]] an ihrem [[hermeneutischen Zirkel]], wonach die vereinzelte [[Erscheinungsform]] eines [[Begriffs]] schon durch sich selbst [[verursacht]] und hierdurch als [[Grund]] für seine [[Allgemeinheit]] gilt. Das [[Einzelne]] kann aber nur allem gemein werden, wenn von seiner bestimmten Natur abgesehen, abstrahiert wird. Es kann nicht Grundlage einer [[Allgemeinheit]] sein, ohne sich in Allem gleich zu setzen und von daher seine Eigenschaften in einem gemeinen Anderssein einer eigenständigen Qualität seines Allgemeinseins, durch dessen besonderte [[Substanz]] aufzuheben. Daher muss es sein [[Dasein]] aus dem beziehen, was ihm schon im [[Allgemeinen]] [[abstrakt]] vorausgesetzt, als [[abstrakt allgemeines]] [[Wesen]] inne ist. Und nur was sich als [[Eigenschaften]] dieses [[abstrakt allgemeinen]] [[Wesens]], wie es im [[Einzelnen]] noch [[abwesend]] ist, kann sich in seiner Verallgemeinerung bewahren und zu einer besonderen [[Form]] seiner wirklichen Verhältnisse, seiner [[Wirklichkeit]] werden, wodurch es sich [[notwendig]] [[verselbständigt]] (siehe [[Dialektik]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;Ist die Konstruktion der Zukunft und das Fertigwerden für alle Zeiten nicht unsere Sache, so ist desto gewisser, was wir gegenwärtig zu vollbringen haben, ich meine die rücksichtslose Kritik alles Bestehenden, rücksichtslos sowohl in dem Sinne, daß die Kritik sich nicht vor ihren Resultaten fürchtet und ebensowenig vor dem Konflikt mit den vorhandenen Mächten. [[(MEW 1, Seite 344)]]&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Wissenschaft]] sucht nach einer [[Allgemeinheit]] der [[Phänomene]] von [[Ereignissen]], deren Zusammenhang sie entweder [[genealogisch]] als [[Aufzählung]] vieler [[Erzählungen]], durch sie selbst konstruiert (siehe auch Konstruktivismus) oder bemessen wird (siehe [[bürgerliche Wissenschaft]]). Sie muss daher die [[Widersinnigkeiten]] ihrer [[Objekte]] positiv (siehe auch [[Positivismus]]) oder aus der Funktionalität ihrer [[Tatsachen]] strukturel auflösen (siehe [[Strukturalismus]]) und die [[Verselbständigung]] ihres Auftretens als [[Erscheinungen]] eines ihr selbst [[fremd bleibenden]][[Wesens]] durch ihre Zählungen (siehe [[Statistik]]) verfolgen und fixieren. Der positiven Wissenschaft gilt eine hieraus bezogenene Bestätigung ihrer Hypothesen, ihrer [[Vorstellungen]] und Annahmen (siehe [[Vorurteil]]) als ihre [[Wahrheit]]. Im Unterschied hierzu werden die [[Widersinnigkeiten]] ihrer Zusammenhänge aus der [[Nichtung]] ihrer [[Wirklichkeit]], aus der selbständig und [[isoliert]] erscheinenden [[Ereignisse]] einer an und für sich [[widersprüchlichen]] Welt in einer [[kritischen Theorie]] [[dialektisch]] erklärt, durch eine [[dialektische]] Auf- und Abklärung ihres [[abwesenden]] [[Wesens]] (siehe [[Begriffsbildung]]) zu ihr stehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese [[Methode]] beschreibt also nicht einfach nur Anschauungen oder [[Wahrnehmungen]], sondern einen Erkenntnisprozess der einer Auseinandersetzung mit ihrem [[Gegenstand]] als [[Gedanke]] über seine Beziehungen, die seinen Zusammenhang kenntlich machen, erfolgt. Von daher ist eine dialektische Darstellung nicht einfach eine Betrachtung von dem, was im positivistischen [[Begriff]] (siehe [[Positivismus]]) schon von vorn herein durch die [[Wirklichkeit]] ihres bloßen [[Daseins]] als [[Wahrheit]] einer [[Verallgemeinerung]] ihres abstrakten Denkens behauptet ist und sich daher immer schon ihrem Gegenstand unterwirft, den sie eben nur durch das begreifen kann und will, was sie [[wahrhat]] und wodurch sie selbst in ihrem [[Denken]] bestimmt ist, durch ihre eigenen [[Gedanken]] selbst beschränkt ist, wie von einem [[Fetisch]] [[entwirklicht]] wird (siehe hierzu auch [[Warenfetischismus]]). [[Bürgerliche Wissenschaft]] erkennt und beschreibt ihren [[Gegenstand]] nur in einem [[hermeneutischen Zirkel]], indem ihre eigenen Vorurteile verdoppelt werden. Sie erkennt sein [[Wesen]] nur als das, was sie von ihm aus ihrer [[isolierten]] Betrachtungsweise heraus als eine ihre [[eigentümliche]] [[Wahrheit]], also nur für sich [[wahrnehmen]] kann, - eben weil sie dies unbedingt für [[wahr]] befinden soll. [[Bürgerliche Wissenschaft]] kann daher zu einer [[wahren]] [[Wissenschaft]] nur werden, wenn sie ihren [[Gegenstand]] als einen ihr äüßerlichen Gegenstand begreifen kann, der ihr eine [[politische]] [[Analyse]] durch die [[dialektischenMethodeihrerErkenntnissederbürgerlichverbürgtenLebensverhältnisse abverlangt.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Marx greift mit seiner [[dialektischen]] [[Methode]] der [[Erkenntnis]] eines &#039;&#039;äußerem [[Gegenstands]]&#039;&#039; den Hegelschen Begriff für Fremdheit auf, um zu zeigen, dass sich die [[Analyse]] der bürgerlichen Ökonomie als [[politische Ökonomie]] aus der Umkehrung [[philosophischer]] [[Entfremdung]]stheorien ergibt und an derem Anfang steht: Es geht um die praktische Gegenständlichkeit [[entfremdeter]] Verhältnisse, die hier zum [[Gegenstand]] des Denkens gemacht werden und am Anfang der Analyse entfremdeter Lebenspraxis deren Begründung sind. Die [[Ware]] ist zunächst ein äußerer [[Gegenstand]] weil sich erst in ihrer [[politischen]] [[Analyse]], in der [[Analyse]] ihrer gesellschaftlichen Zusammenhänge vollständig erschließen lässt, was sie in [[Wahrheit]] mit den Menschen zu tun hat. Hierdurch erst entsteht ein [[Wissen]] um ein den Menschen entsprechendes Sein, ein [[Bewusstsein]] über dessen Entfremdung zu den Gütern ihres [[Reichtum]]s als [[Wissen]] des fremden und doch im Zusammenwirken ihres [[Daseins]] [[verwirklichten]] Gehalts, als gesellschaftliche [[Wirklichkeit]] der [[bürgerlichen Gesellschaft]] da ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der bürgerliche Verstand, dessen wesentliche Eigenschaft eine kritiklose Beziehung zu seinem [[Gegenstand]] ist, weil er die darin vermittelte [[Bürgschaft]] nicht [[politisch]] hinterfragen will, vermag einen äußeren [[Gegenstand]], in dem er seine Lebentätigkeit nur in einer [[veräußerten]] [[Form]] [[wahrhaben]] kann, nicht von einem [[entäußerten]] [[Gegenstand]] seines [[Lebens]] zu unterscheiden, weil er ihn als Gegenstand in seinem [[Besitz]] wahrnimmt, denn er erkennt in der Besessenheit seiner [[Äußerlichkeit]] selbst nichts von seiner [[Entfremdung]], solange er an seine Gedankenlosigkeit [[gewöhnt]] ist. Er versteht seine [[Objektivität]] grundsätzlich äußerlich und daher auch wesentlich [[gleichgültig]] in seinem Denken, wodurch er sich selbst äußerlich wird. Das reine [[Denken]] gilt daher auch bloß als entwickelte Form des Verstehens, nicht als dessen [[Emanzipation]] zu einer dem [[Gegenstand]] innewohnenden [[Subjektivität]]. Solchem [[Verstand]] bleiben die Objekte daher auch rein [[objektiv]], sein Denken als bloße Beziehungsform der [[Gegebenheiten]]. Aber erst mit dem Durchdringen der äußerlichen Gegenständlichkeit bis hin zu deren Subjekt, zur [[Erkenntnis]] der [[Subjektivität]] des Gegenständlichen, vollzieht sich die [[Aufhebung]] [[entfremdeten]] [[Denkens]]. Und nur dies kann einen [[Begriff]] für die Gegenstände ergeben, also eine Gewissheit, wodurch sie wieder greifbar werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während [[kritische Theorie]] einen [[Widersinn]] in der [[Verallgemeinerung]] von Einzelheiten [[dialektisch]] aufklärt (siehe z.B. [[Tauschwert]]und [[Wert]]), bestärkt die [[bürgerliche Wissenschaft]] die [[Verallgeinerung]] ihrer Vorurteile und deren [[ideologischer]] Gründe. Die [[Methoden]] der Wissenschaften sollen als ihre [[Erkenntnismethode]]ihr [[Verständnis]] von [[Wahrheit]]und also von ihrer Art der Bewahrheitung erfüllen, wodurch es möglich sein soll, etwas Unwahres, und damit das Interesse an [[Täuschung]] zu e[[nttäuschen]]. Mit einer [[bürgerlichen]] Methode soll darin etwas [[Falsches]] in ihrem [[Gegenstand]] erkennbar werden, mit der [[dialektischen]] [[Methode]]etwas [[Verkehrtes]] (siehe auch [[Erkenntnis]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[Falschheit]] der [[bürgerlichen]] [[Methode]] besteht darin, dass sie sich nicht von ihrer Welt und [[Scheinwelt]] unterscheidet und daher nicht sich selbst über den [[Grund]] ihrer [[Urteile]] und Vorurteile aufklärt (siehe hierzu auch [[bürgerliches Subjekt]]) und damit deren Fehler verdoppelt, weil sie [[Wesen]] und [[Erscheinung]], [[Grund]] und [[Ursache]], [[Dasein]] und [[Sein]], [[Bedürfnis]] und [[Arbeit]], [[Wille]] und [[Tätigkeit,]] Lehre und Gewissheit usf. nicht [[wirklich]] unterscheiden und daher auch nicht [[wirklich]] aufeinander [[beziehen]] kann. Und von da her kann sie sich selbst auch praktisch nicht von den [[Verkehrungen]] ihres [[Gegenstands]] unterscheiden und verkehrt sich selbst gegen ihr eigenes [[Erkenntnisinteresse]] (siehe hierzu die [[Feuerbachthesen]] von Karl Marx). Dies hat ihre bisherige [[Geschichte]] bestimmt und zugleich ihre [[Erkenntnisse]] begründet und sie vergesellschaftet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ihr allgemeinster Fehler bestand aus der Bestätigung und Bestärkung von Vorurteilen durch einen [[hermeneutischen Zirkel]] des [[bürgerlichen]] [[Verstandes]], der nur sich selbst über seine [[Vernunft]] aufklären wollte (siehe [[Aufklärung]]) um sie zur Festschreibung ihrer gesellschaftlichen Funktionalität zu instrumentalisieren, zur [[poltischen]] Empore eines [[selbstbezüglichen]] Imperativs der bestehenden Lebensverhältnisse (siehe auch [[kategorischer Imperativ]]) zu erheben und ihre [[wirkliche]] [[Geschichte]] abzuschaffen, ihr [[Dasein]] zu [[verewigen]] (siehe hierzu auch [[schlechte Unendlichkeit]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Geisteswissenschaften, die bürgerlichen [[Wissenschaften]] des [[Geistes]] haben die [[bürgerliche Gesellschaft]] als [[Gegebenheit]] eines [[bürgerlichen]] [[Lebensverhältnisses]] zu ihrem [[Gegenstand]], das sie in seinem vereinzelten [[Dasein]] (siehe auch [[Isolation]]) in verschiedenen Disziplinen getrennt von sich [[verallgemeinern.]] Solche [[Wissenschaften]] [[verwesentlichen]] ihren [[Gegenstand]] schon vor ihrer Wissensbildung je nach ihrem konkreten [[Erkenntnisinteresse.]] Weil dessen [[Dasein]] ihnen als Phänomen ein voraussetzungsloses [[Sein]] gilt (siehe auch [[Ontologie]]) streben sie nach einer [[Begrifflichkeit]], die aus der [[Schlussfolgerung]] ihrer Kategorieen (siehe auch [[Begriffsbildung]]) dessen Vereinzelung als etwas [[Ganzes]] so zu behandeln sei, wie es [[wahrzunehmen]] ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von da her substantivieren sie einen [[Teil]] seiner Lebenszusammenhänge zu dem, was sie im Grunde einfach nur für sich selbst [[wahrhaben]], um sich als brauchbares [[Wissen]], als Anwendungswissen für einen vereinseitigten [[Gegenstand]] zu [[totalisieren]] (z.B. als Soziologie einer Funktionalität der [[Gesellschaft,]] als Personifikation von [[Geschichte]], als Vergemeinschaftung der Menschen zu einem [[Volk]], als [[Selbstverwirklichung]]der [[Psyche]] zu einer [[Masse]] von [[Gefühlen]], als Selbstverwertung des [[Kapitals]] zu einer sich selbst fremden Existenz eines [[Existenzwerts]], als instrumentalisierung eines [[Willens]] zur Repräsentation einer politische Kultur und [[Politik]], als Aufführung einer [[Erziehung]] im Glauben an eine übermenschliche Selbstverantwortung, als [[Selbstgefüh]]l der Ausschließlichkeit eines ausgeschlossenen [[Körpers]], als [[Ästhetisierung]] der menschlichen Wahrnehmung zur [[Kunst]] usw.). Um den [[abstrakten]] [[Verstand]] ihrer [[isolierten]] [[Erkenntnisse]] den Erscheinungsweisen ihres [[Gegenstanda]] zu überantworten bezieht sich solche [[Wissenschaft]] kategorial auf eine unwesentliche [[Abwesenheit]] ihres [[Daseins]], um dieses mit dem [[Wesen]] der [[abstrakten]] [[Ganzheit]] (siehe hierzu auch [[Religion]]) einer wissenschaftlichen [[Interpretation]] zu verfüllen, die realen [[Abstraktionen]] seiner Existenz (siehe [[Realabstraktion]]) in [[Gedankenabstraktionen]] aufzulösen (siehe hierzu auch [[Ideologie]]) und als solche zu behandeln.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der [[Trennung]] von ihrem [[Gegenstand]] kann solche [[Wissenschaft]] die [[Wahrheit]] ihrer Beweisführung allerdings nur durch die [[Methode]] ihrer Erkundung behaupten, sich selbst also nur methodisch [[wahrmachen]]. Sie sucht von da her aus dem Standpunkt einer positiven burgherrlichen [[Subjektivität]] (siehe hierzu auch [[bürgerliches Subjekt]]) heraus zu beschreiben, was das [[bürgerliche Bewusstsein]]zu verfestigen und zu bewahren vermag. Mit der [[Globalisierung]] des [[fiktiven Kapitals]] wurde jedoch aus der [[abstrakten Allgemeinheit]] der [[wirtschaftlichen]] Verhältnisse des [[Weltkapitals]] und seiner Existenzverwertung (siehe [[Existenzwert]]) die konkrete Realität des [[kapitalistischen]] [[Wertwachstums]] unbehandelbar. Von daher war ein systematisiertes [[Erkenntnisinteresse]] erforderlich, das seine Bewahrheitung nicht mehr aus der [[Analyse]] einer konkreten Realität (siehe auch [[Realwirtschaft]]) beziehen konnte, sondern sich aus der [[logischen]] [[Struktur]] des ganzen [[Systems]] (siehe auch [[Schuldgeldsystem]]) dessen kybernetische Funktionalität zum ausschließlichen [[Gegenstand]] einer [[verselbständigten]] Wissensbildung (siehe auch [[theoretisches Bewusstsein]]) über alle soziologisch fassbaren [[Beziehungen]] eines [[neoliberalen]] [[Wirtschaftswachstums]] hinweg gemacht hat (siehe hierzu [[Systemtheorie]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Bürgerliche]] [[Wissenschaft]] ist von jeher schon zweierlei in einem: sowohl eine [[kleinbürgerliche]] [[Institution]] der Forschung und Lehre, als auch eine bestimmte Weise (siehe auch [[Methode]]) der [[Erkenntnis]] (siehe hierzu auch [[Erkenntnistheorie]]) als [[Wissen]]über die gesellschaftlichen Zusammenhänge von der bürgerlichen Lebensformen (siehe auch [[bürgerliches Subjekt]]) von [[Politik]], [[Wirtschaft]] und [[Staat]]. Als [[kleinbürgerliche]] [[Institution]] begründet sie sich aus den [[Notwendigkeiten]] der [[bürgerlichen Gesellschaft]], um die darin [[gegebenen]] [[Lebensverhältnisse]] der Menschen als [[Struktur]] ihres [[Lebens]] (siehe hierzu [[Strukturalismus]]), als Funktionalität ihrer [[gesellschaftlichen]] [[Form,]] als [[Formbestimmung]] ihrer [[Lebensverhältnisse]] zu bewahren, ihre Entfaltung zu fördern und ihre Probleme zu lösen. Sie steht darin also ganz unmittelbar vor den Funktionsstörungen dieser Gesellschaft und den systemimanenten [[Notwendigkeiten]] ihrer [[Entwicklung]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als [[Form]] von [[Erkenntnis]] erscheint sie sich in ihrem [[Erkenntnisinteresse]] und ihren [[Interpretationen]] als hiervon uvoraussetzungslose und von daher freies und vorurteilsloses [[Wissen]], das sich einer [[Gewissheit]] über sich selbst zu nähern sucht. In der [[Notwendigkeit]] einer [[selbstbewussten]] Wissensbildung im Jenseits ihrer [[Gegenstände]] treten die Geisteswissenschaften zunächst nur wie eine [[Idee]] auf (z.B. als Hypothese). Der folgen sie zur Annäherung an ihren [[Gegenstand]] durch die hieraus möglichen [[Interpretationen,]] um ihm einen Zusammenhang von einzelnen [[Gewissheiten]] durch eine [[Theorie]] zu verleihen. Über deren [[Beziehungen]] verschafft sie sich im Verlauf ihrer Forschung eine [[Vorstellung]] als positive [[Abstraktion]] (siehe hierzu auch [[Konstruktivismus]]) von ihm oder vertieft die Beschreibung seines [[Wesens]] (siehe hierzu auch [[Phänomenologie]]) als ein &#039;&#039;eidetische Wesen&#039;&#039; (siehe [[eidetische Reduktion]]) - und als dieses auch [[bewertet]] und verfestigt wird (siehe hierzu auch [[Positivismus]]), um durch ihr Handeln die [[Güte]] verliehen zu bekommen, die den [[Idealen]] (siehe auch [[Ideologie]]) ihrer [[Lebenswerte]] entspricht (siehe auch [[Idealismus]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Vielfalt bürgerlicher [[Erkenntnisinteressen]] versteht sich ihr Pluralismus als Fortschritt der [[Freiheit]] von [[Wissenschaft]] überhaupt. In [[Wahrheit]] aber ist es nur der Ausdruck des [[hermeneutischen Zirkels]] ihrer [[Methode]] der [[Verallgemeinerung]], die sich jeder [[materialistischen]] [[Dialektik]] entgegenstellt, weil sie nur der eigenen [[Notwendigkeit]] ihrer Funktion folgt, also nur für sich vollzieht, was ihr als Institution nötig ist und sich auf ihren [[Gegenstand]] von daher nur auf seine Form, als Wissen auf seinen [[Inhalt]] aber [[gleichgültig]] bezieht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Solange eine [[Notwendigkeit]] [[gleichgültig]] neben einer anderen steht, solange sie sich aus der Unaufgelöstheit [[gleichgültiger]] [[Beziehungen]] ergibt, sich daraus begründet, dass sich das eine ebenso gut wie das andere einfach nur [[ereignet]], bleibt Wissenschaft [[unendlich]] begründet, bleibt sie selbst bloßes [[Ereignis]] des [[Notwendigen]] und versetzt jede [[Erkenntnis]] in einem &#039;&#039;[[hermeneutische Zirkel]]&#039;&#039;, wie sie auch durch ihn in der [[Trennung]] von ihrem [[Gegenstand]] bestimmt bleibt. Dieser beschreibt eine Kreisförmigkeit der [[Erkenntnis]], die sich aus der Stellung einer [[Wissenschaft]] oder eines [[Bewusstseins]] überhaupt ergibt, die ein rein [[objektives]], ein &#039;&#039;freien&#039;&#039; Wissen über die [[allgemeine]] [[Notwendigkeit]] ihrer [[Existenz]] anstrebt, das keiner inneren [[Notwendigkeit]] folgt, sondern [[Erscheinungen]] nachgeht, ohne sich als interessiertes [[Subjekt]] seiner [[eigenen]], ihm [[wirklich]] [[notwendigen]] [[Erkenntnis]] zu verstehen. [[Subjektiv]] bleibt ein solches [[Bewusstsein]] auch [[gleichgültig]] gegen seinen [[Gegenstand]] bestimmt, dessen [[Existenz]] sich damit auch nur in gleicher [[Geltung]] [[verallgemeinern]] können soll (siehe auch [[Geld]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist die gängige [[Form]] der [[Aufklärung]] als Beziehung [[bürgerlicher Wissenschaft]] auf ihren [[Gegenstand]], die sich rein instrumentell verantwortlich für seine [[Existenz]] zu ihm verhalten will und zwischen seinen Eigenschaften sich je nach [[ungewöhnlichen]] Phänomenen in ihrer [[Phänomenologie]] auf ihn bezieht, sich also an [[Ereignissen]] ausrichtet, die Störungen in ihrer Gleichförmigkeit ausweisen, nicht dem gegenwärtigen Gefüge entsprechen und auf den Gleichklang ihres semiotischen [[Wesens]] [[reduziert]] werden sollen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei diesen vielfältigen [[Methoden]] solcher &#039;&#039;[[Wissenschaft]]&#039;&#039; blieb letztlich die [[Systemtheorie]] übrig, die sich so allgemein funktional versteht, dass ihr niemand zu widersprechen wagt, denn sie ist der schon im Vorhinein einer jeglichen [[Erkenntnis]] aufgelöste [[Widerspruch]] eines jeden [[Denkens]]: Die gedankenlose [[Reduktion]] auf das bloße Funktionieren. Aber tatsächlich ist diese Funktion einer rein instrumentellen Vernunft das einzige, was von ihren hohen Ansprüchen auf Wahrheitsfindung übrig geblieben ist als ihre letztliche [[Qualität]] für die Tätigkeit dieser [[Wissenschaft]], als die [[Güte]] ihrer Reparaturleistungen in der unübersehbaren Masse des gesellschaftlichen Versagens.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von daher versteht sich bürgerliche Wissenschaft nicht [[subjektiv]] tätig in der [[Arbeit]] am gegenständlichen Sein, und also auch am [[Bewusstsein]] einer ihr [[äußerlichen]] Objektivität, wodurch sie eine [[kritische Theorie]] als eine [[Wissenschaft]] für das [[wirkliche]] [[Leben]] der Menschen durch [[wirklich]] lebende Menschen wäre. Sie will als [[objektive]] [[Institution]] der Forschung selbst für die Fortbildung ihrer [[Gesellschaft]] - so wie sie nun mal ist oder zu sein [[scheint]] - auch [[objektiv]] in der Pflege und Herstellung ihrer Objekte tätig sein, für die ein [[notwendiges]] [[Wissen]] nicht mehr die [[subjektive]] [[Bedingung]] ist, [[objektive]] Verhältnisse zu verändern. Sie [[versteht sich selbst]] [[tätig]] in der [[Verwirklichung]] [[objektiver]] [[Wahrheit]] und [[Vernunft]], sich als Funktionär der [[Gegebenheiten]] und [[Gewohnheiten]], wo sie ungewöhnlich werden (siehe hierzu auch [[Systemtheorie]]). Und als dieser Funktionär sieht sie sich mit ihrem durch ihre Verhältnisse beschränkten [[Verstand]] über ihre neue oder erneuerten [[Erkenntnisse]] auch als Produzentin neuer Gegenstände und also auch selbst als geschichtsbildend, als gesellschaftliches Subjekt einer objektiven [[Geschichte]]., für die sie niemals [[subjektiv]] sein müsste und also keine eigene Verantwortung außer der einer Funktionärin zu tragen hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weil sie in ihrer Form als [[Institution]] der [[Gesellschaft]] selbst schon sich im [[Prinzip]] ihrer [[Theoriebildung]] mit den [[objektiven]] [[Notwendigkeiten]] ihrer bloßen [[Existenz]] vereint, ist sie in und durch sich von ihrem Gegenstand [[getrennt]]. Sie versteht sich im Unterschied zu einer [[kritischen Theorie]] nicht selbst als [[Gegenstand]] ihrer Untersuchung, als [[Tätigkeit]] eines [[Selbstzweifels]], die in der [[Analyse]] ihres Gegenstands dessen [[Widerspruch]] [[kritisch]] auflösen will (siehe [[Logik]]), sondern verfolgt das [[Interesse]], sich ihren Gegenstand erst durch ihre Untersuchung zu [[eigen]] zu machen, sich ihm als &#039;&#039;[[Tatsache]]&#039;&#039; ihrer Forschung wie wie durch einen [[Zufall]] [[bedingt]] - also an und für sich selbst [[gleichgültig]] zu nähern (siehe [[Phänomenologie]]), um ihn zu [[beurteilen]] und zu [[bewerten]]. Wiewohl schon dies das Vorurteil einer [[Methode]] der [[Erkenntnis]] beschreibt (siehe auch [[Erkenntnistheorie]]), begründet sich bürgerliche Wissenschaft letztlich immer erst aus den Resultaten ihrer Forschung (siehe [[hermeneutischer Zirkel]]), also im Nachhinein ihrer &#039;&#039;Erkenntnisse&#039;&#039;, die ihr die [[Bewertungen]] liefert, die sie im Grunde schon vor aller [[Erfahrung]] mehr oder weniger bewusst hatte. Ihre Ergebnisse erbringen somit zu einem großen Teil nurmehr die Belege ihrer Vorurteile zum &#039;&#039;Beweis&#039;&#039; ihrer [[Güte]] als ihre [[Wahrheit]] an sich (siehe [[hermeneutischer Zirkel]]). Ihr bleibt von daher das [[moralische]] Verhältnis zu ihrem [[Gegenstand]] als ultima ratio eines [[Wissens]], das als eine in sich geschlossene objektive Erkenntnis zu gelten habe und vor allem keine [[Erkenntnis]] als [[Selbsterkenntnis]] nötig haben soll.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In diesem [[Sinn]] getrennt von ihrem Gegenstand hat ihr Bezug auf dessen [[Wirklichkeit]] vor allem die Ausschaltung negativer [[Wirkungen]] und die Beförderung positiver Vorstellungen zu ihrem [[Nutzen]] und also zu ihrem praktischen [[Inhalt]] in vorgegebener [[Form]], zum Antrieb ihrer Forschung und ihrer [[Interpretationen]] innerhalb und zur [[Formbestimmung]] ihres Betriebs.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Bürgerliche]] Wissenschaft steht in dieser [[Getrenntheit]] von ihrem [[Gegenstand]] scheinbar voraussetzungslos vor den Resultaten der bürgerlichen Lebensverhältnisse, die ihr als ein ihr [[äußerlicher]] [[Gegenstand]] gelten, den sie zu behandeln und zu beeinflussen hat. Von daher kann sie nur &#039;&#039;Erkenntnisse gewinnen&#039;&#039;, die nicht unmittelbar ihr [[Verhältnis]] zu ihrem Gegenstand als menschliches [[Verhalten]] reflektieren, sondern [[Erscheinungen]] erforschen, die durch ihre [[Allgemeinheit]] selbst schon Erklärung für sich sein sollen, für das was ist und dass es so ist, wie es ist. Sie beginnt mit ihren Forschungen posthum und entwickelt sich durch das theoretische [[Abstrahieren]] von den Bestimmungen ihres Gegenstands. Sie begegnet ihm in erster Linie also nicht fragend sondern funktional, in einer Funktionalität, aus der sich erst ihre Fragen und Hypothesen ergeben. Sofern sie bei ihren [[Analysen]] überhaupt solche Implikationen reflektiert, wird sie ihre Erfolge nur an der Unzahl der Problematik relativieren. Ihre Wahrheit entspricht im Wesentlichen dem, was ein Medizinerspruch treffend formuliert: &#039;&#039;Wer heilt hat Recht&#039;&#039;. Es ist das Recht des Heils und das [[Heil]] definiert sich eben nunmal an den [[Gegebenheiten]], die ihm vorausgesetzt sind, an der [[Ganzheit]] von[[Verhältnissen]], die [[unheil]] geworden waren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieser [[Grund]] ist der bürgerlichen Wissenschaft auch schon in der[[Trennung]] von ihrem [[Gegenstand]] [[äußerlich]] vorgegeben, sodass dieser ihr ein äußerer Gegenstand bleibt, an dem sie Veränderungen zu bewirken hat, die ihn im Zusammenhang des [[Ganzen]] wieder eingliedern, ihn heil machen müssen, weil dies der [[Grund]] ihrer Tätigkeit ist. Weil bürgerliche Wissenschaft von daher nicht zwischen [[Grund]] und [[Ursache]] unterscheiden kann, [[erkennt]] sie ihren Gegenstand so [[abstrakt]], wie sie auch wirklich in der praktischen Trennung von ihm sich auf ihn immer und allgemein beziehen kann. Von daher treffen sich ihre [[Vorstellungen]] von ihm auch durchaus in der praktischen Abstraktion mit ihm. Sie bleibt ihm so fremd, wie sie auch durch ihn [[entfremdet]] ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die erkenntnistheoretischen Fragen der [[bürgerlichen Wissenschaften]] entstehen selbst schon dadurch, dass sie ihren [[Gegenstand]] getrennt von ihrer [[Beziehung]] auf ihn denken und forschen, dass sie ihn nur im Nachhinein zu erkennen suchen und also keinen [[Zweifel]] mehr an ihm haben können. Sie können daher auch nicht mehr fragend dessen [[Begriff]] erkunden, und sie entwickeln stattdessen durch ihre [[Methode]] eine Wahrheitsfindung, die ihrer wissenschaftlichen Systematik mehr entspricht, als dass sie ihren Gegenstand in seinem wirklichen sinnlichen [[Reichtum]] begreifen könnten. Eine Methode kann nicht durch sich schon [[wahr]] sein, gerade weil sie ihrer Systematik zu folgen hat. Daher ist das [[Wahrheit]]sverständnis, das in sie eingeht, die blind wirkende Grundlage für ihre Urteile, - Ur-Teile im wahrsten Sinne des Wortes: Was das ursprünglichste [[Teil]] im [[Ganzen]] der Begriffsbildung ist, begründet letztlich ihr [[Urteil]]. Und in der [[Getrenntheit]] von ihrem [[Gegenstand]] kann das nur ein Teil der [[Gegebenheiten]] sein, das sie als Zusammenhang der Ereignisse an ihrem Gegenstand als für sich [[wesentliches]] erkannt haben will. Es gründet also auf einem Vorurteil, das ihm schon vor aller Erkenntnis durch die &#039;&#039;wissenschaftliche Methode&#039;&#039; vorausgesetzt ist, die Art und Weise, wie etwas zu verstehen ist. Im Gottvertrauen wird es anders ausfallen als in einer [[Lebensangst]], aus den Notwendigketen des Lebens, und in einem Wettbüro wird seine Prognose auch anders aussehen als in einer Klosterschule. Die Methode induziert oder deduziert ihre [[Wahrheit]] und kommt der [[Erkenntnis]] nur so nahe, wie sie beides zu vereinen versteht, soweit eben, wie sie ihr eigenes [[Sein]]; ihre bürgerliche [[Existenz]] begreifen kann, sich mit ihrem Gegenstand zugleich auf den [[Begriff]] bringt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Begriffsbildung der [[bürgerlichen Wissenschaften]]n dreht sich um die [[Substanzen]], die ihr vorausgesetzt, also rein äußerllich unterstellt sind und letztlich auch sie selbst begründen (siehe [[Hermeneutischer Zirkel]]). Je abstrakter schon die realen Inhalte ihrer Gegenstände sind, desto systematischer sind ihre Methoden, so dass sie selbst immer funktioneller aus der Systematik ihrer Methode interpretiert werden. Mit fortschreitender [[Abstraktion]] sind sie in den [[Systemtheorien]] angelangt, worin Methodik sich überhaupt nur noch aus ihrer Funktion begründet. [[Erkenntnisse]] sind hierzu nicht mehr nötig, weil sich das, was sie bezwecken, daraus erklärt, dass es bewirken kann, was es bewirken soll. In solchem [[Konstruktivismus]] sind die Systemtheorien zum bloßen Handlanger für die Funktionsstörungen eines [[Systems]] geworden, das sie in ihren Algorithmen nur noch nachvollziehen und kontrollieren wollen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da die Identität der bürgerlichen Forschung aus ihrer Methode besteht, kann sie auch nur methodische [[Wahrheit]] äußern, im Grunde also nur der Wahrheit einer Funktionalität ihres [[Systems]] folgen, das sich der Systematik der [[Gegebenheiten]] nur noch anpassen kann, prinzipiell also völlig selbstlos und un[[kritisch]] sein muss. Und da die [[bürgerlichen Wissenschaften]] durch das Identitätsstreben ihres [[Selbstbewusstseins]] ihr eigenes Nichtsein unterstellen und nach Positionen und Modellen suchen, was ihre [[Identität]], ihre Wahrheit oder Konsistenz einbringen könnte, bleibt ihnen mit der fortschreitenden [[Entwicklung]] der [[Realabstraktionen]] des [[Kapitalismus]] nach einem ausgiebigen Methodenstreit auch nur die reine Funktionalität ihrer [[Gedankenabstraktion]], oder die reine Struktur (siehe [[Strukturalismus]]) oder die reine Systematik ihrer Elementarformationen, ihrer [[Elementarformen]] - auch wenn die alles andere als Formen der [[Natur]] sind (siehe [[Systemtheorie]]). Es entsteht hieraus eine [[Ordnung]] der [[Selbstbezüglichkeit]], welche zum Anliegen der [[phänomenologischen]] Methodik geworden war, die sich mit der Bereinigung der unstrukturierbaren, der unordentlichen Lebensäußerungen der Menschen und ihrer [[Natur]] zur Behauptung einer Reinheit des objektiven Seinsollens fortentwickelt hat. Sie unterstellen damit vor allem eine Nichtigkeit ihres wirklichen Menschseins, ein durch sich sebst schon nichtiges [[Subjekt]] bewahrheiten will, dem ihre Wahrnehmungen gehorchen oder schon [[hörig]] sind wenn sie nicht selbst wieder theologisch werden, auf ein höheres Geistes[[wesen]] (siehe [[Idealismus]]) zurückkommen, durch das sie sein können, was sie für sich nicht sind: Einen [[Gott]], einen Weisen, eine Erleuchtung oder ein kosmisches Prinzip schlechthin (siehe [[Esoterik]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist ihr Tanz um das [[Nichts]], in dem alle derartigen Behauptungen münden. Wie soll man sich Nichts vorstellen können - als Nirvana, als Prinzip, als Parallelwelt (schwarze Löcher) usw.? Dass Nichts eben auch als Produkt zu verstehen ist, von dem, was wir sind, führt da weiter, denn aus Nichts kann nur werden, was nicht ist, weil es die Frage auflöst, was [[Sein]] ausmachen sollte, was also nicht ist und damit nur abstrakt und selbstreferenziell ist, Nichtigkeit behauptet, die erklärt werden soll, weil man darin nun einmal die Weisheit für das sucht, was man nicht weiß (siehe [[Philosophie]]). Es ist ein [[Prinzip]] der Ungewissheit, in der bürgerliche Forschung zu verstecken sucht, dass ihre Positionen selbst schon aus dem, was ist geflüchtet sind. Es ist der [[Begriff]] ihres Eskapismus, den sie suchen, um sich zu verewigen. Es ist also eine Scheinfrage, die um jede Art von Scheinantwort nicht verlegen sein wird. Es ist das Bedürfnis einer unendlichen [[Erkenntnis]], die an allem vorbeigeht, woran sie schon vorbeigegangen war: Die Nichtigsetzung des Menschen. Diese zu beweisen kann daher nur die einzig wahre Antwort sein: Die Erkenntnis der [[Entfremdung]] des Menschen von seinem Menschsein. Sie besteht in der Analyse der menschlichen [[Geschichte]] als Geschichte der Menschheit (siehe [[historischer Materialsimus]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[Abstraktionen]] der bürgerlichen Wissenschaf blieben rein ideell, also ohne wirkliche Rückbeziehung auf ihre Anwendungen, wenn sie nicht zugleich real wären (siehe [[Realabstraktion]]). Sie bezieht sich auf ihren [[Gegenstand]] vom Standpunkt der Anwendbarkeit ihrer [[Ideen]] und [[Vorstellungen]], die sie von ihm hat und bewirkt auch an ihm die Fortexistenz seiner gesellschaftlichen Entfremdung. Sie versucht, dessen Probleme dadurch zu beantworten, dass sie ihn [[idealisiert]], dass sie ihn also in der Vorstellung seiner aufgehobenen Problematik [[interpretiert]], in der Beförderung seiner [[Isolation]] behandeln will. Von daher betreibt sie vorwiegend [[Ideologie]]. Ihr überwiegendes [[Wahrheit]]skriterium ist die Übereinstimmung des [[Faktischen]] mit ihren [[Vorstellungen]], das ihr zugleich die Fähigkeit vorenthält, Unwirklichkeit als [[Wesen]] gegebener [[Wirklichkeiten]] (siehe [[Unding]]), der [[Sachzwänge]] und Gewalten in den [[Wirkungen]] abstrakter [[Verhältnisse]] (siehe [[Entfremdung]]) zu [[erkennen]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie will die Nöte der bürgerlichen Lebensverhältnisse lösen, steht aber fast völlig hilflos vor ihrem eigenen: Was überhaupt ist [[Erkenntnis]]? Ist das ein quasi neuronaler Prozess, eine Naturkraft, die unser Leben bestimmt oder ein Verstand, der unser Leben zu unserem Wohl oder [[Ideal]] befördert? Gibt es eine [[Vernunft]] der Welt oder ist sie alleine von der Vernunft der Menschen abhängig? Ist Wissen die Aufsammlung von [[Information]] über das, was [[Leben]] ausmacht und bedingt? Und was soll dann Denken, was machen [[Gedanken]] hierzu aus? Ist [[Bewusstsein]] nichts anderes als praktisches Wissen des [[Seienden]] oder enthält es auch ein Nach[[denken]] über die inneren Zusammenhänge, welche das [[Sein]] ausmachen? Was ist [[Wahrheit]] und wie wird sie [[bewiesen]]? Und sobald [[Gewissheit]] notwendig wird, da scheitert sie vollkommen, denn für ein [[Gewissen]] zu menschlichem Handeln taugt sie ganz und gar nicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der grundlegende Mangel [[bürgerlicher]]Wissenschaft ist schon ihr Ausgangspunkt, ihre Abgetrenntheit von der Lebenspraxis der Menschen, ihren [[notwendigen]] Lebenserfordernissen, die auch ihren Fehler erzeugt. Ihr Ausgangspunkt ist die Welt, wie sie [[gegeben]] und also auch unhinterfragbar erscheint. Von daher reflektiert sie nicht, was diese Gegebenheit ausmacht und worauf ihre [[Identität]] beruht, sondern begründet sich in der Fraglosigkeit ihres Denkens gegenüber den bürgerlichen Lebensverhältnissen: Auf der [[Selbstgewissheit]] der [[Bürger]] in der Beziehung auf ihre [[Besitz]]tümer, welche den [[Zwiespalt]] ihrer [[eigentüm]]lichen Wirklichkeit aufhebt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im [[Denken]] selbst wird die Trennung von ihrem [[Gegenstand]] darin wirksam, dass es diese Wirkung nicht begreifen kann und daher im Begriff steht, sich nur selbst zu denken. Die ganze Philosophie, das Kernstück der bürgerlichen Wissenschaften, denkt sich in der [[Abstraktion]] von ihrer [[Wirklichkeit]] und [[idealisiert]] hiermit ihr eigenes [[Sosein]] zu einem allgemeinen [[Dasein]], zum Dasein als [[Gegebenheit]], als Dasein eines identitären Menschen, einer Persönlichkeit ihrer Selbstbildung, die in Wirklichkeit nichts anderes ist, als was was ihr [[gegeben]] ist und womit sie sich selbst objektiv macht. Von daher kann solche Wissenschaft, welche in der Trennung von ihrem [[Gegenstand]] den [[Verhältnissen]] der Menschen selbst schon menschliche Identität unterstellt, Wesen und Erscheinung ihres Gegenstands auch nicht unterscheiden und wird schon durch sich selbst unwahr indem sie die Notwendigkeit einer gegenständlichen [[Analyse]] durch [[Ideologie]] (bzw. durch[[Ideologiekritik]]) ersetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;Die Frage, ob dem menschlichen Denken gegenständliche Wahrheit zukomme - ist keine Frage der Theorie, sondern eine praktische Frage. In der Praxis muß der Mensch die Wahrheit, i. e. Wirklichkeit und Macht, Diesseitigkeit seines Denkens beweisen. ([[MEW 3, S. 5]])&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die bürgerliche Wissenschaft steht nur vor den Resultaten des [[Produktionsprozesses]] der bürgerlichen Gesellschaft und sucht darin selbst auch die Lösungen für deren Probleme, sei es durch Auffindung anderer [[Positionen]] (siehe auch [[Positivismus]]), sei es durch Entwicklung eines Andersseins darin (siehe auch [[Negation]]), niemals aber durch die Erkenntnis des Widerspruchs ihrer Interpretationen, die sich erst in der Erkenntnis ihrer eigenen Voraussetzungen ergeben kann, in der Erkenntnis der Besessenheit der Menschen durch ihre Besitzverhältnisse und der ihnen eigentümlichen gesellschaftlichen Produktionsweise (siehe [[Privateigentum]]). Sie verhält sich zu ihrem Gegenstand einzig unter dem Aspekt seiner Allgemeinheit, entweder rein kognitiv (empiristisch) oder [[subjektiv]] (idealistisch), und verbleibt daher ihrer eigenen Tätigkeit gegenüber abstrakt. Ihr Wissen selbst beruht in dieser Abgetrenntheit von den wirklichen Problemen der Menschen, teilt vor allem diese mit und verwirklicht als Moment der gesellschaftlichen Verhältnisse eine zweifelhafte Beziehung auf ihre Gegenstände, eben weil sie diesen Bezug nicht mehr als [[Zweifel]] ihrer Erkenntnis hat, sondern in ihrer Nützlichkeit für den Erhalt zweifelhafter Verhältnisse bestätigt. In solchem [[Pragmatismus]] lässt sich für sie immerhin der Streit von Wissenschaftspositionen (namentlich eben dem [[Idealismus]] und [[Empirismus]]) auch wirklich auflösen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bürgerliche Wissenschaft ist eine [[Wissenschaft]], die sich dem [[politischen]] Interesse des [[Bürger]]tums nach Maßgabe des [[Nutzens]] seiner Sachwelt beugt, dessen Funktionalität fördert und dessen Probleme mildert. Sie nimmt die Welt, wie sie ihr [[gegeben]] erscheint (siehe [[Schein]]). Das darin begründete Verständnis von [[Objektivität]] nimmt seinen [[Gegenstand]] von vorne herein selbständig und ohne Bezug auf den Menschen als eine von ihm getrennte Lebensbedingung, die ihre eigene Vernunft hat. Daher ist das [[Seins]]verständnis der bürgerlichen Wissenschaft auch ununterschieden von ihrem Verstand für das [[Dasein]]. Sie entwickelt Kategorien, die Imperativ für das Gelingen eines störungsfreien Verhältnisses ihres Gegenstands eintreten. Von da her befolgt diese Wissenschaft mehr oder weniger ausdrücklich immer den [[kategorischen Imperativ]] und hat bis heute die [[Aufklärung]] nicht überwunden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dem entspricht ein Menschenbild, das im Gelingen der bürgerlichen Gesellschaft selbst schon menschliche Gesellschaft begreift und also einer [[Ethik]] der [[Sittlichkeit]] folgt, die sich aus der [[Vernünftigkeit]] der [[Sache]], aus sachlicher Vernunft ergibt: Soweit der Mensch sachlich ist, ist er auch vernünftig. Sie ist in ihrem [[Denken]] daher wesentlich rational. Das heißt: Sie ergründet nicht eine [[Logik]] ihres Gegenstands, sondern beurteilt ihn mit ihrer Logik und unterwirft so die Lösung menschlicher Probleme der [[Logik]] ihrer [[Urteil]]skraft. Da diese sich nur aus [[Positionen]] bezüglich des menschlichen [[Lebens]] ergibt, war solche Wissenschaft in ihrem [[Erkenntnis]]interesse immer schon gespalten zwischen Dasein und Wesenhaftiglkeit, zwischen [[Empirismus]] (siehe [[Positivismus]]) und [[Idealismus]]. Der darin angelegte [[Zweifel]] um die [[Wahrheit]] ihrer Aussagen wurde im [[Pragmatismus]] aufgelöst, der heute besonders im Neoliberalismus total geworden ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bürgerliche Forschung geht von der [[Anschauung]] zur Befragung des Geschauten und ist zwischen Befragung und Dasein unvermittelt, bar jeder [[Dialektik]] von [[Wesen]] und Erscheinung und damit auch unentschieden zwischen [[praktischem]] und [[theoretischem Bewusstsein]]. Da sie hierdurch alles [[Sein]] als [[Selbstverständlichkeit]] hinnimmt, bezieht sie auch ihr [[Selbstverständnis]] aus den [[Gegebenheiten]] selbst. Sie nimmt Vorstellungen, die sich aus bürgerlichem [[Leben]] heraus ergeben (siehe auch [[Warenfetischismus]]) als Lebensidee ([[Ideologie]]), die in den [[Zweck]] des [[Besitz]]verhältnisses gestellt und vor allem darin [[nutz]]bar gemacht werden. Von daher sind sie - wiewohl dem Anspruch nach [[theoretisches Bewusstsein]] - vor allem Formationen des [[praktischen Bewusstseins]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bürgerliche Wissenschaft ist somit immer auch politische Wissenschaft, bereitet also [[Wissen]] auf, das sich dem politischen Verhalten zu ihrem Gegenstand verpflichtet und daher ihre [[Erkenntnisse]] hierüber mit einem [[politischen]] Anwendungsinteresse mischt. Hiergegen kann Wissenschaft nur in der [[Kritik]] des politischen Verhältnisses wahr sein (siehe z.B. [[Kritik der politischen Ökonomie]]), weil nur sie ihren [[Gegenstand]] für sich begreifen und dessen [[ganze]] Entfaltung bewahrheiten muss (siehe auch [[Begriff]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bürgerliche Wissenschaft ist bloße Reflexion des Seins, hat dieses zwar zu ihrem Inhalt, ist sich aber ihrer leeren Selbstbestimmung, ihrer [[Trennung]] von ihrem [[Gegenstand]] nicht bewusst (siehe z.B. [[Positivismus]], [[Phänomenologie]]). Ihr bleibt wirkliches [[Bewusstsein]] verschlossen, ein bewusstes Sein, das sich selbst in seinem Anderssein begreifen muss, in der [[Kritik]] von diesem seine [[Notwendigkeit]] weiß. Es hat zwar denselben Inhalt wie dieses, steht aber in einer eigenen [[Beziehung]] hierzu, die ihre [[Entfremdung]] von diesem [[begriffen]] haben muss, um [[wahr]] sein zu können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es kann solche Theorie ihre [[Beziehung]] im [[Wissen]] nicht [[ausschließlich]] und nur dies eine sein, nur einen Inhalt als [[Gegenstand]] für sich haben. [[Ökonomische]] Verhältnisse - zum Beispiel - sind nicht alles Sein, was [[Bewusstsein]] zum Inhalt haben kann. So ist [[Kultur]] etwa ein anderes Sein als es [[Wirtschaft]] ist, weil ihr [[Wesen]] anders ist, nicht unbedingt [[nützlich]] sein muss. Von daher gibt es auch ein kulturelles Bewusstsein. [[Bewusstsein]] ist also immer auch auf anders bestimmtes Sein bezogen, nicht [[Bewusstsein]] an sich, das pure [[Philosophie]], bloße [[Interpretation]] bliebe. Kritik unterstellt daher ein Wissen um die Getrenntheit zu seinem Gegenstand und schließt von daher auch permanente Selbstkritik der Wissenschaft ein. Dies unterscheidet [[Kritische Theorie]] von bürgerlicher Wissenschaft ganz wesentlich.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Wolfram</name></author>
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		<title>Natur</title>
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		<updated>2026-05-26T17:32:04Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Wolfram: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Die [[Psychologie]] der [[Aufklärung]] versteht den Menschen schon vor aller [[Erkenntnis]] von einer allmächtigen Natur bestimmmt (siehe [[Emmanuel Kant]]), seine [[Triebe]] als Triebe der Natur (siehe auch [[Sigmund Freud]]), seine [[Macht]] und [[Gewalt]] als Naturmacht der Gewalt des [[Lebens]], sein Leben als Kampf um das Überleben - vergleichbar dem Kampf der Tiere um den Erhalt ihrer Natur. Es ist es zwar richtig, dass der Mensch natürlich ist, nicht aber dass er seine Natur als seine [[Lebensbedingung]] habe und erfahre. Der Mensch ist Natur, aber er hat keine Natur außer sich. Sein Leben selbst ist Natur und macht Natur zu seiner Kultur. Die Gleichsetzung der Eigenschaften von Mensch und Tier machen den Faschisten zum Menschen, seine Gewalt zu einrer Naturgewalt, seinen Staat zu einer natürlichen Staatsgewaaalt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;Die Erdschöpfung hat einen gewaltigen Stoß erhalten durch die Geognosie, d.h. durch die Wissenschaft, welche die Erdbildung, das Werden der Erde, als einen Prozeß, als Selbsterzeugung darstellte. Die generatio aequivoca ist die einzige praktische Widerlegung der Schöpfungstheorie. Nun ist es zwar leicht, dem einzelnen Individuum zu sagen, was Aristoteles schon sagt: Du bist gezeugt von deinem Vater und deiner Mutter, also hat in dir die Begattung zweier Menschen, also ein Gattungsakt der Menschen den Menschen produziert. Du siehst also, daß der Mensch auch physisch sein Dasein dem Menschen verdankt. Du mußt also nicht nur die eine Seite im Auge behalten, den unendlichen Progreß, wonach du weiter fragst: Wer hat meinen Vater, wer seinen Großvater etc. gezeugt? Du mußt auch die Kreisbewegung, welche in jenem Progreß sinnlich anschaubar ist, festhalten, wonach der Mensch in der Zeugung sich selbst wiederholt, also der Mensch immer Subjekt bleibt. Allein du wirst antworten: Diese Kreisbewegung dir zugestanden, so gestehe du mir den Progreß zu, der mich immer weitertreibt, bis ich frage, wer hat den ersten Menschen und die Natur überhaupt gezeugt? Ich kann dir nur antworten: Deine Frage ist selbst ein Produkt der Abstraktion. Frage dich, wie du auf jene Frage kömmst; frage dich, ob deine Frage nicht von einem Gesichtspunkt aus geschieht, den ich nicht beantworten kann, weil er ein verkehrter ist? Frage dich, ob jener Progreß als solcher für ein vernünftiges Denken existiert? Wenn du nach der Schöpfung der Natur und des Menschen fragst, so abstrahierst du also vom Menschen und der Natur. Du setzest sie als nichtseiend und willst doch, daß ich sie als seiend dir beweise. Ich sage dir nun: Gib deine Abstraktion auf, so gibst du auch deine Frage auf, oder willst du an deiner Abstraktion festhalten, so sei konsequent, und wenn du den Menschen und die Natur als nichtseiend denkend, denkst,so denke dich selbst als nichtseiend, der du doch auch Natur und Mensch bist. Denke nicht, frage mich nicht, denn sobald du denkst und fragst, hat deine Abstraktion von dem Sein der Natur und des Menschen keinen Sinn. Oder bist du ein solcher Egoist, daß du alles als Nichts setzt und selbst sein willst? [[(Marx-Engels-Werke Bd.40, S. 545 bis 547)]]&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Natus bedeutet Geburt. Und so ist Natur das organische [[Wesen]], wie es einem jeden Organismus durch seine [[materiell]] existenten [[Eigenschaften]] nötig ist, - sei es ein Mensch, eine [[Gesellschaft]], eine Arbeit, eine [[Kultur]], ein [[Lebensmittel]] usw. Es ist das [[Wesen]] so &#039;&#039;wie geboren&#039;&#039; oder erzeugt, das [[substanzielles]] [[Leben]] durch seine lebendigen Inhalte ausmacht, das eine ihm entsprechende [[Form]] nötig hat. Natur ist die Lebenssubstanz einer jeden [[objektive]] [[Form]], der [[Lebensverhältnisse]]. Sie lässt sich nicht durch ein übernatürliches [[Wesen]] (siehe auch [[Religion]]) [[bestimmen]], weil sie dieses nicht nötig hat, weil sie schon in ihrer [[Naturalform]] konkret [[da ist]], nicht [[abstrakt]] bestimmt sein kann (siehe [[Formbestimmung]]), - weil es eben nur konkret [[körperlich]] [[da ist]]. Auch wenn hiervon ganz [[allgemein]] [[abstrahiert]] wird (siehe auch [[abstrakt Allgmeines]]), ist Natur auch in ihrer [[Abstraktion]] zumindest als [[Tatsache]] in [[Raum]] und [[Zeit]] zu [[erkennen]] und [[bewegt]]zu sein (siehe hierzu auch [[Leben]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;Es ist also die Geschichte der Natur wie der menschlichen Gesellschaft, aus der die Gesetze der Dialektik abstrahiert werden. Sie sind eben nichts andres als die allgemeinsten Gesetze dieser beiden Phasen der geschichtlichen Entwicklung sowie des Denkens selbst. [[(F. Engels, Dialektik der Natur. Anteil der Arbeit an der Menschwerdung des Affen, MEW 20, S. 348]]&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eines der grundlegenden Missverständnissee der &#039;&#039;materialistischen Lehre&#039;&#039; der sozialistischen Wissenschaften war der Analogschluss von Friedrich Engels zur Entwicklung der Natur im Verständnis, der Dialektik als Wahrheit von natürlichen Verhältnissen ansah und damit alle Verhältnisse wesentlich als Ausdruck einer Bewegung der Natur ansah, und damit alle Substanz der Dialektik selbst letztendlich als Ontologie einer naturalisierten Bewegung inbegriffen wissen wollte:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;„Die Dialektik ist ... weiter nichts als die Wissenschaft von den allgemeinen Bewegungs- und Entwicklungsgesetzen der Natur, der Menschengesellschaft und des Denkens.“ [[(F. Engels, Anti-Dühring, MEW 20, S.131f.)]]&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Engels hatte damit die ganze marxistische Dialektik, wie sie Karl Marx aus der Auseinandersetzung mit Hegel entwickelt hatte, in eine plumpe Bewegungslehre verzaubert, wie sie nicht simpler analogisiert werden Kann:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;„Die Bewegung ist die Daseinsform der Materie. Nie und nirgends hat es Materie ohne Bewegung gegeben, oder kann es sie geben.“ [[(F. Engels, Anti-Dühring, MEW Bd.20, S.55)]]&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jede Ontologie weicht einer substanziellen Beweisführung für die Notwendigkeit der menschlichen Praxis aus und verfestigt die Verhältnisse durch die Verselbständigung einer quasi-religiösen Verewigung der Lebenspflichtigkeiten einer abstrakten Logik, die sich nur durch Erziehung vermitteln lässt. Dem wollte Marx schon früh vorbeugen: &#039;&#039;Die materialistische Lehre von der Veränderung der Umstände und der Erziehung vergißt, daß die Umstände von den Menschen verändert und der Erzieher selbst erzogen werden muß. Sie muß daher die Gesellschaft in zwei Teile - von denen der eine über ihr erhaben ist - sondieren.&#039;&#039; [[MEW Bd.3, S. 533 bis 535]]). Natur ist der [[selbstverständliche]], der sich selbst verstehende Organismus, das [[Material]] des [[Lebens]] und aller [[Geschichte]] und die darin geschaffenen [[Verhältnisse]] (siehe hierzu [[historischer Materialismus]]). Natur an sich gibt es nicht. Sie als [[Grund]] [[Ereignissen]] oder [[Lebenshaltungen]] (siehe auch [[Gesinnung]]) herzunehmen [[verkehrt]] jedes [[Verständnis]] des Gattungslebens zur [[Ideologie]] einer [[übersinnlichen]] [[Abstraktion]] (siehe hierzu [[Aufklärung]]). &#039;&#039;Die Geschichte tut nichts, sie besitzt keinen ungeheuren Reichtum, sie kämpft keine Kämpfe! Es ist vielmehr der Mensch, der wirkliche, lebendige Mensch, der das alles tut, besitzt und kämpft; es ist nicht etwa die Geschichte, die den Menschen zum Mittel braucht, um ihre - als ob sie eine aparte Person wäre - Zwecke durchzuarbeiten, sondern sie ist nichts als die Tätigkeit des seine Zwecke verfolgenden Menschen.&#039;&#039; [[(Marx-Engels-Werke Bd.40, S. 545 bis 547)]] Natur ist das native [[Leben]] so wie es sich in seinem Ursprung als das [[Material]] seiner Entstehung, seiner stofflichen [[Substanz]] und dem was daraus geworden ist, sich mehr oder weniger [[zufällig]] so befindet, wie es sich lebendig [[empfinden]] lässt. Das ist nicht die unbearbeitete Natur und nicht die produzierte Natur; es ist die gegenständlich gewordene Naturgeschichte einer [[Geselschaft]], wie sie zu einer bestimmten Zeit an einem bestimmten Ort in ihrer hierdurch bestimmten [[Gegenwärtigkeit]] einfach [[so da ist]], wie sie für die Menschen [[Sinn]] hat und als ihr [[Gegenstand,]] also [[objektiv]] wie [[subjektiv]] sinnvoll ist, [[natürliche Intelligenz]] als [[gesellschaftliche]] [[Intelligenz]] verwirklicht hat (siehe auch [[Logik]]). Es ist das [[Material]] der Menschen wie es in ihrer [[Kultur]] sich mitteilt und vermittelt (siehe auch [[Naurmacht]]) und über jedweden [[Nutzen]] (siehe [[Wirtschaft]]) hinaus [[da ist,]] wie es auch im [[Sinn]] ihrer Lebenszusammenhänge als unbedingte (siehe auch [[Bedingung)]] geschichtliche [[Sinnbildung]] durch ihre gesellschaftliche [[Arbeit]] [[vergegenständlicht]]worden war (siehe hierzu auch [[Kultur]]). Natur ist daher im [[Einzelnen]] so wie auch [[allgemein]] und kann schon durch sich selbst mehr sein als für sich, kann außer sich geraten, kann sich entzweien und Neues schaffen, ohne sich dabei zu schwächen; - ganz im Gegenteil: Natur ist üppig. In der Verschwendung lebt das Potenzial ihrer Vermehrung und ihres [[Wachstums]]. Alles Natürliche ergänzt sich - oder es stirbt (siehe [[Tod]]) und wird hierdurch wiederum zum [[Material]] ihrer [[Geschichte]]. &#039;&#039;Der Mensch ist unmittelbar Naturwesen ... Aber der Mensch ist nicht nur Naturwesen, sondern ist menschliches Naturwesen; d.h. für sich selbst seiendes Wesen, darum Gattungswesen, als welcher er sich sowohl in seinem Sein als in seinem Wissen bestätigen und betätigen muß&#039;&#039; ([[Marx-Engels-Werke Bd.40, S. 578f)]] Auch wenn von Natur aus alles verchieden ist, so gibt es in ihr doch keine [[Gegensätze]] die sich [[widersprechen]], keine [[Negation]] gegen [[Positionen]]. Denn eine Natur als solche, Natur an sich gibt es nicht (siehe [[dialektischer Materialismus]]). Sie ist immer nur da als [[Geschichte]], als [[Gegenwart]] eines vergangenen Gewordenseins der der Lebeweseen und somit auch der Menschen und ihrer Lebensgestaltung (siehe [[historischer Materialismus]]), ist immer schon materialisiertes [[Leben]] aus dem [[geselschaftlichen]] [[Material]] des [[Lebens]] (siehe [[historischer Materialismus]]), als [[Gegenstand]] von und für Menschen. Sie ist ihre Lebensgestalt, die [[Form]] ihrer inneren wie äußere Natur, durch die sie sich auch selbst [[vergegenständlichen]], sich erneuern und In der Erneuerung sich zugleich bereichern. &#039;&#039;Weder sind also die menschlichen Gegenstände die Naturgegenstände, wie sie sich unmittelbar bieten, noch ist der menschliche Sinn, wie er unmittelbar ist, gegenständlich ist, menschliche Sinnlichkeit, menschliche Gegenständlichkeit. Weder die Natur – objektiv – noch die Natur subjektiv ist unmittelbar dem menschlichen Wesen adäquat vorhanden.&#039;&#039; ([[MEW40, S. 579]]). Friedrich Engels wollte in seinem [[Verständnis]] von [[Dialektik]] eine &#039;&#039;Dialektik der Natur&#039;&#039; erkannt haben. Die geriet aber sogleich – ganz undielektisch – zum [[Dogmatismus]] einer fatalen [[Dialektik]] einer [[Ontologie]], welche sich im Stalinismus des [[Dialektik]] gewaltsam gegen seine [[Geschichte]] durchgesetzt hatte, welche sich im Stalinismus des [[Dialektiktischen Materialismus]] gewaltsam gegen die [[Wahrheit]] seiner [[Geschichte]] durchgesetzt hatte. Es entzieht sich [[Natur]] jedweder [[Dialektik]], denn sie besteht zwischen Geburt (lat. Natus) und [[Tod]], betreibt dabei aber keine [[Nichtung]] ihres [[Wesens]]. Sie ist also immer schon im [[Teil]] wie auch im [[Ganzen]], im [[Einzelnen]] wie im [[Allgemeinen]] immer schon [[substanziell]] [[existent]] und kann nicht [[Wirklichkeit]] irgendeiner [[Abstraktion]] sein und bedarf daher auch keiner sonderlichen [[Erkenntnis]]. Und deshalb hat [[Dialektik]] auch keine [[Natur]] außer der, die sie selbst [[vernutzt]]. Eine natürliche [[Dialektik]] bliebe bloßer Unsinn (siehe hierzu auch [[Dialektischer Materialismus]]). Doch die Natur ist das [[Material]] ihrer [[Geschichte]] (siehe hierzu auch [[Historischer Materialismus]]). Mit der [[Bildung]] ihres [[Reichtums]] haben Menschen ihre Lebensverhältnisse als [[Gesellschaft]] gegründet; - nicht weil sie darin [[objektiv]], als [[objektive]] Natur bestimmt wären, sondern weil es ihr [[Reichtum]] als ihr gesellschaftliches [[Eigentum]] ist, durch den ihre [[Geschichte]] zu einer menschlichen, zu einer [[subjektiven]] [[Geschichte]] wurde, in der ihr [[Leben]] seine geschichtliche [[Form]] über das bloß Naturnotwendige hat, sich seiner [[Sinnbilung]] (siehe auch [[Kultur]]) entsprechend objektiviert. Soweit ihre [[Form]] durch ihren [[Inhalt]] bestimmt und noch nicht durch einen [[Widerspruch]] hiergegen zur [[Formbestimmung]] seines Gegenteils geworden ist (siehe auch [[Entfremdung]]) formuliert sie immer schon menschliche [[Geschichte]] als [[Gegenständlichkeit]] der menschlichen [[Natur]]. &#039;&#039;Die Geschichte ist die wahre Naturgeschichte des Menschen.&#039;&#039; [[(MEW40, S. 579)]] [[Leben]] ist notwendig [[subjektiv]], weil es immer wieder geboren wird, auch wenn es immer wieder sterben muss, um geboren zu werden, weil in ihm Entstehen und Vergehen schon vor seinem [[Dasein]] als [[Subjekt]] für sich bestimmt ist, ohne dass dies [[logisch]] oder [[objektiv]] gegeben wäre. Es ist das [[Leben]], wie es zu einem bestimmten [[Dasein]] durch dessen [[Zufälle]] geboren wurde, aus dem [[Seienden]] heraus entstanden, ursprüngliches [[Dasein]] als erneuertes [[Sein]] ist. Von Natur aus ist ein Lebewesen so wie geboren und hieraus geworden, ein [[Leben]] wie gezeugt, materiell als [[Sache]] für sich so [[gegenständlich]] wie produziert. Von daher ist Natur überhaupt nur als [[sinnliche Gewissheit]] ihrer [[Geschichte]] begriffen, befolgt keine eigene [[Notwendigkeit]], keine [[allgemeine]] [[Logik]], keine [[ontologisch]] erfassbare [[Determination]]. Es gibt keine [[Genealogie]] der Natur, weil es keine des [[Leben]]s gibt. Dieses besteht überhaupt nur durch die [[Gegenwärtigkeit]] einer [[natürlichen Intelligen]]z, die sich als [[Evolution]] hinterlässt. Mit der Entwicklung des [[fiktiven Kapitals]], mit dem Verbrauch der[[Leben]] [[Rohstoffe]] (siehe [[Ressource]]) für ein unermessliches weil maßloses [[Wertwachstum]] (siehe [[Stoff pro Arbeit]]) hat sich allerdings der Naturverbrauch der [[bürgerlichen Gesellschaft]] zu einer finalen [[Krise]] der menschlichen [[Gesellschaft]] entwickelt, weil das unersättliche [[Verhältnis]] des [[Wertwachstums]] zur [[Substanz]] einer jeglichen menschlichen [[Gesellschaft]] sich über eine Naturvernichtumng eines den Menschen [[entfremdeten]] [[Wirtschaftswachstums]]. Das [[Wesen]] der Natur ist ihre [[gesellschaftliche]] [[Substanz]] und [[Intelligenz]], die [[Fähigkeit]], [[Gegebenes]] anzueignen und zu [[entwickeln]] und über den [[Tod]] hinaus durch die [[Generationn]] und Epochen der [[Geschichte]] zu erneuern. [[Natürliche Intelligenz]] entsteht schon mit der [[Fähigkeit]], Inneres und Äußeres zu unterscheiden, zu [[empfinden]], und sich mit eigenem [[Zweck]] hierauf zu beziehen. Von daher ist Intelligenz materiell schon in der chemischen Affinität von unterschiedlichen [[Stoffen]] angelegt, die sich zu einem [[Stoffwechsel]] entwickelt hatten und hierfür ihre Nahrung von ihrer Ausscheidung unterscheiden mussten. Schon mit dem [[Stoffwechsel]] war Ausdehnung und also auch Wachstum als wesentlicher Zweck der [[Natur]] entstanden. Das war die Grundlage für jedes [[Wachstum]] der [[Natur]] und hat zur natürlichen Zelle und deren Organisation und Vermehrung geführt und ganze Orgnismen geschaffen. Die haben auch die Organisation und innere [[Beziehungen]] ihrer Organe in einem eigenen Zweck des [[Individuums]] zu seinem Erhalt geschaffen, um mlt ihrer Vermehrung sich auch qualitativ im Zusammenhang mit der ganzen [[Natur]] zu [[bereichern]], indem sie ihr Leben [[intellligent]] gestalten. Natur ist aber auch so [[zufällig]], wie jede Geburt, auch wenn das Geborene sich über alle Geschichte hinweg ähnlich erscheinen mag. Aber es kommt nicht als eine sich gleich bleibende [[Erscheinung]] auf die Welt, sondern durch seine historische Erzeugung, durch das Gewesene, was über seine Verwesung hinaus sein [[Wesen]] behält und [[fortbestimmt]]. Natur ist daher die [[Substanz]] der [[Subjektivität]], der organische Ursprung und [[Stoff]] ihrer [[Geschichte]], wie er für sich [[frei]] in die Welt gekommen (siehe [[Freiheit]]) war und für die Menschen ihre [[gesellschaftliche]] Natur ist, - eben als ihre [[Kultur]], als geschichtliches Resultat ihrer [[Sinnbildung]] da ist (siehe hierzu auch [[historischer Materialismus]]). Natur ist das [[wesentliche]] [[Leben]], wie es auch in seiner [[Abwesenheit]] da ist als wesentliches [[Sein]], das nach seiner [[Anwesenheit]] verlangt (siehe hierzu auch [[Bedürfnis]]), ganz gleich ob es sich hierbei um einen [[Stoffwechsel]], um [[Kultur]] oder irgendeine [[Sache]] handelt, die nicht [[wirklich]] das ist, was sie ihrem [[Wesen]] nach sein soll, solange es noch nicht verwest, stofflich noch gemeinhin als körperliche [[Form]], als Form ihres [[Körpers]], als [[Substanz]] des [[Lebens]] da ist. Denn auch wenn Natur eine begeisterte [[Materie]] ist, so bleiben ihre [[Elemente]] rein stoffliche [[Elementarform]], auch wenn sie nur noch [[abstrakt allgemein]], als bloße [[Tatsache]] ihrer [[Geschichte]] da sind (siehe hierzu [[Dialektik]]). Auch für den Menschen ist [[Stoff]] das [[objektive]] [[Material]] seiner Natur wie seiner [[Gegenstände]]. Er verändert ihn durch menschliche und [[maschinelle]] [[Arbeit]] so, dass er als Arbeitsprodukt ein natürlichs [[Objekt]] erzeugt, das menschliche [[Bedürfnisse]] befriedigt und sich als ihre [[Kultur]] ausgestaltet, soweit es für die Menschen [[Sinn]] hat und [[Sinn]] macht. In dieser [[Objktform]] als menschliches Produkt.vereint sich das Bedürfnis mit der [[Arbeit]] als menschliche Tätigkeit. Von daher ist derselbe Stoff die natürliche Basis der [[Produktion]] wie auch der [[Konsumtion]]. Mit der [[Produktion]] und dem Produkt ihrer [[Arbeit]] wird der [[Stoff]] für die Menschen zur [[Sache]] ihrer [[Natur]] und sind zugleich das [[körperliche]] Material ihrer [[Gebrauchswerte]] und [[Kultur]], [[objektive Form]] seiner [[Sinnlichkeit]] schlechthin (siehe auch [[Sinnbildung]]). &#039;&#039;Die Universalität des Menschen erscheint praktisch eben in der Universalität, die die ganze Natur zu seinem unorganischen Körper macht, sowohl insofern sie 1. ein unmittelbares Lebensmittel, als inwiefern sie [2.] die Materie, der Gegenstand und das Werkzeug seiner Lebenstätigkeit ist. Die Natur ist der unorganische Leib des Menschen, nämlich die Natur, soweit sie nicht selbst menschlicher Körper ist. Der Mensch lebt von der Natur, heißt: Die Natur ist sein Leib, mit dem er in beständigem Prozeß bleiben muß, um nicht zu sterben. Daß das physische und geistige Leben des Menschen mit der Natur zusammenhängt, hat keinen andren Sinn, als daß die Natur mit sich selbst zusammenhängt, denn der Mensch ist ein Teil der Natur.&#039;&#039; [[(MEW 40, S. 515f)]] Der [[Stoffwechsel]] ist grundlegend für das natürliche Verhältnis der Menschen zu ihrer [[Natur]] und damit zu sich als [[gesellschaftliche]] [[Wesen]]. Er ist konstitutiv für alle Gesellschaftsformen und seine Form macht die [[geschichtliche]] [[Notwendigkeit]] der Entwicklungsgeschichte der Menschheit aus. Ihre Subjektwerdung ist nicht zu [[trennen]] von dem Objektwerden ihrer Stofflichkeit, was immer dieses auch [[gesellschaftlich]] bestimmen mag, auch wenn deren [[Objektform]] noch [[gleichgültig]] gegen ihre Inhalte, nur als abstrakte [[Substanz]] (siehe [[abstrakt Allgemeines]]) eines [[gesellschaftlichen]] Verhältnisses der [[Arbeit]] (siehe [[abstrakt menschliche Arbeit]]) betrieben wird (siehe [[historischer Materialismus]]). Natur ist so [[geistig]] wie auch [[materiell]], so [[leiblich]] wie auch [[seelisch]] gegenwärtigt (siehe auch [[Leib-Seele-Problem]]). Auch wenn das [[Leben]] [[fremden]] [[Absichten]] unterworfen ist, von sich selbst absehen muss (siehe [[Abstraktion]]), zwischen [[Form]] und [[Inhalt]] nur gespalten (siehe [[Trennung]]) ist, so macht sich seine Natur immer wieder [[notwendig]] [[anwesend]], auch wenn sie dann getrieben von einem abstrakten Verlangen [[erscheint]] (siehe [[Trieb]]). Wenn Leben sich nicht verändern, nicht anders sein kann, wird es für sich zu einem bewegungslosen [[Schmerz]] (siehe auch [[Bewegung]]), der als [[unwirkliche]] [[Geschichte]] durch seine [[Abstraktionskraft]] da ist, sich nur [[fremdbestimmt]] [[verwirklichen]] kann (siehe auch [[Entfremdung]]). Von Natur aus ist ein Lebewesen so wie geboren, eine [[Sache]] wie produziert. Natur ist die [[Substanz]] der [[Subjektivität]], der organische Ursprung und [[Stoff]], wie er für sich [[frei]] in die Welt gekommen (siehe [[Freiheit]]), für die Menschen ihre [[gesellschaftliche]] Natur als ihre [[Kultur]] da ist. Das Leben der Menschen ist natürlich und zugleich durch sie bestimmte Natur, [[Naturmacht]], die natürliche [[Eigenschaften]] hat und zugleich ihre Lebensproduktion als gesellschaftliche Natur, als Natur ihrer Gesellschaft bestimmt und [[vermittelt]]. Es ist nicht aus einem vorausgesetzten Sein bestimmt, nicht durch sich selbst narrativ (siehe [[Ontologie]]), sondern selbst immer schon [[unmittelbar]] seiend und hierdurch [[Subjekt]] seiner [[Geschichte]] (siehe [[historischer Materialismus]]). Materiell ist die Natur schon vor aller Erfahrung der [[Stoff]] und die [[Intelligenz]] des [[Lebens]] (siehe auch [[natürliche Intelligenz]]), sein [[wirklicher]] [[Sinn]], das [[Material]] allen [[Daseins]] so wie es [[Geschichte]] macht und sie gemacht hat. Die [[Geschichte]] der Menschen ist die ihrer [[Sinnbildung]] überhaupt, [[Sinn]] der Flora und Fauna auf der Erde, [[Substanz]] ihres Lebens, wie es schon aus den materiellen Grundlagen dieses Planeten geworden ist und sich bis zur menschlichen [[Kultur]] [[entwickeln]] konnte. Bis heute ist die Natur der [[wesentlichste]] [[Gegenstand]] des Menschen, [[Substanz]] seiner [[Subjektivität]], seiner [[Arbeit]] und seiner [[Bedürfnisse]], worin er [[objektiv]] auch seine Natur als [[Naturmacht]] in der Vergegenständlichung seines [[Lebens]] verwirklicht. Wenn er sich gegen seine Natur verhält, verhält er sich daher auch zugleich gegen sich selbst. Von daher ist die Formulierung einer Getrenntheit von äußerer und innerer Natur des Menschen absurd, wie sie der Aussage von Friedrich Engels entnommen wurde, der Mensch sei zugleich Natur und Nicht-Natur, [[Position]] wie [[Negation]] der Natur, also objektiv in einem wesentlichen [[Gegensatz]] zu seiner Natur, im Widerspruch seiner Natur bestimmt. Es war zugleich die Grundlage eines marxistisch auftretenden Anthropozentrismus, die Ausbeutung der Natur durch den Menschen als Behauptung über seine Natur. Doch der Mensch ist selbst so natürlich, wie seine [[Kultur]] in ihrer Natur menschlich ist. [[Kultur]] ist Natur und steht nicht gegen sie, sondern erweitert sie zu menschlicher [[Subjektivität]]. Im Unterschied zur Kultur ist die [[Natur]] also auch nicht [[logisch]], sondern aus bloßer Materie und ohne Zutun von Göttern und Geistern in der [[Zufälligkeit]] ihrer Gravitationsverhältnise entstanden. Nur durch das rein [[zufällige]] Verschmelzen von unbestimmt aufeinander aufprallenden Teilchen, Planeten und Kometen waren [[Stoffe]] entstanden, die eine [[Entwicklung]] von [[Leben]] auf der Erde ermöglicht hatten, durch die hohe Energie in ihren Urgesteinen gebunden war. Dass dieses sich quasi [[logisch]] zum Leben entwickelt hätte, lässt sich aber nicht hieraus begründen, weil Materie immer qualitativ ist, also nur aus dem Zusammentreffen bestimmter Elemente sich erklären lässt, besonders aus Wasser, Mineralien und Gasen, die in den heute noch existenten Verbindungen nur durch den Zufall interplanetarischer Kollissionen in der Erdentstehung zusammenkommen konnten. Diese stoffliche Grundlage enthielt zwar schon alle Möglichkeiten einer Naturentwicklung, aber bei aller vorhandenen [[Energie]] noch keine [[Notwendigkeit]], dahin zu kommen, aus diesem stofflichen Material lebendig zu werden. Schon in der bloßen [[Materie]] ist [[Energie]] in ständiger [[Bewegung]] und gerät in intensivere oder extensivere [[Zustände]], die sich in einem mäßigeren [[Erregung]]szustand stabilisieren oder sich auch übermäßig verdichten konnten. Säuren und Gase konnten sich unter dem Einfluss von vulkanischer Dichte und irdischer Magnetwellen im Wasser in allen möglichen Energieformen und Aggregatzuständen verbinden und zu Eiweißmolekülen verschmelzen und Zellplasma werden, in denen die ursprünglichen Säuren sich zu DNS und RNS (bzw. DNA und RNA) verbinden konnten, aus der die Doppelhelix der Lebensverbindungen entstand, die Grundlage der Vermehrung und des Zellwachstums. Durch ihre chemoelektrische Spannungen begannen diese Molekülverbindungen in bestimmter [[Beziehung]] zu pulsieren und andere Stoffe zu binden oder auszusondern und dadurch einen eigenen Energiehaushalt zu entwickeln. Es war die Gunst dieser [[Beziehungen]], die sie zu ihrer Erhaltung und Verfestigung zu einem [[Stoffwechsel]] brachten, der günstigere materielle und energetische Formen wie auch ungünstigere Fülle entstehen ließ und ihre Stoffaufnahme und Ausscheidung zu einem eigenständigen [[Leben]], zur Lebensgeschichte der Natur als Naturgeschichte des Lebens entwickelten. Aber erst mit einem zufällig entstandenen Zusammenkommen von Eisen und Magnesium in den Urschlämmen einer nur im [[Raum]] bestimmten [[Masse]], also in einer überzufällig bestimmten [[Dichte]] der [[Stoffe]] konnte sich Chlorophyll und Hämoglobin bilden, was die Bedingung für den [[Stoffwechsel]] des [[Leben]]s zwischen Pflanzen und Tier ist. Es sind dies die Moleküle für die Träger des Lebens, für die Zellfortbildung ihrer Organismen, die sich überhaupt nur in diesen darin gebunden Metallen unterscheiden und deren Fähigkeiten es ermöglichten, Sauerstoff und Kohlendioxyd zwischen Tier und Pflanze so auszutauschen, so dass hierbei eigene Lebens[[energie]] frei werden konnte. Was Karl Marx noch nicht genau wissen konnte, das erschloss er aus dem sinnlichen Leben selbst, aus der Naturgeschichte der [[Sinne]], wie sie heute leben. Nicht der bloße [[Stoff]], sondern das stoffliche Leben ist der Kern des von ihm formulierten Materialismus, aus welchem sich auch die [[geistigen]] [[Entwicklungen]] begreifen lassen, - nicht als Zufall, wohl aber als [[Sinn]] für sich. [[Sinnbildung]] entsteht nicht durch eine [[Logik]] der Materie, sondern aus der Materie des Lebens in seinem Werden und Vergehen, seiner eigenen [[Bewegung]], seiner Naturgeschichte. Hierin hat der [[Historische Materialismus]] seine Grundlagen. Sie kennt noch keine [[Negation]], keine [[Dialektik]], und unterscheidet sich hierin auch von den Begründungen des so genannten [[Dialektischen Materialismus]]. Der [[Stoffwechsel]] ist eine der ersten [[Tätigkeiten]] der belebten [[Materie]], der Natur. Der verlangt allerding in seiner Funktion eine [[Intelligenz]] (siehe [[natürliche Intelligenz]]), die in der Lage ist, das Material zur Nahrungsaufnahme von dem der Ausscheidung zu unterscheiden, um sich hieraus zu erhalten und fortentwickeln zu können. Zwischen dieser Bewahrung und [[Beziehung]], die sich in der [[Wahrnehmung]] darstellt, und dem Fortschritt durch Lebensäußerungen, durch die [[Tätigkeiten]] des [[Lebens]], die hierauf beruhen, hat sich die Natur bis hin zum Menschen entwickelt. Natur ist die [[allgemeine]] [[Substanz]] des [[Lebens]], [[leben]]dige [[Stoff]]lichkeit, die allem [[Wesen]] inne ist und seine [[Wirklichkeit]], das [[Verhältnis]] seiner [[Wirkungen]] ausmacht. Jedes Wesen ist nicht erst durch seine Natur natürlich; es ist als Natur wesentlich. Natur kommt von Geburt (Natus = die Geburt) und meint, was ein Wesen von seinem [[Grund]] her ist. Jedes Wesen ist so natürlich, wie es geboren ist: Die Pflanze auf dem Boden, wo ein Samen sich zu nähren versteht, das Tier in der Herde oder als Haustier im Stall oder Korb, wo seine Lebensbedingungen es wachsen lassen, der Mensch in seiner [[Gesellschaft]] und [[Kultur]]. Die menschliche Natur ist [[subjektiv]], steht von daher nicht im Gegensatz zu seiner [[Kultur]], hat darin wohl aber auch seine eigene Natur begründet. Erst der Mensch konnte sich zu seiner Natur als ein Wesen verhalten, das sich selbst objektiviert, sich vergegenständlicht durch planvolles [[Beziehen]] und [[Ergänzen]] seiner natürlichen Mängel durch den [[Entschluss]], [[gesellschaftlich]] bestimmte [[Gegenstände]] zu erzeugen. Von daher ist er nicht nur Naturwesen, sondern [[Naturmacht]]. Sie ist der Nährboden seines [[Wesen]]s, das nicht einfach reinen Naturstoff als bloße Nahrung nötig hat, sondern auch andere Menschen, [[Gesellschaft]], wie sie ihrer Natur entsprechend auch geworden ist, in der er sich selbst vergegenständlicht erkennt, weil er sie gedacht hat, bevor er sie durch seinen [[Entschluss]] und Plan erzeugte. Von daher ist der Mensch als [[denkendes]] Wesen ein Naturwesen, das sich in der Natur und vermittelst der Natur vor allem selbst erzeugt, sich selbst als [[Gegenstand]] der Natur bildet und bestimmt und durch seine [[Tätigkeit]] und [[Arbeit]] zu ihrem handelnden [[Subjekt]] geworden ist, indem er in der Natur das [[Material]] seiner [[Geschichte]] findet und damit zugleich ihre Geschichte [[bestimmt.]] &#039;&#039;Die Geschichte selbst ist ein wirklicher Teil der Naturgeschichte, des Werdens der Natur zum Menschen.&#039;&#039; [[(MEW 40, S. 544)]] Objektiv ist der Mensch ein Naturwesen, das vermittelst seiner [[gesellschaftlichen]] Beziehungen mächtig wird, indem er hierdurch seine eigene Vergegenständlichung betreibt, als Teil der Naturgeschichte selbst Geschichte bildet, indem er sich in seiner Vergegenständlichung für eine bestimmte Entwicklung entscheidet und hiernach planvoll handelt. &#039;&#039;Der erste Gegenstand des Menschen  der Mensch  ist Natur, Sinnlichkeit, und die besondern menschlichen Wesenskräfte, wie sie nur in natürlichen Gegenständen ihre gegenständliche Verwirklichung, können nur in der Wissenschaft des Naturwesens überhaupt ihre Selbsterkenntnis finden. Das Element des Denkens selbst, das Element der Lebensäußerung, des Gedankens, die Sprache ist sinnlicher Natur..&#039;&#039; [[(MEW 40, S. 544)]] Es gibt zwar Regeln in der Natur, die wie ein Naturgesetz verstanden werden. Es gibt aber keine Natur[[logik]], die ihre [[Geschichte]] bestimmen könnte. Die [[Entwicklung]] der Natur besteht immer aus der [[Bildung]] ihrer Form aus den Substanzen des [[Lebens]]. Was sie substanziell nötig hat, das erobert sie durch ihr Material, die Materie. Ihre Gefäße erzeugt sie sich selbst. Es macht die Grundform des Lebens aus, dass Natur aus der Bildung eines Plasmas gegründet ist, das die Lebenswelten voneinander scheiden konnten, dass die Sinnbildung für sich von ihren Rückständen befreit war. Dies ist die wesentliche Grundlage ihrer Lebensscheidung und Lebensentscheidung, die Bedingung ihres Stoffwechsels und seiner Energieformen, die Unterscheidung von Lebensstoff und Schlake. Das Leben kann nur durch diese Form sein, weil sich darin [[Entwicklung]] durch stoffliche [[Ergänzung]] von der Ausscheidung des Abfallprodukte absetzen konnte, also &#039;&#039;entgiftet&#039;&#039; und damit frei für [[Eigenes]] wurde. Form und Inhalt sind sich daher von Natur aus sich immer einig, weil die Form aus der [[Entwicklung]] der Inhalte bestimmt ist. Die Natur kennt keine Negation, weil sie auf stofflicher Entfaltung gründet, so dass dabei keine [[Reduktion]] bestimmend, also keine [[Abstraktion]] wirksam werden kann. Erst durch die menschliche [[Gesellschaft]] kann [[Entwicklung]] in [[Widerspruch]] geraten, weil darin einzelne Subjekte ihre Gesellschaft bilden und der einzelne Mensch sich seiner Allgemeinheit widersetzen kann. Erst hier entsteht ein dialektisches Verhältnis dessen, was in der Natur nur in gegensätzlichen Seinsweisen existiert. In der Natur gibt es zwar Vernichtung, aber keine [[Negation]]. Ihre Geschichte ist materiell, aber ihre Entwicklung vollzieht sich nicht in Aufhebungen, sondern durch Vermehrung und Verdichtung, die immer wieder Änderungen notwendig macht. Erst die Geschichte der menschlichen Gesellschaft hat eine Geschichte über die natürlichen Schranken hinweg geschaffen und ihren [[Geist]] geschaffen, der das naturmächtige Subjekt Mensch hervorgebracht hat und ihn durch seine [[Dialektik]] befähigt, sich zu entwickeln oder auch sich zu zerstören, je nachdem, wie er sein [[Leben]] gesellschaftlich produziert und auseinandersetzt. Diese Auffassung ist die Grundlage des [[historischen Materialismus]], der nicht zu verwechlsen ist mit dem [[dialektischer Materialismus]], wie er von Friedrich Engels (&#039;&#039;Dalektik der Natur&#039;&#039;) und einigen Sowjet-Wissenschaftlern formuliert worden war. Die Natur ist weder objektiv noch subjektiv mächtig. Sie besteht selbst durch ihre Veränderung, ändert ihr Sein in einem beständigen Prozess und ist daher auch ständig anders; sie hat aber kein wirkliches Anderssein, kennt keine [[Negation]], keine dem Wesen [[entfremdete]] Bestimmmung. Wenn überhaupt von einem menschlichen Wesen gesprochen wird, etwa von einer &#039;&#039;[[menschlichen Identität]]&#039;&#039;, einem [[geistig]] oder [[kulturell]] unterscheidbaren Wesen oder einem &#039;&#039;menschlichen [[Dasein]]&#039;&#039;, so kann das nichts anderes sein, als was natürlicherweise schon da ist (siehe hierzu auch [[natürliche Intelligenz]]) und als dieses sich auch unaufhörlich ändert (siehe [[Stoffwechsel]] und [[Geschlecht]]), immer also endlich ist, unendlich endlich. Es ist für sich selbst schon Inhalt und Form der Erkenntnis, Haut und Haar, Stoff und Sinn, Hand und Fuß, und kann daher auch kein [[Gegenstand]] des Denkens sein, solange und weil es sich von selbst und durch sich selbst ergibt. Wo etwas als getrieben, einen[[Trieb]] zu haben erscheint, wird sich immer herausstellen, dass dies durch gesellschaftliche [[Widersprüche]] entstanden ist, die sich in den [[Formbestimmung]] der menschlichen Lebensverhältnisse bewegen (siehe [[abstrakt Allgemeine]]s). Man kann &#039;&#039;die Natur&#039;&#039; [[abtrakt]] nehmen, sie gedanklich abstrahieren (siehe [[Gedankenabstraltion]]), sie [[ideologisieren]] (siehe [[Esoterik]]), sie selbst kann niemals abstrakt sein, weder als &#039;&#039;Lebenstrieb&#039;&#039; (siehe [[Psychoanalyse]]), noch als [[ontologische]] Determinante (siehe [[Determinismus]]), noch als systemische [[Notwendigkeit]]. Von daher kann sie sich auch nicht [[negativ]] auf sich beziehen, sich nicht [[entfremden]] (siehe [[negative Dialektik]]), sich nicht von sich selbst [[ausschließen]] und also sich auch nicht [[fremd]] zu sich selbst verhalten. [[Entfremdung]] gibt es nur in den gesellschaftlichen [[Verhältnissen]] der Menschen. Von daher gibt es auch nur dort [[dialektische]] Verhältnisse. Natur mag ohne [[Sinn]] erscheinen, wo sie sich nicht fortbildet. [[Leben]] aber bildet durch seinen [[Stoffwechsel]] einen Sinn aus seiner Natur, der sich für die Gattung auf ihre geschlechtliche Reproduktion fortgebildet hat. Von daher hat Sinn eine natürliche Begabung, sich auf anderes zu beziehen, was wiederum in einer Vergegenständlichung seiner Bezogenheit in seinem [[Gegenstand]] erscheint. Menschliches [[Leben]] äußert sich nicht im Verhalten zu sich selbst, weil es nur geäußert ist, wenn es auch außer sich existiert. Jede Lebensäußerung des Menschen ist daher [[gegenständliche]] Natur und wäre ohne diese Gegenständlickeit ihrer Natur ein Unsinn, nur scheinbares Leben, [[unwesentlich]]. Auch wenn das die Menschen erst begreifen können, wenn sie mit Haut und Haaren auf der Welt sind, so ist doch die [[Natur]] schon gegenständlich für den Menschen, bevor es ihn gibt, ihm vorausgesetzt und folgend zugleich. Sie ist sein [[Objekt]], menschliche Objektivität, die sein Werden wie sein Vergehen beinhaltet, die also wesentlich ihn schon beinhaltet, bevor er sich zu ihr verhalten kann, ihr [[Subjekt]] und folglich subjektive Natur als Naturmacht wird. Von daher hat jeder menschliche [[Gegenstand]] menschliche Natur und ist so natürlich, wie auch der Mensch von [[Natur]] ist und Natur hat. Er hat sein [[Wesen]] außer sich in der Natur seines Gegenstands und wäre ohne diesen wesenlos, weil er ohne diese Natur selbst Unnatur wäre. Von daher ist der Mensch selbst verwirklichte Natur, nicht von einem vorausgesetzten Geisteswesen [[bestimmt]] (siehe [[Gott]]) und auch nicht von einer apriorischen Stofflichkeit (Dinghaftigkeit, &#039;&#039;Ding an sich&#039;&#039;, wie bei [[Imanuel Kant]]). Daher kann der Mensch auch seine Natur verändern, im Laufe seiner [[Geschichte]] selbst zu einem anderen Menschen werden, sich auch Mittel schaffen (siehe z. B. [[Produktionsmittel]]), die sein Menschsein anders begründen, seinen Lebensgrund verändern. [[Marx]] spricht in diesem Zusammenhang von der &#039;&#039;Menschwerdung der Natur&#039;&#039;. Er versteht die ganze Menschheitsgeschichte als Geschichte menschlicher [[Sinnbildung]]. Natur ist anderseits aber auch nicht nur durch sich selbst wesentlich, sondern zugleich wesentliches [[Sein]]. Weil sie allem inne ist, kann es als Natur nicht aus sich heraus vergehen, nicht einfach nur gewesen sein, so als ob Natur ein [[Ding]] wäre, das erzeugt und dann vernichtet würde. Natur selbst wäre ein Gegenstand des Konsums, ein [[Unding]], also in [[Wahrheit]] [[nichts]], wenn sie nicht zugleich vor allem und doch alles ist. Für sich genommen wäre sie Allmacht und in sich absurd, denn was alles ist, kann nichts für sich sein (dies gegen eine [[Ontologie]] der Natur). Indem Natur ein wesentliches Sein hat, kann sie nur in der Selbstveränderung sich entwickeln. Sie kann nur anders werden, indem sie Natur ist und bleibt, sich fortentwickelt, um natürlichen Bestand zu haben. Von daher ist auch der [[Tod]] natürlich, Moment der natürlichen Entwicklung, der Entwicklung des menschlichen Wesens als Naturwesen. &#039;&#039;Der Mensch ist unmittelbar Naturwesen. Als Naturwesen und als lebendiges Naturwesen ist er teils mit natürlichen Kräften, mit Lebenskräften ausgerüstet, ein tätiges Naturwesen; diese Kräfte existieren in ihm als Anlagen und Fähigkeiten, als Triebe; teils ist er als natürliches, leibliches, sinnliches, gegenständliches Wesen ein leidendes, bedingtes und beschränktes Wesen, wie es auch das Tier und die Pflanze ist, d.h. die Gegenstände seiner Triebe existieren außer ihm, als von ihm unabhängige Gegenstände; aber diese Gegenstände sind Gegenstände seines Bedürfnisses, zur Betätigung und Bestätigung seiner Wesenskräfte unentbehrliche, wesentliche Gegenstände. Daß der Mensch ein leibliches, naturkräftiges, lebendiges, wirkliches, sinnliches, gegenständliches Wesen ist, heißt, daß er wirkliche, sinnliche Gegenstände zum Gegenstand seines Wesens, seinen Lebensäußerung hat oder daß er nun an wirklichen, sinnlichen Gegenständen sein Leben äußern kann. Gegenständlich, natürlich, sinnlich sein und sowohl Gegenstand, Natur, Sinn außer sich haben oder selbst Gegenstand, Natur, Sinn für ein drittes sein ist identisch. Der Hunger ist ein natürliches Bedürfnis; er bedarf also einer Natur außer sich, eines Gegenstandes außer sich, um sich zu befriedigen, um sich zu stillen. Der Hunger ist das gestandne Bedürfnis meines Leibes nach einem außer ihm seienden, zu seinen Integrierung und Wesensäußerung unentbehrlichen Gegenstande. Die Sonne ist der Gegenstand der Pflanze, ein ihr unentbehrlicher, ihr Leben bestätigender Gegenstand, wie die Pflanze Gegenstand der Sonne ist, als Äußerung von der lebenserweckenden Kraft der Sonne, von der gegenständlichen Wesenskraft der Sonne. Ein Wesen, welches seine Natur nicht außer sich hat, ist kein natürliches Wesen, nimmt nicht teil am Wesen der Natur. Ein Wesen, welches keinen Gegenstand außer sich hat, ist kein gegenständliches Wesen. Ein Wesen, welches nicht selbst Gegenstand für ein drittes Wesen ist, hat kein Wesen zu seinem Gegenstand, d.h. verhält sich nicht gegenständlich, sein Sein ist kein gegenständliches. Ein ungegenständliches Wesen ist ein Unwesen.&#039;&#039; [[(MEW 40, S. 578)]] Natur selbst verändert sich, indem sie verwest - also nicht, indem sie ein &#039;&#039;Wesen der Natur&#039;&#039; entfaltet, sondern in ihrem Verwesen sich selbst auch wesentlich erhält, sich durch das entwickelt, was sie absterben lässt. Indem sie ihr Sein hat, ohne wesentlich zu sein, erneuert sie ihr Wesen, erschafft sie sich selbst immer wieder neu in einem [[Sinn]], der aus dem Entwesentlichten entsteht. Das Verwesen ist ein natürlicher Akt, der jeder Begrifflichkeit einer reinen Naturgeschichte widerspricht, weil Natur keinen Begriff haben kannn, selbst nur Prozess des [[Lebens]] ist. Im Tod bringt sich Leben selbst zur Welt; - er ist das verschwindende Moment des Lebens, &#039;&#039;Kränkung des Individuums&#039;&#039; (Marx) und Frucht der Gattung zugleich, ihre Natur im Werden. Tod hat nichts mit Untergang und Vernichtung gemein (dies gegen [[Heideggers]] &#039;&#039;Sein zum Tode&#039;&#039;). Ein &#039;&#039;Sein zum Tode&#039;&#039; wäre das [[Nichtig]]setzen des Lebens, [[Nichtung,]] nicht bloßes Wissen um das Sterben. Es beinhaltet einen Allmachtsanspruch des Menschen über die Natur, deren Endlichkeit nurmehr zum Existenzial gereicht, indem es als Lebensgrundlage genommen und als solche zu behandeln ist, - also zur Nichtigkeit auch bestimmt werden kann. Naturvernichtung ist [[Vernichtung]] des Lebenden, reines Nichtig werden, Verwesen als Ende von allem, ohne wesentlich zu sein. Tod als Vernichtung ist kein Mittel der Naturaneignung. Wäre Tötung lediglich ein &#039;&#039;[[Umgang]] mit der Natur&#039;&#039;, so als ob wir dann halt mal ohne sie wären, ein ander mal sie wieder haben könnten, so wäre der Mensch selbst schon wesentlich tot, weil er sich ohne sie zu erzeugen und zu bezeugen hätte (siehe hierzu auch [[Gentechnik]]), Natur ist zwar als [[Inhalt]] allen [[Lebens]] geschichtlich vorhanden (siehe[[historischer Materialismus]]), macht selbst aber keine [[Geschichte]](dies gegen die [[Idee]] der Natur bei [[Hegel]]). Sie kann an sich nicht für sich sein. Sie ist sinnlich, hat aber keinen Sinn für sich. Darin ist jeder [[Sinn]] immer Sinn für anderes, [[Naturempfindung]]. Natur selbst ist die Ausbildung von Sinn, welche in menschlicher Sinnlichkeit mündet und sich darin erst wirklich als [[Naturmacht]], als geistige Verfügung über ihre Elemente verhält. Erst der Mensch hat einen wirklichen Sinn als Sinn für seine [[Wirklichkeit]], ein [[Gefühl]] für seine Natur, das seiner [[Empfindung]] [[Wissen]] entnimmt, - das [[Bewusstsein]] menschlicher [[Subjektivität]]. Erst in der [[Subjekt]]werdung des Menschentiers entsteht ein Verhalten von natürlichem [[Sein]] zur Natur, Naturgeschichte als [[Verhältnis]] natürlicher [[Beziehungen]], die im [[gesellschaftlichen]] [[Verhältnis]] der [[Menschen]] [[wahr]] wird. Die menschliche Gesellschaft ist das [[Ganze]] der Natur als [[Verhalten]] zu sich, als [[Kultur]]. Wir selbst sind als natürliche Wesen zugleich Wesen der Natur, natürliche [[Subjekte]], die sich durch ihre [[Kultur]] zu sich auch natürlich verhalten (dies gegen die theoretische Entgegensetzung von Kultur und Natur - siehe auch das sogenannte [[Leib-Seele-Problem]]). Es gibt von daher also auch kein Wesen der Natur, das uns bestimmen könnte (etwa als Natureigenschaften wie [[Trieb]]e, [[Rasse]]n usw). Wir sind auch in unserer natürlichen Bestimmtheit als Menschen bestimmend und in jeder Naturbestimmung zugleich kulturelles Subjekt. Kein &#039;&#039;Triebschicksal&#039;&#039; kann natürlich sein und keine [[Kultur]] kann durch Natur betrieben werden (siehe [[Psychoanalyse]]). Alle Geschichte ist Menschheitsgeschichte als &#039;&#039;Menschwerdung der Natur&#039;&#039; ([[Marx]]), weder als bloße Geschichtssammlung der Individuen, noch als bloße Geschichtsmächtigkeit von Gesellschaft. In ihrer Natur unterscheiden sich Gesellschaft und Individuum nicht. Die Natur ist für den Menschen das stoffliche Dasein seiner [[Geschichte]], nicht äußerer Umstand, nicht fremde [[Macht]], sondern das, was er aus seiner Natur durch die Verarbeitung der Naturstoffe als [[Naturmacht]], als menschliche [[Kultur]] hervorgebracht hat: Seinen [[Reichtum]] an [[Leben]], die Vielfalt seiner Lebensäußerung. Als Teil der Natur setzt sich der Mensch aus der Natur heraus, indem er im [[Stoffwechsel]] mit ihr sie vermenschlicht, mit menschlichem [[Sinn]] füllt, der nichts anderes ist als der natürliche Sinn seiner Kultur. Seine [[Empfindungen]] sind kultivierte [[Naturempfindungen]]. Er verwirklicht sein [[Wesen]], indem er die Natur verwirklicht und er verwirklicht die Natur, indem er sein Wesen in ihrer [[Stofflichkeit]] aus sich als Sinn für sie heraussetzt, als menschliches [[Produkt]]. Der Mensch ist absolute Natur; er hebt alle Natur in sich und durch sich auf: Durch seine Sinne ist darin ein geistiges Wesen geworden und durch seinen Geist kann er Natur begreifen und verändern. In diesem Beiderlei ist sein Stoffwechsel geistig wie natürlich: Menschliches Leben durch die Bestimmung seiner Natur (siehe [[Naturbestimmung]]). Wenn er Natur zerstört, so zerstört er sich (siehe [[Gentechnik]]). Er verhält sich zu sich, indem er sich zu allen Lebewesen verhält. Seine Selbstverwirklichung ist die Verwirklichung allen Lebens. Sein Stoffwechsel ist der Stoffwechsel von Natur als Lebensprozess überhaupt. Wenn er von ihrem Stoffwechsel absieht, so sieht er von sich ab, wenn er ihren [[Trieben]] unterworfen ist, so ist er sich unterworfen. Er kann nicht durch Natur bestimmt sein und er kann Natur nicht bestimmen, ohne sich selbst zu bestimmen. Natur ist die Geschichte des Menschen - und das heisst: Was er geworden ist, das zeigt seine Natur wie die Natur überhaupt. Er erzeugt sein Leben vermittelst der äußeren Natur und er vermenschlicht seine Welt durch die Vergegenständlichung seiner Natur. Die Lebenstätigkeit, worin Natur sich vermenschlicht, ist die [[Arbeit]], durch die er seine Lebensmittel erzeugt und mit diesen die Entwicklung seiner Bedürfnisse und Sinne. Seine sinnliche Grundlage ist sein Stoffwechsel mit der Natur und er kann sich nicht natürlich erkennen, soweit und solange sein Arbeitsprozess nicht natürlich ist. Darin eignet er sich seine Natur als seinen Gegenstand an und verarbeit sie zu einem natürlichen Gegenstand im Reichtum seiner Produkte, zu seiner Kultur. Die Reichhaltigkeit seines Lebens ist die Reihaltigkeit seiner verwirklichten Natur als Kultur, seiner Sinnlichkeit, seinem Geist, seiner Schaffenskraft. In seiner Kultur ist er Mensch wie Gegenstand, subjektiv wie objektiv, verwirklichter Mensch als verwirklichte Natur. Die Geschichte seiner Sinne ist im Reichtum seiner Produkte bewiesen und erweist sich darin auch als das, was vom Menschen für den Menschen veräußert ist. Ein [[Wesen]], das seine Natur außer sich hat, ist ein Unwesen, das sein Wesen selbst verneint, wesentlich im Verwesen begriffen ist, lebender [[Tod]]. Von daher kann Kultur nur als menschliche Natur wesentlich sein. Menschliche Natur ist die Geschichte menschlicher Lebensäußerung, Naturgeschichte der Menschwerdung, wie sie vom [[dialektischen]] Denken nachzuvollziehen ist. Aber Natur für sich hat keine [[Dialektik]] und ist keine Seins[[wahrheit]], in welcher das Eine notwendig aus dem Anderen hervorgehen würde. Die Naturgeschichte ist keine [[Geschichte]] der Natur, sondern menschliche Geschichte der Natur, nicht Geschichte ohne [[Subjekt]], nicht objektive Geschichte, sondern leibhaftige Subjektwerdung. Natur hat daher keine notwendige Fortbestimmung von [[Naturbestimmtheiten]], sondern alleine Ausbildung und Gestaltung von Sinn, der Mensch geworden und somit erst durch menschliche Geschichte tätig und [[wirklich]] ist, indem er die Eigenschaften der Natur in seinem Sinn zusammenfügt. Diese hat damit begonnen, dass sich der Mensch mit Geist und Sinn zu sich und seiner Welt verhalten, sich aus seiner Unterworfenheit unter die Gewalten der Natur selbst als Naturmacht hervorgebracht und sie zu seinem Gegenstand gemacht hat. Aus den [[naturbestimmten]] Stammeskulturen heraus ist der Mensch im Laufe seiner Entwicklung und im Maße der Naturverarbeitung dazu gekommen, Natur in seinem Sinn zu [[bestimmen]], ein von ihrer unmittelbaren Gewalt zunehmend befreites Gesellschaftwesen zu werden, das alle Momente seiner Natur als seinen Gegenstand hat, selbst in seiner [[Naturbestimmung]] lebt, um schließlich seine Natur selbst gegenständlich zu genießen. Hieraus lässt sich umgekehrt auch [[erschließen]], dass und warum er in seiner [[Geschichte]] befangen ist, warum und wie er sich darin selbst fremd geworden ist (siehe [[Entfremdung]]), dass und warum seine Gegenstände für ihn nicht wirklich natürliche Gegenständlichkeit sind und warum sich sein Geist nur als Gespenst, als menschlicher Widerschein seiner [[Selbstentfremdung]] äußert. Die Armseligkeit der menschlichen Produktion und ihrer Produkte verweist auf eine Auflösung seiner Geschichte, auf Stillstand und Rückschritt, auf die Verkehrung der natürlichen Kräfte des Lebens zur Unnatur von Verhältnissen, in welchen die menschliche Natur [[reaktionär]] wird, [[Naturempfindung]] als [[Naturbestimmung]] erscheint.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;Die materialistische Lehre von der Veränderung der Umstände und der Erziehung vergißt, daß die Umstände von den Menschen verändert und der Erzieher selbst erzogen werden muß. Sie muß daher die Gesellschaft in zwei Teile - von denen der eine über ihr erhaben ist - sondieren. [[MEW Bd.3, S. 533 bis 535]]).&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Natur ist der [[selbstverständliche]], der sich selbst verstehende Organismus, das [[Material]] des [[Lebens]] und aller [[Geschichte]] und die darin geschaffenen [[Verhältnisse]] (siehe hierzu [[historischer Materialismus]]). Natur an sich gibt es nicht. Sie als [[Grund]] [[Ereignissen]] oder [[Lebenshaltungen]] (siehe auch [[Gesinnung]]) herzunehmen [[verkehrt]] jedes [[Verständnis]] des Gattungslebens zur [[Ideologie]] einer [[übersinnlichen]] [[Abstraktion]] (siehe hierzu [[Aufklärung]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;Die Geschichte tut nichts, sie besitzt keinen ungeheuren Reichtum, sie kämpft keine Kämpfe! Es ist vielmehr der Mensch, der wirkliche, lebendige Mensch, der das alles tut, besitzt und kämpft; es ist nicht etwa die Geschichte, die den Menschen zum Mittel braucht, um ihre - als ob sie eine aparte Person wäre - Zwecke durchzuarbeiten, sondern sie ist nichts als die Tätigkeit des seine Zwecke verfolgenden Menschen. [[(Marx-Engels-Werke Bd.40, S. 545 bis 547)]]&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Natur ist das native [[Leben]] so wie es sich in seinem Ursprung als das [[Material]] seiner Entstehung, seiner stofflichen [[Substanz]] und dem was daraus geworden ist, sich mehr oder weniger [[zufällig]] so befindet, wie es sich lebendig [[empfinden]] lässt. Das ist nicht die unbearbeitete Natur und nicht die produzierte Natur; es ist die gegenständlich gewordene Naturgeschichte einer [[Geselschaft]], wie sie zu einer bestimmten Zeit an einem bestimmten Ort in ihrer hierdurch bestimmten [[Gegenwärtigkeit]] einfach [[so da ist]], wie sie für die Menschen [[Sinn]] hat und als ihr [[Gegenstand,]] also [[objektiv]] wie [[subjektiv]] sinnvoll ist, [[natürliche Intelligenz]] als [[gesellschaftliche]] [[Intelligenz]] verwirklicht hat (siehe auch [[Logik]]). Es ist das [[Material]] der Menschen wie es in ihrer [[Kultur]] sich mitteilt und vermittelt (siehe auch [[Naurmacht]]) und über jedweden [[Nutzen]] (siehe [[Wirtschaft]]) hinaus [[da ist,]] wie es auch im [[Sinn]] ihrer Lebenszusammenhänge als unbedingte (siehe auch [[Bedingung)]] geschichtliche [[Sinnbildung]] durch ihre gesellschaftliche [[Arbeit]] [[vergegenständlicht]]worden war (siehe hierzu auch [[Kultur]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Natur ist daher im [[Einzelnen]] so wie auch [[allgemein]] und kann schon durch sich selbst mehr sein als für sich, kann außer sich geraten, kann sich entzweien und Neues schaffen, ohne sich dabei zu schwächen; - ganz im Gegenteil: Natur ist üppig. In der Verschwendung lebt das Potenzial ihrer Vermehrung und ihres [[Wachstums]]. Alles Natürliche ergänzt sich - oder es stirbt (siehe [[Tod]]) und wird hierdurch wiederum zum [[Material]] ihrer [[Geschichte]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;Der Mensch ist unmittelbar Naturwesen ... Aber der Mensch ist nicht nur Naturwesen, sondern ist menschliches Naturwesen; d.h. für sich selbst seiendes Wesen, darum Gattungswesen, als welcher er sich sowohl in seinem Sein als in seinem Wissen bestätigen und betätigen muß ([[Marx-Engels-Werke Bd.40, S. 578f)]]&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch wenn von Natur aus alles verchieden ist, so gibt es in ihr doch keine [[Gegensätze]] die sich [[widersprechen]], keine [[Negation]] gegen [[Positionen]]. Denn eine Natur als solche, Natur an sich gibt es nicht (siehe [[dialektischer Materialismus]]). Sie ist immer nur da als [[Geschichte]], als [[Gegenwart]] eines vergangenen Gewordenseins der der Lebeweseen und somit auch der Menschen und ihrer Lebensgestaltung (siehe [[historischer Materialismus]]), ist immer schon materialisiertes [[Leben]] aus dem [[geselschaftlichen]] [[Material]] des [[Lebens]] (siehe [[historischer Materialismus]]), als [[Gegenstand]] von und für Menschen. Sie ist ihre Lebensgestalt, die [[Form]] ihrer inneren wie äußere Natur, durch die sie sich auch selbst [[vergegenständlichen]], sich erneuern und In der Erneuerung sich zugleich bereichern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;Weder sind also die menschlichen Gegenstände die Naturgegenstände, wie sie sich unmittelbar bieten, noch ist der menschliche Sinn, wie er unmittelbar ist, gegenständlich ist, menschliche Sinnlichkeit, menschliche Gegenständlichkeit. Weder die Natur – objektiv – noch die Natur subjektiv ist unmittelbar dem menschlichen Wesen adäquat vorhanden. ([[MEW40, S. 579]]).&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Friedrich Engels wollte in seinem [[Verständnis]] von [[Dialektik]] eine &#039;&#039;Dialektik der Natur&#039;&#039; erkannt haben. Die geriet aber sogleich – ganz undielektisch – zum [[Dogmatismus]] einer fatalen [[Dialektik]] einer [[Ontologie]], welche sich im Stalinismus des [[Dialektik]] gewaltsam gegen seine [[Geschichte]] durchgesetzt hatte, welche sich im Stalinismus des [[Dialektiktischen Materialismus]] gewaltsam gegen die [[Wahrheit]] seiner [[Geschichte]] durchgesetzt hatte. Es entzieht sich [[Natur]] jedweder [[Dialektik]], denn sie besteht zwischen Geburt (lat. Natus) und [[Tod]], betreibt dabei aber keine [[Nichtung]] ihres [[Wesens]]. Sie ist also immer schon im [[Teil]] wie auch im [[Ganzen]], im [[Einzelnen]] wie im [[Allgemeinen]] immer schon [[substanziell]] [[existent]] und kann nicht [[Wirklichkeit]] irgendeiner [[Abstraktion]] sein und bedarf daher auch keiner sonderlichen [[Erkenntnis]]. Und deshalb hat [[Dialektik]] auch keine [[Natur]] außer der, die sie selbst [[vernutzt]]. Eine natürliche [[Dialektik]] bliebe bloßer Unsinn (siehe hierzu auch [[Dialektischer Materialismus]]). Doch die Natur ist das [[Material]] ihrer [[Geschichte]] (siehe hierzu auch [[Historischer Materialismus]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der [[Bildung]] ihres [[Reichtums]] haben Menschen ihre Lebensverhältnisse als [[Gesellschaft]] gegründet; - nicht weil sie darin [[objektiv]], als [[objektive]] Natur bestimmt wären, sondern weil es ihr [[Reichtum]] als ihr gesellschaftliches [[Eigentum]] ist, durch den ihre [[Geschichte]] zu einer menschlichen, zu einer [[subjektiven]] [[Geschichte]] wurde, in der ihr [[Leben]] seine geschichtliche [[Form]] über das bloß Naturnotwendige hat, sich seiner [[Sinnbilung]] (siehe auch [[Kultur]]) entsprechend objektiviert. Soweit ihre [[Form]] durch ihren [[Inhalt]] bestimmt und noch nicht durch einen [[Widerspruch]] hiergegen zur [[Formbestimmung]] seines Gegenteils geworden ist (siehe auch [[Entfremdung]]) formuliert sie immer schon menschliche [[Geschichte]] als [[Gegenständlichkeit]] der menschlichen [[Natur]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;Die Geschichte ist die wahre Naturgeschichte des Menschen. [[(MEW40, S. 579)]]&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Leben]] ist notwendig [[subjektiv]], weil es immer wieder geboren wird, auch wenn es immer wieder sterben muss, um geboren zu werden, weil in ihm Entstehen und Vergehen schon vor seinem [[Dasein]] als [[Subjekt]] für sich bestimmt ist, ohne dass dies [[logisch]] oder [[objektiv]] gegeben wäre. Es ist das [[Leben]], wie es zu einem bestimmten [[Dasein]] durch dessen [[Zufälle]] geboren wurde, aus dem [[Seienden]] heraus entstanden, ursprüngliches [[Dasein]] als erneuertes [[Sein]] ist. Von Natur aus ist ein Lebewesen so wie geboren und hieraus geworden, ein [[Leben]] wie gezeugt, materiell als [[Sache]] für sich so [[gegenständlich]] wie produziert. Von daher ist Natur überhaupt nur als [[sinnliche Gewissheit]] ihrer [[Geschichte]] begriffen, befolgt keine eigene [[Notwendigkeit]], keine [[allgemeine]] [[Logik]], keine [[ontologisch]] erfassbare [[Determination]]. Es gibt keine [[Genealogie]] der Natur, weil es keine des [[Leben]]s gibt. Dieses besteht überhaupt nur durch die [[Gegenwärtigkeit]] einer [[natürlichen Intelligen]]z, die sich als [[Evolution]] hinterlässt. Mit der Entwicklung des [[fiktiven Kapitals]], mit dem Verbrauch der[[Leben]] [[Rohstoffe]] (siehe [[Ressource]]) für ein unermessliches weil maßloses [[Wertwachstum]] (siehe [[Stoff pro Arbeit]]) hat sich allerdings der Naturverbrauch der [[bürgerlichen Gesellschaft]] zu einer finalen [[Krise]] der menschlichen [[Gesellschaft]] entwickelt, weil das unersättliche [[Verhältnis]] des [[Wertwachstums]] zur [[Substanz]] einer jeglichen menschlichen [[Gesellschaft]] sich über eine Naturvernichtumng eines den Menschen [[entfremdeten]] [[Wirtschaftswachstums]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das [[Wesen]] der Natur ist ihre [[gesellschaftliche]] [[Substanz]] und [[Intelligenz]], die [[Fähigkeit]], [[Gegebenes]] anzueignen und zu [[entwickeln]] und über den [[Tod]] hinaus durch die [[Generationn]] und Epochen der [[Geschichte]] zu erneuern. [[Natürliche Intelligenz]] entsteht schon mit der [[Fähigkeit]], Inneres und Äußeres zu unterscheiden, zu [[empfinden]], und sich mit eigenem [[Zweck]] hierauf zu beziehen. Von daher ist Intelligenz materiell schon in der chemischen Affinität von unterschiedlichen [[Stoffen]] angelegt, die sich zu einem [[Stoffwechsel]] entwickelt hatten und hierfür ihre Nahrung von ihrer Ausscheidung unterscheiden mussten. Schon mit dem [[Stoffwechsel]] war Ausdehnung und also auch Wachstum als wesentlicher Zweck der [[Natur]] entstanden. Das war die Grundlage für jedes [[Wachstum]] der [[Natur]] und hat zur natürlichen Zelle und deren Organisation und Vermehrung geführt und ganze Orgnismen geschaffen. Die haben auch die Organisation und innere [[Beziehungen]] ihrer Organe in einem eigenen Zweck des [[Individuums]] zu seinem Erhalt geschaffen, um mlt ihrer Vermehrung sich auch qualitativ im Zusammenhang mit der ganzen [[Natur]] zu [[bereichern]], indem sie ihr Leben [[intellligent]] gestalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Natur ist aber auch so [[zufällig]], wie jede Geburt, auch wenn das Geborene sich über alle Geschichte hinweg ähnlich erscheinen mag. Aber es kommt nicht als eine sich gleich bleibende [[Erscheinung]] auf die Welt, sondern durch seine historische Erzeugung, durch das Gewesene, was über seine Verwesung hinaus sein [[Wesen]] behält und [[fortbestimmt]]. Natur ist daher die [[Substanz]] der [[Subjektivität]], der organische Ursprung und [[Stoff]] ihrer [[Geschichte]], wie er für sich [[frei]] in die Welt gekommen (siehe [[Freiheit]]) war und für die Menschen ihre [[gesellschaftliche]] Natur ist, - eben als ihre [[Kultur]], als geschichtliches Resultat ihrer [[Sinnbildung]] da ist (siehe hierzu auch [[historischer Materialismus]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Natur ist das [[wesentliche]] [[Leben]], wie es auch in seiner [[Abwesenheit]] da ist als wesentliches [[Sein]], das nach seiner [[Anwesenheit]] verlangt (siehe hierzu auch [[Bedürfnis]]), ganz gleich ob es sich hierbei um einen [[Stoffwechsel]], um [[Kultur]] oder irgendeine [[Sache]] handelt, die nicht [[wirklich]] das ist, was sie ihrem [[Wesen]] nach sein soll, solange es noch nicht verwest, stofflich noch gemeinhin als körperliche [[Form]], als Form ihres [[Körpers]], als [[Substanz]] des [[Lebens]] da ist. Denn auch wenn Natur eine begeisterte [[Materie]] ist, so bleiben ihre [[Elemente]] rein stoffliche [[Elementarform]], auch wenn sie nur noch [[abstrakt allgemein]], als bloße [[Tatsache]] ihrer [[Geschichte]] da sind (siehe hierzu [[Dialektik]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch für den Menschen ist [[Stoff]] das [[objektive]] [[Material]] seiner Natur wie seiner [[Gegenstände]]. Er verändert ihn durch menschliche und [[maschinelle]] [[Arbeit]] so, dass er als Arbeitsprodukt ein natürlichs [[Objekt]] erzeugt, das menschliche [[Bedürfnisse]] befriedigt und sich als ihre [[Kultur]] ausgestaltet, soweit es für die Menschen [[Sinn]] hat und [[Sinn]] macht. In dieser [[Objktform]] als menschliches Produkt.vereint sich das Bedürfnis mit der [[Arbeit]] als menschliche Tätigkeit. Von daher ist derselbe Stoff die natürliche Basis der [[Produktion]] wie auch der [[Konsumtion]]. Mit der [[Produktion]] und dem Produkt ihrer [[Arbeit]] wird der [[Stoff]] für die Menschen zur [[Sache]] ihrer [[Natur]] und sind zugleich das [[körperliche]] Material ihrer [[Gebrauchswerte]] und [[Kultur]], [[objektive Form]] seiner [[Sinnlichkeit]] schlechthin (siehe auch [[Sinnbildung]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;Die Universalität des Menschen erscheint praktisch eben in der Universalität, die die ganze Natur zu seinem unorganischen Körper macht, sowohl insofern sie 1. ein unmittelbares Lebensmittel, als inwiefern sie [2.] die Materie, der Gegenstand und das Werkzeug seiner Lebenstätigkeit ist. Die Natur ist der unorganische Leib des Menschen, nämlich die Natur, soweit sie nicht selbst menschlicher Körper ist. Der Mensch lebt von der Natur, heißt: Die Natur ist sein Leib, mit dem er in beständigem Prozeß bleiben muß, um nicht zu sterben. Daß das physische und geistige Leben des Menschen mit der Natur zusammenhängt, hat keinen andren Sinn, als daß die Natur mit sich selbst zusammenhängt, denn der Mensch ist ein Teil der Natur. [[(MEW 40, S. 515f)]]&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der [[Stoffwechsel]] ist grundlegend für das natürliche Verhältnis der Menschen zu ihrer [[Natur]] und damit zu sich als [[gesellschaftliche]] [[Wesen]]. Er ist konstitutiv für alle Gesellschaftsformen und seine Form macht die [[geschichtliche]] [[Notwendigkeit]] der Entwicklungsgeschichte der Menschheit aus. Ihre Subjektwerdung ist nicht zu [[trennen]] von dem Objektwerden ihrer Stofflichkeit, was immer dieses auch [[gesellschaftlich]] bestimmen mag, auch wenn deren [[Objektform]] noch [[gleichgültig]] gegen ihre Inhalte, nur als abstrakte [[Substanz]] (siehe [[abstrakt Allgemeines]]) eines [[gesellschaftlichen]] Verhältnisses der [[Arbeit]] (siehe [[abstrakt menschliche Arbeit]]) betrieben wird (siehe [[historischer Materialismus]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Natur ist so [[geistig]] wie auch [[materiell]], so [[leiblich]] wie auch [[seelisch]] gegenwärtigt (siehe auch [[Leib-Seele-Problem]]). Auch wenn das [[Leben]] [[fremden]] [[Absichten]] unterworfen ist, von sich selbst absehen muss (siehe [[Abstraktion]]), zwischen [[Form]] und [[Inhalt]] nur gespalten (siehe [[Trennung]]) ist, so macht sich seine Natur immer wieder [[notwendig]] [[anwesend]], auch wenn sie dann getrieben von einem abstrakten Verlangen [[erscheint]] (siehe [[Trieb]]). Wenn Leben sich nicht verändern, nicht anders sein kann, wird es für sich zu einem bewegungslosen [[Schmerz]] (siehe auch [[Bewegung]]), der als [[unwirkliche]] [[Geschichte]] durch seine [[Abstraktionskraft]] da ist, sich nur [[fremdbestimmt]] [[verwirklichen]] kann (siehe auch [[Entfremdung]]). Von Natur aus ist ein Lebewesen so wie geboren, eine [[Sache]] wie produziert. Natur ist die [[Substanz]] der [[Subjektivität]], der organische Ursprung und [[Stoff]], wie er für sich [[frei]] in die Welt gekommen (siehe [[Freiheit]]), für die Menschen ihre [[gesellschaftliche]] Natur als ihre [[Kultur]] da ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Leben der Menschen ist natürlich und zugleich durch sie bestimmte Natur, [[Naturmacht]], die natürliche [[Eigenschaften]] hat und zugleich ihre Lebensproduktion als gesellschaftliche Natur, als Natur ihrer Gesellschaft bestimmt und [[vermittelt]]. Es ist nicht aus einem vorausgesetzten Sein bestimmt, nicht durch sich selbst narrativ (siehe [[Ontologie]]), sondern selbst immer schon [[unmittelbar]] seiend und hierdurch [[Subjekt]] seiner [[Geschichte]] (siehe [[historischer Materialismus]]). Materiell ist die Natur schon vor aller Erfahrung der [[Stoff]] und die [[Intelligenz]] des [[Lebens]] (siehe auch [[natürliche Intelligenz]]), sein [[wirklicher]] [[Sinn]], das [[Material]] allen [[Daseins]] so wie es [[Geschichte]] macht und sie gemacht hat. Die [[Geschichte]] der Menschen ist die ihrer [[Sinnbildung]] überhaupt, [[Sinn]] der Flora und Fauna auf der Erde, [[Substanz]] ihres Lebens, wie es schon aus den materiellen Grundlagen dieses Planeten geworden ist und sich bis zur menschlichen [[Kultur]] [[entwickeln]] konnte. Bis heute ist die Natur der [[wesentlichste]] [[Gegenstand]] des Menschen, [[Substanz]] seiner [[Subjektivität]], seiner [[Arbeit]] und seiner [[Bedürfnisse]], worin er [[objektiv]] auch seine Natur als [[Naturmacht]] in der Vergegenständlichung seines [[Lebens]] verwirklicht. Wenn er sich gegen seine Natur verhält, verhält er sich daher auch zugleich gegen sich selbst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von daher ist die Formulierung einer Getrenntheit von äußerer und innerer Natur des Menschen absurd, wie sie der Aussage von Friedrich Engels entnommen wurde, der Mensch sei zugleich Natur und Nicht-Natur, [[Position]] wie [[Negation]] der Natur, also objektiv in einem wesentlichen [[Gegensatz]] zu seiner Natur, im Widerspruch seiner Natur bestimmt. Es war zugleich die Grundlage eines marxistisch auftretenden Anthropozentrismus, die Ausbeutung der Natur durch den Menschen als Behauptung über seine Natur. Doch der Mensch ist selbst so natürlich, wie seine [[Kultur]] in ihrer Natur menschlich ist. [[Kultur]] ist Natur und steht nicht gegen sie, sondern erweitert sie zu menschlicher [[Subjektivität]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Unterschied zur Kultur ist die [[Natur]] also auch nicht [[logisch]], sondern aus bloßer Materie und ohne Zutun von Göttern und Geistern in der [[Zufälligkeit]] ihrer Gravitationsverhältnise entstanden. Nur durch das rein [[zufällige]] Verschmelzen von unbestimmt aufeinander aufprallenden Teilchen, Planeten und Kometen waren [[Stoffe]] entstanden, die eine [[Entwicklung]] von [[Leben]] auf der Erde ermöglicht hatten, durch die hohe Energie in ihren Urgesteinen gebunden war. Dass dieses sich quasi [[logisch]] zum Leben entwickelt hätte, lässt sich aber nicht hieraus begründen, weil Materie immer qualitativ ist, also nur aus dem Zusammentreffen bestimmter Elemente sich erklären lässt, besonders aus Wasser, Mineralien und Gasen, die in den heute noch existenten Verbindungen nur durch den Zufall interplanetarischer Kollissionen in der Erdentstehung zusammenkommen konnten. Diese stoffliche Grundlage enthielt zwar schon alle Möglichkeiten einer Naturentwicklung, aber bei aller vorhandenen [[Energie]] noch keine [[Notwendigkeit]], dahin zu kommen, aus diesem stofflichen Material lebendig zu werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schon in der bloßen [[Materie]] ist [[Energie]] in ständiger [[Bewegung]] und gerät in intensivere oder extensivere [[Zustände]], die sich in einem mäßigeren [[Erregung]]szustand stabilisieren oder sich auch übermäßig verdichten konnten. Säuren und Gase konnten sich unter dem Einfluss von vulkanischer Dichte und irdischer Magnetwellen im Wasser in allen möglichen Energieformen und Aggregatzuständen verbinden und zu Eiweißmolekülen verschmelzen und Zellplasma werden, in denen die ursprünglichen Säuren sich zu DNS und RNS (bzw. DNA und RNA) verbinden konnten, aus der die Doppelhelix der Lebensverbindungen entstand, die Grundlage der Vermehrung und des Zellwachstums.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch ihre chemoelektrische Spannungen begannen diese Molekülverbindungen in bestimmter [[Beziehung]] zu pulsieren und andere Stoffe zu binden oder auszusondern und dadurch einen eigenen Energiehaushalt zu entwickeln. Es war die Gunst dieser [[Beziehungen]], die sie zu ihrer Erhaltung und Verfestigung zu einem [[Stoffwechsel]] brachten, der günstigere materielle und energetische Formen wie auch ungünstigere Fülle entstehen ließ und ihre Stoffaufnahme und Ausscheidung zu einem eigenständigen [[Leben]], zur Lebensgeschichte der Natur als Naturgeschichte des Lebens entwickelten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber erst mit einem zufällig entstandenen Zusammenkommen von Eisen und Magnesium in den Urschlämmen einer nur im [[Raum]] bestimmten [[Masse]], also in einer überzufällig bestimmten [[Dichte]] der [[Stoffe]] konnte sich Chlorophyll und Hämoglobin bilden, was die Bedingung für den [[Stoffwechsel]] des [[Leben]]s zwischen Pflanzen und Tier ist. Es sind dies die Moleküle für die Träger des Lebens, für die Zellfortbildung ihrer Organismen, die sich überhaupt nur in diesen darin gebunden Metallen unterscheiden und deren Fähigkeiten es ermöglichten, Sauerstoff und Kohlendioxyd zwischen Tier und Pflanze so auszutauschen, so dass hierbei eigene Lebens[[energie]] frei werden konnte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was Karl Marx noch nicht genau wissen konnte, das erschloss er aus dem sinnlichen Leben selbst, aus der Naturgeschichte der [[Sinne]], wie sie heute leben. Nicht der bloße [[Stoff]], sondern das stoffliche Leben ist der Kern des von ihm formulierten Materialismus, aus welchem sich auch die [[geistigen]] [[Entwicklungen]] begreifen lassen, - nicht als Zufall, wohl aber als [[Sinn]] für sich. [[Sinnbildung]] entsteht nicht durch eine [[Logik]] der Materie, sondern aus der Materie des Lebens in seinem Werden und Vergehen, seiner eigenen [[Bewegung]], seiner Naturgeschichte. Hierin hat der [[Historische Materialismus]] seine Grundlagen. Sie kennt noch keine [[Negation]], keine [[Dialektik]], und unterscheidet sich hierin auch von den Begründungen des so genannten [[Dialektischen Materialismus]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der [[Stoffwechsel]] ist eine der ersten [[Tätigkeiten]] der belebten [[Materie]], der Natur. Der verlangt allerding in seiner Funktion eine [[Intelligenz]] (siehe [[natürliche Intelligenz]]), die in der Lage ist, das Material zur Nahrungsaufnahme von dem der Ausscheidung zu unterscheiden, um sich hieraus zu erhalten und fortentwickeln zu können. Zwischen dieser Bewahrung und [[Beziehung]], die sich in der [[Wahrnehmung]] darstellt, und dem Fortschritt durch Lebensäußerungen, durch die [[Tätigkeiten]] des [[Lebens]], die hierauf beruhen, hat sich die Natur bis hin zum Menschen entwickelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Natur ist die [[allgemeine]] [[Substanz]] des [[Lebens]], [[leben]]dige [[Stoff]]lichkeit, die allem [[Wesen]] inne ist und seine [[Wirklichkeit]], das [[Verhältnis]] seiner [[Wirkungen]] ausmacht. Jedes Wesen ist nicht erst durch seine Natur natürlich; es ist als Natur wesentlich. Natur kommt von Geburt (Natus = die Geburt) und meint, was ein Wesen von seinem [[Grund]] her ist. Jedes Wesen ist so natürlich, wie es geboren ist: Die Pflanze auf dem Boden, wo ein Samen sich zu nähren versteht, das Tier in der Herde oder als Haustier im Stall oder Korb, wo seine Lebensbedingungen es wachsen lassen, der Mensch in seiner [[Gesellschaft]] und [[Kultur]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die menschliche Natur ist [[subjektiv]], steht von daher nicht im Gegensatz zu seiner [[Kultur]], hat darin wohl aber auch seine eigene Natur begründet. Erst der Mensch konnte sich zu seiner Natur als ein Wesen verhalten, das sich selbst objektiviert, sich vergegenständlicht durch planvolles [[Beziehen]] und [[Ergänzen]] seiner natürlichen Mängel durch den [[Entschluss]], [[gesellschaftlich]] bestimmte [[Gegenstände]] zu erzeugen. Von daher ist er nicht nur Naturwesen, sondern [[Naturmacht]]. Sie ist der Nährboden seines [[Wesen]]s, das nicht einfach reinen Naturstoff als bloße Nahrung nötig hat, sondern auch andere Menschen, [[Gesellschaft]], wie sie ihrer Natur entsprechend auch geworden ist, in der er sich selbst vergegenständlicht erkennt, weil er sie gedacht hat, bevor er sie durch seinen [[Entschluss]] und Plan erzeugte. Von daher ist der Mensch als [[denkendes]] Wesen ein Naturwesen, das sich in der Natur und vermittelst der Natur vor allem selbst erzeugt, sich selbst als [[Gegenstand]] der Natur bildet und bestimmt und durch seine [[Tätigkeit]] und [[Arbeit]] zu ihrem handelnden [[Subjekt]] geworden ist, indem er in der Natur das [[Material]] seiner [[Geschichte]] findet und damit zugleich ihre Geschichte [[bestimmt.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;Die Geschichte selbst ist ein wirklicher Teil der Naturgeschichte, des Werdens der Natur zum Menschen. [[(MEW 40, S. 544)]]&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Objektiv ist der Mensch ein Naturwesen, das vermittelst seiner [[gesellschaftlichen]] Beziehungen mächtig wird, indem er hierdurch seine eigene Vergegenständlichung betreibt, als Teil der Naturgeschichte selbst Geschichte bildet, indem er sich in seiner Vergegenständlichung für eine bestimmte Entwicklung entscheidet und hiernach planvoll handelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;Der erste Gegenstand des Menschen  der Mensch  ist Natur, Sinnlichkeit, und die besondern menschlichen Wesenskräfte, wie sie nur in natürlichen Gegenständen ihre gegenständliche Verwirklichung, können nur in der Wissenschaft des Naturwesens überhaupt ihre Selbsterkenntnis finden. Das Element des Denkens selbst, das Element der Lebensäußerung, des Gedankens, die Sprache ist sinnlicher Natur.. [[(MEW 40, S. 544)]]&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es gibt zwar Regeln in der Natur, die wie ein Naturgesetz verstanden werden. Es gibt aber keine Natur[[logik]], die ihre [[Geschichte]] bestimmen könnte. Die [[Entwicklung]] der Natur besteht immer aus der [[Bildung]] ihrer Form aus den Substanzen des [[Lebens]]. Was sie substanziell nötig hat, das erobert sie durch ihr Material, die Materie. Ihre Gefäße erzeugt sie sich selbst. Es macht die Grundform des Lebens aus, dass Natur aus der Bildung eines Plasmas gegründet ist, das die Lebenswelten voneinander scheiden konnten, dass die Sinnbildung für sich von ihren Rückständen befreit war. Dies ist die wesentliche Grundlage ihrer Lebensscheidung und Lebensentscheidung, die Bedingung ihres Stoffwechsels und seiner Energieformen, die Unterscheidung von Lebensstoff und Schlake. Das Leben kann nur durch diese Form sein, weil sich darin [[Entwicklung]] durch stoffliche [[Ergänzung]] von der Ausscheidung des Abfallprodukte absetzen konnte, also &#039;&#039;entgiftet&#039;&#039; und damit frei für [[Eigenes]] wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Form und Inhalt sind sich daher von Natur aus sich immer einig, weil die Form aus der [[Entwicklung]] der Inhalte bestimmt ist. Die Natur kennt keine Negation, weil sie auf stofflicher Entfaltung gründet, so dass dabei keine [[Reduktion]] bestimmend, also keine [[Abstraktion]] wirksam werden kann. Erst durch die menschliche [[Gesellschaft]] kann [[Entwicklung]] in [[Widerspruch]] geraten, weil darin einzelne Subjekte ihre Gesellschaft bilden und der einzelne Mensch sich seiner Allgemeinheit widersetzen kann. Erst hier entsteht ein dialektisches Verhältnis dessen, was in der Natur nur in gegensätzlichen Seinsweisen existiert. In der Natur gibt es zwar Vernichtung, aber keine [[Negation]]. Ihre Geschichte ist materiell, aber ihre Entwicklung vollzieht sich nicht in Aufhebungen, sondern durch Vermehrung und Verdichtung, die immer wieder Änderungen notwendig macht. Erst die Geschichte der menschlichen Gesellschaft hat eine Geschichte über die natürlichen Schranken hinweg geschaffen und ihren [[Geist]] geschaffen, der das naturmächtige Subjekt Mensch hervorgebracht hat und ihn durch seine [[Dialektik]] befähigt, sich zu entwickeln oder auch sich zu zerstören, je nachdem, wie er sein [[Leben]] gesellschaftlich produziert und auseinandersetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Auffassung ist die Grundlage des [[historischen Materialismus]], der nicht zu verwechlsen ist mit dem [[dialektischer Materialismus]], wie er von Friedrich Engels (&#039;&#039;Dalektik der Natur&#039;&#039;) und einigen Sowjet-Wissenschaftlern formuliert worden war. Die Natur ist weder objektiv noch subjektiv mächtig. Sie besteht selbst durch ihre Veränderung, ändert ihr Sein in einem beständigen Prozess und ist daher auch ständig anders; sie hat aber kein wirkliches Anderssein, kennt keine [[Negation]], keine dem Wesen [[entfremdete]] Bestimmmung. Wenn überhaupt von einem menschlichen Wesen gesprochen wird, etwa von einer &#039;&#039;[[menschlichen Identität]]&#039;&#039;, einem [[geistig]] oder [[kulturell]] unterscheidbaren Wesen oder einem &#039;&#039;menschlichen [[Dasein]]&#039;&#039;, so kann das nichts anderes sein, als was natürlicherweise schon da ist (siehe hierzu auch [[natürliche Intelligenz]]) und als dieses sich auch unaufhörlich ändert (siehe [[Stoffwechsel]] und [[Geschlecht]]), immer also endlich ist, unendlich endlich. Es ist für sich selbst schon Inhalt und Form der Erkenntnis, Haut und Haar, Stoff und Sinn, Hand und Fuß, und kann daher auch kein [[Gegenstand]] des Denkens sein, solange und weil es sich von selbst und durch sich selbst ergibt. Wo etwas als getrieben, einen[[Trieb]] zu haben erscheint, wird sich immer herausstellen, dass dies durch gesellschaftliche [[Widersprüche]] entstanden ist, die sich in den [[Formbestimmung]] der menschlichen Lebensverhältnisse bewegen (siehe [[abstrakt Allgemeine]]s).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man kann &#039;&#039;die Natur&#039;&#039; [[abtrakt]] nehmen, sie gedanklich abstrahieren (siehe [[Gedankenabstraltion]]), sie [[ideologisieren]] (siehe [[Esoterik]]), sie selbst kann niemals abstrakt sein, weder als &#039;&#039;Lebenstrieb&#039;&#039; (siehe [[Psychoanalyse]]), noch als [[ontologische]] Determinante (siehe [[Determinismus]]), noch als systemische [[Notwendigkeit]]. Von daher kann sie sich auch nicht [[negativ]] auf sich beziehen, sich nicht [[entfremden]] (siehe [[negative Dialektik]]), sich nicht von sich selbst [[ausschließen]] und also sich auch nicht [[fremd]] zu sich selbst verhalten. [[Entfremdung]] gibt es nur in den gesellschaftlichen [[Verhältnissen]] der Menschen. Von daher gibt es auch nur dort [[dialektische]] Verhältnisse. Natur mag ohne [[Sinn]] erscheinen, wo sie sich nicht fortbildet. [[Leben]] aber bildet durch seinen [[Stoffwechsel]] einen Sinn aus seiner Natur, der sich für die Gattung auf ihre geschlechtliche Reproduktion fortgebildet hat. Von daher hat Sinn eine natürliche Begabung, sich auf anderes zu beziehen, was wiederum in einer Vergegenständlichung seiner Bezogenheit in seinem [[Gegenstand]] erscheint.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Menschliches [[Leben]] äußert sich nicht im Verhalten zu sich selbst, weil es nur geäußert ist, wenn es auch außer sich existiert. Jede Lebensäußerung des Menschen ist daher [[gegenständliche]] Natur und wäre ohne diese Gegenständlickeit ihrer Natur ein Unsinn, nur scheinbares Leben, [[unwesentlich]]. Auch wenn das die Menschen erst begreifen können, wenn sie mit Haut und Haaren auf der Welt sind, so ist doch die [[Natur]] schon gegenständlich für den Menschen, bevor es ihn gibt, ihm vorausgesetzt und folgend zugleich. Sie ist sein [[Objekt]], menschliche Objektivität, die sein Werden wie sein Vergehen beinhaltet, die also wesentlich ihn schon beinhaltet, bevor er sich zu ihr verhalten kann, ihr [[Subjekt]] und folglich subjektive Natur als Naturmacht wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von daher hat jeder menschliche [[Gegenstand]] menschliche Natur und ist so natürlich, wie auch der Mensch von [[Natur]] ist und Natur hat. Er hat sein [[Wesen]] außer sich in der Natur seines Gegenstands und wäre ohne diesen wesenlos, weil er ohne diese Natur selbst Unnatur wäre.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von daher ist der Mensch selbst verwirklichte Natur, nicht von einem vorausgesetzten Geisteswesen [[bestimmt]] (siehe [[Gott]]) und auch nicht von einer apriorischen Stofflichkeit (Dinghaftigkeit, &#039;&#039;Ding an sich&#039;&#039;, wie bei [[Imanuel Kant]]). Daher kann der Mensch auch seine Natur verändern, im Laufe seiner [[Geschichte]] selbst zu einem anderen Menschen werden, sich auch Mittel schaffen (siehe z. B. [[Produktionsmittel]]), die sein Menschsein anders begründen, seinen Lebensgrund verändern. [[Marx]] spricht in diesem Zusammenhang von der &#039;&#039;Menschwerdung der Natur&#039;&#039;. Er versteht die ganze Menschheitsgeschichte als Geschichte menschlicher [[Sinnbildung]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Natur ist anderseits aber auch nicht nur durch sich selbst wesentlich, sondern zugleich wesentliches [[Sein]]. Weil sie allem inne ist, kann es als Natur nicht aus sich heraus vergehen, nicht einfach nur gewesen sein, so als ob Natur ein [[Ding]] wäre, das erzeugt und dann vernichtet würde. Natur selbst wäre ein Gegenstand des Konsums, ein [[Unding]], also in [[Wahrheit]] [[nichts]], wenn sie nicht zugleich vor allem und doch alles ist. Für sich genommen wäre sie Allmacht und in sich absurd, denn was alles ist, kann nichts für sich sein (dies gegen eine [[Ontologie]] der Natur). Indem Natur ein wesentliches Sein hat, kann sie nur in der Selbstveränderung sich entwickeln. Sie kann nur anders werden, indem sie Natur ist und bleibt, sich fortentwickelt, um natürlichen Bestand zu haben. Von daher ist auch der [[Tod]] natürlich, Moment der natürlichen Entwicklung, der Entwicklung des menschlichen Wesens als Naturwesen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;Der Mensch ist unmittelbar Naturwesen. Als Naturwesen und als lebendiges Naturwesen ist er teils mit natürlichen Kräften, mit Lebenskräften ausgerüstet, ein tätiges Naturwesen; diese Kräfte existieren in ihm als Anlagen und Fähigkeiten, als Triebe; teils ist er als natürliches, leibliches, sinnliches, gegenständliches Wesen ein leidendes, bedingtes und beschränktes Wesen, wie es auch das Tier und die Pflanze ist, d.h. die Gegenstände seiner Triebe existieren außer ihm, als von ihm unabhängige Gegenstände; aber diese Gegenstände sind Gegenstände seines Bedürfnisses, zur Betätigung und Bestätigung seiner Wesenskräfte unentbehrliche, wesentliche Gegenstände. Daß der Mensch ein leibliches, naturkräftiges, lebendiges, wirkliches, sinnliches, gegenständliches Wesen ist, heißt, daß er wirkliche, sinnliche Gegenstände zum Gegenstand seines Wesens, seinen Lebensäußerung hat oder daß er nun an wirklichen, sinnlichen Gegenständen sein Leben äußern kann. Gegenständlich, natürlich, sinnlich sein und sowohl Gegenstand, Natur, Sinn außer sich haben oder selbst Gegenstand, Natur, Sinn für ein drittes sein ist identisch.&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;Der Hunger ist ein natürliches Bedürfnis; er bedarf also einer Natur außer sich, eines Gegenstandes außer sich, um sich zu befriedigen, um sich zu stillen. Der Hunger ist das gestandne Bedürfnis meines Leibes nach einem außer ihm seienden, zu seinen Integrierung und Wesensäußerung unentbehrlichen Gegenstande. Die Sonne ist der Gegenstand der Pflanze, ein ihr unentbehrlicher, ihr Leben bestätigender Gegenstand, wie die Pflanze Gegenstand der Sonne ist, als Äußerung von der lebenserweckenden Kraft der Sonne, von der gegenständlichen Wesenskraft der Sonne.&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;Ein Wesen, welches seine Natur nicht außer sich hat, ist kein natürliches Wesen, nimmt nicht teil am Wesen der Natur. Ein Wesen, welches keinen Gegenstand außer sich hat, ist kein gegenständliches Wesen. Ein Wesen, welches nicht selbst Gegenstand für ein drittes Wesen ist, hat kein Wesen zu seinem Gegenstand, d.h. verhält sich nicht gegenständlich, sein Sein ist kein gegenständliches. Ein ungegenständliches Wesen ist ein Unwesen. [[(MEW 40, S. 578)]]&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Natur selbst verändert sich, indem sie verwest - also nicht, indem sie ein &#039;&#039;Wesen der Natur&#039;&#039; entfaltet, sondern in ihrem Verwesen sich selbst auch wesentlich erhält, sich durch das entwickelt, was sie absterben lässt. Indem sie ihr Sein hat, ohne wesentlich zu sein, erneuert sie ihr Wesen, erschafft sie sich selbst immer wieder neu in einem [[Sinn]], der aus dem Entwesentlichten entsteht. Das Verwesen ist ein natürlicher Akt, der jeder Begrifflichkeit einer reinen Naturgeschichte widerspricht, weil Natur keinen Begriff haben kannn, selbst nur Prozess des [[Lebens]] ist. Im Tod bringt sich Leben selbst zur Welt; - er ist das verschwindende Moment des Lebens, &#039;&#039;Kränkung des Individuums&#039;&#039; (Marx) und Frucht der Gattung zugleich, ihre Natur im Werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;Tod hat nichts mit Untergang und Vernichtung gemein (dies gegen [[Heideggers]] Sein zum Tode). Ein Sein zum Tode wäre das [[Nichtig]]setzen des Lebens, [[Nichtung,]] nicht bloßes Wissen um das Sterben. Es beinhaltet einen Allmachtsanspruch des Menschen über die Natur, deren Endlichkeit nurmehr zum Existenzial gereicht, indem es als Lebensgrundlage genommen und als solche zu behandeln ist, - also zur Nichtigkeit auch bestimmt werden kann. Naturvernichtung ist [[Vernichtung]] des Lebenden, reines Nichtig werden, Verwesen als Ende von allem, ohne wesentlich zu sein. Tod als Vernichtung ist kein Mittel der Naturaneignung. Wäre Tötung lediglich ein [[Umgang]] mit der Natur, so als ob wir dann halt mal ohne sie wären, ein ander mal sie wieder haben könnten, so wäre der Mensch selbst schon wesentlich tot, weil er sich ohne sie zu erzeugen und zu bezeugen hätte (siehe hierzu auch [[Gentechnik]]),&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Natur ist zwar als [[Inhalt]] allen [[Lebens]] geschichtlich vorhanden (siehe[[historischer Materialismus]]), macht selbst aber keine [[Geschichte]](dies gegen die [[Idee]] der Natur bei [[Hegel]]). Sie kann an sich nicht für sich sein. Sie ist sinnlich, hat aber keinen Sinn für sich. Darin ist jeder [[Sinn]] immer Sinn für anderes, [[Naturempfindung]]. Natur selbst ist die Ausbildung von Sinn, welche in menschlicher Sinnlichkeit mündet und sich darin erst wirklich als [[Naturmacht]], als geistige Verfügung über ihre Elemente verhält. Erst der Mensch hat einen wirklichen Sinn als Sinn für seine [[Wirklichkeit]], ein [[Gefühl]] für seine Natur, das seiner [[Empfindung]] [[Wissen]] entnimmt, - das [[Bewusstsein]] menschlicher [[Subjektivität]]. Erst in der [[Subjekt]]werdung des Menschentiers entsteht ein Verhalten von natürlichem [[Sein]] zur Natur, Naturgeschichte als [[Verhältnis]] natürlicher [[Beziehungen]], die im [[gesellschaftlichen]] [[Verhältnis]] der [[Menschen]] [[wahr]] wird. Die menschliche Gesellschaft ist das [[Ganze]] der Natur als [[Verhalten]] zu sich, als [[Kultur]]. Wir selbst sind als natürliche Wesen zugleich Wesen der Natur, natürliche [[Subjekte]], die sich durch ihre [[Kultur]] zu sich auch natürlich verhalten (dies gegen die theoretische Entgegensetzung von Kultur und Natur - siehe auch das sogenannte [[Leib-Seele-Problem]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es gibt von daher also auch kein Wesen der Natur, das uns bestimmen könnte (etwa als Natureigenschaften wie [[Trieb]]e, [[Rasse]]n usw). Wir sind auch in unserer natürlichen Bestimmtheit als Menschen bestimmend und in jeder Naturbestimmung zugleich kulturelles Subjekt. Kein &#039;&#039;Triebschicksal&#039;&#039; kann natürlich sein und keine [[Kultur]] kann durch Natur betrieben werden (siehe [[Psychoanalyse]]). Alle Geschichte ist Menschheitsgeschichte als &#039;&#039;Menschwerdung der Natur&#039;&#039; ([[Marx]]), weder als bloße Geschichtssammlung der Individuen, noch als bloße Geschichtsmächtigkeit von Gesellschaft. In ihrer Natur unterscheiden sich Gesellschaft und Individuum nicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Natur ist für den Menschen das stoffliche Dasein seiner [[Geschichte]], nicht äußerer Umstand, nicht fremde [[Macht]], sondern das, was er aus seiner Natur durch die Verarbeitung der Naturstoffe als [[Naturmacht]], als menschliche [[Kultur]] hervorgebracht hat: Seinen [[Reichtum]] an [[Leben]], die Vielfalt seiner Lebensäußerung. Als Teil der Natur setzt sich der Mensch aus der Natur heraus, indem er im [[Stoffwechsel]] mit ihr sie vermenschlicht, mit menschlichem [[Sinn]] füllt, der nichts anderes ist als der natürliche Sinn seiner Kultur. Seine [[Empfindungen]] sind kultivierte [[Naturempfindungen]]. Er verwirklicht sein [[Wesen]], indem er die Natur verwirklicht und er verwirklicht die Natur, indem er sein Wesen in ihrer [[Stofflichkeit]] aus sich als Sinn für sie heraussetzt, als menschliches [[Produkt]]. Der Mensch ist absolute Natur; er hebt alle Natur in sich und durch sich auf: Durch seine Sinne ist darin ein geistiges Wesen geworden und durch seinen Geist kann er Natur begreifen und verändern. In diesem Beiderlei ist sein Stoffwechsel geistig wie natürlich: Menschliches Leben durch die Bestimmung seiner Natur (siehe [[Naturbestimmung]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;Wenn er Natur zerstört, so zerstört er sich (siehe [[Gentechnik]]). Er verhält sich zu sich, indem er sich zu allen Lebewesen verhält. Seine Selbstverwirklichung ist die Verwirklichung allen Lebens. Sein Stoffwechsel ist der Stoffwechsel von Natur als Lebensprozess überhaupt. Wenn er von ihrem Stoffwechsel absieht, so sieht er von sich ab, wenn er ihren [[Trieben]] unterworfen ist, so ist er sich unterworfen. Er kann nicht durch Natur bestimmt sein und er kann Natur nicht bestimmen, ohne sich selbst zu bestimmen. Natur ist die Geschichte des Menschen - und das heisst: Was er geworden ist, das zeigt seine Natur wie die Natur überhaupt. Er erzeugt sein Leben vermittelst der äußeren Natur und er vermenschlicht seine Welt durch die Vergegenständlichung seiner Natur. Die Lebenstätigkeit, worin Natur sich vermenschlicht, ist die [[Arbeit]], durch die er seine Lebensmittel erzeugt und mit diesen die Entwicklung seiner Bedürfnisse und Sinne. Seine sinnliche Grundlage ist sein Stoffwechsel mit der Natur und er kann sich nicht natürlich erkennen, soweit und solange sein Arbeitsprozess nicht natürlich ist. Darin eignet er sich seine Natur als seinen Gegenstand an und verarbeit sie zu einem natürlichen Gegenstand im Reichtum seiner Produkte, zu seiner Kultur. Die Reichhaltigkeit seines Lebens ist die Reihaltigkeit seiner verwirklichten Natur als Kultur, seiner Sinnlichkeit, seinem Geist, seiner Schaffenskraft. In seiner Kultur ist er Mensch wie Gegenstand, subjektiv wie objektiv, verwirklichter Mensch als verwirklichte Natur. Die Geschichte seiner Sinne ist im Reichtum seiner Produkte bewiesen und erweist sich darin auch als das, was vom Menschen für den Menschen veräußert ist.&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein [[Wesen]], das seine Natur außer sich hat, ist ein Unwesen, das sein Wesen selbst verneint, wesentlich im Verwesen begriffen ist, lebender [[Tod]]. Von daher kann Kultur nur als menschliche Natur wesentlich sein. Menschliche Natur ist die Geschichte menschlicher Lebensäußerung, Naturgeschichte der Menschwerdung, wie sie vom [[dialektischen]] Denken nachzuvollziehen ist. Aber Natur für sich hat keine [[Dialektik]] und ist keine Seins[[wahrheit]], in welcher das Eine notwendig aus dem Anderen hervorgehen würde. Die Naturgeschichte ist keine [[Geschichte]] der Natur, sondern menschliche Geschichte der Natur, nicht Geschichte ohne [[Subjekt]], nicht objektive Geschichte, sondern leibhaftige Subjektwerdung. Natur hat daher keine notwendige Fortbestimmung von [[Naturbestimmtheiten]], sondern alleine Ausbildung und Gestaltung von Sinn, der Mensch geworden und somit erst durch menschliche Geschichte tätig und [[wirklich]] ist, indem er die Eigenschaften der Natur in seinem Sinn zusammenfügt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese hat damit begonnen, dass sich der Mensch mit Geist und Sinn zu sich und seiner Welt verhalten, sich aus seiner Unterworfenheit unter die Gewalten der Natur selbst als Naturmacht hervorgebracht und sie zu seinem Gegenstand gemacht hat. Aus den [[naturbestimmten]] Stammeskulturen heraus ist der Mensch im Laufe seiner Entwicklung und im Maße der Naturverarbeitung dazu gekommen, Natur in seinem Sinn zu [[bestimmen]], ein von ihrer unmittelbaren Gewalt zunehmend befreites Gesellschaftwesen zu werden, das alle Momente seiner Natur als seinen Gegenstand hat, selbst in seiner [[Naturbestimmung]] lebt, um schließlich seine Natur selbst gegenständlich zu genießen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hieraus lässt sich umgekehrt auch [[erschließen]], dass und warum er in seiner [[Geschichte]] befangen ist, warum und wie er sich darin selbst fremd geworden ist (siehe [[Entfremdung]]), dass und warum seine Gegenstände für ihn nicht wirklich natürliche Gegenständlichkeit sind und warum sich sein Geist nur als Gespenst, als menschlicher Widerschein seiner [[Selbstentfremdung]] äußert. Die Armseligkeit der menschlichen Produktion und ihrer Produkte verweist auf eine Auflösung seiner Geschichte, auf Stillstand und Rückschritt, auf die Verkehrung der natürlichen Kräfte des Lebens zur Unnatur von Verhältnissen, in welchen die menschliche Natur [[reaktionär]] wird, [[Naturempfindung]] als [[Naturbestimmung]] erscheint.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Wolfram</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://kulturkritik.net/mediawiki/index.php?title=Wertform&amp;diff=11576</id>
		<title>Wertform</title>
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		<updated>2026-05-26T14:54:26Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Wolfram: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;[Schon Aristoteles hat eingesehen] daß das Wertverhältnis, worin der Wertausdruck steckt, seinerseits bedingt, daß [ein Gebrauchsgut einem anderen] qualitativ gleichgesetzt wird und daß diese sinnlich verschiednen Dinge ohne solche Wesensgleichheit nicht als kommensurable Größen aufeinander beziehbar wären. Der Austausch, sagt er kann nicht sein ohne die Gleichheit, die Gleichheit aber nicht ohne die Kommensurabilität .... Hier aber stutzt er und gibt die weitere Analyse der Wertform auf. [[(MEW 23, S. 74)]]&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Dialektik]] [[bezieht]] die [[verselbständigten]] [[Formen]] ihrer [[Inhalte]] in der [[Vermittlung]] der [[Verhältnisse]] als [[Formbestimmung]] ihres [[Daseins]]. So [[verwirklicht]] die Wertform zum Beispiel die [[zufällig]] scheinenden [[Inhalte]] ihrer [[Bewertungen]] im [[Verhältnis]] ihrer [[Werte]] als [[Dasein]] ihrer [[Form]], ihr [[Wertmaß]] in der [[Bestimmung]] als [[Maßstab der Preise]]. Im [[Warentausch]] hat sich die Entzweiung der Wertdarstellung der [[Waren]] zwischen [[Gebrauchswert]] und [[Tauschwert]] ergeben. Der [[Warentausch]] sucht die [[Getrenntheit]] der voneinander isoliert erscheinenden [[Waren]] auf dem Warenmarkt durch eine [[gesellschaftliche]] [[Form]] der [[Vereinzelung]] der Produkte aus [[privater Arbeit]] im [[Tauschverhältnis]] als [[Verhältnis]] der [[Waren]] durch ihre [[Vermittlung]] in ihrer Wertform als [[Produkt]] einer [[gesellschaftlich]] [[notwendigen Arbeit]] aufzuheben und mit ihrer [[Aufhebung]] ihr [[wahres]] [[Verhältnis]] zu [[verwirklichen]]. In der [[Vermittlung]] [[bezieht]] sich das [[äußerliche]] [[Sein]] als Form ihrer gesellschaftlichen Verhältnisse, als das [[Dasein]] ihrer [[Preise]], auf sich als Inhalt ihres [[wesentlichen]] [[Seins]] auf sich als gesellschaftliches Erzeugnis, das in der sich vermittelten Synthese beides als [[Form]] und [[Inhalt]] ihres [[Wertseins]] in ihrer [[Wertform]] als [[Verhalten]] im [[Verhältnis]] ihrer [[Wertigkeit]] ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für sich genommen vollzieht sich [[Vermittlung]] als Mit-Teil, als Mittel für einen [[ganzen&amp;gt;]] Zusammenhang, zwischen dessen [[Teilen]] es sich auf ihren [[gemeinen]] Zweck verlässt, sich darin auf geteilte [[Inhalte]] durch die [[Form]] ihres [[Daseins]] [[bezieht]]. Eine [[Vermittlung]] – für sich genommen – kann nur bloße die [[Verhältnisform]] eines [[Mittels]] sein, das für sich völlig unbestimmt und also inhaltsleer nur dazu da ist eine [[Beziehung]] zu erhalten, die sich selbst ohne [[Vermittlung]] nicht halten lässt und ohne das [[Mittel]] zerfallen würde. Das setzt voraus, dass es an sich und für sich nichts anderes ist und nur zusammenführt, was zumindest ihrer Form nach zusammen gehört und im [[Grunde]] auch ungeteilt sein kann, wo sich die [[Teile]] von selbst – also ohne sonderliche Mitteilung – zusammmenfinden. Die Wertform ist also die einzige [[Form]], worin sich der [[Wert]] der Produkte gesellschaftlich verwirklichen kann, worin sich der Warentausch aus der Privatform der Produkte in seiner adäquaten [[Form]] vergesellschaften kann, – worin also ihr einzelner [[Inhalt]] auf ihren gesellschaftlichen Zweck bezogen und vermittelt wird, worin ihre [[Preisbildung]] ihrer [[FOrm]] nach als [[Maßstab der Preise]] zugleich als Wertmaß, als [[Maß der Werte]] existiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[bürgerliche Gesellschaft]] hat es noch nicht geschafft [[Form]] und [[Inhalt]] ihrer Produkte zum [[geschichtliche]] Potential einer menschlichen [[Entwicklung]] zu vereinigen. Von daher untersteht sie einer [[geschichtlichen]] Mangelerscheinung, einem [[objektiven Sollen]] ihrer Formationen, der [[Institutionionalisierung]] einer [[geschichtlichen]] [[Notwendigkeit]]. Diese stellt sich dar im Nebeneinander des [[inhaltlichen]] Vermögens ihrer [[Reichtumsbildung]] und deren [[Existenzform]]. Der Alltag ihrer [[produktiven]] [[Verhältnisse]], die [[gesellschaftliche]] Produktform ihrer [[Gebrauchswerte]] existiert nur im [[Austausch]] [[verselbständigter]] Quanten über ihren [[Tauschwert]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der [[Tauschwert]] ist die [[gesellschaftliche]] und also [[politische]] [[Form]] des [[Privateigentums]], worin und wodurch die auf dem Warenmarkt [[vereinzelt]] [[existierenden]] [[Gebrauchswerte]] vergleichbar gemacht werden. Als Träger des [[gesellschaftlichen]] [[Reichtums]] werden sie zum [[Inhalt]] einer [[gesellschaftlichen]] [[Form]], durch die sie sich [[vermitteln]], sich als [[gesellschaftliches]] Maß aneinander und durch einander [[verwirklichen]]. Von daher [[existiert]] ihr Maß zunächst [[getrennt]] von ihrem [[Dasein]] als Lebensinhalt der Lebensproduktion, als [[Inhalt]] des gesellschaftlichen [[Reichtums]] neben ihrem [[Dasein]] als ursprüngliches [[Verhältnis]] und [[Verhalten]] ihrer Existenzform.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber an sich ist der [[Tauschwert]] lediglich ein proportionales [[Verhältnis]] der Vergleichbarkeit von unterschiedlichen [[Waren]] je nach ihrem [[quantitativen]] Verhältnis, dem [[Verhalten]] der Proportionalität ihrer Vergleichbarkeit auf dem Warenmarkt, worin sich ihr [[gesellschaftlicher]] [[Nutzen]] als [[Wert]] darstellt, bevor er [[vernutzt]] ist. Der [[Tauschwert]] stellt also lediglich das gesellschaftliche Maß eines im Warenhandel [[veräußerten]] [[Quantums]] dar. Sein [[formelles]] [[Dasein]] als [[Preis]] irgendeiner [[Ware]] einerseits und seine [[inhaltliche]] Vermittlung andererseits [[existieren]] also zunächst nur als [[ausschließliche]] [[Form]] eines ausgeschlossenen [[gesellschaftlichen]] [[Inhalts]] der [[Produkte]] einer [[Privatarbeit]] [[beziehungslos]] und [[gleichgültig]] nebeneinander. In der [[Wertform]] entwickeln sie ein allgemeines Maß aus dem [[Format]] der gesellschaftlich durch ihren [[Tausch]] realisierten [[Proportionen]], worin sie ihre unmittelbar scheinende [[Nutzungen]] und deren [[zufällig]] scheinende [[Verwertung]] über eine [[Ware]] als ein gesellschaftliches Tauschmittel [[bewerten]] und [[privat]] [[veräußern]]. In der Wertform werden die [[Waren]] [[abstrakt]] von ihrer Herkunft und [[allgemein]] in ihrer Verhältnismäßigkeit, also [[abstrakt allgemein]] auf einender [[bezogen]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im bloßen [[Dasein]] der Zwecke eines allgemein entwickelten [[Warentauschs]] [[erscheint]] daher der [[Wert]] in der Wertgleichung vor allem in der Form eines [[Quantums]] einer [[Vermittlung]] seiner [[Veräußerung]]. Die Wertform ist daher die [[Form]], worin sich der [[Tauschwert]] zwischen [[Angebot und Nachfrage]] als [[Form]] des [[Werts]] im gesellschaftlich betriebenen [[Quantum]] seiner [[Wertgröße]] [[veräußert]]. In der Allgemeinheit dieses Verhältnisses [[erscheint]] der [[Wert]] dieses [[Verhältnisses]] also zugleich als [[substanzieller]] [[Grund]] des gesellschaftlichen Vergleichs im Zweck seiner [[Vermittlung]]. Aber für sich blieben Zweck und Mittel getrennt, wenn keine [[Vermittlung]] durch irgendeine dritte Ware stattfinden könnte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der [[allgemeinen Wertform]] schließt sich über diese das Unvermittelte zur [[Geldform]] zusammen, worin die [[Allgemeinheit]] der benötigten [[Substanz]] seiner gesellschaftlichen [[Veräußerung]] sich in seinem [[Dasein]] als gesellschaftlich notwendige [[Substanz]] [[vermittlung]] mitteilt, denn darin befindet sich der [[Wert]] der gesellschaftlichen [[Verhältnisse]] als Inhalt, worin sich diese im [[Warentausch]] als einzelne und vereinzelte [[Gebrauchswerte]] [[verwirklichen]] können. Der Tauschwert muss sich hierfür in einer gemeinschaftlichen Form als Wertform darstellen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sein gesellschaftlich bestimmten [[Dasein]] im Gemenge seiner [[Proportionen]] wird aus seinem zufälligen Verhalten zu einem allgemeinen Maß seiner Wertgröße. Im allgemeinen [[Tauschwert]] gestalten muss sich der Wert der Waren eine besondere Form als Maß eines veräußerten gesellschaftlichen [[Inhalts]] des gesellschaftlichen [[Reichtums]] ergibt, in der er sich im Vergleich mit allen [[Waren]] gemein als ihr wirklich [[abstrakt Allgemeines]] Sein außer sich darstellen kann. Die [[&#039;&#039;allgemeine Wertform]] stellt durch das [[Verhältnis]] der in ihren [[Gebrauchswerten]] vereinzelten [[Wertformen]] in ihrer Einheit ihren anteiligen gesellschaftlichen Wert in der [[Geldform]] unmittelbar dar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;Die Wertform, deren fertige Gestalt die Geldform, ist sehr inhaltslos und einfach. Dennoch hat der Menschengeist sie seit mehr als 2000 Jahren vergeblich zu ergründen gesucht, während andrer- seits die Analyse viel inhaltsvollerer und komplizierterer Formen wenigstens annähernd gelang. [[(MEW 23, S. 11/12)]]&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der [[Wert]] der [[Waren]] hat durch den [[Warentausch]] zweierlei [[Form]] auf dem Warenmarkt. Er ist einmal so [[zufällig]], wie er je nach dem einzelnen [[Bedürfnis]] für irgendeinnen [[Gebrauchswert]] auftritt. Und er ist im Allgemeinen die gesellschaftliche Form eines [[Preises]], wodurch [[einzelne]] [[Tauschwerte]] ihn [[relativ]] zu den vielen [[Gebrauchswerten]] der anderen [[Waren]] so darstellen, wie er hier und da und dort (siehe [[Dasein]]) auftritt. Er wird in seiner allgemeinen Bezogenheit – in seiner gesellschaftlichen Form – sich als ein allen gemeiner [[Wert]] ihrer Herstellung, als [[Wert]] eines [[gesellschaftlichen]] [[Produkts]] dargestellt, um einen [[allgemeinen]] [[Aufwand]] einer [[gesellschaftlich]] [[durchschnittlichen]] [[Arbeit]] der Menschen in einem bestimmten [[Lebensraum]] zu [[vermitteln]]. In der Wertform erscheint er also einerseits im [[Einzelnen]] [[zufällig]] und ist [[wesentlich]] zugleich doch ein [[gesellschaftliches]] [[Produkt]], das [[Bedürfnisse]] irgendeiner Art [[befriedigt]]. In seiner [[einzelnen]] Gestalt ist er zugleich eine [[Allgemeinform]] die [[Form]] von etwas, das in [[Wahrheit]] so [[zufällig]] nicht [[sein]] kenn, wie es [[hier oder da oder dort]] zu sein [[scheint]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im [[Einzelnen]] [[verwirklicht]] sich der [[Wert]] als etwas [[Allgemeines]], das nicht [[wirklich]] [[allgemein]] ist, das zwar zugleich [[allen gemein]] ist, aber nur [[zufällig]] da zu [[sein]] [[scheint]] (siehe [[Dialektik]]) als etwas als etwas als etwas da ist, das als [[Produkt]] irgendeiner [[Arbeit]] [[getrennt]] von seinem [[allgemeinen]] [[Wesen]] [[erscheint]] (siehe [[Teilung der Arbeit]]). In der Wertform stehen sich die [[Tauschwerte]] eines allgemein [[bestimmten]] [[Daseins]] in zweierlei [[Form]] gegenüber: Einmal als [[einzelne]] zufällige und zugleich als [[allen gemeine]] [[Form]] ihres [[Daseins]], als [[allgemeine Wertform]], in der sie sich gleichen, gleiche [[Wert]]Gültigkeit für die [[Bedürfnisse]] der Menschen haben, hiergegen aber in ihrer [[Wirklichkeit]] [[gleichgültig]] sind. Die einzelne Wertform scheint mit der allgemeinen Wertform nichts [[wirklich]] Vergleichbares – außer ihrer [[Austauschberkeit]] – zu haben und kann sich demnach ausschließlich durch ihre [[Masse]] nur in in ihrer [[Form]] [[gesellschaftlich]] [[quantifizieren]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ala reines [[Quantum]] kann eine [[Menge]] nur eine [[Masse]] sein. Eine [[Menge]] ist eine durch ihre [[Natur]] selbst bestimmte Größe einer [[Substanz)]] sein (wie z.B. [[Begriffsgröße]] als [[Wertgröße]]) im [[Maß der Werte]] oder als eine empirische Anzahl, die durch ihre [[Prominenz]] zum Maßstab wird, – zu einer Wertsumme als [[Maßstab der Preise]]). Das einfache Quantum kann eben nicht einfach [[Nichts]] sein. Es existiert schon durch seine Herkunft in durchaus unterschiedlicher Bestimmung: Als bloße[[Zahl]] einer Ansammlung unterschiedlicher Formationen, ein Vieles von [[isolierten]] Einzelheiten – wenn man davon erzählt – oder als [[Macht]] einer unbestimmten [[Qualität]] (z.B. [[Wert]] als [[Wertsubstanz]]), die sich aus ihrer Aufsummierung ergibt, wenn sie im [[Einzelnen]] sich bestimmungslos [[verhält]], eben nicht unterbrochen ist, man also dagegen in einer [[bestimmten]] [[Existenz]] [[ohnmächtig]] ist. So wird eine [[Masse]] je nach der [[Form]] ihrer [[Beziehung]] auf das [[Einzelne]] zum [[Subjekt]] einer [[mächtigen]] [[Beziehung]], der [[Macht]] einer [[Bewertung]] (siehe [[Wert]]) aus der [[Form]] ihrer [[Existenz]] (siehe [[Existenzwert]]), als [[Menge]] jedoch zu einem [[Objekt]] wird, wodurch das Eine von Vielem sich im Maßstab einer [[relativen]] [[Objektivität]] [[verhält]] (siehe z.B. als [[Tauschwert]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zur Erklärung der [[Wertform]] (siehe auch [[Geldform]]) ist dies [[elementar]]: Der [[Tauschwert]] existiert wie auch der [[Wert]] selbst schon als Formation einer [[abstrakten]] [[Substanz]] – einerseits als zeitbestimmte Einheit einer [[Form]] (z.B. [[Wertsubstanz]]), andererseits einer raumbestimmte [[Existenz]] von [[Preisen]] einer bloßen [[Tatsächlichkeit]]. In Beidem wirkt die [[Form]] selbst schon als Bestimmung einer [[Wertform]], die durch ihr gegensinniges Verhalten zwischen ihrem [[einzelnen]] und ihrem [[allgemeinen]] [[Dasein]], das sich zwischen einzelnen [[Gebrauchswerten]] in ihrer [[Masse]] durch das zeitliche verdichtete Verhältnis in ihrer [[Verallgemeinerung]], durch die dadurch gebildete räumliche [[Dichte]] im Nachhinein ihrer Verhältnismäßigkeit als [[Form]] ihres [[Durchschnitts]] aus der Wirkung auf ihre einzelne Existenz [[interpretiert]] wird. Von da her existiert ihr Quantum als Summe von [[abstrakten]] [[Beziehungen]] durch die [[abstrakte]] [[Geltung]] ihrer [[Struktur]]. Aus der im Nachhinein ihrer [[Schlussfolgerungen]] erfolgen [[Bewertung]] ihrer quantifizierten [[Macht]] wird das Quantum zu einer leeren [[Form]], wodurch es über dessen [[Inhalte]] [[hinwegtäuscht]] (siehe hierzu [[Strukturalismus]]). In der Masse ist das Vereinte ganz allgemein in der selben [[Form]] vermengt und von seinen bestimmten [[Inhalten]] [[abstrahiert]] (siehe Trennung), so dass es sich durch seine Wiederkehr im [[Allgemeinen]] als [[abstrakt Allgemeines]] derselben [[Qualität]] verdoppeln kann (siehe auch [[Abstraktionskraft]]). Dabei [[reduziert]] es sich auf eine substanzlose [[Tatsache]] von dem, was sich hiervon in seiner [[Form]] [[gleichgültig]] gegen seinen [[Inhalt]] in der [[Formbestimmung]] einer [[ausschließlich]] [[abstrakten]] Substanz (siehe auch [[Begriffssubstanz]]) quantifizieren lässt. In deren Begrifflichkeit muss auf deren [[Erzählung]] verzichtet werden, um als bloße [[Zahl]] einer unbestimmbaren Größe ihrer [[Allgemeinheit]] (siehe [[Begriffsgröße]]) sich verwirklichen zu können und als [[durchschnittlich]] [[notwendige]] [[Arbeitszeit]]einer [[abstrakt menschliche Arbeit]] gezählt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;Es ist in Wahrheit unmöglich ..., daß so verschiedenartige Dinge kommensurabel, d.h. qualitativ gleich sein. Diese Gleichsetzung kann nur etwas der wahren Natur der Dinge Fremdes sein, also nur Notbehelf für das praktische Bedürfnis. [[(MEW 23, S. 74)]]&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Masse zeigt sich die [[Macht]] der leeren [[Form]], die Gewalt ihrer [[Abstraktionskraft]]. Darin erlangt alles eine [[gleiche]] [[Geltung]] als Maß der darin [[vermittelten]] [[Beziehungen]] (siehe z.B. auch [[Maß der Werte]]) die zum Maßstab ihrer [[Verhältnisse]] werden und deren [[abstrakte]] [[Beziehung]] [[getrennt]] hiervon zur [[Form]] ihres [[Daseins]] [[verselbständigen]] (siehe auch [[Maßstab der Preise]]). Weil sie in der Masse selbst [[gleichgültig]] gegen ihre [[bestimmte]] [[Inhalte]] ist. [[Getrennt]] von ihrem Inhalt verkehren sich diese in der Masse ihrer [[Beziehungen]] zu einer [[Formbestimmung]] ihrer [[Verhältnisse]] und [[verselbständigen]] sich im [[Allgemeinen]] daher nur als Form ihrer Quantität. Das hat schließlich durch sich eine eigenständige [[Wirkung]] auf das [[Einzelne]], weil sie deren letztliche [[Substanz]] ganz [[allgemein]] von ihren [[Inhalten]] abscheidet und als [[idealisiertes]] [[Ganzes]] von sich [[abtrennt]]. Von da her ist die Masse eine [[wirklich]] [[abstrakte]] [[Verdichtung]] bestimmungsloser, also [[abstrakter]] [[Beziehungen]], die darin eine [[eigenständige]] [[Identität]] finden: Das [[abstrakt Allgemeine]] ihrer [[Beziehungen]] (siehe hierzu z.B. auch [[allgemeine Wertform]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Wertform stellt die [[Verhältnisse]] von [[Wert]] und [[Preis]], die [[substanziellen]] [[Beziehungen]] des gesellschaftlichen [[Werts]] der [[allgemeinen]] [[Ressourcen]] der menschlichen [[Arbeit]] ([[Natur]], [[Bodenschätze]], [[Rohstoffe]], Infrastruktur, [[Technologie]], [[Arbeitskräfte]]) des [[Kapitalismus]] zu ihren [[privaten]] [[Existenzformen]] in den [[Relationen]] ihrer [[einzelnen]] [[Preise]] (als [[Tauschwerte]], [[Geldform]], [[Eigentumstitel]], [[Kapital]] usw.) im [[Warentausch]] zwischen [[Einkauf]] und [[Verkauf]] dar. In der Wertform beziehen sich die [[Waren]] durch ihren Vergleich, also durch ihre Gleichsetzung im [[Warentausch]] aufeinander. Darin [[vermittelt]] sich das [[einzelnen]] [[Dasein]] der [[Ware]] als [[Gebrauchswert]] durch ihre [[Beziehung]] auf das [[allgemeine]] [[Verhältnis]] des [[Werts]] in der [[Form]] ihrer Relationen als [[Tauschwerte]], als [[einzelne]] und [[relative Wertform]] zu ihrer [[Allgemeinheit]] in der [[Äquivalentform]]. Darin entwickeln sich seine [[einzelne]] [[Wertgestalten]] als [[Gebrauchswerte]] ganz [[allgemein]] durch die [[Relationen]] der [[Austauschbarkeit]] hin zur [[Geldform]]. – Und darin [[verkehrt]] sich schließlich die [[gesellschaftliche]] [[Form]] der [[Waren]] zum [[allgemein]] [[privaten]] [[Verhältnis]] des [[Geldes]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;Die erste Eigentümlichkeit, die bei Betrachtung der Äquivalentform auffällt, ist diese: Gebrauchswert wird zur Erscheinungsform seines Gegenteils, des Werts. [[(MEW 23, S. 70)]]&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Geldbesitz]] wird zu einer [[gesellschaftlichen]] [[Form]] des [[Privateigentums]], durch das &#039;&#039;die [[Verhältnisse]] der [[Personen]] als [[gesellschaftliches]] [[Verhältnis]] ihrer [[Sachen]] erscheint&#039;&#039; (siehe hierzu [[Warenfetisch]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;Die Naturalform der Ware wird zur Wertform. Aber, notabene, dies Quidproquo ereignet sich für eine Ware B (Rock oder Weizen oder Eisen usw.) nur innerhalb des Wertverhältnisses, worin eine beliebige andre Ware A (Leinwand etc.) zu ihr tritt, nur innerhalb dieser Beziehung. Da keine Ware sich auf sich selbst als Äquivalent beziehn, also auch nicht ihre eigne Naturalhaut zum Ausdruck ihres eignen Werts machen kann, muß sie sich auf andre Ware als Äquivalent beziehn oder die Naturalhaut einer andren Ware zu ihrer eignen Wertform machen. [[(MEW 23, S. 70)]]&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weil [[Geld]] als [[Zahlungsmittel]] ununterbrochen sich als [[Geld]] verhält, die [[einzelne]] [[Beziehung]] von [[Ware]] zu [[Geld]] (W-G) und [[Geld]] als [[allgemeines]] [[Kaufmittel]] [[Geld]] zu [[Geld]] (G-W) sich [[verhält]], [[erscheint]] [[Geld]] als [[allgemeiner]] [[Vermittler]], weil es in der [[Masse]] der Händewechel doppelt so oft in [[Beziehung]] tritt, wie die [[einzelne]] Warenform selbst (W-G-G-W), verdoppelt also seine Macht der [[Vermittlung]]. Wenn nämlich derselbe [[einzelne]] [[Inhalt]] mehrfach durch seine [[Form]] [[allgemeiner]] [[vermittelt]] wird als es ihm nötig wäre, wird diese [[Form]] als Allgemeinform [[bestimmend]] für ihre [[Existenz]] (siehe hierzu [[Existenzwert]]). Die [[Formbestimmung]] ist daher eine [[quantitativ]] bestimmte [[Form]], die sich [[qualitative]] in ihren [[Verhältnissen]] [[existenziell]] ermächtigt und sich durch ihre [[Masse]] selbst [[bestimmt]]. Von daher hat diese [[Formbestimung]] [[Macht]] über ihren [[Inhalt]] (siehe [[Geld]] als [[Kaufmittel]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;Das Geheimnisvolle der Warenform besteht also einfach darin, dass sie dem Menschen die gesellschaftlichen Charaktere ihrer eigenen Arbeit als gegenständliche Charaktere der Arbeitsprodukte selbst, als gesellschaftliche Natureigenschaften dieser Dinge zurückspiegelt, daher auch das gesellschaftliche Verhältnis der Produzenten zur Gesamtarbeit als ein außer ihnen existierendes gesellschaftliches Verhältnis von Gegenständen. Durch dieses quid pro quo werden die Arbeitsprodukte Waren, sinnlich-übersinnliche oder gesellschaftliche Dinge. [[(MEW 23, S. 86)]]&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
An sich ist jede [[Form]] durch ihren [[Inhalt]] [[bestimmt]]. Wo aber ein [[Inhalt]] gegen seine [[Form]] [[gleichgültig]], von daher seinem [[Gegenstand]] nicht adäquat ist, nicht in der ihm entsprechenden [[Form]] existieren kann, ist er nicht formbar, deformiert oder ganz zerstört, einfach [[abwesend]]. Und das [[Abwesende]] macht die [[Abstraktion]], die ein [[widersinniges]] [[Verhältnis]] (siehe [[Tauschwert]]) durch seine [[Selbstbeziehung]] erzeugt (siehe [[Tautologie]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;Gebrauchsgegenstände werden überhaupt nur Waren, weil sie Produkte voneinander unabhängig betriebner Privatarbeiten sind. Der Komplex dieser Privatarbeiten bildet die gesellschaftliche Gesamtarbeit. Da die Produzenten erst in gesellschaftlichen Kontakt treten durch den Austausch ihrer Arbeitsprodukte, erscheinen auch die spezifisch gesellschaftlichen Charaktere ihrer Privatarbeiten erst innerhalb dieses Austausches. Oder die Privatarbeiten betätigen sich in der Tat erst als Glieder der gesellschaftlichen Gesamtarbeit durch die Beziehungen, worin der Austausch die Arbeitsprodukte und vermittelst derselben die Produzenten versetzt. Den letzteren erscheinen daher die gesellschaftlichen Beziehungen ihrer Privatarbeiten als das, was sie sind, d.h. nicht als unmittelbar gesellschaftliche Verhältnisse der Personen in ihren Arbeiten selbst, sondern vielmehr als sachliche Verhältnisse der Personen und gesellschaftliche Verhältnisse der Sachen. [[(MEW 23, S. 86)]]&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am Anfang stand die [[Abstraktion]], die ihre [[Wirklichkeit]] entzweit, weil sie die [[Inhalte]] auf die [[Substanz]] ihrer [[Beziehungen]] [[reduziert]]. Weil in einem [[abstrakten]] [[Verhältnis]] sich daher die [[Form]] zunehmend entleert, sich von ihrem [[Inhalt]] ablösen muss, [[bestimmt]] sich das mit der [[Trennung]] von [[Form]] und [[Inhalt]] seiner [[Beziehungen]] gespaltene Verhältnis nun auch [[wirklich]] [[abstrakt]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das somit veränderte [[Verhältnis]] [[reduziert]] die [[Qualität]] seiner [[Beziehungen]] und [[bestimmt]] schließlich sich selbst über die [[Masse]] ([[Quantität]]) ihrer [[Form]]. Diese entleert nun selbst ihre [[Verhältnisse]] und [[nichtet]] ihre [[inhalte]] durch das [[abstrakte]] [[Verhalten]] ihrer [[Vermittlung]] und wandelt ihre abstrakte [[Substanz]] zum [[Inhalt]] ihrer [[Form]]. Mit ihrer zunehmenden [[Verallgemeinerung]] [[bestimmt]] das schließlich auch die [[Inhalte]] ihrer [[Beziehungen]], die durch ihre [[Form]] (siehe [[Formbestimmung]]) verkehren, weil sie durch ihre Allgemeinform selbst auch die [[Verkehrung]] des [[Wesens]] der einzelnen [[Beziehungen]] zu ihren von einander [[isolierten]] [[Inhalten]] betreiben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das [[abwesende]] [[Wesen]] vermittelt dann das [[anwesende]] un bestimmt seine [[Beziehungen]]. Diese [[Schlussfolgerung]] hat Marx am Beispiel der [[Wertform]] aufgezeigt, wie und warum die [[abstrakt allgemeinen]] [[Beziehungen]] einer [[Äquivalentform]] durch die [[allgemeinen]] [[Bestimmungen]] der Gleichsetzung von [[Waren]], also über ihre an und für sich [[gleichgültige]] [[Vermittlung]] einer im [[Allgemeinen]] [[verselbständigten]] [[Form]]. So entsteht die [[allgemein]] besonderte [[Geldform]], die das [[abstrakt Allgemeine]] der [[Äquivalenzen]] als [[Wert]] der [[Tauschwerte]], die über ihre einfache [[Wertformen]] als [[Preise]] gegen die hierdurch vereinzelten [[Inhalte]] der [[Gebrauchswerte]][[bestimmen]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In seiner [[Unmittelbarkeit]] als einzelne Naturgestalt der [[Ware]] (siehe hierzu [[Warenkörper]]), in ihrem [[Gebrauchswert]] ist ihr [[Wert]] [[abwesend]]. Er kann sich nur in ihrem [[Verhältnis]] zu anderer [[Ware]], durch dqs [[Verhalten]] ihrer Relationen im [[Warentausch]] als [[Tauschwert]] darstellen. Die Wertform der [[Waren]] ist die [[Form]], worin sich die [[einzelne]] [[Ware]] sich [[allgemein]] verhält und hieraus ihre [[Formbestimmung]] bezieht (siehe [[allgemeine Wertform]]). Es ist die [[Form]], in welcher die [[Waren]] durch die [[Abstraktion]] von ihrer organischen Basis (siehe auch [[Warenkörper]]) im [[gesellschaftlichen]] [[Verhältnis]] der Menschen [[Wert]] sind, also die Form, worin sie gesellschaftlich in ihrer [[Formbestimmung]] durch den [[Warentausch]] aufeinander relativ auf ihre allgemeine [[Wertgröße]] absolut auf einander bezogen sind. Weil in der [[bürgerlichen Gesellschaft]]noch die [[Arbeit geteilt]], zwischen ihrer privaten und ihrer gesellschaftlichen Form ohne Zusammenhang ist, können die [[Teile]] keine wirklich konkrete [[Beziehung]] als [[Lebensäußerung]] von und für Menschen verwirklichen (z.B. als konkrete Arbeitsprodukte in einer konkreten Gesellschaft). In der Wertform reflektiert sich ihr [[quantitatives]] [[Verhältnis]] auf dem Markt, als was die Waren nur durch einander, aber nicht für sich als Form durch sich sein können: ihr Dasein als [[gesellschaftliche]] Arbeitsprodukte, als menschlicher [[Reichtum]], erscheint nur als Warensammlung, worin sie Wert haben, der sich in der Wertform einerseits relativ als ein retativer [[Tauschwert]], als ihr [[Preis]] (siehe [[Maß der Werte]]) und allgemein als ihr absoluter [[Tauschwert]], als [[Wertgröße]] (siehe [[Maßstab der Preise]]) darstellt. Durch den ständigen Positionswechsel in diesem Verhältnis bildet sich in seiner Allgemeinheit die Geldform, in welcher sich die gegensinnigen Beziehungen der relativen Wertformen zwischen dem [[Kauf]] und [[Verkauf]] der [[Waren]], zwischen ihrem [[Dasein]] als [[Kaufmittel]] einerseits und [[Zahlungsmittel]] andererseits schließlich vermitteln lassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Produkte konkret menschlicher [[Arbeit]] (siehe [[nützliche Arbeit]]) sind sie hiervon unterschiedene Gegenstände des menschlichen Bedarfs, die hier lediglich in ihrer einzelnen Gestalt als [[nützliches]] Ding des privaten Gebrauchs, als [[Gebrauchswert]] im [[Tausch]] gesellschaftlich werden, ohne gesellschaftlich zu sein, daher nur in Wertform in Beziehung treten. Durch den Tausch erhalten sie keine konkrete gesellschaftliche Bestimmung, die allerdings für die Menschen nur abstrakt sein kann; weil sie selbst erst im Vergleich mit allen anderen Waren entsteht, den [[Tauschwert]]. Dieser aber wäre ein Widersinn, würde er nicht eine [[Substanz]] offenbaren, die hinter dem Tauschverhältnis allgemein hervorscheint, [[Wirkung]] hat, ohne darin als solche [[wirklich]] zu sein: [[Wert]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Wirkung besteht in der Form der Beziehung, welche eine durch ihre Besonderheit bestimte Ware zu anderer Ware im Tausch allgemein eingeht: In der Wertform. Der Austausch des einen Produkts gegen das andere versetzt die Ware als nützliches Ding für ein bestimmtes menschliches [[Bedürfnis]] in ein allgemeines Dasein als Wertding, durch das sie gegen ihr bestimmtes Sein als Produkt menschlicher Arbeit [[gleichgültig]] wird. Dies Verhältnis gestaltet sich in einer Form, worin sie Waren gegensätzliche Positionen einnehmen, die eine in relativer Wertform, die andere in allgemeiner Wertform, wodurch die einzelne [[Ware]] in ihrem allgemeinen Warendasein bemessen ist, bis sie selbst allgemein zu einer Form des [[Tauschwerts]] wird und in ihrer Geldform ihre Beziehung zu ihrem [[Gebrauchswerte]]und alle daraus folgenden Beziehungen der Waren zu ihren [[Wert]] [[verkehrt]] [[erscheint]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Marx hatte mit dem Begriff des [[Warenfetischismus]]eijne Gesellschaft beschrieben, in der alle [[natürlichen]] Verhältnisse nur als Erscheinungsform ihres Gegenteils sich aufeinander beziehen, der &#039;&#039;Gebrauchswert als Erschungsform des Werts&#039;&#039;, &#039;&#039;konkrete Arbeit zur Erscheinungsform ihres Gegenteils, abstrakt menschlicher Arbeit&#039;&#039; und &#039;&#039;Privatarbeit zur Form ihres Gegenteils wird, zu Arbeit in unmittelbar gesellschaftlicher Form.&#039;&#039; [[(MEW 23, S. 70f)]], die sich nurmehr in gesellschaftlichen [[Strukturen]] äußern kann, die über ihre [[Formbestimmung]]&#039;&#039; target=&#039;&#039;info&#039;&#039;&amp;gt;[[Formbestimmung]]en ihre [[Natur]] beherrschen und aufbrauchen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Allgemein]] wird jede [[Ware]] im [[Tausch]] zu dem, was sie [[abstrakt allgemein]] ist: Produkt menschlicher [[Arbeit]] schlechthin, [[abstrakt menschlicher Arbeit]], [[gleichgültig]] gegen jeden besonderen Gebrauch. In der Wertform selbst werden die [[Waren]] über die [[Notwendigkeit]] des [[Warentauschs]] als einzelne [[Ware]] [[allgemein]] in derselben [[Bestimmung]], durch ihre [[Formbestimmung]] bezogen. Sie sind für die einzelnen Menschen als [[Gebrauchswerte]] in einer [[ausschließlichen]] [[Einzelheit]], weil sie nur für ihren Besitzer nützlich sind, und bestehen in der Warenwelt als reiner [[Tauschwert]], als allgemeine [[Verwirklichung]] von [[Wert]] schlechthin, der sich allein aus dem Vergleich der Wertdinge in der rein formellen Beziehung ihres Wertseins gesellschaftlich ergibt. Darin nimmt die einzelne [[Warentauschs]] als einzelne [[Ware]] also eine einzelne, zufällige [[Warentauschs]] als einzelne [[Form]] ein, die sich mit der Entfaltung der Märkte von der relativen zur totalen Wertform, zur Geldform entwickelt. Hierin verwirklicht sich ihre [[abstrakte]] [[Substanz]] durch das, worin sich der Vergleich bemisst und wodurch ihre Herkunft aus menschlicher Arbeit auch noch im Tauschhandel als [[Substanz]] gegenläufiger Besitztümer in ihrer [[Realabstraktion]] - einerseits relativ und andererseits total zugleich - erscheint. Durch die Menschen, deren [[Beziehung]] zwischen [[Arbeit]] und [[Bedürfnis]] damit selbst bestimmt erscheint, wird die Wertform der [[Waren]] zur gesellschaftlichen Verhältnisform überhaupt. Ihr [[Dasein]] als Träger von [[abstrakt menschlicher Arbeit]] erzeugt eine doppelte Existenzform der menschlichen Beziehungen, wie sie sich aus der [[Trennung]] von [[Arbeit]] und [[Bedürfnis]] (siehe [[Teilung der Arbeit]]) schon ergeben hat und nun auch formell verwirklicht wird: einmal als ausschließlich privater Bezug der einzelnen [[Warenbesitzer]] zu ihrer Sache und zu einander als einzelne Persönlichkeiten, in denen sie sich zwar gleichgültig aber als Warenbesitzer auch gleichwerig gegenübertreten, ein andermal als ein nur allgemein gültigen Bezug auf ihre Gesellschaft, in welcher sie sich durch den Besitz eines allgemein gültigen gesellschaftlichen Quantums hervortun: als [[Geldbesitzer]]. Die Wirklichkeit der [[Dasein]] als Träger von [[abstrakt menschlichen Arbeit]] wird hierbei zum Inhalt der menschlichen Beziehungen, wie sie in ihren Sachen schon in der bestimmten bürgerlichen Existenzform gegeben ist: zur Wirklichkeit der totalen Wertform, zu einer gesellschaftlichen Beziehung durch [[Geld]]. Dieses ist die allgemeine Ware, die sich aus der Wertform der Waren ergibt, das &#039;&#039;gesellschaftliche Faustpfand&#039;&#039;, in welchem alle Waren sich bemessen, zirkulieren, entstehen und vergehen.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Wolfram</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://kulturkritik.net/mediawiki/index.php?title=Wertform&amp;diff=11575</id>
		<title>Wertform</title>
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		<updated>2026-05-26T14:52:52Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Wolfram: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;[Schon Aristoteles hat eingesehen] daß das Wertverhältnis, worin der Wertausdruck steckt, seinerseits bedingt, daß [ein Gebrauchsgut einem anderen] qualitativ gleichgesetzt wird und daß diese sinnlich verschiednen Dinge ohne solche Wesensgleichheit nicht als kommensurable Größen aufeinander beziehbar wären. Der Austausch, sagt er kann nicht sein ohne die Gleichheit, die Gleichheit aber nicht ohne die Kommensurabilität .... Hier aber stutzt er und gibt die weitere Analyse der Wertform auf. [[(MEW 23, S. 74)]]&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Dialektik]] [[bezieht]] die [[verselbständigten]] [[Formen]] ihrer [[Inhalte]] in der [[Vermittlung]] der [[Verhältnisse]] ihres [[Daseins]]. So [[verwirklicht]] die Wertform zum Beispiel die [[zufällig]] scheinenden [[Inhalte]] ihrer [[Bewertungen]] im [[Verhältnis]] ihrer [[Werte]] als [[Dasein]] ihrer [[Form]], ihr [[Wertmaß]] in der [[Bestimmung]] als [[Maßstab der Preise]]. Im [[Warentausch]] hat sich die Entzweiung der Wertdarstellung der [[Waren]] zwischen [[Gebrauchswert]] und [[Tauschwert]] ergeben. Der [[Warentausch]] sucht die [[Getrenntheit]] der voneinander isoliert erscheinenden [[Waren]] auf dem Warenmarkt durch eine [[gesellschaftliche]] [[Form]] der [[Vereinzelung]] der Produkte aus [[privater Arbeit]] im [[Tauschverhältnis]] als [[Verhältnis]] der [[Waren]] durch ihre [[Vermittlung]] in ihrer Wertform als [[Produkt]] einer [[gesellschaftlich]] [[notwendigen Arbeit]] aufzuheben und mit ihrer [[Aufhebung]] ihr [[wahres]] [[Verhältnis]] zu [[verwirklichen]]. In der [[Vermittlung]] [[bezieht]] sich das [[äußerliche]] [[Sein]] als Form ihrer gesellschaftlichen Verhältnisse, als das [[Dasein]] ihrer [[Preise]], auf sich als Inhalt ihres [[wesentlichen]] [[Seins]] auf sich als gesellschaftliches Erzeugnis, das in der sich vermittelten Synthese beides als [[Form]] und [[Inhalt]] ihres [[Wertseins]] in ihrer [[Wertform]] als [[Verhalten]] im [[Verhältnis]] ihrer [[Wertigkeit]] ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für sich genommen vollzieht sich [[Vermittlung]] als Mit-Teil, als Mittel für einen [[ganzen&amp;gt;]] Zusammenhang, zwischen dessen [[Teilen]] es sich auf ihren [[gemeinen]] Zweck verlässt, sich darin auf geteilte [[Inhalte]] durch die [[Form]] ihres [[Daseins]] [[bezieht]]. Eine [[Vermittlung]] – für sich genommen – kann nur bloße die [[Verhältnisform]] eines [[Mittels]] sein, das für sich völlig unbestimmt und also inhaltsleer nur dazu da ist eine [[Beziehung]] zu erhalten, die sich selbst ohne [[Vermittlung]] nicht halten lässt und ohne das [[Mittel]] zerfallen würde. Das setzt voraus, dass es an sich und für sich nichts anderes ist und nur zusammenführt, was zumindest ihrer Form nach zusammen gehört und im [[Grunde]] auch ungeteilt sein kann, wo sich die [[Teile]] von selbst – also ohne sonderliche Mitteilung – zusammmenfinden. Die Wertform ist also die einzige [[Form]], worin sich der [[Wert]] der Produkte gesellschaftlich verwirklichen kann, worin sich der Warentausch aus der Privatform der Produkte in seiner adäquaten [[Form]] vergesellschaften kann, – worin also ihr einzelner [[Inhalt]] auf ihren gesellschaftlichen Zweck bezogen und vermittelt wird, worin ihre [[Preisbildung]] ihrer [[FOrm]] nach als [[Maßstab der Preise]] zugleich als Wertmaß, als [[Maß der Werte]] existiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[bürgerliche Gesellschaft]] hat es noch nicht geschafft [[Form]] und [[Inhalt]] ihrer Produkte zum [[geschichtliche]] Potential einer menschlichen [[Entwicklung]] zu vereinigen. Von daher untersteht sie einer [[geschichtlichen]] Mangelerscheinung, einem [[objektiven Sollen]] ihrer Formationen, der [[Institutionionalisierung]] einer [[geschichtlichen]] [[Notwendigkeit]]. Diese stellt sich dar im Nebeneinander des [[inhaltlichen]] Vermögens ihrer [[Reichtumsbildung]] und deren [[Existenzform]]. Der Alltag ihrer [[produktiven]] [[Verhältnisse]], die [[gesellschaftliche]] Produktform ihrer [[Gebrauchswerte]] existiert nur im [[Austausch]] [[verselbständigter]] Quanten über ihren [[Tauschwert]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der [[Tauschwert]] ist die [[gesellschaftliche]] und also [[politische]] [[Form]] des [[Privateigentums]], worin und wodurch die auf dem Warenmarkt [[vereinzelt]] [[existierenden]] [[Gebrauchswerte]] vergleichbar gemacht werden. Als Träger des [[gesellschaftlichen]] [[Reichtums]] werden sie zum [[Inhalt]] einer [[gesellschaftlichen]] [[Form]], durch die sie sich [[vermitteln]], sich als [[gesellschaftliches]] Maß aneinander und durch einander [[verwirklichen]]. Von daher [[existiert]] ihr Maß zunächst [[getrennt]] von ihrem [[Dasein]] als Lebensinhalt der Lebensproduktion, als [[Inhalt]] des gesellschaftlichen [[Reichtums]] neben ihrem [[Dasein]] als ursprüngliches [[Verhältnis]] und [[Verhalten]] ihrer Existenzform.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber an sich ist der [[Tauschwert]] lediglich ein proportionales [[Verhältnis]] der Vergleichbarkeit von unterschiedlichen [[Waren]] je nach ihrem [[quantitativen]] Verhältnis, dem [[Verhalten]] der Proportionalität ihrer Vergleichbarkeit auf dem Warenmarkt, worin sich ihr [[gesellschaftlicher]] [[Nutzen]] als [[Wert]] darstellt, bevor er [[vernutzt]] ist. Der [[Tauschwert]] stellt also lediglich das gesellschaftliche Maß eines im Warenhandel [[veräußerten]] [[Quantums]] dar. Sein [[formelles]] [[Dasein]] als [[Preis]] irgendeiner [[Ware]] einerseits und seine [[inhaltliche]] Vermittlung andererseits [[existieren]] also zunächst nur als [[ausschließliche]] [[Form]] eines ausgeschlossenen [[gesellschaftlichen]] [[Inhalts]] der [[Produkte]] einer [[Privatarbeit]] [[beziehungslos]] und [[gleichgültig]] nebeneinander. In der [[Wertform]] entwickeln sie ein allgemeines Maß aus dem [[Format]] der gesellschaftlich durch ihren [[Tausch]] realisierten [[Proportionen]], worin sie ihre unmittelbar scheinende [[Nutzungen]] und deren [[zufällig]] scheinende [[Verwertung]] über eine [[Ware]] als ein gesellschaftliches Tauschmittel [[bewerten]] und [[privat]] [[veräußern]]. In der Wertform werden die [[Waren]] [[abstrakt]] von ihrer Herkunft und [[allgemein]] in ihrer Verhältnismäßigkeit, also [[abstrakt allgemein]] auf einender [[bezogen]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im bloßen [[Dasein]] der Zwecke eines allgemein entwickelten [[Warentauschs]] [[erscheint]] daher der [[Wert]] in der Wertgleichung vor allem in der Form eines [[Quantums]] einer [[Vermittlung]] seiner [[Veräußerung]]. Die Wertform ist daher die [[Form]], worin sich der [[Tauschwert]] zwischen [[Angebot und Nachfrage]] als [[Form]] des [[Werts]] im gesellschaftlich betriebenen [[Quantum]] seiner [[Wertgröße]] [[veräußert]]. In der Allgemeinheit dieses Verhältnisses [[erscheint]] der [[Wert]] dieses [[Verhältnisses]] also zugleich als [[substanzieller]] [[Grund]] des gesellschaftlichen Vergleichs im Zweck seiner [[Vermittlung]]. Aber für sich blieben Zweck und Mittel getrennt, wenn keine [[Vermittlung]] durch irgendeine dritte Ware stattfinden könnte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der [[allgemeinen Wertform]] schließt sich über diese das Unvermittelte zur [[Geldform]] zusammen, worin die [[Allgemeinheit]] der benötigten [[Substanz]] seiner gesellschaftlichen [[Veräußerung]] sich in seinem [[Dasein]] als gesellschaftlich notwendige [[Substanz]] [[vermittlung]] mitteilt, denn darin befindet sich der [[Wert]] der gesellschaftlichen [[Verhältnisse]] als Inhalt, worin sich diese im [[Warentausch]] als einzelne und vereinzelte [[Gebrauchswerte]] [[verwirklichen]] können. Der Tauschwert muss sich hierfür in einer gemeinschaftlichen Form als Wertform darstellen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sein gesellschaftlich bestimmten [[Dasein]] im Gemenge seiner [[Proportionen]] wird aus seinem zufälligen Verhalten zu einem allgemeinen Maß seiner Wertgröße. Im allgemeinen [[Tauschwert]] gestalten muss sich der Wert der Waren eine besondere Form als Maß eines veräußerten gesellschaftlichen [[Inhalts]] des gesellschaftlichen [[Reichtums]] ergibt, in der er sich im Vergleich mit allen [[Waren]] gemein als ihr wirklich [[abstrakt Allgemeines]] Sein außer sich darstellen kann. Die [[&#039;&#039;allgemeine Wertform]] stellt durch das [[Verhältnis]] der in ihren [[Gebrauchswerten]] vereinzelten [[Wertformen]] in ihrer Einheit ihren anteiligen gesellschaftlichen Wert in der [[Geldform]] unmittelbar dar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;Die Wertform, deren fertige Gestalt die Geldform, ist sehr inhaltslos und einfach. Dennoch hat der Menschengeist sie seit mehr als 2000 Jahren vergeblich zu ergründen gesucht, während andrer- seits die Analyse viel inhaltsvollerer und komplizierterer Formen wenigstens annähernd gelang. [[(MEW 23, S. 11/12)]]&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der [[Wert]] der [[Waren]] hat durch den [[Warentausch]] zweierlei [[Form]] auf dem Warenmarkt. Er ist einmal so [[zufällig]], wie er je nach dem einzelnen [[Bedürfnis]] für irgendeinnen [[Gebrauchswert]] auftritt. Und er ist im Allgemeinen die gesellschaftliche Form eines [[Preises]], wodurch [[einzelne]] [[Tauschwerte]] ihn [[relativ]] zu den vielen [[Gebrauchswerten]] der anderen [[Waren]] so darstellen, wie er hier und da und dort (siehe [[Dasein]]) auftritt. Er wird in seiner allgemeinen Bezogenheit – in seiner gesellschaftlichen Form – sich als ein allen gemeiner [[Wert]] ihrer Herstellung, als [[Wert]] eines [[gesellschaftlichen]] [[Produkts]] dargestellt, um einen [[allgemeinen]] [[Aufwand]] einer [[gesellschaftlich]] [[durchschnittlichen]] [[Arbeit]] der Menschen in einem bestimmten [[Lebensraum]] zu [[vermitteln]]. In der Wertform erscheint er also einerseits im [[Einzelnen]] [[zufällig]] und ist [[wesentlich]] zugleich doch ein [[gesellschaftliches]] [[Produkt]], das [[Bedürfnisse]] irgendeiner Art [[befriedigt]]. In seiner [[einzelnen]] Gestalt ist er zugleich eine [[Allgemeinform]] die [[Form]] von etwas, das in [[Wahrheit]] so [[zufällig]] nicht [[sein]] kenn, wie es [[hier oder da oder dort]] zu sein [[scheint]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im [[Einzelnen]] [[verwirklicht]] sich der [[Wert]] als etwas [[Allgemeines]], das nicht [[wirklich]] [[allgemein]] ist, das zwar zugleich [[allen gemein]] ist, aber nur [[zufällig]] da zu [[sein]] [[scheint]] (siehe [[Dialektik]]) als etwas als etwas als etwas da ist, das als [[Produkt]] irgendeiner [[Arbeit]] [[getrennt]] von seinem [[allgemeinen]] [[Wesen]] [[erscheint]] (siehe [[Teilung der Arbeit]]). In der Wertform stehen sich die [[Tauschwerte]] eines allgemein [[bestimmten]] [[Daseins]] in zweierlei [[Form]] gegenüber: Einmal als [[einzelne]] zufällige und zugleich als [[allen gemeine]] [[Form]] ihres [[Daseins]], als [[allgemeine Wertform]], in der sie sich gleichen, gleiche [[Wert]]Gültigkeit für die [[Bedürfnisse]] der Menschen haben, hiergegen aber in ihrer [[Wirklichkeit]] [[gleichgültig]] sind. Die einzelne Wertform scheint mit der allgemeinen Wertform nichts [[wirklich]] Vergleichbares – außer ihrer [[Austauschberkeit]] – zu haben und kann sich demnach ausschließlich durch ihre [[Masse]] nur in in ihrer [[Form]] [[gesellschaftlich]] [[quantifizieren]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ala reines [[Quantum]] kann eine [[Menge]] nur eine [[Masse]] sein. Eine [[Menge]] ist eine durch ihre [[Natur]] selbst bestimmte Größe einer [[Substanz)]] sein (wie z.B. [[Begriffsgröße]] als [[Wertgröße]]) im [[Maß der Werte]] oder als eine empirische Anzahl, die durch ihre [[Prominenz]] zum Maßstab wird, – zu einer Wertsumme als [[Maßstab der Preise]]). Das einfache Quantum kann eben nicht einfach [[Nichts]] sein. Es existiert schon durch seine Herkunft in durchaus unterschiedlicher Bestimmung: Als bloße[[Zahl]] einer Ansammlung unterschiedlicher Formationen, ein Vieles von [[isolierten]] Einzelheiten – wenn man davon erzählt – oder als [[Macht]] einer unbestimmten [[Qualität]] (z.B. [[Wert]] als [[Wertsubstanz]]), die sich aus ihrer Aufsummierung ergibt, wenn sie im [[Einzelnen]] sich bestimmungslos [[verhält]], eben nicht unterbrochen ist, man also dagegen in einer [[bestimmten]] [[Existenz]] [[ohnmächtig]] ist. So wird eine [[Masse]] je nach der [[Form]] ihrer [[Beziehung]] auf das [[Einzelne]] zum [[Subjekt]] einer [[mächtigen]] [[Beziehung]], der [[Macht]] einer [[Bewertung]] (siehe [[Wert]]) aus der [[Form]] ihrer [[Existenz]] (siehe [[Existenzwert]]), als [[Menge]] jedoch zu einem [[Objekt]] wird, wodurch das Eine von Vielem sich im Maßstab einer [[relativen]] [[Objektivität]] [[verhält]] (siehe z.B. als [[Tauschwert]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zur Erklärung der [[Wertform]] (siehe auch [[Geldform]]) ist dies [[elementar]]: Der [[Tauschwert]] existiert wie auch der [[Wert]] selbst schon als Formation einer [[abstrakten]] [[Substanz]] – einerseits als zeitbestimmte Einheit einer [[Form]] (z.B. [[Wertsubstanz]]), andererseits einer raumbestimmte [[Existenz]] von [[Preisen]] einer bloßen [[Tatsächlichkeit]]. In Beidem wirkt die [[Form]] selbst schon als Bestimmung einer [[Wertform]], die durch ihr gegensinniges Verhalten zwischen ihrem [[einzelnen]] und ihrem [[allgemeinen]] [[Dasein]], das sich zwischen einzelnen [[Gebrauchswerten]] in ihrer [[Masse]] durch das zeitliche verdichtete Verhältnis in ihrer [[Verallgemeinerung]], durch die dadurch gebildete räumliche [[Dichte]] im Nachhinein ihrer Verhältnismäßigkeit als [[Form]] ihres [[Durchschnitts]] aus der Wirkung auf ihre einzelne Existenz [[interpretiert]] wird. Von da her existiert ihr Quantum als Summe von [[abstrakten]] [[Beziehungen]] durch die [[abstrakte]] [[Geltung]] ihrer [[Struktur]]. Aus der im Nachhinein ihrer [[Schlussfolgerungen]] erfolgen [[Bewertung]] ihrer quantifizierten [[Macht]] wird das Quantum zu einer leeren [[Form]], wodurch es über dessen [[Inhalte]] [[hinwegtäuscht]] (siehe hierzu [[Strukturalismus]]). In der Masse ist das Vereinte ganz allgemein in der selben [[Form]] vermengt und von seinen bestimmten [[Inhalten]] [[abstrahiert]] (siehe Trennung), so dass es sich durch seine Wiederkehr im [[Allgemeinen]] als [[abstrakt Allgemeines]] derselben [[Qualität]] verdoppeln kann (siehe auch [[Abstraktionskraft]]). Dabei [[reduziert]] es sich auf eine substanzlose [[Tatsache]] von dem, was sich hiervon in seiner [[Form]] [[gleichgültig]] gegen seinen [[Inhalt]] in der [[Formbestimmung]] einer [[ausschließlich]] [[abstrakten]] Substanz (siehe auch [[Begriffssubstanz]]) quantifizieren lässt. In deren Begrifflichkeit muss auf deren [[Erzählung]] verzichtet werden, um als bloße [[Zahl]] einer unbestimmbaren Größe ihrer [[Allgemeinheit]] (siehe [[Begriffsgröße]]) sich verwirklichen zu können und als [[durchschnittlich]] [[notwendige]] [[Arbeitszeit]]einer [[abstrakt menschliche Arbeit]] gezählt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;Es ist in Wahrheit unmöglich ..., daß so verschiedenartige Dinge kommensurabel, d.h. qualitativ gleich sein. Diese Gleichsetzung kann nur etwas der wahren Natur der Dinge Fremdes sein, also nur Notbehelf für das praktische Bedürfnis. [[(MEW 23, S. 74)]]&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Masse zeigt sich die [[Macht]] der leeren [[Form]], die Gewalt ihrer [[Abstraktionskraft]]. Darin erlangt alles eine [[gleiche]] [[Geltung]] als Maß der darin [[vermittelten]] [[Beziehungen]] (siehe z.B. auch [[Maß der Werte]]) die zum Maßstab ihrer [[Verhältnisse]] werden und deren [[abstrakte]] [[Beziehung]] [[getrennt]] hiervon zur [[Form]] ihres [[Daseins]] [[verselbständigen]] (siehe auch [[Maßstab der Preise]]). Weil sie in der Masse selbst [[gleichgültig]] gegen ihre [[bestimmte]] [[Inhalte]] ist. [[Getrennt]] von ihrem Inhalt verkehren sich diese in der Masse ihrer [[Beziehungen]] zu einer [[Formbestimmung]] ihrer [[Verhältnisse]] und [[verselbständigen]] sich im [[Allgemeinen]] daher nur als Form ihrer Quantität. Das hat schließlich durch sich eine eigenständige [[Wirkung]] auf das [[Einzelne]], weil sie deren letztliche [[Substanz]] ganz [[allgemein]] von ihren [[Inhalten]] abscheidet und als [[idealisiertes]] [[Ganzes]] von sich [[abtrennt]]. Von da her ist die Masse eine [[wirklich]] [[abstrakte]] [[Verdichtung]] bestimmungsloser, also [[abstrakter]] [[Beziehungen]], die darin eine [[eigenständige]] [[Identität]] finden: Das [[abstrakt Allgemeine]] ihrer [[Beziehungen]] (siehe hierzu z.B. auch [[allgemeine Wertform]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Wertform stellt die [[Verhältnisse]] von [[Wert]] und [[Preis]], die [[substanziellen]] [[Beziehungen]] des gesellschaftlichen [[Werts]] der [[allgemeinen]] [[Ressourcen]] der menschlichen [[Arbeit]] ([[Natur]], [[Bodenschätze]], [[Rohstoffe]], Infrastruktur, [[Technologie]], [[Arbeitskräfte]]) des [[Kapitalismus]] zu ihren [[privaten]] [[Existenzformen]] in den [[Relationen]] ihrer [[einzelnen]] [[Preise]] (als [[Tauschwerte]], [[Geldform]], [[Eigentumstitel]], [[Kapital]] usw.) im [[Warentausch]] zwischen [[Einkauf]] und [[Verkauf]] dar. In der Wertform beziehen sich die [[Waren]] durch ihren Vergleich, also durch ihre Gleichsetzung im [[Warentausch]] aufeinander. Darin [[vermittelt]] sich das [[einzelnen]] [[Dasein]] der [[Ware]] als [[Gebrauchswert]] durch ihre [[Beziehung]] auf das [[allgemeine]] [[Verhältnis]] des [[Werts]] in der [[Form]] ihrer Relationen als [[Tauschwerte]], als [[einzelne]] und [[relative Wertform]] zu ihrer [[Allgemeinheit]] in der [[Äquivalentform]]. Darin entwickeln sich seine [[einzelne]] [[Wertgestalten]] als [[Gebrauchswerte]] ganz [[allgemein]] durch die [[Relationen]] der [[Austauschbarkeit]] hin zur [[Geldform]]. – Und darin [[verkehrt]] sich schließlich die [[gesellschaftliche]] [[Form]] der [[Waren]] zum [[allgemein]] [[privaten]] [[Verhältnis]] des [[Geldes]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;Die erste Eigentümlichkeit, die bei Betrachtung der Äquivalentform auffällt, ist diese: Gebrauchswert wird zur Erscheinungsform seines Gegenteils, des Werts. [[(MEW 23, S. 70)]]&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Geldbesitz]] wird zu einer [[gesellschaftlichen]] [[Form]] des [[Privateigentums]], durch das &#039;&#039;die [[Verhältnisse]] der [[Personen]] als [[gesellschaftliches]] [[Verhältnis]] ihrer [[Sachen]] erscheint&#039;&#039; (siehe hierzu [[Warenfetisch]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;Die Naturalform der Ware wird zur Wertform. Aber, notabene, dies Quidproquo ereignet sich für eine Ware B (Rock oder Weizen oder Eisen usw.) nur innerhalb des Wertverhältnisses, worin eine beliebige andre Ware A (Leinwand etc.) zu ihr tritt, nur innerhalb dieser Beziehung. Da keine Ware sich auf sich selbst als Äquivalent beziehn, also auch nicht ihre eigne Naturalhaut zum Ausdruck ihres eignen Werts machen kann, muß sie sich auf andre Ware als Äquivalent beziehn oder die Naturalhaut einer andren Ware zu ihrer eignen Wertform machen. [[(MEW 23, S. 70)]]&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weil [[Geld]] als [[Zahlungsmittel]] ununterbrochen sich als [[Geld]] verhält, die [[einzelne]] [[Beziehung]] von [[Ware]] zu [[Geld]] (W-G) und [[Geld]] als [[allgemeines]] [[Kaufmittel]] [[Geld]] zu [[Geld]] (G-W) sich [[verhält]], [[erscheint]] [[Geld]] als [[allgemeiner]] [[Vermittler]], weil es in der [[Masse]] der Händewechel doppelt so oft in [[Beziehung]] tritt, wie die [[einzelne]] Warenform selbst (W-G-G-W), verdoppelt also seine Macht der [[Vermittlung]]. Wenn nämlich derselbe [[einzelne]] [[Inhalt]] mehrfach durch seine [[Form]] [[allgemeiner]] [[vermittelt]] wird als es ihm nötig wäre, wird diese [[Form]] als Allgemeinform [[bestimmend]] für ihre [[Existenz]] (siehe hierzu [[Existenzwert]]). Die [[Formbestimmung]] ist daher eine [[quantitativ]] bestimmte [[Form]], die sich [[qualitative]] in ihren [[Verhältnissen]] [[existenziell]] ermächtigt und sich durch ihre [[Masse]] selbst [[bestimmt]]. Von daher hat diese [[Formbestimung]] [[Macht]] über ihren [[Inhalt]] (siehe [[Geld]] als [[Kaufmittel]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;Das Geheimnisvolle der Warenform besteht also einfach darin, dass sie dem Menschen die gesellschaftlichen Charaktere ihrer eigenen Arbeit als gegenständliche Charaktere der Arbeitsprodukte selbst, als gesellschaftliche Natureigenschaften dieser Dinge zurückspiegelt, daher auch das gesellschaftliche Verhältnis der Produzenten zur Gesamtarbeit als ein außer ihnen existierendes gesellschaftliches Verhältnis von Gegenständen. Durch dieses quid pro quo werden die Arbeitsprodukte Waren, sinnlich-übersinnliche oder gesellschaftliche Dinge. [[(MEW 23, S. 86)]]&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
An sich ist jede [[Form]] durch ihren [[Inhalt]] [[bestimmt]]. Wo aber ein [[Inhalt]] gegen seine [[Form]] [[gleichgültig]], von daher seinem [[Gegenstand]] nicht adäquat ist, nicht in der ihm entsprechenden [[Form]] existieren kann, ist er nicht formbar, deformiert oder ganz zerstört, einfach [[abwesend]]. Und das [[Abwesende]] macht die [[Abstraktion]], die ein [[widersinniges]] [[Verhältnis]] (siehe [[Tauschwert]]) durch seine [[Selbstbeziehung]] erzeugt (siehe [[Tautologie]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;Gebrauchsgegenstände werden überhaupt nur Waren, weil sie Produkte voneinander unabhängig betriebner Privatarbeiten sind. Der Komplex dieser Privatarbeiten bildet die gesellschaftliche Gesamtarbeit. Da die Produzenten erst in gesellschaftlichen Kontakt treten durch den Austausch ihrer Arbeitsprodukte, erscheinen auch die spezifisch gesellschaftlichen Charaktere ihrer Privatarbeiten erst innerhalb dieses Austausches. Oder die Privatarbeiten betätigen sich in der Tat erst als Glieder der gesellschaftlichen Gesamtarbeit durch die Beziehungen, worin der Austausch die Arbeitsprodukte und vermittelst derselben die Produzenten versetzt. Den letzteren erscheinen daher die gesellschaftlichen Beziehungen ihrer Privatarbeiten als das, was sie sind, d.h. nicht als unmittelbar gesellschaftliche Verhältnisse der Personen in ihren Arbeiten selbst, sondern vielmehr als sachliche Verhältnisse der Personen und gesellschaftliche Verhältnisse der Sachen. [[(MEW 23, S. 86)]]&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am Anfang stand die [[Abstraktion]], die ihre [[Wirklichkeit]] entzweit, weil sie die [[Inhalte]] auf die [[Substanz]] ihrer [[Beziehungen]] [[reduziert]]. Weil in einem [[abstrakten]] [[Verhältnis]] sich daher die [[Form]] zunehmend entleert, sich von ihrem [[Inhalt]] ablösen muss, [[bestimmt]] sich das mit der [[Trennung]] von [[Form]] und [[Inhalt]] seiner [[Beziehungen]] gespaltene Verhältnis nun auch [[wirklich]] [[abstrakt]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das somit veränderte [[Verhältnis]] [[reduziert]] die [[Qualität]] seiner [[Beziehungen]] und [[bestimmt]] schließlich sich selbst über die [[Masse]] ([[Quantität]]) ihrer [[Form]]. Diese entleert nun selbst ihre [[Verhältnisse]] und [[nichtet]] ihre [[inhalte]] durch das [[abstrakte]] [[Verhalten]] ihrer [[Vermittlung]] und wandelt ihre abstrakte [[Substanz]] zum [[Inhalt]] ihrer [[Form]]. Mit ihrer zunehmenden [[Verallgemeinerung]] [[bestimmt]] das schließlich auch die [[Inhalte]] ihrer [[Beziehungen]], die durch ihre [[Form]] (siehe [[Formbestimmung]]) verkehren, weil sie durch ihre Allgemeinform selbst auch die [[Verkehrung]] des [[Wesens]] der einzelnen [[Beziehungen]] zu ihren von einander [[isolierten]] [[Inhalten]] betreiben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das [[abwesende]] [[Wesen]] vermittelt dann das [[anwesende]] un bestimmt seine [[Beziehungen]]. Diese [[Schlussfolgerung]] hat Marx am Beispiel der [[Wertform]] aufgezeigt, wie und warum die [[abstrakt allgemeinen]] [[Beziehungen]] einer [[Äquivalentform]] durch die [[allgemeinen]] [[Bestimmungen]] der Gleichsetzung von [[Waren]], also über ihre an und für sich [[gleichgültige]] [[Vermittlung]] einer im [[Allgemeinen]] [[verselbständigten]] [[Form]]. So entsteht die [[allgemein]] besonderte [[Geldform]], die das [[abstrakt Allgemeine]] der [[Äquivalenzen]] als [[Wert]] der [[Tauschwerte]], die über ihre einfache [[Wertformen]] als [[Preise]] gegen die hierdurch vereinzelten [[Inhalte]] der [[Gebrauchswerte]][[bestimmen]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In seiner [[Unmittelbarkeit]] als einzelne Naturgestalt der [[Ware]] (siehe hierzu [[Warenkörper]]), in ihrem [[Gebrauchswert]] ist ihr [[Wert]] [[abwesend]]. Er kann sich nur in ihrem [[Verhältnis]] zu anderer [[Ware]], durch dqs [[Verhalten]] ihrer Relationen im [[Warentausch]] als [[Tauschwert]] darstellen. Die Wertform der [[Waren]] ist die [[Form]], worin sich die [[einzelne]] [[Ware]] sich [[allgemein]] verhält und hieraus ihre [[Formbestimmung]] bezieht (siehe [[allgemeine Wertform]]). Es ist die [[Form]], in welcher die [[Waren]] durch die [[Abstraktion]] von ihrer organischen Basis (siehe auch [[Warenkörper]]) im [[gesellschaftlichen]] [[Verhältnis]] der Menschen [[Wert]] sind, also die Form, worin sie gesellschaftlich in ihrer [[Formbestimmung]] durch den [[Warentausch]] aufeinander relativ auf ihre allgemeine [[Wertgröße]] absolut auf einander bezogen sind. Weil in der [[bürgerlichen Gesellschaft]]noch die [[Arbeit geteilt]], zwischen ihrer privaten und ihrer gesellschaftlichen Form ohne Zusammenhang ist, können die [[Teile]] keine wirklich konkrete [[Beziehung]] als [[Lebensäußerung]] von und für Menschen verwirklichen (z.B. als konkrete Arbeitsprodukte in einer konkreten Gesellschaft). In der Wertform reflektiert sich ihr [[quantitatives]] [[Verhältnis]] auf dem Markt, als was die Waren nur durch einander, aber nicht für sich als Form durch sich sein können: ihr Dasein als [[gesellschaftliche]] Arbeitsprodukte, als menschlicher [[Reichtum]], erscheint nur als Warensammlung, worin sie Wert haben, der sich in der Wertform einerseits relativ als ein retativer [[Tauschwert]], als ihr [[Preis]] (siehe [[Maß der Werte]]) und allgemein als ihr absoluter [[Tauschwert]], als [[Wertgröße]] (siehe [[Maßstab der Preise]]) darstellt. Durch den ständigen Positionswechsel in diesem Verhältnis bildet sich in seiner Allgemeinheit die Geldform, in welcher sich die gegensinnigen Beziehungen der relativen Wertformen zwischen dem [[Kauf]] und [[Verkauf]] der [[Waren]], zwischen ihrem [[Dasein]] als [[Kaufmittel]] einerseits und [[Zahlungsmittel]] andererseits schließlich vermitteln lassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Produkte konkret menschlicher [[Arbeit]] (siehe [[nützliche Arbeit]]) sind sie hiervon unterschiedene Gegenstände des menschlichen Bedarfs, die hier lediglich in ihrer einzelnen Gestalt als [[nützliches]] Ding des privaten Gebrauchs, als [[Gebrauchswert]] im [[Tausch]] gesellschaftlich werden, ohne gesellschaftlich zu sein, daher nur in Wertform in Beziehung treten. Durch den Tausch erhalten sie keine konkrete gesellschaftliche Bestimmung, die allerdings für die Menschen nur abstrakt sein kann; weil sie selbst erst im Vergleich mit allen anderen Waren entsteht, den [[Tauschwert]]. Dieser aber wäre ein Widersinn, würde er nicht eine [[Substanz]] offenbaren, die hinter dem Tauschverhältnis allgemein hervorscheint, [[Wirkung]] hat, ohne darin als solche [[wirklich]] zu sein: [[Wert]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Wirkung besteht in der Form der Beziehung, welche eine durch ihre Besonderheit bestimte Ware zu anderer Ware im Tausch allgemein eingeht: In der Wertform. Der Austausch des einen Produkts gegen das andere versetzt die Ware als nützliches Ding für ein bestimmtes menschliches [[Bedürfnis]] in ein allgemeines Dasein als Wertding, durch das sie gegen ihr bestimmtes Sein als Produkt menschlicher Arbeit [[gleichgültig]] wird. Dies Verhältnis gestaltet sich in einer Form, worin sie Waren gegensätzliche Positionen einnehmen, die eine in relativer Wertform, die andere in allgemeiner Wertform, wodurch die einzelne [[Ware]] in ihrem allgemeinen Warendasein bemessen ist, bis sie selbst allgemein zu einer Form des [[Tauschwerts]] wird und in ihrer Geldform ihre Beziehung zu ihrem [[Gebrauchswerte]]und alle daraus folgenden Beziehungen der Waren zu ihren [[Wert]] [[verkehrt]] [[erscheint]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Marx hatte mit dem Begriff des [[Warenfetischismus]]eijne Gesellschaft beschrieben, in der alle [[natürlichen]] Verhältnisse nur als Erscheinungsform ihres Gegenteils sich aufeinander beziehen, der &#039;&#039;Gebrauchswert als Erschungsform des Werts&#039;&#039;, &#039;&#039;konkrete Arbeit zur Erscheinungsform ihres Gegenteils, abstrakt menschlicher Arbeit&#039;&#039; und &#039;&#039;Privatarbeit zur Form ihres Gegenteils wird, zu Arbeit in unmittelbar gesellschaftlicher Form.&#039;&#039; [[(MEW 23, S. 70f)]], die sich nurmehr in gesellschaftlichen [[Strukturen]] äußern kann, die über ihre [[Formbestimmung]]&#039;&#039; target=&#039;&#039;info&#039;&#039;&amp;gt;[[Formbestimmung]]en ihre [[Natur]] beherrschen und aufbrauchen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Allgemein]] wird jede [[Ware]] im [[Tausch]] zu dem, was sie [[abstrakt allgemein]] ist: Produkt menschlicher [[Arbeit]] schlechthin, [[abstrakt menschlicher Arbeit]], [[gleichgültig]] gegen jeden besonderen Gebrauch. In der Wertform selbst werden die [[Waren]] über die [[Notwendigkeit]] des [[Warentauschs]] als einzelne [[Ware]] [[allgemein]] in derselben [[Bestimmung]], durch ihre [[Formbestimmung]] bezogen. Sie sind für die einzelnen Menschen als [[Gebrauchswerte]] in einer [[ausschließlichen]] [[Einzelheit]], weil sie nur für ihren Besitzer nützlich sind, und bestehen in der Warenwelt als reiner [[Tauschwert]], als allgemeine [[Verwirklichung]] von [[Wert]] schlechthin, der sich allein aus dem Vergleich der Wertdinge in der rein formellen Beziehung ihres Wertseins gesellschaftlich ergibt. Darin nimmt die einzelne [[Warentauschs]] als einzelne [[Ware]] also eine einzelne, zufällige [[Warentauschs]] als einzelne [[Form]] ein, die sich mit der Entfaltung der Märkte von der relativen zur totalen Wertform, zur Geldform entwickelt. Hierin verwirklicht sich ihre [[abstrakte]] [[Substanz]] durch das, worin sich der Vergleich bemisst und wodurch ihre Herkunft aus menschlicher Arbeit auch noch im Tauschhandel als [[Substanz]] gegenläufiger Besitztümer in ihrer [[Realabstraktion]] - einerseits relativ und andererseits total zugleich - erscheint. Durch die Menschen, deren [[Beziehung]] zwischen [[Arbeit]] und [[Bedürfnis]] damit selbst bestimmt erscheint, wird die Wertform der [[Waren]] zur gesellschaftlichen Verhältnisform überhaupt. Ihr [[Dasein]] als Träger von [[abstrakt menschlicher Arbeit]] erzeugt eine doppelte Existenzform der menschlichen Beziehungen, wie sie sich aus der [[Trennung]] von [[Arbeit]] und [[Bedürfnis]] (siehe [[Teilung der Arbeit]]) schon ergeben hat und nun auch formell verwirklicht wird: einmal als ausschließlich privater Bezug der einzelnen [[Warenbesitzer]] zu ihrer Sache und zu einander als einzelne Persönlichkeiten, in denen sie sich zwar gleichgültig aber als Warenbesitzer auch gleichwerig gegenübertreten, ein andermal als ein nur allgemein gültigen Bezug auf ihre Gesellschaft, in welcher sie sich durch den Besitz eines allgemein gültigen gesellschaftlichen Quantums hervortun: als [[Geldbesitzer]]. Die Wirklichkeit der [[Dasein]] als Träger von [[abstrakt menschlichen Arbeit]] wird hierbei zum Inhalt der menschlichen Beziehungen, wie sie in ihren Sachen schon in der bestimmten bürgerlichen Existenzform gegeben ist: zur Wirklichkeit der totalen Wertform, zu einer gesellschaftlichen Beziehung durch [[Geld]]. Dieses ist die allgemeine Ware, die sich aus der Wertform der Waren ergibt, das &#039;&#039;gesellschaftliche Faustpfand&#039;&#039;, in welchem alle Waren sich bemessen, zirkulieren, entstehen und vergehen.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Wolfram</name></author>
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		<title>Zwischenmenschlichkeit</title>
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		<updated>2026-05-26T14:46:00Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Wolfram: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;So wie sich der Mensch ... nur im Menschen erkennen kann, erkennt er sich erst dann im andern Menschen als eigenes Wesen, wenn sein Wesen ihm im andern auch als anderes Wesen gilt. Der Mensch als Wesen der Natur, als natürliches Wesen, hat die Natur seines Wesens in jedem andern Menschen, denn seine eigene Sinnlichkeit ist erst durch den andern Menschen als menschliche Sinnlichkeit für ihn selbst. [[(MEW 40, S. 544)]].&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den [[Verhältnissen]] ihrer [[Zwischenmenschlichkeit]] worin der eine Mensch immer schon ein anderer ist, erscheinen sich die Menschen so, wie sie für einander und zu einander und durch einander da sind (siehe [[Dasein]]). Im [[Dazwischensein]] existiert [[Gesellschaft]] eben nur durch das unentwegten [[Anderssein]] der Menschen in und durch die [[schlechte Unendlchkeit]] in ihren[[symbiotischen]] [[Beziehungen]] ihrer [[Lebensgemeinschaften]], Sie kann für sich immer nur durch ihre Veränderung gesellschaftlich sein, kann für sich nicht wirkiich [[wahr]] sein. Darin betreiben die Menschen einen [[Widersinn]] mit sich, weil sie von sich absehen müssen um sich durch ihre [[Selbstwahrnehmung]] [[wahr zu haben]]. In dieser [[Absicht]] ihrer [[zwischenmenschlichen Beziehungen]] betreiben und verwirklichen sie daher vor allem eine [[Abstraktion]] eigener [[Sinnlichkeit]], also die [[Abstraktion]] ihrer [[Sinne]], welche die Menschen zum [[Gegenstand]] ihrer [[zwischenmenschlichen Verhältnisse]] bestimmt haben, mit denen sie sich jetzt allerdings zugleich entgegegständlichen, weil sie damit im [[Allgemeinen]] nurmehr in sich selbst zurückfallen können. Es ist ein [[abstrakt allgemeiner]], ein [[abstrakt menschlicher Sinn]], der dann in ihrer [[Wahrnehmung]] selbst sich als deren [[Formbestimmung]] entfaltet und diese zu einer [[fremdbestimmten]] [[Selbstwahrnehmung]] entwickelt. Im Eizelnen erfahren die Menschen ihr [[Leben]] durch ihr [[Erleben]] als lebenswert und erlangen damit für sich einen [[Selbstwert]] durch ein [[Erleben]] vo sich selbst, in dem sie sich vor allem selbst lebendig [[fühlen]] und als das [[empfinden]], was sie für sich selbst durch ihre [[Gefühle]] für sich sind. In dieser [[Veräußerung]] und Veräußerlichung erscheinen sie sich selbst im [[Allgemeinwn]] [[objektiv]] und [[fühlen]] sich im Einzelnen zugleich [[minderwertig]] (siehe [[Minderwertigkeitsgefühl]]). Sie müssen also [[Wert]] durch sich und für sich finden und bilden (siehe [[Selbstwert]]), um ein [[Gefühl]] für eine Wertigkeit durch sich selbst in ihrer Vereinzelung, und also ein [[Selbstwertgefühl]] zu haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Je [[isolierter]], je [[einsamer]] die Menschen in der [[Gesellschaft]] ihrer [[Zwischenmenschlichkeit]] sind, desto [[triebhafter]] gehen sie ihre [[zwischenmenschliche Beziehungen]] zu einander ein. Durch ihr gesellschaftlich [[abwesendes]] [[Wesen]] sind sie dazu [[getrieben]], ihre [[Verhältnisse]] zu verdichten (siehe [[Begriffsgröße]]). Dies [[beweist]] nicht nur, dass sie in [[Wahrheit]] [[unmittelbar]] [[gesellschaftliche]] [[Wesen]] sind, die sich schon durch ihr gesellschaftliches [[Dasein]] bereichern. Es erweist sich darin auch, dass sie einander nötig haben, dass sie sich selbst als Menschen nur [[erkennen]], wenn sie sich als solche auch [[gesellschaftlich]] [[wahrhaben]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von daher wird ihnen ihre [[Gemeinschaft]] selbst schon zur [[Institution]] einer [[Allgemeinheit]], die sie in ihrem Menschsein bekräftigt (z.B. [[Familie]]), zu einer Kraft, die gegen ihre Existenzform, gegen deren [[Formbestimmung]] gerichtet ist. Von dem, was darin [[gesellschaftlich]] [[abwesend]], was ihrer Gesellschaftlichkeit entzogen ist, wirkt zunehmend die [[Abstraktionskraft]] ihrer [[Selbstwahrnehmung]] und wird zu einem [[Überbau]] ihrer Gestimmtheit, die gegen ihre [[Stimmung]] – und damit dem Sinn ihrer Selbstgefühle gerichtet iet. So bestimmt die [[Lebensform]] ihrer [[Kultur]] den [[Charakter]] ihrer [[Selbstbezogenheit]] und [[verkehrt]] darin alles, was als [[Gefühl]] für sich durch eine [[Beziehung]] auf Andere [[erscheint]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den [[Verhältnissen]] worin [[Geldbesitz]] selbst die [[ausschließliche]] Lebensgrundlage und [[Lebensbedingung]] ist (siehe z.B. in einer [[Dienstleistungsgesellschaft]]), nehmen sich Menschen auch selbst als [[Teil]] im [[Ganzen]] dieser [[Bedingungen]] wahr (siehe [[Selbstwahrnehmung]]). Ihr [[wirkliches]] [[Leben]] [[bedingen]] sie durch einander und haben darin vor allem sich selbst als [[Material]] (siehe auch [[Körper]]) ihrer [[Lebensverhältnisse]] [[wahr]]. Als [[gesellschaftliche]] [[Wesen]] [[bestimmen]] sie sich daher selbst [[zwischen sich und den Anderen]] – in ihrem menschlichen [[Dazwischensein]]. Sie nehmen sich selbst als das [[Material]] ihres [[Lebens]] wahr, sich im Anderen (siehe [[Anderssein]]) für sich und den Anderen der [[Form]] nach an sich - also an und für sich außer sich (siehe [[Entäußerung]]). Durch ihren Besitz - besonders durch ihren [[Geldbesitz]] können sich die Zwischenmenschen daher schon durch ihre [[Persönlichkeit]] daher leicht in ihrer zufälligen [[Einzelheit]] als [[unmittelbare]] Menschen [[erscheinen]], auch wenn sie dies nur dem Anschein nach im Jenseits ihrer [[Gesellschaft]] sind (siehe [[Schein]]). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das [[Subjekt]] dieser [[Verhältnisse]] wird zum [[Mittel]] ihrer [[Beziehungen]] – zu ihrem [[Zweck]] und Maß, das ihr Ausmaß bestimmt. In ihren [[zwischenmenschlichen Verhältnissen]] betrachten und [[verhalten]] sich die Menschen als [[Kulturgüter]] und [[vertauschen]] ihr [[Wesen]] als [[Kulturträger]] in dem entsprechenden [[zwischenmenschlichen Beziehungen]] zum [[Kulturbürger]]. Dabei wird ihre [[Wahrnehmung]] in zweierlei [[Beziehung]] [[aufgespalten]] (siehe [[Teilung der Wahrnehmung]]) wodurch ihre [[Wahrnehmungsidentität]] entzweit ist (siehe [[Doppelcharakter]]) zwischen ihrer individuellen [[Selbstbezogenheit]] und ihrer gesellschaftlichen [[Wirklichkeit]]. Ihre [[gegenständliche]] [[Wahrnehmung]], die in den [[Empfindungen]] ihren [[gegenständlichen]] Sinn finden, [[trennt]] sich von der [[Wahrheit]] ihrer [[Selbstwahrnehmung]] in ihren [[Selbstgefühlen]]. So [[spaltet]] sich hierdurch die [[Wahrheit]] der [[Wahrnehmung]] in eine [[subjektive]] [[Wahrheit]] der [[persönlichen]] [[Beziehungen]] gegen die weltliche ihrer [[Existenz]]. Alles Glück der [[Geldbesitzer]] (siehe [[Mittelstand]]) vollzieht sich in der [[bürgerlichen Gesellschaft]]in diesem [[Schmerz]] (siehe [[unglückliches Bewusstsein]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weil hierdurch ihre [[persönliche]] Welt von der Welt der Anderen [[privat]], also abgeschlossen, [[ausschließlich]] für sich ist [[trennt]] sich ihre [[zwischenmenschliche]] [[Erkenntnis]] von ihrer [[Selbstwahrnehmung]]. Und durch diese [[Teilung der Wahrnehmung]] erfahren sich die Zwischenmenschen nurmehr vergemeinschaftet in den den [[Stimmungen]] ihrer [[zwischenmenschlichen Beziehungen]]. Darin existieren dann ihre [[Empfindungen]] [[verselbständigt]] als [[Gefühe]] für sich. So erscheint eine zwischenmenschliche [[Gesellschaft]] wie eine Geselligkeit der [[Gefühle]], in Stimmungen, deren [[Sinnliche Gewissheit]] ihrer unmittelbaren Erkenntnis entzogen ist. In ihren [[zwischenmenschlichen Verhältnissen]] werden sie für die Menschen nicht mehr [[wirklich]] [[wahr]] weil sie die [[Empfindungen]] ihrer [[Wirklichkeit]] nurnehr in ihrer Auswirkung, nicht aber [[wirklich]] [[unmittelbar]] [[begreifen]] können. Und so werden ihre [[Gefühle]] vor allem durch ihre [[Stimmungen]] [[bestimmt]] (siehe hierzu auch [[tote Wahrnehmung]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zwischenmenschlich sind [[Beziehungen]] zwischen Menschen in [[zwischenmenschlichen Verhältnissen]]. So trivial dies ist, so seltsam sind aber deren [[wissenschaftliche]] [[Analysen]]. Was z.B. die Soziologie mit dem [[Begriff]] &#039;&#039;Intersubektivität&#039;&#039; zusammenfasst ist so Komplex, dass man von ihr keine [[Aufklärung]] über deren Zusammenhänge erwarten kann. Statt darin [[Wesentliches]] über deren [[Leben]] zwischen den Menschen zu [[erkennen]], erschließt sich ihr die Welt aus den Befindlichkeiten des [[Lebens]] aus den aufgestellten [[Strukturen]] eines [[objektiven]] [[Daseins]] (siehe [[Strukturalismus]]). So wird sie im Kopfumdrehen zum stillen Produzenten einer [[nominativen]] [[Begrifflichkeit]] (siehe [[Norm]]), die nichts von ihrer [[abgetrennten]] und von daher [[abstrakten]] [[Wahrnehmung]] [[begreifen]] muss, weil diese in der [[körperlichen]] [[Masse]] ihrer [[Strukturierungen]] [[widerspruchsfrei]] so aufgehen kann wie deren Existenznotwendigkeiten es längst schon kommandieren (siehe [[Existenzwert]]). Sie vermittelt jeder Schafsnatur ein inniges [[Verhältnis]] zu sich als sich der [[Notwendigkeit]] seiner bewusst gewordenen [[Pflichtschuldigkeit]] gegen die [[Selbstlosigkeit]] der verbürgten [[Gemeinsinnigkeiten]] einer [[bürgerlichen Gesellschaft]] und ihrer Kultur. [[Tatsächlich]] geht es dabei ja nicht um etwas [[Mittel]] [[wirklich]] [[Allgemeines]], was [[Gesellschaft]] ja eigentlich ausmacht, sondern um das unentschlossene [[Dazwischensein]] im [[allgemeinen]] Menschsein. Da die soziologischen Kategorien bestenfalls das Menschsein unter Menschen betreffen (siehe z.B. [[Kategorischer Imperativ]]), können sie auch nur die bloße [[Tautologie]] [[wesenloser]] [[Beziehungen]] beschreiben (siehe [[Abwesenheit]]). Auch wenn die Soziologie inzwischen immer öfter die [[Psychologie]], namentlich die [[Sozialpsychologie]] und deren [[Statistiken]] zur Füllung ihrer Lücken bemüht, ändert dies nichts daran, dass sie keine [[Wirklichkeit]] von Menschen, sondern lediglich das [[Wirken]] von [[politisch]] verfasste [[Funktionen]] und Funktionären vor Augen hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was das [[einzelne]] Menschenwesen in seiner [[Zwischenmenschlichkeit]] für sich ist, kann es im [[Allgemeinen]] nur außer sich sein, denn das [[gesellschaftliche]] [[Material]] und [[Mittel]] seines [[Lebens]] ist von den Menschen [[getrennt]] und durch ihre [[wirklichen]] [[Lebensverhältnisse]] in ein [[gesellschaftliches]] [[Verhältnis]] [[verallgemeinerter]] [[Selbstgefühl]] [[verkehrt]]. Daher ist [[Zwischenmenschlichkeit]] der [[Begriff]] für ein [[ausgeschlossenes]] [[Allgemeines]] (siehe auch [[abstrakt Allgemeines]]), für ein [[gesellschaftlich]] geschlossenes [[Wesen]] (siehe hierzu auch [[Lebensraum]]), das sich völlig unabhängig und [[gleichgültig]] zwischen dem Einen und dem Anderen (siehe [[Dazwischensein]]) und daher im Großen und [[Ganzen]] gegen sich selbst – gegen seine [[gesellschaftliche]] [[Wirklichkeit]] – [[verhält]], das ihm als eine schlichte ihm [[äußerliche]] [[Tatsache]] erscheint. Die Menschen gelten sich darin wechselseitig als das [[Material]] ihres [[Lebens]], für das sie für einander als [[einzelne]] [[Persönlichkeiten]] einer [[abwesenden]] [[Gesellschaft]] [[nützlich]] sein sollen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ganz im [[Widerspruch]] zu ihrem [[gesellschaftlichen]] Organismus ist [[Zwischenmenschlichkeit]] eine [[Beziehung]] von Menschen, die sich im [[Verhalten]] zwischen ihrem Menschsein dadurch bildet, dass die Menschen sich selbst als das [[Material]] ihrer [[Beziehung]] über ihre wechselseitige [[Wertschätzung]], über ein [[Verhältnis]] ihrer [[Selbstverwertung]] [[vermitteln]] und als [[Mittel]] in ihrem gesellschaftlich bestimmten [[Dazwischensein]] zu ihrem Lebensunterhalt zu ihrer [[Selbstoptimierung]] [[benutzen]]. In ihren [[zwischenmenschlichen Verhältnissen]] beziehen sie sich daher selbst im Zweck ihrer [[Selbstbezogenheit]] auf einender und [[verhalten]] sich darin je nach dem, was sie für einander [[empfinden]] und von einander für [[wahr]] nehmen. Indem sie durch sich selbst in ihrem [[Dasein]] vermittelst ihrer [[persönlichen]] [[Lebensäußerungen]] füreinander gewahr werden und [[gelten]] wird ihre [[Selbstbehauptung]] selbst schon zu einer [[Täuschung]] über ihr [[wahres]] [[Sein]]. Im Jenseits ihrer [[gesellschaftlichen]] [[Wirklichkeit]] bleiben sie [[ausschließlich]] als [[Gegenstand]] für einander unter sich, an sich zwischen ihrem Menschsein nur für sich [[wahr]] (siehe [[Dazwischensein]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieses [[widersinnige]] [[Verhältnis]] ist die [[unmittelbar]] [[körperliche]] [[Form]] eines [[abstrakten]] ihm [[äußerlichen]] [[Reichtums]], als unmittelbar menschliche [[Körperform]] des [[Geldbesitzes]] (siehe hierzu auch [[Logik]]). Was sich zwischenmenschlich auf einander bezieht, zieht sich bei aller Unterschiedenheit auch [[wirklich]] an. Es hat ein gemeinsames [[Wesen]], das ohne einander [[Abwesenheit]] leidet. Weil beides im jeweils Anderen wesensgleich [[erscheint]], lässt sich das, was darin [[empfunden]] wird, leicht mit dem, wie es sich [[anfühlt]] verwechseln (siehe hierzu auch [[Täuschung]]). [[Form]] und [[Inhalt]] solcher [[Wahrnehmung]] [[reduziert]] sich daher auf sich selbst, wird zu einem [[gesellschaftlichen]] [[Verhältnis]] einer [[Selbstbezogenheit]] der [[Wahrnehmung]], zu einer [[gesellschaftlichen]] [[Kultur]] von [[Selbstwahrnehmungen]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese zwischenmenschliche [[Täuschung]] entspricht der gesellschaftlichen [[Beziehung]] eines [[allgemeinen]] [[Austauschs]] der [[Produkte]] als [[Materialisierung]] ihrer Gesellschaft, wie er durch [[Geld]] [[vermittelt]] ist. Darin stellt sich ein gesellschaftliches [[Verhältnis]] dar, in welchem [[Geld]] als [[Kaufmittel]] die sachlichen [[Bedingungen]] ihres [[sinnlichen]] [[Lebens]] im [[Kapitalismus]] [[bestimmt]] und sich für diese als [[Zahlungsmittel]] [[veräußert]] (siehe hierzu auch [[Entäußerung]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weil ihr [[ausschließlich]] [[privates]] [[Verhältnis]] als [[ausgeschlossene]] Lebensform einer [[Beziehung]] der [[Besitzer]] ihrer [[Sachen]] ist sind sich die Menschen selbst [[gesellschaftlich]] nur unmenschlich gegenwärtig - duch ihren [[Geldbesitz]] menschlich enteignet. Darin wird die [[Sinnbildung]] der Menschen durch ihre [[Getrenntheit]] von ihren [[gesellschaftlich]] [[tätigen]] [[Sinnen]] so [[bestimmt]], wie sie sich [[ausschließlich]] zu sich selbst [[verhalten]]. Weil sie sich darin nicht über ihre [[gegenständliche]] [[Tätigkeit]] mitteilen und [[vermitteln]] können, herrscht ihre [[Beziehung]] durch ihre Zwischenmenschlichkeit, in der sie [[ausschließlich]] selbst als [[unmittelbarer]] [[Gegenstand]] für sich [[erscheinen]] (siehe auch [[Teilung der Arbeit]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In [[zwischenmenschlichen Verhältnissen]], worin sich die Menschen wechselseitig vor allem nur als das [[Material]] ihres [[Lebens]] [[nützlich]] sein können (siehe auch [[Nutzen]]), herrscht ein ungeheuerlicher [[Opportunismus]] in ihren [[Beziehungen]]. Sie beziehen sich nicht durch das, was sie in ihrem Menschsein [[wirklich]] [[äußern]] und [[wahrhaben]], sondern als [[Personen]], die sich [[objektiv]] nötig haben wie ein [[Lebensmittel]] der Politik, das in ihren [[zwischenmenschlichen Verhältnissen]] [[produziert]] und [[konsumiert]] wird (siehe auch [[Einverleibung]]). Als diese [[personifizierte]] [[Subjekte]], die sich durch ihre [[Eigenschaften]] und [[Fähigkeiten]] wechselseitig [[nützlich]] sein müssen, [[Subjekt]] und [[Objekt]] in einem, [[objektive Subjekte]] sind. So [[verhalten]] sie sich in der [[Absicht]], ihr [[Leben]] durch andere zu bereichern - auch wenn sie sich durch das, wovon sie einander in ihrem [[Erleben]] absehen [[fremd]] bleiben müssen, als im [[Allgemeinen]] [[vereinzelte]] [[Subjekte]] weil ihre [[Gesellschaft]] für ihre [[Lebenserfahrung]] auch [[wirklich]] [[abwesend]] - und also wesenlos - bleibt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[Absichten]] einer zwischenmenschlichen [[Persönlichkeit]] drückt daher zugleich die [[Abstraktionen]] des Menschseins aus, durch die sich Menschen in einer [[abstrakt menschlichen Gesellschaft]] zu einander [[verhalten]]. Sie tun alles, was sie in ihren [[Absichten]] und [[Meinungen]] menschlich bestärkt, weil sie darin ihre [[Natur]] als Körperform der [[bürgerlichen Geselschaft]] finden und [[empfinden]], weil sie in ihrer [[Gemeinschaft]] das befolgen, was sie [[gut sein]] lässt, wo [[Bosheit]] herrscht (siehe hierzu auch [[Kapitalismus]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[Phänomenologie]] will die Menschen durch die Erscheinungsformen ihres [[persönlichen]] [[Daseins]] [[begreifen]]. Sie versteht sie daher wie Beispiele eines [[allgemeinen]] menschlichen [[Wesens]], die [[Individuen]] als das &#039;&#039;Je-Seinige&#039;&#039; (Edmund Husserl) eines [[abstrakt allgemeinen]] Menschen (siehe hierzu auch [[Martin Heideggers]] [[Fundamentalontologie]]). Gegen solche Gleichschaltung der Menschen, gegen die Behauptung einer allgemeinen [[menschlichen Identität]] ist festzuhalten, dass sie nur dadurch in [[Gesellschaft]] treten, dass sie sich voneinander unterscheiden, jeder den anderen dadurch [[bereichert]], dass er ihn als Mensch [[ergänzt]]. Zwischen den Menschen, zwischen ihrem [[individuellen]] und [[gesellschaftlichen]] [[Dasein]] gibt es allerdings vielerlei Erscheinungsformen des Menschseins, [[Wesen]], die zwar ein menschliches Gesicht haben, das aber nicht [[wirklich]] und unmittelbar so menschlich ist, wie es als [[Persönlichkeit]] seines [[Lebens]] [[erscheint]]. Solange sie sich selbst nur als [[Material]] ihres [[Lebens]] zu einander [[verhalten]], können sich die Menschen nur in ihrem [[Dazwischensein]] als Mensch [[begründen]], können sie in [[Wahrheit]] nur das sein, was außer ihnen auch als menschliches [[Material]] für sie da zu sein [[scheint]] (siehe [[Dasein]]), was sie zu einer [[Persönlichkeit]] ihrer [[gesellschaftlichen]] [[Erscheinung]] macht (siehe hierzu auch [[zwischenmenschliches Verhältnis]]). Alles, was sie verbindet mag ihren [[zwischenmenschlichen Beziehungen]] entspringen. Es ist jedoch vor allem das, was in einer [[bürgerlichen Gesellschaft]] außer ihnen [[produziert]] wird und wovon jeder Mensch unter deren [[Lebensbedingungen]] von sich absehen muss, um zwischen den Menschen auch [[wirklich]] Mensch, ein [[gesellschaftlicher]] Mensch in [[eigener]] [[Wirklichkeit]] zu sein, die ihm zugleich [[fremd]] bleiben muss, weil er sich in den [[zwischenmenschlichen Verhältnissen]] mit anderen Menschen in seinen [[Eigenheiten]], im [[Dasein]] seiner [[Eigenschaften]] und [[Fähigkeiten]] [[fremd]] [[erfahren]] muss (siehe auch [[Selbstentfremdung]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der [[Globalisierung]] des [[Kapitals]] haben sich die realen [[Klassenverhältnisse]] vor allem in [[Verhältnisse]] des [[fiktiven Kapitals]], in Verhältnisse von [[Eigentumstitel]] und Zahlungspflichten gewandelt und als [[Schuldgeldsystem]] weltweit durchgesetzt (siehe hierzu auch [[Neoliberalismus]]). Und wo die Menschen in ihrer [[Gesellschaft]] keinen [[wirklichen]], keinen [[gegenständlichen]] [[Sinn]] für einander bilden können, weil sie nur noch durch [[Geld]] als [[Kaufmittel]] [[gesellschaftlich]] verbunden sind (siehe auch [[fiktives Kapital]], [[Globalisierung]]), da werden ihnen ihre [[Verhältnisse]] durch eigenständige, ihnen [[fremde]] Zusammenhänge (siehe auch [[Existenzwert]]), durch die bloßen [[Ereignisse]] ihrer Begegnung [[zufällig]] eben so vermittelt wie diese dort ihnen zufallen, wo sie [[getrennt]] voneinander zwischen sich und anderen [[existieren]] und in ihrem allseitigen [[Dazwischensein]] durch die [[Abstraktionskraft]] ihrer [[Existenz]] [[Angst]], [[Lebensangst]] der Menschen macht, die um ihre [[Wahrnehmungsidentität]] fürchten und [[konkurrieren]] müssen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und doch müssen sie sich in ihrer gesellschaftlichen Vereinzelung, in ihrer [[Isolation]] vorausetzungslos als ganzer Mensch begegnen, um in dieser [[Abstraktion]] ihrer [[Beziehungen]] [[Sinn]] für sich zu finden, um deren [[abstrakt menschlichen Sinn]] und Zweck im Menschsein für sich zu haben und für Andere zu erfüllen. Hierdurch werden sie sich in ihren [[zwischenmenschlichen Beziehungen]] selbst zum [[sinnlichen]] [[Material]] ihrer [[Verhältnisse]], zur [[sinnlichen]] [[Tatsache]] ihrer [[Wahrnehmung]] von dem, was sie von einander wechselseitig von dem [[wahrnehmen]], was sie im [[Material]] ihrer [[zwischenmenschlichen Beziehungen]] von sich [[wahrhaben]], was sie also außer sich für sich [[bewirken]], was sie von sich [[wahrmachen]] können, ohne für sich auch [[wirklich]] [[wahr]] sein zu können. Weil sie in diesen [[Verhältnissen]] selbst das [[Material]] ihrer [[Beziehungen]] sind [[konsumieren]] sie ihre [[persönliche]] [[Anwesenheit]] (siehe auch [[Kulturkonsum]]) und müssen sich auch als [[Persönlichkeiten]] darin produzieren, sich [[selbst hierfür verwerten]] (siehe [[Selbstwert]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weil sie in den [[Tatsachen]] ihrer [[Wahrnehmung]] vor allem nur die [[abstrakten]] [[Wirkungen]] von einander [[getrennter]] [[Existenzen]] [[empfinden]] können handelt es sich hierbei nicht einfach um eine [[Beziehung]], sondern um ein [[Verhältnis]] der [[Inhalte]] ihrer [[Gefühle]], durch das sie die [[Formen]] ihrer [[Wirklichkeit]] als ihr [[zwischenmenschlichen Verhältnis]] [[empfinden]]. In ihren [[Gefühlen]] stehen die Menschen aber immer schon zwischen sich und den anderen (siehe hierzu auch [[Dazwischensein]]), zwischen der [[unmittelbar]] [[subjektiven]] [[Gegenwärtigkeit]] ihrer [[zwischenmenschlichen Beziehungen]] (siehe hierzu auch [[Anwesenheit]]) und der [[Allgemeinheit]] ihrer [[objektiven]], wenn auch [[unmittelbar]] [[abwesenden]] [[Lebensverhältnisse]]. Was sie von einander [[wahrhaben]] ist das, was sie füreinander sind. Es wird daher nun ihre [[Wahrnehmung]] von sich und anderen wesentlich vom Gehalt, von der [[Substanz]] ihrer [[Empfindungen]] bestimmt, die sie zwischen den [[Ereignissen]] ihrer [[Verhältnisse]] haben und [[entwickeln]]. Mitmenschlichkeit wird so zur Zwischenmenschlichkeit. Denn wenn Menschen ihre [[Gemeinschaft]] durch das Innere ihrer [[Selbstwahrnehmungen]] [[verwesentlichen]], wenn sich hieraus die [[Beziehungen]] der Menschen als [[Wesen]] ihrer [[Verhältnisse]] bestimmt, so gerät ihre eigene [[Identität]], das Vermögen ihrer [[Wahrheit]] ins bloße [[Dazwischensein]]. Zwischenmenschlichkeit unterscheidet sich daher von jeder [[Form]] der Mitmenschlichkeit darin, dass sie sich nicht aus einer reinen [[Anwesenheit]] im [[Sosein]] ihrer [[Mitgefühle]] in ihrem einfachem Menschsein auf einander [[beziehen]], sondern sich zwischen den Menschen auch [[wirklich]] als [[Teil]] ihrer [[Verhältnisse]] aufeindner [[beziehen]], wodurch sich Menschen zum [[Material]] ihres [[Lebens]] machen und als dieses [[vermitteln]] und mitteilen. Wo [[Geld]] sich als allgemeines [[Kaufmittel]] zu einem [[allgemeinen]] [[Mittel]] der gesellschaftlichen [[Beziehungen]], zum [[Material]] ihrer [[Kultur]] [[verselbständigt]] hat, müssen sich die Menschen ganz [[selbstlos]] aufeinander beziehen. Und wo sich von daher die Menschen selbst zum [[selbstlosen]] [[Material]] ihrer Mitmenschlichkeit machen, werden sie im [[Dazwischensein]] ihrer [[Verhältnisse]] zu Zwischenmenschen ihrer [[zwischenmenschlichen Verhältnissen]]. In einer [[Gesellschaft]], in der die [[Bedürfnisse]] der Menschen als ihr Lebensgenuss [[getrennt]] von ihrer [[Arbeit]] (siehe [[Teilung der Arbeit]]) ist, erscheint ihr gesellschatliches Leben auf eine [[existenzielle]] Verpflichtung (siehe [[Lebenspflicht]]) reduziert, und so gelten sich die Menschen in ihren [[zwischenmenschlichen Verhältnissen]] als unmittelbar menschlich. Im Jenseits ihres [[gegenständlichen]] [[Lebens]] müssen sie daher für einnander sein, was sie in [[Wirklichkeit]] nicht sind, was sie also nur außer sich sein können. Ihre menschlichen [[Beziehungen]] [[verhalten]] sich in ihrer [[Existenz]] zwischen Menschen im [[Dasein]] ihrer [[Wahrnehmungen]] als [[Selbstwahrnehmung]] unter Menschen, die von der [[Wahrheit]] ihrer Selbsterzeugung (siehe hierzu auch [[Arbeit]]) getrennt und daher rein [[persönlich]] ist (siehe hierzu auch [[Individualismus]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In zwischenmenschlichen Verhältnissen [[verhalten]] sich die Menschen daher über eine zwischenmenschliche [[Kultur]] ihrer [[Gefühle]], in denen ihre [[Empfindungen]] sich in ihren [[Beziehungen]] [[verkörpern]] (siehe [[zwischenmenschliche Beziehung]]). Darin [[vergegenwärtigt]] sich die [[Objektivität]] ihrer [[Empfindungen]] im [[wahrnehmenden]] [[Subjekt]] und kann sich von daher in sich und durch seine [[Gefühle]] nur [[verkehrt]] [[bewahrheiten]] und [[verhalten]] (siehe hierzu [[Körperfetischismus]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Deshalb [[erscheint]] ihnen ihre gesellschaftliche Existenz durch ein allgemeines [[objektives Sollen]] des [[Lebens]] gegeben, dem sie die [[Lebensmittel]] ihrer persönlichen [[Bedürfnisse]] abtrotzen müssen. Weil sie für einander nurmehr durch die bloße [[Individualität]] ihres [[Konsums]] eines gesellschaftlichen [[Verhältnisses]] gelten, kann sich ihre [[Existenz]] auch nur [[zwischen den Menschen]] [[vermitteln]] und sich durch deren [[Existenzverwertung]] (siehe [[Existenzwert]]) durchsetzen. Ihre [[zwischenmenschlichen Beziehungen]] verhalten sich durch die [[Abwesenheit]] einer [[gegenständlichen]] [[Wirklichkeit]] in den Menschen die [[Angst]] vor einem [[Selbstverlust]], dem Verlust der [[Sinnlichkeit]] ihres [[Lebens]], vor dem Nirwana, dem Loch einer [[fremden]] [[Wahrnehmungsidentität]], die sich aus der Unmöglichkeit einer [[wesentlich]] [[sinnlichen]] [[Beziehung]] in [[zwischenmenschlichen Verhältnissen]] ergibt und immer wieder in dem scheitern kann, was darin zu [[verwirklichen]] versucht wird. Weil sich dies im [[allgemeinen]] [[Erleben]] nur zwischen dem Lebensglück der [[Liebe]] und der [[Lebenspflichtigkeit]] ihrer [[Existenz]], als ihrer [[negierten]] [[Wirklichkeit]] - als durch sich selbst schon verneintes Lebensglück (siehe hierzu auch [[Nichtungstrieb]]) [[ereignen]] kann - suchen die [[Zwischenmenschen]] eime [[Wahrnehmungsidentität]] in einer gemeinen [[Lebensstruktur]] [[aufzuheben]], in der sie sich ihrer wechselseitigen [[Liebe]] als das [[Material]] ihrer [[Lebensäußerungen]] in ihren [[Gefühlen]] und [[Selbstgefühlen]] verhält.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und in einer [[Gesellschaft]], worin die Menschen selbst das [[Material]] ihrer Verhältnisse sind, weil ihre [[gesellschaftlichen]] [[Beziehungen]] keinen [[Gegenstand]] außer sich [[kennen]], weil ihr [[Leben]] nur noch auf den Existenzformen des [[Geldes]], auf dem [[Existenzwert]] ihres [[Geldbesitzes]] gründen, da begründen sich ihre [[Erkenntnisse]] selbst nur zwischen den Menschen. Sie sind deshalb auf die [[Wahrnehmungen]] ihres [[zwischenmenschlichen]] [[Daseins]] auf sich selbst [[reduziert]]. Und darin bilden sich in ihren [[Selbstwahrnehmungen]] die [[Kenntnisse]] ihres vereinzelten, weil [[isolierten]] [[Lebens]]. Und die machen schließlich ihre gesellschaftlichen [[Erkenntnisse]] in [[zwischenmenschlichen Verhältnissen]] aus. Sie nehmen sich in ihren Lebensverhältnissen selbst als Vergemeinschaftung ihrer vereinzelten [[Persönlicheiten]], als Gesellschaft der [[Zwischenmenschlichkeit]] [[wahr]]. Und da verhalten sich dann auch ihre [[Wahrnehmungen]] letztlich in einer gesellschaftlichen [[Kultur]] von [[Selbstwahrnehmungen]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In [[Gemeinschaften]], in denen [[Geldbesitz]] - Geld als [[Kaufmittel]] - das wesentliche [[gesellschaftliche]] [[Verhältnis]] der Menschen ist, da ist ihre sachliche [[Beziehung]] [[allgemein]] gleichgeltend, [[gleichgültig]] gegen ihre Entstehung. So wird hier auch die [[Sinnbildung]] der Menschen durch ihre [[verselbständigte]] [[Kultur]] in der Getrenntheit von ihrem gesellschaftlich tätigen [[Sinn]] für sich bestimmt. Zwischenmenschlichkeit wurde von daher zu einem normativen Anspruch in Existenzen, wie sie in [[zwischenmenschlichen Verhältnissen]] des [[Mittelstands]] existieren (siehe hierzu auch [[Kleinbürger]]). Weil die Menschen sich darin nicht über ihre [[gegenständliche]] [[Tätigkeit]] - die fertigen Produkte ihrer [[Arbeit]] - sondern eher als [[Dienstleister]], Zulieferanten oder Spekulanten mitteilen und vermitteln (siehe hierzu auch [[Arbeitsstruktur]]), bestehen ihre gesellschaftlichen Beziehungen sinnlich nur in der [[Unmittelbarkeit]] der Begegnungen zwischen ihnen im Verhältnis ihrer [[Zwischenmenschlichkeit]], in der sie [[ausschließlich]] selbst als deren Mittel und zugleich als [[unmittelbarer]] [[Gegenstand]], als [[Subjekte]] und zugleich [[Objekte]] ihrer [[zwischenmenschlichen Verhältnisse]] und also als das wechselseitige [[Material]] ihrer [[Beziehung]], darin als [[Subjekt]] wie auch als [[Objekt]] ihrer [[Wahrnehmung]] für einander ebenso wie für ihre [[Selbstwahrnehmung]] sind, die ihr [[Verhalten]] bestimmt. Darin [[erscheinen]] sie für sich und unter sich als [[objektive]] [[Subjekte]], als Menschen, die für einander [[da sein]] müssen, um ihr [[Leben]] als Mensch erkennen zu können, um sich als Mensch zu finden, sich durch andere also als Mensch zu [[empfinden]] (siehe auch [[Selbstentfremdung]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[Selbstgewissheit]] der Menschenen, die durch einen vergemeinschafteten [[Geldbesitz]] existieren (siehe hierzu auch [[Mehrwert]]), bewegen sich im [[Existenzwert]] ihrer [[Selbstwahrnehmung]] zwischen [[Empfindungen]] und [[Gefühlen]] (siehe hierzu auch [[Logik der Kultur]]), zwischen dem, was sie für [[wahr]] halten und findet und dem, was sie [[wahr haben]] (siehe hierzu auch [[Kleinbürger]]). In [[zwischenmenschlichen Beziehungen]] erscheint ihnen die [[Wahrheit]] ihrer [[Existenz]] innerlich, als Gefühl, das sie durch ihre [[Beziehungen]] zwischen den Menschen (siehe zwischenmenschliche Beziehung) und zu sich selbst () in ihrem [[gesellschaftlichen]] [[Dazwischensein]]: In der [[allgemeinen]] Beziehung auf jeweils andere existieren sie vor allem durch sich selbst kraft ihrer [[Persönlichkeit]] in einer [[verallgemeinertenSelbsbeziehung, die imVerhaltenaus sich und mit anderen sich unentwegt vergemeinschaften und vereinigen muss können sie sich selbst auch nur zwischen sich und anderenerkennen. Ihr zwischenmenschlichesLebensverhältnisverwirklichtdaher auch nur die durch sich selbst beschränkteWahrheitihrerSelbstwahrnehmungen, ihreallgemeinveräußerteWahrnehmungsidentität. In seinerEmpfindungfindet sich darin jeder Mensch im anderen und nur durch Andere. Aber er findet sich darin selbst auch nur in und durch seine objektiviertenSelbstgefühle(siehe hierzu auch), - eben so, wie er sich darin fühlt und was sein Befinden ausmacht. Diesereignetsich im ständigen Wechsel, der wie zufälliges Finden und Befinden erscheint einerlebtwird, worin jeder Mensch aber lediglich imGefühlvon sichweißund nur darin sich seinerselbst gewisswerden kann.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In solcher Gesellschaft werden die einzelnen [[Empfindungen]] ihrer zwischenmenschlichen Bezogenheiten als [[Gefühle]] ihrer [[Selbstwahrnehmung vergesellschaftet.]] Was sie zwischen den Menschen finden und empfinden objektiviert sich daher in ihren [[Selbstgefühlen]], geht nur als [[Gefühl]] von sich und für sich gesellschaftich auf. Mangels einer gesellschaftlichen [[Gegenständlichkeit]] ihrer [[Lebensäußerungen]] muss in solchen [[Verhältnissen]] notwendig von den [[einzelnen]] [[Wirklichkeiten]] der vielfältigen [[Empfindungen]] abgesehen (siehe auch [[Absicht]]) werden, sodass sie lediglich durch die [[Tatsachen]] ihre Menschseins verbunden sind. Was das [[Gemeinschaftliche]] ihrer [[Beziehungen]] ist, das ist der [[Sinn]], den sie für sich finden, wenn sie von ihren einzelnen [[Empfindungen]] absehen, wenn und weil sie ihre [[Selbstwahrehmungen]] nur durch ihre [[abstrakte Allgemeinheit]] bewahrheiten könnn (siehe hierzu [[Wahrheit]]). Was sich in ihren geselschaftlichen [[Wahrnehmngen]] daher auch nur [[allgemein]] durchsetzen kann ist die [[abstrakte]] [[Form]], der bloße [[Körper]] allgemein menschlicher [[Sinnlichkeit]], das [[Dasein]] [[abstrakt menschlicher Sinn]]e, das im [[Begriff]] einer [[zwischenmenschlichen]] [[Wirklichkeit]] angelegt ist und als [[Begriffssubstanz]] dieser [[Kultur]] ihre [[allgemeine]] [[Entsinnlichung]] betreibt und mit zunehmender [[Dichte]] ihrer [[zwischenmenschlichen Beziehungen]] (siehe auch [[Begriffsgröße]]) deren [[Sinn]] abtötet (siehe auch[[tote Wahrnehmung]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zwischenmenschlichkeit ist der [[Begriff]] für einen Kosmos von [[Beziehungen]], der auf eine [[Gesellschaft]] zwischen den Menschen rekurriert (siehe hierzu aich [[abstrakt menschliche Gesellschaft]]), worin die Mitmenschen sich in einem Zwischenraum ihres [[Lebens]] jenseits ihrer[[gegenständlichen]] [[Wirklichkeit]] (siehe [[Lebensraum]]) befinden und sich sich in ihrem [[Dazwischensein]] aufeinande beziehen. Darin sind [[Beziehungen]] von Menschen unterstellt, die in einem unvermittelten und also [[unmittelbar]]scheinenden [[Verhältnis]] zwischen sich und [[den anderen Menschen]] auftreten. Es sind [[Verhältnisse]] im [[Dazwischensein]], im [[Sein]] zwischen den Menschen, einem [[Dasein]], in welchem sie sich selbst und einander zu dessen [[Material]], sich als [[Person]] zum [[Gegenstand]] ihres [[Lebens]] machen und haben, weil und soweit ihre gesellschaftliche [[Gegenwärtigkeit]]und [[Vergegenständlichung]] in der [[Wirklichkeit]] ihrer Lebensverhältnisse ihnen entzogen, für sie [[abwesend]] ist. So werden sich die Menschen in ihrer [[Subjektivität]] zugleich objektiv, der Eine zum [[Objekt]] der [[Empfindungen]] eines Anderen, durch welche dieser seine [[Gefühle]] zu seiner persönlchen [[Subjektivität]] als sein [[Selbstgefühl]] ausbilden kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In [[Wahrheit]] kann ein Mensch nur ganz da sein, wenn und weil er ein [[Ganzes]] vieler [[Eigenschaften]] und [[Fähigkeiten]] ist - sowohl als [[Individuum]] als auch in seiner [[Gesellschaft]] als gesellschaftliches [[Individuum]]. Wo ein Mensch in seinen [[Verhältnissen]] dazwischen, weder als die eine Seite noch als die andere ist, herrscht eine einfältige (siehe [[Abstraktion]]), sich jederzeit und immer wieder ändernde [[Beziehung]], die voller [[Zweifel]] und schließlich zum [[Verzweifeln]] ist. Weil sie keine [[Form]] für sich findet und einfach nur für andere da ist (siehe [[Dasein]]), weil sie immer beides in einem ist, ohne durch sich zu [[sein]], kann sie für sich nur außer sich, jenseits ihrer [[Empfindungen]] [[wahr]] [[sein]]. Sie wird unaufhörlich abgebrochen durch ein [[anderes Sein]], das nicht so da ist, wie es wirkliche [[Form]] für seinen [[Inhalt]] - also ohne Not wirklich wahr sein könnte. [[Notwendig]] bleibt es solange dazwischen, bis es für sich bestimmt das ist, was es bewirkt, worin es also wirklich wahr ist, durch eigene [[Wirklichkeit]] gegenständlich ist und wirkliche [[Gegenstände]] wahr hat, sich in ihnen [[wirklich]] [[wahrnehmen]] und [[erkennen]] kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Dazwischensein hat [[nichts]] einen Anfang und [[nichts]] ein Ende und von daher auch keine [[Geschichte]]. Alles hat darin gleiche [[Geltung]], weil [[nichts]] wirklich gelten kann, weil und wenn es gleichgültig ist, wofür das eine und wofür das andere ist. Und wo menschliche [[Beziehungen]] in ihren [[Verhältnissen]] [[gleichgültig]] sind oder werden, da heben sich die Unterschiede in ein und demselben [[Verhalten]] auf und werden einfältig, für sich selbst [[abstrakt]]. Und wo die Unterschiede vergangen sind, die Vielfalt erstorben, ihr [[Reichtum]] verbraucht ist, wird alles [[langweilig]], denn das [[wirklich]] [[Einzelne]] ist darin im [[Allgemeinen]] in unzähligen [[Symbiosen]] verschwunden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Zwischenmenschliche Verhältnisse]] sind daher die [[Verhältnisse]] von Menschen in einer [[Gesellschaft]], die [[wesentlich]] [[abwesend]] ist. Weil darin dann auch der Einzelne für sich selbst nur in der Kultur seiner [[zwischenmenschlichen Beziehungen]] empfinden kann, was er für das [[Selbstgefühl]] der anderen ist, reflektieren seine [[Empfindungen]] auch nur ein [[objektives Selbstgefühl]]in den kulturellen Verhältnisse der [[Ereignisproduktion]] einer [[Dienstleistungegesellschaf]]t, die in ihren [[zwischenmenschlichen Beziehungen]] das gesellschaftlslose Residuum eines internationalen [[Schuldgeldsystem]] des [[Weltkapitals]] (siehe hierzu auch [[Feudalkaital]]) in der [[verallgemeinerten]] [[Selbstbezogenheit]]einer [[Eventkultur]] (siehe auch [[Tittytainment]]) für [[wahr genommen]] werden. Die aus dieser [[Formbestimmung]] einer fiktiv vermittelten gesellschaftlichen [[Wirklichkeit]] wirft die Menschen auf ein zwischenmenschlichen [[Selbsterlebens]] in einer [[gesellschaftliche]] [[Objektivität]], die in der [[Selbstwahrnehmung]] der Menschen einer nurmehr [[abstrakt menschlichen Gesellschaft]] sich ausbreitet und sie zugleich über ihre existenziellen Nöte und Beschränkungen hinwegtragen und [[täuschen]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In ihrer bisherigen [[Geschichte]] war hierdurch eine [[abstrakt menschliche Gesellschaft]] als eine [[Gesellschaft]] entstanden, die vom [[Material]] ihrer eigenen [[Wirklichkeit]] absehen muss, vom [[Körper]]ihrer [[wirklichen]] [[Verhältnissen]] schon [[abstrahiert]], bevor diese zustande kommen. Es ist eine [[Gesellschaft]] zwischen allem, was menschlich erscheint, eine[[zwischenmenschliche]] [[Gesellschaft]], die den Menschen [[Lebenspflichtigkeiten]] auferlegt, die ihre Entwertungsverhältnisse (siehe [[Negativverwertung]]) kompensieren müssen. Die Menschen können sich nicht mehr in ihrer gesellschaftlichen Beziehung als gesellschaftliche Menschen erkennen, da sich in den zerteilten Sinnbezügen die [[persönlichen]] [[Verhältnisse]] der [[zwischenmenschlichen Beziehunge]]n aus dem [[allgemeinen]] Verhalten der [[Selbstgefühle]] ergeben. So bleibt ihre [[körperliche]] [[Existenz]] als letztliche - weil [[allgemeinste]] - Erscheinungsform ihres [[Selbstwerts]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Bürge seines [[Nationalstaats]] kann jeder darin existierende Mensch nur noch der internationalen Verfügung der Eigentumsrechte über ihren [[Lebensraum]], der [[Eigentumstiltel]] der [[Geldbesitzer]] und des [[Finanzkapitals]] für ihre Existenz (siehe [[Existenzwert]]) nacharbeiten (siehe [[Arbeit]]) und müssen der [[politischen]] [[Macht]] (siehe auch [[politischer Wille]]) der um ihren [[Geldwert]] konkurrierenden [[Nationalstaaten]] ohnmächtig gegenüber stehen. Solange die nationalisierten [[Eigentumstiltel]] die [[Kultur]] der Menschen und damit ihre [[Sinnbildung]] insgesamt politisch [[ohnmächtig]] machen (siehe auch [[politische Kultur]]), können sie sich auch nur gegen ihren [[Staat]] politisch zur Wehr setzen (siehe auch [[Nationalismus]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein [[gesellschaftliches]] Verhältnis ist [[abwesend]], wo es sich nicht konkret mitteilt, wo es in der [[Teilung]] seiner [[wirklichen]] Zusammenhängen (siehe auch [[Teilung der Arbeit]]) nurmehr in der Vereinzelung der Menschen vermittelt und also im [[Wesentlichen]] nicht das sein kann, als was es [[erscheint]] (siehe auch [[Warenfetischismus]]). Mit der [[Verselbständigung]] des [[Geldes]] zu einem weltweiten [[Kreditwesen]] ist dessen [[Wert]] (siehe auch [[Geldwert]]) selbst von seiner [[realwirtschaftlichen]] [[Existenz]] enthoben und vergegenwärtigt sich für die Menschen vor allem im bloßen [[Existenzwert]] von [[Eigentumstitel]]. Und weil ihre Lebenswirklichkeit mit der [[Globalisierung]] das [[Weltgeld]] zu einem [[fiktiven]] [[Weltkapital]] (siehe [[fiktives Kapital]]) geworden war, verhalten sie sich daher vorwiegend nurmehr über den [[Wert]] ihres [[Geldes]] (siehe [[Geldwert]]) als einem [[Existenzwert]] eines [[Wertwachstums]] (siehe [[Mehrwert]]) ihrer gesellschaftlichen [[Beziehungen]] in ihren [[Lebensräumen]]. Dieser bestimmt sie weitgehend durch eine [[Negativverwertung]] über die systematische Minderung der Arbeitsentgeltungen (siehe auch [[Arbeitslohn]]) über hiervon bestimmte Ausgaben für ihre bloße Existenzerhaltung (siehe [[Lebensstandard]]), wie sie nationalpolitisch möglich erscheint (siehe hierzu auch [[Nationalismus]]). In dieser [[Bestimmung]] [[existieren]] sie nicht [[wirklich]], nicht [[sinnlich gewiss]] - gesellschaftlich vor allem über die Zahlungspflichtigkeiten für [[Eigentumstitel]]über Wertpapiere, Gebühren und [[Mieten]], die sich durch Bürgschaften für ihren [[nationalen]] Standort (siehe [[Nationalstaat]]) als [[Lebensraum]] der politischen [[Bewertung]], Bewährung und Währung ihrer [[Geldverhältnisse]] [[wahr machen]] muss (siehe hierzu auch [[Schuldgeldsystem]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der [[Klassengegensatz]] von [[Lohnabeit]]und [[Kapital]] hat sich somit über das [[fiktive Kapital]]der globalisierten [[Nationalstaaten]] (siehe [[Finanzindustrie]]) und ihrem [[Kredtitwesen]] zu einem Gegensatz von [[Gläubiger]] und [[Schuldner]] gewandelt und ausgeweitet, das sich [[realökonomisch]] nicht mehr in den [[gesellschaftlichen]] Verhältnissen der Menschen darstellt, sondern im Gegenteil hierzu über die [[Negativverwertung]] von [[Existenzwerten]] vermittelt. Von daher sind alle Bürger potenziell an einer Aufhebung der kapitalistischen [[Fiktionen]] (z.B. über eine [[internationale Komunalwirtschaft]]) interessiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als [[Bürgen]] ihrer nationalen Geldverwertung (siehe [[Verwertung]]) im Verhältnis von [[Gläubiger]] und [[Schuldner]] ihrer [[Geldwerte]] (siehe auch [[Staatsverschuldung]]) und der hierzu nötigen [[Austeritätspolitik]] entsteht ein gesellschaftlicher Zusammenhang vor allem durch die reine Existenzverwertung (siehe [[Existenzwert]]) über den [[Kredithandel]] des [[Finanzkapitals]] in der [[Konkurrenz]] der [[Nationalstaaten]] eines [[globalen Lebensverhältnisses]] der [[internationalen]] Menschheit (siehe hierzu auch [[internationale Kommunalwirtschaft]]). Der gesellschaftliche Lebenszusammenhang der Menschen vollzieht sich darin über ihren bloßen [[Geldbesitz]] in einem [[feudalisierte]] [[Kapitalismus]] (siehe [[Feudalkapitalismus]]), der unzählige [[Ereignisse]] zur [[Befriedung]] und Bindung der Bevölkerung in ihrem [[zwischenmenschlichen Menschsein]] nötig hat (siehe [[Eventkultur]]). Sie müssen sich in diesem Zweck vor allem [[selbst vergegenwärtigen]], sich selbst als Mensch sinnvoll machen, müssen sich selbst als Mittel des zwischenmenschlichen [[Erlebens]] bereitstellen und für [[Ereignisse]] zur [[Bildung]] von [[Selbstgefühlen]] herrichten (siehe auch [[Ästhetik]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wo sich das gegenständliche Verhältnis der Menschen im Kapitalismus noch als [[realwirtschaftlich]] objektivierte [[Subjektivität]] im [[Wert]] der Produkte abstrakt gesellschaftlich vermittelte, war sie unter dieser Bedingung zu einem [[subjektiven]] Objekt der Lebensverhältnisse geworden, worin das Kapital sich im Menschen selbst forttreibt und dessen unmittelbare Menschlichkeit als [[objektive]] Zwischenmenschlichkeit in seinen Dienst stellt, in der sich Menschen wechselseitig als Objekte ihrer [[Subjektivität]] verhalten und aufeinander beziehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In ihrer [[Wahrnehmung]] ist dennoch ihr ganzes Menschsein [[gegenwärtig]], weil sie in ihren Verhältnissen zur [[sinnlichen]] [[Tatsache]] ihres [[Daseins]] geworden sind, das sie im [[Allgemeinen]] zwar außer sich [[erfahren]], aber für sich [[wahrhaben]]. Als Material ihrer wechselseitigen Selbstwahrnehmung müssen sie sich in der [[Erfahrung]] ihrer gesellschaftlichen [[Isolation]] äußerlich, also [[abstrakt]] und [[allgemein]] (siehe auch [[abstrakt Allgemeines]]) [[bedingt]], aber zugleich voraussetzungslos als ganzer Mensch [[persönlich]] begegnen, um in ihrem Dasein als Mensch den [[abstrakt menschlichen Sinn]] und Zweck im Menschsein für und durch andere zu erfüllen. Und sie müssen sich in diesem [[Zweck]] auch [[vergegenwärtigen]], sich selbst als Mensch sinnvoll machen., müssen sich selbst als [[sinnliches]] [[Mittel]] ihres zwischenmenschlichen [[Erlebens]] herrichten und bereitstellen. Wo das gegenständliche Verhältnis des Kapitalismus als objektivierte [[Subjektivität]] sich noch im [[Wert]] der Produkte abstrakt vermittelte, wird es unter dieser Bedingung zu einem [[subjektiven]] Objekt, worin das Kapital sich im Menschen selbst forttreibt und dessen unmittelbare Menschlichkeit als [[objektive]] Zwischenmenschlichkeit in seinen Dienst stellt, in der sich Menschen wechselseitig als [[Objekte]], als [[Material]] ihrer [[Subjektivität]] verhalten und aufeinander beziehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was die Menschen in solchen [[zwischenmenschlichen Verhältnissen]] unter sich für ihr Leben [[notwendigerweise]] [[wahrhaben]], verfügen sie in ihrer wechselseitigen [[Selbstbezogenheit]] über sich als [[Material]] ihrer [[Gemeinschaft]] als [[Objekte]] ihrer [[Beziehungen]]., worin sie sich [[subjektiv]] [[gelten]] (siehe auch [[Geltungsstreben]]) und sich durch ihre [[Selbstvergegenständlichung]] gültig machen müssen (siehe auch [[Selbstverwertung]]). Sie erscheinen sich deshalb auch selbst als [[Subjekte]] einer menschlichen [[Objektivität]] in einer [[Gesellschaft]], in der sie nach wie vor doch nur [[persönlich]] als vereinzelte Einzelne existieren können - was immer sie hierin auch vergemeinschaften mögen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Wahrnehmung]] nimmt für [[wahr]], was sie [[wahrhat]] (siehe hierzu auch [[Ästhetik]]). Nötig hierzu ist, dass sie sich hiervon unterscheiden kann und zugleich in ihrem [[Gegenstand]] ihr [[Leben]] findet, empfindet und befindet und also [[Achtung]] für sich in dem findet, was sie erkennt. Von daher ist die [[Selbstachtung]] die [[Bedingung]] einer jeden [[Erkenntnis]], die solcher [[Wahrheit]] zu entnehmen ist. Wo sie missachtet wird, wo Menschen in ihren [[zwischenmenschlichen Verhältnissen]] keine [[Gegenwärtigkeit]] für sich finden, wird [[Wahrnehmung]] [[ohnmächtig]] und auf sich selbst verworfen (siehe auch[[tote Wahrnehmung]]). In ihrer [[Selbstwahrnehmung]] verlieren sie ihren wirklichen [[Gegenstand]] und verwirklichen sich in einer [[Selbstbeziehung]] [[zwischen den Menschen]], die ein [[Geltungsstreben]] nötig hat, um sich selbst in ihren [[Beziehungen]] zu verwerten, indem sie [[Selbstwert]] erlangen kann (siehe hierzu[[zwischenmenschliche Beziehung]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Menschen können sich in anderen Menschen nur [[erkennen]], sofern sie sich selbst von ihnen unterscheiden, sich in der [[Beziehung]] auf sie als ein anderes, als ein eigenes [[Wesen]] finden und [[empfinden]]. Im [[Verstand]] ihrer [[Zwischenmenschlichkeit]] nehmen sie sich aber nur zwischen sich und anderen wahr, [[reduzieren]] sich auf ein gemeines [[Wesen]], das weder das eine, noch das andere, das also alleine, im Einzelnen nur durch ihre [[Gemeinschaft]] da ist (siehe [[Dasein]]), In solcher [[Wirklichkeit]] ist es darin gleich geltend, in [[Wahrheit]] ganz [[gleichgültig]] gegen ihre [[Bestimmung]] da, was sie auch [[gleichgültig]] gegen ihre [[Bestimmtheit]] macht. Denn zwischen ihnen kann nichts anderes sein als eine [[Abstraktion]] von ihnen, das [[abstrakt Allgemeine]] ihrer [[Gemeinschaft]], ihr [[abstrakt menschliches Sinnlichsein]]. Im zwischenmenschlichen Verhältnis bildet sich nach dem Vermögen eines bestimmten [[Lebensraums]] eine [[Gemeinschaft]], worin die Menschen im [[Allgemeinen]] untereinander, also zwischen sich als Mensch, wie er leibt und lebt verkehren. Das setzt eine gesellschaftliche [[Beziehung]] voraus, in welcher ihre Verhältnisse gleich und im Vergleich, eben so wie die [[Beziehungen]] der Geldformen im [[Geldbesitz]] bestimmt sind. [[Zwischenmenschliche Beziehungen]] verbrauchen sich gleichgültig wie [[Geld]], sind [[Beziehungen]] im [[Gebrauchswert]] des [[Geldes]] (siehe hierzu [[fiktives Kapital]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im [[Dazwischensein]] ist etwas, das weder das Eine noch das Andere sein kann, in dem es dazwischen ist. Es ist also etwas, von dem in dieser [[Beziehung]] unentwegt abgesehen wird, weil es nicht so da ist, wie es der [[Umstände]] halber (siehe auch [[Lebensumstände]]) [[da sein]] müsste. Es ist die Form eines [[abwesenden]] [[Wesens]], die [[Form]] einer [[Isolation]], die nicht isoliert sein kann, weil sie ein [[Wesen]] hat, das [[abwesend]] ist. Es ist das [[Dasein]] einer [[Abstraktion]], die [[Wirklichkeit]] einer unmöglichen [[Beziehung]], einer [[widersinnigen]] [[Beziehung]], die nur durch ihre [[Abwesenheit]] sich erfüllen kann. Es ist die [[Form]] eines [[Seins]], das in seinem [[Dasein]] einen [[Doppelcharakter]] hat, das sich in zwei Existenzweisen verwirklicht, die sich nicht wirklich beziehen können (siehe hierzu [[Dialektik]]) und nur durch das [[Dazwischensein]] ihres aneinander relativierten [[Dasein]]s in [[Beziehung]] sind (siehe hierzu auch [[Tauschwert]]). Von daher ist das [[Dazwischensein]] ein wesentlicher [[Begriff]] für das [[Verständnis]] des [[widersprüchlichen]] [[Daseins]] eines [[Kulturbürgertums,]]das außer sich alle Äußerungen (siehe auch [[Tätigkeit]]) nur durch sich und für sich [[wahrnimmt]], sich in allem [[wahrhat]], was es in [[Wahrheit]] nicht [[wirklich]] sein kann. Es ist das [[Dasein]] einer [[unwirklichen]] [[Wahrnehmung]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[Negativverwertung]] des [[fiktiven Kapitals]] (siehe auch [[Feudalkapital]]) entwertet nicht nur die [[Arbeit]] der Menschen, sondern macht die Menschen selbst hiergegen [[ohnmächtig]], so dass sie in den [[realwirtschaftlichen]] [[Beziehungen]] ihre [[Selbstachtung]] zunehmend aufgeben müssen. Daher beziehen sie ihr [[Selbstbewusstsein]] als Mensch immer mehr aus den [[unmittelbare]]n [[Verhältnissen]] der Menschen jenseits der [[wirtschaftlichen]] [[Reproduktions]]form der [[produktiven Arbeit]] aus dem, wie sie sich [[wahrnehmen]] und [[wertschätzen]] (siehe hierzu auch [[Selbstwert]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im [[Geldbesitz]] ist das [[Haben]] eine [[Selbstverständlichkeit]], denn der [[Gebrauchswert]] des [[Geldes]] ist [[ausschließlich]], dass man aus und mit [[Geld]] alles machen kann. So versteht es sich auch von selbst, dass zwischen den Menschen jeder Mensch brauchbar wird, der sich in [[zwischenmenschlichen Verhältnissen]] [[nützlich]] machen kann. Die Sache selbst und auch ihr [[Gebrauchswert]] fällt hinter den Zweck einer Optimierung dieses [[Nutzens]], so dass sich die Menschen darin auch selbst und für sich selbst unmittelbar vergegenständlichen. In ihren [[zwischenmenschlichen Beziehungen]] sind sie sich aber nicht wirklicher [[Gegenstand]] ihrer [[Beziehungen]], sondern [[Gegenstand]] einer [[Gemeinschaft]] der [[Nutzung]] und Vernutzung des menschlichen [[Lebens]] in [[Beziehungen]] als [[Objekte]] ihrer [[zwischenmenschlichen Verhältnisse]]. Sie gelten sich als wechselseitige [[Objekte]] ihrer hieraus [[bedingten]] [[Lebensäußerungen]], [[Einverleibungen]] ihres [[Lebens]] in und durch das [[Erleben]] von [[Beziehungen]] als [[subjektive]] [[Objekte]] in Objekt-Objekt-Verhältnissen, die nur für sich selbst in einem [[Verhältnis]] von [[Selbstbezogenheiten]] als deren leibhaftige [[Lebensumstände]] [[Sinn]] machen können und hiernach auch die [[Ereignisse]] ihres [[Lebens]] ausrichten (siehe [[Eventkultur]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zwischenmenschlichkeit ist von daher ein [[widersinniger]] [[Begriff]]. der schon vor aller [[Erfahrung]] angelegt ist. Menschlichkeit kann es nicht zwischen Menschen, sondern nur durch sie geben. Auch können Menschen nicht als reine Individuen für sich existieren, sodass zwischen ihnen ein [[Raum]] verbleiben könnte, weil sie immer schon in gesellschaftlicher Bezogenheit existieren, daher sich einander auch in ihren [[Beziehungen]] schon [[ergänzen]], um als Menschen [[leben]] zu können. Im Zusammenwirken in den [[Verhältnissen]] ihrer [[Ergänzung]] bilden sie ihre [[Gesellschaft]] vermittels der [[Gegenstände]], die sie hierbei erzeugen und durch die sie ihre [[Bedürfnisse]] befriedigen, entwickeln und bereichern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine menschliche Gesellschaft ist nicht nur ein Produktionsverhältnis, sondern immer auch ein [[gegenständliches]] [[Verhältnis]] vieler [[Beziehungen]] der Menschen zu ihren [[Sachen]] wie auch zu sich als gesellschaftliche [[Subjekte]]. Die produzieren durch ihre [[Arbeit]] nicht nur [[nützliche]] [[Dinge]] zur [[Befriedigung]] ihrer [[Bedürfnisse]] sondern zugleich ihr sinnliches [[Leben]], ihre [[Kultur]] als [[Sinn]] ihrer [[Lebensäußerung]] im [[Dasein]] ihrer [[Geschichte]]. In allen menschlichen [[Beziehungen]] haben sich daher Menschen immer schon nicht nur sachlich, sondern im anderen Menschen zum [[Gegenstand]], beziehen sich [[gegenständlich]] auf sich und ihre [[Sache]], immer also als [[tätiger]] und sich mit all seinen [[Sinnen]] [[gegenständlich]] so [[wahrnehmender]] Mensch, wie er sich [[gesellschaftlich]] [[wahrhat]] und den [[Reichtum]] seines [[Lebens]] als [[Reichtum]] seiner [[Beziehungen]] auf Menschen und Sachen, auf seine [[Natur]] entfaltet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In [[Gemeinschaften]], in denen Menschen ihr Vermögen aus einem sachlichen [[Reichtum]] von Arbeitsprodukten beziehen, die nicht [[wirklich]] als gesellschaftlicher [[Reichtum]] existieren, sondern [[getrennt]] hiervon sich als gesellschaftlich isoliertes Privatvermögen einer [[abstrakten]] Sache, als [[Geldbesitz]] vermittelt und mitteilt, bleiben sie sich in ihrer [[Gesellschaft]] selbst [[wesentlich]] [[fremd]]. Denn darin werden die [[Beziehungen]] menschlicher Lebenstätigkeit nur [[abstrakt]] als [[Privateigentum]] [[vermittelt]] und da ist etwas Menschliches zwischen ihnen, was nicht [[unmittelbar]] menschlich sein kann, weil es nicht [[gesellschaftlich]] durch seine [[gesellschaftliche]] [[Vermittlung]] existiert. Ihre [[Beziehung]] wird dadurch geheimnisvoll, außer sich durch [[Gefühle]] begründet und [[bestimmt]], deren [[Inhalt]] nicht wirklich zu [[empfinden]] ist. Ihre [[zwischenmenschliche]] [[Kultur]] [[erscheint]] als eine [[Mystifikation]] ihrer gesellschaftlichen Beziehung, denn zwischen den Menschen ist der Mensch außer sich: [[objektiv]] und doch ungegenständlich, [[Objekt]] für sich und andere, das nur durch sein Dazwischentreten [[wirklich]] [[subjektiv]] sein kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In [[zwischenmenschlichen Beziehungen]] [[beziehen]] sich die Menschen auf sich so, wie sie sich [[wahrnehmen]], wie sie sich durch andere [[bewahrheitet]] sehen, wie sie sich in ihnen und durch sie [[wahrhaben]], in dem also finden und [[empfinden]], wodurch sie zwischen sich und anderen [[bestimmt]] sind. Ihre [[Empfindungen]] sind daher schon vor aller [[Erfahrung]] [[Selbstempfindungen]], durch die ihre [[Gefühle]] [[bestimmt]] werden, in denen sie sich durch andere außer sich unterschiedslos [[wahrhaben]] und sich durch sie verinnerlichen, sich in ihrer [[Selbstbezogenheit]] nurmehr an sich selbst [[erinnern]] können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[zwischenmenschlichen Beziehungen]] der Menschen in diesen [[Verhältnissen]] sind daher nicht zwischen ihnen, sondern durch die [[Elementarform]] einer zwischenmenschlichen [[Wahrnehmung]] als [[Beziehung]] in und durch diese [[Verhältnisse]] begründet, die sie als ihre [[geschichtlich]] gebildete [[gesellschaftliche]] Form ihres [[Lebens]] haben. Sie verhalten sich immer als Menschen zueinander, zu sich wie zu ihren [[Gegenständen]], - aber nicht als bloßes Resultat einer objektiven Geschichte in einer objektiven Welt (siehe [[Determinismus]]) oder zwischen ihren Eigenwelten als [[Privatpersonen]], sondern immer zugleich als geschichtsbildende, sich menschlich wie sachlich gesellschaftlich äußernde und hierdurch vergegenständlichende [[Wesen]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist dann dieses [[Verhältnis]] in seiner Zwischenmenschlichkeit die [[Elementarform]] einer [[Gesellschaft]] zwischen allem, was menschlich erscheint, eine [[zwischenmenschliche]] [[Gesellschaft]] - eine [[abstrakt menschliche Gesellschaft]] - in der von allen [[Gewissheiten]] abgesehen wird, durch welche die Menschen sich [[erkennen]] und verkehren. die ihnen aber eine äußere [[Notwendigkeit]] ihres Verkehrs auferlegt, die der unbedingten [[Tatsache]] ihrer Verhältnisse entspringt und ihren als [[Lebenspflichtigkeiten]] ihrer [[Elementarform]] zukommen, die ihre Entwertungsverhältnisse (siehe [[Negativverwertung]]) kompensieren müssen. Die Menschen können sich nicht mehr in ihrer unmittelbaren Beziehung als gesellschaftlichen Menschen erkennen, da sich in den zerteilten Sinnbezügen die [[persönlichen]] [[Verhältnisse]] der [[zwischenmenschlichen Beziehunge]]n aus dem [[allgemeinen]] Verhalten der [[Selbstgefühle]] ergeben. So bleibt ihre [[körperliche]] [[Existenz]] als letztliche - weil [[allgemeinste]] - Erscheinungsform ihres [[Selbstwerts]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Menschen verhalten sich zuerst zu sich und anderen als Naturwesen, die durch ihre [[Naturmächtigkeit]] [[gesellschaftlich]] sind. In ihrer gesellschaftlichen [[Wirklichkeit]] beziehen sich die Menschen daher immer schon [[gegenständlich]] auf sich und ihre [[Sache]], sind sinnlich hierüber immer schon durch diese [[gesellschaftlich]] vermittelt. So sind zwar die Menschen sachlich durch den [[Gegenstand]] ihres [[Lebens]] und durch ihre [[Sache]] zugleich menschlich, also immer durch ihre [[Subjektivität]] [[bestimmt]], sind aber objektiv zugleich nur durch sie gesellschaftlich, ihr auch unterworfen, von ihr abhängig (lat. subjectum: das sub=darunter-jektum=geworfene im Sinne von Zugrundeliegendem). Sie sind [[bestimmend]]. weil sie darin ihr Leben geäußert und veräußert haben und außer sich finden und zugleich in einer bestimmten [[Beziehung]] durch ihr Produkt, darin bestimmend und bestimmt zugleich. Aber sachlich erkennen sie sich nur durch die [[gesellschaftliche]] [[Form]], in der diese für sie [[da ist]]. Wo diese aber nicht mehr wirklich für sie da ist, das [[Dasein]] dieser [[Form]] nicht dem gesellschaftlichen Inhalt ihrer [[Sache]], dem [[Reichtum]] ihrer [[Beziehungen]] entspricht, wird [[Gesellschaft]] zu einer [[Form]] des Mangels an [[Sinn]] für ihre [[Sache]] und diese als hiervon getrenntes gesellschaftliches Produkt, das als [[fremde]][[Form]] gleichgültig, bestimmt und [[gleichgültig]] gegen ihre Bestimmtheit ist und von daher ihre gesellschaftlicher Lebensäußerung durch ihr [[gleichgültiges]], ihr gleich geltendes Dasein [[bestimmend]] und für sich selbst mächtig wird: Sie wird zur [[Formbestimmung]] ihrer [[Entfremdung]], in der diese nur in einer [[abstrakten]] [[Beziehung]] rein persönlich und [[privat]] für sie da ist, ganz gleich, wie und warum die Menschen als [[Personen]] mit Menschen [[gesellschaftlich]] oder [[gemeinschaftlich]] zwischen sich und anderen verkehren, ganz [[gleichgültig]], wie sie sich gegenständlich oder [[zwischenmenschlich]] darin finden und [[erkennen]]. Die hieraus gebildete Gesellschaft ist daher immer eine [[abstrakt menschliche Gesellschaft]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn sich die gesellschaftlichen [[Beziehungen]] der Menschen im [[Wesentlichen]] nicht mehr [[sachlich]] darstellen, sondern gesellschaftlich nur noch in [[persönlich]] bestimmten [[Ereignissen]] auftreten, [[reduziert]] sich das [[Leben]] der Menschen auf bloßes [[Erleben]]. Und die Verhältnisse zwischen ihnen selbst sind dann nur noch durch die [[Wahrnehmungen]] ihres [[Erlebens]] vermittelt. Nicht ihre Lebensgestaltung, nicht ihre Lebenstätigkeit äußert sich in ihren Verhältnissen, sondern nur das, was sie durch einander [[wahrhaben]]. Ihre [[Wahrnehmungen]] von einander sind von daher auch durch einander die [[Mittel]] ihrer Entfaltung und [[Entwicklung]]. Sie stellen einen Zusammenhang dar, der durch ihre Mitte geht, sich in ihnen [[wahrmacht]]. Und diese Vermittlung besteht aus dem [[Sinn]], der zwischen ihnen in [[Beziehung]] ist: Der [[Sinn]] ihres [[Erlebens]], der vom gesellschaftlichen [[Nutzen]] ihrer [[Tätigkeit]] getrennt ist ist somit zum [[Sinn]] einer [[abstrakt]] gesellschaftlichen Beziehung, zu einem [[abstrakt menschliche Sinn]] in zwischenmenschlichen Verhältnissen geworden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Er ist abstrakt gegen ihr wirkliches [[Leben]], denn er setzt zum einen [[Ereignisse]] voraus, die sich jenseits der Lebensproduktion objektiv ergeben und er wird zum anderen auch so erzeugt, wie ihre [[Erlebnisse]] für die [[Selbstwahrnehmung]] sein müssen, lebensnotwendig für ihre [[Wahrnehmung]] sind. In der Kultur der [[Ereignisproduktion]] entfaltet sich eine Sinnlichkeit, die eine Welt schafft, wie sie sein muss, um in einer Welt zu leben, worin sie sich nicht wirklich äußern und ihr [[Leben]] gestalten können und die daher auch nichts mehr für sie sein kann. Der [[abstrakt menschliche Sinn]] bleibt daher auch immer der [[ausschließliche]] und ausschließende Sinn einer [[Gesellschaft]], die ihre eigenen [[Gründe]] und ihr eigenes Wohl nur durch andere Welten hat (siehe hierzu auch [[Existenzwert]]). Hier sind die Menschen [[Subjekte]] wie [[Objekte]] ihrer Verhältnisse und kommen darin wechselseitig auf ihre [[Subjektivität]], auf sich durch ihre objektive Vermittlung zurück. Der [[Objektivität]] der zwischenmenschlichen Kultur ist zwar das Medium ihrer Selbständigkeit und ihrer [[Freizeit]] durch ihren [[Geldbesitz]] vorausgesetzt. Aber für die Menschen vermittelt sich darin nicht ihr [[Geld]], sondern der Sinn, den sie für ihr zwischenmenschliches [[Erleben]] durch ihre [[Wahrnehmungen]] und Selbstwahrnehmungen in ihren zwischenmenschlichen [[Beziehungen]] haben, durch den [[Eindruck]], den sie aufeinander machen, bilden und im bloßen [[Ausdruck]] ihres gesellschaftlichen Daseins als ihre [[Sitten]] und [[Gebräuche]] (siehe auch [[Kult]]) entwickeln. Als Subjekte wie Objekte ihrer Wahrnehmungen finden die Menschen an einander das, was sie durch einander auch von sich verspüren. Aber was sie aneinander finden kann nicht zugleich das sein, was sie durch einander fühlen, da sich das [[Gefühl]] erst aus den [[Empfindungen]] nach ihrer [[Geschichte]] an [[Erfahrung]] ergibt. In ihren [[Verhältnissen]] vereint sich daher, was die Menschen zwischen Vergangenheit und Gegenwart durch einander erfahren haben und was sie zugleich voneinander trennt, weil und wo Ihre Gefühle als [[Mittel]] und [[Zweck]] ihrer [[Beziehung]] zu ihrem Lebensverhältnis wurden. Weil und sofern sie keine wirkliche Geschichte mehr bilden können, bildet sich in ihrer [[Selbstwahrnehmung]] eine Welt voller Geschichten der [[isolierten]] [[Subjektivität]] ihrer [[Zwischenmenschlichkeit]] aus, in der eine Zusammengehörigkeit des [[Erlebens]] entsteht und besteht, worin die Menschen vor allem den [[Sinn]] füreinander finden können, den sie durch einander, durch ihre bloße [[Anwesenheit]] schon [[abstrakt]] haben, ohne sich seiner [[wirklich]] [[gewiss]] sein zu können (siehe hierzu auch [[abstrakt menschlicher Sinn]]). Die [[Erlebnisse]] der Menschen, wie sie in [[zwischenmenschlichen Beziehungen]] zustande kommen, vollziehen sich daher in einer Welt voller [[Gefühle]], die ihre Gewissheit ausschließlich in der Form ihrer [[Verhältnisse]] haben und worin jedes Gefühl aus [[Empfindungen]] entsteht und jede Empfindung im [[Gefühl]] auch den [[Sinn]] ausdrückt, der sich darin gefunden hat. Was sich aber im Gefühl findet und ereignet ist nicht das, was die Empfindung der zwischenmenschlichen Ereignisse ausmacht. Im Gefühl gestaltet zwar die Empfindung ihre Erinnerung, verliert sich aber auch darin, soweit und sofern das Gefühl nicht auf das Ereignis zurückkommen kann, das es erinnert. Es erfährt seinen Sinn aus dessen Erleben und reflektiert dies in sich, muss aber zugleich von seiner Sinnesform abstrahieren, um als Gefühl auch für sich zu bestehen, bestehen zu bleiben. So stellt sich die äußere Vermittlung der zwischenmenschlichen Ereignisse auch in der Trennung zwischen ihren Empfindungen von ihren Gefühlen dar. Was bleibt, ist ein Bild, in welchem beides vereint erscheint, und das auf seinen Sinn mal im Einzelnen, ein andermal im Allgemeinen zurückkommen kann. Jedes Gefühl kann daher auch leicht in die Irre gehen. Zwischenmenschlichkeit ist wesentlich der [[Begriff]] für ein [[Dasein]] von Menschen unter Menschen, das sich auf das einfachste Menschsein zwischen Menschen [[reduziert]], das also das letztendliche [[Sein]] von Menschen ausmacht, die darin ihre bloße [[Gegenwärtigkeit]] als Mensch finden und schon in ihrer bloßen [[Anwesenheit]] [[empfinden]] können - ganz gleich, in welcher [[Gesellschaft]], unter welchen [[allgemeinen]] [[Bedingungen]] sie [[existieren]] und von daher ihr [[Leben]] auch durch sich selbst schon - [[gleichgültig]] gegen dessen [[Gegenständlichkeit]] und [[Gegenstände]] - [[verstehen]] und [[begreifen]]. In [[zwischenmenschlichen Verhältnissen]] gelten sich die Menschen als [[unmittelbar]] [[persönliche]] Partner in ihren gesellschaftlichen [[Beziehungen]], weil und sofern ihnen ihre [[Gesellschaft]] als die bloße [[Gemeinschaft]] ihres [[Besitzstandes]][[erscheint]], - weil ihnen ihre gesellschaftliche [[Wirklichkeit]] [[substanziell]] [[gleichgültig]] sein kann, wenn ihre [[Lebensverhältnisse]] auf einer politischen [[Macht]] [[persönlicher]] [[Beziehungen]] - z.B. in den Verhältnissen von [[Geldbesitz]] - gründen. Daraus ergibt sich eine eigenständige [[Kultur]] von [[Persönlichkeiten]], die alleine schon durch ihren [[Privatbesitz]] gesellschaftlich mächtig sind und ihre [[Macht]] auch persönlich [[teilen]] und mitteilen. Von da her ist Zwischenmenschlichkeit die [[Elementarform]] der [[bürgerlichen Kultur]], die [[Substanz]] der [[Wahrnehmung]] eines [[Lebens]] in [[zwischenmenschlichen Verhältnissen,]] den [[Lebensverhältnissen]] der [[bürgerlichen Kultur]], deren [[Elementarform]] sich darin durch ihre [[Empfindungen]] und [[Gefühle]] [[gesellschaftlich]] durch ihre [[Selbstgefühle]] verwirklicht. Um sich als Mensch zu finden und zu [[empfinden]] müssen sie sich darin leiden können, durch ihr wechselseitiges [[Leiden]], durch die [[Subjektivität]] ihrer [[Wahrnehmung]], durch ihre [[Selbstwahrnehmung]] verbunden sein. Weil sie diese in einer ungegenständlichen [[gesellschaftlichen]] [[Wirklichkeit]] für sich nötig haben, weil sie darin ihre [[Sache]] für sich als Wahrnehmung durch andere haben, wird ihre Lebensäußerung durch andere Menschen gegenständlich. Nicht was sie sachlich erzeugen und finden, indem sie diese für ihr [[Leben]] zu [[nutzen]] wissen, sondern was sie durch andere Menschen von sich [[empfinden]] und [[fühlen]], sind sie in der [[Subjektivität]] ihrer zwischenmenschlichen [[Wahrnehmung]] zugleich [[objektiv]] für einander. [[Zwischenmenschlich]] finden sie sich außer sich als Mensch, der nur [[Sinn]] für sich haben kann, weil und sofern ihm seine [[Sache]] [[gleichgültig]] geworden ist, keinen [[Sinn]] durch sie und für sie hat. Ihr [[kulturelles]] Verhältnis hat sich dann von ihrem [[wirtschaftlichen]], der [[Sinn]] vom [[Nutzen]] seiner [[Sache]] abgetrennt. Nicht was diese gesellschaftlich verbindet und worüber die Menschen sich außer sich auch [[gegenständlich]] finden und [[empfinden]], sondern was sie ganz ungegenständlich dadurch füreinander sind, dass sie sich selbst wie ein [[Gegenstand]] für andere verhalten, können sie auch nur durch die [[Ereignisse]] füreinander da sein, die sich in ihren [[Beziehungen]] ergeben und in denen sie ihre [[zwischenmenschlichen Beziehungen]] [[erleben]]. Als Substantiv unterstellt der [[Begriff]] Zwischenmenschlichkeit allerdings, dass es zwischen den Menschen etwas gibt, das sich von ihrem [[wirklichen]] Menschsein in ihren gesellschaftlichen Verhältnissen unterscheidet, eine [[Beziehung]] zwischen ihnen, die eine eigene [[Substanz]] haben würde, etwas Menschliches jenseits ihrer Tätigkeiten und Lebensäußerungen, ihrer gegenständlichen Welt. Doch was soll da noch zwischen ihnen sein? Ihre Seele? Ihr Körper? ihre Familie? Nein, wäre es dazwischen, so wären sie hierdurch voneinander getrennt. Es kann sich hierbei also nur um die [[Wahrnehmung]] einer Getrenntheit zwischen den Menschen in ihrer [[Gesellschaft]] handeln, um eine [[Trennung]] zwischen deren [[wirtschaftlichen]] und den [[kulturellen]] Grundlagen, der Trennung von [[Nutzen]] und [[Sinn]] ihrer [[Verhältnisse]]. Menschen verhalten sich schon immer zu Menschen und ihren Sachen, leben also immer schon in und durch die [[Kultur]] ihrer [[gesellschaftlichen]] [[Verhältnisse]]. Menschen [[erkennen]] sich in Menschen, weil sie sich selbst in ihnen zum [[Gegenstand]] haben, sich selbst darin finden, [[empfinden]] und sich als Mensch [[wahrhaben]]. Ihre [[Gefühle]] entwickeln sich aus diesen [[Empfindungen]] und sind die sinnliche Form ihrer [[Selbsterkenntnis]], soweit ihre [[sinnliche Gewissheit]] als Mensch hierbei sich gewahr ist. Von daher ist ihre [[Wahrnehmung]] immer schon die [[Form]] einer [[Erkenntnis]] durch ihr Menschsein unter Menschen. Was sie äußern und außer sich sind, haben sie als [[Erinnerung]] auch in sich, kommen auf sich zurück als Mensch, der seine [[Tätigkeit]] leidet, soweit er sie [[leiden]] kann. Die [[wirklichen]] [[Beziehungen]] der Menschen sind nicht zwischen ihnen, sondern durch sie in den [[Verhältnissen]] begründet, die sie als ihre [[geschichtlich]] gebildete [[gesellschaftliche]] Form ihres [[Lebens]] auch in [[gegenständlicher]] Form, also [[objektiv]] haben. Sie verhalten sich darin immer als sich [[ergänzende]] Menschen in ihrer [[Gesellschaft]] zueinander, zu sich wie zu ihren [[Gegenständen]], - aber nicht als bloßes Resultat einer objektiven [[Geschichte]] in einer objektiven Welt (siehe [[Determinismus]]) oder zwischen ihren Eigenwelten als [[Privatpersonen]], sondern immer zugleich als geschichtsbildende, sich menschlich wie sachlich gesellschaftlich äußernde und hierdurch vergegenständlichende [[geistige]] [[Wesen]]. In allen menschlichen [[Beziehungen]] haben sich Menschen im anderen Menschen zum [[Gegenstand]], beziehen sich gegenständlich auf sich und ihre [[Sache]], immer also [[gesellschaftlich]]. Doch in [[Gemeinschaften]], in denen sie ihr Vermögen aus einem sachlichen [[Reichtum]] von Arbeitsprodukten beziehen, die nicht als [[wirklich]] gesellschaftlicher [[Reichtum]] existieren, sondern abstrakt hiervon als Privatvermögen einer [[abstrakten]] Sache, als [[Geldbesitz]], in welchem die [[Beziehungen]] menschlicher Lebenstätigkeit nur [[abstrakt]] [[vermittelt]] sind, ist etwas Menschliches zwischen ihnen, was nicht [[unmittelbar]] menschlich sein kann. Mit der [[Entwicklung]] der [[bürgerlichen Gesellschaft]] konnte sich ihre Lebensvermittlung auf ihren Märkten immerhin schon [[gegenständlich]] darstellen. Aber in dem Maß, wie das [[Geld]] zum [[Subjekt]] dieser Vermittlung wurde (siehe [[Zahlungsmittel]]), war es nurmehr der [[Reichtum]] an Geld, worin sie die [[Gegenstände]] ihrer Lebensäußerung auf einander beziehen konnten. Was sie durch ihre [[Arbeit]] vergegenständlichten wurde ihnen in dieser Produktform entgegenständlicht (siehe [[Entfremdung]]) und der Mensch zu einem [[bürgerlichen Subjekt]]. Das [[bürgerlichen Subjekt]] lebt im [[Willen]] des [[Geldbesitzes]], ist [[subjektiv]] also eine [[Persönlichkeit]], die ihre [[Beziehungen]] durch [[Geld]] als [[Zahlungsmittel]] bewirkt und sich in den hierdurch bedingten[[zwischenmenschlichen Verhältnissen]] als Mensch bespiegelt, sich [[persönlich]] durch die bloße [[Anwesenheit]] von Menschen als Mensch bestimmt sieht, sich also als Widerschein des Menschlichen durch andere als [[Subjekt]] seines [[Lebens]] wahrhat, als [[Zwischenmensch]] [[narzisstisch]] lebt, während es ihm frei steht, was es von diesem wahrnimmt. Das [[bürgerliche Subjekt]] ist daher ein [[objektiv]] bestimmtes [[Subjekt]], das seine [[Subjektivität]] in Objekt-Objekt-Beziehungen bildet und bestärkt. Und so entwickeln sich von daher auch seine [[zwischenmenschlichen Verhältnisse]] durch ihre [[objektiv]] bestimmte [[Selbstwahrnehmung]] zu einer [[bürgerlichen Kultur,]] in der sie sich durch ihr Menschsein wahrhaben und als diese bespiegeln, wie Narziss, der sein Liebe nur in seinem Spiegelbild finden kann (siehe auch [[Narzissmus]]). Im Unterschied zu einem gegenständlichen menschlichen [[Verhältnis]] beruht ein [[zwischenmenschliches Verhältnis]] auf einer menschlichen [[Beziehung]], die sich [[unmittelbar]] zwischen den Menschen durch ein [[Verhalten]] ergibt, das sie für sich [[wahrnehmen]] und an sich [[wahrhaben]], das also an und für sich ein [[Verhältnis]] ihrer [[Wahrnehmung]] ist, in der sie sich [[erkennen]] können, wenn sie keine [[gegenständliche]] [[Form]] ihrer [[Lebensäußerung]] finden und diese daher auch nicht [[empfinden]] können. Doch im Unterschied zu diesem existieren sie körperlich auch wirklich als Widerschein ihrer menschlichen Eigenschaften und können sich daher auch wirklich in dieser Eigenschaftlichkeit erkennen - wenn auch nicht unmittelbar als Mensch, sondern als Objekt ihres [[Daseins]] unter Menschen. Wo ihnen in der [[bürgerlichen Gesellschaft]] ihre wirklichen [[Lebensverhältnisse]] [[entgegenständlicht]] sind, wird auch ihre Lebenstätigkeit entgegenständlicht, ihre [[Bedürfnisse]], die sich darin als [[notwendiges]], inneres Verlangen äußern, in ihrer [[Befriedigung]] substanziell [[fremd]], ihre Lebensäußerung zu ihrer Lebensentäußerung. Ihre tätige [[Beziehung]] wurde so von der [[Wahrnehmung]] ihrer [[Sachen]] getrennt und zu einem Verhältnis des zwischenmenschlichen [[Erlebens]], zu einer [[Selbstwahrnehmung]], die sie zwischen ihrem Menschsein [[empfanden]], wo und soweit sie sich nicht mehr in ihren Produkten finden konnten. Darin verwirklicht sich ihre gesellschaftliche Zwiespältigkeit zu [[zwischenmenschlichen Verhältnissen]], die sich im Maß des Geldreichtums und seiner [[Verselbständigung]] als Lebensform gegen die [[Entfremdung]] ihrer Sachwelt totalisierten. Und deshalb erscheint ihnen ihre Zwischenmenschlichkeit als Art und Weise, als [[Kultur]] ihres Überlebens als Menschen, als [[Lebensraum]] ihrer [[Selbstwahrnehmung]] wiederum höchst vertraut. Aber diese Kultur reflektiert sich selbst nur aus dem [[gesellschaftlichen]] Verhältnis, das die Menschen durch ihre Vergegenständlichungen im [[Allgemeinen]] gebildet haben und worin sie ihre [[Gegenstände]] auch wirklich aufeinander beziehen, auch wenn sie es nur durch Geld gesellschaftlich vermitteln und ihre [[Existenz]] durch [[Geldbesitz]] mitteilen. Sie ist einerseits durch ihr körperliches [[Dasein]] als Mensch unmittelbar sinnlich und von daher nicht nur eine Prothese gegen ihre Lebensverhältnisse, zugleich aber auch gegen die [[Wirklichkeit]] der [[Marktwirtschaft]] oder zum Verbrauch in [[heilen Welten]] oder bloßen Events (siehe [[Ereignis]]) bestimmt. Ihre Beziehung ist als menschliche, wenn auch nur [[zwischenmenschliche Beziehung]]gegenwärtig, die im [[Nutzen]] nicht aufgehen kann, auch wenn sie durch ihn und seine [[wirtschaftlichen]] [[Gegebenheiten]] geboten ist. Sie ist also zugleich eine davon abgetrennte Sphäre von menschlichen [[Beziehungen]], die sich zwischen Menschen ergibt, wo ihnen die [[Beziehung]] über ihre [[Lebensmittel]] und [[Gegenstände]] ihres [[Daseins]] unnötig oder unmöglich geworden ist, wo ihnen der [[Nutzen]] ihrer [[Waren]], also der Tauschmittel [[gleichgültig]] wird, soweit sie genügend [[Geld besitzen]], um sich aus den Abhängigkeiten ihrer stofflichen [[Reproduktion]] erheben zu können und in einer selbständigen Sphäre der Zwischenmenschlichkeit sich wirklich aufeinander so beziehen können, wie sie sich durch ihren [[Geldbesitz]] vermitteln, wie sie hierdurch also als [[unmittelbarer]] Mensch erscheinen können. Dann ist ihre Kultur allerdings nicht durch ihr [[gesellschaftliches]] Verhältnis, sondern in ihrer hiervon abgetrennten [[Selbstwahrnehmung]] [[verkörperlicht]] und wird als [[zwischenmenschliches Verhältnis]] gegenwärtig, worin sich ihre [[Fähigkeiten]] als [[Eigenschaften]] von zwischenmenschlichen [[Persönlichkeiten]] als [[Privatpersonen]] so aufeinander beziehen, wie sie sich hierdurch [[wahr haben]], wie sie [[Sinn]] durch einander als [[Personen]] zwischen den Menschen finden und [[empfinden]] und sich darin an ihr Menschsein erinnern können (siehe auch [[Gefühl]]). Indem sie aus ihrer gesellschaftlichen [[Wirklichkeit]], aus ihren [[isolierten]] Lebenswirklichkeiten heraus einander finden, haben sie sich [[objektiv]] als [[Notwendigkeit]] wahr, darin ihr Menschsein begründen zu müssen. So [[unmittelbar]] sie sinnlich ihre [[Beziehungen]] ausleben mögen, so objektiv [[erleben]] sie sich darin auch als [[Sinnbildner]] ihrer Zwischenmenschlichkeit. Ihre Beziehungen sind in diesen Verhältnissen von daher immer wesentlich Objekt-Objekt-Beziehungen (siehe auch [[objektive Beziehung]]), die in ihrer [[Selbstwahrnehmung]] vollständig [[subjektiv]] erscheinen können, soweit sie [[ausschließlich]] das [[leben]] können, was sie unmittelbar [[erleben]] und sich in den [[Ereignissen]] ihres [[Lebens]] auch zu einer [[narzisstischen]] Persönlichkeit entwickeln können. Eine [[Kultur]], die sich in [[zwischenmenschlichen Verhältnissen]] bildet, besteht aus vielerlei [[Wahrnehmungen]] und [[Selbstwahrnehmungen]], die sich im [[Erleben]] zwischen den Menschen ergeben. Solche Wahrnehmungen reflektieren ihre [[Ereignisse]] so, wie sie in ihrer [[Wirkung]] auf sie schon [[gewollt]] und bemessen sind (siehe auch [[ästhetischer Wille]]), für die [[Erkenntnis]] aber schon in dem Augenblick vergangen sind, in dem sie entstehen, und also enden, ohne etwas anderes zu hinterlassen, als den Moment der [[Wahrnehmung]] selbst. In ihren Gefühlen abstrahieren sie notwendig von ihrer [[wirklichen]] [[Geschichte]] und bestehen nur in dem fort, worin sie schon bei ihrer Entstehung nicht [[wirklich]] begründet sein können, also im Grunde ihre Lebenswirklichkeit darin aufheben und nur in der [[Form]] [[erinnert]] werden können, wie sie vergangen, also ungegenwärtig ist. Sie beziehen sich auf keine [[Gegenstände]], sondern auf [[Ereignisse]], wie sie im bloßen [[Erleben]] stattfinden, ohne dass diese irgendeinen Zusammenhang erkennen lassen außer dem, was die [[Form]] dieser [[Verhältnisse]] ausmacht. Diese Form ist die [[unmittelbare]] Existenzform einer umstandslosen Begegnung, durch die Menschen sich [[erleben]], also sich als Menschen [[wahrhaben]], ohne [[wirklich]] menschlich da zu sein. Sie sehen sich in ihrer einzelnen [[Selbstwahrnehmung]] [[allgemein]] bestärkt, ohne dass sie sich als Mensch wirklich anders mitteilen können, als durch ihr bloßes [[Dasein]] in einem an und für sich zeitlosen [[Raum]]. Lediglich in ihren [[Wahrnehmungen]] und [[Selbstwahrnehmungen]] lässt sich [[erkennen]], was die Menschen von einender durch ihre [[Zwischenmenschlichkeit]] [[wahrhaben]], was sie existenziell im [[Sinn]] haben, ohne dass sich ihr [[Sinn]] [[wirklich]] äußert, ihr Tun und Treiben kein gegenständliches [[Leben]], keine wirkliche [[Geschichte]] hinterlassen kann und ihre Unwirklichkeit sie antreibt, ihre Sinne fortwährend einzuholen, indem sie beständig außer sich gehen, sich in der Form ausdrücken, um Eindruck zu machen und sich in sich immer wieder finden müssen, weil sie von anderen beeindruckt sind. Subjektiv erscheint dies im Geltungsbedürfnis der Zwischenmenschen in der Trennung von jener Welt, über die er sich zwar als [[Besitzer]] seiner Existenzmittel erhaben wissen, von deren Entstehung und deren Vergehen zugleich aber ihr Glück vollständig abhängig ist. Als [[Geldbesitzer]] schlechthin bleiben ihnen jedoch in [[Wirklichkeit]] die gesellschaftlichen Sinnbezüge äußerlich. Unter diesen Umständen folgt jeder Mensch zwischenmenschlich nur seinen [[Gefühlen]], denen die gesellschaftlichen Inhalte ihrer [[Empfindungen]] fremd geworden sind, so dass er seine [[Empfindungen]] aus dem Reich seiner Gefühle, seiner [[Lebensburg]] finden muss. Das gesellschaftliche [[Verhältnis]] von [[Empfindungen]] und [[Gefühlen]] steht hier Kopf und ist nur noch durch sein [[Selbstgefühl]] vereint, in welchem seine [[wirkliche]] Lebenswelt [[abwesend]] ist. Es ist, als ob die Menschen hierdurch getrieben sind, für einen [[Sinn]] zu leben, der zwischen ihnen äußerlich und menschlich zugleich ist, und der sie nicht inne halten lässt, weil er keine [[Form]] außer sich hat, und der ihre [[Beziehung]] zugleich nur [[entäußern]] kann, weil er inhaltlich nicht wirklich da ist und sich von daher eine Form des Zwischenmenschlichen geben muss. Wie kann sich ein solcher [[Sinn]] bilden, wie kann seine [[Bildung]] durch etwas geschehen, was die Menschen in ihren zwischenmenschlichen [[Verhältnissen]] nur für stich [[wahrhaben]], und durch den sie andere [[wahrnehmen]], ohne dass es wirklich für sie [[wahr]] sein kann? Was kann diese [[Sinnbildung]] ausmachen, was kann dies sein, das sich in solchen Verhältnissen bildet? Was kann zwischen den Menschen menschlich sein ohne dass es wirklich [[gegenständlich]] da ist? Es ist ja ein Widersinn des Wortes selbst, dass es zwischen den Menschen menschlich sein soll, wenn sie selbst dazwischen und außer sich zugleich wären. Es ist ein absoluter [[Widerspruch]], der [[Widerspruch]] einer Lebensäußerung, die keine sein kann, weil sie unmittelbar nur verinnerlichen kann, was sie nur außer sich ist, sich zum Inhalt machen muss, was sie nicht ist, zugleich äußerlich aber für sich keinen Bestand hat, nicht [[wirklich]] gegenständlich ist oder wird, weil sie für sich nur wahrhaben kann, worin sie sich in anderen Menschen erscheint. Im [[Zwischenmenschlichen]] gewinnen die Menschen ihre [[Wahrheit]], indem sie einander in ihrer Wahrnehmung [[nutzen]], ihre Empfindung im anderen Menschen finden (emp-findung = zu Ende finden), sich durch andere Menschen finden und sich in dem [[erkennen]], was sie mit der Wahrheit der anderen teilen, was sich ihnen mitteilt, ohne wirklich als andere Wahrheit erkennbar zu sein. Worin sie sich achten, was ihre [[Selbstachtung]] ausmacht, ist die [[Selbstwahrnehmung]] ihrer Empfindungen, die sie wechselseitig durch einander haben, worin sie sich in dem finden, durch das sie füreinander da sind. Das ist nicht einfach ein Verhältnis von Zwischenmenschen, sondern ihr wirklich zwischenmenschliches Verhältnis, ein sinnliches Sein durch andere in der Erfahrungswelt ihrer [[Selbstwahrnehmung]], in ihrem [[Lebensraum]], den Grenzen ihrer Kultur. Sie begründen sich darin sinnlich durch ihr wechselseitiges [[Dasein]], durch ihr Sein für andere, durch ihre zwischenmenschlichen Empfindungen, in denen sie Achtung für sich erfahren. Diese Selbstwahrnehmung ist somit zur [[Substanz]] ihres zwischenmenschlichen Lebens geworden. Indem sie sich selbst durch andere so substantivieren, wie sie diese für sich [[erlebt]] haben, wie sie also durch sie gewesen sind, werden sie sich selbst wesensfremd, sind außer sich nur ohne sich und können für sich nur durch andere sein (siehe [[Selbstentfremdung]]). Dieser Widerspruch klärt sein Wesen darin auf, dass Menschen nicht sein können, was sie sind, dass sie [[subjektiv]] nur [[anwesend]] machen können, was ihnen [[objektiv]] entzogen ist, dass sie sich hierfür gegenseitig [[nutzen]] müssen, um als Mensch [[gegenwärtig]] zu sein. Sie selbst können sich zwischen ihrem Menschsein nur als [[Objekte]] begegnen, und müssen sich hierzu äußern, um subjektiv für sich überhaupt da sein zu können Das [[Zwischenmenschliche]] vergemeinschaftlicht ein objektives Subjekt, durch das sie voneinander getrennt und angezogen zugleich sind. Es ist ihre Beziehung in dem, was ihren [[Schmerz]] ausmacht, dass sie nämlich [[subjektiv]] in dem [[getrennt]] sind, durch was sie sich aufeinander [[objektiv]] beziehen. Es ist die in ihnen gebrochene [[Subjektivität]], durch die sie sich verbunden fühlen. Als Subjekte wie Objekte ihrer Wahrnehmungen finden sie an einander das, was sie durch einander auch von sich verspüren. Aber das was sie aneinander finden kann nicht zugleich das sein, was sie durch einander fühlen, da sich das [[Gefühl]] erst aus den [[Empfindungen]] nach ihrer [[Geschichte]] an [[Erfahrung]] ergibt. In ihren [[Verhältnissen]] vereint sich daher darin, was die Menschen zwischen Vergangenheit und Gegenwart durch einander erfahren haben und was sie zugleich voneinander trennt, weil und wo Ihre Gefühle als [[Mittel]] und [[Zweck]] ihrer [[Beziehung]] zu ihrem Lebensverhältnis wurden. Darin bildet sich eine Welt voller Geschichten in ihrer Zwischenmenschlichkeit aus, in der eine Zusammengehörigkeit entsteht und besteht, worin die Menschen nur den [[Sinn]] füreinander finden können, den sie durch einander, durch ihre bloß [[Anwesenheit]] schon abstrakt haben, ohne sich seiner [[wirklich]] [[gewiss]] sein zu können Zwischenmenschlichkeit meint also das, was zwischen den Menschen ist und so nicht sein kann, also das In-allem-Sein, worin Menschen sich allgemein als das erscheinen, was an und in ihnen menschlich ist und nur im Einzelnen geschieht: das Finden (siehe auch [[Empfindung]]), Fühlen (siehe auch [[Gefühl]]) und [[Wissen]] (siehe auch [[Bewusstsein]]) der Menschen, wie es sich jenseits ihrer gegenständlichen [[Welt]] [[subjektiv]] für sich - quasi &#039;&#039;intersubjektiv&#039;&#039; - verstehen lässt. Es erscheint zwar als subjektives Sein der Menschen, aber nicht sinnlich für sich, sondern nur relativ zueinander - eben nur zwischen ihnen. Zugleich kann es ein so relatives [[Sein]] sinnlich nicht [[wirklich]] geben, denn jeder [[Sinn]] ist gegenständlich und nur durch seinen [[Gegenstand]] erklärlich. Ein solches [[Dasein]] von Menschen kann daher in [[Wahrheit]] nur durch ihre Welt sein, ist also immer schon etwas, das ihre [[Welt]] in ihrer ganzen [[Gegenständlichkeit]] ([[Objektivität]]) unterstellt. Doch gerade wo diese [[unmittelbar]] [[gemeinschaftlich]] erscheint, wird sie gewöhnlich schon im Beisammensein von Menschen als [[Personen]] durch sie selbst als gegeben verstanden. Demnach wäre Zwischenmenschlichkeit eine [[Vorstellung]], dass die Menschen nicht durch sich, sondern durch ihre bloß individuelle [[Anwesenheit]] menschlich da sind, dass durch ihr bloßes [[Dasein]] ohne weiteres Menschlichkeit gegeben wäre. In diesem bloß anwesenden Dasein allerdings kann ein Mensch nur [[abstrakt]] [[wesen]]tlich sein, auch wenn er selbst [[wirklich]] als Mensch da ist. In diesem ist er aber nur idealisiert da als eine [[Idee]], eine Vorstellung vom Menschen, die sich leibhaftig als das vorstellt, was sie zur [[Vorstellung]] hat. Menschlichkeit wird von daher oder ihrer [[Idee]] folgend als [[Sinn]] der Humantitas wie eine selbstverständliche [[Eigenschaft]] der [[Menschenliebe]] verstanden. Tatsächlich aber unterstellt dies eine ganze menschliche [[Welt]], wie sie geschichtlich geworden und da ist, eine Welt der menschlichen Kulturen, wie sie sich durch bestimmte gesellschaftliche Formen hindurch im Verhältnis zu ihrer Natur gebildet haben. Es ist ganz gleich, ob diese Welt nun [[gegenständlich]] im [[Verhältnis]] ihrer Lebensformen oder direkt auch in der [[Beziehung]] zwischen den Menschen existiert, ganz gleich auch, ob die sich lieben oder hassen, ob sie Erfolg und Anerkennung haben oder Versagen und Absonderung [[leiden]], einander mit [[Macht]] oder [[Ohnmacht]] [[bedingen]]. Zwischen den Menschen erscheint immer etwas sehr konkret, was zugleich sehr abstrakt ist: ihre [[Subjektivität]] wie [[Objektivität]] in einem. Zwischenmenschlichkeit ist daher eigentlich nur die [[Vorstellung]] eines unmittelbaren Menschseins, die sich ohne diese Welt nicht für sich begründen lässt, allerdings dennoch etwas für sich hat, wo die Menschen füreinander wirklich nur persönlich da sind, aber eben auch in dieser [[Beziehung]] zueinander so gesellschaftlich sind, wie ihre [[gesellschaftliche]] Beziehung darin enthalten ist, ob die nun wirklich menschlich ist oder auch nicht. Wenn also von Zwischenmenschlichkeit die Rede ist, so ist damit eine [[Welt]] zwischen den Menschen gemeint, eine Welt, die ohne weiteres durch ihre bloß [[Anwesenheit]] als Mensch schon gegeben und von daher in [[Abwesenheit]] ihrer [[gesellschaftlichen]] [[Wirklichkeit]] zu verstehen sein soll. Es handelt sich hierbei also um das Menschsein als bloß [[Gegebenheit]], nicht um ein gesellschaftliches Verhältnis von Menschen, sondern als Verhältnis von Menschen, die unter sich für sich zu sein [[scheinen]] und im [[Allgemeinen]] gültig machen, was und wie sie sich unter sich [[erleben]]. Das unterstellt im Einzelnen allerdings Menschen, die sich auch selbst schon als [[Gegebenheit]] eines [[Erlebnisses]] anerkennen und sich darin verhalten (siehe [[zwischenmenschliche Verhältnisse]]), sich also so verhalten, wie es ihnen gegeben, für sie gemacht ist, wie sie als [[Objekte]] dieser Welt füreinander da sind. In solchen Objekt-Objekt-Beziehungen gelten sich Menschen selbst als Produkt ihrer Beziehung, als [[Sache]] ihrer Selbsterhaltung wie ein [[nützliches]] [[Ding]], durch dessen [[Eigenschaften]] ein Mensch für sich hat, was er ohne diese nicht [[haben]] und für sich nicht sein kann. Es verhalten sich Menschen unter dieser [[Bedingung]] zu sich selbst als bloß Objekte ihrer Sinne, die sich darin objektiv bilden, sich so produzieren, wie sie auch produziert sind. Sie stehen in einer [[Beziehung]] zu sich, die sie subjektiv nurmehr [[wahrnehmen]] und nur noch im [[Sinne]] ihrer [[Selbstwahrnehmung]] ausgestalten. Darin wird daher eine [[Subjektivität]] ausgeschlossen, die sich nicht aus diesen [[Verhältnissen]] ergibt, die ihre [[Selbstbezogenheiten]] nicht bestärkt und auch nicht bestätigt, die also einen [[Gegenstand]] außer sich hat und sich gegenständlich zu ihrer Welt, zu ihren [[Sachen]], zu ihrer [[Kultur]] und zu Menschen außer sich, zu anderen Menschen, zu Menschen die anders, also verschieden sind, [[verhält]]. In ihrer Zwischenmenschlichkeit und durch sie herrscht zwischen den Menschen daher eine [[Gemeinschaft]], ohne [[Gesellschaft]] zu sein. Sie verallgemeinern darin das gemeine [[Wesen]] ihrer einzelnen und im Grunde vereinzelten [[Persönlichkeiten]], ein Wesen, worin sie als einzelne Menschen in einer Besonderheit füreinander da sind und sich sinnlich zugleich ununterschieden auf einander als Gleiche [[beziehen]], ihr [[Leben]] als das äußern und vergleichen, was es im Gemeinen mit anderen [[hat]], worin es also in der [[Gemeinschaft]] von [[Personen]] [[veräußert]] und darin zugleich auch [[vermittelt]] wird. An und für sich [[äußern]] die Menschen ihr [[Leben]], indem sie es gestalten, indem sie durch ihr Zusammenwirken die [[Gegenstände]] ihres [[Leben]]s erzeugen und sich durch ihre Erzeugnisse zu einander [[verhalten]]: sich durch einander als Mensch [[erkennen]], [[Sinn]] füreinander haben und [[Sinn]] überhaupt finden (siehe [[Empfindung]]), indem sie sich als Menschen anerkennen (siehe [[Selbstbewusstsein]]). Ihre [[Lebensmittel]], ihre [[Produktionsmittel]] und [[Kultur]] zeugen von der [[Synergie]] ihrer gesellschaftlichen [[Wirklichkeit]], in der sie ihr Leben [[wahrnehmen]] und [[wahrhaben]]. Was sie zu ihrer [[Sache]] gemacht haben, das macht ihr gegenständliches [[Verhältnis]], ihre gesellschaftliche Lebenswirklichkeit aus. Es ist das Verhalten ihrer [[Naturmächtigkeit]]. Zwischen ihnen ist [[objektiv]], was sie als [[Subjekte]] ihrer gegenständlichen Lebensäußerungen geschaffen, was sie als ihren Lebensreichtum, als [[Reichtum]] ihrer [[Subjektivität]], ihrer [[wirklichen]] menschlichen [[Beziehungen]] gebildet haben. Ein gegenständliches Verhältnis bezieht sich über [[Sachen]] und Werke und darauf bezogene [[Bedürfnisse]], [[Interessen]] und [[Verhalten]]sweisen der Menschen. Was [[ausschließlich]] zwischen den Menschen geschieht kann vieles sein, nur nicht [[sachlich]], denn dann wäre dies [[gegenständlich]] und also außer den Menschen, nicht zwischen oder in ihnen wahr. Im Zwischenmenschlichen machen sich die Menschen selbst zu einem [[Gegenstand]], ohne durch sich gegenständlich zu sein. Sie sind füreinander [[objektiv]] da als [[Objekte]], die durch sich selbst und [[ausschließlich]] als objektive [[Subjekte]] da sind, die sich so verhalten, wie ihnen ihre [[Verhältnisse]] nötig sind, wie sich sich brauchen und [[nützlich]] sind. Ihre Beziehung in diesem [[Nutzen]] ist eine Objekt-Objekt-Beziehung, die nötig ist, wo sie füreinander [[subjektiv]] sein müssen, um in einer objektiven Vermittlung ungegenständlich füreinander da zu sein, um in wesenlosen Verhältnissen füreinander [[anwesend]] zu sein. Zwischenmenschlich ist ein Mensch als Mensch mit Haut und Haar, mit Geist und Sinn, ohne seine Sinnlichkeit anders zu äußern als durch sich, durch seine Haut und durch sein Haar und durch seinen Geist und durch seinen Sinn. Er muss sich also selbst als [[Sinn]] in seinen [[Eigenschaften]] und [[Fähigkeiten]] veräußern, und zugleich von deren Ursprung, von seiner gegenständlichen Beziehung absehen und sich in seiner Leiblichkeit und mit seinem [[Geist]] für andere verfügbar machen (siehe [[Einverleibung]]), um in ihrer [[Gemeinschaft]] zu existieren. Menschen fungieren unter dieser Bestimmung in ihren unmittelbaren [[Beziehungen]] und [[Verhältnissen]] als [[Personen]] so, wie sie sich menschlich erscheinen, wie sie also als purer Mensch füreinander da sind (siehe [[zwischenmenschliche Beziehungen]] und [[zwischenmenschliche Verhältnisse]]). Aber als Menschen waren sie sich auch in diesen Beziehungen längst schon dadurch menschlich, dass sie ihre [[gesellschaftlichen]] [[Verhältnisse]] als ihr wirkliches [[Lebensverhältnis]] voraussetzen. Zwischenmenschlich sind sie also auf ihr [[persönliches]] [[Dasein,]] auf ihre bloß [[Anwesenheit]] als Mensch [[reduziert]] und von daher zwischen ihrem Menschsein auch nur [[persönlich]] Sie [[nutzen]] einander als Mensch, um außer sich menschlich zu sein und durch sich [[Sinn]] und [[Zweck]] ihrer [[Gemeinschaft]] zu verwirklichen. Sie machen sich darin selbst zum [[Gegenstand]] ihrer [[Beziehung]] und müssen sich nur deshalb nicht gegenständlich verhalten, weil ihnen ihre [[Sache]] selbstverständlich gegeben, als bloß [[Gegebenheit]] schon da ist (siehe [[Dasein]]). Menschliche [[Lebensverhältnisse]] gründen schon immer auf dem Verhalten der Menschen zu Menschen, sind also immer [[gesellschaftlich]] als Äußerungen ihres Menschseins gegenwärtig im Verhalten ihres [[gegenständlichen]] Seins, sind also immer gesellschaftliche [[Verhältnisse]] ihrer [[Existenz]] als [[Form]] ihrer [[Natur]], ihres [[Stoffwechsels,]] ihrer [[Wirtschaft]] und ihrer [[Kultur]] - ganz gleich, wie diese [[Form bestimmt]] sein mag. Zwischen den Menschen aber erscheint alles [[unmittelbar]] menschlich, weil die [[Anwesenheit]] von Menschen selbst schon [[Gesellschaft]] ersetzen kann, sie in der [[Gemeinschaft]] mit Menschen außen vor lassen kann, als etwas gänzlich Äußerliches sein lässt, als eine ihnen fremde [[Beziehung]], in der sie sich zwischen den Menschen im reinen Menschsein immerhin &#039;&#039;unter sich&#039;&#039; fühlen können, ohne sich [[wirklich]] gesellschaftlich zu verhalten. In ihrer [[Gemeinschaft]], Gemeinde, [[Familie]], [[Verein]] usw. ist unter dieser [[Bestimmung]] das bloß Dabeisein die hierfür hinreichende [[Form]], weil diese sich nur aus der [[Negation]] von wirklicher [[Gesellschaft]] bestimmt. In dieser [[Formbestimmung]] ist daher alleine der Gewinn von [[zwischenmenschlichen Beziehungen]] durch den Verlust an gesellschaftlicher [[Wirklichkeit]] maßgeblich, die vom [[Wirtschaftswachstum]] zunehmend ausgeschlossen ist, um einen asozialen [[Wertwachstum]] dienstbar zu sein (siehe auch [[Dienstleistungsgesellschaft]]). So müssen sie im Maß ihrer Selbstbeschränktheit sich verwirklichen um ihre [[Selbstverwirklichung]] zu entfalten, die das Gegenteil von dem betreibt, was ihre wahre Individualität ausmacht, müssen sich [[entwirklichen,]] wo sie [[wirklich]] sein wollen, einem [[Wesen]] dienen, das sie nicht [[erkennen]] können, weil es in ihrer [[Selbstwahrnehmung]] das zertrennt, was sie verbindet und [[isoliert]], was sie v[[erallgemeinert]]zu einem [[abstrakt allgemeinen]] [[Wesen]] ihrer Zwischenmenschlichkeit (siehe hierzu auch [[abstrakt menschlicher Sinn]]). In zwischenmenschlichen Verhältnissen können die Menschen nur [[widersprüchliche]], nicht [[wirkliche]] [[Subjekte]] ihres [[Lebens]] sein, weil sie sich zueinander gegenstandslos verhalten, also kein [[wirkliches]][[Wesen]] außer sich haben und daher in [[Wahrheit]] unwesentliche, [[gleichgültige]] Wesen füreinander sind die nurmehr über ihre [[Selbstwahrnehmungen]] miteinander verkehren können (siehe auch [[Verkehrung]]). Wo sie sich selbst zum [[Gegenstand]] ihrer zwischenmenschlichen [[Lebensverhältnisse]] machen, benutzen sie ihre menschliche [[Natur]] objektiv und verleiben sich darin eine [[Gegenwart]] ein, die sie nicht gestalten können, die aber sehr wohl ihr Leben in der Form ihrer [[Anwesenheit]] gestaltet. So [[subjektiv]] sie sich darin fühlen, so [[objektiv]] ist hiergegen ihr wirkliches gesellschaftliches Verhältnis, in welchem die [[Abwesenheit]] eines menschlichen Wesens beängstigen muss. Ihr [[zwischenmenschliches Verhältnis]] vollzieht sich darin dadurch, dass sie sich entgegenständlichen, während sie sich in ihrer wechselseitigen [[Einverleibung]] [[vergegenwärtigen]]. Ihre [[Entgegenständlichung]] widerfährt ihnen als ihre [[Entgegenwärtigung]], als Objektivierung ihrer sinnlichen Beziehungen (siehe [[abstrakt menschlicher Sinn]]) und von daher ihrem [[Wesen]] nach im Prozess einer [[Selbstentfremdung]]. An und für sich ist Zwischenmenschlichkeit ein [[Gefühl]]sverhältnis von Menschen jenseits ihrer gesellschaftlichen [[Wirklichkeit]], ein Verhältnis, worin sich die Menschen in ihrer bloßen Individualität als Mensch [[getrennt]] von menschlicher Wirklichkeit , also von dem gesellschaftlichen Verhältnis der Menschen abgeschieden [[wahrnehmen]] und dieses als ihre Gesellschaft [[erscheint]]. Während sie die Produkte einer ihnen fremden Gesellschaft erzeugen und konsumieren und diese als ihren existenziellen Lebensgrund [[wahrhaben]], gelten sie sich nur in dem [[Gefühl]], das sie durch andere für sich haben - in ihrem [[Selbstgefühl]] - als Mensch und dieses daher auch als Form menschlicher Objektivität (siehe [[objektives Gefühl]]). Zwischenmenschlichkeit wird daher als Bezeichnung für [[Wahrnehmungen]] genommen, die zwischen Menschen als [[Gefühle]] und [[Empfindungen]] entstehen. Dies impliziert eine unmittelbare Lebenswelt von [[Subjektivität]], die sich aus den objektiven [[Verhältnissen]] herausnimmt und sich von daher als eigene Welt selbst bestimmt wissen will, die Welt der menschlichen [[Selbstbestimmung]] sein soll. Es ist eine Welt, die sich zwischen [[Selbstverwirklichung]] und [[Selbstlosigkeit]] bewegt, die das Innenleben der [[bürgerlichen Kultur]] ausmacht. Zwischenmenschlichkeit ist ein [[Begriff]], der eigentlich etwas Unmögliches besagt: Dass es ein Menschsein zwischen Menschen geben könne. Gemeint ist eine unmittelbare persönliche [[Beziehung]], also eine Beziehung ohne [[Mittel]], ohne [[Sache]] und Existenzform, eine Beziehung, ohne darin anders [[gegenständlich]] zu sein, denn als Mensch in seiner unmittelbaren [[Erscheinung]], als durch sich selbst begründetes und sich vermittelndes menschliches [[Wesen]]. Es ist eigentlich selbstverständlich, dass jeder Mensch ein Mensch ist und dass jedes [[Individuum]] zugleich gesellschaftlich ist. In der Vorstellung, dass er hierbei ein &#039;&#039;Zwischenmensch&#039;&#039; sei, reduziert diese Selbstverständlichkeit auf eine [[Abstraktion]] sowohl vom individuellen wie auch gesellschaftlichen Menschsein. Dieses wird durch den Begriff substantiviert, zu einer Lebensaufgabe gemacht, sich als beides zugleich zu erweisen, sich als menschliches Wesen erst in der Beziehung zwischen Menschen [[beweisen]] zu müssen, sich als Mensch zwischen Menschen erkenntlich zu zeigen und zu bestätigen. [[=&amp;gt; Mehr hierzu lesen ....]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hier sind die Menschen [[Subjekte]] wie [[Objekte]] ihrer Verhältnisse und kommen darin wechselseitig auf ihre [[Subjektivität]], auf sich durch ihre objektive Vermittlung zurück. Der [[Objektivität]] der zwischenmenschlichen Kultur ist zwar das Medium ihrer Selbständigkeit und ihrer [[Freizeit]] durch ihren [[Geldbesitz]] vorausgesetzt. Aber für die Menschen vermittelt sich darin nicht ihr [[Geld]], sondern der Sinn, den sie für ihr zwischenmenschliches [[Erleben]] durch ihre [[Wahrnehmungen]] und Selbstwahrnehmungen in ihren zwischenmenschlichen [[Beziehungen]] haben, durch den [[Eindruck]], den sie aufeinander machen, bilden und im bloßen [[Ausdruck]] ihres gesellschaftlichen Daseins als ihre [[Sitten]] und [[Gebräuche]] (siehe auch [[Kult]]) entwickeln.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Subjekte wie Objekte ihrer Wahrnehmungen finden die Menschen an einander das, was sie durch einander auch von sich verspüren. Aber was sie aneinander finden kann nicht zugleich das sein, was sie durch einander fühlen, da sich das [[Gefühl]] erst aus den [[Empfindungen]] nach ihrer [[Geschichte]] an [[Erfahrung]] ergibt. In ihren [[Verhältnissen]] vereint sich daher, was die Menschen zwischen Vergangenheit und Gegenwart durch einander erfahren haben und was sie zugleich voneinander trennt, weil und wo Ihre Gefühle als [[Mittel]] und [[Zweck]] ihrer [[Beziehung]] zu ihrem Lebensverhältnis wurden. Weil und sofern sie keine wirkliche Geschichte mehr bilden können, bildet sich in ihrer [[Selbstwahrnehmung]] eine Welt voller Geschichten der [[isolierten]] [[Subjektivität]] ihrer [[Zwischenmenschlichkeit]] aus, in der eine Zusammengehörigkeit des [[Erlebens]] entsteht und besteht, worin die Menschen vor allem den [[Sinn]] füreinander finden können, den sie durch einander, durch ihre bloße [[Anwesenheit]] schon [[abstrakt]] haben, ohne sich seiner [[wirklich]] [[gewiss]] sein zu können (siehe hierzu auch [[abstrakt menschlicher Sinn]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[Erlebnisse]] der Menschen, wie sie in [[zwischenmenschlichen Beziehungen]] zustande kommen, vollziehen sich daher in einer Welt voller [[Gefühle]], die ihre Gewissheit ausschließlich in der Form ihrer [[Verhältnisse]] haben und worin jedes Gefühl aus [[Empfindungen]] entsteht und jede Empfindung im [[Gefühl]] auch den [[Sinn]] ausdrückt, der sich darin gefunden hat. Was sich aber im Gefühl findet und ereignet ist nicht das, was die Empfindung der zwischenmenschlichen Ereignisse ausmacht. Im Gefühl gestaltet zwar die Empfindung ihre Erinnerung, verliert sich aber auch darin, soweit und sofern das Gefühl nicht auf das Ereignis zurückkommen kann, das es erinnert. Es erfährt seinen Sinn aus dessen Erleben und reflektiert dies in sich, muss aber zugleich von seiner Sinnesform abstrahieren, um als Gefühl auch für sich zu bestehen, bestehen zu bleiben. So stellt sich die äußere Vermittlung der zwischenmenschlichen Ereignisse auch in der Trennung zwischen ihren Empfindungen von ihren Gefühlen dar. Was bleibt, ist ein Bild, in welchem beides vereint erscheint, und das auf seinen Sinn mal im Einzelnen, ein andermal im Allgemeinen zurückkommen kann. Jedes Gefühl kann daher auch leicht in die Irre gehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zwischenmenschlichkeit ist wesentlich der [[Begriff]] für ein [[Dasein]] von Menschen unter Menschen, das sich auf das einfachste Menschsein zwischen Menschen [[reduziert]], das also das letztendliche [[Sein]] von Menschen ausmacht, die darin ihre bloße [[Gegenwärtigkeit]] als Mensch finden und schon in ihrer bloßen [[Anwesenheit]] [[empfinden]] können - ganz gleich, in welcher [[Gesellschaft]], unter welchen [[allgemeinen]] [[Bedingungen]] sie [[existieren]] und von daher ihr [[Leben]] auch durch sich selbst schon - [[gleichgültig]] gegen dessen [[Gegenständlichkeit]] und [[Gegenstände]] - [[verstehen]] und [[begreifen]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In [[zwischenmenschlichen Verhältnissen]] gelten sich die Menschen als [[unmittelbar]] [[persönliche]] Partner in ihren gesellschaftlichen [[Beziehungen]], weil und sofern ihnen ihre [[Gesellschaft]] als die bloße [[Gemeinschaft]] ihres [[Besitzstandes]][[erscheint]], - weil ihnen ihre gesellschaftliche [[Wirklichkeit]] [[substanziell]] [[gleichgültig]] sein kann, wenn ihre [[Lebensverhältnisse]] auf einer politischen [[Macht]] [[persönlicher]] [[Beziehungen]] - z.B. in den Verhältnissen von [[Geldbesitz]] - gründen. Daraus ergibt sich eine eigenständige [[Kultur]] von [[Persönlichkeiten]], die alleine schon durch ihren [[Privatbesitz]] gesellschaftlich mächtig sind und ihre [[Macht]] auch persönlich [[teilen]] und mitteilen. Von da her ist Zwischenmenschlichkeit die [[Elementarform]] der [[bürgerlichen Kultur]], die [[Substanz]] der [[Wahrnehmung]] eines [[Lebens]] in [[zwischenmenschlichen Verhältnissen,]] den [[Lebensverhältnissen]] der [[bürgerlichen Kultur]], deren [[Elementarform]] sich darin durch ihre [[Empfindungen]] und [[Gefühle]] [[gesellschaftlich]] durch ihre [[Selbstgefühle]] verwirklicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Um sich als Mensch zu finden und zu [[empfinden]] müssen sie sich darin leiden können, durch ihr wechselseitiges [[Leiden]], durch die [[Subjektivität]] ihrer [[Wahrnehmung]], durch ihre [[Selbstwahrnehmung]] verbunden sein. Weil sie diese in einer ungegenständlichen [[gesellschaftlichen]] [[Wirklichkeit]] für sich nötig haben, weil sie darin ihre [[Sache]] für sich als Wahrnehmung durch andere haben, wird ihre Lebensäußerung durch andere Menschen gegenständlich. Nicht was sie sachlich erzeugen und finden, indem sie diese für ihr [[Leben]] zu [[nutzen]] wissen, sondern was sie durch andere Menschen von sich [[empfinden]] und [[fühlen]], sind sie in der [[Subjektivität]] ihrer zwischenmenschlichen [[Wahrnehmung]] zugleich [[objektiv]] für einander. [[Zwischenmenschlich]] finden sie sich außer sich als Mensch, der nur [[Sinn]] für sich haben kann, weil und sofern ihm seine [[Sache]] [[gleichgültig]] geworden ist, keinen [[Sinn]] durch sie und für sie hat. Ihr [[kulturelles]] Verhältnis hat sich dann von ihrem [[wirtschaftlichen]], der [[Sinn]] vom [[Nutzen]] seiner [[Sache]] abgetrennt. Nicht was diese gesellschaftlich verbindet und worüber die Menschen sich außer sich auch [[gegenständlich]] finden und [[empfinden]], sondern was sie ganz ungegenständlich dadurch füreinander sind, dass sie sich selbst wie ein [[Gegenstand]] für andere verhalten, können sie auch nur durch die [[Ereignisse]] füreinander da sein, die sich in ihren [[Beziehungen]] ergeben und in denen sie ihre [[zwischenmenschlichen Beziehungen]] [[erleben]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Substantiv unterstellt der [[Begriff]] Zwischenmenschlichkeit allerdings, dass es zwischen den Menschen etwas gibt, das sich von ihrem [[wirklichen]] Menschsein in ihren gesellschaftlichen Verhältnissen unterscheidet, eine [[Beziehung]] zwischen ihnen, die eine eigene [[Substanz]] haben würde, etwas Menschliches jenseits ihrer Tätigkeiten und Lebensäußerungen, ihrer gegenständlichen Welt. Doch was soll da noch zwischen ihnen sein? Ihre Seele? Ihr Körper? ihre Familie? Nein, wäre es dazwischen, so wären sie hierdurch voneinander getrennt. Es kann sich hierbei also nur um die [[Wahrnehmung]] einer Getrenntheit zwischen den Menschen in ihrer [[Gesellschaft]] handeln, um eine [[Trennung]] zwischen deren [[wirtschaftlichen]] und den [[kulturellen]] Grundlagen, der Trennung von [[Nutzen]] und [[Sinn]] ihrer [[Verhältnisse]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Menschen verhalten sich schon immer zu Menschen und ihren Sachen, leben also immer schon in und durch die [[Kultur]] ihrer [[gesellschaftlichen]] [[Verhältnisse]]. Menschen [[erkennen]] sich in Menschen, weil sie sich selbst in ihnen zum [[Gegenstand]] haben, sich selbst darin finden, [[empfinden]] und sich als Mensch [[wahrhaben]]. Ihre [[Gefühle]] entwickeln sich aus diesen [[Empfindungen]] und sind die sinnliche Form ihrer [[Selbsterkenntnis]], soweit ihre [[sinnliche Gewissheit]] als Mensch hierbei sich gewahr ist. Von daher ist ihre [[Wahrnehmung]] immer schon die [[Form]] einer [[Erkenntnis]] durch ihr Menschsein unter Menschen. Was sie äußern und außer sich sind, haben sie als [[Erinnerung]] auch in sich, kommen auf sich zurück als Mensch, der seine [[Tätigkeit]] leidet, soweit er sie [[leiden]] kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[wirklichen]] [[Beziehungen]] der Menschen sind nicht zwischen ihnen, sondern durch sie in den [[Verhältnissen]] begründet, die sie als ihre [[geschichtlich]] gebildete [[gesellschaftliche]] Form ihres [[Lebens]] auch in [[gegenständlicher]] Form, also [[objektiv]] haben. Sie verhalten sich darin immer als sich [[ergänzende]] Menschen in ihrer [[Gesellschaft]] zueinander, zu sich wie zu ihren [[Gegenständen]], - aber nicht als bloßes Resultat einer objektiven [[Geschichte]] in einer objektiven Welt (siehe [[Determinismus]]) oder zwischen ihren Eigenwelten als [[Privatpersonen]], sondern immer zugleich als geschichtsbildende, sich menschlich wie sachlich gesellschaftlich äußernde und hierdurch vergegenständlichende [[geistige]] [[Wesen]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In allen menschlichen [[Beziehungen]] haben sich Menschen im anderen Menschen zum [[Gegenstand]], beziehen sich gegenständlich auf sich und ihre [[Sache]], immer also [[gesellschaftlich]]. Doch in [[Gemeinschaften]], in denen sie ihr Vermögen aus einem sachlichen [[Reichtum]] von Arbeitsprodukten beziehen, die nicht als [[wirklich]] gesellschaftlicher [[Reichtum]] existieren, sondern abstrakt hiervon als Privatvermögen einer [[abstrakten]] Sache, als [[Geldbesitz]], in welchem die [[Beziehungen]] menschlicher Lebenstätigkeit nur [[abstrakt]] [[vermittelt]] sind, ist etwas Menschliches zwischen ihnen, was nicht [[unmittelbar]] menschlich sein kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der [[Entwicklung]] der [[bürgerlichen Gesellschaft]] konnte sich ihre Lebensvermittlung auf ihren Märkten immerhin schon [[gegenständlich]] darstellen. Aber in dem Maß, wie das [[Geld]] zum [[Subjekt]] dieser Vermittlung wurde (siehe [[Zahlungsmittel]]), war es nurmehr der [[Reichtum]] an Geld, worin sie die [[Gegenstände]] ihrer Lebensäußerung auf einander beziehen konnten. Was sie durch ihre [[Arbeit]] vergegenständlichten wurde ihnen in dieser Produktform entgegenständlicht (siehe [[Entfremdung]]) und der Mensch zu einem [[bürgerlichen Subjekt]]. Das [[bürgerlichen Subjekt]] lebt im [[Willen]] des [[Geldbesitzes]], ist [[subjektiv]] also eine [[Persönlichkeit]], die ihre [[Beziehungen]] durch [[Geld]] als [[Zahlungsmittel]] bewirkt und sich in den hierdurch bedingten[[zwischenmenschlichen Verhältnissen]] als Mensch bespiegelt, sich [[persönlich]] durch die bloße [[Anwesenheit]] von Menschen als Mensch bestimmt sieht, sich also als Widerschein des Menschlichen durch andere als [[Subjekt]] seines [[Lebens]] wahrhat, als [[Zwischenmensch]] [[narzisstisch]] lebt, während es ihm frei steht, was es von diesem wahrnimmt. Das [[bürgerliche Subjekt]] ist daher ein [[objektiv]] bestimmtes [[Subjekt]], das seine [[Subjektivität]] in Objekt-Objekt-Beziehungen bildet und bestärkt. Und so entwickeln sich von daher auch seine [[zwischenmenschlichen Verhältnisse]] durch ihre [[objektiv]] bestimmte [[Selbstwahrnehmung]] zu einer [[bürgerlichen Kultur,]] in der sie sich durch ihr Menschsein wahrhaben und als diese bespiegeln, wie Narziss, der sein Liebe nur in seinem Spiegelbild finden kann (siehe auch [[Narzissmus]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Unterschied zu einem gegenständlichen menschlichen [[Verhältnis]] beruht ein [[zwischenmenschliches Verhältnis]] auf einer menschlichen [[Beziehung]], die sich [[unmittelbar]] zwischen den Menschen durch ein [[Verhalten]] ergibt, das sie für sich [[wahrnehmen]] und an sich [[wahrhaben]], das also an und für sich ein [[Verhältnis]] ihrer [[Wahrnehmung]] ist, in der sie sich [[erkennen]] können, wenn sie keine [[gegenständliche]] [[Form]] ihrer [[Lebensäußerung]] finden und diese daher auch nicht [[empfinden]] können. Doch im Unterschied zu diesem existieren sie körperlich auch wirklich als Widerschein ihrer menschlichen Eigenschaften und können sich daher auch wirklich in dieser Eigenschaftlichkeit erkennen - wenn auch nicht unmittelbar als Mensch, sondern als Objekt ihres [[Daseins]] unter Menschen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wo ihnen in der [[bürgerlichen Gesellschaft]] ihre wirklichen [[Lebensverhältnisse]] [[entgegenständlicht]] sind, wird auch ihre Lebenstätigkeit entgegenständlicht, ihre [[Bedürfnisse]], die sich darin als [[notwendiges]], inneres Verlangen äußern, in ihrer [[Befriedigung]] substanziell [[fremd]], ihre Lebensäußerung zu ihrer Lebensentäußerung. Ihre tätige [[Beziehung]] wurde so von der [[Wahrnehmung]] ihrer [[Sachen]] getrennt und zu einem Verhältnis des zwischenmenschlichen [[Erlebens]], zu einer [[Selbstwahrnehmung]], die sie zwischen ihrem Menschsein [[empfanden]], wo und soweit sie sich nicht mehr in ihren Produkten finden konnten. Darin verwirklicht sich ihre gesellschaftliche Zwiespältigkeit zu [[zwischenmenschlichen Verhältnissen]], die sich im Maß des Geldreichtums und seiner [[Verselbständigung]] als Lebensform gegen die [[Entfremdung]] ihrer Sachwelt totalisierten. Und deshalb erscheint ihnen ihre Zwischenmenschlichkeit als Art und Weise, als [[Kultur]] ihres Überlebens als Menschen, als [[Lebensraum]] ihrer [[Selbstwahrnehmung]] wiederum höchst vertraut.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber diese Kultur reflektiert sich selbst nur aus dem [[gesellschaftlichen]] Verhältnis, das die Menschen durch ihre Vergegenständlichungen im [[Allgemeinen]] gebildet haben und worin sie ihre [[Gegenstände]] auch wirklich aufeinander beziehen, auch wenn sie es nur durch Geld gesellschaftlich vermitteln und ihre [[Existenz]] durch [[Geldbesitz]] mitteilen. Sie ist einerseits durch ihr körperliches [[Dasein]] als Mensch unmittelbar sinnlich und von daher nicht nur eine Prothese gegen ihre Lebensverhältnisse, zugleich aber auch gegen die [[Wirklichkeit]] der [[Marktwirtschaft]] oder zum Verbrauch in [[heilen Welten]] oder bloßen Events (siehe [[Ereignis]]) bestimmt. Ihre Beziehung ist als menschliche, wenn auch nur [[zwischenmenschliche Beziehung]]gegenwärtig, die im [[Nutzen]] nicht aufgehen kann, auch wenn sie durch ihn und seine [[wirtschaftlichen]] [[Gegebenheiten]] geboten ist. Sie ist also zugleich eine davon abgetrennte Sphäre von menschlichen [[Beziehungen]], die sich zwischen Menschen ergibt, wo ihnen die [[Beziehung]] über ihre [[Lebensmittel]] und [[Gegenstände]] ihres [[Daseins]] unnötig oder unmöglich geworden ist, wo ihnen der [[Nutzen]] ihrer [[Waren]], also der Tauschmittel [[gleichgültig]] wird, soweit sie genügend [[Geld besitzen]], um sich aus den Abhängigkeiten ihrer stofflichen [[Reproduktion]] erheben zu können und in einer selbständigen Sphäre der Zwischenmenschlichkeit sich wirklich aufeinander so beziehen können, wie sie sich durch ihren [[Geldbesitz]] vermitteln, wie sie hierdurch also als [[unmittelbarer]] Mensch erscheinen können. Dann ist ihre Kultur allerdings nicht durch ihr [[gesellschaftliches]] Verhältnis, sondern in ihrer hiervon abgetrennten [[Selbstwahrnehmung]] [[verkörperlicht]] und wird als [[zwischenmenschliches Verhältnis]] gegenwärtig, worin sich ihre [[Fähigkeiten]] als [[Eigenschaften]] von zwischenmenschlichen [[Persönlichkeiten]] als [[Privatpersonen]] so aufeinander beziehen, wie sie sich hierdurch [[wahr haben]], wie sie [[Sinn]] durch einander als [[Personen]] zwischen den Menschen finden und [[empfinden]] und sich darin an ihr Menschsein erinnern können (siehe auch [[Gefühl]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Indem sie aus ihrer gesellschaftlichen [[Wirklichkeit]], aus ihren [[isolierten]] Lebenswirklichkeiten heraus einander finden, haben sie sich [[objektiv]] als [[Notwendigkeit]] wahr, darin ihr Menschsein begründen zu müssen. So [[unmittelbar]] sie sinnlich ihre [[Beziehungen]] ausleben mögen, so objektiv [[erleben]] sie sich darin auch als [[Sinnbildner]] ihrer Zwischenmenschlichkeit. Ihre Beziehungen sind in diesen Verhältnissen von daher immer wesentlich Objekt-Objekt-Beziehungen (siehe auch [[objektive Beziehung]]), die in ihrer [[Selbstwahrnehmung]] vollständig [[subjektiv]] erscheinen können, soweit sie [[ausschließlich]] das [[leben]] können, was sie unmittelbar [[erleben]] und sich in den [[Ereignissen]] ihres [[Lebens]] auch zu einer [[narzisstischen]] Persönlichkeit entwickeln können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine [[Kultur]], die sich in [[zwischenmenschlichen Verhältnissen]] bildet, besteht aus vielerlei [[Wahrnehmungen]] und [[Selbstwahrnehmungen]], die sich im [[Erleben]] zwischen den Menschen ergeben. Solche Wahrnehmungen reflektieren ihre [[Ereignisse]] so, wie sie in ihrer [[Wirkung]] auf sie schon [[gewollt]] und bemessen sind (siehe auch [[ästhetischer Wille]]), für die [[Erkenntnis]] aber schon in dem Augenblick vergangen sind, in dem sie entstehen, und also enden, ohne etwas anderes zu hinterlassen, als den Moment der [[Wahrnehmung]] selbst. In ihren Gefühlen abstrahieren sie notwendig von ihrer [[wirklichen]] [[Geschichte]] und bestehen nur in dem fort, worin sie schon bei ihrer Entstehung nicht [[wirklich]] begründet sein können, also im Grunde ihre Lebenswirklichkeit darin aufheben und nur in der [[Form]] [[erinnert]] werden können, wie sie vergangen, also ungegenwärtig ist. Sie beziehen sich auf keine [[Gegenstände]], sondern auf [[Ereignisse]], wie sie im bloßen [[Erleben]] stattfinden, ohne dass diese irgendeinen Zusammenhang erkennen lassen außer dem, was die [[Form]] dieser [[Verhältnisse]] ausmacht. Diese Form ist die [[unmittelbare]] Existenzform einer umstandslosen Begegnung, durch die Menschen sich [[erleben]], also sich als Menschen [[wahrhaben]], ohne [[wirklich]] menschlich da zu sein. Sie sehen sich in ihrer einzelnen [[Selbstwahrnehmung]] [[allgemein]] bestärkt, ohne dass sie sich als Mensch wirklich anders mitteilen können, als durch ihr bloßes [[Dasein]] in einem an und für sich zeitlosen [[Raum]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lediglich in ihren [[Wahrnehmungen]] und [[Selbstwahrnehmungen]] lässt sich [[erkennen]], was die Menschen von einender durch ihre [[Zwischenmenschlichkeit]] [[wahrhaben]], was sie existenziell im [[Sinn]] haben, ohne dass sich ihr [[Sinn]] [[wirklich]] äußert, ihr Tun und Treiben kein gegenständliches [[Leben]], keine wirkliche [[Geschichte]] hinterlassen kann und ihre Unwirklichkeit sie antreibt, ihre Sinne fortwährend einzuholen, indem sie beständig außer sich gehen, sich in der Form ausdrücken, um Eindruck zu machen und sich in sich immer wieder finden müssen, weil sie von anderen beeindruckt sind. Subjektiv erscheint dies im Geltungsbedürfnis der Zwischenmenschen in der Trennung von jener Welt, über die er sich zwar als [[Besitzer]] seiner Existenzmittel erhaben wissen, von deren Entstehung und deren Vergehen zugleich aber ihr Glück vollständig abhängig ist. Als [[Geldbesitzer]] schlechthin bleiben ihnen jedoch in [[Wirklichkeit]] die gesellschaftlichen Sinnbezüge äußerlich. Unter diesen Umständen folgt jeder Mensch zwischenmenschlich nur seinen [[Gefühlen]], denen die gesellschaftlichen Inhalte ihrer [[Empfindungen]] fremd geworden sind, so dass er seine [[Empfindungen]] aus dem Reich seiner Gefühle, seiner [[Lebensburg]] finden muss.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das gesellschaftliche [[Verhältnis]] von [[Empfindungen]] und [[Gefühlen]] steht hier Kopf und ist nur noch durch sein [[Selbstgefühl]] vereint, in welchem seine [[wirkliche]] Lebenswelt [[abwesend]] ist. Es ist, als ob die Menschen hierdurch getrieben sind, für einen [[Sinn]] zu leben, der zwischen ihnen äußerlich und menschlich zugleich ist, und der sie nicht inne halten lässt, weil er keine [[Form]] außer sich hat, und der ihre [[Beziehung]] zugleich nur [[entäußern]] kann, weil er inhaltlich nicht wirklich da ist und sich von daher eine Form des Zwischenmenschlichen geben muss.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie kann sich ein solcher [[Sinn]] bilden, wie kann seine [[Bildung]] durch etwas geschehen, was die Menschen in ihren zwischenmenschlichen [[Verhältnissen]] nur für stich [[wahrhaben]], und durch den sie andere [[wahrnehmen]], ohne dass es wirklich für sie [[wahr]] sein kann? Was kann diese [[Sinnbildung]] ausmachen, was kann dies sein, das sich in solchen Verhältnissen bildet? Was kann zwischen den Menschen menschlich sein ohne dass es wirklich [[gegenständlich]] da ist?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist ja ein Widersinn des Wortes selbst, dass es zwischen den Menschen menschlich sein soll, wenn sie selbst dazwischen und außer sich zugleich wären. Es ist ein absoluter [[Widerspruch]], der [[Widerspruch]] einer Lebensäußerung, die keine sein kann, weil sie unmittelbar nur verinnerlichen kann, was sie nur außer sich ist, sich zum Inhalt machen muss, was sie nicht ist, zugleich äußerlich aber für sich keinen Bestand hat, nicht [[wirklich]] gegenständlich ist oder wird, weil sie für sich nur wahrhaben kann, worin sie sich in anderen Menschen erscheint.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im [[Zwischenmenschlichen]] gewinnen die Menschen ihre [[Wahrheit]], indem sie einander in ihrer Wahrnehmung [[nutzen]], ihre Empfindung im anderen Menschen finden (emp-findung = zu Ende finden), sich durch andere Menschen finden und sich in dem [[erkennen]], was sie mit der Wahrheit der anderen teilen, was sich ihnen mitteilt, ohne wirklich als andere Wahrheit erkennbar zu sein. Worin sie sich achten, was ihre [[Selbstachtung]] ausmacht, ist die [[Selbstwahrnehmung]] ihrer Empfindungen, die sie wechselseitig durch einander haben, worin sie sich in dem finden, durch das sie füreinander da sind. Das ist nicht einfach ein Verhältnis von Zwischenmenschen, sondern ihr wirklich zwischenmenschliches Verhältnis, ein sinnliches Sein durch andere in der Erfahrungswelt ihrer [[Selbstwahrnehmung]], in ihrem [[Lebensraum]], den Grenzen ihrer Kultur. Sie begründen sich darin sinnlich durch ihr wechselseitiges [[Dasein]], durch ihr Sein für andere, durch ihre zwischenmenschlichen Empfindungen, in denen sie Achtung für sich erfahren. Diese Selbstwahrnehmung ist somit zur [[Substanz]] ihres zwischenmenschlichen Lebens geworden. Indem sie sich selbst durch andere so substantivieren, wie sie diese für sich [[erlebt]] haben, wie sie also durch sie gewesen sind, werden sie sich selbst wesensfremd, sind außer sich nur ohne sich und können für sich nur durch andere sein (siehe [[Selbstentfremdung]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieser Widerspruch klärt sein Wesen darin auf, dass Menschen nicht sein können, was sie sind, dass sie [[subjektiv]] nur [[anwesend]] machen können, was ihnen [[objektiv]] entzogen ist, dass sie sich hierfür gegenseitig [[nutzen]] müssen, um als Mensch [[gegenwärtig]] zu sein. Sie selbst können sich zwischen ihrem Menschsein nur als [[Objekte]] begegnen, und müssen sich hierzu äußern, um subjektiv für sich überhaupt da sein zu können Das [[Zwischenmenschliche]] vergemeinschaftlicht ein objektives Subjekt, durch das sie voneinander getrennt und angezogen zugleich sind. Es ist ihre Beziehung in dem, was ihren [[Schmerz]] ausmacht, dass sie nämlich [[subjektiv]] in dem [[getrennt]] sind, durch was sie sich aufeinander [[objektiv]] beziehen. Es ist die in ihnen gebrochene [[Subjektivität]], durch die sie sich verbunden fühlen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Subjekte wie Objekte ihrer Wahrnehmungen finden sie an einander das, was sie durch einander auch von sich verspüren. Aber das was sie aneinander finden kann nicht zugleich das sein, was sie durch einander fühlen, da sich das [[Gefühl]] erst aus den [[Empfindungen]] nach ihrer [[Geschichte]] an [[Erfahrung]] ergibt. In ihren [[Verhältnissen]] vereint sich daher darin, was die Menschen zwischen Vergangenheit und Gegenwart durch einander erfahren haben und was sie zugleich voneinander trennt, weil und wo Ihre Gefühle als [[Mittel]] und [[Zweck]] ihrer [[Beziehung]] zu ihrem Lebensverhältnis wurden. Darin bildet sich eine Welt voller Geschichten in ihrer Zwischenmenschlichkeit aus, in der eine Zusammengehörigkeit entsteht und besteht, worin die Menschen nur den [[Sinn]] füreinander finden können, den sie durch einander, durch ihre bloß [[Anwesenheit]] schon abstrakt haben, ohne sich seiner [[wirklich]] [[gewiss]] sein zu können&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zwischenmenschlichkeit meint also das, was zwischen den Menschen ist und so nicht sein kann, also das In-allem-Sein, worin Menschen sich allgemein als das erscheinen, was an und in ihnen menschlich ist und nur im Einzelnen geschieht: das Finden (siehe auch [[Empfindung]]), Fühlen (siehe auch [[Gefühl]]) und [[Wissen]] (siehe auch [[Bewusstsein]]) der Menschen, wie es sich jenseits ihrer gegenständlichen [[Welt]] [[subjektiv]] für sich - quasi &#039;&#039;intersubjektiv&#039;&#039; - verstehen lässt. Es erscheint zwar als subjektives Sein der Menschen, aber nicht sinnlich für sich, sondern nur relativ zueinander - eben nur zwischen ihnen. Zugleich kann es ein so relatives [[Sein]] sinnlich nicht [[wirklich]] geben, denn jeder [[Sinn]] ist gegenständlich und nur durch seinen [[Gegenstand]] erklärlich. Ein solches [[Dasein]] von Menschen kann daher in [[Wahrheit]] nur durch ihre Welt sein, ist also immer schon etwas, das ihre [[Welt]] in ihrer ganzen [[Gegenständlichkeit]] ([[Objektivität]]) unterstellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Doch gerade wo diese [[unmittelbar]] [[gemeinschaftlich]] erscheint, wird sie gewöhnlich schon im Beisammensein von Menschen als [[Personen]] durch sie selbst als gegeben verstanden. Demnach wäre Zwischenmenschlichkeit eine [[Vorstellung]], dass die Menschen nicht durch sich, sondern durch ihre bloß individuelle [[Anwesenheit]] menschlich da sind, dass durch ihr bloßes [[Dasein]] ohne weiteres Menschlichkeit gegeben wäre. In diesem bloß anwesenden Dasein allerdings kann ein Mensch nur [[abstrakt]] [[wesen]]tlich sein, auch wenn er selbst [[wirklich]] als Mensch da ist. In diesem ist er aber nur idealisiert da als eine [[Idee]], eine Vorstellung vom Menschen, die sich leibhaftig als das vorstellt, was sie zur [[Vorstellung]] hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Menschlichkeit wird von daher oder ihrer [[Idee]] folgend als [[Sinn]] der Humantitas wie eine selbstverständliche [[Eigenschaft]] der [[Menschenliebe]] verstanden. Tatsächlich aber unterstellt dies eine ganze menschliche [[Welt]], wie sie geschichtlich geworden und da ist, eine Welt der menschlichen Kulturen, wie sie sich durch bestimmte gesellschaftliche Formen hindurch im Verhältnis zu ihrer Natur gebildet haben. Es ist ganz gleich, ob diese Welt nun [[gegenständlich]] im [[Verhältnis]] ihrer Lebensformen oder direkt auch in der [[Beziehung]] zwischen den Menschen existiert, ganz gleich auch, ob die sich lieben oder hassen, ob sie Erfolg und Anerkennung haben oder Versagen und Absonderung [[leiden]], einander mit [[Macht]] oder [[Ohnmacht]] [[bedingen]]. Zwischen den Menschen erscheint immer etwas sehr konkret, was zugleich sehr abstrakt ist: ihre [[Subjektivität]] wie [[Objektivität]] in einem.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zwischenmenschlichkeit ist daher eigentlich nur die [[Vorstellung]] eines unmittelbaren Menschseins, die sich ohne diese Welt nicht für sich begründen lässt, allerdings dennoch etwas für sich hat, wo die Menschen füreinander wirklich nur persönlich da sind, aber eben auch in dieser [[Beziehung]] zueinander so gesellschaftlich sind, wie ihre [[gesellschaftliche]] Beziehung darin enthalten ist, ob die nun wirklich menschlich ist oder auch nicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn also von Zwischenmenschlichkeit die Rede ist, so ist damit eine [[Welt]] zwischen den Menschen gemeint, eine Welt, die ohne weiteres durch ihre bloß [[Anwesenheit]] als Mensch schon gegeben und von daher in [[Abwesenheit]] ihrer [[gesellschaftlichen]] [[Wirklichkeit]] zu verstehen sein soll. Es handelt sich hierbei also um das Menschsein als bloß [[Gegebenheit]], nicht um ein gesellschaftliches Verhältnis von Menschen, sondern als Verhältnis von Menschen, die unter sich für sich zu sein [[scheinen]] und im [[Allgemeinen]] gültig machen, was und wie sie sich unter sich [[erleben]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das unterstellt im Einzelnen allerdings Menschen, die sich auch selbst schon als [[Gegebenheit]] eines [[Erlebnisses]] anerkennen und sich darin verhalten (siehe [[zwischenmenschliche Verhältnisse]]), sich also so verhalten, wie es ihnen gegeben, für sie gemacht ist, wie sie als [[Objekte]] dieser Welt füreinander da sind. In solchen Objekt-Objekt-Beziehungen gelten sich Menschen selbst als Produkt ihrer Beziehung, als [[Sache]] ihrer Selbsterhaltung wie ein [[nützliches]] [[Ding]], durch dessen [[Eigenschaften]] ein Mensch für sich hat, was er ohne diese nicht [[haben]] und für sich nicht sein kann. Es verhalten sich Menschen unter dieser [[Bedingung]] zu sich selbst als bloß Objekte ihrer Sinne, die sich darin objektiv bilden, sich so produzieren, wie sie auch produziert sind. Sie stehen in einer [[Beziehung]] zu sich, die sie subjektiv nurmehr [[wahrnehmen]] und nur noch im [[Sinne]] ihrer [[Selbstwahrnehmung]] ausgestalten. Darin wird daher eine [[Subjektivität]] ausgeschlossen, die sich nicht aus diesen [[Verhältnissen]] ergibt, die ihre [[Selbstbezogenheiten]] nicht bestärkt und auch nicht bestätigt, die also einen [[Gegenstand]] außer sich hat und sich gegenständlich zu ihrer Welt, zu ihren [[Sachen]], zu ihrer [[Kultur]] und zu Menschen außer sich, zu anderen Menschen, zu Menschen die anders, also verschieden sind, [[verhält]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In ihrer Zwischenmenschlichkeit und durch sie herrscht zwischen den Menschen daher eine [[Gemeinschaft]], ohne [[Gesellschaft]] zu sein. Sie verallgemeinern darin das gemeine [[Wesen]] ihrer einzelnen und im Grunde vereinzelten [[Persönlichkeiten]], ein Wesen, worin sie als einzelne Menschen in einer Besonderheit füreinander da sind und sich sinnlich zugleich ununterschieden auf einander als Gleiche [[beziehen]], ihr [[Leben]] als das äußern und vergleichen, was es im Gemeinen mit anderen [[hat]], worin es also in der [[Gemeinschaft]] von [[Personen]] [[veräußert]] und darin zugleich auch [[vermittelt]] wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
An und für sich [[äußern]] die Menschen ihr [[Leben]], indem sie es gestalten, indem sie durch ihr Zusammenwirken die [[Gegenstände]] ihres [[Leben]]s erzeugen und sich durch ihre Erzeugnisse zu einander [[verhalten]]: sich durch einander als Mensch [[erkennen]], [[Sinn]] füreinander haben und [[Sinn]] überhaupt finden (siehe [[Empfindung]]), indem sie sich als Menschen anerkennen (siehe [[Selbstbewusstsein]]). Ihre [[Lebensmittel]], ihre [[Produktionsmittel]] und [[Kultur]] zeugen von der [[Synergie]] ihrer gesellschaftlichen [[Wirklichkeit]], in der sie ihr Leben [[wahrnehmen]] und [[wahrhaben]]. Was sie zu ihrer [[Sache]] gemacht haben, das macht ihr gegenständliches [[Verhältnis]], ihre gesellschaftliche Lebenswirklichkeit aus. Es ist das Verhalten ihrer [[Naturmächtigkeit]]. Zwischen ihnen ist [[objektiv]], was sie als [[Subjekte]] ihrer gegenständlichen Lebensäußerungen geschaffen, was sie als ihren Lebensreichtum, als [[Reichtum]] ihrer [[Subjektivität]], ihrer [[wirklichen]] menschlichen [[Beziehungen]] gebildet haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein gegenständliches Verhältnis bezieht sich über [[Sachen]] und Werke und darauf bezogene [[Bedürfnisse]], [[Interessen]] und [[Verhalten]]sweisen der Menschen. Was [[ausschließlich]] zwischen den Menschen geschieht kann vieles sein, nur nicht [[sachlich]], denn dann wäre dies [[gegenständlich]] und also außer den Menschen, nicht zwischen oder in ihnen wahr. Im Zwischenmenschlichen machen sich die Menschen selbst zu einem [[Gegenstand]], ohne durch sich gegenständlich zu sein. Sie sind füreinander [[objektiv]] da als [[Objekte]], die durch sich selbst und [[ausschließlich]] als objektive [[Subjekte]] da sind, die sich so verhalten, wie ihnen ihre [[Verhältnisse]] nötig sind, wie sich sich brauchen und [[nützlich]] sind. Ihre Beziehung in diesem [[Nutzen]] ist eine Objekt-Objekt-Beziehung, die nötig ist, wo sie füreinander [[subjektiv]] sein müssen, um in einer objektiven Vermittlung ungegenständlich füreinander da zu sein, um in wesenlosen Verhältnissen füreinander [[anwesend]] zu sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zwischenmenschlich ist ein Mensch als Mensch mit Haut und Haar, mit Geist und Sinn, ohne seine Sinnlichkeit anders zu äußern als durch sich, durch seine Haut und durch sein Haar und durch seinen Geist und durch seinen Sinn. Er muss sich also selbst als [[Sinn]] in seinen [[Eigenschaften]] und [[Fähigkeiten]] veräußern, und zugleich von deren Ursprung, von seiner gegenständlichen Beziehung absehen und sich in seiner Leiblichkeit und mit seinem [[Geist]] für andere verfügbar machen (siehe [[Einverleibung]]), um in ihrer [[Gemeinschaft]] zu existieren. Menschen fungieren unter dieser Bestimmung in ihren unmittelbaren [[Beziehungen]] und [[Verhältnissen]] als [[Personen]] so, wie sie sich menschlich erscheinen, wie sie also als purer Mensch füreinander da sind (siehe [[zwischenmenschliche Beziehungen]] und [[zwischenmenschliche Verhältnisse]]). Aber als Menschen waren sie sich auch in diesen Beziehungen längst schon dadurch menschlich, dass sie ihre [[gesellschaftlichen]] [[Verhältnisse]] als ihr wirkliches [[Lebensverhältnis]] voraussetzen. Zwischenmenschlich sind sie also auf ihr [[persönliches]] [[Dasein,]] auf ihre bloß [[Anwesenheit]] als Mensch [[reduziert]] und von daher zwischen ihrem Menschsein auch nur [[persönlich]] Sie [[nutzen]] einander als Mensch, um außer sich menschlich zu sein und durch sich [[Sinn]] und [[Zweck]] ihrer [[Gemeinschaft]] zu verwirklichen. Sie machen sich darin selbst zum [[Gegenstand]] ihrer [[Beziehung]] und müssen sich nur deshalb nicht gegenständlich verhalten, weil ihnen ihre [[Sache]] selbstverständlich gegeben, als bloß [[Gegebenheit]] schon da ist (siehe [[Dasein]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Menschliche [[Lebensverhältnisse]] gründen schon immer auf dem Verhalten der Menschen zu Menschen, sind also immer [[gesellschaftlich]] als Äußerungen ihres Menschseins gegenwärtig im Verhalten ihres [[gegenständlichen]] Seins, sind also immer gesellschaftliche [[Verhältnisse]] ihrer [[Existenz]] als [[Form]] ihrer [[Natur]], ihres [[Stoffwechsels,]] ihrer [[Wirtschaft]] und ihrer [[Kultur]] - ganz gleich, wie diese [[Form bestimmt]] sein mag. Zwischen den Menschen aber erscheint alles [[unmittelbar]] menschlich, weil die [[Anwesenheit]] von Menschen selbst schon [[Gesellschaft]] ersetzen kann, sie in der [[Gemeinschaft]] mit Menschen außen vor lassen kann, als etwas gänzlich Äußerliches sein lässt, als eine ihnen fremde [[Beziehung]], in der sie sich zwischen den Menschen im reinen Menschsein immerhin &#039;&#039;unter sich&#039;&#039; fühlen können, ohne sich [[wirklich]] gesellschaftlich zu verhalten. In ihrer [[Gemeinschaft]], Gemeinde, [[Familie]], [[Verein]] usw. ist unter dieser [[Bestimmung]] das bloß Dabeisein die hierfür hinreichende [[Form]], weil diese sich nur aus der [[Negation]] von wirklicher [[Gesellschaft]] bestimmt. In dieser [[Formbestimmung]] ist daher alleine der Gewinn von [[zwischenmenschlichen Beziehungen]] durch den Verlust an gesellschaftlicher [[Wirklichkeit]] maßgeblich, die vom [[Wirtschaftswachstum]] zunehmend ausgeschlossen ist, um einen asozialen [[Wertwachstum]] dienstbar zu sein (siehe auch [[Dienstleistungsgesellschaft]]). So müssen sie im Maß ihrer Selbstbeschränktheit sich verwirklichen um ihre [[Selbstverwirklichung]] zu entfalten, die das Gegenteil von dem betreibt, was ihre wahre Individualität ausmacht, müssen sich [[entwirklichen,]] wo sie [[wirklich]] sein wollen, einem [[Wesen]] dienen, das sie nicht [[erkennen]] können, weil es in ihrer [[Selbstwahrnehmung]] das zertrennt, was sie verbindet und [[isoliert]], was sie v[[erallgemeinert]]zu einem [[abstrakt allgemeinen]] [[Wesen]] ihrer Zwischenmenschlichkeit (siehe hierzu auch [[abstrakt menschlicher Sinn]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In zwischenmenschlichen Verhältnissen können die Menschen nur [[widersprüchliche]], nicht [[wirkliche]] [[Subjekte]] ihres [[Lebens]] sein, weil sie sich zueinander gegenstandslos verhalten, also kein [[wirkliches]][[Wesen]] außer sich haben und daher in [[Wahrheit]] unwesentliche, [[gleichgültige]] Wesen füreinander sind die nurmehr über ihre [[Selbstwahrnehmungen]] miteinander verkehren können (siehe auch [[Verkehrung]]). Wo sie sich selbst zum [[Gegenstand]] ihrer zwischenmenschlichen [[Lebensverhältnisse]] machen, benutzen sie ihre menschliche [[Natur]] objektiv und verleiben sich darin eine [[Gegenwart]] ein, die sie nicht gestalten können, die aber sehr wohl ihr Leben in der Form ihrer [[Anwesenheit]] gestaltet. So [[subjektiv]] sie sich darin fühlen, so [[objektiv]] ist hiergegen ihr wirkliches gesellschaftliches Verhältnis, in welchem die [[Abwesenheit]] eines menschlichen Wesens beängstigen muss. Ihr [[zwischenmenschliches Verhältnis]] vollzieht sich darin dadurch, dass sie sich entgegenständlichen, während sie sich in ihrer wechselseitigen [[Einverleibung]] [[vergegenwärtigen]]. Ihre [[Entgegenständlichung]] widerfährt ihnen als ihre [[Entgegenwärtigung]], als Objektivierung ihrer sinnlichen Beziehungen (siehe [[abstrakt menschlicher Sinn]]) und von daher ihrem [[Wesen]] nach im Prozess einer [[Selbstentfremdung]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
An und für sich ist Zwischenmenschlichkeit ein [[Gefühl]]sverhältnis von Menschen jenseits ihrer gesellschaftlichen [[Wirklichkeit]], ein Verhältnis, worin sich die Menschen in ihrer bloßen Individualität als Mensch [[getrennt]] von menschlicher Wirklichkeit , also von dem gesellschaftlichen Verhältnis der Menschen abgeschieden [[wahrnehmen]] und dieses als ihre Gesellschaft [[erscheint]]. Während sie die Produkte einer ihnen fremden Gesellschaft erzeugen und konsumieren und diese als ihren existenziellen Lebensgrund [[wahrhaben]], gelten sie sich nur in dem [[Gefühl]], das sie durch andere für sich haben - in ihrem [[Selbstgefühl]] - als Mensch und dieses daher auch als Form menschlicher Objektivität (siehe [[objektives Gefühl]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zwischenmenschlichkeit wird daher als Bezeichnung für [[Wahrnehmungen]] genommen, die zwischen Menschen als [[Gefühle]] und [[Empfindungen]] entstehen. Dies impliziert eine unmittelbare Lebenswelt von [[Subjektivität]], die sich aus den objektiven [[Verhältnissen]] herausnimmt und sich von daher als eigene Welt selbst bestimmt wissen will, die Welt der menschlichen [[Selbstbestimmung]] sein soll. Es ist eine Welt, die sich zwischen [[Selbstverwirklichung]] und [[Selbstlosigkeit]] bewegt, die das Innenleben der [[bürgerlichen Kultur]] ausmacht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zwischenmenschlichkeit ist ein [[Begriff]], der eigentlich etwas Unmögliches besagt: Dass es ein Menschsein zwischen Menschen geben könne. Gemeint ist eine unmittelbare persönliche [[Beziehung]], also eine Beziehung ohne [[Mittel]], ohne [[Sache]] und Existenzform, eine Beziehung, ohne darin anders [[gegenständlich]] zu sein, denn als Mensch in seiner unmittelbaren [[Erscheinung]], als durch sich selbst begründetes und sich vermittelndes menschliches [[Wesen]]. Es ist eigentlich selbstverständlich, dass jeder Mensch ein Mensch ist und dass jedes [[Individuum]] zugleich gesellschaftlich ist. In der Vorstellung, dass er hierbei ein &#039;&#039;Zwischenmensch&#039;&#039; sei, reduziert diese Selbstverständlichkeit auf eine [[Abstraktion]] sowohl vom individuellen wie auch gesellschaftlichen Menschsein. Dieses wird durch den Begriff substantiviert, zu einer Lebensaufgabe gemacht, sich als beides zugleich zu erweisen, sich als menschliches Wesen erst in der Beziehung zwischen Menschen [[beweisen]] zu müssen, sich als Mensch zwischen Menschen erkenntlich zu zeigen und zu bestätigen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[=&amp;gt; Mehr hierzu lesen ....]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Wolfram</name></author>
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		<title>Einzelheit</title>
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		<updated>2026-05-26T07:47:14Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Wolfram: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;Wenn ... Hegel Allgemeinheit und Einzelnheit, die abstrakten Momente des Schlusses, als wirkliche Gegensätze behandelt, so ist das eben der Grunddualismus seiner Logik. Das Weitere hierüber gehört in die Kritik der Hegelschen Logik.  [[(K. Marx, MEW 1, S. 292)]]&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
An sich lässt sich das Einzelne nicht hinterfragen, - ob es etwa [[wahr]] sei oder etwa nicht [[anwesend]] ist (siehe [[So-Sein]]). Form und Inhalt sind also nicht von einenander zu trennen. Im Ganzen sind sie einfach nur so da ([[Sosein]]), wie das [[Ganze]] da ist. In [[Wahrheit]] gibt es das Einzelne eben nur als [[Beziehung]] zum [[Allgemeinen]] seiner Form in einem [[qualitativen]] [[Verhältnis]] zu den [[quantitativen]] [[Relationen]] seines [[Wesens]] (siehe auch [[Wertform]]). Weil sie in ihrer Einheit untrennbar und also auch nicht voneinander zu [[trennen]] und daher nicht umkehrbar sind, wird Quantität zur Qualität einer [[Abstraktion]], – in ihrer [[Form]] bestimmend (siehe [[Formbestimmung]]). Weil also kein Rückschluss auf deren Besonderheiten möglich ist, sind sie in Wahrheit nur Schein von einer abstrakten Einheit worin viele Sorten auf eine Kategorie gebracht worden waren. Sobald ihr konkretes [[Verhältnis]] nicht mehr gegenwärtig ist. Um sich über ihren [[Sinn]] hinweg zu [[täuschen]] ohne sich zu einer [[abstrakten]] Einheit zu [[mystifizieren]] (siehe auch [[Fetischismus]]). &#039;&#039;Wenn ich mir aus den wirklichen Äpfeln, Birnen, Erdbeeren, Mandeln die allgemeine Vorstellung &#039;&#039;Frucht&#039;&#039; bilde, wenn ich weitergehe und mir einbilde, daß meine aus den wirklichen Früchten gewonnene abstrakte Vorstellung &#039;&#039;die Frucht&#039;&#039; ein außer mir existiereswhrswhrndes Wesen, ja das wahre Wesen der Birne, des Apfels etc. sei, so erkläre ich - spekulativ ausgedrückt - &#039;&#039;die Frucht&#039;&#039; für die &#039;&#039;Substanz&#039;&#039; der Birne, des Apfels, der Mandel etc. Ich sage also, der Birne sei es unwesentlich, Birne, dem Apfel sei es unwesentlich, Apfel zu sein. Das Wesentliche an diesen Dingen sei nicht ihr wirkliches, sinnlich anschaubares Dasein, sondern das von mir aus ihnen abstrahierte und ihnen untergeschobene Wesen, das Wesen meiner Vorstellung, &#039;&#039;die Frucht&#039;&#039;. Ich erkläre dann Apfel, Birne, Mandel etc. für bloße Existenzweisen, Modi &#039;&#039;der Frucht&#039;&#039;. Mein endlicher, von den Sinnen unterstützter Verstand unterscheidet allerdings einen Apfel von einer Birne und eine Birne von einer Mandel, aber meine spekulative Vernunft erklärt diese sinnliche Verschiedenheit für unwesentlich und gleichgültig. Sie sieht in dem Apfel dasselbe wie in der Birne und in der Birne dasselbe wie in der Mandel, nämlich &#039;&#039;die Frucht&#039;&#039;. Die besondern wirklichen Früchte gelten nur mehr als Scheinfrüchte, deren wahres Wesen &#039;&#039;die Substanz&#039;&#039;, &#039;&#039;die Frucht&#039;&#039; ist.&#039;&#039; [[(K. Marx, MEW 2, S. 59)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das [[Abgetrennte]], das [[verselbständigte]] [[Einzelne]] (siehe hierzu auch [[Gebrauchswert]]), das [[vereinzelte]] Einzelne ist die versinnlichte [[Mystifikation]] einer [[Vorstellung]] ihrer Relationen (z.B. als [[Tauschwerte]]), für sich blieben sie bloße Monade, wie sie in der [[Philosophie]] bzw. [[Psychologie]] einer [[existenzialistischen]] [[Phänomenologie]] eine Rolle spielen kann. Das [[Material]] einer [[Begriffsbildung]] ist die [[Sprache]], die in ganzen Sätzen einen Sinn so vermitteln, wie er sich in der bisherigen Kulturgeschiche entwickelt hat. Worte sind Inhalt der [[Sprache]], Ausdruck und Mitteilung eines [[Wissens]], [[praktisches Bewusstsein]]. [[Begriffe]] gibt es eigentlich und vor allem für [[Verhältnisse]], die sich als [[Wirklichkeit]] nicht einfach so beschreiben und greifen lassen, weil sie im Einzelnen sich nicht als Teil oder Moment einer Allgemeinheit formulieren lassen. In der[[Einzelheit]] lässt sich dann deren [[Allgemeinheit]] nicht [[erkennen]], wohl aber in den [[Verhältnissen]] ihrer [[Wirklichkeit]] aus ihrer [[Wirkung]] erschließen, wenn und weil sie für sich nur [[widersinnig]] sind (siehe hierzu z.B. [[Tauschwert]], [[Zwischenmenschlichkeit)]]. Das [[Einzelne]] erscheint dem [[Allgemeinen]] vorausgesetzt, weil es ins Auge fällt, in der bloßen Erfahrung augenfällig ist. Aber in [[Wahrheit]] kann sich dieses nur durch das ihm schon vorausgesetzte [[Allgemeine]] bilden. Denn alles, was einzeln ist, kann für sich und durch sich nicht allgemein sein. Umgekehrt muss aber im [[Allgemeinen]] alles auch Einzeln, also von jedem anderen Einzelnen unterschieden und doch gleich, nämlich ihm gemein sein. Alles was im allen Gemeinen sich gleich bleibt, ist daher [[gleichgültig]] gegen das, was seine [[Allgemeinheit]] im Einzelnen ausmacht, ist [[ausschließlich]] einzeln, weil es von seiner [[wirklichen]] [[Gemeinschaft]] absehen muss, weil es durch seine [[Absichten]] nur [[abstrakt allgemein]] sein kann. Es ist in seiner Einzelheit [[ausschließlich]] weil es konkret von seiner wahren Allgemeinheit getrennt, allem nur in seiner [[Isolation]] voneinander [[abstrakt]] zusteht. Es kann nur durch deren unterschiedene und unterschiedlichen Einzelheiten für sich bestimmt auftreten. Es kann aber auch eine durch sich mächtige [[Bestimmung]] durch das [[Allgemeine]] verkörpern, wenn und wo diese zu einer [[Formbestimung]], zur allgemeinen [[Form]] (siehe [[Allgemeinform), zurFormderAllgemeinheit eines sich selbst abstrakt werdendenVerhältnisseswird (siehe hierzu auchWertform).]] Das [[Ganze]] kann als solches nur wahr sein, wenn das Einzelne darin bewahrt ist und das Einzelne kann im [[Ganzen]] nur wahr sein, weil es sich nur durch das Ganze gewahr wird, weil es durch seine Einzelheit das Ganze bildet und sich daher auch nur als Einzelnes im [[Ganzen]] erkennen kann, weil es darin seine [[Allgemeinheit]] [[wahrhat]] die aus ihm begründet ist. Denn es geht ihr [[geschichtlich]] voraus, bevor es allgemein existieren, [[gesellschaftlich]] [[wesentlich]] werden kann. Nur in der [[Religion]] bewegt sich das Allgemeine als [[abstrakter]] Mensch vom Himmel herunter und steigt auch dahin wieder auf. Aber der [[Übermensch]] umarmt den [[wirklichen]] Menschen um seine [[Isolation]] zu beherschen, seine Spaltung (siehe auch [[Telung]]) zu [[totalisieren]] und sie ihm als allgemeine [[Notwendigkeit]] des [[Lebens]] mitzuteilen, Der [[abstrakt allgemein]]e Mensch herrscht durch den [[Tod]] und verachtet den Menschen und seine [[Wirklichkeit]], weil sie die [[Notwendigkeit]] seiner wirklichen [[Wesensnot]] ist. Einzelnes stirbt und verwest, indem es im Allgemeinen [[überlebt]]. In der Einzelheit exisiert etwas, das sich vom [[Allgemeinen]] unterscheidet, sich in diesem ungebrochen bezieht, also auch für sich bestimmt ist, ohne als [[Negation]], also [[abstrakt]] nur bezogen zu sein. Einzelne Beziehungen sind sich solange nicht [[gleichgültig]], solange sie in ihrem einzelnen Sein ein Gemeines haben, nicht als [[Besonderheit]] existieren. Das Gemeine hat [[Bestand]] in [[Gemeinschaft]], so darin seine [[Wahrheit]] [[bestätigt]] ist. Aber es bildet Gemeinschaft nur durch die [[Auseinandersetzung]] seiner Einzelheit: Das Auseinandersein und Zusammenfinden und das Zusammensein und Auseinandergehen. Erst in der [[Gesellschaft]] ist diese Bewegung in [[objektivem]] [[Sein]] aufgehoben. Das [[Einzelne]] erscheint dem [[Allgemeinen]] vorausgesetzt, solange es sich in [[Wahrheit]] nur durch dieses, durch das [[Allgemeine]] verwirklichen kann, Erscheinungsform seiner Natur ist. Doch alles, was einzeln ist, verkehrt sich hierdurch gegen seinen gesellschaftlichen Inhalt. Und so erscheint das [[Allgemeine]] selbst durch alles Einzelne verkehrt. Denn alles, was darin sich gleich bleibt, ist die reine Form fr sich und durch sich, die [[gleichgültig]] der Formbestimmung gegen das, was die organische Wahrheit seiner Natur ist, was sie in ihrer [[Allgemeinheit]] ausmacht. In ihrer [[ausschließlichen]] Einzelheit verlsst sie ihren Krper als eine Form, die als [[abstrakte Allgemeinheit]] gesellschaftliche Macht darstellt, weil sie hierdurch zur Erscheinungsform ihres Gegenteils geworden ist (siehe hierzu auch [[Fetischismus]]). Denn was eine [[Allgemeinheit]] nur noch durch ihre [[isolierten]] [[Einzelheiten]] ausmachen kann, wo sie durch die Wiklichkeit einer [[abstrakten Allgemeinheit]] verkrpert ist, wo sie allem Einzelnen [[abstrakt]] zusteht und sie zugleich nur durch ihre Einzelheit bestimmt auftreten kann, ist sie im [[Allgemeinen]] ausschließlich einzeln, weil dieses als eine mächtige [[Bestimmung]] ihrer [[abstrakt allgemeinen]] [[Substanz]] außer sich, durch die allgemein besonderte [[Substanz]] ihrer [[Elementarform]] (siehe hierzu [[Geldform]]) die Macht ihrer Allgemeinform verköpert, die durch ihre Wirkung auf andere als besondere [[Allgemeinform]] der Einzelheiten zum Subjekt ihrer [[Entäußerungen]] wird. Gegen diese ist jedes Einzelne dann ein besonderes Einzelnes und besteht auf seine allgemeine Besonderheit. Es kann schließlich nicht zu sich selbst [[abstrakt]] sein. Allerdings lebt es sich dann auch gut in solcher [[abstrakten Allgemeinheit]] - zumindest solange das [[Besondere]] in ihrem Licht und nicht in ihrem Schatten steht. So war es denn auch für [[Theodor W. Adorno]] ein Anliegen, das [[Ganze]] dieser negativen [[Allgemeinheit]] kraft seines Denkens auszuschließen (siehe [[negative Dialektik]]), das Licht von seinem Schatten zu befreien, indem er es einem bloß [[falschen]] Gedanken zuweist, das [[Ganze]] aus seiner bloßen Ansicht zu bestimmen. Dieses sei eben nur die Konstruktion einer [[Totalität]], die dem Einzelnen einen fremden [[Begriff]] von [[Wirklichkeit]] zumutet. Er wollte aus seiner der hegelschen [[Dialektik]] noch verfallenen Denkweise nicht die [[Entfremdung]] des Menschen von seiner [[Sache]] als etwas [[Ganzes]], als eine gesellschaftliche [[Wesensnot]] einer [[geschichtlich]] [[gegebenen]] [[Entwicklung]] denken, sondern dem [[Denken]] einen Dogmatismus der Ganzheit im Verhältnis zu seiner [[Sache]] vorwerfen: &#039;&#039;Eine jede Ansicht von der Gesellschaft als ganzer transzendiert notwendig deren zerstreute Tatsachen. Die Konstruktion der Totale hat zur ersten Bedingung einen Begriff von der Sache, an dem die disparaten Daten sich organisieren. Sie muß, aus der lebendigen, nicht selber schon gesellschaftlich installierten Kontrollmechanismen eingerichteten Erfahrung [...]; aus der unbeirrten Konsequenz der eigenen Überlegung jenen Begriff immer schon ans Material herantragen und in der Fühlung mit diesem ihn wiederum abwandeln. Will Theorie aber nicht trotzdem jenem Dogmatismus verfallen, über dessen Entdeckung zu jubeln die zum Denkverbot fortgeschrittene Skepsis stets auf dem Sprung steht, so darf sie dabei nicht sich beruhigen. Sie muß die Begriffe, die sie gleichsam von außen mitbringt, umsetzen in jene, welche die Sache von sich selber hat, in das, was die Sache von sich aus sein möchte, und es konfrontieren mit dem, was sie ist. Sie muß die Starrheit des hier und heute fixierten Gegenstandes auflösen in ein Spannungsfeld des Möglichen und des Wirklichen: jedes von beiden ist, um nur sein zu können, aufs andere verwiesen.&#039;&#039; (Adorno 2003, 197)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;Wenn ich mir aus den wirklichen Äpfeln, Birnen, Erdbeeren, Mandeln die allgemeine Vorstellung Frucht bilde, wenn ich weitergehe und mir einbilde, daß meine aus den wirklichen Früchten gewonnene abstrakte Vorstellung die Frucht ein außer mir existiereswhrswhrndes Wesen, ja das wahre Wesen der Birne, des Apfels etc. sei, so erkläre ich - spekulativ ausgedrückt - die Frucht für die Substanz der Birne, des Apfels, der Mandel etc. Ich sage also, der Birne sei es unwesentlich, Birne, dem Apfel sei es unwesentlich, Apfel zu sein. Das Wesentliche an diesen Dingen sei nicht ihr wirkliches, sinnlich anschaubares Dasein, sondern das von mir aus ihnen abstrahierte und ihnen untergeschobene Wesen, das Wesen meiner Vorstellung, die Frucht. Ich erkläre dann Apfel, Birne, Mandel etc. für bloße Existenzweisen, Modi der Frucht. Mein endlicher, von den Sinnen unterstützter Verstand unterscheidet allerdings einen Apfel von einer Birne und eine Birne von einer Mandel, aber meine spekulative Vernunft erklärt diese sinnliche Verschiedenheit für unwesentlich und gleichgültig. Sie sieht in dem Apfel dasselbe wie in der Birne und in der Birne dasselbe wie in der Mandel, nämlich die Frucht. Die besondern wirklichen Früchte gelten nur mehr als Scheinfrüchte, deren wahres Wesen die Substanz, die Frucht ist. [[(K. Marx, MEW 2, S. 59)]]&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das [[Abgetrennte]], das [[verselbständigte]] [[Einzelne]] (siehe hierzu auch [[Gebrauchswert]]), das [[vereinzelte]] Einzelne ist die versinnlichte [[Mystifikation]] einer [[Vorstellung]] ihrer Relationen (z.B. als [[Tauschwerte]]), für sich blieben sie bloße Monade, wie sie in der [[Philosophie]] bzw. [[Psychologie]] einer [[existenzialistischen]] [[Phänomenologie]] eine Rolle spielen kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das [[Material]] einer [[Begriffsbildung]] ist die [[Sprache]], die in ganzen Sätzen einen Sinn so vermitteln, wie er sich in der bisherigen Kulturgeschiche entwickelt hat. Worte sind Inhalt der [[Sprache]], Ausdruck und Mitteilung eines [[Wissens]], [[praktisches Bewusstsein]]. [[Begriffe]] gibt es eigentlich und vor allem für [[Verhältnisse]], die sich als [[Wirklichkeit]] nicht einfach so beschreiben und greifen lassen, weil sie im Einzelnen sich nicht als Teil oder Moment einer Allgemeinheit formulieren lassen. In der[[Einzelheit]] lässt sich dann deren [[Allgemeinheit]] nicht [[erkennen]], wohl aber in den [[Verhältnissen]] ihrer [[Wirklichkeit]] aus ihrer [[Wirkung]] erschließen, wenn und weil sie für sich nur [[widersinnig]] sind (siehe hierzu z.B. [[Tauschwert]], [[Zwischenmenschlichkeit)]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das [[Einzelne]] erscheint dem [[Allgemeinen]] vorausgesetzt, weil es ins Auge fällt, in der bloßen Erfahrung augenfällig ist. Aber in [[Wahrheit]] kann sich dieses nur durch das ihm schon vorausgesetzte [[Allgemeine]] bilden. Denn alles, was einzeln ist, kann für sich und durch sich nicht allgemein sein. Umgekehrt muss aber im [[Allgemeinen]] alles auch Einzeln, also von jedem anderen Einzelnen unterschieden und doch gleich, nämlich ihm gemein sein. Alles was im allen Gemeinen sich gleich bleibt, ist daher [[gleichgültig]] gegen das, was seine [[Allgemeinheit]] im Einzelnen ausmacht, ist [[ausschließlich]] einzeln, weil es von seiner [[wirklichen]] [[Gemeinschaft]] absehen muss, weil es durch seine [[Absichten]] nur [[abstrakt allgemein]] sein kann. Es ist in seiner Einzelheit [[ausschließlich]] weil es konkret von seiner wahren Allgemeinheit getrennt, allem nur in seiner [[Isolation]] voneinander [[abstrakt]] zusteht. Es kann nur durch deren unterschiedene und unterschiedlichen Einzelheiten für sich bestimmt auftreten. Es kann aber auch eine durch sich mächtige [[Bestimmung]] durch das [[Allgemeine]] verkörpern, wenn und wo diese zu einer [[Formbestimung]], zur allgemeinen [[Form]] (siehe [[Allgemeinform), zurFormderAllgemeinheit eines sich selbst abstrakt werdendenVerhältnisseswird (siehe hierzu auchWertform).]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das [[Ganze]] kann als solches nur wahr sein, wenn das Einzelne darin bewahrt ist und das Einzelne kann im [[Ganzen]] nur wahr sein, weil es sich nur durch das Ganze gewahr wird, weil es durch seine Einzelheit das Ganze bildet und sich daher auch nur als Einzelnes im [[Ganzen]] erkennen kann, weil es darin seine [[Allgemeinheit]] [[wahrhat]] die aus ihm begründet ist. Denn es geht ihr [[geschichtlich]] voraus, bevor es allgemein existieren, [[gesellschaftlich]] [[wesentlich]] werden kann. Nur in der [[Religion]] bewegt sich das Allgemeine als [[abstrakter]] Mensch vom Himmel herunter und steigt auch dahin wieder auf. Aber der [[Übermensch]] umarmt den [[wirklichen]] Menschen um seine [[Isolation]] zu beherschen, seine Spaltung (siehe auch [[Telung]]) zu [[totalisieren]] und sie ihm als allgemeine [[Notwendigkeit]] des [[Lebens]] mitzuteilen, Der [[abstrakt allgemein]]e Mensch herrscht durch den [[Tod]] und verachtet den Menschen und seine [[Wirklichkeit]], weil sie die [[Notwendigkeit]] seiner wirklichen [[Wesensnot]] ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einzelnes stirbt und verwest, indem es im Allgemeinen [[überlebt]]. In der Einzelheit exisiert etwas, das sich vom [[Allgemeinen]] unterscheidet, sich in diesem ungebrochen bezieht, also auch für sich bestimmt ist, ohne als [[Negation]], also [[abstrakt]] nur bezogen zu sein. Einzelne Beziehungen sind sich solange nicht [[gleichgültig]], solange sie in ihrem einzelnen Sein ein Gemeines haben, nicht als [[Besonderheit]] existieren. Das Gemeine hat [[Bestand]] in [[Gemeinschaft]], so darin seine [[Wahrheit]] [[bestätigt]] ist. Aber es bildet Gemeinschaft nur durch die [[Auseinandersetzung]] seiner Einzelheit: Das Auseinandersein und Zusammenfinden und das Zusammensein und Auseinandergehen. Erst in der [[Gesellschaft]] ist diese Bewegung in [[objektivem]] [[Sein]] aufgehoben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das [[Einzelne]] erscheint dem [[Allgemeinen]] vorausgesetzt, solange es sich in [[Wahrheit]] nur durch dieses, durch das [[Allgemeine]] verwirklichen kann, Erscheinungsform seiner Natur ist. Doch alles, was einzeln ist, verkehrt sich hierdurch gegen seinen gesellschaftlichen Inhalt. Und so erscheint das [[Allgemeine]] selbst durch alles Einzelne verkehrt. Denn alles, was darin sich gleich bleibt, ist die reine Form fr sich und durch sich, die [[gleichgültig]] der Formbestimmung gegen das, was die organische Wahrheit seiner Natur ist, was sie in ihrer [[Allgemeinheit]] ausmacht. In ihrer [[ausschließlichen]] Einzelheit verlsst sie ihren Krper als eine Form, die als [[abstrakte Allgemeinheit]] gesellschaftliche Macht darstellt, weil sie hierdurch zur Erscheinungsform ihres Gegenteils geworden ist (siehe hierzu auch [[Fetischismus]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Denn was eine [[Allgemeinheit]] nur noch durch ihre [[isolierten]] [[Einzelheiten]] ausmachen kann, wo sie durch die Wiklichkeit einer [[abstrakten Allgemeinheit]] verkrpert ist, wo sie allem Einzelnen [[abstrakt]] zusteht und sie zugleich nur durch ihre Einzelheit bestimmt auftreten kann, ist sie im [[Allgemeinen]] ausschließlich einzeln, weil dieses als eine mächtige [[Bestimmung]] ihrer [[abstrakt allgemeinen]] [[Substanz]] außer sich, durch die allgemein besonderte [[Substanz]] ihrer [[Elementarform]] (siehe hierzu [[Geldform]]) die Macht ihrer Allgemeinform verköpert, die durch ihre Wirkung auf andere als besondere [[Allgemeinform]] der Einzelheiten zum Subjekt ihrer [[Entäußerungen]] wird. Gegen diese ist jedes Einzelne dann ein besonderes Einzelnes und besteht auf seine allgemeine Besonderheit. Es kann schließlich nicht zu sich selbst [[abstrakt]] sein. Allerdings lebt es sich dann auch gut in solcher [[abstrakten Allgemeinheit]] - zumindest solange das [[Besondere]] in ihrem Licht und nicht in ihrem Schatten steht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So war es denn auch für [[Theodor W. Adorno]] ein Anliegen, das [[Ganze]] dieser negativen [[Allgemeinheit]] kraft seines Denkens auszuschließen (siehe [[negative Dialektik]]), das Licht von seinem Schatten zu befreien, indem er es einem bloß [[falschen]] Gedanken zuweist, das [[Ganze]] aus seiner bloßen Ansicht zu bestimmen. Dieses sei eben nur die Konstruktion einer [[Totalität]], die dem Einzelnen einen fremden [[Begriff]] von [[Wirklichkeit]] zumutet. Er wollte aus seiner der hegelschen [[Dialektik]] noch verfallenen Denkweise nicht die [[Entfremdung]] des Menschen von seiner [[Sache]] als etwas [[Ganzes]], als eine gesellschaftliche [[Wesensnot]] einer [[geschichtlich]] [[gegebenen]] [[Entwicklung]] denken, sondern dem [[Denken]] einen Dogmatismus der Ganzheit im Verhältnis zu seiner [[Sache]] vorwerfen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;Eine jede Ansicht von der Gesellschaft als ganzer transzendiert notwendig deren zerstreute Tatsachen. Die Konstruktion der Totale hat zur ersten Bedingung einen Begriff von der Sache, an dem die disparaten Daten sich organisieren. Sie muß, aus der lebendigen, nicht selber schon gesellschaftlich installierten Kontrollmechanismen eingerichteten Erfahrung [...]; aus der unbeirrten Konsequenz der eigenen Überlegung jenen Begriff immer schon ans Material herantragen und in der Fühlung mit diesem ihn wiederum abwandeln. Will Theorie aber nicht trotzdem jenem Dogmatismus verfallen, über dessen Entdeckung zu jubeln die zum Denkverbot fortgeschrittene Skepsis stets auf dem Sprung steht, so darf sie dabei nicht sich beruhigen. Sie muß die Begriffe, die sie gleichsam von außen mitbringt, umsetzen in jene, welche die Sache von sich selber hat, in das, was die Sache von sich aus sein möchte, und es konfrontieren mit dem, was sie ist. Sie muß die Starrheit des hier und heute fixierten Gegenstandes auflösen in ein Spannungsfeld des Möglichen und des Wirklichen: jedes von beiden ist, um nur sein zu können, aufs andere verwiesen. (Adorno 2003, 197)&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Wolfram</name></author>
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		<updated>2026-05-26T07:39:50Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Wolfram: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Eine Position ist ein einfacher Standpunkt bezüglich eines Zusammenhangs des Faktischen, durch welchen unmittelbar Zugehöriges von allem – und also [[allgemein]] – unterschieden wird, das nur mittelbar dazu gehört. Eine andere Position begründet sich auf dem so ausgeschlossenen als [[Negation]], welche die Vermittlung eines Andersseins enthält, worin der positiv ausgeschlossene Zusammenhang seine vermittelte [[Wahrheit]] hat. Der Kern der [[Dialektik]] ist die Vermittlung des [[ganzen]] Zusammenhangs im Begriff.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Wolfram</name></author>
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		<title>Spekulation</title>
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		<updated>2026-05-26T07:28:41Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Wolfram: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;Die Spekulation, welche aus den verschiednen wirklichen Früchten eine Frucht der Abstraktion - die Frucht gemacht hat, muß daher, um zu dem Schein eines wirklichen Inhaltes zu gelangen, auf irgendeine Weise versuchen, von der Frucht, von der Substanz wieder zu den wirklichen verschiedenartigen profanen Früchten, zu der Birne, dem Apfel, der Mandel etc. zurückzukommen. So leicht es nun ist, aus wirklichen Früchten die abstrakte Vorstellung die Frucht zu erzeugen, so schwer ist es, aus der abstrakten Vorstellung die Frucht wirkliche Früchte zu erzeugen. Es ist sogar unmöglich, von einer Abstraktion zu dem Gegenteil der Abstraktion zu kommen, wenn ich die Abstraktion nicht aufgebe. [[(MEW 2, S. 59)]]&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unmittelbar erscheint Spekulation im [[Anschein]] eines einfachen [[Verhältnisses]] des materiellen oder geistigen Vermögens (siehe [[notwendigr Schein]]) – nämlich da, wo kein bestimmtes Ziel durch ebenso bestimmte [[Mittel]] zu erzielen ist, um eine gute Zukunft über die Potenziale und [[Möglichkeiten]] des organischen [[Daseins]] zu [[riskieren]]. Darin beziehen sich Spekulationen auf das [[Dasein]] der [[Vermittlungen]], die zugleich von der [[Kenntnis]] und dem [[Wissen]] um ihre Potenziale abhängen (siehe auch [[wissenschaftliche]] [[Erkenntnis]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;Da, wo die Spekulation aufhört, beim wirklichen Leben, beginnt also die wirkliche, positive Wissenschaft, die Darstellung der praktischen Betätigung, des praktischen Entwicklungsprozesses der Menschen. Die Phrasen vom Bewußtsein hören auf, wirkliches Wissen muß an ihre Stelle treten. Die selbständige Philosophie verliert mit der Darstellung der Wirklichkeit ihr Existenzmedium. [[(MEW 3, S. 27)]]&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Spekulation ist eine [[formelle]] [[Beziehung]] auf die [[Unwirklichkeit]] von [[Inhalten]], eine Spekulation der [[Formbestimmung]] auf deren [[abstrakte]] [[Beziehungen]] ihres [[verselbständigten]] [[Daseins]]. Von daher mag man den ganzen [[Kapitalismus]] als ein [[Verhältnis]] der Spekulation ansehen, als systematisierten Vorschuss, als [[Verschuldung]] der [[Gegenwart]] in die endlosen Potenziale für einen zukünftigen [[Reichtum]], als [[Kredit]] in die [[Produktion]] einer Zukunft, durch die eine [[Risikobereitschaft]] mit &#039;&#039;Gewinn&#039;&#039; belohnt wird. Als [[allgemeinstes und abstraktestes]] Potenzial [[erscheint]] hier [[Geld]] als das beste [[Mittel]] der Wahl. Immerhin verspricht es durch das [[Kreditwesen]] eine rational und sicher scheinende [[Verwirklichung]], wenn es als [[Finanzkapital]] eingesetzt wird, besonders dort, wo es auf die [[Ressourcen]] der Weltwirtschaft, den Quellen der [[Existenzverwertung]] zielt (siehe hierzu [[Eigentumstitel]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;Mit der Entwicklung des Banksystems und namentlich, sobald sie Zins für Depositen zahlen, werden ... die Geldersparnisse und das augenblicklich unbeschäftigte Geld aller Klassen bei ihnen deponiert. Kleine Summen, jede für sich unfähig, als Geldkapital zu wirken, werden zu großen Massen vereinigt und bilden so eine Geldmacht. Diese Ansammlung kleiner Beträge muß als besondre Wirkung des Banksystems unterschieden werden von seiner Mittlerschaft zwischen den eigentlichen Geldkapitalisten und den Borgern. Endlich werden auch die Revenuen, die nur allmählich verzehrt werden sollen, bei den Banken deponiert. [[(MEW 25, S. 416)]]&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Doch alles [[Geld]] der Welt (siehe [[Weltgeld]]) hat einen verhängnisvollen [[Doppelcharakter]]. [[Geld]] bezieht seinen ursprünglichen [[Wert]] aus dem [[Verhältnis]] der [[Zahlungsmittel]] zu den [[Kaufmittel]] in den zwischen [[Angebot und Nachfrage]] realisierbaren [[Preisen]]. Darin verhält sich ihr [[Wert]] als Potenzial einer [[Krediten]]Geldverwertung aus den [[Verhältnissen]] der [[Geldwerte]] (z.B. von [[Devisen]] und Obligationen), worin [[bezahlter Arbeit]] und [[unbezahlter Arbeit]] sich vermitteln und dadurch einen Geldhandel losgetreten hatten, dem [[Geld]] einen [[Preis]] ([[Zins]]) für diese [[Eigenschaft]] der Vermehrbarkeit (siehe [[Kapitalfetisch]]) gegeben haben. Durch den Handel über Wertpapiere kann sich [[Geld]] daher ebenso darstellen wie auch in den einzelnen [[Tauschverhältnissen]] zwischen [[Zahlungsmittel]] und [[Kaufmittel]]. Allerdings ist ein Wertpapier kein &#039;&#039;echter&#039;&#039; Gebrauchsgegenstand, denn sein [[Gebrauchswert]] [[reduziert]] sich lediglich auf ein Vermögen zur [[Aneignung]] von [[unbezahlter Arbeit]], die sich von den Verhältnissen der [[bezahlten Arbeit]], von [[Lohnarbeit]] und [[Kapital]] abgesondert hat. Sein Wert stellt sich daher im [[Zinsfuß]] dar, der die Spekulation auf die Realisierbarkeit eines [[Mehrwerts]] aus [[unbezahlter Arbeit]] verkörpert. Dieser Wert stellt also die Realisierbarkeit einer [[Preisbildung]] dar, die auf Erwartungen und Fiktionen auf realisierbare [[Preise]] zu einem bestimmten Zahlungstermin darstellen. Darin hat der [[Wert]] seinen [[Körper]], seinen Organismus, verlassen und ist zu einer [[selbständigen]] Grundlage der [[Preisbildung]] geworden, die allerdings solange nur [[fiktiv]] ist (siehe [[fiktives Kapital]]), bis dieses [[Geld]] in die [[Realwirtschaft]] wieder zurückkehrt und damit zu einer Realexistenz über die Verwertung von [[Eigentumstitel]] führt (siehe hierzu [[Existenzwert]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Doch jeder [[Kredit]] stellt volkswirtschaftlich immer schon durch seien Buchung eine Verdopplung eines Geldbetrags dar, indem [[Geld]] einmal als Ausgabe des Verleihers mit dem Anspruch auf Rückzahlung, also auf Wertausgleich zu Buche geht (siehe auch [[Buchgeld]]), zum anderen stellt es ein Kapital dar, welches vom Schuldner als Vorschuss investiert wird und aus einer Produktion einen [[Mehrwert]] beziehen muss, der den Kredit zu decken hat. Der Wert des Geldes hat sich in den Kredit transferiert, der völlig getrennt von seiner Herkunft nun in die [[Preisbildung]] eingeht. [[Wert]] und [[Tauschwert]] ([[Preis]]) haben sich somit in zwei Welten aufgetrennt, wobei die eine auf den Wert der anderen verpflichtet ist, indem sie den Wert des verdoppelten Geldes herzustellen hat. Solange der Kredit nicht eingelöst, also nicht rückbezahlt ist, stellt der verdoppelte Wert nur[[fiktives Kapital]] dar, das zwar in die [[Preisbildung]] eingeht, aber nicht dem Wert entnommen ist, den das Geld in Wirklichkeit durch vergangene Produktion hat. Es ist dadurch begierig, sich durch möglichst viele Schuldner in seiner Preisform zu verwerten (siehe [[Schuldgeldsystem]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Kreditwesen beruht also nicht auf Geld als bloßes Warenäquivalent, sondern auf einer Warenproduktion, die über die vorhandene Warenmenge zur Reproduktion der Gesellschaft hinaus [[Mehrprodukte]] erzeugt, die sich als [[Mehrwert]] nicht nur materiell, sondern auch als einlösbare Zahlungsverpflichtungen und sogar als Fiktionen zukünftiger Verwertungslagen darstellen lassen, die auch als Zahlungsversprechen auf die Erträge einer Produktion disponierbar sind, die [[Wertwachstum]] erwirkt und zum Teil selbst die [[Preisbildung]] bestimmt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kredite bestehen aus Geld, das aus der Geldzirkulation &#039;&#039;herausgeschwitz&#039;&#039; wurde, also zum größten Teil den aus dem Geldverkehr herausgesetzten [[Wert]] eines Warenkapitals darstellen, das durch unverkaufte Waren gedeckt sein kann oder aber bereits [[fiktives Kapital]] ist, also Wert vergangender Arbeit, die ihre reale Grundlage verloren hat und z.B. nur noch als Rechtstitel, z.B. durch [[Grundbesitz]] besteht oder mit Aktien oder Staatsanleihen spekuliert. Von da her stellen Kredite eine Form des Mehrwerts dar, der nicht als Geld zirkuliert, sondern als unmittelbare Kapitalform als [[Mehrwerts]]:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;Die Geldaufhäufung auf der einen Seite kann zudem auch ohne bares Geld durch bloße Aufhäufung von Schuldforderungen vor sich gehn. [[(MEW 24, S.348)]]&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Masse der nicht real gedeckten Wechsel entspricht dem glaubhaft gemachten Produktionsversprechen und kann daher auch psychologischer Natur sein, welche den Aktienhandel bestimmt und ihn sich verselbständigen lässt ([[Weltkapital]].)&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Wolfram</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://kulturkritik.net/mediawiki/index.php?title=Spekulation&amp;diff=11570</id>
		<title>Spekulation</title>
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		<updated>2026-05-26T07:28:10Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Wolfram: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;Die Spekulation, welche aus den verschiednen wirklichen Früchten eine Frucht der Abstraktion - die Frucht gemacht hat, muß daher, um zu dem Schein eines wirklichen Inhaltes zu gelangen, auf irgendeine Weise versuchen, von der Frucht, von der Substanz wieder zu den wirklichen verschiedenartigen profanen Früchten, zu der Birne, dem Apfel, der Mandel etc. zurückzukommen. So leicht es nun ist, aus wirklichen Früchten die abstrakte Vorstellung die Frucht zu erzeugen, so schwer ist es, aus der abstrakten Vorstellung die Frucht wirkliche Früchte zu erzeugen. Es ist sogar unmöglich, von einer Abstraktion zu dem Gegenteil der Abstraktion zu kommen, wenn ich die Abstraktion nicht aufgebe. [[(MEW 2, S. 59)]]&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unmittelbar erscheint Spekulation im [[Anschein] eines einfachen [[Verhältnisses]] des materiellen oder geistigen Vermögens (siehe [[notwendigr Schein]]) – nämlich da, wo kein bestimmtes Ziel durch ebenso bestimmte [[Mittel]] zu erzielen ist, um eine gute Zukunft über die Potenziale und [[Möglichkeiten]] des organischen [[Daseins]] zu [[riskieren]]. Darin beziehen sich Spekulationen auf das [[Dasein]] der [[Vermittlungen]], die zugleich von der [[Kenntnis]] und dem [[Wissen]] um ihre Potenziale abhängen (siehe auch [[wissenschaftliche]] [[Erkenntnis]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;Da, wo die Spekulation aufhört, beim wirklichen Leben, beginnt also die wirkliche, positive Wissenschaft, die Darstellung der praktischen Betätigung, des praktischen Entwicklungsprozesses der Menschen. Die Phrasen vom Bewußtsein hören auf, wirkliches Wissen muß an ihre Stelle treten. Die selbständige Philosophie verliert mit der Darstellung der Wirklichkeit ihr Existenzmedium. [[(MEW 3, S. 27)]]&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Spekulation ist eine [[formelle]] [[Beziehung]] auf die [[Unwirklichkeit]] von [[Inhalten]], eine Spekulation der [[Formbestimmung]] auf deren [[abstrakte]] [[Beziehungen]] ihres [[verselbständigten]] [[Daseins]]. Von daher mag man den ganzen [[Kapitalismus]] als ein [[Verhältnis]] der Spekulation ansehen, als systematisierten Vorschuss, als [[Verschuldung]] der [[Gegenwart]] in die endlosen Potenziale für einen zukünftigen [[Reichtum]], als [[Kredit]] in die [[Produktion]] einer Zukunft, durch die eine [[Risikobereitschaft]] mit &#039;&#039;Gewinn&#039;&#039; belohnt wird. Als [[allgemeinstes und abstraktestes]] Potenzial [[erscheint]] hier [[Geld]] als das beste [[Mittel]] der Wahl. Immerhin verspricht es durch das [[Kreditwesen]] eine rational und sicher scheinende [[Verwirklichung]], wenn es als [[Finanzkapital]] eingesetzt wird, besonders dort, wo es auf die [[Ressourcen]] der Weltwirtschaft, den Quellen der [[Existenzverwertung]] zielt (siehe hierzu [[Eigentumstitel]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;Mit der Entwicklung des Banksystems und namentlich, sobald sie Zins für Depositen zahlen, werden ... die Geldersparnisse und das augenblicklich unbeschäftigte Geld aller Klassen bei ihnen deponiert. Kleine Summen, jede für sich unfähig, als Geldkapital zu wirken, werden zu großen Massen vereinigt und bilden so eine Geldmacht. Diese Ansammlung kleiner Beträge muß als besondre Wirkung des Banksystems unterschieden werden von seiner Mittlerschaft zwischen den eigentlichen Geldkapitalisten und den Borgern. Endlich werden auch die Revenuen, die nur allmählich verzehrt werden sollen, bei den Banken deponiert. [[(MEW 25, S. 416)]]&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Doch alles [[Geld]] der Welt (siehe [[Weltgeld]]) hat einen verhängnisvollen [[Doppelcharakter]]. [[Geld]] bezieht seinen ursprünglichen [[Wert]] aus dem [[Verhältnis]] der [[Zahlungsmittel]] zu den [[Kaufmittel]] in den zwischen [[Angebot und Nachfrage]] realisierbaren [[Preisen]]. Darin verhält sich ihr [[Wert]] als Potenzial einer [[Krediten]]Geldverwertung aus den [[Verhältnissen]] der [[Geldwerte]] (z.B. von [[Devisen]] und Obligationen), worin [[bezahlter Arbeit]] und [[unbezahlter Arbeit]] sich vermitteln und dadurch einen Geldhandel losgetreten hatten, dem [[Geld]] einen [[Preis]] ([[Zins]]) für diese [[Eigenschaft]] der Vermehrbarkeit (siehe [[Kapitalfetisch]]) gegeben haben. Durch den Handel über Wertpapiere kann sich [[Geld]] daher ebenso darstellen wie auch in den einzelnen [[Tauschverhältnissen]] zwischen [[Zahlungsmittel]] und [[Kaufmittel]]. Allerdings ist ein Wertpapier kein &#039;&#039;echter&#039;&#039; Gebrauchsgegenstand, denn sein [[Gebrauchswert]] [[reduziert]] sich lediglich auf ein Vermögen zur [[Aneignung]] von [[unbezahlter Arbeit]], die sich von den Verhältnissen der [[bezahlten Arbeit]], von [[Lohnarbeit]] und [[Kapital]] abgesondert hat. Sein Wert stellt sich daher im [[Zinsfuß]] dar, der die Spekulation auf die Realisierbarkeit eines [[Mehrwerts]] aus [[unbezahlter Arbeit]] verkörpert. Dieser Wert stellt also die Realisierbarkeit einer [[Preisbildung]] dar, die auf Erwartungen und Fiktionen auf realisierbare [[Preise]] zu einem bestimmten Zahlungstermin darstellen. Darin hat der [[Wert]] seinen [[Körper]], seinen Organismus, verlassen und ist zu einer [[selbständigen]] Grundlage der [[Preisbildung]] geworden, die allerdings solange nur [[fiktiv]] ist (siehe [[fiktives Kapital]]), bis dieses [[Geld]] in die [[Realwirtschaft]] wieder zurückkehrt und damit zu einer Realexistenz über die Verwertung von [[Eigentumstitel]] führt (siehe hierzu [[Existenzwert]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Doch jeder [[Kredit]] stellt volkswirtschaftlich immer schon durch seien Buchung eine Verdopplung eines Geldbetrags dar, indem [[Geld]] einmal als Ausgabe des Verleihers mit dem Anspruch auf Rückzahlung, also auf Wertausgleich zu Buche geht (siehe auch [[Buchgeld]]), zum anderen stellt es ein Kapital dar, welches vom Schuldner als Vorschuss investiert wird und aus einer Produktion einen [[Mehrwert]] beziehen muss, der den Kredit zu decken hat. Der Wert des Geldes hat sich in den Kredit transferiert, der völlig getrennt von seiner Herkunft nun in die [[Preisbildung]] eingeht. [[Wert]] und [[Tauschwert]] ([[Preis]]) haben sich somit in zwei Welten aufgetrennt, wobei die eine auf den Wert der anderen verpflichtet ist, indem sie den Wert des verdoppelten Geldes herzustellen hat. Solange der Kredit nicht eingelöst, also nicht rückbezahlt ist, stellt der verdoppelte Wert nur[[fiktives Kapital]] dar, das zwar in die [[Preisbildung]] eingeht, aber nicht dem Wert entnommen ist, den das Geld in Wirklichkeit durch vergangene Produktion hat. Es ist dadurch begierig, sich durch möglichst viele Schuldner in seiner Preisform zu verwerten (siehe [[Schuldgeldsystem]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Kreditwesen beruht also nicht auf Geld als bloßes Warenäquivalent, sondern auf einer Warenproduktion, die über die vorhandene Warenmenge zur Reproduktion der Gesellschaft hinaus [[Mehrprodukte]] erzeugt, die sich als [[Mehrwert]] nicht nur materiell, sondern auch als einlösbare Zahlungsverpflichtungen und sogar als Fiktionen zukünftiger Verwertungslagen darstellen lassen, die auch als Zahlungsversprechen auf die Erträge einer Produktion disponierbar sind, die [[Wertwachstum]] erwirkt und zum Teil selbst die [[Preisbildung]] bestimmt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kredite bestehen aus Geld, das aus der Geldzirkulation &#039;&#039;herausgeschwitz&#039;&#039; wurde, also zum größten Teil den aus dem Geldverkehr herausgesetzten [[Wert]] eines Warenkapitals darstellen, das durch unverkaufte Waren gedeckt sein kann oder aber bereits [[fiktives Kapital]] ist, also Wert vergangender Arbeit, die ihre reale Grundlage verloren hat und z.B. nur noch als Rechtstitel, z.B. durch [[Grundbesitz]] besteht oder mit Aktien oder Staatsanleihen spekuliert. Von da her stellen Kredite eine Form des Mehrwerts dar, der nicht als Geld zirkuliert, sondern als unmittelbare Kapitalform als [[Mehrwerts]]:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;Die Geldaufhäufung auf der einen Seite kann zudem auch ohne bares Geld durch bloße Aufhäufung von Schuldforderungen vor sich gehn. [[(MEW 24, S.348)]]&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Masse der nicht real gedeckten Wechsel entspricht dem glaubhaft gemachten Produktionsversprechen und kann daher auch psychologischer Natur sein, welche den Aktienhandel bestimmt und ihn sich verselbständigen lässt ([[Weltkapital]].)&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Wolfram</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://kulturkritik.net/mediawiki/index.php?title=Spekulation&amp;diff=11569</id>
		<title>Spekulation</title>
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		<updated>2026-05-26T07:27:43Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Wolfram: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;Die Spekulation, welche aus den verschiednen wirklichen Früchten eine Frucht der Abstraktion - die Frucht gemacht hat, muß daher, um zu dem Schein eines wirklichen Inhaltes zu gelangen, auf irgendeine Weise versuchen, von der Frucht, von der Substanz wieder zu den wirklichen verschiedenartigen profanen Früchten, zu der Birne, dem Apfel, der Mandel etc. zurückzukommen. So leicht es nun ist, aus wirklichen Früchten die abstrakte Vorstellung die Frucht zu erzeugen, so schwer ist es, aus der abstrakten Vorstellung die Frucht wirkliche Früchte zu erzeugen. Es ist sogar unmöglich, von einer Abstraktion zu dem Gegenteil der Abstraktion zu kommen, wenn ich die Abstraktion nicht aufgebe. [[(MEW 2, S. 59)]]&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unmittelbar erscheint Spekulation als [[Anschein] eines einfachen [[Verhältnisses]] des materiellen oder geistigen Vermögens (siehe [[notwendigr Schein]]) – nämlich da, wo kein bestimmtes Ziel durch ebenso bestimmte [[Mittel]] zu erzielen ist, um eine gute Zukunft über die Potenziale und [[Möglichkeiten]] des organischen [[Daseins]] zu [[riskieren]]. Darin beziehen sich Spekulationen auf das [[Dasein]] der [[Vermittlungen]], die zugleich von der [[Kenntnis]] und dem [[Wissen]] um ihre Potenziale abhängen (siehe auch [[wissenschaftliche]] [[Erkenntnis]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;Da, wo die Spekulation aufhört, beim wirklichen Leben, beginnt also die wirkliche, positive Wissenschaft, die Darstellung der praktischen Betätigung, des praktischen Entwicklungsprozesses der Menschen. Die Phrasen vom Bewußtsein hören auf, wirkliches Wissen muß an ihre Stelle treten. Die selbständige Philosophie verliert mit der Darstellung der Wirklichkeit ihr Existenzmedium. [[(MEW 3, S. 27)]]&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Spekulation ist eine [[formelle]] [[Beziehung]] auf die [[Unwirklichkeit]] von [[Inhalten]], eine Spekulation der [[Formbestimmung]] auf deren [[abstrakte]] [[Beziehungen]] ihres [[verselbständigten]] [[Daseins]]. Von daher mag man den ganzen [[Kapitalismus]] als ein [[Verhältnis]] der Spekulation ansehen, als systematisierten Vorschuss, als [[Verschuldung]] der [[Gegenwart]] in die endlosen Potenziale für einen zukünftigen [[Reichtum]], als [[Kredit]] in die [[Produktion]] einer Zukunft, durch die eine [[Risikobereitschaft]] mit &#039;&#039;Gewinn&#039;&#039; belohnt wird. Als [[allgemeinstes und abstraktestes]] Potenzial [[erscheint]] hier [[Geld]] als das beste [[Mittel]] der Wahl. Immerhin verspricht es durch das [[Kreditwesen]] eine rational und sicher scheinende [[Verwirklichung]], wenn es als [[Finanzkapital]] eingesetzt wird, besonders dort, wo es auf die [[Ressourcen]] der Weltwirtschaft, den Quellen der [[Existenzverwertung]] zielt (siehe hierzu [[Eigentumstitel]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;Mit der Entwicklung des Banksystems und namentlich, sobald sie Zins für Depositen zahlen, werden ... die Geldersparnisse und das augenblicklich unbeschäftigte Geld aller Klassen bei ihnen deponiert. Kleine Summen, jede für sich unfähig, als Geldkapital zu wirken, werden zu großen Massen vereinigt und bilden so eine Geldmacht. Diese Ansammlung kleiner Beträge muß als besondre Wirkung des Banksystems unterschieden werden von seiner Mittlerschaft zwischen den eigentlichen Geldkapitalisten und den Borgern. Endlich werden auch die Revenuen, die nur allmählich verzehrt werden sollen, bei den Banken deponiert. [[(MEW 25, S. 416)]]&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Doch alles [[Geld]] der Welt (siehe [[Weltgeld]]) hat einen verhängnisvollen [[Doppelcharakter]]. [[Geld]] bezieht seinen ursprünglichen [[Wert]] aus dem [[Verhältnis]] der [[Zahlungsmittel]] zu den [[Kaufmittel]] in den zwischen [[Angebot und Nachfrage]] realisierbaren [[Preisen]]. Darin verhält sich ihr [[Wert]] als Potenzial einer [[Krediten]]Geldverwertung aus den [[Verhältnissen]] der [[Geldwerte]] (z.B. von [[Devisen]] und Obligationen), worin [[bezahlter Arbeit]] und [[unbezahlter Arbeit]] sich vermitteln und dadurch einen Geldhandel losgetreten hatten, dem [[Geld]] einen [[Preis]] ([[Zins]]) für diese [[Eigenschaft]] der Vermehrbarkeit (siehe [[Kapitalfetisch]]) gegeben haben. Durch den Handel über Wertpapiere kann sich [[Geld]] daher ebenso darstellen wie auch in den einzelnen [[Tauschverhältnissen]] zwischen [[Zahlungsmittel]] und [[Kaufmittel]]. Allerdings ist ein Wertpapier kein &#039;&#039;echter&#039;&#039; Gebrauchsgegenstand, denn sein [[Gebrauchswert]] [[reduziert]] sich lediglich auf ein Vermögen zur [[Aneignung]] von [[unbezahlter Arbeit]], die sich von den Verhältnissen der [[bezahlten Arbeit]], von [[Lohnarbeit]] und [[Kapital]] abgesondert hat. Sein Wert stellt sich daher im [[Zinsfuß]] dar, der die Spekulation auf die Realisierbarkeit eines [[Mehrwerts]] aus [[unbezahlter Arbeit]] verkörpert. Dieser Wert stellt also die Realisierbarkeit einer [[Preisbildung]] dar, die auf Erwartungen und Fiktionen auf realisierbare [[Preise]] zu einem bestimmten Zahlungstermin darstellen. Darin hat der [[Wert]] seinen [[Körper]], seinen Organismus, verlassen und ist zu einer [[selbständigen]] Grundlage der [[Preisbildung]] geworden, die allerdings solange nur [[fiktiv]] ist (siehe [[fiktives Kapital]]), bis dieses [[Geld]] in die [[Realwirtschaft]] wieder zurückkehrt und damit zu einer Realexistenz über die Verwertung von [[Eigentumstitel]] führt (siehe hierzu [[Existenzwert]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Doch jeder [[Kredit]] stellt volkswirtschaftlich immer schon durch seien Buchung eine Verdopplung eines Geldbetrags dar, indem [[Geld]] einmal als Ausgabe des Verleihers mit dem Anspruch auf Rückzahlung, also auf Wertausgleich zu Buche geht (siehe auch [[Buchgeld]]), zum anderen stellt es ein Kapital dar, welches vom Schuldner als Vorschuss investiert wird und aus einer Produktion einen [[Mehrwert]] beziehen muss, der den Kredit zu decken hat. Der Wert des Geldes hat sich in den Kredit transferiert, der völlig getrennt von seiner Herkunft nun in die [[Preisbildung]] eingeht. [[Wert]] und [[Tauschwert]] ([[Preis]]) haben sich somit in zwei Welten aufgetrennt, wobei die eine auf den Wert der anderen verpflichtet ist, indem sie den Wert des verdoppelten Geldes herzustellen hat. Solange der Kredit nicht eingelöst, also nicht rückbezahlt ist, stellt der verdoppelte Wert nur[[fiktives Kapital]] dar, das zwar in die [[Preisbildung]] eingeht, aber nicht dem Wert entnommen ist, den das Geld in Wirklichkeit durch vergangene Produktion hat. Es ist dadurch begierig, sich durch möglichst viele Schuldner in seiner Preisform zu verwerten (siehe [[Schuldgeldsystem]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Kreditwesen beruht also nicht auf Geld als bloßes Warenäquivalent, sondern auf einer Warenproduktion, die über die vorhandene Warenmenge zur Reproduktion der Gesellschaft hinaus [[Mehrprodukte]] erzeugt, die sich als [[Mehrwert]] nicht nur materiell, sondern auch als einlösbare Zahlungsverpflichtungen und sogar als Fiktionen zukünftiger Verwertungslagen darstellen lassen, die auch als Zahlungsversprechen auf die Erträge einer Produktion disponierbar sind, die [[Wertwachstum]] erwirkt und zum Teil selbst die [[Preisbildung]] bestimmt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kredite bestehen aus Geld, das aus der Geldzirkulation &#039;&#039;herausgeschwitz&#039;&#039; wurde, also zum größten Teil den aus dem Geldverkehr herausgesetzten [[Wert]] eines Warenkapitals darstellen, das durch unverkaufte Waren gedeckt sein kann oder aber bereits [[fiktives Kapital]] ist, also Wert vergangender Arbeit, die ihre reale Grundlage verloren hat und z.B. nur noch als Rechtstitel, z.B. durch [[Grundbesitz]] besteht oder mit Aktien oder Staatsanleihen spekuliert. Von da her stellen Kredite eine Form des Mehrwerts dar, der nicht als Geld zirkuliert, sondern als unmittelbare Kapitalform als [[Mehrwerts]]:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;Die Geldaufhäufung auf der einen Seite kann zudem auch ohne bares Geld durch bloße Aufhäufung von Schuldforderungen vor sich gehn. [[(MEW 24, S.348)]]&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Masse der nicht real gedeckten Wechsel entspricht dem glaubhaft gemachten Produktionsversprechen und kann daher auch psychologischer Natur sein, welche den Aktienhandel bestimmt und ihn sich verselbständigen lässt ([[Weltkapital]].)&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Wolfram</name></author>
	</entry>
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		<id>https://kulturkritik.net/mediawiki/index.php?title=Kapitalfetisch&amp;diff=11568</id>
		<title>Kapitalfetisch</title>
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		<updated>2026-05-26T07:10:56Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Wolfram: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;In der Tat aber wird der Wert hier das Subjekt eines Prozesses, worin er unter dem beständigen Wechsel der Formen von Geld und Ware seine Größe selbst verändert, sich als Mehrwert von sich selbst als ursprünglichem Wert abstößt, sich selbst verwertet. Denn die Bewegung, worin er Mehrwert zusetzt, ist seine eigne Bewegung, seine Verwertung also Selbstverwertung. Er hat die okkulte Qualität erhalten, Wert zu setzen, weil er Wert ist. Er wirft lebendige Junge oder legt wenigstens goldne Eier. [[(MEW 23, S. 169)]]&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[Formbestimmung]] des [[Kapitals]] besteht darin, aus einer bestimmten Geldmenge durch deren Anwendung als [[Kaufmittel]] für Waren beliebiger Art im Verhältnis der [[Zahlungsmittel]], aus ihrem Vorschuss eine höhere Wertsumme als [[Mehrwert]] anzueigenen und hierdurch die zirkulierende Geldmenge zu vergrößern. Das wirkt wie ein Wunder der Fähigkeiten des [[Geldes]] als [[Kapital]], eben als  [[Finanzkapital]], dass es sich selbst in und durch seine wirklichen [[Scheinwelten]] zu vermehren scheint. Aber in [[Wahrheit]] kann dessen [[Wert]] nur soweit anwachsen, wie darin die Existenz (siehe [[Existenzwert]]) und die [[Abeitszeit]] von Menschen einer erhöhten [[Mehrwertrate]] unterworfen wird. Die Geldmenge der [[Zahlungsmittel]] verhält sich in einer [[Scheinwelt]] der umlaufenden [[Werte]] wie eine selbsttätige Geldvermehrung (siehe [[automatisches Subjekt]]) – so, als ob Geld Selbst wertvolle Produkte erzeugen könnte. Darin scheint sich zwar durch die Investition von Geld – in seiner als [[Zahlungsmittel]] auftretenden Menge – zu vergrößern, weil es [[Profite]] macht, die im bloßen Augenschein (siehe [[Phänomenologie]]) mit einem [[Mehrwert]] identifiziert werden, den eine &#039;&#039;Geldanlage&#039;&#039; bewirken würde. Aber es ist nur die vergrößerte Macht seiner [[Formbestimmung]], die sich als ein Mehr der verfügbaren Geldmenge darstellt (siehe hierzu auch [[Giralgeldschöpfung]]) um die Konjunktur zu beflügeln. Dieses Mehr betrifft aber nur einen aktuellen Geldumlauf, dessen Preise sich auf Dauer dem Geld als [[Maß der Werte]] anpassen müssen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
An den anwachsenden [[Profiten]] berauscht sich der einzelne Kapitalist ebenso wie das ganze Finanzwesen, besonders beim Wetten um die besten &#039;&#039;Wachstumsperspektiven&#039;&#039; aus dem hohlen Bauch des f[[iktiven Kapitals]]. Man spricht von Geldschöpfung, die schon dadurch entstehen würde, dass [[Geld]] gedruckt und in Umlauf gebracht und damit die Produktion angeschoben und mit der Geldmenge auch schon der [[Geldwert]] vermehrt würde. Wenn sich aber ein [[Mehrwert]] als [[unbezahlte Arbeit]] nicht durch Mehrarbeit oder höhere [[Reproduktion]]skosten der [[Existenz]] (sie auch [[Existenzwert]]) vermehren lässt (siehe auch [[Eigentumstitel]]) wird mit der anwachsenden Geldmenge das [[Kapital]] im selben Maßstab (siehe [[Maß der Werte]]) wiederum nur entwertet. Dem Wachstumfetisch folgend wird [[Mehrwert]] aber als [[Wert]] eines wie von selbst erweiterten Geldumlauf verstanden, weil er eine vergrößerte Geldmenge einbringen und Profite entstehen lässt, die alleine durch eine mehr oder weniger geschickte Geldanlage zu bekommen sei. Das sieht man so auch überall im Börsenhandel und verbreitet es wie einen Glaubensspruch aus der Ewigkeit: Wer hat, dem wird gegeben - mal als [[Zins]] und mal als Dividende.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;Im zinstragenden Kapital ist daher dieser automatische Fetisch rein herausgearbeitet, der sich selbst verwertende Wert, Geld heckendes Geld, und trägt es in dieser Form keine Narben seiner Entstehung mehr. Das gesellschaftliche Verhältnis ist vollendet als Verhältnis eines Dings, des Geldes, zu sich selbst. Statt der wirklichen Verwandlung von Geld in Kapital zeigt sich hier nur ihre inhaltlose Form. Wie bei der Arbeitskraft wird der Gebrauchswert des Geldes hier der, Wert zu schaffen, größren Wert, als der in ihm selbst enthalten ist. Das Geld als solches ist bereits potentiell sich verwertender Wert und wird als solcher verliehen, was die Form des Verkaufens für diese eigentümliche Ware ist. Es wird ganz so Eigenschaft des Geldes, Wert zu schaffen, Zins abzuwerfen, wie die eines Birnbaums, Birnen zu tragen. [[(MEW 25, S. 405)]]&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Kapitalfetisch besteht aber einfach daraus, dass die [[Wertform]] und die Preisform des [[Kapitals]] identisch genommen wird, dass also das Kapital selbst als Äquivalent einer Warenmenge verstanden wird, das ihrem [[Wert]] schon in ihrem [[Preis]] entsprechen soll, den &#039;&#039;das [[Geld]] produziert&#039;&#039; haben soll. Wer Geld druckt oder verleiht befördert in diesem [[Glauben]] schon die &#039;&#039;Wertschöpfung&#039;&#039; aus dem [[Nichts]], weil er das wertlos vorgestreckte Geld durch seinen Einsatz verwertet, ihm erst mit seinem &#039;&#039;kaufmännischen Geschick&#039;&#039; [[Wert]] zugefügt haben will (siehe [[Grenznutzentheorie]]). Solches [[Wertwachstum]] hat aber nur der zu erbringen, der [[Geld]] als [[Zahlungsmittel]] durch den Verkauf seiner [[Arbeitskraft]] verdienen muss, um es als [[Kaufmittel]] für seinen Lebensunterhalt verwenden zu können (siehe [[Arbeitswerttheorie]]). Vollständig ist dies verschwunden, wo Geld als [[Kredit]], also [[Geld]] als reines [[Kaufmittel]] verliehen wird, so dass, wer es gegen sein Zahlungsversprechen aufnimmt, im [[Kredit]] ein doppeltes Verwertungsversprechen zu erfüllen hat: Es muss sich selbst in [[Wert]] halten und den [[Preis]] für einen [[Mehrwert]] &#039;&#039;erwirtschaften&#039;&#039;, der sein Wertverhältnis ausgleicht und zugleich [[Wertwachstum]] finanziert, das den erweiterten Geldwert schon im Vorhinein für den nächsten Geldumlauf finanzieren soll.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Gegensatz von [[Wert]] und [[Preis]] ist damit dem Verstand entschwunden und der Kuhhandel mit dem goldenen Kalb perfekt. Und damit verschwindet auch die Scheidung von [[Mehrwert]] und [[Mehrprodukt]] durch das Kapital auf den Waren- und Finanzmärkten. Und das verhindert jedes Verständnis von [[Zins]] und [[Kredit]]. Daraus besteht dann die [[Ideologie]] der [[Geldschöpfung]] durch das Geld selbst.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Wolfram</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://kulturkritik.net/mediawiki/index.php?title=Kapitalfetisch&amp;diff=11567</id>
		<title>Kapitalfetisch</title>
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		<updated>2026-05-26T07:08:24Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Wolfram: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;In der Tat aber wird der Wert hier das Subjekt eines Prozesses, worin er unter dem beständigen Wechsel der Formen von Geld und Ware seine Größe selbst verändert, sich als Mehrwert von sich selbst als ursprünglichem Wert abstößt, sich selbst verwertet. Denn die Bewegung, worin er Mehrwert zusetzt, ist seine eigne Bewegung, seine Verwertung also Selbstverwertung. Er hat die okkulte Qualität erhalten, Wert zu setzen, weil er Wert ist. Er wirft lebendige Junge oder legt wenigstens goldne Eier. [[(MEW 23, S. 169)]]&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[Formbestimmung]] des [[Kapitals]] besteht darin, aus einer bestimmten Geldmenge durch deren Anwendung als [[Kaufmittel]] für Waren beliebiger Art im Verhältnis der [[Zahlungsmittel]], aus ihrem Vorschuss eine höhere Wertsumme als [[Mehrwert]] anzueigenen und hierdurch die zirkulierende Geldmenge zu vergrößern. Das wirkt wie ein Wunder der Fähigkeiten des [[Geldes]] als [[Geldes]]Kapital und als Finanzkapital, dass es sich selbst in und durch seine wirklichen Scheinwelten zu vermehren scheint. Aber in [[Wahrheit]] kann dessen [[Wert]] nur soweit anwachsen, wie darin die Existenz (siehe [[Existenzwert]]) und die [[Abeitszeit]] von Menschen einer erhöhten [[Mehrwertrate]] unterworfen wird. Die Geldmenge der [[Zahlungsmittel]] verhält sich in einer [[Scheinwelt]] der umlaufenden [[Werte]] wie eine selbsttätige Geldvermehrung (siehe [[automatisches Subjekt]]) – so, als ob Geld Selbst wertvolle Produkte erzeugen könnte. Darin scheint sich zwar durch die Investition von Geld – in seiner als [[Zahlungsmittel]] auftretenden Menge – zu vergrößern, weil es [[Profite]] macht, die im bloßen Augenschein (siehe [[Phänomenologie]]) mit einem [[Mehrwert]] identifiziert werden, den eine &#039;&#039;Geldanlage&#039;&#039; bewirken würde. Aber es ist nur die vergrößerte Macht seiner [[Formbestimmung]], die sich als ein Mehr der verfügbaren Geldmenge darstellt (siehe hierzu auch [[Giralgeldschöpfung]]) um die Konjunktur zu beflügeln. Dieses Mehr betrifft aber nur einen aktuellen Geldumlauf, dessen Preise sich auf Dauer dem Geld als [[Maß der Werte]] anpassen müssen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
An den anwachsenden [[Profiten]] berauscht sich der einzelne Kapitalist ebenso wie das ganze Finanzwesen, besonders beim Wetten um die besten &#039;&#039;Wachstumsperspektiven&#039;&#039; aus dem hohlen Bauch des f[[iktiven Kapitals]]. Man spricht von Geldschöpfung, die schon dadurch entstehen würde, dass [[Geld]] gedruckt und in Umlauf gebracht und damit die Produktion angeschoben und mit der Geldmenge auch schon der [[Geldwert]] vermehrt würde. Wenn sich aber ein [[Mehrwert]] als [[unbezahlte Arbeit]] nicht durch Mehrarbeit oder höhere [[Reproduktion]]skosten der [[Existenz]] (sie auch [[Existenzwert]]) vermehren lässt (siehe auch [[Eigentumstitel]]) wird mit der anwachsenden Geldmenge das [[Kapital]] im selben Maßstab (siehe [[Maß der Werte]]) wiederum nur entwertet. Dem Wachstumfetisch folgend wird [[Mehrwert]] aber als [[Wert]] eines wie von selbst erweiterten Geldumlauf verstanden, weil er eine vergrößerte Geldmenge einbringen und Profite entstehen lässt, die alleine durch eine mehr oder weniger geschickte Geldanlage zu bekommen sei. Das sieht man so auch überall im Börsenhandel und verbreitet es wie einen Glaubensspruch aus der Ewigkeit: Wer hat, dem wird gegeben - mal als [[Zins]] und mal als Dividende.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;Im zinstragenden Kapital ist daher dieser automatische Fetisch rein herausgearbeitet, der sich selbst verwertende Wert, Geld heckendes Geld, und trägt es in dieser Form keine Narben seiner Entstehung mehr. Das gesellschaftliche Verhältnis ist vollendet als Verhältnis eines Dings, des Geldes, zu sich selbst. Statt der wirklichen Verwandlung von Geld in Kapital zeigt sich hier nur ihre inhaltlose Form. Wie bei der Arbeitskraft wird der Gebrauchswert des Geldes hier der, Wert zu schaffen, größren Wert, als der in ihm selbst enthalten ist. Das Geld als solches ist bereits potentiell sich verwertender Wert und wird als solcher verliehen, was die Form des Verkaufens für diese eigentümliche Ware ist. Es wird ganz so Eigenschaft des Geldes, Wert zu schaffen, Zins abzuwerfen, wie die eines Birnbaums, Birnen zu tragen. [[(MEW 25, S. 405)]]&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Kapitalfetisch besteht aber einfach daraus, dass die [[Wertform]] und die Preisform des [[Kapitals]] identisch genommen wird, dass also das Kapital selbst als Äquivalent einer Warenmenge verstanden wird, das ihrem [[Wert]] schon in ihrem [[Preis]] entsprechen soll, den &#039;&#039;das [[Geld]] produziert&#039;&#039; haben soll. Wer Geld druckt oder verleiht befördert in diesem [[Glauben]] schon die &#039;&#039;Wertschöpfung&#039;&#039; aus dem [[Nichts]], weil er das wertlos vorgestreckte Geld durch seinen Einsatz verwertet, ihm erst mit seinem &#039;&#039;kaufmännischen Geschick&#039;&#039; [[Wert]] zugefügt haben will (siehe [[Grenznutzentheorie]]). Solches [[Wertwachstum]] hat aber nur der zu erbringen, der [[Geld]] als [[Zahlungsmittel]] durch den Verkauf seiner [[Arbeitskraft]] verdienen muss, um es als [[Kaufmittel]] für seinen Lebensunterhalt verwenden zu können (siehe [[Arbeitswerttheorie]]). Vollständig ist dies verschwunden, wo Geld als [[Kredit]], also [[Geld]] als reines [[Kaufmittel]] verliehen wird, so dass, wer es gegen sein Zahlungsversprechen aufnimmt, im [[Kredit]] ein doppeltes Verwertungsversprechen zu erfüllen hat: Es muss sich selbst in [[Wert]] halten und den [[Preis]] für einen [[Mehrwert]] &#039;&#039;erwirtschaften&#039;&#039;, der sein Wertverhältnis ausgleicht und zugleich [[Wertwachstum]] finanziert, das den erweiterten Geldwert schon im Vorhinein für den nächsten Geldumlauf finanzieren soll.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Gegensatz von [[Wert]] und [[Preis]] ist damit dem Verstand entschwunden und der Kuhhandel mit dem goldenen Kalb perfekt. Und damit verschwindet auch die Scheidung von [[Mehrwert]] und [[Mehrprodukt]] durch das Kapital auf den Waren- und Finanzmärkten. Und das verhindert jedes Verständnis von [[Zins]] und [[Kredit]]. Daraus besteht dann die [[Ideologie]] der [[Geldschöpfung]] durch das Geld selbst.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Wolfram</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://kulturkritik.net/mediawiki/index.php?title=Kapitalfetisch&amp;diff=11566</id>
		<title>Kapitalfetisch</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://kulturkritik.net/mediawiki/index.php?title=Kapitalfetisch&amp;diff=11566"/>
		<updated>2026-05-26T07:01:01Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Wolfram: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;In der Tat aber wird der Wert hier das Subjekt eines Prozesses, worin er unter dem beständigen Wechsel der Formen von Geld und Ware seine Größe selbst verändert, sich als Mehrwert von sich selbst als ursprünglichem Wert abstößt, sich selbst verwertet. Denn die Bewegung, worin er Mehrwert zusetzt, ist seine eigne Bewegung, seine Verwertung also Selbstverwertung. Er hat die okkulte Qualität erhalten, Wert zu setzen, weil er Wert ist. Er wirft lebendige Junge oder legt wenigstens goldne Eier. [[(MEW 23, S. 169)]]&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[Formbestimmung]] des [[Kapitals]] besteht darin, aus einer bestimmten Geldmenge durch deren Anwendung als [[Kaufmittel]] für Waren beliebiger Art im Verhältnis der [[Zahlungsmittel]], aus ihrem Vorschuss eine höhere Wertsumme als [[Mehrwert]] anzueigenen und hierdurch die zirkulierende Geldmenge zu vergrößern. Das wirkt wie ein Wunder der Fähigkeiten des [[Geldes]] als Kapital und als Finanzkapital, dass es sich selbst in und durch seine wirklichen Scheinwelten zu vermehren scheint. Aber in [[Wahrheit]] kann dessen [[Wert]] nur soweit anwachsen, wie darin die Existenz (siehe [[Existenzwert]]) und die [[Abeitszeit]] von Menschen einer erhöhten [[Mehrwertrate]] unterworfen wird. Die Geldmenge der [[Zahlungsmittel]] verhält sich in einer [[Scheinwelt]] der umlaufenden [[Werte]] wie eine selbsttätige Geldvermehrung (siehe [[automatisches Subjekt]]) – so, als ob Geld Selbst wertvolle Produkte erzeugen könnte. Darin scheint sich zwar durch die Investition von Geld zu vergrößern, weil es [[Profite]] macht, die im bloßen Augenschein (siehe [[Phänomenologie]]) mit einem [[Mehrwert]] identifiziert werden, den eine &#039;&#039;Geldanlage&#039;&#039; bewirken würde. Aber es ist nur die vergrößerte Macht seiner [[Formbestimmung]], die sich als ein Mehr der verfügbaren Geldmenge darstellt (siehe hierzu auch [[Giralgeldschöpfung]]) um die Konjunktur zu beflügeln. Dieses Mehr betrifft aber nur einen aktuellen Geldumlauf, dessen Preise sich auf Dauer dem Geld als [[Maß der Werte]] anpassen müssen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
An den anwachsenden [[Profiten]] berauscht sich der einzelne Kapitalist ebenso wie das ganze Finanzwesen, besonders beim Wetten um die besten &#039;&#039;Wachstumsperspektiven&#039;&#039; aus dem hohlen Bauch des f[[iktiven Kapitals]]. Man spricht von Geldschöpfung, die schon dadurch entstehen würde, dass [[Geld]] gedruckt und in Umlauf gebracht und damit die Produktion angeschoben und mit der Geldmenge auch schon der [[Geldwert]] vermehrt würde. Wenn sich aber ein [[Mehrwert]] als [[unbezahlte Arbeit]] nicht durch Mehrarbeit oder höhere [[Reproduktion]]skosten der [[Existenz]] (sie auch [[Existenzwert]]) vermehren lässt (siehe auch [[Eigentumstitel]]) wird mit der anwachsenden Geldmenge das [[Kapital]] im selben Maßstab (siehe [[Maß der Werte]]) wiederum nur entwertet. Dem Wachstumfetisch folgend wird [[Mehrwert]] aber als [[Wert]] eines wie von selbst erweiterten Geldumlauf verstanden, weil er eine vergrößerte Geldmenge einbringen und Profite entstehen lässt, die alleine durch eine mehr oder weniger geschickte Geldanlage zu bekommen sei. Das sieht man so auch überall im Börsenhandel und verbreitet es wie einen Glaubensspruch aus der Ewigkeit: Wer hat, dem wird gegeben - mal als [[Zins]] und mal als Dividende.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;Im zinstragenden Kapital ist daher dieser automatische Fetisch rein herausgearbeitet, der sich selbst verwertende Wert, Geld heckendes Geld, und trägt es in dieser Form keine Narben seiner Entstehung mehr. Das gesellschaftliche Verhältnis ist vollendet als Verhältnis eines Dings, des Geldes, zu sich selbst. Statt der wirklichen Verwandlung von Geld in Kapital zeigt sich hier nur ihre inhaltlose Form. Wie bei der Arbeitskraft wird der Gebrauchswert des Geldes hier der, Wert zu schaffen, größren Wert, als der in ihm selbst enthalten ist. Das Geld als solches ist bereits potentiell sich verwertender Wert und wird als solcher verliehen, was die Form des Verkaufens für diese eigentümliche Ware ist. Es wird ganz so Eigenschaft des Geldes, Wert zu schaffen, Zins abzuwerfen, wie die eines Birnbaums, Birnen zu tragen. [[(MEW 25, S. 405)]]&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Kapitalfetisch besteht aber einfach daraus, dass die [[Wertform]] und die Preisform des [[Kapitals]] identisch genommen wird, dass also das Kapital selbst als Äquivalent einer Warenmenge verstanden wird, das ihrem [[Wert]] schon in ihrem [[Preis]] entsprechen soll, den &#039;&#039;das [[Geld]] produziert&#039;&#039; haben soll. Wer Geld druckt oder verleiht befördert in diesem [[Glauben]] schon die &#039;&#039;Wertschöpfung&#039;&#039; aus dem [[Nichts]], weil er das wertlos vorgestreckte Geld durch seinen Einsatz verwertet, ihm erst mit seinem &#039;&#039;kaufmännischen Geschick&#039;&#039; [[Wert]] zugefügt haben will (siehe [[Grenznutzentheorie]]). Solches [[Wertwachstum]] hat aber nur der zu erbringen, der [[Geld]] als [[Zahlungsmittel]] durch den Verkauf seiner [[Arbeitskraft]] verdienen muss, um es als [[Kaufmittel]] für seinen Lebensunterhalt verwenden zu können (siehe [[Arbeitswerttheorie]]). Vollständig ist dies verschwunden, wo Geld als [[Kredit]], also [[Geld]] als reines [[Kaufmittel]] verliehen wird, so dass, wer es gegen sein Zahlungsversprechen aufnimmt, im [[Kredit]] ein doppeltes Verwertungsversprechen zu erfüllen hat: Es muss sich selbst in [[Wert]] halten und den [[Preis]] für einen [[Mehrwert]] &#039;&#039;erwirtschaften&#039;&#039;, der sein Wertverhältnis ausgleicht und zugleich [[Wertwachstum]] finanziert, das den erweiterten Geldwert schon im Vorhinein für den nächsten Geldumlauf finanzieren soll.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Gegensatz von [[Wert]] und [[Preis]] ist damit dem Verstand entschwunden und der Kuhhandel mit dem goldenen Kalb perfekt. Und damit verschwindet auch die Scheidung von [[Mehrwert]] und [[Mehrprodukt]] durch das Kapital auf den Waren- und Finanzmärkten. Und das verhindert jedes Verständnis von [[Zins]] und [[Kredit]]. Daraus besteht dann die [[Ideologie]] der [[Geldschöpfung]] durch das Geld selbst.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Wolfram</name></author>
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		<id>https://kulturkritik.net/mediawiki/index.php?title=Kapitalfetisch&amp;diff=11565</id>
		<title>Kapitalfetisch</title>
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		<updated>2026-05-26T06:52:51Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Wolfram: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;In der Tat aber wird der Wert hier das Subjekt eines Prozesses, worin er unter dem beständigen Wechsel der Formen von Geld und Ware seine Größe selbst verändert, sich als Mehrwert von sich selbst als ursprünglichem Wert abstößt, sich selbst verwertet. Denn die Bewegung, worin er Mehrwert zusetzt, ist seine eigne Bewegung, seine Verwertung also Selbstverwertung. Er hat die okkulte Qualität erhalten, Wert zu setzen, weil er Wert ist. Er wirft lebendige Junge oder legt wenigstens goldne Eier. [[(MEW 23, S. 169)]]&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[Formbestimmung]] des [[Kapitals]] besteht darin, aus einer bestimmten Geldmenge durch deren Anwendung als [[Kaufmittel]] für Waren beliebiger Art im Verhältnis der [[Zahlungsmittel]], aus ihrem Vorschuss eine höhere Wertsumme als [[Mehrwert]] anzueigenen und hierdurch die zirkulierende Geldmenge zu vergrößern. Das wirkt wie ein Wunder der Fähigkeiten des [[Geldes]] als Kapital und als Finanzkapital, dass es sich selbst in und durch seine wirklichen Scheinwelten zu vermehren scheint. Aber in [[Wert]]Wahrheit kann dessen [[Wert]] nur soweit anwachsen, wie darin die Existenz (siehe [[Existenzwert]]) und die [[Abeitszeit]] von Menschen einer erhöhten [[Mehrwertrate]] unterworfen wird. Die Geldmenge scheint sich zwar durch die Investition von Geld zu vergrößern, weil es [[Profite]] macht, die im bloßen Augenschein (siehe [[Phänomenologie]]) mit einem [[Mehrwert]] identifiziert werden, den eine &#039;&#039;Geldanlage&#039;&#039; bewirken würde. Aber es ist nur die vergrößerte Macht seiner [[Formbestimmung]], die sich als ein Mehr der verfügbaren Geldmenge darstellt (siehe hierzu auch [[Giralgeldschöpfung]]) um die Konjunktur zu beflügeln. Dieses Mehr betrifft aber nur einen aktuellen Geldumlauf, dessen Preise sich auf Dauer dem Geld als [[Maß der Werte]] anpassen müssen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
An den anwachsenden [[Profiten]] berauscht sich der einzelne Kapitalist ebenso wie das ganze Finanzwesen, besonders beim Wetten um die besten &#039;&#039;Wachstumsperspektiven&#039;&#039; aus dem hohlen Bauch des f[[iktiven Kapitals]]. Man spricht von Geldschöpfung, die schon dadurch entstehen würde, dass [[Geld]] gedruckt und in Umlauf gebracht und damit die Produktion angeschoben und mit der Geldmenge auch schon der [[Geldwert]] vermehrt würde. Wenn sich aber ein [[Mehrwert]] als [[unbezahlte Arbeit]] nicht durch Mehrarbeit oder höhere [[Reproduktion]]skosten der [[Existenz]] (sie auch [[Existenzwert]]) vermehren lässt (siehe auch [[Eigentumstitel]]) wird mit der anwachsenden Geldmenge das [[Kapital]] im selben Maßstab (siehe [[Maß der Werte]]) wiederum nur entwertet. Dem Wachstumfetisch folgend wird [[Mehrwert]] aber als [[Wert]] eines wie von selbst erweiterten Geldumlauf verstanden, weil er eine vergrößerte Geldmenge einbringen und Profite entstehen lässt, die alleine durch eine mehr oder weniger geschickte Geldanlage zu bekommen sei. Das sieht man so auch überall im Börsenhandel und verbreitet es wie einen Glaubensspruch aus der Ewigkeit: Wer hat, dem wird gegeben - mal als [[Zins]] und mal als Dividende.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;Im zinstragenden Kapital ist daher dieser automatische Fetisch rein herausgearbeitet, der sich selbst verwertende Wert, Geld heckendes Geld, und trägt es in dieser Form keine Narben seiner Entstehung mehr. Das gesellschaftliche Verhältnis ist vollendet als Verhältnis eines Dings, des Geldes, zu sich selbst. Statt der wirklichen Verwandlung von Geld in Kapital zeigt sich hier nur ihre inhaltlose Form. Wie bei der Arbeitskraft wird der Gebrauchswert des Geldes hier der, Wert zu schaffen, größren Wert, als der in ihm selbst enthalten ist. Das Geld als solches ist bereits potentiell sich verwertender Wert und wird als solcher verliehen, was die Form des Verkaufens für diese eigentümliche Ware ist. Es wird ganz so Eigenschaft des Geldes, Wert zu schaffen, Zins abzuwerfen, wie die eines Birnbaums, Birnen zu tragen. [[(MEW 25, S. 405)]]&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Kapitalfetisch besteht aber einfach daraus, dass die [[Wertform]] und die Preisform des [[Kapitals]] identisch genommen wird, dass also das Kapital selbst als Äquivalent einer Warenmenge verstanden wird, das ihrem [[Wert]] schon in ihrem [[Preis]] entsprechen soll, den &#039;&#039;das [[Geld]] produziert&#039;&#039; haben soll. Wer Geld druckt oder verleiht befördert in diesem [[Glauben]] schon die &#039;&#039;Wertschöpfung&#039;&#039; aus dem [[Nichts]], weil er das wertlos vorgestreckte Geld durch seinen Einsatz verwertet, ihm erst mit seinem &#039;&#039;kaufmännischen Geschick&#039;&#039; [[Wert]] zugefügt haben will (siehe [[Grenznutzentheorie]]). Solches [[Wertwachstum]] hat aber nur der zu erbringen, der [[Geld]] als [[Zahlungsmittel]] durch den Verkauf seiner [[Arbeitskraft]] verdienen muss, um es als [[Kaufmittel]] für seinen Lebensunterhalt verwenden zu können (siehe [[Arbeitswerttheorie]]). Vollständig ist dies verschwunden, wo Geld als [[Kredit]], also [[Geld]] als reines [[Kaufmittel]] verliehen wird, so dass, wer es gegen sein Zahlungsversprechen aufnimmt, im [[Kredit]] ein doppeltes Verwertungsversprechen zu erfüllen hat: Es muss sich selbst in [[Wert]] halten und den [[Preis]] für einen [[Mehrwert]] &#039;&#039;erwirtschaften&#039;&#039;, der sein Wertverhältnis ausgleicht und zugleich [[Wertwachstum]] finanziert, das den erweiterten Geldwert schon im Vorhinein für den nächsten Geldumlauf finanzieren soll.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Gegensatz von [[Wert]] und [[Preis]] ist damit dem Verstand entschwunden und der Kuhhandel mit dem goldenen Kalb perfekt. Und damit verschwindet auch die Scheidung von [[Mehrwert]] und [[Mehrprodukt]] durch das Kapital auf den Waren- und Finanzmärkten. Und das verhindert jedes Verständnis von [[Zins]] und [[Kredit]]. Daraus besteht dann die [[Ideologie]] der [[Geldschöpfung]] durch das Geld selbst.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Wolfram</name></author>
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		<id>https://kulturkritik.net/mediawiki/index.php?title=Kulturkritik&amp;diff=11564</id>
		<title>Kulturkritik</title>
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		<updated>2026-05-26T06:48:59Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Wolfram: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;Seitdem der materielle Reichtum, diese Summe der Erzeugnisse produktiver menschlicher Arbeit, im Geld seinen abstrakten, anonymen Repräsentanten gefunden hat, seitdem der unmittelbare Zweck der produktiven Arbeit nicht mehr die Vermehrung des dinglichen Reichtums, die Herstellung von Gütern, sondern diese nur Mittel zu einem weiteren eigentlichen Zweck: der Vermehrung von Geldreichtum geworden ist, seitdem es genügt, Geld zu besitzen, um reicher werden zu können- seither hat das Reichwerden im engeren, materiellen Sinne aufgehört, notwendig auch ein Reicherwerden im geistigen, kulturellen Sinne nach sich zu ziehen. [[(MEW 23, S. 674)]]&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kulturkritik]] ist die [[Kritik]] der [[Scheinwelten]] bei der [[Sinnbildung]] einer [[Kultur]] des [[Kapitals]] (siehe auch [[Kapitalfetisch]]), an der [[Entfremdung]] der [[gesellschaftlichen]] [[Substanz]] dessen, was den organischen [[Reichtum]] der Menschen darstellt, und durch die [[abstrakte Allgemeinheit]] ihrer [[Formbestimmtheit]] den Anschein eines menschlichen [[Reichtum]] [[vermittelt]] und im [[Schein]] und getrennt von den Beziehungen in ihren wirklichen Verhältnissen kultiviert. Kulturkritik ist die [[Kritik]] eines [[gesellschaftlichen]] Unvermögens einer in ihrer [[Wirklichkeit]] [[widersinnigen]] [[Kultur]] des [[Geldes]], an einer [[gesellschaftlichen]] Substanzlosigkeit des [[Geldbesitzes]], wie diese sich in den [[Institutionen]] einer [[Kultur]] [[entäußerter]] [[Existenzformen]] ihrer [[zwischenmenschlichen Verhältnisse]] darstellt, worin sich die Menschen selbst als das [[Material]] im Ausmaß ihrer gesellschaftlichen [[Bezogenheit]] [[wahr]] machen und [[wahrnehmen]] (siehe hierzu [[zwischenmenschliche Beziehung]]). Kulturkritik ist also nicht einfach nur [[kritische]] [[Philosophie]] und auch nicht einfach [[kritische Theorie]], sondern vor allem eine [[Kritik]] des [[Unsinns]] einer [[Macht]] der [[Sinnbildung]], die in der [[unmittelbar]] [[gesellschaftlichen]] [[Wahrnehmung]], in den toten Wahrnehmungen [[zwischenmenschlicher Beziehungen]] einer bestimmten [[Kultur]] der Menschen in einem bestimmten [[Lebensraum]] beherrscht&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Macht]] entsteht, wo [[Ohnmacht]] herrscht – eben als [[politische]][[Macht]], wo sie [[allen gemein]], die [[Allgemeinheit]] also als [[politische]] [[Macht]] herrscht – ganz gleich ob diese Herrschaft [[sachlich]] oder [[ideologisch]] bestimmt auftritt. [[Recht]] kann aber nur [[wahr]] sein, wo es sich gegen Unrecht [[verhalten]] kann. Was nötig ist das fügt sich auch ohne [[objektiv]] [[notwendig]] zu sein. Und was [[subjektiv]] nötig ist, ist die [[Freiheit]] sich ohne [[Not]] hiergegen zu [[entscheiden]]. Die [[Geschichte]] erweist sich als ihr [[gesellschaftliches]] Produkt – [[Gesellschaft]] als vergegenständlichte [[Freiheit]] der [[Entscheidungen]] über das, was den Menschen nötig ist, ohne [[subjektiv]] [[notwendig]] zu sein. Und das bildet auch ohne [[Not]] immer wieder das [[Eigene]] aus dem [[Fremden]], weil sich [[lebendige]] [[Geschichte]] zwischen [[Subjekten]] und [[Objekten]] [[bewegt]], soweit sich das [[Fremde]] nicht selbst aus den [[Objekten]] bestimmt. [[Macht]] an sich ist dabei unnötig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es geht bei der [[Analyse]] jener [[Macht]] um das, worin die Menschen sich selbst als das [[Material]] ihrer [[Verhältnisse]] für [[wahr]] nehmen, worin sie der [[politischen]] [[Logik]] ihrer [[Selbstwahrnehmungen]], dem [[ästhetischen Willen]] ihrer [[zwischenmenschlichen Verhältnisse]], der gemeinen [[Macht]] der [[Zwischenmenschlichkeit]] ihrer [[unmittelbaren]] [[Lebensverhältnisse]] unterworfen sind. Durch dessen [[Kulte]] und [[Sitten]] im [[Erleben]] und [[Leiden]] in und an ihren [[zwischenmenschlichen Beziehungen]] wird ihre [[Selbstwahrnehmung]] der [[Logik]] ihrer wechselseitigen [[Einverleibungen]] im [[Nutzen]] eines [[allen gemeinen]] [[Verhaltens]] entstellt und im Großen und [[Ganzen]] einer [[abstrakten]] [[Gemeinsinnigkeit]] [[gleichgeschaltet]]. Von daher ist es nötig, den [[Unsinn]] einer [[politischen Kultur]] durch das [[Begreifen]] und Zutrauen in die [[Wahrheit]] der [[eigenen]] [[Wahrnehmung]] zu [[empfinden]], um ihren [[politischen]] [[Verallgemeinerungen]] zu entkommen bzw. diese [[aufzuheben]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im [[Dazwischensein]] der gemeinen [[gesellschaftlichen]] [[Macht]], in der [[Zwischenmenschlichkeit]] ihrer [[unmittelbaren]] [[Lebensverhältnisse]] [[begründen]] und vollziehen die Menschen den [[Zwiespalt]] ihrer [[zwischenmenschlichen Verhältnisse]] die sie im [[Erleben]] und [[Leiden]] in und an ihren Selbstwahrnehmungen in ihren [[zwischenmenschlichen Beziehungen]]. Über deren [[Kulte]] und [[Sitten]] [[erfahren]] sie ihren [[Klassengegensatz]] in einem schrankenlosen [[Geltungsbedürfnis]]. Darin wird ihre [[Selbstwahrnehmung]] der [[Logik]] einer [[Selbstverwertung]] ihrer wechselseitigen [[Einverleibungen]] im [[Nutzen]] eines [[allen gemeinen]] [[Verhaltens]] entstellt und im Großen und [[Ganzen]] einer [[abstrakten]] [[Gemeinsinnigkeit]] [[gleichgeschaltet]]. Von daher ist es nötig, den [[Unsinn]] einer [[politischen Kultur]] durch das [[Begreifen]] und Zutrauen in die [[Wahrheit]] der [[eigenen]] [[Wahrnehmung]] zu [[empfinden]], um ihren [[politischen]] [[Verallgemeinerungen]] zu entkommen bzw. diese [[aufzuheben]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Doch [[Macht]] kann durch [[Täuschung]] erzeugt werden, wo die [[Verhältnisse]] selbst zwischen Subjekt und Objekt [[vertauscht]] und also [[verkehrt]], das heißt [[unwirklich]] gemacht wird (siehe auch [[Verkehrung]]), wenn ihre [[Verwirklichung]] als ihre [[Entwirklichung]] existiert. Und es ist schließlich vor allem die [[Sprache]], die dies [[vermitteln]] kann und in der Lage ist, [[Täuschungen]] [[aufzuheben]], indem sie das Vertauschte benennt und ein [[gesellschaftliches]] [[Bewusstsein]] hierüber zu [[bilden]] vermag, indem sie das [[Mittel]] der [[Verständigung]] und damit des [[Verstandes]] ist, – indem sie den [[Sinn]] des [[Denkens]] vergesellschaftet. Das [[Wissen]] um ihre [[Ohnmacht]] ist daher auch ein mächtiges [[Mittel]] einer menschlichen [[Emanzipation]] – als [[Kritik der politischen Kultur]] auch ihr [[politisches]] Werkzeug, um die [[Entfremdung]] des Menschen von der Welt, die er erzeugt, zu [[beweisen]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;Mit der Verwertung der Sachenwelt nimmt die Entwertung der Menschenwelt in direktem Verhältnis zu. Die Arbeit produziert nicht nur Waren; sie produziert sich selbst und den Arbeiter als eine Ware, und zwar in dem Verhältnis, in welchem sie überhaupt Waren produziert. ... Der Gegenstand, den die Arbeit produziert, ihr Produkt, tritt ihm als ein fremdes Wesen, als eine von dem Produzenten unabhängige Macht gegenüber. Das Produkt der Arbeit ist die Arbeit, die sich in einem Gegenstand fixiert, sachlich gemacht hat, es ist die Vergegenständlichung der Arbeit. Die Verwirklichung der Arbeit ist ihre Vergegenständlichung. Diese Verwirklichung der Arbeit erscheint in dem nationalökonomischen Zustand als Entwirklichung des Arbeiters, die Vergegenständlichung als Verlust und Knechtschaft des Gegenstandes, die Aneignung als Entfremdung, als Entäußerung. ([[MEB 40, S. 511f.]])&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Sprache]] ist das älteste [[Kulturgut]] der Menschen, das [[praktische Bewusstsein]] ihrer [[gesellschaftlichen]] [[Beziehungen]]. Wo sie aber im Schatten von [[Tatsachen]] nurmehr über verbale [[Interpretationen]] verfügt, wo sie über verschiedene Aspekte hierüber nur [[informiert]], wo sie sich im [[Selbstverständnis]] von [[Selbstverständlichkeiten]] zum [[moralischen]] Medium von [[Selbstbezüglichkeiten]] entwickelt, da wird ihre [[Vermittlung]] zum [[Ereignis]] einer übermächtigen Einfältigkeit (siehe hierzu [[tote Wahrnehmung]]), zur [[Selbstdarstellung]] von [[Vorstellungen]], [[Bildern]] und [[Gefühlen]] der [[Selbstwahrnehmung]]. Darin wird [[Wahrnehmung]] auf ihren [[selbstbezüglichen]] [[Nutzen]], auf eine Kommunikation von bloßen [[Interpretationen]], [[Meinungen]] und [[selbstgerechten]] Verbindlichkeiten von allseitig [[verbürgten]] [[Lebenspflichtigkeiten]] der [[bürgerlichen Gesellschaft]] [[reduziert]] und dadurch die Grundlagen der [[gesellschaftlichen]] [[Geschichte]], die Potenziale der Selbstveränderung der Menschen aufgelöst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wo, wenn, weil und solange Sprachlosigkeit herrscht wird darüber [[denken]] unmöglich (siehe hierzu [[Positivismus]]). Doch auch Sprachlosigkeit lässt sich an ihren [[Begriffen]] [[beweisen]], weil sie in sich selbst schon ihren [[Widersinn]] darstellen, weil sie sich in sich tautologisch begründen, ihre Aussagen zugleich als [[Grund]] für sich behauptet und in ihrer sprachlichen [[Interpretation]] ihren [[wirklichen]] [[Sinn]] abtötet. Solche [[Begrifflichkeit]] dreht sich im Kreis unsinniger Worte, die ihre [[Abstraktion]] durch ihre unendliche Selbsterweisung [[verewigen]]. Wer ihnen auf ihren [[wirklichen]] [[Grund]] geht, wird die Bemühung einer Beschreibung [[unsinniger]] [[Verhältnisse]] entdecken, die über die [[Abwesenheit]] ihres [[Wesens]], über ihre [[Nichtigkeit]] [[hinwegtäuschen]] sollen. So hatte schon der Begründer einer kritischen Philosophie (siehe [[kritische Theorie]]), Karl Marx, den [[Begriff]] des [[Tauschwerts]] entzaubert, der als &#039;&#039;contradictio in adjecto.&#039;&#039; [[(MEW Bd. 23, S. 50)]] sein grundlegendes [[Verhältnis]], den [[Warentausch]], schon voraussetzt, den Grund aus dem bezieht, was er erst begründen will. E sind die Preise, die zunächst willkürlich erscheinen, aber durch ihre allgemeine Wertform beweisen, dass ihr [[Wert]] sich nicht durch [[beliebige]] Relationen darstellen kann. Sie kündigen lediglich von dem, was sie nicht [[wirklich]] sind, weil sie nicht in ihrer relativen [[Bestimmtheit]] [[wahr]] sein können. Es ist lediglich der [[politische Wille]] des [[Privateigentums]], der sich darin verfestigen soll (siehe hierzu [[&#039;&#039;Krtik der politischen Ökonomie&#039;&#039;]]&#039;&#039;). So offenbaren auch die [[Begriffe]] der Kulturkritik ihren [[Widersinn]], wenn sie sich aus einem bloßen [[Dasein]] in ihrer gesellschaftlichen Wirklichkeit begründen, worin sich die Menschen nur als das Material ihrer Verhältnisse verwirklichen, sich im [[Dazwischensein]] ihrer Beziehungen verhalten können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie können ihre [[zwischenmenschlichen Verhältnissen]] nur in dem [[bestimmt]] [[wissen]], worine sie sich selbst in ihrer [[Zwischenmenschlichkeit]] jenseits ihrer wirklichen [[Verhältnisse]] als wesentlich menschlich behaupten können (siehe hierzu auch [[&#039;&#039;Krtik der politischen Kultur&#039;&#039;]]). Die Welt, in der die Menschen ihre [[Verhältnisse]] nur in einer Welt zwischen sich und anderen [[wahrnehmen]] können (siehe [[Dazwischensein]]), in der sie keine [[Gegenständlichkeit]] ihres Lebens finden und [[empfinden]] [[erscheinen]] ihnen ihre [[persönlichen]] [[Verhältnisse]] selbst schon [[beliebig]]. Und so wundert es auch nicht, wenn sie am [[Belieben]] ihrer [[Liebe]] zergehen und für einander auch [[wirklich]] [[gleichgültig]] werden. Denn darin bleiben sie sich und einander [[notwendig]] [[fremd]], können nur einer ihnen [[fremden]] Lebenswelt dienen, um ihr Leben zu verdienen. Und solange die Menschen ihr [[Leben]] verdienen müssen, können sie nicht als lebende Menschen gesellschaftlich zusammenwirken, keine gemeinschaftliche [[Wirklichkeit]] ihres [[Lebens]] und keine dem entsprechende [[Sprache]] bilden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kulturkritik]] [[dekonstruiert]] nicht einfach nur die [[Gewohnheiten]] eines [[ästhetischen]] [[Sollens]] (siehe [[ästhetischer Wille]]), sondern beschreibt auch ihren [[Grund]] als [[verselbständigte]] [[Notwendigkeit]] ihrer [[Erscheinungen]], die unendlich [[widersinnige]] Immanenz ihres [[Daseins]] (siehe [[Tautologie]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kulturkritik]] gründet auf [[Gedanken]], die einem [[ganzen]] Gedankenfluss entnommen sind, worin sie in einer [[Theorie]] konsistent zusammengefügt und dargestellt, in einer [[Theorio]] zusammenfließen, die letzlich - als [[Ganzes]] [[verstanden]] - [[wirkliche]] [[Kritik]] einer [[entäußerten]] [[Wirklichkeit]] ist. [[Kulturkritik]] ist nicht nur [[kritische]] [[Philosophie]] und auch nicht einfach [[kritische Theorie]], sondern vor allem eine [[Kritik]] des [[Unsinnigen]], dem [[Widersinn]] in den [[unmittelbar]] [[gesellschaftlichen]] [[Beziehungen]] der Menschen, in denen sie sich selbst zum gesellschaftlichen [[Material]] ihrer [[Verhältnisse]] machen, indem sie sich selbst als [[Mittel ihres Lebens]] [[vergegenständlichen]] und [[veräußern]]. Durch ihre [[zwischenmenschlichen Beziehung]] auf Andere werden sie selbst zum [[Material]] [[tautologischer]] [[Lebensverhältnisse]] und [[verkehren]] ihre [[Selbstachtung]] zu einem [[Selbstwert]] ihres [[Geltungsstrebens]] (siehe [[Selbstverwertung]]). So sind sie in ihrer [[Zwischenmenschlichkeit]] außer sich, können sich nur durch ihre [[Wahrnehmung]] von sich, in ihrer [[Selbstwahrnehmung]] durch ihre [[Selbstgefühle]] [[bewahrheiten]]. Und darin sind sie vor allem der [[Ästhetik]] einer politischen [[Vernunft]] unterworfen, die sie in ihren [[zwischenmenschlichen Verhältnissen]] über ihre [[Selbstbehauptungen]] befolgen (siehe hierzu auch [[Faschismus]]), um überhaupt noch als [[gesellschaftlicher]] Mensch, als Mensch in menschlichen [[Beziehungen]] zu [[existieren]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und so wird schon ein anderes gesellschaftliches [[Wesen]] begründet, das sich dem [[kulturellen]] [[Wesen]] ihrer praktischen Lebensproduktion enthebt und sich von dieser über ihre [[Selbstwahrnehmung]] [[trennt]] und abspaltet. Durch ihre über ihre stoffliche Lebenspraxis hinweg entwickelten [[Sitten]] im zwischenmenschlichen [[Erleben]] und [[Leiden]] der Menschen wird ihre [[Selbstwahrnehmung]] für den [[Nutzen]] eines [[allen gemeinen]] [[Verhaltens]] im Großen und [[Ganzen]] zu einem [[abstrakten]] [[Gemeinsinn]] entstellt und [[gleichgeschaltet]]. Von daher ist es nötig, den [[Unsinn]] einer [[politischen Kultur]] durch das [[Begreifen]] und Zutrauen in die [[Wahrheit]] der [[Wahrnehmung]] ihrer [[eigenen]] Welt zu heben und [[aufzuheben]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kulturkritik war als eigenstädige Disziplin der [[kritischen Theorie]] mit der [[Verselbstädigung]] des [[Weltkapitals]] (siehe auch [[Globalisierung]]) durch das Auseinanderfallen von [[Sinn]] und [[Nutzen]] der gesellschaftlichen[[Arbeit]] [[notwendig]] geworden. Durch den globalen Verwertungszwang des [[Kreditwesens]] zu einem [[verselbständigten]] [[Schuldgeldsystem]] (siehe hierzu [[fiktives Kapital]]) haben sich die [[kulturellen]] [[Beziehungen]] der Menschen von ihren [[realwirtschaftlichen]] abgelöst und sich zu einer [[politischen Kultur]] vermengt, die eigenstädige Verhältnisse der [[Besitzenden]] aus ihrer [[Zwischenmenschlichkeit]] entstehen ließ, während durch die weltweite Finanzpolitik des [[Kreditwesens]] eines [[fiktiven Kapitals]]die natürlichen Ressourcen der Welt und ihrer [[Natur]] einer schrankenlosen [[Negativverwertung]] überlassen wurde (siehe z.B. auch [[Petrodollar]]). Den [[objektiven]] [[Verhältnissen]] einer zunehmenden Naturzerstörung (siehe auch [[Klimawandel]]) stehen [[subjektiv]] die [[zwischenmenschlichen Beziehungen]] über den [[Geldbesitz]] der reichen Läder gegenüber.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Zwischenmenschlichkeit]] ist der [[Begriff]] für einen Kosmos von [[Beziehungen]], der auf eine [[Gesellschaft]] zwischen den Menschen über die Sinnhaftigkeit (siehe hierzu auch [[abstrakt menschlicher Sinn]]) ihrer [[zwischenmenschlichen Verhältnisse]] rekurriert. Darin sind [[Beziehungen]] von Menschen unterstellt, die in einem unvermittelten und also unmittelbar scheinenden Verhältnis zwischen sich und [[den anderen Menschen]] auftreten. Es sind [[Verhältnisse]] im [[Dazwischensein]], im [[Sein]] zwischen den Menschen, einem [[Dasein]], in welchem sie sich selbst und einander zu dessen [[Material]], sich als [[Person]] zum [[Gegenstand]] ihrer [[Kultur]] als [[subjektive]] [[Form]] ihres [[Lebens]] machen und haben, weil und soweit ihre gesellschaftliche [[Gegenwärtigkeit]]und [[Vergegenstädlichung]] in der [[Wirklichkeit]] ihrer [[objektiven]] [[Lebensverhältnisse]] ihnen entzogen, für sie [[abwesend]] ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ihre Teilnahme am gesellschaftlichen [[Leben]] der Menschen entwickelt sich daher vorwiegend in der [[zwischenmenschlichen]] [[Gesellschaft]] ihrer [[Selbstbeziehungen]]. In einer solchen Gesellschaft der [[Zwischenmenschen]] ist ihr [[Erkenntnisinteresse]] durch die [[Widersprüche]] ihres [[Daseins]] wie auch in ihrer [[Subjektivität]] gebrochen. Was sie an einander [[erkennen]] ist nicht das, was sie durch einander sind. [[Sinn]] und [[Nutzen]] ihrer Beziehungen stellen in ihrer zwischenmenschlichen Gesellschaftlichkeit gegensinnige Pole dar. Schon durch die [[Vermittlung]] der [[widersinnigen]] Lebenswirklichkeit einer [[abstrakt menschlichen Gesellschaft]]ist diese nicht durch sie als Menschen selbst, sondern durch ihre [[Selbstentfremdung]] im [[Dazwischensein]] von [[Sinn]] und [[Nutzen]] ihrer [[Arbeit]] bestimmt. Wo sie sinnlos wird, wenn sie einen unmenschlichen [[Nutzen]] befördert und nutzlos wird, wenn sie einen nur [[ästhetischen]] [[Sinn]] vermittelt, entzweit sich darin wie auch an ihren Produkten die [[Subjektivität]] und [[Objektivität]] der menschlichen [[Beziehungen.]] Ihre [[Lebensverhältnisse]] verschmelzen in ihrem unmittelbaren Menschsein in einer [[abstrakten Gesellschaft]]im [[Verhalten]] ihrer unmittelbar sinnlichen Beziehungen als nützlicher Sinn der [[Körper]] ihrer Kultur (siehe [[abstrakt menschlicher Sinn]]) zu einem unmittelbar sinnlichen [[Nutzen]] der sachlichen Produkte ihrer [[Wirtschaft]] (siehe [[abstrakt menschliche Arbeit]]). Im Ganzen ihrer Lebensverhältnisse verschmilzt von da her der [[Kult]]ihrer subjektiven [[Gegenstädlichkeit]](siehe [[Körperfetischismus]]) mit dem gegenstädlichen [[Schein]]ihres [[Subjektseins]] durch und in ihrem Warentausch (siehe [[Warenfetischismus]]). In der Vermengung von [[Wirtschaft]] und [[Kultur]] durch die [[politische Kultur]] der [[Nationalstaaten]] zu einer [[faschistischen Ideologie]] entwickeln sich die [[Fetische]] einer [[abstrakt menschliche Gesellschaft]] hin zu ihrer Auflösung im Zwangsverhältnis eines [[Menschenparks]] durch eine dem entsprechend internationalisierte [[faschistische]] Politik. Sie betreibt daher einen international [[wirksamen]] [[globalen]] [[Nationalismus]] (siehe auch [[Faschismus]]), der nurmehr über die [[Notwendigkeiten]] des [[Weltkapitals]], über die Weltbank, die [[Konkurrenz]] der Nationalstaaten diese um den [[Geldwert]] ihrer Währungen (siehe [[Devisenhandel]]) versammelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kultur ist aber wesentlich die [[Subjektivität]] einer [[Gesellschaft]]. &#039;&#039;Der Mensch erkennt sich im Menschen&#039;&#039; sprach Goethe. &#039;&#039;Aber der Mensch, das ist kein abstraktes, außer der Welt hockendes Wesen&#039;&#039; [[(MEW 1, S. 378f)]] sagt Marx. Wo das [[Leben]] der Menschen in den [[Widersprüchen]] ihrer [[Verhältnisse]] unerträglich wird, da sucht es sich die Illusion. Da herrscht die [[Täuschung]], die Vertauschung der Lebensmomente mit einer [[abstrakten Allgemeinheit]], der Lebensvielfalt mit der Einfalt [[reduzierter]]Lebensreize, das [[Leben]] der [[Reiz]]e mit dem [[Reiz]] des [[Erlebens]], der [[Ohnmacht]] mit der [[Macht]], mit [[Gott]] und Vaterland. So kehrt sich [[Verständigkeit]] gegen [[Bewusstsein]], [[Vernunft]] gegen [[Emanzipation]], [[Selbstwert]] gegen [[Selbstachtung]] - überhaupt [[Glaube]] gegen [[Gewissheit]]. Es ist immer noch die Form einer [[Religion]], welche die Menschen mit ihrem Unglück verbündet, mit einer a[[bstrakten]]Bindung im Ungewissen, mit dem Bündnis der [[Abstraktionen]] in ihrer [[Allgemeinheit]], durch die alles sein kann, was es in [[Wahrheit]] nicht ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In [[Wahrheit]] ist Kultur die Subjektform einer Gesellschaft und von daher immer auch Ausdruck ihrer inhaltlichen wie formellen Lebensverhältnisse, die in ihrem [[Nutzen]] als Zweck ihrer [[Arbeit]] von ihrem [[Sinn]] getrennt auftreten, wo beides von einander durch eine rein wirtschaftliche und eine rein kulturelle Existenz [[entfremdet]] ist. Diese [[Trennung]] zu überwinden macht die Sprengkraft der Kulturkritik aus. Doch die bisherige Kulturkritik hat sich nur am Rand mit dem [[wirtschaftlichen]] und [[politischen]] [[Nutzen]] der Kultur befasst und sich von daher dem platten Zweck ihrer gesellschaftlichen Existenz mit endlosen [[Interpretationen]] ihrer [[Ästhetik]] entzogen. Doch gerade dieser in ihrem [[Sinn]] geläufige [[Nutzen]] als ein in ihrem [[Nutzen]] versteckter [[Sinn]], ihr hierin sehr unkenntlich erscheinender Zweck muss als ein gesellschaftliches [[Dasein]] in der [[Trennung]] seiner [[Beziehungen]] [[dialektisch]] dargestellt, der [[selbstädige]] [[Reiz]] ihrer [[Befriedungen]] als politische [[Tatsache]] [[analysiert]] und durchleuchtet werden. Doch die [[Kultureliten]] leben gerade davon, dass sie die besonderen Kulturgenüsse im [[Kulturkonsum]] ihrer [[elitären]] Existenz wie eine Besonderheit ihrer persölichen [[Sinnlichkeit]] [[wahrnehmen]] und als Ausdruck ihres[[Edelmuts]] so [[vorstellen]], wie sie ihn auch wirklich durch ihre besonderen Anreize und Moden als [[objektives Gefühl]] für ihre [[Selbstgefühle]] [[wahrhaben]], um sich nicht mit der platten Scheinbarkeit (siehe [[Scheinwelt]]) ihrer Urgrüde zu befassen, um ihre [[gewöhnliche]] [[Selbstwahrnehmung]], den [[Kult]] ihrer [[Selbstbezogenheiten]] nicht zu [[enttäuschen]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der [[bürgerlichen Gesellschaft]] war für ein bestimmte[[Klasse]] der Bourgeoisie der [[Geldbesitz]] als Medium des Überflusses und Luxus schon immer reizvoll - und umso intensiver, wie das [[Wertmaß]] des [[Geldes]] auf dem Weltmarkt über die [[Preise]] des [[Weltgeldes]], durch dessen Funktion als weltweiter [[Maßstab der Preise]] vermittelt wird (siehe [[Globalisierung]]). Der internationale [[Mehrwert]], der weltweite Überfluss an [[unbezahlter Arbeit]] wird also zu einem Maß der Existenzen, der durch den [[Geldbesitz]] in einer Währung zu einem nationalen [[Existenzwert]] wird, der sich über das [[Weltgeld]] eines [[Weltkapitalismus]] verwertet. Was als bloßer [[Mehrwert]] nur tot bliebe, weil dessen Bildungsprozess die Produkte aus [[unbezahlter]], aus [[toter Arbeit]] vergemeinschaftet, wird in der Kultur der [[Geldbesitzer]] kulturell belebt, indem darin [[Ereignisse]] zur Vergnüglichkeit und Lustbarkeit über [[Dienstleistungen]] gegen die Abtötungen in einer [[Gesellschaft]] der Verwerfungen und [[Dekadenzen]] rückgebunden werden (Rückbindung = re ligio = [[Religion]]). Deren [[Langeweile]], der schale Geschmack inhaltsloser [[Scheinwelten]] [[entwickelt]] sich dabei selbst zu einem [[Bedürfnis]], das keinen [[wirklichen]] Gegenstand mehr empfindet, weil es ihn nicht unbedingt nötig hat, sondern sich mit [[zwischenmenschlichen]][[Erlebnissen]] aus den [[Ereignissen]] und [[Beziehungen]] durch die Vergemeinschaftung der in Massen [[isolierten]] [[Selbstgefühle]], durch ihre Formverwandlung zu [[Massengefühlen]] begnügt und sich in den [[Selbstwahrnehmungen]] der Menschen als [[Kultur]] ihrer [[zwischenmenschlichen Verhältnisse]] fortbildet (siehe auch [[Kult]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Wahrheit]]lässt sich nicht aus einer Logik beziehen, nicht aus einer [[ideologischen]] Gedankenform (siehe auch [[Gedankenabstraktion]]), einer [[Vorstellung]], die ein natürliches Sein interpretiert und [[idealisiert]]. [[Wahrheit]] setzt [[Erkenntnis]] voraus, die ohne [[Zweifel]] [[wesentlich]] ist, weil sie nicht bloß [[objektiven]] Formationen entspricht (siehe hierzu auch [[Strukturalismus]]), sondern sich [[Formbestimmungen]] [[fremder Kräfte]] entgegenstellt und die Macht ihrer Täuschungen aus der [[Verkehrung]] ihres organischen [[Wesens]], aus der [[Abstraktion]] von ihrer [[Natur]] durch deren [[Verallgemeinerungen]] begrüdet haben will.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kritik]] ist nötig, um die [[verkehrten]] Verhältnisse als das zu erklären, was sie sind: Die [[Verkehrung]] des menschlichen [[Lebens]], die Demütigung des Menschen durch die [[Dekadenz]] seiner Lebensverhältnisse. &#039;&#039;Die Kritik der Religion endet mit der Lehre, daß der Mensch das höchste Wesen für den Menschen sei, also mit dem kategorischen Imperativ, alle Verhältnisse umzuwerfen, in denen der Mensch ein erniedrigtes, ein geknechtetes, ein verlassenes, ein verächtliches Wesen ist.&#039;&#039; [[(Karl Marx, »Deutsch-Französische Jahrbücher«, Paris 1844), MEW 1, S. 385)]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der [[Kulturalisierung]] der Gewalten, die das Leben der Menschen beherrschen, sind die Ketten verschönt, vertuscht und übertönt, mit denen sie gefesselt sind. Aber es kann nicht richtig sein, deshalb die [[Kultur]] als solche zu kritisieren. Die Kritik geht gegen ihre Zwecke, gegen die [[Politik]], die sie betreibt und verwendet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;Die Kritik hat die imaginären Blumen an der Kette zerpflückt, nicht damit der Mensch die phantasielose, trostlose Kette trage, sondern damit er die Kette abwerfe und die lebendige Blume breche. Die Kritik der Religion enttäuscht den Menschen, damit er denke, handle, seine Wirklichkeit gestalte wie ein enttäuschter, zu Verstand gekommener Mensch, damit er sich um sich selbst und damit um seine wirkliche Sonne bewege. Die Religion ist nur die illusorische Sonne, die sich um den Menschen bewegt, solange er sich nicht um sich selbst bewegt. [[(MEW 1, S. 379)]]&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man mag Kulturkritik an vielen einzelnen Inhalten in den einzelnen Bereichen der Kultur festmachen und damit zum Ausdruck bringen, dass man mit diesem oder jenem Kulturereignis nicht einverstanden ist und es verändern oder verbessern will. Doch in diesem Sinn ist es eigentlich keine Kritik der Kultur, sondern eine Auseinandersetzung in ihr und mit ihren einzelnen Gestaltungen, in der sich das Eine zum Anderen verhält.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kulturkritik im allgemeinen kann nur ein gesellschaftliches Verhältnis der Kultur, also politische Kultur meinen und daher auch nur selbst politisch sein. Sie kritisiert die politischen Einwirkungen auf die menschliche [[Kultur]] (siehe auch [[Kulturalismus]]), deren Bestimmung durch [[politische Ökonomie]] im Interesse an der Verwertung von menschlicher Sinnestätigkeiten ihr vorausgesetzt sind. Von daher ist eine [[Kritik der politischen Kultur]] eine Kritik an der [[Politik]] im besonderen Augenmerk auf Kultur, worin sie nicht nur den menschlichen Umgang, die Rechtsform der gesellschaftlichen Verhältnisse bestimmt, sondern auch die Lebensbedingungen für den Sinn und Zweck ihrer Lebensäußerungen, ihrer unmittelbaren Lebensverhältnisse, wie sie sich auch auch zwischenmenschlich ereignen, maßgeblich formiert. Von daher ist sich diese [[Kritik]] einig mit der [[Kritik der politischen Ökonomie]], bezieht sich aber nicht auf ihre wirtschaftliche Formen sondern auf die Lebensgestaltungen zwischen den Menschen selbst (siehe auch [[Zwischenmenschlichkeit]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im weitesten Sinne ist sie die [[Kritik]] an einer [[Kultur]]formation, die sich nicht im Einklang mit dem menschlichen [[Leben]] befindet, sich von ihm [[wesentlich]] unterscheidet, weil ihre gesellschaftliche Dimension sich gegen dieses [[Leben]] verselbständigt, als Politik über dieses gestellt hat. Kulturkritik hat von daher die Lebensweise der Menschen selbst und den [[Sinn]] ihrer Lebensgestaltungen, ihrer Lebensformen zum [[Gegenstand]] ihrer [[Kritik]], sofern dieser einem ihnen [[fremden]] [[Zweck]] folgt, sofern also der Zweck der gesellschaftlichen Form ihrer Lebensverhältnisse dem [[Sinn]] ihrer Lebensgestaltungen zuwider entwickelt ist. Kulturkritik ist von daher die Kritik der [[Entfremdung]] menschlicher Kultur von ihrem gesellschaftlichen [[Sinn]]. Dieser besteht aus der menschlichen [[Sinnbildung]], wie sie sich im Laufe der [[Geschichte]] durch die [[Arbeit]] der Menschen als [[Naturmacht]] aus der [[Natur]] heraus zu menschlichen Lebensverhältnissen entwickelt hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Versteht man unter Kultur den Sinn menschlicher Zivilisation, so ist Kulturkritik die Kritik einer dem Menschen entfremdeten Zivilisation, also einem gesellschaftliche Lebensverhältnis, das dem Menschsein nicht entspricht. Kulturkritik bezieht sich allgemein auf die Phänomene einer menschlichen Zivilisation, welche sich gegen menschliches Leben richten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein zentrales Problem in der Geschichte der Kulturkritik war die Bestimmung dessen, was unter einem menschlichen Leben zu verstehen ist. Kulturkritik impliziert immer ein bestimmtes Lebensverständnis und hat von daher auch ein Menschenbild. Das erschwert eine allgemeingültige Fassung dessen, was Kulturkritik meint. Denn solche Fragestellung durchzieht die ganze Philosophiegeschichte. Aber als Kritik von Lebensgestaltungen wird dies verfänglich, weil sich darin philosophische Positionen zwangsläufig als politische Anforderungen an diese Gestaltung einbringen, als Seinsbestimmung für das, was Sinn haben, für Menschen wesentlich sein soll und was nicht. Erst mit der postmodernen Kulturkritik wurde dies als kulturpolitisches Problem erarbeitet, indem die Sinnfrage selbst abgewiesen wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zwischen ihrem philosophischen und ihrem geschichtlichen Gehalt geriet Kulturkritik in die Widersprüchlichkeit einer Zeitkritik, die zugleich wesentlich übergeschichtlich sein wollte. Dies wurde von [[Heidegger]] in einer sowohl theoretischen als auch praktischen Ontologie aufgelöst, die ein philosophisches wie auch zugleich geschichtliches Unheil enthielt. In seiner Fundamentalontologie wurde das philosophierte Wesen zur Geschichtsbestimmung, indem es als Seinsgewalt begriffen wurde. Philosophische Begründung von &#039;&#039;Seinsnotwendigkeit&#039;&#039; geriet auf diese Weise zur Bestimmung von Lebensgrundlagen, welche sich als absolute Zeitkritik (z.B. als Kritik der Modernen in ihrer &#039;&#039;[[Seinsvergessenheit]]&#039;&#039;) totalisierte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Besonders im [[Nationalsozialismus]] wurde auf diese Weise Kulturkritik als Kritik der Modernen überhaupt zum Werkzeug einer Wesensbehauptung, die zur Errichtung eines völkischen Staates Verwendung fand. Dieser sollte als &#039;&#039;deutsches Wesen&#039;&#039; in einer deutschen Kulturnation verankert sein und sich deshalb aus einer völkischen Kultur ableiten. Von daher bekamen die geschichtlich auszumachenden Kulturmerkmale eine neue Bedeutung als Reinheitsmerkmale der &#039;&#039;eigentlichen&#039;&#039;, der unverfälschten Kultur: Aus germanischen und arischen Sitten und Gebräuchen sollte sich die deutsche Art und ihre politische Gliederung (z.B. als Volk, Gau, Stamm und Sippe) bestimmen. Auch Kultzeichen (Runen) wurden durch solche Kulturalisation zu politischen Symbolen. Die aus einer solchen Variante von Kuturkritik abgeleitete kulturelle Identität sollte einen völkischen Staat als Körperschaft zur Förderung der reinen Art begründen, die sich auch gegen die Bevölkerung dieser Nation durchzusetzen verstand. In der politischen Identifikation mit ihrer Kulturgeschichte wird Kulturkritik immer zum Machtmittel einer Elite, die ihren Willen über die geschichtliche Wirklichkeit einer [[Gesellschaft]] erhebt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Anwendung der Philosophie ist Kulturkritik zwangsläufig Wesensphilosophie. Von daher widersprechen sich die Kulturkritiker auch selbst schon fundamental in der Auffassung von Kultur - besonders ob sie eine nur ästhetisch begreifbare Lebensäußerung sei oder ein unmittelbar gesellschaftliches Verhältnis, wesentlich aus menschlicher Subjektivität oder wesentlich aus der Objektivität seiner Verhältnisse zu begreifen wäre. In der Philosophie ist der Übergang von Philosophie zu Kulturkritik nicht eindeutig abgrenzbar. Was in der Philosophie noch Kategorien des Seins oder der Wahrnehmung als Ästhetik sind, wird in der Kulturkritik zu einer wirklich gesellschaftlich bezogenen, also politischen Lebenshaltung, die eine letztlich praktische Beziehung zu menschlichen Lebensverhältnissen hat. Eher als durch Philosophie kann man daher die Kulturkritik an solchen Bezügen differenzieren, die sie im Lauf der [[Geschichte]] entwickelt hatte. Diese lassen sich grob in zwei Arten unterscheiden, in denen Kulturkritik ihren Gegenstand entweder in den Menschen oder aber andererseits in ihren Lebensverhältnissen begreift, sich in die Interessen subjektiver Intentionen einbindet, welche Anstoß zu Kulturveränderungen sein will, oder in jene der Tradition, welche auf den Erhalt und Bestärkung der geschichtlich erworbenen Objektivität menschlicher Kultur abzielt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Subjektive Kulturkritik stellt sich den Menschen als Kultursubjekt vor und behandelt kulturelle Entwicklungen unabhängig von anderen zeitgeschichtlichen Bedingungen als Resultat geistiger und sittlicher Strömungen, die sich aus der Bildung eines geschichtlich wirksamen Willens erklären. Sie ist meist konservativ und betont, dass Kultur quasi ontologisch zum Menschsein gehört, weil sie menschliche Zivilisation selbst ausmache. Von daher sei menschliche Geschichte selbst wesentlich als kulturelles Resultat darzustellen, das sich besonders in den überlieferten Geistesformen vermittelt ([[Sitte,]] [[Kunst,]] [[Religion,]][[Philosophie]]). Sie misstraut den Zeiterscheinungen als bloße Mode gegen tiefer sitzende Gewohnheiten, Sitte und Brauchtum und neigt dazu im Traditionellen das Wesentliche, in der Gegenwart das bloß Scheinende (z.B. als &#039;&#039;[[Seinsvergessenheit]]&#039;&#039;) wahrzunehmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Objektive Kulturkritik begreift Kultur als menschliche Lebensform, die sich aus den gesellschaftlichen Verhältnissen der Menschen unter den Bedingungen ihrer Geschichtlichen Gegebenheiten ergibt. Sie kritisiert die Bindungen der Menschen an soziale Zwänge, die unzeitgemäß sind und denen sie ihr Vermögen zu eigener Lebensgestaltung unterordnen. Ihr Ziel liegt in der Aufhebung mächtiger Gewohnheiten und in der Überwindung selbstentfremdender Verhältnisse (vergl. hierzu auch [[Verdinglichung)]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tatsächlich lässt sich Kultur selbst nicht wirklich wesentlich kritisieren - sie beruht auf dem geschichtlich entwickelten Meinen und dessen Veränderlichkeit durch anderes Meinen, Denken und Fühlen. Sie ist immer unmittelbar praktisch, sowohl in Kunst und Gedanken und Bedürfnissen, als auch in den Sitten und Gewohnheiten der Menschen. Gerade die Gleichsetzung von Kulturkritik und Geisteshaltung hatte zu den verheerenden Positionen eines Gesinnungsstaats im Nationalsozialismus geführt. Auch fortschrittliche Kulturkritik kam in ihrer Philosophie eher auf theologische Positionen, die Kulturprobleme in Vorstellungen von einer Wahrheit der Kultur auflösen wollten, die &#039;&#039;nicht von dieser Welt ist&#039;&#039; ([[Adorno]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neuere Ansätze beziehen sich daher eher auf die politische Realität von Kultur. Auch hierbei gibt es erhebliche Differenzen, die sich um die Begriffssubstanz der Kultur bewegen. Postmoderne Kulturkritik lehnt solche Substanz überhaupt ab und vollzieht Kulturkritik als [[Dekonstruktion]]. Da sie auf jede Begründung von Kulturkritik verzichtete, war sie zwar in ihrem politischen Bezug (besonders in der Kritik von Machtstrukturen und deren pastoralen Selbstlegitimationen) wirkungsvoll, blieb in kulturellen Auseinandersetzungen aber relativ beliebig. Durch Verweigerung einer grundlegenden Begrifflichkeit lieferte sie dem Konstrukteur der Zeitgeschichte letztlich nur das Material für seine Selbstbegründung: Die Beliebigkeit seines Handeln. Die Geschichte (wenn sie denn überhaupt als solche begriffen wurde) war lediglich eine Frage des freien Willens, dessen Verwirklichung unendlich kritisierbar blieb, dem aber keinerlei gesellschaftliche Zielsetzung mehr nachzuweisen war, weil der Begriff hierfür nicht mehr Gegenstand dieser Kritik war. Der [[Neoliberalismus]] führte seine Wirtschaftstheorie als Kulturtheorie weltweit vor, indem er begriffliche Abstraktionen (z.B. Freiheit) lediglich als Kulturanschauung betrieb. Damit war deren Sinn und Zweck war aus Kritik genommen. Die Konservativen hatten wieder Raum gewonnen. Neokonservative legitimierten ihr Treiben durch Rekursion auf Althergebrachtes: Kultur wurde (wieder) auf den geistigen Inhalt einer Zivilisation reduziert, besonders auf die darin vorherrschende Religion (vergl. z.B. [[Samuel Huntington]]) oder auf das bloße Kulturereignis, den Event. Aber auch Bemühungen um eine &#039;&#039;Kritik der politischen Kultur&#039;&#039; liegen vor. Darin wird davon ausgegangen, dass Kultur überhaupt nur in der Verwendung für politische Zwecke (z.B. zur Kulturalisation von gesellschaftlichen Beziehungen) kritisierbar ist, sie also als Substanz politischer Vermittlung begriffen wird. Diese Kritik reflektiert den politischen Gehalt der Selbstwahrnehmung in seiner Begründung durch die Weltwahrnehmung gesellschaftlicher Verhältnisse bis in die zwischenmenschlichen Beziehungen hinein (z.B. als Grundlage für Ressentiments, Populismus und Selbstergebenheit).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf dieser Sitte wird daher politische Kultur kritisiert, also nicht die Lebensweisen und -gestaltungen selbst, sondern lediglich die politische [[Bestimmung]], in der sie besteht, die kulturelle [[Formbestimmung]] (siehe auch [[Ästhetik]]). Auch diese besteht nur in den genannten Positionen zur Zeitgeschichte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Subjektive Kulturkritik: Kultur gilt für Konservative als das Reservoir des bewährten Lebens, als Besitzstand der eigenen Geschichte und als Darstellungsform eines seins-wirksam gewordenen menschlichen Willens, der sich in der Kultur verobjektiviert habe. Subjektive Kulturkritik beruht vor allem auf der konservativen Auffassung, dass Kultur eine Bewährung menschlichen Schaffens darstelle, welche durch modische Einflüsse gefährdet sei. Sie begründet daher ein Sicherungs- und Stabilisierungsinteresse der Seinsnotwendigkeit von Kultur und wendet sich gegen kulturelle Moderne, Anarchie und Barbarei, welche als Zivilisationsbedrohung aufgefasst wird (vergleiche hierzu auch Oswald Spenglers Theorie vom Untergang des Abendlandes). Solche Kulturkritik wendet sich unmittelbar subjektiv gegen das Fremde der [[Entfremdung]], verfolgt damit implizit oder ausdrücklich eine [[Ursprungssehnsucht]] des Eigentlichen oder des Heilen oder des Willens oder der Leidenschaften. Ihr Kern ist eine Naturphilosophie menschlicher Subjektivität, welche eine quasi übergeschichtliche Kultur zur Sicherung menschlicher Zivilisation nötig habe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Oft ist das, was in der Philosophie durchaus emanzipatorische Aussagen im Bezug auf andere Geisteshaltungen ermöglicht, in der Kulturkritik konservativ. So mag z.B. der [[Schopenhauer]]sche Subjektivismus in seiner Philosophie manchen als Überwindung der [[Aufklärung]] erscheinen. In seiner praktischen Beziehung auf Menschen ist sie elitär und oft verächtlich und vom Interesse an der Willkür seines Urteils bestimmt, welche subjektive Maßstäbe zum Weltenmaß machen wollte. Auch die Kritik Nietzsches an den Formalismen der Denkfigurationen seiner Zeit fasziniert als Gedanke zu künstlerischem und intellektuellem Selbstverstehen. Aber mit seiner zynischen Haltung zur gesellschaftlichen Zivilisation hielt [[Friedrich Nietzsche]] die Menschen grundsätzlich für unfähig, eine freie und schöpferische Gesellschaft zu bilden und verstand seine Kulturkritik als Anstachelung, als objektive Notwendigkeit eines Stachels, welchen eine geistige [[Elite]] zu setzen habe, um die Menschenherde anzutreiben und zu bändigen. Das Gesellschaftsverstädnis von Nietzsche beruhte nicht auf einem Leben im freien Zusammenwirken der Menschen, auf freier Objektivation ihrer sinnlichen Verhältnisse zu einer menschlichen Kultur, sondern auf einem Verständnis von Kulturbildung durch übermenschliche Fähigkeiten überhaupt, aus deren Durchsatz durch Übermenschen sich die entsprechende Gesellschaftsform erst ergeben würde. Kulturentwicklung ergibt sich hiernach aus dem Genius einer höheren Klasse, die sich immer notwendig über eine andere Kulturklassen, den Herdenmenschen, zu stellen hätte. In der Bildung des Übermenschlichen (das verstanden wird als das über das menschliche Sein hinauswachsende Menschsein einer Avantgarde) ergebe sich so die Abwechslung der Kulturklassen als Wechsel der Elite, ihrem Verfall in die Dekadenz, die einer neuen Elite zur Macht gereicht. Durch den Aufstieg und Fall der jeweils herrschenden Kulturklasse (z. B. Wissenschaftler, Künstler, Politiker), die durch ihre Macht nach ihrem Höhepunkt zwangsläufig dekadent und immer wieder durch kräftigere Kulturprotagonisten abgelöst werden müssten, könne sich überhaupt nur eine gesellschaftliche Entwicklung als Kulturgeschichte ergeben. Kultur ist demnach verstanden das Werk von [[Übermenschen]], die als Elite ihrer Zeit sie vorangebracht haben, und hat immer eine Art Avantgarde, eine Führerschaft nötig, um den menschlichen Adel voranzubringen. Diese Führerschaft ergebe sich aus der Reife ernsthafter Menschen im Kampf um die Kultur.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieser Kampf sei schon als Weltenprinzip angelegt, als Verwirklichungsprozess von [[Vorstellungen]], die sich über den [[Willen]]vermitteln, hatte schon [[Schopenhauer]] behauptet. Die Menschen würden im Grunde nur um ihre [[Selbstbehauptung]] kämpfen, um die Vorherrschaft der Kultur, welche die Natur, die [[Triebe]] des Herdenwesens der Menschen, gänzlich zu kontrollieren vermöge. Kulturkritik sei daher immer die Bekämpfung von Kulturvorstellungen, die durch Willensmacht zum Sieg gelange, um menschliche Natur zu beherrschen. Es war dies zunächst auch eine Grundhaltung in den Kulturvorstellungen der Psychoanalyse [[Sigmund Freuds]]. Menschliche [[Emanzipation]]war damit in dem Widerspruch begriffen, dass sie nur auf Naturbeherrschung durch Kultur beruhen könne, also eine Art zivilisatorisch notwendige Selbstbeherrschung der Menschen sei.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Gegensätze in der konservativen Kulturkritik hatten sich vor allem als politische Gegensätze in ihrer Zeitgeschichte offenbart, nicht als Gegensätze der zugrunde liegenden Philosophien. In der psychoanalytischen Theorie zeigte sich dies geradezu in tragischer Weise, als Freud 1930 mit seinem &#039;&#039;Unbehagen in der Kultur&#039;&#039; seine bis dahin zum großen Teil emanzipatorische Gedankenwelt den Zeitwahrnehmungen opferte. Er beugte sie dadurch, dass er einen Todestrieb einführte und einen Kulturpessimismus entwarf, in welcher eine &#039;&#039;befremdliche Kulturfeindlichkeit&#039;&#039; der Menschen schon durch ihre Lebensantriebe erklärt sein sollte. Der Todestrieb ließe sich schon ontologisch und damit überhistorisch in den Bestrebungen der Menschen darstellen und nur hierdurch wären die selbstvernichtenden Tendenzen in der Menschheitsgeschichte wie in den individuellen Lebensgeschichten der Menschen erklärlich. Dies zeigt: Ontologisierung ist zwar immer auch philosophisch formulierbar, ihr Sinn jedoch ist unmittelbar praktisch und politisch, sobald er kulturkritische Bezüge eingeht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von objektiver Seite richtet sich Kulturkritik im Wesentlichen gegen die [[Ästhetik]] der Herrschaftssicherung, welche bis in die Lebenspraxis der [[bürgerlichen Kultur]]vordringt. Sie verarbeitet Kultur als Mittel der Täuschung und Selbsttäuschung über objektive Gegebenheiten, welche einerseits dem Existenzinteresse des Bürgertums (dem Warenbesitz und Warentausch) dienlich ist und anderseits auch unmittelbar den ökonomischen Notwendigkeiten der Kapitalverwertung folgt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine klassische Variante [[marxistischer]] Kulturkritik begründete sich aus der Theorie eines kulturellen Überbaus des Bürgertums, der sich als Scheinwelt über die ökonomischen Verhältnisse zur Täuschung über ihre wahren Zwecke errichtet habe, diese als verkehrte Geisteshaltung im Dienst einer herrschenden Klasse widerspiegele. Dieser vor allem in der [[Arbeiterbewegung]] vertretene Ansatz unterstellte eine Dichotomie von Ökonomie und Kultur, die durch einen Klassenstandpunkt, quasi im Bildungsprozess eines Klassenbewusstseins auf die ökonomische Wahrheit der Kultur als jenseitige Wahrheit der Kultur zu reduzieren wäre. Auf einer allgemeineren Ebene beziehen andere marxistische Strömungen Kulturkritik auf den von [[Karl Marx]] ausgefüllten Begriff des [[Warenfetischismus]], wonach die Verhältnisse der Menschen im Verhältnis ihrer Sachen bestimmt sind. Indem sie sich dem Kult der Warengesellschaft ergeben, sehen sie sich selbst als Objekt ihres Warenbesitzes an und unterwerfen ihr Selbstbewusstsein dem Kult der Wertvermittlung und Werterzeugung, dem Geld und Kapital. Doch Kultur und Bewusstsein sind nicht dasselbe. Die Gleichsetzung des &#039;&#039;notwendigen Scheins&#039;&#039;, welchen die Warenverhältnisse in ihrer Wertform erzeugen, mit der Falschheit einer Kultur führt geradewegs ins Jenseits, in eine Kultur der Wahrheit, die von der Geschichte der wirklichen Verhältnisse abgetrennt wird. Die wirklichen kulturellen Auseinandersetzungen werden daher von solcher Sichtweise disqualifiziert - ganz im Widerspruch zum Verständnis von Karl Marx selbst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Theodor W. [[Adorno]] sprach von einer Kulturindustrie, die in der Lage sei, das [[Bewusstsein]] der Menschen so zu &#039;&#039;verdinglichen&#039;&#039;, dass sie in der Abspeisung mit sinnentleerten Produkten zur Affirmation des Bestehenden vermittelst des &#039;&#039;Verblendungszusammenhangs&#039;&#039; ihrer Kulturerfahrungen gebracht würden. Seine &#039;&#039;Ästhetik&#039;&#039; wollte die hiergegen sensible Empfindung ansprechen und ihre Verwundung vermittelst [[kritischer Theorie]] und [[Kunst]] aufzeigen; seine &#039;&#039;[[Negative Dialektik]]&#039;&#039; wollte das [[Denken]] zu einen grundsätzlichen [[Zweifel]] gegen jede Totalität, gegen die totalitären Gedankenformationen der bürgerlichen Kultur und des etablierten Geistes befördern (Adorno: &#039;&#039;Das Ganze ist das Unwahre&#039;&#039;). Dies war die Grundlage der [[Kritischen Theorie]], welche sich unter anderem in der Studentenbewegung in aktiver Kulturkritik umsetzte (z.B. [[Antiautoritarismus]], Kunst als &#039;&#039;politische Aktion&#039;&#039;, Hochschulkritik). Von dieser [[Praxis]] jedoch distanzierte sich Adorno (besonders in der Auseinandersetzung mit Krahl) und verblieb als Theoretiker der Ästhetik zugleich theoretischer Ästhet. Seine ästhetische Kulturkritik erwies sich letztlich als klassische Kulturempfindung, die erkenntnistheoretisch unterlegt worden war. Als solche stellte sie sich gegen jede Unterhaltungskultur, z. B. auch gegen Jazz überhaupt, und verwarf die Probleme der Postmodernen durch Rückgriff auf die wahre Kunst, die zugleich Vorgriff sein sollte, denn es gäbe &#039;&#039;kein richtiges Leben im falschen&#039;&#039;. Sein kulturkritischer Ansatz war demnach eine dialektische Kulturtheologie.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neuere Ansätze: Vor allem die [[Frauenbewegung]] stellte kulturelle Konflikte auf eine neue Ebene: Die zwischenmenschlichen Beziehungen als subjektive wie objektive Unterwerfungskonflikte. Das Patriarchat wurde dafür als Kulturbegriff genommen, der in Entsprechung zum Kapital verwendet wurde: Verdingungsmacht. Was sich aus Geschlechtsrollen als Kulturkonflikte ergab, wurde allerdings mehr oder weniger direkt mit der leibhaftigen Geschlechtlichkeit der Menschen gleichgesetzt. Kulturkritik als Phänomen der Geschlechtlichkeit selbst wäre dann selbst wieder Wesensphilosophie. Es verbleibt demnach die Kulturkritik einer bestimmten Zwischenmenschlichkeit, die sich zugleich subjektiv wie objektiv in einer kritischen Begrifflichkeit erklären muss.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Postmoderne]] Ansätze der Kulturkritik entwickelten vor allem [[Jacques Derrida]] und [[Michel Foucault]]. Eigentlich nur auf Sprache bezogen entwickelte Derrida ein Verfahren der Herausstellung des implizit Verneinten, das als [[Dekonstruktion]] bezeichnet wurde. Nicht der Sinn oder Zweck eines Textes, einer Handlung, Architektur oder Kunst oder anderes war Gegenstand solcher Kritik, sondern das, was damit implizit nicht gesagt wurde bzw. nicht gemeint sein wollte. Es war ein Vorgehen der Kritik, die dem der Psychoanalyse ähnelte: Das Unbewusste sollte in seine Gegenwärtigkeit gebracht werden, um damit eine neue Gegenwärtigkeit zu bilden, welche als Kritk der alten praktisch wirksam ist. Auch Foucault verstand von daher Kulturkritik als Kritik der Selbstbegründung von Herrschaftsstrukturen, die weit über deren Ideologie hinausging und vor allem deren institutionelle Formationen und Anwendungen (z.B. in der Pharmakologie, Psychiatrie, Biotechnik) treffen sollte. Kulturkritik sollte sich als bloße Sensibilisierung der Selbstvergegenwärtigung forttragen, indem sie die Gewalten herrschender Kulturinstitutionen bloßstellt. Dies erbrachte zwar ein kritisches Lebensverständnis, aber keine wirklichen Entgegnungen zu den Herrschaftsformen. Diese begründeten sich nicht in ihrer Artikulation, sondern nach wie vor in ihrem Sinn und Zweck, welcher z.B. auch für ihre &#039;&#039;Opfer&#039;&#039; (z.B. den Insassen in psychiatrischen Anstalten) und Nutznießer (z.B. die Markterfolge der Genfoodproduzenten) mehr Bedeutung hatte, als deren Gestaltung überhaupt darzustellen vermag. Die damit erhoffte Wirkung kann man heute als gescheitert ansehen - nicht weil sie intellektuel falsch wäre, sondern weil sie am Umfang der Kulturproblematik vorbei ging.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der hier vorgestellte Ansatz der Kulturkritik hat sich einerseits aus der Analyse des deutschen [[Faschismus]] und andererseits als Kritik an der [[globalen]] Politik mit Kultur entwickelt. Er begreift die Kulturalisation der Wahrnehmung und Selbstwahrnehmung als Grundlage politischer Vermittlung, deren Wirkung darin subjektiv wie obbjektiv zugleich ist und die Menschen hierdurch in ihrem Erkenntnisvermögen zu entkernen sucht. Politische Wahrnehmungen werden auf diese Weise als Selbstwahrnehmung installiert, indem die negativen und bedrohlichen Gefühle in der Weltwahrnehmung unmittelbar als Selbstgefühle der Kultivation gewendet erscheinen, in welchen sie sich aufheben. Kulturkritik bezieht sich von daher auf politische Ästhetik. Er hat im Unterschied zu Adorno keine identitätsphilosophische sondern eine wirkliche Substanz. Z.B. wird Samuel [[Huntingtons]] Buch vom [[Kampf der Kulturen]]) eine Gefahr für die menschliche Zivilisation (Clash of Civilizations) durch den Machtkampf um die Vorherschaft einer Kultur begründet. Es handelt sich bei diesem Buch um eine Auftragsarbeit für einen amerikanischen Thinktank, bei dem sich auch die US-Regierung bedient. Der wissenschaftliche Gehalt des Buches wird vielfach bestreitet und lässt sich auf eine sehr simple, aber massiv aufgetragene Schlussfolgerung reduzieren: Kulturen seien durch Religionen bestimmt; die zivilisierteste Religion sei das Christentum, die NATO sei die einzige für das Christentum relevante Verteidigungsmacht; der Kampf der Kulturen um die weltpolitische Vorschaft sei zwangsläufig und müsse in den nationalpolitischen Machtkonzepte enthalten sein. Dieses Werk ist inzwischen die Standardargumentation der [[Neocon]] für ihre Weltordnungskriege (Achse des [[Bösen]]). Hinter solcher Politik stecken ökonomische Interessen, die sich als Kulturnotwendigkeit darzustellen und durchzusetzen versuchen, um dem zunehmenden Terrorismus eine rein religiöse, also kulturelle Begründungen zuzuweisen (siehe hierzu &#039;&#039;Die politische Kultur des Terrors&#039;&#039;). Dem entspricht zugleich die Ökonomisierung der Kulturen und der Staaten, wie sie durch die Globalisierung des Kapitals zum Zweck der Optimierung von Verwertungslagen betrieben wird. Die weltweiten [[Krisen]] der Kapitalverwertung verlangen nach weiterer Funktionalisierung von [[Arbeit]] und [[Konsum]] zu deren Lösung. Die Kapitalmanager sehen diese in einer Kultur des &#039;&#039;[[Tittytainments]]&#039;&#039;, worin die Menschen als stumpfe Konsumenten und Freizeitjobber - im Prinzip als [[Süchtige]] und Arbeitstiere - angesehen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kulturkritik wird mit der Kritik solcher Entwicklungen unmittelbar auch zu einer [[Kritik der politischen Ökonomie]], wie sie sich in den [[Wahrnehmungen]] und [[Selbstwahrnehmungen]] der Menschen niederschlägt. Von daher werden die bisherigen Grundlagen linker Kulturkritik vertieft und von ihrem zum Teil konservativen Gehalt befreit. Diese Kulturkritik versteht sich als [[&#039;&#039;Kritik der politischen Ästhetik&#039;&#039;]] und arbeitet den [[globalen]] [[Kapitalismus]] als [[Identität]]sverlust des menschlichen [[Lebens]] heraus, wie er sich sowohl individuell, als auch gesellschaftlich in der Kultur der [[Zwischenmenschlichkeit]] herausstellt. Sie begreift die Menschen in einem Widerspruch ihres Erkenntnisvermögens, welcher sich in der politischen Vermittlung von dem vollzieht, was ihre Selbstwahrnehmungen in der Entfremdung von dem, was sie wahr haben, entfalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kulturkritik erbringt in diesem Sinne eine Unterscheidung von menschlicher und politischen Existenz von Kultur, nicht als Abweisung von Kultur, sondern als das Auffassen ihrer politischen [[Substanz]], also dem, was sie in einer [[Gesellschaft]] selbständig und mächtig macht (siehe [[Kritik der politischen Kultur]]). Indem die politische Kultur kritisiert wird, wird ihre Formbestimmtheit von ihrem menschlichen Gehalt unterschieden. In der Kulturkritik wird also Kultur vermenschlicht, indem ihre Entfremdung vom Menschen objektiv aufgegriffen und als [[Notwendigkeit]] einer dem Menschen fremden [[Objektivität]] vorgestellt wird. Dies kann durch praktische [[Erkenntnis]] von Lebenszusammenhängen in der herrschenden Kultur geschehen, deren Erschließung angegangen wird, oder auch in Form von Kunst- und [[Ideologiekritik]], der Kritik von [[Lebenswerten]], die sich hierauf beziehen. Meist wird beides in einem nötig sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kulturkritik bezieht sich nicht einfach auf eine kulturelle [[Ideologie]], sondern als [[Kritik der politischen Ästhetik]] auch auf deren Realität (siehe [[Realabstraktion]]). Als solche befasst sie sich mit der [[Ästhetik]] der [[wahrgehabten]] [[Gegebenheiten]], mit der Welt der [[Gefühle]]. Hier ist sie die Kritik an deren Privatform, am Raub ihrer [[Schönheit]] (siehe [[Einverleibung]]), der Vorherrschaft der [[Selbstgefühle]]. Sie richtet sich daher besonders gegen die Privatformen gesellschaftlicher [[Wahrnehmung]], gegen die Beherrschung menschlicher [[Geschichte]], gegen [[reaktionäres Bewusstsein]] und die [[Mythologisierung]] menschenfeindlicher Lebensverhältnisse zu einer Überhöhung, zur Denaturierung und Deformation menschlicher [[Liebe]] als Selbstverliebtheit des personifizierten Menschen (siehe hierzu die [[Privatperson]]), als [[Selbstbehauptung]] menschlicher Natur (siehe hierzu auch [[Rassismus]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kulturkritik positioniert sich von daher im politischen Streit sowohl ideologiekritisch - z. B. gegen linksideologisch begründete Egozentrik (Sensibilismus), gegen den Liberalismus der Austauschbarkeit ([[Flexibilität]]) und gegen alle Formen rechter Kulturkritik ([[Nationalismus]], [[Rassismus]]) - als auch gesellschaftskritisch. Gesellschaftskritisch verhält sie sich zu den wirklichen kulturellen Problemen der Menschen. Ihre [[Ideologie]]kritik bezieht sich aber vornehmlich auf theoretische Positionen, welche in [[subjektiver]] Form [[objektiv]] auf die Menschen reflektieren und somit einen [[Begriff]] von politischer &#039;&#039;Menschlichkeit&#039;&#039; etablieren, die als Ethik des absoluten Seins einer absoluten [[Ethik]] dienlich ist, bzw. als [[Moral]] des [[Übermensch]]lichen zur [[Gesinnung]] von menschlicher Subjektivität gemacht wird. Alle ideologischen Kulturbegriffe sind Ausdruck eines [[politischen Nominalismus]] der [[Natur]]verherrlichung und derer [[Esoterik]], die als Maß der menschlichen [[Natur]] und des Menschseins gilt. Notwendig wird dieses Maß [[rassistisch]], sobald es [[politisch]] gedacht und angewendet wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Linke Kulturkritik setzt also an der Kritik der Politik mit Kultur an und gründet auf der inneren Entwicklung von Kultur an ihrem existenziellen Zusammenhang (siehe [[Warentausch]] bzw. [[Warenfetischismus]]) an, wo sie durch politische Kultur reaktionär wird. Linke Kulturkritik weiß den Menschen objektiv als sich vergegenständlichendes gesellschaftliches Wesen, das nur an seinem Gegenstand gebrochen werden kann, wenn es politisch in seiner Entfaltung bedrängt und daher [[formbestimmt]] wird. Der Begriff menschlicher Entfaltung ist der [[Reichtum]] an menschlicher Lebensäußerung.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Wolfram</name></author>
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		<id>https://kulturkritik.net/mediawiki/index.php?title=Abstraktionskraft&amp;diff=11563</id>
		<title>Abstraktionskraft</title>
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		<updated>2026-05-26T06:42:32Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Wolfram: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;Für den ausgehungerten Menschen existiert nicht die menschliche Form der Speise, sondern nur ihr abstraktes Dasein als Speise; ebenso gut könnte sie in rohster Form vorliegen, und es ist nicht zu sagen, wodurch sich diese Nahrungstätigkeit von der tierischen Nahrungstätigkeit unterscheidet. ... Die Vergegenständlichung des menschlichen Wesens, sowohl in theoretischer als praktischer Hinsicht, gehört dazu, sowohl um die Sinne des Menschen menschlich zu machen als um für den ganzen Reichtum des menschlichen und natürlichen Wesens entsprechenden menschlichen Sinn zu schaffen. [[(MEW 40 S. 542).]]&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im [[Widerspruch]] wird der [[Inhalt]] seiner [[Form]] aufgehoben. Doch wo der [[Inhalt]] darin nicht aufgehoben ist (siehe [[Aufhebung]]), da herrscht durch die bloße [[Anwesenheit]] eines Nichtsein [[Nichtung]] die [[Kraft]] seiner [[existenziellen]] [[Aufgehobenheit]], durch seine [[Abstraktionskraft]] also die [[Kraft]] einer wesentlichen [[Aufhebung]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den Verhältnissen der Selbstgefühlen entsteht ein Kampf um das dominierende, das [[prominente]] [[Selbstgefühl]], das diurch swine Abstraktionskraft in der Lage ist, eine Macht ihrer psychischen Beziehungen einzustimmen (siehe Kult) und das vor allem durch den Mehrwert ihrer persönlichen Repräsentanz über die Empfindungen herscht. Es entwickelt sich durch die Erzeugung von Minderwertigkeiten (siehe auch [[Minderwertigkeitsgefühl]]) seine [[Not]] nicht [[erkennen]] kann oder [[will]] (siehe auch [[Dummheit]]), tötet das [[Leben]] seiner Empfindungen, den wesentlichen Momenten ihrer [[Wahrnehmungsidentität]]. Abstraktionskraft ist die [[Kraft]] einer [[Not]], die sich gegen sich selbst wendet (siehe [[Notwendigkeit]]), weil sie in der [[Tautologie]] ihrer [[Widersinnigkeit]] (siehe [[Widerspruch]]) ihre [[Not]], ihre in der [[Not]] verbliebene [[Substanz]] aufgezehrt, sich selbst genichtet (siehe [[Nichtung]]), sich selbst abgetötet (siehe [[tote Wahrnehmung]]) und sich deshalb gegen ihre eigene [[Notwendigkeit]], sich gegen sich selbst verloren hat (siehe auch [[Selbstverlust]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wo die [[Lebensverhältnisse]] der Menschen nur noch durch ihre [[Anwesenheit]] bestimmt sind, wo sich ihre [[Selbstwahrnehmung]] nur noch auf einen [[abstrakt menschlichen Sinn]] oder eine [[abstrakt menschliche Arbeit]] [[reduzieren]] kann, verkehrt sich ihr Inhalt unmittelbar im Gemenge ihrer Form, worin sie über ihren Grund hinwegtäuscht. Weil sie darin sich überhaupt nur noch in einer leeren [[Zwischenmenschlichkeit]] oder Arbeit [[verwirklichen]] kann (siehe [[Begriffsssubstanz]]), wird sie auch nur auf eine [[abstrakte Allgemeinheit]] ihrer [[Beziehungen]] [[reduziert]], die ihre [[Masse]] durch die [[Dichte]] ihrer Wirklichkeit bestärkt und [[quantifiziert]] (siehe [[Begriffsgröße]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Abstraktionskraft entsteht mit dem Ende einer [[lebendigen]] [[Dialektik]], mit ihrem [[Tod]], der nur noch der [[Form]] nach ihre [[Energie]] als [[Trieb]] einer [[Nichtung]] ihrer sinnlichen Gewissheit darstellt (siehe z.B. [[Tote Arbeit]], [[tote Wahrnehmung]]). Weil sie in ihrem [[Anderssein]] keine [[Entwicklung]], keine Veränderung, keine [[Not wendende]] [[Position]] finden konnte bestimmt sie die Verdopplung ihrer [[Form]] zu einer [[allgemeinen]] [[Formbestimmung]], [[negiert]], [[isoliert]] und [[totalisiert]] ihren [[Inhalt]] (siehe z.B. [[Todestrieb]]). In der [[Masse]] vereinigt sich die ausgeschlossene und also [[ausschließliche]] [[Kraft]] der [[Menge]] im Maß der [[Dichte]] ihrer [[Ungewissheit]], der [[Gegenwärtigkeit]] bzw. [[Anwesenheit]] ihrer [[abstrakten]] [[Elemente]] ihrer [[Begriffssubstanz]], die ihren [[pervertierten]] [[Sinn]] in der eigenständigen [[Energie]] ihrer [[Masse]] findet und als diese auch [[empfindet]] - bzw. ihre [[Wirkung]] auf sich sucht (siehe auch [[Sucht]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Masse]] ist die Beschreibung einer unbestimmten [[Quantität]] des [[Materials]] ihrer [[Beziehungen]], die Vermengung von Vielem durch ihre [[Verallgemeinerung]] in einem [[bestimmung]]slosen Zusammengehen unterschiedlichster [[Qualitäten]], die nur durch ihre [[Dichte]] über eine [[Kraft]] ihrer [[Wirklichkeit]] verfügen. Vieles wird auf diese Weise zu einem Gemenge wie etwas [[Ganzes]], das nichts [[Ganzes]] zum [[Inhalt]] hat, sondern gerade hiervon [[abstrahiert]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So bekommt jede [[Masse]] eine eigene [[Substanz]] durch die [[Form]] ihrer [[abstrakten]] [[Beziehungen]], die als [[Formbestimmung]] durch die [[Abstraktionskraft]] ihrer [[Begriffsssubstanz]] sich aus ihrer bloßen [[Masse]] mit einer unbestimmten [[Kraft]] aufdrängt (siehe [[Begriffsgröße]]), die dadurch leicht &#039;&#039;von Sinnen&#039;&#039; ist und sich zu einer inneren Gewalt [[verselbständigt]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Abstraktionskraft treibt nach [[fremdem]] [[Inhalt]], welcher die [[Nichtung]] einer abgebrochenen [[Beziehung]] füllen kann, weil er sein [[veräußertes]] [[Anderssein]] durch seine Besonderheit[[täuscht]], durch die [[Verkehrung]] ihres besonderen [[Inhalts]] einer ihr äußerlichen allgemeinen [[Form]] folgt (siehe z.B. [[Wertform]]), von daher nur in der [[Form]] folgerichtig [[vermittelt]] ist (siehe z.B. [[Fetisch]]). Sie entsteht im [[abstrakt]] [[Allgemeinen]], das in der [[Masse]] der [[Abstraktionen]] aus den [[Widersprüchen]] des [[Daseins]] ihrer [[Inhalte]] diese zu ihrer bloßen [[Form]] [[verkehrt]] hat und als [[Kraft]] ihrer [[Negation]] bewahrt. Darin wirken ihre [[veräußerten]] [[Inhalte]] als [[Substanz]] einer [[Kraft]] ihrer entleerten [[Form]], die sich in ihrer Form zu deren Bestimmung (siehe [[Formbestimmung]]) aufsummiert und [[verselbständigt]]. Diese [[Verselbständigung]] formuliert schließlich die von ihren [[Inhalten]] entleerte [[Substanz]] einer [[allgemeinen]] [[Beziehung]] als eine besondere freigestellte [[Form]] (siehe z.B. [[Wertform]]), die nurmehr deren [[abwesende]] [[Kraft]] als [[Trieb]] ihrer [[Veräußerung]] [[verkörpert]] und als [[Angst]] um das [[Abwesende]] der [[Wahrnehmung]] bestimmt (siehe [[Körperfetischismus]]), was die [[Angst]] des [[Entäußerten]] [[praktisch]] durch die [[Entfremdung]] von ihrem [[wahren]] [[Sein]] betreibt. So entsteht das [[notwendige]] [[Bedürfnis]] aus ihrem [[ganzen]] [[Sein]] das gebrochene [[Ganze]] in einer [[allgemeinen Form]] zu beschaffen, um dem [[Gefühl]] eines totalen [[Unheils]] zu entkommen (siehe hierzu auch [[heile Welt]]). Doch das [[entwirklicht]] die [[Wahrnehmung]] überhaupt, denn die betreibt das leere [[Sein]] durch ihre [[Kraft]] im äußeren [[Sein]], im [[Sein]] außer sich, als [[Kraft]] der [[Negation]] im reinen [[Anderssein]], als das [[Sein]] ihrer [[Nichtung]] aus einem ihr [[äußerlich]] bestimmten[[Dasein]], – das heißt: durch ihr [[Nichtsein]], also im [[Nichts]] ihrer [[Anwesenheit]] [[bestimmt]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese [[Nichtung]] bestimmt daher die reine [[Form]] ihrer [[Negation]] und bezieht eine erneuerte [[Anwesenheit]] durch die [[Reduktion]] ihrer [[Wahrheit]], indem sie sich darin in ihrer leeren Beziehung als [[allgemeine Form]] für sich bewahrt, ihre Regungen als bloße Erregung, als Gefühl für sich durch sich bewährt (siehe z.B. auch [[allgemeine Wertform]]). In [[abstrakten]] [[Beziehungen]] [[erscheint]] die [[Menge]] von ihrem [[Inhalt]] [[getrennt]] als eine [[negative]] [[Masse]] ihrer [[Subsztanz]], die ihre [[Qualität]] von ihrer [[Form]] abgespalten hat. Ihre [[inhaltche]] [[Macht]] wird hierbei in sich [[entzweit]] in das [[Anwesende]] und [[Abwesende]] seines [[Daseins]]. Dieses selbst wird zu einer [[verselbständigten]] [[Form]] einer [[Nichtung]] ihres [[Wesens]]. Das setzt sich daher als bloße [[Nichtung]] in einer [[Form]] seiner [[Negation]] durch, die [[inhaltlich]] [[abstrakt]], also unbestimmt ist und daher ihre [[Formbestimmung]] immer allmächtiger werden lässt (siehe hierzu auch [[Kapital]]), weil das, was [[abwesnd]] ist als eine negative Substanz im [[Ganzen]] ihrer im Allgemeinen abstrakt gewordenen [[Form]] wie eine leere [[Anwesenheit]] wirk. Man sagt dazu schlicht: &#039;&#039;The Winner takes it all!&#039;&#039; (siehe auch [[Geld]])&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wo das [[Einzelne]] nicht im [[Allgemeinen]] aufgeht weil es von ihm abgesehen wird (siehe [[Abstraktion]]), wo es also durch eine [[allgemeine]] [[Absicht]] [[getrennt]] und [[ausgeschlossen]] ist, wird das [[Allgemeine]] zum [[abstrakt Allgemeinen]] (siehe [[Norm]]). Es wird zu einer [[allgemeinen]] [[Bestimmung]] gegen das [[Einzelne]] und wird darin ganz einfach in einem [[abstrakt allgemeinen]] [[Dasein]] &#039;&#039;verschluckt&#039;&#039;, indem es ihrem bloßen [[Sein]] durch die [[Verallgemeinerung]] seiner [[Abstraktion]] die [[Kraft]] seiner [[wirklichen]] Lebenszusammenhänge nimmt. Wo sie wahr ist erschließt die Abstraktion in ihrer Allgemeinheit die [[Substanz]] ihrer [[Begrifflichkeit]] (siehe hierzu [[Begriffssubstanz]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Umgekehrt gilt dies auch für Verluste (siehe z.B. [[Selbstverlust]]): In jeder derart [[akkumulierten]] [[Abstraktion]] erzeugen die [[Schmerzen]] der [[abgeschiedenen]] [[Nichtungen]] eine [[Kraft]] der [[Negation]], die [[substanziell]] nur die [[Nichtung]] ihrer [[Substanz]] darstellen und [[antreiben]] kann (siehe z.B. [[Todestrieb]]). Von da her ist die Abstraktionskraft eine [[Kraft]], die von einem [[abwesenden]] [[Wesen]] betrieben wird (siehe auch [[Form]]). Ein [[Ganzes]] ist der Zusammenhang seiner [[Teile]], der [[Eigenschaften]] seiner [[Verhältnisse]]. Weil das [[Einzelne]] im Jenseits seiner [[Beziehungen]] nur [[zufällig]] da zu sein scheint, weil es da und dort in [[Wahrheit]] noch [[beliebig]], also nach dem Belieben irgendwelcher [[Wesen]] [[da ist]], hat es sein [[subjektives]] [[Wesen]] noch außer sich. Und was [[abwesend]] ist, das zieht das an, was ihm im [[Verhalten]] zu einer ganzen [[Gegenwärtigkeit]] fehlt (siehe auch [[Fetisch]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der [[Abstraktion]] eines [[allen gemeinen]] [[Verhältnisses]] treibt es durch sein [[abstrakt allgemeines]] [[Wesen]] zur [[Totalität]] seiner [[Form]] (siehe [[Beziehung]]). Im [[Betrieb]] [[abstrakter]] [[Verhältnisse]] entsteht ein [[Trieb]] der [[Ohnmacht]], für die jede [[Macht]] übermächtig [[erscheint]], weil darin ein [[abstrakter]] Zusammenhang wie eine [[fremde Kraft]] wirkt (siehe [[Trieb]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Abstraktionskraft wird meist personifiziert begriffen als [[Fähigkeit]] einer [[Abstraktion]] des [[Denkens]] (siehe [[Gedankenabstraktion]]). Doch ein Gedanke kann nur Kraft enthalten, wenn er seine [[Wahrheit]] in ihrer [[Wirkung]] und [[Wirklichkeit]] erfährt, wenn er dort das [[materialisierte]] Streben einer [[Realabstraktion]], das Treiben eines [[abwesenden]] [[Wesens]] im bloßen [[Dasein]] der [[Masse]] [[erkennt]], den [[Trieb]] der [[Formbestimmung]] einer [[Masse]] als [[Verallgemeinerung]] einer [[prominenten]] [[Abstraktion]] beschreibt (siehe [[abstrakt Allgemeines]]). Diese ist durch ein [[abwesendes]] [[Wesen]] [[ermächtigt]] jeden [[Inhalt]] sich [[einzuverleiben]], der ihr [[substanziell]] zukommt (siehe [[abstrakt menschliche Arbeit]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Vakuum gilt alles gleich, soweit es als [[stoffliche]] [[Tatsache]] einfach nur [[da ist]] (siehe [[Dasein]]). So ihr Inhalt auch in seiner [[Nichtung]] zu einem [[Inhalt]] seiner [[gleichgültig]] gewordenen [[stofflichen]] [[Elemente]], die allein schon durch das [[Format]] ihres [[Daseins]] in der Lage sind, eine [[Negation]] zu [[verwirklichen]] und ihnen damit eine [[positive]] Zuwendung durch ihre bloße [[Form]] zu [[vermitteln]], ihre [[abwesenden]] [[Inhalte]] in einen [[allgemein]] [[gleich geltenden]] [[Sinn]] zu bewahren. So [[ermächtigt]] sich ihre bloße [[Substanz]] als [[abstrakt Allgemeines]] gegen ihre im [[Gemenge]] ihrer [[Einzelheiten]] verbliebene [[Anwesenheit]]. Durch diese [[mächtig]] gewordene [[Gleichgültigkeit]] [[verhält]] diese sich gegen ihre [[Inhalte]] als reine Daseinsform, als bloße [[Tatsache]] des [[Soseins]], worin sich das [[Verhältnis]] der [[Inhalte]] zu ihrer [[Form]] durch ihre [[Formbestimmung]] nur in seiner [[verkehrung]] [[entwickeln]] kann (siehe hierzu auch [[Fetischismus]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine [[Abstraktionskraft]] ist die [[Wirkung]] einer [[entäußerten]] [[Beziehung]]. Sie entsteht im [[Trieb]] ihres Unfriedens in einer unbefriedigten [[Beziehung]], die sich [[sinnlich]] [[verselbständigt]] hat, die also gewalttätig wird, wo und weil sie [[unsinnig]] geworden, wo sie [[substanziell]] außer sich geraten ist und im [[Trieb]] ihrer [[wesentliche]] [[Lebensäußerung]] entstellt und in ihrer Entstellung entstellt sit, die sie [[verrückt]] macht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weil eine Abstraktion nur für sich, nur [[privat]] existieren kann, weil [[Nichts]] nicht durch sich [[Sein]] kann, sich also in [[Wahrheit]] nur im [[verhalten]] für sich in seiner [[Vereinzelung]] durch sich auf sich als das zurück kommt, was es nicht ist (siehe [[Selbstwert]]). Wo es also auf sich nur durch seine [[Nichtung]] auf sich zurückfallen kann, [[ermächtigt]] sich sein [[abwesendes]] [[Wesen]] zu einem [[Wesen]] im [[Allgemeinen]] (siehe [[Allgemeinwesen]] ), im Jenseits seiner [[Sinnlichen Gewissheit]]. In der [[Verallgemeinerung]] setzt sich die [[Masse]] durch. Es entsteht eine [[mächtige]] [[Allgemeinheit]] durch die im [[Form]] von dem, was seinen [[unmittelbaren]] [[Sinn]] verloren, in seiner [[verallgemeinerten]] [[Negation]] nur noch im [[Nichts]] hat und dadurch herrscht, dass er nicht [[wirklich]] [[wahr]] sein kann (siehe [[Nichts]]), dass es [[negiert]] worauf es gründet, dass sein Grund also durch die [[Negation]] in seiner [[abstrakt allgemeinen]] [[Substanz]] über seine [[Abstraktionskraft]] sich [[verkehrt]] und über seine [[Einzelheit]] allgemein wird. [[Gesellschaft]] wird so zum [[Wesen]] einer Fiktion (siehe [[Fetischismus]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dem [[phänomenologischen]] [[Denken]] und den ihm verwandten [[Begriffsbildungen]] der [[bürgerlichen Wissenschaften]] (siehe z.B. [[Strukturalismus]], [[Positivismus]], [[Pragmatismus]], [[Idealismus]], [[Systemtheorie]]) ist es [[gänzlich]] [[fremd]], wie und warum eine Welt, die sich rein [[ontologisch]] [[verstanden]] durch das [[Leben]] der Menschen und ihrer [[Lebensverhältnisse]] (siehe [[Gesellschaft]]) in ein Herrschaftsverhältnis [[verkehren]] kann, wie und warum &#039;&#039;die weltliche Grundlage sich von sich selbst abhebt&#039;&#039; und mit sich selbst in einen [[Widerspruch]] geraten kann. Und natürlich erscheint sie sich durch das Unvermögen solcher Begrifflichkeiten unabänderlich, also durch ein den Menschen [[äußerlich]] verbliebenes, also [[fremdes]] [[Wesen]] auf [[ewig]] [[bestimmt]]. Erst mit einem [[materialistische]] [[Begriff]] der [[Entfremdung]] (siehe [[historischer Materialismus]]) lässt sich darlegen, wie und warum es [[Verselbständigungen]] [[allgemeiner]] [[Beziehungen]] und Verbindlichkeiten zu einer [[abstrakt allgemeinen]] [[Wesenheit]] und [[Macht]] durch ihre bloße [[Anwesenheit]], durch ihrer [[Vergegenwärtigung]] gekehrt werden können. Dies ist die [[wesentliche]] [[Erkenntnis]] einer gigantischen [[Täuschung]], einer [[Verkehrung]] von [[Form]] und [[Inhalt]] abstrakter Verhältnisse, die diese Umkehr darstellen und substanziell erkennbar macht, also den blanken &#039;&#039;Rest&#039;&#039; (siehe [[Abstraktionskraft]]) [[widersprüchlicher]] [[Beziehungen]] aufdecken und durch die [[Macht]] eines konkreten gesellschaftlichen Wesens der [[Ohnmacht]] veränderbar machen können, wenn die [[abstrakte]] [[Substanz]] mit ihren [[wirklichen]] [[Inhalten]] [[begreifbar]] werden, das [[Verkehrte]] selbst als [[Sinn]] und [[Zweck]] der Umkehrung der herrschenden [[Wirklichkeit]] der [[abstrakt]] verbliebenen gesellschaftlichen Verhältnisse (siehe [[Realabstraktion]]), als Inhalte einer [[Revolution]] des [[gesellschaftlichen]] [[Wesens]] der menschlichen [[Geschichte]] [[erkannt]] sind (siehe z.B. hierzu auch [[Arbeiterbewegung]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im [[abstrakten]] [[Verhältnis]] werden [[Inhalte]] durch ihre [[Widersprüche]] [[aufgehoben]], dem [[Inhalt]] nach also [[nichtig]]. Die [[Substanz]] einer verlorenen [[Beziehung]] verlangt nach aber nach einer [[unbedingten]] [[Inhaltlichkeit]] ihrer [[abwesenden]] [[Gewissheit]], Abstraktionskraft ist die [[Kraft]] einer [[verselbständigten]] [[Negation]] in einem [[widersprüchlichen]] [[Lebensverhältnis]]. Im [[Allgemeinen]] einer [[Abstraktion]] verbleiben die [[Einzelheiten]] in ihrer bloßen [[Masse]] als [[Kraft]] einer [[inhaltlich]] entleerten [[Substanz]]. Die [[Abstraktionskraft]] der Masse konzentriert sich in einer Gewalt ihrer [[abwesenden]] [[Inhalte]] und wid zu einer Gewalt ihrer [[Nichtigkeit]] bis hin zu ihrer [[totalen]] [[Nichtung]] durch ihre [[Vernichtung]]. Von da her werden mit zunehmender Masse ihre bestimmten Inhalte immer [[gleichgültiger]] und die [[Relationen]] ihrer [[qualitativen]] [[Inhalte]] unterrepräseniert, das Verlangen nach einer überrepräsentativen [[Ganzheit]] wird dadurch brutalisiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Abstraktionskraft stellt sich also die [[Substanz]] einer [[widersprüchlichen]] [[Identität]] als eine von ihren [[Inhalten]] freigestellte [[Substanz]] (siehe z.B. auch [[Wertsubstanz]] des [[Geldes]]), als reine [[Substanz]] einer [[verselbständigten]] [[Begriffsgröße]] der [[abwesenden]] [[Inhalte]] ihrer [[Begriffssubstanz]] als reine [[Energie]] – z.B. als [[abstrakt menschlicher Sinn]] – dar (siehe [[Trieb]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der [[Gegensätzlichkeit]] einer [[widersprüchlichen]] [[Entwicklung]] ergibt sich eine [[Beziehung]] allein über ihre [[substanzielle]] [[Identität]] in der [[Einheit]] ihrer [[Gegensätze]]. Darin [[verhält]] sich allerdings nur ihre [[Form]] zu ihren [[Inhalten]] als [[Formbestimmung]] ihrer [[Veränderung]], die ihr [[äußerlich]] verblieben ist, weil sie darin [[veräußert]] und zugleich [[entäußert]] – also doppelt außer sich – geraten sind und in dieser [[Form]] als selbständige [[Negation]] außer ihrem [[Inhalt]] geraten sind. Es hat sich hieraus eine [[Kraft]] aus den [[negierten]] [[Inhalten]] ergeben, von denen die [[Form]] selbst [[abstrahiert]] und als [[Formbestimmung]] ihrer [[Abstraktion]] zum [[Inhalt]] der [[Triebkraft]] eines [[abstrakt Allgemeinen]] [[Antrieb]] wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;Der konkrete Inhalt, die wirkliche Bestimmung, erscheint als formell; die ganz abstrakte Formbestimmung erscheint als der konkrete Inhalt.[[(MEW 1, Seite 216)]]&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn ein [[Wesen]] keinen Inhalt hat, wenn es ohne [[Form]] nur [[abwesend]] ist, weil seine [[Inhalte]] nicht durch sich sind, sich also nur durch die [[Form]] ihrer [[Natur]], als [[Naturalform]] für sich [[verwirklichen]] können, sind sie in [[Wahrheit]] ohne [[Wirkung]], also [[entwirklicht]] (siehe z.B. [[Tauschwert]]). Wo eine [[Form]] sich als [[Form]] für sich hernehmen muss, sich selbst nur aus ihrem [[Dasein]] reflektieren kann, da bestärkt sie sich gegen ihren [[Inhalt]] (siehe z.B. [[Wert]]). Und weil sie dann für sich [[ohnmächtig]] ist und sich nur außer sich in einer [[negierten Identität]] begründen kann, entsteht mit ihrer [[Verallgemeinerung]] eine verdoppelte [[Wirkung]]: eine inhaltslose [[Form]] eines [[veräußerten]] und also [[nichtig]] gewordenen [[Inhalts]] (siehe [[Entäußerung]]). Diese wird durch deren [[negative Identität]] gegen deren [[Inhalt]]e [[mächtig]], zur [[Formbestimmung]] ihrer [[Inhalte]], die ihr [[wesentlich]] fremd geworden, aber immer noch – wenn auch nur [[tatsächlich]] – da sind (siehe [[Dasein]]), und also nur eine [[abstrakte]] [[Wirkung]] haben, nach der sie treiben (siehe [[Trieb]]), weil sie die [[ausschließliche]] [[Wirkkraft]] ihrer [[Abstraktion]] inne hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wo ein organischer Lebenszusammenhang zerteilt, in sich selbst [[getrennt]] wird (siehe [[Teilung der Arbeit]]), gewinnt das in der [[Abstraktion]] [[abwesende]] [[Sein]] [[Macht]] über das [[Dasein]]. Im Mangel entsteht ein Verlust an dessen konkreter und bestimmender [[Substanz]]. In der bloßen [[Tatsächlichkeit]] ihrer [[Existenz]] herrscht eine [[Ohnmacht]] im [[Dasein]] der abgetrennten und also nurmehr [[abstrakt]] [[gegenwärtigen]] [[Wirklichkeit]], eine [[Nichtung]] dessen, was ihren Zusammenhang bestimmt (siehe [[Negation]]), eine [[Kraft]] der [[abwesenden]] [[Substanz]] aus der [[Reduktion]] im Organismus des [[Ganzen]], das sich in der [[Kraft]] seiner [[nichtig]] gewordenen [[Inhalte]], durch die in ihrem [[Nichts]], durch ihre [[nichtig]] gewordenen [[Inhalthaltlichkeit]] in ihrer [[Form]] gegen sein organisches [[Dasein]] [[bestimmt]], zu einer [[Formbestimmung]] seiner [[Beziehungen]] wird. Ein [[Ganzes]] ist der Zusammenhang vieler [[Elemente]] eines [[eigenen]] [[Wesens]], die Gesamtheit der [[Eigenschaften]] seiner vielfältigen [[Beziehungen]]. Ihre [[Kraft]] wird zur [[Abstraktionskraft]], zu einer [[Kraft]] der [[Negation]], die dem entspringt, was in der [[positiven]] [[Wirklichkeit]] nicht ist, die [[Energie]] von dem, was durch deren [[Positionen]] [[aufgehoben]] ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Abstraktionskraft]] wird von der [[substanzielle]] [[Not]] einer [[Getrenntheit]] angetrieben. Sie ist die [[Kraft]] einer [[Nichtung]], also das, was ohnedies in [[Wahrheit]] als leere [[Form]] einer [[abwesenden]] [[Substanz]], also für sich rein [[Nichts]] wäre. Doch dieses hat nicht nur eine Vergangenheit, sondern auch eine [[abstrakte]] [[Bestimmtheit]] durch sich, durch die [[Tatsache]] seiner [[Existenz]]. In einer [[wirklichen]] [[Geschichte]] verhalten sich ihre [[Inhalte]] in den [[Formen]] ihrer [[Existenz]]. Und sie [[beziehen]] sich auf sich als über die [[Form]] ihrer [[Inhalte]] vermittelt (siehe [[historischer Materialismus]]). Dialektik reflektiert einen [[geschichtlichen]] Bruch, einen Abbruch [[inhaltlicher]] [[Beziehungen]] in deren [[Formationen]] als [[Verhältnisae]] einer in sich [[getrennten]] [[Ganzheit]], als [[Beziehungen]] in einem [[Ganzen]] der voneinander [[isolierten]] [[Teile]], die ihren Zusammenhang nur außer sich haben können. Aus der [[Wesensnot]] ihrer hierdurch ungewissen und also [[abstrakt]] gewordenen [[Beziehung]] heraus, in der [[Not]] ihres Mangels, in der [[Notwendigkeit]] einer [[abstrakt]] gewordenen, einer von ihrem Gewordensein und Werden [[getrennt]] [[begründeten]] [[Beziehung]] müssen sie ihren Zusammenhang aus ihrer Ungewissheit durch die [[Entfremdung]] von ihrer [[Existenzform]] finden und verbleiben als [[Macht]] und [[Energie]] einer durch die [[Substanz]] ihrer [[Veräußerlichug]] vermittelte [[Form]] als eine ihr [[äußerliche]] [[Formbestimmung]] – z. B. als [[astrakt menschliche Arbeit]] – [[wirksam]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weil also das Abstrakte von seiner [[Natur]] [[getrennt]] ist kann [[natürlich]] ein Nichts als solches nichts [[Wirkliches]] sein. Es ist das rein [[Abwesende]], das durch seine in Nichts [[aufgehobene]] und aufbewahrte [[Substanz]] ein unermessliches Verlangen nach Allem hat, was aus seiner [[Trennung]] von allen [[Beziehungen]] verbleibt. Im Vakuum seiner Bezogenheiten wirkt es rein [[negativ]] als [[Abstraktionskraft]], die als eine [[negative]] [[Kraft]] das [[abwesende]] [[Wesen]] ihrer [[geschichtlichen]] [[Beziehung]] enthält. Sie [[verkörpert]] in ihrer [[Unwirklichkeit]], was von ihr in völliger Beziehungslosigkeit, in der [[Gleichgültigkeit]] gegen ihren [[Inhalt]] als bloß [[allgemeine]] [[Tatsache]] verblieben ist (siehe auch [[abstrakt Allgemeines]]). Aber dies kann nur eine [[unwirkliche]] [[Wahrheit]] sein. Es ist als die [[Wahrheit]] unverwirklicher Verhältnisse, so [[logisch]] wie das &#039;&#039;Schwarzes Loch&#039;&#039; der Astrophysik. Es ist das total [[Abwesende]], das [[absolut]] [[Unwirkliche]] aller [[Wirklichkeit]], das durch seine [[Abwesenheit]] umso [[energischer]] [[wirksam]] ist, wo es nicht sein kann, weil darin alles [[Wesen]] verschwindet (siehe [[Abstraktionskraft]]), untergeht im Sog einer [[totalen]] [[Abstraktion]] des [[Sinnlichen]] schlechthin, wo es sinnlich sein muss was es nicht ist: Die reine [[Negation]], die zwischen allem ist, ein reines [[Dasein]] im [[Dazwischensein]] von allem, was zwischen dem Einen und dem Anderen unentwegt wechselt, was also im einen durch das Andere immer schon nichts sein kann, [[Negation]] der [[Negation]], also [[absolute]] [[Negation]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Abstraktionskraft ist also eine [[Kraft]], die im Abbruch einer [[inhaltlichen]] [[Beziehung]] sich als [[formeller]] Ausdruck ihres Verlustes äußert, zum [[Grund]] ihrer Formverwandlung wird (siehe auch [[Formbestimmung]]). Eine Abstraktion entsteht im Unvermögen, im Mangel einer [[Beziehung]] oder [[Geschichte]], die [[unsinnig]] abgebrochen wurde, die ihren [[Sinn]] nicht [[verändert]], sondern schlicht als [[Form]] seines [[Daseins]] ausgeschlossen hat. Sie hat daher keinen [[wirklichen]] Anfang und auch kein [[wirkliches]] Ende. In [[Wahrheit]] ist sie in ihrer [[Form]] nur eine [[Ordnung]], ein [[Tautologie]], der im [[Unsinn]] seiner [[Verhältnisse]] unendlich verläuft, solange sich der [[Widerspruch]], der ihm zugrunde liegt nicht [[wirklich]] [[aufgehoben]] wird. Und wo die [[Abstraktion]] sich in seiner Unwirklichkeit [[verallgemeinert]], sich als [[abstrakt Allgemeines]] [[verwirklicht]], hebt sie die [[Wirklichkeit]] auf, die ihr vorausgesetzt ist. Doch diese ist damit nicht einfach verschwunden; sie wirkt durch ihr [[abwesendes]] [[Wesen]] in der [[materiellen]] [[Substanz]] so wie sie [[tatsächlich]], nämlich abstrakt [[anwesend]] ist (siehe z.B. [[abstrakt menschliche Arbeit]]). Sie entwickelt eine [[Abstraktionskraft]], die rein [[negative]] [[Wirkungen]] erzeugt, die also aus dem nicht [[wirklichen]] [[Stoff]] seiner [[abwesenden]] [[Substanz]] sich als [[Kraft]] einer [[ausgeschlossenen]] und also [[ausschließlichen]] [[Beziehung]] [[nichtend]] [[verhält]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das [[abstrakt Allgemeine]] ist eine [[verselbständigte]] [[Allgemeinheit]], die sich als Macht aus der [[Aneignung]], aus der [[Einverleibung]] ihrer [[Einzelheiten]] herausgehoben hat und sich aus deren [[Vernutzung]] nährt. Der allseitige Aufbrauch ihrer [[Nützlichkeiten]] ist ihre [[Ressource]]. Deren [[vereinzeltes]] [[Sein]] geht in ihm unter wie es im [[Dazwischensein]] ihrer [[Nutzung]] aufgeht. Weil die [[Abstraktion]], die Unverbundenheit ihrer [[Substanz]], die aus der [[Getrenntheit]] ihrer [[Einzelheiten]] hervorgegangen ist (siehe auch [[abstrakt menschliche Arbeit]], [[abstrakt menschlicher Sinn]]), weil ihre Teilung (siehe hierzu [[Teilung der Arbeit]]) alles [[nichtet]], was aus ihren untergegangenen [[Beziehungen]] sich als [[Abstraktionskraft]] ermächtigt hat, kann nur im [[Nichts]] zwischen allem was ist, in ihrem [[Dazwischensein]] [[wahr]] sein und dadurch über alles [[Einzelne]] herrschen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Identität]] herrscht, wo etwas auf das zurückkommt, was es [[wesentlich]] ist (siehe auch [[Revolution]]). Es setzt allerdings voraus, dass sich etwas von sich, also in seinem [[Wesen]] von sich [[getrennt]], seine [[Form]] von ihrem [[Inhalt]] abgespalten, durch das [[Wesen]] einer [[abstrakten Allgemeinheit]] [[entfremdet]] hat (siehe [[Schmerz]]) - und welche [[Abstraktionskraft]] es noch als [[Formbestimmung]] zusammenhält. Es ist deshalb davon abhängig, wo und wie diese Rückkunft geschehen kann, wo sie sich auch vollziehen kann und muss, wo sich ihre [[Wesensnot]] wendet und also [[notwendig]] ist (siehe hierzu auch [[Wahrheit]]). Der seinem [[Material]] entzogene, der [[abstrahierte]] [[Stoff]], der reine [[Stoff]], ist bloße [[Energie]], die sich als pure [[Notwendigkeit]] darstellt, sich zu [[materialisieren]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Abstraktionskraft ist eine [[negative]] [[Kraft]] (bzw. ein [[Trieb]]), die danach strebt, eine [[abwesende]] [[Substanz]] zu [[verkörperlichen]], deren [[Abstraktion]] für die [[Wahrnehmung]] zu [[verwirklichen]]. Darin äußert sich die [[Notwendigkeit]] eines [[elementaren]] Mangels, der in seiner [[Einzelheit]] total geworden ist und durch seine [[Verallgemeinerung]] in ihrer [[Masse]] die [[Identität]] einer hohen [[Verdichtung]] sucht (siehe [[Dichte]]). Diese [[bestimmt]] die [[gesamte]] Form der [[Wahrnehmung]] im [[gesamte]], ist ihre [[Formbestimmung]], die ihren [[Sinn]] [[verkehrt]] (siehe auch [[Perversion]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gemeinhin wird eine Abstraktionskraft auch einem [[denkenden]] [[Subjekt]] zugerechnet, womit seine Fähigkeit benannt wird, eine rein [[gedankliche]] Tiefe im Fortgang seines konkreten [[Denkens]] gegen dessen [[Negation]] zu [[erkennen]], das [[abstrakt Allgemeine]] darin zu [[erschließen]], worin und wodurch sich das [[Wesen]] eines Zusammenhangs [[verselbständigt]] hat. Als Resultat einer [[Analyse]] [[bewahrheitet]] sich eine solche [[Abstraktion]] durch die Rückvermittlung auf den Zusammenhang der vielfältigen konkreten Beziehungen, wodurch aufgeklärt ist, wovon sie in [[Wahrheit]] vom [[Wesentlichen]] [[absehen]], was sich also als ein [[abwesendes]] [[Wesen]], als [[Wesen]] einer [[Abwesenheit]], einer puren [[Negation]] erwiesen hat. Was die [[Kraft]] [[abwesender]] Zusammenhänge ausmacht, ist daher ihre [[Negation]], die ihre konkreten [[Beziehungen]] abgebrochen, [[abgetrennt]] und verlassen hat und daher auf ihre konkreten Zusammenhänge nicht zurückkommen kann. Eine Abstraktionskraft ist daher die [[Kraft]] ausgeschlossener Zusammenhänge, ihr [[abgetrennter]] [[Sinn]], die [[Kraft]] einer unerfüllten [[Beziehung]], die ihren wirklichen [[Gegenstand]] verloren hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wo ein [[Sinn]] seinem [[Gegenstand]] nicht adäquat ist, nicht in der ihm entsprechenden [[Form]] existiert, weil er nicht verfügbar, deformiert oder ganz zerstört, einfach [[abwesend]] ist, wo seiner Existenzform also nicht der ihr nötige [[Inhalt]] zukommt, kann diese [[Form]] nur sein [[substanzielles]] Dasein als [[Gegenstand]] einer [[abstrakten]] [[Beziehung]] darstellen, als bloßer [[Körper]], als [[Stoff]] seiner [[Natur]]. Die [[Beziehung]] zu ihm reduziert sich in dieser [[Dialektik]] auf ein substanzielles Verlangen, wird zu einem [[Trieb]], der nurmehr die nackte [[Form]] von dem haben kann, worauf er sich bezieht. Diese [[Form]] ist dem Inhalt nach das [[Dasein]] ihres Mangels, ihr [[Negativ]], die [[Kraft]] einer [[Energie]], die sich nur [[verwirklichen]] kann, wenn sie das gegen seinen Mangel bestimmte [[Dasein]] aus der [[Notwendigkeit]] seiner [[Wesensnot]] antreibt. Sie muss ihre inhaltliche [[Not]] wenden und wird daher als [[Formbestimmung]] mächtiger als diese - eben [[notwendig]]. Um ihren [[Begriff]] zu [[erschließen]] muss sie als bestimmte [[Negation]] und zugleich gleichgültig gegen ihre [[Beziehung]] ent-deckt sein (siehe auch [[Kritik]]). Und so ist ihre [[Analyse]] die [[Bedingung]] ihrer [[Erkenntnis]] (siehe auch [[Kritische Theorie]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von daher gibt es diese Abstraktionskraft nicht nur als eine [[Gedankenabstraktion]]. Gedanken können das [[Abstrakte]] auch aus einer [[abwesenden]] [[Wirklichkeit]] ergründen, weil es darin ebenso real wie diese selbst auch wirken kann (siehe [[Realabstraktion]]). Was im Bedenken [[Ideologie]] bliebe kann sich auch selbst verwirklichen, wenn es ohne seine [[Wirklichkeit]], also im Verhältnis auf Anderes wirklich beziehungslos ist, nur fiktiv bleiben kann, weil es für sich beliebig wird. Es kann durch Ideologiekritik eben selbst seine Wirklichkeit erkennen, wenn es durch Analyse aus dem [[Wahn]] ihrer [[Wahrnehmung]] heraustritt, und ihr tatsächlich abstraktes verhalten realisiert, sich ihrem [[abstrakten Sinn]] entgegenstellt und diesen durch sich seine eigene Wirkung [[emanzipiert]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ohne dies entsteht in der bloß faktischen wirklichkeit die [[Kraft]] einer [[unwirklichen]] [[Macht]], einer [[fremden Kraft]], die sich ergibt, wo die [[Wirklichkeit]] sich selbst [[widerspricht]], [[widersinnig]] wird, wenn ihre [[Beziehungen]] nurmehr durch die [[natürliche]] [[Kraft]] einer [[aufgetrennten]] [[Sinnlichkeit]], z.B. von einem [[abstrakt menschliche Sinn]] beherrscht werden, die ihre [[Wahrnehmung]] durch ihre [[Erregung]] bedrängt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Denn wo [[Regungen]] ihre [[Gegenwärtigkeit]] verlieren, wo sie [[inhaltlich]] [[isoliert]] von ihrem Zusammenhang [[genichtet]] werden, verbleiben sie in [[Erregungen]], die nach einer [[Gegenwart]] außer sich, nach einer Heilung ihrer [[Erregungen]] im [[Heil]] ihrer Gebrochenheit mit ihrem [[Ganzen]] ihrer [[Wahrnehmung]] verlangen. [[Erregungen]] werden aber umso heftiger, je wirkungsloser sie bleiben. In ihrer [[Unwirklichkeit]] vereinigen sie sich in einer [[Kraft]], die aus der [[Nichtung]] ihrer [[Wirklichkeit]] ihre [[Selbstwahrnehmung]] gegen ihren [[Sinn]] ermächtigt, die von sich [[absieht]], um für sich mit sich außer sich, sich also sich [[abstrakt]] zu sich identifizieren. Sie äußern sich in [[Absichten]], die zu [[Gefühlen]] nach Vereinigung ihrer ihnen [[fremd]] gewordenen [[Wahrheit]], zu einer äußeren [[Wahrnehmungsidentität]] ihrer [[Selbstentfremdung]] treiben (siehe [[Trieb]]). Denn in der [[Abstraktion]] verfangen gibt es keinen Weg zurück in konkrete Zusammenhänge ohne dass diese erst [[wirklich]] aufgegeben worden wäre.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;Es ist ... unmöglich, von einer Abstraktion zu dem Gegenteil der Abstraktion zu kommen, wenn ich die Abstraktion nicht aufgebe. Der spekulative Philosoph gibt daher die Abstraktion der Frucht wieder auf, aber er gibt sie auf eine spekulative, mystische Weise auf, nämlich mit dem Schein, als ob er sie nicht aufgebe. [[(Marx, MEW 2, S. 60)]]&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Abstraktionskraft ist von da her in der [[Wirklichkeit]] ihres [[Wahnsinns]] eine [[Kraft]], die sich in abstrakten Verhältnissen und Beziehungen &#039;&#039;wie von selbst&#039;&#039; durchsetzt, indem sie deren [[Entfremdung]] als Substanzialisierung ihrer [[Entäußerung]] als [[Wirkung]] ihrer [[Äußerlichkeit]] als Antrieb aus der [[verselbständigten]] [[Form]] eines [[abwesenden]] [[Inhalt]] eines nichtig gewordenen [[Wesens]], aus dem [[Unwesens]] ihres Treibens, das als [[fremde Kraft]] wirkt, die sich nurmehr durch ihren [[Trieb]] erkennen lässt (siehe hierzu auch [[Todestrieb]]). Es ist die [[Kraft]] des Rückstands einer [[Nichtung]], eine [[Kraft]] der [[Negation]], die sich selbst verdoppelt hat, weil sie das [[Abwesende]] für sich selbst als bloßen [[Stoff]] ihrer [[Nichtung]] betreibt. Es ist die [[Kraft]] ihrer [[Selbstbezüglichkeit]] in der Nichtigkeit ihrer [[Verhältnisse]], also dort, wo sich [[Nichts]] allgemein, also als [[Form]] für sich [[verhält]], wo es [[allem gemein]] geworden ist, sich etwas [[Nichtiges]] seiner Inhaltslosigkeit als [[totale]] [[Nichtigkeit]], als [[Vernichtung]] von Inhaltlichkeit überhaupt [[verwirklicht]] und betreibt, also durchsetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die analytischen [[Psychologien]], die ihre [[Erkenntnisse]] nicht aus [[willkürlich]], bzw. [[statistisch]] erfassten [[Beziehungen]] der [[psychischen]] Zusammenhänge [[entwickeln]] können, weil sie sich über ihr [[eigenes]] [[Wesen]] über die wesentlichen [[Wahrheit]] ihrer [[Wissenschaft]] aufzuklären beanspruchen, weil sie sich und ihre [[Verhältnisse]] aus einem [[Widersinn]] ihrer [[Existenz]] zu [[befreien]] haben, können sich nicht einfach [[positiv]] ihrem [[Gegenstand]] zuwenden. Sie müssen als Erstes das Auseinanderfallen von [[qualitativen]] und [[quantitativen]] [[Formen]] ihrer [[substanziellen]] [[Existenz]] [[begreifen]], wo und weil ihr [[wesentlicher]] [[Inhalt]] [[abwesend]] ist. Hierfür ist die Frage zu beantworten, woraus die [[Psyche]] ihre eigene [[Energie]] bezieht, woraus sie die [[Kraft]] schöpft, welche solche [[Trennung]] nötig hat. Es kann nur eine [[Kraft]] gegen ihre [[Vernichtung]] sein, eine [[Kraft]] aus dem [[Nichts]], das noch nichts geworden ist, eine [[Kraft]], die sich hiergegen verhält und zugleich nur [[abstrakt]] sein kann. So ist die Frage verblieben, welche [[Kraft]] sich aus einer Abspaltung ergeben kann, was ihre [[Veräußerung]] [[quantitativ]] ausmacht und was sich aus der Trennung [[inhaltlich]] ergibt (siehe hierzu z.B. [[Teilung der Arbeit]]). Einer [[Teilung]] geht eine [[Ganzheit]] voraus, die als &#039;&#039;Ganzes vieler Eigenschaften&#039;&#039; (Hegel) die [[Einheit]] ihrer [[Wirklichkeit]] bewahrt. Für Hegel war diese [[Trennung]] als [[Schmerz]] einer [[Beziehung]] zu [[begreifen]], der [[empfindet]], was zugehörig ist und zugleich nicht zugehören kann, weil ihr Zusammenhang unterbrochen ist, weil ihr [[Inhalt]] [[negiert]] ist und nach anderen [[Formen]] strebt, um ein erneuertes [[Wesen]] zu gründen. Er kann seine [[Substanz]] nurmehr [[abstrakt]] bewahren, um sich [[inhaltlich]] zu erneuern, neu zu sich zu finden und in einem erneuerten [[Ganzen]] zu sich zu kommen. Dies macht die inhaltslose [[Form]] seiner [[Kraft]] aus: Die Abstraktionskraft als [[Triebkraft]] [[abstrakter]] [[Verhältnisse]] .&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Abstraktionskraft ist eine [[fremde Kraft]], eine [[Kraft]] der [[Negation]], die dem entspringt, was in der [[positiven]] [[Wirklichkeit]] nicht ist. Als [[Kraft]] der [[Entfremdung]] äußert sich darin die [[Energie]] von dem, was durch deren [[Positionen]] aufgehoben ist. Wo ein positiver Lebenszusammenhang unterbrochen, in sich selbst getrennt wird, entsteht ein Verlust an [[Wirklichkeit]], eine [[Nichtung]] dessen, was zusammengehört, eine [[Reduktion]] im Organismus des [[Ganzen]] (siehe auch [[Wert]]), das sich in der [[Kraft]] seiner nichtig gewordenen [[Inhalte]], durch einen nichtig [[bestimmten]] [[Inhalt]] in seiner [[Form]] gegen sein organisches [[Dasein]] bestimmt, zu einer [[Formbestimmung]] seiner [[Beziehungen]] wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein [[Ganzes]] ist der Zusammenhang vieler [[Elemente]] eines [[eigenen]] [[Wesens]], die Gesamtheit der [[Eigenschaften]] seiner vielfältigen [[Beziehungen]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;Der reiche Mensch ist zugleich der einer Totalität der menschlichen Lebensäußerung bedürftige Mensch. Der Mensch, in dem seine eigene Verwirklichung als innere Notwendigkeit, als innere Not existiert. [[(MEW 40, S.544).]]&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
in ihrer [[Gesellschaft]] - im Großen und [[Ganzen]] ihres Lebenszusammenhangs - entfalten die vielen darin [[bezogenen]] einzelnen [[Teile]] eine [[Kraft]], die sie durch den mächtigen Zusammenhang ihrer organischen [[Inhalte]], durch die [[Natur]] ihrer [[vereinzelten]] [[Existenzform]] [[erfahren]], die ihnen über jede [[einzelne]] [[Erfahrung]] hinweg schon inne ist - nicht weil sie darin schon angelegt wäre, sondern weil sie erst im Zusammenwirken der voneinander [[getrennten]] einzelnen [[Inhalte]], so dass die [[Wirklichkeit]] ihrer in sich [[verdichteten]] [[Substanz]] sich selbst [[äußerlich]] [[vermittelt]] wird und durch ihre [[allgemeine Form]] als eine [[fremde Kraft]] entsteht (siehe hierzu auch [[Entfremdung]]), die sich in ihrer [[Allgemeinform]] selbständig [[verhält]] (siehe hierzu z.B. auch [[Warenfetischismus]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So entsteht im Entzug einzelner [[Beziehungen]] - mit der [[Abstraktion]] ihrer [[Inhalte]] auf ihre [[Substanz]] - in der [[Einfältigkeit]] ihrer schieren [[Masse]] - eine [[Kraft]] aus ihrer zunehmenden [[Nichtigkeit]], die jedes [[Einzelne]] dahin [[treibt]], ihre [[Form]] zu [[verallgemeinern]], die aus dem [[Nichts]] ihres entleerten Zusammenhangs sprießt, zu einer [[Bestimmung]] durch ihre leere[[Form]], zu einem [[Wesen]] der [[Abstraktion]] wird, die ihre verbliebenen [[Inhalte]] vereint und hierdurch zu einem dritten [[Wesen]] als [[Formbestimmung]] [[wirkt]] (siehe hierzu [[Dialektik]]). Durch die [[Isolation]] der [[Inhalte]], durch die [[Auftrennung]] ihres Zusammenhangs entsteht aus ihrer [[ausgeschlossenen]], aus ihrer [[negierten]] [[Beziehung]] die [[Macht]] einer [[negativen Identität]], die über den Verlust ihrer [[Lebendigen]] [[Tätigkeit]] gegen sie mächtig wird, weil sie hieraus eine [[abstrakt allgemeine]] [[Wirksamkeit]] bezieht (siehe hierzu [[Tote Arbeit]], [[Tote Wahrnehmung]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine derart [[negative Identität]] bildet allerdings nicht selbst Neues, wie es die [[Logik]] [[Adornos]] suggeriert. Sie [[bezieht]] lediglich aus dem leblos gewordenen [[Stoff]] ihrer [[Geschichte]], aus ihrer Verwesung, aus dem, was ihr schon vorausgesetzt war, eine[[wahr]] [[Geschichte]] [[aufgehobener]] und oft auch einfach überhobener [[Inhalte]] eine [[Veredelung]] [[nichtig]] gewordener [[Beziehungen]]. So war z.B. die Erfindung der Dampfmaschine und Eisenbahn ein gewaltiger Schritt für die Menschheit. Ihr ersatzloser Entzug wäre schlagartig durch das Zerbrechen aller [[Strukturen]] katastrophal. Deshalb ist der Kapitalismus aus der hieraus erfolgten [[Trennung der Arbeit]] entstanden (siehe hierzu [[Historischer Materialismus]]). Es leuchtet aber jeder [[Fortschritt]] aus der [[Vernichtung]] nur so lange ein, wie ihre [[Geschichte]] in neuen [[Inhalten]] aufgeht, worin die alten - wenngleich auch in einer [[negativen Identität]] - jenseits der [[Substanzen]] des bisherigen [[Lebens]] [[aufgehoben]] und bewahrt sind. Doch genau dies wird von den [[bürgerlichen Wissenschaften]], namentlich durch ihren [[Strukturalismus]] und der [[Phänomenologie]] ihres [[hermeneutischen Zirkels]] geleugnet (siehe hierzu [[Systemtheorie]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jede [[Abstraktion]] entsteht immer schon im Abbruch von [[Beziehungen]], einer [[Trennung]], welche die [[Wirklichkeit]] ihrer [[Verhältnisse]] ausmacht, einer [[Wirklichkeit]] also, die ohne sie nicht [[wirklich]] [[wahr]] sein kann. Sie ist der darin [[entäußerte]], der &#039;&#039;unabgegoltene&#039;&#039; Rest ihrer [[Wahrheit]]. Wo [[sinnliche]] [[Beziehungen]] [[zwischen den Menschen]] durch die [[Ereignisse]] ihres [[Erlebens]] unterbrochen werden [[verallgemeinert]] sich dieser &#039;&#039;Rest&#039;&#039; in der bloßen [[Form]] einer [[Abstraktion]] zu einer eigenständigen [[Kraft]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Abstraktionskraft entsteht aus als [[Kraft]] einer leeren [[Form]], aus einer [[Nichtung]], aus dem [[Nichts]] ihrer [[Wirklichkeit]], aus dem Nicht-Vorhandensein, der [[Abwesenheit]] eines [[Wesens]], das [[notwendig]] für das [[Leben]] ist, das aber nicht [[wirklich]] leben kann. Nicht nur in der Psychologie, auch in der Evolutionstheorie (siehe [[Evolution]]) steht die Antwort auf die Frage aus, wie sich eine [[natürlich]] scheinende [[Kraft]] in einem [[selbständigten]] [[Trieb]] so äußern kann, dass er überhaupt in der Lage ist, sich von seinen inhaltlichen [[Gründen]] und [[Beziehungen]] abzustoßen und sich weit darüber hinaus durchsetzen und sich sogar gegen sie stellen und entwickeln kann (siehe hierzu auch [[Todestrieb]]). Es muss eine [[Kraft]] sein, die sich ihre [[Formbestimmung]] zu [[eigen]] macht und diese schließlich aus einem [[nichtigen]], einem vernichteten [[Wesen]] heraus [[bestimmt]] und durch seine eigene inhaltliche Leere, also durch [[Nichts]], nur durch die [[Tatsache]] seiner Existenz seiner bloßen Form, eben als [[abstrakt menschlichen Sinn]] verdoppelt, der keinen [[Inhalt]] mehr [[erkennen]] kann und sich von da her seiner eigenen [[Gründe]] entheben, sich seinem [[wirklichen]] [[Sein]] entziehen und sich hiergegen [[verselbständigen]] muss.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Denkbar ist dies nur, wenn man die Herkunft dieser [[Kraft]] aus etwas erklären kann, das darin nicht [[anwesend]], nicht unmittelbar wirksam ist und dennoch einer [[absoluten]] [[Notwendigkeit]] folgen muss, das also eine [[Kraft]] erzeugt, die in der reinen [[Form]] wirksam ist, weil sie ihrer [[Nichtung]] entspringt, ein mächtiges [[Nichts]] betreibt, das seine reine, seine [[isolierte]], durch sich und in sich aufgehobene [[Natur]] als bloße [[Lebenstatsache]] vollstrecken muss, um ihre inhaltliche Lebensnot auszuschalten (siehe auch [[Wesensnot]]), um zu vernichten, was nicht sein kann und doch sein muss, um am Leben zu bleiben. Es ist dies ein [[Trieb]], der sich selbst verkehrt hat, der seinen Antrieb [[perveriert]], weil er ihm nicht folgen kann. Das kann nur die [[Kraft]] der [[Substanz]] einer Lebensvernichtung im überleben der reinen [[Abstraktion]] des [[Lebens]] selbst, in seiner Konfrontation mit ihrem [[Tod]] sein (siehe hierzu [[Todestrieb]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Wirklichkeit der [[Vernutzung]], im [[objektiven]] [[Verhältnis]] des [[Nutzens]], im Verbrauch seiner [[Gegenstände]] entsteht eine [[selbständige]] Kulturform des Gebrauchs, die eine stetige Erneuerung nötig hat. Aber mit der politichen Verfügung über den reinen Gebrauch einer [[Sache]] (siehe [[Geld]] als [[Kaufmittel]]), über ihren [[Konsum]] bis zu ihrem Verbrauch (siehe auch [[Konsumkultur]]), verwirklicht sich mit ihrem Verwesen ohne Nachkommen, durch die [[Abwesenheit]] ihrer [[Geschichte]] eine stillschweigende [[Kraft]] ihrer bloßen [[Nichtung]], eine [[Abstraktionskraft]] gegen ihre [[Wirklichkeit]]. Diese Abstraktionskraft [[entwirklicht]] nicht nur ihre G[[Gegenwärtigkeit]], sondern [[abstrahiert]] auch von ihrer [[Substanz]] (siehe z.B. [[abstrakt menschliche Arbeit]] als die [[Wertsubstanz]] der [[politischen Ökonomie]]). Deren Abstraktionskraft entsteht in und durch die [[Abwesenheit]] ihrer [[körperlich]] konkreten [[Inhalte]], durch die [[Energie]] der ungesättigten [[Masse]] inhaltsloseer [[Beziehungen]]. Sie besteht lediglich aus der Anhäufung von einzelnen formlos gewordenen [[Existenzen]], also aus der [[Menge]] - bzw. im Gemenge - gleich geltender [[Inhalte]] (siehe [[Gleichgültigkeit]]), als Formation einer [[Energie]], die durch die Häufigkeit ihrer beliebigen Erscheinungsweisen sich [[verselbständigt]] und zu einer [[Abstraktionskraft]] wird. Sie ist ein Gemenge [[abstrakter]] [[Beziehungen]], deren [[Sinn]] sich im [[Zweck]] einer [[körperlichen]][[Verdichtung]] [[aufhebt]] und zu einer leibbhaftgen [[Abstraktionskraft]] wird. Sie bezieht ihre [[Kraft]] aus der [[Not]] eines [[abwesenden]] [[Wesens]] (siehe [[Schmerz]]), aus der [[Wesensnot]] einer [[verallgemeinerten]] [[Negation]] der [[Substanz]] eines [[Verhältnisses]], das ihrer [[abstrakten Allgemeinheit]] entspringt. Sie speist sich aus den aufgehobenen [[Beziehungen]] der vereinzelten (siehe [[)Elemente, derenReduktionsich durch dieverallgemeinerungihrerwirklichenSubstanzin derAusschließlichkeitihrer Verneinung, ihrerwirklichenNegationbestärkt, sich alsKraftihrer imAllgemeinenleeren Verbundenheit als Antrieb (siehe hierzuTrieb) aus der zerteiltenMasseihreabstrakten Allgemeinheitpotenziert, die durch dieReduktionder Wahrnehmungsinhalte auf ihre bloßeTatsächlichkeit, auf die Fakten dergewöhnlichenWahrnehmungentsteht. Deren darin verdoppelte Negation entwickelt einenausgeschlossenerSinnseinerVerhältnisse. Dieser wird auf dieabwesendeSubstanzseinerwirklichenBeziehungenreduziertund hierdurch zurPositioneinerabstrakten Allgemeineitder bloßen Erscheinungsformen (siehe hierzuPositivismus) von schlichtenGegebenheitenund wird durch dieDialektikseinerVerallgemeinerungalsAbstraktionskraftzumTriebungegenständlicherVerhältnisse(siehe hierzuEntfremdung).]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[Abstraktionskraft]] der [[Wertform]] ist doppelbödig, weil sie ihre [[Form]] durch ihren [[Inhalt]] und zugleich gegen ihn bestimmt und sich hierdurch zu einer immer mächtigeren [[Form]] [[verallgemeinert]]. Die [[Wirklichkeit]] einer [[Abstraktion]] wird daher von der mangelnden [[Substanz]], von ihrer [[abwesenden]] [[Inhalte]] betrieben, die sich im Vakuum betsiommungsloser [[Inhalte]], die sich als substnzielle Kraft ihrer existenzillen [[Tatsache]] gegen deren Nichtung zu einer bloßen [[Kraft]] ihrer , [[Abstraktion]], zu einer [[Abstraktionskraft]] [[verselbständigen]] . Die muss ihre [[negative]] Wirkung äußern und bestärken, um ihren Mangel durch bloße Anreicherung ihrer [[Masse]] auszugleichen. Beziehungslose Substanz kann allerdings nur eiee abstrakte Subbstanz sein, die ihre getrennten Inhalte als Bedingung ihrer Beziehungen allem zu Grunde lagt, was darin sich zu verwirklichen sucht. Als ein [[absrakt allgemeines]] [[Wesen]], als Wesen ihrer Abstraktion gewinnen solche [[Verhältnissedurch die Aufsammlungg zersplitterterBeziehungendie Macht einer massenhaften derAbstraktionals Verfügung über die Zusmmenhänge ihrervereinzeltenInhalteerfährt(siehe hierzuDialektik). JeallgemeinerdieseFormgegen ihre Inhalte zu einerverallgemeinertenForm wird, jeallgemeinerdieseVermittlungihrerInhaltenegiert wird, desto größer wird ihre Macht über dieEinzelheitenund desto stärker bildet sie mit Zunahme ihrerexistenzielleIsolationeine entleerteallgemeinheraus. Indem sie immer gleich geltender, alsogleichgültiggegen ihre vereinzeltenGewissheitenimmer ungewisser werden, aus denen sie ihren Zusammenhang haben, je ausgedehnter sie von ihren Inhalten absieht und von daher den Zusammenhang ihrerVerhältnissewesentlichabstraktbestimmt werden, als leereTatsacheihrer abstrakten Substanz verbleiben. Rein quantitativ wird sie daher zu einer übermächtigen Kraft ihrer Verhältnisse, zu derenabstrakter Allgemeinheit, derenWesenimEinzelnenimmerabwesenderist, sodass dasabstrakt Allgemeinezu einem allseits mächtigenWesenihrerqbstraktenSubstanzzu ihremTriebwird (siehe z.B.abstrakt menschliche Arbeit).]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In [[zwischenmenschlichen Verhältnissen]] entwickelt sich ein darin ausgeschlossene [[Selbstgefühl]] zum Antrieb einer durch ihre [[Verallgemeinerung]] [[verselbständigten]] Kraft einer [[entäußerten]] [[Wahrnehmungsidentität]], zur Kraft einer [[Selbstbehauptung]], der Behauptung eines [[ästhetishen Willens]], der durch den Ausschluss der bedrängenden Einwirklungen auf die [[Selbstwahrnehmung]] diese nichtig setzt (siehe hierzu auch [[Hass]]) und in seiner [[Verallgemeinerung]] zu einem [[Nichtungstrieb]] werden kann. Mit Trieb wird das Treiben einer nur [[begrifflich]] [[erkennbarenen]] [[Substanz]] bezeichnet, der [[Begriffssubstanz]] eines nur mittelbar wirkenden [[Wesens]], das als [[Grund]] für die [[Beziehung]] [[mystisch]] gebliebener [[Phänomene]] durch deren [[Analyse]] [[erkannt]] - oder auch nur bekannt - wurde und das aus deren [[Substanz]] ihre [[Geschichte]] [[erklären]] und von daher auch prognostizieren können sollte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von daher beschreibt Trieb ein [[logisch]] [[abstrakte]], und also unendlich bestimmtes [[Wesen]] eines [[abwesenden]] [[Substenz]] (siehe hierzu [[Dialektik]]), das nicht durch das ihm Äußerliche, was es an oder durch sich selbst oder anderes, sondern an und für sich nur durch seine eigenen [[Verwirklichungen]], dem Substanzverlust durch die [[Reduktion]] seiner Vielfalt auf eine [[abstrakten Allgemeinheit]] auf die Einfalt seiner tatsächlichen Form, durch die Endlichkeit ihrer [[Tatsachen]], durch ihre [[Entwirklichung]] ein Ende finden kann. Die Erkenntnis der [[Begriffssubstanz]] des [[Kapitalismus]] (siehe [[Wert]]) hatte z.B. Karl Marx dahin gebracht, dass er die [[objektiven]] [[Notwendigkeiten]] und [[Krisen]] des [[Kapitalismus]] beschreiben konnte (siehe hierzu z.B. auch [[tendenzieller Fall der Profitrate]]):&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für eine [[Gedankenabstraktion]] stellt die Abstraktionskraft ein [[subjektives]] Unvermögen des abstrakten Denkens dar, das seine [[Wahrheit]] in dem Maß [[nichtet]], in welchem es seine Abstraktionshöhe (siehe [[Abstraktion]]) noch bewältigen kann, ohne sie in der [[Allgemenheit]] des [[Gedankens]] zu verlieren (siehe hierzu auch [[Ideologiekritik]]). Bei [[Realabstraktionen]] ist dies umgekehrt. Im realen Abstraktionsprozess versammelt sich zunehmend eine Einfältigkeit seiner Form, eine [[Reduktion]] der Vielfalt von [[Regungen]], die als ihren natürlichen Rest nurmehr aus deren [[Nichtung]], aus der [[Not]] entleerter [[Inhalte]], nurmehr [[abstrakten]] [[Notwendigkeiten]] nachgehen kann, die sich in einer anwachsenden [[Erregung]] [[verkörpern]]. Mit ihrer wachsenden &#039;&#039;Aufladung&#039;&#039; [[wird diese formbestimmend]] und auf diese Weise zu einem [[verselbständigten]] Antrieb (siehe [[Trieb]]), der seine [[Kraft]] aus der Verkehrung der [[Inhalte]] in ihre [[Formbestimmung]] verwandelt und in einer durch ihre [[GetriebenheitverselbständigtenWirklichkeitfortbestimmt.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie macht hierbei ihre [[Natur]] zum [[Material]] (siehe auch [[Substanz]]) ihrer Abstraktionskraft. Denn was nottut, verlangt nach einer Änderung, einem[[Anderssein]] der [[Verhältnisse]]. Es muss in diesen begriffen sein, um veränderbar zu werden. Aber der [[Begriff]] sowohl [[gegenständllicher]] als auch [[zwischenmenschlicher Beziehungen]] kann in [[Wirklichkeit]] nur wahr sein, wenn sich [[Begriff]] und [[Sache]] im [[Verhältnis]] ihrer [[Wirkungen]], in ihrer [[Wirklichkeit]] [[identifizieren]] lassen. Bleibt diese nur [[abstrakt]] durch eine [[fremde Kraf]]t vermittelt, so wird sie von einer [[Abstraktionskraft]] betrieben (siehe auvch [[Trieb]]), die einem ihrem [[Wesen]] [[fremden]], einem [[abwesenden]] [[Grund]] entspringt und daher als leere [[Formbestimmung]] eine übermächtige[[Wirkung]] hat (siehe hierzu auch [[Entfremdung]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was sich nicht verwirklichen lässt, aber [[notwendig]] zum [[Leben]] ist, [[was]] also von einer [[abwesenden]] [[Not]] getrieben ist, wirkt in der [[anwesenden]] [[Wirklichkeit]] [[abstrakter]] [[Beziehungen]] (siehe auch [[Realabstraktion]]) als [[Trieb]], als Abstraktionskraft getriebener Verhältnisse, in denen sich nurmehr die Tatsachen von [[Notwendigkeiten]] verhalten und behaupten können und müssen und von daher gleichgültig gegen ihren Wesensgrund werden. Abstraktionskraft ist daher die [[Kraft]] eines [[abwesenden]] [[Wesens]], das die Verdopplung einer abstrakten [[Wirklichkeit betreibt]], das zur [[Verwirklichung]] einer [[Abstraktion]] vermittelst ihrer [[Realabstraktion,]]zum Verhalten einer [[abstrakten]] [[Wirklichkeit]] treibt. Um deren [[Form]] absolut zu bestimmen (siehe [[Formbestimmung]]), totalisiert sie durch ihre [[abwesende]] [[Substanz]] die [[Nichtung]] ihres [[Wesens]], durch die Verewigung ihrer [[Entwirklichung]] (siehe auch [[schlechte Unendlichkeit]]). Sie ist die aus einer entwirklichten [[Natur]] menschlicher [[Sinnlichkeit]]herausgesetzte [[Substanz]], die als [[Form]] für sich &#039;&#039;frei&#039;&#039; wird, weil sie die [[Trennung]] ihrer inhaltlichen Zusammenhänge, den [[Schmerz]] ihrer zertrennten [[Natur]] als das ihnen identische gemeinsame Dritte (siehe hierzu [[Dialektik]]) in den [[Verhältnissen]] ihrer abstrakt gewordenen [[Beziehung]] als [[abstrakt menschlicher Sinn]]leidet. In dieser [[Kraft]] erhält sich diese in sich gebrochene [[Beziehung]] als [[Widerspruch]] zwischen deren [[Inhalt]] zu ihrer [[Form]] und wird zur [[Formbestimmung]] ihrer [[Wirklichkeit]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Formbestimmung]] ist die [[Bestimmung]] einer [[Form]], die selbst aus ihr durch die Verdopplung ihrer [[Substanz]] hervorgegangen ist. Wo die [[Form]] sich als Ursprung wie Resultat ihrer [[Inhaltlichen]] [[Beziehung]] verhält, die sich selbst abgebrochen hat und nurmehr in der [[Form]] [[aufgehoben]] ist, weil sie in ihrer [[Inhaltlichen]] [[Entwicklung]] keine ihr angemessene [[Form]] finden kann, da [[verallgemeinert]] sich ihre [[Form]] durch ihre bloße Funktion, durch die [[Tatsache]] ihrer [[Beziehungen]], die sich durch ihren [[Widerspruch]] [[substanziell]] selbst [[abstrakt]] geworden sind. Weil sich diese [[Tatsache]] [[Inhaltlich]] [[widerspricht]], mal dieses, mal jenes sein kann, weil sie im Grunde beliebig ist und keinn Sinn vermitteln kann, müssen sich auch ihre [[Inhalte]] im [[Allgemeinen]] duch einander [[nichten]]. Die [[Formbestimmung]] betreibt ihren [[aufgehobenen]] [[Inhalt]] als Residuum, bloße Kraft der [[Allgemeinheit]] der [[Abstraktion]] von ihren i[[Inhaltlichen]] [[Beziehungen]], als Abstraktionskraft, die ihre Energie aus deren [[Abwesenheit]] bezieht, weil sie nicht einfach nur [[Nichts]] sein können und deshalb in ihrer Nichtigkeit (siehe [[Negation]]) in die [[abstrakte Allgemeinheit]] ihrer [[Substanz]] verfallen (siehe z.B.[[abstrakt menschlicher Sinn,]] [[abstrakt menschliche Arbeit]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da die bloße [[Form]] im [[Allgemeinen]] sich als [[abstrakt Allgemeines]] derselben [[Qualität]] sich nur [[quantitativ]] verdoppelt und sich durch die Wiederkehr ihrer Abstraktion [[reduziert]], kann sie sich in ihren allgemeinen [[Verhältnissen]] mit der Abfolge der gegen ihre [[Inhalte]] stetig verdoppelten [[Masse]] auch nur als eine substanzlose [[Tatsache]] von dem [[beziehen]], was sich hiervon in seiner [[Form]] [[gleichgültig]] gegen seinen [[Inhalt]] als [[Bestimmung]] einer [[ausschließlich]] [[abstrakten]] [[Substanz]] verhält (siehe [[Dialektik]]). Mit der [[Formbestimmung]] von Entzweiungen [[verallgemeinert]] sich deren [[Quantum]] in der [[Verselbständigung]] ihrer [[qualitativen]] [[Beziehungen]] zu einer [[Macht]] ihrer [[Abstraktion]], zur [[Abstraktionskraft]] eines im [[Allgemeinen]] für alles [[fremden]] [[Wesens]] (siehe [[Entfremdung]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Abstraktionskraft entsteht aus der [[Energie]] einer [[Beziehung]], deren [[Natur]] nurmehr in ihrer abstrakten [[Substanz]] als bloße [[Tatsache]] eines [[negierten]] Seins, als [[Trieb]] im Betrieb eines [[Verhältnisses]] [[anwesend]] ist. Weil sie aus einer um ihren [[Inhalt]] verlustig gegangenen [[Natur]] entspringt, treibt sie mit der Kraft ihrer negierten Inhalte zur [[Reduktion]] ihrer [[qualitativen]] Bestimmtheit, zur Anpassung ihrer Existenzform durch deren [[Quantifizierung]] mit der [[Energie]], die sie ihren abgezogenen Inhalten entnimmt und durch irgendeine Art der [[Befriedigung]] ihrer Naturnotwendigkeiten umsetzt. Als [[Naturmacht]] ihrer [[Negation]] kann sie nur noch [[gleichgültig]] gegen ihre Inhalte sein und sich diesen aus ihrer [[körperlichen]] [[Notwendigkeit]] entziehen. Aus [[Regungen]] entstehen [[Erregungen]], aus Hunger Gewalt, aus [[Liebe]] Sex, aus [[Arbeit]] [[Wert]], aus gesellschaftlichen Lebensverhältnissen individuelle Lebensnot. Wo die Formen des Lebens nicht mehr durch ihren Inhalt bestimmt sein können, wenn dieser [[widersinnig]] geworden ist und keine wirkliche Form finden kann wirkt dessen Energie als substanzielle Kraft einer Formbestimmung fort. Er wird dann darin nur noch durch eine abstrakte Naturform vermittelt, aus der Substanz einer Form, deren Inhalte entzogen sind (z.B. einer [[abstrakt menschliche Arbeit]], einem [[abstrakt menschlichen Sinn]], einer abstrakt menschlichen Gesellschaft).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[substanzielle]] Argumentation einer [[Theorie]] besteht aus der [[Elementarform]] ihrer [[Begriffsbildung]]. Elementarform ist daher die [[Form]] der [[Elemente]] eines [[ganzen]] Zusammenhangs, die [[allgemeine]], also für alle gemeinhin [[notwendige]] [[Form]], worin deren [[Inhalte]] durch ihre [[Substanz]] vermittelt sind (siehe [[Begriffssubstanz]]). Wo sie [[verselbständigt]], also von ihren Inhalten [[abstrahiert]] wird, wird die [[Form]] auf ihre bloße [[Substanz]] [[reduziert]] und [[erscheint]] also [[abwesend]]. Weil und sofern ihre [[Inhalte]] also nicht [[wirklich]] [[da sein]] können, entsteht ein [[notwendiger]] Bedarf an [[Inhalten]] von gleicher [[Substanz]], der zur [[Formbestimmung]] dessen wird, was darin sein soll, was [[notwendiges]] Sein unter der [[Bedingung]] dieser [[Form]] erwirken muss, zu einer Abstraktionskraft wird, auch wenn sich darin der Inhalt durch die [[Verhältnisse]] seiner [[Form]] [[verkehrt]], zu einer [[Allgemeinheit]] seiner [[Formbestimmtheit]] wird (vergleiche hierzu die [[Entwicklung]] der relativen [[Wertform]] zur allgemeinen Wertform, bis zur Geldform, die sich im [[Warenfetischismus]] als gesellschaftich wirksam erweist).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was bei Hegel noch Ausdruck einer [[Reduktion]] auf das [[Wesen]]tliche sein soll, das &#039;&#039;in seiner Realität keinen Eintrag&#039;&#039; leidet, ist bei [[Marx]] das, was es [[nicht]] ist, was es nicht [[sein]] kann, was nur [[widersinnig]] [[erscheinen]] kann, weil es in [[Wahrheit]] [[abwesend]] und in seiner [[Wirklichkeit]] daher [[notwendig]] [[unwirklich]] [[wirksam]] ist. Es wirkt darin die bloße [[Negation]] aller [[Inhalte]], die reine, also abstrakte [[Substanz]], die umso drängender negativ wirkt, wie sich die Abstraktion entwickelt hat. Wo sie real ist, wo sie wirklich wirkt, da wirkt eine Abstraktion wie ein [[Trieb]], dem alle Inhalte verloren gegangen sind, wie ein Vakuum (siehe [[Nichtung]]), das alles aufsaugt, was da ist (siehe [[Dasein]]), weil es [[Sein]] muss, weil es zum Erhalt seiner Lebens[[substanz]] [[notwendig]] ist, auch wenn - und gerade weil - es nur noch abstrakt da ist und substanziell in einer Not ist, die nur durch inhaltliche Zufügungen gewendet werden kann. Obwohl es nur der Form nach existiert, gebietet deren Substanz einen Inhalt, der durch sie bestimmt ist (siehe [[Formbestimmung]]). Je allgemeiner diese wirksam wird, desto totaler und bestimmender wird sie (siehe [[abstrakt Allgemeines]]).&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Wolfram</name></author>
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		<title>Abstraktionskraft</title>
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		<updated>2026-05-26T06:39:38Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Wolfram: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;Für den ausgehungerten Menschen existiert nicht die menschliche Form der Speise, sondern nur ihr abstraktes Dasein als Speise; ebenso gut könnte sie in rohster Form vorliegen, und es ist nicht zu sagen, wodurch sich diese Nahrungstätigkeit von der tierischen Nahrungstätigkeit unterscheidet. ... Die Vergegenständlichung des menschlichen Wesens, sowohl in theoretischer als praktischer Hinsicht, gehört dazu, sowohl um die Sinne des Menschen menschlich zu machen als um für den ganzen Reichtum des menschlichen und natürlichen Wesens entsprechenden menschlichen Sinn zu schaffen. [[(MEW 40 S. 542).]]&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im [[Widerspruch]] wird der [[Inhalt]] seiner [[Form]] aufgehoben. Doch wo der [[Inhalt]] darin nicht aufgehoben ist (siehe [[Aufhebung]]), da herrscht durch die bloße Anwesenheit eines Nichtsein [[Nichts]]  die [[Kraft]] seiner [[Nichtungen]], durch seine [[Abstraktionskraft]] also die [[Kraft]] einer wesentlichen [[Aufhebung]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den Verhältnissen der Selbstgefühlen entsteht ein Kampf um das dominierende, das [[prominente]] [[Selbstgefühl]], das diurch swine Abstraktionskraft in der Lage ist, eine Macht ihrer psychischen Beziehungen einzustimmen (siehe Kult) und das vor allem durch den Mehrwert ihrer persönlichen Repräsentanz über die Empfindungen herscht. Es entwickelt sich durch die Erzeugung von Minderwertigkeiten (siehe auch [[Minderwertigkeitsgefühl]]) seine [[Not]] nicht [[erkennen]] kann oder [[will]] (siehe auch [[Dummheit]]), tötet das [[Leben]] seiner Empfindungen, den wesentlichen Momenten ihrer [[Wahrnehmungsidentität]]. Abstraktionskraft ist die [[Kraft]] einer [[Not]], die sich gegen sich selbst wendet (siehe [[Notwendigkeit]]), weil sie in der [[Tautologie]] ihrer [[Widersinnigkeit]] (siehe [[Widerspruch]]) ihre [[Not]], ihre in der [[Not]] verbliebene [[Substanz]] aufgezehrt, sich selbst genichtet (siehe [[Nichtung]]), sich selbst abgetötet (siehe [[tote Wahrnehmung]]) und sich deshalb gegen ihre eigene [[Notwendigkeit]], sich gegen sich selbst verloren hat (siehe auch [[Selbstverlust]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wo die [[Lebensverhältnisse]] der Menschen nur noch durch ihre [[Anwesenheit]] bestimmt sind, wo sich ihre [[Selbstwahrnehmung]] nur noch auf einen [[abstrakt menschlichen Sinn]] oder eine [[abstrakt menschliche Arbeit]] [[reduzieren]] kann, verkehrt sich ihr Inhalt unmittelbar im Gemenge ihrer Form, worin sie über ihren Grund hinwegtäuscht. Weil sie darin sich überhaupt nur noch in einer leeren [[Zwischenmenschlichkeit]] oder Arbeit [[verwirklichen]] kann (siehe [[Begriffsssubstanz]]), wird sie auch nur auf eine [[abstrakte Allgemeinheit]] ihrer [[Beziehungen]] [[reduziert]], die ihre [[Masse]] durch die [[Dichte]] ihrer Wirklichkeit bestärkt und [[quantifiziert]] (siehe [[Begriffsgröße]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Abstraktionskraft entsteht mit dem Ende einer [[lebendigen]] [[Dialektik]], mit ihrem [[Tod]], der nur noch der [[Form]] nach ihre [[Energie]] als [[Trieb]] einer [[Nichtung]] ihrer sinnlichen Gewissheit darstellt (siehe z.B. [[Tote Arbeit]], [[tote Wahrnehmung]]). Weil sie in ihrem [[Anderssein]] keine [[Entwicklung]], keine Veränderung, keine [[Not wendende]] [[Position]] finden konnte bestimmt sie die Verdopplung ihrer [[Form]] zu einer [[allgemeinen]] [[Formbestimmung]], [[negiert]], [[isoliert]] und [[totalisiert]] ihren [[Inhalt]] (siehe z.B. [[Todestrieb]]). In der [[Masse]] vereinigt sich die ausgeschlossene und also [[ausschließliche]] [[Kraft]] der [[Menge]] im Maß der [[Dichte]] ihrer [[Ungewissheit]], der [[Gegenwärtigkeit]] bzw. [[Anwesenheit]] ihrer [[abstrakten]] [[Elemente]] ihrer [[Begriffssubstanz]], die ihren [[pervertierten]] [[Sinn]] in der eigenständigen [[Energie]] ihrer [[Masse]] findet und als diese auch [[empfindet]] - bzw. ihre [[Wirkung]] auf sich sucht (siehe auch [[Sucht]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Masse]] ist die Beschreibung einer unbestimmten [[Quantität]] des [[Materials]] ihrer [[Beziehungen]], die Vermengung von Vielem durch ihre [[Verallgemeinerung]] in einem [[bestimmung]]slosen Zusammengehen unterschiedlichster [[Qualitäten]], die nur durch ihre [[Dichte]] über eine [[Kraft]] ihrer [[Wirklichkeit]] verfügen. Vieles wird auf diese Weise zu einem Gemenge wie etwas [[Ganzes]], das nichts [[Ganzes]] zum [[Inhalt]] hat, sondern gerade hiervon [[abstrahiert]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So bekommt jede [[Masse]] eine eigene [[Substanz]] durch die [[Form]] ihrer [[abstrakten]] [[Beziehungen]], die als [[Formbestimmung]] durch die [[Abstraktionskraft]] ihrer [[Begriffsssubstanz]] sich aus ihrer bloßen [[Masse]] mit einer unbestimmten [[Kraft]] aufdrängt (siehe [[Begriffsgröße]]), die dadurch leicht &#039;&#039;von Sinnen&#039;&#039; ist und sich zu einer inneren Gewalt [[verselbständigt]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Abstraktionskraft treibt nach [[fremdem]] [[Inhalt]], welcher die [[Nichtung]] einer abgebrochenen [[Beziehung]] füllen kann, weil er sein [[veräußertes]] [[Anderssein]] durch seine Besonderheit[[täuscht]], durch die [[Verkehrung]] ihres besonderen [[Inhalts]] einer ihr äußerlichen allgemeinen [[Form]] folgt (siehe z.B. [[Wertform]]), von daher nur in der [[Form]] folgerichtig [[vermittelt]] ist (siehe z.B. [[Fetisch]]). Sie entsteht im [[abstrakt]] [[Allgemeinen]], das in der [[Masse]] der [[Abstraktionen]] aus den [[Widersprüchen]] des [[Daseins]] ihrer [[Inhalte]] diese zu ihrer bloßen [[Form]] [[verkehrt]] hat und als [[Kraft]] ihrer [[Negation]] bewahrt. Darin wirken ihre [[veräußerten]] [[Inhalte]] als [[Substanz]] einer [[Kraft]] ihrer entleerten [[Form]], die sich in ihrer Form zu deren Bestimmung (siehe [[Formbestimmung]]) aufsummiert und [[verselbständigt]]. Diese [[Verselbständigung]] formuliert schließlich die von ihren [[Inhalten]] entleerte [[Substanz]] einer [[allgemeinen]] [[Beziehung]] als eine besondere freigestellte [[Form]] (siehe z.B. [[Wertform]]), die nurmehr deren [[abwesende]] [[Kraft]] als [[Trieb]] ihrer [[Veräußerung]] [[verkörpert]] und als [[Angst]] um das [[Abwesende]] der [[Wahrnehmung]] bestimmt (siehe [[Körperfetischismus]]), was die [[Angst]] des [[Entäußerten]] [[praktisch]] durch die [[Entfremdung]] von ihrem [[wahren]] [[Sein]] betreibt. So entsteht das [[notwendige]] [[Bedürfnis]] aus ihrem [[ganzen]] [[Sein]] das gebrochene [[Ganze]] in einer [[allgemeinen Form]] zu beschaffen, um dem [[Gefühl]] eines totalen [[Unheils]] zu entkommen (siehe hierzu auch [[heile Welt]]). Doch das [[entwirklicht]] die [[Wahrnehmung]] überhaupt, denn die betreibt das leere [[Sein]] durch ihre [[Kraft]] im äußeren [[Sein]], im [[Sein]] außer sich, als [[Kraft]] der [[Negation]] im reinen [[Anderssein]], als das [[Sein]] ihrer [[Nichtung]] aus einem ihr [[äußerlich]] bestimmten[[Dasein]], – das heißt: durch ihr [[Nichtsein]], also im [[Nichts]] ihrer [[Anwesenheit]] [[bestimmt]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese [[Nichtung]] bestimmt daher die reine [[Form]] ihrer [[Negation]] und bezieht eine erneuerte [[Anwesenheit]] durch die [[Reduktion]] ihrer [[Wahrheit]], indem sie sich darin in ihrer leeren Beziehung als [[allgemeine Form]] für sich bewahrt, ihre Regungen als bloße Erregung, als Gefühl für sich durch sich bewährt (siehe z.B. auch [[allgemeine Wertform]]). In [[abstrakten]] [[Beziehungen]] [[erscheint]] die [[Menge]] von ihrem [[Inhalt]] [[getrennt]] als eine [[negative]] [[Masse]] ihrer [[Subsztanz]], die ihre [[Qualität]] von ihrer [[Form]] abgespalten hat. Ihre [[inhaltche]] [[Macht]] wird hierbei in sich [[entzweit]] in das [[Anwesende]] und [[Abwesende]] seines [[Daseins]]. Dieses selbst wird zu einer [[verselbständigten]] [[Form]] einer [[Nichtung]] ihres [[Wesens]]. Das setzt sich daher als bloße [[Nichtung]] in einer [[Form]] seiner [[Negation]] durch, die [[inhaltlich]] [[abstrakt]], also unbestimmt ist und daher ihre [[Formbestimmung]] immer allmächtiger werden lässt (siehe hierzu auch [[Kapital]]), weil das, was [[abwesnd]] ist als eine negative Substanz im [[Ganzen]] ihrer im Allgemeinen abstrakt gewordenen [[Form]] wie eine leere [[Anwesenheit]] wirk. Man sagt dazu schlicht: &#039;&#039;The Winner takes it all!&#039;&#039; (siehe auch [[Geld]])&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wo das [[Einzelne]] nicht im [[Allgemeinen]] aufgeht weil es von ihm abgesehen wird (siehe [[Abstraktion]]), wo es also durch eine [[allgemeine]] [[Absicht]] [[getrennt]] und [[ausgeschlossen]] ist, wird das [[Allgemeine]] zum [[abstrakt Allgemeinen]] (siehe [[Norm]]). Es wird zu einer [[allgemeinen]] [[Bestimmung]] gegen das [[Einzelne]] und wird darin ganz einfach in einem [[abstrakt allgemeinen]] [[Dasein]] &#039;&#039;verschluckt&#039;&#039;, indem es ihrem bloßen [[Sein]] durch die [[Verallgemeinerung]] seiner [[Abstraktion]] die [[Kraft]] seiner [[wirklichen]] Lebenszusammenhänge nimmt. Wo sie wahr ist erschließt die Abstraktion in ihrer Allgemeinheit die [[Substanz]] ihrer [[Begrifflichkeit]] (siehe hierzu [[Begriffssubstanz]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Umgekehrt gilt dies auch für Verluste (siehe z.B. [[Selbstverlust]]): In jeder derart [[akkumulierten]] [[Abstraktion]] erzeugen die [[Schmerzen]] der [[abgeschiedenen]] [[Nichtungen]] eine [[Kraft]] der [[Negation]], die [[substanziell]] nur die [[Nichtung]] ihrer [[Substanz]] darstellen und [[antreiben]] kann (siehe z.B. [[Todestrieb]]). Von da her ist die Abstraktionskraft eine [[Kraft]], die von einem [[abwesenden]] [[Wesen]] betrieben wird (siehe auch [[Form]]). Ein [[Ganzes]] ist der Zusammenhang seiner [[Teile]], der [[Eigenschaften]] seiner [[Verhältnisse]]. Weil das [[Einzelne]] im Jenseits seiner [[Beziehungen]] nur [[zufällig]] da zu sein scheint, weil es da und dort in [[Wahrheit]] noch [[beliebig]], also nach dem Belieben irgendwelcher [[Wesen]] [[da ist]], hat es sein [[subjektives]] [[Wesen]] noch außer sich. Und was [[abwesend]] ist, das zieht das an, was ihm im [[Verhalten]] zu einer ganzen [[Gegenwärtigkeit]] fehlt (siehe auch [[Fetisch]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der [[Abstraktion]] eines [[allen gemeinen]] [[Verhältnisses]] treibt es durch sein [[abstrakt allgemeines]] [[Wesen]] zur [[Totalität]] seiner [[Form]] (siehe [[Beziehung]]). Im [[Betrieb]] [[abstrakter]] [[Verhältnisse]] entsteht ein [[Trieb]] der [[Ohnmacht]], für die jede [[Macht]] übermächtig [[erscheint]], weil darin ein [[abstrakter]] Zusammenhang wie eine [[fremde Kraft]] wirkt (siehe [[Trieb]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Abstraktionskraft wird meist personifiziert begriffen als [[Fähigkeit]] einer [[Abstraktion]] des [[Denkens]] (siehe [[Gedankenabstraktion]]). Doch ein Gedanke kann nur Kraft enthalten, wenn er seine [[Wahrheit]] in ihrer [[Wirkung]] und [[Wirklichkeit]] erfährt, wenn er dort das [[materialisierte]] Streben einer [[Realabstraktion]], das Treiben eines [[abwesenden]] [[Wesens]] im bloßen [[Dasein]] der [[Masse]] [[erkennt]], den [[Trieb]] der [[Formbestimmung]] einer [[Masse]] als [[Verallgemeinerung]] einer [[prominenten]] [[Abstraktion]] beschreibt (siehe [[abstrakt Allgemeines]]). Diese ist durch ein [[abwesendes]] [[Wesen]] [[ermächtigt]] jeden [[Inhalt]] sich [[einzuverleiben]], der ihr [[substanziell]] zukommt (siehe [[abstrakt menschliche Arbeit]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Vakuum gilt alles gleich, soweit es als [[stoffliche]] [[Tatsache]] einfach nur [[da ist]] (siehe [[Dasein]]). So ihr Inhalt auch in seiner [[Nichtung]] zu einem [[Inhalt]] seiner [[gleichgültig]] gewordenen [[stofflichen]] [[Elemente]], die allein schon durch das [[Format]] ihres [[Daseins]] in der Lage sind, eine [[Negation]] zu [[verwirklichen]] und ihnen damit eine [[positive]] Zuwendung durch ihre bloße [[Form]] zu [[vermitteln]], ihre [[abwesenden]] [[Inhalte]] in einen [[allgemein]] [[gleich geltenden]] [[Sinn]] zu bewahren. So [[ermächtigt]] sich ihre bloße [[Substanz]] als [[abstrakt Allgemeines]] gegen ihre im [[Gemenge]] ihrer [[Einzelheiten]] verbliebene [[Anwesenheit]]. Durch diese [[mächtig]] gewordene [[Gleichgültigkeit]] [[verhält]] diese sich gegen ihre [[Inhalte]] als reine Daseinsform, als bloße [[Tatsache]] des [[Soseins]], worin sich das [[Verhältnis]] der [[Inhalte]] zu ihrer [[Form]] durch ihre [[Formbestimmung]] nur in seiner [[verkehrung]] [[entwickeln]] kann (siehe hierzu auch [[Fetischismus]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine [[Abstraktionskraft]] ist die [[Wirkung]] einer [[entäußerten]] [[Beziehung]]. Sie entsteht im [[Trieb]] ihres Unfriedens in einer unbefriedigten [[Beziehung]], die sich [[sinnlich]] [[verselbständigt]] hat, die also gewalttätig wird, wo und weil sie [[unsinnig]] geworden, wo sie [[substanziell]] außer sich geraten ist und im [[Trieb]] ihrer [[wesentliche]] [[Lebensäußerung]] entstellt und in ihrer Entstellung entstellt sit, die sie [[verrückt]] macht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weil eine Abstraktion nur für sich, nur [[privat]] existieren kann, weil [[Nichts]] nicht durch sich [[Sein]] kann, sich also in [[Wahrheit]] nur im [[verhalten]] für sich in seiner [[Vereinzelung]] durch sich auf sich als das zurück kommt, was es nicht ist (siehe [[Selbstwert]]). Wo es also auf sich nur durch seine [[Nichtung]] auf sich zurückfallen kann, [[ermächtigt]] sich sein [[abwesendes]] [[Wesen]] zu einem [[Wesen]] im [[Allgemeinen]] (siehe [[Allgemeinwesen]] ), im Jenseits seiner [[Sinnlichen Gewissheit]]. In der [[Verallgemeinerung]] setzt sich die [[Masse]] durch. Es entsteht eine [[mächtige]] [[Allgemeinheit]] durch die im [[Form]] von dem, was seinen [[unmittelbaren]] [[Sinn]] verloren, in seiner [[verallgemeinerten]] [[Negation]] nur noch im [[Nichts]] hat und dadurch herrscht, dass er nicht [[wirklich]] [[wahr]] sein kann (siehe [[Nichts]]), dass es [[negiert]] worauf es gründet, dass sein Grund also durch die [[Negation]] in seiner [[abstrakt allgemeinen]] [[Substanz]] über seine [[Abstraktionskraft]] sich [[verkehrt]] und über seine [[Einzelheit]] allgemein wird. [[Gesellschaft]] wird so zum [[Wesen]] einer Fiktion (siehe [[Fetischismus]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dem [[phänomenologischen]] [[Denken]] und den ihm verwandten [[Begriffsbildungen]] der [[bürgerlichen Wissenschaften]] (siehe z.B. [[Strukturalismus]], [[Positivismus]], [[Pragmatismus]], [[Idealismus]], [[Systemtheorie]]) ist es [[gänzlich]] [[fremd]], wie und warum eine Welt, die sich rein [[ontologisch]] [[verstanden]] durch das [[Leben]] der Menschen und ihrer [[Lebensverhältnisse]] (siehe [[Gesellschaft]]) in ein Herrschaftsverhältnis [[verkehren]] kann, wie und warum &#039;&#039;die weltliche Grundlage sich von sich selbst abhebt&#039;&#039; und mit sich selbst in einen [[Widerspruch]] geraten kann. Und natürlich erscheint sie sich durch das Unvermögen solcher Begrifflichkeiten unabänderlich, also durch ein den Menschen [[äußerlich]] verbliebenes, also [[fremdes]] [[Wesen]] auf [[ewig]] [[bestimmt]]. Erst mit einem [[materialistische]] [[Begriff]] der [[Entfremdung]] (siehe [[historischer Materialismus]]) lässt sich darlegen, wie und warum es [[Verselbständigungen]] [[allgemeiner]] [[Beziehungen]] und Verbindlichkeiten zu einer [[abstrakt allgemeinen]] [[Wesenheit]] und [[Macht]] durch ihre bloße [[Anwesenheit]], durch ihrer [[Vergegenwärtigung]] gekehrt werden können. Dies ist die [[wesentliche]] [[Erkenntnis]] einer gigantischen [[Täuschung]], einer [[Verkehrung]] von [[Form]] und [[Inhalt]] abstrakter Verhältnisse, die diese Umkehr darstellen und substanziell erkennbar macht, also den blanken &#039;&#039;Rest&#039;&#039; (siehe [[Abstraktionskraft]]) [[widersprüchlicher]] [[Beziehungen]] aufdecken und durch die [[Macht]] eines konkreten gesellschaftlichen Wesens der [[Ohnmacht]] veränderbar machen können, wenn die [[abstrakte]] [[Substanz]] mit ihren [[wirklichen]] [[Inhalten]] [[begreifbar]] werden, das [[Verkehrte]] selbst als [[Sinn]] und [[Zweck]] der Umkehrung der herrschenden [[Wirklichkeit]] der [[abstrakt]] verbliebenen gesellschaftlichen Verhältnisse (siehe [[Realabstraktion]]), als Inhalte einer [[Revolution]] des [[gesellschaftlichen]] [[Wesens]] der menschlichen [[Geschichte]] [[erkannt]] sind (siehe z.B. hierzu auch [[Arbeiterbewegung]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im [[abstrakten]] [[Verhältnis]] werden [[Inhalte]] durch ihre [[Widersprüche]] [[aufgehoben]], dem [[Inhalt]] nach also [[nichtig]]. Die [[Substanz]] einer verlorenen [[Beziehung]] verlangt nach aber nach einer [[unbedingten]] [[Inhaltlichkeit]] ihrer [[abwesenden]] [[Gewissheit]], Abstraktionskraft ist die [[Kraft]] einer [[verselbständigten]] [[Negation]] in einem [[widersprüchlichen]] [[Lebensverhältnis]]. Im [[Allgemeinen]] einer [[Abstraktion]] verbleiben die [[Einzelheiten]] in ihrer bloßen [[Masse]] als [[Kraft]] einer [[inhaltlich]] entleerten [[Substanz]]. Die [[Abstraktionskraft]] der Masse konzentriert sich in einer Gewalt ihrer [[abwesenden]] [[Inhalte]] und wid zu einer Gewalt ihrer [[Nichtigkeit]] bis hin zu ihrer [[totalen]] [[Nichtung]] durch ihre [[Vernichtung]]. Von da her werden mit zunehmender Masse ihre bestimmten Inhalte immer [[gleichgültiger]] und die [[Relationen]] ihrer [[qualitativen]] [[Inhalte]] unterrepräseniert, das Verlangen nach einer überrepräsentativen [[Ganzheit]] wird dadurch brutalisiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Abstraktionskraft stellt sich also die [[Substanz]] einer [[widersprüchlichen]] [[Identität]] als eine von ihren [[Inhalten]] freigestellte [[Substanz]] (siehe z.B. auch [[Wertsubstanz]] des [[Geldes]]), als reine [[Substanz]] einer [[verselbständigten]] [[Begriffsgröße]] der [[abwesenden]] [[Inhalte]] ihrer [[Begriffssubstanz]] als reine [[Energie]] – z.B. als [[abstrakt menschlicher Sinn]] – dar (siehe [[Trieb]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der [[Gegensätzlichkeit]] einer [[widersprüchlichen]] [[Entwicklung]] ergibt sich eine [[Beziehung]] allein über ihre [[substanzielle]] [[Identität]] in der [[Einheit]] ihrer [[Gegensätze]]. Darin [[verhält]] sich allerdings nur ihre [[Form]] zu ihren [[Inhalten]] als [[Formbestimmung]] ihrer [[Veränderung]], die ihr [[äußerlich]] verblieben ist, weil sie darin [[veräußert]] und zugleich [[entäußert]] – also doppelt außer sich – geraten sind und in dieser [[Form]] als selbständige [[Negation]] außer ihrem [[Inhalt]] geraten sind. Es hat sich hieraus eine [[Kraft]] aus den [[negierten]] [[Inhalten]] ergeben, von denen die [[Form]] selbst [[abstrahiert]] und als [[Formbestimmung]] ihrer [[Abstraktion]] zum [[Inhalt]] der [[Triebkraft]] eines [[abstrakt Allgemeinen]] [[Antrieb]] wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;Der konkrete Inhalt, die wirkliche Bestimmung, erscheint als formell; die ganz abstrakte Formbestimmung erscheint als der konkrete Inhalt.[[(MEW 1, Seite 216)]]&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn ein [[Wesen]] keinen Inhalt hat, wenn es ohne [[Form]] nur [[abwesend]] ist, weil seine [[Inhalte]] nicht durch sich sind, sich also nur durch die [[Form]] ihrer [[Natur]], als [[Naturalform]] für sich [[verwirklichen]] können, sind sie in [[Wahrheit]] ohne [[Wirkung]], also [[entwirklicht]] (siehe z.B. [[Tauschwert]]). Wo eine [[Form]] sich als [[Form]] für sich hernehmen muss, sich selbst nur aus ihrem [[Dasein]] reflektieren kann, da bestärkt sie sich gegen ihren [[Inhalt]] (siehe z.B. [[Wert]]). Und weil sie dann für sich [[ohnmächtig]] ist und sich nur außer sich in einer [[negierten Identität]] begründen kann, entsteht mit ihrer [[Verallgemeinerung]] eine verdoppelte [[Wirkung]]: eine inhaltslose [[Form]] eines [[veräußerten]] und also [[nichtig]] gewordenen [[Inhalts]] (siehe [[Entäußerung]]). Diese wird durch deren [[negative Identität]] gegen deren [[Inhalt]]e [[mächtig]], zur [[Formbestimmung]] ihrer [[Inhalte]], die ihr [[wesentlich]] fremd geworden, aber immer noch – wenn auch nur [[tatsächlich]] – da sind (siehe [[Dasein]]), und also nur eine [[abstrakte]] [[Wirkung]] haben, nach der sie treiben (siehe [[Trieb]]), weil sie die [[ausschließliche]] [[Wirkkraft]] ihrer [[Abstraktion]] inne hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wo ein organischer Lebenszusammenhang zerteilt, in sich selbst [[getrennt]] wird (siehe [[Teilung der Arbeit]]), gewinnt das in der [[Abstraktion]] [[abwesende]] [[Sein]] [[Macht]] über das [[Dasein]]. Im Mangel entsteht ein Verlust an dessen konkreter und bestimmender [[Substanz]]. In der bloßen [[Tatsächlichkeit]] ihrer [[Existenz]] herrscht eine [[Ohnmacht]] im [[Dasein]] der abgetrennten und also nurmehr [[abstrakt]] [[gegenwärtigen]] [[Wirklichkeit]], eine [[Nichtung]] dessen, was ihren Zusammenhang bestimmt (siehe [[Negation]]), eine [[Kraft]] der [[abwesenden]] [[Substanz]] aus der [[Reduktion]] im Organismus des [[Ganzen]], das sich in der [[Kraft]] seiner [[nichtig]] gewordenen [[Inhalte]], durch die in ihrem [[Nichts]], durch ihre [[nichtig]] gewordenen [[Inhalthaltlichkeit]] in ihrer [[Form]] gegen sein organisches [[Dasein]] [[bestimmt]], zu einer [[Formbestimmung]] seiner [[Beziehungen]] wird. Ein [[Ganzes]] ist der Zusammenhang vieler [[Elemente]] eines [[eigenen]] [[Wesens]], die Gesamtheit der [[Eigenschaften]] seiner vielfältigen [[Beziehungen]]. Ihre [[Kraft]] wird zur [[Abstraktionskraft]], zu einer [[Kraft]] der [[Negation]], die dem entspringt, was in der [[positiven]] [[Wirklichkeit]] nicht ist, die [[Energie]] von dem, was durch deren [[Positionen]] [[aufgehoben]] ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Abstraktionskraft]] wird von der [[substanzielle]] [[Not]] einer [[Getrenntheit]] angetrieben. Sie ist die [[Kraft]] einer [[Nichtung]], also das, was ohnedies in [[Wahrheit]] als leere [[Form]] einer [[abwesenden]] [[Substanz]], also für sich rein [[Nichts]] wäre. Doch dieses hat nicht nur eine Vergangenheit, sondern auch eine [[abstrakte]] [[Bestimmtheit]] durch sich, durch die [[Tatsache]] seiner [[Existenz]]. In einer [[wirklichen]] [[Geschichte]] verhalten sich ihre [[Inhalte]] in den [[Formen]] ihrer [[Existenz]]. Und sie [[beziehen]] sich auf sich als über die [[Form]] ihrer [[Inhalte]] vermittelt (siehe [[historischer Materialismus]]). Dialektik reflektiert einen [[geschichtlichen]] Bruch, einen Abbruch [[inhaltlicher]] [[Beziehungen]] in deren [[Formationen]] als [[Verhältnisae]] einer in sich [[getrennten]] [[Ganzheit]], als [[Beziehungen]] in einem [[Ganzen]] der voneinander [[isolierten]] [[Teile]], die ihren Zusammenhang nur außer sich haben können. Aus der [[Wesensnot]] ihrer hierdurch ungewissen und also [[abstrakt]] gewordenen [[Beziehung]] heraus, in der [[Not]] ihres Mangels, in der [[Notwendigkeit]] einer [[abstrakt]] gewordenen, einer von ihrem Gewordensein und Werden [[getrennt]] [[begründeten]] [[Beziehung]] müssen sie ihren Zusammenhang aus ihrer Ungewissheit durch die [[Entfremdung]] von ihrer [[Existenzform]] finden und verbleiben als [[Macht]] und [[Energie]] einer durch die [[Substanz]] ihrer [[Veräußerlichug]] vermittelte [[Form]] als eine ihr [[äußerliche]] [[Formbestimmung]] – z. B. als [[astrakt menschliche Arbeit]] – [[wirksam]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weil also das Abstrakte von seiner [[Natur]] [[getrennt]] ist kann [[natürlich]] ein Nichts als solches nichts [[Wirkliches]] sein. Es ist das rein [[Abwesende]], das durch seine in Nichts [[aufgehobene]] und aufbewahrte [[Substanz]] ein unermessliches Verlangen nach Allem hat, was aus seiner [[Trennung]] von allen [[Beziehungen]] verbleibt. Im Vakuum seiner Bezogenheiten wirkt es rein [[negativ]] als [[Abstraktionskraft]], die als eine [[negative]] [[Kraft]] das [[abwesende]] [[Wesen]] ihrer [[geschichtlichen]] [[Beziehung]] enthält. Sie [[verkörpert]] in ihrer [[Unwirklichkeit]], was von ihr in völliger Beziehungslosigkeit, in der [[Gleichgültigkeit]] gegen ihren [[Inhalt]] als bloß [[allgemeine]] [[Tatsache]] verblieben ist (siehe auch [[abstrakt Allgemeines]]). Aber dies kann nur eine [[unwirkliche]] [[Wahrheit]] sein. Es ist als die [[Wahrheit]] unverwirklicher Verhältnisse, so [[logisch]] wie das &#039;&#039;Schwarzes Loch&#039;&#039; der Astrophysik. Es ist das total [[Abwesende]], das [[absolut]] [[Unwirkliche]] aller [[Wirklichkeit]], das durch seine [[Abwesenheit]] umso [[energischer]] [[wirksam]] ist, wo es nicht sein kann, weil darin alles [[Wesen]] verschwindet (siehe [[Abstraktionskraft]]), untergeht im Sog einer [[totalen]] [[Abstraktion]] des [[Sinnlichen]] schlechthin, wo es sinnlich sein muss was es nicht ist: Die reine [[Negation]], die zwischen allem ist, ein reines [[Dasein]] im [[Dazwischensein]] von allem, was zwischen dem Einen und dem Anderen unentwegt wechselt, was also im einen durch das Andere immer schon nichts sein kann, [[Negation]] der [[Negation]], also [[absolute]] [[Negation]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Abstraktionskraft ist also eine [[Kraft]], die im Abbruch einer [[inhaltlichen]] [[Beziehung]] sich als [[formeller]] Ausdruck ihres Verlustes äußert, zum [[Grund]] ihrer Formverwandlung wird (siehe auch [[Formbestimmung]]). Eine Abstraktion entsteht im Unvermögen, im Mangel einer [[Beziehung]] oder [[Geschichte]], die [[unsinnig]] abgebrochen wurde, die ihren [[Sinn]] nicht [[verändert]], sondern schlicht als [[Form]] seines [[Daseins]] ausgeschlossen hat. Sie hat daher keinen [[wirklichen]] Anfang und auch kein [[wirkliches]] Ende. In [[Wahrheit]] ist sie in ihrer [[Form]] nur eine [[Ordnung]], ein [[Tautologie]], der im [[Unsinn]] seiner [[Verhältnisse]] unendlich verläuft, solange sich der [[Widerspruch]], der ihm zugrunde liegt nicht [[wirklich]] [[aufgehoben]] wird. Und wo die [[Abstraktion]] sich in seiner Unwirklichkeit [[verallgemeinert]], sich als [[abstrakt Allgemeines]] [[verwirklicht]], hebt sie die [[Wirklichkeit]] auf, die ihr vorausgesetzt ist. Doch diese ist damit nicht einfach verschwunden; sie wirkt durch ihr [[abwesendes]] [[Wesen]] in der [[materiellen]] [[Substanz]] so wie sie [[tatsächlich]], nämlich abstrakt [[anwesend]] ist (siehe z.B. [[abstrakt menschliche Arbeit]]). Sie entwickelt eine [[Abstraktionskraft]], die rein [[negative]] [[Wirkungen]] erzeugt, die also aus dem nicht [[wirklichen]] [[Stoff]] seiner [[abwesenden]] [[Substanz]] sich als [[Kraft]] einer [[ausgeschlossenen]] und also [[ausschließlichen]] [[Beziehung]] [[nichtend]] [[verhält]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das [[abstrakt Allgemeine]] ist eine [[verselbständigte]] [[Allgemeinheit]], die sich als Macht aus der [[Aneignung]], aus der [[Einverleibung]] ihrer [[Einzelheiten]] herausgehoben hat und sich aus deren [[Vernutzung]] nährt. Der allseitige Aufbrauch ihrer [[Nützlichkeiten]] ist ihre [[Ressource]]. Deren [[vereinzeltes]] [[Sein]] geht in ihm unter wie es im [[Dazwischensein]] ihrer [[Nutzung]] aufgeht. Weil die [[Abstraktion]], die Unverbundenheit ihrer [[Substanz]], die aus der [[Getrenntheit]] ihrer [[Einzelheiten]] hervorgegangen ist (siehe auch [[abstrakt menschliche Arbeit]], [[abstrakt menschlicher Sinn]]), weil ihre Teilung (siehe hierzu [[Teilung der Arbeit]]) alles [[nichtet]], was aus ihren untergegangenen [[Beziehungen]] sich als [[Abstraktionskraft]] ermächtigt hat, kann nur im [[Nichts]] zwischen allem was ist, in ihrem [[Dazwischensein]] [[wahr]] sein und dadurch über alles [[Einzelne]] herrschen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Identität]] herrscht, wo etwas auf das zurückkommt, was es [[wesentlich]] ist (siehe auch [[Revolution]]). Es setzt allerdings voraus, dass sich etwas von sich, also in seinem [[Wesen]] von sich [[getrennt]], seine [[Form]] von ihrem [[Inhalt]] abgespalten, durch das [[Wesen]] einer [[abstrakten Allgemeinheit]] [[entfremdet]] hat (siehe [[Schmerz]]) - und welche [[Abstraktionskraft]] es noch als [[Formbestimmung]] zusammenhält. Es ist deshalb davon abhängig, wo und wie diese Rückkunft geschehen kann, wo sie sich auch vollziehen kann und muss, wo sich ihre [[Wesensnot]] wendet und also [[notwendig]] ist (siehe hierzu auch [[Wahrheit]]). Der seinem [[Material]] entzogene, der [[abstrahierte]] [[Stoff]], der reine [[Stoff]], ist bloße [[Energie]], die sich als pure [[Notwendigkeit]] darstellt, sich zu [[materialisieren]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Abstraktionskraft ist eine [[negative]] [[Kraft]] (bzw. ein [[Trieb]]), die danach strebt, eine [[abwesende]] [[Substanz]] zu [[verkörperlichen]], deren [[Abstraktion]] für die [[Wahrnehmung]] zu [[verwirklichen]]. Darin äußert sich die [[Notwendigkeit]] eines [[elementaren]] Mangels, der in seiner [[Einzelheit]] total geworden ist und durch seine [[Verallgemeinerung]] in ihrer [[Masse]] die [[Identität]] einer hohen [[Verdichtung]] sucht (siehe [[Dichte]]). Diese [[bestimmt]] die [[gesamte]] Form der [[Wahrnehmung]] im [[gesamte]], ist ihre [[Formbestimmung]], die ihren [[Sinn]] [[verkehrt]] (siehe auch [[Perversion]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gemeinhin wird eine Abstraktionskraft auch einem [[denkenden]] [[Subjekt]] zugerechnet, womit seine Fähigkeit benannt wird, eine rein [[gedankliche]] Tiefe im Fortgang seines konkreten [[Denkens]] gegen dessen [[Negation]] zu [[erkennen]], das [[abstrakt Allgemeine]] darin zu [[erschließen]], worin und wodurch sich das [[Wesen]] eines Zusammenhangs [[verselbständigt]] hat. Als Resultat einer [[Analyse]] [[bewahrheitet]] sich eine solche [[Abstraktion]] durch die Rückvermittlung auf den Zusammenhang der vielfältigen konkreten Beziehungen, wodurch aufgeklärt ist, wovon sie in [[Wahrheit]] vom [[Wesentlichen]] [[absehen]], was sich also als ein [[abwesendes]] [[Wesen]], als [[Wesen]] einer [[Abwesenheit]], einer puren [[Negation]] erwiesen hat. Was die [[Kraft]] [[abwesender]] Zusammenhänge ausmacht, ist daher ihre [[Negation]], die ihre konkreten [[Beziehungen]] abgebrochen, [[abgetrennt]] und verlassen hat und daher auf ihre konkreten Zusammenhänge nicht zurückkommen kann. Eine Abstraktionskraft ist daher die [[Kraft]] ausgeschlossener Zusammenhänge, ihr [[abgetrennter]] [[Sinn]], die [[Kraft]] einer unerfüllten [[Beziehung]], die ihren wirklichen [[Gegenstand]] verloren hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wo ein [[Sinn]] seinem [[Gegenstand]] nicht adäquat ist, nicht in der ihm entsprechenden [[Form]] existiert, weil er nicht verfügbar, deformiert oder ganz zerstört, einfach [[abwesend]] ist, wo seiner Existenzform also nicht der ihr nötige [[Inhalt]] zukommt, kann diese [[Form]] nur sein [[substanzielles]] Dasein als [[Gegenstand]] einer [[abstrakten]] [[Beziehung]] darstellen, als bloßer [[Körper]], als [[Stoff]] seiner [[Natur]]. Die [[Beziehung]] zu ihm reduziert sich in dieser [[Dialektik]] auf ein substanzielles Verlangen, wird zu einem [[Trieb]], der nurmehr die nackte [[Form]] von dem haben kann, worauf er sich bezieht. Diese [[Form]] ist dem Inhalt nach das [[Dasein]] ihres Mangels, ihr [[Negativ]], die [[Kraft]] einer [[Energie]], die sich nur [[verwirklichen]] kann, wenn sie das gegen seinen Mangel bestimmte [[Dasein]] aus der [[Notwendigkeit]] seiner [[Wesensnot]] antreibt. Sie muss ihre inhaltliche [[Not]] wenden und wird daher als [[Formbestimmung]] mächtiger als diese - eben [[notwendig]]. Um ihren [[Begriff]] zu [[erschließen]] muss sie als bestimmte [[Negation]] und zugleich gleichgültig gegen ihre [[Beziehung]] ent-deckt sein (siehe auch [[Kritik]]). Und so ist ihre [[Analyse]] die [[Bedingung]] ihrer [[Erkenntnis]] (siehe auch [[Kritische Theorie]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von daher gibt es diese Abstraktionskraft nicht nur als eine [[Gedankenabstraktion]]. Gedanken können das [[Abstrakte]] auch aus einer [[abwesenden]] [[Wirklichkeit]] ergründen, weil es darin ebenso real wie diese selbst auch wirken kann (siehe [[Realabstraktion]]). Was im Bedenken [[Ideologie]] bliebe kann sich auch selbst verwirklichen, wenn es ohne seine [[Wirklichkeit]], also im Verhältnis auf Anderes wirklich beziehungslos ist, nur fiktiv bleiben kann, weil es für sich beliebig wird. Es kann durch Ideologiekritik eben selbst seine Wirklichkeit erkennen, wenn es durch Analyse aus dem [[Wahn]] ihrer [[Wahrnehmung]] heraustritt, und ihr tatsächlich abstraktes verhalten realisiert, sich ihrem [[abstrakten Sinn]] entgegenstellt und diesen durch sich seine eigene Wirkung [[emanzipiert]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ohne dies entsteht in der bloß faktischen wirklichkeit die [[Kraft]] einer [[unwirklichen]] [[Macht]], einer [[fremden Kraft]], die sich ergibt, wo die [[Wirklichkeit]] sich selbst [[widerspricht]], [[widersinnig]] wird, wenn ihre [[Beziehungen]] nurmehr durch die [[natürliche]] [[Kraft]] einer [[aufgetrennten]] [[Sinnlichkeit]], z.B. von einem [[abstrakt menschliche Sinn]] beherrscht werden, die ihre [[Wahrnehmung]] durch ihre [[Erregung]] bedrängt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Denn wo [[Regungen]] ihre [[Gegenwärtigkeit]] verlieren, wo sie [[inhaltlich]] [[isoliert]] von ihrem Zusammenhang [[genichtet]] werden, verbleiben sie in [[Erregungen]], die nach einer [[Gegenwart]] außer sich, nach einer Heilung ihrer [[Erregungen]] im [[Heil]] ihrer Gebrochenheit mit ihrem [[Ganzen]] ihrer [[Wahrnehmung]] verlangen. [[Erregungen]] werden aber umso heftiger, je wirkungsloser sie bleiben. In ihrer [[Unwirklichkeit]] vereinigen sie sich in einer [[Kraft]], die aus der [[Nichtung]] ihrer [[Wirklichkeit]] ihre [[Selbstwahrnehmung]] gegen ihren [[Sinn]] ermächtigt, die von sich [[absieht]], um für sich mit sich außer sich, sich also sich [[abstrakt]] zu sich identifizieren. Sie äußern sich in [[Absichten]], die zu [[Gefühlen]] nach Vereinigung ihrer ihnen [[fremd]] gewordenen [[Wahrheit]], zu einer äußeren [[Wahrnehmungsidentität]] ihrer [[Selbstentfremdung]] treiben (siehe [[Trieb]]). Denn in der [[Abstraktion]] verfangen gibt es keinen Weg zurück in konkrete Zusammenhänge ohne dass diese erst [[wirklich]] aufgegeben worden wäre.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;Es ist ... unmöglich, von einer Abstraktion zu dem Gegenteil der Abstraktion zu kommen, wenn ich die Abstraktion nicht aufgebe. Der spekulative Philosoph gibt daher die Abstraktion der Frucht wieder auf, aber er gibt sie auf eine spekulative, mystische Weise auf, nämlich mit dem Schein, als ob er sie nicht aufgebe. [[(Marx, MEW 2, S. 60)]]&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Abstraktionskraft ist von da her in der [[Wirklichkeit]] ihres [[Wahnsinns]] eine [[Kraft]], die sich in abstrakten Verhältnissen und Beziehungen &#039;&#039;wie von selbst&#039;&#039; durchsetzt, indem sie deren [[Entfremdung]] als Substanzialisierung ihrer [[Entäußerung]] als [[Wirkung]] ihrer [[Äußerlichkeit]] als Antrieb aus der [[verselbständigten]] [[Form]] eines [[abwesenden]] [[Inhalt]] eines nichtig gewordenen [[Wesens]], aus dem [[Unwesens]] ihres Treibens, das als [[fremde Kraft]] wirkt, die sich nurmehr durch ihren [[Trieb]] erkennen lässt (siehe hierzu auch [[Todestrieb]]). Es ist die [[Kraft]] des Rückstands einer [[Nichtung]], eine [[Kraft]] der [[Negation]], die sich selbst verdoppelt hat, weil sie das [[Abwesende]] für sich selbst als bloßen [[Stoff]] ihrer [[Nichtung]] betreibt. Es ist die [[Kraft]] ihrer [[Selbstbezüglichkeit]] in der Nichtigkeit ihrer [[Verhältnisse]], also dort, wo sich [[Nichts]] allgemein, also als [[Form]] für sich [[verhält]], wo es [[allem gemein]] geworden ist, sich etwas [[Nichtiges]] seiner Inhaltslosigkeit als [[totale]] [[Nichtigkeit]], als [[Vernichtung]] von Inhaltlichkeit überhaupt [[verwirklicht]] und betreibt, also durchsetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die analytischen [[Psychologien]], die ihre [[Erkenntnisse]] nicht aus [[willkürlich]], bzw. [[statistisch]] erfassten [[Beziehungen]] der [[psychischen]] Zusammenhänge [[entwickeln]] können, weil sie sich über ihr [[eigenes]] [[Wesen]] über die wesentlichen [[Wahrheit]] ihrer [[Wissenschaft]] aufzuklären beanspruchen, weil sie sich und ihre [[Verhältnisse]] aus einem [[Widersinn]] ihrer [[Existenz]] zu [[befreien]] haben, können sich nicht einfach [[positiv]] ihrem [[Gegenstand]] zuwenden. Sie müssen als Erstes das Auseinanderfallen von [[qualitativen]] und [[quantitativen]] [[Formen]] ihrer [[substanziellen]] [[Existenz]] [[begreifen]], wo und weil ihr [[wesentlicher]] [[Inhalt]] [[abwesend]] ist. Hierfür ist die Frage zu beantworten, woraus die [[Psyche]] ihre eigene [[Energie]] bezieht, woraus sie die [[Kraft]] schöpft, welche solche [[Trennung]] nötig hat. Es kann nur eine [[Kraft]] gegen ihre [[Vernichtung]] sein, eine [[Kraft]] aus dem [[Nichts]], das noch nichts geworden ist, eine [[Kraft]], die sich hiergegen verhält und zugleich nur [[abstrakt]] sein kann. So ist die Frage verblieben, welche [[Kraft]] sich aus einer Abspaltung ergeben kann, was ihre [[Veräußerung]] [[quantitativ]] ausmacht und was sich aus der Trennung [[inhaltlich]] ergibt (siehe hierzu z.B. [[Teilung der Arbeit]]). Einer [[Teilung]] geht eine [[Ganzheit]] voraus, die als &#039;&#039;Ganzes vieler Eigenschaften&#039;&#039; (Hegel) die [[Einheit]] ihrer [[Wirklichkeit]] bewahrt. Für Hegel war diese [[Trennung]] als [[Schmerz]] einer [[Beziehung]] zu [[begreifen]], der [[empfindet]], was zugehörig ist und zugleich nicht zugehören kann, weil ihr Zusammenhang unterbrochen ist, weil ihr [[Inhalt]] [[negiert]] ist und nach anderen [[Formen]] strebt, um ein erneuertes [[Wesen]] zu gründen. Er kann seine [[Substanz]] nurmehr [[abstrakt]] bewahren, um sich [[inhaltlich]] zu erneuern, neu zu sich zu finden und in einem erneuerten [[Ganzen]] zu sich zu kommen. Dies macht die inhaltslose [[Form]] seiner [[Kraft]] aus: Die Abstraktionskraft als [[Triebkraft]] [[abstrakter]] [[Verhältnisse]] .&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Abstraktionskraft ist eine [[fremde Kraft]], eine [[Kraft]] der [[Negation]], die dem entspringt, was in der [[positiven]] [[Wirklichkeit]] nicht ist. Als [[Kraft]] der [[Entfremdung]] äußert sich darin die [[Energie]] von dem, was durch deren [[Positionen]] aufgehoben ist. Wo ein positiver Lebenszusammenhang unterbrochen, in sich selbst getrennt wird, entsteht ein Verlust an [[Wirklichkeit]], eine [[Nichtung]] dessen, was zusammengehört, eine [[Reduktion]] im Organismus des [[Ganzen]] (siehe auch [[Wert]]), das sich in der [[Kraft]] seiner nichtig gewordenen [[Inhalte]], durch einen nichtig [[bestimmten]] [[Inhalt]] in seiner [[Form]] gegen sein organisches [[Dasein]] bestimmt, zu einer [[Formbestimmung]] seiner [[Beziehungen]] wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein [[Ganzes]] ist der Zusammenhang vieler [[Elemente]] eines [[eigenen]] [[Wesens]], die Gesamtheit der [[Eigenschaften]] seiner vielfältigen [[Beziehungen]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;Der reiche Mensch ist zugleich der einer Totalität der menschlichen Lebensäußerung bedürftige Mensch. Der Mensch, in dem seine eigene Verwirklichung als innere Notwendigkeit, als innere Not existiert. [[(MEW 40, S.544).]]&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
in ihrer [[Gesellschaft]] - im Großen und [[Ganzen]] ihres Lebenszusammenhangs - entfalten die vielen darin [[bezogenen]] einzelnen [[Teile]] eine [[Kraft]], die sie durch den mächtigen Zusammenhang ihrer organischen [[Inhalte]], durch die [[Natur]] ihrer [[vereinzelten]] [[Existenzform]] [[erfahren]], die ihnen über jede [[einzelne]] [[Erfahrung]] hinweg schon inne ist - nicht weil sie darin schon angelegt wäre, sondern weil sie erst im Zusammenwirken der voneinander [[getrennten]] einzelnen [[Inhalte]], so dass die [[Wirklichkeit]] ihrer in sich [[verdichteten]] [[Substanz]] sich selbst [[äußerlich]] [[vermittelt]] wird und durch ihre [[allgemeine Form]] als eine [[fremde Kraft]] entsteht (siehe hierzu auch [[Entfremdung]]), die sich in ihrer [[Allgemeinform]] selbständig [[verhält]] (siehe hierzu z.B. auch [[Warenfetischismus]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So entsteht im Entzug einzelner [[Beziehungen]] - mit der [[Abstraktion]] ihrer [[Inhalte]] auf ihre [[Substanz]] - in der [[Einfältigkeit]] ihrer schieren [[Masse]] - eine [[Kraft]] aus ihrer zunehmenden [[Nichtigkeit]], die jedes [[Einzelne]] dahin [[treibt]], ihre [[Form]] zu [[verallgemeinern]], die aus dem [[Nichts]] ihres entleerten Zusammenhangs sprießt, zu einer [[Bestimmung]] durch ihre leere[[Form]], zu einem [[Wesen]] der [[Abstraktion]] wird, die ihre verbliebenen [[Inhalte]] vereint und hierdurch zu einem dritten [[Wesen]] als [[Formbestimmung]] [[wirkt]] (siehe hierzu [[Dialektik]]). Durch die [[Isolation]] der [[Inhalte]], durch die [[Auftrennung]] ihres Zusammenhangs entsteht aus ihrer [[ausgeschlossenen]], aus ihrer [[negierten]] [[Beziehung]] die [[Macht]] einer [[negativen Identität]], die über den Verlust ihrer [[Lebendigen]] [[Tätigkeit]] gegen sie mächtig wird, weil sie hieraus eine [[abstrakt allgemeine]] [[Wirksamkeit]] bezieht (siehe hierzu [[Tote Arbeit]], [[Tote Wahrnehmung]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine derart [[negative Identität]] bildet allerdings nicht selbst Neues, wie es die [[Logik]] [[Adornos]] suggeriert. Sie [[bezieht]] lediglich aus dem leblos gewordenen [[Stoff]] ihrer [[Geschichte]], aus ihrer Verwesung, aus dem, was ihr schon vorausgesetzt war, eine[[wahr]] [[Geschichte]] [[aufgehobener]] und oft auch einfach überhobener [[Inhalte]] eine [[Veredelung]] [[nichtig]] gewordener [[Beziehungen]]. So war z.B. die Erfindung der Dampfmaschine und Eisenbahn ein gewaltiger Schritt für die Menschheit. Ihr ersatzloser Entzug wäre schlagartig durch das Zerbrechen aller [[Strukturen]] katastrophal. Deshalb ist der Kapitalismus aus der hieraus erfolgten [[Trennung der Arbeit]] entstanden (siehe hierzu [[Historischer Materialismus]]). Es leuchtet aber jeder [[Fortschritt]] aus der [[Vernichtung]] nur so lange ein, wie ihre [[Geschichte]] in neuen [[Inhalten]] aufgeht, worin die alten - wenngleich auch in einer [[negativen Identität]] - jenseits der [[Substanzen]] des bisherigen [[Lebens]] [[aufgehoben]] und bewahrt sind. Doch genau dies wird von den [[bürgerlichen Wissenschaften]], namentlich durch ihren [[Strukturalismus]] und der [[Phänomenologie]] ihres [[hermeneutischen Zirkels]] geleugnet (siehe hierzu [[Systemtheorie]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jede [[Abstraktion]] entsteht immer schon im Abbruch von [[Beziehungen]], einer [[Trennung]], welche die [[Wirklichkeit]] ihrer [[Verhältnisse]] ausmacht, einer [[Wirklichkeit]] also, die ohne sie nicht [[wirklich]] [[wahr]] sein kann. Sie ist der darin [[entäußerte]], der &#039;&#039;unabgegoltene&#039;&#039; Rest ihrer [[Wahrheit]]. Wo [[sinnliche]] [[Beziehungen]] [[zwischen den Menschen]] durch die [[Ereignisse]] ihres [[Erlebens]] unterbrochen werden [[verallgemeinert]] sich dieser &#039;&#039;Rest&#039;&#039; in der bloßen [[Form]] einer [[Abstraktion]] zu einer eigenständigen [[Kraft]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Abstraktionskraft entsteht aus als [[Kraft]] einer leeren [[Form]], aus einer [[Nichtung]], aus dem [[Nichts]] ihrer [[Wirklichkeit]], aus dem Nicht-Vorhandensein, der [[Abwesenheit]] eines [[Wesens]], das [[notwendig]] für das [[Leben]] ist, das aber nicht [[wirklich]] leben kann. Nicht nur in der Psychologie, auch in der Evolutionstheorie (siehe [[Evolution]]) steht die Antwort auf die Frage aus, wie sich eine [[natürlich]] scheinende [[Kraft]] in einem [[selbständigten]] [[Trieb]] so äußern kann, dass er überhaupt in der Lage ist, sich von seinen inhaltlichen [[Gründen]] und [[Beziehungen]] abzustoßen und sich weit darüber hinaus durchsetzen und sich sogar gegen sie stellen und entwickeln kann (siehe hierzu auch [[Todestrieb]]). Es muss eine [[Kraft]] sein, die sich ihre [[Formbestimmung]] zu [[eigen]] macht und diese schließlich aus einem [[nichtigen]], einem vernichteten [[Wesen]] heraus [[bestimmt]] und durch seine eigene inhaltliche Leere, also durch [[Nichts]], nur durch die [[Tatsache]] seiner Existenz seiner bloßen Form, eben als [[abstrakt menschlichen Sinn]] verdoppelt, der keinen [[Inhalt]] mehr [[erkennen]] kann und sich von da her seiner eigenen [[Gründe]] entheben, sich seinem [[wirklichen]] [[Sein]] entziehen und sich hiergegen [[verselbständigen]] muss.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Denkbar ist dies nur, wenn man die Herkunft dieser [[Kraft]] aus etwas erklären kann, das darin nicht [[anwesend]], nicht unmittelbar wirksam ist und dennoch einer [[absoluten]] [[Notwendigkeit]] folgen muss, das also eine [[Kraft]] erzeugt, die in der reinen [[Form]] wirksam ist, weil sie ihrer [[Nichtung]] entspringt, ein mächtiges [[Nichts]] betreibt, das seine reine, seine [[isolierte]], durch sich und in sich aufgehobene [[Natur]] als bloße [[Lebenstatsache]] vollstrecken muss, um ihre inhaltliche Lebensnot auszuschalten (siehe auch [[Wesensnot]]), um zu vernichten, was nicht sein kann und doch sein muss, um am Leben zu bleiben. Es ist dies ein [[Trieb]], der sich selbst verkehrt hat, der seinen Antrieb [[perveriert]], weil er ihm nicht folgen kann. Das kann nur die [[Kraft]] der [[Substanz]] einer Lebensvernichtung im überleben der reinen [[Abstraktion]] des [[Lebens]] selbst, in seiner Konfrontation mit ihrem [[Tod]] sein (siehe hierzu [[Todestrieb]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Wirklichkeit der [[Vernutzung]], im [[objektiven]] [[Verhältnis]] des [[Nutzens]], im Verbrauch seiner [[Gegenstände]] entsteht eine [[selbständige]] Kulturform des Gebrauchs, die eine stetige Erneuerung nötig hat. Aber mit der politichen Verfügung über den reinen Gebrauch einer [[Sache]] (siehe [[Geld]] als [[Kaufmittel]]), über ihren [[Konsum]] bis zu ihrem Verbrauch (siehe auch [[Konsumkultur]]), verwirklicht sich mit ihrem Verwesen ohne Nachkommen, durch die [[Abwesenheit]] ihrer [[Geschichte]] eine stillschweigende [[Kraft]] ihrer bloßen [[Nichtung]], eine [[Abstraktionskraft]] gegen ihre [[Wirklichkeit]]. Diese Abstraktionskraft [[entwirklicht]] nicht nur ihre G[[Gegenwärtigkeit]], sondern [[abstrahiert]] auch von ihrer [[Substanz]] (siehe z.B. [[abstrakt menschliche Arbeit]] als die [[Wertsubstanz]] der [[politischen Ökonomie]]). Deren Abstraktionskraft entsteht in und durch die [[Abwesenheit]] ihrer [[körperlich]] konkreten [[Inhalte]], durch die [[Energie]] der ungesättigten [[Masse]] inhaltsloseer [[Beziehungen]]. Sie besteht lediglich aus der Anhäufung von einzelnen formlos gewordenen [[Existenzen]], also aus der [[Menge]] - bzw. im Gemenge - gleich geltender [[Inhalte]] (siehe [[Gleichgültigkeit]]), als Formation einer [[Energie]], die durch die Häufigkeit ihrer beliebigen Erscheinungsweisen sich [[verselbständigt]] und zu einer [[Abstraktionskraft]] wird. Sie ist ein Gemenge [[abstrakter]] [[Beziehungen]], deren [[Sinn]] sich im [[Zweck]] einer [[körperlichen]][[Verdichtung]] [[aufhebt]] und zu einer leibbhaftgen [[Abstraktionskraft]] wird. Sie bezieht ihre [[Kraft]] aus der [[Not]] eines [[abwesenden]] [[Wesens]] (siehe [[Schmerz]]), aus der [[Wesensnot]] einer [[verallgemeinerten]] [[Negation]] der [[Substanz]] eines [[Verhältnisses]], das ihrer [[abstrakten Allgemeinheit]] entspringt. Sie speist sich aus den aufgehobenen [[Beziehungen]] der vereinzelten (siehe [[)Elemente, derenReduktionsich durch dieverallgemeinerungihrerwirklichenSubstanzin derAusschließlichkeitihrer Verneinung, ihrerwirklichenNegationbestärkt, sich alsKraftihrer imAllgemeinenleeren Verbundenheit als Antrieb (siehe hierzuTrieb) aus der zerteiltenMasseihreabstrakten Allgemeinheitpotenziert, die durch dieReduktionder Wahrnehmungsinhalte auf ihre bloßeTatsächlichkeit, auf die Fakten dergewöhnlichenWahrnehmungentsteht. Deren darin verdoppelte Negation entwickelt einenausgeschlossenerSinnseinerVerhältnisse. Dieser wird auf dieabwesendeSubstanzseinerwirklichenBeziehungenreduziertund hierdurch zurPositioneinerabstrakten Allgemeineitder bloßen Erscheinungsformen (siehe hierzuPositivismus) von schlichtenGegebenheitenund wird durch dieDialektikseinerVerallgemeinerungalsAbstraktionskraftzumTriebungegenständlicherVerhältnisse(siehe hierzuEntfremdung).]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[Abstraktionskraft]] der [[Wertform]] ist doppelbödig, weil sie ihre [[Form]] durch ihren [[Inhalt]] und zugleich gegen ihn bestimmt und sich hierdurch zu einer immer mächtigeren [[Form]] [[verallgemeinert]]. Die [[Wirklichkeit]] einer [[Abstraktion]] wird daher von der mangelnden [[Substanz]], von ihrer [[abwesenden]] [[Inhalte]] betrieben, die sich im Vakuum betsiommungsloser [[Inhalte]], die sich als substnzielle Kraft ihrer existenzillen [[Tatsache]] gegen deren Nichtung zu einer bloßen [[Kraft]] ihrer , [[Abstraktion]], zu einer [[Abstraktionskraft]] [[verselbständigen]] . Die muss ihre [[negative]] Wirkung äußern und bestärken, um ihren Mangel durch bloße Anreicherung ihrer [[Masse]] auszugleichen. Beziehungslose Substanz kann allerdings nur eiee abstrakte Subbstanz sein, die ihre getrennten Inhalte als Bedingung ihrer Beziehungen allem zu Grunde lagt, was darin sich zu verwirklichen sucht. Als ein [[absrakt allgemeines]] [[Wesen]], als Wesen ihrer Abstraktion gewinnen solche [[Verhältnissedurch die Aufsammlungg zersplitterterBeziehungendie Macht einer massenhaften derAbstraktionals Verfügung über die Zusmmenhänge ihrervereinzeltenInhalteerfährt(siehe hierzuDialektik). JeallgemeinerdieseFormgegen ihre Inhalte zu einerverallgemeinertenForm wird, jeallgemeinerdieseVermittlungihrerInhaltenegiert wird, desto größer wird ihre Macht über dieEinzelheitenund desto stärker bildet sie mit Zunahme ihrerexistenzielleIsolationeine entleerteallgemeinheraus. Indem sie immer gleich geltender, alsogleichgültiggegen ihre vereinzeltenGewissheitenimmer ungewisser werden, aus denen sie ihren Zusammenhang haben, je ausgedehnter sie von ihren Inhalten absieht und von daher den Zusammenhang ihrerVerhältnissewesentlichabstraktbestimmt werden, als leereTatsacheihrer abstrakten Substanz verbleiben. Rein quantitativ wird sie daher zu einer übermächtigen Kraft ihrer Verhältnisse, zu derenabstrakter Allgemeinheit, derenWesenimEinzelnenimmerabwesenderist, sodass dasabstrakt Allgemeinezu einem allseits mächtigenWesenihrerqbstraktenSubstanzzu ihremTriebwird (siehe z.B.abstrakt menschliche Arbeit).]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In [[zwischenmenschlichen Verhältnissen]] entwickelt sich ein darin ausgeschlossene [[Selbstgefühl]] zum Antrieb einer durch ihre [[Verallgemeinerung]] [[verselbständigten]] Kraft einer [[entäußerten]] [[Wahrnehmungsidentität]], zur Kraft einer [[Selbstbehauptung]], der Behauptung eines [[ästhetishen Willens]], der durch den Ausschluss der bedrängenden Einwirklungen auf die [[Selbstwahrnehmung]] diese nichtig setzt (siehe hierzu auch [[Hass]]) und in seiner [[Verallgemeinerung]] zu einem [[Nichtungstrieb]] werden kann. Mit Trieb wird das Treiben einer nur [[begrifflich]] [[erkennbarenen]] [[Substanz]] bezeichnet, der [[Begriffssubstanz]] eines nur mittelbar wirkenden [[Wesens]], das als [[Grund]] für die [[Beziehung]] [[mystisch]] gebliebener [[Phänomene]] durch deren [[Analyse]] [[erkannt]] - oder auch nur bekannt - wurde und das aus deren [[Substanz]] ihre [[Geschichte]] [[erklären]] und von daher auch prognostizieren können sollte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von daher beschreibt Trieb ein [[logisch]] [[abstrakte]], und also unendlich bestimmtes [[Wesen]] eines [[abwesenden]] [[Substenz]] (siehe hierzu [[Dialektik]]), das nicht durch das ihm Äußerliche, was es an oder durch sich selbst oder anderes, sondern an und für sich nur durch seine eigenen [[Verwirklichungen]], dem Substanzverlust durch die [[Reduktion]] seiner Vielfalt auf eine [[abstrakten Allgemeinheit]] auf die Einfalt seiner tatsächlichen Form, durch die Endlichkeit ihrer [[Tatsachen]], durch ihre [[Entwirklichung]] ein Ende finden kann. Die Erkenntnis der [[Begriffssubstanz]] des [[Kapitalismus]] (siehe [[Wert]]) hatte z.B. Karl Marx dahin gebracht, dass er die [[objektiven]] [[Notwendigkeiten]] und [[Krisen]] des [[Kapitalismus]] beschreiben konnte (siehe hierzu z.B. auch [[tendenzieller Fall der Profitrate]]):&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für eine [[Gedankenabstraktion]] stellt die Abstraktionskraft ein [[subjektives]] Unvermögen des abstrakten Denkens dar, das seine [[Wahrheit]] in dem Maß [[nichtet]], in welchem es seine Abstraktionshöhe (siehe [[Abstraktion]]) noch bewältigen kann, ohne sie in der [[Allgemenheit]] des [[Gedankens]] zu verlieren (siehe hierzu auch [[Ideologiekritik]]). Bei [[Realabstraktionen]] ist dies umgekehrt. Im realen Abstraktionsprozess versammelt sich zunehmend eine Einfältigkeit seiner Form, eine [[Reduktion]] der Vielfalt von [[Regungen]], die als ihren natürlichen Rest nurmehr aus deren [[Nichtung]], aus der [[Not]] entleerter [[Inhalte]], nurmehr [[abstrakten]] [[Notwendigkeiten]] nachgehen kann, die sich in einer anwachsenden [[Erregung]] [[verkörpern]]. Mit ihrer wachsenden &#039;&#039;Aufladung&#039;&#039; [[wird diese formbestimmend]] und auf diese Weise zu einem [[verselbständigten]] Antrieb (siehe [[Trieb]]), der seine [[Kraft]] aus der Verkehrung der [[Inhalte]] in ihre [[Formbestimmung]] verwandelt und in einer durch ihre [[GetriebenheitverselbständigtenWirklichkeitfortbestimmt.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie macht hierbei ihre [[Natur]] zum [[Material]] (siehe auch [[Substanz]]) ihrer Abstraktionskraft. Denn was nottut, verlangt nach einer Änderung, einem[[Anderssein]] der [[Verhältnisse]]. Es muss in diesen begriffen sein, um veränderbar zu werden. Aber der [[Begriff]] sowohl [[gegenständllicher]] als auch [[zwischenmenschlicher Beziehungen]] kann in [[Wirklichkeit]] nur wahr sein, wenn sich [[Begriff]] und [[Sache]] im [[Verhältnis]] ihrer [[Wirkungen]], in ihrer [[Wirklichkeit]] [[identifizieren]] lassen. Bleibt diese nur [[abstrakt]] durch eine [[fremde Kraf]]t vermittelt, so wird sie von einer [[Abstraktionskraft]] betrieben (siehe auvch [[Trieb]]), die einem ihrem [[Wesen]] [[fremden]], einem [[abwesenden]] [[Grund]] entspringt und daher als leere [[Formbestimmung]] eine übermächtige[[Wirkung]] hat (siehe hierzu auch [[Entfremdung]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was sich nicht verwirklichen lässt, aber [[notwendig]] zum [[Leben]] ist, [[was]] also von einer [[abwesenden]] [[Not]] getrieben ist, wirkt in der [[anwesenden]] [[Wirklichkeit]] [[abstrakter]] [[Beziehungen]] (siehe auch [[Realabstraktion]]) als [[Trieb]], als Abstraktionskraft getriebener Verhältnisse, in denen sich nurmehr die Tatsachen von [[Notwendigkeiten]] verhalten und behaupten können und müssen und von daher gleichgültig gegen ihren Wesensgrund werden. Abstraktionskraft ist daher die [[Kraft]] eines [[abwesenden]] [[Wesens]], das die Verdopplung einer abstrakten [[Wirklichkeit betreibt]], das zur [[Verwirklichung]] einer [[Abstraktion]] vermittelst ihrer [[Realabstraktion,]]zum Verhalten einer [[abstrakten]] [[Wirklichkeit]] treibt. Um deren [[Form]] absolut zu bestimmen (siehe [[Formbestimmung]]), totalisiert sie durch ihre [[abwesende]] [[Substanz]] die [[Nichtung]] ihres [[Wesens]], durch die Verewigung ihrer [[Entwirklichung]] (siehe auch [[schlechte Unendlichkeit]]). Sie ist die aus einer entwirklichten [[Natur]] menschlicher [[Sinnlichkeit]]herausgesetzte [[Substanz]], die als [[Form]] für sich &#039;&#039;frei&#039;&#039; wird, weil sie die [[Trennung]] ihrer inhaltlichen Zusammenhänge, den [[Schmerz]] ihrer zertrennten [[Natur]] als das ihnen identische gemeinsame Dritte (siehe hierzu [[Dialektik]]) in den [[Verhältnissen]] ihrer abstrakt gewordenen [[Beziehung]] als [[abstrakt menschlicher Sinn]]leidet. In dieser [[Kraft]] erhält sich diese in sich gebrochene [[Beziehung]] als [[Widerspruch]] zwischen deren [[Inhalt]] zu ihrer [[Form]] und wird zur [[Formbestimmung]] ihrer [[Wirklichkeit]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Formbestimmung]] ist die [[Bestimmung]] einer [[Form]], die selbst aus ihr durch die Verdopplung ihrer [[Substanz]] hervorgegangen ist. Wo die [[Form]] sich als Ursprung wie Resultat ihrer [[Inhaltlichen]] [[Beziehung]] verhält, die sich selbst abgebrochen hat und nurmehr in der [[Form]] [[aufgehoben]] ist, weil sie in ihrer [[Inhaltlichen]] [[Entwicklung]] keine ihr angemessene [[Form]] finden kann, da [[verallgemeinert]] sich ihre [[Form]] durch ihre bloße Funktion, durch die [[Tatsache]] ihrer [[Beziehungen]], die sich durch ihren [[Widerspruch]] [[substanziell]] selbst [[abstrakt]] geworden sind. Weil sich diese [[Tatsache]] [[Inhaltlich]] [[widerspricht]], mal dieses, mal jenes sein kann, weil sie im Grunde beliebig ist und keinn Sinn vermitteln kann, müssen sich auch ihre [[Inhalte]] im [[Allgemeinen]] duch einander [[nichten]]. Die [[Formbestimmung]] betreibt ihren [[aufgehobenen]] [[Inhalt]] als Residuum, bloße Kraft der [[Allgemeinheit]] der [[Abstraktion]] von ihren i[[Inhaltlichen]] [[Beziehungen]], als Abstraktionskraft, die ihre Energie aus deren [[Abwesenheit]] bezieht, weil sie nicht einfach nur [[Nichts]] sein können und deshalb in ihrer Nichtigkeit (siehe [[Negation]]) in die [[abstrakte Allgemeinheit]] ihrer [[Substanz]] verfallen (siehe z.B.[[abstrakt menschlicher Sinn,]] [[abstrakt menschliche Arbeit]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da die bloße [[Form]] im [[Allgemeinen]] sich als [[abstrakt Allgemeines]] derselben [[Qualität]] sich nur [[quantitativ]] verdoppelt und sich durch die Wiederkehr ihrer Abstraktion [[reduziert]], kann sie sich in ihren allgemeinen [[Verhältnissen]] mit der Abfolge der gegen ihre [[Inhalte]] stetig verdoppelten [[Masse]] auch nur als eine substanzlose [[Tatsache]] von dem [[beziehen]], was sich hiervon in seiner [[Form]] [[gleichgültig]] gegen seinen [[Inhalt]] als [[Bestimmung]] einer [[ausschließlich]] [[abstrakten]] [[Substanz]] verhält (siehe [[Dialektik]]). Mit der [[Formbestimmung]] von Entzweiungen [[verallgemeinert]] sich deren [[Quantum]] in der [[Verselbständigung]] ihrer [[qualitativen]] [[Beziehungen]] zu einer [[Macht]] ihrer [[Abstraktion]], zur [[Abstraktionskraft]] eines im [[Allgemeinen]] für alles [[fremden]] [[Wesens]] (siehe [[Entfremdung]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Abstraktionskraft entsteht aus der [[Energie]] einer [[Beziehung]], deren [[Natur]] nurmehr in ihrer abstrakten [[Substanz]] als bloße [[Tatsache]] eines [[negierten]] Seins, als [[Trieb]] im Betrieb eines [[Verhältnisses]] [[anwesend]] ist. Weil sie aus einer um ihren [[Inhalt]] verlustig gegangenen [[Natur]] entspringt, treibt sie mit der Kraft ihrer negierten Inhalte zur [[Reduktion]] ihrer [[qualitativen]] Bestimmtheit, zur Anpassung ihrer Existenzform durch deren [[Quantifizierung]] mit der [[Energie]], die sie ihren abgezogenen Inhalten entnimmt und durch irgendeine Art der [[Befriedigung]] ihrer Naturnotwendigkeiten umsetzt. Als [[Naturmacht]] ihrer [[Negation]] kann sie nur noch [[gleichgültig]] gegen ihre Inhalte sein und sich diesen aus ihrer [[körperlichen]] [[Notwendigkeit]] entziehen. Aus [[Regungen]] entstehen [[Erregungen]], aus Hunger Gewalt, aus [[Liebe]] Sex, aus [[Arbeit]] [[Wert]], aus gesellschaftlichen Lebensverhältnissen individuelle Lebensnot. Wo die Formen des Lebens nicht mehr durch ihren Inhalt bestimmt sein können, wenn dieser [[widersinnig]] geworden ist und keine wirkliche Form finden kann wirkt dessen Energie als substanzielle Kraft einer Formbestimmung fort. Er wird dann darin nur noch durch eine abstrakte Naturform vermittelt, aus der Substanz einer Form, deren Inhalte entzogen sind (z.B. einer [[abstrakt menschliche Arbeit]], einem [[abstrakt menschlichen Sinn]], einer abstrakt menschlichen Gesellschaft).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[substanzielle]] Argumentation einer [[Theorie]] besteht aus der [[Elementarform]] ihrer [[Begriffsbildung]]. Elementarform ist daher die [[Form]] der [[Elemente]] eines [[ganzen]] Zusammenhangs, die [[allgemeine]], also für alle gemeinhin [[notwendige]] [[Form]], worin deren [[Inhalte]] durch ihre [[Substanz]] vermittelt sind (siehe [[Begriffssubstanz]]). Wo sie [[verselbständigt]], also von ihren Inhalten [[abstrahiert]] wird, wird die [[Form]] auf ihre bloße [[Substanz]] [[reduziert]] und [[erscheint]] also [[abwesend]]. Weil und sofern ihre [[Inhalte]] also nicht [[wirklich]] [[da sein]] können, entsteht ein [[notwendiger]] Bedarf an [[Inhalten]] von gleicher [[Substanz]], der zur [[Formbestimmung]] dessen wird, was darin sein soll, was [[notwendiges]] Sein unter der [[Bedingung]] dieser [[Form]] erwirken muss, zu einer Abstraktionskraft wird, auch wenn sich darin der Inhalt durch die [[Verhältnisse]] seiner [[Form]] [[verkehrt]], zu einer [[Allgemeinheit]] seiner [[Formbestimmtheit]] wird (vergleiche hierzu die [[Entwicklung]] der relativen [[Wertform]] zur allgemeinen Wertform, bis zur Geldform, die sich im [[Warenfetischismus]] als gesellschaftich wirksam erweist).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was bei Hegel noch Ausdruck einer [[Reduktion]] auf das [[Wesen]]tliche sein soll, das &#039;&#039;in seiner Realität keinen Eintrag&#039;&#039; leidet, ist bei [[Marx]] das, was es [[nicht]] ist, was es nicht [[sein]] kann, was nur [[widersinnig]] [[erscheinen]] kann, weil es in [[Wahrheit]] [[abwesend]] und in seiner [[Wirklichkeit]] daher [[notwendig]] [[unwirklich]] [[wirksam]] ist. Es wirkt darin die bloße [[Negation]] aller [[Inhalte]], die reine, also abstrakte [[Substanz]], die umso drängender negativ wirkt, wie sich die Abstraktion entwickelt hat. Wo sie real ist, wo sie wirklich wirkt, da wirkt eine Abstraktion wie ein [[Trieb]], dem alle Inhalte verloren gegangen sind, wie ein Vakuum (siehe [[Nichtung]]), das alles aufsaugt, was da ist (siehe [[Dasein]]), weil es [[Sein]] muss, weil es zum Erhalt seiner Lebens[[substanz]] [[notwendig]] ist, auch wenn - und gerade weil - es nur noch abstrakt da ist und substanziell in einer Not ist, die nur durch inhaltliche Zufügungen gewendet werden kann. Obwohl es nur der Form nach existiert, gebietet deren Substanz einen Inhalt, der durch sie bestimmt ist (siehe [[Formbestimmung]]). Je allgemeiner diese wirksam wird, desto totaler und bestimmender wird sie (siehe [[abstrakt Allgemeines]]).&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Wolfram</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://kulturkritik.net/mediawiki/index.php?title=Identit%C3%A4t&amp;diff=11561</id>
		<title>Identität</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://kulturkritik.net/mediawiki/index.php?title=Identit%C3%A4t&amp;diff=11561"/>
		<updated>2026-05-26T06:35:46Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Wolfram: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;Der Weg nach dem Sinn ist der Sinn des Wegs“(Morgenstern, Christian: Tagebuch eines Mystikers, in: Werke, III, München 1979, S. 77).&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;Inwendig lernt kein Mensch sein Innerstes erkennen; Denn er misst nach eigenem Maß Sich bald zu klein und leider oft zu groß. Der Mensch erkennt sich nur im Menschen, nur das Leben lehrt jedem was er sei. (Johann Wolfgang von Goethe)&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Identität herrscht, wo etwas auf das zurückkommt, was es [[wesentlich]] ist (siehe auch [[Revolution]]). Es setzt allerdings voraus, dass sich etwas von sich, also in seinem [[Wesen]] von sich [[getrennt]], seine [[Form]] von ihrem [[Inhalt]] abgespalten, durch das [[Wesen]] einer [[abstrakten Allgemeinheit]] [[entfremdet]] hat (siehe [[Schmerz]]) - und welche [[Abstraktionskraft]] es noch durch seine [[Formbestimmung]] zusammenhält (siehe auch [[Fetischismus]]). Es ist deshalb davon abhängig, wo und wie diese Rückkunft geschehen kann, wo sie sich auch vollziehen kann und muss, wo sich ihre [[Wesensnot]] wendet und also [[notwendig]] ist (siehe hierzu auch [[Wahrheit]]). Der Anspruch auf eine Identität ist daher eine Fiktion des [[bürgerlichen]] [[Selbstverständnisses]], das der Zumutung seiner [[Selbstentfremdung]] zu entkommen sucht. Aber weder eine [[Heimat]], noch eine Staatsbürgerschaft, Hautfarbe, Lebensart, [[Gewohnheit]] usw. kann dem sich im [[Wesentlichen]] [[selbst fremden]] Menschen eine Identität, noch ihren [[Seelen]] einen [[Sinn]] für sich beschaffen (siehe hierzu auch [[Religion]]). Sie verdoppeln lediglich das ihnen [[Fremde]], indem sie damit eine ihnen [[veräußerlichte]] [[Objektivität]] zu einem mächtigen [[Subjekt]] objektivieren, es zu einer [[subjektiven Objektivität]] erheben, zu einer Geborgenheit im [[fremd bestimmten]] [[Raum&amp;lt;]], zu einem [[Lebenswert]] eines entwerteten [[Lebens]] ersuchen. Identität ist lediglich ein [[logischer]] [[Begriff]], durch den [[Beziehungen]] und [[Verhältisse]] in der [[Widersprüchlichkeit]] ihrer [[Ideologisierung]] in der [[Unendlichkeit]] ihrer [[Abstraktion]] [[erkennbar]] werden können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Doch wenn sie einer [[Analyse]] entwunden werden, wenn die [[Täuschungen]] in ihrem [[Widersinn]] nicht [[erkennbar]] gemacht werden, wenn sie das darin [[Abwesende]] nicht als das [[Wesen]] einer [[fremden Kraft]] [[erklären]] können, wenn sie dessen [[ideologische]] [[Wirkung]] im [[Bewusstsein]] der Menschen nicht aufgedeckt haben (siehe hierzu [[Ideologiekritik]]), so herrscht das [[abstrakt Allgemeine]], der [[Tod]] über das [[Leben]] (siehe z.B. [[Tauschwert]]). Wenn aber in der [[Täuschung]] das [[Vertauschte]] [[erkennbar]] wird, kann dessen [[Wahrheit]] auch in seiner [[Wirklichkeit]] [[begriffen]] und verändert werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für sich genomen ist [[Wahrheit]] die [[Identität]] einer [[Erkenntnis]] von dem was ist, mit der [[Wirklichkeit]] seines [[Daseins]], wie es im [[einzelnen]] und [[allgemeinen]] [[Sosein]] einander [[gleichgültiger]] [[Beziehungen]] [[abstrakt]] identisch bleibt und also durch die [[Reduktion]] ihrer [[Inhalte]] auf deren [[abstraktes]] einfach so [[da sein]] [[abstrakt]] [[wahr]] ist. Von daher ist Identität das Wesen eines &#039;&#039;gemeinsammen Dritten&#039;&#039; (siehe [[Dialektik]]), das ihre [[Beziehungen]] abstrakt und daher rein [[formell]] bestimmt (siehe [[Formbestimmung]]). Aber es ist eine Unwahrheit nicht einfach das Nichtidentische, wie es [[Adorno]] [[verstanden]] wissen will. Wesentlich für eine Befragung der [[Wahrheit]] ist die Feststellung, dass das [[Identische]] an sich schon einen [[Widersinn]] beinhaltet: Eine [[Wahrheit]] an sich gibt es nicht. [[Identität]] ist lediglich eine [[Reflektion]] der [[Erkenntnis]] gegen [[Täuschung]] und kann nur durch die Entdeckung vertauschter [[Inhalte]] sich bewähren. Und so kann das Gegenteil der Wahrheit nur ihre [[Fremdbestimmung]] durch [[vertauschte]] [[Inhalte]] sein, die sowohl [[politisch]] als [[gesellschaftliche]] Formationen des [[Warentauschs]] oder [[psychisch]] als [[Täuschung]] der [[Wahrnehmung]] von Menschen, die diese zur [[Selbstentfremdung]] [[bestimmen]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;Gerade das Durchsetzen der voneinander unabhängigen Individuen und ihrer eignen Willen, das auf dieser Basis in ihrem Verhalten gegeneinander notwendig egoistisch ist, macht die Selbstverleugnung im Gesetz und Recht nötig, Selbstverleugnung im Ausnahmsfall, Selbstbehauptung ihrer Interessen im Durchschnittsfall (die daher nicht ihnen, sondern nur dem mit sich einigen Egoisten für Selbstverleugnung gilt). [[(MEW 3, Seite 311*f)]]&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Selbstentfremdung]] äußert sich nicht im &#039;&#039;Nicht-Identischen&#039;&#039;, sondern im [[Gefühl]] einer [[Fremdbestimmung]], einer [[widersinnigen]], also [[unwahren]] [[Wahrnehmung]], die z.B. in [[Wahrnehmungszuständen]] der [[Angst]], [[Depression]], [[Sucht]] oder [[Zwangsverhalten]] [[empfunden]] wird oder durch die Überflutung einer [[symbiotischen]] [[Selbstwehnehmung]] (siehe hierzu auch [[symbiotische Selbstbehauptung]]) durch eine sich selbst fremd gewordene [[Psyche]] (siehe [[Psychose]]) ausgeschlossen werden. Gegen diese [[Erfahrung]] von Fremdidentitäten entsteht natürlich das Verlangen, das [[Fremde]] in sich auszuschalten. Doch ohne die [[Erkenntnis]] der [[Gründe]] von [[Fremdbestimmung]] lassen sich diese nicht wirklich [[aufheben]]. Es sind die [[Inhalte]] vergangener [[Wahrnehmungen]], in denen diese gegen das [[bestimmt]] wurden, was sie [[wahrhatten]] und dies in der [[Körperlichkeit]] des [[Gedächtnisses]], dem Körpergedächtnis verinnerlicht hatten (siehe hierzu [[Erinnerung]]). Ohne die [[Vergegenwärtigung]] der [[Bedingungen]] ihrer [[Geschichte]] und deren erneuerten Verarbeitung lässt sich eine Nichtidentität nicht [[wirklich]] [[aufheben]]. Die Wahrnehmung würde nur in den verschiedensten [[Formen]] einer [[Fremdbestimmung]] sich selbst [[befrieden]] und in einem [[widersprüchlichen]] Frieden mit sich zum [[Trieb]] von [[Absichten]] der [[Fremdbestimmung]] gegen Andere in [[zwischenmenschlichen Verhältnissen]] aufheben und muss ihre [[zwischenmenschliche Beziehung]] auf sie durch die Aneignung einer [[Macht]] vergesellschafteter [[Fremdbestimmungen]] (siehe hierzu auch [[autoritärer Charakter]]) sich [[selbst behaupten]] (vergleiche hierzu auch die &#039;&#039;emotionale Pest&#039;&#039; nach [[Wilhelm Reich]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als [[Begriff]] einer [[widersprüchlich]] gewordenen [[Wahrnehmung]] enthält Identität die [[Behauptung]], dass sich in deren Gegensätzen auch schon [[unmittelbar]] eine dem entsprechende [[Ganzheit]] [[begreifen]] und erstreben lässt, dass damit also das Gegenteil des Nichtidetischen schon [[erkannt]] und durch das [[Begreifen]] seiner Unvollkommenheit herstellbar sei, dass in dem, was nicht mit sich einig zu sein [[scheint]], damit zu konfrontieren wäre, wie es ganz zu sein hätte. Was bloß ideell unterstellt werden kann, wird damit zu einem Moment des [[Seins]], wird zu einer Wesensbehauptung, die in die [[Selbstwahrnehmung]] verschleppt wird und ihre Selbstbezüglichkeit [[verwesentlichen]] soll, als ob eine [[Idee]] von sich selbst sich verwirklichen ließe. Es ist ein [[ideologischer Begriff]] für die Widersprüche einer [[Selbstbeziehung]], die von sich ausschließt, was sie nicht wirklich und in ihrer Wirklichkeit [[wissen]] kann, was das ausgeschlossene und [[ausschließliche]] Wesen ihrer Unwirklichkeit ausmacht. Das [[Unbewusste]] wird zu ihrem Unvermögen, das somit ihr systematisch bedingtes Scheitern verschleiert und damit einem [[Selbst]] ein [[Wesen]] verliehen, das es [[substanziell]] nicht [[wirklich]] geben kann. Von daher kann die Frage einer Identität nur selbst eine [[widersinnige]] Frage sein, die ein Wesen ergründen soll, das es nicht geben kann, das aber hinter dem steht, was nur im Widerspruch sein kann, was also [[notwendig]] widersprüchlich ist, solange es seine [[Wesensnot]] nicht [[wirklich]] aufzuheben vermag.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;Es ist ... eines der Grundvorurteile der bisherigen Logik und des gewöhnlichen Vorstellens, als ob der Widerspruch nicht eine so wesenhafte und immanente Bestimmung sei als die Identität; ja, wenn von Rangordnung die Rede und beide Bestimmungen als getrennte festzuhalten waren, so wäre der Widerspruch für das Tiefere und Wesenhaftere zu nehmen. Denn die Identität ihm gegenüber ist nur die Bestimmung des einfachen Unmittelbaren, des toten Seins; er aber ist die Wurzel aller Bewegung und Lebendigkeit; nur insofern etwas in sich selbst einen Widerspruch hat, bewegt es sich, hat Trieb und Tätigkeit. (Hegels Werke 6, Wissenschaft der Logik II, S. 75)&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Wesen ist ein [[analytischer]] [[Begriff]], der begründen will, was in dem Nichtidentischen, in den vielen Verschiedenheiten des [[Lebens]] ihren Zusammenhang erklärt, was in den Unterschieden ihre Einheit ausmacht, in den [[Gegensätzen]] ihre Anziehung, im [[wirklich]] [[Anwesenden]] die [[Wirkung]] des [[Abwesenden]], die [[Macht]] einer [[Unwirklichkeit]] zu [[erkennen]] sucht. Das analytische Denken will einen [[Widersinn]] aufklären, einen Hintersinn erkennen, der darin aufscheint, das [[Wesen]] begreifen, das ganz unwesentlich in Erscheinung tritt. Es will [[Gewissheit]] hierüber haben, um sich ihm nicht unterwerfen zu müssen. Da geht es um ein [[Wissen]] im eigenen [[Sein]], um ein [[Bewusstsein]] als [[Notwendigkeit]] des [[Selbstbewusstseins]] in den [[Widersprüchen]] seines [[Daseins]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Doch im bloß [[informellen]], im trivialen [[Verständnis]], das keinen [[Widerspruch]] von [[Wesen]] und [[Erscheinung]] zu [[erkennen]] vermag, ist Identität eine [[Ideologie]] der Einheit, der Vollendung der intellektuellen Bemühung gegen das Auseinanderfallen des Vielen, wie es die [[bürgerlichen Wissenschaften]] bis in das bloße Funktionieren eines [[Systems]] (siehe [[Systemtheorie]]) getrieben haben. Der [[Begriff]] von Identität hat sich darin von selbst erledigt und scheint schließlich eher noch im [[identitären Denken]] und Begreifen der verschiedentlichen [[Moralismen]], den [[Lebenswerten]] der [[Leitkulturen]] und [[Sitten]] und schließlich im [[Rassismus]] der [[Ressentiments]] gegen Andersdenkende auf. Dort lässt es einen [[Gemeinsinn]] als Hmmelslicht einer verbindlichen [[Vorstellung]] erscheinen, dem die vielen [[autoritären Charaktere]] ihre Aufwartung machen, weil sie sich aus den [[Widersinnigkeiten]] ihres Lebens darin zum Stifter einer Einheit anbieten, die aus ihrer [[Selbstentfremdung]] eine Übermacht des [[Fremden]] herbeidenken, wodurch sie anschlussfähig an das [[Gefühl]] der [[heilen Welten]], des [[ästhetischen Willens]] vieler [[Selbsgefühle]] werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Denn wo man mit sich nicht einig wird, weil es Widersprüchliches an sich, in sich oder für sich selbst gibt, herrscht Zweifel und das Verlangen, diese [[Widersprüchlichkeit]] aufzulösen - oft einfach in der Forderung eines einfachen Umkehrschlusses nach einer [[Identität]]. Der [[Begriff]] Identität wird in diesem Sinne zur Beschreibung eines &#039;&#039;Einssein mit sich&#039;&#039;, einer geschlossenen [[Selbstbezüglichkeit]] verwendet, eines [[Wesens]], das wie ein &#039;&#039;[[Ich]]&#039;&#039; oder &#039;&#039;[[Selbst]]&#039;&#039; als [[Subjekt]] seiner [[Erkenntnisse]], seines [[Bewusstseins]] und seiner Handlungen widerspruchsfrei zu verstehen sein soll (siehe auch [[menschliche Identität]]), als Substantiv für eine &#039;&#039;freie [[Persönlichkeit]]&#039;&#039;, die aus ihrem persönlichen [[Wesen]] heraus so agiert, als wäre sie schon in ihrer Individualität das gesellschaftliche Subjekt ihrer [[Geschichte]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Solche Begrifflichkeit kommt nicht von ungefähr, denn Identität unterstellt eine Nicht-Identität, einen Bruch, eine Getrenntheit, die sich nicht mehr in ihren Gegensätzen zeigen kann, ihren [[Widerspruch]] leugnet und deshalb eine Identät [[abstrakt]] von den sich widersprechenden [[Inhalten]] verlangt, ganz gleich, in welcher [[Form]] sie das [[wirklich]] sein kann. Das so formulierte Verlangen nach einer Identitätsfindung stellt sich im [[Grunde]] schon gegen sich selbst auf, weil es sich der [[Erkenntnis]] widersprüchlicher [[Existenz]] entgegenstellt, sich der [[Täuschung]] eines virtuellen Andersseins hingibt (siehe hierzu auch [[Glaube]]), das nur [[enttäuscht]] werden kann, solange sich ihm der Himmel verschließt, solange [[Religion]] sich nicht wirklich mächtig machen kann (siehe hierzu auch [[Kulturstaat]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber auch im psychologischen Sprachgebrauch, wo die Individualität eines Menschen gesellschaftlich wie ein &#039;&#039;inneres Wesen&#039;&#039; verallgemeinert begriffen wird (siehe auch [[Autopoiesis]]), wird Identität wie eine [[persönliche]] [[Ganzheit]] verschrieben, die [[eigentlich]] schon ihre Widerspruchsfreiheit in ihrer [[Selbstbezüglichkeit]] formuliert (Ich=Ich), die sich in diesem [[hermeneutischen Zirkel]] auch schon selbst erfüllen könne (siehe [[Egozentrik]]), bevor sie sich mit anderen Menschen quasi zu einer [[abstrakt unterterstellten Gesellschaft]] aufsummiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Doch seine [[Gesellschaft]] und deren [[Geschichte]] erfährt jeder Mensch schon bei seiner Geburt als seine wirkliche Voraussetzung - sowohl politisch allgemein wie auch individuell in seiner einzelnen [[Existenz]]. In der Individualpsychologie wird daher auch gerne von Identität gesprochen, die nichts anderes meint, als die Integrität einer [[Persönlichkeit]] mit sich selbst und seiner Lebenswelt, eine widerspruchsfreie [[Gemeinschaft]] mit sich - oder eben, wie es der Volksmund meint, dass &#039;&#039;alle Tassen im Schrank sind&#039;&#039; und das [[Verhalten]] entsprechend angepasst ist, also nichts auseinanderfällt oder zerbrochen ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber eine Gemeinschaft mit sich kann es nicht wirklich geben. Man mag [[Fremdes]] [[integrieren]] können, nicht aber sich selbst, weil das immer ein Anderssein, eine Selbstvertauschung als [[Selbsttäuschung]] produziert. So gesehen bleibt das Verständnis dieses [[Begriffs]] von einer Identität [[widersinnig]]. Wo er sich erfüllt, wo also Menschen sich in der Tat als Andere wahrmachen, entsteht gerade das Gegenteil hiervon: Sie können darin nur mit sich identisch werden, indem sie sich in [[Wahrneit]] auflösen, sich nichtig machen, um Anders zu sein. In dieser [[Nichtung]].zerstört sich, was sie sind und treibt ein [[Nichts]] als Vakuum ihrer Persönlichkeit fort, die andere versnichten muss, um überhaupt sein zu können (siehe hierzu auch [[Todestrieb]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als eine Formulierung aus der [[Dialektik]] meint Identität idas Einssein in der selben Einheit, der [[Substanz]], die sich über [[Raum]] und [[Zeit]] gleich bleibt. Das muss also etwas sein, das nur in Verschiedenem gleich ist, und unterstellt also schon Unterschiede, die eins sein können, eben weil sie sich widersprechen. Es kann weder das eine noch das andere ganz dies Selbe sein. Es ist von daher immer ein Drittes, in welchem sich die Gegensätze ausdrücken, ganz gleich wie sie [[körperlich]] oder geistig zueinander stehen. Ohne diese an und für sich [[gleichgültige]] Unterschiedenheit bliebe dieser [[Begriff]] absurd. Er zeigt also eine [[Substanz]] an, die in ihrem [[Dasein]] durch ihre unterschiedliche [[Erscheinung]]sweise hindurch sich identisch bleibt und doch als ein Drittes weder das eine noch das andere, also einfach nur [[widersprüchlich]] da ist (siehe [[Dasein]]). Es muss ein [[Wesen]] sein, das als etwas anderes [[erscheint]], als was es für sich ist (siehe [[Sein]])&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So [[entwickelt]] sich jede [[Dialektik]] nur durch die Identität der Gegensätze, also aus einem [[widersprüchlichen]] Dasein heraus zu neuen [[Formen]], worin sich die Gestaltungen unterschiedlichster [[Erscheinungen]] erneuern und in Neuem aufheben können, letztlich ein neues [[Wesen]] aus alten Widersprüchen heraus zu einer [[Wirklichkeit]] bringt, für die es bislang in alter Form nur [[unwirklich]] sein konnte (siehe auch [[historischer Materialismus]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Umgangssprachlich meint Identität aber meist nur eine [[Vorstellung]] von &#039;&#039;Einssein&#039;&#039; mit sich oder anderem. [[Begrifflich]] kann damit aber immer nur die [[Substanz]] gemeint sein, die in den unterschiedlichsten Erscheinungsformen existiert. Wären diese aber wirklich mit dem identisch, was sie sind, so wäre Identität ein Widersinn in sich, eine Tautologie der Wortbildung, eine &#039;&#039;contradicto in adjecto&#039;&#039;, die einer umfänglichen Beschreibung folgt, die sie als Identität nur verallgemeinert wissen will. In [[Wahrheit]] ist sie dann aber nur das Konglomerat einer positivistischen [[Nominalisierung]], das ein [[abstrakt Allgemeines]] konkret zu fassen sucht, als empirische Stoffsammlung, die sich in einer Umfangslogik bewahrheiten will (siehe auch [[Durchschnittsbildung]]) und damit nur die [[Vorstellungen]] veralgemeinert, um ihre [[Idee]] von Identität zu bestärken, die diese schon willkürlich vorausgesetzt haben (siehe [[Hermeneutischer Zirkel]]). Begreift man Identität nicht substanziell als [[Wesen]], worin sich die von ihm abgeschiedenen [[Erscheinungen]] als [[Grund]] ihrer [[Getrenntheit]] erklären, so wird sie zu einer empiristischen Metapher tautologischer Erklärungsansätze, welche die Grundlagen ihrer [[Logik]] [[mythologisiert]], indem sie einen [[wirklichen]] [[Widerspruch]] von [[Wesen]] und [[Erscheinung]] (siehe auch [[Dialektik]]) verschleiert, über ihn hinweg [[täuscht]]. In solchen Verfahrensweisen ist sie ein Werkzeug der [[Ideologie]]bildung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Identität ist als [[Begriff]] für eine empirische Übereinstimmung schon deshalb widersinnig, weil alle [[Beziehungen]] nur durch ihre Unterschiede sein und ihre [[Verhältnisse]] bilden können. Sie kann also auch nicht für sich wahr sein. Sie kann nur im Unterschied bestimmt sein, der sich aufgehoben hat, bzw. beständig aufhebt, kann nur eine [[Wahrheit]] beschreiben, die nicht als das erscheint, was ist, sondern lediglich in diesem wirkt, weil es nicht wirklich mit sich identisch sein kann. Wenn sie sich gegen Unterschiedenheiten richtet, kann sie nur als Einheit im [[Widerspruch]] sein, denn eine [[Identität]] kann es nur jenseits aller [[Bestimmtheiten]] geben. Sie wäre dem [[Begriff]] nach absolute Übereinstimmung, Identifizierung aller [[Beziehungen]] auf ein und denselben [[Inhalt]]. Aber als diese kann sie nicht wirklich sein, keine Wirkung haben, weil jede Wirkung nicht nur eine [[Ursache]], sondern auch einen [[Grund]] hat, der in der [[Wirklichkeit]] sein [[Unwesen]] treibt. Identität als solche gibt es nicht, wie es auch keine [[Wahrheit]] als solche gibt. Sie kann nur in der [[Erkenntnis]] von [[Täuschung]] sein, ist unmittelbare [[Wahrheit]], Einheit von Äußerem und Innerem, welche den Unterschied erkennt. Das Identische existiert nur im Nichtidentischen, bestärkt sich in der Lebensäußerung der Menschen, indem sie sich in ihren [[Gegenständen]] auch als Mensch [[wahrhaben]] können, sich als Mensch erkennen in dem, was sie nicht mehr sind, weil es außer ihnen, ihr Lebens[[inhalt]] in [[gegenständlicher]] [[Form]] ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Identität kann es nicht als [[Wirklichkeit]] geben, ebenso wie es keine [[Wahrheit]] als wahres Sein, als das &#039;&#039;wahre Leben&#039;&#039; gibt. Es gibt eben doch &#039;&#039;ein richtiges Leben im falschen&#039;&#039;; es gibt den [[Widerspruch]], der nicht unwahr ist, wenn er wirklich wahr, wenn er [[erkannt]] ist. Von daher ist [[Adornos]] Hymne auf das Nichtidentische grotesk, die als Kampfansage an das [[identitäre Denken]] schon allein durch dessen Umkehrung [[wahr]] sein will. Der Identitätsbegriff ist immer eine sublime Anpassungstheorie, wenn er nicht dialektisch als Begriff einer [[Entfremdung]] verstanden wird, als Einheit der Gegensätze, die von selbst aufheben, was sie gebildet haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Identität]] kann nur sein, wo die Menschen ihr [[Leben]] und ihre Welt wirklich als das ihre identifizieren, auch wenn sie sich selbst nicht damit identifizieren können, weil es immer zugleich in Anderem ist, sich unentwegt ändert, andere Formen einnimmt, die ihre Entfremdung offenbaren. In der Unterscheidung von [[Eigenem]] und [[Fremdem]], in der [[Kritik]], wird Identität dadurch gewonnen, dass sich Menschen auch zu dem menschlich verhalten, was nicht das ihre ist, es als Anderes und doch als ihren [[Gegenstand]] erkennen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Identität hat daher auch nichts mit [[Gleichheit]] gemein, denn gleich kann sich nur etwas von jeder Identität Unterschiedenes, das sich gleich Bleibende im Unterschiedenen sein. Gleich ist eine rein [[formelle]] Beziehung, welche durch ihre [[Gleichgültigkeit]] gegen ihren [[Inhalt]] [[wirklich]] ist. Man kann deshalb sagen, dass Gleichheit selbst nur [[abstrakte]] Identität sein kann, eine Identität, die ihre [[Wahrheit]] nur außer sich haben kann. [[Wahrheit]] ist der [[Sinn]] jeder Identität und geht in jedem Vergleich unter, weil sie nur sinnlich ist, wo sie sich nicht identifizieren lässt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In [[Wahrheit]] ist alles eins. Alles ist in seiner Vielfältigkeit zugleich darin wahr, dass es in dem Vielen Eines ist, also in einem ganzen inneren Zusammenhang steht, letztlich eine Welt ist (siehe [[menschliche Identität]]), sowohl als einzelnes [[Leben]], wie auch im [[Allgemeinen]]. Nichts ist ohne das Andere und alles wäre nichtig ohne dies. So ist jeder Mensch zugleich &#039;&#039;eine ganze Weltgeschichte&#039;&#039; (Heinrich Heine), das Individuum das &#039;&#039;Ensemble der gesellschaftlichen Verhältnisse&#039;&#039; (Marx). Das Allgemeine kann nicht von den Einzelnen getrennt, muss jedem Einzelnen und allen gemein sein. Zwar ist dies ohne Weiteres selbstverständlich, aber die Einzelnen sind all ihrer Unterschiedenheit doch ohne [[Sein]], welches das ihnen unmittelbar Gemeine, ohne Zusammenhang, der zu bedenken wäre, ohne [[Praxis]], die nicht zugleich theoretisch ist (siehe [[praktisches Bewusstsein]]). Ein Mensch kann diesen Zusammenhang in seinem [[Denken]] und auch in seiner [[Tätigkeit]] zwar in sich vereinen, soweit er darin einfach sein kann, solange sein Verhalten sein Verhältnis zu seinen Verhältnissen ausdrückt, aber seine Wahrheit existiert nicht als solche. Sie kann überhaupt nichts eigenes sein, sondern nur sein Befinden und Denken und Reden betreffen, also seine Identität in alle dem, wie es ist und zugleich auch von und für ihn ist. Ob es eine Aussage ist, die mit dem übereinstimmen muss, was sie besagt, eine [[Empfindung]] die sich über ihren [[Gegenstand]] klar ist oder ein Widerspruch, der als solcher auch aufgefasst wird, all dies ist dann wahr, wenn die Identifizierung des Unterschieds allem entspricht, was ist: dem materiellen, geistigen, sachlichen und menschlichen Organismus, der Organik des [[Lebens]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Identität ist das mit sich und in sich eins sein. Und das heißt: einiges [[Wesen]]haben und darin wesentlich sein, nicht nur durch [[Anwesenheit]] (das wäre die Bestimmungen des reinen [[Körpers]]), sondern durch sich selbst als [[Ganzes]]. Ein Mensch ist mit sich eins, wenn er sich für sich unterschieden von anderem weiß, wenn er darin nicht [[zwiespältig]] oder im [[Zweifel]] ist, was [[eigen]] und was [[fremd]] ist. Ein Mensch ist in seiner [[Erkenntnis]] mit sich einig in dem, was ihm wesentlich ist, was sein [[Sein]], sein Entstehen und Vergehen, sein Werden und Verwesen (sieh [[Geschichte]]) ausmacht und wodurch er sich selbst ebenso wie anderes identifiziert. Anderes Sein zu erkennen, ist Identität erkennen - nicht als unidentisches, sonderen als Anderes des Identischen. Eins ist nicht wie das Andere, weil identisches Wesen sich im Unterschied zu fremden Wesen erkennt, indem es Anderes als wesentlich für sich Identisches erkennt, als ihm äußeres Wesen [[weiß]] und in dieser [[Gewissheit]] mit ihm einig ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jedes Wesen kann in sich ganz und doch voller Widersprüche sein; es ist damit nicht ohne Identität. Umgekehrt: Gerade der Widerspruch beweist sie. Nur was ineinander verschwimmt, sich unterschiedslos unterscheidet wird in sich unwahr, in seiner Identität sich [[fremd]]. Identität ist keine Voraussetzung und keine Bedingung, aus der Enzweiung erst hervorginge. Am Anfang war nicht das Wort, nicht der Logos und nicht die Wahrheit (siehe hierzu auch [[historischer Materialismus]]). Das geschichtliche Sein der Menschen lebt in der Unterscheidung, im Anfang und Ende einer Bewegung, Epoche oder Generation. Darin sind [[Leben]] wie [[Tod]] die Momente der Bewegung, Leben ihr Zusammenhang, nicht ihre Einheit. Eins sein mit sich kann ein Mensch auch, wenn er bedrängt, bedingt, unterworfen ist. Es verlangt aber die [[Erkenntnis]] der Bedrängung, Bedingung, Unterworfenheit, also der Fremdbestimmung (siehe [[Logik der Kultur]]). Ohne diese Erkenntnis wird Fremdes zur Genugtuung eigener Identitätslosigkeit, zur Zerstörung von Identität durch Selbstgewinn im Fremden, durch Entlastung des Zweifels, der darin seinem [[Schmerz]] enthoben wird. Fremdes ist darin Lebensbedingung, dass [[Leben]] nur durch es zu sich kommt, dass es nur dadurch sich äußert, dass es sich selbst als fremd [[wahrhat]]. Das ist die Basis eines tödlichen Lebens, negierte Lebensvermittlung in fremder Welt, Leben durch [[Selbstverlust]], Selbstgewinn durch [[Scheinwelt]], Leben als Prothese der Selbstverlorenheit, [[Perversion]] der Sinnlichkeit des [[Leidens]] zur [[Tätigkeit]] der Selbstentfremdung. Dies ist die subjektive Basis der [[Reaktion]]: Die in der Verneinung begriffene Aktion, Aktivität der [[Selbstverneinung]]. Diese verwirklicht sich in einer äußeren Ganzheit, in welcher die Selbstverneinung als [[Heil]] des Ganzen aufgehoben werden [[will]] (siehe auch [[Volksseele]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was ist, ist nur dadurch, dass es wesentlich, dass es mit sich identisch ist. Nicht-Identität gibt es nicht wesentlich; sie ist ein [[Unding]], eine [[Abstraktion]] von einem Wesen, das [[Form bestimmt]], weil sie keinen [[Inhalt]] hat. Menschen mögen widersprüchlich sein und daher keine Identität haben, aber indem sie dies verspüren können, sind sie doch darin identisch, Einheit, die nicht sein kann, weil erst konkret werden muss, was nur [[abstrakt]] wirklich ist und daher alles auf das reduziert, was nichts [[Eigenes]] ist. Aber schon in dieser Feststellung sind die Menschen mit sich identisch, wenn auch nicht wirklich. Aber indem sie hierbei ihre [[Selbstentfremdung]] wahrnehmen, erkennen sie die Notwendigkeit ihrer [[Wirklichkeit]]. Ihre Selbstverwirklichung ist daher nicht Selbstentfaltung, sondern Konkretion des in der Abstraktion getrennten, Aufhebung des konkret Gespaltenen in der Einheit eines erneuerten, auf sich zurückgekommenen Lebens, das sich darin sowohl bewahrt wie verändert hat, dass es sein [[Unwesen]] abgestreift und konkret wesentlich geworden ist (siehe [[Revolution]])..&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Menschen können also ein widersprüchliches Wesen haben, d.h. nicht wirklich mit sich identisch sein, aber gerade, indem sie hin- und hergerissen sind, beweist sich ihre Identität, wenn auch nur als [[Notwendigkeit]] einer Gespaltenheit, sich wesentlich aufzuheben, das Unwesentliche zu erkennen und dessen Formbestimmtheit von sich zu unterscheiden, sich als wirklichen Lebensinhalt konkret hervorzubringen, indem sie diesen als ihre Wurzel begreifen, sich in ihm radikalisieren. Solche Radikalität ist nicht notwendig heftig, jedoch entschlossen, weil sie einem Schluß folgt, einem Ausschluss der Formbestimmung aus dem eigenen Leben, einem [[Urteil]], das sie abschließt und der darin mit sich identisch gewordene Mensch sich ihr verschließt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nur Menschen, die sich von den Zerwürfnissen ihrer [[Wahrnehmungen]], den [[Notwendigkeiten]] ihrer [[Empfindungen]] und [[Gefühlen]] trennen, weil sie ihre Gespaltenheit leugnen, als Un[[wahrheit]] denunzieren müssen, weil sie z.B. [[objektiven Gefühlen]] unterworfen sind, sind wirklich identitätslos. Dies ist nicht zu unterschätzen, weil es auf andere Menschen unmittelbare [[Wirkung]] hat: Sie benötigen Menschen zu ihrer eigenen Identität (siehe auch [[Vampirismus]]). Ein gutes Beispiel hierfür ist der [[Nationalsozialismus]]: Er entsteht aus der Identitätslosigkeit von Entfremdung in zerstörten sozialen Beziehungen als Vereinigungsbewegung von Kultur und Staat, in welcher das [[Glück]] des Ganzen beschworen wird als Abkehr von bürgerlichen [[Selbstverständlichkeiten]]. Doch verblieben in der Unfähigkeit einer Abgrenzung zur [[bürgerlichen Kultur]], weil diese als Identitätsprothese, als Scheinwelt des gelingenden Lebens ihm vorausgeht und innewohnt, will der Nationalsozialismus ihre höchste Vollendung: Die Einheit von Volk, [[Nation]], [[Kultur]] und [[Staat]]. Darin sieht er die [[Gewohnheiten]] des [[entfremdeten]] Wesens als übermächtiges Wesen bestärkt, das seinen Bestimmungen dadurch entkommt, dass es seine Bedingungen bestimmt: Die Sauberkeit und Reinheit des Ganzen, die reine Art (siehe [[Rassismus]]). Dies macht seinen [[ästhetischen Willen]] aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sein hat immer Identität, wenn auch nicht immer wirklich. Sein kann daher nicht [[Nichts]] sein (siehe hierzu [[Logik]]). So gibt es auch nicht den Widerspruch von Sein und Nichts. Die [[Negation]] wäre immer die Negation von [[Leben]]: [[Tod]]. Nicht-Identität ist daher immer eine lebende Negation, eine Negation, die nicht sein kann, weil: Wenn sie wäre, wäre denken selbst nicht, Logik unnötig, Not unwendbar, weil alles nichtig. Nicht-Identität, so sie nicht als eigener Widerspruch gelitten ([[Leiden]]) wird, waltet tötlich, ist daher immer Gewalt, tötliche Gewalt. Wo Leben zerstört ist, ohne Tot zu sein, äußert es sich notwendig als Gewalt. Wo Identität gebrochen ist, lebt sie als Gewalt. Gebrochene Identität waltet als [[Gewalt]], und als nichts anders (siehe auch [[Grausamkeit]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine lebensmächtige Gewalt selbst allerdings, eine dem Leben daher äußerliche Gewalt, erzeugt selbst dort Identität, wo keine war. Auch wenn diese bloße Negation der Gewalt ist, hat sie ihren Sinn in der Bedrohung - zumindest solange, wo sie nicht selbst zur Gewalt übergeht. Absolut gebrochene Identität gibt es nur als gewaltiger Widersinn, gewaltig im Sein eines Sinnes, der sich widerlegt. Dies setzt eine äußere Identität voraus (siehe [[objektive Gefühle]]), eine Fremdidentität (siehe [[Selbstentfremdung]]), die eingegangen wird, um einem bestimmten [[Lebensraum]] zu überstehen. Die ganze [[bürgerliche Kultur]] lässt sich als die Form einer solchen Fremdidentität begreifen, vom einfachen Widerspruch zwischen [[Wahrnehmen]] und [[Wahrhaben]] bis hin zu komplexen Einheiten wie z.B. als Volksseele. Um nicht zugrunde zu gehen, muss Identität sein, auch als fremde. Je weiter daher die Gegensätze auseinander, desto abstrakter das Selbstgefühl. Auch wenn sich [[Empfindung]] und [[Gefühl]] nur noch im Sadomasochismus (siehe [[Perversionen]]) treffen, so handelt es sich dabei doch um eine mögliche Identität.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Frage nach Identität ist daher eine Frage nach der [[Wahrheit]] von gewaltiger Sinnlichkeit, d.h. die [[Erkenntnis]] der Unwahrheit von Gewalt im Sinn. Dies sollte das Anliegen jedweder Therapie sein. Es ist die Befassung mit der [[Täuschung]], erkennende Enttäuschung. Darin steckt ihr Grund: Der Sinn, der nicht sein kann, der [[Übersinn]], der geboten war, damit existiert, was nicht ist. Die Enttäuschung ist die Erkenntnis einer [[Scheinwelt]] - und diese Erkenntnis stellt Identität wieder her, wo sie aufgehoben war. Identität war darin äußerlich, [[Vermittlung]] von Unmittelbarkeit, die nicht menschlich war, die [[abstrakt]] bezogen war, um menschlich zu erscheinen, um unmenschliche Gewalt zu verbergen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Identisch mit sich ist nur, was wesentlich ist, was also keinen wesentlichen Gegensatz in sich hat und daher in sich oder durch sich nicht auseianderfallen kann - nicht zu verwechseln mit [[Einheit]], die auch Einheit der Gegensätze bedeuten kann, oder [[Gleichheit]], die lediglich Unterschiedslosigkeit meint und von jeder Inhaltlichkeit absieht, also immer nur abstrakt bestehen kann (siehe auch [[Gleichgültigkeit]]). Etwas mit sich selbst gleiches kann nicht sein; es wäre ein [[Unding]]. So meint Identität den einfachen, eindeutigen [[Grund]], der verschiedenen Folgen (z.B. Äußerungen oder Erscheinungen) inne ist. Identität ist das, was man sich schuldig ist, wenn etwas nicht stimmt. Je mehr man sich schuldig bleibt, desto mehr verfällt man in [[Schuldgefühle]] und verliert an Identität. Sie ist der Moment, worin [[Selbsterkenntnis]] und [[Erkenntnis]] sich einig sind, gleich, welche Erlebensform hierzu nötig ist. Aus diesem Grund gibt es die verschiedensten Erlebensqualitäten von Identität - auch solche, die für andere eine Umkehrung ihrer Erlebensform, eine [[Perversion]] ist. Darin wird [[Schuld]] ausgelebt, um nicht gefühlt zu werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die Wissenschaften vom Menschen ist es entscheidend für ihre Erklärungsansätze, was sie als menschliche Identität ansehen (z.B. als Erkenntnistheoretische Grundlage oder Ausrichtung). Aber schon der Begriff von Identität ist dabei verschieden. So kennt z.B. die [[Psychologie]] als Identität meist nur die Erlebensidentität in ihren verschiedenen Ausrichtungen idealisiert (z.B. Gestalt für die Gestaltpsychologie, Trieb für die klassische Psychoanalyse, Wahrnehmung für die Kommunikationstheorie, Verhalten für die Verhaltenspsychologie, [[Liebe]] für esoterische Psychologie). Identitätsprobleme gelten dann als Mangel gegenüber diesen Idealen. Die Philosophie kennt Identität in einer höheren Abstraktion in ihrem Erkenntnisansatz je nach Ausrichtung als geistige, theologische, vernünftige, empirische, phänomenale, faktische, soziale oder pragmatische [[Wahrheit]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die verschiedenen Wissenschaften und Ansätze widersprechen sich notwendig in jedem Moment ihrer &#039;&#039;Wahrheitsfindung&#039;&#039;. Schon in der Beschreibung von dem, was grundlegende Seinsweisen des Menschen, zum Beispiel Gefühl oder [[Schmerz]] sei, fallen sie als Wissenschaften auseinander. Zum Beispiel: Ist das Verhältnis zum Schmerz überliefert (z.B. durch Erziehung, Miterleben o.ä.) oder bestimmt es sich aus dem [[Geist]], den ein Mensch hat? Ist ein [[Gefühl]] unmittelbar geistige Einheit im Ästhetischen (z.B. Kunst), ein Ausdruck der [[Seele]], oder Moment der [[Wahrnehmung]], die vielleicht auch noch von einem Reiz bestimmt ist (siehe [[Verhaltenstheorie]]). Die bürgerlichen Wissenschaften verheddern sich durch ihre abstrakten Ausgangspositionen in [[Widersprüche]], die ihre Getrenntheit von ihrem Gegenstand aufweist (siehe z.B. die [[Vernunft]] der Aufklärung als Widersinn der Selbsterkenntnis, oder die Widersprüchlichkeiten der Erlebensqualitäten, wie sie in den psychologischen Einzelwissenschaften bei [[Freud]] in der [[Psychoanalyse]] oder bei [[Skinner]] in der [[Verhaltentheorie]] gefasst sind). Wissenschaftliche Identität, die nicht menschliche Identität sein kann, ist notwendig ein Beitrag zur [[Fortbestimmung]] menschlicher [[Selbstentfremdung]], weil sie diese in ihren Beurteilungen oder [[Urteilen]] umsetzt und verwirklicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Marx hat gezeigt, dass eine Wissenschaft, die nicht von der menschlichen Natur ausgeht, von seiner gesellschaftlichen Tätigkeit in der Entwicklung seines Reichtums, seinem gegenständlichen Wesen, dass solche Wissenschaft die Menschen ihrer ihnen fremden Notwendigkeiten unterwirft und damit die [[Entfremdung]] des Menschen von sich, seiner Gattung und seiner Tätigkeit verabsolutiert (siehe [[Warenfetischismus]]). Nur in der Einheit von seinem Leiden und seiner Tätigkeit kann der Mensch wesentlich erkannt werden als ein eigenes, sinnliches und geistiges Wesen, seiner seine Sache erzeugt, um Mensch zu sein und seiner Sache bedarf um sachlich zu bestehen und allseitig bestätigt zu sein (siehe [[Reichtum]]).&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Wolfram</name></author>
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		<title>Stimmung</title>
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		<updated>2026-05-26T06:32:38Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Wolfram: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;Er ruft spielt süßer den Todder Tod ist ein Meister aus Deutschland er ruft streicht dunkler die Geigendann steigt ihr als Rauch in die Luft dann habt ihr ein Grab in den Wolkenda liegt man nicht eng. (Aus der Todesfuge von Paul Celan)&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wo die [[vereinzelten]] [[Beziehungen]] in ihren [[wirklichen]] [[Verhältnissen]] (z.B. durch den [[Warentausch]]) von einander [[getrennt]] existieren, verlangen sie nach einem wirklichen [[Sinn]] ihrer Getrenntheit im Großen und [[Ganzen]] im Anschein einer [[Identität]] (siehe auch [[Schein]]). In der [[Getrenntheit]] der [[ausgeschlossenen]] [[Inhalte]] ihrer [[praktischen]] [[Verhältnisse]] bekommt der [[Schmerz]] ihrer [[Getrenntheit]] einen selbständigen [[Sinn]]. Darin beziehen sich ihre [[Empfindungen]] durch ihre [[Form]] von demm aufeinander, was sich in ihnen [[regt]], worin sie also [[erregt]] übereinstimmen: Es ist ihre Stimmung, in der sie einaner anstimmen und [[austauschen]], also auch austauschbar sind. Was sie im Gemeinen ihrer [[Form]] nach gewinnen, das [[entäußert]] sich in den [[Inhalten]] ihrer [[Selbstwahrnehmung]] und [[verkehrt]] sich zu einer Außenwelt, in der die sie keinen [[Sinn]] von und für sich [[empfinden]], weil sie darin ihren [[Sinn]] aufgehoben haben und also auch ohne [[Verständnis]] sind. Ihre [[Erkenntnise]] entstehen daher vor allem aus Beziehungen, die über ihre [[Abstraktionskraft]] begründet sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Stimmungen sind gesellschaftliche [[Beziehungen]] der [[Selbstwahrnehmung]], worin die eine [[Empfindung]] iwie die andere gilt und von daher einen [[Gemeinsinn]] erzeugt, durch dden die [[Abstraktion]] von ihren [[Gewissheiten]] gewinnen (siehe hierzu die [[Fundamentalontologie]] von [[Martin Heidegger]]), über die sie mit ihrer [[Negation]] in ihrem [[Selbstgefühlen]] übereinstimmt. Auch wenn dies ihnen die Grundlage ihrer Wahrnehmung in ihrem unmittelbaren [[Sinn]] tötet (siehe [[tote Empfindung]]), so vergewissert sie die Wahrnehmung ihrer Verhältnisse durch die Wirkungen einer ungewissen Gewissheit, befördert sie zur Teilnahme an der Selbstvergewisserung einer gewissenlosen Welt. Was sie darin empfinden ist vor allem das, was sie für sich an Gewissheit verloren haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;Nun zeigt uns schon unsere gewöhnliche Sprache, daß wir in unserem Inneren etwas tragen wie ein Prinzip, das diese verschiedenen Gebiete, in denen sich unsere [[Sinn]]e neigen, zusammenfaßt. Wir sprechen zum Beispiel von warmen und kalten Farben, wenn wir auch empfinden, daß das für unsere Verhältnisse zunächst nur vergleichsweise dadurch da ist, daß wir durch den Gesichtssinn die Kälte und Wärme, Hell und Dunkel wahrnehmen und als warme oder kalte Farben. Wir erkennen alles nur aus einer gewissen inneren Verwandtschaft, die wir fühlen, das, was der eine SinnDass im Erleben einer Gesamtstimmung auch verschiedene Sinnesqualitäten gesetzmäßig miteinander korrespondieren können, hat Rudolf Steiner etwa in seinen Ausführungen zur Eurythmie am Beispiel von Lauten und Farben gezeigt. Daraus ergeben sich auch Hinweise für die Farben der Bekleidung, die etwa zur Gesamtstimmung eines bestimmten Gedichtes passen. Die Farbe erscheint hier als „der an der Außenwelt fixierte Gemütsinhalt“. (Über Stimmung – AnthroWiki)&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Hochzeit der [[Beziehungen]] der politischen [[Selbstgefühle]] war die Zeit des [[Biedermeier]], die Herrschaft der [[Selbstgerechtigkeit]] in der Wohnlichkeit (siehe [[Gewohnheit]]) einer eigensinnigen Autorität (siehe [[autoritärer Charakter]]) Darin galt vor allem das [[Selbstgefühl]] intellektueller [[Selbstgerechtigkeit]] dem [[politischen Bewusstsein]], dem durch eine anachronistischen Wendung zur [[Phänomenologie]] ein allgemeines Lebensverständnis (siehe [[Verstand]]) angedient wird. &#039;&#039;Die Wahrheit ist ... für Hegel ein Automaton, das sich selbst beweist. Der Mensch hat ihr zu folgen. Wie bei Hegel ist das Resultat der wirklichen Entwickelung nichts anderes als die bewiesene, d.h. zum Bewußtsein gebrachte Wahrheit. Die absolute Kritik kann daher mit dem borniertesten Theologen fragen: &#039;&#039;Wozu wäre die Geschichte, wenn es nicht ihre Aufgabe wäre, grade diese einfachsten aller Wahrheiten (wie die Bewegung der Erde um die Sonne) zu beweisen?.&#039;&#039; ([[MEW 2, S. 83]]) [[Wahrheit]] kann man weder nehmen noch geben. [[Wahrnehmung]] ist von da her nicht bloßes Auffassen, nicht einfache Kognition als Aufnahme [[anwesender]] [[Gegenstände]], die sie vorfindet. Sie besteht zunächst nur aus dem, was die Menschen darin für sich finden, aus der [[Empfindung]] eines [[Gegenstands]], auf den sie sich [[beziehen]], weil und sofern er ihnen und ihren [[Sinnen]] entspricht. In ihrer [[sinnliche Gewissheit]] erweist sich, wodurch und worin dieser für sie [[wesentlich]] und also gewiss [[wahr]] ist, – warum und wodurch er also ihnen [[substanziell]] &#039;&#039;wesensverwand&#039;&#039; ist. Von daher ist [[Wahrnehmung]] die [[Elementarform]] ihrer [[Erkenntnisse]], die [[Form]], worin für die Menschen ihr [[Gegenstand]], ihr gegenständliches [[Sein]] nicht nur für [[wahr]] genomen, sondern auch bei [[Abwesenheit]] [[wirklich]] wahr ist.Wo sich die Menschen mit sich in ihren [[Sachen]] in dem vereinen, was sie durch ihr [[Wesen]] für einander sind und was sie von einander halten, erweist sich auch die [[Wahrheit]] ihrer [[Verhältnisse]] als ihre Welt, und wird im Verlauf ihrer [[Geschichte]] zu ihrer [[Warnehmungsidentität]]. von ihrer Aussage her (siehe auch [[Sprache]]) wird [[Wahrheit]] ungewiss und von da her zu einem Selbstzweck des [[Denkens]] (siehe [[Teilung der Wahrnehmung]]), zu einer Teleologie zweckhafter [[Beziehungen]], denen ein [[Sinn]] vorangestellt wird, den sie durch nichts erweisen können und der deshalb auch nicht [[bewiesen]] werden kann (siehe hierzu auch [[Gott]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;Die Wahrheit ist ... für Hegel ein Automaton, das sich selbst beweist. Der Mensch hat ihr zu folgen. Wie bei Hegel ist das Resultat der wirklichen Entwickelung nichts anderes als die bewiesene, d.h. zum Bewußtsein gebrachte Wahrheit. Die absolute Kritik kann daher mit dem borniertesten Theologen fragen: Wozu wäre die Geschichte, wenn es nicht ihre Aufgabe wäre, grade diese einfachsten aller Wahrheiten (wie die Bewegung der Erde um die Sonne) zu beweisen?. ([[MEW 2, S. 83]])&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Wahrheit]] kann man weder nehmen noch geben. [[Wahrnehmung]] ist von da her nicht bloßes Auffassen, nicht einfache Kognition als Aufnahme [[anwesender]] [[Gegenstände]], die sie vorfindet. Sie besteht zunächst nur aus dem, was die Menschen darin für sich finden, aus der [[Empfindung]] eines [[Gegenstands]], auf den sie sich [[beziehen]], weil und sofern er ihnen und ihren [[Sinnen]] entspricht. In ihrer [[sinnliche Gewissheit]] erweist sich, wodurch und worin dieser für sie [[wesentlich]] und also gewiss [[wahr]] ist, – warum und wodurch er also ihnen [[substanziell]] &#039;&#039;wesensverwand&#039;&#039; ist. Von daher ist [[Wahrnehmung]] die [[Elementarform]] ihrer [[Erkenntnisse]], die [[Form]], worin für die Menschen ihr [[Gegenstand]], ihr gegenständliches [[Sein]] nicht nur für [[wahr]] genomen, sondern auch bei [[Abwesenheit]] [[wirklich]] wahr ist.Wo sich die Menschen mit sich in ihren [[Sachen]] in dem vereinen, was sie durch ihr [[Wesen]] für einander sind und was sie von einander halten, erweist sich auch die [[Wahrheit]] ihrer [[Verhältnisse]] als ihre Welt, und wird im Verlauf ihrer [[Geschichte]] zu ihrer [[Warnehmungsidentität]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;Wie nach den frühern Teleologen die Pflanzen da sind, um von den Tieren, die Tiere, um von den Menschen gegessen zu werden, so ist die Geschichte da, um zum Konsumtionsakt des theoretischen Essens, des Beweisens zu dienen. Der Mensch ist da, damit die Geschichte, und die Geschichte ist da, damit der Beweis der Wahrheiten da ist. In dieser kritisch trivialisierten Form wiederholt sich die spekulative Weisheit, daß der Mensch, daß die Geschichte da ist, damit die Wahrheit zum Selbstbewußtsein komme. ([[MEW 2, S. 83]])&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;Zwei Dinge erfüllen das Gemüt mit immer neuer und zunehmenden Bewunderung und Ehrfurcht, je öfter und anhaltender sich das Nachdenken damit beschäftigt: Der bestirnte Himmel über mir, und das moralische Gesetz in mir. (Immanuel Kant: Kritik der praktischen Vernunft, A 289)&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Auskunft über sich hat Immanuel Kant (1724-1804) selbst gegeben und damit auch getroffen, was seine &#039;&#039;zwei Seiten&#039;&#039; im Wesentlichen ausmachen: Die [[Metaphysik]] seines Vernunftbegriffs in der &#039;&#039;Kritik der reinen [[Vernunft]]&#039;&#039; und dem praktischen [[Nutzen]] seiner [[Moral]] der [[Aufklärung]], die [[Moral]] der Mündigkeit als wesentliche Aussage eines [[emanzipatorischen]] [[Selbstverständnisses]] in seiner &#039;&#039;Kritik der praktischen Vernunft&#039;&#039;. Beides suchte er zu vereinen in seiner &#039;&#039;Kritik der Urteilskraft&#039;&#039;. Allerdings ist er als erster [[Philosoph]] einer [[allgemeinen]] [[Begrifflichkeit]] [[bürgerlicher]] [[Verständigung]] (siehe auch [[Verstand]]) auf deren Doppelbödigkeit zwischen [[Vernunft]] und [[Moral]] noch jeweils unvermittelbar einseitig verblieben, einerseits in seiner biologischen [[Anthropologie]], die z.B. den [[Nationalsozialisten]] als [[Begründung]] ihrer [[Rassenlehre]] dienen konnte, und dem praktischen [[Moralismus]] seines &#039;&#039;[[Kategorischen Imperativs]]&#039;&#039; auf der anderen Seite, der einen [[Selbstwiderspruch]] im [[bürgerlichen Bewusstsein]] betreiben sollte. Es war ihm mit seiner Auffassung ihrer [[Dialektik]] nicht möglich eine [[wirklich]] [[emanzipatorische]] [[Philosophie]] zu entwickeln, was ihm von einigen der ihm nachfolgenden Denkern vorgehalten wurde, die in seiner &#039;&#039;Kritik der Urteilskraft&#039;&#039; keine [[Beziehung]] anerkennen konnten. Ohne ein [[kritisches]] [[Verhalten]] zur [[Wirklichkeit]] (siehe [[kritische Theorie]]) wird im [[bürgerlichen Bewusstsein]] alles von dem, was eine [[Geschichte]] aufklären könnte, zur [[persönlichen]] [[Selbstbehauptung]] einer [[Vorstellung]] von dem, was es sein könnte oder können soll.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;Die Geschichte wird daher, wie die Wahrheit, zu einer aparten Person, einem metaphysischen Subjekt, dessen bloße Träger die wirklichen menschlichen Individuen sind. Die absolute Kritik bedient sich daher der Phrasen. ([[MEW 2, S. 83]])&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für [[Adorno]] war das wahr, was sich [[identisch]] bleibt. Aber in der [[Wirklichkeit]] der [[Kultur]] verfestigen sich immer mehr Unwahrheiten und auch stetige [[Strukturen]] sind nicht einfach wahr (siehe [[Systemtheorie]]). Unwahrheit ist also weder das Identische an sich, noch das Nichtidentische, wie er dies [[verstanden]] wissen wollte um seine [[negative Dialektik]] als Grundlage einer [[kritischen Theorie]] zu verfassen. Wesentlich für eine Befragung der [[Wahrheit]] ist die Feststellung, dass das [[Identische]] an sich schon einen [[Widersinn]] beinhaltet: Eine [[Wahrheit]] an sich gibt es nicht, weil [[Identität]] lediglich eine [[Reflektion]] der [[Erkenntnis]] gegen [[Täuschung]], eine [[Abstraktion]] für sich ist. Sie kann sich nur durch die Entdeckung vertauschter [[Inhalte]] in ihrer [[widersprüchlichen]] [[Wirklichkeit]] bewahrheiten und in der [[Erkenntnis]] ihrer [[Aufhebung]] verwirklichen, sich in einer erneuerten [[Wirklichkeit]] [[wahr machen]]. [[Wahr]] ist, worin sich [[Empfindungen]] und [[Gefühle]] in dem einig sind, was sie [[wahrhaben]]. [[Phänomenologisches]] Denken behauptet hiergegen die [[Wahrheit]] der einzelnen Phänomene, der [[Erscheinungsweisen]] ihres [[Seins]] (siehe auch [[Seiendes]]), in und durch sich selbst zu [[erkennen]]. Das &#039;&#039;Je-Einzelne&#039;&#039;, jede [[vereinzelte]] [[Wahrnehmung]] sei in der Lage, die Wahrheit ihres [[Daseins]] als Ergebnis aus ihrer [[Gegebenheit]] zu [[erkennen]]. Ihr [[Wesen]] wäre demnach [[unmittelbar]] und ohne weitere [[Bestimmung]] zu [[begreifen]], die [[Empfindungen]] ohne Weiteres und ganz voraussetzungslos und [[gleichgültig]] gegen ihre Lebenszusammenhänge als [[Wahrheit]] ihrer [[Gefühle]] zu erkennen. Doch jedes [[Gefühl]] war aus einer [[Beziehung]] von [[Empfindungen]] entstanden und kann sich hiergegen [[verselbständigen]], entrücken und seinem Ursprung [[widersprechen]]: [[verrückt]] werden. Der [[Widerspruch]] der [[Gefühle]] kann sich aber nicht als Gefühl formulieren, weil er [[selbständig]] durch etwas ganz Anderes (siehe [[Anderssein]]) aus [[Empfindungen]] entstanden ist, die darin ihre Spur verloren haben. In der [[Sprache]] aber lässt sich wie in der [[Kunst]] ihr Werden als gewordenes [[Dasein]] aus ihrer [[Geschichte]] [[erkennen]], also auch [[erschließen]] und hieraus [[begreifen]], was darin zu finden und was im [[Gefühl]] verbunden oder zumindest vermengt, bzw. vermischt ist (siehe auch [[Kitsch]]). Im [[einzelnen]] [[Gefühl]] lässt sich aber nichts anderes [[erkennen]] als das, was sich darin anmuten lässt, Mut macht oder aber sich darin auch nur verloren hat. Das [[Einzelne]] kann ohne seinen [[lebendigen]] Zusammenhang nur [[Interpretation]] der &#039;&#039;[[Eigentlichkeit]]&#039;&#039; ([[Martin Heidegger]]) einer Sinnesreizung, eine bloße Eidetik von [[Erscheinungen]] sein (siehe hierzu [[Phänomenologie]]). Sie muss über die [[Vereinzelung]] ihrer [[Wahrnehmung]] hinaus gelangen, um [[wirklich]] wahr zu sein. Im [[Einzelnen]] herrscht eine bescheidene Wahrheit als Bescheidung einer [[Abstraktion]], als Bescheid über schlichte [[Tatsachen]] und [[Gegebenheiten]]. &#039;&#039;Die Wahrheit ist allgemein, sie gehört nicht mir, sie gehört allen, sie hat mich, ich habe sie nicht. Mein Eigentum ist die Form, sie ist meine geistige Individualität ... Das Wesen des Geistes ist die Wahrheit immer selbst, und was macht ihr zu seinem Wesen? Die Bescheidenheit. Nur der Lump ist bescheiden, sagt Goethe, und zu solchem Lumpen wollt ihr den Geist machen?&#039;&#039; [[(MEW 1, S. 6)]] Was in der [[Wahrnehmung]] im [[Allgemeinen]], in ihrer [[Gesellschaftlichkeit]], [[schlüssig]] ist, worin sie mit sich in ihrem [[Gegenstand]] zum Ende kommt, im [[Ganzen]] ihrer [[Wirklichkeit]] letztendlich mit sich einig wird, ist sie auch [[wirklich]] [[wahr]]. Also ist Wahrheit die Einheit der [[Sinne]] in der [[Erkenntnis]] der [[Wahrnehmungen]] im [[Begriff]] ihrer [[Beziehung]] zu ihren [[Gegenständen]]: [[Wahrnehmungsidentität]] in der [[Erkenntnis]] ihrer [[Beziehungen]] im [[Ganzen]] ihrer [[Verhältnisse]]. Von daher ist sie so [[subjektiv]] wie [[objektiv]]. Menschen lassen sich leicht [[täuschen]], wenn ihre [[Gefühle]] ihren [[Empfindungen]] vorauseilen, ihre [[Wahrnehmung]] durch ihre [[Gefühle]] bestimmen oder ersetzen und von daher nur [[empfinden]] können, was im Vorurteil ihrer [[Gefühlen]], bzw. den [[Absichten]] ihrer [[Psyche]] dienlich ist. Von daher hat dann das [[Gefühl]] in [[Wahrheit]] eine dominante [[Wirkung]] auf die [[Wahrnehmung]] (siehe auch [[Eindruck]]), weil es zwar nicht unbedingt die Urteilskraft, wohl aber die [[Selbstwahrnehmung]] der Menschen bestärkt (siehe auch [[Urteil]]). Von daher ist der [[Anreiz]] einer &#039;&#039;selbstbestimmten&#039;&#039; [[Wahrnehmung]] ein Instrument mächtiger Kommunikationsinteressen (z.B. der [[Kommunikationsindustrie]]) und des [[Populismus]], der darauf zielt, [[Empfindungen]] durch [[Gefühle]] zu [[vertauschen]], die [[Wahrnehmung]] also zu einer durch sich selbst [[verselbständigten]] [[Wahrnehmung]], einer absoluten [[Selbstwahrnehmung]] zu [[verkehren. Aus ihremVerhältniszu ihrerWirklichkeitentwickeltsich eineUrteilskraftdurchabwesendeBezogenheiten, ein jenseitigeWesenausFormalisierungenabstrakterZusammenhänge aus verbliebenenKenntnissen, welche dieInterpretationenabstrakterErkenntnisseerregenund schützen (sieheCharakterpanzerung). Unwahr ist das, was wir nichtwahrnehmenvon dem, was wirwahrhaben. DieWahrnehmungist daher die einzige Grundlage zur Bildung einerWahrheitzurErkenntnisihresabwesendenWesens.]] [[Wahrnehmung]] kann also [[getäuscht]] werden wenn sie [[fremde]] [[Absichten]] nicht erkennt und ihre Wahrheit hierdurch ausgetrieben, abgelenkt und auf das Reich der [[Sehnsüchte]] und ihrer [[Vorstellungen]] abgestellt und hierdurch selbst [[abstrahiert]] und [[entwirklicht]] wird. In der Folge und auf Dauer wird die [[Wahrnehmung]] im Großen und [[Ganzen]] von [[fremden]] [[Grundstimmungen]] [[getrieben]] und ihr [[Erkenntnisinteresse]] durch die [[Kraft]] ihrer Bedrängungen entzweit, durch ihre [[Abstraktionskraft]] [[entfremdet]]. Ein [[abstraktes]] [[Erkenntnisinteresse]] tötet den Sinn seiner [[Wahrnehmungen]] ab und macht [[Angst]] und [[deprimiert]] sie. Das [[objektiv]] [[Einzelne]] wird durch den [[subjektiven]] [[Gehalt]] ihrer isolierten [[Wahrnehmung]] [[verallgemeinert]] und mit ihrer [[Objektivität]] [[vertauscht]] oder verfälscht, durch die [[Abstraktionskraft]] der [[Formen]] ihrer Zusammenhänge [[entwirklicht]]. Von daher [[überreizt]], werden ihre [[Inhalte]] durch ihre Form ausgeschlossen (siehe [[Ausschließlichkeit]]), in ihr Gegenteil [[verkehrt]] ([[pervertiert]]), verdrängt (siehe [[verdrängung]]), entstellt (siehe z.B. [[Double-Bind]]), überfrachtet (siehe auch [[Ästhetisierung]]), entfremdet (siehe [[Entfremdung]]), [[einverleibt]] (siehe [[Symbiose]]), erdrückt (siehe [[Depression]]), beeindruckt (siehe [[Eindruck]]), verurteilt (siehe [[ästhetisches Urteil]]) oder in ihr Gegenteil [[verkehrt]] wird (siehe hierzu auch [[Wiederholungszwang]]). Für sich genomen ist [[Wahrheit]] die [[Identität]] einer [[Erkenntnis]] von dem was ist, mit der [[Wirklichkeit]] seines [[Daseins]], wie es im [[einzelnen]] und [[allgemeinen]] [[Sosein]] auch [[wirklich]] identisch bleibt und also wahr ist. Aber es ist eine Unwahrheit nicht einfach das Nichtidentische, wie es [[Adorno]] [[verstanden]] wissen will. Es kann das Gegenteil der Wahrheit nur ihre [[Fremdbestimmung]] durch [[vertauschte]] [[Inhalte]] sein, die sowohl [[politisch]] als [[gesellschaftliche]] Formationen des [[Warentauschs]] oder [[psychisch]] als [[Täuschung]] der [[Wahrnehmung]] von Menschen, die diese zur [[Selbstentfremdung]] [[bestimmen]]. [[Wahrheit]] kann also nur die [[Identität]] einer [[Erkenntnis]] von dem was ist, mit der [[Wirklichkeit]] seines [[Daseins]], wie es im [[einzelnen]] und [[allgemeinen]] [[Sosein]] auch [[wirklich]] wahr ist. Von daher gibt es keine [[einzelne]] und auch keine [[allgemeine]] [[Wahrheit]] an sich und durch sich. Jede ist nur durch die andere. Und dies macht die [[theoretische]] Konsistenz einer [[Wissenschaft]] aus. Von daher ist [[Wahrheit]] nur im [[Ganzen]] zu erkennen. Darin allerdings hatte [[Adorno]] einen [[Totalitarismus]] sehen wollen, dem er ein absolutistisches [[Interesse]] unterstellte und dies deshalb im Gegensatz zum [[historischen Materialismus]] von Karl Marx mit der Behauptung stellte, dass das [[Ganze]] überhaupt nur der Anspruch eines [[totalitären]] Denkens wäre und deshalb die Unwahrheit schlechthin sei. Obwohl er das Denken von Karl Marx und Ludwig Feuerbach im Großen und Ganzen hernahm, wenn er sich damit als kritischer Theoretiker vorstellen konnte (siehe [[Kritische Theorie]]), stellte er deren [[Kritik]] hinterrücks einfach wieder auf den Kopf, Dieses Unterfangen war allerdings längst von Karl Marx in der Auseiandersetzung mit [[Ludwig Feuerbach]] ausführlich beantwortet worden (siehe hierzu auch [[Feuerbachthesen]]): &#039;&#039;Feuerbach ist der einzige, der ein ernsthaftes, ein kritisches Verhältnis zur Hegelschen Dialektik hat und wahrhafte Entdeckungen auf diesem Gebiete gemacht hat, überhaupt der wahre Überwinder der alten Philosophie ist. Die Größe der Leistung und die geräuschlose Einfachheit, womit F[euerbach] sie der Welt gibt, stehn in einem wunderlichen Gegensatz zu dem umgekehrten Verhältnis. Feuerbachs große Tat ist: 1. der Beweis, daß die Philosophie nichts andres ist als die in Gedanken gebrachte und denkend ausgeführte Religion; eine andre Form und Daseinsweise der Entfremdung des menschlichen Wesens; also ebenfalls zu verurteilen ist; 2. die Gründung des wahren Materialismus und der reellen Wissenschaft, indem Feuerbach das gesellschaftliche Verhältnis &#039;&#039;des Menschen zum Menschen&#039;&#039; ebenso zum Grundprinzip der Theorie macht; 3. indem er der Negation der Negation, die das absolut Positive zu sein behauptet, das auf sich selbst ruhende und positiv auf sich selbst begründete Positive entgegenstellt. Feuerbach erklärt die Hegelsche Dialektik – (und begründet dadurch den Ausgang vom Positiven, vom Sinnlich-Gewissen) – folgendermaßen: Hegel geht aus von der Entfremdung (logisch: dem Unendlichen, abstrakt Allgemeinen) der Substanz, der absoluten und fixierten Abstraktion. – D.h. populär ausgedrückt, er geht von der Religion und Theologie aus.verl Drittens: Er hebt das Positive wieder auf, stellt die Abstraktion, das Unendliche, wieder her. Wiederherstellung der Religion und Theologie. Feuerbach faßt also die Negation der Negation nur als Widerspruch der Philosophie mit sich selbst auf, als die Philosophie, welche die Theologie (Transzendenz etc.) bejaht, nachdem sie dieselbe verneint hat, also im Gegensatz zu sich selbst bejaht. Die Position oder Selbstbejahung und Selbstbestätigung, die in der Negation der Negation liegt, wird für eine ihrer selbst noch nicht sichere, darum mit ihrem Gegensatz behaftete, an sich selbst zweifelnde und darum des Beweises bedürftige, also nicht durch ihr Dasein sich selbst beweisende, als nicht eingestandne Position gefaßt und darum ihr direkt und unvermittelt die sinnlich gewisse, auf sich selbst gegründete Position entgegengestellt. Aber indem Hegel die Negation der Negation – der positiven Beziehung nach, die in ihr liegt, als das wahrhaft und einzig Positive, der negativen Beziehung nach, die in ihr liegt, als den einzig wahren Akt und Selbstbetätigungsakt alles Seins – aufgefaßt hat, hat er nur den abstrakten, logischen, spekulativen Ausdruck für die Bewegung der Geschichte gefunden, die noch nicht wirkliche Geschichte des Menschen als eines vorausgesetzten Subjekts, sondern erst Erzeugungsakt, Entstehungsgeschichte des Menschen ist.&#039;&#039; [[(Marx in MEW 40, Seite 568ff)]] kennbar wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Phänomenologisches]] Denken behauptet hiergegen die [[Wahrheit]] der einzelnen Phänomene, der [[Erscheinungsweisen]] ihres [[Seins]] (siehe auch [[Seiendes]]), in und durch sich selbst zu [[erkennen]]. Das &#039;&#039;Je-Einzelne&#039;&#039;, jede [[vereinzelte]] [[Wahrnehmung]] sei in der Lage, die Wahrheit ihres [[Daseins]] als Ergebnis aus ihrer [[Gegebenheit]] zu [[erkennen]]. Ihr [[Wesen]] wäre demnach [[unmittelbar]] und ohne weitere [[Bestimmung]] zu [[begreifen]], die [[Empfindungen]] ohne Weiteres und ganz voraussetzungslos und [[gleichgültig]] gegen ihre Lebenszusammenhänge als [[Wahrheit]] ihrer [[Gefühle]] zu erkennen. Doch jedes [[Gefühl]] war aus einer [[Beziehung]] von [[Empfindungen]] entstanden und kann sich hiergegen [[verselbständigen]], entrücken und seinem Ursprung [[widersprechen]]: [[verrückt]] werden. Der [[Widerspruch]] der [[Gefühle]] kann sich aber nicht als Gefühl formulieren, weil er [[selbständig]] durch etwas ganz Anderes (siehe [[Anderssein]]) aus [[Empfindungen]] entstanden ist, die darin ihre Spur verloren haben. In der [[Sprache]] aber lässt sich wie in der [[Kunst]] ihr Werden als gewordenes [[Dasein]] aus ihrer [[Geschichte]] [[erkennen]], also auch [[erschließen]] und hieraus [[begreifen]], was darin zu finden und was im [[Gefühl]] verbunden oder zumindest vermengt, bzw. vermischt ist (siehe auch [[Kitsch]]). Im [[einzelnen]] [[Gefühl]] lässt sich aber nichts anderes [[erkennen]] als das, was sich darin anmuten lässt, Mut macht oder aber sich darin auch nur verloren hat. Das [[Einzelne]] kann ohne seinen [[lebendigen]] Zusammenhang nur [[Interpretation]] der &#039;&#039;[[Eigentlichkeit]]&#039;&#039; ([[Martin Heidegger]]) einer Sinnesreizung, eine bloße Eidetik von [[Erscheinungen]] sein (siehe hierzu [[Phänomenologie]]). Sie muss über die [[Vereinzelung]] ihrer [[Wahrnehmung]] hinaus gelangen, um [[wirklich]] wahr zu sein. Im [[Einzelnen]] herrscht eine bescheidene Wahrheit als Bescheidung einer [[Abstraktion]], als Bescheid über schlichte [[Tatsachen]] und [[Gegebenheiten]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;Die Wahrheit ist allgemein, sie gehört nicht mir, sie gehört allen, sie hat mich, ich habe sie nicht. Mein Eigentum ist die Form, sie ist meine geistige Individualität ...&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;Das Wesen des Geistes ist die Wahrheit immer selbst, und was macht ihr zu seinem Wesen? Die Bescheidenheit. Nur der Lump ist bescheiden, sagt Goethe, und zu solchem Lumpen wollt ihr den Geist machen? [[(MEW 1, S. 6)]]&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was in der [[Wahrnehmung]] im [[Allgemeinen]], in ihrer [[Gesellschaftlichkeit]], [[schlüssig]] ist, worin sie mit sich in ihrem [[Gegenstand]] zum Ende kommt, im [[Ganzen]] ihrer [[Wirklichkeit]] letztendlich mit sich einig wird, ist sie auch [[wirklich]] [[wahr]]. Also ist Wahrheit die Einheit der [[Sinne]] in der [[Erkenntnis]] der [[Wahrnehmungen]] im [[Begriff]] ihrer [[Beziehung]] zu ihren [[Gegenständen]]: [[Wahrnehmungsidentität]] in der [[Erkenntnis]] ihrer [[Beziehungen]] im [[Ganzen]] ihrer [[Verhältnisse]]. Von daher ist sie so [[subjektiv]] wie [[objektiv]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Menschen lassen sich leicht [[täuschen]], wenn ihre [[Gefühle]] ihren [[Empfindungen]] vorauseilen, ihre [[Wahrnehmung]] durch ihre [[Gefühle]] bestimmen oder ersetzen und von daher nur [[empfinden]] können, was im Vorurteil ihrer [[Gefühlen]], bzw. den [[Absichten]] ihrer [[Psyche]] dienlich ist. Von daher hat dann das [[Gefühl]] in [[Wahrheit]] eine dominante [[Wirkung]] auf die [[Wahrnehmung]] (siehe auch [[Eindruck]]), weil es zwar nicht unbedingt die Urteilskraft, wohl aber die [[Selbstwahrnehmung]] der Menschen bestärkt (siehe auch [[Urteil]]). Von daher ist der [[Anreiz]] einer &#039;&#039;selbstbestimmten&#039;&#039; [[Wahrnehmung]] ein Instrument mächtiger Kommunikationsinteressen (z.B. der [[Kommunikationsindustrie]]) und des [[Populismus]], der darauf zielt, [[Empfindungen]] durch [[Gefühle]] zu [[vertauschen]], die [[Wahrnehmung]] also zu einer durch sich selbst [[verselbständigten]] [[Wahrnehmung]], einer absoluten [[Selbstwahrnehmung]] zu [[verkehren. Aus ihremVerhältniszu ihrerWirklichkeitentwickeltsich eineUrteilskraftdurchabwesendeBezogenheiten, ein jenseitigeWesenausFormalisierungenabstrakterZusammenhänge aus verbliebenenKenntnissen, welche dieInterpretationenabstrakterErkenntnisseerregenund schützen (sieheCharakterpanzerung). Unwahr ist das, was wir nichtwahrnehmenvon dem, was wirwahrhaben. DieWahrnehmungist daher die einzige Grundlage zur Bildung einerWahrheitzurErkenntnisihresabwesendenWesens.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Wahrnehmung]] kann also [[getäuscht]] werden wenn sie [[fremde]] [[Absichten]] nicht erkennt und ihre Wahrheit hierdurch ausgetrieben, abgelenkt und auf das Reich der [[Sehnsüchte]] und ihrer [[Vorstellungen]] abgestellt und hierdurch selbst [[abstrahiert]] und [[entwirklicht]] wird. In der Folge und auf Dauer wird die [[Wahrnehmung]] im Großen und [[Ganzen]] von [[fremden]] [[Grundstimmungen]] [[getrieben]] und ihr [[Erkenntnisinteresse]] durch die [[Kraft]] ihrer Bedrängungen entzweit, durch ihre [[Abstraktionskraft]] [[entfremdet]]. Ein [[abstraktes]] [[Erkenntnisinteresse]] tötet den Sinn seiner [[Wahrnehmungen]] ab und macht [[Angst]] und [[deprimiert]] sie. Das [[objektiv]] [[Einzelne]] wird durch den [[subjektiven]] [[Gehalt]] ihrer isolierten [[Wahrnehmung]] [[verallgemeinert]] und mit ihrer [[Objektivität]] [[vertauscht]] oder verfälscht, durch die [[Abstraktionskraft]] der [[Formen]] ihrer Zusammenhänge [[entwirklicht]]. Von daher [[überreizt]], werden ihre [[Inhalte]] durch ihre Form ausgeschlossen (siehe [[Ausschließlichkeit]]), in ihr Gegenteil [[verkehrt]] ([[pervertiert]]), verdrängt (siehe [[verdrängung]]), entstellt (siehe z.B. [[Double-Bind]]), überfrachtet (siehe auch [[Ästhetisierung]]), entfremdet (siehe [[Entfremdung]]), [[einverleibt]] (siehe [[Symbiose]]), erdrückt (siehe [[Depression]]), beeindruckt (siehe [[Eindruck]]), verurteilt (siehe [[ästhetisches Urteil]]) oder in ihr Gegenteil [[verkehrt]] wird (siehe hierzu auch [[Wiederholungszwang]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für sich genomen ist [[Wahrheit]] die [[Identität]] einer [[Erkenntnis]] von dem was ist, mit der [[Wirklichkeit]] seines [[Daseins]], wie es im [[einzelnen]] und [[allgemeinen]] [[Sosein]] auch [[wirklich]] identisch bleibt und also wahr ist. Aber es ist eine Unwahrheit nicht einfach das Nichtidentische, wie es [[Adorno]] [[verstanden]] wissen will. Es kann das Gegenteil der Wahrheit nur ihre [[Fremdbestimmung]] durch [[vertauschte]] [[Inhalte]] sein, die sowohl [[politisch]] als [[gesellschaftliche]] Formationen des [[Warentauschs]] oder [[psychisch]] als [[Täuschung]] der [[Wahrnehmung]] von Menschen, die diese zur [[Selbstentfremdung]] [[bestimmen]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Wahrheit]] kann also nur die [[Identität]] einer [[Erkenntnis]] von dem was ist, mit der [[Wirklichkeit]] seines [[Daseins]], wie es im [[einzelnen]] und [[allgemeinen]] [[Sosein]] auch [[wirklich]] wahr ist. Von daher gibt es keine [[einzelne]] und auch keine [[allgemeine]] [[Wahrheit]] an sich und durch sich. Jede ist nur durch die andere. Und dies macht die [[theoretische]] Konsistenz einer [[Wissenschaft]] aus. Von daher ist [[Wahrheit]] nur im [[Ganzen]] zu erkennen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Darin allerdings hatte [[Adorno]] einen [[Totalitarismus]] sehen wollen, dem er ein absolutistisches [[Interesse]] unterstellte und dies deshalb im Gegensatz zum [[historischen Materialismus]] von Karl Marx mit der Behauptung stellte, dass das [[Ganze]] überhaupt nur der Anspruch eines [[totalitären]] Denkens wäre und deshalb die Unwahrheit schlechthin sei. Obwohl er das Denken von Karl Marx und Ludwig Feuerbach im Großen und Ganzen hernahm, wenn er sich damit als kritischer Theoretiker vorstellen konnte (siehe [[Kritische Theorie]]), stellte er deren [[Kritik]] hinterrücks einfach wieder auf den Kopf, Dieses Unterfangen war allerdings längst von Karl Marx in der Auseiandersetzung mit [[Ludwig Feuerbach]] ausführlich beantwortet worden (siehe hierzu auch [[Feuerbachthesen]]):&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;Feuerbach ist der einzige, der ein ernsthaftes, ein kritisches Verhältnis zur Hegelschen Dialektik hat und wahrhafte Entdeckungen auf diesem Gebiete gemacht hat, überhaupt der wahre Überwinder der alten Philosophie ist. Die Größe der Leistung und die geräuschlose Einfachheit, womit F[euerbach] sie der Welt gibt, stehn in einem wunderlichen Gegensatz zu dem umgekehrten Verhältnis. Feuerbachs große Tat ist: 1. der Beweis, daß die Philosophie nichts andres ist als die in Gedanken gebrachte und denkend ausgeführte Religion; eine andre Form und Daseinsweise der Entfremdung des menschlichen Wesens; also ebenfalls zu verurteilen ist; 2. die Gründung des wahren Materialismus und der reellen Wissenschaft, indem Feuerbach das gesellschaftliche Verhältnis des Menschen zum Menschen ebenso zum Grundprinzip der Theorie macht; 3. indem er der Negation der Negation, die das absolut Positive zu sein behauptet, das auf sich selbst ruhende und positiv auf sich selbst begründete Positive entgegenstellt. Feuerbach erklärt die Hegelsche Dialektik – (und begründet dadurch den Ausgang vom Positiven, vom Sinnlich-Gewissen) – folgendermaßen: Hegel geht aus von der Entfremdung (logisch: dem Unendlichen, abstrakt Allgemeinen) der Substanz, der absoluten und fixierten Abstraktion. – D.h. populär ausgedrückt, er geht von der Religion und Theologie aus.verl Drittens: Er hebt das Positive wieder auf, stellt die Abstraktion, das Unendliche, wieder her. Wiederherstellung der Religion und Theologie. Feuerbach faßt also die Negation der Negation nur als Widerspruch der Philosophie mit sich selbst auf, als die Philosophie, welche die Theologie (Transzendenz etc.) bejaht, nachdem sie dieselbe verneint hat, also im Gegensatz zu sich selbst bejaht. Die Position oder Selbstbejahung und Selbstbestätigung, die in der Negation der Negation liegt, wird für eine ihrer selbst noch nicht sichere, darum mit ihrem Gegensatz behaftete, an sich selbst zweifelnde und darum des Beweises bedürftige, also nicht durch ihr Dasein sich selbst beweisende, als nicht eingestandne Position gefaßt und darum ihr direkt und unvermittelt die sinnlich gewisse, auf sich selbst gegründete Position entgegengestellt. Aber indem Hegel die Negation der Negation – der positiven Beziehung nach, die in ihr liegt, als das wahrhaft und einzig Positive, der negativen Beziehung nach, die in ihr liegt, als den einzig wahren Akt und Selbstbetätigungsakt alles Seins – aufgefaßt hat, hat er nur den abstrakten, logischen, spekulativen Ausdruck für die Bewegung der Geschichte gefunden, die noch nicht wirkliche Geschichte des Menschen als eines vorausgesetzten Subjekts, sondern erst Erzeugungsakt, Entstehungsgeschichte des Menschen ist. [[(Marx in MEW 40, Seite 568ff)]]&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weil [[Adorno]] als [[Kritiker]] des [[Positivismus]] zugleich den Ausgangspunkt der [[Kritik]] schon im [[reinen]] [[Denken]] [[begriffen]] haben wollte, hatte er sein Denken gegen jeden positiven Ausgang gestellt und damit eine [[&#039;&#039;Negativen Dialektik&#039;&#039;]] begründet. Hierdurch konnte er sich als durch sich selbst schon freien Denker [[popularisieren]] und seine [[Kritik]] mit seiner alles überwindenden [[Philosophie]] einer [[negativen]] [[Wahrheit]] bestimmen. Und dies durch eine spärlichen, weil [[abstrakt]] verbleibenden Einwand eines freien und also [[unendlichen]] Intellekts einer gedanklichen [[Ewigkeit]], der sich selbst überwinden musste, um seine Positivität aus sich heraus oder durch die Jenseitigkeit einer [[künstlerischen]] [[Empfindung]] zu [[entwickeln]]. So wurde er vor allem selbst zur Kultfigur von [[bildungsbürgerlichen]] Literaturkonsumenten und deformierte im Bezug auf die theoretischen Grundaussagen von Marx mit seinen Rückgriff auf den [[Begriff]] des [[Warenfetischismus]] zum Hinterhalt einer im Grunde antimarxistischen [[Theorie]] bei, die seiner [[Negativen Dialektik]] mit seinem [[Verstand]] von einem richtigen, einem gegen das [[Falsche]] bereinigten [[Leben]] einen [[revolutionären]] [[Totalzitarismus]] des teinen [[Denkens]] einhauchte. Mit seinem [[Verstand]] vom &#039;&#039;richtigen Leben&#039;&#039; sollten schließlich die [[wirklichen]] [[Verhältnissen]] des [[Warentauschs]] und des hierdurch [[fetischisierten]] [[Bewusstseins]] zumindest [[psychologisch]] identifizierbar und ebenso überwindbar sein (siehe hierzu [[Subjektkritik]])&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So kam zu Adornos Gefallen an einer überlebensgroßen [[Kultur]] der [[Kunst]] die Theorie vom &#039;&#039;richtigen Leben&#039;&#039; hinzu, das dem &#039;&#039;falschen Leben&#039;&#039; entgegen zu stellen wäre (siehe [[Leben]]), weil es dessen &#039;&#039;Beschädigungen&#039;&#039; abwenden könne. Dies hatte qllerdings jede [[kritische]] [[Erkenntnis]] von ihrem [[wirklichen]] [[Sinn]] frei geschlagen und sich in dem [[Moralismus]] einer intellektuellen Eigenmächtigkeit durch die [[Selbstgerechtigkeit]] eines [[philosophisch]] abgehobenen [[Bewusstseins]] fortgebildet, wie sie auch schon mal vom [[Existenzialismus]] [[Martin Heideggers]] angelegt war, der allerdings stattdessen eine [[Fundamentalontologie]] der [[Erkenntnis]] von [[Wahrheit]] über den [[Sinn]] des [[Seins]] als sinnliches [[Bewusstsein]] im [[Dasein]] der Menschen entwickelte. Er war von daher in seinem [[reaktionären]] Anliegen vielleicht auch nur &#039;&#039;ehrlicher&#039;&#039; als [[Adorno]], den man als Begründer eines [[reaktionären Marxismus]] ansehen kan. Es scheint, als ob Heidegger ihn wieder abgelöst hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine [[Erkenntnis]] unterstellt immer schon eine [[Wirklichkeit]] und [[Wahrheit]]Bestimmung der [[Wahrheit]]politischen Kultur (siehe auch [[Wahrheit]]Stimme), die [[sinnlich gewiss]] wäre, wenn die Menschen darin ihre Entfremdung von sich und von ihrer Gesellschaft durch deren [[realen Abstraktionen]] hindurch erkennen können, Eine Vermittlung der Wahrnehmungen für die [[Erkenntnis]] ihrer einzigartigen Empfindungenrnu. Dies nterstellt aller dings [[Sinne]], in denen und durch diese sich ihrer [[selbst]] unzweifelhaft, ihrer zwischenmenschlichen [[Wahrnehmung]] also ohne jeden [[Zweifel]] [[gewiss]] sind. Das ganze Interesse ihres Erkenntnisvermögenns hat es eben einfach nötig, im Menschen [[ganz]] das zu [[empfinden]], was außer sich und also außer dem ist, was er finden kann, was also nur [[sinnlich gewiss]] ist, wenn diese [[Empfindung den]] in Wahrheit als [[Ganzes]], als das nimmt, was es im Zusammenhang seiner [[Erfahrungen]] wirklich [[wahrhatte]] und sich von daher nicht [[täuschen]] lässt. Worin sie übereinstimmen wid zur Form ihres Zusammenhangs, zur Stimmung, worin sie ihre abstrakten Wahrnehmungen identifizieren. Worin Menschen ihren Gegenstand nicht ganz begreifen können, weil sie voneinander vereinzelt und isoliert leben, sich mit ihrer Wahrnehmng als [[Ganzes]] nicht einer allen gemeinen [[Erkenntnis]] zuwenden können, werden auch die Elemete ihrer Wahrnehmung zerteilt und von dem abgetrennt, was sie in ihren Empfindungen und Gefühlen wirklich wahrhaben. Ähnlich der warenförmigen [[Vermittlung]] der Arbeitsprodukte wird in der [[politischen Kultur]] die Stimmunng zur [[Form]] der [[allengemeinen]] [[Vermittlung]] gesellschaftlicher W[[Selbstveredelung]]ahrnehmungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein [[Wesen]] kann nur im [[Ganzen]] wahr sein. Um einen [[Sinn]] für das [[Ganze]] zu bilden (siehe [[Sinnbildung]]) ist dessen [[Wesen]] im [[Einzelnen]] wie auch im [[Allgemeinen]] zu [[ergründen]]. Und um schließlich in der [[Auftrennung]] der [[Wahrmehmung]] auch die [[Wesensnot]] der Menschen als [[Entfremdung]] von der [[Natur]] ihres Wesens in ihnen und durc sie selbst er, ihrer Gattung zu erklären, kompliziert sich das [[Wesen]] ihrer [[Erkenntnis]] in den [[Lebensverhältnissen]] der Menschen, worin sie [[isoliert]] [[Einzeln]] zwischen sich und anderen [[existieren]]. In ihrem [[Dazwischensein]] können sie nur [[abstrakt allgemein]] miiteilen und [[vermitteln]] und sollen sich darin dennoch ihrer selbst [[bewusst sein]]. Die Wahrheit eines solchen [[Selbstbewusstseins]] verlangt nach einem [[allgemeinen]], nach einem [[gesellschaftlichen]] [[V]] der [[Erkenntnis]], das über die vereinzelten [[Wahrnehmungen]] hinaus sich auch deren [[abwesenden]] [[Substanzen]] gewiss werden kann. Im Besonderen lässt sich ihre Einzelheit in der Einheit ihrer [[allgemeinen]], ihrer [[abstrakt menschlichen Sinnlichkeit]] auch so [[allgemein]] begreifen, wie sie im [[Allgemeinen]] auch durch das [[Begreifen]] ihrer [[wirklichen]] [[Lebensverhältnisse]] als vereinzelte Sinnlichkeit erkannt werden kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[bürgerliche Gesellschaft]] war die erste [[Gesellschaft]], in der sich die Menschen durch die Modernisierung (siehe [[Moderne]]) ihrer [[Produktionsmittel]] freiwillig isoliert hatten (Marx). Über ihre [[Veräußerungen]] durch moderne [[Technologien]] konnten sie zwar die [[persönlichen]] Bindungen des [[Feudalismus]] überwinden. vereinsamten aber in der [[Vergesellschaftung]] ihrer [[wirklichen]] [[Beziehungen]] durch den [[Warentausch]], durch die [[Gesellschaftlichkeit]] abstrakt bestimmter, also [[entäußerter]] [[Lebensäußerungen]] der [[burgherrlichen]] [[Lebensverhältnisse]]. Ihr gesellschaftlicher Zusammenhang existiert darin eben nur gebrochen in der [[Form]] ihrer Erzeugnisse, einer ungeheueren Warensammlung, in der ihr [[Reichtum]] existiert. Sie kann durch die [[Teilung der Arbeit]] und dem [[Dasein]] der Produkte nur in der [[Form]] unzähliger [[Trennungen]] existieren. Da[[Ganze]] der Getrenntheiten in ihren [[Verhältnissen]] kann daher als solches nur [[wahr]] sein, wenn das [[Einzelne]] darin wenigstens als [[abstrakten]] [[Beziehung]] auf das Ganze bewahrt ist. Und das Einzelne kann im [[Ganzen]] nur [[wahr]] sein, weil es seiner selbst nur im [[Ganzen]] [[wirklich]] ist. Und es ist sich durch seine [[Wirkungen]] im Ganzen gewahr, weil es durch seine [[Einzelheit]] das [[Ganze]] bildet und sich daher auch nur als Einzelnes im [[Ganzen]] erkennen kann - weil es darin eben sich selbst in seiner [[Allgemeinheit]] [[wahrhat]] die aus ihm begründet ist. Denn dies geht ihr [[geschichtlich]] voraus, bevor es allgemein (siehe auch [[Begriff]]) existieren, [[gesellschaftlich]] [[wesentlich]] werden kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Allerdings bewegt sich in der [[Religion]] noch das Allgemeine als [[abstrakter]] Mensch vom Himmel herunter und steigt auch dahin wieder auf. Aber der [[Übermensch]] umarmt den [[wirklichen]] Menschen um seine [[Isolation]] zu beherschen, seine Spaltung (siehe auch [[Teilung]]) zu [[totalisieren]] und sie ihm als allgemeine [[Notwendigkeit]] des [[Lebens]] mitzutilen, Der [[abstrakt allgemein]]e Mensch herrscht durch den [[Tod]] und verachtet den Menschen und seine [[Wirklichkeit]], weil sie die [[Notwendigkeit]] seiner wirklichen [[Wesensnot]] ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Erkenntnis]] kann nur entstehen, wo die Frage nach ihrer [[Wahrheit]] schon in ihrer [[Wahrnehmung]] aufgelöst, wo also [[Täuschung]] ausgeschlossen ist. Aber [[Täuschung]] erscheint heute allmächtig, weil die [[Medien]] und [[Methoden]] der [[Wissenschaften]] selbst schon ihre [[Wahrnehmung]] von vorn herein relativieren, sie wie Produkte einer bloßen [[Gegebenheit]] (siehe hierzu [[Positivismus]]) oder einer Lebenskonstruktion begriffen wissen wollen (siehe hierzu [[Konstruktivismus]]), und sei diese auch nur [[strukturell]] vorauszusetzen (siehe [[Strukturalismus]]). Was durch &#039;&#039;täuschend echte&#039;&#039; Imagination mit den [[Algorithmen]] der &#039;&#039;technischen Intelligenz&#039;&#039; gemacht werden kann, lässt sich leicht [[kulturpolitisch]] normativ verwenden und praktisch jede [[Persönlichkeit]] herstellen oder verfälschen. Wer [[Erkenntnisse]] nur [[persönlich]] machen kann, wird sich jenseits aller [[gegenständliche]] [[Beziehung]] in [[zwischenmenschlichen Verhältnissen]] und den Konflikten ihrer [[Selbstwahrnehmungen]] und ihrem [[selbstgerechten]] [[Moralismus]] (siehe [[Spießertum]]) aufreiben müssen - um darin vielleicht eine &#039;&#039;wahre Persönlichkeit&#039;&#039; mit einer durch ihren [[Selbstwert]] [[abgetöteten Wahrnehmung]] zu werden (siehe [[Selbstveredelung]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vor aller [[Erkenntnis]] muss daher schon ein [[Sinn]] für Wahrheit durch die Auflösung von [[Enttäuschungen]] [[entwickelt]] sein, wie er in einer Gesellschaft [[beliebig]] [[austauschbarer]] [[Beziehungen]] zwangsläufig nötig ist. Um die [[Wahrnehmung]] als Zeugnis des [[Lebens]] zu [[begreifen]] musss ihre [[elementare]] [[Beziehung]] zu ihrem [[Gegenstand]], ihre [[Empfindung]] im [[Verhältnis]] zu ihren [[Gefühlen]] bewahrt und [[sinnlich]] bewährt sein und bedarf von daher auch der [[Analyse]] einer dem entsprechend [[politischen Ästhetik]], eines [[Kults]] der [[Selbstwahrnehmung]] in einer [[Gesellschaft]] der [[Selbstgefühle]], in der die [[Ideale]] über jede [[Wirklichkeit]] herrschen (siehe hierzu auch [[abstrakt menschliche Gesellschaft]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zwischen den [[Ideen]] und ihrer [[Wirklichkeit]] herrschen [[Ideologien]], die nicht [[wirklich]] wahr sein könen, weil sie keinen [[Sinn]] durch sich selbst haben und finden, nichts wirklich [[empfinden]] können, weil sie Sinn an sich gegen Sinn für sich, weil sie [[widersinnig]] sind, ihren Sinn aus sich selbst folgern und zugleich sich hierdurch begründen. Wahrheit ist die Auflösung von [[Widersinnigkeiten]] ihrer [[Selbstgerechtigkeit]] (siehe auch [[Moral]]) durch die [[analytische]] Aufklärung und [[Erklärung]] einer tautologischen [[Beziehung]] (siehe [[Selbstbeziehung]]) von [[Grund]] und [[Folge]], die in eine unendlichen Beziehung geraten ist. Darin gelten sich [[Ursache]] und [[Wirkung]] substanziell gleich, sind in ihrer [[Gleichgültigkeit]] [[ausschließlich]] an einander und durch einander identifiziert und daher wesentlich ununterscheidbar geworden (siehe hierzu auch [[Positivismus]]), in ihrer [[Anwesenheit]] zugleich [[abwesend]]. So besteht der Sinn ihrer [[Geschichte]] nur aus bloßen [[Tatsachen]], die sich durch ihre Folgerungen im [[Verhalten]] ihrer [[Verhältnisse]] begründen und antreiben, sich nurmehr im [[Trieb]] ihrer [[Gewohnheiten]] als Produzenten und Produkte ihrer [[Scheinwelt]] bestimmen und wiederfinden, sich in dem [[erkennen]], worin sie sich schon vor aller [[Erfahrung]] [[kennen]] (siehe auch [[Gedankenabstraktion]], [[Realabstraktion]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Wahrheit gibt es keinen Anfang und kein Ende der [[Erkenntnis]] - sie selbst macht [[Geschichte]] und ist nur durch sie (siehe hierzu [[Historischer Materialismus]]). Bevor ein [[Einzelnes]] sich [[kennt]], war es schon in [[allem gemein]] von dem, was ist (siehe [[Sein]]). Im [[Glauben]] an ihre [[persönliche]] [[Selbstverwirklichung]] verwirklichen [[Ideologien]] aber nur den [[Widersinn]] einer [[Selbsttäuschiung]] über ihre persönliche [[Identität]], eine [[Täuschung]], die nicht [[enttäuscht]] sein will und daher in den [[Absichten]] einer ihnen [[fremden]] und daher [[verkehrten]] [[Wahrnehmungsidentität]], aus der [[Verkehrung]] ihrer Bewahrheitung gegen das, was sie [[wahrhat]] zu sich kommt (siehe auch [[hermeneutischer Zirkel]]). Die Umkehr solcher [[Wahrnehmung]] kann zunächst nur durch konsistente, also widerspruchsfreie Darstellung ihrer [[Verhältnisse]] bewahrheitet werden, aus der auch der [[Grund]] ihrer [[Selbsttäuschung]] erklärlich wird. Hierdurch wird auch deren [[Absicht]] aus der [[Reduktion]] ihres [[Wesens]] auf die [[Erscheinungen]] aus den [[Tatsachen]] ihres [[Daseins]] deutlich, als Rückbeziehung, als re-ligio auf die Kreisläufe in deren [[Abstraktionen]] bezogen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;Die Religion ist die allgemeine Theorie dieser Welt, ihr enzyklopädisches Kompendium, ihre Logik in populärer Form, ihr spiritualistischer Point-d&#039;honneur [Ehrenpunkt], ihr Enthusiasmus, ihre moralische Sanktion, ihre feierliche Ergänzung, ihr allgemeiner Trost- und Rechtfertigungsgrund. Sie ist die phantastische Verwirklichung des menschlichen Wesens, weil das menschliche Wesen keine wahre Wirklichkeit besitzt. Der Kampf gegen die Religion ist also mittelbar der Kampf gegen jene Welt, deren geistiges Aroma die Religion ist. “ [[(MEW 1, S. 378f)]]&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der [[widersinn]] der [[Religionen]] erklärt sich aus dem [[Verhalten]] eines [[abstrakt Allgemeinen]] (siehe hierzu [[Dialektik]]) das aus den [[Reduktionen]] ihrer [[Natur]] gegen die [[einzelnen]] Gründe die [[Formen]] und [[Formbestimmungen]]ihrer [[Wirklichkeit]] ersichtlich wird (siehe hierzu auch [[Fetischismus]]) und immer zweideutig bleibt. Denn was nicht eindeutig wird, bleibt ungewiss, im Grunde [[abergläubisch]]. Es kann durch sich selbst nicht einfach wahr sein, ist nur zwischen Unterschiedenem identisch (siehe auch [[Dazwischensein]]), aber ohne Wahrheit und also nur [[zweifelhaft]] da. Es existiert im [[Dasein]] eines [[Widerspruchs]], der seine [[Gründe]] und [[Folgerungen]] durch seine in sich schon identifizierten Entgegensetzungen im Kreis dreht, tautologisch ist. In ihrer Beziehung aufeinander müssen sie sich gleichbleiben und also von sich absehen. Darin [[verallgemeinert]] sich beides in einem [[abstrakt Allgemeinem]], in einer Identität der [[Wahrnehmung]] (siehe [[Wahrnehmungsidentität]]), einer [[Allgemeinheit]], die eine nur [[abstrakte]] [[Substanz]] bewahren und bewähren kann (siehe [[Dialektik]]). Und diese lässt sich auch nur [[abstrakt]] [[entwickeln]], wird geschichtslos und dreht sich im Kreis einer [[schlechten Unendlichkeit]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;Die Aufhebung der Religion als des illusorischen Glücks des Volkes ist die Forderung seines wirklichen Glücks. Die Forderung, die Illusionen über seinen Zustand aufzugeben, ist die Forderung, einen Zustand aufzugeben, der der Illusionen bedarf. Die Kritik der Religion ist also im Keim die Kritik des Jammerthales, dessen Heiligenschein die Religion ist.“ [[(MEW 1, S. 379)]]&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[Geschichte]] der Menschen kann sich nur durch die [[Substanz]] ihres [[Lebens]] als das bewahrheiten, wodurch sie ihr [[Leben]] erzeugen und bezeugen, wodurch sie mit sich in den Mitteln für ihre Zwecke einig sind sich hierdurch als Mensch in ihrer [[gesellschaftlichen]] [[Allgemeinheit]] bewähren. Wahr ist, was darin seinen Inhalt zweifelsfrei formuliert, worin also [[Form]] und [[Inhalt]] ihres [[gegenständlichen]] [[Daseins]] sich nicht [[widersprechen]], die [[Teile]] in ihrem ganzen Zusammenhang sich in der [[Geschichte]] sowohl in ihrer [[Anwesenheit]] als das bewähren, was sie auch bei ihrer [[Abwesenheit]] für die Menschen sind und daher in ihrer [[einzelnen]] [[Wirklichkeit]] auch als das für [[wahr genommen]] werden kann, was sie in ihrer [[Wirkung]] im [[Allgemeinen]] sind. Über das, was der [[Wahrnehmung]] der Menschen ohne [[Not]] als das [[zufällt]], was sie auch [[wahrhaben]], muss man nichts entscheiden. Nur wo es austauschbar und für die Menschen [[gleichgültig]] wird herrscht eine [[Täuschung]] in einer [[Scheinwelt]] vor, deren Unnatur [[enttäuscht]] werden muss, um sich darin nicht sich selbst zu vertauschen, um nicht seine [[Wahrnehmung abzutöten]]. Und hieraus bedingt muss man mehr wissen, was daran [[verkehrt]] ist, was also als das nicht so ist wie es von [[Natur]] aus ist (siehe [[Sosein]]). Und Wahrheit ist dann auch nur zu [[erkennen]], wo ihre Erschließung als [[Schlussfolgerung]] aus ihrem [[Dasein]] [[notwendig]] ist (siehe hierzu auch [[Logik]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Erst im [[Zweifel]], ob es auch [[wesentlich]] das ist, was es in seiner [[Wirklichkeit]] [[objektiv sein soll]], ob es als das erscheint, was es [[wesentlich]] ist, entsteht die Frage nach seiner [[Wahrheit]], also über das, was daran [[wirklich]] wahr ist. Aus ihrer Beantwortung resultiert das [[Urteil]] über das, was richtig oder [[falsch]] ist an ihm ist, was entweder offensichtlich und unbestreitbar [[da ist]] oder was ihm [[wesentlich]] zugrunde liegt und durch die [[Schlussfolgerung]] aus einer [[dialektischen]] [[Analyse]] erst zu [[beweisen]] ist. Es ist darin dann etwas Essenzielles zu formulieren, eine [[Substanz]], die ganz [[allgemein]] genommen in jedem einzelnen Moment sich als etwas [[verstehen]] lässt, das sich letztlich durchsetzt, etwas, das hinter dem steht, was in seiner Äußerung immer wieder als deren inneres [[Wesen]] durchscheint - was sich aber im Besonderen nicht [[unmittelbar]] [[erkennen]] lässt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Menschen unterscheiden sich nicht nur durch ihre Herkunft, [[Klasse]], Alter oder Geschlecht, sondern auch in dem, was für sie als wahr gilt, was sie zwischen [[Wahrheit]] und [[Täuschung]] unterscheiden. Immerhin entsteht durch alles, was ihre [[Wahrnehmung]] mit sich identisch werden lässt die entscheidende [[Substanz]] der [[Sinnbildung]] und des darauf gründenden Urteilskraft, den [[Verstandes]], der Urteilskraft des [[Gefühls]] in einer Welt, in der die [[unmittelbare]] [[Gewissheit]], die wahre [[Selbstgewissheit]] des [[Lebens]] unentwegt gebrochen wird. Die Empathie hierfür wird daher in einem wie [[selbstverständlich]] scheinenden [[Dasein]] (siehe auch [[Scheinwelt]]) zersetzt, welches die [[Empfindungen]] der Menschen nur [[abstrakt]] zusammenführt (siehe auch [[abstrakt menschlicher Sinn]]) und sie durch den [[Glauben]] an ihre [[Ewigkeit]] ersetzt. Darin wird es unmöglich ihnen dessen wahre Zusammenhänge zu eröffnen, die ihre [[Seelen]] aus den dumpfen Ahnungen ihrer naturgetrübten Gedankenwelt heraustreibt und zu einem menschlichen [[Bewusstsein]] [[emanzipiert]]. Denn nur dieses kann die gesellschaftliche Voraussetzung und der [[Inhalt]] eines menschliche [[Selbstbewusstseins]] sein. Und von da her hat dies strenge Folgen für jegliche &#039;&#039;Informationsverarbeitung&#039;&#039; in allen Lebensbereichen, den [[persönlichen]], [[zwischenmenschlichen]] und [[politischen]] überhaupt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Alles, was ihre lebendige [[wahrnehmung (siehe auchtote Wahrnehmung) ausmacht, ist dieWahrheitihrerWahrnehmungfür sich, das für wahr nehmen ihresLebensund seinerGründein dieser Welt in ihrerGeschichteundGegenwart. Was für die einen einGlaubean das Glück auf Erden oder an einenGottder Schöpfung oder an das Vaterland ihresHeilsist, mag für die anderen einGlaubean die &#039;&#039;FreiheitderWissenschaft&#039;&#039;, an dieVernunfteines Weltgeistes oder an die Botschaften des Internets, der Werbung, den Weltuntergang usw. sein. Letztlich bestehen ihreErkenntnissedaraus, was sich ihnen alsWahrheitfür ihrLebeneröffnet hat, was für sie sich über dessen verschiedene Momente als das bewahrt hat, was für sie gültig geworden ist, was Geltung in ihrem Lebensbereich bekommen hat, die soallgemeinwie aucheinzelnstimmig ist und sich über ihreStimmungenhinweg erheben kann. Eine Wahrnehmungsidentität ist von da her dieWahrheiteinerWahrnehmung, wie sie sich im Lebenszusammenhang der Menschen bewährt und bewahrt und sich darin durch dieUmständeihrer gesellschaftlichen oderzwischenmenschlichen Beziehungenerschlossen hat oder auch verschlossen bleibt. Es ist, was sich alsGanzesauch in einer gebrochenenWahrnehmungerwiesen hat, auch für das gilt, das nicht wahrnehmbar ist.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von daher geht es dann um die Wahrheit eines [[Urteils]] über ein [[Wesen]], das [[falsch]] verstanden sein kann, wenn es nur als [[Wahrnehmung]] hiervon [[verallgemeiNert]] wird und hierdurch als ein eigenes Wesen begriffen wird, dem andere durch ihre allgemeinen Formbeziehungen, den [[Formbestimmungen]] ihrer [[Strukturen]] zu Folge sind (siehe [[Strukturalismus]]) oder die in der [[isolierten]] [[Einzelheit]] ihres [[Daseins]] ihre Wahrheit zufällig und positiv begründen will (siehe auh [[Positivismus]]). Wenn aber hierüber nachgedacht wird, kann dies alles nur wahr sein, wenn es sich in den Zusammenhängen [[erklärt]], worin es [[erscheint]] und sich [[ausdrückt]] und durch seine Selbstbeschränktheit zum Fetisch der Wahrnehmung, zu einer in sich [[verkehrten]] [[Wahrnehmungsidentät]] wird. Es ist also anders als das, wofür und für wen es in [[Wirklichkeit]] unmittelbar da ist. So erweist sich, dass es anders ist (siehe [[Anderssein]]) als das, wie es in seiner bloßen [[Anwesenheit]] zu sein scheint, weil es in dem [[abwesend]] ist was seine [[Qualität]] ausmacht, die also [[unmittelbar]] nicht [[existiert]], in ihrer [[Existenz]] über sich selbst [[hinwegtäuscht]], weil darin etwas vertauscht erscheint, in seinem [[Dasein]] [[verkehrt]] da ist. Es kann also nicht [[wirklich]] [[sein]], was es [[objektiv sein soll]], was es [[sein]], was es [[sein]]wesentlich ist, aber in Wahrheit nicht als dieses da sein kann, weil es durch seine [[sein]]Wesensnotbestimmt ist. Zwischen seinem [[Wesen]] und seiner [[Erscheinung]] steht eine Vermittlung, die in der Form seiner Existenz eine [[Formbestimmung]] mitteilt, wodurch so nicht sein kann, wie es zu sein scheint, das eine [[substanzielle]] Wahrheit formuliert, die so wie sie ist (sie [[Sosein]]), [[unmittelbar]] nur [[Eindruck]] macht, nicht [[wirklich]] wahr sein kann und die zugleich in dem, was sie zu sein [[scheint]], auch ganz anders ist, so dass das in seiner [[Vermittlung]], seinem [[wirklichen]] Zusammenhang erst [[analysiert]] werden muss, bevor seine [[wirkliche]] Wahrheit [[erkannt]] ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wahrheit ist das [[Ganze]] einer Stimmigkeit, die Übereinstimmung dassen was dessen Zusammenhang ist mit dem was es sein soll. [[Widersinniges]] kann nicht wahr sein. Was letztlich keinen eindeutigen [[Sinn]] finden kann, ihn nicht empfindet, ist zweifelhaft (siehe [[Zweifel]]), kann durch sich selbst nicht einfach wahr sein, weil es keinen [[wrklichen]] [[Sinn]] für das Einfache, keine [[Identität]] (siehe hierzu auch [[Wahrnehmungsidentität]]) im allem gemeinen [[Sinn]] für das [[Einzelne]] hat. Es kann in den unterschiedlichen Sinnhaftgkeiten im [[Allgemeinen]] nur in dem [[identisch]] sein, was zwischen dem Einen und dem Anderen (siehe [[Dazwischensein]]) nur relativ, was also weder das Eine noch das Andere wirklich ist und ist daher [[nur widersinnig]] [[exstent]], also ohne Wahrheit [[da]](siehe z.B. die [[Preise]] der [[Waren]] im [[Warentausch]] als [[Relationen]] der [[Tauschwerte]] im Unterschied zum [[Wert]] einer [[Sache]], zum [[Wesen]] ihrer [[Natur]]). Die Unterschiede der [[Einzelheiten]] existieren im [[Allgemeinen]] nur im [[Dasein]] eines [[Widerspruchs]] (siehe [[Wertform]][[)]] durch ein gemeinsames Drittes ([[abstrakte Arbeit]]) und haben in dessen [[Allgemeinform]] eine nur [[abstrakte]] [[Substanz]] (siehe [[Dialektik]]), sind somit letztlich nur als bloße [[Tatsachen]] wahr. In deren Einfältigkeit existiert das [[Einzelne]] [[getrennt]], [[isoliert]] von seinem Zusammenhang, [[wesentlich]] nur durch sich selbst als Natur für sich, abstrakte Natur, als [[Formbestimmung]] seiner [[Geschichte]]. Es kann sich daher nicht durch sine [[Inhalte]] [[entwickeln]], dreht sich im Kreis einer [[schlechten Unendlichkeit]], wird geschichtslos indem er seine Existenzformen gegen ihre [[Inhalte]] [[verkehrt]], sich von seinem [[Wesen]] [[entfremdet]] (siehe z.B. [[Fetischismus]]), weil er darin seine eigenen [[Äußerungen]] in ihrer wirklichen [[Gegenstandlichkeit]] nicht gesellschaftlich bewahrheiten und also auch nicht als eine [[Entäußerung]] seines praktischen Lebens [[erkennen]] kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;Das gesellschaftliche Leben ist wesentlich praktisch . Alle Mysterien, welche die Theorie zum Mystizismus verleiten, finden ihre rationelle Lösung in der menschlichen Praxis und im Begreifen dieser Praxis. ([[MEW Bd.3, S. 533]]).&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[Geschichte]] der Menschen kann sich nur durch die [[praktische]], die [[wirkliche]] [[Substanz]] ihres [[Lebens]] als das bewahrheiten, wodurch sie ihr [[Leben]] erzeugen und bezeugen, wodurch sie mit sich in den Mitteln für ihre Zwecke einig sind sich hierdurch als einzelne Mensch in ihrer [[gesellschaftlichen]] [[Allgemeinheit]] bewähren. Wahr ist, was darin seinen [[Inhalt]] zweifelsfrei formuliert, worin also [[Form]] und [[Inhalt]] ihres [[gegenständlichen]] [[Daseins]] sich nicht [[widersprechen]], die [[Teile]] in ihrem ganzen Zusammenhang sich in der [[Geschichte]] sowohl in ihrer [[Anwesenheit]] als das bewähren, was sie auch bei ihrer [[Abwesenheit]] für die Menschen sind und daher in ihrer [[einzelnen]] [[Wirklichkeit]] auch als das für [[wahr genommen]] werden kann, was sie in ihrer [[Wirkung]] im [[Allgemeinen]] sind. Über das, was der [[Wahrnehmung]] der Menschen ohne [[Not]] als das [[zufällt]], was sie auch [[wahrhaben]], muss man nichts entscheiden. Nur wo es austauschbar und für die Menschen [[gleichgültig]] wird herrscht eine [[Täuschung]] in einer [[Scheinwelt]] vor, deren Unnatur [[enttäuscht]] werden muss, um sich darin nicht sich selbst zu vertauschen, um nicht seine [[Wahrnehmung abzutöten]]. Und hieraus bedingt muss man mehr wissen, was daran [[verkehrt]] ist, was also als das nicht so ist wie es von [[Natur]] aus ist (siehe [[Sosein]]). Und Wahrheit ist dann auch nur zu [[erkennen]], wo ihre Erschließung als [[Schlussfolgerung]] aus ihrem [[Dasein]] [[notwendig]] ist (siehe hierzu auch [[Logik]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Erst im [[Zweifel]], ob es auch [[wesentlich]] das ist, was es in seiner [[Wirklichkeit]] sein soll, ob es als das erscheint, was es [[wesentlich]] ist, entsteht die Frage nach seiner [[Wahrheit]], also über das, was daran [[wirklich]] wahr ist. Aus ihrer Beantwortung resultiert das [[Urteil]] über das, was richtig oder [[falsch]] ist an ihm ist, was entweder offensichtlich und unbestreitbar [[da ist]] oder was ihm [[wesentlich]] zugrunde liegt und durch die [[Schlussfolgerung]] aus einer [[dialektischen]] [[Analyse]] erst zu [[beweisen]] ist. Es ist darin dann etwas Essenzielles zu formulieren, eine [[Substanz]], die ganz [[allgemein]] genommen in jedem einzelnen Moment sich als etwas [[verstehen]] lässt, das sich letztlich durchsetzt, etwas, das hinter dem steht, was in seiner Äußerung immer wieder als deren inneres [[Wesen]] durchscheint - was sich aber im Besonderen nicht [[unmittelbar]] [[erkennen]] lässt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von daher geht es dann um die Wahrheit eines [[Urteils]] über ein [[Wesen]], das [[falsch]] verstanden sein kann, wenn es nur als [[Wahrnehmung]] hiervon [[verallgemeiert]] wird und hierdurch als ein eigenes Wesen begrifen wird, dem andere durch ihre allgemeinen Formbeziehungen zu Folge sind (siehe [[Strukturalismus]]) oder das auch in der isolierten Einzelheit seines Daseins seine Wahrheit zufällig und positiv begründen kann (siehe auh [[Positivismus]]). Wenn aber hierüber nachgedacht wird, kann es nur wahr sein, wenn es sich in den Zusammenhängen [[erklärt]], worin es [[erscheint]] und sich [[ausdrückt]]. Es ist also anders als das, wofür und für wen es in [[Wirklichkeit]] unmittelbar da ist. Es ist dann etwas andere als das, wie es darin zu sein scheint, in dem abwesend ist was eine [[Qualität]] ausmacht, die als diese aber nicht [[unmittelbar]] [[existiert]], in ihrer [[Existenz]] über sich selbst [[hinwegtäuscht]], weil darin etwas vertauscht erscheint, in seinem [[Dasein]] [[verkehrt]] da ist, das also nicht [[wirklich]] [[sein]] kann, was es [[sein]] soll, was es wesentlich, aber in Wahrheit nicht als dieses da ist. Zwischen seinem [[Wesen]] und seiner [[Erscheinung]] steht eine Vermittlung, die in der Form seiner Existenz eine [[Formbestimmung]] mitteilt, wodurch so nicht sein kann, wie es zu sein scheint, das eine [[substanzielle]] Wahrheit formuliert, die so wie sie ist (sie [[Sosein]]), [[unmittelbar]] nur [[Eindruck]] macht, nicht [[wirklich]] wahr sein kann und die zugleich in dem, was sie zu sein [[scheint]], auch ganz anders ist, so dass das in seiner [[Vermittlung]], seinem [[wirklichen]] Zusammenhang erst [[analysiert]] werden muss, bevor seine [[wirkliche]] Wahrheit [[erkannt]] ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was wahr ist, muss nicht [[wirklich]] sein und was [[wirklich]] ist, muss nicht wahr sein. Aber [[Wirklichkeit]] kann nicht [[unmittelbar]] wahr und [[unmittelbar]] unwahr sein. Sie kann aber zugleich eine [[Unwirklichkeit]] enthalten, sich selbst [[entwirklicht]] haben. Darin ist sie wahr und unwahr zugleich, weil sie zweierlei in einem, also Vertauschtes als Identisches, weil sie also [[Täuschung]] ist. Die Fragen, die aus [[Wahrnehmung]] hervorgehen, sind daher immer Wahrheitsfragen. Ihr [[Zweifel]] formuliert sich als Feststellung: &#039;&#039;Das kann nicht wahr sein!&#039;&#039;. Und er befähigt die Frage, was denn wesentlich wahr und was denn bloße Erscheinung ist. Diese Frage ist die Frage nach dem wahren [[Sein]] im [[Dasein]], nach dem Dritten seiner Wahrheit, denn jede Wahrnehmung setzt die [[körperliche]] oder [[geistige]] [[Gegenwart]] eines [[Gegenstands]] voraus, sein [[Dasein]] in [[Zeit]] und [[Raum]] als Verhältnis natürlicher Wesenskräfte so wie sie durch ihre [[Geschichte]] geworden auf der Welt sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wo Wahrnehmung nicht wahr sein kann, da [[reduziert]] sich ihr Gehalt für den Menschen - nicht einfach nur die Kognition, Sehen, Hören, Riechen usw., sondern das ganze menschliche Leben - auf das, was es nur zu sein scheint[[)]], ohne wesentlich wahr sein zu können. Das aber ist wirklich &#039;&#039;täuschen echt&#039;&#039;. Es ist nicht durch eine Verblendung der Wahrnehmung getäuscht (siehe [[Theodor W. Adorno]]) und auch nicht durch eine allgemeine eine &#039;&#039;Seinsvergessenheit&#039;&#039; der Menschen (siehe [[Martin Heidegger]]), sondern sein wirkliches Lebensverhältnis dort, wo den einzelnen Menschen ihr [[Leben]] auch [[wirklich]] wahr zu sein scheint, ohne dass es für sie im [[Allgemeinen]] auch [[wesentlich]] wahr sein kann, weil es sich von ihnen und sie von sich entzieht, sie [[enteignet]], sich ihnen [[entfremdet]]., wodurch sie sich in ihren [[wirklichen]] [[Lebensverhältnissen]] auch [[selbst fremd]] werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wahrheit ist nicht auf [[logische]] Sätze oder Aussagen zu [[reduzieren]], weil sie weit über die [[Sprache]] hinausgreift. Sie bestimmt sich rein [[praktisch]] mit der [[Aufhebung]] einer [[Täuschung]], aus dem [[Beweis]], dass etwas, was ist, nicht [[wirklich]] wahr sein kann. Und sie verfolgt dessen [[Sinn]] in der Befragung seines [[Daseins]], was darin unbedingt und also bedingungslos als wesentliches [[Sein]] zu [[erkennen]] ist, was also ein [[Wesen]] hat, auch wenn es [[abwesend]] ist, nicht als dieses [[erscheint]]. und so zum [[Gegenstand]] der [[Kritik]] wird (siehe auch [[Kritische Theorie]]). Darüber hinaus erübrigen sich alle Wahrheitsfragen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;Die Frage, ob dem menschlichen Denken gegenständliche Wahrheit zukomme – ist keine Frage der Theorie, sondern eine praktische Frage. In der Praxis muß der Mensch die Wahrheit, i. e. Wirklichkeit und Macht, Diesseitigkeit seines Denkens beweisen. Der Streit über die Wirklichkeit oder Nichtwirklichkeit des Denkens – das von der Praxis isoliert ist – ist eine rein scholastische Frage. [[(MEW 3, Seite 5)]]&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Allerdings kann auch die Beweisführung selbst trügerisch sein, wenn sie nicht das [[Ganze]] bedenkt, das hierbei wesentlich ist; denn ein [[Wesen]] kann nur ganzes Wesen sein, auch wenn es in vielen [[Teilen]] [[existiert]], in seiner [[Wirklichkeit]] zerteilt ist. Wahr kann also nur sein, was in seiner [[ganzen]] [[sinnlichen Gewissheit]] oder aus Rückschlüssen hieraus zweifelsfrei aufgeklärt ist - oft auch nur, bis wiederum ein [[Zweifel]] hieran entsteht, wenn der Beweis ihr im [[Ganzen]] [[fremd]] wird, also im [[Begrifff]] einer [[Entfremdung]] steht, deren [[Wesen]] noch nicht [[erkannt]] ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wahrheit als solche - eine [[ewige]] Wahrheit - gibt es nicht, weil sie keine [[Substanz]] jenseits dessen hat, was als wahr im [[Ganzen]] seiner [[Wirklichkeit]] [[begriffen]] ist (siehe auch [[Dialektik]]), was also sich [[subjektiv]] mit [[Objektivem]] auch in der Form seiner [[Entfremdung]] als [[Wesen]] in seiner [[Verkehrung]] erkennt (siehe auch [[notwendiger Schein]]), in seiner [[Gegenwärtigkeit]] sich durch seine [[Abstraktion]] im [[Allgemeinen]] (siehe [[abstrakt Allgemeines]]) auch verkehrt [[bewahrheiten]] kann (siehe auch [[Beweis]]). Was in der Vielfalt seiner [[Bestimmungen]] als eins, als etwas [[Ganzes]] auch in seiner [[Abwesenheit]] zu verstehen ist - auch wenn es als dieses nicht ins Auge fällt, nicht mit sich einig [[da sein]] kann - ist in seiner negativen Gegenwart als Teil eines Ganzen durch seinen Mangel an Gegenwart &#039;&#039;ex negativo&#039;&#039; zu entdecken. Wenn es in seiner [[Anwesenheit]] [[widersinnig]] ist, sich selbst schon [[widerspricht]], in sich gegensätzlich ist, lässt es sich als Wahrheit im [[Ganzen]] schlussfolgernd erweisen, wenn seine Gegensätze in Einheit da sind, sich widersinnig verhalten, und als Widerspruch aufgeklärt werden, so dass man sich hierüber nicht mehr hinwegtäuschen kann. Im [[Widerspruch]] ist der Mangel als [[Negation]] selbst schon wesentlich, weil er im Grunde zur [[Nichtung]] führt, wenn er nicht [[aufgehoben]] wird (siehe auch [[Dialektik]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wahrheit hat daher auch die [[Eigenschaft]] der Wirksamkeit einer [[Kritik]] von [[Widersinnigkeiten]] - die [[Eigenschaft]] einer Aussage, einer [[Wahrnehmung]] oder einer Begrifflichkeit und anderem, die eine [[Täuschung]] entdeckt und ihre vertauschte [[Substanz]] aufdeckt. Dies steht grundsätzlich im Gegensatz zum [[Konstruktivismus]], der sich der [[Täuschung]] allein durch [[Selbstbehauptung]] (siehe auch [[Selbstwahrnehmung]]) zu entziehen sucht und von daher jede objektiv begründete Kritik - vor allem auch der Kritik einer [[ästhetischen]] Kultur - von sich abweist und ausschließt. Kritiklos wird somit in der [[Täuschung]] Unterschiedenes verschmolzen und also austauschbar, [[Gleichgültigkeit]] erzeugt, der [[Sinn]] von [[Erkenntnis]] aufgehoben, [[Geist]]losigkeit durch [[Widersinnigkeit]] produziert und jedwede subjektive [[Substanz]] der [[Erkenntnis]] geleugnet&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Wahrheit aber wird ihre [[Identität]] wie ihr Unterschied in ihrem [[Begriff]] bewusst. Denn Wahrheit ist nichts Übersinnliches. Sie ist dem [[Bewusstsein]] notwendig, weil sie in Ihrer [[Wirklichkeit]] erkannt und substanziell begriffen sein muss, um bewusst zu werden und dem entsprechend handeln zu können (siehe [[Begriffssubstanz]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Solches [[Begreifen]] setzt voraus, dass etwas auch bezweifelbar ist, der Zwiespalt ihm also vorausgeht, weshalb nur ein [[Beweis]] den [[Zweifel]] auflösen kann, ihn also gedanklich schon im Begriff aufhebt, seine Wahrheit als Wirklichkeit zu formulieren versteht. Wahrheit setzt daher schon [[Erkenntnis]] voraus, die in der Lage ist, zwiespältig zu sein, setzt also die [[Fähigkeit]] voraus, einen [[Unsinn]] zu erahnen, durch den man zu [[täuschen]] wäre, weil und wo er sich nicht erklären lässt, also etwas anderes [[sein]] muss, als was es [[erscheint]]. - Oder weil man sich hie und da auch mal gerne über das hinwegtäuscht, was man [[wahrhat]], weil der Augenschein [[reiz]]voller ist als der Zweifel hierüber. Aber eine wirksame [[Kritik]] der [[Wirklichkeit]] setzt die Wahrheit ihres [[Begriffs]] voraus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wahrheit oder [[Täuschung]] machen den Unterschied der [[Wahrnehmung]], also das, was sie in die Lage versetzt, durch das Auseinandersetzen ihrer [[Empfindungen]] und [[Gefühle]] durch deren Bedenken zu einer [[Erkenntnis]] zu reifen, sich seiner [[gewiss]] zu werden in dem, was erwiesen werden kann, [[Identität]] im [[Wissen]] zu finden - oder sich im [[Ungewissen]] zu verlieren, sich im Kreis zu drehen, schwindelig oder sogar bewusstlos zu werden (siehe hierzu auch [[Bewusstsein]]). Diese [[Identität]] besteht aus der [[Fähigkeit]], das zu [[denken]], was in dem für wahr genommen wird, was [[wahrgehabt]] ist. Von daher wird ihre [[Erkenntnis]] erst in dem wahr, was daraus zu begreifen ist, was es also besagt. Wahr oder unwahr kann daher letzlich nur der [[Begriff]] dessen sein, was etwas bedeutet. Dieses hebt sich aus der [[Wahrnehmung]] in [[Sprache]] auf, welche die [[Verhältnisse]] und [[Beziehungen]] richtig oder [[falsch]] für wahr nimmt, sie in ihren [[Bedeutungen]] oder [[Gefühlen]] unzweifelhaft oder zweifelhaft darzustellen vermag (siehe [[Zweifel]]) und hierdurch zu einem [[kritischen]] oder unkritischen [[Bewusstsein]] wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Aussage kann über den Zusammenhang von [[Beziehungen]] [[hinwegtäuschen]], wenn sie deren [[Inhalte]] mit ihren [[Formen]] vertauscht, ihren Sinnzusammmenhang in sein Gegenteil [[verkehrt]] oder einen [[Teil]] für etwas [[Ganzes]] erklärt und sich damit im [[Widerspruch]] hierzu [[verallgemeinert]] (siehe hierzu auch [[Dialektik]]). Sie verhindert dann das Begreifen wirklicher Zusammenhänge, indem sie deren [[Beziehungen]] [[isoliert]], ihre [[Wirkungen]] durch sich selbst [[verursacht]] erklärt und damit in in ihrer [[Selbstbezüglichkeit]] zu einer &#039;&#039;täuschend echten&#039;&#039; [[Allgemeinheit]] [[aufhebt]], ihnen einen falschen [[Grund]] zuweist, der keine Schlussfolgerungen mehr zulässt, die ihre [[Erkenntnis]] im [[Ganzen]] ihrer [[Wirklichkeit]] erhellen könnten (siehe hierzu auch [[Ideologie]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch eine solche Begrifflichkeit wird die [[Form]] solcher Beziehungen mit dem [[Inhalt]] ihrer [[Verhältnisse]] [[vertauscht]], weil damit etwas [[Ganzes]] durch sich selbst begriffen sein will (siehe auch [[Positivismus]]). Im [[Begriff]] einer solchen Totalisierung [[erscheinen]] diese dann als etwas ganz anders, als was sie [[wesentlich]] sind (siehe [[hermeneutischer Zirkel]]). Die [[widersinnige]] [[Vernittlung]] ihrer [[Beziehungen]] betreibt dann schon in ihrer Erklärung durch ihre [[Verallgemeinerung]] die [[Verkehrung]] von [[Mittel]] und [[Zweck]] der [[Verhältnisse]] und hebt die Konsistenz ihrer [[Substanz]], ihren wesentlichen Zusammenhang auf. Sie [[verfälscht]] damit ihren [[Begriff]] durch ein Vorurteil (siehe auch [[Gedankenabstraktion]]), wodurch dessen [[Moral]] sich gegen die [[Erkenntnis]] seiner wirklichen Bezogenheiten behauptet die ihre bloße [[Selbstgerechtigkeit]] bestärkt. Wo dies zugleich den wirklichen [[Verhältnissen]] entspricht (siehe auch [[Realabstraktion)]], wird deren [[Täuschung]] verdoppelt, ihre [[Kritik]] verunmöglicht, das [[Bewusstsein]] stumpf, tumb, dumm. Es müsste sich zuerst mit den [[Schmerzen]] seiner Fehlbeurteilungen durch seine eigenen [[Selbstbezogehheiten]] (siehe auch [[Psyche]]), mit seinem [[Erlkenntnisvermögen]] befassen (siehe auch [[Erkennnistheorie]]), bevor es seine [[gegenständliche]] [[Wirklichkeit]] erkennen kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wahrheit ist daher nicht der Lüge entgegengesetzt, denn Lüge weiß schon ihre Unwahrheit zu formulieren. Wahrheit wendet sich gegen [[Täuschung]] in einer Welt, in welcher die Dinge auch vertauschbar und austauschbar sind, und daher als etwas [[erscheinen]] können, was sie nicht sind. In Wahrheit erscheint ihre Unterschiedenheit in einer ihnen selbst [[fremden]], in einer paradoxen Einheit, in ihrer [[Widersinnigkeit]]. Wo sich [[Zweifel]] hierüber einstellt, ist Wahrheit nötig, auch wenn sie nur zur [[Erkenntnis]] des [[Widerspruchs]] führt, der zweifeln lässt, der eine Inkonsistenz in der Einheit entdeckt, die wahr sein soll, aber nicht wahr sein kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von daher ist die [[Erkenntnis]] eines [[Widerspruchs]] die [[wirklich]] mögliche Wahrheit, über die nachzudenken ist. Und die Methode, ihre [[Logik]] zu ergründen ist die [[Dialektik]], weil sie die Einheit der [[Gegensätze]] als Form ihrer[[Entfremdung]] beschreibt, als ihre [[Entfremdung]] von sich, als eine [[verkehrte]] [[Einheit]] ergründet, die sie gleichgültig macht und ihre [[Gleichgültigkeit]] als [[Bestimmung]] ihrer [[Form]] nötig hat ([[Formbestimmung]]). Es ist die Form vertauschter [[Wesen]], die sich selbst in ihrer Vertauschung bewirken, Ursache und Wirkung zugleich sind, weil ihre Grundlage, ihr substanzieller Grund in ihrer Form verkehrt erscheint, als Verkehrung sich selbst befolgt, prozessierende [[Täuschung]] ihres [[abstrakt]] gewordenen Wesens ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jeder Widerspruch ist daher wesentlich ein Selbstwiderspruch, eine sich selbst [[nichtende]] Einheit (siehe [[Nichts]]), die ihre Negativität als [[Position]] bestärkt. Und wer täuschen will, der täuscht daher vor allem sich selbst, da er in seinem [[Leben]] sich selbst von dem trennt, was ihn wesentlich ausmacht, es von sich abscheidet und in der [[Trennung]] zugleich nötig hat. Er gerät in die an ihrer Unendlichkeit verzweifelnde [[Notwendigkeit]], sich in dem zu gewinnen, durch was er sich fortwährend verlieren muss. Wahrheit ist der Zusammenhang, der zerbricht, wo die [[Teile]] nicht mehr zusammen sein können, weil sie vertauscht werden müssen, um ihre [[Form]] zu finden, um [[Wirkung]] zu haben, um [[wirklich]] zu sein. Das Gebrochene hat Täuschung nötig, um sich zu erhalten und sich mit dem Vertauschen in seiner [[Wirklichkeit]] aufrecht zu halten, sich selbst als das auszuhalten, was es nicht ist, seine [[Form]] durch einen fremden [[Inhalt]] zu bestimmen (siehe [[Formbestimmung]]), um darin selbst - wenn auch [[verkehrt]] - [[wirklich]] zu sein. Aber indem sich darin deren [[Erkenntnis]] selbst substanziell ausscheidet, verliert sie ihre [[Substanz]], bescheidet sich mit dem Positiven, das seine [[Negation]] nur noch zu leugnen hat, um sich daran im Jenseits ihrer Wirklichkeit festzuhalten, sich [[allgemein]] durchzusetzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Spekulationen der absoluten Kritik zerstören von daher gerade das, was ihre Wahrheit zu erweisen hätte. Sie suchen sich nur selbst zu beweisen, indem sie die Welt wie ein Beispiel iher [[Logik]] abhandeln:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;Die Wahrheit ist für Herrn Bauer wie für Hegel ein Automaton, das sich selbst beweist. Der Mensch hat ihr zu folgen. Wie bei Hegel ist das Resultat der wirklichen Entwickelung nichts anderes als die bewiesene, d.h. zum Bewußtsein gebrachte Wahrheit. Die absolute Kritik kann daher mit dem borniertesten Theologen fragen: Wozu wäre die Geschichte, wenn es nicht ihre Aufgabe wäre, grade diese einfachsten aller Wahrheiten (wie die Bewegung der Erde um die Sonne) zu beweisen?&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;Wie nach den frühern Teleologen die Pflanzen da sind, um von den Tieren, die Tiere, um von den Menschen gegessen zu werden, so ist die Geschichte da, um zum Konsumtionsakt des theoretischen Essens, des Beweisens zu dienen. Der Mensch ist da, damit die Geschichte, und die Geschichte ist da, damit der Beweis der Wahrheiten da ist. In dieser kritisch trivialisierten Form wiederholt sich die spekulative Weisheit, daß der Mensch, daß die Geschichte da ist, damit die Wahrheit zum Selbstbewußtsein komme. ...&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;Die absolute Kritik spricht von Wahrheiten, die sich von vornherein von selbst verstehen. (...) Eine Wahrheit, die sich von selber versteht, hat für die absolute Kritik, wie für die göttliche Dialektik, ihr Salz, ihren Sinn, ihren Wert verloren. Sie ist fad geworden wie abgestandnes Wasser. Die absolute Kritik beweist daher einerseits alles, was sich von selbst versteht, und außerdem viele Dinge, die das Glück haben, unverständig zu sein, sich also niemals von selbst verstehen werden. Andrerseits versteht sich ihr alles das von selbst, was einer Entwickelung bedarf. Warum? Weil es sich bei wirklichen Aufgaben von selber versteht, daß sie sich nicht von selber verstehn. (Karl Marx, Hl. Familie, [[(MEW 2, S. 83)]].&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Bescheidenheit wird zum Bescheid, dass alles ganz anders wäre. Und das Andere wird in die Unendlichkeit des Ununterscheidbaren gezogen, um es unterschiedslos und also unentscheidbar zu machen. Die Wahrheit herauszufinden, kann daher unendlich schwer sein. Am Ende einer [[Geschichte]] mag sie wesentlich leichter zu erkennen sein, als in deren Verlauf, der zumeist auch subjektiv von [[Täuschungen]] und Lügen durchdrungen ist. Doch objektiv und also auf Dauer herrscht die Stetigkeit der Geschichte vor, an der die Täuschung zerbricht. Lügen haben nur deshalb &#039;&#039;kurze Beine&#039;&#039;, weil Wahrheit immer etwas länger braucht. Sie ist das [[Ganze]] ihrer [[Teile]], die durch [[Trennung]] nur zusammenhalten, weil sie unentbehrlich sind, deren Zusammenhang aber in seiner [[Wirklichkeit]] unwahr bleiben muss, in einer [[Form]] erscheint, die ihm unwesentlich ist, und die daher wesenlos bleiben muss, solange die [[Täuschung]] herrscht. In Wahrheit ist darin die Einheit Not-wendig gespalten und nur durch[[Abstraktion]] vermittelt, also in der Wahrheitsnehmung schon vertauscht, [[Wesen]] und [[Erscheinung]] îm [[Widerspruch]] zu sich. Diesen zu erkennen ist dem Leben notwendig, solange es sich täuschen lässt, da es sich darin verliert und seinen [[Geist]] nur aufgeben kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und um dies zu überwinden ist [[logisches]] [[Denken]] notwendig, denn Wahrheit als solche gibt es nicht wirklich. Sie wäre bloße [[Religion]]. Aber es gibt sehr wohl eine Wahrheit der Wirklichkeit, eine innere Einheit, [[Schönheit]] und [[Geist]]. Und es gibt sie zugleich als [[Täuschung]], in vertauschte Wahrheiten, [[Identität]] im [[Gegensätzlichen]], [[Widersprüchlichkeiten]]. Und es gibt wahre Aussagen und [[Empfindungen]] hierzu, welche in der Lage sind, die Täuschung zu enttäuschen, sie zu veräußern, aus sich herauszusetzen und durch [[Analyse]] ihre wahren Inhalte zu beschreiben und durch [[Logik]] zu [[beweisen]]. Wahrheit ist eine Frage der [[Erkenntnis]] und nicht des [[Seins]]. Deshalb kann es auch keine &#039;&#039;wahre&#039;&#039; [[Wirklichkeit]] geben (siehe [[Realität]]), die von einer &#039;&#039;falschen&#039;&#039; zu unterscheiden wäre; - auch kein &#039;&#039;richtiges&#039;&#039; [[Leben]] im Unterschied zu einem &#039;&#039;falschen&#039;&#039; (siehe [[Adorno]]). Es gibt eine verkehrte Wirklichkeit im [[Tausch]], nicht aber, weil dieser einfach nur &#039;&#039;falsch&#039;&#039; wäre, sondern weil er in einer bestimmten gesellschaftlichen Form noch nötig ist, solange deren [[Formbestimmung]] herrscht, solange ihre politische Form und ihre substanzielle Form einander in ihrer [[Ausschließlichkeit]] [[bedingen]] und also [[bestimmen]], im [[Widerspruch]] zu einander stehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für [[Martin Heidegger]] ist Wahrheit das [[eigentliche]] [[Sein]], das im [[Seienden]] verborgen ist, das also nur erkannt wird durch den Denker, der sie &#039;&#039;entbirgt&#039;&#039;. Das [[Eigentliche]] ist in dieser Auffassung hinter allem [[Dasein]], ein von diesem selbst unterschiedenes [[Wesen]], das als solches nicht im [[Dasein]] wirkt, sondern sich in ihm &#039;&#039;lichtet&#039;&#039; ([[Heidegger]] ) und nicht in der [[Wirklichkeit]], sondern vom &#039;&#039;wahrhaftigen Denken&#039;&#039; nur [[erkannt]] werden könne. Das aber ist vor allem die Grundlage für die [[Selbstveredeleung]] eines [[Denkens]], das alles [[fremd]] scheinende als Uneigentliches setzt und es somit als wesenlos behauptet, als eine Form von [[Seinsvergessenheit]]([[Heidegger]]) zu verfassen sucht, dem das Wesen entgangen ist. In diesem Verständnis wird Wahrheit zu etwas [[Übersinnlichem]], zu einer fundamentalen [[Ontologie]] und von daher zu einer vollständig selbständigen [[Objektivität]] der [[Existenz]] schlechthin, die den Menschen vorbestimmt und diese ihm daher sinnlich unterworfen seien.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dass Wahrheit objektiv wäre, ist genauso unsinnig, wie die Behauptung, dass sie nur subjektiv sei. Es gibt kein an und für sich wahres [[Subjekt]] und keine wahre [[Objektivität]]. Wahrheit kann überhaupt nicht in irgendeiner [[Form]] [[bestimmt]] sein. Wahrheit ergibt sich in der Aufhebung von [[Zweifel]], in der [[Erkenntnis]] von zwiespätigen Beziehungen, in denen sie nicht sein kann. Aber nicht der Untrschied lässt Zweifel aufkommen, sondern die Vermittlung von Einheit. Wahrheit ist die Erkenntnis des Zusammenhangs des Unterschiedenen auf der Grundlage einer innerer Einheit, die niemals wirklich eins sein kann, die aber ihre verschieden Existenzweisen bejaht, eben weil sie organisch immer substanziell einem Ganzen zugehörne. Gerade weil sie substanziell nicht ohne einander sein können ohne selbst anders zu werden, ist die Substanz ihrer Erkenntnis die Wahrheit ihres Zusammenhangs. In [[Wahrheit]] ist alles eins, wie immer es sich in Wirklichkeit verhalten mag. Alle [[Verhältnisse]] haben eine solche [[Substanz]] zu ihrem [[Inhalt]]. Zugliech können sie sich darin aber auch von sich [[entfremden,]] indem sie davon absehen, sich [[gleichgültig]] werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Wahrheit ist alles eins. Aber es erscheint als Einheit, wo es unwesentlich ist, wo seine Wirklichkeit nur als Form für sich sein kann, nicht Form durch ihren Inhalt ist. Es ist also als Form mit sich nur im [[Schein]] einig und sein Wesen ist die substanzielle Einheit hinter ihrer Formbestimmtheit, der Stoff, der nicht wirklich wahr sein kann, weil er nur in seiner [[Entfremdung]] wirklich [[da ist]]. Darin erschein alles mit sich selbst einig, wie verschieden es auch in [[Wirklichkeit]] sein mag. Wahrheit ist [[Identität]] - nicht nur in konsistenten Aussagen, auch nicht in der bloßen Schönheit (siehe [[Ästhetik]]) oder in rein materiellem [[Sein]] als solches oder in der [[Seele]] oder dem puren [[Erleben]] u.dgl.. Wahrheit ist das [[Ganze]] in jedem Moment, wo dieses im Ganzen eins, in seiner [[Erkenntnis]] ungebrochenes, wenn auch in Wahrheit widersprüchliches [[Leben]] ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;Das Ganze ist das Wahre (Hegel) Das Ganze ist das Unwahre (Adorno)&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In diesem Komplex will sich Adorno von Hegel absetzten, indem er darin einen Totalitarismus des Hegelianischen Denkens sieht, der ja auch immerhin bei den Rechtshegelianern vertreten wird. Doch in der Entgegensetzung des Ganzen dieses schon als als Unwahrheit zu behaupten und hierauf seine [[Negative Dialekti]]k zu begründen, kommt Adorno der Wahrheit ksin bisschen näher, es sei denn, er würde sagen: Es gibt sie nicht. Doch ihn kümmert dann nur noch das Richtige gegen das Falsche und so verheddert er sich in einer Theorie der [[Falschheit]] in einem an sich nur dualistischen Denken, das zwar recht sinnfällig die Phänomene eines &#039;&#039;beschädigten Lebens&#039;&#039; aufgreift, um diesem dann aber nur eine Zukunft in einem &#039;&#039;richtigen Leben&#039;&#039; entgegen zu stellen. Und Zukunft ist immer unendlich, so dass seine immer wieder zu einem Appell an die Unendlichkeit des Denkens gerät.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wahrheit setzt [[Wahrnehmung]] und auch [[Wahrhaben]] ebenso voraus, wie dies ihr auch dadurch zufolge ist, dass Täuschung in der Auflösung ihres Zwiespalts untergeht, die Wahrnehmung der [[Notwendigkeit]] ihres [[Zweifels]] folgt und mit dem Wahrgehabten vereint wird. Diese Notwendigkeit macht nicht für sich Ganzes aus, wird aber ganz im Prozess der Wahrheitsfindung aufgehoben. Das Ganze ist darin wahr, dass es alles darin in Einem ist, in einem Ganzen zusammenhängt, sich als Teil seiner [[Beziehung]] im Ganzen wahrnimmt und als dieses auch wahrhat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wahrheit kann man nicht wahrnehmen, man muss sie [[erkennen]], wo man sich in seiner Wahrnehmung selbst entzweit hat, sich von sich ebenso unterscheidet wie von ihrem [[Gegenstand]]. Wo Täuschung herrscht, da ist Wahrheit eine Notwendigkeit der Wahrnehmung - und steht die Frage hiernach an, so zeigt das eine Not, der Wahrnehmung gegen ihre Wahrheit, das Prinzip, was die Wahrnehmung beherrscht, was ihre [[Formbestimmung]] ausmacht. Es ist die [[Logik]] dessen, was ihr genommen ist, die [[Systematik]] ihrer [[Abstraktion]], die sie für sich erkennen muss, um ihren Gegenstand begreifen zu können, einen Begriff seiner Entäußerung als fremden Zusammenhang, als [[Entfremdung]] erkennen muss, um durch die Wahrnehmung auch wirklich zu werden, tätig und erkennend in einem zu sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jede Wahrheitsfrage hat ihren Sinn und Ursprung in der Wahrnehmung, nicht aber den Beweis (dies gegen die [[Phänomenologie]]). Wo diese Frage aufkommt, ist diese im [[Zwiespalt]]. Und so zeigt hierin die Wahrnehmung, dass sie nicht erkennen kann, was sie als Wahrheit nimmt, dass sie etwas [[wahrhat]], das in ihrer Wahrnehmung nicht wahr sein kann. Die Wahrheit ist ihr also noch äußerlich, ihre zweifältige Wahrheit, [[fremde]] [[Identität]]. Es kann Wahrnehmung zwar nicht unwahr sein, aber ihre Wahrheit ist nicht durch sie. Wahrheit kann nicht genommen werden, unterscheidet sich daher wesentlich von den [[Gegebenheiten]]. Sie ist genauso in dem, was wahr gehabt wird. Wahrheit kann nur jeder Mensch für sich haben. Es liegt weder am Verständnis, noch an der Vernunft, ob etwas wahr ist. Jeder Mensch ist im Grunde nicht verstehbar und unvernünftig . Was der andere Mensch wahrhat, lässt sich nicht in der Wahrnehmung erkennen. Wer Schmerzen hat, ist darin zweifellos anders als der, welcher Schmerzen wahrnimmt, auch wenn beide in derselben Wirklichkeit sich zu einander verhalten, der eine vielleicht als Arzt, der andere als Hilfsbedürftiger. Auch ein Blindgeborener ist in gewisser Weise unverstehbar für einen Sehenden und umgekehrt. Nicht nur, weil ihre Wahrnehmung sich unterscheidet, sondern auch, weil sie ihr Leben anders wahrhaben. In der Wahrheit ist jeder Mensch nur für sich wahr, und dies macht ja eben seine Identität aus und er erleidet, was er hieran nicht erkennt, nicht als das nimmt, was es ist. Die Wahrnehmung ist für sich bloße Form einer Wahrheit, weil und sofern sie sich in ihrem Sein noch nicht wirklich bewahrheitet. Die Wahrnehmung ist lediglich das Element der Wahrheit. Sie ist also die [[Elementarform]] der [[Erkenntnis]], ohne für sich und durch sich Erkenntnis zu sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Problem der Wahrnehmung ist also nichts anderes als der Zwiespalt ihrer Wahrheit, die Wahrheit, die sie nicht haben kann, weil sie von ihr nur das nehmen kann, was sie nicht wahrhat. Von daher ist die Wahrheit darin praktisch als [[Zweifel]] tätig, der erst die Notwendigkeit einer Erkenntnis enthält. Im Zweifel erfährt der Zwiespalt der Wahrnehmung seine Wahrheit als Wahrnehmung, die gegenständlich, die also sich in ihrem [[Gegenstand]] einig wird. Sie wird darin praktisch, dass sie gegenständlich wird, ohne damit für sich gegenständlich zu sein. Sie gewinnt ihre Erkenntnis in ihrem Gegenstand, weil und sofern darin ihre Subjektivität ihr Objekt erkennt. Zugleich erkennt sie darin ihren Zweifel als wirklich begründet, sich selbst in ihrer Zweifältigkeit, die sie nicht nur äußert, sondern durch die sie auch bedingt ist. Sie erkennt ihre objektive Bedingtheit, und das ist die Arbeit ihrer Erkenntnis. Eine objektive Wahrnehmung gibt es nicht, weil und sofern sie subjektiv durch das bedingt ist, was ein Mensch [[wahrhat]] und weil sie nur wahr sein kann, wenn sie sich darin subjektiv einig wird. Und indem sie sich bedingt erkennt, ist sie praktisch, denn Wahrheit kann wesentlich nur praktisch sein. Aber die Praxis weiß von Wahrheit nur über ihre Resultate, über ihre Wirklichkeit. Insofern ist Wahrnehmung eben nicht einfach subjektiv, einfaches Auffassen, sondern auch unpraktisch, theoretisch. Sie benötigt [[Wissen]] um sich, um außer sich [[Gewissheit]] zu erlangen. Sie ist objektiv und subjektiv in einem. Damit enthält jede Wahrnehmung eine zwiespältige Wahrheit: Waahrheit, die sie nicht sein kann, die sie aber haben muss. Wahrnehmung erkennt ihre Not in dem Außersichsein ihrer Wahrheit. Sie setzt einen äußeren [[Gegenstand]] voraus, also einen Gegenstand, der ein anderes [[Sein]] hat als der wahrnehmende Mensch, und sie hat zugleich die Wahrheit, die ihm durch seine objektive Bestimmtheit [[gegeben]], wie auch dem wahrnehmenden Menschen zu [[eigen]] ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Suche nach Wahrheit ist für Menschen in ihrem Alltag schon so essenziell und wichtig, dass sie täglich Wahrheitsfragen verfolgen, auch wo sie dies unmittelbar gar nicht nötig hätten (z.B. im Kriminalroman oder Kriminalfilm). Dabei spielt man Untaten, [[Undinge]], [[Fakten]]. Psychologie und [[Logik]] so herbei, dass sie mehr oder weniger gute Beispiele für eine gelungene Wahrheitsfindung abgeben. Und sie zeigen auch schon, was das Material einer Wahheitssuche ist - bis auf das, was Wahrheit ausmacht und was im [[Medium]] untegegangen ist: Die [[Identität]] des Dargestellten im [[Sein]] des Produzenten der Darstellung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;Kein Wunder, dass ein guter Teil der Ideologievermittlung inzwischen in den täglich ausgestrahlten Filmen erfolgt, welche [[Ideologie]] ganz einfach als praktische Notwendigkeit gegen das Unheil erscheinen lassen, Wahrheitsfindung also als Erkenntnis des [[Bösen]] verkaufen. Es verbleibt das Medium selbst als die Täuschung durch das Gute, das sich als Wahrheitsvermittler auftut. Doch genau das kann nicht wahr sein. Vermittelte Wahrheit ist immer nur die Wahrheit des Mittels.&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wahrheit ergibt sich zunächst aus der Überwindung einer Täuschung, aus der [[Gewissheit]], dass, was täuschte, nicht ist, dass es nur scheinbar oder etwas ganz anderes ist, nicht wirklich da, aber eigentlich doch oder einfach nur Lüge, Ablenkung, Kitsch. Sie ist die Gewissheit von dem, was nicht stimmt, die Stimme der Gewissheit. Wahrheit ist, wo etwas stimmt, wo [[Bestimmungen]] richtig erkannt sind und also sich im [[Urteil]] hierüber richtig scheiden und entscheiden lassen. Wahr ist, was eine richtige Beurteilung ergibt und richtig ist, was dies in seiner Bewährung erweist und [[beweist]]. Doch gerade darin fängt die Befragung der Wahrheit erst an: Was bewährt sich da? Der Augenschein, der Verstand, das Prinzip Hoffnung, die göttliche Idee, die Determinanten der Natur? Die Suche nach Wahrheit befragt also genauer: Was ist von dem, was es sei, und was ist nicht da vom dem was ist. Sie selbst formuliert also schon einen Unterscheid von [[Seiendem]] und [[Sein]], ist selbst schon eine [[Dasein]]sfrage.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hinter jeder Wahrheitsfrage steckt also immer schon die Frage nach einem Grund für das, was so ist, wie es ist, ein [[Wissen]], dass ohne [[Grund]] nichts sein kann. Die Wahrheitsfrage ist eine Seinsfrage, also unabhängig von der jeweiligen [[Zeit]], zeitlos. Sie ist außerhalb der wirklichen [[Geschichte]], [[Reflektion]] ihrer Wirklichkeit und ihres Grundes. Sie ist die Frage, ob das, was geschah, geschieht oder geschehen wird, wirklich wahr ist. Ist das, was geschieht, auch wirklich so, wie wir es [[denken]]? Sie kann aber auch im Interesse einer Lüge gestellt werden als eine Wahrheitsbehauptung oder Unwahrheitsbehauptung, worin alleine eine Täuschungsabsicht Wirkung erzeugen will, dass das, was ist oder war, nicht gewesen sein könne (vergl. z.B. die Holocaust-Verleugnung). In jedem Fall entsteht die Frage, ob das, was ist, auch so ist, wie es scheint, wie es dem Augenschein nach ist, ob es also das ist, als was es wahrgenommen wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jenseits hiervon oder zugleich kann die [[Wahrnehmung]] auch selbst unwahr sein, befangen von ihrem eigenen [[Sein]], im [[Wahn]] oder in zwiespältiger [[Beziehung]] oder ähnlichem. Auch hierzu besteht die Frage nach ihrer Wahrheit: Ist sie wahre Wahrnehmung oder ist die Wahrnehmung selbst geblendet, bedrängt, ungenau, [[verrückt]], irre usw.? So entwickelt sich die Frage nach der Art und Weise des Wahrnehmung, ob, wie wir die Welt wahrnehmen, sie auch so ist, dass wir sie verstehen können, so dass sie sich uns auch erschließt. In allen möglichen Erkenntnistheorien wird daher die Frage verfolgt, ob es eine eigenständige Wahrheit, etwa eine [[Vernunft]] der Wahrnehmung gibt, der wir folgen müssen, um Wahrheit erkennen zu können, oder ob es das Unhinterfragbare an sich, das Undenkbare, einen Gott gibt, der uns lediglich seinen Ratschluss erkennen lässt. Doch all dies widerspricht unserer Fähigkeit, solche Frage überhaupt stellen zu können, unserer Selbstevidenz, die ihr schon vorausgesetzt ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der Hinterfragung der Wahrnehmung aber ist das Wahrgenommene nun schon doppelt in Frage gestellt, sowohl für sich wie auch durch die Wahrnehmung: Gibt es das überhaupt, gibt es das [[wirklich]], oder ist es nur scheinbar (siehe [[Schein]]), unwesentlich. Ist es ein wirkliches [[Wesen]] oder ist es wesentlich unwirklich oder ist es beides in einem?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am schwersten ist die Frage nach der Wahrheit zu beantworten, wenn sie unmittelbar zwischen den Menschen steht, wenn sie sich um ihre Wahrnehmungen streiten, sich ihre Wahrnehmung streitig machen. Da geht es dann um die Wahrheit des Lebens selbst, um Liebe und Hass, um das, was [[Leben]] und das, was [[Tod]] ist, was die Menschen für sich selbst in Wahrheit sind, was überhaupt in ihnen [[lebend]] und was [[tot]] ist. Es ist für jeden Menschen die innigste Identitätsfrage die Frage, was er überhaupt von seinem Leben kennt und erkennt. Wenn in solcher [[Selbsterkenntnis]] Menschen seelische Macht über andere gewinnen, entsteht im Streit um die Wahrnehmung [[Irrsinn]], pure Gewalt gegen die Wahrheit, gegen [[Identität]] schlechthin. Daran werden die Menschen beiderseits der Wahrheit [[verrückt]]: Die Besiegten und die Sieger. Wer die Wahrheit nicht [[erkennen]] will, der steht in der [[Bestimmung]] einer [[Negation]] seiner Kenntnisnahme, im [[Nichts]], und betreibt durch die Erzeugung von Nichtigkeit [[Vernichtung]]: Abtötung, Abstumpfung, Verdummung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das [[Leben]] selbst steckt in allen Wahrheitsfragen, ist die Wahrheitsfrage schlechthin: Was ist wesentlich Leben, was [[Scheinwelt]], was Täuschung? Was verstellt uns unser Sein, was macht es unwesentlich, [[fremd]], tot? Was hat die Kraft hierzu? Ist es ein Unwesen, eine Macht der Phantasie oder der Täuschung? Und worauf sieht es dieses ab, wovon sieht es ab, worauf reduziert es sich, was ist seine [[Absicht]], was macht es wesentlich und was bringt es zur Verwesung? Um das zu erkennen, muss ich es herausfinden. [[Erkenntnis]] hat Wahrheit nötig, ist ihre Formulierung. Was ich erkannt habe, das halte ich auch für wahr.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es gibt verschiedene Erkenntnistheorien zur Wahrheitsfindung, die aber alle in dem Mangel stehen, Wahrheit als prinzipiell vorhanden vorauszusetzen und den Prozess des [[Lebens]] als etwas abgetrennt [[Objektives]], als [[Objektivität]] schlechthin zu unterstellen, somit Wahrheit auf eine Frage der [[Logik]] der [[Wahrnehmung]] zu reduzieren, die sich sprachlich artikuliert, die nur wahre oder falsche Aussage kennt. Aber die Frage nach der Wahrheit ist eine Frage der eigenen [[Identität]], der [[Gewissheit]] darin, worin ich mir in meinem [[Leben]] einig bin, z.B. in der Frage: will ich, meine ich das wirklich, ist das richtig, was ich da sage oder tue oder fühle usw. Die Frage nach der Wahrheit wird gestellt, weil man sich im einzelnen seiner Wahrnehmung und Tätigkeit nicht trauen kann, sich also nur etwas zutrauen kann, wenn man es im [[Ganzen]] erfasst hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie im Kleinen, so ist es auch im Großen. Das wirkt auch in jedes einzelne Dasein hinein und macht seine Wahrheit wesentlich aus. Was ich für mich bin, wird auch nur im [[Verhältnis]] zu anderen wahr. Nichts kann wahr sein, das von seinem Gegenüber nichts weiß, dem Zusammenhang, in dem es steht, in dem es selbst gegenständlich ist, [[seiend]] für sich und für andere. In der [[Beziehung]] auf anderes und andere verhalte ich mich auch zu mir, wie ich mich auch zu anderem verhalte, wenn ich mich auf mich [[beziehe]]. Dies verändert keine [[Abwesenheit]] oder [[Anwesenheit]], wenn es wahr ist. Meine Selbstgewissheit hat solche [[Gegenwärtigkeiten]] nur als [[Umstand]], als [[Erleben]], nicht wesentlich. Sie ist nur davon abhängig, wie gewiss ich mir meiner Welt, meiner Zugehörigen, meiner Gesellschaft usw. bin. Die individuelle I[[dentität]] ist immer Teil der [[menschlichen Identität]] überhaupt. &#039;&#039;Wahr ist nur das [[Ganze]]&#039;&#039; (Hegel).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dadurch, dass die Wahrheitsfrage meist auf [[Sprache]], auf die Qualität von Aussagen reduziert wird, ist ihre sinnliche Grundlage unbefragt, der Wahrnehmungsprozess als selbstverständlich und natürlich vorausgesetzt, der entweder in sich scheitert ([[verrückt]] oder [[irrsinnig]] wird) und von daher aus der Wahrheitsfrage ausscheidet, oder &#039;&#039;konsistent&#039;&#039; ist und Aussagen erzeugt, also Wahrheit diskutierbar macht. Im [[Diskurs]] wird damit Wahrheit als logisch obsiegende Behauptung ermittelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach allem, was bisher mit Wahrheitsbehauptungen angestellt wurde, würde man gerne sagen, dass es Wahrheit nicht gibt. Doch dieser Satz selbst wäre schon widersinnig, weil er dann auch nicht wahr wäre - eben weil es keine Währheit geben dürfte. Es ist wie beim Paradox des Epimenides, der das Problem mit der Wahrheit durch den Satz &#039;&#039;Ich bin ein Lügner&#039;&#039; evident gemacht hat: Wäre er wahr, so wäre er notwendig falsch, denn er kann nur wahr sein, indem er unwahr ist. Das Problem, was Wahrheit, was Täuschung ist, bleibt uns bis in die höchsten Sphären der Philosophie und Mathematik. Schien doch bislang wenigstens in der formalen Logik die Wahrheit einer Schlussfolgerung gesichert. Doch selbst dort herrscht seit der Entdeckung des Russel&#039;schen Widerspruchs die Wahrheitskrise : Die reine Logik kann Spuren von Gedaanken erschließen; als Form des Denkens gibt sie für ihre Wahrheit aber keinen Beweis. Die Form für sich, wie sie jede Struktur, Menge oder [[Zahl]] darstellt, hat ohne ihren Inhalt keine Wahrheit, weder Richtiges noch Falsches, weil sich im Gemenge vieler Formen auch auf die von ihr ausgeschlossene Menge notwendig beziehne muss. So kann es auch keine allgemeingültigen Beziehungsaussagen geben: Der Satz, dass Widerspruchsfreiheit Wahrheit gewährleistet, ist ebenso unsinnig, wie die Behauptung, dass die Erkenntnis einer Widersprüchlichkeit schon die Erkenntnis einer [[Täuschung]] wäre - im Gegenteil: Meist ist sie der Beginn einer Erkenntnis dessen, was wirklich wahr und in Wahrheit wirklich ist. Die [[Logik]] als solche kann sich nicht selbst als Wahrheit voraussetzen, nicht selbst evident sein, ohne sich durch anderes zu begründen. Was aber kann überhaupt wahr sein, wenn es keine reine logische Wahrheit gibt?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man könnte fast behaupten, dass Wahrheit nichts anderes sei, als die Erkenntnis von Täuschungen, das Vermögen, Vertauschtes mit Gewissheit zu unterscheiden, zu erkennen, dass etwas in anderem erscheint. Aber Wahrheit bliebe so nur [[subjektiv]], reine Erkenntnistätigkeit, die in einer unendlichen Wahrheitssuche von einer Erkenntnis zur nächsten fortzuschreiten - etwa, wie dies der kritische Rationalismus ausgemacht hatte. Tatsächlich aber zeigt sich eine solche Täuschung, worin etwas Wesentliches anders erscheint als es ist, auch [[objektiv]], z.B. als die [[Gegebenheiten]] des Alltags (siehe z.B. [[Geld]] und [[Kapital]]) oder auch an den Menschen selbst (siehe z.B. Psychische [[Symptome]]). Was einfach wahrgenommen nur praktisch gut und [[nützlich]] scheinen kann, kann zugleich in seiner Güte nicht wirklich wahr sein, sondern erbringt Unnutz und [[Entfremdung]]. und manchmal auch [[Zerstörung]] (siehe Krise). Wodurch ist dies beides, die so gut scheinende Entfremung möglich, die eine so verheerende Unwirklichkeit hat; wodurch erkenne ich sie, ihre Wahrheit? Ist es eine metaphysische Wahrheit, die Leben nicht als das sein lässt, als was es erscheint? Oder ist es die [[Vernunft]], der [[Verstand]], die [[Gewissheit]], die mir die Wahrheit sichert, auch wenn sie mich erschlägt? Oder ist es die [[Dialektik]] an sich oder die Rückführung des [[Seienden]] auf seine [[Ontologie]] ([[Heidegger]])?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zunächst zur [[Mytologie]]: Nichts kann sein, was nicht wahr sein kann, aber das [[Sein]] hat keine Wahrheit für sich. Es gibt viele Wahrheiten, aber die Wahrheit ist nichts jenseits von sich, aber auch nichts durch sich selbst. Kein einziges Computerprogramm könnte funktionieren, wenn es nicht zwischen wahr und unwahr (zutreffend und nicht zutreffend, 1 und 0, an und aus) unterscheiden könnte. Aber was soll wahr daran sein, wenn das Zutreffen ein beliebiges Treffen ist: Es bleibt doch bloßer [[Zufall]], der nur in einer binären Konstruktion gebahnt ist und jenseits davon auch nur als Zahl oder Zahlenwerk oder Information wahr werden kann! Ist eine [[Zahl]] nicht dasselbe wie eine etwas abstraktere Mythologie, oft als Wahrheitspseudonym irgendeiner Statistik, die durch irgendeine andere &#039;&#039;widerlegt&#039;&#039; wird?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was also ist wahr, wenn es kein wahres Sein gibt? Ist es das wahre [[Bewusstsein]], das vernunftbegabte [[Wissen]] der Aufklärung, das Wissen, das durch &#039;&#039;wissenschaftliche Methodik&#039;&#039; geprüft und durch konsistente Theorie interpretiert, beurteilt und hierdurch bewiesen oder abgewiesen, also wahr oder falsch ist? Dann wäre die Vernunft der Wissenschaft der Anker der Wahrheitssuche und das hierdurch geklärte, also das aufgeklärte Wissen die Wahrheit schlechthin, die Wahrheit der Proffession. Als Laien hätten wir ihr Folge zu leisten! Doch Vernunft gilt für den [[Aufklärer]] selbst nur als [[Prinzip]] und hat als solches nur eine Regel, aber längst noch keine Wahrheit. Im Gegenteil: Sie enthält ja geradezu eine gewaltige Täuschung über die notwendige Regelwidrigkeit der Regel, damit sie Sinn haben kann: Wo alle das tun, was notwendig ist, kann nichts wirken, nichts wirklich sein. Gerade deshalb besteht ja auch die Regel, weil sie gegen das Regelwidrige gestellt, hieraus sortiert ist&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wahrheit für sich ist immer unauflösbar, weil es sie nicht durch sich selbst gibt. Der [[Verstand]] mag die Funktion unserer Auffassung erfüllen, aber auch was wir nicht verstehen ist dadurch nicht unwahr, nur weil wir keinen Verstand dafür haben, etwas nicht fassen können. Letztlich geht es doch darum, ob unser Wissen über das was ist, unser bewusstes Sein, unser Bewusstsein, wirklich wahr ist, ob wir in unserer Wirklichkeit uns dessen gewiss sind, was auch in Abwesenheit wahr ist und dies auch wissen. Dies macht das Wissen in uns, das selbstgewisse Sein in der Welt und in uns, im Gefühl, im [[Gedächtnis]], in uns als ganzen Menschen aus. Es geht darum, worin wir uns in der Welt einig sind, worin wir uns selbst in ihr auch erkennen können, was uns darin zu [[eigen]] ist, [[Sinn]] für uns hat und unsere Sinnlichkeit ausfüllt, weil wir darin sinnlich sind und uns äußern, also [[leben]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es gibt zwar keine Wahrheit des Seins (siehe [[Ontologie]]), aber es gibt eine Wahrheit der Erkenntnis darin. Wahrheit ist die Einheit der [[Erkenntnis]] im [[Sein]] mit ihrem [[Gegenstand]]. In Wahrheit ist alles eins. Das Unwahre gibt es nicht (siehe Kritik an [[Adorno]]). Das Resultat der Erkenntnis ist das bewusste Sein als [[Bewusstsein]]. Gegenstand der Wahrheitsfrage ist das [[Fremde]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Frage nach dem Sein ist in sich, das heißt, in dem, was damit ist, evident falsch. In der Frage nach dem &#039;&#039;Sinn des Lebens&#039;&#039; erschließt sich eine [[Entfremdung]] von dieser Sinnlichkeit, ist der so fragende Mensch sich doch seines [[Lebens]] selbst nicht gewiss und also auch unfähig, wirklich zu [[zweifeln]]. Der Grund für die Frage nach der Wahrheit ist diese [[Entfremdung]] des Lebens selbst, die Hinterfragung, ob es überhaupt ist und ob dies eigentlich [[Leben]], eigentliches Sein, lebendige [[Eigenschaft]] des Menschseins ist - ein Widersinn in sich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hiernach ist die wesentliche Vorraussetzung zur Wahrheitsfindung die Unterscheidung von [[Eigenem]] und [[Fremden]]. Fremdes wäre aber bloß unheimlich, wenn es nichts eigenes wäre und Eigenes wäre unsinnig, wenn es nicht geäußert würde. Fremdes als Form von Eigenem wiederum könnte nicht einfach fremd sein. Es bleibt alles in sich eins, wenn es wahr sein soll, und nur deshalb erkennen wir auch seine Entfremdung: Nur sofern wir uns in der Welt erkennen, können wir auch ihre [[Entfremdung]] von uns erkennen. Die Erkenntnis der Entfremdung ist nichts anderes als die Erkenntnis des Eigenen im Fremden und ich kann dies nur erkennen, wenn ich meine Wahrheit in allem erkenne. Kurz gesagt heißt dies: In Wahrheit ist alles eins.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Wahrheit als Ursprung und Resultat aller [[Erkenntnis]] ist die [[Gewissheit]], im Einzelnen wie wissendes Sein überhaupt. Sie ist die Basis eines jeden [[Wissens]] und dessen Errungenschaft zugleich, dessen Himmel und dessen Hölle. Solche Erkenntnis kann nicht einfach sein, sie selbst ist der geschichtliche Akt des leibhaftigen [[Bewusstseins]], das sich handelnd und fragend verhält, so praktisch ([[praktisches Bewusstsein]]) wie theoretisch ([[theoretisches Bewusstsein]]) als fortschreitende [[Selbstgewissheit]] ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gewissheit kann nur wahr sein, wenn sie keine Ungewissheit enthält. Das mag bei einem heißen Ofen noch leicht auszumachen sein, sind doch die Sinne sich zumindest dort gewiss, wo sie Gefahr für Leib und Leben erkennen. Dies aber ist nicht einmal eine [[Wahrnehmung]] und bedarf keiner Gedanken über Wahrheit: Der heiße Ofen ist so gewiss, wie er schmerzt. Aber wo die Dinge oder Ereignisse nicht so gewiss sein können, ist ihre Wahrheit nicht alleine schon mit einer einzigen Empfindung gegeben. Sie sind für uns ungewiss, soweit sie auch für sich bestimmt erscheinen. Was in unserem Leben täglich aufgeht weil wir selbst darin aufgehen, bewährt sich von selbst. Was wir darin bewirken, ist für uns [[selbstverständliche]] [[Wirklichkeit]] - fast schon [[Gewohnheit]]. Ungewiss und daher im Zweifel ist eine Wirklichkeit, die eine Wirkung auf unsere Selbstgewissheit hat, die nicht unmittelbar sinnlich ist, aber unser Leben voll und ganz betrifft. Da besteht [[Zweifel]] über den [[Grund]] solcher [[Wirklichkeit]] und es muss sich Gewissheit erst einstellen, sich uns erschließen, bevor es uns bewusst sein kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Damit jedoch ist unser Leben nicht falsch. Es ist aber als solches unkenntlich, soweit wir es nicht in unserer [[Wirklichkeit]] erschlossen und uns selbst darin lebend erwiesen haben. Es kann uns selbst unwahrhaftig erscheinen, wenn wir Sachen, Bilder, [[Lebenswerte]], [[Gefühle]] oder Gebote in uns aufnehmen, die nicht für uns wahr sein können. Wir müssen also beurteilen können, was für uns wahr ist, was wir daran finden und wie wir es finden. Die Frage nach der Wahrheit verlangt also eine notwendige Reflexion unserer [[Empfindung]] - nicht, weil sie selbst zweifelhaft oder zwiespältig wäre, sondern weil sie nicht unmittelbar als [[Erkenntnis]] in unserer [[Wahrnehmung]] aufgeht. Die Frage nach der Wahrheit ist also die Frage nach einer Vermittlung, die uns nicht gewiss ist und die wir noch nicht wissen, solange wir uns nicht darin gewiss sind, was uns [[fremd]] [[bestimmt]], was also unsere [[Selbstentfremdung]] bewirkt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;Doch die Frage greift weit, enthält sie doch die Befragung unserers Daseins überhaupt: Wo kommmen wir her, wo gehen wir hin, was ist der Sinn aller Beziehungen, Zusammenhänge und Vermittlungen? Nur ein [[Gott]] kann in Sachverhalten oder in menschlichen Verhältnissen eine Wahrheit vermitteln, die als Gebot einer höheren Ordnung besteht, z.B. als Sünde gegen Gott oder als Erkenntnis Gottes (Was Gott verbunden hat, das darf der Mensch nicht trennen). Gottesurteile sollen menschliche Beurteilung unmöglich machen, wollen eine höhere Wahrheit verkünden, welcher der Mensch unterworfen sei - und sie sind für Menschen wahr, die sich unterworfen sehen und verstehen. Um sich solchem Urteil zu entwinden, muss erkannt sein, was den Menschen ausmacht, was sein [[Leben]] und [[Sein]] außer Gott ist.&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;Um dies zu beurteilen, muss das Leben überhaupt erschlossen sein. Da sind wir noch nicht allzu weit gekommen. Wir wissen, wie es funktioniert und können in dessen Funktionen sogar schon tief eingreifen. Aber die einfachsten und umfänglichsten Probleme des Lebens, Hunger und [[Krankheit]] weltweit, der Gegensatz von [[Armut]] und [[Reichtum]], Krieg und Frieden, die ökonomischen und kulturelle [[Krisen]] und die Zerstörung der Lebensbedingungen, der Artenvielfalt und Ressourcen treiben sich in erschreckendem Ausmaß in einer Art und Weise fort, dass zu fürchten ist, dass wir unsere eigenen Lebensgrundlagen deshalb zu zerstören im Begriff sind, um ihre Zerstörung zu überleben. Das ist ein Widersinn in sich. Man muss sich der ganzen Zusammenhänge des Lebens, seiner [[Ganzheit]] gewahr werden, um zu einem Ur-Teil zu gelangen, zu einem Teil, das alle Wahrheit seines Zusammenhangs enthält. Das umfasst das Wissen um die Gründe, um die Folgen, die darin angelegt sind, die Unterscheidung von Ursache und Wirkung, Form und Inhalt und die Erkenntnis des Wesentlichen, das in allen Erscheinungen des wirklichen Zusammenhangs ist. Im Zusammenhang all dieser Momente kann ich es begreifen und habe einen Begriff von ihm. Ich kann solche Ganzheit als Gefühl haben oder als Erkenntnis im Geist, letztlich ist sie identisch darin, dass ich mir dessen gewahr geworden, also auch mit mir im Verhältnis hierzu einig bin (siehe [[Identität]]).&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wahrheit ist das Problem von [[Erkenntnis]] schlechthin. Wann weiß ich, was wahr ist, und wie kann ich es wissen? Die Erkenntnis von allem [[Seienden]], die Erkenntnis des [[Seins]] überhaupt macht diese Frage - selbst als Hinterfragung der Frage nach der Wahrheit. Ist die Frage nach der Wahrheit überhaupt möglich? Muss Wahrheit nicht selbst evident sein? Kann es sein, dass der oder die Fragende sich in der Frage schon selbst betrügt, - so, als gelte es, einen Gottesbeweis der Wahrheit anzutreten? Friedrich [[Nietzsche]] hat den Christenglaube an die Erlösung, an den Gottmenschen, der von sich sagt: &#039;&#039;Ich bin die Wahrheit und das Leben&#039;&#039;, als die größte Lüge der Menschheit bezeichnet. &#039;&#039;Gott ist tot!&#039;&#039; ist ein gewaltiger Protest gegen die Lebenstäuschung einer [[Heil]]serwartung. Doch hat Nietzsche zugleich den Menschen die Fähigkeit zur Wahrheit abgesprochen und das [[Heilsprinzip]] durch den [[Übermenschen]] ersetzt. Die religiöse Spekulation war lediglich profan geworden und damit nicht wahrer, nein, die Entstellung selbst sollte bei ihm zum Prinzip der Wahrheit werden, welche das Verborgene zum Leben bringt: zum Kampf der Kultur zwischen Horde und Herrschaft. Und der wurde zum [[Zynismus]] gegen die Widersprüche der Menschen selbst, zum Herrschaftsbewusstsein der Bohème, das mit der Kritik am [[Glauben]] zugleich die subjektive Kraft jeder gesellschaftlichen Veränderung zerstört: Die [[Menschenliebe]]. Die Kritik der [[Täuschung]] muss die Ent-Täuschung in der Erkenntnis überstehen, dass sie selbst nicht wahrer ist als sie. Es bliebe eine Falle der Erkenntnis, wenn die Frage nach der Wahrheit nicht zur Befragung ihres [[Gegenstands]], der menschlichen Wirklichkeit wird: Was ist wirklich wahr, wenn Wahrheit nicht wirklich ist?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Wahrheit ist alles eins. Wahrheit gibt es nur in der Einheit des [[Ganzen]]. Sie erweist sich als Identität des Vielfachen darin, wenn sie dessen Teilung und Bezogenheit begriffen hat und sich dieser Begiff in allen Bewegungen des Ganzen bewährt. Wahrheit kann also nur die Bewährung des Begriffs sein; und weil er nur durch sie Begriff ist, ist Wahrheit [[Begriff]]. Sie hat kein Sein und keine [[Gegenwärtigkeit]], kein [[Wesen]] für sich und ist nur durch die begriffene [[Bestimmtheit]] seiender [[Beziehungen]] in menschlichen [[Verhältnissen]]. Wahr oder unwahr kann also nur der Zusammenhang von Erkenntnissen sein, die sich widerspruchsfrei oder widersprüchlich begreifen lassen. Die Wahrheit besteht allein in der Fähigkeit, Täuschung nachzuweisen und der Ideologie die [[Schein]]haftigkeit ihrer Begriffe als ihren imanenten Willen zu entnehmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wahr kann nur die Einheit im Begriffenen sein, die im [[Begriff]]der Verhältnisse als Zusammenhang ihrer bewährten [[Beziehungen]] entfaltet ist. Die Gegenwärtigkeit, unmittelbare körperliche An- oder Abwesenheit ist hierbei gleichültig (Ausschwitz muss man nicht erlebt haben, um es als geschichtliche Wahrheit zu erkennen, wenn man die Bestimmungen des Faschismus verstanden hat).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wahrheit mag als Wort ein Begriff der Erkenntnistheorie sein. In [[Wirklichkeit]] existiert sie aber als Prozess auch materiell und sinnlich in der [[Empfindung]], die in der Täuschung lebt, im [[Widerspruch]] von [[Wahrhaben]] und [[Wahrnehmen]], der sich in dem aufhebt, was [[wahrgemacht]] wird. Es ist dies die Form der [[Erkenntnis]], welche als System [[isolierter]] Wahrheiten die [[bürgerliche Kultur]] ausfülltt. Wahr oder unwahr ist so auch ein Sinn, der Sinn für eine Täuschung. Er erweist seine Wahrheit nur praktisch, z.B. in der Kunst oder Sprache oder im [[Gefühl]] im sinnlichen Verhältnis von wesentlicher und scheinhafter Empfindung oder auch als [[Leben]] in fremder Wahrheit ([[Verrücktheit]]). Es gibt keine wahre oder unwahre Empfindung, wohl aber Empfindungen, die [[Absichten]] oder [[Willen]] enthalten und daher nicht ihre [[Bestimmung]] finden, weil sie wahrmachen müssen, was sie fühlen wollen, um sinnliche Identität zu haben (siehe z.B. [[Wahnsinn]], [[Zwang]], [[Sucht]], [[Depression]]). Es sind scheinhafte [[Empfindungen]], in welchen Menschen ihre Widersprüche zu ihren eigenen Gefühlen mächtig verneinen und die in dieser Selbstverneinung auch erweisbar sind als [[objektive Gefühle]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wahrheit kann in der [[Wahrnehmung]] bedrängt sein durch seelische [[Absichten]]. Dies kann Menschen ihre Wahrheit (Identität) nehmen oder stören ([[Verrücktheit]]), wenn sie diese als als Lebensbedingung haben. Oft ist die Bewahrung der [[persönlichen Integrität]] innerhalb kultivierter Lebensräume der Grund, warum die von solchen Personen abhängigen Menschen verrückt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Relativierung des Wahrheitsverständnises wird neuerdings mehrfach in psychologischer Absicht betont (vergl. [[Foucault]]). Bei [[Nietzsche]] wird dies noch begründet. Er weist sich in seiner Philosophie der Verstellung selbst aus. Und er sagt auch warum. Wahrheit sei relativ, wenn sie einem anderen Prinzip unterliegt, das für Nietzsche und Nachfolger das höchste Prinzip der Natur ist, absoluter Ursprung des Lebens: Der [[Wille]] zur [[Macht]].&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Wolfram</name></author>
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		<title>Stimmung</title>
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		<updated>2026-05-26T06:31:21Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Wolfram: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;Er ruft spielt süßer den Todder Tod ist ein Meister aus Deutschland er ruft streicht dunkler die Geigendann steigt ihr als Rauch in die Luft dann habt ihr ein Grab in den Wolkenda liegt man nicht eng. (Aus der Todesfuge von Paul Celan)&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wo die [[vereinzelten]] [[Beziehungen]] in ihren [[wirklichen]] [[Verhältnissen]] (z.B. durch den [[Warentausch]]) von einander [[getrennt]] existieren, verlangen sie nach einem wirklichen [[Sinn]] ihrer Getrenntheit im Großen und [[Ganzen]] den Anschein einer [[Identität]] (siehe auch [[Schein]]). In der [[Getrenntheit]] der [[ausgeschlossenen]] [[Inhalte]] ihrer [[praktischen]] [[Verhältnisse]] bekommt der [[Schmerz]] ihrer [[Getrenntheit]] einen selbständigen [[Sinn]]. Darin beziehen sich ihre [[Empfindungen]] durch ihre [[Form]] von demm aufeinander, was sich in ihnen [[regt]], worin sie also [[erregt]] übereinstimmen: Es ist ihre Stimmung, in der sie einaner anstimmen und [[austauschen]], also auch austauschbar sind. Was sie im Gemeinen ihrer [[Form]] nach gewinnen, das [[entäußert]] sich in den [[Inhalten]] ihrer [[Selbstwahrnehmung]] und [[verkehrt]] sich zu einer Außenwelt, in der die sie keinen [[Sinn]] von und für sich [[empfinden]], weil sie darin ihren [[Sinn]] aufgehoben haben und also auch ohne [[Verständnis]] sind. Ihre [[Erkenntnise]] entstehen daher vor allem aus Beziehungen, die über ihre [[Abstraktionskraft]] begründet sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Stimmungen sind gesellschaftliche [[Beziehungen]] der [[Selbstwahrnehmung]], worin die eine [[Empfindung]] iwie die andere gilt und von daher einen [[Gemeinsinn]] erzeugt, durch dden die [[Abstraktion]] von ihren [[Gewissheiten]] gewinnen (siehe hierzu die [[Fundamentalontologie]] von [[Martin Heidegger]]), über die sie mit ihrer [[Negation]] in ihrem [[Selbstgefühlen]] übereinstimmt. Auch wenn dies ihnen die Grundlage ihrer Wahrnehmung in ihrem unmittelbaren [[Sinn]] tötet (siehe [[tote Empfindung]]), so vergewissert sie die Wahrnehmung ihrer Verhältnisse durch die Wirkungen einer ungewissen Gewissheit, befördert sie zur Teilnahme an der Selbstvergewisserung einer gewissenlosen Welt. Was sie darin empfinden ist vor allem das, was sie für sich an Gewissheit verloren haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;Nun zeigt uns schon unsere gewöhnliche Sprache, daß wir in unserem Inneren etwas tragen wie ein Prinzip, das diese verschiedenen Gebiete, in denen sich unsere [[Sinn]]e neigen, zusammenfaßt. Wir sprechen zum Beispiel von warmen und kalten Farben, wenn wir auch empfinden, daß das für unsere Verhältnisse zunächst nur vergleichsweise dadurch da ist, daß wir durch den Gesichtssinn die Kälte und Wärme, Hell und Dunkel wahrnehmen und als warme oder kalte Farben. Wir erkennen alles nur aus einer gewissen inneren Verwandtschaft, die wir fühlen, das, was der eine SinnDass im Erleben einer Gesamtstimmung auch verschiedene Sinnesqualitäten gesetzmäßig miteinander korrespondieren können, hat Rudolf Steiner etwa in seinen Ausführungen zur Eurythmie am Beispiel von Lauten und Farben gezeigt. Daraus ergeben sich auch Hinweise für die Farben der Bekleidung, die etwa zur Gesamtstimmung eines bestimmten Gedichtes passen. Die Farbe erscheint hier als „der an der Außenwelt fixierte Gemütsinhalt“. (Über Stimmung – AnthroWiki)&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Hochzeit der [[Beziehungen]] der politischen [[Selbstgefühle]] war die Zeit des [[Biedermeier]], die Herrschaft der [[Selbstgerechtigkeit]] in der Wohnlichkeit (siehe [[Gewohnheit]]) einer eigensinnigen Autorität (siehe [[autoritärer Charakter]]) Darin galt vor allem das [[Selbstgefühl]] intellektueller [[Selbstgerechtigkeit]] dem [[politischen Bewusstsein]], dem durch eine anachronistischen Wendung zur [[Phänomenologie]] ein allgemeines Lebensverständnis (siehe [[Verstand]]) angedient wird. &#039;&#039;Die Wahrheit ist ... für Hegel ein Automaton, das sich selbst beweist. Der Mensch hat ihr zu folgen. Wie bei Hegel ist das Resultat der wirklichen Entwickelung nichts anderes als die bewiesene, d.h. zum Bewußtsein gebrachte Wahrheit. Die absolute Kritik kann daher mit dem borniertesten Theologen fragen: &#039;&#039;Wozu wäre die Geschichte, wenn es nicht ihre Aufgabe wäre, grade diese einfachsten aller Wahrheiten (wie die Bewegung der Erde um die Sonne) zu beweisen?.&#039;&#039; ([[MEW 2, S. 83]]) [[Wahrheit]] kann man weder nehmen noch geben. [[Wahrnehmung]] ist von da her nicht bloßes Auffassen, nicht einfache Kognition als Aufnahme [[anwesender]] [[Gegenstände]], die sie vorfindet. Sie besteht zunächst nur aus dem, was die Menschen darin für sich finden, aus der [[Empfindung]] eines [[Gegenstands]], auf den sie sich [[beziehen]], weil und sofern er ihnen und ihren [[Sinnen]] entspricht. In ihrer [[sinnliche Gewissheit]] erweist sich, wodurch und worin dieser für sie [[wesentlich]] und also gewiss [[wahr]] ist, – warum und wodurch er also ihnen [[substanziell]] &#039;&#039;wesensverwand&#039;&#039; ist. Von daher ist [[Wahrnehmung]] die [[Elementarform]] ihrer [[Erkenntnisse]], die [[Form]], worin für die Menschen ihr [[Gegenstand]], ihr gegenständliches [[Sein]] nicht nur für [[wahr]] genomen, sondern auch bei [[Abwesenheit]] [[wirklich]] wahr ist.Wo sich die Menschen mit sich in ihren [[Sachen]] in dem vereinen, was sie durch ihr [[Wesen]] für einander sind und was sie von einander halten, erweist sich auch die [[Wahrheit]] ihrer [[Verhältnisse]] als ihre Welt, und wird im Verlauf ihrer [[Geschichte]] zu ihrer [[Warnehmungsidentität]]. von ihrer Aussage her (siehe auch [[Sprache]]) wird [[Wahrheit]] ungewiss und von da her zu einem Selbstzweck des [[Denkens]] (siehe [[Teilung der Wahrnehmung]]), zu einer Teleologie zweckhafter [[Beziehungen]], denen ein [[Sinn]] vorangestellt wird, den sie durch nichts erweisen können und der deshalb auch nicht [[bewiesen]] werden kann (siehe hierzu auch [[Gott]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;Die Wahrheit ist ... für Hegel ein Automaton, das sich selbst beweist. Der Mensch hat ihr zu folgen. Wie bei Hegel ist das Resultat der wirklichen Entwickelung nichts anderes als die bewiesene, d.h. zum Bewußtsein gebrachte Wahrheit. Die absolute Kritik kann daher mit dem borniertesten Theologen fragen: Wozu wäre die Geschichte, wenn es nicht ihre Aufgabe wäre, grade diese einfachsten aller Wahrheiten (wie die Bewegung der Erde um die Sonne) zu beweisen?. ([[MEW 2, S. 83]])&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Wahrheit]] kann man weder nehmen noch geben. [[Wahrnehmung]] ist von da her nicht bloßes Auffassen, nicht einfache Kognition als Aufnahme [[anwesender]] [[Gegenstände]], die sie vorfindet. Sie besteht zunächst nur aus dem, was die Menschen darin für sich finden, aus der [[Empfindung]] eines [[Gegenstands]], auf den sie sich [[beziehen]], weil und sofern er ihnen und ihren [[Sinnen]] entspricht. In ihrer [[sinnliche Gewissheit]] erweist sich, wodurch und worin dieser für sie [[wesentlich]] und also gewiss [[wahr]] ist, – warum und wodurch er also ihnen [[substanziell]] &#039;&#039;wesensverwand&#039;&#039; ist. Von daher ist [[Wahrnehmung]] die [[Elementarform]] ihrer [[Erkenntnisse]], die [[Form]], worin für die Menschen ihr [[Gegenstand]], ihr gegenständliches [[Sein]] nicht nur für [[wahr]] genomen, sondern auch bei [[Abwesenheit]] [[wirklich]] wahr ist.Wo sich die Menschen mit sich in ihren [[Sachen]] in dem vereinen, was sie durch ihr [[Wesen]] für einander sind und was sie von einander halten, erweist sich auch die [[Wahrheit]] ihrer [[Verhältnisse]] als ihre Welt, und wird im Verlauf ihrer [[Geschichte]] zu ihrer [[Warnehmungsidentität]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;Wie nach den frühern Teleologen die Pflanzen da sind, um von den Tieren, die Tiere, um von den Menschen gegessen zu werden, so ist die Geschichte da, um zum Konsumtionsakt des theoretischen Essens, des Beweisens zu dienen. Der Mensch ist da, damit die Geschichte, und die Geschichte ist da, damit der Beweis der Wahrheiten da ist. In dieser kritisch trivialisierten Form wiederholt sich die spekulative Weisheit, daß der Mensch, daß die Geschichte da ist, damit die Wahrheit zum Selbstbewußtsein komme. ([[MEW 2, S. 83]])&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;Zwei Dinge erfüllen das Gemüt mit immer neuer und zunehmenden Bewunderung und Ehrfurcht, je öfter und anhaltender sich das Nachdenken damit beschäftigt: Der bestirnte Himmel über mir, und das moralische Gesetz in mir. (Immanuel Kant: Kritik der praktischen Vernunft, A 289)&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Auskunft über sich hat Immanuel Kant (1724-1804) selbst gegeben und damit auch getroffen, was seine &#039;&#039;zwei Seiten&#039;&#039; im Wesentlichen ausmachen: Die [[Metaphysik]] seines Vernunftbegriffs in der &#039;&#039;Kritik der reinen [[Vernunft]]&#039;&#039; und dem praktischen [[Nutzen]] seiner [[Moral]] der [[Aufklärung]], die [[Moral]] der Mündigkeit als wesentliche Aussage eines [[emanzipatorischen]] [[Selbstverständnisses]] in seiner &#039;&#039;Kritik der praktischen Vernunft&#039;&#039;. Beides suchte er zu vereinen in seiner &#039;&#039;Kritik der Urteilskraft&#039;&#039;. Allerdings ist er als erster [[Philosoph]] einer [[allgemeinen]] [[Begrifflichkeit]] [[bürgerlicher]] [[Verständigung]] (siehe auch [[Verstand]]) auf deren Doppelbödigkeit zwischen [[Vernunft]] und [[Moral]] noch jeweils unvermittelbar einseitig verblieben, einerseits in seiner biologischen [[Anthropologie]], die z.B. den [[Nationalsozialisten]] als [[Begründung]] ihrer [[Rassenlehre]] dienen konnte, und dem praktischen [[Moralismus]] seines &#039;&#039;[[Kategorischen Imperativs]]&#039;&#039; auf der anderen Seite, der einen [[Selbstwiderspruch]] im [[bürgerlichen Bewusstsein]] betreiben sollte. Es war ihm mit seiner Auffassung ihrer [[Dialektik]] nicht möglich eine [[wirklich]] [[emanzipatorische]] [[Philosophie]] zu entwickeln, was ihm von einigen der ihm nachfolgenden Denkern vorgehalten wurde, die in seiner &#039;&#039;Kritik der Urteilskraft&#039;&#039; keine [[Beziehung]] anerkennen konnten. Ohne ein [[kritisches]] [[Verhalten]] zur [[Wirklichkeit]] (siehe [[kritische Theorie]]) wird im [[bürgerlichen Bewusstsein]] alles von dem, was eine [[Geschichte]] aufklären könnte, zur [[persönlichen]] [[Selbstbehauptung]] einer [[Vorstellung]] von dem, was es sein könnte oder können soll.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;Die Geschichte wird daher, wie die Wahrheit, zu einer aparten Person, einem metaphysischen Subjekt, dessen bloße Träger die wirklichen menschlichen Individuen sind. Die absolute Kritik bedient sich daher der Phrasen. ([[MEW 2, S. 83]])&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für [[Adorno]] war das wahr, was sich [[identisch]] bleibt. Aber in der [[Wirklichkeit]] der [[Kultur]] verfestigen sich immer mehr Unwahrheiten und auch stetige [[Strukturen]] sind nicht einfach wahr (siehe [[Systemtheorie]]). Unwahrheit ist also weder das Identische an sich, noch das Nichtidentische, wie er dies [[verstanden]] wissen wollte um seine [[negative Dialektik]] als Grundlage einer [[kritischen Theorie]] zu verfassen. Wesentlich für eine Befragung der [[Wahrheit]] ist die Feststellung, dass das [[Identische]] an sich schon einen [[Widersinn]] beinhaltet: Eine [[Wahrheit]] an sich gibt es nicht, weil [[Identität]] lediglich eine [[Reflektion]] der [[Erkenntnis]] gegen [[Täuschung]], eine [[Abstraktion]] für sich ist. Sie kann sich nur durch die Entdeckung vertauschter [[Inhalte]] in ihrer [[widersprüchlichen]] [[Wirklichkeit]] bewahrheiten und in der [[Erkenntnis]] ihrer [[Aufhebung]] verwirklichen, sich in einer erneuerten [[Wirklichkeit]] [[wahr machen]]. [[Wahr]] ist, worin sich [[Empfindungen]] und [[Gefühle]] in dem einig sind, was sie [[wahrhaben]]. [[Phänomenologisches]] Denken behauptet hiergegen die [[Wahrheit]] der einzelnen Phänomene, der [[Erscheinungsweisen]] ihres [[Seins]] (siehe auch [[Seiendes]]), in und durch sich selbst zu [[erkennen]]. Das &#039;&#039;Je-Einzelne&#039;&#039;, jede [[vereinzelte]] [[Wahrnehmung]] sei in der Lage, die Wahrheit ihres [[Daseins]] als Ergebnis aus ihrer [[Gegebenheit]] zu [[erkennen]]. Ihr [[Wesen]] wäre demnach [[unmittelbar]] und ohne weitere [[Bestimmung]] zu [[begreifen]], die [[Empfindungen]] ohne Weiteres und ganz voraussetzungslos und [[gleichgültig]] gegen ihre Lebenszusammenhänge als [[Wahrheit]] ihrer [[Gefühle]] zu erkennen. Doch jedes [[Gefühl]] war aus einer [[Beziehung]] von [[Empfindungen]] entstanden und kann sich hiergegen [[verselbständigen]], entrücken und seinem Ursprung [[widersprechen]]: [[verrückt]] werden. Der [[Widerspruch]] der [[Gefühle]] kann sich aber nicht als Gefühl formulieren, weil er [[selbständig]] durch etwas ganz Anderes (siehe [[Anderssein]]) aus [[Empfindungen]] entstanden ist, die darin ihre Spur verloren haben. In der [[Sprache]] aber lässt sich wie in der [[Kunst]] ihr Werden als gewordenes [[Dasein]] aus ihrer [[Geschichte]] [[erkennen]], also auch [[erschließen]] und hieraus [[begreifen]], was darin zu finden und was im [[Gefühl]] verbunden oder zumindest vermengt, bzw. vermischt ist (siehe auch [[Kitsch]]). Im [[einzelnen]] [[Gefühl]] lässt sich aber nichts anderes [[erkennen]] als das, was sich darin anmuten lässt, Mut macht oder aber sich darin auch nur verloren hat. Das [[Einzelne]] kann ohne seinen [[lebendigen]] Zusammenhang nur [[Interpretation]] der &#039;&#039;[[Eigentlichkeit]]&#039;&#039; ([[Martin Heidegger]]) einer Sinnesreizung, eine bloße Eidetik von [[Erscheinungen]] sein (siehe hierzu [[Phänomenologie]]). Sie muss über die [[Vereinzelung]] ihrer [[Wahrnehmung]] hinaus gelangen, um [[wirklich]] wahr zu sein. Im [[Einzelnen]] herrscht eine bescheidene Wahrheit als Bescheidung einer [[Abstraktion]], als Bescheid über schlichte [[Tatsachen]] und [[Gegebenheiten]]. &#039;&#039;Die Wahrheit ist allgemein, sie gehört nicht mir, sie gehört allen, sie hat mich, ich habe sie nicht. Mein Eigentum ist die Form, sie ist meine geistige Individualität ... Das Wesen des Geistes ist die Wahrheit immer selbst, und was macht ihr zu seinem Wesen? Die Bescheidenheit. Nur der Lump ist bescheiden, sagt Goethe, und zu solchem Lumpen wollt ihr den Geist machen?&#039;&#039; [[(MEW 1, S. 6)]] Was in der [[Wahrnehmung]] im [[Allgemeinen]], in ihrer [[Gesellschaftlichkeit]], [[schlüssig]] ist, worin sie mit sich in ihrem [[Gegenstand]] zum Ende kommt, im [[Ganzen]] ihrer [[Wirklichkeit]] letztendlich mit sich einig wird, ist sie auch [[wirklich]] [[wahr]]. Also ist Wahrheit die Einheit der [[Sinne]] in der [[Erkenntnis]] der [[Wahrnehmungen]] im [[Begriff]] ihrer [[Beziehung]] zu ihren [[Gegenständen]]: [[Wahrnehmungsidentität]] in der [[Erkenntnis]] ihrer [[Beziehungen]] im [[Ganzen]] ihrer [[Verhältnisse]]. Von daher ist sie so [[subjektiv]] wie [[objektiv]]. Menschen lassen sich leicht [[täuschen]], wenn ihre [[Gefühle]] ihren [[Empfindungen]] vorauseilen, ihre [[Wahrnehmung]] durch ihre [[Gefühle]] bestimmen oder ersetzen und von daher nur [[empfinden]] können, was im Vorurteil ihrer [[Gefühlen]], bzw. den [[Absichten]] ihrer [[Psyche]] dienlich ist. Von daher hat dann das [[Gefühl]] in [[Wahrheit]] eine dominante [[Wirkung]] auf die [[Wahrnehmung]] (siehe auch [[Eindruck]]), weil es zwar nicht unbedingt die Urteilskraft, wohl aber die [[Selbstwahrnehmung]] der Menschen bestärkt (siehe auch [[Urteil]]). Von daher ist der [[Anreiz]] einer &#039;&#039;selbstbestimmten&#039;&#039; [[Wahrnehmung]] ein Instrument mächtiger Kommunikationsinteressen (z.B. der [[Kommunikationsindustrie]]) und des [[Populismus]], der darauf zielt, [[Empfindungen]] durch [[Gefühle]] zu [[vertauschen]], die [[Wahrnehmung]] also zu einer durch sich selbst [[verselbständigten]] [[Wahrnehmung]], einer absoluten [[Selbstwahrnehmung]] zu [[verkehren. Aus ihremVerhältniszu ihrerWirklichkeitentwickeltsich eineUrteilskraftdurchabwesendeBezogenheiten, ein jenseitigeWesenausFormalisierungenabstrakterZusammenhänge aus verbliebenenKenntnissen, welche dieInterpretationenabstrakterErkenntnisseerregenund schützen (sieheCharakterpanzerung). Unwahr ist das, was wir nichtwahrnehmenvon dem, was wirwahrhaben. DieWahrnehmungist daher die einzige Grundlage zur Bildung einerWahrheitzurErkenntnisihresabwesendenWesens.]] [[Wahrnehmung]] kann also [[getäuscht]] werden wenn sie [[fremde]] [[Absichten]] nicht erkennt und ihre Wahrheit hierdurch ausgetrieben, abgelenkt und auf das Reich der [[Sehnsüchte]] und ihrer [[Vorstellungen]] abgestellt und hierdurch selbst [[abstrahiert]] und [[entwirklicht]] wird. In der Folge und auf Dauer wird die [[Wahrnehmung]] im Großen und [[Ganzen]] von [[fremden]] [[Grundstimmungen]] [[getrieben]] und ihr [[Erkenntnisinteresse]] durch die [[Kraft]] ihrer Bedrängungen entzweit, durch ihre [[Abstraktionskraft]] [[entfremdet]]. Ein [[abstraktes]] [[Erkenntnisinteresse]] tötet den Sinn seiner [[Wahrnehmungen]] ab und macht [[Angst]] und [[deprimiert]] sie. Das [[objektiv]] [[Einzelne]] wird durch den [[subjektiven]] [[Gehalt]] ihrer isolierten [[Wahrnehmung]] [[verallgemeinert]] und mit ihrer [[Objektivität]] [[vertauscht]] oder verfälscht, durch die [[Abstraktionskraft]] der [[Formen]] ihrer Zusammenhänge [[entwirklicht]]. Von daher [[überreizt]], werden ihre [[Inhalte]] durch ihre Form ausgeschlossen (siehe [[Ausschließlichkeit]]), in ihr Gegenteil [[verkehrt]] ([[pervertiert]]), verdrängt (siehe [[verdrängung]]), entstellt (siehe z.B. [[Double-Bind]]), überfrachtet (siehe auch [[Ästhetisierung]]), entfremdet (siehe [[Entfremdung]]), [[einverleibt]] (siehe [[Symbiose]]), erdrückt (siehe [[Depression]]), beeindruckt (siehe [[Eindruck]]), verurteilt (siehe [[ästhetisches Urteil]]) oder in ihr Gegenteil [[verkehrt]] wird (siehe hierzu auch [[Wiederholungszwang]]). Für sich genomen ist [[Wahrheit]] die [[Identität]] einer [[Erkenntnis]] von dem was ist, mit der [[Wirklichkeit]] seines [[Daseins]], wie es im [[einzelnen]] und [[allgemeinen]] [[Sosein]] auch [[wirklich]] identisch bleibt und also wahr ist. Aber es ist eine Unwahrheit nicht einfach das Nichtidentische, wie es [[Adorno]] [[verstanden]] wissen will. Es kann das Gegenteil der Wahrheit nur ihre [[Fremdbestimmung]] durch [[vertauschte]] [[Inhalte]] sein, die sowohl [[politisch]] als [[gesellschaftliche]] Formationen des [[Warentauschs]] oder [[psychisch]] als [[Täuschung]] der [[Wahrnehmung]] von Menschen, die diese zur [[Selbstentfremdung]] [[bestimmen]]. [[Wahrheit]] kann also nur die [[Identität]] einer [[Erkenntnis]] von dem was ist, mit der [[Wirklichkeit]] seines [[Daseins]], wie es im [[einzelnen]] und [[allgemeinen]] [[Sosein]] auch [[wirklich]] wahr ist. Von daher gibt es keine [[einzelne]] und auch keine [[allgemeine]] [[Wahrheit]] an sich und durch sich. Jede ist nur durch die andere. Und dies macht die [[theoretische]] Konsistenz einer [[Wissenschaft]] aus. Von daher ist [[Wahrheit]] nur im [[Ganzen]] zu erkennen. Darin allerdings hatte [[Adorno]] einen [[Totalitarismus]] sehen wollen, dem er ein absolutistisches [[Interesse]] unterstellte und dies deshalb im Gegensatz zum [[historischen Materialismus]] von Karl Marx mit der Behauptung stellte, dass das [[Ganze]] überhaupt nur der Anspruch eines [[totalitären]] Denkens wäre und deshalb die Unwahrheit schlechthin sei. Obwohl er das Denken von Karl Marx und Ludwig Feuerbach im Großen und Ganzen hernahm, wenn er sich damit als kritischer Theoretiker vorstellen konnte (siehe [[Kritische Theorie]]), stellte er deren [[Kritik]] hinterrücks einfach wieder auf den Kopf, Dieses Unterfangen war allerdings längst von Karl Marx in der Auseiandersetzung mit [[Ludwig Feuerbach]] ausführlich beantwortet worden (siehe hierzu auch [[Feuerbachthesen]]): &#039;&#039;Feuerbach ist der einzige, der ein ernsthaftes, ein kritisches Verhältnis zur Hegelschen Dialektik hat und wahrhafte Entdeckungen auf diesem Gebiete gemacht hat, überhaupt der wahre Überwinder der alten Philosophie ist. Die Größe der Leistung und die geräuschlose Einfachheit, womit F[euerbach] sie der Welt gibt, stehn in einem wunderlichen Gegensatz zu dem umgekehrten Verhältnis. Feuerbachs große Tat ist: 1. der Beweis, daß die Philosophie nichts andres ist als die in Gedanken gebrachte und denkend ausgeführte Religion; eine andre Form und Daseinsweise der Entfremdung des menschlichen Wesens; also ebenfalls zu verurteilen ist; 2. die Gründung des wahren Materialismus und der reellen Wissenschaft, indem Feuerbach das gesellschaftliche Verhältnis &#039;&#039;des Menschen zum Menschen&#039;&#039; ebenso zum Grundprinzip der Theorie macht; 3. indem er der Negation der Negation, die das absolut Positive zu sein behauptet, das auf sich selbst ruhende und positiv auf sich selbst begründete Positive entgegenstellt. Feuerbach erklärt die Hegelsche Dialektik – (und begründet dadurch den Ausgang vom Positiven, vom Sinnlich-Gewissen) – folgendermaßen: Hegel geht aus von der Entfremdung (logisch: dem Unendlichen, abstrakt Allgemeinen) der Substanz, der absoluten und fixierten Abstraktion. – D.h. populär ausgedrückt, er geht von der Religion und Theologie aus.verl Drittens: Er hebt das Positive wieder auf, stellt die Abstraktion, das Unendliche, wieder her. Wiederherstellung der Religion und Theologie. Feuerbach faßt also die Negation der Negation nur als Widerspruch der Philosophie mit sich selbst auf, als die Philosophie, welche die Theologie (Transzendenz etc.) bejaht, nachdem sie dieselbe verneint hat, also im Gegensatz zu sich selbst bejaht. Die Position oder Selbstbejahung und Selbstbestätigung, die in der Negation der Negation liegt, wird für eine ihrer selbst noch nicht sichere, darum mit ihrem Gegensatz behaftete, an sich selbst zweifelnde und darum des Beweises bedürftige, also nicht durch ihr Dasein sich selbst beweisende, als nicht eingestandne Position gefaßt und darum ihr direkt und unvermittelt die sinnlich gewisse, auf sich selbst gegründete Position entgegengestellt. Aber indem Hegel die Negation der Negation – der positiven Beziehung nach, die in ihr liegt, als das wahrhaft und einzig Positive, der negativen Beziehung nach, die in ihr liegt, als den einzig wahren Akt und Selbstbetätigungsakt alles Seins – aufgefaßt hat, hat er nur den abstrakten, logischen, spekulativen Ausdruck für die Bewegung der Geschichte gefunden, die noch nicht wirkliche Geschichte des Menschen als eines vorausgesetzten Subjekts, sondern erst Erzeugungsakt, Entstehungsgeschichte des Menschen ist.&#039;&#039; [[(Marx in MEW 40, Seite 568ff)]] kennbar wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Phänomenologisches]] Denken behauptet hiergegen die [[Wahrheit]] der einzelnen Phänomene, der [[Erscheinungsweisen]] ihres [[Seins]] (siehe auch [[Seiendes]]), in und durch sich selbst zu [[erkennen]]. Das &#039;&#039;Je-Einzelne&#039;&#039;, jede [[vereinzelte]] [[Wahrnehmung]] sei in der Lage, die Wahrheit ihres [[Daseins]] als Ergebnis aus ihrer [[Gegebenheit]] zu [[erkennen]]. Ihr [[Wesen]] wäre demnach [[unmittelbar]] und ohne weitere [[Bestimmung]] zu [[begreifen]], die [[Empfindungen]] ohne Weiteres und ganz voraussetzungslos und [[gleichgültig]] gegen ihre Lebenszusammenhänge als [[Wahrheit]] ihrer [[Gefühle]] zu erkennen. Doch jedes [[Gefühl]] war aus einer [[Beziehung]] von [[Empfindungen]] entstanden und kann sich hiergegen [[verselbständigen]], entrücken und seinem Ursprung [[widersprechen]]: [[verrückt]] werden. Der [[Widerspruch]] der [[Gefühle]] kann sich aber nicht als Gefühl formulieren, weil er [[selbständig]] durch etwas ganz Anderes (siehe [[Anderssein]]) aus [[Empfindungen]] entstanden ist, die darin ihre Spur verloren haben. In der [[Sprache]] aber lässt sich wie in der [[Kunst]] ihr Werden als gewordenes [[Dasein]] aus ihrer [[Geschichte]] [[erkennen]], also auch [[erschließen]] und hieraus [[begreifen]], was darin zu finden und was im [[Gefühl]] verbunden oder zumindest vermengt, bzw. vermischt ist (siehe auch [[Kitsch]]). Im [[einzelnen]] [[Gefühl]] lässt sich aber nichts anderes [[erkennen]] als das, was sich darin anmuten lässt, Mut macht oder aber sich darin auch nur verloren hat. Das [[Einzelne]] kann ohne seinen [[lebendigen]] Zusammenhang nur [[Interpretation]] der &#039;&#039;[[Eigentlichkeit]]&#039;&#039; ([[Martin Heidegger]]) einer Sinnesreizung, eine bloße Eidetik von [[Erscheinungen]] sein (siehe hierzu [[Phänomenologie]]). Sie muss über die [[Vereinzelung]] ihrer [[Wahrnehmung]] hinaus gelangen, um [[wirklich]] wahr zu sein. Im [[Einzelnen]] herrscht eine bescheidene Wahrheit als Bescheidung einer [[Abstraktion]], als Bescheid über schlichte [[Tatsachen]] und [[Gegebenheiten]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;Die Wahrheit ist allgemein, sie gehört nicht mir, sie gehört allen, sie hat mich, ich habe sie nicht. Mein Eigentum ist die Form, sie ist meine geistige Individualität ...&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;Das Wesen des Geistes ist die Wahrheit immer selbst, und was macht ihr zu seinem Wesen? Die Bescheidenheit. Nur der Lump ist bescheiden, sagt Goethe, und zu solchem Lumpen wollt ihr den Geist machen? [[(MEW 1, S. 6)]]&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was in der [[Wahrnehmung]] im [[Allgemeinen]], in ihrer [[Gesellschaftlichkeit]], [[schlüssig]] ist, worin sie mit sich in ihrem [[Gegenstand]] zum Ende kommt, im [[Ganzen]] ihrer [[Wirklichkeit]] letztendlich mit sich einig wird, ist sie auch [[wirklich]] [[wahr]]. Also ist Wahrheit die Einheit der [[Sinne]] in der [[Erkenntnis]] der [[Wahrnehmungen]] im [[Begriff]] ihrer [[Beziehung]] zu ihren [[Gegenständen]]: [[Wahrnehmungsidentität]] in der [[Erkenntnis]] ihrer [[Beziehungen]] im [[Ganzen]] ihrer [[Verhältnisse]]. Von daher ist sie so [[subjektiv]] wie [[objektiv]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Menschen lassen sich leicht [[täuschen]], wenn ihre [[Gefühle]] ihren [[Empfindungen]] vorauseilen, ihre [[Wahrnehmung]] durch ihre [[Gefühle]] bestimmen oder ersetzen und von daher nur [[empfinden]] können, was im Vorurteil ihrer [[Gefühlen]], bzw. den [[Absichten]] ihrer [[Psyche]] dienlich ist. Von daher hat dann das [[Gefühl]] in [[Wahrheit]] eine dominante [[Wirkung]] auf die [[Wahrnehmung]] (siehe auch [[Eindruck]]), weil es zwar nicht unbedingt die Urteilskraft, wohl aber die [[Selbstwahrnehmung]] der Menschen bestärkt (siehe auch [[Urteil]]). Von daher ist der [[Anreiz]] einer &#039;&#039;selbstbestimmten&#039;&#039; [[Wahrnehmung]] ein Instrument mächtiger Kommunikationsinteressen (z.B. der [[Kommunikationsindustrie]]) und des [[Populismus]], der darauf zielt, [[Empfindungen]] durch [[Gefühle]] zu [[vertauschen]], die [[Wahrnehmung]] also zu einer durch sich selbst [[verselbständigten]] [[Wahrnehmung]], einer absoluten [[Selbstwahrnehmung]] zu [[verkehren. Aus ihremVerhältniszu ihrerWirklichkeitentwickeltsich eineUrteilskraftdurchabwesendeBezogenheiten, ein jenseitigeWesenausFormalisierungenabstrakterZusammenhänge aus verbliebenenKenntnissen, welche dieInterpretationenabstrakterErkenntnisseerregenund schützen (sieheCharakterpanzerung). Unwahr ist das, was wir nichtwahrnehmenvon dem, was wirwahrhaben. DieWahrnehmungist daher die einzige Grundlage zur Bildung einerWahrheitzurErkenntnisihresabwesendenWesens.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Wahrnehmung]] kann also [[getäuscht]] werden wenn sie [[fremde]] [[Absichten]] nicht erkennt und ihre Wahrheit hierdurch ausgetrieben, abgelenkt und auf das Reich der [[Sehnsüchte]] und ihrer [[Vorstellungen]] abgestellt und hierdurch selbst [[abstrahiert]] und [[entwirklicht]] wird. In der Folge und auf Dauer wird die [[Wahrnehmung]] im Großen und [[Ganzen]] von [[fremden]] [[Grundstimmungen]] [[getrieben]] und ihr [[Erkenntnisinteresse]] durch die [[Kraft]] ihrer Bedrängungen entzweit, durch ihre [[Abstraktionskraft]] [[entfremdet]]. Ein [[abstraktes]] [[Erkenntnisinteresse]] tötet den Sinn seiner [[Wahrnehmungen]] ab und macht [[Angst]] und [[deprimiert]] sie. Das [[objektiv]] [[Einzelne]] wird durch den [[subjektiven]] [[Gehalt]] ihrer isolierten [[Wahrnehmung]] [[verallgemeinert]] und mit ihrer [[Objektivität]] [[vertauscht]] oder verfälscht, durch die [[Abstraktionskraft]] der [[Formen]] ihrer Zusammenhänge [[entwirklicht]]. Von daher [[überreizt]], werden ihre [[Inhalte]] durch ihre Form ausgeschlossen (siehe [[Ausschließlichkeit]]), in ihr Gegenteil [[verkehrt]] ([[pervertiert]]), verdrängt (siehe [[verdrängung]]), entstellt (siehe z.B. [[Double-Bind]]), überfrachtet (siehe auch [[Ästhetisierung]]), entfremdet (siehe [[Entfremdung]]), [[einverleibt]] (siehe [[Symbiose]]), erdrückt (siehe [[Depression]]), beeindruckt (siehe [[Eindruck]]), verurteilt (siehe [[ästhetisches Urteil]]) oder in ihr Gegenteil [[verkehrt]] wird (siehe hierzu auch [[Wiederholungszwang]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für sich genomen ist [[Wahrheit]] die [[Identität]] einer [[Erkenntnis]] von dem was ist, mit der [[Wirklichkeit]] seines [[Daseins]], wie es im [[einzelnen]] und [[allgemeinen]] [[Sosein]] auch [[wirklich]] identisch bleibt und also wahr ist. Aber es ist eine Unwahrheit nicht einfach das Nichtidentische, wie es [[Adorno]] [[verstanden]] wissen will. Es kann das Gegenteil der Wahrheit nur ihre [[Fremdbestimmung]] durch [[vertauschte]] [[Inhalte]] sein, die sowohl [[politisch]] als [[gesellschaftliche]] Formationen des [[Warentauschs]] oder [[psychisch]] als [[Täuschung]] der [[Wahrnehmung]] von Menschen, die diese zur [[Selbstentfremdung]] [[bestimmen]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Wahrheit]] kann also nur die [[Identität]] einer [[Erkenntnis]] von dem was ist, mit der [[Wirklichkeit]] seines [[Daseins]], wie es im [[einzelnen]] und [[allgemeinen]] [[Sosein]] auch [[wirklich]] wahr ist. Von daher gibt es keine [[einzelne]] und auch keine [[allgemeine]] [[Wahrheit]] an sich und durch sich. Jede ist nur durch die andere. Und dies macht die [[theoretische]] Konsistenz einer [[Wissenschaft]] aus. Von daher ist [[Wahrheit]] nur im [[Ganzen]] zu erkennen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Darin allerdings hatte [[Adorno]] einen [[Totalitarismus]] sehen wollen, dem er ein absolutistisches [[Interesse]] unterstellte und dies deshalb im Gegensatz zum [[historischen Materialismus]] von Karl Marx mit der Behauptung stellte, dass das [[Ganze]] überhaupt nur der Anspruch eines [[totalitären]] Denkens wäre und deshalb die Unwahrheit schlechthin sei. Obwohl er das Denken von Karl Marx und Ludwig Feuerbach im Großen und Ganzen hernahm, wenn er sich damit als kritischer Theoretiker vorstellen konnte (siehe [[Kritische Theorie]]), stellte er deren [[Kritik]] hinterrücks einfach wieder auf den Kopf, Dieses Unterfangen war allerdings längst von Karl Marx in der Auseiandersetzung mit [[Ludwig Feuerbach]] ausführlich beantwortet worden (siehe hierzu auch [[Feuerbachthesen]]):&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;Feuerbach ist der einzige, der ein ernsthaftes, ein kritisches Verhältnis zur Hegelschen Dialektik hat und wahrhafte Entdeckungen auf diesem Gebiete gemacht hat, überhaupt der wahre Überwinder der alten Philosophie ist. Die Größe der Leistung und die geräuschlose Einfachheit, womit F[euerbach] sie der Welt gibt, stehn in einem wunderlichen Gegensatz zu dem umgekehrten Verhältnis. Feuerbachs große Tat ist: 1. der Beweis, daß die Philosophie nichts andres ist als die in Gedanken gebrachte und denkend ausgeführte Religion; eine andre Form und Daseinsweise der Entfremdung des menschlichen Wesens; also ebenfalls zu verurteilen ist; 2. die Gründung des wahren Materialismus und der reellen Wissenschaft, indem Feuerbach das gesellschaftliche Verhältnis des Menschen zum Menschen ebenso zum Grundprinzip der Theorie macht; 3. indem er der Negation der Negation, die das absolut Positive zu sein behauptet, das auf sich selbst ruhende und positiv auf sich selbst begründete Positive entgegenstellt. Feuerbach erklärt die Hegelsche Dialektik – (und begründet dadurch den Ausgang vom Positiven, vom Sinnlich-Gewissen) – folgendermaßen: Hegel geht aus von der Entfremdung (logisch: dem Unendlichen, abstrakt Allgemeinen) der Substanz, der absoluten und fixierten Abstraktion. – D.h. populär ausgedrückt, er geht von der Religion und Theologie aus.verl Drittens: Er hebt das Positive wieder auf, stellt die Abstraktion, das Unendliche, wieder her. Wiederherstellung der Religion und Theologie. Feuerbach faßt also die Negation der Negation nur als Widerspruch der Philosophie mit sich selbst auf, als die Philosophie, welche die Theologie (Transzendenz etc.) bejaht, nachdem sie dieselbe verneint hat, also im Gegensatz zu sich selbst bejaht. Die Position oder Selbstbejahung und Selbstbestätigung, die in der Negation der Negation liegt, wird für eine ihrer selbst noch nicht sichere, darum mit ihrem Gegensatz behaftete, an sich selbst zweifelnde und darum des Beweises bedürftige, also nicht durch ihr Dasein sich selbst beweisende, als nicht eingestandne Position gefaßt und darum ihr direkt und unvermittelt die sinnlich gewisse, auf sich selbst gegründete Position entgegengestellt. Aber indem Hegel die Negation der Negation – der positiven Beziehung nach, die in ihr liegt, als das wahrhaft und einzig Positive, der negativen Beziehung nach, die in ihr liegt, als den einzig wahren Akt und Selbstbetätigungsakt alles Seins – aufgefaßt hat, hat er nur den abstrakten, logischen, spekulativen Ausdruck für die Bewegung der Geschichte gefunden, die noch nicht wirkliche Geschichte des Menschen als eines vorausgesetzten Subjekts, sondern erst Erzeugungsakt, Entstehungsgeschichte des Menschen ist. [[(Marx in MEW 40, Seite 568ff)]]&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weil [[Adorno]] als [[Kritiker]] des [[Positivismus]] zugleich den Ausgangspunkt der [[Kritik]] schon im [[reinen]] [[Denken]] [[begriffen]] haben wollte, hatte er sein Denken gegen jeden positiven Ausgang gestellt und damit eine [[&#039;&#039;Negativen Dialektik&#039;&#039;]] begründet. Hierdurch konnte er sich als durch sich selbst schon freien Denker [[popularisieren]] und seine [[Kritik]] mit seiner alles überwindenden [[Philosophie]] einer [[negativen]] [[Wahrheit]] bestimmen. Und dies durch eine spärlichen, weil [[abstrakt]] verbleibenden Einwand eines freien und also [[unendlichen]] Intellekts einer gedanklichen [[Ewigkeit]], der sich selbst überwinden musste, um seine Positivität aus sich heraus oder durch die Jenseitigkeit einer [[künstlerischen]] [[Empfindung]] zu [[entwickeln]]. So wurde er vor allem selbst zur Kultfigur von [[bildungsbürgerlichen]] Literaturkonsumenten und deformierte im Bezug auf die theoretischen Grundaussagen von Marx mit seinen Rückgriff auf den [[Begriff]] des [[Warenfetischismus]] zum Hinterhalt einer im Grunde antimarxistischen [[Theorie]] bei, die seiner [[Negativen Dialektik]] mit seinem [[Verstand]] von einem richtigen, einem gegen das [[Falsche]] bereinigten [[Leben]] einen [[revolutionären]] [[Totalzitarismus]] des teinen [[Denkens]] einhauchte. Mit seinem [[Verstand]] vom &#039;&#039;richtigen Leben&#039;&#039; sollten schließlich die [[wirklichen]] [[Verhältnissen]] des [[Warentauschs]] und des hierdurch [[fetischisierten]] [[Bewusstseins]] zumindest [[psychologisch]] identifizierbar und ebenso überwindbar sein (siehe hierzu [[Subjektkritik]])&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So kam zu Adornos Gefallen an einer überlebensgroßen [[Kultur]] der [[Kunst]] die Theorie vom &#039;&#039;richtigen Leben&#039;&#039; hinzu, das dem &#039;&#039;falschen Leben&#039;&#039; entgegen zu stellen wäre (siehe [[Leben]]), weil es dessen &#039;&#039;Beschädigungen&#039;&#039; abwenden könne. Dies hatte qllerdings jede [[kritische]] [[Erkenntnis]] von ihrem [[wirklichen]] [[Sinn]] frei geschlagen und sich in dem [[Moralismus]] einer intellektuellen Eigenmächtigkeit durch die [[Selbstgerechtigkeit]] eines [[philosophisch]] abgehobenen [[Bewusstseins]] fortgebildet, wie sie auch schon mal vom [[Existenzialismus]] [[Martin Heideggers]] angelegt war, der allerdings stattdessen eine [[Fundamentalontologie]] der [[Erkenntnis]] von [[Wahrheit]] über den [[Sinn]] des [[Seins]] als sinnliches [[Bewusstsein]] im [[Dasein]] der Menschen entwickelte. Er war von daher in seinem [[reaktionären]] Anliegen vielleicht auch nur &#039;&#039;ehrlicher&#039;&#039; als [[Adorno]], den man als Begründer eines [[reaktionären Marxismus]] ansehen kan. Es scheint, als ob Heidegger ihn wieder abgelöst hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine [[Erkenntnis]] unterstellt immer schon eine [[Wirklichkeit]] und [[Wahrheit]]Bestimmung der [[Wahrheit]]politischen Kultur (siehe auch [[Wahrheit]]Stimme), die [[sinnlich gewiss]] wäre, wenn die Menschen darin ihre Entfremdung von sich und von ihrer Gesellschaft durch deren [[realen Abstraktionen]] hindurch erkennen können, Eine Vermittlung der Wahrnehmungen für die [[Erkenntnis]] ihrer einzigartigen Empfindungenrnu. Dies nterstellt aller dings [[Sinne]], in denen und durch diese sich ihrer [[selbst]] unzweifelhaft, ihrer zwischenmenschlichen [[Wahrnehmung]] also ohne jeden [[Zweifel]] [[gewiss]] sind. Das ganze Interesse ihres Erkenntnisvermögenns hat es eben einfach nötig, im Menschen [[ganz]] das zu [[empfinden]], was außer sich und also außer dem ist, was er finden kann, was also nur [[sinnlich gewiss]] ist, wenn diese [[Empfindung den]] in Wahrheit als [[Ganzes]], als das nimmt, was es im Zusammenhang seiner [[Erfahrungen]] wirklich [[wahrhatte]] und sich von daher nicht [[täuschen]] lässt. Worin sie übereinstimmen wid zur Form ihres Zusammenhangs, zur Stimmung, worin sie ihre abstrakten Wahrnehmungen identifizieren. Worin Menschen ihren Gegenstand nicht ganz begreifen können, weil sie voneinander vereinzelt und isoliert leben, sich mit ihrer Wahrnehmng als [[Ganzes]] nicht einer allen gemeinen [[Erkenntnis]] zuwenden können, werden auch die Elemete ihrer Wahrnehmung zerteilt und von dem abgetrennt, was sie in ihren Empfindungen und Gefühlen wirklich wahrhaben. Ähnlich der warenförmigen [[Vermittlung]] der Arbeitsprodukte wird in der [[politischen Kultur]] die Stimmunng zur [[Form]] der [[allengemeinen]] [[Vermittlung]] gesellschaftlicher W[[Selbstveredelung]]ahrnehmungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein [[Wesen]] kann nur im [[Ganzen]] wahr sein. Um einen [[Sinn]] für das [[Ganze]] zu bilden (siehe [[Sinnbildung]]) ist dessen [[Wesen]] im [[Einzelnen]] wie auch im [[Allgemeinen]] zu [[ergründen]]. Und um schließlich in der [[Auftrennung]] der [[Wahrmehmung]] auch die [[Wesensnot]] der Menschen als [[Entfremdung]] von der [[Natur]] ihres Wesens in ihnen und durc sie selbst er, ihrer Gattung zu erklären, kompliziert sich das [[Wesen]] ihrer [[Erkenntnis]] in den [[Lebensverhältnissen]] der Menschen, worin sie [[isoliert]] [[Einzeln]] zwischen sich und anderen [[existieren]]. In ihrem [[Dazwischensein]] können sie nur [[abstrakt allgemein]] miiteilen und [[vermitteln]] und sollen sich darin dennoch ihrer selbst [[bewusst sein]]. Die Wahrheit eines solchen [[Selbstbewusstseins]] verlangt nach einem [[allgemeinen]], nach einem [[gesellschaftlichen]] [[V]] der [[Erkenntnis]], das über die vereinzelten [[Wahrnehmungen]] hinaus sich auch deren [[abwesenden]] [[Substanzen]] gewiss werden kann. Im Besonderen lässt sich ihre Einzelheit in der Einheit ihrer [[allgemeinen]], ihrer [[abstrakt menschlichen Sinnlichkeit]] auch so [[allgemein]] begreifen, wie sie im [[Allgemeinen]] auch durch das [[Begreifen]] ihrer [[wirklichen]] [[Lebensverhältnisse]] als vereinzelte Sinnlichkeit erkannt werden kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[bürgerliche Gesellschaft]] war die erste [[Gesellschaft]], in der sich die Menschen durch die Modernisierung (siehe [[Moderne]]) ihrer [[Produktionsmittel]] freiwillig isoliert hatten (Marx). Über ihre [[Veräußerungen]] durch moderne [[Technologien]] konnten sie zwar die [[persönlichen]] Bindungen des [[Feudalismus]] überwinden. vereinsamten aber in der [[Vergesellschaftung]] ihrer [[wirklichen]] [[Beziehungen]] durch den [[Warentausch]], durch die [[Gesellschaftlichkeit]] abstrakt bestimmter, also [[entäußerter]] [[Lebensäußerungen]] der [[burgherrlichen]] [[Lebensverhältnisse]]. Ihr gesellschaftlicher Zusammenhang existiert darin eben nur gebrochen in der [[Form]] ihrer Erzeugnisse, einer ungeheueren Warensammlung, in der ihr [[Reichtum]] existiert. Sie kann durch die [[Teilung der Arbeit]] und dem [[Dasein]] der Produkte nur in der [[Form]] unzähliger [[Trennungen]] existieren. Da[[Ganze]] der Getrenntheiten in ihren [[Verhältnissen]] kann daher als solches nur [[wahr]] sein, wenn das [[Einzelne]] darin wenigstens als [[abstrakten]] [[Beziehung]] auf das Ganze bewahrt ist. Und das Einzelne kann im [[Ganzen]] nur [[wahr]] sein, weil es seiner selbst nur im [[Ganzen]] [[wirklich]] ist. Und es ist sich durch seine [[Wirkungen]] im Ganzen gewahr, weil es durch seine [[Einzelheit]] das [[Ganze]] bildet und sich daher auch nur als Einzelnes im [[Ganzen]] erkennen kann - weil es darin eben sich selbst in seiner [[Allgemeinheit]] [[wahrhat]] die aus ihm begründet ist. Denn dies geht ihr [[geschichtlich]] voraus, bevor es allgemein (siehe auch [[Begriff]]) existieren, [[gesellschaftlich]] [[wesentlich]] werden kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Allerdings bewegt sich in der [[Religion]] noch das Allgemeine als [[abstrakter]] Mensch vom Himmel herunter und steigt auch dahin wieder auf. Aber der [[Übermensch]] umarmt den [[wirklichen]] Menschen um seine [[Isolation]] zu beherschen, seine Spaltung (siehe auch [[Teilung]]) zu [[totalisieren]] und sie ihm als allgemeine [[Notwendigkeit]] des [[Lebens]] mitzutilen, Der [[abstrakt allgemein]]e Mensch herrscht durch den [[Tod]] und verachtet den Menschen und seine [[Wirklichkeit]], weil sie die [[Notwendigkeit]] seiner wirklichen [[Wesensnot]] ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Erkenntnis]] kann nur entstehen, wo die Frage nach ihrer [[Wahrheit]] schon in ihrer [[Wahrnehmung]] aufgelöst, wo also [[Täuschung]] ausgeschlossen ist. Aber [[Täuschung]] erscheint heute allmächtig, weil die [[Medien]] und [[Methoden]] der [[Wissenschaften]] selbst schon ihre [[Wahrnehmung]] von vorn herein relativieren, sie wie Produkte einer bloßen [[Gegebenheit]] (siehe hierzu [[Positivismus]]) oder einer Lebenskonstruktion begriffen wissen wollen (siehe hierzu [[Konstruktivismus]]), und sei diese auch nur [[strukturell]] vorauszusetzen (siehe [[Strukturalismus]]). Was durch &#039;&#039;täuschend echte&#039;&#039; Imagination mit den [[Algorithmen]] der &#039;&#039;technischen Intelligenz&#039;&#039; gemacht werden kann, lässt sich leicht [[kulturpolitisch]] normativ verwenden und praktisch jede [[Persönlichkeit]] herstellen oder verfälschen. Wer [[Erkenntnisse]] nur [[persönlich]] machen kann, wird sich jenseits aller [[gegenständliche]] [[Beziehung]] in [[zwischenmenschlichen Verhältnissen]] und den Konflikten ihrer [[Selbstwahrnehmungen]] und ihrem [[selbstgerechten]] [[Moralismus]] (siehe [[Spießertum]]) aufreiben müssen - um darin vielleicht eine &#039;&#039;wahre Persönlichkeit&#039;&#039; mit einer durch ihren [[Selbstwert]] [[abgetöteten Wahrnehmung]] zu werden (siehe [[Selbstveredelung]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vor aller [[Erkenntnis]] muss daher schon ein [[Sinn]] für Wahrheit durch die Auflösung von [[Enttäuschungen]] [[entwickelt]] sein, wie er in einer Gesellschaft [[beliebig]] [[austauschbarer]] [[Beziehungen]] zwangsläufig nötig ist. Um die [[Wahrnehmung]] als Zeugnis des [[Lebens]] zu [[begreifen]] musss ihre [[elementare]] [[Beziehung]] zu ihrem [[Gegenstand]], ihre [[Empfindung]] im [[Verhältnis]] zu ihren [[Gefühlen]] bewahrt und [[sinnlich]] bewährt sein und bedarf von daher auch der [[Analyse]] einer dem entsprechend [[politischen Ästhetik]], eines [[Kults]] der [[Selbstwahrnehmung]] in einer [[Gesellschaft]] der [[Selbstgefühle]], in der die [[Ideale]] über jede [[Wirklichkeit]] herrschen (siehe hierzu auch [[abstrakt menschliche Gesellschaft]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zwischen den [[Ideen]] und ihrer [[Wirklichkeit]] herrschen [[Ideologien]], die nicht [[wirklich]] wahr sein könen, weil sie keinen [[Sinn]] durch sich selbst haben und finden, nichts wirklich [[empfinden]] können, weil sie Sinn an sich gegen Sinn für sich, weil sie [[widersinnig]] sind, ihren Sinn aus sich selbst folgern und zugleich sich hierdurch begründen. Wahrheit ist die Auflösung von [[Widersinnigkeiten]] ihrer [[Selbstgerechtigkeit]] (siehe auch [[Moral]]) durch die [[analytische]] Aufklärung und [[Erklärung]] einer tautologischen [[Beziehung]] (siehe [[Selbstbeziehung]]) von [[Grund]] und [[Folge]], die in eine unendlichen Beziehung geraten ist. Darin gelten sich [[Ursache]] und [[Wirkung]] substanziell gleich, sind in ihrer [[Gleichgültigkeit]] [[ausschließlich]] an einander und durch einander identifiziert und daher wesentlich ununterscheidbar geworden (siehe hierzu auch [[Positivismus]]), in ihrer [[Anwesenheit]] zugleich [[abwesend]]. So besteht der Sinn ihrer [[Geschichte]] nur aus bloßen [[Tatsachen]], die sich durch ihre Folgerungen im [[Verhalten]] ihrer [[Verhältnisse]] begründen und antreiben, sich nurmehr im [[Trieb]] ihrer [[Gewohnheiten]] als Produzenten und Produkte ihrer [[Scheinwelt]] bestimmen und wiederfinden, sich in dem [[erkennen]], worin sie sich schon vor aller [[Erfahrung]] [[kennen]] (siehe auch [[Gedankenabstraktion]], [[Realabstraktion]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Wahrheit gibt es keinen Anfang und kein Ende der [[Erkenntnis]] - sie selbst macht [[Geschichte]] und ist nur durch sie (siehe hierzu [[Historischer Materialismus]]). Bevor ein [[Einzelnes]] sich [[kennt]], war es schon in [[allem gemein]] von dem, was ist (siehe [[Sein]]). Im [[Glauben]] an ihre [[persönliche]] [[Selbstverwirklichung]] verwirklichen [[Ideologien]] aber nur den [[Widersinn]] einer [[Selbsttäuschiung]] über ihre persönliche [[Identität]], eine [[Täuschung]], die nicht [[enttäuscht]] sein will und daher in den [[Absichten]] einer ihnen [[fremden]] und daher [[verkehrten]] [[Wahrnehmungsidentität]], aus der [[Verkehrung]] ihrer Bewahrheitung gegen das, was sie [[wahrhat]] zu sich kommt (siehe auch [[hermeneutischer Zirkel]]). Die Umkehr solcher [[Wahrnehmung]] kann zunächst nur durch konsistente, also widerspruchsfreie Darstellung ihrer [[Verhältnisse]] bewahrheitet werden, aus der auch der [[Grund]] ihrer [[Selbsttäuschung]] erklärlich wird. Hierdurch wird auch deren [[Absicht]] aus der [[Reduktion]] ihres [[Wesens]] auf die [[Erscheinungen]] aus den [[Tatsachen]] ihres [[Daseins]] deutlich, als Rückbeziehung, als re-ligio auf die Kreisläufe in deren [[Abstraktionen]] bezogen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;Die Religion ist die allgemeine Theorie dieser Welt, ihr enzyklopädisches Kompendium, ihre Logik in populärer Form, ihr spiritualistischer Point-d&#039;honneur [Ehrenpunkt], ihr Enthusiasmus, ihre moralische Sanktion, ihre feierliche Ergänzung, ihr allgemeiner Trost- und Rechtfertigungsgrund. Sie ist die phantastische Verwirklichung des menschlichen Wesens, weil das menschliche Wesen keine wahre Wirklichkeit besitzt. Der Kampf gegen die Religion ist also mittelbar der Kampf gegen jene Welt, deren geistiges Aroma die Religion ist. “ [[(MEW 1, S. 378f)]]&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der [[widersinn]] der [[Religionen]] erklärt sich aus dem [[Verhalten]] eines [[abstrakt Allgemeinen]] (siehe hierzu [[Dialektik]]) das aus den [[Reduktionen]] ihrer [[Natur]] gegen die [[einzelnen]] Gründe die [[Formen]] und [[Formbestimmungen]]ihrer [[Wirklichkeit]] ersichtlich wird (siehe hierzu auch [[Fetischismus]]) und immer zweideutig bleibt. Denn was nicht eindeutig wird, bleibt ungewiss, im Grunde [[abergläubisch]]. Es kann durch sich selbst nicht einfach wahr sein, ist nur zwischen Unterschiedenem identisch (siehe auch [[Dazwischensein]]), aber ohne Wahrheit und also nur [[zweifelhaft]] da. Es existiert im [[Dasein]] eines [[Widerspruchs]], der seine [[Gründe]] und [[Folgerungen]] durch seine in sich schon identifizierten Entgegensetzungen im Kreis dreht, tautologisch ist. In ihrer Beziehung aufeinander müssen sie sich gleichbleiben und also von sich absehen. Darin [[verallgemeinert]] sich beides in einem [[abstrakt Allgemeinem]], in einer Identität der [[Wahrnehmung]] (siehe [[Wahrnehmungsidentität]]), einer [[Allgemeinheit]], die eine nur [[abstrakte]] [[Substanz]] bewahren und bewähren kann (siehe [[Dialektik]]). Und diese lässt sich auch nur [[abstrakt]] [[entwickeln]], wird geschichtslos und dreht sich im Kreis einer [[schlechten Unendlichkeit]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;Die Aufhebung der Religion als des illusorischen Glücks des Volkes ist die Forderung seines wirklichen Glücks. Die Forderung, die Illusionen über seinen Zustand aufzugeben, ist die Forderung, einen Zustand aufzugeben, der der Illusionen bedarf. Die Kritik der Religion ist also im Keim die Kritik des Jammerthales, dessen Heiligenschein die Religion ist.“ [[(MEW 1, S. 379)]]&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[Geschichte]] der Menschen kann sich nur durch die [[Substanz]] ihres [[Lebens]] als das bewahrheiten, wodurch sie ihr [[Leben]] erzeugen und bezeugen, wodurch sie mit sich in den Mitteln für ihre Zwecke einig sind sich hierdurch als Mensch in ihrer [[gesellschaftlichen]] [[Allgemeinheit]] bewähren. Wahr ist, was darin seinen Inhalt zweifelsfrei formuliert, worin also [[Form]] und [[Inhalt]] ihres [[gegenständlichen]] [[Daseins]] sich nicht [[widersprechen]], die [[Teile]] in ihrem ganzen Zusammenhang sich in der [[Geschichte]] sowohl in ihrer [[Anwesenheit]] als das bewähren, was sie auch bei ihrer [[Abwesenheit]] für die Menschen sind und daher in ihrer [[einzelnen]] [[Wirklichkeit]] auch als das für [[wahr genommen]] werden kann, was sie in ihrer [[Wirkung]] im [[Allgemeinen]] sind. Über das, was der [[Wahrnehmung]] der Menschen ohne [[Not]] als das [[zufällt]], was sie auch [[wahrhaben]], muss man nichts entscheiden. Nur wo es austauschbar und für die Menschen [[gleichgültig]] wird herrscht eine [[Täuschung]] in einer [[Scheinwelt]] vor, deren Unnatur [[enttäuscht]] werden muss, um sich darin nicht sich selbst zu vertauschen, um nicht seine [[Wahrnehmung abzutöten]]. Und hieraus bedingt muss man mehr wissen, was daran [[verkehrt]] ist, was also als das nicht so ist wie es von [[Natur]] aus ist (siehe [[Sosein]]). Und Wahrheit ist dann auch nur zu [[erkennen]], wo ihre Erschließung als [[Schlussfolgerung]] aus ihrem [[Dasein]] [[notwendig]] ist (siehe hierzu auch [[Logik]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Erst im [[Zweifel]], ob es auch [[wesentlich]] das ist, was es in seiner [[Wirklichkeit]] [[objektiv sein soll]], ob es als das erscheint, was es [[wesentlich]] ist, entsteht die Frage nach seiner [[Wahrheit]], also über das, was daran [[wirklich]] wahr ist. Aus ihrer Beantwortung resultiert das [[Urteil]] über das, was richtig oder [[falsch]] ist an ihm ist, was entweder offensichtlich und unbestreitbar [[da ist]] oder was ihm [[wesentlich]] zugrunde liegt und durch die [[Schlussfolgerung]] aus einer [[dialektischen]] [[Analyse]] erst zu [[beweisen]] ist. Es ist darin dann etwas Essenzielles zu formulieren, eine [[Substanz]], die ganz [[allgemein]] genommen in jedem einzelnen Moment sich als etwas [[verstehen]] lässt, das sich letztlich durchsetzt, etwas, das hinter dem steht, was in seiner Äußerung immer wieder als deren inneres [[Wesen]] durchscheint - was sich aber im Besonderen nicht [[unmittelbar]] [[erkennen]] lässt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Menschen unterscheiden sich nicht nur durch ihre Herkunft, [[Klasse]], Alter oder Geschlecht, sondern auch in dem, was für sie als wahr gilt, was sie zwischen [[Wahrheit]] und [[Täuschung]] unterscheiden. Immerhin entsteht durch alles, was ihre [[Wahrnehmung]] mit sich identisch werden lässt die entscheidende [[Substanz]] der [[Sinnbildung]] und des darauf gründenden Urteilskraft, den [[Verstandes]], der Urteilskraft des [[Gefühls]] in einer Welt, in der die [[unmittelbare]] [[Gewissheit]], die wahre [[Selbstgewissheit]] des [[Lebens]] unentwegt gebrochen wird. Die Empathie hierfür wird daher in einem wie [[selbstverständlich]] scheinenden [[Dasein]] (siehe auch [[Scheinwelt]]) zersetzt, welches die [[Empfindungen]] der Menschen nur [[abstrakt]] zusammenführt (siehe auch [[abstrakt menschlicher Sinn]]) und sie durch den [[Glauben]] an ihre [[Ewigkeit]] ersetzt. Darin wird es unmöglich ihnen dessen wahre Zusammenhänge zu eröffnen, die ihre [[Seelen]] aus den dumpfen Ahnungen ihrer naturgetrübten Gedankenwelt heraustreibt und zu einem menschlichen [[Bewusstsein]] [[emanzipiert]]. Denn nur dieses kann die gesellschaftliche Voraussetzung und der [[Inhalt]] eines menschliche [[Selbstbewusstseins]] sein. Und von da her hat dies strenge Folgen für jegliche &#039;&#039;Informationsverarbeitung&#039;&#039; in allen Lebensbereichen, den [[persönlichen]], [[zwischenmenschlichen]] und [[politischen]] überhaupt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Alles, was ihre lebendige [[wahrnehmung (siehe auchtote Wahrnehmung) ausmacht, ist dieWahrheitihrerWahrnehmungfür sich, das für wahr nehmen ihresLebensund seinerGründein dieser Welt in ihrerGeschichteundGegenwart. Was für die einen einGlaubean das Glück auf Erden oder an einenGottder Schöpfung oder an das Vaterland ihresHeilsist, mag für die anderen einGlaubean die &#039;&#039;FreiheitderWissenschaft&#039;&#039;, an dieVernunfteines Weltgeistes oder an die Botschaften des Internets, der Werbung, den Weltuntergang usw. sein. Letztlich bestehen ihreErkenntnissedaraus, was sich ihnen alsWahrheitfür ihrLebeneröffnet hat, was für sie sich über dessen verschiedene Momente als das bewahrt hat, was für sie gültig geworden ist, was Geltung in ihrem Lebensbereich bekommen hat, die soallgemeinwie aucheinzelnstimmig ist und sich über ihreStimmungenhinweg erheben kann. Eine Wahrnehmungsidentität ist von da her dieWahrheiteinerWahrnehmung, wie sie sich im Lebenszusammenhang der Menschen bewährt und bewahrt und sich darin durch dieUmständeihrer gesellschaftlichen oderzwischenmenschlichen Beziehungenerschlossen hat oder auch verschlossen bleibt. Es ist, was sich alsGanzesauch in einer gebrochenenWahrnehmungerwiesen hat, auch für das gilt, das nicht wahrnehmbar ist.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von daher geht es dann um die Wahrheit eines [[Urteils]] über ein [[Wesen]], das [[falsch]] verstanden sein kann, wenn es nur als [[Wahrnehmung]] hiervon [[verallgemeiNert]] wird und hierdurch als ein eigenes Wesen begriffen wird, dem andere durch ihre allgemeinen Formbeziehungen, den [[Formbestimmungen]] ihrer [[Strukturen]] zu Folge sind (siehe [[Strukturalismus]]) oder die in der [[isolierten]] [[Einzelheit]] ihres [[Daseins]] ihre Wahrheit zufällig und positiv begründen will (siehe auh [[Positivismus]]). Wenn aber hierüber nachgedacht wird, kann dies alles nur wahr sein, wenn es sich in den Zusammenhängen [[erklärt]], worin es [[erscheint]] und sich [[ausdrückt]] und durch seine Selbstbeschränktheit zum Fetisch der Wahrnehmung, zu einer in sich [[verkehrten]] [[Wahrnehmungsidentät]] wird. Es ist also anders als das, wofür und für wen es in [[Wirklichkeit]] unmittelbar da ist. So erweist sich, dass es anders ist (siehe [[Anderssein]]) als das, wie es in seiner bloßen [[Anwesenheit]] zu sein scheint, weil es in dem [[abwesend]] ist was seine [[Qualität]] ausmacht, die also [[unmittelbar]] nicht [[existiert]], in ihrer [[Existenz]] über sich selbst [[hinwegtäuscht]], weil darin etwas vertauscht erscheint, in seinem [[Dasein]] [[verkehrt]] da ist. Es kann also nicht [[wirklich]] [[sein]], was es [[objektiv sein soll]], was es [[sein]], was es [[sein]]wesentlich ist, aber in Wahrheit nicht als dieses da sein kann, weil es durch seine [[sein]]Wesensnotbestimmt ist. Zwischen seinem [[Wesen]] und seiner [[Erscheinung]] steht eine Vermittlung, die in der Form seiner Existenz eine [[Formbestimmung]] mitteilt, wodurch so nicht sein kann, wie es zu sein scheint, das eine [[substanzielle]] Wahrheit formuliert, die so wie sie ist (sie [[Sosein]]), [[unmittelbar]] nur [[Eindruck]] macht, nicht [[wirklich]] wahr sein kann und die zugleich in dem, was sie zu sein [[scheint]], auch ganz anders ist, so dass das in seiner [[Vermittlung]], seinem [[wirklichen]] Zusammenhang erst [[analysiert]] werden muss, bevor seine [[wirkliche]] Wahrheit [[erkannt]] ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wahrheit ist das [[Ganze]] einer Stimmigkeit, die Übereinstimmung dassen was dessen Zusammenhang ist mit dem was es sein soll. [[Widersinniges]] kann nicht wahr sein. Was letztlich keinen eindeutigen [[Sinn]] finden kann, ihn nicht empfindet, ist zweifelhaft (siehe [[Zweifel]]), kann durch sich selbst nicht einfach wahr sein, weil es keinen [[wrklichen]] [[Sinn]] für das Einfache, keine [[Identität]] (siehe hierzu auch [[Wahrnehmungsidentität]]) im allem gemeinen [[Sinn]] für das [[Einzelne]] hat. Es kann in den unterschiedlichen Sinnhaftgkeiten im [[Allgemeinen]] nur in dem [[identisch]] sein, was zwischen dem Einen und dem Anderen (siehe [[Dazwischensein]]) nur relativ, was also weder das Eine noch das Andere wirklich ist und ist daher [[nur widersinnig]] [[exstent]], also ohne Wahrheit [[da]](siehe z.B. die [[Preise]] der [[Waren]] im [[Warentausch]] als [[Relationen]] der [[Tauschwerte]] im Unterschied zum [[Wert]] einer [[Sache]], zum [[Wesen]] ihrer [[Natur]]). Die Unterschiede der [[Einzelheiten]] existieren im [[Allgemeinen]] nur im [[Dasein]] eines [[Widerspruchs]] (siehe [[Wertform]][[)]] durch ein gemeinsames Drittes ([[abstrakte Arbeit]]) und haben in dessen [[Allgemeinform]] eine nur [[abstrakte]] [[Substanz]] (siehe [[Dialektik]]), sind somit letztlich nur als bloße [[Tatsachen]] wahr. In deren Einfältigkeit existiert das [[Einzelne]] [[getrennt]], [[isoliert]] von seinem Zusammenhang, [[wesentlich]] nur durch sich selbst als Natur für sich, abstrakte Natur, als [[Formbestimmung]] seiner [[Geschichte]]. Es kann sich daher nicht durch sine [[Inhalte]] [[entwickeln]], dreht sich im Kreis einer [[schlechten Unendlichkeit]], wird geschichtslos indem er seine Existenzformen gegen ihre [[Inhalte]] [[verkehrt]], sich von seinem [[Wesen]] [[entfremdet]] (siehe z.B. [[Fetischismus]]), weil er darin seine eigenen [[Äußerungen]] in ihrer wirklichen [[Gegenstandlichkeit]] nicht gesellschaftlich bewahrheiten und also auch nicht als eine [[Entäußerung]] seines praktischen Lebens [[erkennen]] kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;Das gesellschaftliche Leben ist wesentlich praktisch . Alle Mysterien, welche die Theorie zum Mystizismus verleiten, finden ihre rationelle Lösung in der menschlichen Praxis und im Begreifen dieser Praxis. ([[MEW Bd.3, S. 533]]).&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[Geschichte]] der Menschen kann sich nur durch die [[praktische]], die [[wirkliche]] [[Substanz]] ihres [[Lebens]] als das bewahrheiten, wodurch sie ihr [[Leben]] erzeugen und bezeugen, wodurch sie mit sich in den Mitteln für ihre Zwecke einig sind sich hierdurch als einzelne Mensch in ihrer [[gesellschaftlichen]] [[Allgemeinheit]] bewähren. Wahr ist, was darin seinen [[Inhalt]] zweifelsfrei formuliert, worin also [[Form]] und [[Inhalt]] ihres [[gegenständlichen]] [[Daseins]] sich nicht [[widersprechen]], die [[Teile]] in ihrem ganzen Zusammenhang sich in der [[Geschichte]] sowohl in ihrer [[Anwesenheit]] als das bewähren, was sie auch bei ihrer [[Abwesenheit]] für die Menschen sind und daher in ihrer [[einzelnen]] [[Wirklichkeit]] auch als das für [[wahr genommen]] werden kann, was sie in ihrer [[Wirkung]] im [[Allgemeinen]] sind. Über das, was der [[Wahrnehmung]] der Menschen ohne [[Not]] als das [[zufällt]], was sie auch [[wahrhaben]], muss man nichts entscheiden. Nur wo es austauschbar und für die Menschen [[gleichgültig]] wird herrscht eine [[Täuschung]] in einer [[Scheinwelt]] vor, deren Unnatur [[enttäuscht]] werden muss, um sich darin nicht sich selbst zu vertauschen, um nicht seine [[Wahrnehmung abzutöten]]. Und hieraus bedingt muss man mehr wissen, was daran [[verkehrt]] ist, was also als das nicht so ist wie es von [[Natur]] aus ist (siehe [[Sosein]]). Und Wahrheit ist dann auch nur zu [[erkennen]], wo ihre Erschließung als [[Schlussfolgerung]] aus ihrem [[Dasein]] [[notwendig]] ist (siehe hierzu auch [[Logik]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Erst im [[Zweifel]], ob es auch [[wesentlich]] das ist, was es in seiner [[Wirklichkeit]] sein soll, ob es als das erscheint, was es [[wesentlich]] ist, entsteht die Frage nach seiner [[Wahrheit]], also über das, was daran [[wirklich]] wahr ist. Aus ihrer Beantwortung resultiert das [[Urteil]] über das, was richtig oder [[falsch]] ist an ihm ist, was entweder offensichtlich und unbestreitbar [[da ist]] oder was ihm [[wesentlich]] zugrunde liegt und durch die [[Schlussfolgerung]] aus einer [[dialektischen]] [[Analyse]] erst zu [[beweisen]] ist. Es ist darin dann etwas Essenzielles zu formulieren, eine [[Substanz]], die ganz [[allgemein]] genommen in jedem einzelnen Moment sich als etwas [[verstehen]] lässt, das sich letztlich durchsetzt, etwas, das hinter dem steht, was in seiner Äußerung immer wieder als deren inneres [[Wesen]] durchscheint - was sich aber im Besonderen nicht [[unmittelbar]] [[erkennen]] lässt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von daher geht es dann um die Wahrheit eines [[Urteils]] über ein [[Wesen]], das [[falsch]] verstanden sein kann, wenn es nur als [[Wahrnehmung]] hiervon [[verallgemeiert]] wird und hierdurch als ein eigenes Wesen begrifen wird, dem andere durch ihre allgemeinen Formbeziehungen zu Folge sind (siehe [[Strukturalismus]]) oder das auch in der isolierten Einzelheit seines Daseins seine Wahrheit zufällig und positiv begründen kann (siehe auh [[Positivismus]]). Wenn aber hierüber nachgedacht wird, kann es nur wahr sein, wenn es sich in den Zusammenhängen [[erklärt]], worin es [[erscheint]] und sich [[ausdrückt]]. Es ist also anders als das, wofür und für wen es in [[Wirklichkeit]] unmittelbar da ist. Es ist dann etwas andere als das, wie es darin zu sein scheint, in dem abwesend ist was eine [[Qualität]] ausmacht, die als diese aber nicht [[unmittelbar]] [[existiert]], in ihrer [[Existenz]] über sich selbst [[hinwegtäuscht]], weil darin etwas vertauscht erscheint, in seinem [[Dasein]] [[verkehrt]] da ist, das also nicht [[wirklich]] [[sein]] kann, was es [[sein]] soll, was es wesentlich, aber in Wahrheit nicht als dieses da ist. Zwischen seinem [[Wesen]] und seiner [[Erscheinung]] steht eine Vermittlung, die in der Form seiner Existenz eine [[Formbestimmung]] mitteilt, wodurch so nicht sein kann, wie es zu sein scheint, das eine [[substanzielle]] Wahrheit formuliert, die so wie sie ist (sie [[Sosein]]), [[unmittelbar]] nur [[Eindruck]] macht, nicht [[wirklich]] wahr sein kann und die zugleich in dem, was sie zu sein [[scheint]], auch ganz anders ist, so dass das in seiner [[Vermittlung]], seinem [[wirklichen]] Zusammenhang erst [[analysiert]] werden muss, bevor seine [[wirkliche]] Wahrheit [[erkannt]] ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was wahr ist, muss nicht [[wirklich]] sein und was [[wirklich]] ist, muss nicht wahr sein. Aber [[Wirklichkeit]] kann nicht [[unmittelbar]] wahr und [[unmittelbar]] unwahr sein. Sie kann aber zugleich eine [[Unwirklichkeit]] enthalten, sich selbst [[entwirklicht]] haben. Darin ist sie wahr und unwahr zugleich, weil sie zweierlei in einem, also Vertauschtes als Identisches, weil sie also [[Täuschung]] ist. Die Fragen, die aus [[Wahrnehmung]] hervorgehen, sind daher immer Wahrheitsfragen. Ihr [[Zweifel]] formuliert sich als Feststellung: &#039;&#039;Das kann nicht wahr sein!&#039;&#039;. Und er befähigt die Frage, was denn wesentlich wahr und was denn bloße Erscheinung ist. Diese Frage ist die Frage nach dem wahren [[Sein]] im [[Dasein]], nach dem Dritten seiner Wahrheit, denn jede Wahrnehmung setzt die [[körperliche]] oder [[geistige]] [[Gegenwart]] eines [[Gegenstands]] voraus, sein [[Dasein]] in [[Zeit]] und [[Raum]] als Verhältnis natürlicher Wesenskräfte so wie sie durch ihre [[Geschichte]] geworden auf der Welt sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wo Wahrnehmung nicht wahr sein kann, da [[reduziert]] sich ihr Gehalt für den Menschen - nicht einfach nur die Kognition, Sehen, Hören, Riechen usw., sondern das ganze menschliche Leben - auf das, was es nur zu sein scheint[[)]], ohne wesentlich wahr sein zu können. Das aber ist wirklich &#039;&#039;täuschen echt&#039;&#039;. Es ist nicht durch eine Verblendung der Wahrnehmung getäuscht (siehe [[Theodor W. Adorno]]) und auch nicht durch eine allgemeine eine &#039;&#039;Seinsvergessenheit&#039;&#039; der Menschen (siehe [[Martin Heidegger]]), sondern sein wirkliches Lebensverhältnis dort, wo den einzelnen Menschen ihr [[Leben]] auch [[wirklich]] wahr zu sein scheint, ohne dass es für sie im [[Allgemeinen]] auch [[wesentlich]] wahr sein kann, weil es sich von ihnen und sie von sich entzieht, sie [[enteignet]], sich ihnen [[entfremdet]]., wodurch sie sich in ihren [[wirklichen]] [[Lebensverhältnissen]] auch [[selbst fremd]] werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wahrheit ist nicht auf [[logische]] Sätze oder Aussagen zu [[reduzieren]], weil sie weit über die [[Sprache]] hinausgreift. Sie bestimmt sich rein [[praktisch]] mit der [[Aufhebung]] einer [[Täuschung]], aus dem [[Beweis]], dass etwas, was ist, nicht [[wirklich]] wahr sein kann. Und sie verfolgt dessen [[Sinn]] in der Befragung seines [[Daseins]], was darin unbedingt und also bedingungslos als wesentliches [[Sein]] zu [[erkennen]] ist, was also ein [[Wesen]] hat, auch wenn es [[abwesend]] ist, nicht als dieses [[erscheint]]. und so zum [[Gegenstand]] der [[Kritik]] wird (siehe auch [[Kritische Theorie]]). Darüber hinaus erübrigen sich alle Wahrheitsfragen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;Die Frage, ob dem menschlichen Denken gegenständliche Wahrheit zukomme – ist keine Frage der Theorie, sondern eine praktische Frage. In der Praxis muß der Mensch die Wahrheit, i. e. Wirklichkeit und Macht, Diesseitigkeit seines Denkens beweisen. Der Streit über die Wirklichkeit oder Nichtwirklichkeit des Denkens – das von der Praxis isoliert ist – ist eine rein scholastische Frage. [[(MEW 3, Seite 5)]]&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Allerdings kann auch die Beweisführung selbst trügerisch sein, wenn sie nicht das [[Ganze]] bedenkt, das hierbei wesentlich ist; denn ein [[Wesen]] kann nur ganzes Wesen sein, auch wenn es in vielen [[Teilen]] [[existiert]], in seiner [[Wirklichkeit]] zerteilt ist. Wahr kann also nur sein, was in seiner [[ganzen]] [[sinnlichen Gewissheit]] oder aus Rückschlüssen hieraus zweifelsfrei aufgeklärt ist - oft auch nur, bis wiederum ein [[Zweifel]] hieran entsteht, wenn der Beweis ihr im [[Ganzen]] [[fremd]] wird, also im [[Begrifff]] einer [[Entfremdung]] steht, deren [[Wesen]] noch nicht [[erkannt]] ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wahrheit als solche - eine [[ewige]] Wahrheit - gibt es nicht, weil sie keine [[Substanz]] jenseits dessen hat, was als wahr im [[Ganzen]] seiner [[Wirklichkeit]] [[begriffen]] ist (siehe auch [[Dialektik]]), was also sich [[subjektiv]] mit [[Objektivem]] auch in der Form seiner [[Entfremdung]] als [[Wesen]] in seiner [[Verkehrung]] erkennt (siehe auch [[notwendiger Schein]]), in seiner [[Gegenwärtigkeit]] sich durch seine [[Abstraktion]] im [[Allgemeinen]] (siehe [[abstrakt Allgemeines]]) auch verkehrt [[bewahrheiten]] kann (siehe auch [[Beweis]]). Was in der Vielfalt seiner [[Bestimmungen]] als eins, als etwas [[Ganzes]] auch in seiner [[Abwesenheit]] zu verstehen ist - auch wenn es als dieses nicht ins Auge fällt, nicht mit sich einig [[da sein]] kann - ist in seiner negativen Gegenwart als Teil eines Ganzen durch seinen Mangel an Gegenwart &#039;&#039;ex negativo&#039;&#039; zu entdecken. Wenn es in seiner [[Anwesenheit]] [[widersinnig]] ist, sich selbst schon [[widerspricht]], in sich gegensätzlich ist, lässt es sich als Wahrheit im [[Ganzen]] schlussfolgernd erweisen, wenn seine Gegensätze in Einheit da sind, sich widersinnig verhalten, und als Widerspruch aufgeklärt werden, so dass man sich hierüber nicht mehr hinwegtäuschen kann. Im [[Widerspruch]] ist der Mangel als [[Negation]] selbst schon wesentlich, weil er im Grunde zur [[Nichtung]] führt, wenn er nicht [[aufgehoben]] wird (siehe auch [[Dialektik]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wahrheit hat daher auch die [[Eigenschaft]] der Wirksamkeit einer [[Kritik]] von [[Widersinnigkeiten]] - die [[Eigenschaft]] einer Aussage, einer [[Wahrnehmung]] oder einer Begrifflichkeit und anderem, die eine [[Täuschung]] entdeckt und ihre vertauschte [[Substanz]] aufdeckt. Dies steht grundsätzlich im Gegensatz zum [[Konstruktivismus]], der sich der [[Täuschung]] allein durch [[Selbstbehauptung]] (siehe auch [[Selbstwahrnehmung]]) zu entziehen sucht und von daher jede objektiv begründete Kritik - vor allem auch der Kritik einer [[ästhetischen]] Kultur - von sich abweist und ausschließt. Kritiklos wird somit in der [[Täuschung]] Unterschiedenes verschmolzen und also austauschbar, [[Gleichgültigkeit]] erzeugt, der [[Sinn]] von [[Erkenntnis]] aufgehoben, [[Geist]]losigkeit durch [[Widersinnigkeit]] produziert und jedwede subjektive [[Substanz]] der [[Erkenntnis]] geleugnet&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Wahrheit aber wird ihre [[Identität]] wie ihr Unterschied in ihrem [[Begriff]] bewusst. Denn Wahrheit ist nichts Übersinnliches. Sie ist dem [[Bewusstsein]] notwendig, weil sie in Ihrer [[Wirklichkeit]] erkannt und substanziell begriffen sein muss, um bewusst zu werden und dem entsprechend handeln zu können (siehe [[Begriffssubstanz]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Solches [[Begreifen]] setzt voraus, dass etwas auch bezweifelbar ist, der Zwiespalt ihm also vorausgeht, weshalb nur ein [[Beweis]] den [[Zweifel]] auflösen kann, ihn also gedanklich schon im Begriff aufhebt, seine Wahrheit als Wirklichkeit zu formulieren versteht. Wahrheit setzt daher schon [[Erkenntnis]] voraus, die in der Lage ist, zwiespältig zu sein, setzt also die [[Fähigkeit]] voraus, einen [[Unsinn]] zu erahnen, durch den man zu [[täuschen]] wäre, weil und wo er sich nicht erklären lässt, also etwas anderes [[sein]] muss, als was es [[erscheint]]. - Oder weil man sich hie und da auch mal gerne über das hinwegtäuscht, was man [[wahrhat]], weil der Augenschein [[reiz]]voller ist als der Zweifel hierüber. Aber eine wirksame [[Kritik]] der [[Wirklichkeit]] setzt die Wahrheit ihres [[Begriffs]] voraus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wahrheit oder [[Täuschung]] machen den Unterschied der [[Wahrnehmung]], also das, was sie in die Lage versetzt, durch das Auseinandersetzen ihrer [[Empfindungen]] und [[Gefühle]] durch deren Bedenken zu einer [[Erkenntnis]] zu reifen, sich seiner [[gewiss]] zu werden in dem, was erwiesen werden kann, [[Identität]] im [[Wissen]] zu finden - oder sich im [[Ungewissen]] zu verlieren, sich im Kreis zu drehen, schwindelig oder sogar bewusstlos zu werden (siehe hierzu auch [[Bewusstsein]]). Diese [[Identität]] besteht aus der [[Fähigkeit]], das zu [[denken]], was in dem für wahr genommen wird, was [[wahrgehabt]] ist. Von daher wird ihre [[Erkenntnis]] erst in dem wahr, was daraus zu begreifen ist, was es also besagt. Wahr oder unwahr kann daher letzlich nur der [[Begriff]] dessen sein, was etwas bedeutet. Dieses hebt sich aus der [[Wahrnehmung]] in [[Sprache]] auf, welche die [[Verhältnisse]] und [[Beziehungen]] richtig oder [[falsch]] für wahr nimmt, sie in ihren [[Bedeutungen]] oder [[Gefühlen]] unzweifelhaft oder zweifelhaft darzustellen vermag (siehe [[Zweifel]]) und hierdurch zu einem [[kritischen]] oder unkritischen [[Bewusstsein]] wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Aussage kann über den Zusammenhang von [[Beziehungen]] [[hinwegtäuschen]], wenn sie deren [[Inhalte]] mit ihren [[Formen]] vertauscht, ihren Sinnzusammmenhang in sein Gegenteil [[verkehrt]] oder einen [[Teil]] für etwas [[Ganzes]] erklärt und sich damit im [[Widerspruch]] hierzu [[verallgemeinert]] (siehe hierzu auch [[Dialektik]]). Sie verhindert dann das Begreifen wirklicher Zusammenhänge, indem sie deren [[Beziehungen]] [[isoliert]], ihre [[Wirkungen]] durch sich selbst [[verursacht]] erklärt und damit in in ihrer [[Selbstbezüglichkeit]] zu einer &#039;&#039;täuschend echten&#039;&#039; [[Allgemeinheit]] [[aufhebt]], ihnen einen falschen [[Grund]] zuweist, der keine Schlussfolgerungen mehr zulässt, die ihre [[Erkenntnis]] im [[Ganzen]] ihrer [[Wirklichkeit]] erhellen könnten (siehe hierzu auch [[Ideologie]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch eine solche Begrifflichkeit wird die [[Form]] solcher Beziehungen mit dem [[Inhalt]] ihrer [[Verhältnisse]] [[vertauscht]], weil damit etwas [[Ganzes]] durch sich selbst begriffen sein will (siehe auch [[Positivismus]]). Im [[Begriff]] einer solchen Totalisierung [[erscheinen]] diese dann als etwas ganz anders, als was sie [[wesentlich]] sind (siehe [[hermeneutischer Zirkel]]). Die [[widersinnige]] [[Vernittlung]] ihrer [[Beziehungen]] betreibt dann schon in ihrer Erklärung durch ihre [[Verallgemeinerung]] die [[Verkehrung]] von [[Mittel]] und [[Zweck]] der [[Verhältnisse]] und hebt die Konsistenz ihrer [[Substanz]], ihren wesentlichen Zusammenhang auf. Sie [[verfälscht]] damit ihren [[Begriff]] durch ein Vorurteil (siehe auch [[Gedankenabstraktion]]), wodurch dessen [[Moral]] sich gegen die [[Erkenntnis]] seiner wirklichen Bezogenheiten behauptet die ihre bloße [[Selbstgerechtigkeit]] bestärkt. Wo dies zugleich den wirklichen [[Verhältnissen]] entspricht (siehe auch [[Realabstraktion)]], wird deren [[Täuschung]] verdoppelt, ihre [[Kritik]] verunmöglicht, das [[Bewusstsein]] stumpf, tumb, dumm. Es müsste sich zuerst mit den [[Schmerzen]] seiner Fehlbeurteilungen durch seine eigenen [[Selbstbezogehheiten]] (siehe auch [[Psyche]]), mit seinem [[Erlkenntnisvermögen]] befassen (siehe auch [[Erkennnistheorie]]), bevor es seine [[gegenständliche]] [[Wirklichkeit]] erkennen kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wahrheit ist daher nicht der Lüge entgegengesetzt, denn Lüge weiß schon ihre Unwahrheit zu formulieren. Wahrheit wendet sich gegen [[Täuschung]] in einer Welt, in welcher die Dinge auch vertauschbar und austauschbar sind, und daher als etwas [[erscheinen]] können, was sie nicht sind. In Wahrheit erscheint ihre Unterschiedenheit in einer ihnen selbst [[fremden]], in einer paradoxen Einheit, in ihrer [[Widersinnigkeit]]. Wo sich [[Zweifel]] hierüber einstellt, ist Wahrheit nötig, auch wenn sie nur zur [[Erkenntnis]] des [[Widerspruchs]] führt, der zweifeln lässt, der eine Inkonsistenz in der Einheit entdeckt, die wahr sein soll, aber nicht wahr sein kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von daher ist die [[Erkenntnis]] eines [[Widerspruchs]] die [[wirklich]] mögliche Wahrheit, über die nachzudenken ist. Und die Methode, ihre [[Logik]] zu ergründen ist die [[Dialektik]], weil sie die Einheit der [[Gegensätze]] als Form ihrer[[Entfremdung]] beschreibt, als ihre [[Entfremdung]] von sich, als eine [[verkehrte]] [[Einheit]] ergründet, die sie gleichgültig macht und ihre [[Gleichgültigkeit]] als [[Bestimmung]] ihrer [[Form]] nötig hat ([[Formbestimmung]]). Es ist die Form vertauschter [[Wesen]], die sich selbst in ihrer Vertauschung bewirken, Ursache und Wirkung zugleich sind, weil ihre Grundlage, ihr substanzieller Grund in ihrer Form verkehrt erscheint, als Verkehrung sich selbst befolgt, prozessierende [[Täuschung]] ihres [[abstrakt]] gewordenen Wesens ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jeder Widerspruch ist daher wesentlich ein Selbstwiderspruch, eine sich selbst [[nichtende]] Einheit (siehe [[Nichts]]), die ihre Negativität als [[Position]] bestärkt. Und wer täuschen will, der täuscht daher vor allem sich selbst, da er in seinem [[Leben]] sich selbst von dem trennt, was ihn wesentlich ausmacht, es von sich abscheidet und in der [[Trennung]] zugleich nötig hat. Er gerät in die an ihrer Unendlichkeit verzweifelnde [[Notwendigkeit]], sich in dem zu gewinnen, durch was er sich fortwährend verlieren muss. Wahrheit ist der Zusammenhang, der zerbricht, wo die [[Teile]] nicht mehr zusammen sein können, weil sie vertauscht werden müssen, um ihre [[Form]] zu finden, um [[Wirkung]] zu haben, um [[wirklich]] zu sein. Das Gebrochene hat Täuschung nötig, um sich zu erhalten und sich mit dem Vertauschen in seiner [[Wirklichkeit]] aufrecht zu halten, sich selbst als das auszuhalten, was es nicht ist, seine [[Form]] durch einen fremden [[Inhalt]] zu bestimmen (siehe [[Formbestimmung]]), um darin selbst - wenn auch [[verkehrt]] - [[wirklich]] zu sein. Aber indem sich darin deren [[Erkenntnis]] selbst substanziell ausscheidet, verliert sie ihre [[Substanz]], bescheidet sich mit dem Positiven, das seine [[Negation]] nur noch zu leugnen hat, um sich daran im Jenseits ihrer Wirklichkeit festzuhalten, sich [[allgemein]] durchzusetzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Spekulationen der absoluten Kritik zerstören von daher gerade das, was ihre Wahrheit zu erweisen hätte. Sie suchen sich nur selbst zu beweisen, indem sie die Welt wie ein Beispiel iher [[Logik]] abhandeln:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;Die Wahrheit ist für Herrn Bauer wie für Hegel ein Automaton, das sich selbst beweist. Der Mensch hat ihr zu folgen. Wie bei Hegel ist das Resultat der wirklichen Entwickelung nichts anderes als die bewiesene, d.h. zum Bewußtsein gebrachte Wahrheit. Die absolute Kritik kann daher mit dem borniertesten Theologen fragen: Wozu wäre die Geschichte, wenn es nicht ihre Aufgabe wäre, grade diese einfachsten aller Wahrheiten (wie die Bewegung der Erde um die Sonne) zu beweisen?&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;Wie nach den frühern Teleologen die Pflanzen da sind, um von den Tieren, die Tiere, um von den Menschen gegessen zu werden, so ist die Geschichte da, um zum Konsumtionsakt des theoretischen Essens, des Beweisens zu dienen. Der Mensch ist da, damit die Geschichte, und die Geschichte ist da, damit der Beweis der Wahrheiten da ist. In dieser kritisch trivialisierten Form wiederholt sich die spekulative Weisheit, daß der Mensch, daß die Geschichte da ist, damit die Wahrheit zum Selbstbewußtsein komme. ...&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;Die absolute Kritik spricht von Wahrheiten, die sich von vornherein von selbst verstehen. (...) Eine Wahrheit, die sich von selber versteht, hat für die absolute Kritik, wie für die göttliche Dialektik, ihr Salz, ihren Sinn, ihren Wert verloren. Sie ist fad geworden wie abgestandnes Wasser. Die absolute Kritik beweist daher einerseits alles, was sich von selbst versteht, und außerdem viele Dinge, die das Glück haben, unverständig zu sein, sich also niemals von selbst verstehen werden. Andrerseits versteht sich ihr alles das von selbst, was einer Entwickelung bedarf. Warum? Weil es sich bei wirklichen Aufgaben von selber versteht, daß sie sich nicht von selber verstehn. (Karl Marx, Hl. Familie, [[(MEW 2, S. 83)]].&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Bescheidenheit wird zum Bescheid, dass alles ganz anders wäre. Und das Andere wird in die Unendlichkeit des Ununterscheidbaren gezogen, um es unterschiedslos und also unentscheidbar zu machen. Die Wahrheit herauszufinden, kann daher unendlich schwer sein. Am Ende einer [[Geschichte]] mag sie wesentlich leichter zu erkennen sein, als in deren Verlauf, der zumeist auch subjektiv von [[Täuschungen]] und Lügen durchdrungen ist. Doch objektiv und also auf Dauer herrscht die Stetigkeit der Geschichte vor, an der die Täuschung zerbricht. Lügen haben nur deshalb &#039;&#039;kurze Beine&#039;&#039;, weil Wahrheit immer etwas länger braucht. Sie ist das [[Ganze]] ihrer [[Teile]], die durch [[Trennung]] nur zusammenhalten, weil sie unentbehrlich sind, deren Zusammenhang aber in seiner [[Wirklichkeit]] unwahr bleiben muss, in einer [[Form]] erscheint, die ihm unwesentlich ist, und die daher wesenlos bleiben muss, solange die [[Täuschung]] herrscht. In Wahrheit ist darin die Einheit Not-wendig gespalten und nur durch[[Abstraktion]] vermittelt, also in der Wahrheitsnehmung schon vertauscht, [[Wesen]] und [[Erscheinung]] îm [[Widerspruch]] zu sich. Diesen zu erkennen ist dem Leben notwendig, solange es sich täuschen lässt, da es sich darin verliert und seinen [[Geist]] nur aufgeben kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und um dies zu überwinden ist [[logisches]] [[Denken]] notwendig, denn Wahrheit als solche gibt es nicht wirklich. Sie wäre bloße [[Religion]]. Aber es gibt sehr wohl eine Wahrheit der Wirklichkeit, eine innere Einheit, [[Schönheit]] und [[Geist]]. Und es gibt sie zugleich als [[Täuschung]], in vertauschte Wahrheiten, [[Identität]] im [[Gegensätzlichen]], [[Widersprüchlichkeiten]]. Und es gibt wahre Aussagen und [[Empfindungen]] hierzu, welche in der Lage sind, die Täuschung zu enttäuschen, sie zu veräußern, aus sich herauszusetzen und durch [[Analyse]] ihre wahren Inhalte zu beschreiben und durch [[Logik]] zu [[beweisen]]. Wahrheit ist eine Frage der [[Erkenntnis]] und nicht des [[Seins]]. Deshalb kann es auch keine &#039;&#039;wahre&#039;&#039; [[Wirklichkeit]] geben (siehe [[Realität]]), die von einer &#039;&#039;falschen&#039;&#039; zu unterscheiden wäre; - auch kein &#039;&#039;richtiges&#039;&#039; [[Leben]] im Unterschied zu einem &#039;&#039;falschen&#039;&#039; (siehe [[Adorno]]). Es gibt eine verkehrte Wirklichkeit im [[Tausch]], nicht aber, weil dieser einfach nur &#039;&#039;falsch&#039;&#039; wäre, sondern weil er in einer bestimmten gesellschaftlichen Form noch nötig ist, solange deren [[Formbestimmung]] herrscht, solange ihre politische Form und ihre substanzielle Form einander in ihrer [[Ausschließlichkeit]] [[bedingen]] und also [[bestimmen]], im [[Widerspruch]] zu einander stehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für [[Martin Heidegger]] ist Wahrheit das [[eigentliche]] [[Sein]], das im [[Seienden]] verborgen ist, das also nur erkannt wird durch den Denker, der sie &#039;&#039;entbirgt&#039;&#039;. Das [[Eigentliche]] ist in dieser Auffassung hinter allem [[Dasein]], ein von diesem selbst unterschiedenes [[Wesen]], das als solches nicht im [[Dasein]] wirkt, sondern sich in ihm &#039;&#039;lichtet&#039;&#039; ([[Heidegger]] ) und nicht in der [[Wirklichkeit]], sondern vom &#039;&#039;wahrhaftigen Denken&#039;&#039; nur [[erkannt]] werden könne. Das aber ist vor allem die Grundlage für die [[Selbstveredeleung]] eines [[Denkens]], das alles [[fremd]] scheinende als Uneigentliches setzt und es somit als wesenlos behauptet, als eine Form von [[Seinsvergessenheit]]([[Heidegger]]) zu verfassen sucht, dem das Wesen entgangen ist. In diesem Verständnis wird Wahrheit zu etwas [[Übersinnlichem]], zu einer fundamentalen [[Ontologie]] und von daher zu einer vollständig selbständigen [[Objektivität]] der [[Existenz]] schlechthin, die den Menschen vorbestimmt und diese ihm daher sinnlich unterworfen seien.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dass Wahrheit objektiv wäre, ist genauso unsinnig, wie die Behauptung, dass sie nur subjektiv sei. Es gibt kein an und für sich wahres [[Subjekt]] und keine wahre [[Objektivität]]. Wahrheit kann überhaupt nicht in irgendeiner [[Form]] [[bestimmt]] sein. Wahrheit ergibt sich in der Aufhebung von [[Zweifel]], in der [[Erkenntnis]] von zwiespätigen Beziehungen, in denen sie nicht sein kann. Aber nicht der Untrschied lässt Zweifel aufkommen, sondern die Vermittlung von Einheit. Wahrheit ist die Erkenntnis des Zusammenhangs des Unterschiedenen auf der Grundlage einer innerer Einheit, die niemals wirklich eins sein kann, die aber ihre verschieden Existenzweisen bejaht, eben weil sie organisch immer substanziell einem Ganzen zugehörne. Gerade weil sie substanziell nicht ohne einander sein können ohne selbst anders zu werden, ist die Substanz ihrer Erkenntnis die Wahrheit ihres Zusammenhangs. In [[Wahrheit]] ist alles eins, wie immer es sich in Wirklichkeit verhalten mag. Alle [[Verhältnisse]] haben eine solche [[Substanz]] zu ihrem [[Inhalt]]. Zugliech können sie sich darin aber auch von sich [[entfremden,]] indem sie davon absehen, sich [[gleichgültig]] werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Wahrheit ist alles eins. Aber es erscheint als Einheit, wo es unwesentlich ist, wo seine Wirklichkeit nur als Form für sich sein kann, nicht Form durch ihren Inhalt ist. Es ist also als Form mit sich nur im [[Schein]] einig und sein Wesen ist die substanzielle Einheit hinter ihrer Formbestimmtheit, der Stoff, der nicht wirklich wahr sein kann, weil er nur in seiner [[Entfremdung]] wirklich [[da ist]]. Darin erschein alles mit sich selbst einig, wie verschieden es auch in [[Wirklichkeit]] sein mag. Wahrheit ist [[Identität]] - nicht nur in konsistenten Aussagen, auch nicht in der bloßen Schönheit (siehe [[Ästhetik]]) oder in rein materiellem [[Sein]] als solches oder in der [[Seele]] oder dem puren [[Erleben]] u.dgl.. Wahrheit ist das [[Ganze]] in jedem Moment, wo dieses im Ganzen eins, in seiner [[Erkenntnis]] ungebrochenes, wenn auch in Wahrheit widersprüchliches [[Leben]] ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;Das Ganze ist das Wahre (Hegel) Das Ganze ist das Unwahre (Adorno)&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In diesem Komplex will sich Adorno von Hegel absetzten, indem er darin einen Totalitarismus des Hegelianischen Denkens sieht, der ja auch immerhin bei den Rechtshegelianern vertreten wird. Doch in der Entgegensetzung des Ganzen dieses schon als als Unwahrheit zu behaupten und hierauf seine [[Negative Dialekti]]k zu begründen, kommt Adorno der Wahrheit ksin bisschen näher, es sei denn, er würde sagen: Es gibt sie nicht. Doch ihn kümmert dann nur noch das Richtige gegen das Falsche und so verheddert er sich in einer Theorie der [[Falschheit]] in einem an sich nur dualistischen Denken, das zwar recht sinnfällig die Phänomene eines &#039;&#039;beschädigten Lebens&#039;&#039; aufgreift, um diesem dann aber nur eine Zukunft in einem &#039;&#039;richtigen Leben&#039;&#039; entgegen zu stellen. Und Zukunft ist immer unendlich, so dass seine immer wieder zu einem Appell an die Unendlichkeit des Denkens gerät.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wahrheit setzt [[Wahrnehmung]] und auch [[Wahrhaben]] ebenso voraus, wie dies ihr auch dadurch zufolge ist, dass Täuschung in der Auflösung ihres Zwiespalts untergeht, die Wahrnehmung der [[Notwendigkeit]] ihres [[Zweifels]] folgt und mit dem Wahrgehabten vereint wird. Diese Notwendigkeit macht nicht für sich Ganzes aus, wird aber ganz im Prozess der Wahrheitsfindung aufgehoben. Das Ganze ist darin wahr, dass es alles darin in Einem ist, in einem Ganzen zusammenhängt, sich als Teil seiner [[Beziehung]] im Ganzen wahrnimmt und als dieses auch wahrhat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wahrheit kann man nicht wahrnehmen, man muss sie [[erkennen]], wo man sich in seiner Wahrnehmung selbst entzweit hat, sich von sich ebenso unterscheidet wie von ihrem [[Gegenstand]]. Wo Täuschung herrscht, da ist Wahrheit eine Notwendigkeit der Wahrnehmung - und steht die Frage hiernach an, so zeigt das eine Not, der Wahrnehmung gegen ihre Wahrheit, das Prinzip, was die Wahrnehmung beherrscht, was ihre [[Formbestimmung]] ausmacht. Es ist die [[Logik]] dessen, was ihr genommen ist, die [[Systematik]] ihrer [[Abstraktion]], die sie für sich erkennen muss, um ihren Gegenstand begreifen zu können, einen Begriff seiner Entäußerung als fremden Zusammenhang, als [[Entfremdung]] erkennen muss, um durch die Wahrnehmung auch wirklich zu werden, tätig und erkennend in einem zu sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jede Wahrheitsfrage hat ihren Sinn und Ursprung in der Wahrnehmung, nicht aber den Beweis (dies gegen die [[Phänomenologie]]). Wo diese Frage aufkommt, ist diese im [[Zwiespalt]]. Und so zeigt hierin die Wahrnehmung, dass sie nicht erkennen kann, was sie als Wahrheit nimmt, dass sie etwas [[wahrhat]], das in ihrer Wahrnehmung nicht wahr sein kann. Die Wahrheit ist ihr also noch äußerlich, ihre zweifältige Wahrheit, [[fremde]] [[Identität]]. Es kann Wahrnehmung zwar nicht unwahr sein, aber ihre Wahrheit ist nicht durch sie. Wahrheit kann nicht genommen werden, unterscheidet sich daher wesentlich von den [[Gegebenheiten]]. Sie ist genauso in dem, was wahr gehabt wird. Wahrheit kann nur jeder Mensch für sich haben. Es liegt weder am Verständnis, noch an der Vernunft, ob etwas wahr ist. Jeder Mensch ist im Grunde nicht verstehbar und unvernünftig . Was der andere Mensch wahrhat, lässt sich nicht in der Wahrnehmung erkennen. Wer Schmerzen hat, ist darin zweifellos anders als der, welcher Schmerzen wahrnimmt, auch wenn beide in derselben Wirklichkeit sich zu einander verhalten, der eine vielleicht als Arzt, der andere als Hilfsbedürftiger. Auch ein Blindgeborener ist in gewisser Weise unverstehbar für einen Sehenden und umgekehrt. Nicht nur, weil ihre Wahrnehmung sich unterscheidet, sondern auch, weil sie ihr Leben anders wahrhaben. In der Wahrheit ist jeder Mensch nur für sich wahr, und dies macht ja eben seine Identität aus und er erleidet, was er hieran nicht erkennt, nicht als das nimmt, was es ist. Die Wahrnehmung ist für sich bloße Form einer Wahrheit, weil und sofern sie sich in ihrem Sein noch nicht wirklich bewahrheitet. Die Wahrnehmung ist lediglich das Element der Wahrheit. Sie ist also die [[Elementarform]] der [[Erkenntnis]], ohne für sich und durch sich Erkenntnis zu sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Problem der Wahrnehmung ist also nichts anderes als der Zwiespalt ihrer Wahrheit, die Wahrheit, die sie nicht haben kann, weil sie von ihr nur das nehmen kann, was sie nicht wahrhat. Von daher ist die Wahrheit darin praktisch als [[Zweifel]] tätig, der erst die Notwendigkeit einer Erkenntnis enthält. Im Zweifel erfährt der Zwiespalt der Wahrnehmung seine Wahrheit als Wahrnehmung, die gegenständlich, die also sich in ihrem [[Gegenstand]] einig wird. Sie wird darin praktisch, dass sie gegenständlich wird, ohne damit für sich gegenständlich zu sein. Sie gewinnt ihre Erkenntnis in ihrem Gegenstand, weil und sofern darin ihre Subjektivität ihr Objekt erkennt. Zugleich erkennt sie darin ihren Zweifel als wirklich begründet, sich selbst in ihrer Zweifältigkeit, die sie nicht nur äußert, sondern durch die sie auch bedingt ist. Sie erkennt ihre objektive Bedingtheit, und das ist die Arbeit ihrer Erkenntnis. Eine objektive Wahrnehmung gibt es nicht, weil und sofern sie subjektiv durch das bedingt ist, was ein Mensch [[wahrhat]] und weil sie nur wahr sein kann, wenn sie sich darin subjektiv einig wird. Und indem sie sich bedingt erkennt, ist sie praktisch, denn Wahrheit kann wesentlich nur praktisch sein. Aber die Praxis weiß von Wahrheit nur über ihre Resultate, über ihre Wirklichkeit. Insofern ist Wahrnehmung eben nicht einfach subjektiv, einfaches Auffassen, sondern auch unpraktisch, theoretisch. Sie benötigt [[Wissen]] um sich, um außer sich [[Gewissheit]] zu erlangen. Sie ist objektiv und subjektiv in einem. Damit enthält jede Wahrnehmung eine zwiespältige Wahrheit: Waahrheit, die sie nicht sein kann, die sie aber haben muss. Wahrnehmung erkennt ihre Not in dem Außersichsein ihrer Wahrheit. Sie setzt einen äußeren [[Gegenstand]] voraus, also einen Gegenstand, der ein anderes [[Sein]] hat als der wahrnehmende Mensch, und sie hat zugleich die Wahrheit, die ihm durch seine objektive Bestimmtheit [[gegeben]], wie auch dem wahrnehmenden Menschen zu [[eigen]] ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Suche nach Wahrheit ist für Menschen in ihrem Alltag schon so essenziell und wichtig, dass sie täglich Wahrheitsfragen verfolgen, auch wo sie dies unmittelbar gar nicht nötig hätten (z.B. im Kriminalroman oder Kriminalfilm). Dabei spielt man Untaten, [[Undinge]], [[Fakten]]. Psychologie und [[Logik]] so herbei, dass sie mehr oder weniger gute Beispiele für eine gelungene Wahrheitsfindung abgeben. Und sie zeigen auch schon, was das Material einer Wahheitssuche ist - bis auf das, was Wahrheit ausmacht und was im [[Medium]] untegegangen ist: Die [[Identität]] des Dargestellten im [[Sein]] des Produzenten der Darstellung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;Kein Wunder, dass ein guter Teil der Ideologievermittlung inzwischen in den täglich ausgestrahlten Filmen erfolgt, welche [[Ideologie]] ganz einfach als praktische Notwendigkeit gegen das Unheil erscheinen lassen, Wahrheitsfindung also als Erkenntnis des [[Bösen]] verkaufen. Es verbleibt das Medium selbst als die Täuschung durch das Gute, das sich als Wahrheitsvermittler auftut. Doch genau das kann nicht wahr sein. Vermittelte Wahrheit ist immer nur die Wahrheit des Mittels.&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wahrheit ergibt sich zunächst aus der Überwindung einer Täuschung, aus der [[Gewissheit]], dass, was täuschte, nicht ist, dass es nur scheinbar oder etwas ganz anderes ist, nicht wirklich da, aber eigentlich doch oder einfach nur Lüge, Ablenkung, Kitsch. Sie ist die Gewissheit von dem, was nicht stimmt, die Stimme der Gewissheit. Wahrheit ist, wo etwas stimmt, wo [[Bestimmungen]] richtig erkannt sind und also sich im [[Urteil]] hierüber richtig scheiden und entscheiden lassen. Wahr ist, was eine richtige Beurteilung ergibt und richtig ist, was dies in seiner Bewährung erweist und [[beweist]]. Doch gerade darin fängt die Befragung der Wahrheit erst an: Was bewährt sich da? Der Augenschein, der Verstand, das Prinzip Hoffnung, die göttliche Idee, die Determinanten der Natur? Die Suche nach Wahrheit befragt also genauer: Was ist von dem, was es sei, und was ist nicht da vom dem was ist. Sie selbst formuliert also schon einen Unterscheid von [[Seiendem]] und [[Sein]], ist selbst schon eine [[Dasein]]sfrage.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hinter jeder Wahrheitsfrage steckt also immer schon die Frage nach einem Grund für das, was so ist, wie es ist, ein [[Wissen]], dass ohne [[Grund]] nichts sein kann. Die Wahrheitsfrage ist eine Seinsfrage, also unabhängig von der jeweiligen [[Zeit]], zeitlos. Sie ist außerhalb der wirklichen [[Geschichte]], [[Reflektion]] ihrer Wirklichkeit und ihres Grundes. Sie ist die Frage, ob das, was geschah, geschieht oder geschehen wird, wirklich wahr ist. Ist das, was geschieht, auch wirklich so, wie wir es [[denken]]? Sie kann aber auch im Interesse einer Lüge gestellt werden als eine Wahrheitsbehauptung oder Unwahrheitsbehauptung, worin alleine eine Täuschungsabsicht Wirkung erzeugen will, dass das, was ist oder war, nicht gewesen sein könne (vergl. z.B. die Holocaust-Verleugnung). In jedem Fall entsteht die Frage, ob das, was ist, auch so ist, wie es scheint, wie es dem Augenschein nach ist, ob es also das ist, als was es wahrgenommen wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jenseits hiervon oder zugleich kann die [[Wahrnehmung]] auch selbst unwahr sein, befangen von ihrem eigenen [[Sein]], im [[Wahn]] oder in zwiespältiger [[Beziehung]] oder ähnlichem. Auch hierzu besteht die Frage nach ihrer Wahrheit: Ist sie wahre Wahrnehmung oder ist die Wahrnehmung selbst geblendet, bedrängt, ungenau, [[verrückt]], irre usw.? So entwickelt sich die Frage nach der Art und Weise des Wahrnehmung, ob, wie wir die Welt wahrnehmen, sie auch so ist, dass wir sie verstehen können, so dass sie sich uns auch erschließt. In allen möglichen Erkenntnistheorien wird daher die Frage verfolgt, ob es eine eigenständige Wahrheit, etwa eine [[Vernunft]] der Wahrnehmung gibt, der wir folgen müssen, um Wahrheit erkennen zu können, oder ob es das Unhinterfragbare an sich, das Undenkbare, einen Gott gibt, der uns lediglich seinen Ratschluss erkennen lässt. Doch all dies widerspricht unserer Fähigkeit, solche Frage überhaupt stellen zu können, unserer Selbstevidenz, die ihr schon vorausgesetzt ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der Hinterfragung der Wahrnehmung aber ist das Wahrgenommene nun schon doppelt in Frage gestellt, sowohl für sich wie auch durch die Wahrnehmung: Gibt es das überhaupt, gibt es das [[wirklich]], oder ist es nur scheinbar (siehe [[Schein]]), unwesentlich. Ist es ein wirkliches [[Wesen]] oder ist es wesentlich unwirklich oder ist es beides in einem?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am schwersten ist die Frage nach der Wahrheit zu beantworten, wenn sie unmittelbar zwischen den Menschen steht, wenn sie sich um ihre Wahrnehmungen streiten, sich ihre Wahrnehmung streitig machen. Da geht es dann um die Wahrheit des Lebens selbst, um Liebe und Hass, um das, was [[Leben]] und das, was [[Tod]] ist, was die Menschen für sich selbst in Wahrheit sind, was überhaupt in ihnen [[lebend]] und was [[tot]] ist. Es ist für jeden Menschen die innigste Identitätsfrage die Frage, was er überhaupt von seinem Leben kennt und erkennt. Wenn in solcher [[Selbsterkenntnis]] Menschen seelische Macht über andere gewinnen, entsteht im Streit um die Wahrnehmung [[Irrsinn]], pure Gewalt gegen die Wahrheit, gegen [[Identität]] schlechthin. Daran werden die Menschen beiderseits der Wahrheit [[verrückt]]: Die Besiegten und die Sieger. Wer die Wahrheit nicht [[erkennen]] will, der steht in der [[Bestimmung]] einer [[Negation]] seiner Kenntnisnahme, im [[Nichts]], und betreibt durch die Erzeugung von Nichtigkeit [[Vernichtung]]: Abtötung, Abstumpfung, Verdummung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das [[Leben]] selbst steckt in allen Wahrheitsfragen, ist die Wahrheitsfrage schlechthin: Was ist wesentlich Leben, was [[Scheinwelt]], was Täuschung? Was verstellt uns unser Sein, was macht es unwesentlich, [[fremd]], tot? Was hat die Kraft hierzu? Ist es ein Unwesen, eine Macht der Phantasie oder der Täuschung? Und worauf sieht es dieses ab, wovon sieht es ab, worauf reduziert es sich, was ist seine [[Absicht]], was macht es wesentlich und was bringt es zur Verwesung? Um das zu erkennen, muss ich es herausfinden. [[Erkenntnis]] hat Wahrheit nötig, ist ihre Formulierung. Was ich erkannt habe, das halte ich auch für wahr.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es gibt verschiedene Erkenntnistheorien zur Wahrheitsfindung, die aber alle in dem Mangel stehen, Wahrheit als prinzipiell vorhanden vorauszusetzen und den Prozess des [[Lebens]] als etwas abgetrennt [[Objektives]], als [[Objektivität]] schlechthin zu unterstellen, somit Wahrheit auf eine Frage der [[Logik]] der [[Wahrnehmung]] zu reduzieren, die sich sprachlich artikuliert, die nur wahre oder falsche Aussage kennt. Aber die Frage nach der Wahrheit ist eine Frage der eigenen [[Identität]], der [[Gewissheit]] darin, worin ich mir in meinem [[Leben]] einig bin, z.B. in der Frage: will ich, meine ich das wirklich, ist das richtig, was ich da sage oder tue oder fühle usw. Die Frage nach der Wahrheit wird gestellt, weil man sich im einzelnen seiner Wahrnehmung und Tätigkeit nicht trauen kann, sich also nur etwas zutrauen kann, wenn man es im [[Ganzen]] erfasst hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie im Kleinen, so ist es auch im Großen. Das wirkt auch in jedes einzelne Dasein hinein und macht seine Wahrheit wesentlich aus. Was ich für mich bin, wird auch nur im [[Verhältnis]] zu anderen wahr. Nichts kann wahr sein, das von seinem Gegenüber nichts weiß, dem Zusammenhang, in dem es steht, in dem es selbst gegenständlich ist, [[seiend]] für sich und für andere. In der [[Beziehung]] auf anderes und andere verhalte ich mich auch zu mir, wie ich mich auch zu anderem verhalte, wenn ich mich auf mich [[beziehe]]. Dies verändert keine [[Abwesenheit]] oder [[Anwesenheit]], wenn es wahr ist. Meine Selbstgewissheit hat solche [[Gegenwärtigkeiten]] nur als [[Umstand]], als [[Erleben]], nicht wesentlich. Sie ist nur davon abhängig, wie gewiss ich mir meiner Welt, meiner Zugehörigen, meiner Gesellschaft usw. bin. Die individuelle I[[dentität]] ist immer Teil der [[menschlichen Identität]] überhaupt. &#039;&#039;Wahr ist nur das [[Ganze]]&#039;&#039; (Hegel).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dadurch, dass die Wahrheitsfrage meist auf [[Sprache]], auf die Qualität von Aussagen reduziert wird, ist ihre sinnliche Grundlage unbefragt, der Wahrnehmungsprozess als selbstverständlich und natürlich vorausgesetzt, der entweder in sich scheitert ([[verrückt]] oder [[irrsinnig]] wird) und von daher aus der Wahrheitsfrage ausscheidet, oder &#039;&#039;konsistent&#039;&#039; ist und Aussagen erzeugt, also Wahrheit diskutierbar macht. Im [[Diskurs]] wird damit Wahrheit als logisch obsiegende Behauptung ermittelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach allem, was bisher mit Wahrheitsbehauptungen angestellt wurde, würde man gerne sagen, dass es Wahrheit nicht gibt. Doch dieser Satz selbst wäre schon widersinnig, weil er dann auch nicht wahr wäre - eben weil es keine Währheit geben dürfte. Es ist wie beim Paradox des Epimenides, der das Problem mit der Wahrheit durch den Satz &#039;&#039;Ich bin ein Lügner&#039;&#039; evident gemacht hat: Wäre er wahr, so wäre er notwendig falsch, denn er kann nur wahr sein, indem er unwahr ist. Das Problem, was Wahrheit, was Täuschung ist, bleibt uns bis in die höchsten Sphären der Philosophie und Mathematik. Schien doch bislang wenigstens in der formalen Logik die Wahrheit einer Schlussfolgerung gesichert. Doch selbst dort herrscht seit der Entdeckung des Russel&#039;schen Widerspruchs die Wahrheitskrise : Die reine Logik kann Spuren von Gedaanken erschließen; als Form des Denkens gibt sie für ihre Wahrheit aber keinen Beweis. Die Form für sich, wie sie jede Struktur, Menge oder [[Zahl]] darstellt, hat ohne ihren Inhalt keine Wahrheit, weder Richtiges noch Falsches, weil sich im Gemenge vieler Formen auch auf die von ihr ausgeschlossene Menge notwendig beziehne muss. So kann es auch keine allgemeingültigen Beziehungsaussagen geben: Der Satz, dass Widerspruchsfreiheit Wahrheit gewährleistet, ist ebenso unsinnig, wie die Behauptung, dass die Erkenntnis einer Widersprüchlichkeit schon die Erkenntnis einer [[Täuschung]] wäre - im Gegenteil: Meist ist sie der Beginn einer Erkenntnis dessen, was wirklich wahr und in Wahrheit wirklich ist. Die [[Logik]] als solche kann sich nicht selbst als Wahrheit voraussetzen, nicht selbst evident sein, ohne sich durch anderes zu begründen. Was aber kann überhaupt wahr sein, wenn es keine reine logische Wahrheit gibt?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man könnte fast behaupten, dass Wahrheit nichts anderes sei, als die Erkenntnis von Täuschungen, das Vermögen, Vertauschtes mit Gewissheit zu unterscheiden, zu erkennen, dass etwas in anderem erscheint. Aber Wahrheit bliebe so nur [[subjektiv]], reine Erkenntnistätigkeit, die in einer unendlichen Wahrheitssuche von einer Erkenntnis zur nächsten fortzuschreiten - etwa, wie dies der kritische Rationalismus ausgemacht hatte. Tatsächlich aber zeigt sich eine solche Täuschung, worin etwas Wesentliches anders erscheint als es ist, auch [[objektiv]], z.B. als die [[Gegebenheiten]] des Alltags (siehe z.B. [[Geld]] und [[Kapital]]) oder auch an den Menschen selbst (siehe z.B. Psychische [[Symptome]]). Was einfach wahrgenommen nur praktisch gut und [[nützlich]] scheinen kann, kann zugleich in seiner Güte nicht wirklich wahr sein, sondern erbringt Unnutz und [[Entfremdung]]. und manchmal auch [[Zerstörung]] (siehe Krise). Wodurch ist dies beides, die so gut scheinende Entfremung möglich, die eine so verheerende Unwirklichkeit hat; wodurch erkenne ich sie, ihre Wahrheit? Ist es eine metaphysische Wahrheit, die Leben nicht als das sein lässt, als was es erscheint? Oder ist es die [[Vernunft]], der [[Verstand]], die [[Gewissheit]], die mir die Wahrheit sichert, auch wenn sie mich erschlägt? Oder ist es die [[Dialektik]] an sich oder die Rückführung des [[Seienden]] auf seine [[Ontologie]] ([[Heidegger]])?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zunächst zur [[Mytologie]]: Nichts kann sein, was nicht wahr sein kann, aber das [[Sein]] hat keine Wahrheit für sich. Es gibt viele Wahrheiten, aber die Wahrheit ist nichts jenseits von sich, aber auch nichts durch sich selbst. Kein einziges Computerprogramm könnte funktionieren, wenn es nicht zwischen wahr und unwahr (zutreffend und nicht zutreffend, 1 und 0, an und aus) unterscheiden könnte. Aber was soll wahr daran sein, wenn das Zutreffen ein beliebiges Treffen ist: Es bleibt doch bloßer [[Zufall]], der nur in einer binären Konstruktion gebahnt ist und jenseits davon auch nur als Zahl oder Zahlenwerk oder Information wahr werden kann! Ist eine [[Zahl]] nicht dasselbe wie eine etwas abstraktere Mythologie, oft als Wahrheitspseudonym irgendeiner Statistik, die durch irgendeine andere &#039;&#039;widerlegt&#039;&#039; wird?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was also ist wahr, wenn es kein wahres Sein gibt? Ist es das wahre [[Bewusstsein]], das vernunftbegabte [[Wissen]] der Aufklärung, das Wissen, das durch &#039;&#039;wissenschaftliche Methodik&#039;&#039; geprüft und durch konsistente Theorie interpretiert, beurteilt und hierdurch bewiesen oder abgewiesen, also wahr oder falsch ist? Dann wäre die Vernunft der Wissenschaft der Anker der Wahrheitssuche und das hierdurch geklärte, also das aufgeklärte Wissen die Wahrheit schlechthin, die Wahrheit der Proffession. Als Laien hätten wir ihr Folge zu leisten! Doch Vernunft gilt für den [[Aufklärer]] selbst nur als [[Prinzip]] und hat als solches nur eine Regel, aber längst noch keine Wahrheit. Im Gegenteil: Sie enthält ja geradezu eine gewaltige Täuschung über die notwendige Regelwidrigkeit der Regel, damit sie Sinn haben kann: Wo alle das tun, was notwendig ist, kann nichts wirken, nichts wirklich sein. Gerade deshalb besteht ja auch die Regel, weil sie gegen das Regelwidrige gestellt, hieraus sortiert ist&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wahrheit für sich ist immer unauflösbar, weil es sie nicht durch sich selbst gibt. Der [[Verstand]] mag die Funktion unserer Auffassung erfüllen, aber auch was wir nicht verstehen ist dadurch nicht unwahr, nur weil wir keinen Verstand dafür haben, etwas nicht fassen können. Letztlich geht es doch darum, ob unser Wissen über das was ist, unser bewusstes Sein, unser Bewusstsein, wirklich wahr ist, ob wir in unserer Wirklichkeit uns dessen gewiss sind, was auch in Abwesenheit wahr ist und dies auch wissen. Dies macht das Wissen in uns, das selbstgewisse Sein in der Welt und in uns, im Gefühl, im [[Gedächtnis]], in uns als ganzen Menschen aus. Es geht darum, worin wir uns in der Welt einig sind, worin wir uns selbst in ihr auch erkennen können, was uns darin zu [[eigen]] ist, [[Sinn]] für uns hat und unsere Sinnlichkeit ausfüllt, weil wir darin sinnlich sind und uns äußern, also [[leben]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es gibt zwar keine Wahrheit des Seins (siehe [[Ontologie]]), aber es gibt eine Wahrheit der Erkenntnis darin. Wahrheit ist die Einheit der [[Erkenntnis]] im [[Sein]] mit ihrem [[Gegenstand]]. In Wahrheit ist alles eins. Das Unwahre gibt es nicht (siehe Kritik an [[Adorno]]). Das Resultat der Erkenntnis ist das bewusste Sein als [[Bewusstsein]]. Gegenstand der Wahrheitsfrage ist das [[Fremde]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Frage nach dem Sein ist in sich, das heißt, in dem, was damit ist, evident falsch. In der Frage nach dem &#039;&#039;Sinn des Lebens&#039;&#039; erschließt sich eine [[Entfremdung]] von dieser Sinnlichkeit, ist der so fragende Mensch sich doch seines [[Lebens]] selbst nicht gewiss und also auch unfähig, wirklich zu [[zweifeln]]. Der Grund für die Frage nach der Wahrheit ist diese [[Entfremdung]] des Lebens selbst, die Hinterfragung, ob es überhaupt ist und ob dies eigentlich [[Leben]], eigentliches Sein, lebendige [[Eigenschaft]] des Menschseins ist - ein Widersinn in sich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hiernach ist die wesentliche Vorraussetzung zur Wahrheitsfindung die Unterscheidung von [[Eigenem]] und [[Fremden]]. Fremdes wäre aber bloß unheimlich, wenn es nichts eigenes wäre und Eigenes wäre unsinnig, wenn es nicht geäußert würde. Fremdes als Form von Eigenem wiederum könnte nicht einfach fremd sein. Es bleibt alles in sich eins, wenn es wahr sein soll, und nur deshalb erkennen wir auch seine Entfremdung: Nur sofern wir uns in der Welt erkennen, können wir auch ihre [[Entfremdung]] von uns erkennen. Die Erkenntnis der Entfremdung ist nichts anderes als die Erkenntnis des Eigenen im Fremden und ich kann dies nur erkennen, wenn ich meine Wahrheit in allem erkenne. Kurz gesagt heißt dies: In Wahrheit ist alles eins.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Wahrheit als Ursprung und Resultat aller [[Erkenntnis]] ist die [[Gewissheit]], im Einzelnen wie wissendes Sein überhaupt. Sie ist die Basis eines jeden [[Wissens]] und dessen Errungenschaft zugleich, dessen Himmel und dessen Hölle. Solche Erkenntnis kann nicht einfach sein, sie selbst ist der geschichtliche Akt des leibhaftigen [[Bewusstseins]], das sich handelnd und fragend verhält, so praktisch ([[praktisches Bewusstsein]]) wie theoretisch ([[theoretisches Bewusstsein]]) als fortschreitende [[Selbstgewissheit]] ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gewissheit kann nur wahr sein, wenn sie keine Ungewissheit enthält. Das mag bei einem heißen Ofen noch leicht auszumachen sein, sind doch die Sinne sich zumindest dort gewiss, wo sie Gefahr für Leib und Leben erkennen. Dies aber ist nicht einmal eine [[Wahrnehmung]] und bedarf keiner Gedanken über Wahrheit: Der heiße Ofen ist so gewiss, wie er schmerzt. Aber wo die Dinge oder Ereignisse nicht so gewiss sein können, ist ihre Wahrheit nicht alleine schon mit einer einzigen Empfindung gegeben. Sie sind für uns ungewiss, soweit sie auch für sich bestimmt erscheinen. Was in unserem Leben täglich aufgeht weil wir selbst darin aufgehen, bewährt sich von selbst. Was wir darin bewirken, ist für uns [[selbstverständliche]] [[Wirklichkeit]] - fast schon [[Gewohnheit]]. Ungewiss und daher im Zweifel ist eine Wirklichkeit, die eine Wirkung auf unsere Selbstgewissheit hat, die nicht unmittelbar sinnlich ist, aber unser Leben voll und ganz betrifft. Da besteht [[Zweifel]] über den [[Grund]] solcher [[Wirklichkeit]] und es muss sich Gewissheit erst einstellen, sich uns erschließen, bevor es uns bewusst sein kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Damit jedoch ist unser Leben nicht falsch. Es ist aber als solches unkenntlich, soweit wir es nicht in unserer [[Wirklichkeit]] erschlossen und uns selbst darin lebend erwiesen haben. Es kann uns selbst unwahrhaftig erscheinen, wenn wir Sachen, Bilder, [[Lebenswerte]], [[Gefühle]] oder Gebote in uns aufnehmen, die nicht für uns wahr sein können. Wir müssen also beurteilen können, was für uns wahr ist, was wir daran finden und wie wir es finden. Die Frage nach der Wahrheit verlangt also eine notwendige Reflexion unserer [[Empfindung]] - nicht, weil sie selbst zweifelhaft oder zwiespältig wäre, sondern weil sie nicht unmittelbar als [[Erkenntnis]] in unserer [[Wahrnehmung]] aufgeht. Die Frage nach der Wahrheit ist also die Frage nach einer Vermittlung, die uns nicht gewiss ist und die wir noch nicht wissen, solange wir uns nicht darin gewiss sind, was uns [[fremd]] [[bestimmt]], was also unsere [[Selbstentfremdung]] bewirkt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;Doch die Frage greift weit, enthält sie doch die Befragung unserers Daseins überhaupt: Wo kommmen wir her, wo gehen wir hin, was ist der Sinn aller Beziehungen, Zusammenhänge und Vermittlungen? Nur ein [[Gott]] kann in Sachverhalten oder in menschlichen Verhältnissen eine Wahrheit vermitteln, die als Gebot einer höheren Ordnung besteht, z.B. als Sünde gegen Gott oder als Erkenntnis Gottes (Was Gott verbunden hat, das darf der Mensch nicht trennen). Gottesurteile sollen menschliche Beurteilung unmöglich machen, wollen eine höhere Wahrheit verkünden, welcher der Mensch unterworfen sei - und sie sind für Menschen wahr, die sich unterworfen sehen und verstehen. Um sich solchem Urteil zu entwinden, muss erkannt sein, was den Menschen ausmacht, was sein [[Leben]] und [[Sein]] außer Gott ist.&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;Um dies zu beurteilen, muss das Leben überhaupt erschlossen sein. Da sind wir noch nicht allzu weit gekommen. Wir wissen, wie es funktioniert und können in dessen Funktionen sogar schon tief eingreifen. Aber die einfachsten und umfänglichsten Probleme des Lebens, Hunger und [[Krankheit]] weltweit, der Gegensatz von [[Armut]] und [[Reichtum]], Krieg und Frieden, die ökonomischen und kulturelle [[Krisen]] und die Zerstörung der Lebensbedingungen, der Artenvielfalt und Ressourcen treiben sich in erschreckendem Ausmaß in einer Art und Weise fort, dass zu fürchten ist, dass wir unsere eigenen Lebensgrundlagen deshalb zu zerstören im Begriff sind, um ihre Zerstörung zu überleben. Das ist ein Widersinn in sich. Man muss sich der ganzen Zusammenhänge des Lebens, seiner [[Ganzheit]] gewahr werden, um zu einem Ur-Teil zu gelangen, zu einem Teil, das alle Wahrheit seines Zusammenhangs enthält. Das umfasst das Wissen um die Gründe, um die Folgen, die darin angelegt sind, die Unterscheidung von Ursache und Wirkung, Form und Inhalt und die Erkenntnis des Wesentlichen, das in allen Erscheinungen des wirklichen Zusammenhangs ist. Im Zusammenhang all dieser Momente kann ich es begreifen und habe einen Begriff von ihm. Ich kann solche Ganzheit als Gefühl haben oder als Erkenntnis im Geist, letztlich ist sie identisch darin, dass ich mir dessen gewahr geworden, also auch mit mir im Verhältnis hierzu einig bin (siehe [[Identität]]).&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wahrheit ist das Problem von [[Erkenntnis]] schlechthin. Wann weiß ich, was wahr ist, und wie kann ich es wissen? Die Erkenntnis von allem [[Seienden]], die Erkenntnis des [[Seins]] überhaupt macht diese Frage - selbst als Hinterfragung der Frage nach der Wahrheit. Ist die Frage nach der Wahrheit überhaupt möglich? Muss Wahrheit nicht selbst evident sein? Kann es sein, dass der oder die Fragende sich in der Frage schon selbst betrügt, - so, als gelte es, einen Gottesbeweis der Wahrheit anzutreten? Friedrich [[Nietzsche]] hat den Christenglaube an die Erlösung, an den Gottmenschen, der von sich sagt: &#039;&#039;Ich bin die Wahrheit und das Leben&#039;&#039;, als die größte Lüge der Menschheit bezeichnet. &#039;&#039;Gott ist tot!&#039;&#039; ist ein gewaltiger Protest gegen die Lebenstäuschung einer [[Heil]]serwartung. Doch hat Nietzsche zugleich den Menschen die Fähigkeit zur Wahrheit abgesprochen und das [[Heilsprinzip]] durch den [[Übermenschen]] ersetzt. Die religiöse Spekulation war lediglich profan geworden und damit nicht wahrer, nein, die Entstellung selbst sollte bei ihm zum Prinzip der Wahrheit werden, welche das Verborgene zum Leben bringt: zum Kampf der Kultur zwischen Horde und Herrschaft. Und der wurde zum [[Zynismus]] gegen die Widersprüche der Menschen selbst, zum Herrschaftsbewusstsein der Bohème, das mit der Kritik am [[Glauben]] zugleich die subjektive Kraft jeder gesellschaftlichen Veränderung zerstört: Die [[Menschenliebe]]. Die Kritik der [[Täuschung]] muss die Ent-Täuschung in der Erkenntnis überstehen, dass sie selbst nicht wahrer ist als sie. Es bliebe eine Falle der Erkenntnis, wenn die Frage nach der Wahrheit nicht zur Befragung ihres [[Gegenstands]], der menschlichen Wirklichkeit wird: Was ist wirklich wahr, wenn Wahrheit nicht wirklich ist?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Wahrheit ist alles eins. Wahrheit gibt es nur in der Einheit des [[Ganzen]]. Sie erweist sich als Identität des Vielfachen darin, wenn sie dessen Teilung und Bezogenheit begriffen hat und sich dieser Begiff in allen Bewegungen des Ganzen bewährt. Wahrheit kann also nur die Bewährung des Begriffs sein; und weil er nur durch sie Begriff ist, ist Wahrheit [[Begriff]]. Sie hat kein Sein und keine [[Gegenwärtigkeit]], kein [[Wesen]] für sich und ist nur durch die begriffene [[Bestimmtheit]] seiender [[Beziehungen]] in menschlichen [[Verhältnissen]]. Wahr oder unwahr kann also nur der Zusammenhang von Erkenntnissen sein, die sich widerspruchsfrei oder widersprüchlich begreifen lassen. Die Wahrheit besteht allein in der Fähigkeit, Täuschung nachzuweisen und der Ideologie die [[Schein]]haftigkeit ihrer Begriffe als ihren imanenten Willen zu entnehmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wahr kann nur die Einheit im Begriffenen sein, die im [[Begriff]]der Verhältnisse als Zusammenhang ihrer bewährten [[Beziehungen]] entfaltet ist. Die Gegenwärtigkeit, unmittelbare körperliche An- oder Abwesenheit ist hierbei gleichültig (Ausschwitz muss man nicht erlebt haben, um es als geschichtliche Wahrheit zu erkennen, wenn man die Bestimmungen des Faschismus verstanden hat).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wahrheit mag als Wort ein Begriff der Erkenntnistheorie sein. In [[Wirklichkeit]] existiert sie aber als Prozess auch materiell und sinnlich in der [[Empfindung]], die in der Täuschung lebt, im [[Widerspruch]] von [[Wahrhaben]] und [[Wahrnehmen]], der sich in dem aufhebt, was [[wahrgemacht]] wird. Es ist dies die Form der [[Erkenntnis]], welche als System [[isolierter]] Wahrheiten die [[bürgerliche Kultur]] ausfülltt. Wahr oder unwahr ist so auch ein Sinn, der Sinn für eine Täuschung. Er erweist seine Wahrheit nur praktisch, z.B. in der Kunst oder Sprache oder im [[Gefühl]] im sinnlichen Verhältnis von wesentlicher und scheinhafter Empfindung oder auch als [[Leben]] in fremder Wahrheit ([[Verrücktheit]]). Es gibt keine wahre oder unwahre Empfindung, wohl aber Empfindungen, die [[Absichten]] oder [[Willen]] enthalten und daher nicht ihre [[Bestimmung]] finden, weil sie wahrmachen müssen, was sie fühlen wollen, um sinnliche Identität zu haben (siehe z.B. [[Wahnsinn]], [[Zwang]], [[Sucht]], [[Depression]]). Es sind scheinhafte [[Empfindungen]], in welchen Menschen ihre Widersprüche zu ihren eigenen Gefühlen mächtig verneinen und die in dieser Selbstverneinung auch erweisbar sind als [[objektive Gefühle]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wahrheit kann in der [[Wahrnehmung]] bedrängt sein durch seelische [[Absichten]]. Dies kann Menschen ihre Wahrheit (Identität) nehmen oder stören ([[Verrücktheit]]), wenn sie diese als als Lebensbedingung haben. Oft ist die Bewahrung der [[persönlichen Integrität]] innerhalb kultivierter Lebensräume der Grund, warum die von solchen Personen abhängigen Menschen verrückt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Relativierung des Wahrheitsverständnises wird neuerdings mehrfach in psychologischer Absicht betont (vergl. [[Foucault]]). Bei [[Nietzsche]] wird dies noch begründet. Er weist sich in seiner Philosophie der Verstellung selbst aus. Und er sagt auch warum. Wahrheit sei relativ, wenn sie einem anderen Prinzip unterliegt, das für Nietzsche und Nachfolger das höchste Prinzip der Natur ist, absoluter Ursprung des Lebens: Der [[Wille]] zur [[Macht]].&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Wolfram</name></author>
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		<title>Stimmung</title>
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		<updated>2026-05-26T06:27:15Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Wolfram: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;Er ruft spielt süßer den Todder Tod ist ein Meister aus Deutschland er ruft streicht dunkler die Geigendann steigt ihr als Rauch in die Luft dann habt ihr ein Grab in den Wolkenda liegt man nicht eng. (Aus der Todesfuge von Paul Celan)&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wo die [[vereinzelten]] [[Beziehungen]] in ihren [[wirklichen]] [[Verhältnissen]] (z.B. durch den [[Warentausch]]) von einander [[getrennt]] existieren, verlangen sie nach einem wirklichen [[Sinn]] ihrer Getrenntheit im Großen und [[Ganzen]]. In der [[Getrenntheit]] der [[ausgeschlossenen]] [[Inhalte]] ihrer [[praktischen]] [[Verhältnisse]] bekommt der [[Schmerz]] ihrer [[Getrenntheit]] einen selbständigen [[Sinn]]. Darin beziehen sich ihre [[Empfindungen]] durch ihre [[Form]] von demm aufeinander, was sich in ihnen [[regt]], worin sie also [[erregt]] übereinstimmen: Es ist ihre Stimmung, in der sie einaner anstimmen und [[austauschen]], also auch austauschbar sind. Was sie im Gemeinen ihrer [[Form]] nach gewinnen, das [[entäußert]] sich in den [[Inhalten]] ihrer [[Selbstwahrnehmung]] und [[verkehrt]] sich zu einer Außenwelt, in der die sie keinen [[Sinn]] von und für sich [[empfinden]], weil sie darin ihren [[Sinn]] aufgehoben haben und also auch ohne [[Verständnis]] sind. Ihre [[Erkenntnise]] entstehen daher vor allem aus Beziehungen, die über ihre [[Abstraktionskraft]] begründet sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Stimmungen sind gesellschaftliche [[Beziehungen]] der [[Selbstwahrnehmung]], worin die eine [[Empfindung]] iwie die andere gilt und von daher einen [[Gemeinsinn]] erzeugt, durch dden die [[Abstraktion]] von ihren [[Gewissheiten]] gewinnen (siehe hierzu die [[Fundamentalontologie]] von [[Martin Heidegger]]), über die sie mit ihrer [[Negation]] in ihrem [[Selbstgefühlen]] übereinstimmt. Auch wenn dies ihnen die Grundlage ihrer Wahrnehmung in ihrem unmittelbaren [[Sinn]] tötet (siehe [[tote Empfindung]]), so vergewissert sie die Wahrnehmung ihrer Verhältnisse durch die Wirkungen einer ungewissen Gewissheit, befördert sie zur Teilnahme an der Selbstvergewisserung einer gewissenlosen Welt. Was sie darin empfinden ist vor allem das, was sie für sich an Gewissheit verloren haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;Nun zeigt uns schon unsere gewöhnliche Sprache, daß wir in unserem Inneren etwas tragen wie ein Prinzip, das diese verschiedenen Gebiete, in denen sich unsere [[Sinn]]e neigen, zusammenfaßt. Wir sprechen zum Beispiel von warmen und kalten Farben, wenn wir auch empfinden, daß das für unsere Verhältnisse zunächst nur vergleichsweise dadurch da ist, daß wir durch den Gesichtssinn die Kälte und Wärme, Hell und Dunkel wahrnehmen und als warme oder kalte Farben. Wir erkennen alles nur aus einer gewissen inneren Verwandtschaft, die wir fühlen, das, was der eine SinnDass im Erleben einer Gesamtstimmung auch verschiedene Sinnesqualitäten gesetzmäßig miteinander korrespondieren können, hat Rudolf Steiner etwa in seinen Ausführungen zur Eurythmie am Beispiel von Lauten und Farben gezeigt. Daraus ergeben sich auch Hinweise für die Farben der Bekleidung, die etwa zur Gesamtstimmung eines bestimmten Gedichtes passen. Die Farbe erscheint hier als „der an der Außenwelt fixierte Gemütsinhalt“. (Über Stimmung – AnthroWiki)&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Hochzeit der [[Beziehungen]] der politischen [[Selbstgefühle]] war die Zeit des [[Biedermeier]], die Herrschaft der [[Selbstgerechtigkeit]] in der Wohnlichkeit (siehe [[Gewohnheit]]) einer eigensinnigen Autorität (siehe [[autoritärer Charakter]]) Darin galt vor allem das [[Selbstgefühl]] intellektueller [[Selbstgerechtigkeit]] dem [[politischen Bewusstsein]], dem durch eine anachronistischen Wendung zur [[Phänomenologie]] ein allgemeines Lebensverständnis (siehe [[Verstand]]) angedient wird. &#039;&#039;Die Wahrheit ist ... für Hegel ein Automaton, das sich selbst beweist. Der Mensch hat ihr zu folgen. Wie bei Hegel ist das Resultat der wirklichen Entwickelung nichts anderes als die bewiesene, d.h. zum Bewußtsein gebrachte Wahrheit. Die absolute Kritik kann daher mit dem borniertesten Theologen fragen: &#039;&#039;Wozu wäre die Geschichte, wenn es nicht ihre Aufgabe wäre, grade diese einfachsten aller Wahrheiten (wie die Bewegung der Erde um die Sonne) zu beweisen?.&#039;&#039; ([[MEW 2, S. 83]]) [[Wahrheit]] kann man weder nehmen noch geben. [[Wahrnehmung]] ist von da her nicht bloßes Auffassen, nicht einfache Kognition als Aufnahme [[anwesender]] [[Gegenstände]], die sie vorfindet. Sie besteht zunächst nur aus dem, was die Menschen darin für sich finden, aus der [[Empfindung]] eines [[Gegenstands]], auf den sie sich [[beziehen]], weil und sofern er ihnen und ihren [[Sinnen]] entspricht. In ihrer [[sinnliche Gewissheit]] erweist sich, wodurch und worin dieser für sie [[wesentlich]] und also gewiss [[wahr]] ist, – warum und wodurch er also ihnen [[substanziell]] &#039;&#039;wesensverwand&#039;&#039; ist. Von daher ist [[Wahrnehmung]] die [[Elementarform]] ihrer [[Erkenntnisse]], die [[Form]], worin für die Menschen ihr [[Gegenstand]], ihr gegenständliches [[Sein]] nicht nur für [[wahr]] genomen, sondern auch bei [[Abwesenheit]] [[wirklich]] wahr ist.Wo sich die Menschen mit sich in ihren [[Sachen]] in dem vereinen, was sie durch ihr [[Wesen]] für einander sind und was sie von einander halten, erweist sich auch die [[Wahrheit]] ihrer [[Verhältnisse]] als ihre Welt, und wird im Verlauf ihrer [[Geschichte]] zu ihrer [[Warnehmungsidentität]]. von ihrer Aussage her (siehe auch [[Sprache]]) wird [[Wahrheit]] ungewiss und von da her zu einem Selbstzweck des [[Denkens]] (siehe [[Teilung der Wahrnehmung]]), zu einer Teleologie zweckhafter [[Beziehungen]], denen ein [[Sinn]] vorangestellt wird, den sie durch nichts erweisen können und der deshalb auch nicht [[bewiesen]] werden kann (siehe hierzu auch [[Gott]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;Die Wahrheit ist ... für Hegel ein Automaton, das sich selbst beweist. Der Mensch hat ihr zu folgen. Wie bei Hegel ist das Resultat der wirklichen Entwickelung nichts anderes als die bewiesene, d.h. zum Bewußtsein gebrachte Wahrheit. Die absolute Kritik kann daher mit dem borniertesten Theologen fragen: Wozu wäre die Geschichte, wenn es nicht ihre Aufgabe wäre, grade diese einfachsten aller Wahrheiten (wie die Bewegung der Erde um die Sonne) zu beweisen?. ([[MEW 2, S. 83]])&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Wahrheit]] kann man weder nehmen noch geben. [[Wahrnehmung]] ist von da her nicht bloßes Auffassen, nicht einfache Kognition als Aufnahme [[anwesender]] [[Gegenstände]], die sie vorfindet. Sie besteht zunächst nur aus dem, was die Menschen darin für sich finden, aus der [[Empfindung]] eines [[Gegenstands]], auf den sie sich [[beziehen]], weil und sofern er ihnen und ihren [[Sinnen]] entspricht. In ihrer [[sinnliche Gewissheit]] erweist sich, wodurch und worin dieser für sie [[wesentlich]] und also gewiss [[wahr]] ist, – warum und wodurch er also ihnen [[substanziell]] &#039;&#039;wesensverwand&#039;&#039; ist. Von daher ist [[Wahrnehmung]] die [[Elementarform]] ihrer [[Erkenntnisse]], die [[Form]], worin für die Menschen ihr [[Gegenstand]], ihr gegenständliches [[Sein]] nicht nur für [[wahr]] genomen, sondern auch bei [[Abwesenheit]] [[wirklich]] wahr ist.Wo sich die Menschen mit sich in ihren [[Sachen]] in dem vereinen, was sie durch ihr [[Wesen]] für einander sind und was sie von einander halten, erweist sich auch die [[Wahrheit]] ihrer [[Verhältnisse]] als ihre Welt, und wird im Verlauf ihrer [[Geschichte]] zu ihrer [[Warnehmungsidentität]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;Wie nach den frühern Teleologen die Pflanzen da sind, um von den Tieren, die Tiere, um von den Menschen gegessen zu werden, so ist die Geschichte da, um zum Konsumtionsakt des theoretischen Essens, des Beweisens zu dienen. Der Mensch ist da, damit die Geschichte, und die Geschichte ist da, damit der Beweis der Wahrheiten da ist. In dieser kritisch trivialisierten Form wiederholt sich die spekulative Weisheit, daß der Mensch, daß die Geschichte da ist, damit die Wahrheit zum Selbstbewußtsein komme. ([[MEW 2, S. 83]])&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;Zwei Dinge erfüllen das Gemüt mit immer neuer und zunehmenden Bewunderung und Ehrfurcht, je öfter und anhaltender sich das Nachdenken damit beschäftigt: Der bestirnte Himmel über mir, und das moralische Gesetz in mir. (Immanuel Kant: Kritik der praktischen Vernunft, A 289)&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Auskunft über sich hat Immanuel Kant (1724-1804) selbst gegeben und damit auch getroffen, was seine &#039;&#039;zwei Seiten&#039;&#039; im Wesentlichen ausmachen: Die [[Metaphysik]] seines Vernunftbegriffs in der &#039;&#039;Kritik der reinen [[Vernunft]]&#039;&#039; und dem praktischen [[Nutzen]] seiner [[Moral]] der [[Aufklärung]], die [[Moral]] der Mündigkeit als wesentliche Aussage eines [[emanzipatorischen]] [[Selbstverständnisses]] in seiner &#039;&#039;Kritik der praktischen Vernunft&#039;&#039;. Beides suchte er zu vereinen in seiner &#039;&#039;Kritik der Urteilskraft&#039;&#039;. Allerdings ist er als erster [[Philosoph]] einer [[allgemeinen]] [[Begrifflichkeit]] [[bürgerlicher]] [[Verständigung]] (siehe auch [[Verstand]]) auf deren Doppelbödigkeit zwischen [[Vernunft]] und [[Moral]] noch jeweils unvermittelbar einseitig verblieben, einerseits in seiner biologischen [[Anthropologie]], die z.B. den [[Nationalsozialisten]] als [[Begründung]] ihrer [[Rassenlehre]] dienen konnte, und dem praktischen [[Moralismus]] seines &#039;&#039;[[Kategorischen Imperativs]]&#039;&#039; auf der anderen Seite, der einen [[Selbstwiderspruch]] im [[bürgerlichen Bewusstsein]] betreiben sollte. Es war ihm mit seiner Auffassung ihrer [[Dialektik]] nicht möglich eine [[wirklich]] [[emanzipatorische]] [[Philosophie]] zu entwickeln, was ihm von einigen der ihm nachfolgenden Denkern vorgehalten wurde, die in seiner &#039;&#039;Kritik der Urteilskraft&#039;&#039; keine [[Beziehung]] anerkennen konnten. Ohne ein [[kritisches]] [[Verhalten]] zur [[Wirklichkeit]] (siehe [[kritische Theorie]]) wird im [[bürgerlichen Bewusstsein]] alles von dem, was eine [[Geschichte]] aufklären könnte, zur [[persönlichen]] [[Selbstbehauptung]] einer [[Vorstellung]] von dem, was es sein könnte oder können soll.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;Die Geschichte wird daher, wie die Wahrheit, zu einer aparten Person, einem metaphysischen Subjekt, dessen bloße Träger die wirklichen menschlichen Individuen sind. Die absolute Kritik bedient sich daher der Phrasen. ([[MEW 2, S. 83]])&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für [[Adorno]] war das wahr, was sich [[identisch]] bleibt. Aber in der [[Wirklichkeit]] der [[Kultur]] verfestigen sich immer mehr Unwahrheiten und auch stetige [[Strukturen]] sind nicht einfach wahr (siehe [[Systemtheorie]]). Unwahrheit ist also weder das Identische an sich, noch das Nichtidentische, wie er dies [[verstanden]] wissen wollte um seine [[negative Dialektik]] als Grundlage einer [[kritischen Theorie]] zu verfassen. Wesentlich für eine Befragung der [[Wahrheit]] ist die Feststellung, dass das [[Identische]] an sich schon einen [[Widersinn]] beinhaltet: Eine [[Wahrheit]] an sich gibt es nicht, weil [[Identität]] lediglich eine [[Reflektion]] der [[Erkenntnis]] gegen [[Täuschung]], eine [[Abstraktion]] für sich ist. Sie kann sich nur durch die Entdeckung vertauschter [[Inhalte]] in ihrer [[widersprüchlichen]] [[Wirklichkeit]] bewahrheiten und in der [[Erkenntnis]] ihrer [[Aufhebung]] verwirklichen, sich in einer erneuerten [[Wirklichkeit]] [[wahr machen]]. [[Wahr]] ist, worin sich [[Empfindungen]] und [[Gefühle]] in dem einig sind, was sie [[wahrhaben]]. [[Phänomenologisches]] Denken behauptet hiergegen die [[Wahrheit]] der einzelnen Phänomene, der [[Erscheinungsweisen]] ihres [[Seins]] (siehe auch [[Seiendes]]), in und durch sich selbst zu [[erkennen]]. Das &#039;&#039;Je-Einzelne&#039;&#039;, jede [[vereinzelte]] [[Wahrnehmung]] sei in der Lage, die Wahrheit ihres [[Daseins]] als Ergebnis aus ihrer [[Gegebenheit]] zu [[erkennen]]. Ihr [[Wesen]] wäre demnach [[unmittelbar]] und ohne weitere [[Bestimmung]] zu [[begreifen]], die [[Empfindungen]] ohne Weiteres und ganz voraussetzungslos und [[gleichgültig]] gegen ihre Lebenszusammenhänge als [[Wahrheit]] ihrer [[Gefühle]] zu erkennen. Doch jedes [[Gefühl]] war aus einer [[Beziehung]] von [[Empfindungen]] entstanden und kann sich hiergegen [[verselbständigen]], entrücken und seinem Ursprung [[widersprechen]]: [[verrückt]] werden. Der [[Widerspruch]] der [[Gefühle]] kann sich aber nicht als Gefühl formulieren, weil er [[selbständig]] durch etwas ganz Anderes (siehe [[Anderssein]]) aus [[Empfindungen]] entstanden ist, die darin ihre Spur verloren haben. In der [[Sprache]] aber lässt sich wie in der [[Kunst]] ihr Werden als gewordenes [[Dasein]] aus ihrer [[Geschichte]] [[erkennen]], also auch [[erschließen]] und hieraus [[begreifen]], was darin zu finden und was im [[Gefühl]] verbunden oder zumindest vermengt, bzw. vermischt ist (siehe auch [[Kitsch]]). Im [[einzelnen]] [[Gefühl]] lässt sich aber nichts anderes [[erkennen]] als das, was sich darin anmuten lässt, Mut macht oder aber sich darin auch nur verloren hat. Das [[Einzelne]] kann ohne seinen [[lebendigen]] Zusammenhang nur [[Interpretation]] der &#039;&#039;[[Eigentlichkeit]]&#039;&#039; ([[Martin Heidegger]]) einer Sinnesreizung, eine bloße Eidetik von [[Erscheinungen]] sein (siehe hierzu [[Phänomenologie]]). Sie muss über die [[Vereinzelung]] ihrer [[Wahrnehmung]] hinaus gelangen, um [[wirklich]] wahr zu sein. Im [[Einzelnen]] herrscht eine bescheidene Wahrheit als Bescheidung einer [[Abstraktion]], als Bescheid über schlichte [[Tatsachen]] und [[Gegebenheiten]]. &#039;&#039;Die Wahrheit ist allgemein, sie gehört nicht mir, sie gehört allen, sie hat mich, ich habe sie nicht. Mein Eigentum ist die Form, sie ist meine geistige Individualität ... Das Wesen des Geistes ist die Wahrheit immer selbst, und was macht ihr zu seinem Wesen? Die Bescheidenheit. Nur der Lump ist bescheiden, sagt Goethe, und zu solchem Lumpen wollt ihr den Geist machen?&#039;&#039; [[(MEW 1, S. 6)]] Was in der [[Wahrnehmung]] im [[Allgemeinen]], in ihrer [[Gesellschaftlichkeit]], [[schlüssig]] ist, worin sie mit sich in ihrem [[Gegenstand]] zum Ende kommt, im [[Ganzen]] ihrer [[Wirklichkeit]] letztendlich mit sich einig wird, ist sie auch [[wirklich]] [[wahr]]. Also ist Wahrheit die Einheit der [[Sinne]] in der [[Erkenntnis]] der [[Wahrnehmungen]] im [[Begriff]] ihrer [[Beziehung]] zu ihren [[Gegenständen]]: [[Wahrnehmungsidentität]] in der [[Erkenntnis]] ihrer [[Beziehungen]] im [[Ganzen]] ihrer [[Verhältnisse]]. Von daher ist sie so [[subjektiv]] wie [[objektiv]]. Menschen lassen sich leicht [[täuschen]], wenn ihre [[Gefühle]] ihren [[Empfindungen]] vorauseilen, ihre [[Wahrnehmung]] durch ihre [[Gefühle]] bestimmen oder ersetzen und von daher nur [[empfinden]] können, was im Vorurteil ihrer [[Gefühlen]], bzw. den [[Absichten]] ihrer [[Psyche]] dienlich ist. Von daher hat dann das [[Gefühl]] in [[Wahrheit]] eine dominante [[Wirkung]] auf die [[Wahrnehmung]] (siehe auch [[Eindruck]]), weil es zwar nicht unbedingt die Urteilskraft, wohl aber die [[Selbstwahrnehmung]] der Menschen bestärkt (siehe auch [[Urteil]]). Von daher ist der [[Anreiz]] einer &#039;&#039;selbstbestimmten&#039;&#039; [[Wahrnehmung]] ein Instrument mächtiger Kommunikationsinteressen (z.B. der [[Kommunikationsindustrie]]) und des [[Populismus]], der darauf zielt, [[Empfindungen]] durch [[Gefühle]] zu [[vertauschen]], die [[Wahrnehmung]] also zu einer durch sich selbst [[verselbständigten]] [[Wahrnehmung]], einer absoluten [[Selbstwahrnehmung]] zu [[verkehren. Aus ihremVerhältniszu ihrerWirklichkeitentwickeltsich eineUrteilskraftdurchabwesendeBezogenheiten, ein jenseitigeWesenausFormalisierungenabstrakterZusammenhänge aus verbliebenenKenntnissen, welche dieInterpretationenabstrakterErkenntnisseerregenund schützen (sieheCharakterpanzerung). Unwahr ist das, was wir nichtwahrnehmenvon dem, was wirwahrhaben. DieWahrnehmungist daher die einzige Grundlage zur Bildung einerWahrheitzurErkenntnisihresabwesendenWesens.]] [[Wahrnehmung]] kann also [[getäuscht]] werden wenn sie [[fremde]] [[Absichten]] nicht erkennt und ihre Wahrheit hierdurch ausgetrieben, abgelenkt und auf das Reich der [[Sehnsüchte]] und ihrer [[Vorstellungen]] abgestellt und hierdurch selbst [[abstrahiert]] und [[entwirklicht]] wird. In der Folge und auf Dauer wird die [[Wahrnehmung]] im Großen und [[Ganzen]] von [[fremden]] [[Grundstimmungen]] [[getrieben]] und ihr [[Erkenntnisinteresse]] durch die [[Kraft]] ihrer Bedrängungen entzweit, durch ihre [[Abstraktionskraft]] [[entfremdet]]. Ein [[abstraktes]] [[Erkenntnisinteresse]] tötet den Sinn seiner [[Wahrnehmungen]] ab und macht [[Angst]] und [[deprimiert]] sie. Das [[objektiv]] [[Einzelne]] wird durch den [[subjektiven]] [[Gehalt]] ihrer isolierten [[Wahrnehmung]] [[verallgemeinert]] und mit ihrer [[Objektivität]] [[vertauscht]] oder verfälscht, durch die [[Abstraktionskraft]] der [[Formen]] ihrer Zusammenhänge [[entwirklicht]]. Von daher [[überreizt]], werden ihre [[Inhalte]] durch ihre Form ausgeschlossen (siehe [[Ausschließlichkeit]]), in ihr Gegenteil [[verkehrt]] ([[pervertiert]]), verdrängt (siehe [[verdrängung]]), entstellt (siehe z.B. [[Double-Bind]]), überfrachtet (siehe auch [[Ästhetisierung]]), entfremdet (siehe [[Entfremdung]]), [[einverleibt]] (siehe [[Symbiose]]), erdrückt (siehe [[Depression]]), beeindruckt (siehe [[Eindruck]]), verurteilt (siehe [[ästhetisches Urteil]]) oder in ihr Gegenteil [[verkehrt]] wird (siehe hierzu auch [[Wiederholungszwang]]). Für sich genomen ist [[Wahrheit]] die [[Identität]] einer [[Erkenntnis]] von dem was ist, mit der [[Wirklichkeit]] seines [[Daseins]], wie es im [[einzelnen]] und [[allgemeinen]] [[Sosein]] auch [[wirklich]] identisch bleibt und also wahr ist. Aber es ist eine Unwahrheit nicht einfach das Nichtidentische, wie es [[Adorno]] [[verstanden]] wissen will. Es kann das Gegenteil der Wahrheit nur ihre [[Fremdbestimmung]] durch [[vertauschte]] [[Inhalte]] sein, die sowohl [[politisch]] als [[gesellschaftliche]] Formationen des [[Warentauschs]] oder [[psychisch]] als [[Täuschung]] der [[Wahrnehmung]] von Menschen, die diese zur [[Selbstentfremdung]] [[bestimmen]]. [[Wahrheit]] kann also nur die [[Identität]] einer [[Erkenntnis]] von dem was ist, mit der [[Wirklichkeit]] seines [[Daseins]], wie es im [[einzelnen]] und [[allgemeinen]] [[Sosein]] auch [[wirklich]] wahr ist. Von daher gibt es keine [[einzelne]] und auch keine [[allgemeine]] [[Wahrheit]] an sich und durch sich. Jede ist nur durch die andere. Und dies macht die [[theoretische]] Konsistenz einer [[Wissenschaft]] aus. Von daher ist [[Wahrheit]] nur im [[Ganzen]] zu erkennen. Darin allerdings hatte [[Adorno]] einen [[Totalitarismus]] sehen wollen, dem er ein absolutistisches [[Interesse]] unterstellte und dies deshalb im Gegensatz zum [[historischen Materialismus]] von Karl Marx mit der Behauptung stellte, dass das [[Ganze]] überhaupt nur der Anspruch eines [[totalitären]] Denkens wäre und deshalb die Unwahrheit schlechthin sei. Obwohl er das Denken von Karl Marx und Ludwig Feuerbach im Großen und Ganzen hernahm, wenn er sich damit als kritischer Theoretiker vorstellen konnte (siehe [[Kritische Theorie]]), stellte er deren [[Kritik]] hinterrücks einfach wieder auf den Kopf, Dieses Unterfangen war allerdings längst von Karl Marx in der Auseiandersetzung mit [[Ludwig Feuerbach]] ausführlich beantwortet worden (siehe hierzu auch [[Feuerbachthesen]]): &#039;&#039;Feuerbach ist der einzige, der ein ernsthaftes, ein kritisches Verhältnis zur Hegelschen Dialektik hat und wahrhafte Entdeckungen auf diesem Gebiete gemacht hat, überhaupt der wahre Überwinder der alten Philosophie ist. Die Größe der Leistung und die geräuschlose Einfachheit, womit F[euerbach] sie der Welt gibt, stehn in einem wunderlichen Gegensatz zu dem umgekehrten Verhältnis. Feuerbachs große Tat ist: 1. der Beweis, daß die Philosophie nichts andres ist als die in Gedanken gebrachte und denkend ausgeführte Religion; eine andre Form und Daseinsweise der Entfremdung des menschlichen Wesens; also ebenfalls zu verurteilen ist; 2. die Gründung des wahren Materialismus und der reellen Wissenschaft, indem Feuerbach das gesellschaftliche Verhältnis &#039;&#039;des Menschen zum Menschen&#039;&#039; ebenso zum Grundprinzip der Theorie macht; 3. indem er der Negation der Negation, die das absolut Positive zu sein behauptet, das auf sich selbst ruhende und positiv auf sich selbst begründete Positive entgegenstellt. Feuerbach erklärt die Hegelsche Dialektik – (und begründet dadurch den Ausgang vom Positiven, vom Sinnlich-Gewissen) – folgendermaßen: Hegel geht aus von der Entfremdung (logisch: dem Unendlichen, abstrakt Allgemeinen) der Substanz, der absoluten und fixierten Abstraktion. – D.h. populär ausgedrückt, er geht von der Religion und Theologie aus.verl Drittens: Er hebt das Positive wieder auf, stellt die Abstraktion, das Unendliche, wieder her. Wiederherstellung der Religion und Theologie. Feuerbach faßt also die Negation der Negation nur als Widerspruch der Philosophie mit sich selbst auf, als die Philosophie, welche die Theologie (Transzendenz etc.) bejaht, nachdem sie dieselbe verneint hat, also im Gegensatz zu sich selbst bejaht. Die Position oder Selbstbejahung und Selbstbestätigung, die in der Negation der Negation liegt, wird für eine ihrer selbst noch nicht sichere, darum mit ihrem Gegensatz behaftete, an sich selbst zweifelnde und darum des Beweises bedürftige, also nicht durch ihr Dasein sich selbst beweisende, als nicht eingestandne Position gefaßt und darum ihr direkt und unvermittelt die sinnlich gewisse, auf sich selbst gegründete Position entgegengestellt. Aber indem Hegel die Negation der Negation – der positiven Beziehung nach, die in ihr liegt, als das wahrhaft und einzig Positive, der negativen Beziehung nach, die in ihr liegt, als den einzig wahren Akt und Selbstbetätigungsakt alles Seins – aufgefaßt hat, hat er nur den abstrakten, logischen, spekulativen Ausdruck für die Bewegung der Geschichte gefunden, die noch nicht wirkliche Geschichte des Menschen als eines vorausgesetzten Subjekts, sondern erst Erzeugungsakt, Entstehungsgeschichte des Menschen ist.&#039;&#039; [[(Marx in MEW 40, Seite 568ff)]] kennbar wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Phänomenologisches]] Denken behauptet hiergegen die [[Wahrheit]] der einzelnen Phänomene, der [[Erscheinungsweisen]] ihres [[Seins]] (siehe auch [[Seiendes]]), in und durch sich selbst zu [[erkennen]]. Das &#039;&#039;Je-Einzelne&#039;&#039;, jede [[vereinzelte]] [[Wahrnehmung]] sei in der Lage, die Wahrheit ihres [[Daseins]] als Ergebnis aus ihrer [[Gegebenheit]] zu [[erkennen]]. Ihr [[Wesen]] wäre demnach [[unmittelbar]] und ohne weitere [[Bestimmung]] zu [[begreifen]], die [[Empfindungen]] ohne Weiteres und ganz voraussetzungslos und [[gleichgültig]] gegen ihre Lebenszusammenhänge als [[Wahrheit]] ihrer [[Gefühle]] zu erkennen. Doch jedes [[Gefühl]] war aus einer [[Beziehung]] von [[Empfindungen]] entstanden und kann sich hiergegen [[verselbständigen]], entrücken und seinem Ursprung [[widersprechen]]: [[verrückt]] werden. Der [[Widerspruch]] der [[Gefühle]] kann sich aber nicht als Gefühl formulieren, weil er [[selbständig]] durch etwas ganz Anderes (siehe [[Anderssein]]) aus [[Empfindungen]] entstanden ist, die darin ihre Spur verloren haben. In der [[Sprache]] aber lässt sich wie in der [[Kunst]] ihr Werden als gewordenes [[Dasein]] aus ihrer [[Geschichte]] [[erkennen]], also auch [[erschließen]] und hieraus [[begreifen]], was darin zu finden und was im [[Gefühl]] verbunden oder zumindest vermengt, bzw. vermischt ist (siehe auch [[Kitsch]]). Im [[einzelnen]] [[Gefühl]] lässt sich aber nichts anderes [[erkennen]] als das, was sich darin anmuten lässt, Mut macht oder aber sich darin auch nur verloren hat. Das [[Einzelne]] kann ohne seinen [[lebendigen]] Zusammenhang nur [[Interpretation]] der &#039;&#039;[[Eigentlichkeit]]&#039;&#039; ([[Martin Heidegger]]) einer Sinnesreizung, eine bloße Eidetik von [[Erscheinungen]] sein (siehe hierzu [[Phänomenologie]]). Sie muss über die [[Vereinzelung]] ihrer [[Wahrnehmung]] hinaus gelangen, um [[wirklich]] wahr zu sein. Im [[Einzelnen]] herrscht eine bescheidene Wahrheit als Bescheidung einer [[Abstraktion]], als Bescheid über schlichte [[Tatsachen]] und [[Gegebenheiten]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;Die Wahrheit ist allgemein, sie gehört nicht mir, sie gehört allen, sie hat mich, ich habe sie nicht. Mein Eigentum ist die Form, sie ist meine geistige Individualität ...&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;Das Wesen des Geistes ist die Wahrheit immer selbst, und was macht ihr zu seinem Wesen? Die Bescheidenheit. Nur der Lump ist bescheiden, sagt Goethe, und zu solchem Lumpen wollt ihr den Geist machen? [[(MEW 1, S. 6)]]&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was in der [[Wahrnehmung]] im [[Allgemeinen]], in ihrer [[Gesellschaftlichkeit]], [[schlüssig]] ist, worin sie mit sich in ihrem [[Gegenstand]] zum Ende kommt, im [[Ganzen]] ihrer [[Wirklichkeit]] letztendlich mit sich einig wird, ist sie auch [[wirklich]] [[wahr]]. Also ist Wahrheit die Einheit der [[Sinne]] in der [[Erkenntnis]] der [[Wahrnehmungen]] im [[Begriff]] ihrer [[Beziehung]] zu ihren [[Gegenständen]]: [[Wahrnehmungsidentität]] in der [[Erkenntnis]] ihrer [[Beziehungen]] im [[Ganzen]] ihrer [[Verhältnisse]]. Von daher ist sie so [[subjektiv]] wie [[objektiv]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Menschen lassen sich leicht [[täuschen]], wenn ihre [[Gefühle]] ihren [[Empfindungen]] vorauseilen, ihre [[Wahrnehmung]] durch ihre [[Gefühle]] bestimmen oder ersetzen und von daher nur [[empfinden]] können, was im Vorurteil ihrer [[Gefühlen]], bzw. den [[Absichten]] ihrer [[Psyche]] dienlich ist. Von daher hat dann das [[Gefühl]] in [[Wahrheit]] eine dominante [[Wirkung]] auf die [[Wahrnehmung]] (siehe auch [[Eindruck]]), weil es zwar nicht unbedingt die Urteilskraft, wohl aber die [[Selbstwahrnehmung]] der Menschen bestärkt (siehe auch [[Urteil]]). Von daher ist der [[Anreiz]] einer &#039;&#039;selbstbestimmten&#039;&#039; [[Wahrnehmung]] ein Instrument mächtiger Kommunikationsinteressen (z.B. der [[Kommunikationsindustrie]]) und des [[Populismus]], der darauf zielt, [[Empfindungen]] durch [[Gefühle]] zu [[vertauschen]], die [[Wahrnehmung]] also zu einer durch sich selbst [[verselbständigten]] [[Wahrnehmung]], einer absoluten [[Selbstwahrnehmung]] zu [[verkehren. Aus ihremVerhältniszu ihrerWirklichkeitentwickeltsich eineUrteilskraftdurchabwesendeBezogenheiten, ein jenseitigeWesenausFormalisierungenabstrakterZusammenhänge aus verbliebenenKenntnissen, welche dieInterpretationenabstrakterErkenntnisseerregenund schützen (sieheCharakterpanzerung). Unwahr ist das, was wir nichtwahrnehmenvon dem, was wirwahrhaben. DieWahrnehmungist daher die einzige Grundlage zur Bildung einerWahrheitzurErkenntnisihresabwesendenWesens.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Wahrnehmung]] kann also [[getäuscht]] werden wenn sie [[fremde]] [[Absichten]] nicht erkennt und ihre Wahrheit hierdurch ausgetrieben, abgelenkt und auf das Reich der [[Sehnsüchte]] und ihrer [[Vorstellungen]] abgestellt und hierdurch selbst [[abstrahiert]] und [[entwirklicht]] wird. In der Folge und auf Dauer wird die [[Wahrnehmung]] im Großen und [[Ganzen]] von [[fremden]] [[Grundstimmungen]] [[getrieben]] und ihr [[Erkenntnisinteresse]] durch die [[Kraft]] ihrer Bedrängungen entzweit, durch ihre [[Abstraktionskraft]] [[entfremdet]]. Ein [[abstraktes]] [[Erkenntnisinteresse]] tötet den Sinn seiner [[Wahrnehmungen]] ab und macht [[Angst]] und [[deprimiert]] sie. Das [[objektiv]] [[Einzelne]] wird durch den [[subjektiven]] [[Gehalt]] ihrer isolierten [[Wahrnehmung]] [[verallgemeinert]] und mit ihrer [[Objektivität]] [[vertauscht]] oder verfälscht, durch die [[Abstraktionskraft]] der [[Formen]] ihrer Zusammenhänge [[entwirklicht]]. Von daher [[überreizt]], werden ihre [[Inhalte]] durch ihre Form ausgeschlossen (siehe [[Ausschließlichkeit]]), in ihr Gegenteil [[verkehrt]] ([[pervertiert]]), verdrängt (siehe [[verdrängung]]), entstellt (siehe z.B. [[Double-Bind]]), überfrachtet (siehe auch [[Ästhetisierung]]), entfremdet (siehe [[Entfremdung]]), [[einverleibt]] (siehe [[Symbiose]]), erdrückt (siehe [[Depression]]), beeindruckt (siehe [[Eindruck]]), verurteilt (siehe [[ästhetisches Urteil]]) oder in ihr Gegenteil [[verkehrt]] wird (siehe hierzu auch [[Wiederholungszwang]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für sich genomen ist [[Wahrheit]] die [[Identität]] einer [[Erkenntnis]] von dem was ist, mit der [[Wirklichkeit]] seines [[Daseins]], wie es im [[einzelnen]] und [[allgemeinen]] [[Sosein]] auch [[wirklich]] identisch bleibt und also wahr ist. Aber es ist eine Unwahrheit nicht einfach das Nichtidentische, wie es [[Adorno]] [[verstanden]] wissen will. Es kann das Gegenteil der Wahrheit nur ihre [[Fremdbestimmung]] durch [[vertauschte]] [[Inhalte]] sein, die sowohl [[politisch]] als [[gesellschaftliche]] Formationen des [[Warentauschs]] oder [[psychisch]] als [[Täuschung]] der [[Wahrnehmung]] von Menschen, die diese zur [[Selbstentfremdung]] [[bestimmen]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Wahrheit]] kann also nur die [[Identität]] einer [[Erkenntnis]] von dem was ist, mit der [[Wirklichkeit]] seines [[Daseins]], wie es im [[einzelnen]] und [[allgemeinen]] [[Sosein]] auch [[wirklich]] wahr ist. Von daher gibt es keine [[einzelne]] und auch keine [[allgemeine]] [[Wahrheit]] an sich und durch sich. Jede ist nur durch die andere. Und dies macht die [[theoretische]] Konsistenz einer [[Wissenschaft]] aus. Von daher ist [[Wahrheit]] nur im [[Ganzen]] zu erkennen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Darin allerdings hatte [[Adorno]] einen [[Totalitarismus]] sehen wollen, dem er ein absolutistisches [[Interesse]] unterstellte und dies deshalb im Gegensatz zum [[historischen Materialismus]] von Karl Marx mit der Behauptung stellte, dass das [[Ganze]] überhaupt nur der Anspruch eines [[totalitären]] Denkens wäre und deshalb die Unwahrheit schlechthin sei. Obwohl er das Denken von Karl Marx und Ludwig Feuerbach im Großen und Ganzen hernahm, wenn er sich damit als kritischer Theoretiker vorstellen konnte (siehe [[Kritische Theorie]]), stellte er deren [[Kritik]] hinterrücks einfach wieder auf den Kopf, Dieses Unterfangen war allerdings längst von Karl Marx in der Auseiandersetzung mit [[Ludwig Feuerbach]] ausführlich beantwortet worden (siehe hierzu auch [[Feuerbachthesen]]):&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;Feuerbach ist der einzige, der ein ernsthaftes, ein kritisches Verhältnis zur Hegelschen Dialektik hat und wahrhafte Entdeckungen auf diesem Gebiete gemacht hat, überhaupt der wahre Überwinder der alten Philosophie ist. Die Größe der Leistung und die geräuschlose Einfachheit, womit F[euerbach] sie der Welt gibt, stehn in einem wunderlichen Gegensatz zu dem umgekehrten Verhältnis. Feuerbachs große Tat ist: 1. der Beweis, daß die Philosophie nichts andres ist als die in Gedanken gebrachte und denkend ausgeführte Religion; eine andre Form und Daseinsweise der Entfremdung des menschlichen Wesens; also ebenfalls zu verurteilen ist; 2. die Gründung des wahren Materialismus und der reellen Wissenschaft, indem Feuerbach das gesellschaftliche Verhältnis des Menschen zum Menschen ebenso zum Grundprinzip der Theorie macht; 3. indem er der Negation der Negation, die das absolut Positive zu sein behauptet, das auf sich selbst ruhende und positiv auf sich selbst begründete Positive entgegenstellt. Feuerbach erklärt die Hegelsche Dialektik – (und begründet dadurch den Ausgang vom Positiven, vom Sinnlich-Gewissen) – folgendermaßen: Hegel geht aus von der Entfremdung (logisch: dem Unendlichen, abstrakt Allgemeinen) der Substanz, der absoluten und fixierten Abstraktion. – D.h. populär ausgedrückt, er geht von der Religion und Theologie aus.verl Drittens: Er hebt das Positive wieder auf, stellt die Abstraktion, das Unendliche, wieder her. Wiederherstellung der Religion und Theologie. Feuerbach faßt also die Negation der Negation nur als Widerspruch der Philosophie mit sich selbst auf, als die Philosophie, welche die Theologie (Transzendenz etc.) bejaht, nachdem sie dieselbe verneint hat, also im Gegensatz zu sich selbst bejaht. Die Position oder Selbstbejahung und Selbstbestätigung, die in der Negation der Negation liegt, wird für eine ihrer selbst noch nicht sichere, darum mit ihrem Gegensatz behaftete, an sich selbst zweifelnde und darum des Beweises bedürftige, also nicht durch ihr Dasein sich selbst beweisende, als nicht eingestandne Position gefaßt und darum ihr direkt und unvermittelt die sinnlich gewisse, auf sich selbst gegründete Position entgegengestellt. Aber indem Hegel die Negation der Negation – der positiven Beziehung nach, die in ihr liegt, als das wahrhaft und einzig Positive, der negativen Beziehung nach, die in ihr liegt, als den einzig wahren Akt und Selbstbetätigungsakt alles Seins – aufgefaßt hat, hat er nur den abstrakten, logischen, spekulativen Ausdruck für die Bewegung der Geschichte gefunden, die noch nicht wirkliche Geschichte des Menschen als eines vorausgesetzten Subjekts, sondern erst Erzeugungsakt, Entstehungsgeschichte des Menschen ist. [[(Marx in MEW 40, Seite 568ff)]]&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weil [[Adorno]] als [[Kritiker]] des [[Positivismus]] zugleich den Ausgangspunkt der [[Kritik]] schon im [[reinen]] [[Denken]] [[begriffen]] haben wollte, hatte er sein Denken gegen jeden positiven Ausgang gestellt und damit eine [[&#039;&#039;Negativen Dialektik&#039;&#039;]] begründet. Hierdurch konnte er sich als durch sich selbst schon freien Denker [[popularisieren]] und seine [[Kritik]] mit seiner alles überwindenden [[Philosophie]] einer [[negativen]] [[Wahrheit]] bestimmen. Und dies durch eine spärlichen, weil [[abstrakt]] verbleibenden Einwand eines freien und also [[unendlichen]] Intellekts einer gedanklichen [[Ewigkeit]], der sich selbst überwinden musste, um seine Positivität aus sich heraus oder durch die Jenseitigkeit einer [[künstlerischen]] [[Empfindung]] zu [[entwickeln]]. So wurde er vor allem selbst zur Kultfigur von [[bildungsbürgerlichen]] Literaturkonsumenten und deformierte im Bezug auf die theoretischen Grundaussagen von Marx mit seinen Rückgriff auf den [[Begriff]] des [[Warenfetischismus]] zum Hinterhalt einer im Grunde antimarxistischen [[Theorie]] bei, die seiner [[Negativen Dialektik]] mit seinem [[Verstand]] von einem richtigen, einem gegen das [[Falsche]] bereinigten [[Leben]] einen [[revolutionären]] [[Totalzitarismus]] des teinen [[Denkens]] einhauchte. Mit seinem [[Verstand]] vom &#039;&#039;richtigen Leben&#039;&#039; sollten schließlich die [[wirklichen]] [[Verhältnissen]] des [[Warentauschs]] und des hierdurch [[fetischisierten]] [[Bewusstseins]] zumindest [[psychologisch]] identifizierbar und ebenso überwindbar sein (siehe hierzu [[Subjektkritik]])&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So kam zu Adornos Gefallen an einer überlebensgroßen [[Kultur]] der [[Kunst]] die Theorie vom &#039;&#039;richtigen Leben&#039;&#039; hinzu, das dem &#039;&#039;falschen Leben&#039;&#039; entgegen zu stellen wäre (siehe [[Leben]]), weil es dessen &#039;&#039;Beschädigungen&#039;&#039; abwenden könne. Dies hatte qllerdings jede [[kritische]] [[Erkenntnis]] von ihrem [[wirklichen]] [[Sinn]] frei geschlagen und sich in dem [[Moralismus]] einer intellektuellen Eigenmächtigkeit durch die [[Selbstgerechtigkeit]] eines [[philosophisch]] abgehobenen [[Bewusstseins]] fortgebildet, wie sie auch schon mal vom [[Existenzialismus]] [[Martin Heideggers]] angelegt war, der allerdings stattdessen eine [[Fundamentalontologie]] der [[Erkenntnis]] von [[Wahrheit]] über den [[Sinn]] des [[Seins]] als sinnliches [[Bewusstsein]] im [[Dasein]] der Menschen entwickelte. Er war von daher in seinem [[reaktionären]] Anliegen vielleicht auch nur &#039;&#039;ehrlicher&#039;&#039; als [[Adorno]], den man als Begründer eines [[reaktionären Marxismus]] ansehen kan. Es scheint, als ob Heidegger ihn wieder abgelöst hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine [[Erkenntnis]] unterstellt immer schon eine [[Wirklichkeit]] und [[Wahrheit]]Bestimmung der [[Wahrheit]]politischen Kultur (siehe auch [[Wahrheit]]Stimme), die [[sinnlich gewiss]] wäre, wenn die Menschen darin ihre Entfremdung von sich und von ihrer Gesellschaft durch deren [[realen Abstraktionen]] hindurch erkennen können, Eine Vermittlung der Wahrnehmungen für die [[Erkenntnis]] ihrer einzigartigen Empfindungenrnu. Dies nterstellt aller dings [[Sinne]], in denen und durch diese sich ihrer [[selbst]] unzweifelhaft, ihrer zwischenmenschlichen [[Wahrnehmung]] also ohne jeden [[Zweifel]] [[gewiss]] sind. Das ganze Interesse ihres Erkenntnisvermögenns hat es eben einfach nötig, im Menschen [[ganz]] das zu [[empfinden]], was außer sich und also außer dem ist, was er finden kann, was also nur [[sinnlich gewiss]] ist, wenn diese [[Empfindung den]] in Wahrheit als [[Ganzes]], als das nimmt, was es im Zusammenhang seiner [[Erfahrungen]] wirklich [[wahrhatte]] und sich von daher nicht [[täuschen]] lässt. Worin sie übereinstimmen wid zur Form ihres Zusammenhangs, zur Stimmung, worin sie ihre abstrakten Wahrnehmungen identifizieren. Worin Menschen ihren Gegenstand nicht ganz begreifen können, weil sie voneinander vereinzelt und isoliert leben, sich mit ihrer Wahrnehmng als [[Ganzes]] nicht einer allen gemeinen [[Erkenntnis]] zuwenden können, werden auch die Elemete ihrer Wahrnehmung zerteilt und von dem abgetrennt, was sie in ihren Empfindungen und Gefühlen wirklich wahrhaben. Ähnlich der warenförmigen [[Vermittlung]] der Arbeitsprodukte wird in der [[politischen Kultur]] die Stimmunng zur [[Form]] der [[allengemeinen]] [[Vermittlung]] gesellschaftlicher W[[Selbstveredelung]]ahrnehmungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein [[Wesen]] kann nur im [[Ganzen]] wahr sein. Um einen [[Sinn]] für das [[Ganze]] zu bilden (siehe [[Sinnbildung]]) ist dessen [[Wesen]] im [[Einzelnen]] wie auch im [[Allgemeinen]] zu [[ergründen]]. Und um schließlich in der [[Auftrennung]] der [[Wahrmehmung]] auch die [[Wesensnot]] der Menschen als [[Entfremdung]] von der [[Natur]] ihres Wesens in ihnen und durc sie selbst er, ihrer Gattung zu erklären, kompliziert sich das [[Wesen]] ihrer [[Erkenntnis]] in den [[Lebensverhältnissen]] der Menschen, worin sie [[isoliert]] [[Einzeln]] zwischen sich und anderen [[existieren]]. In ihrem [[Dazwischensein]] können sie nur [[abstrakt allgemein]] miiteilen und [[vermitteln]] und sollen sich darin dennoch ihrer selbst [[bewusst sein]]. Die Wahrheit eines solchen [[Selbstbewusstseins]] verlangt nach einem [[allgemeinen]], nach einem [[gesellschaftlichen]] [[V]] der [[Erkenntnis]], das über die vereinzelten [[Wahrnehmungen]] hinaus sich auch deren [[abwesenden]] [[Substanzen]] gewiss werden kann. Im Besonderen lässt sich ihre Einzelheit in der Einheit ihrer [[allgemeinen]], ihrer [[abstrakt menschlichen Sinnlichkeit]] auch so [[allgemein]] begreifen, wie sie im [[Allgemeinen]] auch durch das [[Begreifen]] ihrer [[wirklichen]] [[Lebensverhältnisse]] als vereinzelte Sinnlichkeit erkannt werden kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[bürgerliche Gesellschaft]] war die erste [[Gesellschaft]], in der sich die Menschen durch die Modernisierung (siehe [[Moderne]]) ihrer [[Produktionsmittel]] freiwillig isoliert hatten (Marx). Über ihre [[Veräußerungen]] durch moderne [[Technologien]] konnten sie zwar die [[persönlichen]] Bindungen des [[Feudalismus]] überwinden. vereinsamten aber in der [[Vergesellschaftung]] ihrer [[wirklichen]] [[Beziehungen]] durch den [[Warentausch]], durch die [[Gesellschaftlichkeit]] abstrakt bestimmter, also [[entäußerter]] [[Lebensäußerungen]] der [[burgherrlichen]] [[Lebensverhältnisse]]. Ihr gesellschaftlicher Zusammenhang existiert darin eben nur gebrochen in der [[Form]] ihrer Erzeugnisse, einer ungeheueren Warensammlung, in der ihr [[Reichtum]] existiert. Sie kann durch die [[Teilung der Arbeit]] und dem [[Dasein]] der Produkte nur in der [[Form]] unzähliger [[Trennungen]] existieren. Da[[Ganze]] der Getrenntheiten in ihren [[Verhältnissen]] kann daher als solches nur [[wahr]] sein, wenn das [[Einzelne]] darin wenigstens als [[abstrakten]] [[Beziehung]] auf das Ganze bewahrt ist. Und das Einzelne kann im [[Ganzen]] nur [[wahr]] sein, weil es seiner selbst nur im [[Ganzen]] [[wirklich]] ist. Und es ist sich durch seine [[Wirkungen]] im Ganzen gewahr, weil es durch seine [[Einzelheit]] das [[Ganze]] bildet und sich daher auch nur als Einzelnes im [[Ganzen]] erkennen kann - weil es darin eben sich selbst in seiner [[Allgemeinheit]] [[wahrhat]] die aus ihm begründet ist. Denn dies geht ihr [[geschichtlich]] voraus, bevor es allgemein (siehe auch [[Begriff]]) existieren, [[gesellschaftlich]] [[wesentlich]] werden kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Allerdings bewegt sich in der [[Religion]] noch das Allgemeine als [[abstrakter]] Mensch vom Himmel herunter und steigt auch dahin wieder auf. Aber der [[Übermensch]] umarmt den [[wirklichen]] Menschen um seine [[Isolation]] zu beherschen, seine Spaltung (siehe auch [[Teilung]]) zu [[totalisieren]] und sie ihm als allgemeine [[Notwendigkeit]] des [[Lebens]] mitzutilen, Der [[abstrakt allgemein]]e Mensch herrscht durch den [[Tod]] und verachtet den Menschen und seine [[Wirklichkeit]], weil sie die [[Notwendigkeit]] seiner wirklichen [[Wesensnot]] ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Erkenntnis]] kann nur entstehen, wo die Frage nach ihrer [[Wahrheit]] schon in ihrer [[Wahrnehmung]] aufgelöst, wo also [[Täuschung]] ausgeschlossen ist. Aber [[Täuschung]] erscheint heute allmächtig, weil die [[Medien]] und [[Methoden]] der [[Wissenschaften]] selbst schon ihre [[Wahrnehmung]] von vorn herein relativieren, sie wie Produkte einer bloßen [[Gegebenheit]] (siehe hierzu [[Positivismus]]) oder einer Lebenskonstruktion begriffen wissen wollen (siehe hierzu [[Konstruktivismus]]), und sei diese auch nur [[strukturell]] vorauszusetzen (siehe [[Strukturalismus]]). Was durch &#039;&#039;täuschend echte&#039;&#039; Imagination mit den [[Algorithmen]] der &#039;&#039;technischen Intelligenz&#039;&#039; gemacht werden kann, lässt sich leicht [[kulturpolitisch]] normativ verwenden und praktisch jede [[Persönlichkeit]] herstellen oder verfälschen. Wer [[Erkenntnisse]] nur [[persönlich]] machen kann, wird sich jenseits aller [[gegenständliche]] [[Beziehung]] in [[zwischenmenschlichen Verhältnissen]] und den Konflikten ihrer [[Selbstwahrnehmungen]] und ihrem [[selbstgerechten]] [[Moralismus]] (siehe [[Spießertum]]) aufreiben müssen - um darin vielleicht eine &#039;&#039;wahre Persönlichkeit&#039;&#039; mit einer durch ihren [[Selbstwert]] [[abgetöteten Wahrnehmung]] zu werden (siehe [[Selbstveredelung]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vor aller [[Erkenntnis]] muss daher schon ein [[Sinn]] für Wahrheit durch die Auflösung von [[Enttäuschungen]] [[entwickelt]] sein, wie er in einer Gesellschaft [[beliebig]] [[austauschbarer]] [[Beziehungen]] zwangsläufig nötig ist. Um die [[Wahrnehmung]] als Zeugnis des [[Lebens]] zu [[begreifen]] musss ihre [[elementare]] [[Beziehung]] zu ihrem [[Gegenstand]], ihre [[Empfindung]] im [[Verhältnis]] zu ihren [[Gefühlen]] bewahrt und [[sinnlich]] bewährt sein und bedarf von daher auch der [[Analyse]] einer dem entsprechend [[politischen Ästhetik]], eines [[Kults]] der [[Selbstwahrnehmung]] in einer [[Gesellschaft]] der [[Selbstgefühle]], in der die [[Ideale]] über jede [[Wirklichkeit]] herrschen (siehe hierzu auch [[abstrakt menschliche Gesellschaft]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zwischen den [[Ideen]] und ihrer [[Wirklichkeit]] herrschen [[Ideologien]], die nicht [[wirklich]] wahr sein könen, weil sie keinen [[Sinn]] durch sich selbst haben und finden, nichts wirklich [[empfinden]] können, weil sie Sinn an sich gegen Sinn für sich, weil sie [[widersinnig]] sind, ihren Sinn aus sich selbst folgern und zugleich sich hierdurch begründen. Wahrheit ist die Auflösung von [[Widersinnigkeiten]] ihrer [[Selbstgerechtigkeit]] (siehe auch [[Moral]]) durch die [[analytische]] Aufklärung und [[Erklärung]] einer tautologischen [[Beziehung]] (siehe [[Selbstbeziehung]]) von [[Grund]] und [[Folge]], die in eine unendlichen Beziehung geraten ist. Darin gelten sich [[Ursache]] und [[Wirkung]] substanziell gleich, sind in ihrer [[Gleichgültigkeit]] [[ausschließlich]] an einander und durch einander identifiziert und daher wesentlich ununterscheidbar geworden (siehe hierzu auch [[Positivismus]]), in ihrer [[Anwesenheit]] zugleich [[abwesend]]. So besteht der Sinn ihrer [[Geschichte]] nur aus bloßen [[Tatsachen]], die sich durch ihre Folgerungen im [[Verhalten]] ihrer [[Verhältnisse]] begründen und antreiben, sich nurmehr im [[Trieb]] ihrer [[Gewohnheiten]] als Produzenten und Produkte ihrer [[Scheinwelt]] bestimmen und wiederfinden, sich in dem [[erkennen]], worin sie sich schon vor aller [[Erfahrung]] [[kennen]] (siehe auch [[Gedankenabstraktion]], [[Realabstraktion]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Wahrheit gibt es keinen Anfang und kein Ende der [[Erkenntnis]] - sie selbst macht [[Geschichte]] und ist nur durch sie (siehe hierzu [[Historischer Materialismus]]). Bevor ein [[Einzelnes]] sich [[kennt]], war es schon in [[allem gemein]] von dem, was ist (siehe [[Sein]]). Im [[Glauben]] an ihre [[persönliche]] [[Selbstverwirklichung]] verwirklichen [[Ideologien]] aber nur den [[Widersinn]] einer [[Selbsttäuschiung]] über ihre persönliche [[Identität]], eine [[Täuschung]], die nicht [[enttäuscht]] sein will und daher in den [[Absichten]] einer ihnen [[fremden]] und daher [[verkehrten]] [[Wahrnehmungsidentität]], aus der [[Verkehrung]] ihrer Bewahrheitung gegen das, was sie [[wahrhat]] zu sich kommt (siehe auch [[hermeneutischer Zirkel]]). Die Umkehr solcher [[Wahrnehmung]] kann zunächst nur durch konsistente, also widerspruchsfreie Darstellung ihrer [[Verhältnisse]] bewahrheitet werden, aus der auch der [[Grund]] ihrer [[Selbsttäuschung]] erklärlich wird. Hierdurch wird auch deren [[Absicht]] aus der [[Reduktion]] ihres [[Wesens]] auf die [[Erscheinungen]] aus den [[Tatsachen]] ihres [[Daseins]] deutlich, als Rückbeziehung, als re-ligio auf die Kreisläufe in deren [[Abstraktionen]] bezogen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;Die Religion ist die allgemeine Theorie dieser Welt, ihr enzyklopädisches Kompendium, ihre Logik in populärer Form, ihr spiritualistischer Point-d&#039;honneur [Ehrenpunkt], ihr Enthusiasmus, ihre moralische Sanktion, ihre feierliche Ergänzung, ihr allgemeiner Trost- und Rechtfertigungsgrund. Sie ist die phantastische Verwirklichung des menschlichen Wesens, weil das menschliche Wesen keine wahre Wirklichkeit besitzt. Der Kampf gegen die Religion ist also mittelbar der Kampf gegen jene Welt, deren geistiges Aroma die Religion ist. “ [[(MEW 1, S. 378f)]]&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der [[widersinn]] der [[Religionen]] erklärt sich aus dem [[Verhalten]] eines [[abstrakt Allgemeinen]] (siehe hierzu [[Dialektik]]) das aus den [[Reduktionen]] ihrer [[Natur]] gegen die [[einzelnen]] Gründe die [[Formen]] und [[Formbestimmungen]]ihrer [[Wirklichkeit]] ersichtlich wird (siehe hierzu auch [[Fetischismus]]) und immer zweideutig bleibt. Denn was nicht eindeutig wird, bleibt ungewiss, im Grunde [[abergläubisch]]. Es kann durch sich selbst nicht einfach wahr sein, ist nur zwischen Unterschiedenem identisch (siehe auch [[Dazwischensein]]), aber ohne Wahrheit und also nur [[zweifelhaft]] da. Es existiert im [[Dasein]] eines [[Widerspruchs]], der seine [[Gründe]] und [[Folgerungen]] durch seine in sich schon identifizierten Entgegensetzungen im Kreis dreht, tautologisch ist. In ihrer Beziehung aufeinander müssen sie sich gleichbleiben und also von sich absehen. Darin [[verallgemeinert]] sich beides in einem [[abstrakt Allgemeinem]], in einer Identität der [[Wahrnehmung]] (siehe [[Wahrnehmungsidentität]]), einer [[Allgemeinheit]], die eine nur [[abstrakte]] [[Substanz]] bewahren und bewähren kann (siehe [[Dialektik]]). Und diese lässt sich auch nur [[abstrakt]] [[entwickeln]], wird geschichtslos und dreht sich im Kreis einer [[schlechten Unendlichkeit]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;Die Aufhebung der Religion als des illusorischen Glücks des Volkes ist die Forderung seines wirklichen Glücks. Die Forderung, die Illusionen über seinen Zustand aufzugeben, ist die Forderung, einen Zustand aufzugeben, der der Illusionen bedarf. Die Kritik der Religion ist also im Keim die Kritik des Jammerthales, dessen Heiligenschein die Religion ist.“ [[(MEW 1, S. 379)]]&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[Geschichte]] der Menschen kann sich nur durch die [[Substanz]] ihres [[Lebens]] als das bewahrheiten, wodurch sie ihr [[Leben]] erzeugen und bezeugen, wodurch sie mit sich in den Mitteln für ihre Zwecke einig sind sich hierdurch als Mensch in ihrer [[gesellschaftlichen]] [[Allgemeinheit]] bewähren. Wahr ist, was darin seinen Inhalt zweifelsfrei formuliert, worin also [[Form]] und [[Inhalt]] ihres [[gegenständlichen]] [[Daseins]] sich nicht [[widersprechen]], die [[Teile]] in ihrem ganzen Zusammenhang sich in der [[Geschichte]] sowohl in ihrer [[Anwesenheit]] als das bewähren, was sie auch bei ihrer [[Abwesenheit]] für die Menschen sind und daher in ihrer [[einzelnen]] [[Wirklichkeit]] auch als das für [[wahr genommen]] werden kann, was sie in ihrer [[Wirkung]] im [[Allgemeinen]] sind. Über das, was der [[Wahrnehmung]] der Menschen ohne [[Not]] als das [[zufällt]], was sie auch [[wahrhaben]], muss man nichts entscheiden. Nur wo es austauschbar und für die Menschen [[gleichgültig]] wird herrscht eine [[Täuschung]] in einer [[Scheinwelt]] vor, deren Unnatur [[enttäuscht]] werden muss, um sich darin nicht sich selbst zu vertauschen, um nicht seine [[Wahrnehmung abzutöten]]. Und hieraus bedingt muss man mehr wissen, was daran [[verkehrt]] ist, was also als das nicht so ist wie es von [[Natur]] aus ist (siehe [[Sosein]]). Und Wahrheit ist dann auch nur zu [[erkennen]], wo ihre Erschließung als [[Schlussfolgerung]] aus ihrem [[Dasein]] [[notwendig]] ist (siehe hierzu auch [[Logik]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Erst im [[Zweifel]], ob es auch [[wesentlich]] das ist, was es in seiner [[Wirklichkeit]] [[objektiv sein soll]], ob es als das erscheint, was es [[wesentlich]] ist, entsteht die Frage nach seiner [[Wahrheit]], also über das, was daran [[wirklich]] wahr ist. Aus ihrer Beantwortung resultiert das [[Urteil]] über das, was richtig oder [[falsch]] ist an ihm ist, was entweder offensichtlich und unbestreitbar [[da ist]] oder was ihm [[wesentlich]] zugrunde liegt und durch die [[Schlussfolgerung]] aus einer [[dialektischen]] [[Analyse]] erst zu [[beweisen]] ist. Es ist darin dann etwas Essenzielles zu formulieren, eine [[Substanz]], die ganz [[allgemein]] genommen in jedem einzelnen Moment sich als etwas [[verstehen]] lässt, das sich letztlich durchsetzt, etwas, das hinter dem steht, was in seiner Äußerung immer wieder als deren inneres [[Wesen]] durchscheint - was sich aber im Besonderen nicht [[unmittelbar]] [[erkennen]] lässt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Menschen unterscheiden sich nicht nur durch ihre Herkunft, [[Klasse]], Alter oder Geschlecht, sondern auch in dem, was für sie als wahr gilt, was sie zwischen [[Wahrheit]] und [[Täuschung]] unterscheiden. Immerhin entsteht durch alles, was ihre [[Wahrnehmung]] mit sich identisch werden lässt die entscheidende [[Substanz]] der [[Sinnbildung]] und des darauf gründenden Urteilskraft, den [[Verstandes]], der Urteilskraft des [[Gefühls]] in einer Welt, in der die [[unmittelbare]] [[Gewissheit]], die wahre [[Selbstgewissheit]] des [[Lebens]] unentwegt gebrochen wird. Die Empathie hierfür wird daher in einem wie [[selbstverständlich]] scheinenden [[Dasein]] (siehe auch [[Scheinwelt]]) zersetzt, welches die [[Empfindungen]] der Menschen nur [[abstrakt]] zusammenführt (siehe auch [[abstrakt menschlicher Sinn]]) und sie durch den [[Glauben]] an ihre [[Ewigkeit]] ersetzt. Darin wird es unmöglich ihnen dessen wahre Zusammenhänge zu eröffnen, die ihre [[Seelen]] aus den dumpfen Ahnungen ihrer naturgetrübten Gedankenwelt heraustreibt und zu einem menschlichen [[Bewusstsein]] [[emanzipiert]]. Denn nur dieses kann die gesellschaftliche Voraussetzung und der [[Inhalt]] eines menschliche [[Selbstbewusstseins]] sein. Und von da her hat dies strenge Folgen für jegliche &#039;&#039;Informationsverarbeitung&#039;&#039; in allen Lebensbereichen, den [[persönlichen]], [[zwischenmenschlichen]] und [[politischen]] überhaupt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Alles, was ihre lebendige [[wahrnehmung (siehe auchtote Wahrnehmung) ausmacht, ist dieWahrheitihrerWahrnehmungfür sich, das für wahr nehmen ihresLebensund seinerGründein dieser Welt in ihrerGeschichteundGegenwart. Was für die einen einGlaubean das Glück auf Erden oder an einenGottder Schöpfung oder an das Vaterland ihresHeilsist, mag für die anderen einGlaubean die &#039;&#039;FreiheitderWissenschaft&#039;&#039;, an dieVernunfteines Weltgeistes oder an die Botschaften des Internets, der Werbung, den Weltuntergang usw. sein. Letztlich bestehen ihreErkenntnissedaraus, was sich ihnen alsWahrheitfür ihrLebeneröffnet hat, was für sie sich über dessen verschiedene Momente als das bewahrt hat, was für sie gültig geworden ist, was Geltung in ihrem Lebensbereich bekommen hat, die soallgemeinwie aucheinzelnstimmig ist und sich über ihreStimmungenhinweg erheben kann. Eine Wahrnehmungsidentität ist von da her dieWahrheiteinerWahrnehmung, wie sie sich im Lebenszusammenhang der Menschen bewährt und bewahrt und sich darin durch dieUmständeihrer gesellschaftlichen oderzwischenmenschlichen Beziehungenerschlossen hat oder auch verschlossen bleibt. Es ist, was sich alsGanzesauch in einer gebrochenenWahrnehmungerwiesen hat, auch für das gilt, das nicht wahrnehmbar ist.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von daher geht es dann um die Wahrheit eines [[Urteils]] über ein [[Wesen]], das [[falsch]] verstanden sein kann, wenn es nur als [[Wahrnehmung]] hiervon [[verallgemeiNert]] wird und hierdurch als ein eigenes Wesen begriffen wird, dem andere durch ihre allgemeinen Formbeziehungen, den [[Formbestimmungen]] ihrer [[Strukturen]] zu Folge sind (siehe [[Strukturalismus]]) oder die in der [[isolierten]] [[Einzelheit]] ihres [[Daseins]] ihre Wahrheit zufällig und positiv begründen will (siehe auh [[Positivismus]]). Wenn aber hierüber nachgedacht wird, kann dies alles nur wahr sein, wenn es sich in den Zusammenhängen [[erklärt]], worin es [[erscheint]] und sich [[ausdrückt]] und durch seine Selbstbeschränktheit zum Fetisch der Wahrnehmung, zu einer in sich [[verkehrten]] [[Wahrnehmungsidentät]] wird. Es ist also anders als das, wofür und für wen es in [[Wirklichkeit]] unmittelbar da ist. So erweist sich, dass es anders ist (siehe [[Anderssein]]) als das, wie es in seiner bloßen [[Anwesenheit]] zu sein scheint, weil es in dem [[abwesend]] ist was seine [[Qualität]] ausmacht, die also [[unmittelbar]] nicht [[existiert]], in ihrer [[Existenz]] über sich selbst [[hinwegtäuscht]], weil darin etwas vertauscht erscheint, in seinem [[Dasein]] [[verkehrt]] da ist. Es kann also nicht [[wirklich]] [[sein]], was es [[objektiv sein soll]], was es [[sein]], was es [[sein]]wesentlich ist, aber in Wahrheit nicht als dieses da sein kann, weil es durch seine [[sein]]Wesensnotbestimmt ist. Zwischen seinem [[Wesen]] und seiner [[Erscheinung]] steht eine Vermittlung, die in der Form seiner Existenz eine [[Formbestimmung]] mitteilt, wodurch so nicht sein kann, wie es zu sein scheint, das eine [[substanzielle]] Wahrheit formuliert, die so wie sie ist (sie [[Sosein]]), [[unmittelbar]] nur [[Eindruck]] macht, nicht [[wirklich]] wahr sein kann und die zugleich in dem, was sie zu sein [[scheint]], auch ganz anders ist, so dass das in seiner [[Vermittlung]], seinem [[wirklichen]] Zusammenhang erst [[analysiert]] werden muss, bevor seine [[wirkliche]] Wahrheit [[erkannt]] ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wahrheit ist das [[Ganze]] einer Stimmigkeit, die Übereinstimmung dassen was dessen Zusammenhang ist mit dem was es sein soll. [[Widersinniges]] kann nicht wahr sein. Was letztlich keinen eindeutigen [[Sinn]] finden kann, ihn nicht empfindet, ist zweifelhaft (siehe [[Zweifel]]), kann durch sich selbst nicht einfach wahr sein, weil es keinen [[wrklichen]] [[Sinn]] für das Einfache, keine [[Identität]] (siehe hierzu auch [[Wahrnehmungsidentität]]) im allem gemeinen [[Sinn]] für das [[Einzelne]] hat. Es kann in den unterschiedlichen Sinnhaftgkeiten im [[Allgemeinen]] nur in dem [[identisch]] sein, was zwischen dem Einen und dem Anderen (siehe [[Dazwischensein]]) nur relativ, was also weder das Eine noch das Andere wirklich ist und ist daher [[nur widersinnig]] [[exstent]], also ohne Wahrheit [[da]](siehe z.B. die [[Preise]] der [[Waren]] im [[Warentausch]] als [[Relationen]] der [[Tauschwerte]] im Unterschied zum [[Wert]] einer [[Sache]], zum [[Wesen]] ihrer [[Natur]]). Die Unterschiede der [[Einzelheiten]] existieren im [[Allgemeinen]] nur im [[Dasein]] eines [[Widerspruchs]] (siehe [[Wertform]][[)]] durch ein gemeinsames Drittes ([[abstrakte Arbeit]]) und haben in dessen [[Allgemeinform]] eine nur [[abstrakte]] [[Substanz]] (siehe [[Dialektik]]), sind somit letztlich nur als bloße [[Tatsachen]] wahr. In deren Einfältigkeit existiert das [[Einzelne]] [[getrennt]], [[isoliert]] von seinem Zusammenhang, [[wesentlich]] nur durch sich selbst als Natur für sich, abstrakte Natur, als [[Formbestimmung]] seiner [[Geschichte]]. Es kann sich daher nicht durch sine [[Inhalte]] [[entwickeln]], dreht sich im Kreis einer [[schlechten Unendlichkeit]], wird geschichtslos indem er seine Existenzformen gegen ihre [[Inhalte]] [[verkehrt]], sich von seinem [[Wesen]] [[entfremdet]] (siehe z.B. [[Fetischismus]]), weil er darin seine eigenen [[Äußerungen]] in ihrer wirklichen [[Gegenstandlichkeit]] nicht gesellschaftlich bewahrheiten und also auch nicht als eine [[Entäußerung]] seines praktischen Lebens [[erkennen]] kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;Das gesellschaftliche Leben ist wesentlich praktisch . Alle Mysterien, welche die Theorie zum Mystizismus verleiten, finden ihre rationelle Lösung in der menschlichen Praxis und im Begreifen dieser Praxis. ([[MEW Bd.3, S. 533]]).&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[Geschichte]] der Menschen kann sich nur durch die [[praktische]], die [[wirkliche]] [[Substanz]] ihres [[Lebens]] als das bewahrheiten, wodurch sie ihr [[Leben]] erzeugen und bezeugen, wodurch sie mit sich in den Mitteln für ihre Zwecke einig sind sich hierdurch als einzelne Mensch in ihrer [[gesellschaftlichen]] [[Allgemeinheit]] bewähren. Wahr ist, was darin seinen [[Inhalt]] zweifelsfrei formuliert, worin also [[Form]] und [[Inhalt]] ihres [[gegenständlichen]] [[Daseins]] sich nicht [[widersprechen]], die [[Teile]] in ihrem ganzen Zusammenhang sich in der [[Geschichte]] sowohl in ihrer [[Anwesenheit]] als das bewähren, was sie auch bei ihrer [[Abwesenheit]] für die Menschen sind und daher in ihrer [[einzelnen]] [[Wirklichkeit]] auch als das für [[wahr genommen]] werden kann, was sie in ihrer [[Wirkung]] im [[Allgemeinen]] sind. Über das, was der [[Wahrnehmung]] der Menschen ohne [[Not]] als das [[zufällt]], was sie auch [[wahrhaben]], muss man nichts entscheiden. Nur wo es austauschbar und für die Menschen [[gleichgültig]] wird herrscht eine [[Täuschung]] in einer [[Scheinwelt]] vor, deren Unnatur [[enttäuscht]] werden muss, um sich darin nicht sich selbst zu vertauschen, um nicht seine [[Wahrnehmung abzutöten]]. Und hieraus bedingt muss man mehr wissen, was daran [[verkehrt]] ist, was also als das nicht so ist wie es von [[Natur]] aus ist (siehe [[Sosein]]). Und Wahrheit ist dann auch nur zu [[erkennen]], wo ihre Erschließung als [[Schlussfolgerung]] aus ihrem [[Dasein]] [[notwendig]] ist (siehe hierzu auch [[Logik]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Erst im [[Zweifel]], ob es auch [[wesentlich]] das ist, was es in seiner [[Wirklichkeit]] sein soll, ob es als das erscheint, was es [[wesentlich]] ist, entsteht die Frage nach seiner [[Wahrheit]], also über das, was daran [[wirklich]] wahr ist. Aus ihrer Beantwortung resultiert das [[Urteil]] über das, was richtig oder [[falsch]] ist an ihm ist, was entweder offensichtlich und unbestreitbar [[da ist]] oder was ihm [[wesentlich]] zugrunde liegt und durch die [[Schlussfolgerung]] aus einer [[dialektischen]] [[Analyse]] erst zu [[beweisen]] ist. Es ist darin dann etwas Essenzielles zu formulieren, eine [[Substanz]], die ganz [[allgemein]] genommen in jedem einzelnen Moment sich als etwas [[verstehen]] lässt, das sich letztlich durchsetzt, etwas, das hinter dem steht, was in seiner Äußerung immer wieder als deren inneres [[Wesen]] durchscheint - was sich aber im Besonderen nicht [[unmittelbar]] [[erkennen]] lässt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von daher geht es dann um die Wahrheit eines [[Urteils]] über ein [[Wesen]], das [[falsch]] verstanden sein kann, wenn es nur als [[Wahrnehmung]] hiervon [[verallgemeiert]] wird und hierdurch als ein eigenes Wesen begrifen wird, dem andere durch ihre allgemeinen Formbeziehungen zu Folge sind (siehe [[Strukturalismus]]) oder das auch in der isolierten Einzelheit seines Daseins seine Wahrheit zufällig und positiv begründen kann (siehe auh [[Positivismus]]). Wenn aber hierüber nachgedacht wird, kann es nur wahr sein, wenn es sich in den Zusammenhängen [[erklärt]], worin es [[erscheint]] und sich [[ausdrückt]]. Es ist also anders als das, wofür und für wen es in [[Wirklichkeit]] unmittelbar da ist. Es ist dann etwas andere als das, wie es darin zu sein scheint, in dem abwesend ist was eine [[Qualität]] ausmacht, die als diese aber nicht [[unmittelbar]] [[existiert]], in ihrer [[Existenz]] über sich selbst [[hinwegtäuscht]], weil darin etwas vertauscht erscheint, in seinem [[Dasein]] [[verkehrt]] da ist, das also nicht [[wirklich]] [[sein]] kann, was es [[sein]] soll, was es wesentlich, aber in Wahrheit nicht als dieses da ist. Zwischen seinem [[Wesen]] und seiner [[Erscheinung]] steht eine Vermittlung, die in der Form seiner Existenz eine [[Formbestimmung]] mitteilt, wodurch so nicht sein kann, wie es zu sein scheint, das eine [[substanzielle]] Wahrheit formuliert, die so wie sie ist (sie [[Sosein]]), [[unmittelbar]] nur [[Eindruck]] macht, nicht [[wirklich]] wahr sein kann und die zugleich in dem, was sie zu sein [[scheint]], auch ganz anders ist, so dass das in seiner [[Vermittlung]], seinem [[wirklichen]] Zusammenhang erst [[analysiert]] werden muss, bevor seine [[wirkliche]] Wahrheit [[erkannt]] ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was wahr ist, muss nicht [[wirklich]] sein und was [[wirklich]] ist, muss nicht wahr sein. Aber [[Wirklichkeit]] kann nicht [[unmittelbar]] wahr und [[unmittelbar]] unwahr sein. Sie kann aber zugleich eine [[Unwirklichkeit]] enthalten, sich selbst [[entwirklicht]] haben. Darin ist sie wahr und unwahr zugleich, weil sie zweierlei in einem, also Vertauschtes als Identisches, weil sie also [[Täuschung]] ist. Die Fragen, die aus [[Wahrnehmung]] hervorgehen, sind daher immer Wahrheitsfragen. Ihr [[Zweifel]] formuliert sich als Feststellung: &#039;&#039;Das kann nicht wahr sein!&#039;&#039;. Und er befähigt die Frage, was denn wesentlich wahr und was denn bloße Erscheinung ist. Diese Frage ist die Frage nach dem wahren [[Sein]] im [[Dasein]], nach dem Dritten seiner Wahrheit, denn jede Wahrnehmung setzt die [[körperliche]] oder [[geistige]] [[Gegenwart]] eines [[Gegenstands]] voraus, sein [[Dasein]] in [[Zeit]] und [[Raum]] als Verhältnis natürlicher Wesenskräfte so wie sie durch ihre [[Geschichte]] geworden auf der Welt sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wo Wahrnehmung nicht wahr sein kann, da [[reduziert]] sich ihr Gehalt für den Menschen - nicht einfach nur die Kognition, Sehen, Hören, Riechen usw., sondern das ganze menschliche Leben - auf das, was es nur zu sein scheint[[)]], ohne wesentlich wahr sein zu können. Das aber ist wirklich &#039;&#039;täuschen echt&#039;&#039;. Es ist nicht durch eine Verblendung der Wahrnehmung getäuscht (siehe [[Theodor W. Adorno]]) und auch nicht durch eine allgemeine eine &#039;&#039;Seinsvergessenheit&#039;&#039; der Menschen (siehe [[Martin Heidegger]]), sondern sein wirkliches Lebensverhältnis dort, wo den einzelnen Menschen ihr [[Leben]] auch [[wirklich]] wahr zu sein scheint, ohne dass es für sie im [[Allgemeinen]] auch [[wesentlich]] wahr sein kann, weil es sich von ihnen und sie von sich entzieht, sie [[enteignet]], sich ihnen [[entfremdet]]., wodurch sie sich in ihren [[wirklichen]] [[Lebensverhältnissen]] auch [[selbst fremd]] werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wahrheit ist nicht auf [[logische]] Sätze oder Aussagen zu [[reduzieren]], weil sie weit über die [[Sprache]] hinausgreift. Sie bestimmt sich rein [[praktisch]] mit der [[Aufhebung]] einer [[Täuschung]], aus dem [[Beweis]], dass etwas, was ist, nicht [[wirklich]] wahr sein kann. Und sie verfolgt dessen [[Sinn]] in der Befragung seines [[Daseins]], was darin unbedingt und also bedingungslos als wesentliches [[Sein]] zu [[erkennen]] ist, was also ein [[Wesen]] hat, auch wenn es [[abwesend]] ist, nicht als dieses [[erscheint]]. und so zum [[Gegenstand]] der [[Kritik]] wird (siehe auch [[Kritische Theorie]]). Darüber hinaus erübrigen sich alle Wahrheitsfragen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;Die Frage, ob dem menschlichen Denken gegenständliche Wahrheit zukomme – ist keine Frage der Theorie, sondern eine praktische Frage. In der Praxis muß der Mensch die Wahrheit, i. e. Wirklichkeit und Macht, Diesseitigkeit seines Denkens beweisen. Der Streit über die Wirklichkeit oder Nichtwirklichkeit des Denkens – das von der Praxis isoliert ist – ist eine rein scholastische Frage. [[(MEW 3, Seite 5)]]&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Allerdings kann auch die Beweisführung selbst trügerisch sein, wenn sie nicht das [[Ganze]] bedenkt, das hierbei wesentlich ist; denn ein [[Wesen]] kann nur ganzes Wesen sein, auch wenn es in vielen [[Teilen]] [[existiert]], in seiner [[Wirklichkeit]] zerteilt ist. Wahr kann also nur sein, was in seiner [[ganzen]] [[sinnlichen Gewissheit]] oder aus Rückschlüssen hieraus zweifelsfrei aufgeklärt ist - oft auch nur, bis wiederum ein [[Zweifel]] hieran entsteht, wenn der Beweis ihr im [[Ganzen]] [[fremd]] wird, also im [[Begrifff]] einer [[Entfremdung]] steht, deren [[Wesen]] noch nicht [[erkannt]] ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wahrheit als solche - eine [[ewige]] Wahrheit - gibt es nicht, weil sie keine [[Substanz]] jenseits dessen hat, was als wahr im [[Ganzen]] seiner [[Wirklichkeit]] [[begriffen]] ist (siehe auch [[Dialektik]]), was also sich [[subjektiv]] mit [[Objektivem]] auch in der Form seiner [[Entfremdung]] als [[Wesen]] in seiner [[Verkehrung]] erkennt (siehe auch [[notwendiger Schein]]), in seiner [[Gegenwärtigkeit]] sich durch seine [[Abstraktion]] im [[Allgemeinen]] (siehe [[abstrakt Allgemeines]]) auch verkehrt [[bewahrheiten]] kann (siehe auch [[Beweis]]). Was in der Vielfalt seiner [[Bestimmungen]] als eins, als etwas [[Ganzes]] auch in seiner [[Abwesenheit]] zu verstehen ist - auch wenn es als dieses nicht ins Auge fällt, nicht mit sich einig [[da sein]] kann - ist in seiner negativen Gegenwart als Teil eines Ganzen durch seinen Mangel an Gegenwart &#039;&#039;ex negativo&#039;&#039; zu entdecken. Wenn es in seiner [[Anwesenheit]] [[widersinnig]] ist, sich selbst schon [[widerspricht]], in sich gegensätzlich ist, lässt es sich als Wahrheit im [[Ganzen]] schlussfolgernd erweisen, wenn seine Gegensätze in Einheit da sind, sich widersinnig verhalten, und als Widerspruch aufgeklärt werden, so dass man sich hierüber nicht mehr hinwegtäuschen kann. Im [[Widerspruch]] ist der Mangel als [[Negation]] selbst schon wesentlich, weil er im Grunde zur [[Nichtung]] führt, wenn er nicht [[aufgehoben]] wird (siehe auch [[Dialektik]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wahrheit hat daher auch die [[Eigenschaft]] der Wirksamkeit einer [[Kritik]] von [[Widersinnigkeiten]] - die [[Eigenschaft]] einer Aussage, einer [[Wahrnehmung]] oder einer Begrifflichkeit und anderem, die eine [[Täuschung]] entdeckt und ihre vertauschte [[Substanz]] aufdeckt. Dies steht grundsätzlich im Gegensatz zum [[Konstruktivismus]], der sich der [[Täuschung]] allein durch [[Selbstbehauptung]] (siehe auch [[Selbstwahrnehmung]]) zu entziehen sucht und von daher jede objektiv begründete Kritik - vor allem auch der Kritik einer [[ästhetischen]] Kultur - von sich abweist und ausschließt. Kritiklos wird somit in der [[Täuschung]] Unterschiedenes verschmolzen und also austauschbar, [[Gleichgültigkeit]] erzeugt, der [[Sinn]] von [[Erkenntnis]] aufgehoben, [[Geist]]losigkeit durch [[Widersinnigkeit]] produziert und jedwede subjektive [[Substanz]] der [[Erkenntnis]] geleugnet&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Wahrheit aber wird ihre [[Identität]] wie ihr Unterschied in ihrem [[Begriff]] bewusst. Denn Wahrheit ist nichts Übersinnliches. Sie ist dem [[Bewusstsein]] notwendig, weil sie in Ihrer [[Wirklichkeit]] erkannt und substanziell begriffen sein muss, um bewusst zu werden und dem entsprechend handeln zu können (siehe [[Begriffssubstanz]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Solches [[Begreifen]] setzt voraus, dass etwas auch bezweifelbar ist, der Zwiespalt ihm also vorausgeht, weshalb nur ein [[Beweis]] den [[Zweifel]] auflösen kann, ihn also gedanklich schon im Begriff aufhebt, seine Wahrheit als Wirklichkeit zu formulieren versteht. Wahrheit setzt daher schon [[Erkenntnis]] voraus, die in der Lage ist, zwiespältig zu sein, setzt also die [[Fähigkeit]] voraus, einen [[Unsinn]] zu erahnen, durch den man zu [[täuschen]] wäre, weil und wo er sich nicht erklären lässt, also etwas anderes [[sein]] muss, als was es [[erscheint]]. - Oder weil man sich hie und da auch mal gerne über das hinwegtäuscht, was man [[wahrhat]], weil der Augenschein [[reiz]]voller ist als der Zweifel hierüber. Aber eine wirksame [[Kritik]] der [[Wirklichkeit]] setzt die Wahrheit ihres [[Begriffs]] voraus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wahrheit oder [[Täuschung]] machen den Unterschied der [[Wahrnehmung]], also das, was sie in die Lage versetzt, durch das Auseinandersetzen ihrer [[Empfindungen]] und [[Gefühle]] durch deren Bedenken zu einer [[Erkenntnis]] zu reifen, sich seiner [[gewiss]] zu werden in dem, was erwiesen werden kann, [[Identität]] im [[Wissen]] zu finden - oder sich im [[Ungewissen]] zu verlieren, sich im Kreis zu drehen, schwindelig oder sogar bewusstlos zu werden (siehe hierzu auch [[Bewusstsein]]). Diese [[Identität]] besteht aus der [[Fähigkeit]], das zu [[denken]], was in dem für wahr genommen wird, was [[wahrgehabt]] ist. Von daher wird ihre [[Erkenntnis]] erst in dem wahr, was daraus zu begreifen ist, was es also besagt. Wahr oder unwahr kann daher letzlich nur der [[Begriff]] dessen sein, was etwas bedeutet. Dieses hebt sich aus der [[Wahrnehmung]] in [[Sprache]] auf, welche die [[Verhältnisse]] und [[Beziehungen]] richtig oder [[falsch]] für wahr nimmt, sie in ihren [[Bedeutungen]] oder [[Gefühlen]] unzweifelhaft oder zweifelhaft darzustellen vermag (siehe [[Zweifel]]) und hierdurch zu einem [[kritischen]] oder unkritischen [[Bewusstsein]] wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Aussage kann über den Zusammenhang von [[Beziehungen]] [[hinwegtäuschen]], wenn sie deren [[Inhalte]] mit ihren [[Formen]] vertauscht, ihren Sinnzusammmenhang in sein Gegenteil [[verkehrt]] oder einen [[Teil]] für etwas [[Ganzes]] erklärt und sich damit im [[Widerspruch]] hierzu [[verallgemeinert]] (siehe hierzu auch [[Dialektik]]). Sie verhindert dann das Begreifen wirklicher Zusammenhänge, indem sie deren [[Beziehungen]] [[isoliert]], ihre [[Wirkungen]] durch sich selbst [[verursacht]] erklärt und damit in in ihrer [[Selbstbezüglichkeit]] zu einer &#039;&#039;täuschend echten&#039;&#039; [[Allgemeinheit]] [[aufhebt]], ihnen einen falschen [[Grund]] zuweist, der keine Schlussfolgerungen mehr zulässt, die ihre [[Erkenntnis]] im [[Ganzen]] ihrer [[Wirklichkeit]] erhellen könnten (siehe hierzu auch [[Ideologie]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch eine solche Begrifflichkeit wird die [[Form]] solcher Beziehungen mit dem [[Inhalt]] ihrer [[Verhältnisse]] [[vertauscht]], weil damit etwas [[Ganzes]] durch sich selbst begriffen sein will (siehe auch [[Positivismus]]). Im [[Begriff]] einer solchen Totalisierung [[erscheinen]] diese dann als etwas ganz anders, als was sie [[wesentlich]] sind (siehe [[hermeneutischer Zirkel]]). Die [[widersinnige]] [[Vernittlung]] ihrer [[Beziehungen]] betreibt dann schon in ihrer Erklärung durch ihre [[Verallgemeinerung]] die [[Verkehrung]] von [[Mittel]] und [[Zweck]] der [[Verhältnisse]] und hebt die Konsistenz ihrer [[Substanz]], ihren wesentlichen Zusammenhang auf. Sie [[verfälscht]] damit ihren [[Begriff]] durch ein Vorurteil (siehe auch [[Gedankenabstraktion]]), wodurch dessen [[Moral]] sich gegen die [[Erkenntnis]] seiner wirklichen Bezogenheiten behauptet die ihre bloße [[Selbstgerechtigkeit]] bestärkt. Wo dies zugleich den wirklichen [[Verhältnissen]] entspricht (siehe auch [[Realabstraktion)]], wird deren [[Täuschung]] verdoppelt, ihre [[Kritik]] verunmöglicht, das [[Bewusstsein]] stumpf, tumb, dumm. Es müsste sich zuerst mit den [[Schmerzen]] seiner Fehlbeurteilungen durch seine eigenen [[Selbstbezogehheiten]] (siehe auch [[Psyche]]), mit seinem [[Erlkenntnisvermögen]] befassen (siehe auch [[Erkennnistheorie]]), bevor es seine [[gegenständliche]] [[Wirklichkeit]] erkennen kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wahrheit ist daher nicht der Lüge entgegengesetzt, denn Lüge weiß schon ihre Unwahrheit zu formulieren. Wahrheit wendet sich gegen [[Täuschung]] in einer Welt, in welcher die Dinge auch vertauschbar und austauschbar sind, und daher als etwas [[erscheinen]] können, was sie nicht sind. In Wahrheit erscheint ihre Unterschiedenheit in einer ihnen selbst [[fremden]], in einer paradoxen Einheit, in ihrer [[Widersinnigkeit]]. Wo sich [[Zweifel]] hierüber einstellt, ist Wahrheit nötig, auch wenn sie nur zur [[Erkenntnis]] des [[Widerspruchs]] führt, der zweifeln lässt, der eine Inkonsistenz in der Einheit entdeckt, die wahr sein soll, aber nicht wahr sein kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von daher ist die [[Erkenntnis]] eines [[Widerspruchs]] die [[wirklich]] mögliche Wahrheit, über die nachzudenken ist. Und die Methode, ihre [[Logik]] zu ergründen ist die [[Dialektik]], weil sie die Einheit der [[Gegensätze]] als Form ihrer[[Entfremdung]] beschreibt, als ihre [[Entfremdung]] von sich, als eine [[verkehrte]] [[Einheit]] ergründet, die sie gleichgültig macht und ihre [[Gleichgültigkeit]] als [[Bestimmung]] ihrer [[Form]] nötig hat ([[Formbestimmung]]). Es ist die Form vertauschter [[Wesen]], die sich selbst in ihrer Vertauschung bewirken, Ursache und Wirkung zugleich sind, weil ihre Grundlage, ihr substanzieller Grund in ihrer Form verkehrt erscheint, als Verkehrung sich selbst befolgt, prozessierende [[Täuschung]] ihres [[abstrakt]] gewordenen Wesens ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jeder Widerspruch ist daher wesentlich ein Selbstwiderspruch, eine sich selbst [[nichtende]] Einheit (siehe [[Nichts]]), die ihre Negativität als [[Position]] bestärkt. Und wer täuschen will, der täuscht daher vor allem sich selbst, da er in seinem [[Leben]] sich selbst von dem trennt, was ihn wesentlich ausmacht, es von sich abscheidet und in der [[Trennung]] zugleich nötig hat. Er gerät in die an ihrer Unendlichkeit verzweifelnde [[Notwendigkeit]], sich in dem zu gewinnen, durch was er sich fortwährend verlieren muss. Wahrheit ist der Zusammenhang, der zerbricht, wo die [[Teile]] nicht mehr zusammen sein können, weil sie vertauscht werden müssen, um ihre [[Form]] zu finden, um [[Wirkung]] zu haben, um [[wirklich]] zu sein. Das Gebrochene hat Täuschung nötig, um sich zu erhalten und sich mit dem Vertauschen in seiner [[Wirklichkeit]] aufrecht zu halten, sich selbst als das auszuhalten, was es nicht ist, seine [[Form]] durch einen fremden [[Inhalt]] zu bestimmen (siehe [[Formbestimmung]]), um darin selbst - wenn auch [[verkehrt]] - [[wirklich]] zu sein. Aber indem sich darin deren [[Erkenntnis]] selbst substanziell ausscheidet, verliert sie ihre [[Substanz]], bescheidet sich mit dem Positiven, das seine [[Negation]] nur noch zu leugnen hat, um sich daran im Jenseits ihrer Wirklichkeit festzuhalten, sich [[allgemein]] durchzusetzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Spekulationen der absoluten Kritik zerstören von daher gerade das, was ihre Wahrheit zu erweisen hätte. Sie suchen sich nur selbst zu beweisen, indem sie die Welt wie ein Beispiel iher [[Logik]] abhandeln:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;Die Wahrheit ist für Herrn Bauer wie für Hegel ein Automaton, das sich selbst beweist. Der Mensch hat ihr zu folgen. Wie bei Hegel ist das Resultat der wirklichen Entwickelung nichts anderes als die bewiesene, d.h. zum Bewußtsein gebrachte Wahrheit. Die absolute Kritik kann daher mit dem borniertesten Theologen fragen: Wozu wäre die Geschichte, wenn es nicht ihre Aufgabe wäre, grade diese einfachsten aller Wahrheiten (wie die Bewegung der Erde um die Sonne) zu beweisen?&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;Wie nach den frühern Teleologen die Pflanzen da sind, um von den Tieren, die Tiere, um von den Menschen gegessen zu werden, so ist die Geschichte da, um zum Konsumtionsakt des theoretischen Essens, des Beweisens zu dienen. Der Mensch ist da, damit die Geschichte, und die Geschichte ist da, damit der Beweis der Wahrheiten da ist. In dieser kritisch trivialisierten Form wiederholt sich die spekulative Weisheit, daß der Mensch, daß die Geschichte da ist, damit die Wahrheit zum Selbstbewußtsein komme. ...&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;Die absolute Kritik spricht von Wahrheiten, die sich von vornherein von selbst verstehen. (...) Eine Wahrheit, die sich von selber versteht, hat für die absolute Kritik, wie für die göttliche Dialektik, ihr Salz, ihren Sinn, ihren Wert verloren. Sie ist fad geworden wie abgestandnes Wasser. Die absolute Kritik beweist daher einerseits alles, was sich von selbst versteht, und außerdem viele Dinge, die das Glück haben, unverständig zu sein, sich also niemals von selbst verstehen werden. Andrerseits versteht sich ihr alles das von selbst, was einer Entwickelung bedarf. Warum? Weil es sich bei wirklichen Aufgaben von selber versteht, daß sie sich nicht von selber verstehn. (Karl Marx, Hl. Familie, [[(MEW 2, S. 83)]].&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Bescheidenheit wird zum Bescheid, dass alles ganz anders wäre. Und das Andere wird in die Unendlichkeit des Ununterscheidbaren gezogen, um es unterschiedslos und also unentscheidbar zu machen. Die Wahrheit herauszufinden, kann daher unendlich schwer sein. Am Ende einer [[Geschichte]] mag sie wesentlich leichter zu erkennen sein, als in deren Verlauf, der zumeist auch subjektiv von [[Täuschungen]] und Lügen durchdrungen ist. Doch objektiv und also auf Dauer herrscht die Stetigkeit der Geschichte vor, an der die Täuschung zerbricht. Lügen haben nur deshalb &#039;&#039;kurze Beine&#039;&#039;, weil Wahrheit immer etwas länger braucht. Sie ist das [[Ganze]] ihrer [[Teile]], die durch [[Trennung]] nur zusammenhalten, weil sie unentbehrlich sind, deren Zusammenhang aber in seiner [[Wirklichkeit]] unwahr bleiben muss, in einer [[Form]] erscheint, die ihm unwesentlich ist, und die daher wesenlos bleiben muss, solange die [[Täuschung]] herrscht. In Wahrheit ist darin die Einheit Not-wendig gespalten und nur durch[[Abstraktion]] vermittelt, also in der Wahrheitsnehmung schon vertauscht, [[Wesen]] und [[Erscheinung]] îm [[Widerspruch]] zu sich. Diesen zu erkennen ist dem Leben notwendig, solange es sich täuschen lässt, da es sich darin verliert und seinen [[Geist]] nur aufgeben kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und um dies zu überwinden ist [[logisches]] [[Denken]] notwendig, denn Wahrheit als solche gibt es nicht wirklich. Sie wäre bloße [[Religion]]. Aber es gibt sehr wohl eine Wahrheit der Wirklichkeit, eine innere Einheit, [[Schönheit]] und [[Geist]]. Und es gibt sie zugleich als [[Täuschung]], in vertauschte Wahrheiten, [[Identität]] im [[Gegensätzlichen]], [[Widersprüchlichkeiten]]. Und es gibt wahre Aussagen und [[Empfindungen]] hierzu, welche in der Lage sind, die Täuschung zu enttäuschen, sie zu veräußern, aus sich herauszusetzen und durch [[Analyse]] ihre wahren Inhalte zu beschreiben und durch [[Logik]] zu [[beweisen]]. Wahrheit ist eine Frage der [[Erkenntnis]] und nicht des [[Seins]]. Deshalb kann es auch keine &#039;&#039;wahre&#039;&#039; [[Wirklichkeit]] geben (siehe [[Realität]]), die von einer &#039;&#039;falschen&#039;&#039; zu unterscheiden wäre; - auch kein &#039;&#039;richtiges&#039;&#039; [[Leben]] im Unterschied zu einem &#039;&#039;falschen&#039;&#039; (siehe [[Adorno]]). Es gibt eine verkehrte Wirklichkeit im [[Tausch]], nicht aber, weil dieser einfach nur &#039;&#039;falsch&#039;&#039; wäre, sondern weil er in einer bestimmten gesellschaftlichen Form noch nötig ist, solange deren [[Formbestimmung]] herrscht, solange ihre politische Form und ihre substanzielle Form einander in ihrer [[Ausschließlichkeit]] [[bedingen]] und also [[bestimmen]], im [[Widerspruch]] zu einander stehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für [[Martin Heidegger]] ist Wahrheit das [[eigentliche]] [[Sein]], das im [[Seienden]] verborgen ist, das also nur erkannt wird durch den Denker, der sie &#039;&#039;entbirgt&#039;&#039;. Das [[Eigentliche]] ist in dieser Auffassung hinter allem [[Dasein]], ein von diesem selbst unterschiedenes [[Wesen]], das als solches nicht im [[Dasein]] wirkt, sondern sich in ihm &#039;&#039;lichtet&#039;&#039; ([[Heidegger]] ) und nicht in der [[Wirklichkeit]], sondern vom &#039;&#039;wahrhaftigen Denken&#039;&#039; nur [[erkannt]] werden könne. Das aber ist vor allem die Grundlage für die [[Selbstveredeleung]] eines [[Denkens]], das alles [[fremd]] scheinende als Uneigentliches setzt und es somit als wesenlos behauptet, als eine Form von [[Seinsvergessenheit]]([[Heidegger]]) zu verfassen sucht, dem das Wesen entgangen ist. In diesem Verständnis wird Wahrheit zu etwas [[Übersinnlichem]], zu einer fundamentalen [[Ontologie]] und von daher zu einer vollständig selbständigen [[Objektivität]] der [[Existenz]] schlechthin, die den Menschen vorbestimmt und diese ihm daher sinnlich unterworfen seien.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dass Wahrheit objektiv wäre, ist genauso unsinnig, wie die Behauptung, dass sie nur subjektiv sei. Es gibt kein an und für sich wahres [[Subjekt]] und keine wahre [[Objektivität]]. Wahrheit kann überhaupt nicht in irgendeiner [[Form]] [[bestimmt]] sein. Wahrheit ergibt sich in der Aufhebung von [[Zweifel]], in der [[Erkenntnis]] von zwiespätigen Beziehungen, in denen sie nicht sein kann. Aber nicht der Untrschied lässt Zweifel aufkommen, sondern die Vermittlung von Einheit. Wahrheit ist die Erkenntnis des Zusammenhangs des Unterschiedenen auf der Grundlage einer innerer Einheit, die niemals wirklich eins sein kann, die aber ihre verschieden Existenzweisen bejaht, eben weil sie organisch immer substanziell einem Ganzen zugehörne. Gerade weil sie substanziell nicht ohne einander sein können ohne selbst anders zu werden, ist die Substanz ihrer Erkenntnis die Wahrheit ihres Zusammenhangs. In [[Wahrheit]] ist alles eins, wie immer es sich in Wirklichkeit verhalten mag. Alle [[Verhältnisse]] haben eine solche [[Substanz]] zu ihrem [[Inhalt]]. Zugliech können sie sich darin aber auch von sich [[entfremden,]] indem sie davon absehen, sich [[gleichgültig]] werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Wahrheit ist alles eins. Aber es erscheint als Einheit, wo es unwesentlich ist, wo seine Wirklichkeit nur als Form für sich sein kann, nicht Form durch ihren Inhalt ist. Es ist also als Form mit sich nur im [[Schein]] einig und sein Wesen ist die substanzielle Einheit hinter ihrer Formbestimmtheit, der Stoff, der nicht wirklich wahr sein kann, weil er nur in seiner [[Entfremdung]] wirklich [[da ist]]. Darin erschein alles mit sich selbst einig, wie verschieden es auch in [[Wirklichkeit]] sein mag. Wahrheit ist [[Identität]] - nicht nur in konsistenten Aussagen, auch nicht in der bloßen Schönheit (siehe [[Ästhetik]]) oder in rein materiellem [[Sein]] als solches oder in der [[Seele]] oder dem puren [[Erleben]] u.dgl.. Wahrheit ist das [[Ganze]] in jedem Moment, wo dieses im Ganzen eins, in seiner [[Erkenntnis]] ungebrochenes, wenn auch in Wahrheit widersprüchliches [[Leben]] ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;Das Ganze ist das Wahre (Hegel) Das Ganze ist das Unwahre (Adorno)&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In diesem Komplex will sich Adorno von Hegel absetzten, indem er darin einen Totalitarismus des Hegelianischen Denkens sieht, der ja auch immerhin bei den Rechtshegelianern vertreten wird. Doch in der Entgegensetzung des Ganzen dieses schon als als Unwahrheit zu behaupten und hierauf seine [[Negative Dialekti]]k zu begründen, kommt Adorno der Wahrheit ksin bisschen näher, es sei denn, er würde sagen: Es gibt sie nicht. Doch ihn kümmert dann nur noch das Richtige gegen das Falsche und so verheddert er sich in einer Theorie der [[Falschheit]] in einem an sich nur dualistischen Denken, das zwar recht sinnfällig die Phänomene eines &#039;&#039;beschädigten Lebens&#039;&#039; aufgreift, um diesem dann aber nur eine Zukunft in einem &#039;&#039;richtigen Leben&#039;&#039; entgegen zu stellen. Und Zukunft ist immer unendlich, so dass seine immer wieder zu einem Appell an die Unendlichkeit des Denkens gerät.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wahrheit setzt [[Wahrnehmung]] und auch [[Wahrhaben]] ebenso voraus, wie dies ihr auch dadurch zufolge ist, dass Täuschung in der Auflösung ihres Zwiespalts untergeht, die Wahrnehmung der [[Notwendigkeit]] ihres [[Zweifels]] folgt und mit dem Wahrgehabten vereint wird. Diese Notwendigkeit macht nicht für sich Ganzes aus, wird aber ganz im Prozess der Wahrheitsfindung aufgehoben. Das Ganze ist darin wahr, dass es alles darin in Einem ist, in einem Ganzen zusammenhängt, sich als Teil seiner [[Beziehung]] im Ganzen wahrnimmt und als dieses auch wahrhat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wahrheit kann man nicht wahrnehmen, man muss sie [[erkennen]], wo man sich in seiner Wahrnehmung selbst entzweit hat, sich von sich ebenso unterscheidet wie von ihrem [[Gegenstand]]. Wo Täuschung herrscht, da ist Wahrheit eine Notwendigkeit der Wahrnehmung - und steht die Frage hiernach an, so zeigt das eine Not, der Wahrnehmung gegen ihre Wahrheit, das Prinzip, was die Wahrnehmung beherrscht, was ihre [[Formbestimmung]] ausmacht. Es ist die [[Logik]] dessen, was ihr genommen ist, die [[Systematik]] ihrer [[Abstraktion]], die sie für sich erkennen muss, um ihren Gegenstand begreifen zu können, einen Begriff seiner Entäußerung als fremden Zusammenhang, als [[Entfremdung]] erkennen muss, um durch die Wahrnehmung auch wirklich zu werden, tätig und erkennend in einem zu sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jede Wahrheitsfrage hat ihren Sinn und Ursprung in der Wahrnehmung, nicht aber den Beweis (dies gegen die [[Phänomenologie]]). Wo diese Frage aufkommt, ist diese im [[Zwiespalt]]. Und so zeigt hierin die Wahrnehmung, dass sie nicht erkennen kann, was sie als Wahrheit nimmt, dass sie etwas [[wahrhat]], das in ihrer Wahrnehmung nicht wahr sein kann. Die Wahrheit ist ihr also noch äußerlich, ihre zweifältige Wahrheit, [[fremde]] [[Identität]]. Es kann Wahrnehmung zwar nicht unwahr sein, aber ihre Wahrheit ist nicht durch sie. Wahrheit kann nicht genommen werden, unterscheidet sich daher wesentlich von den [[Gegebenheiten]]. Sie ist genauso in dem, was wahr gehabt wird. Wahrheit kann nur jeder Mensch für sich haben. Es liegt weder am Verständnis, noch an der Vernunft, ob etwas wahr ist. Jeder Mensch ist im Grunde nicht verstehbar und unvernünftig . Was der andere Mensch wahrhat, lässt sich nicht in der Wahrnehmung erkennen. Wer Schmerzen hat, ist darin zweifellos anders als der, welcher Schmerzen wahrnimmt, auch wenn beide in derselben Wirklichkeit sich zu einander verhalten, der eine vielleicht als Arzt, der andere als Hilfsbedürftiger. Auch ein Blindgeborener ist in gewisser Weise unverstehbar für einen Sehenden und umgekehrt. Nicht nur, weil ihre Wahrnehmung sich unterscheidet, sondern auch, weil sie ihr Leben anders wahrhaben. In der Wahrheit ist jeder Mensch nur für sich wahr, und dies macht ja eben seine Identität aus und er erleidet, was er hieran nicht erkennt, nicht als das nimmt, was es ist. Die Wahrnehmung ist für sich bloße Form einer Wahrheit, weil und sofern sie sich in ihrem Sein noch nicht wirklich bewahrheitet. Die Wahrnehmung ist lediglich das Element der Wahrheit. Sie ist also die [[Elementarform]] der [[Erkenntnis]], ohne für sich und durch sich Erkenntnis zu sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Problem der Wahrnehmung ist also nichts anderes als der Zwiespalt ihrer Wahrheit, die Wahrheit, die sie nicht haben kann, weil sie von ihr nur das nehmen kann, was sie nicht wahrhat. Von daher ist die Wahrheit darin praktisch als [[Zweifel]] tätig, der erst die Notwendigkeit einer Erkenntnis enthält. Im Zweifel erfährt der Zwiespalt der Wahrnehmung seine Wahrheit als Wahrnehmung, die gegenständlich, die also sich in ihrem [[Gegenstand]] einig wird. Sie wird darin praktisch, dass sie gegenständlich wird, ohne damit für sich gegenständlich zu sein. Sie gewinnt ihre Erkenntnis in ihrem Gegenstand, weil und sofern darin ihre Subjektivität ihr Objekt erkennt. Zugleich erkennt sie darin ihren Zweifel als wirklich begründet, sich selbst in ihrer Zweifältigkeit, die sie nicht nur äußert, sondern durch die sie auch bedingt ist. Sie erkennt ihre objektive Bedingtheit, und das ist die Arbeit ihrer Erkenntnis. Eine objektive Wahrnehmung gibt es nicht, weil und sofern sie subjektiv durch das bedingt ist, was ein Mensch [[wahrhat]] und weil sie nur wahr sein kann, wenn sie sich darin subjektiv einig wird. Und indem sie sich bedingt erkennt, ist sie praktisch, denn Wahrheit kann wesentlich nur praktisch sein. Aber die Praxis weiß von Wahrheit nur über ihre Resultate, über ihre Wirklichkeit. Insofern ist Wahrnehmung eben nicht einfach subjektiv, einfaches Auffassen, sondern auch unpraktisch, theoretisch. Sie benötigt [[Wissen]] um sich, um außer sich [[Gewissheit]] zu erlangen. Sie ist objektiv und subjektiv in einem. Damit enthält jede Wahrnehmung eine zwiespältige Wahrheit: Waahrheit, die sie nicht sein kann, die sie aber haben muss. Wahrnehmung erkennt ihre Not in dem Außersichsein ihrer Wahrheit. Sie setzt einen äußeren [[Gegenstand]] voraus, also einen Gegenstand, der ein anderes [[Sein]] hat als der wahrnehmende Mensch, und sie hat zugleich die Wahrheit, die ihm durch seine objektive Bestimmtheit [[gegeben]], wie auch dem wahrnehmenden Menschen zu [[eigen]] ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Suche nach Wahrheit ist für Menschen in ihrem Alltag schon so essenziell und wichtig, dass sie täglich Wahrheitsfragen verfolgen, auch wo sie dies unmittelbar gar nicht nötig hätten (z.B. im Kriminalroman oder Kriminalfilm). Dabei spielt man Untaten, [[Undinge]], [[Fakten]]. Psychologie und [[Logik]] so herbei, dass sie mehr oder weniger gute Beispiele für eine gelungene Wahrheitsfindung abgeben. Und sie zeigen auch schon, was das Material einer Wahheitssuche ist - bis auf das, was Wahrheit ausmacht und was im [[Medium]] untegegangen ist: Die [[Identität]] des Dargestellten im [[Sein]] des Produzenten der Darstellung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;Kein Wunder, dass ein guter Teil der Ideologievermittlung inzwischen in den täglich ausgestrahlten Filmen erfolgt, welche [[Ideologie]] ganz einfach als praktische Notwendigkeit gegen das Unheil erscheinen lassen, Wahrheitsfindung also als Erkenntnis des [[Bösen]] verkaufen. Es verbleibt das Medium selbst als die Täuschung durch das Gute, das sich als Wahrheitsvermittler auftut. Doch genau das kann nicht wahr sein. Vermittelte Wahrheit ist immer nur die Wahrheit des Mittels.&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wahrheit ergibt sich zunächst aus der Überwindung einer Täuschung, aus der [[Gewissheit]], dass, was täuschte, nicht ist, dass es nur scheinbar oder etwas ganz anderes ist, nicht wirklich da, aber eigentlich doch oder einfach nur Lüge, Ablenkung, Kitsch. Sie ist die Gewissheit von dem, was nicht stimmt, die Stimme der Gewissheit. Wahrheit ist, wo etwas stimmt, wo [[Bestimmungen]] richtig erkannt sind und also sich im [[Urteil]] hierüber richtig scheiden und entscheiden lassen. Wahr ist, was eine richtige Beurteilung ergibt und richtig ist, was dies in seiner Bewährung erweist und [[beweist]]. Doch gerade darin fängt die Befragung der Wahrheit erst an: Was bewährt sich da? Der Augenschein, der Verstand, das Prinzip Hoffnung, die göttliche Idee, die Determinanten der Natur? Die Suche nach Wahrheit befragt also genauer: Was ist von dem, was es sei, und was ist nicht da vom dem was ist. Sie selbst formuliert also schon einen Unterscheid von [[Seiendem]] und [[Sein]], ist selbst schon eine [[Dasein]]sfrage.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hinter jeder Wahrheitsfrage steckt also immer schon die Frage nach einem Grund für das, was so ist, wie es ist, ein [[Wissen]], dass ohne [[Grund]] nichts sein kann. Die Wahrheitsfrage ist eine Seinsfrage, also unabhängig von der jeweiligen [[Zeit]], zeitlos. Sie ist außerhalb der wirklichen [[Geschichte]], [[Reflektion]] ihrer Wirklichkeit und ihres Grundes. Sie ist die Frage, ob das, was geschah, geschieht oder geschehen wird, wirklich wahr ist. Ist das, was geschieht, auch wirklich so, wie wir es [[denken]]? Sie kann aber auch im Interesse einer Lüge gestellt werden als eine Wahrheitsbehauptung oder Unwahrheitsbehauptung, worin alleine eine Täuschungsabsicht Wirkung erzeugen will, dass das, was ist oder war, nicht gewesen sein könne (vergl. z.B. die Holocaust-Verleugnung). In jedem Fall entsteht die Frage, ob das, was ist, auch so ist, wie es scheint, wie es dem Augenschein nach ist, ob es also das ist, als was es wahrgenommen wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jenseits hiervon oder zugleich kann die [[Wahrnehmung]] auch selbst unwahr sein, befangen von ihrem eigenen [[Sein]], im [[Wahn]] oder in zwiespältiger [[Beziehung]] oder ähnlichem. Auch hierzu besteht die Frage nach ihrer Wahrheit: Ist sie wahre Wahrnehmung oder ist die Wahrnehmung selbst geblendet, bedrängt, ungenau, [[verrückt]], irre usw.? So entwickelt sich die Frage nach der Art und Weise des Wahrnehmung, ob, wie wir die Welt wahrnehmen, sie auch so ist, dass wir sie verstehen können, so dass sie sich uns auch erschließt. In allen möglichen Erkenntnistheorien wird daher die Frage verfolgt, ob es eine eigenständige Wahrheit, etwa eine [[Vernunft]] der Wahrnehmung gibt, der wir folgen müssen, um Wahrheit erkennen zu können, oder ob es das Unhinterfragbare an sich, das Undenkbare, einen Gott gibt, der uns lediglich seinen Ratschluss erkennen lässt. Doch all dies widerspricht unserer Fähigkeit, solche Frage überhaupt stellen zu können, unserer Selbstevidenz, die ihr schon vorausgesetzt ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der Hinterfragung der Wahrnehmung aber ist das Wahrgenommene nun schon doppelt in Frage gestellt, sowohl für sich wie auch durch die Wahrnehmung: Gibt es das überhaupt, gibt es das [[wirklich]], oder ist es nur scheinbar (siehe [[Schein]]), unwesentlich. Ist es ein wirkliches [[Wesen]] oder ist es wesentlich unwirklich oder ist es beides in einem?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am schwersten ist die Frage nach der Wahrheit zu beantworten, wenn sie unmittelbar zwischen den Menschen steht, wenn sie sich um ihre Wahrnehmungen streiten, sich ihre Wahrnehmung streitig machen. Da geht es dann um die Wahrheit des Lebens selbst, um Liebe und Hass, um das, was [[Leben]] und das, was [[Tod]] ist, was die Menschen für sich selbst in Wahrheit sind, was überhaupt in ihnen [[lebend]] und was [[tot]] ist. Es ist für jeden Menschen die innigste Identitätsfrage die Frage, was er überhaupt von seinem Leben kennt und erkennt. Wenn in solcher [[Selbsterkenntnis]] Menschen seelische Macht über andere gewinnen, entsteht im Streit um die Wahrnehmung [[Irrsinn]], pure Gewalt gegen die Wahrheit, gegen [[Identität]] schlechthin. Daran werden die Menschen beiderseits der Wahrheit [[verrückt]]: Die Besiegten und die Sieger. Wer die Wahrheit nicht [[erkennen]] will, der steht in der [[Bestimmung]] einer [[Negation]] seiner Kenntnisnahme, im [[Nichts]], und betreibt durch die Erzeugung von Nichtigkeit [[Vernichtung]]: Abtötung, Abstumpfung, Verdummung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das [[Leben]] selbst steckt in allen Wahrheitsfragen, ist die Wahrheitsfrage schlechthin: Was ist wesentlich Leben, was [[Scheinwelt]], was Täuschung? Was verstellt uns unser Sein, was macht es unwesentlich, [[fremd]], tot? Was hat die Kraft hierzu? Ist es ein Unwesen, eine Macht der Phantasie oder der Täuschung? Und worauf sieht es dieses ab, wovon sieht es ab, worauf reduziert es sich, was ist seine [[Absicht]], was macht es wesentlich und was bringt es zur Verwesung? Um das zu erkennen, muss ich es herausfinden. [[Erkenntnis]] hat Wahrheit nötig, ist ihre Formulierung. Was ich erkannt habe, das halte ich auch für wahr.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es gibt verschiedene Erkenntnistheorien zur Wahrheitsfindung, die aber alle in dem Mangel stehen, Wahrheit als prinzipiell vorhanden vorauszusetzen und den Prozess des [[Lebens]] als etwas abgetrennt [[Objektives]], als [[Objektivität]] schlechthin zu unterstellen, somit Wahrheit auf eine Frage der [[Logik]] der [[Wahrnehmung]] zu reduzieren, die sich sprachlich artikuliert, die nur wahre oder falsche Aussage kennt. Aber die Frage nach der Wahrheit ist eine Frage der eigenen [[Identität]], der [[Gewissheit]] darin, worin ich mir in meinem [[Leben]] einig bin, z.B. in der Frage: will ich, meine ich das wirklich, ist das richtig, was ich da sage oder tue oder fühle usw. Die Frage nach der Wahrheit wird gestellt, weil man sich im einzelnen seiner Wahrnehmung und Tätigkeit nicht trauen kann, sich also nur etwas zutrauen kann, wenn man es im [[Ganzen]] erfasst hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie im Kleinen, so ist es auch im Großen. Das wirkt auch in jedes einzelne Dasein hinein und macht seine Wahrheit wesentlich aus. Was ich für mich bin, wird auch nur im [[Verhältnis]] zu anderen wahr. Nichts kann wahr sein, das von seinem Gegenüber nichts weiß, dem Zusammenhang, in dem es steht, in dem es selbst gegenständlich ist, [[seiend]] für sich und für andere. In der [[Beziehung]] auf anderes und andere verhalte ich mich auch zu mir, wie ich mich auch zu anderem verhalte, wenn ich mich auf mich [[beziehe]]. Dies verändert keine [[Abwesenheit]] oder [[Anwesenheit]], wenn es wahr ist. Meine Selbstgewissheit hat solche [[Gegenwärtigkeiten]] nur als [[Umstand]], als [[Erleben]], nicht wesentlich. Sie ist nur davon abhängig, wie gewiss ich mir meiner Welt, meiner Zugehörigen, meiner Gesellschaft usw. bin. Die individuelle I[[dentität]] ist immer Teil der [[menschlichen Identität]] überhaupt. &#039;&#039;Wahr ist nur das [[Ganze]]&#039;&#039; (Hegel).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dadurch, dass die Wahrheitsfrage meist auf [[Sprache]], auf die Qualität von Aussagen reduziert wird, ist ihre sinnliche Grundlage unbefragt, der Wahrnehmungsprozess als selbstverständlich und natürlich vorausgesetzt, der entweder in sich scheitert ([[verrückt]] oder [[irrsinnig]] wird) und von daher aus der Wahrheitsfrage ausscheidet, oder &#039;&#039;konsistent&#039;&#039; ist und Aussagen erzeugt, also Wahrheit diskutierbar macht. Im [[Diskurs]] wird damit Wahrheit als logisch obsiegende Behauptung ermittelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach allem, was bisher mit Wahrheitsbehauptungen angestellt wurde, würde man gerne sagen, dass es Wahrheit nicht gibt. Doch dieser Satz selbst wäre schon widersinnig, weil er dann auch nicht wahr wäre - eben weil es keine Währheit geben dürfte. Es ist wie beim Paradox des Epimenides, der das Problem mit der Wahrheit durch den Satz &#039;&#039;Ich bin ein Lügner&#039;&#039; evident gemacht hat: Wäre er wahr, so wäre er notwendig falsch, denn er kann nur wahr sein, indem er unwahr ist. Das Problem, was Wahrheit, was Täuschung ist, bleibt uns bis in die höchsten Sphären der Philosophie und Mathematik. Schien doch bislang wenigstens in der formalen Logik die Wahrheit einer Schlussfolgerung gesichert. Doch selbst dort herrscht seit der Entdeckung des Russel&#039;schen Widerspruchs die Wahrheitskrise : Die reine Logik kann Spuren von Gedaanken erschließen; als Form des Denkens gibt sie für ihre Wahrheit aber keinen Beweis. Die Form für sich, wie sie jede Struktur, Menge oder [[Zahl]] darstellt, hat ohne ihren Inhalt keine Wahrheit, weder Richtiges noch Falsches, weil sich im Gemenge vieler Formen auch auf die von ihr ausgeschlossene Menge notwendig beziehne muss. So kann es auch keine allgemeingültigen Beziehungsaussagen geben: Der Satz, dass Widerspruchsfreiheit Wahrheit gewährleistet, ist ebenso unsinnig, wie die Behauptung, dass die Erkenntnis einer Widersprüchlichkeit schon die Erkenntnis einer [[Täuschung]] wäre - im Gegenteil: Meist ist sie der Beginn einer Erkenntnis dessen, was wirklich wahr und in Wahrheit wirklich ist. Die [[Logik]] als solche kann sich nicht selbst als Wahrheit voraussetzen, nicht selbst evident sein, ohne sich durch anderes zu begründen. Was aber kann überhaupt wahr sein, wenn es keine reine logische Wahrheit gibt?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man könnte fast behaupten, dass Wahrheit nichts anderes sei, als die Erkenntnis von Täuschungen, das Vermögen, Vertauschtes mit Gewissheit zu unterscheiden, zu erkennen, dass etwas in anderem erscheint. Aber Wahrheit bliebe so nur [[subjektiv]], reine Erkenntnistätigkeit, die in einer unendlichen Wahrheitssuche von einer Erkenntnis zur nächsten fortzuschreiten - etwa, wie dies der kritische Rationalismus ausgemacht hatte. Tatsächlich aber zeigt sich eine solche Täuschung, worin etwas Wesentliches anders erscheint als es ist, auch [[objektiv]], z.B. als die [[Gegebenheiten]] des Alltags (siehe z.B. [[Geld]] und [[Kapital]]) oder auch an den Menschen selbst (siehe z.B. Psychische [[Symptome]]). Was einfach wahrgenommen nur praktisch gut und [[nützlich]] scheinen kann, kann zugleich in seiner Güte nicht wirklich wahr sein, sondern erbringt Unnutz und [[Entfremdung]]. und manchmal auch [[Zerstörung]] (siehe Krise). Wodurch ist dies beides, die so gut scheinende Entfremung möglich, die eine so verheerende Unwirklichkeit hat; wodurch erkenne ich sie, ihre Wahrheit? Ist es eine metaphysische Wahrheit, die Leben nicht als das sein lässt, als was es erscheint? Oder ist es die [[Vernunft]], der [[Verstand]], die [[Gewissheit]], die mir die Wahrheit sichert, auch wenn sie mich erschlägt? Oder ist es die [[Dialektik]] an sich oder die Rückführung des [[Seienden]] auf seine [[Ontologie]] ([[Heidegger]])?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zunächst zur [[Mytologie]]: Nichts kann sein, was nicht wahr sein kann, aber das [[Sein]] hat keine Wahrheit für sich. Es gibt viele Wahrheiten, aber die Wahrheit ist nichts jenseits von sich, aber auch nichts durch sich selbst. Kein einziges Computerprogramm könnte funktionieren, wenn es nicht zwischen wahr und unwahr (zutreffend und nicht zutreffend, 1 und 0, an und aus) unterscheiden könnte. Aber was soll wahr daran sein, wenn das Zutreffen ein beliebiges Treffen ist: Es bleibt doch bloßer [[Zufall]], der nur in einer binären Konstruktion gebahnt ist und jenseits davon auch nur als Zahl oder Zahlenwerk oder Information wahr werden kann! Ist eine [[Zahl]] nicht dasselbe wie eine etwas abstraktere Mythologie, oft als Wahrheitspseudonym irgendeiner Statistik, die durch irgendeine andere &#039;&#039;widerlegt&#039;&#039; wird?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was also ist wahr, wenn es kein wahres Sein gibt? Ist es das wahre [[Bewusstsein]], das vernunftbegabte [[Wissen]] der Aufklärung, das Wissen, das durch &#039;&#039;wissenschaftliche Methodik&#039;&#039; geprüft und durch konsistente Theorie interpretiert, beurteilt und hierdurch bewiesen oder abgewiesen, also wahr oder falsch ist? Dann wäre die Vernunft der Wissenschaft der Anker der Wahrheitssuche und das hierdurch geklärte, also das aufgeklärte Wissen die Wahrheit schlechthin, die Wahrheit der Proffession. Als Laien hätten wir ihr Folge zu leisten! Doch Vernunft gilt für den [[Aufklärer]] selbst nur als [[Prinzip]] und hat als solches nur eine Regel, aber längst noch keine Wahrheit. Im Gegenteil: Sie enthält ja geradezu eine gewaltige Täuschung über die notwendige Regelwidrigkeit der Regel, damit sie Sinn haben kann: Wo alle das tun, was notwendig ist, kann nichts wirken, nichts wirklich sein. Gerade deshalb besteht ja auch die Regel, weil sie gegen das Regelwidrige gestellt, hieraus sortiert ist&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wahrheit für sich ist immer unauflösbar, weil es sie nicht durch sich selbst gibt. Der [[Verstand]] mag die Funktion unserer Auffassung erfüllen, aber auch was wir nicht verstehen ist dadurch nicht unwahr, nur weil wir keinen Verstand dafür haben, etwas nicht fassen können. Letztlich geht es doch darum, ob unser Wissen über das was ist, unser bewusstes Sein, unser Bewusstsein, wirklich wahr ist, ob wir in unserer Wirklichkeit uns dessen gewiss sind, was auch in Abwesenheit wahr ist und dies auch wissen. Dies macht das Wissen in uns, das selbstgewisse Sein in der Welt und in uns, im Gefühl, im [[Gedächtnis]], in uns als ganzen Menschen aus. Es geht darum, worin wir uns in der Welt einig sind, worin wir uns selbst in ihr auch erkennen können, was uns darin zu [[eigen]] ist, [[Sinn]] für uns hat und unsere Sinnlichkeit ausfüllt, weil wir darin sinnlich sind und uns äußern, also [[leben]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es gibt zwar keine Wahrheit des Seins (siehe [[Ontologie]]), aber es gibt eine Wahrheit der Erkenntnis darin. Wahrheit ist die Einheit der [[Erkenntnis]] im [[Sein]] mit ihrem [[Gegenstand]]. In Wahrheit ist alles eins. Das Unwahre gibt es nicht (siehe Kritik an [[Adorno]]). Das Resultat der Erkenntnis ist das bewusste Sein als [[Bewusstsein]]. Gegenstand der Wahrheitsfrage ist das [[Fremde]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Frage nach dem Sein ist in sich, das heißt, in dem, was damit ist, evident falsch. In der Frage nach dem &#039;&#039;Sinn des Lebens&#039;&#039; erschließt sich eine [[Entfremdung]] von dieser Sinnlichkeit, ist der so fragende Mensch sich doch seines [[Lebens]] selbst nicht gewiss und also auch unfähig, wirklich zu [[zweifeln]]. Der Grund für die Frage nach der Wahrheit ist diese [[Entfremdung]] des Lebens selbst, die Hinterfragung, ob es überhaupt ist und ob dies eigentlich [[Leben]], eigentliches Sein, lebendige [[Eigenschaft]] des Menschseins ist - ein Widersinn in sich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hiernach ist die wesentliche Vorraussetzung zur Wahrheitsfindung die Unterscheidung von [[Eigenem]] und [[Fremden]]. Fremdes wäre aber bloß unheimlich, wenn es nichts eigenes wäre und Eigenes wäre unsinnig, wenn es nicht geäußert würde. Fremdes als Form von Eigenem wiederum könnte nicht einfach fremd sein. Es bleibt alles in sich eins, wenn es wahr sein soll, und nur deshalb erkennen wir auch seine Entfremdung: Nur sofern wir uns in der Welt erkennen, können wir auch ihre [[Entfremdung]] von uns erkennen. Die Erkenntnis der Entfremdung ist nichts anderes als die Erkenntnis des Eigenen im Fremden und ich kann dies nur erkennen, wenn ich meine Wahrheit in allem erkenne. Kurz gesagt heißt dies: In Wahrheit ist alles eins.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Wahrheit als Ursprung und Resultat aller [[Erkenntnis]] ist die [[Gewissheit]], im Einzelnen wie wissendes Sein überhaupt. Sie ist die Basis eines jeden [[Wissens]] und dessen Errungenschaft zugleich, dessen Himmel und dessen Hölle. Solche Erkenntnis kann nicht einfach sein, sie selbst ist der geschichtliche Akt des leibhaftigen [[Bewusstseins]], das sich handelnd und fragend verhält, so praktisch ([[praktisches Bewusstsein]]) wie theoretisch ([[theoretisches Bewusstsein]]) als fortschreitende [[Selbstgewissheit]] ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gewissheit kann nur wahr sein, wenn sie keine Ungewissheit enthält. Das mag bei einem heißen Ofen noch leicht auszumachen sein, sind doch die Sinne sich zumindest dort gewiss, wo sie Gefahr für Leib und Leben erkennen. Dies aber ist nicht einmal eine [[Wahrnehmung]] und bedarf keiner Gedanken über Wahrheit: Der heiße Ofen ist so gewiss, wie er schmerzt. Aber wo die Dinge oder Ereignisse nicht so gewiss sein können, ist ihre Wahrheit nicht alleine schon mit einer einzigen Empfindung gegeben. Sie sind für uns ungewiss, soweit sie auch für sich bestimmt erscheinen. Was in unserem Leben täglich aufgeht weil wir selbst darin aufgehen, bewährt sich von selbst. Was wir darin bewirken, ist für uns [[selbstverständliche]] [[Wirklichkeit]] - fast schon [[Gewohnheit]]. Ungewiss und daher im Zweifel ist eine Wirklichkeit, die eine Wirkung auf unsere Selbstgewissheit hat, die nicht unmittelbar sinnlich ist, aber unser Leben voll und ganz betrifft. Da besteht [[Zweifel]] über den [[Grund]] solcher [[Wirklichkeit]] und es muss sich Gewissheit erst einstellen, sich uns erschließen, bevor es uns bewusst sein kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Damit jedoch ist unser Leben nicht falsch. Es ist aber als solches unkenntlich, soweit wir es nicht in unserer [[Wirklichkeit]] erschlossen und uns selbst darin lebend erwiesen haben. Es kann uns selbst unwahrhaftig erscheinen, wenn wir Sachen, Bilder, [[Lebenswerte]], [[Gefühle]] oder Gebote in uns aufnehmen, die nicht für uns wahr sein können. Wir müssen also beurteilen können, was für uns wahr ist, was wir daran finden und wie wir es finden. Die Frage nach der Wahrheit verlangt also eine notwendige Reflexion unserer [[Empfindung]] - nicht, weil sie selbst zweifelhaft oder zwiespältig wäre, sondern weil sie nicht unmittelbar als [[Erkenntnis]] in unserer [[Wahrnehmung]] aufgeht. Die Frage nach der Wahrheit ist also die Frage nach einer Vermittlung, die uns nicht gewiss ist und die wir noch nicht wissen, solange wir uns nicht darin gewiss sind, was uns [[fremd]] [[bestimmt]], was also unsere [[Selbstentfremdung]] bewirkt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;Doch die Frage greift weit, enthält sie doch die Befragung unserers Daseins überhaupt: Wo kommmen wir her, wo gehen wir hin, was ist der Sinn aller Beziehungen, Zusammenhänge und Vermittlungen? Nur ein [[Gott]] kann in Sachverhalten oder in menschlichen Verhältnissen eine Wahrheit vermitteln, die als Gebot einer höheren Ordnung besteht, z.B. als Sünde gegen Gott oder als Erkenntnis Gottes (Was Gott verbunden hat, das darf der Mensch nicht trennen). Gottesurteile sollen menschliche Beurteilung unmöglich machen, wollen eine höhere Wahrheit verkünden, welcher der Mensch unterworfen sei - und sie sind für Menschen wahr, die sich unterworfen sehen und verstehen. Um sich solchem Urteil zu entwinden, muss erkannt sein, was den Menschen ausmacht, was sein [[Leben]] und [[Sein]] außer Gott ist.&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;Um dies zu beurteilen, muss das Leben überhaupt erschlossen sein. Da sind wir noch nicht allzu weit gekommen. Wir wissen, wie es funktioniert und können in dessen Funktionen sogar schon tief eingreifen. Aber die einfachsten und umfänglichsten Probleme des Lebens, Hunger und [[Krankheit]] weltweit, der Gegensatz von [[Armut]] und [[Reichtum]], Krieg und Frieden, die ökonomischen und kulturelle [[Krisen]] und die Zerstörung der Lebensbedingungen, der Artenvielfalt und Ressourcen treiben sich in erschreckendem Ausmaß in einer Art und Weise fort, dass zu fürchten ist, dass wir unsere eigenen Lebensgrundlagen deshalb zu zerstören im Begriff sind, um ihre Zerstörung zu überleben. Das ist ein Widersinn in sich. Man muss sich der ganzen Zusammenhänge des Lebens, seiner [[Ganzheit]] gewahr werden, um zu einem Ur-Teil zu gelangen, zu einem Teil, das alle Wahrheit seines Zusammenhangs enthält. Das umfasst das Wissen um die Gründe, um die Folgen, die darin angelegt sind, die Unterscheidung von Ursache und Wirkung, Form und Inhalt und die Erkenntnis des Wesentlichen, das in allen Erscheinungen des wirklichen Zusammenhangs ist. Im Zusammenhang all dieser Momente kann ich es begreifen und habe einen Begriff von ihm. Ich kann solche Ganzheit als Gefühl haben oder als Erkenntnis im Geist, letztlich ist sie identisch darin, dass ich mir dessen gewahr geworden, also auch mit mir im Verhältnis hierzu einig bin (siehe [[Identität]]).&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wahrheit ist das Problem von [[Erkenntnis]] schlechthin. Wann weiß ich, was wahr ist, und wie kann ich es wissen? Die Erkenntnis von allem [[Seienden]], die Erkenntnis des [[Seins]] überhaupt macht diese Frage - selbst als Hinterfragung der Frage nach der Wahrheit. Ist die Frage nach der Wahrheit überhaupt möglich? Muss Wahrheit nicht selbst evident sein? Kann es sein, dass der oder die Fragende sich in der Frage schon selbst betrügt, - so, als gelte es, einen Gottesbeweis der Wahrheit anzutreten? Friedrich [[Nietzsche]] hat den Christenglaube an die Erlösung, an den Gottmenschen, der von sich sagt: &#039;&#039;Ich bin die Wahrheit und das Leben&#039;&#039;, als die größte Lüge der Menschheit bezeichnet. &#039;&#039;Gott ist tot!&#039;&#039; ist ein gewaltiger Protest gegen die Lebenstäuschung einer [[Heil]]serwartung. Doch hat Nietzsche zugleich den Menschen die Fähigkeit zur Wahrheit abgesprochen und das [[Heilsprinzip]] durch den [[Übermenschen]] ersetzt. Die religiöse Spekulation war lediglich profan geworden und damit nicht wahrer, nein, die Entstellung selbst sollte bei ihm zum Prinzip der Wahrheit werden, welche das Verborgene zum Leben bringt: zum Kampf der Kultur zwischen Horde und Herrschaft. Und der wurde zum [[Zynismus]] gegen die Widersprüche der Menschen selbst, zum Herrschaftsbewusstsein der Bohème, das mit der Kritik am [[Glauben]] zugleich die subjektive Kraft jeder gesellschaftlichen Veränderung zerstört: Die [[Menschenliebe]]. Die Kritik der [[Täuschung]] muss die Ent-Täuschung in der Erkenntnis überstehen, dass sie selbst nicht wahrer ist als sie. Es bliebe eine Falle der Erkenntnis, wenn die Frage nach der Wahrheit nicht zur Befragung ihres [[Gegenstands]], der menschlichen Wirklichkeit wird: Was ist wirklich wahr, wenn Wahrheit nicht wirklich ist?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Wahrheit ist alles eins. Wahrheit gibt es nur in der Einheit des [[Ganzen]]. Sie erweist sich als Identität des Vielfachen darin, wenn sie dessen Teilung und Bezogenheit begriffen hat und sich dieser Begiff in allen Bewegungen des Ganzen bewährt. Wahrheit kann also nur die Bewährung des Begriffs sein; und weil er nur durch sie Begriff ist, ist Wahrheit [[Begriff]]. Sie hat kein Sein und keine [[Gegenwärtigkeit]], kein [[Wesen]] für sich und ist nur durch die begriffene [[Bestimmtheit]] seiender [[Beziehungen]] in menschlichen [[Verhältnissen]]. Wahr oder unwahr kann also nur der Zusammenhang von Erkenntnissen sein, die sich widerspruchsfrei oder widersprüchlich begreifen lassen. Die Wahrheit besteht allein in der Fähigkeit, Täuschung nachzuweisen und der Ideologie die [[Schein]]haftigkeit ihrer Begriffe als ihren imanenten Willen zu entnehmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wahr kann nur die Einheit im Begriffenen sein, die im [[Begriff]]der Verhältnisse als Zusammenhang ihrer bewährten [[Beziehungen]] entfaltet ist. Die Gegenwärtigkeit, unmittelbare körperliche An- oder Abwesenheit ist hierbei gleichültig (Ausschwitz muss man nicht erlebt haben, um es als geschichtliche Wahrheit zu erkennen, wenn man die Bestimmungen des Faschismus verstanden hat).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wahrheit mag als Wort ein Begriff der Erkenntnistheorie sein. In [[Wirklichkeit]] existiert sie aber als Prozess auch materiell und sinnlich in der [[Empfindung]], die in der Täuschung lebt, im [[Widerspruch]] von [[Wahrhaben]] und [[Wahrnehmen]], der sich in dem aufhebt, was [[wahrgemacht]] wird. Es ist dies die Form der [[Erkenntnis]], welche als System [[isolierter]] Wahrheiten die [[bürgerliche Kultur]] ausfülltt. Wahr oder unwahr ist so auch ein Sinn, der Sinn für eine Täuschung. Er erweist seine Wahrheit nur praktisch, z.B. in der Kunst oder Sprache oder im [[Gefühl]] im sinnlichen Verhältnis von wesentlicher und scheinhafter Empfindung oder auch als [[Leben]] in fremder Wahrheit ([[Verrücktheit]]). Es gibt keine wahre oder unwahre Empfindung, wohl aber Empfindungen, die [[Absichten]] oder [[Willen]] enthalten und daher nicht ihre [[Bestimmung]] finden, weil sie wahrmachen müssen, was sie fühlen wollen, um sinnliche Identität zu haben (siehe z.B. [[Wahnsinn]], [[Zwang]], [[Sucht]], [[Depression]]). Es sind scheinhafte [[Empfindungen]], in welchen Menschen ihre Widersprüche zu ihren eigenen Gefühlen mächtig verneinen und die in dieser Selbstverneinung auch erweisbar sind als [[objektive Gefühle]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wahrheit kann in der [[Wahrnehmung]] bedrängt sein durch seelische [[Absichten]]. Dies kann Menschen ihre Wahrheit (Identität) nehmen oder stören ([[Verrücktheit]]), wenn sie diese als als Lebensbedingung haben. Oft ist die Bewahrung der [[persönlichen Integrität]] innerhalb kultivierter Lebensräume der Grund, warum die von solchen Personen abhängigen Menschen verrückt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Relativierung des Wahrheitsverständnises wird neuerdings mehrfach in psychologischer Absicht betont (vergl. [[Foucault]]). Bei [[Nietzsche]] wird dies noch begründet. Er weist sich in seiner Philosophie der Verstellung selbst aus. Und er sagt auch warum. Wahrheit sei relativ, wenn sie einem anderen Prinzip unterliegt, das für Nietzsche und Nachfolger das höchste Prinzip der Natur ist, absoluter Ursprung des Lebens: Der [[Wille]] zur [[Macht]].&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Wolfram</name></author>
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		<title>Politik</title>
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		<updated>2026-05-26T06:12:50Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Wolfram: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;Politik entsteht im Streit um ihre Verwirklichung, um das wirklich Notwendige, darum wie eine wirkliche Not zu wenden ist, wie diese Wendung also gesellschaftlich vorherrschen soll, ob sie z.B. und der Lage ist, die Menschen  auch wirklich zu befreien  (sie Freiheit), sie wirklich gleich zu behandeln (sie Gleichheit) und ihnen also auch wirklich gerecht zu werden (siehe Recht) – wie es z.B. ihre Hymne Hymne verspricht. Das verlangt eine tiefe. Einsicht in ihren wirklichen Sinn und Zweck. Siehe auch Kritik der politischen Ökonomie, Kritik der politischen Kultur, Kritik der politischen Psychologie.&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&amp;lt;/p&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;Die Gedanken der herrschenden [[Klasse]] sind in jeder Epoche herrschende Gedanken, d.h. die [[Klasse]], welche die herrschende materielle [[Macht]] der [[Gesellschaft]] ist, ist zugleich ihre herrschende geistige Macht. Die Klasse, die die Mittel zur materiellen Produktion zu ihrer Verfügung hat, disponiert damit zugleich über die Mittel zur geistigen Produktion, so daß ihr damit zugleich im Durchschnitt die Gedanken derer, denen die Mittel zur geistigen Produktion abgehen, unterworfen sind. Die herrschenden Gedanken sind weiter Nichts als der ideelle Ausdruck der herrschenden materiellen Verhältnisse, die als Gedanken gefaßten herrschenden materiellen Verhältnisse; also der Verhältnisse, die eben die eine Klasse zur herrschenden machen, also die Gedanken ihrer Herrschaft. Die Individuen, welche die herrschende Klasse ausmachen, haben unter Anderem auch Bewußtsein und denken daher; insofern sie also als Klasse herrschen und den ganzen Umfang einer Geschichtsepoche bestimmen, versteht es sich von selbst, daß sie dies in ihrer ganzen Ausdehnung tun, also unter Anderm auch als Denkende, als Produzenten von Gedanken herrschen, die Produktion und Distribution der Gedanken ihrer Zeit regeln; daß also ihre Gedanken die herrschenden Gedanken der Epoche sind. Zu einer Zeit z.B. und in einem Lande, wo königliche Macht, Aristokratie und Bourgeoisie sich um die Herrschaft streiten, wo also die Herrschaft geteilt ist, zeigt sich als herrschender Gedanke die Doktrin von der Teilung der Gewalten, die nun als ein ewiges Gesetz ausgesprochen wird. (Karl Marx, die Deutsche Ideologie, MEW 3) Was ohne [[wirkliche]] [[Not]] nötig ist das fügt sich nur, wenn es einer politischen Verfügung folgen muss. Darüber hinaus gibt es die [[Freiheit]] einer [[Entscheidung]] über das, was Menschen nötig ist und was sich aus einem [[Urteil]] hierüber [[emanzipiert]]. Politik verfolgt die [[Vorstellung]] oder [[Ideologie]] eines gesellschaftlichen [[Lebenszusammenhangs]], die sie durch ihren [[politischen Willen]] statuiert und zu realisieren sucht, z.B. in einer [[politisch bestimmten Ökonomie]]. In der Politik geht es daher um die [[Formbestimmung]] der [[Bedingungen]] für die [[Verwirklichung]] der Statuierung der entsprechenden gesellschaftlichen Machtverhältnisse (siehe auch [[Staat]]). [[Gesellschaft]] ist schon immer das [[gemeine]] [[Verhältnis]] der Menschen zu den [[Elementarformen]] ihres [[Lebens]] (z.B. Erde, Luft, Feuer und Wasser), den [[Ressourcen]] ihrer [[Arbeit]] und [[Kultur]] (siehe auch [[Natur]]). An sich mag Politik als [[Vorstellung]] bzw. als [[Ideologie]] zu einem [[bestimmten]] [[Leben]] auftreten. Durch sich gibt es sie aber nicht [[wirklich]]. Sie mag als [[politischer Wille]] nach einer für sich bestimmten Ermächtigung als [[Absicht]] einer persönlichen [[Selbstermächtigung]] nach einem [[Selbstwert]] für sich [[verselbständigt]] auftreten (siehe hierzu auch [[Selbstoptimierung]]), bleibt aber lediglich [[ideologisch]] [[bergründet]], wo sie nicht als [[Eigenschaft]] [[elementarer]] [[gesellschaftlicher]] [[Verhältnisse]] [[begriffen]] wird, z.B. als [[politische Ökonomie]] oder [[politische Kultur]]. Wo die [[Lebensverhältnisse]] der Menschen über jeden [[Zweifel]] erhaben sind, weil sich ihr [[Leben]] in der Lebendigkeit seiner [[Geschichte]] als [[Bewegung]] seiner [[wirklichen]] [[Beziehungen]] [[äußert]], da ist Politik nichts anderes als eine [[Ausdrucksform]] des [[Bewusstseins]] über ihre [[gesellschaftlichen]] [[Beziehungen]]. Ohne diese wäre sie nur die Anwendung einer blanken [[Ideologie]]. Solche Politik wird zur puren [[Gewalt]] ihrer [[idealisierten]] [[Vorstellungen]] und Ziele. In der [[praktizierten]] Politik geht es aber um das [[Verhältnis]] von [[Macht]] und [[Ohnmacht]]. [[Macht]] entsteht, wo [[Ohnmacht]] herrscht. Und deshalb handelt es sich hierbei um die [[Verhältnisse]] einer politisch herrschenden [[Gewalt]] (siehe hierzu auch [[Besitz]]), die gesellschaftlich sanktioniert, als gesellschaftliche Macht verfasst ist. Wer darüber verfügt lebt davon, dass andere besetzt, also ihrer [[Macht]] [[enteignet]] worden waren (siehe hierzu auch [[Kapitalismus]]). Denn wenn in solchen [[Lebensverhältnissen]] eine [[Ohnmacht]] gegenüber einer ihr [[entäußerten]] [[Form]] herrscht (siehe auch [[fremde Kraft]]), können Menschen zu Verfügungen darüber [[ermächtigt]] sein (siehe [[Formbestimmung]]). [[Macht]] an sich ist unnötig. Doch sie kann durch [[Ohnmacht]] erzeugt werden – z.B. durch eine Liebes- oder [[Lebenspflicht]]. Pflichten entstehen in [[unverwirklichten&amp;lt; Beziehungen]]. Wo die [[Verhältnisse]] [[entwirklicht]] sind, wo sie selbst [[unwirklich]] gemacht werden, wo ihre [[Verwirklichung]] in ihrer [[Entwirklichung]] existiert, da ist das [[Wissen]] um ihre [[Ohnmacht]] das wesentliche [[Mittel]] einer menschlichen [[Emanzipation]], die [[Kritik der politischen Kultur]] ihr [[politisches]] Werkzeug. Und es ist schließlich vor allem die [[Sprache]], die dies [[vermitteln]] kann und in der Lage ist, ein [[gesellschaftliches]] [[Bewusstsein]] hierüber zu bilden vermag, soweit sie nichts anderes als dieses mitteilen will. Ein [[politischer Wille]] über das [[Notwendige]] hinaus entsteht im [[Urteil]] über das Verhältnis von [[Macht]] und [[Ohnmacht]]. So ist der [[Kapitalismus]] als ein ganzes Gesellschaftssystem – als [[gesellschaftliche]] [[Formation]] seiner Verfassung – einer [[Lebenspflicht]] über das [[Privateigentum]] entstanden (siehe auch [[Existenzverwertung]]). Dieses existiert nicht durch [[gesellschaftlich]] erzeugte [[Produkte]] oder [[Lebensräume]], sondern durch die [[Vereinzelung]] des [[gesellschaftlichen]] [[Lebens]], das seine [[Bedingtheit]] nur im [[Warentausch]] umsetzen und [[verwirklichen]] kann. Darin herrscht vor allem die Verwertung einer [[Lebenspflicht]] (siehe auch [[Austeritätspolitik]]) durch eine gesellschaftliche [[Formbestimmung]] und deren allgemeine Politik über die [[vereinzelte]] [[Einzelheit]] (siehe hierzu [[politische Kultur]]). So lange politische [[Macht]] nicht auf ihre [[sachliche]] [[Bedingtheit]] zurückgeführt und durch die [[Revolutionierung]] ihrer [[Lebensverhältnisse]] [[aufgehoben]] wird beherrscht sie die [[Verhältnisse]] ihrer [[Existenz]]. So [[kritisiert]] Friedrich Engels die Auffasungen von [[Proudhon]] in der Zeitschrift Der Volksstaat (Nach der Ausgabe von 188), um eine Aufmerksamkeit gegen dessen verheerende [[Schlussfolgerungen]] in der [[Arbeiterbewegung]] zu erzeugen. Und im selben [[Sinn]] fährt er gegen die [[antiautoritären]] Bakunisten seiner Zeit (die so genannten [[Anarchisten]]) gewandt fort: Eine Revolution ist gewiß das autoritärste Ding, das es gibt; sie ist der Akt, durch den ein Teil der Bevölkerung dem anderen Teil seinen Willen vermittelst Gewehren, Bajonetten und Kanonen, also mit denkbar autoritärsten Mitteln aufzwingt; und die siegreiche Partei muß, wenn sie nicht umsonst gekämpft haben will, dieser Herrschaft Dauer verleihen durch den Schrecken, den ihre Waffen den Reaktionären einflößen... Also von zwei Dingen eins: Entweder wissen die Antiautoritarier nicht, was sie sagen, und in diesem Falle sähen sie nur Konfusion; oder sie wissen es, – und in diesem Falls üben sie Verrat an der Bewegung des Proletariats. In dem einen wie in dem anderen Falle dienen sie der Reaktion. (Siehe W.I.Lenin, Werke, zitiert nach [[MEW Bd.18, S. XXI)]] Marx betont absichtlich - um einer Entstellung des wahren Sinnes seines Kampfes gegen den Anarchismus vorzubeugen - die ,revolutionäre und vorübergehende Form&#039; des Staates, den das Proletariat braucht. (W.I.Lenin, Werke, Band 25, Berlin 1960, S.449.) (zitiert nach [[(Marx-Engels-Werke Bd.18, S. XXI)]] Doch Lenin konnte sich keine Aufhebung der Diktatur des Kapitals als durch die Diktatur einer revolutionären Klasse vorstellen, die als Proletariat aufgefasst und in einer revolutionären Partei verfasst sein solte. Es hat sich gezeigt, dass dies nur der Verkehrung von Macht und Ohnmacht und daher eher einer Verewigung von Klassenherrschaft dienlich war, als einer gesellschaftlichen Emanzipation der Menschen, die endlich ihre eigen Geschichte vergesellschaften können. „Bei der Analyse dieser Arbeit von Engels hob W.I.Lenin den ganzen prinzipiellen Unterschied zwischen der Kritik am Anarchismus, die Marx und Engels geübt hatten, und jener Kritik hervor, mit deren Hilfe die Revisionisten aus der II. Internationale ihren Verrat am Marxismus, ihr Bestreben tarnten, das Klassenwesen des Bourgeoisstaats zu vertuschen und dessen Existenz zu verewigen. „Die Sozialdemokraten, die Schüler von Engels sein wollen, schrieb Lenin, „haben sich seit 1873 millionenmal mit den Anarchisten herumgestritten, aber eben nicht so, wie Marxisten streiten können und sollen. Die anarchistische Vorstellung von der Abschaffung des Staates ist konfus und unrevolutionär - so stellte Engels die Frage. (W.I.Lenin, Werke, Band 25, Berlin 1960, S.452.). (zitiert nach [[(Marx-Engels-Werke Bd.18, S. XXII)]] Doch das Resultat der Auseinandersetzung der Leninisten mit den Bakunisten wurde zu einer politischen Staatsmacht [[verselbständigt]], die ein revolutionärer Staat umzusetzen haben sollte: Der Staat einer Übergangsgesellschaft, bzw. der Staat als Übergang der Politik in eine übermächtige Politik, der Politik des Arbeiter- und Bauernstaats. Durch die [[politische Partei]] eines solchen Staatswesens war der revolutionäre Staat in seiner Verfassung (siehe auch [[faschistische Ideologie]]) ebenso bestimmt wie ein [[faschistischer]] [[Staat]] und zu einem [[totalen]] [[Staat]] geworden, durch den sich Politik als Systematik in einem politischen Machtapparat gegen die allgemeine Bevölkerung durchsetzen musste, die zwangsläufig reaktionär wurde. In der Politik geht es nämlich vor allem um die [[Form]], um die gesellschaftliche [[Entscheidung]] zwischen [[Macht]] und [[Ohnmacht]] einer gesellschaftlichen Position zu ihrer [[Geschichte]] und [[Entwicklung]] (siehe hierzu auch [[historischermatrialismus]]). Politik bezog sich von daher schon immer auf die soziale [[Form]] ihrer [[gesellschaftlichen]] [[Macht]], worin ihre [[substanziellen]] [[Beziehungen]] sich als [[Form]] ihrer [[Reichtumsbildung]] (siehe auch [[Wirtschaft]]) darstellen und [[verhalten]] (siehe auch [[Verhältnis]]). In der Staatsverfassung sollten ihre [[zivilisatorischen]] Grundlagen formuliert sein. Soweit Politik aber in ihrem [[politischen Willen]] nur [[repräsentiert]], was sie im Nachhinein ihrer [[Geschichte]] als [[notwendiges]] Eingreifen in die [[Bedingungen]] des [[Lebens]] zu erneuern hat (siehe [[Lebensbedingungen]]),[[vergegenwärtigt]] sie nur, was davon versäumt war, was also die Versäumnisse der Politik waren. [[Repräsentative]] Politik [[bewertet]] also im Wesentlichen nur eine [[Schlussfolgerung]] aus ihren Versäumnissen. Deshalb sind es in einer [[repräsentativen Demokratie]] meist nur [[Werte]] der politischen [[Gewohnheiten]] (siehe [[Lebenswerte]]), an denen sie ihr Tun und Lassen zu begründen sucht. [[Politik]] ist der [[Umgang]] mit [[gesellschaftlicher]] [[Macht]], aus der sie Zukunft gestalten will. Aber sie setzt diese [[Macht]] schon als ihr [[Mittel]] voraus und kann sich daher nur zwischen [[Macht]] und [[Ohnmacht]] ihrer [[Lebensbedingungen]] [[verhalten]] und diese [[nutzen]], um einen von ihr selbst gesetzten [[Zweck]], um das [[Recht]] der Ziele ihres [[politischen Willens]] und dessen Verwirklichung zu verfolgen (siehe z.B. [[politische Ökonomie]]). Von daher ist ihre Grundlage die Zielvorstellung eines [[Gedankens]], einer [[Idee]], die durch Beeinflussung der [[allgemeinen]] [[gesellschaftlichen]] [[Verhältnisse]] materialisieren, durch ihre materielle [[Verwirklichung]] zu einer [[allem gemeinen]] [[Form]] bringen will (siehe z.B. [[Verteilungsgerechtigkeit]]). Das [[Urteil]] hierüber setzt ein [[Grundverständnis]] der politischen [[Geschichte]] voraus, wie es z.B. durch [[Theorien]] der gesellschaftlichen [[Evolution]], im [[dialektischen Materialismus]] oder im [[historischen Materialismus]] angelegt ist. Es ist die alte Illusion, dass es nur vom guten Willen der Leute abhängt, die bestehenden Verhältnisse zu ändern ... Die Veränderung des Bewusstseins, abgetrennt von den Verhältnissen, wie sie von den Philosophen als Beruf, d. h. als Geschäft, betrieben wird, ist selbst ein Produkt der bestehenden Verhältnisse und gehört mit zu ihnen. Diese ideelle Erhebung über die Welt ist der ideologische Ausdruck der Ohnmacht der Philosophen gegenüber der Welt. [[(Marx MEW 3, S. 363)]] Wer Politik nicht als [[Eigenschaft]] einer [[Entscheidung]] [[Ideologie]] verfestigt hat, will darin eine [[Macht]] subjektivieren, die ohne ein [[wirkliches]] [[Urteil]] über die [[Verhältnisse]] [[begründet]] ist, die eine [[Erkenntnis]] über ihre Unterschiede nötig haben. Die Politik als solche gibt es nicht [[wirklich]] durch sich oder durch Politikerinnen oder Politiker, durch [[Entscheidungsträger]] und der [[Selbstbezogenheit]] ihrer [[Beurteilungen]]. Sie kann nur als [[Eigenschaft]] von einem [[materiellen]] und hierdurch [[substanziellen]] [[Verhältnis]] [[wirklich]] [[sein]] (siehe z.B. [[politische Ökonomie]], [[politische Kultur]]) Die Umkehr dieser Eigenschaftlichkeit verlangt nach einer erneuerten [[Substanz]] (z.B. von der [[politischen Ökonomie]] zu einer [[okonomische]] Politik) wie sie unter anderen [[Lebensbedingungen]] als [[internationale Kommunalwirtschaft]] möglich wäre. In einer [[repräsentativen]] Demokratie herrscht die Illussion vor, dass die [[Persönlichkeit]] der politischen Repräsentanten tatsächlich die [[Gewalt]] zur Ausrichtung und Veränderung ihrer [[nationalen]] [[Verhältnisse]] inne hätte. Doch es zeigt sich immer wieder, dass die [[Wirkung]] solcher [[Gewalt]] völlig abhängig ist von den gegebenen [[gesellschaftlichen]] [[Bedingungen]] und [[Möglichkeiten]] einer [[persönlich]] [[bestimmten]] Politik. Zudem ist die Auswahl dieser [[Personen]] lediglich über[[Meinungen]] und [[Meinungsbildungen]] von [[Wählermeinungen]] jenseits ihrer [[existenziellen]] [[Bedingungenn]] zustande gekommen ist. Gewalt entsteht aber gerade durch die [[Notwendigkeiten]] der allgemeinen Existenzen, die persönliche Geschichten einer politischen Klasse beflügeln, in Wahrheit aber durch die Bedingen der gesellschaftlichen [[Geschichte]] bestimmt sind (siehe hierzu [[historischer Materialismus]]) und ihrer [[Abstraktionskraft]]. Und darin verhalten sich [[politische]] [[Formationen]], die um ihre [[Macht]] kämpfen, um ihre Verfassung und [[Interpretation]], aus der sich ein [[Verhalten]] zur [[Geschichte]] in ihrer [[gegenwärtigen]] [[Wirklichkeit]] ergeben soll. All dem vorausgesetzt ist also der Entwicklungsstand des [[Lebensstandards]] der [[Lebensproduktion]] der Menschen: Die [[Produktivkraft]] ihrer [[Arbeit]] wie sie sich in den [[Verhältnissen]] ihres [[gesellschaftlichen]] [[Reichtums]] darstellt. Politik kann also nur in dieser [[Beziehung]] wirken und sich nur darin [[verwirklichen]]. Doch meist wird [[Politik]] hiervon abgelöst [[verstanden]], in ihrer [[Verselbständigung]] diskutiert und ihren Kämpfen (siehe [[Klassenkampf]]) praktiziert. Es hindert uns also nichts, unsre Kritik an die Kritik der Politik, an die Parteinahme in der Politik, also an wirkliche Kämpfe anzuknüpfen und mit ihnen zu identifizieren. Wir treten dann nicht der Welt doktrinär mit einem neuen Prinzip entgegen: Hier ist die Wahrheit, hier kniee nieder! Wir entwickeln der Welt aus den Prinzipien der Welt neue Prinzipien. Wir sagen ihr nicht: Laß ab von deinen Kämpfen, sie sind dummes Zeug; wir wollen dir die wahre Parole des Kampfes zuschrein. Wir zeigen ihr nur, warum sie eigentlich kämpft, und das Bewußtsein ist eine Sache, die sie sich aneignen muß, wenn sie auch nicht will. ([[(Marx-Engels-Werke Bd.1, S. 345)]] Als Formatierung über ihre [[Lebenswerte]] im Nachhinein ihrer [[Bildung]] (siehe auch [[Bildungsbürger]]) ist Politik allerdings nur [[selbstgerecht]] und [[moralisch]] begründet. Sie muss zwar auf [[wirtschaftliche]] Probleme reagieren. Doch ihre [[Reaktion]] (siehe [[reaktionäres Bewusstsein]]) ist in solchem [[Verhältnis]] nur Parteinahme für das [[Allgemeine]] ihrer [[Macht]] und [[Gewalt]]. Ihr [[politischer Wille]] ist daher im [[Allgemeinen]] auf das Wohl des [[Ganzen]], auf das [[Heil]] ihrer [[Gemeinschaft]] ausgerichtet und als [[eigenständige]] politischer Sphäre eines [[abstrakt allgemeinen]] [[Verhältnisses]] zwangsläufig [[reaktionär]]. Nur eine Politik, die ihr Handeln aus aus ihrem [[wirklichen]] [[Wissen]], aus [[wissenschaftlich]] dargestellten und veröffentlichten [[Gründen]] ihre [[Schlussfolgerungen]] bezieht, kann einer menschlichen [[Geschichte]] dienlich sein, indem sie den [[wahren]] [[Grund]] der [[allgemeinen]] Probleme durch ihre [[Beziehung]] auf ihre [[Wirklichkeit]], auf die [[wirklichen]] Kämpfe der [[politischen Subjekte]] verfolgt und sich durch ihre [[Kritik]] gegen deren [[objektivierte]] Macht, gegen ihre [[Verselbständigung]] zu [[emanzipieren]] sucht. In der [[Kritik der politischen Ökonomie]] schließt sich der Kreis, solange hierbei sich [[Wirtschaft]] gegen ihre [[politische]] [[Form]] aushandeln lässt. Darin verhält sich Politik zu ihrer [[materiellen]] [[Bedingung]] und begründet damit sowohl ein bestimmtes [[Bewusstsein]], wie sie auch in einem [[reaktionären Bewusstsein]] darauf reagiert, weil sie sich in diesem Kreislauf zu sich selbst verhält und das [[Ganze]] ihrer [[Verhältnisse]] in ihrem [[Widerspruch]] von [[privater]] [[Form]] und [[gesellschaftlicher]] [[Wirklichkeit]] ihrer [[abstrakten]] [[Beziehungen]] [[totalisiert]]. Politik besteht so durch einen Luftsprung ihres [[Selbstverständnisses]] [[getrennt]] von den [[materiellen]] Grundlagen [[ohnmächtiger]] [[Existenzen]] allein durch ihre [[Repräsentationen]] und daraus folgender [[Meinungsbildung]] in einer [[repräsentativen Demokratie]] und erscheint dort als [[Eigenschaft]] des [[bürgerlichen Staats]]. In der Tat, man muss jeder historischen Kenntnis ermangeln, um nicht zu wissen, dass es die Regierungen sind, die zu allen Zeiten sich den wirtschaftlichen Verhältnissen fügen mussten, aber niemals die Regierungen es gewesen sind, welche den wirtschaftlichen Verhältnissen das Gesetz diktiert haben. Sowohl die politische wie die zivile Gesetzgebung proklamieren, protokollieren nur das Wollen der ökonomischen Verhältnisse. ([[K. Marx, Elend der Philosophie, MEW 4, 109)]] Politik gründet also auf dem [[materiellen]] Vorhaben eines [[Gedankens]] (siehe [[konkrete Utopie]]), der zunächst nur in den Köpfen von [[politischen Subjekten]] [[existiert]] (siehe [[Bewusstsein]]), in der die [[Ideologie]] des Bestehenden schon durch eine politische [[Idee]] [[aufgehoben]] ist, wie sie den Menschen als [[selbstverständliche]] [[Form]] ihrer [[Existenz]] [[erscheint]] (siehe hierzu auch [[Wozu Kulturkritik?]]). Der Mensch, wie er Mitglied der bürgerlichen Gesellschaft ist, der unpolitische Mensch, erscheint aber notwendig als der natürliche Mensch. Die droits de l&#039;homme [Menschenrechte] erscheinen als droits naturels [natürliche Rechte], denn die selbstbewußte Tätigkeit konzentriert sich auf den politischen Akt. Der egoistische Mensch ist das passive, nur vorgefundne Resultat der aufgelösten Gesellschaft, Gegenstand der unmittelbaren Gewißheit, also natürlicher Gegenstand. [[(Marx-Engels-Werke Bd.3, S. 407f)]] Die nur [[ideologisch]] entwickelte [[Kritik]] ist zunächst das [[Wesen]] des [[politischen]] [[Verhaltens]] zu den herrschenden [[allgemeinen]] [[Formationen]] (siehe hierzu z.B. [[repräsentative Demokratie]]). In den konkreten Auseinandersetzungen hierüber formiert sich die politische [[Kritik]] im [[Zweck]] ihres [[politischen Willens]], als [[Kritik]] der herrschenden [[Bewertungen]] (siehe hierzu [[Wert]]), die zur [[rechtlichen]] Grundlage (siehe hierzu auch [[Gerechtigkeit]]) der [[Verwirklichung]] ihrer [[gesellschaftlichen]] [[Inhalte]] gegen die [[Gegebenheiten]] ihrer Existenzformen wird (siehe z.B. [[Kritik]] des [[Privateigentums]]). Es genügt nicht, daß der Gedanke zur Verwirklichung drängt, die Wirklichkeit muß sich selbst zum Gedanken drängen. [[(Marx-Engels-Werke Bd.1, S. 386)]] Von daher begründet sich Politik im [[Allgemeinen]] durch die Rechtfertigung und das [[Recht]] des [[Willens]] zu dem, was sein soll, was hierfür [[nötig]] ist um ihre Zielsetzung zu [[verwirklichen]]: auf einem [[politischen Willen]] zu einer [[Existenz, der sich durch seineAbsichtenvon derWirklichkeiteinerabstrakten gesellschaftlichenIdealisierung(sieheIdeologie) abwendet und in derWirklichkeitihrer Gesellschafsform begründetenNotwendigkeitnach einer ihremwirklichenInhaltgerechten Veränderung ihrerVerhältnisseentspricht (sieheIdeologiekritik). Politik will durch ihre Zielsetzungen dieFormder herrschendenVerhältnissereformieren, aus denen sie entsteht und die sie reflektiert (siehe hierzupolitische Ökonomie). Sie begründet also dieVeränderungenderFormenihrergesellschaftlicherWirklichkeit, treibt als eine permanenente Reform die Erneuerung (sieheReproduktion) undFortbestimmungder herrschendenVerhältnissedurch die Umkehrung ihrerVerkehrungen, durch dieallen gemeingewordenebewussteVergesellschaftung ihrerprivatenFormationenan (sieheEigentumstitel).]] Die Reform des Bewußtseins besteht nur darin, daß man die Welt ihr eigenes Bewußtsein innewerden läßt, daß man sie aus dem Traum über sich selbst aufweckt, daß man ihre eigenen Aktionen ihr erklärt. Unser ganzer Zweck kann in nichts anderem bestehn.... als daß die religiösen und politischen Fragen in die selbstbewußte menschliche Form gebracht werden. Unser Wahlspruch muß also sein: Reform des Bewußtseins nicht durch Dogmen, sondern durch Analysierung des mystischen, sich selbst unklaren Bewußtseins, trete es nun religiös oder politisch auf. [[(Marx-Engels-Werke Bd.1, S. 346)]] Wo Politik im Zweck einer [[persönlichen]] [[Identität]] gegen den [[Selbstverlust]] der [[bürgerlichen Kultur]] und ihren [[zwischenmenschlichen Verhältnissen]] [[einverleibt]] wird, wird sie [[fanatisch]] und wird zum Werkzeug einer [[totalitären]] [[Egomanie]]. Als derart bestimmter [[politische Wille]] eines [[objektivierten Subjekts]] (siehe [[Subjektkritik]]) im Zweck einer [[persönlichen]] [[Wahrnehmungsidentität]] wird sie zum Instrument einer [[absoluten]] [[Selbstbehauptung]] und von daher [[fanatisch]]. Politik ist aber nur eine [[gedankliche]] [[Beziehung]] auf die [[Entwicklung]] einer [[Gesellschaft]] von Menschen in der [[Urteilsbildung]] über die [[Wirklichkeit]] ihrer [[Lebensverhältnisse]]. Politisch ist daher ein [[Urteil]] über [[Einzelheiten]] nur, soweit es die Gesamtheit ihrer [[Beziehungen]] auf [[reflektiert. Wo diese ihnen äußerlich, alsofremd bestimmtsind, ist esnotwendig, dieEntfremdungihrer Lebenszusammenhänge vom menschlichenLebenzukritisieren(siehekritische Theorie) und ihr menschlichesWesenzu entdecken, aufzudecken und das Handeln der Menschen menschlich zu begründen (siehe z.B.Kritik der politischen Ökonomie). Von daher kann sich Politik letztlich nur durchwissenschaftlicheErkenntnissebewahrheiten Aber derbürgerlicheVerstand, dessen wesentlicheEigenschafteine kritikloseBeziehungzu seinemGegenstandist, weil er die darin vermittelteBürgschaftnichtpolitischhinterfragen will, vermag einen äußerenGegenstand, in dem er seine Lebentätigkeit nur in einerveräußertenFormwahrhabenkann, nicht von einementäußertenGegenstandseinesLebenszu unterscheiden, weil er ihn als Gegenstand in seinemBesitzwahrnimmt, denn er erkennt in der Besessenheit seinerÄußerlichkeitselbst nichts von seinerEntfremdung, solange er an seine Gedankenlosigkeitgewöhntist. Er versteht seineObjektivitätgrundsätzlich äußerlich und daher auch wesentlichgleichgültigin seinem Denken, wodurch er sich selbst äußerlich wird. Das reineDenkengilt daher auch bloß als entwickelte Form des Verstehens, nicht als dessenEmanzipationzu einer demGegenstandinnewohnendenSubjektivität. SolchemVerstandbleiben die Objekte daher auch reinobjektiv, sein Denken als bloße Beziehungsform derGegebenheiten. Aber erst mit dem Durchdringen der äußerlichen Gegenständlichkeit bis hin zu deren Subjekt, zurErkenntnisderSubjektivitätdes Gegenständlichen, vollzieht sich dieAufhebungentfremdetenDenkens. Und nur dies kann einenBegrifffür die Gegenstände ergeben, also eineGewissheit, wodurch sie wieder greifbar werden. Von daher muss einerrevolutionärenPolitik auch dieKritikderbürgerlichen Wissenschaftenals Kritik einesveräußerlichtenWisensvorausgehen. Sie kann ihren Gegenstand als äußerlichenGegenstandnur in einemhermeneutischen Zirkelbeschreiben, wodurch ihre eigenen Vorurteile verdoppelt werden,bürgerlichverbürgtenLebensverhältnisse verabsolutiert. Sie erkennt ihrWesennur als das, was sie von ihm aus ihrerisoliertenBetrachtungsweise heraus als eine ihreeigentümlicheWahrheit, also nur für sichwahrnehmenkann, - eben weil sie dies unbedingt fürwahrbefinden soll.Bürgerliche Wissenschaftkann daher zu einerwahrenWissenschaftnur werden, wenn sie ihrenGegenstandals einen ihr äüßerlichen Gegenstand begreifen kann, der ihr einepolitischeAnalysedurch diedialektischenMethodeihrerErkenntnissederbürgerlichverbürgtenLebensverhältnisse abverlangt. Diese gründen wie überhaupt auf denElementenihres gesellschaftlichenReichtums.]] Der [[Reichtum]] der [[Gesellschaft]]en, in welchen kapitalistische Produktionsweise herrscht, erscheint als eine ungeheure Warensammlung, die einzelne [[Ware]] als seine [[Elementarform]]. Unsere Untersuchung beginnt daher mit der Analyse der [[Ware]]. [[(MEW Bd. 23, S. 49)]] Der [[Reichtum]] aller [[Gesellschaften]] ergibt sich aus der [[inhaltlichen]] [[Entwicklung]] des [[Arbeitsprozesses]] und der [[Produktionsmittel]], durch die sich die [[Arbeit]] der Menschen mit ihren [[Bedürfnissen]] differenziert und ihre [[Naturmacht]] den Menschen immer mehr zu [[Eigen,]] immer [[eigentümlicher]] wird, wenn ihre Form ihren Inhalten entsprechen könnte (siehe hierzu [[Historischer Materialismus]]). Aber die Inhalte dieser [[Entwicklungen]] haben durch die Unvereinbarkeit ihrer Existenzweise, durch die [[Getrenntheit]] der politischen [[Form]] von ihrer natürlichen [[Entwicklung]] eine [[Formbestimmung]] nötig, die ihren geschichtlichen Prozess verbündet, seine getrennten Momente an einander festhält. Solange diese [[Trennung]] besteht ist [[Politik]] als reine [[Formbestimmung]] die eigenständige [[Form]] inhaltlicher [[Beziehungen]]. Sie kann sich aber letztlich nur in einem [[Sinn]] [[verwirklichen]], der dem [[Reichtum]] einer [[Gesellschaft]] zusteht, weil diese ihn inhaltlich bestimmt. Politik ist bis dahin lediglich der Betrieb einer [[Formbestimmung]], die dem Zerfall des gesellschaftlichen [[Reichtums]] entgegenwirkt, sich im Gegensatz des organisch bestimmten [[Wirtschaftswachstum]] mit dem [[formbestimmten]] [[Wertwachstum]] aufreibt, um dessen [[Krisen]] zu überwinden Politik gründet von da her auf einer Zielvorstellung, die durch Beeinflussung der [[allgemeinen]] [[gesellschaftlichen]] [[Verhältnisse]] mit der eigenständigen [[Kraft]] eines [[politischen Willens]] zu [[verwirklichen]] sein sollen. Und von daher begründet sich Politik im [[Allgemeinen]] auf einem [[Willen]], diese Zielsetzung zu erfüllen: auf einem [[politischen Willen]], mit dem sich die Menschen dem Sollen der ökonomischen [[Formbestimmungen]] und deren Zwänge entgegen zu stellen, um sich aus der politischen [[Macht]] der herrschenden [[Verhältnisse]] zu [[emanzipieren]] (siehe hierzu auch [[Kritik der politischen Ökonomie]]). Die [[substanziellen]] [[Verhältnisse]] einer jeden Gesellschaft bestehen aus dem Verhalten ihrer Selbsterhaltung, ihrer [[Reproduktion]], zu ihrer Selbsterzeugung, zur [[Vergegenständlichung]] der [[Lebensäußerungen]] der Menschen, zur [[Entwicklung]] und Fortbildung ihrer Lebensform. Wenn und wo das [[Leben]] der Menschen einer [[Gesellschaft]] sich in ihren [[Verhältnissen]] entzweit, muss es durch politische [[Entscheidungen]] über das [[Bewusstsein]] der Menschen zusammengeführt und über ihre Beurteilung (siehe [[Urteil]]) zum [[Entschluss]] eines [[notwendigen]] politischen Handelns gebracht werden. Die bisherigen Gesellschaften waren Formationen ihrer [[Klassengegensätze]], wie sie sich auch schon in einer [[Demokratie]] mehr oder weniger bewusst verhalten können, sofern sich darin nicht [[allgemeine]] Repräsentationen (siehe hierzu auch [[repräsentative Demokratie]]), sondern die [[wirklichen]] [[Klassengegensätze]] einer menschlichen [[Gesellschaft]] darstellen und auseinander setzen können (siehe auch [[qualifizierte Delegation]]). Politik bezieht sich auf den allgemeinen [[Zustand]] der herrscheden [[Lebensverhältnisse]] und ihrer Verfassung, auf die [[strukturelle]] [[Allgemeinheit]] ihrer [[Wirklichkeit]], der sich der [[politische Wille]] entweder zuwendet oder entgegenstellt. Politik bezeichnet immer schon die Einflussnahmen auf die Lebenszusammenhänge, auf den Polis der Menschen, Gestaltungen und Durchsetzung von Forderungen und Zielen im [[Ganzen]] ihrer [[Lebensverhältnisse]], ist also der [[Begriff]] für das [[Verhalten]] in [[gesellschaftlichen]] [[Macht]]verhältnissen, die jenseits der [[wirklichen]] [[Beziehungen]], der Kraftverhältnisse ihrer einzelnen [[Existenzen]] vergesellschaften um ihre [[persönliche]]s Wissen und Bewusstsein in ihrer menschliche [[Wirklichkeit]] gemein zu machen, zu [[verallgemeinern,]]um ihre [[Ausschließichkeit]] im Einzelnen zu überwinden. Politisch ist daher immer ein [[Verhalten]], das sich aus einem [[Bewusstsein]] und [[Denken]] so ergibt, wie es sich auf ein politisches [[Gemeinwesen]], auf die [[gesellschaftlichen]] [[Verhältnisse]] im [[Ganzen]] ihres [[Lebensraums]] beziehen lässt, in einem durch politische Grenzen umschriebenen [[Gemeinwesen]] Wirkung haben will (siehe [[politscher Wille]]), um darin in einer bestimmten [[Absicht]] oder mit einem bestimmten [[Willen]] oder mit einer bestimmten Einsicht mit politischer [[Macht]] einzugreifen, um es zu gestalten und - wenn nötig - zu verändern. In diesem [[Sinn]] will Politik Zukunft gestalten und sich als gesellschaftliche [[Macht]] (siehe auch [[Naturmacht]]) durch die [[Entscheidungen]] so zu verwirklichen, wie sie in [[demokratischen]] Verhältnissen im [[Sinne]] der Menschen (siehe auch [[Kultur]]) für nötig befunden werden (siehe hierzu auch [[internatioale Kommunalwirtschaft]]). Politik sucht überhaupt Entzweiungen im geselschaftlichen Organismus auszutragen, die [[zweifelhafte]] [[Gegenwärtigkeit]] einer [[Gesellschaf im]] [[Dazwischensein]] der Menschen in einer [[Gesellschaft]], die ihren [[Klassengegensatz]] durch den persönlihn Wert ihrer Existenzen, also über das [[Privateigentum]] von Waren auf den Warenmärkten oder [[Geldwerte]] (siehe [[Existenzwert]]) auf den Finanzmärkten mit einem Schuldgeldsystem aufzuheben. [[t]], deren Gegenstand nurmehr [[Geld]] und [[Kapital]] ist, zu verhandeln, das. durch einen [[Mehrwert]] des Weltgeldes die Klassenverhältnisse durch Schuldverhältnisse, in Schuldverhältnisse zu wandeln und darin die politischen Entscheidungen zu beherrschen. Die burgherrliche Gesellschaft (siehe [[bürgerliche Gesellschaft]]) entwickelte sich hierdurch zu einer verselbstndigten Formation Politik des Kapitalismus und seinem [[fiktiven Kapital]], das die realwirtschaftlichn Beziehungen [[substanziell]] aufsaugt, das [[Leben]] der Menschen, ihre Eigenschaften und Fähigkeiten selbst unmittelbar verwertet. Demokratie begründet sich hier das Bewusstsein, das die einander fremden Beziehungen der [[Klassen]] zu ihrer Gesellschaft über ihre [[Rechte]] und Pflichten zu einer politischen Auflösung des Streits um die Möglichkeiten ihrer gesellschaftlichen Geschichte entwickelt. Politik ist daher das Verhalten einer gesellschaftlichen Macht im geschichtlichen Verhältnis dieses Streits. Entscheidend ist dabei die Reduktion der Beteiligten auf ihre Staatsbürgerschaft, auf die Wählermeinung dessen, was eigentlich Bewusstsein über die Klassengegnsätze und ihrer geschichtlichen Gegenwärtigkeit sein sollte. Doch Wählermeinungen können können sich nur im Dagegen- und Dafürhalten unterscheidn im Verhältnis zu ihrem Dasein quantifizieren. Was sich hierbei , als die stärker quantifizierte durchsetzt drängt die schwächer quantifizierte Position zur Ohnmacht, die entweder völlig ausfält oder als Opposion im Palaver der Parlamente noch mithalten darf. In einer [[repräsentativen Demokratie]] setzt sich die Wählermeinung über deren Repräsentanten nach Maßgabe der Wahllperioden politisch um. Was sich nicht repräsentieren lässt fällt dabei aus, wird als Abfall, als Müll der sich ihrer selbstbewussten Formulierungen ausgeschieden. Politik setzt die Möglichkeit der Auseinandersetzung über die Scheidung von [[Notwendigkeit]] und [[Freiheit]] der Unterscheidungen voraus, worin sich eine entschiedenen politischen Haltung als beschlossener, also [[entschlossener]] [[politischer Wille]] bilden kann, der sich auf die [[Sache]] der Menschen bezieht, weil und sofern hierüber die [[Notwendigkeiten]] ihres [[Daseins]] [[begriffen]] und zu begreifen sind und in der [[Freiheit]] ihrer [[Entscheidung]] die [[Emanzipation]] aus nötiger [[Bestimmtheit]] gesucht wird. Das verlangt die [[qualifizierte]] Entscheidungsgrundlage aus einer [[Auseinandersetzung]] mit deren [[wirklichen]] [[Bedingungen]], an denen erst sich der [[politische Wille]] auch in seiner [[wirklichen]] [[Beziehung]] erklären und [[verwirklichen]] kann (siehe hierzu auch [[qualifizierte Delegation]]). Der politische Wille versteht sich daher als ein [[Wille]] der [[Politik]], aus welchem sich die [[gesellschaftliche]] Entwicklungen begründen und verändern ließe. Diese aber lassen sich politisch weder bestimmen noch begründen, weil sie ihr schon als objektive [[Notwendigkeit]] selbständiger [[Formbestimmungen]] vorausgesetzt sind, die weder willentlich, noch politisch zu beeinflussen sind. Was ihre [[substanzielle]] Grundlage ist, das wird sich niemals aus einer [[Politik]] einer [[bürgerlichen Demokratie]] herstellen lassen. Die kann überhaupt nur sich darin engagieren, die Verhältnisse zu arrangieren, die wesentlich von der Form ihrer Produktion, ihren [[wirtschaftlichen]] Verhältnissen, von der [[Entwicklung]] ihrer [[Produktivkräfte]] durch ihre [[politische Ökonomie]] bestimmt ist. [[Politik]] existiert eben schon vor jedem politischen Beschluss in den [[materiellen]] Voraussetzungen einer verfassten [[Gesellschaft]], über die gesellschaftlichen Mittel ihrer Geschichtsbildung. Alle bisherige [[Geschichte]] der Menschen vollzog sich in der Fortentwicklung ihrer [[Naturmacht]] im Kampf gegensinniger gesellschaftlicher [[Klassen]], der die historische Entwicklung ihrer [[Produktionsverhältnisse]], das gesellschaftliche Vermögen der Menschen im [[Verhältnis]] zu ihrer [[Natur]] nach dem Entwicklungsstand ihres gesellschaftlichen Vermögens bestimmt hat. In der [[bürgerlichen Gesellschaft]] hat sich mit der Entwicklung ihrer [[Klassengegenssätze]] die Wirtschaftsform einer [[privaten]] Verfügung über eine [[politische]] [[Macht]] ihrer [[gesellschaftlichen]] Verfasstheit [[verallgemeinert]]. Erst hierdurch konnte von einem politischen Wille die Rede sein. Dieser kann sich aber zunächst nur innerhalb der [[Vernunft]] der bestehenden [[Verhältnisse]] verhalten, die sich allerdings auch bis zum äußersten hin entwickeln knnen, so dass der politische Wille auch aus einer geschichtlichen [[Vernunft]] heraus gesellschaftliche Veränderung im [[Ganzen]] bewirken kann, die [[Widersprüche]] ihrer [[Wesensnot]] aufheben muß um neue [[Wirklichkeit]] zu erlangen, neue [[Geschichte]] aus der alten dort zu vrwirklichen, wo sie sich in Auflösung befindet und ihre [[Aufhebung]] selbst [[Geschichte]] macht (siehe [[Revolution]]), indem sie aus deren anachronistischen Formationen heraus ihre [[gesellschaftliche]] [[Substanz]] erneuert (siehe auch [[Subversion]]). Jede Revolution löst die alte Gesellschaft auf; insofern ist sie sozial. Jede Revolution stürzt die alte Gewalt; insofern ist sie politisch.[[(MEW 1, S. 409)]] In der [[bürgerlichen Gesellschaft]] versteht sich Politik in der Form einer [[repräsentativen Demokratie]] als [[Verhalten]] eines allgemeinen persönlichen [[Gewissens]] zu bestimmten [[Ereignissen]], für oder gegen diese die [[Meinung]] einer Mehrheit der Bevölkerung und ihrer Repräsentanten steht, die politisches Handeln einfordern. Politik soll hier also im Willen von [[Persönichkeiten]] verkörpert sein, die als Repräsentanten einer Ansammllung von [[Meinungen]] diese als [[politischen Willen]] der vorherrschenden [[Wählermeinungen]] vertreten, aus denen sich der bürgerliche Staat konstituiert. Von daher bezieht sich Politik unter kapitalistischen Bedingungen auf das, was die Menschen im [[Allgemeinen]] als ihr Meiniges, als ihr [[Privateigentum]] verstehen, auf das persönliche Privatrecht der Warenbesitzer. Durch das Privatrecht ist Politik notwendig von ihrer gesellschaftlichen Grundlage getrennt und in ihren Entscheidungen widersprüchlich zwischen dem, was sie wirklich scheiden und entscheiden kann und dem, was über sie schon durch ihre ökonomischen Bedingungen entschieden ist. Solange Politik nicht selbst [[wirtschaftlich]] ist und die [[wirkliche]] Lebensproduktion der Menschen in ihrem [[wirklichen]] Lebenszusammenhang entscheidet, bleibt sie eine Illusion des guten Willens, der die [[Wirkungen]] seiner Ent-Scheidungen und Getrenntheiten nicht mehr erkennen kann. Es ist die alte Illusion, dass es nur vom guten Willen der Leute abhängt, die bestehenden Verhältnisse zu ändern ... Die Veränderung des Bewusstseins, abgetrennt von den Verhältnissen, wie sie von den Philosophen als Beruf, d. h. als Geschäft, betrieben wird, ist selbst ein Produkt der bestehenden Verhältnisse und gehört mit zu ihnen. Diese ideelle Erhebung über die Welt ist der ideologische Ausdruck der Ohnmacht der Philosophen gegenüber der Welt. [[(MEW 3, Seite 363)]] Weil sich politisches Handeln immer auf die [[Gesellschaft]] der Menschen und ihre wirklcihen Lebens[[bedingungen]] [[allgemein]] bezieht, ist es zugleich subjektiv wie objektiv und kann sich nicht selbst in seinem [[politischen Willen]] unmittelbar verwirklichen. Es bezieht sich als [[Wille]] und Rechtsform immer auf die [[Wirtschaft]] und muss immer auch ökonomisch vermittelt sein und sich auch in der [[Ökonomie]] vermitteln können. Politik ist also in Wahrheit wesentlich eine wirtschaftliche Politik (siehe hierzu auch [[Vertragswirtschaft]]). Doch in der Trennung von ihrem gesellschaftlichen Sinn und Zweck wird Politik zu einer bloßen Form des Wollens und Dafürhaltens und darin einseitig, dass sie sich nicht selbst wirklich verstehen muss und sich daher zu einem Prinzip des Entscheidens entwickelt, das sich immer schon in seinen Parteinahmen als Parteiensystem entschieden darstellen muss. Das Prinzip der Politik ist der Wille. Je einseitiger, d.h. also, je unvollendeter der politische Verstand ist, um so mehr glaubt er an die Allmacht des Willens, um so blinder ist er gegen die natürlichen und geistigen Schranken des Willens, um so unfähiger ist er also, die Quelle sozialer Gebrechen zu entdecken. (Karl Marx in Kritische Randglossen zum Artikel eines Preussen, [[Marx-Engels-Werke Bd.1, S. 402]] In der [[bürgerlichen Gesellschaft]], worin die Ökonomie selbst [[getrennt]] zwischen [[Produktion]] und [[Konsumtion]] ist, erscheint der [[politische Wille]] des Staatsbürgers auch von seiner Wirtschaftsweise [[allgemein]] [[getrennt]]. Weil der [[Bürger]] sich mit seinem [[Besitz]] [[privat]] erfährt, hat er eben schon sein [[Gemeinwesen]] außer sich in dem, wie er sich seinen Staat [[vorstellt]]. Diese Vorstellung wird durch eine [[repräsentative Demokratie]] zur allgemeinen [[Meinung]] zusammengetragen, die sich im Dafürhalten zu den [[Gegebeneiten]] erschöpft, in denen das [[erscheint]], was sie nicht sein sollen und daher der Wille populär wird, was sie eigentlich sein müssten. Der [[bürgerliche Staat]] erscheint auf dieser Grundlage wie ein Himmelswesen, dem man seine innersten Wünsche anvertrauen kann, um endlich in seinem hiervon getrennten [[Leben]] Erfüllung zu finden. Wo der politische Staat seine wahre Ausbildung erreicht hat [durch die bürgerliche Revolution], führt der Mensch nicht nur im Gedanken, im Bewußtsein, sondern in der Wirklichkeit, im Leben ein doppeltes, ein himmlisches und ein irdisches Leben, das Leben im politischen Gemeinwesen, worin er sich als Gemeinwesen gilt, und das Leben in der bürgerlichen Gesellschaft, worin er als Privatmensch tätig ist. [[(Marx-Engels-Werke Bd.1, S. 354)]] Doch mit der [[Aufklärung]] (nach [[Immanuel Kant]]) darüber, dass die Menschen, wo sie sich nicht durch ihre Politik verwirklicht finden, nur ihre Unmündigkeit beweisen würden, dass sie sich aus ihren Lebensbedingungen nicht politisch emanzipiert hätten, weil sie ihr Bestreben ihren materiellen Bedingungen überlassen hätten, also selbstverschuldet ihren [[Formbestimmungen]] erliegen wären, wird der Himmel auf Erden den Menschen als [[Selbstbestimmung]] zur Aufgabe eines [[Übermenschen]] ohne wirklichen Körper und Sinn gemacht - eben so, wie er in der [[Scheinwelt]] des [[Bürgertums]] auch im [[Fetischismus]] seiner [[Geldform]] schon begründet erscheint. Ohne die [[Kritik]] dieser [[Entfremdung]] der gesellschaftlichen Lebensproduktion durch die [[Geldform]] ihrer Produkte wird es keine wirklich wesentliche gesellschaftliche Veränderung geben können (siehe hierzu [[historischer Materialismus]]). Politik kann nur in der [[Emanzipation]] der Menschen durch den Prozess ihrer [[materiellen]] [[Selbstbestimmung]], durch die sachliche wie geistige Aufhebung ihrer [[wirklichen]] [[Fremdbestimmung]] menschlich sein. Diese verharrt allerdings in der [[bürgerlichen Gesellschaft]] noch in der [[Trennung]] von [[Sache]] und [[Wille]], ist immer noch die bloße politische Emanzipation der [[Aufklärung]], die sich der Sache innerhalb der Möglichkeiten seines Willens politisch zuwendet und sich ihr zugleich menschlich entzieht, den Menschen auf die [[Moral]] des politschen Willens reduziert. Von daher kann eine politische [[Emanzipation]] nicht unmitelbar menschliche Emanzipation sein. Die politische Emanzipation ist die Reduktion des Menschen, einerseits auf das Mitglied der bürgerlichen Gesellschaft, auf das egoistische unabhängige Individuum, andrerseits auf den Staatsbürger, auf die moralische Person. Erst wenn der wirkliche individuelle Mensch den abstrakten Staatsbürger in sich zurücknimmt und als individueller Mensch in seinem empirischen Leben, in seiner individuellen Arbeit, in seinen individuellen Verhältnissen, Gattungswesen geworden ist, erst wenn der Mensch seine eigenen Kräfte als gesellschaftliche Kräfte erkannt und organisiert hat und daher die gesellschaftliche Kraft nicht mehr in der Gestalt der politischen Kraft von sich trennt, erst dann ist die menschliche Emanzipation vollbracht. [[(Marx, Zur Judenfrage, Marx-Engels-Werke Bd.1, S. 370)]] Sofern politische Entscheidungen nicht auf einer objektiven Analyse der menschlichen Lebensverhältnisse beruhen, entstehen sie im Prozess einer allgemeinen Willensbildung, die kein [[Urteil]], sondern eine [[Position]] entwickelt - meist bezogen aus der [[Vernunft]] einer Lebenshaltung oder [[Ideologie]] (siehe [[Freiheit]], [[Gleichheit]], [[Gerechtigkeit]]). Die Beurteilung einer Situation besteht - soweit sie sich nicht als Notwendigkeit der Menschen in ihrer [[Wirklichkeit]] selbst, als ihre wirkliche Artikulation und Bewegung versteht und darin aufhebt - aus beidem, zum einen als Aufgabe der Wissenschaften, welche die Möglichkeiten der Verhältnisse ausloten, und den PolitikerInnen, welche sich aus der Meinungs- und Willensbildung rekrutieren. Politik nimmt wissenschaftlichen Verstand zur Kenntnis und fasst ihre Beschlüsse durch einen zur [[Venunft]] gebrachten Willen. Doch diese Vernunft kann sich nicht selbst [[dialektisch]] verhalten, nicht auch gegen sich selbst wahr werden. Sie folgt immer nur der [[Logik]] der [[Verhältnisse]]. Der vernünftig gewordene Wille ist in seiner Kritik der Verhältnisse daher sehr einseitig. Er kehrt eine Seite der Verhältnisse als [[Ursache]] von Problemen hervor, indem er die andere ausblendet, sie durch politisches Handeln zurückdrängt. In der Einseitigkeit des politischen Willens, der so zur politischen [[Moral]] geworden, wird diese zu einer [[Güte]] der Verhältnisse und politisch mächtig, indem sie diese idealisiert. Hierdurch wird sie zu einer Ausrichtung der Wirklichkeit nach Maßgabe einer [[Idee]] von [[Wirklichkeit]] - zum Beispiel in einer politischen Partei der [[Repräsentativen Demokratie]]. Auf diese Weise trifft die [[Freiheit]] des Vorstellens auf die [[Notwendigkeiten]] der Sachverhältnisse, die als [[Besitz]]verhältnisse umgekehrt auch die [[Notwendigkeit]] eines gesellschaftlichen Bezugs außerhalb der bloßen Sachlichkeit einschließen. Politik impliziert das Gelingen der sachlichen Vernunft des [[Besitz]]standes und verbleibt von daher in den [[Phänomenen]] der [[politischen Ökonomie]], ihren [[Rechts]]- und Lebensvorstellungen. Ohne den [[Grund]] der [[Verhältnisse]] selbst zu [[erkennen]] und aus diesem die politische [[Macht]] der [[Gegebenheiten]], ihre [[Entfremdung]]smacht zu erfassen, kann Politik keine menschliche [[Emanzipation]] bewirken. Es sind daher keine Gedanken, sondern [[Meinungen]], woraus sich das politische Verhalten ergibt. Das Meine ist so frei und gleich und wechselseitig, wie es die Meinung dann auch zu artikulieren vermag. Die Meinungsbildung ist entsprechenende Reflexion der unterschiedlichen Sachnotwendigkeiten, die keiner Erkenntnis des menschlichen Zusammenhangs mehr bedürfen, weil der Lebenszusammenhang der Personen in der [[bürgerlichen Gesellschaft]] allein im Verhalten zu ihren Sachen und vermittelst ihrer Sachen gesellschaftlich besteht. Entsprechend gründet die [[bürgerlich]]e [[Demokratie]] (siehe [[repräsentative Demokratie]]) daher auch auf der sogenannten freien Meinung, die jedem Menschen per se und voraussetzunglos zugestanden wird, damit er artikulieren kann, was ihm sachlich nötig erscheint. Er ist damit zwar frei, also nicht mehr in Ketten geboren, aber politisch artikuliert er in seiner Meinung zugleich auch nur, was ihm nötig ist im Unterschied und Gegensatz zu anderem, im Widerspruch von Eigenem und Fremden. Die bürgerliche Demokratie ist die Vertragsform aller Meinungen, worin sich die gesellschaftlichen Notwendigkeiten der Sachverhältnisse repräsentieren und sich durch politische Entscheidungen und Entschlüsse vertragsgemäß einigen müssen, das Bestehende also immer wieder und im Nachhinein der Entzweiuung in eine verträgliche Form zu bringen haben (z.B. im Unterschied zu einer Beschlussfassung, die aus einem bestimmten gesellschaftlichen Ort heraus sich zu einem gesellschaftlichen Anliegen als Bedürfnis erzeugt und in der Produktion der Mittel hierfür vereinen will - siehe etwa Rätedemokratie). Der [[Wille]] ist darin das Meinen in der Verträglichkeit mit allem anderen, welches die Allgemeinform dessen ist, was das Meine für sich nicht sein kann (siehe hierzu im Kompendium [[Kapitalkurs Textstelle 44]]).Freiheit und Notwendigkeiten bilden das gewöhnliche Komplott der politischen [[Meinungen]], welche Entscheidungen nach einer politischen Haltung auszurichten und dies mit allen objektiv verfügbaren Mitteln durchzusetzen. Gleich, ob diese Haltung mit einem Bewussten, also durch [[Wissen]] über die objektive [[Notwendigkeit]] eines bestimmten [[Willens]] bezogen auf ein Gemeinwohl verfolgt wird oder nur willkürlich ist, in jedem Fall steht Politik als selbständiges Verhalten dem zu, der die [[Macht]] für ihre Realisation hat, der also einen allgemeinen Willen darstellt und hierdurch Machtmittel erhält - oder der die Mittel mit Gewalt an sich reißt. In jedem Fall wird er oder eine politische Gruppierung mit seinem oder deren politischen Willem zur Inkorporation eines Gemeinwesens, meist des [[Staates]]. Politik ist die Teilnahme an den Angelegenheiten des Staates, die Leitung des Staates, die Bestimmung der Formen, Aufgaben und Inhalte der Tätigkeit des Staates (Lenin, Sammelband XXI, 1933, S. 15). Politik ist damit selbst als eine [[Formbestimmung]] aufgefasst, die sich in Willensakten begründet, die also das Ganze eines Verhältnisses durch [[politischen Willen]] behandelt und verändert, politischen Willen verwirklicht. Die Verwirklichung des allgemeinen politischen Willens ist das [[Recht]]. Es ist sowohl Reflexion als auch Notwendigkeit bestehender Lebensbedingungen, aber nicht im Sinne einer [[Widerspiegelungstheorie]]. Recht ist nicht einfach ein politischer Überbau der Ökonomie, sondern ihr notwendiges Implikat als Ausdruck ihrer Notwendigkeit, Grundlage ihres politischen Verhältnisses. In der [[bürgerlichen Gesellschaft]] erscheint [[Recht]] und [[Wirtschaft]] voneinander [[getrennt]], Ersteres als [[Verhältnis]] des [[Willens]], letztres als [[Verhältnis]] der [[Bedürfnisse]]. Beides ist identisch als [[politische Ökonomie]] und doch verschieden als Frage des gerechten - im Sinne von richtigen - Wirtschaftens. [[Recht]] ergibt sich aus dem politischen [[Verhältnis]] und Anspruch der Verhältnisse, welche ökonomisch zu begreifen sind. [[Kritik der politischen Ökonomie]] macht also nichts anderes, als wirkliche Fragen zu erzeugen, die darin verschroben sind, dass das politische Verhältnis, das Besitzverhältnis, aus dem ökonomischen Verhältnis, dem Warenverhältnis, begründet wird, wie sich zugleich auch das Warenverhältnis nur durch die Absicherung des Besitzverhältnisses bewähren kann. Politische Gewalt wirkt als ökonomische und ökonomische Macht. Sie ist das, worin alle Politik aufgehen soll. So wird in der bürgerlichen Gesellschaft aus der ökonomischen Form begründet, was nur durch das Besitzrecht selbst möglich ist und umgekehrt das Recht des Besitzstandes als Naturmacht der Warenverhältnisse vollzogen - nicht bedeutet, [[interpretiert]], gedeutet, illusioniert oder dergleichen, sondern vollzogen, um nicht zu verhungern! Das einzelne [[Leben]] vermittelt sich mit dem gesellschaftlichen also nicht einfach ökonomisch und politisch, sondern durch die Naturgewalt, welche die [[bürgerliche Gesellschaft]] als gesellschaftliche Gewalt aus beidem, aus ihrer politischen Ökonomie konstituiert hat. Die Überwindung des Besitzstandes erfordert also die Überwindung der ökonomischen Form in gleicher Weise, wie die Überwindung der ökonomischen Form die Überwindung des Besitzstandes nötig hat. Die Kritik der politischen Ökonomie realisiert sich also in der Herstellung eines richtigen Wirtschaftens, welches zugleich das Recht auf gesellschaftliche Wirtschaftlichkeit der Produktion involviert. Wie ein Mensch oder eine politische Formation (z.B. Partei) an die Macht gelangt und was daraus an Entwicklungsmöglichkeiten für politisches Handeln, also für die Behandlung eines ganzen gesellschaftlichen Verhältnisses entsteht, das macht die Eigenart der politischen Systeme aus, ob es z.B. ein Feudalsystem ist, das Macht durch das Gottesgnadentum per Geburt an einzelne Personen vergibt, oder eine [[bürgerliche Demokratie]], eine repräsentative Demokratie, in welcher er sie durch Überzeugung per [[Meinung]]sbildung als Position einer Parteiname, also als [[politischen Willen]] in [[Opposition]] zu einer anderen [[Position]] erwirbt, oder einer Rätedemokratie, in der er durch Vertretungsverhältnisse aus den [[Lebensverhältnissen]] unmittelbar bestimmt ist. Der politische [[Wille]], der durch die Parteien unterschieden ist, steht allerdings insgesamt immer in seiner allgemeinen Entscheidungsfähigkeit zwischen Freiheit und Notwendigkeit der Geschichte, zwischen Sachzwang und dessen Überwindung durch einen politischen Willen. Darin stehen auch meist die Pole der Positionen, die bürgerliche Politik ausmachen. Politik ist also geschichtliches Verhalten zu gesellschaftlich notwendigen Entwicklungen und Entscheidungen unter den Bedingungen des aktuellen politischen, kulturellen und ökonomischen Systems - darüber hinaus ist es nur Ideologie, welche Politik durch ihre Repräsentationen begründet, will man bloße Gewalt nicht dazu rechnen. Politik ist ein dem System notwendig immanenter Wille, auch wenn er sich gegen die Gesellschaftsform selbst wendet, weil er sich als Staatsformation immer auch nur zu gesellschaftlichen Formation, zu den Institutionen und Existenzformen der Menschen praktisch verhalten kann. Eine wirkliche Überwindung einer anachronistisch gewordenen Gesellschaftsform kann nur durch das [[Bewusstsein]] ihrer Überkommenheit, durch die Wendung der Politik zu wissenschaftlicher Praxis revolutioniert werden, durch die theoretische und praktische [[Kritik der politischen Ökonomie]], der politischen Kultur und des politischen Willens, durch die Entwicklung eines menschlichen Gemeinwesens, wie es in der bestehenden Gesellschaft am Werden ist und ihre überkommene Form abgestreift werden muss. Politik muss hierfür neutralisiert werden durch die Entpolitisierung des Gemeinwesens, durch Wendung der parlamentarischen Gewalten und Kämpfe zu einer auf [[Wissen]] gründenden Entscheidungsfähigkeit im Maß ihrer wirklichen Bezogenheit und Betroffenheit, in der besonderen und allgemeinen Repräsentanz wirklicher Notwendigkeiten. Die Auseinandersetzung hierüber kann nur wirklich sein, wenn in den Formen des Gemeinwesens vor allem ein öffentlicher Diskurses in der Beziehung und Ordnung der existierenden Notwendigkeiten möglich ist - nicht als Möglichkeit der Dafürhaltung, sondern als Beteiligung an dem, was jenseits jeder politischen Meinungs- oder Willensbildung nötig und möglich ist, auch als Konsequent der Entscheidung im Tun und Existieren der Menschen. Dies kann wirklich menschliche [[Geschichte]] nur dann bilden, wenn auch die Arbeit und ihre Produkte, menschlicher Reichtum, in dieser Form bestimmt wird. Das macht die Überwindung der Kapitalformationen zum wichtigsten Moment im Aufhebungsprozess des politischen Staates und setzt für jede Entscheidung eine wissenschaftliche und existenzielle Auseinandersetzung über die eigene wie gemeinsame Geschichte einer bestimmten Bevölkerung voraus. Lenin hatte Politik als einen Kampf zwischen den Klassen (Lenins Werke 31, S. 356) vestanden, als allgemeinen Kampf der Klassen, ihrer Parteien und der Staaten und Weltsysteme um die Verwirklichung ihrer sozialökonomisch bedingten Interessen sowie die Stellung der Schichten und Klassen zur Macht (Philosophisches Wörterbuch VEB Leipzig 1974, S. 941). Es ging demnach bei der Politik um die Adäquanz ökonomischer Interessen und politischem Willen, also um ein dem Klassenkampf analoges Parteiensystem, durch welchen sich der Klassenkampf politisch vollziehen könne und die Masse der Arbeiter und Bauern als Mehrheit der Bevölkerung gegen die Minderzahl der Land-, Geld und Kapitalbesitzer mächtig wird. Im Grunde ist dies nichts anderes, als was auch die bürgerliche Demokratie von sich behauptet: Es abstrahiert von der gesellschaftliche Form des Sozialprodukts und behauptet Masse, also Mehrheitsbildung per se als politische Potenz, sieht ab von den Notwendigkeiten der wirklichen Geschichte, in der ein Land steht. Die russische Revolution war eine Taktik gegen die Möglichkeiten der Geschichte als Machtfiktion der [[Masse]] gegen die Feudalform von Politik. Die Positionierung des Arbeiter- und Bauernstaat als die [[progressive]] Macht der Geschichte hatte hierin keinen Bezug zum politischen Mechanismus und war eine reine, aufgesetzte [[Ideologie]], welche den sozialistischen Staat vom feudalistischen und bürgerlichen unterscheiden sollte. Da sich die gesellschaftliche Entwicklung also nicht wirklich aus der [[Wirtschaft]]selbst ergab und die [[Ideologie]] nur ihre Löcher stopfte und ihr Druck machen sollte, stellte sich das Parteiensystem schließlich als Formation einer [[Gesinnung]]sproduktion her, als Parteienbürokratismus, welche die vorgebliche Parteinahme aufhob und zu einem Einparteiensystem pervertierte und einen Staatskapitalismus durch sozialistische [[Ideale]] abdeckte. Der Stalinismus war keine zufällige, sondern notwendige Folge aus dieser Auffassung. Als [[Prinzip]] einer Staatspolitik hat er den Menschen - ähnlich wie der [[Nationalsozialismus]] - ein ungeheueres kulturelles Elend und Vernichtung gebracht. Die Überwindung von bestehenden Verhältnissen kann nur in ihnen selbst begründet sein und so verlangt zu ihrer [[Emanzipation]] als erstes die Kritik der Politik durch die wissenschaftliche Analyse der Verhältnisse (siehe z.B. die [[Kritik der politischen Ökonomie]]), um die Potenzen ihrer Veränderung jenseits von Willensverhältnissen zu erkennen. Politik und Emanzipation stehen daher in einem notwendigen Widerspruch zueinander. Eine politische Emanzipation ist ein Widersinn in sich und meist nur die Verbrämung oder Legitimation des gewaltsamen Durchsatz eines Willens, dem die wirklichen Lebensverhältnisse und -prozesse gleichgültig sind. Gleichwohl geht es bei der menschlichen Emanzipation um die Form eines Gemeinwesens, nicht aber eines, das einem politischen Willen zu folgen hat, sondern das eine bestimmte Form nötig hat, die sich aus den Notwendigkeiten der Lebensproduktion, vor allem aus Arbeit und Kultur gesellschaftlich ergibt, Lebensform einer Gesellschaft, die die abstrakten Bestimmungen in Arbeit, Sinn und Gemeinwesen konkret überwindet, also durch konkrete Arbeit, konkrete Sinnbildung und konkrete Verwirklichung des Gemeinwesens darin. Es war dies wohl in der [[Geschichte]] auch öfter der Grund, warum [[Revolutionen]] zu Blutbädern wurden: Dadurch, dass die Notwendigkeit der Veränderung von gesellschaftlichen Lebensverhältnissen nicht aus ihnen selbst heraus erklärt und bewiesen wurde, waren die Revolutionen sich selbst als Akt des Willens und von da her auch willkürlich erschienen, nicht als notwendiger und geschichtsbildender [[Klassenkampf]]. Jede politische Beziehung auf bestehende Verhältnisse ist also eine diesen immanente Beziehung. Und dies setzt voraus, dass politisches Verhalten auf ein gesellschaftliches Ganzes reflektiert ist. So ist es z.B. politisch, wenn jemand für Imigration ist oder dagegen, weil er damit dies auf ein gesellschaftliches Ganzes bezogen reflektiert. Diese Reflexion enthält sowohl die Gegebenheiten dieses Ganzen, als auch eine [[Vorstellung]] darüber, was es für die betroffenen Menschen sein soll. Politik ist also ein Handeln, welches auf die Beeinflussung, Regelung oder Steuerung gesellschaftlicher Wirkungen und Wirklichkeiten mit der [[Vorstellung]] von einer bestimmten Gesellschaftlichkeit zielt. Sie begründet sich wie eine [[Absicht]] durch einen [[Willen]], der sich aus der Reflexion der [[Notwendigkeiten]] und [[Bedürfnisse]] einer gesellschaftlicher Existenz ergibt und auf die Verwirklichung ihrer [[Ziele]] drängt. Ursprünglich ist Politik also eine notwendige Beziehung eigener Bedürfnisse auf ihr gesellschaftliches Dasein und der Vorstellung von dessen Entwicklung als Ziel ihres Willens. Sich selbst versteht Politik als politischer Wille, der sich Gestaltungsmacht über gesellschaftliche [[Gegebenheiten]] geben muss. In der [[bürgerlichen Gesellschaft]] existiert diese als Administration, als Gemeinde oder [[Staat]] oder Organisation, worin die Mittel dieser [[Macht]] zur Tätigkeit eines politischen [[Ganzen]] zusammengefasst werden. Sie bezieht sich auf die politische Begebenheiten mit den verfügbaren Mitteln für gesellschaftliche Ziele. Die administrative Politik ist somit doppelt bestimmt: Zum einen durch die Vorstellungen zu einer Gesellschaftsform der Bedürfnisse, zum anderen durch die Administration, wodurch sie Macht hat. Ist sie nur Administration, so wäre sie unpolitisch, weil sie ohne Vorstellung nur Funktionär wäre; ist sie nur Vorstellung, so wäre sie unpolitisch, weil sie keinerlei gesellschaftliche Wirkung hätte. In dieser doppelten Bestimmung bewegt sich Politik zwischen beidem und ist hierdurch von der Wirklichkeit der gesellschaftlichen Bedürfnisse ebenso unterschieden, wie von den Notwendigkeiten der reinen Administration. Sie dient zugleich, wo sie herrschen will und um zu herrschen muss sie sich dienstbar zeigen. Auf die ursprüngliche Politik, wie sie für den betroffenen Menschen ist, bezieht sich die administrative Politik mit ihren ökonomischen und kulturellen (psychologischen) Mitteln (besonders [[Steuern]] und Diplomatie), durch welche sie wirkliche Bezogenheiten ausrichtet und einrichtet. Da sich Politik nicht aus der [[Wirklichkeit]] selbst ergeben kann, sondern aus ihrer Reflexion, bezieht sie sich notwendig phänomenologisch auf sie, greift Notwendiges auf, um in ihrem Willen Not zu wenden, also Notwendigkeit so aufzuheben, wie sie es innerhalb des Gegebenen will. Hierbei entspricht sie in der Stellung zu ihrem Gegenstand voll und ganz der [[bürgerlichen Wissenschaft]], aus der sie auch Information und Handlungsvorschläge bezieht. Damit ist bürgerliche Politik zum einen affirmativ zum Bestehenden, eine [[Position]] hierzu als durch sachliche Notwendigkeit begründeter Wille, etwas zu tun, was auch wirklich not tut. Zum anderen ist Politik auch Willkür gegen das Bestehende, sofern sie einen Spielraum für ihre Ziele hat, der in der Reichhaltigkeit ihrer Handlungsmöglichkeiten liegt. Politik vollzieht nicht wirkliche Bewegung als Bewegung der Wirklichkeit, sondern notwendiges Handeln in der Willkür der politischen Klasse. Diese wird in der [[bürgerlichen Demokratie]] aufgrund der Bildung einer [[Wählermeinung]] gewählt, nicht als bestimmte Meinung, die in ihr verallgemeinert wäre, sondern als Meinung zu einem Angebot der politischen Klasse, sich in dieser oder jener Vorstellung als Position zu verhalten. Diese ist die einzige Beschränkung ihrer Willkür, also das, woran sie gemahnt werden kann. Die Wähler können sich ihr entweder anschließen, sie zu ihrer eigenen Vorstellung machen oder sie als [[prinzipielle]] Handlungsanweisung (z.B. freiheitliche oder christliche oder soziale oder umweltbezogene Politik) oder überhaupt nur als das kleinere Übel ansehen; es ist für die Wahl das gleiche, weil die Wahl selbst die Gleichgültigkeit gegen jede bestimmte Meinung veräußert. Da diese gewählte Meinung auf der Allgemeinheit von Notwendigkeit gründet, wie sie sich auch hierüber als persönliche Dafürhaltung herauskehrt, ist Politik immer auch Abkehr von den Bewegungen der Wirklichkeit. Die politische Absicht des Wählers und das Angebot der Auswahl an wählbaren Positionen stehe zueinander in dem gleichgültigen Verhältnis, welche das Verhältnis von Bürger und bürgerlichem Staat überhaupt ausmacht. Dennoch kann sich eine Wählermeinung unmittelbar verstaatlichen, wenn die politische Klasse sich nicht mehr poltisch verhalten kann und einzelne Politiker als Garanten der Bürger zur Macht kommen wollen. Dann setzen sich [[populistische]] Meinungen staatspolitisch um, indem sie die Absicht der Bürger als staatliche Absicht, also als bürgerliche Diktatur ausgeben (s.z.B. [[Nationalsozialismus]]). Wie kann es sein, dass Menschen Diktatoren wirklich auch wählen und wollen? Es ist ziemlich einfach: Sofern der Staat angesichts ökonomischer und kultureller [[Krisen]] versagt, verbleibt ihm zur Politik einzig die politische Persönlichkeit. Diese ist in der bürgerlichen Demokratie bereits angelegt und kann sich mit den verallgemeinerten Absichten der Bevölkerung, mit der Vorstellung der [[Masse]] von einer Massenpolitik treffen. Marx hat mit der Kritik der politischen Ökonomie gezeigt, dass sich Politik und Ökonomie unterscheiden muss um Ökonomie zu einer politischen Wende, zu einer wirklichen Ökonomie im Unterschied zu aller Politik zu bringen. Die bürgerliche Wissenschaft selbst ist ein theoretisches Verhältnis zur Wirklichkeit, das seine Ideen und Ideale (siehe [[Ideologie]]) aus ihr bezieht und somit Wissen selbst politisch bestimmt. Ihr Wissen wird in eine politische Szenerie so versetzt, dass sich das Meinen über die Welt mit der Welt in der idealisierten Weise verbinden lässt. Wo sie in dieser Vermengung als [[theoretisches Bewusstsein]] versagt, wird die Oberfläche der bürgerlichen Wirklichkeit selbst zur politischen Vorstellung des [[praktischen Bewusstseins]] (siehe [[Warenfetischismus]]). Seine Kritik der politischen Ökonomie greift gerade dies an und muss daher auch die Wirklichkeit als Bewegung der Wirkungen begreifen, wie sie unter der Vorstellung von ihr sind. So kann er in der Kritik der Politik zeigen, was sie zu affirmieren sucht: Die [[Ausbeutung]] des Menschen durch den Menschen. In der Entwicklung menschlichen [[Reichtums]] steckt die Überwindung des [[Kapitalismus]] ebenso, wie sich hierauf auch die Politik der Menschenbeherrschung totalisiert. Für Marx ist daher die Geschichte der Menschheit an dem Punkt angelangt, wo der Kapitalismus in der eigenen Notwendigkeit zur Vermenschlichung der Arbeit steht, und sich daher die wirkliche Bewegung hiernach als Notwendigkeit einer kommunistischen Gesellschaft vollzieht, sofern es gelingt, die politische Klasse des Kapitals aufzuheben. Politik ist Bewusstsein der eigenen Gesellschaftlichkeit und Handeln in einer Notwendigkeit, der hierauf bezogen ist. Politisch wird jedes Individuum als Ensemble der gesellschaftlichen Verhältnisse in diesen begriffen, also als Einheit von [[Individuum]] und [[Gesellschaft]]. Die bisherige Politik hat diese Einheit nicht erlangt. Sie besteht aus einem [[Willen]], der die Richtung einer gesellschaftlich relevanten Entscheidung bestimmen soll. Insgesamt verhält sich dieser nicht zu [[gegenständlichen]] Lebensgrundlagen, sondern bewegt sich zwischen den extistentiellen [[Notwendigkeiten]], in welcher gesellschaftliche Entwicklung verläuft, als Instrument der [[Macht]]. Diese bestand in vorbürgerlichen Gesellschaften aus militärischer Gewalt. Durch die Befestigung und Absicherung des Tauschhandels und seiner Märkte diente sie schließlich der Entwicklung von [[Besitz]]verhältnissen der Burgherren (Befestigung = Burg), die sich als allgemeine Verhältnisse der Menschen, als [[bürgerliche Gesellschaft]], entfalten konnten. Darin entwickelte sich eine bürgerliche [[Demokratie]], in welcher Politik ihre Macht aus der gesellschaftlichen Bestätigung, aus der [[Meinung]] der [[Bürger]] zu den anfallenden [[Entscheidungen]] erlangt, die aus der Sachlage der Verhältnisse erforderlich sind. In der [[bürgerlichen Demokratie]] ist Politik von den Lebensgrundlagen zwar bestimmt, bezieht aber ihre Entscheidungsfähigkeit nicht aus den hiervon betroffenen Menschen. Der politische Wille zeichnet sich aus durch seine Bindung an die existentiellen Machtgrundlagen. Er ist nicht in der Kritik ihrer [[Formbestimmtheit]] tätig und verhält sich daher auch nicht als [[Bedürfnis]] nach einer bestimmten Entwicklung, die einen unmittelbar gesellschaftlichen [[Sinn]] hat. So blieb die bürgerliche Politik weiterhin als Politik, welche die Formbestimmtheit dieser Verhältnisse will, [[bestätigt]] und mit verschiedenen [[Ideologieen]] [[fortbestimmt]]. So ist Politik notwendig idealistisch. Dies hat [[Marx]] in seiner Kritik an Hegel herausgearbeitet und zur Kritik seiner Philosophie entwickelt, die eben letztlich überhaupt nur die [[Religion]] des Staatsbürgers, der abstrakten Vermittlung seines politischen Willens sein kann. Insofern beschreibt Marx damit überhaupt die [[Logik]] des [[politischen Willens]] in seinem Idealismus, der sich als ein Ziel der Politik versteht, das zugleich ein anderes Extrem der Wirklichkeit sein soll, von der sie absieht. Denn so sehr beide Extreme in ihrer Existenz als wirklich auftreten und als Extreme, so liegt es doch nur in dem Wesen des einen, Extrem zu sein, und es hat für das andre nicht die Bedeutung der wahren Wirklichkeit. Das eine greift über das andre über. Die Stellung ist keine gleiche. Z.B. Christentum oder Religion überhaupt und Philosophie sind Extreme Aber in Wahrheit bildet die Religion zur Philosophie keinen wahren Gegensatz. Denn die Philosophie begreift die Religion in ihrer illusorischen Wirklichkeit. Sie ist also für die Philosophie - sofern sie eine Wirklichkeit sein will - in sich selbst aufgelöst. Es gibt keinen wirklichen Dualismus des Wesens. [[(K. Marx, MEW 1, S. 293f)]] Grundlegend zur Aufhebung der Illusionen über die herrschenden [[Verhältnisse]] sind [[Beziehungen]], in denen der[[Abstraktion im Allgemeinen]], der Quantifizierung von gleichgültigen [[Verhältnissen]] durch [[Ergänzung]] qualitativ entgegen gearbeitet wird. Politik wird selbst zur [[Religion]] des Bürgertums, sobald sie sich aus seiner [[Idealität]]begründet, aus der [[Idee]] von einer menschlichen [[Gesellschaft]], die nicht [[wirklich]] menschlich sein kann, die also dem Menschen [[entfremdet]] ist. Eine solche [[Gesellschaft]] ist erst überwunden, wenn der Mensch als höchstes Wesen für den Menschen gilt und nur in seiner [[Wirklichkeit]] zu bestätigen ist, die er geäußert hat (siehe [[Reichtum]] und [[Arbeit]]), weil er nur darin seine [[Wahrheit]] haben kann. Die bisherige Politik bestätigt insgesamt die allgemeine Faktizität des [[Wert]]verhältnisses, welches den Kapitalismus als [[politische Ökonomie]] ausmacht, weil sich die Menschen bisher nicht zu dessen Überwindung entschließen konnten, bzw. an den Begründungen anderer Gesellschaftformen gefehlt haben (siehe [[Faschismus]], [[Linksfaschismus]]), weil sie also aus vielerlei Gründen nicht in der Lage waren, den Machtwillen, das [[Prinzip]] des [[Egoismus]] aufzugeben. Dies würde die Entwicklung unmittelbarer [[Eigentums]]verhältnisse verlangen, die [[Emanzipation]] der Menschheit aus ihrer [[Formbestimmung]] und vor allem die [[Aufhebung]] [[verkehrter]] [[Verlältnisse]], die Umwandlung der [[politischen Ökonomie]] in eine [[wirtschaftliche]] Politik. Auch wenn hierbei ein revolutionärer Kampf entstehen kann, weil die Formationen des Bestehenden sich immer mit Gewalt verhalten, wenn sie bedroht sind, so ist diese Emanzipation letztlich nur durch [[Subversion]] - und also in einem [[geschichtlichen]] Prozess der Menschen für Menschen gegen [[verkehrte]] menschliche Verhältniss - zu verwirklichen (siehe hierzu auch [[internationale Kommunalwirtschaft]]).&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was ohne [[wirkliche]] [[Not]] nötig ist das fügt sich nur, wenn es einer politischen Verfügung folgen muss. Darüber hinaus gibt es die [[Freiheit]] einer [[Entscheidung]] über das, was Menschen nötig ist und was sich aus einem [[Urteil]] hierüber [[emanzipiert]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Politik verfolgt die [[Vorstellung]] oder [[Ideologie]] eines gesellschaftlichen [[Lebenszusammenhangs]], die sie durch ihren [[politischen Willen]] statuiert und zu realisieren sucht, z.B. in einer [[politisch bestimmten Ökonomie]]. In der Politik geht es daher um die [[Formbestimmung]] der [[Bedingungen]] für die [[Verwirklichung]] der Statuierung der entsprechenden gesellschaftlichen Machtverhältnisse (siehe auch [[Staat]]). [[Gesellschaft]] ist schon immer das [[gemeine]] [[Verhältnis]] der Menschen zu den [[Elementarformen]] ihres [[Lebens]] (z.B. Erde, Luft, Feuer und Wasser), den [[Ressourcen]] ihrer [[Arbeit]] und [[Kultur]] (siehe auch [[Natur]]). An sich mag Politik als [[Vorstellung]] bzw. als [[Ideologie]] zu einem [[bestimmten]] [[Leben]] auftreten. Durch sich gibt es sie aber nicht [[wirklich]]. Sie mag als [[politischer Wille]] nach einer für sich bestimmten Ermächtigung als [[Absicht]] einer persönlichen [[Selbstermächtigung]] nach einem [[Selbstwert]] für sich [[verselbständigt]] auftreten (siehe hierzu auch [[Selbstoptimierung]]), bleibt aber lediglich [[ideologisch]] [[bergründet]], wo sie nicht als [[Eigenschaft]] [[elementarer]] [[gesellschaftlicher]] [[Verhältnisse]] [[begriffen]] wird, z.B. als [[politische Ökonomie]] oder [[politische Kultur]]. Wo die [[Lebensverhältnisse]] der Menschen über jeden [[Zweifel]] erhaben sind, weil sich ihr [[Leben]] in der Lebendigkeit seiner [[Geschichte]] als [[Bewegung]] seiner [[wirklichen]] [[Beziehungen]] [[äußert]], da ist Politik nichts anderes als eine [[Ausdrucksform]] des [[Bewusstseins]] über ihre [[gesellschaftlichen]] [[Beziehungen]]. Ohne diese wäre sie nur die Anwendung einer blanken [[Ideologie]]. Solche Politik wird zur puren [[Gewalt]] ihrer [[idealisierten]] [[Vorstellungen]] und Ziele.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der [[praktizierten]] Politik geht es aber um das [[Verhältnis]] von [[Macht]] und [[Ohnmacht]]. [[Macht]] entsteht, wo [[Ohnmacht]] herrscht. Und deshalb handelt es sich hierbei um die [[Verhältnisse]] einer politisch herrschenden [[Gewalt]] (siehe hierzu auch [[Besitz]]), die gesellschaftlich sanktioniert, als gesellschaftliche Macht verfasst ist. Wer darüber verfügt lebt davon, dass andere besetzt, also ihrer [[Macht]] [[enteignet]] worden waren (siehe hierzu auch [[Kapitalismus]]). Denn wenn in solchen [[Lebensverhältnissen]] eine [[Ohnmacht]] gegenüber einer ihr [[entäußerten]] [[Form]] herrscht (siehe auch [[fremde Kraft]]), können Menschen zu Verfügungen darüber [[ermächtigt]] sein (siehe [[Formbestimmung]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Macht]] an sich ist unnötig. Doch sie kann durch [[Ohnmacht]] erzeugt werden – z.B. durch eine Liebes- oder [[Lebenspflicht]]. Pflichten entstehen in [[unverwirklichten&amp;lt; Beziehungen]]. Wo die [[Verhältnisse]] [[entwirklicht]] sind, wo sie selbst [[unwirklich]] gemacht werden, wo ihre [[Verwirklichung]] in ihrer [[Entwirklichung]] existiert, da ist das [[Wissen]] um ihre [[Ohnmacht]] das wesentliche [[Mittel]] einer menschlichen [[Emanzipation]], die [[Kritik der politischen Kultur]] ihr [[politisches]] Werkzeug. Und es ist schließlich vor allem die [[Sprache]], die dies [[vermitteln]] kann und in der Lage ist, ein [[gesellschaftliches]] [[Bewusstsein]] hierüber zu bilden vermag, soweit sie nichts anderes als dieses mitteilen will.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein [[politischer Wille]] über das [[Notwendige]] hinaus entsteht im [[Urteil]] über das Verhältnis von [[Macht]] und [[Ohnmacht]]. So ist der [[Kapitalismus]] als ein ganzes Gesellschaftssystem – als [[gesellschaftliche]] [[Formation]] seiner Verfassung – einer [[Lebenspflicht]] über das [[Privateigentum]] entstanden (siehe auch [[Existenzverwertung]]). Dieses existiert nicht durch [[gesellschaftlich]] erzeugte [[Produkte]] oder [[Lebensräume]], sondern durch die [[Vereinzelung]] des [[gesellschaftlichen]] [[Lebens]], das seine [[Bedingtheit]] nur im [[Warentausch]] umsetzen und [[verwirklichen]] kann. Darin herrscht vor allem die Verwertung einer [[Lebenspflicht]] (siehe auch [[Austeritätspolitik]]) durch eine gesellschaftliche [[Formbestimmung]] und deren allgemeine Politik über die [[vereinzelte]] [[Einzelheit]] (siehe hierzu [[politische Kultur]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So lange politische [[Macht]] nicht auf ihre [[sachliche]] [[Bedingtheit]] zurückgeführt und durch die [[Revolutionierung]] ihrer [[Lebensverhältnisse]] [[aufgehoben]] wird beherrscht sie die [[Verhältnisse]] ihrer [[Existenz]]. So [[kritisiert]] Friedrich Engels die Auffasungen von [[Proudhon]] in der Zeitschrift &#039;&#039;Der Volksstaat&#039;&#039; (Nach der Ausgabe von 188), um eine Aufmerksamkeit gegen dessen verheerende [[Schlussfolgerungen]] in der [[Arbeiterbewegung]] zu erzeugen. Und im selben [[Sinn]] fährt er gegen die &#039;&#039;[[antiautoritären]]&#039;&#039; Bakunisten seiner Zeit (die so genannten [[Anarchisten]]) gewandt fort:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;Eine Revolution ist gewiß das autoritärste Ding, das es gibt; sie ist der Akt, durch den ein Teil der Bevölkerung dem anderen Teil seinen Willen vermittelst Gewehren, Bajonetten und Kanonen, also mit denkbar autoritärsten Mitteln aufzwingt; und die siegreiche Partei muß, wenn sie nicht umsonst gekämpft haben will, dieser Herrschaft Dauer verleihen durch den Schrecken, den ihre Waffen den Reaktionären einflößen... Also von zwei Dingen eins: Entweder wissen die Antiautoritarier nicht, was sie sagen, und in diesem Falle sähen sie nur Konfusion; oder sie wissen es, – und in diesem Falls üben sie Verrat an der Bewegung des Proletariats. In dem einen wie in dem anderen Falle dienen sie der Reaktion. (Siehe W.I.Lenin, Werke, zitiert nach [[MEW Bd.18, S. XXI)]]&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;Marx betont absichtlich - um einer Entstellung des wahren Sinnes seines Kampfes gegen den Anarchismus vorzubeugen - die ,revolutionäre und vorübergehende Form&#039; des Staates, den das Proletariat braucht. (W.I.Lenin, Werke, Band 25, Berlin 1960, S.449.) (zitiert nach [[(Marx-Engels-Werke Bd.18, S. XXI)]]&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Doch Lenin konnte sich keine Aufhebung der Diktatur des Kapitals als durch die Diktatur einer revolutionären Klasse vorstellen, die als Proletariat aufgefasst und in einer revolutionären Partei verfasst sein solte. Es hat sich gezeigt, dass dies nur der Verkehrung von Macht und Ohnmacht und daher eher einer Verewigung von Klassenherrschaft dienlich war, als einer gesellschaftlichen Emanzipation der Menschen, die endlich ihre eigen Geschichte vergesellschaften können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;„Bei der Analyse dieser Arbeit von Engels hob W.I.Lenin den ganzen prinzipiellen Unterschied zwischen der Kritik am Anarchismus, die Marx und Engels geübt hatten, und jener Kritik hervor, mit deren Hilfe die Revisionisten aus der II. Internationale ihren Verrat am Marxismus, ihr Bestreben tarnten, das Klassenwesen des Bourgeoisstaats zu vertuschen und dessen Existenz zu verewigen. „Die Sozialdemokraten, die Schüler von Engels sein wollen, schrieb Lenin, „haben sich seit 1873 millionenmal mit den Anarchisten herumgestritten, aber eben nicht so, wie Marxisten streiten können und sollen. Die anarchistische Vorstellung von der Abschaffung des Staates ist konfus und unrevolutionär - so stellte Engels die Frage. (W.I.Lenin, Werke, Band 25, Berlin 1960, S.452.). (zitiert nach [[(Marx-Engels-Werke Bd.18, S. XXII)]]&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Doch das Resultat der Auseinandersetzung der Leninisten mit den Bakunisten wurde zu einer politischen Staatsmacht [[verselbständigt]], die ein &#039;&#039;revolutionärer Staat&#039;&#039; umzusetzen haben sollte: Der Staat einer Übergangsgesellschaft, bzw. der Staat als Übergang der Politik in eine übermächtige Politik, der Politik des Arbeiter- und Bauernstaats. Durch die [[politische Partei]] eines solchen Staatswesens war der &#039;&#039;revolutionäre Staat&#039;&#039; in seiner Verfassung (siehe auch [[faschistische Ideologie]]) ebenso bestimmt wie ein [[faschistischer]] [[Staat]] und zu einem [[totalen]] [[Staat]] geworden, durch den sich Politik als Systematik in einem politischen Machtapparat gegen die allgemeine Bevölkerung durchsetzen musste, die zwangsläufig reaktionär wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Politik geht es nämlich vor allem um die [[Form]], um die gesellschaftliche [[Entscheidung]] zwischen [[Macht]] und [[Ohnmacht]] einer gesellschaftlichen Position zu ihrer [[Geschichte]] und [[Entwicklung]] (siehe hierzu auch [[historischermatrialismus]]). Politik bezog sich von daher schon immer auf die soziale [[Form]] ihrer [[gesellschaftlichen]] [[Macht]], worin ihre [[substanziellen]] [[Beziehungen]] sich als [[Form]] ihrer [[Reichtumsbildung]] (siehe auch [[Wirtschaft]]) darstellen und [[verhalten]] (siehe auch [[Verhältnis]]). In der Staatsverfassung sollten ihre [[zivilisatorischen]] Grundlagen formuliert sein. Soweit Politik aber in ihrem [[politischen Willen]] nur [[repräsentiert]], was sie im Nachhinein ihrer [[Geschichte]] als [[notwendiges]] Eingreifen in die [[Bedingungen]] des [[Lebens]] zu erneuern hat (siehe [[Lebensbedingungen]]),[[vergegenwärtigt]] sie nur, was davon versäumt war, was also die Versäumnisse der Politik waren. [[Repräsentative]] Politik [[bewertet]] also im Wesentlichen nur eine [[Schlussfolgerung]] aus ihren Versäumnissen. Deshalb sind es in einer [[repräsentativen Demokratie]] meist nur [[Werte]] der politischen [[Gewohnheiten]] (siehe [[Lebenswerte]]), an denen sie ihr Tun und Lassen zu begründen sucht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Politik]] ist der [[Umgang]] mit [[gesellschaftlicher]] [[Macht]], aus der sie Zukunft gestalten will. Aber sie setzt diese [[Macht]] schon als ihr [[Mittel]] voraus und kann sich daher nur zwischen [[Macht]] und [[Ohnmacht]] ihrer [[Lebensbedingungen]] [[verhalten]] und diese [[nutzen]], um einen von ihr selbst gesetzten [[Zweck]], um das [[Recht]] der Ziele ihres [[politischen Willens]] und dessen Verwirklichung zu verfolgen (siehe z.B. [[politische Ökonomie]]). Von daher ist ihre Grundlage die Zielvorstellung eines [[Gedankens]], einer [[Idee]], die durch Beeinflussung der [[allgemeinen]] [[gesellschaftlichen]] [[Verhältnisse]] materialisieren, durch ihre materielle [[Verwirklichung]] zu einer [[allem gemeinen]] [[Form]] bringen will (siehe z.B. [[Verteilungsgerechtigkeit]]). Das [[Urteil]] hierüber setzt ein [[Grundverständnis]] der politischen [[Geschichte]] voraus, wie es z.B. durch [[Theorien]] der gesellschaftlichen [[Evolution]], im [[dialektischen Materialismus]] oder im [[historischen Materialismus]] angelegt ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;Es ist die alte Illusion, dass es nur vom guten Willen der Leute abhängt, die bestehenden Verhältnisse zu ändern ... Die Veränderung des Bewusstseins, abgetrennt von den Verhältnissen, wie sie von den Philosophen als Beruf, d. h. als Geschäft, betrieben wird, ist selbst ein Produkt der bestehenden Verhältnisse und gehört mit zu ihnen. Diese ideelle Erhebung über die Welt ist der ideologische Ausdruck der Ohnmacht der Philosophen gegenüber der Welt. [[(Marx MEW 3, S. 363)]]&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wer Politik nicht als [[Eigenschaft]] einer [[Entscheidung]] [[Ideologie]] verfestigt hat, will darin eine [[Macht]] subjektivieren, die ohne ein [[wirkliches]] [[Urteil]] über die [[Verhältnisse]] [[begründet]] ist, die eine [[Erkenntnis]] über ihre Unterschiede nötig haben. Die Politik als solche gibt es nicht [[wirklich]] durch sich oder durch Politikerinnen oder Politiker, durch [[Entscheidungsträger]] und der [[Selbstbezogenheit]] ihrer [[Beurteilungen]]. Sie kann nur als [[Eigenschaft]] von einem [[materiellen]] und hierdurch [[substanziellen]] [[Verhältnis]] [[wirklich]] [[sein]] (siehe z.B. [[politische Ökonomie]], [[politische Kultur]]) Die Umkehr dieser Eigenschaftlichkeit verlangt nach einer erneuerten [[Substanz]] (z.B. von der [[politischen Ökonomie]] zu einer [[okonomische]] Politik) wie sie unter anderen [[Lebensbedingungen]] als [[internationale Kommunalwirtschaft]] möglich wäre. In einer [[repräsentativen]] Demokratie herrscht die Illussion vor, dass die [[Persönlichkeit]] der politischen Repräsentanten tatsächlich die [[Gewalt]] zur Ausrichtung und Veränderung ihrer [[nationalen]] [[Verhältnisse]] inne hätte. Doch es zeigt sich immer wieder, dass die [[Wirkung]] solcher [[Gewalt]] völlig abhängig ist von den gegebenen [[gesellschaftlichen]] [[Bedingungen]] und [[Möglichkeiten]] einer [[persönlich]] [[bestimmten]] Politik. Zudem ist die Auswahl dieser [[Personen]] lediglich über[[Meinungen]] und [[Meinungsbildungen]] von [[Wählermeinungen]] jenseits ihrer [[existenziellen]] [[Bedingungenn]] zustande gekommen ist. Gewalt entsteht aber gerade durch die [[Notwendigkeiten]] der allgemeinen Existenzen, die persönliche Geschichten einer politischen Klasse beflügeln, in Wahrheit aber durch die Bedingen der gesellschaftlichen [[Geschichte]] bestimmt sind (siehe hierzu [[historischer Materialismus]]) und ihrer [[Abstraktionskraft]]. Und darin verhalten sich [[politische]] [[Formationen]], die um ihre [[Macht]] kämpfen, um ihre Verfassung und [[Interpretation]], aus der sich ein [[Verhalten]] zur [[Geschichte]] in ihrer [[gegenwärtigen]] [[Wirklichkeit]] ergeben soll. All dem vorausgesetzt ist also der Entwicklungsstand des [[Lebensstandards]] der [[Lebensproduktion]] der Menschen: Die [[Produktivkraft]] ihrer [[Arbeit]] wie sie sich in den [[Verhältnissen]] ihres [[gesellschaftlichen]] [[Reichtums]] darstellt. Politik kann also nur in dieser [[Beziehung]] wirken und sich nur darin [[verwirklichen]]. Doch meist wird [[Politik]] hiervon abgelöst [[verstanden]], in ihrer [[Verselbständigung]] diskutiert und ihren Kämpfen (siehe [[Klassenkampf]]) praktiziert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;Es hindert uns also nichts, unsre Kritik an die Kritik der Politik, an die Parteinahme in der Politik, also an wirkliche Kämpfe anzuknüpfen und mit ihnen zu identifizieren. Wir treten dann nicht der Welt doktrinär mit einem neuen Prinzip entgegen: Hier ist die Wahrheit, hier kniee nieder! Wir entwickeln der Welt aus den Prinzipien der Welt neue Prinzipien. Wir sagen ihr nicht: Laß ab von deinen Kämpfen, sie sind dummes Zeug; wir wollen dir die wahre Parole des Kampfes zuschrein. Wir zeigen ihr nur, warum sie eigentlich kämpft, und das Bewußtsein ist eine Sache, die sie sich aneignen muß, wenn sie auch nicht will. ([[(Marx-Engels-Werke Bd.1, S. 345)]]&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Formatierung über ihre [[Lebenswerte]] im Nachhinein ihrer [[Bildung]] (siehe auch [[Bildungsbürger]]) ist Politik allerdings nur [[selbstgerecht]] und [[moralisch]] begründet. Sie muss zwar auf [[wirtschaftliche]] Probleme reagieren. Doch ihre [[Reaktion]] (siehe [[reaktionäres Bewusstsein]]) ist in solchem [[Verhältnis]] nur Parteinahme für das [[Allgemeine]] ihrer [[Macht]] und [[Gewalt]]. Ihr [[politischer Wille]] ist daher im [[Allgemeinen]] auf das Wohl des [[Ganzen]], auf das [[Heil]] ihrer [[Gemeinschaft]] ausgerichtet und als [[eigenständige]] politischer Sphäre eines [[abstrakt allgemeinen]] [[Verhältnisses]] zwangsläufig [[reaktionär]]. Nur eine Politik, die ihr Handeln aus aus ihrem [[wirklichen]] [[Wissen]], aus [[wissenschaftlich]] dargestellten und veröffentlichten [[Gründen]] ihre [[Schlussfolgerungen]] bezieht, kann einer menschlichen [[Geschichte]] dienlich sein, indem sie den [[wahren]] [[Grund]] der [[allgemeinen]] Probleme durch ihre [[Beziehung]] auf ihre [[Wirklichkeit]], auf die [[wirklichen]] Kämpfe der [[politischen Subjekte]] verfolgt und sich durch ihre [[Kritik]] gegen deren [[objektivierte]] Macht, gegen ihre [[Verselbständigung]] zu [[emanzipieren]] sucht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der [[Kritik der politischen Ökonomie]] schließt sich der Kreis, solange hierbei sich [[Wirtschaft]] gegen ihre [[politische]] [[Form]] aushandeln lässt. Darin verhält sich Politik zu ihrer [[materiellen]] [[Bedingung]] und begründet damit sowohl ein bestimmtes [[Bewusstsein]], wie sie auch in einem [[reaktionären Bewusstsein]] darauf reagiert, weil sie sich in diesem Kreislauf zu sich selbst verhält und das [[Ganze]] ihrer [[Verhältnisse]] in ihrem [[Widerspruch]] von [[privater]] [[Form]] und [[gesellschaftlicher]] [[Wirklichkeit]] ihrer [[abstrakten]] [[Beziehungen]] [[totalisiert]]. Politik besteht so durch einen Luftsprung ihres [[Selbstverständnisses]] [[getrennt]] von den [[materiellen]] Grundlagen [[ohnmächtiger]] [[Existenzen]] allein durch ihre [[Repräsentationen]] und daraus folgender [[Meinungsbildung]] in einer [[repräsentativen Demokratie]] und erscheint dort als [[Eigenschaft]] des [[bürgerlichen Staats]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;In der Tat, man muss jeder historischen Kenntnis ermangeln, um nicht zu wissen, dass es die Regierungen sind, die zu allen Zeiten sich den wirtschaftlichen Verhältnissen fügen mussten, aber niemals die Regierungen es gewesen sind, welche den wirtschaftlichen Verhältnissen das Gesetz diktiert haben. Sowohl die politische wie die zivile Gesetzgebung proklamieren, protokollieren nur das Wollen der ökonomischen Verhältnisse. ([[K. Marx, Elend der Philosophie, MEW 4, 109)]]&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Politik gründet also auf dem [[materiellen]] Vorhaben eines [[Gedankens]] (siehe [[konkrete Utopie]]), der zunächst nur in den Köpfen von [[politischen Subjekten]] [[existiert]] (siehe [[Bewusstsein]]), in der die [[Ideologie]] des Bestehenden schon durch eine politische [[Idee]] [[aufgehoben]] ist, wie sie den Menschen als [[selbstverständliche]] [[Form]] ihrer [[Existenz]] [[erscheint]] (siehe hierzu auch [[Wozu Kulturkritik?]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;Der Mensch, wie er Mitglied der bürgerlichen Gesellschaft ist, der unpolitische Mensch, erscheint aber notwendig als der natürliche Mensch. Die droits de l&#039;homme [Menschenrechte] erscheinen als droits naturels [natürliche Rechte], denn die selbstbewußte Tätigkeit konzentriert sich auf den politischen Akt. Der egoistische Mensch ist das passive, nur vorgefundne Resultat der aufgelösten Gesellschaft, Gegenstand der unmittelbaren Gewißheit, also natürlicher Gegenstand. [[(Marx-Engels-Werke Bd.3, S. 407f)]]&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die nur [[ideologisch]] entwickelte [[Kritik]] ist zunächst das [[Wesen]] des [[politischen]] [[Verhaltens]] zu den herrschenden [[allgemeinen]] [[Formationen]] (siehe hierzu z.B. [[repräsentative Demokratie]]). In den konkreten Auseinandersetzungen hierüber formiert sich die politische [[Kritik]] im [[Zweck]] ihres [[politischen Willens]], als [[Kritik]] der herrschenden [[Bewertungen]] (siehe hierzu [[Wert]]), die zur [[rechtlichen]] Grundlage (siehe hierzu auch [[Gerechtigkeit]]) der [[Verwirklichung]] ihrer [[gesellschaftlichen]] [[Inhalte]] gegen die [[Gegebenheiten]] ihrer Existenzformen wird (siehe z.B. [[Kritik]] des [[Privateigentums]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;Es genügt nicht, daß der Gedanke zur Verwirklichung drängt, die Wirklichkeit muß sich selbst zum Gedanken drängen. [[(Marx-Engels-Werke Bd.1, S. 386)]]&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von daher begründet sich Politik im [[Allgemeinen]] durch die Rechtfertigung und das [[Recht]] des [[Willens]] zu dem, was sein soll, was hierfür [[nötig]] ist um ihre Zielsetzung zu [[verwirklichen]]: auf einem [[politischen Willen]] zu einer [[Existenz, der sich durch seineAbsichtenvon derWirklichkeiteinerabstrakten gesellschaftlichenIdealisierung(sieheIdeologie) abwendet und in derWirklichkeitihrer Gesellschafsform begründetenNotwendigkeitnach einer ihremwirklichenInhaltgerechten Veränderung ihrerVerhältnisseentspricht (sieheIdeologiekritik). Politik will durch ihre Zielsetzungen dieFormder herrschendenVerhältnissereformieren, aus denen sie entsteht und die sie reflektiert (siehe hierzupolitische Ökonomie). Sie begründet also dieVeränderungenderFormenihrergesellschaftlicherWirklichkeit, treibt als eine permanenente Reform die Erneuerung (sieheReproduktion) undFortbestimmungder herrschendenVerhältnissedurch die Umkehrung ihrerVerkehrungen, durch dieallen gemeingewordenebewussteVergesellschaftung ihrerprivatenFormationenan (sieheEigentumstitel).]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;Die Reform des Bewußtseins besteht nur darin, daß man die Welt ihr eigenes Bewußtsein innewerden läßt, daß man sie aus dem Traum über sich selbst aufweckt, daß man ihre eigenen Aktionen ihr erklärt. Unser ganzer Zweck kann in nichts anderem bestehn.... als daß die religiösen und politischen Fragen in die selbstbewußte menschliche Form gebracht werden. Unser Wahlspruch muß also sein: Reform des Bewußtseins nicht durch Dogmen, sondern durch Analysierung des mystischen, sich selbst unklaren Bewußtseins, trete es nun religiös oder politisch auf. [[(Marx-Engels-Werke Bd.1, S. 346)]]&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wo Politik im Zweck einer [[persönlichen]] [[Identität]] gegen den [[Selbstverlust]] der [[bürgerlichen Kultur]] und ihren [[zwischenmenschlichen Verhältnissen]] [[einverleibt]] wird, wird sie [[fanatisch]] und wird zum Werkzeug einer [[totalitären]] [[Egomanie]]. Als derart bestimmter [[politische Wille]] eines [[objektivierten Subjekts]] (siehe [[Subjektkritik]]) im Zweck einer [[persönlichen]] [[Wahrnehmungsidentität]] wird sie zum Instrument einer [[absoluten]] [[Selbstbehauptung]] und von daher [[fanatisch]]. Politik ist aber nur eine [[gedankliche]] [[Beziehung]] auf die [[Entwicklung]] einer [[Gesellschaft]] von Menschen in der [[Urteilsbildung]] über die [[Wirklichkeit]] ihrer [[Lebensverhältnisse]]. Politisch ist daher ein [[Urteil]] über [[Einzelheiten]] nur, soweit es die Gesamtheit ihrer [[Beziehungen]] auf [[reflektiert. Wo diese ihnen äußerlich, alsofremd bestimmtsind, ist esnotwendig, dieEntfremdungihrer Lebenszusammenhänge vom menschlichenLebenzukritisieren(siehekritische Theorie) und ihr menschlichesWesenzu entdecken, aufzudecken und das Handeln der Menschen menschlich zu begründen (siehe z.B.Kritik der politischen Ökonomie). Von daher kann sich Politik letztlich nur durchwissenschaftlicheErkenntnissebewahrheiten Aber derbürgerlicheVerstand, dessen wesentlicheEigenschafteine kritikloseBeziehungzu seinemGegenstandist, weil er die darin vermittelteBürgschaftnichtpolitischhinterfragen will, vermag einen äußerenGegenstand, in dem er seine Lebentätigkeit nur in einerveräußertenFormwahrhabenkann, nicht von einementäußertenGegenstandseinesLebenszu unterscheiden, weil er ihn als Gegenstand in seinemBesitzwahrnimmt, denn er erkennt in der Besessenheit seinerÄußerlichkeitselbst nichts von seinerEntfremdung, solange er an seine Gedankenlosigkeitgewöhntist. Er versteht seineObjektivitätgrundsätzlich äußerlich und daher auch wesentlichgleichgültigin seinem Denken, wodurch er sich selbst äußerlich wird. Das reineDenkengilt daher auch bloß als entwickelte Form des Verstehens, nicht als dessenEmanzipationzu einer demGegenstandinnewohnendenSubjektivität. SolchemVerstandbleiben die Objekte daher auch reinobjektiv, sein Denken als bloße Beziehungsform derGegebenheiten. Aber erst mit dem Durchdringen der äußerlichen Gegenständlichkeit bis hin zu deren Subjekt, zurErkenntnisderSubjektivitätdes Gegenständlichen, vollzieht sich dieAufhebungentfremdetenDenkens. Und nur dies kann einenBegrifffür die Gegenstände ergeben, also eineGewissheit, wodurch sie wieder greifbar werden. Von daher muss einerrevolutionärenPolitik auch dieKritikderbürgerlichen Wissenschaftenals Kritik einesveräußerlichtenWisensvorausgehen. Sie kann ihren Gegenstand als äußerlichenGegenstandnur in einemhermeneutischen Zirkelbeschreiben, wodurch ihre eigenen Vorurteile verdoppelt werden,bürgerlichverbürgtenLebensverhältnisse verabsolutiert. Sie erkennt ihrWesennur als das, was sie von ihm aus ihrerisoliertenBetrachtungsweise heraus als eine ihreeigentümlicheWahrheit, also nur für sichwahrnehmenkann, - eben weil sie dies unbedingt fürwahrbefinden soll.Bürgerliche Wissenschaftkann daher zu einerwahrenWissenschaftnur werden, wenn sie ihrenGegenstandals einen ihr äüßerlichen Gegenstand begreifen kann, der ihr einepolitischeAnalysedurch diedialektischenMethodeihrerErkenntnissederbürgerlichverbürgtenLebensverhältnisse abverlangt. Diese gründen wie überhaupt auf denElementenihres gesellschaftlichenReichtums.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;Der [[Reichtum]] der [[Gesellschaft]]en, in welchen kapitalistische Produktionsweise herrscht, erscheint als eine ungeheure Warensammlung, die einzelne [[Ware]] als seine [[Elementarform]]. Unsere Untersuchung beginnt daher mit der Analyse der [[Ware]]. [[(MEW Bd. 23, S. 49)]]&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der [[Reichtum]] aller [[Gesellschaften]] ergibt sich aus der [[inhaltlichen]] [[Entwicklung]] des [[Arbeitsprozesses]] und der [[Produktionsmittel]], durch die sich die [[Arbeit]] der Menschen mit ihren [[Bedürfnissen]] differenziert und ihre [[Naturmacht]] den Menschen immer mehr zu [[Eigen,]] immer [[eigentümlicher]] wird, wenn ihre Form ihren Inhalten entsprechen könnte (siehe hierzu [[Historischer Materialismus]]). Aber die Inhalte dieser [[Entwicklungen]] haben durch die Unvereinbarkeit ihrer Existenzweise, durch die [[Getrenntheit]] der politischen [[Form]] von ihrer natürlichen [[Entwicklung]] eine [[Formbestimmung]] nötig, die ihren geschichtlichen Prozess verbündet, seine getrennten Momente an einander festhält. Solange diese [[Trennung]] besteht ist [[Politik]] als reine [[Formbestimmung]] die eigenständige [[Form]] inhaltlicher [[Beziehungen]]. Sie kann sich aber letztlich nur in einem [[Sinn]] [[verwirklichen]], der dem [[Reichtum]] einer [[Gesellschaft]] zusteht, weil diese ihn inhaltlich bestimmt. Politik ist bis dahin lediglich der Betrieb einer [[Formbestimmung]], die dem Zerfall des gesellschaftlichen [[Reichtums]] entgegenwirkt, sich im Gegensatz des organisch bestimmten [[Wirtschaftswachstum]] mit dem [[formbestimmten]] [[Wertwachstum]] aufreibt, um dessen [[Krisen]] zu überwinden Politik gründet von da her auf einer Zielvorstellung, die durch Beeinflussung der [[allgemeinen]] [[gesellschaftlichen]] [[Verhältnisse]] mit der eigenständigen [[Kraft]] eines [[politischen Willens]] zu [[verwirklichen]] sein sollen. Und von daher begründet sich Politik im [[Allgemeinen]] auf einem [[Willen]], diese Zielsetzung zu erfüllen: auf einem [[politischen Willen]], mit dem sich die Menschen dem Sollen der ökonomischen [[Formbestimmungen]] und deren Zwänge entgegen zu stellen, um sich aus der politischen [[Macht]] der herrschenden [[Verhältnisse]] zu [[emanzipieren]] (siehe hierzu auch [[Kritik der politischen Ökonomie]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[substanziellen]] [[Verhältnisse]] einer jeden Gesellschaft bestehen aus dem Verhalten ihrer Selbsterhaltung, ihrer [[Reproduktion]], zu ihrer Selbsterzeugung, zur [[Vergegenständlichung]] der [[Lebensäußerungen]] der Menschen, zur [[Entwicklung]] und Fortbildung ihrer Lebensform. Wenn und wo das [[Leben]] der Menschen einer [[Gesellschaft]] sich in ihren [[Verhältnissen]] entzweit, muss es durch politische [[Entscheidungen]] über das [[Bewusstsein]] der Menschen zusammengeführt und über ihre Beurteilung (siehe [[Urteil]]) zum [[Entschluss]] eines [[notwendigen]] politischen Handelns gebracht werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die bisherigen Gesellschaften waren Formationen ihrer [[Klassengegensätze]], wie sie sich auch schon in einer [[Demokratie]] mehr oder weniger bewusst verhalten können, sofern sich darin nicht [[allgemeine]] Repräsentationen (siehe hierzu auch [[repräsentative Demokratie]]), sondern die [[wirklichen]] [[Klassengegensätze]] einer menschlichen [[Gesellschaft]] darstellen und auseinander setzen können (siehe auch [[qualifizierte Delegation]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Politik bezieht sich auf den allgemeinen [[Zustand]] der herrscheden [[Lebensverhältnisse]] und ihrer Verfassung, auf die [[strukturelle]] [[Allgemeinheit]] ihrer [[Wirklichkeit]], der sich der [[politische Wille]] entweder zuwendet oder entgegenstellt. Politik bezeichnet immer schon die Einflussnahmen auf die Lebenszusammenhänge, auf den Polis der Menschen, Gestaltungen und Durchsetzung von Forderungen und Zielen im [[Ganzen]] ihrer [[Lebensverhältnisse]], ist also der [[Begriff]] für das [[Verhalten]] in [[gesellschaftlichen]] [[Macht]]verhältnissen, die jenseits der [[wirklichen]] [[Beziehungen]], der Kraftverhältnisse ihrer einzelnen [[Existenzen]] vergesellschaften um ihre [[persönliche]]s Wissen und Bewusstsein in ihrer menschliche [[Wirklichkeit]] gemein zu machen, zu [[verallgemeinern,]]um ihre [[Ausschließichkeit]] im Einzelnen zu überwinden. Politisch ist daher immer ein [[Verhalten]], das sich aus einem [[Bewusstsein]] und [[Denken]] so ergibt, wie es sich auf ein politisches [[Gemeinwesen]], auf die [[gesellschaftlichen]] [[Verhältnisse]] im [[Ganzen]] ihres [[Lebensraums]] beziehen lässt, in einem durch politische Grenzen umschriebenen [[Gemeinwesen]] Wirkung haben will (siehe [[politscher Wille]]), um darin in einer bestimmten [[Absicht]] oder mit einem bestimmten [[Willen]] oder mit einer bestimmten Einsicht mit politischer [[Macht]] einzugreifen, um es zu gestalten und - wenn nötig - zu verändern. In diesem [[Sinn]] will Politik Zukunft gestalten und sich als gesellschaftliche [[Macht]] (siehe auch [[Naturmacht]]) durch die [[Entscheidungen]] so zu verwirklichen, wie sie in [[demokratischen]] Verhältnissen im [[Sinne]] der Menschen (siehe auch [[Kultur]]) für nötig befunden werden (siehe hierzu auch [[internatioale Kommunalwirtschaft]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Politik sucht überhaupt Entzweiungen im geselschaftlichen Organismus auszutragen, die [[zweifelhafte]] [[Gegenwärtigkeit]] einer [[Gesellschaf im]] [[Dazwischensein]] der Menschen in einer [[Gesellschaft]], die ihren [[Klassengegensatz]] durch den persönlihn Wert ihrer Existenzen, also über das [[Privateigentum]] von Waren auf den Warenmärkten oder [[Geldwerte]] (siehe [[Existenzwert]]) auf den Finanzmärkten mit einem Schuldgeldsystem aufzuheben. [[t]], deren Gegenstand nurmehr [[Geld]] und [[Kapital]] ist, zu verhandeln, das. durch einen [[Mehrwert]] des Weltgeldes die Klassenverhältnisse durch Schuldverhältnisse, in Schuldverhältnisse zu wandeln und darin die politischen Entscheidungen zu beherrschen. Die burgherrliche Gesellschaft (siehe [[bürgerliche Gesellschaft]]) entwickelte sich hierdurch zu einer verselbstndigten Formation Politik des Kapitalismus und seinem [[fiktiven Kapital]], das die realwirtschaftlichn Beziehungen [[substanziell]] aufsaugt, das [[Leben]] der Menschen, ihre Eigenschaften und Fähigkeiten selbst unmittelbar verwertet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Demokratie begründet sich hier das Bewusstsein, das die einander fremden Beziehungen der [[Klassen]] zu ihrer Gesellschaft über ihre [[Rechte]] und Pflichten zu einer politischen Auflösung des Streits um die Möglichkeiten ihrer gesellschaftlichen Geschichte entwickelt. Politik ist daher das Verhalten einer gesellschaftlichen Macht im geschichtlichen Verhältnis dieses Streits. Entscheidend ist dabei die Reduktion der Beteiligten auf ihre Staatsbürgerschaft, auf die Wählermeinung dessen, was eigentlich Bewusstsein über die Klassengegnsätze und ihrer geschichtlichen Gegenwärtigkeit sein sollte. Doch Wählermeinungen können können sich nur im Dagegen- und Dafürhalten unterscheidn im Verhältnis zu ihrem Dasein quantifizieren. Was sich hierbei , als die stärker quantifizierte durchsetzt drängt die schwächer quantifizierte Position zur Ohnmacht, die entweder völlig ausfält oder als Opposion im Palaver der Parlamente noch mithalten darf. In einer [[repräsentativen Demokratie]] setzt sich die Wählermeinung über deren Repräsentanten nach Maßgabe der Wahllperioden politisch um. Was sich nicht repräsentieren lässt fällt dabei aus, wird als Abfall, als Müll der sich ihrer selbstbewussten Formulierungen ausgeschieden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Politik setzt die Möglichkeit der Auseinandersetzung über die Scheidung von [[Notwendigkeit]] und [[Freiheit]] der Unterscheidungen voraus, worin sich eine entschiedenen politischen Haltung als beschlossener, also [[entschlossener]] [[politischer Wille]] bilden kann, der sich auf die [[Sache]] der Menschen bezieht, weil und sofern hierüber die [[Notwendigkeiten]] ihres [[Daseins]] [[begriffen]] und zu begreifen sind und in der [[Freiheit]] ihrer [[Entscheidung]] die [[Emanzipation]] aus nötiger [[Bestimmtheit]] gesucht wird. Das verlangt die [[qualifizierte]] Entscheidungsgrundlage aus einer [[Auseinandersetzung]] mit deren [[wirklichen]] [[Bedingungen]], an denen erst sich der [[politische Wille]] auch in seiner [[wirklichen]] [[Beziehung]] erklären und [[verwirklichen]] kann (siehe hierzu auch [[qualifizierte Delegation]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der politische Wille versteht sich daher als ein [[Wille]] der [[Politik]], aus welchem sich die [[gesellschaftliche]] Entwicklungen begründen und verändern ließe. Diese aber lassen sich politisch weder bestimmen noch begründen, weil sie ihr schon als objektive [[Notwendigkeit]] selbständiger [[Formbestimmungen]] vorausgesetzt sind, die weder willentlich, noch politisch zu beeinflussen sind. Was ihre [[substanzielle]] Grundlage ist, das wird sich niemals aus einer [[Politik]] einer [[bürgerlichen Demokratie]] herstellen lassen. Die kann überhaupt nur sich darin engagieren, die Verhältnisse zu arrangieren, die wesentlich von der Form ihrer Produktion, ihren [[wirtschaftlichen]] Verhältnissen, von der [[Entwicklung]] ihrer [[Produktivkräfte]] durch ihre [[politische Ökonomie]] bestimmt ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Politik]] existiert eben schon vor jedem politischen Beschluss in den [[materiellen]] Voraussetzungen einer verfassten [[Gesellschaft]], über die gesellschaftlichen Mittel ihrer Geschichtsbildung. Alle bisherige [[Geschichte]] der Menschen vollzog sich in der Fortentwicklung ihrer [[Naturmacht]] im Kampf gegensinniger gesellschaftlicher [[Klassen]], der die historische Entwicklung ihrer [[Produktionsverhältnisse]], das gesellschaftliche Vermögen der Menschen im [[Verhältnis]] zu ihrer [[Natur]] nach dem Entwicklungsstand ihres gesellschaftlichen Vermögens bestimmt hat. In der [[bürgerlichen Gesellschaft]] hat sich mit der Entwicklung ihrer [[Klassengegenssätze]] die Wirtschaftsform einer [[privaten]] Verfügung über eine [[politische]] [[Macht]] ihrer [[gesellschaftlichen]] Verfasstheit [[verallgemeinert]]. Erst hierdurch konnte von einem politischen Wille die Rede sein. Dieser kann sich aber zunächst nur innerhalb der [[Vernunft]] der bestehenden [[Verhältnisse]] verhalten, die sich allerdings auch bis zum äußersten hin entwickeln knnen, so dass der politische Wille auch aus einer geschichtlichen [[Vernunft]] heraus gesellschaftliche Veränderung im [[Ganzen]] bewirken kann, die [[Widersprüche]] ihrer [[Wesensnot]] aufheben muß um neue [[Wirklichkeit]] zu erlangen, neue [[Geschichte]] aus der alten dort zu vrwirklichen, wo sie sich in Auflösung befindet und ihre [[Aufhebung]] selbst [[Geschichte]] macht (siehe [[Revolution]]), indem sie aus deren anachronistischen Formationen heraus ihre [[gesellschaftliche]] [[Substanz]] erneuert (siehe auch [[Subversion]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Jede Revolution löst die alte Gesellschaft auf; insofern ist sie sozial. Jede Revolution stürzt die alte Gewalt; insofern ist sie politisch.&#039;&#039;[[(MEW 1, S. 409)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der [[bürgerlichen Gesellschaft]] versteht sich Politik in der Form einer [[repräsentativen Demokratie]] als [[Verhalten]] eines allgemeinen persönlichen [[Gewissens]] zu bestimmten [[Ereignissen]], für oder gegen diese die [[Meinung]] einer Mehrheit der Bevölkerung und ihrer Repräsentanten steht, die politisches Handeln einfordern. Politik soll hier also im Willen von [[Persönichkeiten]] verkörpert sein, die als Repräsentanten einer Ansammllung von [[Meinungen]] diese als [[politischen Willen]] der vorherrschenden [[Wählermeinungen]] vertreten, aus denen sich der bürgerliche Staat konstituiert. Von daher bezieht sich Politik unter kapitalistischen Bedingungen auf das, was die Menschen im [[Allgemeinen]] als ihr Meiniges, als ihr [[Privateigentum]] verstehen, auf das persönliche Privatrecht der Warenbesitzer.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch das Privatrecht ist Politik notwendig von ihrer gesellschaftlichen Grundlage getrennt und in ihren Entscheidungen widersprüchlich zwischen dem, was sie wirklich scheiden und entscheiden kann und dem, was über sie schon durch ihre ökonomischen Bedingungen entschieden ist. Solange Politik nicht selbst [[wirtschaftlich]] ist und die [[wirkliche]] Lebensproduktion der Menschen in ihrem [[wirklichen]] Lebenszusammenhang entscheidet, bleibt sie eine Illusion des guten Willens, der die [[Wirkungen]] seiner Ent-Scheidungen und Getrenntheiten nicht mehr erkennen kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;Es ist die alte Illusion, dass es nur vom guten Willen der Leute abhängt, die bestehenden Verhältnisse zu ändern ... Die Veränderung des Bewusstseins, abgetrennt von den Verhältnissen, wie sie von den Philosophen als Beruf, d. h. als Geschäft, betrieben wird, ist selbst ein Produkt der bestehenden Verhältnisse und gehört mit zu ihnen. Diese ideelle Erhebung über die Welt ist der ideologische Ausdruck der Ohnmacht der Philosophen gegenüber der Welt. [[(MEW 3, Seite 363)]]&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weil sich politisches Handeln immer auf die [[Gesellschaft]] der Menschen und ihre wirklcihen Lebens[[bedingungen]] [[allgemein]] bezieht, ist es zugleich subjektiv wie objektiv und kann sich nicht selbst in seinem [[politischen Willen]] unmittelbar verwirklichen. Es bezieht sich als [[Wille]] und Rechtsform immer auf die [[Wirtschaft]] und muss immer auch ökonomisch vermittelt sein und sich auch in der [[Ökonomie]] vermitteln können. Politik ist also in Wahrheit wesentlich eine wirtschaftliche Politik (siehe hierzu auch [[Vertragswirtschaft]]). Doch in der Trennung von ihrem gesellschaftlichen Sinn und Zweck wird Politik zu einer bloßen Form des Wollens und Dafürhaltens und darin einseitig, dass sie sich nicht selbst wirklich verstehen muss und sich daher zu einem Prinzip des Entscheidens entwickelt, das sich immer schon in seinen Parteinahmen als Parteiensystem entschieden darstellen muss.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;Das Prinzip der Politik ist der Wille. Je einseitiger, d.h. also, je unvollendeter der politische Verstand ist, um so mehr glaubt er an die Allmacht des Willens, um so blinder ist er gegen die natürlichen und geistigen Schranken des Willens, um so unfähiger ist er also, die Quelle sozialer Gebrechen zu entdecken. (Karl Marx in Kritische Randglossen zum Artikel eines Preussen, [[Marx-Engels-Werke Bd.1, S. 402]]&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der [[bürgerlichen Gesellschaft]], worin die Ökonomie selbst [[getrennt]] zwischen [[Produktion]] und [[Konsumtion]] ist, erscheint der [[politische Wille]] des Staatsbürgers auch von seiner Wirtschaftsweise [[allgemein]] [[getrennt]]. Weil der [[Bürger]] sich mit seinem [[Besitz]] [[privat]] erfährt, hat er eben schon sein [[Gemeinwesen]] außer sich in dem, wie er sich &#039;&#039;seinen Staat&#039;&#039; [[vorstellt]]. Diese Vorstellung wird durch eine [[repräsentative Demokratie]] zur allgemeinen [[Meinung]] zusammengetragen, die sich im Dafürhalten zu den [[Gegebeneiten]] erschöpft, in denen das [[erscheint]], was sie nicht sein sollen und daher der Wille populär wird, was sie eigentlich sein müssten. Der [[bürgerliche Staat]] erscheint auf dieser Grundlage wie ein Himmelswesen, dem man seine innersten Wünsche anvertrauen kann, um endlich in seinem hiervon getrennten [[Leben]] Erfüllung zu finden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;Wo der politische Staat seine wahre Ausbildung erreicht hat [durch die bürgerliche Revolution], führt der Mensch nicht nur im Gedanken, im Bewußtsein, sondern in der Wirklichkeit, im Leben ein doppeltes, ein himmlisches und ein irdisches Leben, das Leben im politischen Gemeinwesen, worin er sich als Gemeinwesen gilt, und das Leben in der bürgerlichen Gesellschaft, worin er als Privatmensch tätig ist. [[(Marx-Engels-Werke Bd.1, S. 354)]]&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Doch mit der [[Aufklärung]] (nach [[Immanuel Kant]]) darüber, dass die Menschen, wo sie sich nicht durch ihre Politik verwirklicht finden, nur ihre Unmündigkeit beweisen würden, dass sie sich aus ihren Lebensbedingungen nicht politisch emanzipiert hätten, weil sie ihr Bestreben ihren materiellen Bedingungen überlassen hätten, also selbstverschuldet ihren [[Formbestimmungen]] erliegen wären, wird der Himmel auf Erden den Menschen als [[Selbstbestimmung]] zur Aufgabe eines [[Übermenschen]] ohne wirklichen Körper und Sinn gemacht - eben so, wie er in der [[Scheinwelt]] des [[Bürgertums]] auch im [[Fetischismus]] seiner [[Geldform]] schon begründet erscheint. Ohne die [[Kritik]] dieser [[Entfremdung]] der gesellschaftlichen Lebensproduktion durch die [[Geldform]] ihrer Produkte wird es keine wirklich wesentliche gesellschaftliche Veränderung geben können (siehe hierzu [[historischer Materialismus]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Politik kann nur in der [[Emanzipation]] der Menschen durch den Prozess ihrer [[materiellen]] [[Selbstbestimmung]], durch die sachliche wie geistige Aufhebung ihrer [[wirklichen]] [[Fremdbestimmung]] menschlich sein. Diese verharrt allerdings in der [[bürgerlichen Gesellschaft]] noch in der [[Trennung]] von [[Sache]] und [[Wille]], ist immer noch die bloße politische Emanzipation der [[Aufklärung]], die sich der Sache innerhalb der Möglichkeiten seines Willens politisch zuwendet und sich ihr zugleich menschlich entzieht, den Menschen auf die [[Moral]] des politschen Willens reduziert. Von daher kann eine politische [[Emanzipation]] nicht unmitelbar menschliche Emanzipation sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;Die politische Emanzipation ist die Reduktion des Menschen, einerseits auf das Mitglied der bürgerlichen Gesellschaft, auf das egoistische unabhängige Individuum, andrerseits auf den Staatsbürger, auf die moralische Person.&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;Erst wenn der wirkliche individuelle Mensch den abstrakten Staatsbürger in sich zurücknimmt und als individueller Mensch in seinem empirischen Leben, in seiner individuellen Arbeit, in seinen individuellen Verhältnissen, Gattungswesen geworden ist, erst wenn der Mensch seine eigenen Kräfte als gesellschaftliche Kräfte erkannt und organisiert hat und daher die gesellschaftliche Kraft nicht mehr in der Gestalt der politischen Kraft von sich trennt, erst dann ist die menschliche Emanzipation vollbracht. [[(Marx, Zur Judenfrage, Marx-Engels-Werke Bd.1, S. 370)]]&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sofern politische Entscheidungen nicht auf einer objektiven Analyse der menschlichen Lebensverhältnisse beruhen, entstehen sie im Prozess einer allgemeinen Willensbildung, die kein [[Urteil]], sondern eine [[Position]] entwickelt - meist bezogen aus der [[Vernunft]] einer Lebenshaltung oder [[Ideologie]] (siehe [[Freiheit]], [[Gleichheit]], [[Gerechtigkeit]]). Die Beurteilung einer Situation besteht - soweit sie sich nicht als Notwendigkeit der Menschen in ihrer [[Wirklichkeit]] selbst, als ihre wirkliche Artikulation und Bewegung versteht und darin aufhebt - aus beidem, zum einen als Aufgabe der Wissenschaften, welche die Möglichkeiten der Verhältnisse ausloten, und den PolitikerInnen, welche sich aus der Meinungs- und Willensbildung rekrutieren. Politik nimmt wissenschaftlichen Verstand zur Kenntnis und fasst ihre Beschlüsse durch einen zur [[Venunft]] gebrachten Willen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Doch diese Vernunft kann sich nicht selbst [[dialektisch]] verhalten, nicht auch gegen sich selbst wahr werden. Sie folgt immer nur der [[Logik]] der [[Verhältnisse]]. Der vernünftig gewordene Wille ist in seiner Kritik der Verhältnisse daher sehr einseitig. Er kehrt eine Seite der Verhältnisse als [[Ursache]] von Problemen hervor, indem er die andere ausblendet, sie durch politisches Handeln zurückdrängt. In der Einseitigkeit des politischen Willens, der so zur politischen [[Moral]] geworden, wird diese zu einer [[Güte]] der Verhältnisse und politisch mächtig, indem sie diese idealisiert. Hierdurch wird sie zu einer Ausrichtung der Wirklichkeit nach Maßgabe einer [[Idee]] von [[Wirklichkeit]] - zum Beispiel in einer politischen Partei der [[Repräsentativen Demokratie]]. Auf diese Weise trifft die [[Freiheit]] des Vorstellens auf die [[Notwendigkeiten]] der Sachverhältnisse, die als [[Besitz]]verhältnisse umgekehrt auch die [[Notwendigkeit]] eines gesellschaftlichen Bezugs außerhalb der bloßen Sachlichkeit einschließen. Politik impliziert das Gelingen der sachlichen Vernunft des [[Besitz]]standes und verbleibt von daher in den [[Phänomenen]] der [[politischen Ökonomie]], ihren [[Rechts]]- und Lebensvorstellungen. Ohne den [[Grund]] der [[Verhältnisse]] selbst zu [[erkennen]] und aus diesem die politische [[Macht]] der [[Gegebenheiten]], ihre [[Entfremdung]]smacht zu erfassen, kann Politik keine menschliche [[Emanzipation]] bewirken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es sind daher keine Gedanken, sondern [[Meinungen]], woraus sich das politische Verhalten ergibt. Das Meine ist so frei und gleich und wechselseitig, wie es die Meinung dann auch zu artikulieren vermag. Die Meinungsbildung ist entsprechenende Reflexion der unterschiedlichen Sachnotwendigkeiten, die keiner Erkenntnis des menschlichen Zusammenhangs mehr bedürfen, weil der Lebenszusammenhang der Personen in der [[bürgerlichen Gesellschaft]] allein im Verhalten zu ihren Sachen und vermittelst ihrer Sachen gesellschaftlich besteht. Entsprechend gründet die [[bürgerlich]]e [[Demokratie]] (siehe [[repräsentative Demokratie]]) daher auch auf der sogenannten freien Meinung, die jedem Menschen per se und voraussetzunglos zugestanden wird, damit er artikulieren kann, was ihm sachlich nötig erscheint. Er ist damit zwar frei, also nicht mehr &#039;&#039;in Ketten geboren&#039;&#039;, aber politisch artikuliert er in seiner Meinung zugleich auch nur, was ihm nötig ist im Unterschied und Gegensatz zu anderem, im Widerspruch von Eigenem und Fremden. Die bürgerliche Demokratie ist die Vertragsform aller Meinungen, worin sich die gesellschaftlichen Notwendigkeiten der Sachverhältnisse repräsentieren und sich durch politische Entscheidungen und Entschlüsse vertragsgemäß einigen müssen, das Bestehende also immer wieder und im Nachhinein der Entzweiuung in eine verträgliche Form zu bringen haben (z.B. im Unterschied zu einer Beschlussfassung, die aus einem bestimmten gesellschaftlichen Ort heraus sich zu einem gesellschaftlichen Anliegen als Bedürfnis erzeugt und in der Produktion der Mittel hierfür vereinen will - siehe etwa Rätedemokratie). Der [[Wille]] ist darin das Meinen in der Verträglichkeit mit allem anderen, welches die Allgemeinform dessen ist, was das Meine für sich nicht sein kann (siehe hierzu im Kompendium [[Kapitalkurs Textstelle 44]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Freiheit und Notwendigkeiten bilden das gewöhnliche Komplott der politischen [[Meinungen]], welche Entscheidungen nach einer politischen Haltung auszurichten und dies mit allen objektiv verfügbaren Mitteln durchzusetzen. Gleich, ob diese Haltung mit einem Bewussten, also durch [[Wissen]] über die objektive [[Notwendigkeit]] eines bestimmten [[Willens]] bezogen auf ein Gemeinwohl verfolgt wird oder nur willkürlich ist, in jedem Fall steht Politik als selbständiges Verhalten dem zu, der die [[Macht]] für ihre Realisation hat, der also einen allgemeinen Willen darstellt und hierdurch Machtmittel erhält - oder der die Mittel mit Gewalt an sich reißt. In jedem Fall wird er oder eine politische Gruppierung mit seinem oder deren politischen Willem zur Inkorporation eines Gemeinwesens, meist des [[Staates]]. Politik ist &#039;&#039;die Teilnahme an den Angelegenheiten des Staates, die Leitung des Staates, die Bestimmung der Formen, Aufgaben und Inhalte der Tätigkeit des Staates&#039;&#039; (Lenin, Sammelband XXI, 1933, S. 15). Politik ist damit selbst als eine [[Formbestimmung]] aufgefasst, die sich in Willensakten begründet, die also das Ganze eines Verhältnisses durch [[politischen Willen]] behandelt und verändert, politischen Willen verwirklicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Verwirklichung des allgemeinen politischen Willens ist das [[Recht]]. Es ist sowohl Reflexion als auch Notwendigkeit bestehender Lebensbedingungen, aber nicht im Sinne einer [[Widerspiegelungstheorie]]. Recht ist nicht einfach ein politischer Überbau der Ökonomie, sondern ihr notwendiges Implikat als Ausdruck ihrer Notwendigkeit, Grundlage ihres politischen Verhältnisses. In der [[bürgerlichen Gesellschaft]] erscheint [[Recht]] und [[Wirtschaft]] voneinander [[getrennt]], Ersteres als [[Verhältnis]] des [[Willens]], letztres als [[Verhältnis]] der [[Bedürfnisse]]. Beides ist identisch als [[politische Ökonomie]] und doch verschieden als Frage des gerechten - im Sinne von richtigen - Wirtschaftens. [[Recht]] ergibt sich aus dem politischen [[Verhältnis]] und Anspruch der Verhältnisse, welche ökonomisch zu begreifen sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kritik der politischen Ökonomie]] macht also nichts anderes, als wirkliche Fragen zu erzeugen, die darin verschroben sind, dass das politische Verhältnis, das Besitzverhältnis, aus dem ökonomischen Verhältnis, dem Warenverhältnis, begründet wird, wie sich zugleich auch das Warenverhältnis nur durch die Absicherung des Besitzverhältnisses bewähren kann. Politische Gewalt wirkt als ökonomische und ökonomische Macht. Sie ist das, worin alle Politik aufgehen soll. So wird in der bürgerlichen Gesellschaft aus der ökonomischen Form begründet, was nur durch das Besitzrecht selbst möglich ist und umgekehrt das Recht des Besitzstandes als Naturmacht der Warenverhältnisse vollzogen - nicht bedeutet, [[interpretiert]], gedeutet, illusioniert oder dergleichen, sondern vollzogen, um nicht zu verhungern! Das einzelne [[Leben]] vermittelt sich mit dem gesellschaftlichen also nicht einfach ökonomisch und politisch, sondern durch die Naturgewalt, welche die [[bürgerliche Gesellschaft]] als gesellschaftliche Gewalt aus beidem, aus ihrer politischen Ökonomie konstituiert hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;Die Überwindung des Besitzstandes erfordert also die Überwindung der ökonomischen Form in gleicher Weise, wie die Überwindung der ökonomischen Form die Überwindung des Besitzstandes nötig hat. Die Kritik der politischen Ökonomie realisiert sich also in der Herstellung eines richtigen Wirtschaftens, welches zugleich das Recht auf gesellschaftliche Wirtschaftlichkeit der Produktion involviert.&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie ein Mensch oder eine politische Formation (z.B. Partei) an die Macht gelangt und was daraus an Entwicklungsmöglichkeiten für politisches Handeln, also für die Behandlung eines ganzen gesellschaftlichen Verhältnisses entsteht, das macht die Eigenart der politischen Systeme aus, ob es z.B. ein Feudalsystem ist, das Macht durch das Gottesgnadentum per Geburt an einzelne Personen vergibt, oder eine [[bürgerliche Demokratie]], eine repräsentative Demokratie, in welcher er sie durch Überzeugung per [[Meinung]]sbildung als Position einer Parteiname, also als [[politischen Willen]] in [[Opposition]] zu einer anderen [[Position]] erwirbt, oder einer Rätedemokratie, in der er durch Vertretungsverhältnisse aus den [[Lebensverhältnissen]] unmittelbar bestimmt ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der politische [[Wille]], der durch die Parteien unterschieden ist, steht allerdings insgesamt immer in seiner allgemeinen Entscheidungsfähigkeit zwischen Freiheit und Notwendigkeit der Geschichte, zwischen Sachzwang und dessen Überwindung durch einen politischen Willen. Darin stehen auch meist die Pole der Positionen, die bürgerliche Politik ausmachen. Politik ist also geschichtliches Verhalten zu gesellschaftlich notwendigen Entwicklungen und Entscheidungen unter den Bedingungen des aktuellen politischen, kulturellen und ökonomischen Systems - darüber hinaus ist es nur Ideologie, welche Politik durch ihre Repräsentationen begründet, will man bloße Gewalt nicht dazu rechnen. Politik ist ein dem System notwendig immanenter Wille, auch wenn er sich gegen die Gesellschaftsform selbst wendet, weil er sich als Staatsformation immer auch nur zu gesellschaftlichen Formation, zu den Institutionen und Existenzformen der Menschen praktisch verhalten kann. Eine wirkliche Überwindung einer anachronistisch gewordenen Gesellschaftsform kann nur durch das [[Bewusstsein]] ihrer Überkommenheit, durch die Wendung der Politik zu wissenschaftlicher Praxis revolutioniert werden, durch die theoretische und praktische [[Kritik der politischen Ökonomie]], der politischen Kultur und des politischen Willens, durch die Entwicklung eines menschlichen Gemeinwesens, wie es in der bestehenden Gesellschaft am Werden ist und ihre überkommene Form abgestreift werden muss. Politik muss hierfür neutralisiert werden durch die Entpolitisierung des Gemeinwesens, durch Wendung der parlamentarischen Gewalten und Kämpfe zu einer auf [[Wissen]] gründenden Entscheidungsfähigkeit im Maß ihrer wirklichen Bezogenheit und Betroffenheit, in der besonderen und allgemeinen Repräsentanz wirklicher Notwendigkeiten. Die Auseinandersetzung hierüber kann nur wirklich sein, wenn in den Formen des Gemeinwesens vor allem ein öffentlicher Diskurses in der Beziehung und Ordnung der existierenden Notwendigkeiten möglich ist - nicht als Möglichkeit der Dafürhaltung, sondern als Beteiligung an dem, was jenseits jeder politischen Meinungs- oder Willensbildung nötig und möglich ist, auch als Konsequent der Entscheidung im Tun und Existieren der Menschen. Dies kann wirklich menschliche [[Geschichte]] nur dann bilden, wenn auch die Arbeit und ihre Produkte, menschlicher Reichtum, in dieser Form bestimmt wird. Das macht die Überwindung der Kapitalformationen zum wichtigsten Moment im Aufhebungsprozess des politischen Staates und setzt für jede Entscheidung eine wissenschaftliche und existenzielle Auseinandersetzung über die eigene wie gemeinsame Geschichte einer bestimmten Bevölkerung voraus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;Lenin hatte Politik als einen Kampf zwischen den Klassen (Lenins Werke 31, S. 356) vestanden, als allgemeinen Kampf der Klassen, ihrer Parteien und der Staaten und Weltsysteme um die Verwirklichung ihrer sozialökonomisch bedingten Interessen sowie die Stellung der Schichten und Klassen zur Macht (Philosophisches Wörterbuch VEB Leipzig 1974, S. 941). Es ging demnach bei der Politik um die Adäquanz ökonomischer Interessen und politischem Willen, also um ein dem Klassenkampf analoges Parteiensystem, durch welchen sich der Klassenkampf politisch vollziehen könne und die Masse der Arbeiter und Bauern als Mehrheit der Bevölkerung gegen die Minderzahl der Land-, Geld und Kapitalbesitzer mächtig wird. Im Grunde ist dies nichts anderes, als was auch die bürgerliche Demokratie von sich behauptet: Es abstrahiert von der gesellschaftliche Form des Sozialprodukts und behauptet Masse, also Mehrheitsbildung per se als politische Potenz, sieht ab von den Notwendigkeiten der wirklichen Geschichte, in der ein Land steht. Die russische Revolution war eine Taktik gegen die Möglichkeiten der Geschichte als Machtfiktion der [[Masse]] gegen die Feudalform von Politik. Die Positionierung des Arbeiter- und Bauernstaat als die [[progressive]] Macht der Geschichte hatte hierin keinen Bezug zum politischen Mechanismus und war eine reine, aufgesetzte [[Ideologie]], welche den sozialistischen Staat vom feudalistischen und bürgerlichen unterscheiden sollte. Da sich die gesellschaftliche Entwicklung also nicht wirklich aus der [[Wirtschaft]]selbst ergab und die [[Ideologie]] nur ihre Löcher stopfte und ihr Druck machen sollte, stellte sich das Parteiensystem schließlich als Formation einer [[Gesinnung]]sproduktion her, als Parteienbürokratismus, welche die vorgebliche Parteinahme aufhob und zu einem Einparteiensystem pervertierte und einen Staatskapitalismus durch sozialistische [[Ideale]] abdeckte. Der Stalinismus war keine zufällige, sondern notwendige Folge aus dieser Auffassung. Als [[Prinzip]] einer Staatspolitik hat er den Menschen - ähnlich wie der [[Nationalsozialismus]] - ein ungeheueres kulturelles Elend und Vernichtung gebracht.&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Überwindung von bestehenden Verhältnissen kann nur in ihnen selbst begründet sein und so verlangt zu ihrer [[Emanzipation]] als erstes die Kritik der Politik durch die wissenschaftliche Analyse der Verhältnisse (siehe z.B. die [[Kritik der politischen Ökonomie]]), um die Potenzen ihrer Veränderung jenseits von Willensverhältnissen zu erkennen. Politik und Emanzipation stehen daher in einem notwendigen Widerspruch zueinander. Eine politische Emanzipation ist ein Widersinn in sich und meist nur die Verbrämung oder Legitimation des gewaltsamen Durchsatz eines Willens, dem die wirklichen Lebensverhältnisse und -prozesse gleichgültig sind. Gleichwohl geht es bei der menschlichen Emanzipation um die Form eines Gemeinwesens, nicht aber eines, das einem politischen Willen zu folgen hat, sondern das eine bestimmte Form nötig hat, die sich aus den Notwendigkeiten der Lebensproduktion, vor allem aus Arbeit und Kultur gesellschaftlich ergibt, Lebensform einer Gesellschaft, die die abstrakten Bestimmungen in Arbeit, Sinn und Gemeinwesen konkret überwindet, also durch konkrete Arbeit, konkrete Sinnbildung und konkrete Verwirklichung des Gemeinwesens darin.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;Es war dies wohl in der [[Geschichte]] auch öfter der Grund, warum [[Revolutionen]] zu Blutbädern wurden: Dadurch, dass die Notwendigkeit der Veränderung von gesellschaftlichen Lebensverhältnissen nicht aus ihnen selbst heraus erklärt und bewiesen wurde, waren die Revolutionen sich selbst als Akt des Willens und von da her auch willkürlich erschienen, nicht als notwendiger und geschichtsbildender [[Klassenkampf]].&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jede politische Beziehung auf bestehende Verhältnisse ist also eine diesen immanente Beziehung. Und dies setzt voraus, dass politisches Verhalten auf ein gesellschaftliches Ganzes reflektiert ist. So ist es z.B. politisch, wenn jemand für Imigration ist oder dagegen, weil er damit dies auf ein gesellschaftliches Ganzes bezogen reflektiert. Diese Reflexion enthält sowohl die Gegebenheiten dieses Ganzen, als auch eine [[Vorstellung]] darüber, was es für die betroffenen Menschen sein soll. Politik ist also ein Handeln, welches auf die Beeinflussung, Regelung oder Steuerung gesellschaftlicher Wirkungen und Wirklichkeiten mit der [[Vorstellung]] von einer bestimmten Gesellschaftlichkeit zielt. Sie begründet sich wie eine [[Absicht]] durch einen [[Willen]], der sich aus der Reflexion der [[Notwendigkeiten]] und [[Bedürfnisse]] einer gesellschaftlicher Existenz ergibt und auf die Verwirklichung ihrer [[Ziele]] drängt. Ursprünglich ist Politik also eine notwendige Beziehung eigener Bedürfnisse auf ihr gesellschaftliches Dasein und der Vorstellung von dessen Entwicklung als Ziel ihres Willens.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sich selbst versteht Politik als politischer Wille, der sich Gestaltungsmacht über gesellschaftliche [[Gegebenheiten]] geben muss. In der [[bürgerlichen Gesellschaft]] existiert diese als Administration, als Gemeinde oder [[Staat]] oder Organisation, worin die Mittel dieser [[Macht]] zur Tätigkeit eines politischen [[Ganzen]] zusammengefasst werden. Sie bezieht sich auf die politische Begebenheiten mit den verfügbaren Mitteln für gesellschaftliche Ziele. Die administrative Politik ist somit doppelt bestimmt: Zum einen durch die Vorstellungen zu einer Gesellschaftsform der Bedürfnisse, zum anderen durch die Administration, wodurch sie Macht hat. Ist sie nur Administration, so wäre sie unpolitisch, weil sie ohne Vorstellung nur Funktionär wäre; ist sie nur Vorstellung, so wäre sie unpolitisch, weil sie keinerlei gesellschaftliche Wirkung hätte. In dieser doppelten Bestimmung bewegt sich Politik zwischen beidem und ist hierdurch von der Wirklichkeit der gesellschaftlichen Bedürfnisse ebenso unterschieden, wie von den Notwendigkeiten der reinen Administration. Sie dient zugleich, wo sie herrschen will und um zu herrschen muss sie sich dienstbar zeigen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf die ursprüngliche Politik, wie sie für den betroffenen Menschen ist, bezieht sich die administrative Politik mit ihren ökonomischen und kulturellen (psychologischen) Mitteln (besonders [[Steuern]] und Diplomatie), durch welche sie wirkliche Bezogenheiten ausrichtet und einrichtet. Da sich Politik nicht aus der [[Wirklichkeit]] selbst ergeben kann, sondern aus ihrer Reflexion, bezieht sie sich notwendig phänomenologisch auf sie, greift Notwendiges auf, um in ihrem Willen Not zu wenden, also Notwendigkeit so aufzuheben, wie sie es innerhalb des Gegebenen will. Hierbei entspricht sie in der Stellung zu ihrem Gegenstand voll und ganz der [[bürgerlichen Wissenschaft]], aus der sie auch Information und Handlungsvorschläge bezieht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Damit ist bürgerliche Politik zum einen affirmativ zum Bestehenden, eine [[Position]] hierzu als durch sachliche Notwendigkeit begründeter Wille, etwas zu tun, was auch wirklich not tut. Zum anderen ist Politik auch Willkür gegen das Bestehende, sofern sie einen Spielraum für ihre Ziele hat, der in der Reichhaltigkeit ihrer Handlungsmöglichkeiten liegt. Politik vollzieht nicht wirkliche Bewegung als Bewegung der Wirklichkeit, sondern notwendiges Handeln in der Willkür der politischen Klasse.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese wird in der [[bürgerlichen Demokratie]] aufgrund der Bildung einer [[Wählermeinung]] gewählt, nicht als bestimmte Meinung, die in ihr verallgemeinert wäre, sondern als Meinung zu einem Angebot der politischen Klasse, sich in dieser oder jener Vorstellung als Position zu verhalten. Diese ist die einzige Beschränkung ihrer Willkür, also das, woran sie gemahnt werden kann. Die Wähler können sich ihr entweder anschließen, sie zu ihrer eigenen Vorstellung machen oder sie als [[prinzipielle]] Handlungsanweisung (z.B. freiheitliche oder christliche oder soziale oder umweltbezogene Politik) oder überhaupt nur als das kleinere Übel ansehen; es ist für die Wahl das gleiche, weil die Wahl selbst die Gleichgültigkeit gegen jede bestimmte Meinung veräußert. Da diese gewählte Meinung auf der Allgemeinheit von Notwendigkeit gründet, wie sie sich auch hierüber als persönliche Dafürhaltung herauskehrt, ist Politik immer auch Abkehr von den Bewegungen der Wirklichkeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die politische Absicht des Wählers und das Angebot der Auswahl an wählbaren Positionen stehe zueinander in dem gleichgültigen Verhältnis, welche das Verhältnis von Bürger und bürgerlichem Staat überhaupt ausmacht. Dennoch kann sich eine Wählermeinung unmittelbar verstaatlichen, wenn die politische Klasse sich nicht mehr poltisch verhalten kann und einzelne Politiker als Garanten der Bürger zur Macht kommen wollen. Dann setzen sich [[populistische]] Meinungen staatspolitisch um, indem sie die Absicht der Bürger als staatliche Absicht, also als bürgerliche Diktatur ausgeben (s.z.B. [[Nationalsozialismus]]). Wie kann es sein, dass Menschen Diktatoren wirklich auch wählen und wollen? Es ist ziemlich einfach: Sofern der Staat angesichts ökonomischer und kultureller [[Krisen]] versagt, verbleibt ihm zur Politik einzig die politische Persönlichkeit. Diese ist in der bürgerlichen Demokratie bereits angelegt und kann sich mit den verallgemeinerten Absichten der Bevölkerung, mit der Vorstellung der [[Masse]] von einer Massenpolitik treffen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Marx hat mit der Kritik der politischen Ökonomie gezeigt, dass sich Politik und Ökonomie unterscheiden muss um Ökonomie zu einer politischen Wende, zu einer wirklichen Ökonomie im Unterschied zu aller Politik zu bringen. Die bürgerliche Wissenschaft selbst ist ein theoretisches Verhältnis zur Wirklichkeit, das seine Ideen und Ideale (siehe [[Ideologie]]) aus ihr bezieht und somit Wissen selbst politisch bestimmt. Ihr Wissen wird in eine politische Szenerie so versetzt, dass sich das Meinen über die Welt mit der Welt in der idealisierten Weise verbinden lässt. Wo sie in dieser Vermengung als [[theoretisches Bewusstsein]] versagt, wird die Oberfläche der bürgerlichen Wirklichkeit selbst zur politischen Vorstellung des [[praktischen Bewusstseins]] (siehe [[Warenfetischismus]]). Seine Kritik der politischen Ökonomie greift gerade dies an und muss daher auch die Wirklichkeit als Bewegung der Wirkungen begreifen, wie sie unter der Vorstellung von ihr sind. So kann er in der Kritik der Politik zeigen, was sie zu affirmieren sucht: Die [[Ausbeutung]] des Menschen durch den Menschen. In der Entwicklung menschlichen [[Reichtums]] steckt die Überwindung des [[Kapitalismus]] ebenso, wie sich hierauf auch die Politik der Menschenbeherrschung totalisiert. Für Marx ist daher die Geschichte der Menschheit an dem Punkt angelangt, wo der Kapitalismus in der eigenen Notwendigkeit zur Vermenschlichung der Arbeit steht, und sich daher die wirkliche Bewegung hiernach als Notwendigkeit einer kommunistischen Gesellschaft vollzieht, sofern es gelingt, die politische Klasse des Kapitals aufzuheben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Politik ist Bewusstsein der eigenen Gesellschaftlichkeit und Handeln in einer Notwendigkeit, der hierauf bezogen ist. Politisch wird jedes Individuum als Ensemble der gesellschaftlichen Verhältnisse in diesen begriffen, also als Einheit von [[Individuum]] und [[Gesellschaft]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die bisherige Politik hat diese Einheit nicht erlangt. Sie besteht aus einem [[Willen]], der die Richtung einer gesellschaftlich relevanten Entscheidung bestimmen soll. Insgesamt verhält sich dieser nicht zu [[gegenständlichen]] Lebensgrundlagen, sondern bewegt sich zwischen den extistentiellen [[Notwendigkeiten]], in welcher gesellschaftliche Entwicklung verläuft, als Instrument der [[Macht]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese bestand in vorbürgerlichen Gesellschaften aus militärischer Gewalt. Durch die Befestigung und Absicherung des Tauschhandels und seiner Märkte diente sie schließlich der Entwicklung von [[Besitz]]verhältnissen der &#039;&#039;Burgherren&#039;&#039; (Befestigung = Burg), die sich als allgemeine Verhältnisse der Menschen, als [[bürgerliche Gesellschaft]], entfalten konnten. Darin entwickelte sich eine bürgerliche [[Demokratie]], in welcher Politik ihre Macht aus der gesellschaftlichen Bestätigung, aus der [[Meinung]] der [[Bürger]] zu den anfallenden [[Entscheidungen]] erlangt, die aus der Sachlage der Verhältnisse erforderlich sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der [[bürgerlichen Demokratie]] ist Politik von den Lebensgrundlagen zwar bestimmt, bezieht aber ihre Entscheidungsfähigkeit nicht aus den hiervon betroffenen Menschen. Der politische Wille zeichnet sich aus durch seine Bindung an die existentiellen Machtgrundlagen. Er ist nicht in der Kritik ihrer [[Formbestimmtheit]] tätig und verhält sich daher auch nicht als [[Bedürfnis]] nach einer bestimmten Entwicklung, die einen unmittelbar gesellschaftlichen [[Sinn]] hat. So blieb die bürgerliche Politik weiterhin als Politik, welche die Formbestimmtheit dieser Verhältnisse will, [[bestätigt]] und mit verschiedenen [[Ideologieen]] [[fortbestimmt]]. So ist Politik notwendig idealistisch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dies hat [[Marx]] in seiner Kritik an Hegel herausgearbeitet und zur Kritik seiner Philosophie entwickelt, die eben letztlich überhaupt nur die [[Religion]] des Staatsbürgers, der abstrakten Vermittlung seines politischen Willens sein kann. Insofern beschreibt Marx damit überhaupt die [[Logik]] des [[politischen Willens]] in seinem Idealismus, der sich als ein Ziel der Politik versteht, das zugleich ein anderes Extrem der Wirklichkeit sein soll, von der sie absieht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;Denn so sehr beide Extreme in ihrer Existenz als wirklich auftreten und als Extreme, so liegt es doch nur in dem Wesen des einen, Extrem zu sein, und es hat für das andre nicht die Bedeutung der wahren Wirklichkeit. Das eine greift über das andre über. Die Stellung ist keine gleiche. Z.B. Christentum oder Religion überhaupt und Philosophie sind Extreme Aber in Wahrheit bildet die Religion zur Philosophie keinen wahren Gegensatz. Denn die Philosophie begreift die Religion in ihrer illusorischen Wirklichkeit. Sie ist also für die Philosophie - sofern sie eine Wirklichkeit sein will - in sich selbst aufgelöst. Es gibt keinen wirklichen Dualismus des Wesens. [[(K. Marx, MEW 1, S. 293f)]]&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Grundlegend zur Aufhebung der Illusionen über die herrschenden [[Verhältnisse]] sind [[Beziehungen]], in denen der[[Abstraktion im Allgemeinen]], der Quantifizierung von gleichgültigen [[Verhältnissen]] durch [[Ergänzung]] qualitativ entgegen gearbeitet wird. Politik wird selbst zur [[Religion]] des Bürgertums, sobald sie sich aus seiner [[Idealität]]begründet, aus der [[Idee]] von einer menschlichen [[Gesellschaft]], die nicht [[wirklich]] menschlich sein kann, die also dem Menschen [[entfremdet]] ist. Eine solche [[Gesellschaft]] ist erst überwunden, wenn &#039;&#039;der Mensch als höchstes Wesen für den Menschen&#039;&#039; gilt und nur in seiner [[Wirklichkeit]] zu bestätigen ist, die er geäußert hat (siehe [[Reichtum]] und [[Arbeit]]), weil er nur darin seine [[Wahrheit]] haben kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die bisherige Politik bestätigt insgesamt die allgemeine Faktizität des [[Wert]]verhältnisses, welches den Kapitalismus als [[politische Ökonomie]] ausmacht, weil sich die Menschen bisher nicht zu dessen Überwindung entschließen konnten, bzw. an den Begründungen anderer Gesellschaftformen gefehlt haben (siehe [[Faschismus]], [[Linksfaschismus]]), weil sie also aus vielerlei Gründen nicht in der Lage waren, den Machtwillen, das [[Prinzip]] des [[Egoismus]] aufzugeben. Dies würde die Entwicklung unmittelbarer [[Eigentums]]verhältnisse verlangen, die [[Emanzipation]] der Menschheit aus ihrer [[Formbestimmung]] und vor allem die [[Aufhebung]] [[verkehrter]] [[Verlältnisse]], die Umwandlung der [[politischen Ökonomie]] in eine [[wirtschaftliche]] Politik. Auch wenn hierbei ein revolutionärer Kampf entstehen kann, weil die Formationen des Bestehenden sich immer mit Gewalt verhalten, wenn sie bedroht sind, so ist diese Emanzipation letztlich nur durch [[Subversion]] - und also in einem [[geschichtlichen]] Prozess der Menschen für Menschen gegen [[verkehrte]] menschliche Verhältniss - zu verwirklichen (siehe hierzu auch [[internationale Kommunalwirtschaft]]).&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Wolfram</name></author>
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		<title>Scheinwelt</title>
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		<updated>2026-05-26T06:07:53Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Wolfram: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;Alles aber (...) ist jetzt ultra, alles transzendiert unaufhaltsam, im Denken wie im Tun. Niemand kennt sich mehr, niemand begreift das Element, worin er schwebt und wirkt, niemand den Stoff, den er bearbeitet. (...) Junge Leute werden viel zu früh aufgeregt und dann im Zeitstrudel fortgerissen. Reichtum und Schnelligkeit ist, was die Welt bewundert und wonach jeder strebt; Eisenbahnen, Schnellposten, Dampfschiffe und alle mögliche Fazilitäten der Kommunikation (...). Wir werden, mit vielleicht noch wenigen, die Letzten sein einer Epoche, die sobald nicht wiederkehrt. (Johann Wolfgang Goethe, Brief an Zelter vom 6.6.1825)&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Scheinwelt ist eine Welt, worin das Scheinbare (siehe [[Schein]]) [[wesentlich]] erscheint, als eine [[Erscheinung]]) eines [[fiktiven]] Zusammenhangs von Scheinbarkeiten [[wahrgehabt]] wird (siehe [[Phänomenologie]]) und worin daher alles durch die [[Widersinnigkeiten]] seiner Verkehrung [[entwirklicht]] ist und in der [[Entwirklichung]] wesentlich gilt, weil darin [[Schein]] und [[Wesen]] in ihrer Scheinbarkeit [[verkehrt]] vereint wird (siehe auch [[Warenfetischismus]]. Darin [[verallgemeinert]] sich vor allem die [[Beliebigkeit]] in der [[Unwirklichkeit]] einer [[fremden Kraft]], einer fremd scheinenden [[Macht]] (siehe auch [[Entfremdung]]), worin ein [[allgemeines]] [[Dazwischenseins]] auf das [[Wirkliche]] [[wirkt]], sein [[abstraktes]] [[Anderssein]] darin durch seine [[Abwesenheit]] [[bestimmt]] (siehe hierzu auch [[Abstraktionskraft]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wo [[Geld]] als [[Geldbesitz]] [[selbstständig]] und also [[abstrakt]] gegen die [[Inhalte]] der [[Gebrauchswerte]] auftritt [[verkehrt]] sich über die [[Ohnmacht]] der [[gesellschaftlich]] nur [[abstrakt]] verbleibenden [[Gebrauchswerte]] zu einer [[gesellschaftliche]] [[Macht]] des [[Geldes]] und macht die Geldform zum [[Subjekt]] aller [[Warentausche]] und deren [[Täuschungen]] durch ihre [[allgemeine Wertform]], die die [[Form]] ihrer an sich [[gleichgültigen]] Vergleiche und Gleichsetzungen, ihrer [[Äquivalentform]] ist (siehe hierzu [[Warenfetischismus]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;Die erste Eigentümlichkeit, die bei Betrachtung der Äquivalentform auffällt, ist diese: Gebrauchswert wird zur Erscheinungsform seines Gegenteils, des Werts. Die Naturalform der Ware wird zur Wertform. [[(MEW 23, S. 70f)]]&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;Es ist ... eine zweite Eigentümlichkeit der Äquivalentform, daß konkrete Arbeit zur Erscheinungsform ihres Gegenteils, abstrakt menschlicher Arbeit wird. [[(MEW 23, S. 70f)]]&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;Es ist ... eine dritte Eigentümlichkeit der Äquivalentform, daß Privatarbeit zur Form ihres Gegenteils wird, zu Arbeit in unmittelbar gesellschaftlicher Form. [[(MEW 23, S. 70f)]]&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In einer [[Scheinwelt]] herrscht das Scheinbare, das [[Beliebige]], der [[Schein]] des Anscheins schlechthin, ein Reflex der Sinnlosigkeit, der die [[Wahrnehmung]] [[entwirklicht]] und [[mystifiziert]] (siehe auch [[Fetischismus]]). Darin hat [[nichts]] [[wirkliche]] [[Substanz]] und das macht alles [[unheimlich]]. Scheinwelt ist eine Welt, in der sich die [[substanziellen]] [[Beziehungen]] in ihrer [[Allgemeinheit]] wechselseitig [[aufheben]], sich an einander und durch einander [[entwirklichen]], weil sie keine [[Form]] ihrer [[Verallgemeinerung]] [[erkennen]] können, sich deshalb gegenseitig [[nichten]]. Sie ist eine Welt, worin z.B. der [[Schein]] einer allseitigen [[Nützlichkeit]] herrscht (siehe auch [[Opportunismus]]), weil der [[Nutzen]] die [[Objektivität]] des Gebrauchs (siehe auch [[Gebrauchswert]]) und also auch des Verbrauchs, die Verfügung über dessen [[Sache]] und Menschen zu ihrer [[Nichtung]] treibt. Sie sind als [[Zweck]] und [[Mittel]] zugleich das [[Material]] ihrer [[Vermittlung]] und lösen sich darin selbst durch ihre gegenseitige Besessenheit auf. Wo Menschen oder Sachen nur für sich benutzt werden, ist das [[Subjekt]] ihrer [[Nutzung]] selbst besessen und also zugleich [[Objekt]] seiner [[Lebensverhältnisse]] (siehe hierzu [[Zwischenmenschlichkeit]]). Von daher ist Nutzen ein Herrschaftsbegriff (siehe hierzu auch [[Nützlichkeit]]), auch wenn er wechselseitig, also in [[wirklichen]] [[Verhältnissen]] [[objektiviert]] ist. In der wechselseitigen Vernutzung verliert allerdings jeder [[Gegenstand]] - auch ein Mensch – seine [[Wirklichkeit]], wird selbst [[unwirklich]] durch seine [[Entgegenständlichung]]. So auch im [[Nutzen]] [[zwischenmenschlicher Beziehungen]]: Wenn der Eine den Anderen benutzt und ihn für sich nutzt, wird er zugleich von ihm vernutzt, als [[Subjekt]] unterliegt er seiner eigenen [[Objektivität]] im Nutzen seiner [[Lebensverhältnissen]] (siehe hierzu auch [[Selbstentfremdung]]). Und so heben beide sich in ihren wechselseitigen [[Wirkungen]] ihrer [[Subjektivität]], in ihrer wechselseitigen [[Negation]] durch die [[objektive]] [[Wirklichkeit]] ihrer Vernutzung auf (siehe [[Entwirklichung]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In einer [[Scheinwelt]] herrscht daher das das Scheinbare, der [[Widerschein]] des Anscheins schlechthin. Darin hat nichts [[wirkliche]] [[Substanz]]. Darin überlagern sich die [[Eindrücke]] [[beliebiger]] [[Gefühle]], die durch [[Ereignisproduktion]] erzeugt und [[befriedet]] werden, weil sie keinen [[eigenen]] [[Ausdruck]] mehr darstellen. Aber sie kultivieren zugleich eine Welt [[isolierter]] [[Empfindungen]], [[reproduzieren]] verlassene Seelen und verengen die [[Wahrheit]] ihrer [[Wahrnehmungen]] (siehe [[Angst]]), töten sie durch ihre [[Lebensangst]] (siehe [[tote Wahrnehmung]]) und [[verwahrlosen]] daran (siehe auch [[Dekadenz]]). Schließlich kehren sie ihren [[Sinn]] gegen ihre [[Kultur]], [[trennen]] ihren [[Leib]] von ihrer [[Seele]] und [[pervertieren]] sich selbst zu einem Zwang [[entäußerter]] [[Wahrheit]] (siehe hierzu auch [[Perversion]]). So erscheint Geld nicht mehr als reine Vermittler des Warentauschs, sonder als dessen Subjekt. Der Schein verwesentlicht sich gegen seine wahre Wertsubstanz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;In der Tat wird der Wert hier das Subjekt eines Prozesses, worin er unter dem beständigen Wechsel der Formen von Geld und Ware seine Größe selbst verändert, sich als Mehrwert von sich selbst als ursprünglichem Wert abstößt, sich selbst verwertet. Denn die Bewegung, worin er Mehrwert zusetzt, ist seine eigne Bewegung, seine Verwertung also Selbstverwertung. Er hat die okkulte Qualität erhalten, Wert zu setzen, weil er Wert ist. Er wirft lebendige Junge oder legt wenigstens goldne Eier.&#039;&#039; (MEW 23, S. 169) &amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Scheinwelt stellt also eine [[Welt]] dar, worin der [[Schein]] herrscht, indem er sich unentwegt durch das Scheinbare bestätigt und verdoppelt. Es ist eine Welt, worin die [[Formen]] des Anscheins zum wesentlichen [[Inhalt]] ihrer [[zwischenmenschlichen Beziehungen]] geworden ist, eine Welt, deren [[Wesen]] [[abwesend]], bloßer [[Fetisch]] ist (siehe auch [[Warenfetischismus]]). in der das Original durch die Kopie [[vertauscht]] ist (siehe auch [[Warentausch]]), weil sie als Lebenswelt ununterscheidbar, also selbst austauschbar ist. Darin entsteht eine [[Kultur]] der Aufreizung, weil alles [[einverleibt]] und aufgezehrt wird, nur noch in einer sinnentleerten [[Form]] den Menschen nahe ist, weil nur noch [[Erlebnisse]] vom [[Leben]] zeugen (siehe auch [[Eventkultur]]), auch wenn sie nur noch [[repräsentieren]] künnen, was sie [[eigentlich]] sein sollen. Solche Kultur besteht als [[Kult]] der [[Eigentlichkeiten]] aus [[Reflexionen]] und [[Interpretationen]] von [[Ereignissen]], die sich aus dem [[Nichts]] herausstellen und herausbilden müssen. Es sind grundlos gewordene [[Lebensverhältnisse]] die ihren Sinn für das bloße Geschehen und Geschehenlassen verfüllen (siehe auch [[Kulturkonsum]]), indem sie ihn [[ausschließlich]] für sich und ausschließend gegen andere, sich im Wechsel erhalten, in der Abwechslung der [[Ereignisse]] [[repräsentieren]]. In [[zwischenmenschlichen Verhältnissen]] künnen hierüber Menschen einander im Widerschein ihrer [[Existenzen]] beflügeln, erbauen und ergützen (siehe auch [[heile Welt]]). Es ist eine Welt [[narzisstischer]] Beziehungen, in der sich die Repräsentationen aneinenader und durch einander repräsentieren, worin die Eine ihre Repräsentanz aus dem Reiz der Anderen bezieht, also entleerte [[Anwesenheiten]] wiedergibt und daher für einander beziehungslose [[Repräsentanzen]] sind, absurde Vergegenwärtigungen erstellen, die auch ihre Selbstwahrnehmung entstellen und [[pervertieren]]. Eine solche Welt ist voller [[Ereignisse]], die getrennt voneinenader auftreten, in keinem [[geschichtlichen]] Zusammenhang stehen, und daher [[Erlebnisse]] bieten, die ohne [[wirkliches]] [[Leben]], aber &#039;&#039;[[täuschend]] echt&#039;&#039; lebendig sind (siehe auch [[Eventkultur]]). Sie herrscht, wo nur noch bildhaftes herrscht, wo niemand &#039;&#039;sich kennt&#039;&#039; und sich daher auch nicht auskennen kann, daher jeder Mensch alles finden kann, was und wie er [[empfindet]] und sich [[fühlen]] kann, wie er [[will]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
An und für sich kann die [[Wahrnehmung]] nicht gegen sich selbst gerichtet sein. Wo aber der positive [[Schein]] der Welt sich als Lebenswelt eines [[ästhetischen Willens]] in seiner [[Verkehrung]] mächtig gemacht hat, wo er sein [[Heil]] in der Welt der [[zwischenmenschlichen Verhältnissen]] erfunden und gefunden hat (siehe hierzu auch [[heile Welt]]), da trägt er ein [[Bild]] der Vollendung fort, das eine [[Güte]] ihrer [[Ästhetik]] ausströmt, die nicht von dieser Welt des [[bewegten]], des tätigen [[Lebens]] (siehe auch [[Arbeit]]) sein kann. Er treibt die lebendige [[Wahrnehmung]] in die Krise einer allmächtigen [[Wahrheit]], die sich in der [[Sinnbildung]] der [[bürgerlichen Kultur]] dem entsprechend [[politisch]] gestaltet (siehe hierzu auch [[politische Kultur]]). Ihr [[Positivismus]] spaltet die [[Selbstwahrnehmung]] der Menschen in Freund und Feind und [[bestimmt]] die [[Formen]] der [[Kultur]] in ihren Lebensstrukturen und [[Ängsten]] (siehe hierzu auch [[Lebensangst]]) zwischen [[Macht]] und [[Ohnmacht]] der [[Selbstwahrnehmung]] (siehe hierzu auch [[Selbstveredelung]]). Sie [[zerteilt]] die [[Kulturen]] der [[Selbstbeziehung]] in politische Dispositionen und gründet gegensinnige [[Erkenntnisinteressen]], die sie in ihrer Aufmerksamkeit auch gegensinnig ausrichten (siehe hierzu auch [[Erkenntnistheorie]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es sind die [[Elemente]] des [[Daseins]] nicht mehr [[erkennbar]], weil sie nurmehr in ihren [[Medien]] (z.B. im Internet) sich abbilden und wo nurmehr ihre [[Aufregung]] herrscht, weil die [[Substanzen]] der [[Wirklichkeit]] [[unwirklich,]] nur in einem [[Bild]] von sich gegenwärtig sind. Da gibt es auch kein wirkliches Walten außerhalb der unzählichen Verwaltungen von [[Ereignissen]]: Keine wirkliche Welt, nur [[wesen]]loses Hin und Her, ein wechselseitig bespiegeln ohne [[Grund]] und [[Folge]] (siehe auch [[Narzissmus]]), ohne [[Ursachen]] aber voller [[Wirkungen]] in einer Fülle unentwegter Aktionen und [[Reaktionen]], tendenziell [[reaktionär]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[Ereignisse]] in einer Scheinwelt gestalten sich in den Lebensformen des [[Erlebens]], der [[Selbstwahrnehmungen]], worrin die [[Selbsgefühle]] aus der [[Ästhetik]] ihrer [[zwischenmenschlichen Verhältnisse]] gewonnen werden, um im [[Massengefühl]] den [[Sinn]] zu ersetzen, den sie nicht wirklich [[empfinden]] künnen. Was in wesenlosen [[Beziehungen]] nicht ist wird in den Selbstbespiegelungen ihrer Kultur, in [[narzisstischen]] Beziehungen zu einer eigenen Art von Welt, in der sich die Menschen verlieren, weil sie sich in ihrem Spiegelbild immer wieder neu finden und [[empfinden]] müssen (siehe hierzu auch [[prothetische Beziehung]]). Der [[Begriff]] [[Narzissmus]] gründet auf der griechischen Mythologie von Narziss, der sich in sein Spiegelbild verliebt hatte. Hier wird das als Strafe einer Schicksalsgüttin begriffen, wonach der allseits umworbene Jüngling Narziss, der aus Stolz auf seine Schünheit alle Verehrerinnen und Verehrer zurückgewiesen hatte, mit einer [[Liebe]] bestraft wurde, die unmüglich erfüllt werden kann. Die Schicksalsgüttin straft Narziss mit unstillbarer Selbstliebe. Er verliebte sich in sein eigenes Spiegelbild, das er im Wasser einer Quelle sieht; auch er kann das Objekt seiner Liebe nicht erreichen und verwandelt sich sterbend in eine schüne Blume, eben eine Narzisse.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Scheinwelt wird alles prominent, was darin häufig &#039;&#039;ins Auge fällt&#039;&#039;. Prominenz ist das Hervortreten eines Einzelnen aus einem Gemenge von vielem, das sich darin [[verallgemeinert]] sieht, ein Beispiel seiner selbst oder seiner [[Ideen]] oder [[Bedürfnisse]] oder [[Wünsche]] oder [[Bilder]] für sich kultiviert und im [[Kult]] [[idolisiert]] (siehe auch [[Fankult]]). Dieses Hervortreten findet allerdings nur in der [[Wahrnehmung]] statt, im reinen [[Quantum]] dessen, was sie in ihren Begegnungen für wahr nimmt, ganz gleich, was sie davon [[wahrhat]]. Es reflektiert sich darin alleine die [[Dichte]] von Vergegenwärtigungen einer [[Erscheinung]], die mit den [[Bedeutungen]] in der [[Wahrnehmung]] ganz getrennt von ihrer [[Wahrheit]] zusammenfallen, die damit diese allerdings auch bedeutungslos machen. Prominenz vollzieht die Totalissierung dieser Scheinwelt., in dieser Welt, worin alles wichtig und voller [[Bedeutung]] erscheint, weil es jedes [[Geltungsstreben]] zu befriedigen vermag, wenn es seinen [[Narzissmus]] &#039;&#039;füttert&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Scheinwelt ist eben eine [[Welt]], die eben nur zum [[Schein]] Welt ist, die als das, was sie als Welt sein soll, nur für sich und nur durch sich bestimmt ist und die durch das bloße [[Erleben]] der [[Ereignisse]], also ohne weltliche [[Wirkung]] und Wirklichkeit, ohne [[Gegenständlichkeit]] da ist. Es is eine Welt, die nicht [[wirklich]] [[wahr]] sein kann und als [[Wirklichkeit]] weltenlos ist, weil sie sich durch nichts wirklich [[verhält]] und sich auf nichts wirklich [[bezieht]], ihr nichts gegenüber steht und sie daher in ihrer Beziehungslosigkeit nur sich selbst gleichbleiben kann. Sie ist in ihrem [[Dasein]] [[beliebig]], endlos, [[unwirklich]], zwar voller [[Inhalte]], ober ohne [[Form]] für diese, sondern nur Form für sich. Es sind Inhalte, die keinen [[Grund]] haben, weil sie selbst nur ihrer [[Form]] entspringen, die für sich begründet [[erscheint]] (siehe [[Formbestimmung]]). Aber für sich und in [[Wirklichkeit]] handelt es sich dabei um eine [[Verkehrung]] von [[Form]] und [[Inhalt]], so dass in der Form konkret sinnlich die darin verkehrte Substanz [[abstrakt und allgemein]] wesentlich erscheint, als ein inhaltsleeres [[Wesen]] wirkt, als [[Abstraktionen]] einer [[Güte]], welche zwar [[qualitativ]] Wirkung hat, aber nicht wirklich ist. Weil sie [[substanziell]] eine [[Abstraktion]] darstellt, die gegen ihren Inhalt [[gleichgültig]] ist und ihn [[unwirklich]], seine [[Wirklichkeit]] [[nichtig]] macht, ihn im Grunde [[negiert]]., ist eine Scheinwelt als Verkehrung einer [[Welt]] zugleich immer auch für sich eine verkehrte Welt, eine Welt, in der sich alles selbst auch verkehrt verhalten muss. Es sind [[Verselbständigung]] eines [[Wesens]], das darin nur in seiner [[Verkehrung]] erscheinen kann. Hierin werden [[Wirkungen]] nur [[negativ]] erzeugt, also in der Abgrenzung zum Unguten, zum Schlechten, das dem Guten äußerlich, weil hiervon [[absolut]] [[getrennt]] ist und das Gute erst dadurch bestimmt ist, dass es Schlechtes gibt, dieses aber von sich ausschließt. Es ist die Welt der [[Moralisten]], der [[Selbstgerechtigkeit]] von Gutmenschen, die dadurch gute [[Gefühle]] haben, dass sie sich gut begründen können und dass sie deshalb auch im Grunde alles [[schön und gut finden]] können, auch wenn es schlecht ist oder gerade weil es so ist (siehe hierzu[[ästhetischer Wille]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Gute macht solche Welt zur [[heilen Welt]], die von außen, von [[fremden Kräften]] bedroht ist. Güte wird zur substanziellen Grundlage des Verhaltens, das als Maß der [[Lebenswerte]] fungiert. Sie finden diese in [[Eigenschaften]] aus einem [[Leben]], das der Scheinwelt [[einverleibt]] wird, die von aller [[Bedingung]] frei gestellt erscheint, unbedingt gelten soll, damit darin die Menschen für sich das positiv [[wahrnehmen]], was sie außer sich negativ [[wahrhaben]]. Das Maß der Scheinwelt ist die [[Idee]], nach welcher die [[Sinne]] einverleibt werden, welche die eigenen Lebenswerte nötig haben. Von daher erscheint solche Welt wie die Welt einer [[Ideologie]]. Aber diese Welt ist [[wirklich]]. Sie besteht aus dem [[Sinn]], der aus [[fremden]] [[Eigenschaften]] wirklich [[einverleibt]] ist und daher auch [[Wirkung]] hat ohne als Sinn wirklich zu sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Scheinwelt entsteht durch die Präformation, die [[Formbestimmung]] von [[zwischenmenschlichen Verhältnissen]] durch [[Lebenswerte]], die das Verhalten in einem bestimmten [[Lebensraum]] sortieren (z.B. als [[Familiensinn]]), um deren [[Idealisierung]] zu befördern und deren Beschränkungen durch fremde Einflüsse zu mindern, welche hierfür bedrohlich sind - und das ist fast alles Wirkliche. In einer Scheinwelt erscheint alles unwirkliche dadurch real, dass es in Gestalt von Menschen, von deren körperlichen Dasein vermittelt und durch deren [[Anwesenheit]] durch ihre symbiotischen [[Selbsbehauptung]] getragen ist. Für die Wirkungsmacht eine so erscheinenden Realität ist die [[Dichte]] der Begegnungen und der [[Ereignisse]] darin tragend.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was darin allerdings herrschend wird, ist die [[Notwendigkeit]] der Sortierung des Guten und des [[Bösen]] nach Maßgabe der Lebenswerte. Und die vollzieht sich in der Gewalt der Abhängigkeit vom Dabeisein, in der Notwendigkeit der Anwesenheit, die für Menschen nötig ist, die jenseits dieser Lebenwelt im [[Nichts]] verschwinden. Von daher steckt in jeder [[Lebensburg]] eine Scheinwelt. Das macht die [[Lebensangst]] darin aus. Ihre Welt ist bloße Gewalt der Anwenden als Walten im Widerschein eines [[Sinns]], der nicht sein kann. In ihr ist das Wahrnehmen eine auf sich selbst gründende [[Wahrheit]], die sich selbst aufhebt, weil ihre [[Empfindung]] daraus besteht, was sie wahrhat und was sie daraus macht, was sie also wahrmacht. Eine Scheinwelt ist kein [[notwendiger Schein]] gesellschaftlicher [[Beziehungen]], sondern wirkliche Erscheinungswelt sinnlicher Bezogenheiten, wahrgemachter [[Sinn]], der keinen Sinn hat, wirklich [[abstrakter Sinn]] als [[Wirkung]] eines [[Unsinn]] ist. Das Wahrmachen solcher Sinnlichkeit ist die Produktion einer Scheinwelt, in welcher Sinnliches voller Unsinn [[erscheint]]. Es ist darin nichts wirklich nötig, weil darin alles möglich erscheint. Wirkliche Not entsteht nur durch den Verlust der Scheinwelt überhaupt, dem Reservoir unendlich scheinender Möglichkeiten, wenn sie vergönnt werden. Es ist die Erscheinungswelt von [[Absichten]], welche in zwischenmenschlichen Verhältnissen wahrgemacht werden: Wirklichkeitsform der [[Seele]], seelisches [[Sein]], in welchem das [[Erkenntnis]]vermögen aufgehoben erscheint: Vollkommenheit des [[Selbstgefühls]]. Das ermöglicht zwar ein Leben in diesem Schein, enthebt aber den Sinn der Wahrnehmung seiner Wahrheit und führt zu einer Störung der Wahrnehmungsidentität, wenn er diese Scheinwelt verlässt (siehe [[Verdrängung]]). Nur in ihr wird er in den [[Gefühlen]] bestätigt, die er nötig hat: Selbstgefühle unendlicher Empfindsamkeit, Sinn aller Scheinhaftigkeiten, die so tief erscheinen, wie sie bezogen auf ihre Wahrheit, auf ihr ganzes geschichtliches Sein, flach sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Sinn einer Scheinwelt holt seine [[Kraft]] aus der Notwendigkeit einer Beziehung, die keinen Sinn hat (siehe auch [[Fetischismus]]), aber alle Sinne bestimmt (siehe [[Körperfetischismus]]). In der Not ihrer Abstraktheit ensteht abstrakte Sinnlichkeit dadurch, dass alles, was Sinn hat, sich in Gemeinschaft auflöst, um allem Sinn zu verleihen. Darin ist gesellschaftlicher Sinn sowohl aufgehoben wie auch einverleibt (siehe auch [[Kulturkonsum]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In einer Scheinwelt ist alles da, was für das Sein nötig ist, auch wenn ihr Dasein die Umkehrung ihres wesentlichen Seins ausmacht. Sie funktioniert nur dadurch, dass sie im Einzelnen gibt, was sie allgemein nimmt, dass sie Bedürfnisse befriedigt, indem sie Bedarf aufhebt, Sinn vermittelt, indem sie Erkenntnis aufhebt usw.. Es ist die Lebensform einer [[Täuschung]], die daraus besteht, dass alles für etwas anderes da ist, als was es zu sein scheint, dass im einzelnen wahr ist, was allgemein nicht stimmen kann, was aber allgemein ungeheuerliche Not aufkommen ließe, wenn es nicht da wäre. So verbirgt jede Scheinwelt eine [[Lebensangst]], die innerhalb ihrer [[Beziehungen]] Vernichtungsangst auslöst, wenn [[Positionen]] mächtig werden, welche darin als wirkliche Beziehung herrschen, also den Schein dieser Welt wirklich beherrschen. Für sich sind diese Beziehungen ohnmächtig, weil sie keinen Sinn haben, aber als [[prothetische Beziehung]] Sinn machen für eine Beziehung in fortwärender Nichtigkeit, die sich an allen Stoffen forttreibt, die darin einverleibt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Subjektiv ist jeder Mensch in der Lage, sich von Scheinwelten zu trennen, sobald er eine Welt gefunden hat, in der seine Beziehungen wirklich vorkommen können. Aber es gibt viele [[objektive Gefühle]], die ihn an Scheinwelten auch subjektiv binden können. Oft ist es die objektive Einfalt (s.a. [[Kitsch]]), welche eine Scheinwelt subjektiv zusammenhält und ihren [[Schmerz]] darin erstickt. In der Sehnsucht hält sich die [[Täuschung]] unendlich und treibt ihre Blüten in [[Zuständen]] der [[Seele]], die sich ihrer [[Enttäuschung]] noch nicht gewiss ist, weil und solange sie ihre [[Absicht]], ihre [[Liebe]] zur [[Idee]] nicht aufgeben kann.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Wolfram</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://kulturkritik.net/mediawiki/index.php?title=Scheinwelt&amp;diff=11555</id>
		<title>Scheinwelt</title>
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		<updated>2026-05-26T06:05:13Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Wolfram: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;Alles aber (...) ist jetzt ultra, alles transzendiert unaufhaltsam, im Denken wie im Tun. Niemand kennt sich mehr, niemand begreift das Element, worin er schwebt und wirkt, niemand den Stoff, den er bearbeitet. (...) Junge Leute werden viel zu früh aufgeregt und dann im Zeitstrudel fortgerissen. Reichtum und Schnelligkeit ist, was die Welt bewundert und wonach jeder strebt; Eisenbahnen, Schnellposten, Dampfschiffe und alle mögliche Fazilitäten der Kommunikation (...). Wir werden, mit vielleicht noch wenigen, die Letzten sein einer Epoche, die sobald nicht wiederkehrt. (Johann Wolfgang Goethe, Brief an Zelter vom 6.6.1825)&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Scheinwelt ist eine Welt, worin das Scheinbare (siehe [[Schein]]) [[wesentlich]] erscheint, als eine [[Erscheinung]]) des fiktiven Zusammenhangs der Scheinbarkeiten [[wahrgehabt]] wird (siehe [[Phänomenologie]]) und worin daher alles durch die [[Widersinnigkeiten]] seiner Verkehrung [[entwirklicht]] ist und in der [[Entwirklichung]] wesentlich gilt, weil darin [[Schein]] und [[Wesen]] in ihrer Scheinbarkeit [[verkehrt]] vereint wird (siehe auch [[Warenfetischismus]]. Darin [[verallgemeinert]] sich vor allem die [[Beliebigkeit]] in der [[Unwirklichkeit]] einer [[fremden Kraft]], einer fremd scheinenden [[Macht]] (siehe auch [[Entfremdung]]), worin ein [[allgemeines]] [[Dazwischenseins]] auf das [[Wirkliche]] [[wirkt]], sein [[abstraktes]] [[Anderssein]] darin durch seine [[Abwesenheit]] [[bestimmt]] (siehe hierzu auch [[Abstraktionskraft]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wo [[Geld]] als [[Geldbesitz]] [[selbstständig]] und also [[abstrakt]] gegen die [[Inhalte]] der [[Gebrauchswerte]] auftritt [[verkehrt]] sich über die [[Ohnmacht]] der [[gesellschaftlich]] nur [[abstrakt]] verbleibenden [[Gebrauchswerte]] zu einer [[gesellschaftliche]] [[Macht]] des [[Geldes]] und macht die Geldform zum [[Subjekt]] aller [[Warentausche]] und deren [[Täuschungen]] durch ihre [[allgemeine Wertform]], die die [[Form]] ihrer an sich [[gleichgültigen]] Vergleiche und Gleichsetzungen, ihrer [[Äquivalentform]] ist (siehe hierzu [[Warenfetischismus]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;Die erste Eigentümlichkeit, die bei Betrachtung der Äquivalentform auffällt, ist diese: Gebrauchswert wird zur Erscheinungsform seines Gegenteils, des Werts. Die Naturalform der Ware wird zur Wertform. [[(MEW 23, S. 70f)]]&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;Es ist ... eine zweite Eigentümlichkeit der Äquivalentform, daß konkrete Arbeit zur Erscheinungsform ihres Gegenteils, abstrakt menschlicher Arbeit wird. [[(MEW 23, S. 70f)]]&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;Es ist ... eine dritte Eigentümlichkeit der Äquivalentform, daß Privatarbeit zur Form ihres Gegenteils wird, zu Arbeit in unmittelbar gesellschaftlicher Form. [[(MEW 23, S. 70f)]]&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In einer [[Scheinwelt]] herrscht das Scheinbare, das [[Beliebige]], der [[Schein]] des Anscheins schlechthin, ein Reflex der Sinnlosigkeit, der die [[Wahrnehmung]] [[entwirklicht]] und [[mystifiziert]] (siehe auch [[Fetischismus]]). Darin hat [[nichts]] [[wirkliche]] [[Substanz]] und das macht alles [[unheimlich]]. Scheinwelt ist eine Welt, in der sich die [[substanziellen]] [[Beziehungen]] in ihrer [[Allgemeinheit]] wechselseitig [[aufheben]], sich an einander und durch einander [[entwirklichen]], weil sie keine [[Form]] ihrer [[Verallgemeinerung]] [[erkennen]] können, sich deshalb gegenseitig [[nichten]]. Sie ist eine Welt, worin z.B. der [[Schein]] einer allseitigen [[Nützlichkeit]] herrscht (siehe auch [[Opportunismus]]), weil der [[Nutzen]] die [[Objektivität]] des Gebrauchs (siehe auch [[Gebrauchswert]]) und also auch des Verbrauchs, die Verfügung über dessen [[Sache]] und Menschen zu ihrer [[Nichtung]] treibt. Sie sind als [[Zweck]] und [[Mittel]] zugleich das [[Material]] ihrer [[Vermittlung]] und lösen sich darin selbst durch ihre gegenseitige Besessenheit auf. Wo Menschen oder Sachen nur für sich benutzt werden, ist das [[Subjekt]] ihrer [[Nutzung]] selbst besessen und also zugleich [[Objekt]] seiner [[Lebensverhältnisse]] (siehe hierzu [[Zwischenmenschlichkeit]]). Von daher ist Nutzen ein Herrschaftsbegriff (siehe hierzu auch [[Nützlichkeit]]), auch wenn er wechselseitig, also in [[wirklichen]] [[Verhältnissen]] [[objektiviert]] ist. In der wechselseitigen Vernutzung verliert allerdings jeder [[Gegenstand]] - auch ein Mensch – seine [[Wirklichkeit]], wird selbst [[unwirklich]] durch seine [[Entgegenständlichung]]. So auch im [[Nutzen]] [[zwischenmenschlicher Beziehungen]]: Wenn der Eine den Anderen benutzt und ihn für sich nutzt, wird er zugleich von ihm vernutzt, als [[Subjekt]] unterliegt er seiner eigenen [[Objektivität]] im Nutzen seiner [[Lebensverhältnissen]] (siehe hierzu auch [[Selbstentfremdung]]). Und so heben beide sich in ihren wechselseitigen [[Wirkungen]] ihrer [[Subjektivität]], in ihrer wechselseitigen [[Negation]] durch die [[objektive]] [[Wirklichkeit]] ihrer Vernutzung auf (siehe [[Entwirklichung]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In einer [[Scheinwelt]] herrscht daher das das Scheinbare, der [[Widerschein]] des Anscheins schlechthin. Darin hat nichts [[wirkliche]] [[Substanz]]. Darin überlagern sich die [[Eindrücke]] [[beliebiger]] [[Gefühle]], die durch [[Ereignisproduktion]] erzeugt und [[befriedet]] werden, weil sie keinen [[eigenen]] [[Ausdruck]] mehr darstellen. Aber sie kultivieren zugleich eine Welt [[isolierter]] [[Empfindungen]], [[reproduzieren]] verlassene Seelen und verengen die [[Wahrheit]] ihrer [[Wahrnehmungen]] (siehe [[Angst]]), töten sie durch ihre [[Lebensangst]] (siehe [[tote Wahrnehmung]]) und [[verwahrlosen]] daran (siehe auch [[Dekadenz]]). Schließlich kehren sie ihren [[Sinn]] gegen ihre [[Kultur]], [[trennen]] ihren [[Leib]] von ihrer [[Seele]] und [[pervertieren]] sich selbst zu einem Zwang [[entäußerter]] [[Wahrheit]] (siehe hierzu auch [[Perversion]]). So erscheint Geld nicht mehr als reine Vermittler des Warentauschs, sonder als dessen Subjekt. Der Schein verwesentlicht sich gegen seine wahre Wertsubstanz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;In der Tat wird der Wert hier das Subjekt eines Prozesses, worin er unter dem beständigen Wechsel der Formen von Geld und Ware seine Größe selbst verändert, sich als Mehrwert von sich selbst als ursprünglichem Wert abstößt, sich selbst verwertet. Denn die Bewegung, worin er Mehrwert zusetzt, ist seine eigne Bewegung, seine Verwertung also Selbstverwertung. Er hat die okkulte Qualität erhalten, Wert zu setzen, weil er Wert ist. Er wirft lebendige Junge oder legt wenigstens goldne Eier.&#039;&#039; (MEW 23, S. 169) &amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Scheinwelt stellt also eine [[Welt]] dar, worin der [[Schein]] herrscht, indem er sich unentwegt durch das Scheinbare bestätigt und verdoppelt. Es ist eine Welt, worin die [[Formen]] des Anscheins zum wesentlichen [[Inhalt]] ihrer [[zwischenmenschlichen Beziehungen]] geworden ist, eine Welt, deren [[Wesen]] [[abwesend]], bloßer [[Fetisch]] ist (siehe auch [[Warenfetischismus]]). in der das Original durch die Kopie [[vertauscht]] ist (siehe auch [[Warentausch]]), weil sie als Lebenswelt ununterscheidbar, also selbst austauschbar ist. Darin entsteht eine [[Kultur]] der Aufreizung, weil alles [[einverleibt]] und aufgezehrt wird, nur noch in einer sinnentleerten [[Form]] den Menschen nahe ist, weil nur noch [[Erlebnisse]] vom [[Leben]] zeugen (siehe auch [[Eventkultur]]), auch wenn sie nur noch [[repräsentieren]] künnen, was sie [[eigentlich]] sein sollen. Solche Kultur besteht als [[Kult]] der [[Eigentlichkeiten]] aus [[Reflexionen]] und [[Interpretationen]] von [[Ereignissen]], die sich aus dem [[Nichts]] herausstellen und herausbilden müssen. Es sind grundlos gewordene [[Lebensverhältnisse]] die ihren Sinn für das bloße Geschehen und Geschehenlassen verfüllen (siehe auch [[Kulturkonsum]]), indem sie ihn [[ausschließlich]] für sich und ausschließend gegen andere, sich im Wechsel erhalten, in der Abwechslung der [[Ereignisse]] [[repräsentieren]]. In [[zwischenmenschlichen Verhältnissen]] künnen hierüber Menschen einander im Widerschein ihrer [[Existenzen]] beflügeln, erbauen und ergützen (siehe auch [[heile Welt]]). Es ist eine Welt [[narzisstischer]] Beziehungen, in der sich die Repräsentationen aneinenader und durch einander repräsentieren, worin die Eine ihre Repräsentanz aus dem Reiz der Anderen bezieht, also entleerte [[Anwesenheiten]] wiedergibt und daher für einander beziehungslose [[Repräsentanzen]] sind, absurde Vergegenwärtigungen erstellen, die auch ihre Selbstwahrnehmung entstellen und [[pervertieren]]. Eine solche Welt ist voller [[Ereignisse]], die getrennt voneinenader auftreten, in keinem [[geschichtlichen]] Zusammenhang stehen, und daher [[Erlebnisse]] bieten, die ohne [[wirkliches]] [[Leben]], aber &#039;&#039;[[täuschend]] echt&#039;&#039; lebendig sind (siehe auch [[Eventkultur]]). Sie herrscht, wo nur noch bildhaftes herrscht, wo niemand &#039;&#039;sich kennt&#039;&#039; und sich daher auch nicht auskennen kann, daher jeder Mensch alles finden kann, was und wie er [[empfindet]] und sich [[fühlen]] kann, wie er [[will]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
An und für sich kann die [[Wahrnehmung]] nicht gegen sich selbst gerichtet sein. Wo aber der positive [[Schein]] der Welt sich als Lebenswelt eines [[ästhetischen Willens]] in seiner [[Verkehrung]] mächtig gemacht hat, wo er sein [[Heil]] in der Welt der [[zwischenmenschlichen Verhältnissen]] erfunden und gefunden hat (siehe hierzu auch [[heile Welt]]), da trägt er ein [[Bild]] der Vollendung fort, das eine [[Güte]] ihrer [[Ästhetik]] ausströmt, die nicht von dieser Welt des [[bewegten]], des tätigen [[Lebens]] (siehe auch [[Arbeit]]) sein kann. Er treibt die lebendige [[Wahrnehmung]] in die Krise einer allmächtigen [[Wahrheit]], die sich in der [[Sinnbildung]] der [[bürgerlichen Kultur]] dem entsprechend [[politisch]] gestaltet (siehe hierzu auch [[politische Kultur]]). Ihr [[Positivismus]] spaltet die [[Selbstwahrnehmung]] der Menschen in Freund und Feind und [[bestimmt]] die [[Formen]] der [[Kultur]] in ihren Lebensstrukturen und [[Ängsten]] (siehe hierzu auch [[Lebensangst]]) zwischen [[Macht]] und [[Ohnmacht]] der [[Selbstwahrnehmung]] (siehe hierzu auch [[Selbstveredelung]]). Sie [[zerteilt]] die [[Kulturen]] der [[Selbstbeziehung]] in politische Dispositionen und gründet gegensinnige [[Erkenntnisinteressen]], die sie in ihrer Aufmerksamkeit auch gegensinnig ausrichten (siehe hierzu auch [[Erkenntnistheorie]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es sind die [[Elemente]] des [[Daseins]] nicht mehr [[erkennbar]], weil sie nurmehr in ihren [[Medien]] (z.B. im Internet) sich abbilden und wo nurmehr ihre [[Aufregung]] herrscht, weil die [[Substanzen]] der [[Wirklichkeit]] [[unwirklich,]] nur in einem [[Bild]] von sich gegenwärtig sind. Da gibt es auch kein wirkliches Walten außerhalb der unzählichen Verwaltungen von [[Ereignissen]]: Keine wirkliche Welt, nur [[wesen]]loses Hin und Her, ein wechselseitig bespiegeln ohne [[Grund]] und [[Folge]] (siehe auch [[Narzissmus]]), ohne [[Ursachen]] aber voller [[Wirkungen]] in einer Fülle unentwegter Aktionen und [[Reaktionen]], tendenziell [[reaktionär]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[Ereignisse]] in einer Scheinwelt gestalten sich in den Lebensformen des [[Erlebens]], der [[Selbstwahrnehmungen]], worrin die [[Selbsgefühle]] aus der [[Ästhetik]] ihrer [[zwischenmenschlichen Verhältnisse]] gewonnen werden, um im [[Massengefühl]] den [[Sinn]] zu ersetzen, den sie nicht wirklich [[empfinden]] künnen. Was in wesenlosen [[Beziehungen]] nicht ist wird in den Selbstbespiegelungen ihrer Kultur, in [[narzisstischen]] Beziehungen zu einer eigenen Art von Welt, in der sich die Menschen verlieren, weil sie sich in ihrem Spiegelbild immer wieder neu finden und [[empfinden]] müssen (siehe hierzu auch [[prothetische Beziehung]]). Der [[Begriff]] [[Narzissmus]] gründet auf der griechischen Mythologie von Narziss, der sich in sein Spiegelbild verliebt hatte. Hier wird das als Strafe einer Schicksalsgüttin begriffen, wonach der allseits umworbene Jüngling Narziss, der aus Stolz auf seine Schünheit alle Verehrerinnen und Verehrer zurückgewiesen hatte, mit einer [[Liebe]] bestraft wurde, die unmüglich erfüllt werden kann. Die Schicksalsgüttin straft Narziss mit unstillbarer Selbstliebe. Er verliebte sich in sein eigenes Spiegelbild, das er im Wasser einer Quelle sieht; auch er kann das Objekt seiner Liebe nicht erreichen und verwandelt sich sterbend in eine schüne Blume, eben eine Narzisse.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Scheinwelt wird alles prominent, was darin häufig &#039;&#039;ins Auge fällt&#039;&#039;. Prominenz ist das Hervortreten eines Einzelnen aus einem Gemenge von vielem, das sich darin [[verallgemeinert]] sieht, ein Beispiel seiner selbst oder seiner [[Ideen]] oder [[Bedürfnisse]] oder [[Wünsche]] oder [[Bilder]] für sich kultiviert und im [[Kult]] [[idolisiert]] (siehe auch [[Fankult]]). Dieses Hervortreten findet allerdings nur in der [[Wahrnehmung]] statt, im reinen [[Quantum]] dessen, was sie in ihren Begegnungen für wahr nimmt, ganz gleich, was sie davon [[wahrhat]]. Es reflektiert sich darin alleine die [[Dichte]] von Vergegenwärtigungen einer [[Erscheinung]], die mit den [[Bedeutungen]] in der [[Wahrnehmung]] ganz getrennt von ihrer [[Wahrheit]] zusammenfallen, die damit diese allerdings auch bedeutungslos machen. Prominenz vollzieht die Totalissierung dieser Scheinwelt., in dieser Welt, worin alles wichtig und voller [[Bedeutung]] erscheint, weil es jedes [[Geltungsstreben]] zu befriedigen vermag, wenn es seinen [[Narzissmus]] &#039;&#039;füttert&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Scheinwelt ist eben eine [[Welt]], die eben nur zum [[Schein]] Welt ist, die als das, was sie als Welt sein soll, nur für sich und nur durch sich bestimmt ist und die durch das bloße [[Erleben]] der [[Ereignisse]], also ohne weltliche [[Wirkung]] und Wirklichkeit, ohne [[Gegenständlichkeit]] da ist. Es is eine Welt, die nicht [[wirklich]] [[wahr]] sein kann und als [[Wirklichkeit]] weltenlos ist, weil sie sich durch nichts wirklich [[verhält]] und sich auf nichts wirklich [[bezieht]], ihr nichts gegenüber steht und sie daher in ihrer Beziehungslosigkeit nur sich selbst gleichbleiben kann. Sie ist in ihrem [[Dasein]] [[beliebig]], endlos, [[unwirklich]], zwar voller [[Inhalte]], ober ohne [[Form]] für diese, sondern nur Form für sich. Es sind Inhalte, die keinen [[Grund]] haben, weil sie selbst nur ihrer [[Form]] entspringen, die für sich begründet [[erscheint]] (siehe [[Formbestimmung]]). Aber für sich und in [[Wirklichkeit]] handelt es sich dabei um eine [[Verkehrung]] von [[Form]] und [[Inhalt]], so dass in der Form konkret sinnlich die darin verkehrte Substanz [[abstrakt und allgemein]] wesentlich erscheint, als ein inhaltsleeres [[Wesen]] wirkt, als [[Abstraktionen]] einer [[Güte]], welche zwar [[qualitativ]] Wirkung hat, aber nicht wirklich ist. Weil sie [[substanziell]] eine [[Abstraktion]] darstellt, die gegen ihren Inhalt [[gleichgültig]] ist und ihn [[unwirklich]], seine [[Wirklichkeit]] [[nichtig]] macht, ihn im Grunde [[negiert]]., ist eine Scheinwelt als Verkehrung einer [[Welt]] zugleich immer auch für sich eine verkehrte Welt, eine Welt, in der sich alles selbst auch verkehrt verhalten muss. Es sind [[Verselbständigung]] eines [[Wesens]], das darin nur in seiner [[Verkehrung]] erscheinen kann. Hierin werden [[Wirkungen]] nur [[negativ]] erzeugt, also in der Abgrenzung zum Unguten, zum Schlechten, das dem Guten äußerlich, weil hiervon [[absolut]] [[getrennt]] ist und das Gute erst dadurch bestimmt ist, dass es Schlechtes gibt, dieses aber von sich ausschließt. Es ist die Welt der [[Moralisten]], der [[Selbstgerechtigkeit]] von Gutmenschen, die dadurch gute [[Gefühle]] haben, dass sie sich gut begründen können und dass sie deshalb auch im Grunde alles [[schön und gut finden]] können, auch wenn es schlecht ist oder gerade weil es so ist (siehe hierzu[[ästhetischer Wille]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Gute macht solche Welt zur [[heilen Welt]], die von außen, von [[fremden Kräften]] bedroht ist. Güte wird zur substanziellen Grundlage des Verhaltens, das als Maß der [[Lebenswerte]] fungiert. Sie finden diese in [[Eigenschaften]] aus einem [[Leben]], das der Scheinwelt [[einverleibt]] wird, die von aller [[Bedingung]] frei gestellt erscheint, unbedingt gelten soll, damit darin die Menschen für sich das positiv [[wahrnehmen]], was sie außer sich negativ [[wahrhaben]]. Das Maß der Scheinwelt ist die [[Idee]], nach welcher die [[Sinne]] einverleibt werden, welche die eigenen Lebenswerte nötig haben. Von daher erscheint solche Welt wie die Welt einer [[Ideologie]]. Aber diese Welt ist [[wirklich]]. Sie besteht aus dem [[Sinn]], der aus [[fremden]] [[Eigenschaften]] wirklich [[einverleibt]] ist und daher auch [[Wirkung]] hat ohne als Sinn wirklich zu sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Scheinwelt entsteht durch die Präformation, die [[Formbestimmung]] von [[zwischenmenschlichen Verhältnissen]] durch [[Lebenswerte]], die das Verhalten in einem bestimmten [[Lebensraum]] sortieren (z.B. als [[Familiensinn]]), um deren [[Idealisierung]] zu befördern und deren Beschränkungen durch fremde Einflüsse zu mindern, welche hierfür bedrohlich sind - und das ist fast alles Wirkliche. In einer Scheinwelt erscheint alles unwirkliche dadurch real, dass es in Gestalt von Menschen, von deren körperlichen Dasein vermittelt und durch deren [[Anwesenheit]] durch ihre symbiotischen [[Selbsbehauptung]] getragen ist. Für die Wirkungsmacht eine so erscheinenden Realität ist die [[Dichte]] der Begegnungen und der [[Ereignisse]] darin tragend.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was darin allerdings herrschend wird, ist die [[Notwendigkeit]] der Sortierung des Guten und des [[Bösen]] nach Maßgabe der Lebenswerte. Und die vollzieht sich in der Gewalt der Abhängigkeit vom Dabeisein, in der Notwendigkeit der Anwesenheit, die für Menschen nötig ist, die jenseits dieser Lebenwelt im [[Nichts]] verschwinden. Von daher steckt in jeder [[Lebensburg]] eine Scheinwelt. Das macht die [[Lebensangst]] darin aus. Ihre Welt ist bloße Gewalt der Anwenden als Walten im Widerschein eines [[Sinns]], der nicht sein kann. In ihr ist das Wahrnehmen eine auf sich selbst gründende [[Wahrheit]], die sich selbst aufhebt, weil ihre [[Empfindung]] daraus besteht, was sie wahrhat und was sie daraus macht, was sie also wahrmacht. Eine Scheinwelt ist kein [[notwendiger Schein]] gesellschaftlicher [[Beziehungen]], sondern wirkliche Erscheinungswelt sinnlicher Bezogenheiten, wahrgemachter [[Sinn]], der keinen Sinn hat, wirklich [[abstrakter Sinn]] als [[Wirkung]] eines [[Unsinn]] ist. Das Wahrmachen solcher Sinnlichkeit ist die Produktion einer Scheinwelt, in welcher Sinnliches voller Unsinn [[erscheint]]. Es ist darin nichts wirklich nötig, weil darin alles möglich erscheint. Wirkliche Not entsteht nur durch den Verlust der Scheinwelt überhaupt, dem Reservoir unendlich scheinender Möglichkeiten, wenn sie vergönnt werden. Es ist die Erscheinungswelt von [[Absichten]], welche in zwischenmenschlichen Verhältnissen wahrgemacht werden: Wirklichkeitsform der [[Seele]], seelisches [[Sein]], in welchem das [[Erkenntnis]]vermögen aufgehoben erscheint: Vollkommenheit des [[Selbstgefühls]]. Das ermöglicht zwar ein Leben in diesem Schein, enthebt aber den Sinn der Wahrnehmung seiner Wahrheit und führt zu einer Störung der Wahrnehmungsidentität, wenn er diese Scheinwelt verlässt (siehe [[Verdrängung]]). Nur in ihr wird er in den [[Gefühlen]] bestätigt, die er nötig hat: Selbstgefühle unendlicher Empfindsamkeit, Sinn aller Scheinhaftigkeiten, die so tief erscheinen, wie sie bezogen auf ihre Wahrheit, auf ihr ganzes geschichtliches Sein, flach sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Sinn einer Scheinwelt holt seine [[Kraft]] aus der Notwendigkeit einer Beziehung, die keinen Sinn hat (siehe auch [[Fetischismus]]), aber alle Sinne bestimmt (siehe [[Körperfetischismus]]). In der Not ihrer Abstraktheit ensteht abstrakte Sinnlichkeit dadurch, dass alles, was Sinn hat, sich in Gemeinschaft auflöst, um allem Sinn zu verleihen. Darin ist gesellschaftlicher Sinn sowohl aufgehoben wie auch einverleibt (siehe auch [[Kulturkonsum]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In einer Scheinwelt ist alles da, was für das Sein nötig ist, auch wenn ihr Dasein die Umkehrung ihres wesentlichen Seins ausmacht. Sie funktioniert nur dadurch, dass sie im Einzelnen gibt, was sie allgemein nimmt, dass sie Bedürfnisse befriedigt, indem sie Bedarf aufhebt, Sinn vermittelt, indem sie Erkenntnis aufhebt usw.. Es ist die Lebensform einer [[Täuschung]], die daraus besteht, dass alles für etwas anderes da ist, als was es zu sein scheint, dass im einzelnen wahr ist, was allgemein nicht stimmen kann, was aber allgemein ungeheuerliche Not aufkommen ließe, wenn es nicht da wäre. So verbirgt jede Scheinwelt eine [[Lebensangst]], die innerhalb ihrer [[Beziehungen]] Vernichtungsangst auslöst, wenn [[Positionen]] mächtig werden, welche darin als wirkliche Beziehung herrschen, also den Schein dieser Welt wirklich beherrschen. Für sich sind diese Beziehungen ohnmächtig, weil sie keinen Sinn haben, aber als [[prothetische Beziehung]] Sinn machen für eine Beziehung in fortwärender Nichtigkeit, die sich an allen Stoffen forttreibt, die darin einverleibt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Subjektiv ist jeder Mensch in der Lage, sich von Scheinwelten zu trennen, sobald er eine Welt gefunden hat, in der seine Beziehungen wirklich vorkommen können. Aber es gibt viele [[objektive Gefühle]], die ihn an Scheinwelten auch subjektiv binden können. Oft ist es die objektive Einfalt (s.a. [[Kitsch]]), welche eine Scheinwelt subjektiv zusammenhält und ihren [[Schmerz]] darin erstickt. In der Sehnsucht hält sich die [[Täuschung]] unendlich und treibt ihre Blüten in [[Zuständen]] der [[Seele]], die sich ihrer [[Enttäuschung]] noch nicht gewiss ist, weil und solange sie ihre [[Absicht]], ihre [[Liebe]] zur [[Idee]] nicht aufgeben kann.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Wolfram</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://kulturkritik.net/mediawiki/index.php?title=Scheinwelt&amp;diff=11554</id>
		<title>Scheinwelt</title>
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		<updated>2026-05-26T05:58:48Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Wolfram: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;Alles aber (...) ist jetzt ultra, alles transzendiert unaufhaltsam, im Denken wie im Tun. Niemand kennt sich mehr, niemand begreift das Element, worin er schwebt und wirkt, niemand den Stoff, den er bearbeitet. (...) Junge Leute werden viel zu früh aufgeregt und dann im Zeitstrudel fortgerissen. Reichtum und Schnelligkeit ist, was die Welt bewundert und wonach jeder strebt; Eisenbahnen, Schnellposten, Dampfschiffe und alle mögliche Fazilitäten der Kommunikation (...). Wir werden, mit vielleicht noch wenigen, die Letzten sein einer Epoche, die sobald nicht wiederkehrt. (Johann Wolfgang Goethe, Brief an Zelter vom 6.6.1825)&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Scheinwelt ist eine Welt, worin das Scheinbare (siehe [[Schein]]) [[wesentlich]] erscheint, als eine [[Erscheinung]]) des Zusammenhangs der Scheinbarkeiten [[wahrgehabt]]) wird (siehe [[Phänomenologie]]) und worin daher alles durch seine [[Widersinnigkeiten]] [[entwirklicht]] ist und in der [[Entwirklichung]] wesentlich gilt, weil darin [[Schein]] und [[Wesen]] in ihrer Scheinbarkeit [[verkehrt]] vereint (siehe [[Fetisch]] wird. Darin [[verallgemeinert]] sich vor allem die [[Beliebigkeit]] in der [[Unwirklichkeit]] einer [[fremden Kraft]], einer fremd scheinenden [[Macht]] (siehe auch [[Entfremdung]]), worin ein [[allgemeines]] [[Dazwischenseins]] auf das [[Wirkliche]] [[wirkt]], sein [[abstraktes]] [[Anderssein]] darin durch seine [[Abwesenheit]] [[bestimmt]] (siehe hierzu auch [[Abstraktionskraft]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wo [[Geld]] als [[Geldbesitz]] [[selbstständig]] und also [[abstrakt]] gegen die [[Inhalte]] der [[Gebrauchswerte]] auftritt [[verkehrt]] sich über die [[Ohnmacht]] der [[gesellschaftlich]] nur [[abstrakt]] verbleibenden [[Gebrauchswerte]] zu einer [[gesellschaftliche]] [[Macht]] des [[Geldes]] und macht die Geldform zum [[Subjekt]] aller [[Warentausche]] und deren [[Täuschungen]] durch ihre [[allgemeine Wertform]], die die [[Form]] ihrer an sich [[gleichgültigen]] Vergleiche und Gleichsetzungen, ihrer [[Äquivalentform]] ist (siehe hierzu [[Warenfetischismus]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;Die erste Eigentümlichkeit, die bei Betrachtung der Äquivalentform auffällt, ist diese: Gebrauchswert wird zur Erscheinungsform seines Gegenteils, des Werts. Die Naturalform der Ware wird zur Wertform. [[(MEW 23, S. 70f)]]&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;Es ist ... eine zweite Eigentümlichkeit der Äquivalentform, daß konkrete Arbeit zur Erscheinungsform ihres Gegenteils, abstrakt menschlicher Arbeit wird. [[(MEW 23, S. 70f)]]&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;Es ist ... eine dritte Eigentümlichkeit der Äquivalentform, daß Privatarbeit zur Form ihres Gegenteils wird, zu Arbeit in unmittelbar gesellschaftlicher Form. [[(MEW 23, S. 70f)]]&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In einer [[Scheinwelt]] herrscht das Scheinbare, das [[Beliebige]], der [[Schein]] des Anscheins schlechthin, ein Reflex der Sinnlosigkeit, der die [[Wahrnehmung]] [[entwirklicht]] und [[mystifiziert]] (siehe auch [[Fetischismus]]). Darin hat [[nichts]] [[wirkliche]] [[Substanz]] und das macht alles [[unheimlich]]. Scheinwelt ist eine Welt, in der sich die [[substanziellen]] [[Beziehungen]] in ihrer [[Allgemeinheit]] wechselseitig [[aufheben]], sich an einander und durch einander [[entwirklichen]], weil sie keine [[Form]] ihrer [[Verallgemeinerung]] [[erkennen]] können, sich deshalb gegenseitig [[nichten]]. Sie ist eine Welt, worin z.B. der [[Schein]] einer allseitigen [[Nützlichkeit]] herrscht (siehe auch [[Opportunismus]]), weil der [[Nutzen]] die [[Objektivität]] des Gebrauchs (siehe auch [[Gebrauchswert]]) und also auch des Verbrauchs, die Verfügung über dessen [[Sache]] und Menschen zu ihrer [[Nichtung]] treibt. Sie sind als [[Zweck]] und [[Mittel]] zugleich das [[Material]] ihrer [[Vermittlung]] und lösen sich darin selbst durch ihre gegenseitige Besessenheit auf. Wo Menschen oder Sachen nur für sich benutzt werden, ist das [[Subjekt]] ihrer [[Nutzung]] selbst besessen und also zugleich [[Objekt]] seiner [[Lebensverhältnisse]] (siehe hierzu [[Zwischenmenschlichkeit]]). Von daher ist Nutzen ein Herrschaftsbegriff (siehe hierzu auch [[Nützlichkeit]]), auch wenn er wechselseitig, also in [[wirklichen]] [[Verhältnissen]] [[objektiviert]] ist. In der wechselseitigen Vernutzung verliert allerdings jeder [[Gegenstand]] - auch ein Mensch – seine [[Wirklichkeit]], wird selbst [[unwirklich]] durch seine [[Entgegenständlichung]]. So auch im [[Nutzen]] [[zwischenmenschlicher Beziehungen]]: Wenn der Eine den Anderen benutzt und ihn für sich nutzt, wird er zugleich von ihm vernutzt, als [[Subjekt]] unterliegt er seiner eigenen [[Objektivität]] im Nutzen seiner [[Lebensverhältnissen]] (siehe hierzu auch [[Selbstentfremdung]]). Und so heben beide sich in ihren wechselseitigen [[Wirkungen]] ihrer [[Subjektivität]], in ihrer wechselseitigen [[Negation]] durch die [[objektive]] [[Wirklichkeit]] ihrer Vernutzung auf (siehe [[Entwirklichung]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In einer [[Scheinwelt]] herrscht daher das das Scheinbare, der [[Widerschein]] des Anscheins schlechthin. Darin hat nichts [[wirkliche]] [[Substanz]]. Darin überlagern sich die [[Eindrücke]] [[beliebiger]] [[Gefühle]], die durch [[Ereignisproduktion]] erzeugt und [[befriedet]] werden, weil sie keinen [[eigenen]] [[Ausdruck]] mehr darstellen. Aber sie kultivieren zugleich eine Welt [[isolierter]] [[Empfindungen]], [[reproduzieren]] verlassene Seelen und verengen die [[Wahrheit]] ihrer [[Wahrnehmungen]] (siehe [[Angst]]), töten sie durch ihre [[Lebensangst]] (siehe [[tote Wahrnehmung]]) und [[verwahrlosen]] daran (siehe auch [[Dekadenz]]). Schließlich kehren sie ihren [[Sinn]] gegen ihre [[Kultur]], [[trennen]] ihren [[Leib]] von ihrer [[Seele]] und [[pervertieren]] sich selbst zu einem Zwang [[entäußerter]] [[Wahrheit]] (siehe hierzu auch [[Perversion]]). So erscheint Geld nicht mehr als reine Vermittler des Warentauschs, sonder als dessen Subjekt. Der Schein verwesentlicht sich gegen seine wahre Wertsubstanz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;In der Tat wird der Wert hier das Subjekt eines Prozesses, worin er unter dem beständigen Wechsel der Formen von Geld und Ware seine Größe selbst verändert, sich als Mehrwert von sich selbst als ursprünglichem Wert abstößt, sich selbst verwertet. Denn die Bewegung, worin er Mehrwert zusetzt, ist seine eigne Bewegung, seine Verwertung also Selbstverwertung. Er hat die okkulte Qualität erhalten, Wert zu setzen, weil er Wert ist. Er wirft lebendige Junge oder legt wenigstens goldne Eier.&#039;&#039; (MEW 23, S. 169) &amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Scheinwelt stellt also eine [[Welt]] dar, worin der [[Schein]] herrscht, indem er sich unentwegt durch das Scheinbare bestätigt und verdoppelt. Es ist eine Welt, worin die [[Formen]] des Anscheins zum wesentlichen [[Inhalt]] ihrer [[zwischenmenschlichen Beziehungen]] geworden ist, eine Welt, deren [[Wesen]] [[abwesend]], bloßer [[Fetisch]] ist (siehe auch [[Warenfetischismus]]). in der das Original durch die Kopie [[vertauscht]] ist (siehe auch [[Warentausch]]), weil sie als Lebenswelt ununterscheidbar, also selbst austauschbar ist. Darin entsteht eine [[Kultur]] der Aufreizung, weil alles [[einverleibt]] und aufgezehrt wird, nur noch in einer sinnentleerten [[Form]] den Menschen nahe ist, weil nur noch [[Erlebnisse]] vom [[Leben]] zeugen (siehe auch [[Eventkultur]]), auch wenn sie nur noch [[repräsentieren]] künnen, was sie [[eigentlich]] sein sollen. Solche Kultur besteht als [[Kult]] der [[Eigentlichkeiten]] aus [[Reflexionen]] und [[Interpretationen]] von [[Ereignissen]], die sich aus dem [[Nichts]] herausstellen und herausbilden müssen. Es sind grundlos gewordene [[Lebensverhältnisse]] die ihren Sinn für das bloße Geschehen und Geschehenlassen verfüllen (siehe auch [[Kulturkonsum]]), indem sie ihn [[ausschließlich]] für sich und ausschließend gegen andere, sich im Wechsel erhalten, in der Abwechslung der [[Ereignisse]] [[repräsentieren]]. In [[zwischenmenschlichen Verhältnissen]] künnen hierüber Menschen einander im Widerschein ihrer [[Existenzen]] beflügeln, erbauen und ergützen (siehe auch [[heile Welt]]). Es ist eine Welt [[narzisstischer]] Beziehungen, in der sich die Repräsentationen aneinenader und durch einander repräsentieren, worin die Eine ihre Repräsentanz aus dem Reiz der Anderen bezieht, also entleerte [[Anwesenheiten]] wiedergibt und daher für einander beziehungslose [[Repräsentanzen]] sind, absurde Vergegenwärtigungen erstellen, die auch ihre Selbstwahrnehmung entstellen und [[pervertieren]]. Eine solche Welt ist voller [[Ereignisse]], die getrennt voneinenader auftreten, in keinem [[geschichtlichen]] Zusammenhang stehen, und daher [[Erlebnisse]] bieten, die ohne [[wirkliches]] [[Leben]], aber &#039;&#039;[[täuschend]] echt&#039;&#039; lebendig sind (siehe auch [[Eventkultur]]). Sie herrscht, wo nur noch bildhaftes herrscht, wo niemand &#039;&#039;sich kennt&#039;&#039; und sich daher auch nicht auskennen kann, daher jeder Mensch alles finden kann, was und wie er [[empfindet]] und sich [[fühlen]] kann, wie er [[will]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
An und für sich kann die [[Wahrnehmung]] nicht gegen sich selbst gerichtet sein. Wo aber der positive [[Schein]] der Welt sich als Lebenswelt eines [[ästhetischen Willens]] in seiner [[Verkehrung]] mächtig gemacht hat, wo er sein [[Heil]] in der Welt der [[zwischenmenschlichen Verhältnissen]] erfunden und gefunden hat (siehe hierzu auch [[heile Welt]]), da trägt er ein [[Bild]] der Vollendung fort, das eine [[Güte]] ihrer [[Ästhetik]] ausströmt, die nicht von dieser Welt des [[bewegten]], des tätigen [[Lebens]] (siehe auch [[Arbeit]]) sein kann. Er treibt die lebendige [[Wahrnehmung]] in die Krise einer allmächtigen [[Wahrheit]], die sich in der [[Sinnbildung]] der [[bürgerlichen Kultur]] dem entsprechend [[politisch]] gestaltet (siehe hierzu auch [[politische Kultur]]). Ihr [[Positivismus]] spaltet die [[Selbstwahrnehmung]] der Menschen in Freund und Feind und [[bestimmt]] die [[Formen]] der [[Kultur]] in ihren Lebensstrukturen und [[Ängsten]] (siehe hierzu auch [[Lebensangst]]) zwischen [[Macht]] und [[Ohnmacht]] der [[Selbstwahrnehmung]] (siehe hierzu auch [[Selbstveredelung]]). Sie [[zerteilt]] die [[Kulturen]] der [[Selbstbeziehung]] in politische Dispositionen und gründet gegensinnige [[Erkenntnisinteressen]], die sie in ihrer Aufmerksamkeit auch gegensinnig ausrichten (siehe hierzu auch [[Erkenntnistheorie]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es sind die [[Elemente]] des [[Daseins]] nicht mehr [[erkennbar]], weil sie nurmehr in ihren [[Medien]] (z.B. im Internet) sich abbilden und wo nurmehr ihre [[Aufregung]] herrscht, weil die [[Substanzen]] der [[Wirklichkeit]] [[unwirklich,]] nur in einem [[Bild]] von sich gegenwärtig sind. Da gibt es auch kein wirkliches Walten außerhalb der unzählichen Verwaltungen von [[Ereignissen]]: Keine wirkliche Welt, nur [[wesen]]loses Hin und Her, ein wechselseitig bespiegeln ohne [[Grund]] und [[Folge]] (siehe auch [[Narzissmus]]), ohne [[Ursachen]] aber voller [[Wirkungen]] in einer Fülle unentwegter Aktionen und [[Reaktionen]], tendenziell [[reaktionär]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[Ereignisse]] in einer Scheinwelt gestalten sich in den Lebensformen des [[Erlebens]], der [[Selbstwahrnehmungen]], worrin die [[Selbsgefühle]] aus der [[Ästhetik]] ihrer [[zwischenmenschlichen Verhältnisse]] gewonnen werden, um im [[Massengefühl]] den [[Sinn]] zu ersetzen, den sie nicht wirklich [[empfinden]] künnen. Was in wesenlosen [[Beziehungen]] nicht ist wird in den Selbstbespiegelungen ihrer Kultur, in [[narzisstischen]] Beziehungen zu einer eigenen Art von Welt, in der sich die Menschen verlieren, weil sie sich in ihrem Spiegelbild immer wieder neu finden und [[empfinden]] müssen (siehe hierzu auch [[prothetische Beziehung]]). Der [[Begriff]] [[Narzissmus]] gründet auf der griechischen Mythologie von Narziss, der sich in sein Spiegelbild verliebt hatte. Hier wird das als Strafe einer Schicksalsgüttin begriffen, wonach der allseits umworbene Jüngling Narziss, der aus Stolz auf seine Schünheit alle Verehrerinnen und Verehrer zurückgewiesen hatte, mit einer [[Liebe]] bestraft wurde, die unmüglich erfüllt werden kann. Die Schicksalsgüttin straft Narziss mit unstillbarer Selbstliebe. Er verliebte sich in sein eigenes Spiegelbild, das er im Wasser einer Quelle sieht; auch er kann das Objekt seiner Liebe nicht erreichen und verwandelt sich sterbend in eine schüne Blume, eben eine Narzisse.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Scheinwelt wird alles prominent, was darin häufig &#039;&#039;ins Auge fällt&#039;&#039;. Prominenz ist das Hervortreten eines Einzelnen aus einem Gemenge von vielem, das sich darin [[verallgemeinert]] sieht, ein Beispiel seiner selbst oder seiner [[Ideen]] oder [[Bedürfnisse]] oder [[Wünsche]] oder [[Bilder]] für sich kultiviert und im [[Kult]] [[idolisiert]] (siehe auch [[Fankult]]). Dieses Hervortreten findet allerdings nur in der [[Wahrnehmung]] statt, im reinen [[Quantum]] dessen, was sie in ihren Begegnungen für wahr nimmt, ganz gleich, was sie davon [[wahrhat]]. Es reflektiert sich darin alleine die [[Dichte]] von Vergegenwärtigungen einer [[Erscheinung]], die mit den [[Bedeutungen]] in der [[Wahrnehmung]] ganz getrennt von ihrer [[Wahrheit]] zusammenfallen, die damit diese allerdings auch bedeutungslos machen. Prominenz vollzieht die Totalissierung dieser Scheinwelt., in dieser Welt, worin alles wichtig und voller [[Bedeutung]] erscheint, weil es jedes [[Geltungsstreben]] zu befriedigen vermag, wenn es seinen [[Narzissmus]] &#039;&#039;füttert&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Scheinwelt ist eben eine [[Welt]], die eben nur zum [[Schein]] Welt ist, die als das, was sie als Welt sein soll, nur für sich und nur durch sich bestimmt ist und die durch das bloße [[Erleben]] der [[Ereignisse]], also ohne weltliche [[Wirkung]] und Wirklichkeit, ohne [[Gegenständlichkeit]] da ist. Es is eine Welt, die nicht [[wirklich]] [[wahr]] sein kann und als [[Wirklichkeit]] weltenlos ist, weil sie sich durch nichts wirklich [[verhält]] und sich auf nichts wirklich [[bezieht]], ihr nichts gegenüber steht und sie daher in ihrer Beziehungslosigkeit nur sich selbst gleichbleiben kann. Sie ist in ihrem [[Dasein]] [[beliebig]], endlos, [[unwirklich]], zwar voller [[Inhalte]], ober ohne [[Form]] für diese, sondern nur Form für sich. Es sind Inhalte, die keinen [[Grund]] haben, weil sie selbst nur ihrer [[Form]] entspringen, die für sich begründet [[erscheint]] (siehe [[Formbestimmung]]). Aber für sich und in [[Wirklichkeit]] handelt es sich dabei um eine [[Verkehrung]] von [[Form]] und [[Inhalt]], so dass in der Form konkret sinnlich die darin verkehrte Substanz [[abstrakt und allgemein]] wesentlich erscheint, als ein inhaltsleeres [[Wesen]] wirkt, als [[Abstraktionen]] einer [[Güte]], welche zwar [[qualitativ]] Wirkung hat, aber nicht wirklich ist. Weil sie [[substanziell]] eine [[Abstraktion]] darstellt, die gegen ihren Inhalt [[gleichgültig]] ist und ihn [[unwirklich]], seine [[Wirklichkeit]] [[nichtig]] macht, ihn im Grunde [[negiert]]., ist eine Scheinwelt als Verkehrung einer [[Welt]] zugleich immer auch für sich eine verkehrte Welt, eine Welt, in der sich alles selbst auch verkehrt verhalten muss. Es sind [[Verselbständigung]] eines [[Wesens]], das darin nur in seiner [[Verkehrung]] erscheinen kann. Hierin werden [[Wirkungen]] nur [[negativ]] erzeugt, also in der Abgrenzung zum Unguten, zum Schlechten, das dem Guten äußerlich, weil hiervon [[absolut]] [[getrennt]] ist und das Gute erst dadurch bestimmt ist, dass es Schlechtes gibt, dieses aber von sich ausschließt. Es ist die Welt der [[Moralisten]], der [[Selbstgerechtigkeit]] von Gutmenschen, die dadurch gute [[Gefühle]] haben, dass sie sich gut begründen können und dass sie deshalb auch im Grunde alles [[schön und gut finden]] können, auch wenn es schlecht ist oder gerade weil es so ist (siehe hierzu[[ästhetischer Wille]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Gute macht solche Welt zur [[heilen Welt]], die von außen, von [[fremden Kräften]] bedroht ist. Güte wird zur substanziellen Grundlage des Verhaltens, das als Maß der [[Lebenswerte]] fungiert. Sie finden diese in [[Eigenschaften]] aus einem [[Leben]], das der Scheinwelt [[einverleibt]] wird, die von aller [[Bedingung]] frei gestellt erscheint, unbedingt gelten soll, damit darin die Menschen für sich das positiv [[wahrnehmen]], was sie außer sich negativ [[wahrhaben]]. Das Maß der Scheinwelt ist die [[Idee]], nach welcher die [[Sinne]] einverleibt werden, welche die eigenen Lebenswerte nötig haben. Von daher erscheint solche Welt wie die Welt einer [[Ideologie]]. Aber diese Welt ist [[wirklich]]. Sie besteht aus dem [[Sinn]], der aus [[fremden]] [[Eigenschaften]] wirklich [[einverleibt]] ist und daher auch [[Wirkung]] hat ohne als Sinn wirklich zu sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Scheinwelt entsteht durch die Präformation, die [[Formbestimmung]] von [[zwischenmenschlichen Verhältnissen]] durch [[Lebenswerte]], die das Verhalten in einem bestimmten [[Lebensraum]] sortieren (z.B. als [[Familiensinn]]), um deren [[Idealisierung]] zu befördern und deren Beschränkungen durch fremde Einflüsse zu mindern, welche hierfür bedrohlich sind - und das ist fast alles Wirkliche. In einer Scheinwelt erscheint alles unwirkliche dadurch real, dass es in Gestalt von Menschen, von deren körperlichen Dasein vermittelt und durch deren [[Anwesenheit]] durch ihre symbiotischen [[Selbsbehauptung]] getragen ist. Für die Wirkungsmacht eine so erscheinenden Realität ist die [[Dichte]] der Begegnungen und der [[Ereignisse]] darin tragend.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was darin allerdings herrschend wird, ist die [[Notwendigkeit]] der Sortierung des Guten und des [[Bösen]] nach Maßgabe der Lebenswerte. Und die vollzieht sich in der Gewalt der Abhängigkeit vom Dabeisein, in der Notwendigkeit der Anwesenheit, die für Menschen nötig ist, die jenseits dieser Lebenwelt im [[Nichts]] verschwinden. Von daher steckt in jeder [[Lebensburg]] eine Scheinwelt. Das macht die [[Lebensangst]] darin aus. Ihre Welt ist bloße Gewalt der Anwenden als Walten im Widerschein eines [[Sinns]], der nicht sein kann. In ihr ist das Wahrnehmen eine auf sich selbst gründende [[Wahrheit]], die sich selbst aufhebt, weil ihre [[Empfindung]] daraus besteht, was sie wahrhat und was sie daraus macht, was sie also wahrmacht. Eine Scheinwelt ist kein [[notwendiger Schein]] gesellschaftlicher [[Beziehungen]], sondern wirkliche Erscheinungswelt sinnlicher Bezogenheiten, wahrgemachter [[Sinn]], der keinen Sinn hat, wirklich [[abstrakter Sinn]] als [[Wirkung]] eines [[Unsinn]] ist. Das Wahrmachen solcher Sinnlichkeit ist die Produktion einer Scheinwelt, in welcher Sinnliches voller Unsinn [[erscheint]]. Es ist darin nichts wirklich nötig, weil darin alles möglich erscheint. Wirkliche Not entsteht nur durch den Verlust der Scheinwelt überhaupt, dem Reservoir unendlich scheinender Möglichkeiten, wenn sie vergönnt werden. Es ist die Erscheinungswelt von [[Absichten]], welche in zwischenmenschlichen Verhältnissen wahrgemacht werden: Wirklichkeitsform der [[Seele]], seelisches [[Sein]], in welchem das [[Erkenntnis]]vermögen aufgehoben erscheint: Vollkommenheit des [[Selbstgefühls]]. Das ermöglicht zwar ein Leben in diesem Schein, enthebt aber den Sinn der Wahrnehmung seiner Wahrheit und führt zu einer Störung der Wahrnehmungsidentität, wenn er diese Scheinwelt verlässt (siehe [[Verdrängung]]). Nur in ihr wird er in den [[Gefühlen]] bestätigt, die er nötig hat: Selbstgefühle unendlicher Empfindsamkeit, Sinn aller Scheinhaftigkeiten, die so tief erscheinen, wie sie bezogen auf ihre Wahrheit, auf ihr ganzes geschichtliches Sein, flach sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Sinn einer Scheinwelt holt seine [[Kraft]] aus der Notwendigkeit einer Beziehung, die keinen Sinn hat (siehe auch [[Fetischismus]]), aber alle Sinne bestimmt (siehe [[Körperfetischismus]]). In der Not ihrer Abstraktheit ensteht abstrakte Sinnlichkeit dadurch, dass alles, was Sinn hat, sich in Gemeinschaft auflöst, um allem Sinn zu verleihen. Darin ist gesellschaftlicher Sinn sowohl aufgehoben wie auch einverleibt (siehe auch [[Kulturkonsum]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In einer Scheinwelt ist alles da, was für das Sein nötig ist, auch wenn ihr Dasein die Umkehrung ihres wesentlichen Seins ausmacht. Sie funktioniert nur dadurch, dass sie im Einzelnen gibt, was sie allgemein nimmt, dass sie Bedürfnisse befriedigt, indem sie Bedarf aufhebt, Sinn vermittelt, indem sie Erkenntnis aufhebt usw.. Es ist die Lebensform einer [[Täuschung]], die daraus besteht, dass alles für etwas anderes da ist, als was es zu sein scheint, dass im einzelnen wahr ist, was allgemein nicht stimmen kann, was aber allgemein ungeheuerliche Not aufkommen ließe, wenn es nicht da wäre. So verbirgt jede Scheinwelt eine [[Lebensangst]], die innerhalb ihrer [[Beziehungen]] Vernichtungsangst auslöst, wenn [[Positionen]] mächtig werden, welche darin als wirkliche Beziehung herrschen, also den Schein dieser Welt wirklich beherrschen. Für sich sind diese Beziehungen ohnmächtig, weil sie keinen Sinn haben, aber als [[prothetische Beziehung]] Sinn machen für eine Beziehung in fortwärender Nichtigkeit, die sich an allen Stoffen forttreibt, die darin einverleibt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Subjektiv ist jeder Mensch in der Lage, sich von Scheinwelten zu trennen, sobald er eine Welt gefunden hat, in der seine Beziehungen wirklich vorkommen können. Aber es gibt viele [[objektive Gefühle]], die ihn an Scheinwelten auch subjektiv binden können. Oft ist es die objektive Einfalt (s.a. [[Kitsch]]), welche eine Scheinwelt subjektiv zusammenhält und ihren [[Schmerz]] darin erstickt. In der Sehnsucht hält sich die [[Täuschung]] unendlich und treibt ihre Blüten in [[Zuständen]] der [[Seele]], die sich ihrer [[Enttäuschung]] noch nicht gewiss ist, weil und solange sie ihre [[Absicht]], ihre [[Liebe]] zur [[Idee]] nicht aufgeben kann.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Wolfram</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://kulturkritik.net/mediawiki/index.php?title=Scheinwelt&amp;diff=11553</id>
		<title>Scheinwelt</title>
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		<updated>2026-05-26T05:54:46Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Wolfram: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;Alles aber (...) ist jetzt ultra, alles transzendiert unaufhaltsam, im Denken wie im Tun. Niemand kennt sich mehr, niemand begreift das Element, worin er schwebt und wirkt, niemand den Stoff, den er bearbeitet. (...) Junge Leute werden viel zu früh aufgeregt und dann im Zeitstrudel fortgerissen. Reichtum und Schnelligkeit ist, was die Welt bewundert und wonach jeder strebt; Eisenbahnen, Schnellposten, Dampfschiffe und alle mögliche Fazilitäten der Kommunikation (...). Wir werden, mit vielleicht noch wenigen, die Letzten sein einer Epoche, die sobald nicht wiederkehrt. (Johann Wolfgang Goethe, Brief an Zelter vom 6.6.1825)&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Scheinwelt ist eine Welt, worin das Scheinbare (siehe [[Schein]]) [[wesentlich]] erscheint, als eine [[Erscheinung]]) des Zusammenhangs der Scheinbarkeiten [[wahrgehabt]]) wird (siehe [[Phänomenologie]]) und worin daher alles durch seine [[Widersinnigkeiten]] [[entwirklicht]] ist und in der [[Entwirklichung]] wesentlich gilt, weil darin [[Schein]] und [[Wesen]] in ihrer Scheinbarkeit [[verkehrt]] vereint (siehe [[Fetisch]] wird. Darin [[verallgemeinert]] sich vor allem die [[Beliebigkeit]] in der [[Unwirklichkeit]] einer fremd scheinenden [[Macht]] (siehe auch [[Entfremdung]]), worin ein [[allgemeines]] [[Dazwischenseins]] auf das [[Wirkliche]] [[wirkt]], sein [[abstraktes]] [[Anderssein]] darin durch seine [[Abwesenheit]] [[bestimmt]] (siehe hierzu auch [[Abstraktionskraft]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wo [[Geld]] als [[Geldbesitz]] [[selbstständig]] und also [[abstrakt]] gegen die [[Inhalte]] der [[Gebrauchswerte]] auftritt [[verkehrt]] sich über die [[Ohnmacht]] der [[gesellschaftlich]] nur [[abstrakt]] verbleibenden [[Gebrauchswerte]] zu einer [[gesellschaftliche]] [[Macht]] des [[Geldes]] und macht die Geldform zum [[Subjekt]] aller [[Warentausche]] und deren [[Täuschungen]] durch ihre [[allgemeine Wertform]], die die [[Form]] ihrer an sich [[gleichgültigen]] Vergleiche und Gleichsetzungen, ihrer [[Äquivalentform]] ist (siehe hierzu [[Warenfetischismus]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;Die erste Eigentümlichkeit, die bei Betrachtung der Äquivalentform auffällt, ist diese: Gebrauchswert wird zur Erscheinungsform seines Gegenteils, des Werts. Die Naturalform der Ware wird zur Wertform. [[(MEW 23, S. 70f)]]&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;Es ist ... eine zweite Eigentümlichkeit der Äquivalentform, daß konkrete Arbeit zur Erscheinungsform ihres Gegenteils, abstrakt menschlicher Arbeit wird. [[(MEW 23, S. 70f)]]&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;Es ist ... eine dritte Eigentümlichkeit der Äquivalentform, daß Privatarbeit zur Form ihres Gegenteils wird, zu Arbeit in unmittelbar gesellschaftlicher Form. [[(MEW 23, S. 70f)]]&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In einer [[Scheinwelt]] herrscht das Scheinbare, das [[Beliebige]], der [[Schein]] des Anscheins schlechthin, ein Reflex der Sinnlosigkeit, der die [[Wahrnehmung]] [[entwirklicht]] und [[mystifiziert]] (siehe auch [[Fetischismus]]). Darin hat [[nichts]] [[wirkliche]] [[Substanz]] und das macht alles [[unheimlich]]. Scheinwelt ist eine Welt, in der sich die [[substanziellen]] [[Beziehungen]] in ihrer [[Allgemeinheit]] wechselseitig [[aufheben]], sich an einander und durch einander [[entwirklichen]], weil sie keine [[Form]] ihrer [[Verallgemeinerung]] [[erkennen]] können, sich deshalb gegenseitig [[nichten]]. Sie ist eine Welt, worin z.B. der [[Schein]] einer allseitigen [[Nützlichkeit]] herrscht (siehe auch [[Opportunismus]]), weil der [[Nutzen]] die [[Objektivität]] des Gebrauchs (siehe auch [[Gebrauchswert]]) und also auch des Verbrauchs, die Verfügung über dessen [[Sache]] und Menschen zu ihrer [[Nichtung]] treibt. Sie sind als [[Zweck]] und [[Mittel]] zugleich das [[Material]] ihrer [[Vermittlung]] und lösen sich darin selbst durch ihre gegenseitige Besessenheit auf. Wo Menschen oder Sachen nur für sich benutzt werden, ist das [[Subjekt]] ihrer [[Nutzung]] selbst besessen und also zugleich [[Objekt]] seiner [[Lebensverhältnisse]] (siehe hierzu [[Zwischenmenschlichkeit]]). Von daher ist Nutzen ein Herrschaftsbegriff (siehe hierzu auch [[Nützlichkeit]]), auch wenn er wechselseitig, also in [[wirklichen]] [[Verhältnissen]] [[objektiviert]] ist. In der wechselseitigen Vernutzung verliert allerdings jeder [[Gegenstand]] - auch ein Mensch – seine [[Wirklichkeit]], wird selbst [[unwirklich]] durch seine [[Entgegenständlichung]]. So auch im [[Nutzen]] [[zwischenmenschlicher Beziehungen]]: Wenn der Eine den Anderen benutzt und ihn für sich nutzt, wird er zugleich von ihm vernutzt, als [[Subjekt]] unterliegt er seiner eigenen [[Objektivität]] im Nutzen seiner [[Lebensverhältnissen]] (siehe hierzu auch [[Selbstentfremdung]]). Und so heben beide sich in ihren wechselseitigen [[Wirkungen]] ihrer [[Subjektivität]], in ihrer wechselseitigen [[Negation]] durch die [[objektive]] [[Wirklichkeit]] ihrer Vernutzung auf (siehe [[Entwirklichung]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In einer [[Scheinwelt]] herrscht daher das das Scheinbare, der [[Widerschein]] des Anscheins schlechthin. Darin hat nichts [[wirkliche]] [[Substanz]]. Darin überlagern sich die [[Eindrücke]] [[beliebiger]] [[Gefühle]], die durch [[Ereignisproduktion]] erzeugt und [[befriedet]] werden, weil sie keinen [[eigenen]] [[Ausdruck]] mehr darstellen. Aber sie kultivieren zugleich eine Welt [[isolierter]] [[Empfindungen]], [[reproduzieren]] verlassene Seelen und verengen die [[Wahrheit]] ihrer [[Wahrnehmungen]] (siehe [[Angst]]), töten sie durch ihre [[Lebensangst]] (siehe [[tote Wahrnehmung]]) und [[verwahrlosen]] daran (siehe auch [[Dekadenz]]). Schließlich kehren sie ihren [[Sinn]] gegen ihre [[Kultur]], [[trennen]] ihren [[Leib]] von ihrer [[Seele]] und [[pervertieren]] sich selbst zu einem Zwang [[entäußerter]] [[Wahrheit]] (siehe hierzu auch [[Perversion]]). So erscheint Geld nicht mehr als reine Vermittler des Warentauschs, sonder als dessen Subjekt. Der Schein verwesentlicht sich gegen seine wahre Wertsubstanz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;In der Tat wird der Wert hier das Subjekt eines Prozesses, worin er unter dem beständigen Wechsel der Formen von Geld und Ware seine Größe selbst verändert, sich als Mehrwert von sich selbst als ursprünglichem Wert abstößt, sich selbst verwertet. Denn die Bewegung, worin er Mehrwert zusetzt, ist seine eigne Bewegung, seine Verwertung also Selbstverwertung. Er hat die okkulte Qualität erhalten, Wert zu setzen, weil er Wert ist. Er wirft lebendige Junge oder legt wenigstens goldne Eier.&#039;&#039; (MEW 23, S. 169) &amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Scheinwelt stellt also eine [[Welt]] dar, worin der [[Schein]] herrscht, indem er sich unentwegt durch das Scheinbare bestätigt und verdoppelt. Es ist eine Welt, worin die [[Formen]] des Anscheins zum wesentlichen [[Inhalt]] ihrer [[zwischenmenschlichen Beziehungen]] geworden ist, eine Welt, deren [[Wesen]] [[abwesend]], bloßer [[Fetisch]] ist (siehe auch [[Warenfetischismus]]). in der das Original durch die Kopie [[vertauscht]] ist (siehe auch [[Warentausch]]), weil sie als Lebenswelt ununterscheidbar, also selbst austauschbar ist. Darin entsteht eine [[Kultur]] der Aufreizung, weil alles [[einverleibt]] und aufgezehrt wird, nur noch in einer sinnentleerten [[Form]] den Menschen nahe ist, weil nur noch [[Erlebnisse]] vom [[Leben]] zeugen (siehe auch [[Eventkultur]]), auch wenn sie nur noch [[repräsentieren]] künnen, was sie [[eigentlich]] sein sollen. Solche Kultur besteht als [[Kult]] der [[Eigentlichkeiten]] aus [[Reflexionen]] und [[Interpretationen]] von [[Ereignissen]], die sich aus dem [[Nichts]] herausstellen und herausbilden müssen. Es sind grundlos gewordene [[Lebensverhältnisse]] die ihren Sinn für das bloße Geschehen und Geschehenlassen verfüllen (siehe auch [[Kulturkonsum]]), indem sie ihn [[ausschließlich]] für sich und ausschließend gegen andere, sich im Wechsel erhalten, in der Abwechslung der [[Ereignisse]] [[repräsentieren]]. In [[zwischenmenschlichen Verhältnissen]] künnen hierüber Menschen einander im Widerschein ihrer [[Existenzen]] beflügeln, erbauen und ergützen (siehe auch [[heile Welt]]). Es ist eine Welt [[narzisstischer]] Beziehungen, in der sich die Repräsentationen aneinenader und durch einander repräsentieren, worin die Eine ihre Repräsentanz aus dem Reiz der Anderen bezieht, also entleerte [[Anwesenheiten]] wiedergibt und daher für einander beziehungslose [[Repräsentanzen]] sind, absurde Vergegenwärtigungen erstellen, die auch ihre Selbstwahrnehmung entstellen und [[pervertieren]]. Eine solche Welt ist voller [[Ereignisse]], die getrennt voneinenader auftreten, in keinem [[geschichtlichen]] Zusammenhang stehen, und daher [[Erlebnisse]] bieten, die ohne [[wirkliches]] [[Leben]], aber &#039;&#039;[[täuschend]] echt&#039;&#039; lebendig sind (siehe auch [[Eventkultur]]). Sie herrscht, wo nur noch bildhaftes herrscht, wo niemand &#039;&#039;sich kennt&#039;&#039; und sich daher auch nicht auskennen kann, daher jeder Mensch alles finden kann, was und wie er [[empfindet]] und sich [[fühlen]] kann, wie er [[will]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
An und für sich kann die [[Wahrnehmung]] nicht gegen sich selbst gerichtet sein. Wo aber der positive [[Schein]] der Welt sich als Lebenswelt eines [[ästhetischen Willens]] in seiner [[Verkehrung]] mächtig gemacht hat, wo er sein [[Heil]] in der Welt der [[zwischenmenschlichen Verhältnissen]] erfunden und gefunden hat (siehe hierzu auch [[heile Welt]]), da trägt er ein [[Bild]] der Vollendung fort, das eine [[Güte]] ihrer [[Ästhetik]] ausströmt, die nicht von dieser Welt des [[bewegten]], des tätigen [[Lebens]] (siehe auch [[Arbeit]]) sein kann. Er treibt die lebendige [[Wahrnehmung]] in die Krise einer allmächtigen [[Wahrheit]], die sich in der [[Sinnbildung]] der [[bürgerlichen Kultur]] dem entsprechend [[politisch]] gestaltet (siehe hierzu auch [[politische Kultur]]). Ihr [[Positivismus]] spaltet die [[Selbstwahrnehmung]] der Menschen in Freund und Feind und [[bestimmt]] die [[Formen]] der [[Kultur]] in ihren Lebensstrukturen und [[Ängsten]] (siehe hierzu auch [[Lebensangst]]) zwischen [[Macht]] und [[Ohnmacht]] der [[Selbstwahrnehmung]] (siehe hierzu auch [[Selbstveredelung]]). Sie [[zerteilt]] die [[Kulturen]] der [[Selbstbeziehung]] in politische Dispositionen und gründet gegensinnige [[Erkenntnisinteressen]], die sie in ihrer Aufmerksamkeit auch gegensinnig ausrichten (siehe hierzu auch [[Erkenntnistheorie]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es sind die [[Elemente]] des [[Daseins]] nicht mehr [[erkennbar]], weil sie nurmehr in ihren [[Medien]] (z.B. im Internet) sich abbilden und wo nurmehr ihre [[Aufregung]] herrscht, weil die [[Substanzen]] der [[Wirklichkeit]] [[unwirklich,]] nur in einem [[Bild]] von sich gegenwärtig sind. Da gibt es auch kein wirkliches Walten außerhalb der unzählichen Verwaltungen von [[Ereignissen]]: Keine wirkliche Welt, nur [[wesen]]loses Hin und Her, ein wechselseitig bespiegeln ohne [[Grund]] und [[Folge]] (siehe auch [[Narzissmus]]), ohne [[Ursachen]] aber voller [[Wirkungen]] in einer Fülle unentwegter Aktionen und [[Reaktionen]], tendenziell [[reaktionär]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[Ereignisse]] in einer Scheinwelt gestalten sich in den Lebensformen des [[Erlebens]], der [[Selbstwahrnehmungen]], worrin die [[Selbsgefühle]] aus der [[Ästhetik]] ihrer [[zwischenmenschlichen Verhältnisse]] gewonnen werden, um im [[Massengefühl]] den [[Sinn]] zu ersetzen, den sie nicht wirklich [[empfinden]] künnen. Was in wesenlosen [[Beziehungen]] nicht ist wird in den Selbstbespiegelungen ihrer Kultur, in [[narzisstischen]] Beziehungen zu einer eigenen Art von Welt, in der sich die Menschen verlieren, weil sie sich in ihrem Spiegelbild immer wieder neu finden und [[empfinden]] müssen (siehe hierzu auch [[prothetische Beziehung]]). Der [[Begriff]] [[Narzissmus]] gründet auf der griechischen Mythologie von Narziss, der sich in sein Spiegelbild verliebt hatte. Hier wird das als Strafe einer Schicksalsgüttin begriffen, wonach der allseits umworbene Jüngling Narziss, der aus Stolz auf seine Schünheit alle Verehrerinnen und Verehrer zurückgewiesen hatte, mit einer [[Liebe]] bestraft wurde, die unmüglich erfüllt werden kann. Die Schicksalsgüttin straft Narziss mit unstillbarer Selbstliebe. Er verliebte sich in sein eigenes Spiegelbild, das er im Wasser einer Quelle sieht; auch er kann das Objekt seiner Liebe nicht erreichen und verwandelt sich sterbend in eine schüne Blume, eben eine Narzisse.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Scheinwelt wird alles prominent, was darin häufig &#039;&#039;ins Auge fällt&#039;&#039;. Prominenz ist das Hervortreten eines Einzelnen aus einem Gemenge von vielem, das sich darin [[verallgemeinert]] sieht, ein Beispiel seiner selbst oder seiner [[Ideen]] oder [[Bedürfnisse]] oder [[Wünsche]] oder [[Bilder]] für sich kultiviert und im [[Kult]] [[idolisiert]] (siehe auch [[Fankult]]). Dieses Hervortreten findet allerdings nur in der [[Wahrnehmung]] statt, im reinen [[Quantum]] dessen, was sie in ihren Begegnungen für wahr nimmt, ganz gleich, was sie davon [[wahrhat]]. Es reflektiert sich darin alleine die [[Dichte]] von Vergegenwärtigungen einer [[Erscheinung]], die mit den [[Bedeutungen]] in der [[Wahrnehmung]] ganz getrennt von ihrer [[Wahrheit]] zusammenfallen, die damit diese allerdings auch bedeutungslos machen. Prominenz vollzieht die Totalissierung dieser Scheinwelt., in dieser Welt, worin alles wichtig und voller [[Bedeutung]] erscheint, weil es jedes [[Geltungsstreben]] zu befriedigen vermag, wenn es seinen [[Narzissmus]] &#039;&#039;füttert&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Scheinwelt ist eben eine [[Welt]], die eben nur zum [[Schein]] Welt ist, die als das, was sie als Welt sein soll, nur für sich und nur durch sich bestimmt ist und die durch das bloße [[Erleben]] der [[Ereignisse]], also ohne weltliche [[Wirkung]] und Wirklichkeit, ohne [[Gegenständlichkeit]] da ist. Es is eine Welt, die nicht [[wirklich]] [[wahr]] sein kann und als [[Wirklichkeit]] weltenlos ist, weil sie sich durch nichts wirklich [[verhält]] und sich auf nichts wirklich [[bezieht]], ihr nichts gegenüber steht und sie daher in ihrer Beziehungslosigkeit nur sich selbst gleichbleiben kann. Sie ist in ihrem [[Dasein]] [[beliebig]], endlos, [[unwirklich]], zwar voller [[Inhalte]], ober ohne [[Form]] für diese, sondern nur Form für sich. Es sind Inhalte, die keinen [[Grund]] haben, weil sie selbst nur ihrer [[Form]] entspringen, die für sich begründet [[erscheint]] (siehe [[Formbestimmung]]). Aber für sich und in [[Wirklichkeit]] handelt es sich dabei um eine [[Verkehrung]] von [[Form]] und [[Inhalt]], so dass in der Form konkret sinnlich die darin verkehrte Substanz [[abstrakt und allgemein]] wesentlich erscheint, als ein inhaltsleeres [[Wesen]] wirkt, als [[Abstraktionen]] einer [[Güte]], welche zwar [[qualitativ]] Wirkung hat, aber nicht wirklich ist. Weil sie [[substanziell]] eine [[Abstraktion]] darstellt, die gegen ihren Inhalt [[gleichgültig]] ist und ihn [[unwirklich]], seine [[Wirklichkeit]] [[nichtig]] macht, ihn im Grunde [[negiert]]., ist eine Scheinwelt als Verkehrung einer [[Welt]] zugleich immer auch für sich eine verkehrte Welt, eine Welt, in der sich alles selbst auch verkehrt verhalten muss. Es sind [[Verselbständigung]] eines [[Wesens]], das darin nur in seiner [[Verkehrung]] erscheinen kann. Hierin werden [[Wirkungen]] nur [[negativ]] erzeugt, also in der Abgrenzung zum Unguten, zum Schlechten, das dem Guten äußerlich, weil hiervon [[absolut]] [[getrennt]] ist und das Gute erst dadurch bestimmt ist, dass es Schlechtes gibt, dieses aber von sich ausschließt. Es ist die Welt der [[Moralisten]], der [[Selbstgerechtigkeit]] von Gutmenschen, die dadurch gute [[Gefühle]] haben, dass sie sich gut begründen können und dass sie deshalb auch im Grunde alles [[schön und gut finden]] können, auch wenn es schlecht ist oder gerade weil es so ist (siehe hierzu[[ästhetischer Wille]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Gute macht solche Welt zur [[heilen Welt]], die von außen, von [[fremden Kräften]] bedroht ist. Güte wird zur substanziellen Grundlage des Verhaltens, das als Maß der [[Lebenswerte]] fungiert. Sie finden diese in [[Eigenschaften]] aus einem [[Leben]], das der Scheinwelt [[einverleibt]] wird, die von aller [[Bedingung]] frei gestellt erscheint, unbedingt gelten soll, damit darin die Menschen für sich das positiv [[wahrnehmen]], was sie außer sich negativ [[wahrhaben]]. Das Maß der Scheinwelt ist die [[Idee]], nach welcher die [[Sinne]] einverleibt werden, welche die eigenen Lebenswerte nötig haben. Von daher erscheint solche Welt wie die Welt einer [[Ideologie]]. Aber diese Welt ist [[wirklich]]. Sie besteht aus dem [[Sinn]], der aus [[fremden]] [[Eigenschaften]] wirklich [[einverleibt]] ist und daher auch [[Wirkung]] hat ohne als Sinn wirklich zu sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Scheinwelt entsteht durch die Präformation, die [[Formbestimmung]] von [[zwischenmenschlichen Verhältnissen]] durch [[Lebenswerte]], die das Verhalten in einem bestimmten [[Lebensraum]] sortieren (z.B. als [[Familiensinn]]), um deren [[Idealisierung]] zu befördern und deren Beschränkungen durch fremde Einflüsse zu mindern, welche hierfür bedrohlich sind - und das ist fast alles Wirkliche. In einer Scheinwelt erscheint alles unwirkliche dadurch real, dass es in Gestalt von Menschen, von deren körperlichen Dasein vermittelt und durch deren [[Anwesenheit]] durch ihre symbiotischen [[Selbsbehauptung]] getragen ist. Für die Wirkungsmacht eine so erscheinenden Realität ist die [[Dichte]] der Begegnungen und der [[Ereignisse]] darin tragend.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was darin allerdings herrschend wird, ist die [[Notwendigkeit]] der Sortierung des Guten und des [[Bösen]] nach Maßgabe der Lebenswerte. Und die vollzieht sich in der Gewalt der Abhängigkeit vom Dabeisein, in der Notwendigkeit der Anwesenheit, die für Menschen nötig ist, die jenseits dieser Lebenwelt im [[Nichts]] verschwinden. Von daher steckt in jeder [[Lebensburg]] eine Scheinwelt. Das macht die [[Lebensangst]] darin aus. Ihre Welt ist bloße Gewalt der Anwenden als Walten im Widerschein eines [[Sinns]], der nicht sein kann. In ihr ist das Wahrnehmen eine auf sich selbst gründende [[Wahrheit]], die sich selbst aufhebt, weil ihre [[Empfindung]] daraus besteht, was sie wahrhat und was sie daraus macht, was sie also wahrmacht. Eine Scheinwelt ist kein [[notwendiger Schein]] gesellschaftlicher [[Beziehungen]], sondern wirkliche Erscheinungswelt sinnlicher Bezogenheiten, wahrgemachter [[Sinn]], der keinen Sinn hat, wirklich [[abstrakter Sinn]] als [[Wirkung]] eines [[Unsinn]] ist. Das Wahrmachen solcher Sinnlichkeit ist die Produktion einer Scheinwelt, in welcher Sinnliches voller Unsinn [[erscheint]]. Es ist darin nichts wirklich nötig, weil darin alles möglich erscheint. Wirkliche Not entsteht nur durch den Verlust der Scheinwelt überhaupt, dem Reservoir unendlich scheinender Möglichkeiten, wenn sie vergönnt werden. Es ist die Erscheinungswelt von [[Absichten]], welche in zwischenmenschlichen Verhältnissen wahrgemacht werden: Wirklichkeitsform der [[Seele]], seelisches [[Sein]], in welchem das [[Erkenntnis]]vermögen aufgehoben erscheint: Vollkommenheit des [[Selbstgefühls]]. Das ermöglicht zwar ein Leben in diesem Schein, enthebt aber den Sinn der Wahrnehmung seiner Wahrheit und führt zu einer Störung der Wahrnehmungsidentität, wenn er diese Scheinwelt verlässt (siehe [[Verdrängung]]). Nur in ihr wird er in den [[Gefühlen]] bestätigt, die er nötig hat: Selbstgefühle unendlicher Empfindsamkeit, Sinn aller Scheinhaftigkeiten, die so tief erscheinen, wie sie bezogen auf ihre Wahrheit, auf ihr ganzes geschichtliches Sein, flach sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Sinn einer Scheinwelt holt seine [[Kraft]] aus der Notwendigkeit einer Beziehung, die keinen Sinn hat (siehe auch [[Fetischismus]]), aber alle Sinne bestimmt (siehe [[Körperfetischismus]]). In der Not ihrer Abstraktheit ensteht abstrakte Sinnlichkeit dadurch, dass alles, was Sinn hat, sich in Gemeinschaft auflöst, um allem Sinn zu verleihen. Darin ist gesellschaftlicher Sinn sowohl aufgehoben wie auch einverleibt (siehe auch [[Kulturkonsum]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In einer Scheinwelt ist alles da, was für das Sein nötig ist, auch wenn ihr Dasein die Umkehrung ihres wesentlichen Seins ausmacht. Sie funktioniert nur dadurch, dass sie im Einzelnen gibt, was sie allgemein nimmt, dass sie Bedürfnisse befriedigt, indem sie Bedarf aufhebt, Sinn vermittelt, indem sie Erkenntnis aufhebt usw.. Es ist die Lebensform einer [[Täuschung]], die daraus besteht, dass alles für etwas anderes da ist, als was es zu sein scheint, dass im einzelnen wahr ist, was allgemein nicht stimmen kann, was aber allgemein ungeheuerliche Not aufkommen ließe, wenn es nicht da wäre. So verbirgt jede Scheinwelt eine [[Lebensangst]], die innerhalb ihrer [[Beziehungen]] Vernichtungsangst auslöst, wenn [[Positionen]] mächtig werden, welche darin als wirkliche Beziehung herrschen, also den Schein dieser Welt wirklich beherrschen. Für sich sind diese Beziehungen ohnmächtig, weil sie keinen Sinn haben, aber als [[prothetische Beziehung]] Sinn machen für eine Beziehung in fortwärender Nichtigkeit, die sich an allen Stoffen forttreibt, die darin einverleibt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Subjektiv ist jeder Mensch in der Lage, sich von Scheinwelten zu trennen, sobald er eine Welt gefunden hat, in der seine Beziehungen wirklich vorkommen können. Aber es gibt viele [[objektive Gefühle]], die ihn an Scheinwelten auch subjektiv binden können. Oft ist es die objektive Einfalt (s.a. [[Kitsch]]), welche eine Scheinwelt subjektiv zusammenhält und ihren [[Schmerz]] darin erstickt. In der Sehnsucht hält sich die [[Täuschung]] unendlich und treibt ihre Blüten in [[Zuständen]] der [[Seele]], die sich ihrer [[Enttäuschung]] noch nicht gewiss ist, weil und solange sie ihre [[Absicht]], ihre [[Liebe]] zur [[Idee]] nicht aufgeben kann.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Wolfram</name></author>
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		<id>https://kulturkritik.net/mediawiki/index.php?title=Kulturkritik&amp;diff=11552</id>
		<title>Kulturkritik</title>
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		<updated>2026-05-26T05:44:18Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Wolfram: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;Seitdem der materielle Reichtum, diese Summe der Erzeugnisse produktiver menschlicher Arbeit, im Geld seinen abstrakten, anonymen Repräsentanten gefunden hat, seitdem der unmittelbare Zweck der produktiven Arbeit nicht mehr die Vermehrung des dinglichen Reichtums, die Herstellung von Gütern, sondern diese nur Mittel zu einem weiteren eigentlichen Zweck: der Vermehrung von Geldreichtum geworden ist, seitdem es genügt, Geld zu besitzen, um reicher werden zu können- seither hat das Reichwerden im engeren, materiellen Sinne aufgehört, notwendig auch ein Reicherwerden im geistigen, kulturellen Sinne nach sich zu ziehen. [[(MEW 23, S. 674)]]&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kulturkritik]] ist die [[Kritik]] der [[Scheinwelten]] bei der [[Sinnbildung]] einer [[Kultur]] des [[Kapitals]] (siehe auch [[Kapitalfetisch]], an der [[Entfremdung]] der [[gesellschaftlichen]] [[Substanz]] dessen, was den organischen [[Reichtum]] der Menschen darstellt, und durch die [[abstrakte Allgemeinheit]] ihrer [[Formbestimmtheit]] den Anschein eines menschlichen [[Reichtum]] [[vermittelt]] und im [[Schein]] und getrennt von den Beziehungen in ihren wirklichen Verhältnissen kultiviert. Kulturkritik ist die [[Kritik]] eines [[gesellschaftlichen]] Unvermögens einer in ihrer [[Wirklichkeit]] [[widersinnigen]] [[Kultur]] des [[Geldes]], an einer [[gesellschaftlichen]] Substanzlosigkeit des [[Geldbesitzes]], wie diese sich in den [[Institutionen]] einer [[Kultur]] [[entäußerter]] [[Existenzformen]] ihrer [[zwischenmenschlichen Verhältnisse]] darstellt, worin sich die Menschen selbst als das [[Material]] im Ausmaß ihrer gesellschaftlichen [[Bezogenheit]] [[wahr]] machen und [[wahrnehmen]] (siehe hierzu [[zwischenmenschliche Beziehung]]). Kulturkritik ist also nicht einfach nur [[kritische]] [[Philosophie]] und auch nicht einfach [[kritische Theorie]], sondern vor allem eine [[Kritik]] des [[Unsinns]] einer [[Macht]] der [[Sinnbildung]], die in der [[unmittelbar]] [[gesellschaftlichen]] [[Wahrnehmung]], in den toten Wahrnehmungen [[zwischenmenschlicher Beziehungen]] einer bestimmten [[Kultur]] der Menschen in einem bestimmten [[Lebensraum]] beherrscht&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Macht]] entsteht, wo [[Ohnmacht]] herrscht – eben als [[politische]][[Macht]], wo sie [[allen gemein]], die [[Allgemeinheit]] also als [[politische]] [[Macht]] herrscht – ganz gleich ob diese Herrschaft [[sachlich]] oder [[ideologisch]] bestimmt auftritt. [[Recht]] kann aber nur [[wahr]] sein, wo es sich gegen Unrecht [[verhalten]] kann. Was nötig ist das fügt sich auch ohne [[objektiv]] [[notwendig]] zu sein. Und was [[subjektiv]] nötig ist, ist die [[Freiheit]] sich ohne [[Not]] hiergegen zu [[entscheiden]]. Die [[Geschichte]] erweist sich als ihr [[gesellschaftliches]] Produkt – [[Gesellschaft]] als vergegenständlichte [[Freiheit]] der [[Entscheidungen]] über das, was den Menschen nötig ist, ohne [[subjektiv]] [[notwendig]] zu sein. Und das bildet auch ohne [[Not]] immer wieder das [[Eigene]] aus dem [[Fremden]], weil sich [[lebendige]] [[Geschichte]] zwischen [[Subjekten]] und [[Objekten]] [[bewegt]], soweit sich das [[Fremde]] nicht selbst aus den [[Objekten]] bestimmt. [[Macht]] an sich ist dabei unnötig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es geht bei der [[Analyse]] jener [[Macht]] um das, worin die Menschen sich selbst als das [[Material]] ihrer [[Verhältnisse]] für [[wahr]] nehmen, worin sie der [[politischen]] [[Logik]] ihrer [[Selbstwahrnehmungen]], dem [[ästhetischen Willen]] ihrer [[zwischenmenschlichen Verhältnisse]], der gemeinen [[Macht]] der [[Zwischenmenschlichkeit]] ihrer [[unmittelbaren]] [[Lebensverhältnisse]] unterworfen sind. Durch dessen [[Kulte]] und [[Sitten]] im [[Erleben]] und [[Leiden]] in und an ihren [[zwischenmenschlichen Beziehungen]] wird ihre [[Selbstwahrnehmung]] der [[Logik]] ihrer wechselseitigen [[Einverleibungen]] im [[Nutzen]] eines [[allen gemeinen]] [[Verhaltens]] entstellt und im Großen und [[Ganzen]] einer [[abstrakten]] [[Gemeinsinnigkeit]] [[gleichgeschaltet]]. Von daher ist es nötig, den [[Unsinn]] einer [[politischen Kultur]] durch das [[Begreifen]] und Zutrauen in die [[Wahrheit]] der [[eigenen]] [[Wahrnehmung]] zu [[empfinden]], um ihren [[politischen]] [[Verallgemeinerungen]] zu entkommen bzw. diese [[aufzuheben]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im [[Dazwischensein]] der gemeinen [[gesellschaftlichen]] [[Macht]], in der [[Zwischenmenschlichkeit]] ihrer [[unmittelbaren]] [[Lebensverhältnisse]] [[begründen]] und vollziehen die Menschen den [[Zwiespalt]] ihrer [[zwischenmenschlichen Verhältnisse]] die sie im [[Erleben]] und [[Leiden]] in und an ihren Selbstwahrnehmungen in ihren [[zwischenmenschlichen Beziehungen]]. Über deren [[Kulte]] und [[Sitten]] [[erfahren]] sie ihren [[Klassengegensatz]] in einem schrankenlosen [[Geltungsbedürfnis]]. Darin wird ihre [[Selbstwahrnehmung]] der [[Logik]] einer [[Selbstverwertung]] ihrer wechselseitigen [[Einverleibungen]] im [[Nutzen]] eines [[allen gemeinen]] [[Verhaltens]] entstellt und im Großen und [[Ganzen]] einer [[abstrakten]] [[Gemeinsinnigkeit]] [[gleichgeschaltet]]. Von daher ist es nötig, den [[Unsinn]] einer [[politischen Kultur]] durch das [[Begreifen]] und Zutrauen in die [[Wahrheit]] der [[eigenen]] [[Wahrnehmung]] zu [[empfinden]], um ihren [[politischen]] [[Verallgemeinerungen]] zu entkommen bzw. diese [[aufzuheben]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Doch [[Macht]] kann durch [[Täuschung]] erzeugt werden, wo die [[Verhältnisse]] selbst zwischen Subjekt und Objekt [[vertauscht]] und also [[verkehrt]], das heißt [[unwirklich]] gemacht wird (siehe auch [[Verkehrung]]), wenn ihre [[Verwirklichung]] als ihre [[Entwirklichung]] existiert. Und es ist schließlich vor allem die [[Sprache]], die dies [[vermitteln]] kann und in der Lage ist, [[Täuschungen]] [[aufzuheben]], indem sie das Vertauschte benennt und ein [[gesellschaftliches]] [[Bewusstsein]] hierüber zu [[bilden]] vermag, indem sie das [[Mittel]] der [[Verständigung]] und damit des [[Verstandes]] ist, – indem sie den [[Sinn]] des [[Denkens]] vergesellschaftet. Das [[Wissen]] um ihre [[Ohnmacht]] ist daher auch ein mächtiges [[Mittel]] einer menschlichen [[Emanzipation]] – als [[Kritik der politischen Kultur]] auch ihr [[politisches]] Werkzeug, um die [[Entfremdung]] des Menschen von der Welt, die er erzeugt, zu [[beweisen]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;Mit der Verwertung der Sachenwelt nimmt die Entwertung der Menschenwelt in direktem Verhältnis zu. Die Arbeit produziert nicht nur Waren; sie produziert sich selbst und den Arbeiter als eine Ware, und zwar in dem Verhältnis, in welchem sie überhaupt Waren produziert. ... Der Gegenstand, den die Arbeit produziert, ihr Produkt, tritt ihm als ein fremdes Wesen, als eine von dem Produzenten unabhängige Macht gegenüber. Das Produkt der Arbeit ist die Arbeit, die sich in einem Gegenstand fixiert, sachlich gemacht hat, es ist die Vergegenständlichung der Arbeit. Die Verwirklichung der Arbeit ist ihre Vergegenständlichung. Diese Verwirklichung der Arbeit erscheint in dem nationalökonomischen Zustand als Entwirklichung des Arbeiters, die Vergegenständlichung als Verlust und Knechtschaft des Gegenstandes, die Aneignung als Entfremdung, als Entäußerung. ([[MEB 40, S. 511f.]])&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Sprache]] ist das älteste [[Kulturgut]] der Menschen, das [[praktische Bewusstsein]] ihrer [[gesellschaftlichen]] [[Beziehungen]]. Wo sie aber im Schatten von [[Tatsachen]] nurmehr über verbale [[Interpretationen]] verfügt, wo sie über verschiedene Aspekte hierüber nur [[informiert]], wo sie sich im [[Selbstverständnis]] von [[Selbstverständlichkeiten]] zum [[moralischen]] Medium von [[Selbstbezüglichkeiten]] entwickelt, da wird ihre [[Vermittlung]] zum [[Ereignis]] einer übermächtigen Einfältigkeit (siehe hierzu [[tote Wahrnehmung]]), zur [[Selbstdarstellung]] von [[Vorstellungen]], [[Bildern]] und [[Gefühlen]] der [[Selbstwahrnehmung]]. Darin wird [[Wahrnehmung]] auf ihren [[selbstbezüglichen]] [[Nutzen]], auf eine Kommunikation von bloßen [[Interpretationen]], [[Meinungen]] und [[selbstgerechten]] Verbindlichkeiten von allseitig [[verbürgten]] [[Lebenspflichtigkeiten]] der [[bürgerlichen Gesellschaft]] [[reduziert]] und dadurch die Grundlagen der [[gesellschaftlichen]] [[Geschichte]], die Potenziale der Selbstveränderung der Menschen aufgelöst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wo, wenn, weil und solange Sprachlosigkeit herrscht wird darüber [[denken]] unmöglich (siehe hierzu [[Positivismus]]). Doch auch Sprachlosigkeit lässt sich an ihren [[Begriffen]] [[beweisen]], weil sie in sich selbst schon ihren [[Widersinn]] darstellen, weil sie sich in sich tautologisch begründen, ihre Aussagen zugleich als [[Grund]] für sich behauptet und in ihrer sprachlichen [[Interpretation]] ihren [[wirklichen]] [[Sinn]] abtötet. Solche [[Begrifflichkeit]] dreht sich im Kreis unsinniger Worte, die ihre [[Abstraktion]] durch ihre unendliche Selbsterweisung [[verewigen]]. Wer ihnen auf ihren [[wirklichen]] [[Grund]] geht, wird die Bemühung einer Beschreibung [[unsinniger]] [[Verhältnisse]] entdecken, die über die [[Abwesenheit]] ihres [[Wesens]], über ihre [[Nichtigkeit]] [[hinwegtäuschen]] sollen. So hatte schon der Begründer einer kritischen Philosophie (siehe [[kritische Theorie]]), Karl Marx, den [[Begriff]] des [[Tauschwerts]] entzaubert, der als &#039;&#039;contradictio in adjecto.&#039;&#039; [[(MEW Bd. 23, S. 50)]] sein grundlegendes [[Verhältnis]], den [[Warentausch]], schon voraussetzt, den Grund aus dem bezieht, was er erst begründen will. E sind die Preise, die zunächst willkürlich erscheinen, aber durch ihre allgemeine Wertform beweisen, dass ihr [[Wert]] sich nicht durch [[beliebige]] Relationen darstellen kann. Sie kündigen lediglich von dem, was sie nicht [[wirklich]] sind, weil sie nicht in ihrer relativen [[Bestimmtheit]] [[wahr]] sein können. Es ist lediglich der [[politische Wille]] des [[Privateigentums]], der sich darin verfestigen soll (siehe hierzu [[&#039;&#039;Krtik der politischen Ökonomie&#039;&#039;]]&#039;&#039;). So offenbaren auch die [[Begriffe]] der Kulturkritik ihren [[Widersinn]], wenn sie sich aus einem bloßen [[Dasein]] in ihrer gesellschaftlichen Wirklichkeit begründen, worin sich die Menschen nur als das Material ihrer Verhältnisse verwirklichen, sich im [[Dazwischensein]] ihrer Beziehungen verhalten können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie können ihre [[zwischenmenschlichen Verhältnissen]] nur in dem [[bestimmt]] [[wissen]], worine sie sich selbst in ihrer [[Zwischenmenschlichkeit]] jenseits ihrer wirklichen [[Verhältnisse]] als wesentlich menschlich behaupten können (siehe hierzu auch [[&#039;&#039;Krtik der politischen Kultur&#039;&#039;]]). Die Welt, in der die Menschen ihre [[Verhältnisse]] nur in einer Welt zwischen sich und anderen [[wahrnehmen]] können (siehe [[Dazwischensein]]), in der sie keine [[Gegenständlichkeit]] ihres Lebens finden und [[empfinden]] [[erscheinen]] ihnen ihre [[persönlichen]] [[Verhältnisse]] selbst schon [[beliebig]]. Und so wundert es auch nicht, wenn sie am [[Belieben]] ihrer [[Liebe]] zergehen und für einander auch [[wirklich]] [[gleichgültig]] werden. Denn darin bleiben sie sich und einander [[notwendig]] [[fremd]], können nur einer ihnen [[fremden]] Lebenswelt dienen, um ihr Leben zu verdienen. Und solange die Menschen ihr [[Leben]] verdienen müssen, können sie nicht als lebende Menschen gesellschaftlich zusammenwirken, keine gemeinschaftliche [[Wirklichkeit]] ihres [[Lebens]] und keine dem entsprechende [[Sprache]] bilden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kulturkritik]] [[dekonstruiert]] nicht einfach nur die [[Gewohnheiten]] eines [[ästhetischen]] [[Sollens]] (siehe [[ästhetischer Wille]]), sondern beschreibt auch ihren [[Grund]] als [[verselbständigte]] [[Notwendigkeit]] ihrer [[Erscheinungen]], die unendlich [[widersinnige]] Immanenz ihres [[Daseins]] (siehe [[Tautologie]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kulturkritik]] gründet auf [[Gedanken]], die einem [[ganzen]] Gedankenfluss entnommen sind, worin sie in einer [[Theorie]] konsistent zusammengefügt und dargestellt, in einer [[Theorio]] zusammenfließen, die letzlich - als [[Ganzes]] [[verstanden]] - [[wirkliche]] [[Kritik]] einer [[entäußerten]] [[Wirklichkeit]] ist. [[Kulturkritik]] ist nicht nur [[kritische]] [[Philosophie]] und auch nicht einfach [[kritische Theorie]], sondern vor allem eine [[Kritik]] des [[Unsinnigen]], dem [[Widersinn]] in den [[unmittelbar]] [[gesellschaftlichen]] [[Beziehungen]] der Menschen, in denen sie sich selbst zum gesellschaftlichen [[Material]] ihrer [[Verhältnisse]] machen, indem sie sich selbst als [[Mittel ihres Lebens]] [[vergegenständlichen]] und [[veräußern]]. Durch ihre [[zwischenmenschlichen Beziehung]] auf Andere werden sie selbst zum [[Material]] [[tautologischer]] [[Lebensverhältnisse]] und [[verkehren]] ihre [[Selbstachtung]] zu einem [[Selbstwert]] ihres [[Geltungsstrebens]] (siehe [[Selbstverwertung]]). So sind sie in ihrer [[Zwischenmenschlichkeit]] außer sich, können sich nur durch ihre [[Wahrnehmung]] von sich, in ihrer [[Selbstwahrnehmung]] durch ihre [[Selbstgefühle]] [[bewahrheiten]]. Und darin sind sie vor allem der [[Ästhetik]] einer politischen [[Vernunft]] unterworfen, die sie in ihren [[zwischenmenschlichen Verhältnissen]] über ihre [[Selbstbehauptungen]] befolgen (siehe hierzu auch [[Faschismus]]), um überhaupt noch als [[gesellschaftlicher]] Mensch, als Mensch in menschlichen [[Beziehungen]] zu [[existieren]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und so wird schon ein anderes gesellschaftliches [[Wesen]] begründet, das sich dem [[kulturellen]] [[Wesen]] ihrer praktischen Lebensproduktion enthebt und sich von dieser über ihre [[Selbstwahrnehmung]] [[trennt]] und abspaltet. Durch ihre über ihre stoffliche Lebenspraxis hinweg entwickelten [[Sitten]] im zwischenmenschlichen [[Erleben]] und [[Leiden]] der Menschen wird ihre [[Selbstwahrnehmung]] für den [[Nutzen]] eines [[allen gemeinen]] [[Verhaltens]] im Großen und [[Ganzen]] zu einem [[abstrakten]] [[Gemeinsinn]] entstellt und [[gleichgeschaltet]]. Von daher ist es nötig, den [[Unsinn]] einer [[politischen Kultur]] durch das [[Begreifen]] und Zutrauen in die [[Wahrheit]] der [[Wahrnehmung]] ihrer [[eigenen]] Welt zu heben und [[aufzuheben]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kulturkritik war als eigenstädige Disziplin der [[kritischen Theorie]] mit der [[Verselbstädigung]] des [[Weltkapitals]] (siehe auch [[Globalisierung]]) durch das Auseinanderfallen von [[Sinn]] und [[Nutzen]] der gesellschaftlichen[[Arbeit]] [[notwendig]] geworden. Durch den globalen Verwertungszwang des [[Kreditwesens]] zu einem [[verselbständigten]] [[Schuldgeldsystem]] (siehe hierzu [[fiktives Kapital]]) haben sich die [[kulturellen]] [[Beziehungen]] der Menschen von ihren [[realwirtschaftlichen]] abgelöst und sich zu einer [[politischen Kultur]] vermengt, die eigenstädige Verhältnisse der [[Besitzenden]] aus ihrer [[Zwischenmenschlichkeit]] entstehen ließ, während durch die weltweite Finanzpolitik des [[Kreditwesens]] eines [[fiktiven Kapitals]]die natürlichen Ressourcen der Welt und ihrer [[Natur]] einer schrankenlosen [[Negativverwertung]] überlassen wurde (siehe z.B. auch [[Petrodollar]]). Den [[objektiven]] [[Verhältnissen]] einer zunehmenden Naturzerstörung (siehe auch [[Klimawandel]]) stehen [[subjektiv]] die [[zwischenmenschlichen Beziehungen]] über den [[Geldbesitz]] der reichen Läder gegenüber.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Zwischenmenschlichkeit]] ist der [[Begriff]] für einen Kosmos von [[Beziehungen]], der auf eine [[Gesellschaft]] zwischen den Menschen über die Sinnhaftigkeit (siehe hierzu auch [[abstrakt menschlicher Sinn]]) ihrer [[zwischenmenschlichen Verhältnisse]] rekurriert. Darin sind [[Beziehungen]] von Menschen unterstellt, die in einem unvermittelten und also unmittelbar scheinenden Verhältnis zwischen sich und [[den anderen Menschen]] auftreten. Es sind [[Verhältnisse]] im [[Dazwischensein]], im [[Sein]] zwischen den Menschen, einem [[Dasein]], in welchem sie sich selbst und einander zu dessen [[Material]], sich als [[Person]] zum [[Gegenstand]] ihrer [[Kultur]] als [[subjektive]] [[Form]] ihres [[Lebens]] machen und haben, weil und soweit ihre gesellschaftliche [[Gegenwärtigkeit]]und [[Vergegenstädlichung]] in der [[Wirklichkeit]] ihrer [[objektiven]] [[Lebensverhältnisse]] ihnen entzogen, für sie [[abwesend]] ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ihre Teilnahme am gesellschaftlichen [[Leben]] der Menschen entwickelt sich daher vorwiegend in der [[zwischenmenschlichen]] [[Gesellschaft]] ihrer [[Selbstbeziehungen]]. In einer solchen Gesellschaft der [[Zwischenmenschen]] ist ihr [[Erkenntnisinteresse]] durch die [[Widersprüche]] ihres [[Daseins]] wie auch in ihrer [[Subjektivität]] gebrochen. Was sie an einander [[erkennen]] ist nicht das, was sie durch einander sind. [[Sinn]] und [[Nutzen]] ihrer Beziehungen stellen in ihrer zwischenmenschlichen Gesellschaftlichkeit gegensinnige Pole dar. Schon durch die [[Vermittlung]] der [[widersinnigen]] Lebenswirklichkeit einer [[abstrakt menschlichen Gesellschaft]]ist diese nicht durch sie als Menschen selbst, sondern durch ihre [[Selbstentfremdung]] im [[Dazwischensein]] von [[Sinn]] und [[Nutzen]] ihrer [[Arbeit]] bestimmt. Wo sie sinnlos wird, wenn sie einen unmenschlichen [[Nutzen]] befördert und nutzlos wird, wenn sie einen nur [[ästhetischen]] [[Sinn]] vermittelt, entzweit sich darin wie auch an ihren Produkten die [[Subjektivität]] und [[Objektivität]] der menschlichen [[Beziehungen.]] Ihre [[Lebensverhältnisse]] verschmelzen in ihrem unmittelbaren Menschsein in einer [[abstrakten Gesellschaft]]im [[Verhalten]] ihrer unmittelbar sinnlichen Beziehungen als nützlicher Sinn der [[Körper]] ihrer Kultur (siehe [[abstrakt menschlicher Sinn]]) zu einem unmittelbar sinnlichen [[Nutzen]] der sachlichen Produkte ihrer [[Wirtschaft]] (siehe [[abstrakt menschliche Arbeit]]). Im Ganzen ihrer Lebensverhältnisse verschmilzt von da her der [[Kult]]ihrer subjektiven [[Gegenstädlichkeit]](siehe [[Körperfetischismus]]) mit dem gegenstädlichen [[Schein]]ihres [[Subjektseins]] durch und in ihrem Warentausch (siehe [[Warenfetischismus]]). In der Vermengung von [[Wirtschaft]] und [[Kultur]] durch die [[politische Kultur]] der [[Nationalstaaten]] zu einer [[faschistischen Ideologie]] entwickeln sich die [[Fetische]] einer [[abstrakt menschliche Gesellschaft]] hin zu ihrer Auflösung im Zwangsverhältnis eines [[Menschenparks]] durch eine dem entsprechend internationalisierte [[faschistische]] Politik. Sie betreibt daher einen international [[wirksamen]] [[globalen]] [[Nationalismus]] (siehe auch [[Faschismus]]), der nurmehr über die [[Notwendigkeiten]] des [[Weltkapitals]], über die Weltbank, die [[Konkurrenz]] der Nationalstaaten diese um den [[Geldwert]] ihrer Währungen (siehe [[Devisenhandel]]) versammelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kultur ist aber wesentlich die [[Subjektivität]] einer [[Gesellschaft]]. &#039;&#039;Der Mensch erkennt sich im Menschen&#039;&#039; sprach Goethe. &#039;&#039;Aber der Mensch, das ist kein abstraktes, außer der Welt hockendes Wesen&#039;&#039; [[(MEW 1, S. 378f)]] sagt Marx. Wo das [[Leben]] der Menschen in den [[Widersprüchen]] ihrer [[Verhältnisse]] unerträglich wird, da sucht es sich die Illusion. Da herrscht die [[Täuschung]], die Vertauschung der Lebensmomente mit einer [[abstrakten Allgemeinheit]], der Lebensvielfalt mit der Einfalt [[reduzierter]]Lebensreize, das [[Leben]] der [[Reiz]]e mit dem [[Reiz]] des [[Erlebens]], der [[Ohnmacht]] mit der [[Macht]], mit [[Gott]] und Vaterland. So kehrt sich [[Verständigkeit]] gegen [[Bewusstsein]], [[Vernunft]] gegen [[Emanzipation]], [[Selbstwert]] gegen [[Selbstachtung]] - überhaupt [[Glaube]] gegen [[Gewissheit]]. Es ist immer noch die Form einer [[Religion]], welche die Menschen mit ihrem Unglück verbündet, mit einer a[[bstrakten]]Bindung im Ungewissen, mit dem Bündnis der [[Abstraktionen]] in ihrer [[Allgemeinheit]], durch die alles sein kann, was es in [[Wahrheit]] nicht ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In [[Wahrheit]] ist Kultur die Subjektform einer Gesellschaft und von daher immer auch Ausdruck ihrer inhaltlichen wie formellen Lebensverhältnisse, die in ihrem [[Nutzen]] als Zweck ihrer [[Arbeit]] von ihrem [[Sinn]] getrennt auftreten, wo beides von einander durch eine rein wirtschaftliche und eine rein kulturelle Existenz [[entfremdet]] ist. Diese [[Trennung]] zu überwinden macht die Sprengkraft der Kulturkritik aus. Doch die bisherige Kulturkritik hat sich nur am Rand mit dem [[wirtschaftlichen]] und [[politischen]] [[Nutzen]] der Kultur befasst und sich von daher dem platten Zweck ihrer gesellschaftlichen Existenz mit endlosen [[Interpretationen]] ihrer [[Ästhetik]] entzogen. Doch gerade dieser in ihrem [[Sinn]] geläufige [[Nutzen]] als ein in ihrem [[Nutzen]] versteckter [[Sinn]], ihr hierin sehr unkenntlich erscheinender Zweck muss als ein gesellschaftliches [[Dasein]] in der [[Trennung]] seiner [[Beziehungen]] [[dialektisch]] dargestellt, der [[selbstädige]] [[Reiz]] ihrer [[Befriedungen]] als politische [[Tatsache]] [[analysiert]] und durchleuchtet werden. Doch die [[Kultureliten]] leben gerade davon, dass sie die besonderen Kulturgenüsse im [[Kulturkonsum]] ihrer [[elitären]] Existenz wie eine Besonderheit ihrer persölichen [[Sinnlichkeit]] [[wahrnehmen]] und als Ausdruck ihres[[Edelmuts]] so [[vorstellen]], wie sie ihn auch wirklich durch ihre besonderen Anreize und Moden als [[objektives Gefühl]] für ihre [[Selbstgefühle]] [[wahrhaben]], um sich nicht mit der platten Scheinbarkeit (siehe [[Scheinwelt]]) ihrer Urgrüde zu befassen, um ihre [[gewöhnliche]] [[Selbstwahrnehmung]], den [[Kult]] ihrer [[Selbstbezogenheiten]] nicht zu [[enttäuschen]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der [[bürgerlichen Gesellschaft]] war für ein bestimmte[[Klasse]] der Bourgeoisie der [[Geldbesitz]] als Medium des Überflusses und Luxus schon immer reizvoll - und umso intensiver, wie das [[Wertmaß]] des [[Geldes]] auf dem Weltmarkt über die [[Preise]] des [[Weltgeldes]], durch dessen Funktion als weltweiter [[Maßstab der Preise]] vermittelt wird (siehe [[Globalisierung]]). Der internationale [[Mehrwert]], der weltweite Überfluss an [[unbezahlter Arbeit]] wird also zu einem Maß der Existenzen, der durch den [[Geldbesitz]] in einer Währung zu einem nationalen [[Existenzwert]] wird, der sich über das [[Weltgeld]] eines [[Weltkapitalismus]] verwertet. Was als bloßer [[Mehrwert]] nur tot bliebe, weil dessen Bildungsprozess die Produkte aus [[unbezahlter]], aus [[toter Arbeit]] vergemeinschaftet, wird in der Kultur der [[Geldbesitzer]] kulturell belebt, indem darin [[Ereignisse]] zur Vergnüglichkeit und Lustbarkeit über [[Dienstleistungen]] gegen die Abtötungen in einer [[Gesellschaft]] der Verwerfungen und [[Dekadenzen]] rückgebunden werden (Rückbindung = re ligio = [[Religion]]). Deren [[Langeweile]], der schale Geschmack inhaltsloser [[Scheinwelten]] [[entwickelt]] sich dabei selbst zu einem [[Bedürfnis]], das keinen [[wirklichen]] Gegenstand mehr empfindet, weil es ihn nicht unbedingt nötig hat, sondern sich mit [[zwischenmenschlichen]][[Erlebnissen]] aus den [[Ereignissen]] und [[Beziehungen]] durch die Vergemeinschaftung der in Massen [[isolierten]] [[Selbstgefühle]], durch ihre Formverwandlung zu [[Massengefühlen]] begnügt und sich in den [[Selbstwahrnehmungen]] der Menschen als [[Kultur]] ihrer [[zwischenmenschlichen Verhältnisse]] fortbildet (siehe auch [[Kult]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Wahrheit]]lässt sich nicht aus einer Logik beziehen, nicht aus einer [[ideologischen]] Gedankenform (siehe auch [[Gedankenabstraktion]]), einer [[Vorstellung]], die ein natürliches Sein interpretiert und [[idealisiert]]. [[Wahrheit]] setzt [[Erkenntnis]] voraus, die ohne [[Zweifel]] [[wesentlich]] ist, weil sie nicht bloß [[objektiven]] Formationen entspricht (siehe hierzu auch [[Strukturalismus]]), sondern sich [[Formbestimmungen]] [[fremder Kräfte]] entgegenstellt und die Macht ihrer Täuschungen aus der [[Verkehrung]] ihres organischen [[Wesens]], aus der [[Abstraktion]] von ihrer [[Natur]] durch deren [[Verallgemeinerungen]] begrüdet haben will.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kritik]] ist nötig, um die [[verkehrten]] Verhältnisse als das zu erklären, was sie sind: Die [[Verkehrung]] des menschlichen [[Lebens]], die Demütigung des Menschen durch die [[Dekadenz]] seiner Lebensverhältnisse. &#039;&#039;Die Kritik der Religion endet mit der Lehre, daß der Mensch das höchste Wesen für den Menschen sei, also mit dem kategorischen Imperativ, alle Verhältnisse umzuwerfen, in denen der Mensch ein erniedrigtes, ein geknechtetes, ein verlassenes, ein verächtliches Wesen ist.&#039;&#039; [[(Karl Marx, »Deutsch-Französische Jahrbücher«, Paris 1844), MEW 1, S. 385)]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der [[Kulturalisierung]] der Gewalten, die das Leben der Menschen beherrschen, sind die Ketten verschönt, vertuscht und übertönt, mit denen sie gefesselt sind. Aber es kann nicht richtig sein, deshalb die [[Kultur]] als solche zu kritisieren. Die Kritik geht gegen ihre Zwecke, gegen die [[Politik]], die sie betreibt und verwendet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;Die Kritik hat die imaginären Blumen an der Kette zerpflückt, nicht damit der Mensch die phantasielose, trostlose Kette trage, sondern damit er die Kette abwerfe und die lebendige Blume breche. Die Kritik der Religion enttäuscht den Menschen, damit er denke, handle, seine Wirklichkeit gestalte wie ein enttäuschter, zu Verstand gekommener Mensch, damit er sich um sich selbst und damit um seine wirkliche Sonne bewege. Die Religion ist nur die illusorische Sonne, die sich um den Menschen bewegt, solange er sich nicht um sich selbst bewegt. [[(MEW 1, S. 379)]]&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man mag Kulturkritik an vielen einzelnen Inhalten in den einzelnen Bereichen der Kultur festmachen und damit zum Ausdruck bringen, dass man mit diesem oder jenem Kulturereignis nicht einverstanden ist und es verändern oder verbessern will. Doch in diesem Sinn ist es eigentlich keine Kritik der Kultur, sondern eine Auseinandersetzung in ihr und mit ihren einzelnen Gestaltungen, in der sich das Eine zum Anderen verhält.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kulturkritik im allgemeinen kann nur ein gesellschaftliches Verhältnis der Kultur, also politische Kultur meinen und daher auch nur selbst politisch sein. Sie kritisiert die politischen Einwirkungen auf die menschliche [[Kultur]] (siehe auch [[Kulturalismus]]), deren Bestimmung durch [[politische Ökonomie]] im Interesse an der Verwertung von menschlicher Sinnestätigkeiten ihr vorausgesetzt sind. Von daher ist eine [[Kritik der politischen Kultur]] eine Kritik an der [[Politik]] im besonderen Augenmerk auf Kultur, worin sie nicht nur den menschlichen Umgang, die Rechtsform der gesellschaftlichen Verhältnisse bestimmt, sondern auch die Lebensbedingungen für den Sinn und Zweck ihrer Lebensäußerungen, ihrer unmittelbaren Lebensverhältnisse, wie sie sich auch auch zwischenmenschlich ereignen, maßgeblich formiert. Von daher ist sich diese [[Kritik]] einig mit der [[Kritik der politischen Ökonomie]], bezieht sich aber nicht auf ihre wirtschaftliche Formen sondern auf die Lebensgestaltungen zwischen den Menschen selbst (siehe auch [[Zwischenmenschlichkeit]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im weitesten Sinne ist sie die [[Kritik]] an einer [[Kultur]]formation, die sich nicht im Einklang mit dem menschlichen [[Leben]] befindet, sich von ihm [[wesentlich]] unterscheidet, weil ihre gesellschaftliche Dimension sich gegen dieses [[Leben]] verselbständigt, als Politik über dieses gestellt hat. Kulturkritik hat von daher die Lebensweise der Menschen selbst und den [[Sinn]] ihrer Lebensgestaltungen, ihrer Lebensformen zum [[Gegenstand]] ihrer [[Kritik]], sofern dieser einem ihnen [[fremden]] [[Zweck]] folgt, sofern also der Zweck der gesellschaftlichen Form ihrer Lebensverhältnisse dem [[Sinn]] ihrer Lebensgestaltungen zuwider entwickelt ist. Kulturkritik ist von daher die Kritik der [[Entfremdung]] menschlicher Kultur von ihrem gesellschaftlichen [[Sinn]]. Dieser besteht aus der menschlichen [[Sinnbildung]], wie sie sich im Laufe der [[Geschichte]] durch die [[Arbeit]] der Menschen als [[Naturmacht]] aus der [[Natur]] heraus zu menschlichen Lebensverhältnissen entwickelt hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Versteht man unter Kultur den Sinn menschlicher Zivilisation, so ist Kulturkritik die Kritik einer dem Menschen entfremdeten Zivilisation, also einem gesellschaftliche Lebensverhältnis, das dem Menschsein nicht entspricht. Kulturkritik bezieht sich allgemein auf die Phänomene einer menschlichen Zivilisation, welche sich gegen menschliches Leben richten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein zentrales Problem in der Geschichte der Kulturkritik war die Bestimmung dessen, was unter einem menschlichen Leben zu verstehen ist. Kulturkritik impliziert immer ein bestimmtes Lebensverständnis und hat von daher auch ein Menschenbild. Das erschwert eine allgemeingültige Fassung dessen, was Kulturkritik meint. Denn solche Fragestellung durchzieht die ganze Philosophiegeschichte. Aber als Kritik von Lebensgestaltungen wird dies verfänglich, weil sich darin philosophische Positionen zwangsläufig als politische Anforderungen an diese Gestaltung einbringen, als Seinsbestimmung für das, was Sinn haben, für Menschen wesentlich sein soll und was nicht. Erst mit der postmodernen Kulturkritik wurde dies als kulturpolitisches Problem erarbeitet, indem die Sinnfrage selbst abgewiesen wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zwischen ihrem philosophischen und ihrem geschichtlichen Gehalt geriet Kulturkritik in die Widersprüchlichkeit einer Zeitkritik, die zugleich wesentlich übergeschichtlich sein wollte. Dies wurde von [[Heidegger]] in einer sowohl theoretischen als auch praktischen Ontologie aufgelöst, die ein philosophisches wie auch zugleich geschichtliches Unheil enthielt. In seiner Fundamentalontologie wurde das philosophierte Wesen zur Geschichtsbestimmung, indem es als Seinsgewalt begriffen wurde. Philosophische Begründung von &#039;&#039;Seinsnotwendigkeit&#039;&#039; geriet auf diese Weise zur Bestimmung von Lebensgrundlagen, welche sich als absolute Zeitkritik (z.B. als Kritik der Modernen in ihrer &#039;&#039;[[Seinsvergessenheit]]&#039;&#039;) totalisierte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Besonders im [[Nationalsozialismus]] wurde auf diese Weise Kulturkritik als Kritik der Modernen überhaupt zum Werkzeug einer Wesensbehauptung, die zur Errichtung eines völkischen Staates Verwendung fand. Dieser sollte als &#039;&#039;deutsches Wesen&#039;&#039; in einer deutschen Kulturnation verankert sein und sich deshalb aus einer völkischen Kultur ableiten. Von daher bekamen die geschichtlich auszumachenden Kulturmerkmale eine neue Bedeutung als Reinheitsmerkmale der &#039;&#039;eigentlichen&#039;&#039;, der unverfälschten Kultur: Aus germanischen und arischen Sitten und Gebräuchen sollte sich die deutsche Art und ihre politische Gliederung (z.B. als Volk, Gau, Stamm und Sippe) bestimmen. Auch Kultzeichen (Runen) wurden durch solche Kulturalisation zu politischen Symbolen. Die aus einer solchen Variante von Kuturkritik abgeleitete kulturelle Identität sollte einen völkischen Staat als Körperschaft zur Förderung der reinen Art begründen, die sich auch gegen die Bevölkerung dieser Nation durchzusetzen verstand. In der politischen Identifikation mit ihrer Kulturgeschichte wird Kulturkritik immer zum Machtmittel einer Elite, die ihren Willen über die geschichtliche Wirklichkeit einer [[Gesellschaft]] erhebt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Anwendung der Philosophie ist Kulturkritik zwangsläufig Wesensphilosophie. Von daher widersprechen sich die Kulturkritiker auch selbst schon fundamental in der Auffassung von Kultur - besonders ob sie eine nur ästhetisch begreifbare Lebensäußerung sei oder ein unmittelbar gesellschaftliches Verhältnis, wesentlich aus menschlicher Subjektivität oder wesentlich aus der Objektivität seiner Verhältnisse zu begreifen wäre. In der Philosophie ist der Übergang von Philosophie zu Kulturkritik nicht eindeutig abgrenzbar. Was in der Philosophie noch Kategorien des Seins oder der Wahrnehmung als Ästhetik sind, wird in der Kulturkritik zu einer wirklich gesellschaftlich bezogenen, also politischen Lebenshaltung, die eine letztlich praktische Beziehung zu menschlichen Lebensverhältnissen hat. Eher als durch Philosophie kann man daher die Kulturkritik an solchen Bezügen differenzieren, die sie im Lauf der [[Geschichte]] entwickelt hatte. Diese lassen sich grob in zwei Arten unterscheiden, in denen Kulturkritik ihren Gegenstand entweder in den Menschen oder aber andererseits in ihren Lebensverhältnissen begreift, sich in die Interessen subjektiver Intentionen einbindet, welche Anstoß zu Kulturveränderungen sein will, oder in jene der Tradition, welche auf den Erhalt und Bestärkung der geschichtlich erworbenen Objektivität menschlicher Kultur abzielt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Subjektive Kulturkritik stellt sich den Menschen als Kultursubjekt vor und behandelt kulturelle Entwicklungen unabhängig von anderen zeitgeschichtlichen Bedingungen als Resultat geistiger und sittlicher Strömungen, die sich aus der Bildung eines geschichtlich wirksamen Willens erklären. Sie ist meist konservativ und betont, dass Kultur quasi ontologisch zum Menschsein gehört, weil sie menschliche Zivilisation selbst ausmache. Von daher sei menschliche Geschichte selbst wesentlich als kulturelles Resultat darzustellen, das sich besonders in den überlieferten Geistesformen vermittelt ([[Sitte,]] [[Kunst,]] [[Religion,]][[Philosophie]]). Sie misstraut den Zeiterscheinungen als bloße Mode gegen tiefer sitzende Gewohnheiten, Sitte und Brauchtum und neigt dazu im Traditionellen das Wesentliche, in der Gegenwart das bloß Scheinende (z.B. als &#039;&#039;[[Seinsvergessenheit]]&#039;&#039;) wahrzunehmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Objektive Kulturkritik begreift Kultur als menschliche Lebensform, die sich aus den gesellschaftlichen Verhältnissen der Menschen unter den Bedingungen ihrer Geschichtlichen Gegebenheiten ergibt. Sie kritisiert die Bindungen der Menschen an soziale Zwänge, die unzeitgemäß sind und denen sie ihr Vermögen zu eigener Lebensgestaltung unterordnen. Ihr Ziel liegt in der Aufhebung mächtiger Gewohnheiten und in der Überwindung selbstentfremdender Verhältnisse (vergl. hierzu auch [[Verdinglichung)]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tatsächlich lässt sich Kultur selbst nicht wirklich wesentlich kritisieren - sie beruht auf dem geschichtlich entwickelten Meinen und dessen Veränderlichkeit durch anderes Meinen, Denken und Fühlen. Sie ist immer unmittelbar praktisch, sowohl in Kunst und Gedanken und Bedürfnissen, als auch in den Sitten und Gewohnheiten der Menschen. Gerade die Gleichsetzung von Kulturkritik und Geisteshaltung hatte zu den verheerenden Positionen eines Gesinnungsstaats im Nationalsozialismus geführt. Auch fortschrittliche Kulturkritik kam in ihrer Philosophie eher auf theologische Positionen, die Kulturprobleme in Vorstellungen von einer Wahrheit der Kultur auflösen wollten, die &#039;&#039;nicht von dieser Welt ist&#039;&#039; ([[Adorno]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neuere Ansätze beziehen sich daher eher auf die politische Realität von Kultur. Auch hierbei gibt es erhebliche Differenzen, die sich um die Begriffssubstanz der Kultur bewegen. Postmoderne Kulturkritik lehnt solche Substanz überhaupt ab und vollzieht Kulturkritik als [[Dekonstruktion]]. Da sie auf jede Begründung von Kulturkritik verzichtete, war sie zwar in ihrem politischen Bezug (besonders in der Kritik von Machtstrukturen und deren pastoralen Selbstlegitimationen) wirkungsvoll, blieb in kulturellen Auseinandersetzungen aber relativ beliebig. Durch Verweigerung einer grundlegenden Begrifflichkeit lieferte sie dem Konstrukteur der Zeitgeschichte letztlich nur das Material für seine Selbstbegründung: Die Beliebigkeit seines Handeln. Die Geschichte (wenn sie denn überhaupt als solche begriffen wurde) war lediglich eine Frage des freien Willens, dessen Verwirklichung unendlich kritisierbar blieb, dem aber keinerlei gesellschaftliche Zielsetzung mehr nachzuweisen war, weil der Begriff hierfür nicht mehr Gegenstand dieser Kritik war. Der [[Neoliberalismus]] führte seine Wirtschaftstheorie als Kulturtheorie weltweit vor, indem er begriffliche Abstraktionen (z.B. Freiheit) lediglich als Kulturanschauung betrieb. Damit war deren Sinn und Zweck war aus Kritik genommen. Die Konservativen hatten wieder Raum gewonnen. Neokonservative legitimierten ihr Treiben durch Rekursion auf Althergebrachtes: Kultur wurde (wieder) auf den geistigen Inhalt einer Zivilisation reduziert, besonders auf die darin vorherrschende Religion (vergl. z.B. [[Samuel Huntington]]) oder auf das bloße Kulturereignis, den Event. Aber auch Bemühungen um eine &#039;&#039;Kritik der politischen Kultur&#039;&#039; liegen vor. Darin wird davon ausgegangen, dass Kultur überhaupt nur in der Verwendung für politische Zwecke (z.B. zur Kulturalisation von gesellschaftlichen Beziehungen) kritisierbar ist, sie also als Substanz politischer Vermittlung begriffen wird. Diese Kritik reflektiert den politischen Gehalt der Selbstwahrnehmung in seiner Begründung durch die Weltwahrnehmung gesellschaftlicher Verhältnisse bis in die zwischenmenschlichen Beziehungen hinein (z.B. als Grundlage für Ressentiments, Populismus und Selbstergebenheit).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf dieser Sitte wird daher politische Kultur kritisiert, also nicht die Lebensweisen und -gestaltungen selbst, sondern lediglich die politische [[Bestimmung]], in der sie besteht, die kulturelle [[Formbestimmung]] (siehe auch [[Ästhetik]]). Auch diese besteht nur in den genannten Positionen zur Zeitgeschichte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Subjektive Kulturkritik: Kultur gilt für Konservative als das Reservoir des bewährten Lebens, als Besitzstand der eigenen Geschichte und als Darstellungsform eines seins-wirksam gewordenen menschlichen Willens, der sich in der Kultur verobjektiviert habe. Subjektive Kulturkritik beruht vor allem auf der konservativen Auffassung, dass Kultur eine Bewährung menschlichen Schaffens darstelle, welche durch modische Einflüsse gefährdet sei. Sie begründet daher ein Sicherungs- und Stabilisierungsinteresse der Seinsnotwendigkeit von Kultur und wendet sich gegen kulturelle Moderne, Anarchie und Barbarei, welche als Zivilisationsbedrohung aufgefasst wird (vergleiche hierzu auch Oswald Spenglers Theorie vom Untergang des Abendlandes). Solche Kulturkritik wendet sich unmittelbar subjektiv gegen das Fremde der [[Entfremdung]], verfolgt damit implizit oder ausdrücklich eine [[Ursprungssehnsucht]] des Eigentlichen oder des Heilen oder des Willens oder der Leidenschaften. Ihr Kern ist eine Naturphilosophie menschlicher Subjektivität, welche eine quasi übergeschichtliche Kultur zur Sicherung menschlicher Zivilisation nötig habe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Oft ist das, was in der Philosophie durchaus emanzipatorische Aussagen im Bezug auf andere Geisteshaltungen ermöglicht, in der Kulturkritik konservativ. So mag z.B. der [[Schopenhauer]]sche Subjektivismus in seiner Philosophie manchen als Überwindung der [[Aufklärung]] erscheinen. In seiner praktischen Beziehung auf Menschen ist sie elitär und oft verächtlich und vom Interesse an der Willkür seines Urteils bestimmt, welche subjektive Maßstäbe zum Weltenmaß machen wollte. Auch die Kritik Nietzsches an den Formalismen der Denkfigurationen seiner Zeit fasziniert als Gedanke zu künstlerischem und intellektuellem Selbstverstehen. Aber mit seiner zynischen Haltung zur gesellschaftlichen Zivilisation hielt [[Friedrich Nietzsche]] die Menschen grundsätzlich für unfähig, eine freie und schöpferische Gesellschaft zu bilden und verstand seine Kulturkritik als Anstachelung, als objektive Notwendigkeit eines Stachels, welchen eine geistige [[Elite]] zu setzen habe, um die Menschenherde anzutreiben und zu bändigen. Das Gesellschaftsverstädnis von Nietzsche beruhte nicht auf einem Leben im freien Zusammenwirken der Menschen, auf freier Objektivation ihrer sinnlichen Verhältnisse zu einer menschlichen Kultur, sondern auf einem Verständnis von Kulturbildung durch übermenschliche Fähigkeiten überhaupt, aus deren Durchsatz durch Übermenschen sich die entsprechende Gesellschaftsform erst ergeben würde. Kulturentwicklung ergibt sich hiernach aus dem Genius einer höheren Klasse, die sich immer notwendig über eine andere Kulturklassen, den Herdenmenschen, zu stellen hätte. In der Bildung des Übermenschlichen (das verstanden wird als das über das menschliche Sein hinauswachsende Menschsein einer Avantgarde) ergebe sich so die Abwechslung der Kulturklassen als Wechsel der Elite, ihrem Verfall in die Dekadenz, die einer neuen Elite zur Macht gereicht. Durch den Aufstieg und Fall der jeweils herrschenden Kulturklasse (z. B. Wissenschaftler, Künstler, Politiker), die durch ihre Macht nach ihrem Höhepunkt zwangsläufig dekadent und immer wieder durch kräftigere Kulturprotagonisten abgelöst werden müssten, könne sich überhaupt nur eine gesellschaftliche Entwicklung als Kulturgeschichte ergeben. Kultur ist demnach verstanden das Werk von [[Übermenschen]], die als Elite ihrer Zeit sie vorangebracht haben, und hat immer eine Art Avantgarde, eine Führerschaft nötig, um den menschlichen Adel voranzubringen. Diese Führerschaft ergebe sich aus der Reife ernsthafter Menschen im Kampf um die Kultur.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieser Kampf sei schon als Weltenprinzip angelegt, als Verwirklichungsprozess von [[Vorstellungen]], die sich über den [[Willen]]vermitteln, hatte schon [[Schopenhauer]] behauptet. Die Menschen würden im Grunde nur um ihre [[Selbstbehauptung]] kämpfen, um die Vorherrschaft der Kultur, welche die Natur, die [[Triebe]] des Herdenwesens der Menschen, gänzlich zu kontrollieren vermöge. Kulturkritik sei daher immer die Bekämpfung von Kulturvorstellungen, die durch Willensmacht zum Sieg gelange, um menschliche Natur zu beherrschen. Es war dies zunächst auch eine Grundhaltung in den Kulturvorstellungen der Psychoanalyse [[Sigmund Freuds]]. Menschliche [[Emanzipation]]war damit in dem Widerspruch begriffen, dass sie nur auf Naturbeherrschung durch Kultur beruhen könne, also eine Art zivilisatorisch notwendige Selbstbeherrschung der Menschen sei.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Gegensätze in der konservativen Kulturkritik hatten sich vor allem als politische Gegensätze in ihrer Zeitgeschichte offenbart, nicht als Gegensätze der zugrunde liegenden Philosophien. In der psychoanalytischen Theorie zeigte sich dies geradezu in tragischer Weise, als Freud 1930 mit seinem &#039;&#039;Unbehagen in der Kultur&#039;&#039; seine bis dahin zum großen Teil emanzipatorische Gedankenwelt den Zeitwahrnehmungen opferte. Er beugte sie dadurch, dass er einen Todestrieb einführte und einen Kulturpessimismus entwarf, in welcher eine &#039;&#039;befremdliche Kulturfeindlichkeit&#039;&#039; der Menschen schon durch ihre Lebensantriebe erklärt sein sollte. Der Todestrieb ließe sich schon ontologisch und damit überhistorisch in den Bestrebungen der Menschen darstellen und nur hierdurch wären die selbstvernichtenden Tendenzen in der Menschheitsgeschichte wie in den individuellen Lebensgeschichten der Menschen erklärlich. Dies zeigt: Ontologisierung ist zwar immer auch philosophisch formulierbar, ihr Sinn jedoch ist unmittelbar praktisch und politisch, sobald er kulturkritische Bezüge eingeht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von objektiver Seite richtet sich Kulturkritik im Wesentlichen gegen die [[Ästhetik]] der Herrschaftssicherung, welche bis in die Lebenspraxis der [[bürgerlichen Kultur]]vordringt. Sie verarbeitet Kultur als Mittel der Täuschung und Selbsttäuschung über objektive Gegebenheiten, welche einerseits dem Existenzinteresse des Bürgertums (dem Warenbesitz und Warentausch) dienlich ist und anderseits auch unmittelbar den ökonomischen Notwendigkeiten der Kapitalverwertung folgt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine klassische Variante [[marxistischer]] Kulturkritik begründete sich aus der Theorie eines kulturellen Überbaus des Bürgertums, der sich als Scheinwelt über die ökonomischen Verhältnisse zur Täuschung über ihre wahren Zwecke errichtet habe, diese als verkehrte Geisteshaltung im Dienst einer herrschenden Klasse widerspiegele. Dieser vor allem in der [[Arbeiterbewegung]] vertretene Ansatz unterstellte eine Dichotomie von Ökonomie und Kultur, die durch einen Klassenstandpunkt, quasi im Bildungsprozess eines Klassenbewusstseins auf die ökonomische Wahrheit der Kultur als jenseitige Wahrheit der Kultur zu reduzieren wäre. Auf einer allgemeineren Ebene beziehen andere marxistische Strömungen Kulturkritik auf den von [[Karl Marx]] ausgefüllten Begriff des [[Warenfetischismus]], wonach die Verhältnisse der Menschen im Verhältnis ihrer Sachen bestimmt sind. Indem sie sich dem Kult der Warengesellschaft ergeben, sehen sie sich selbst als Objekt ihres Warenbesitzes an und unterwerfen ihr Selbstbewusstsein dem Kult der Wertvermittlung und Werterzeugung, dem Geld und Kapital. Doch Kultur und Bewusstsein sind nicht dasselbe. Die Gleichsetzung des &#039;&#039;notwendigen Scheins&#039;&#039;, welchen die Warenverhältnisse in ihrer Wertform erzeugen, mit der Falschheit einer Kultur führt geradewegs ins Jenseits, in eine Kultur der Wahrheit, die von der Geschichte der wirklichen Verhältnisse abgetrennt wird. Die wirklichen kulturellen Auseinandersetzungen werden daher von solcher Sichtweise disqualifiziert - ganz im Widerspruch zum Verständnis von Karl Marx selbst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Theodor W. [[Adorno]] sprach von einer Kulturindustrie, die in der Lage sei, das [[Bewusstsein]] der Menschen so zu &#039;&#039;verdinglichen&#039;&#039;, dass sie in der Abspeisung mit sinnentleerten Produkten zur Affirmation des Bestehenden vermittelst des &#039;&#039;Verblendungszusammenhangs&#039;&#039; ihrer Kulturerfahrungen gebracht würden. Seine &#039;&#039;Ästhetik&#039;&#039; wollte die hiergegen sensible Empfindung ansprechen und ihre Verwundung vermittelst [[kritischer Theorie]] und [[Kunst]] aufzeigen; seine &#039;&#039;[[Negative Dialektik]]&#039;&#039; wollte das [[Denken]] zu einen grundsätzlichen [[Zweifel]] gegen jede Totalität, gegen die totalitären Gedankenformationen der bürgerlichen Kultur und des etablierten Geistes befördern (Adorno: &#039;&#039;Das Ganze ist das Unwahre&#039;&#039;). Dies war die Grundlage der [[Kritischen Theorie]], welche sich unter anderem in der Studentenbewegung in aktiver Kulturkritik umsetzte (z.B. [[Antiautoritarismus]], Kunst als &#039;&#039;politische Aktion&#039;&#039;, Hochschulkritik). Von dieser [[Praxis]] jedoch distanzierte sich Adorno (besonders in der Auseinandersetzung mit Krahl) und verblieb als Theoretiker der Ästhetik zugleich theoretischer Ästhet. Seine ästhetische Kulturkritik erwies sich letztlich als klassische Kulturempfindung, die erkenntnistheoretisch unterlegt worden war. Als solche stellte sie sich gegen jede Unterhaltungskultur, z. B. auch gegen Jazz überhaupt, und verwarf die Probleme der Postmodernen durch Rückgriff auf die wahre Kunst, die zugleich Vorgriff sein sollte, denn es gäbe &#039;&#039;kein richtiges Leben im falschen&#039;&#039;. Sein kulturkritischer Ansatz war demnach eine dialektische Kulturtheologie.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neuere Ansätze: Vor allem die [[Frauenbewegung]] stellte kulturelle Konflikte auf eine neue Ebene: Die zwischenmenschlichen Beziehungen als subjektive wie objektive Unterwerfungskonflikte. Das Patriarchat wurde dafür als Kulturbegriff genommen, der in Entsprechung zum Kapital verwendet wurde: Verdingungsmacht. Was sich aus Geschlechtsrollen als Kulturkonflikte ergab, wurde allerdings mehr oder weniger direkt mit der leibhaftigen Geschlechtlichkeit der Menschen gleichgesetzt. Kulturkritik als Phänomen der Geschlechtlichkeit selbst wäre dann selbst wieder Wesensphilosophie. Es verbleibt demnach die Kulturkritik einer bestimmten Zwischenmenschlichkeit, die sich zugleich subjektiv wie objektiv in einer kritischen Begrifflichkeit erklären muss.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Postmoderne]] Ansätze der Kulturkritik entwickelten vor allem [[Jacques Derrida]] und [[Michel Foucault]]. Eigentlich nur auf Sprache bezogen entwickelte Derrida ein Verfahren der Herausstellung des implizit Verneinten, das als [[Dekonstruktion]] bezeichnet wurde. Nicht der Sinn oder Zweck eines Textes, einer Handlung, Architektur oder Kunst oder anderes war Gegenstand solcher Kritik, sondern das, was damit implizit nicht gesagt wurde bzw. nicht gemeint sein wollte. Es war ein Vorgehen der Kritik, die dem der Psychoanalyse ähnelte: Das Unbewusste sollte in seine Gegenwärtigkeit gebracht werden, um damit eine neue Gegenwärtigkeit zu bilden, welche als Kritk der alten praktisch wirksam ist. Auch Foucault verstand von daher Kulturkritik als Kritik der Selbstbegründung von Herrschaftsstrukturen, die weit über deren Ideologie hinausging und vor allem deren institutionelle Formationen und Anwendungen (z.B. in der Pharmakologie, Psychiatrie, Biotechnik) treffen sollte. Kulturkritik sollte sich als bloße Sensibilisierung der Selbstvergegenwärtigung forttragen, indem sie die Gewalten herrschender Kulturinstitutionen bloßstellt. Dies erbrachte zwar ein kritisches Lebensverständnis, aber keine wirklichen Entgegnungen zu den Herrschaftsformen. Diese begründeten sich nicht in ihrer Artikulation, sondern nach wie vor in ihrem Sinn und Zweck, welcher z.B. auch für ihre &#039;&#039;Opfer&#039;&#039; (z.B. den Insassen in psychiatrischen Anstalten) und Nutznießer (z.B. die Markterfolge der Genfoodproduzenten) mehr Bedeutung hatte, als deren Gestaltung überhaupt darzustellen vermag. Die damit erhoffte Wirkung kann man heute als gescheitert ansehen - nicht weil sie intellektuel falsch wäre, sondern weil sie am Umfang der Kulturproblematik vorbei ging.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der hier vorgestellte Ansatz der Kulturkritik hat sich einerseits aus der Analyse des deutschen [[Faschismus]] und andererseits als Kritik an der [[globalen]] Politik mit Kultur entwickelt. Er begreift die Kulturalisation der Wahrnehmung und Selbstwahrnehmung als Grundlage politischer Vermittlung, deren Wirkung darin subjektiv wie obbjektiv zugleich ist und die Menschen hierdurch in ihrem Erkenntnisvermögen zu entkernen sucht. Politische Wahrnehmungen werden auf diese Weise als Selbstwahrnehmung installiert, indem die negativen und bedrohlichen Gefühle in der Weltwahrnehmung unmittelbar als Selbstgefühle der Kultivation gewendet erscheinen, in welchen sie sich aufheben. Kulturkritik bezieht sich von daher auf politische Ästhetik. Er hat im Unterschied zu Adorno keine identitätsphilosophische sondern eine wirkliche Substanz. Z.B. wird Samuel [[Huntingtons]] Buch vom [[Kampf der Kulturen]]) eine Gefahr für die menschliche Zivilisation (Clash of Civilizations) durch den Machtkampf um die Vorherschaft einer Kultur begründet. Es handelt sich bei diesem Buch um eine Auftragsarbeit für einen amerikanischen Thinktank, bei dem sich auch die US-Regierung bedient. Der wissenschaftliche Gehalt des Buches wird vielfach bestreitet und lässt sich auf eine sehr simple, aber massiv aufgetragene Schlussfolgerung reduzieren: Kulturen seien durch Religionen bestimmt; die zivilisierteste Religion sei das Christentum, die NATO sei die einzige für das Christentum relevante Verteidigungsmacht; der Kampf der Kulturen um die weltpolitische Vorschaft sei zwangsläufig und müsse in den nationalpolitischen Machtkonzepte enthalten sein. Dieses Werk ist inzwischen die Standardargumentation der [[Neocon]] für ihre Weltordnungskriege (Achse des [[Bösen]]). Hinter solcher Politik stecken ökonomische Interessen, die sich als Kulturnotwendigkeit darzustellen und durchzusetzen versuchen, um dem zunehmenden Terrorismus eine rein religiöse, also kulturelle Begründungen zuzuweisen (siehe hierzu &#039;&#039;Die politische Kultur des Terrors&#039;&#039;). Dem entspricht zugleich die Ökonomisierung der Kulturen und der Staaten, wie sie durch die Globalisierung des Kapitals zum Zweck der Optimierung von Verwertungslagen betrieben wird. Die weltweiten [[Krisen]] der Kapitalverwertung verlangen nach weiterer Funktionalisierung von [[Arbeit]] und [[Konsum]] zu deren Lösung. Die Kapitalmanager sehen diese in einer Kultur des &#039;&#039;[[Tittytainments]]&#039;&#039;, worin die Menschen als stumpfe Konsumenten und Freizeitjobber - im Prinzip als [[Süchtige]] und Arbeitstiere - angesehen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kulturkritik wird mit der Kritik solcher Entwicklungen unmittelbar auch zu einer [[Kritik der politischen Ökonomie]], wie sie sich in den [[Wahrnehmungen]] und [[Selbstwahrnehmungen]] der Menschen niederschlägt. Von daher werden die bisherigen Grundlagen linker Kulturkritik vertieft und von ihrem zum Teil konservativen Gehalt befreit. Diese Kulturkritik versteht sich als [[&#039;&#039;Kritik der politischen Ästhetik&#039;&#039;]] und arbeitet den [[globalen]] [[Kapitalismus]] als [[Identität]]sverlust des menschlichen [[Lebens]] heraus, wie er sich sowohl individuell, als auch gesellschaftlich in der Kultur der [[Zwischenmenschlichkeit]] herausstellt. Sie begreift die Menschen in einem Widerspruch ihres Erkenntnisvermögens, welcher sich in der politischen Vermittlung von dem vollzieht, was ihre Selbstwahrnehmungen in der Entfremdung von dem, was sie wahr haben, entfalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kulturkritik erbringt in diesem Sinne eine Unterscheidung von menschlicher und politischen Existenz von Kultur, nicht als Abweisung von Kultur, sondern als das Auffassen ihrer politischen [[Substanz]], also dem, was sie in einer [[Gesellschaft]] selbständig und mächtig macht (siehe [[Kritik der politischen Kultur]]). Indem die politische Kultur kritisiert wird, wird ihre Formbestimmtheit von ihrem menschlichen Gehalt unterschieden. In der Kulturkritik wird also Kultur vermenschlicht, indem ihre Entfremdung vom Menschen objektiv aufgegriffen und als [[Notwendigkeit]] einer dem Menschen fremden [[Objektivität]] vorgestellt wird. Dies kann durch praktische [[Erkenntnis]] von Lebenszusammenhängen in der herrschenden Kultur geschehen, deren Erschließung angegangen wird, oder auch in Form von Kunst- und [[Ideologiekritik]], der Kritik von [[Lebenswerten]], die sich hierauf beziehen. Meist wird beides in einem nötig sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kulturkritik bezieht sich nicht einfach auf eine kulturelle [[Ideologie]], sondern als [[Kritik der politischen Ästhetik]] auch auf deren Realität (siehe [[Realabstraktion]]). Als solche befasst sie sich mit der [[Ästhetik]] der [[wahrgehabten]] [[Gegebenheiten]], mit der Welt der [[Gefühle]]. Hier ist sie die Kritik an deren Privatform, am Raub ihrer [[Schönheit]] (siehe [[Einverleibung]]), der Vorherrschaft der [[Selbstgefühle]]. Sie richtet sich daher besonders gegen die Privatformen gesellschaftlicher [[Wahrnehmung]], gegen die Beherrschung menschlicher [[Geschichte]], gegen [[reaktionäres Bewusstsein]] und die [[Mythologisierung]] menschenfeindlicher Lebensverhältnisse zu einer Überhöhung, zur Denaturierung und Deformation menschlicher [[Liebe]] als Selbstverliebtheit des personifizierten Menschen (siehe hierzu die [[Privatperson]]), als [[Selbstbehauptung]] menschlicher Natur (siehe hierzu auch [[Rassismus]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kulturkritik positioniert sich von daher im politischen Streit sowohl ideologiekritisch - z. B. gegen linksideologisch begründete Egozentrik (Sensibilismus), gegen den Liberalismus der Austauschbarkeit ([[Flexibilität]]) und gegen alle Formen rechter Kulturkritik ([[Nationalismus]], [[Rassismus]]) - als auch gesellschaftskritisch. Gesellschaftskritisch verhält sie sich zu den wirklichen kulturellen Problemen der Menschen. Ihre [[Ideologie]]kritik bezieht sich aber vornehmlich auf theoretische Positionen, welche in [[subjektiver]] Form [[objektiv]] auf die Menschen reflektieren und somit einen [[Begriff]] von politischer &#039;&#039;Menschlichkeit&#039;&#039; etablieren, die als Ethik des absoluten Seins einer absoluten [[Ethik]] dienlich ist, bzw. als [[Moral]] des [[Übermensch]]lichen zur [[Gesinnung]] von menschlicher Subjektivität gemacht wird. Alle ideologischen Kulturbegriffe sind Ausdruck eines [[politischen Nominalismus]] der [[Natur]]verherrlichung und derer [[Esoterik]], die als Maß der menschlichen [[Natur]] und des Menschseins gilt. Notwendig wird dieses Maß [[rassistisch]], sobald es [[politisch]] gedacht und angewendet wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Linke Kulturkritik setzt also an der Kritik der Politik mit Kultur an und gründet auf der inneren Entwicklung von Kultur an ihrem existenziellen Zusammenhang (siehe [[Warentausch]] bzw. [[Warenfetischismus]]) an, wo sie durch politische Kultur reaktionär wird. Linke Kulturkritik weiß den Menschen objektiv als sich vergegenständlichendes gesellschaftliches Wesen, das nur an seinem Gegenstand gebrochen werden kann, wenn es politisch in seiner Entfaltung bedrängt und daher [[formbestimmt]] wird. Der Begriff menschlicher Entfaltung ist der [[Reichtum]] an menschlicher Lebensäußerung.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Wolfram</name></author>
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		<title>Scheinwelt</title>
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		<updated>2026-05-26T05:39:52Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Wolfram: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;Alles aber (...) ist jetzt ultra, alles transzendiert unaufhaltsam, im Denken wie im Tun. Niemand kennt sich mehr, niemand begreift das Element, worin er schwebt und wirkt, niemand den Stoff, den er bearbeitet. (...) Junge Leute werden viel zu früh aufgeregt und dann im Zeitstrudel fortgerissen. Reichtum und Schnelligkeit ist, was die Welt bewundert und wonach jeder strebt; Eisenbahnen, Schnellposten, Dampfschiffe und alle mögliche Fazilitäten der Kommunikation (...). Wir werden, mit vielleicht noch wenigen, die Letzten sein einer Epoche, die sobald nicht wiederkehrt. (Johann Wolfgang Goethe, Brief an Zelter vom 6.6.1825)&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Scheinwelt ist eine Welt, worin das Scheinbare (siehe [[Schein]]) wesentlich erscheint, als eine Erscheinung des Zusammenhangs der Scheinbarkeiten wahrgenommen wird (siehe [[Phänomenologie]]) und worin daher alles durch seine [[Widersinnigkeiten]] [[entwirklicht]] ist und in der Entwirklichung wesentlich gilt. Darin verallgemeinert sich vor allem die [[Beliebigkeit]] in der [[Unwirklichkeit]] einer fremd scheinenden [[Macht]] (siehe auch [[Entfremdung]]), worin ein [[allgemeines]] [[Dazwischenseins]] auf das [[Wirkliche]] [[wirkt]], sein [[abstraktes]] [[Anderssein]] darin durch seine [[Abwesenheit]] [[bestimmt]] (siehe hierzu auch [[Abstraktionskraft]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wo [[Geld]] als [[Geldbesitz]] [[selbstständig]] und also [[abstrakt]] gegen die [[Inhalte]] der [[Gebrauchswerte]] auftritt [[verkehrt]] sich über die [[Ohnmacht]] der [[gesellschaftlich]] nur [[abstrakt]] verbleibenden [[Gebrauchswerte]] zu einer [[gesellschaftliche]] [[Macht]] des [[Geldes]] und macht die Geldform zum [[Subjekt]] aller [[Warentausche]] und deren [[Täuschungen]] durch ihre [[allgemeine Wertform]], die die [[Form]] ihrer an sich [[gleichgültigen]] Vergleiche und Gleichsetzungen, ihrer [[Äquivalentform]] ist (siehe hierzu [[Warenfetischismus]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;Die erste Eigentümlichkeit, die bei Betrachtung der Äquivalentform auffällt, ist diese: Gebrauchswert wird zur Erscheinungsform seines Gegenteils, des Werts. Die Naturalform der Ware wird zur Wertform. [[(MEW 23, S. 70f)]]&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;Es ist ... eine zweite Eigentümlichkeit der Äquivalentform, daß konkrete Arbeit zur Erscheinungsform ihres Gegenteils, abstrakt menschlicher Arbeit wird. [[(MEW 23, S. 70f)]]&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;Es ist ... eine dritte Eigentümlichkeit der Äquivalentform, daß Privatarbeit zur Form ihres Gegenteils wird, zu Arbeit in unmittelbar gesellschaftlicher Form. [[(MEW 23, S. 70f)]]&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In einer [[Scheinwelt]] herrscht das Scheinbare, das [[Beliebige]], der [[Schein]] des Anscheins schlechthin, ein Reflex der Sinnlosigkeit, der die [[Wahrnehmung]] [[entwirklicht]] und [[mystifiziert]] (siehe auch [[Fetischismus]]). Darin hat [[nichts]] [[wirkliche]] [[Substanz]] und das macht alles [[unheimlich]]. Scheinwelt ist eine Welt, in der sich die [[substanziellen]] [[Beziehungen]] in ihrer [[Allgemeinheit]] wechselseitig [[aufheben]], sich an einander und durch einander [[entwirklichen]], weil sie keine [[Form]] ihrer [[Verallgemeinerung]] [[erkennen]] können, sich deshalb gegenseitig [[nichten]]. Sie ist eine Welt, worin z.B. der [[Schein]] einer allseitigen [[Nützlichkeit]] herrscht (siehe auch [[Opportunismus]]), weil der [[Nutzen]] die [[Objektivität]] des Gebrauchs (siehe auch [[Gebrauchswert]]) und also auch des Verbrauchs, die Verfügung über dessen [[Sache]] und Menschen zu ihrer [[Nichtung]] treibt. Sie sind als [[Zweck]] und [[Mittel]] zugleich das [[Material]] ihrer [[Vermittlung]] und lösen sich darin selbst durch ihre gegenseitige Besessenheit auf. Wo Menschen oder Sachen nur für sich benutzt werden, ist das [[Subjekt]] ihrer [[Nutzung]] selbst besessen und also zugleich [[Objekt]] seiner [[Lebensverhältnisse]] (siehe hierzu [[Zwischenmenschlichkeit]]). Von daher ist Nutzen ein Herrschaftsbegriff (siehe hierzu auch [[Nützlichkeit]]), auch wenn er wechselseitig, also in [[wirklichen]] [[Verhältnissen]] [[objektiviert]] ist. In der wechselseitigen Vernutzung verliert allerdings jeder [[Gegenstand]] - auch ein Mensch – seine [[Wirklichkeit]], wird selbst [[unwirklich]] durch seine [[Entgegenständlichung]]. So auch im [[Nutzen]] [[zwischenmenschlicher Beziehungen]]: Wenn der Eine den Anderen benutzt und ihn für sich nutzt, wird er zugleich von ihm vernutzt, als [[Subjekt]] unterliegt er seiner eigenen [[Objektivität]] im Nutzen seiner [[Lebensverhältnissen]] (siehe hierzu auch [[Selbstentfremdung]]). Und so heben beide sich in ihren wechselseitigen [[Wirkungen]] ihrer [[Subjektivität]], in ihrer wechselseitigen [[Negation]] durch die [[objektive]] [[Wirklichkeit]] ihrer Vernutzung auf (siehe [[Entwirklichung]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In einer [[Scheinwelt]] herrscht daher das das Scheinbare, der [[Widerschein]] des Anscheins schlechthin. Darin hat nichts [[wirkliche]] [[Substanz]]. Darin überlagern sich die [[Eindrücke]] [[beliebiger]] [[Gefühle]], die durch [[Ereignisproduktion]] erzeugt und [[befriedet]] werden, weil sie keinen [[eigenen]] [[Ausdruck]] mehr darstellen. Aber sie kultivieren zugleich eine Welt [[isolierter]] [[Empfindungen]], [[reproduzieren]] verlassene Seelen und verengen die [[Wahrheit]] ihrer [[Wahrnehmungen]] (siehe [[Angst]]), töten sie durch ihre [[Lebensangst]] (siehe [[tote Wahrnehmung]]) und [[verwahrlosen]] daran (siehe auch [[Dekadenz]]). Schließlich kehren sie ihren [[Sinn]] gegen ihre [[Kultur]], [[trennen]] ihren [[Leib]] von ihrer [[Seele]] und [[pervertieren]] sich selbst zu einem Zwang [[entäußerter]] [[Wahrheit]] (siehe hierzu auch [[Perversion]]). So erscheint Geld nicht mehr als reine Vermittler des Warentauschs, sonder als dessen Subjekt. Der Schein verwesentlicht sich gegen seine wahre Wertsubstanz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;In der Tat wird der Wert hier das Subjekt eines Prozesses, worin er unter dem beständigen Wechsel der Formen von Geld und Ware seine Größe selbst verändert, sich als Mehrwert von sich selbst als ursprünglichem Wert abstößt, sich selbst verwertet. Denn die Bewegung, worin er Mehrwert zusetzt, ist seine eigne Bewegung, seine Verwertung also Selbstverwertung. Er hat die okkulte Qualität erhalten, Wert zu setzen, weil er Wert ist. Er wirft lebendige Junge oder legt wenigstens goldne Eier.&#039;&#039; (MEW 23, S. 169) &amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Scheinwelt stellt also eine [[Welt]] dar, worin der [[Schein]] herrscht, indem er sich unentwegt durch das Scheinbare bestätigt und verdoppelt. Es ist eine Welt, worin die [[Formen]] des Anscheins zum wesentlichen [[Inhalt]] ihrer [[zwischenmenschlichen Beziehungen]] geworden ist, eine Welt, deren [[Wesen]] [[abwesend]], bloßer [[Fetisch]] ist (siehe auch [[Warenfetischismus]]). in der das Original durch die Kopie [[vertauscht]] ist (siehe auch [[Warentausch]]), weil sie als Lebenswelt ununterscheidbar, also selbst austauschbar ist. Darin entsteht eine [[Kultur]] der Aufreizung, weil alles [[einverleibt]] und aufgezehrt wird, nur noch in einer sinnentleerten [[Form]] den Menschen nahe ist, weil nur noch [[Erlebnisse]] vom [[Leben]] zeugen (siehe auch [[Eventkultur]]), auch wenn sie nur noch [[repräsentieren]] künnen, was sie [[eigentlich]] sein sollen. Solche Kultur besteht als [[Kult]] der [[Eigentlichkeiten]] aus [[Reflexionen]] und [[Interpretationen]] von [[Ereignissen]], die sich aus dem [[Nichts]] herausstellen und herausbilden müssen. Es sind grundlos gewordene [[Lebensverhältnisse]] die ihren Sinn für das bloße Geschehen und Geschehenlassen verfüllen (siehe auch [[Kulturkonsum]]), indem sie ihn [[ausschließlich]] für sich und ausschließend gegen andere, sich im Wechsel erhalten, in der Abwechslung der [[Ereignisse]] [[repräsentieren]]. In [[zwischenmenschlichen Verhältnissen]] künnen hierüber Menschen einander im Widerschein ihrer [[Existenzen]] beflügeln, erbauen und ergützen (siehe auch [[heile Welt]]). Es ist eine Welt [[narzisstischer]] Beziehungen, in der sich die Repräsentationen aneinenader und durch einander repräsentieren, worin die Eine ihre Repräsentanz aus dem Reiz der Anderen bezieht, also entleerte [[Anwesenheiten]] wiedergibt und daher für einander beziehungslose [[Repräsentanzen]] sind, absurde Vergegenwärtigungen erstellen, die auch ihre Selbstwahrnehmung entstellen und [[pervertieren]]. Eine solche Welt ist voller [[Ereignisse]], die getrennt voneinenader auftreten, in keinem [[geschichtlichen]] Zusammenhang stehen, und daher [[Erlebnisse]] bieten, die ohne [[wirkliches]] [[Leben]], aber &#039;&#039;[[täuschend]] echt&#039;&#039; lebendig sind (siehe auch [[Eventkultur]]). Sie herrscht, wo nur noch bildhaftes herrscht, wo niemand &#039;&#039;sich kennt&#039;&#039; und sich daher auch nicht auskennen kann, daher jeder Mensch alles finden kann, was und wie er [[empfindet]] und sich [[fühlen]] kann, wie er [[will]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
An und für sich kann die [[Wahrnehmung]] nicht gegen sich selbst gerichtet sein. Wo aber der positive [[Schein]] der Welt sich als Lebenswelt eines [[ästhetischen Willens]] in seiner [[Verkehrung]] mächtig gemacht hat, wo er sein [[Heil]] in der Welt der [[zwischenmenschlichen Verhältnissen]] erfunden und gefunden hat (siehe hierzu auch [[heile Welt]]), da trägt er ein [[Bild]] der Vollendung fort, das eine [[Güte]] ihrer [[Ästhetik]] ausströmt, die nicht von dieser Welt des [[bewegten]], des tätigen [[Lebens]] (siehe auch [[Arbeit]]) sein kann. Er treibt die lebendige [[Wahrnehmung]] in die Krise einer allmächtigen [[Wahrheit]], die sich in der [[Sinnbildung]] der [[bürgerlichen Kultur]] dem entsprechend [[politisch]] gestaltet (siehe hierzu auch [[politische Kultur]]). Ihr [[Positivismus]] spaltet die [[Selbstwahrnehmung]] der Menschen in Freund und Feind und [[bestimmt]] die [[Formen]] der [[Kultur]] in ihren Lebensstrukturen und [[Ängsten]] (siehe hierzu auch [[Lebensangst]]) zwischen [[Macht]] und [[Ohnmacht]] der [[Selbstwahrnehmung]] (siehe hierzu auch [[Selbstveredelung]]). Sie [[zerteilt]] die [[Kulturen]] der [[Selbstbeziehung]] in politische Dispositionen und gründet gegensinnige [[Erkenntnisinteressen]], die sie in ihrer Aufmerksamkeit auch gegensinnig ausrichten (siehe hierzu auch [[Erkenntnistheorie]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es sind die [[Elemente]] des [[Daseins]] nicht mehr [[erkennbar]], weil sie nurmehr in ihren [[Medien]] (z.B. im Internet) sich abbilden und wo nurmehr ihre [[Aufregung]] herrscht, weil die [[Substanzen]] der [[Wirklichkeit]] [[unwirklich,]] nur in einem [[Bild]] von sich gegenwärtig sind. Da gibt es auch kein wirkliches Walten außerhalb der unzählichen Verwaltungen von [[Ereignissen]]: Keine wirkliche Welt, nur [[wesen]]loses Hin und Her, ein wechselseitig bespiegeln ohne [[Grund]] und [[Folge]] (siehe auch [[Narzissmus]]), ohne [[Ursachen]] aber voller [[Wirkungen]] in einer Fülle unentwegter Aktionen und [[Reaktionen]], tendenziell [[reaktionär]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[Ereignisse]] in einer Scheinwelt gestalten sich in den Lebensformen des [[Erlebens]], der [[Selbstwahrnehmungen]], worrin die [[Selbsgefühle]] aus der [[Ästhetik]] ihrer [[zwischenmenschlichen Verhältnisse]] gewonnen werden, um im [[Massengefühl]] den [[Sinn]] zu ersetzen, den sie nicht wirklich [[empfinden]] künnen. Was in wesenlosen [[Beziehungen]] nicht ist wird in den Selbstbespiegelungen ihrer Kultur, in [[narzisstischen]] Beziehungen zu einer eigenen Art von Welt, in der sich die Menschen verlieren, weil sie sich in ihrem Spiegelbild immer wieder neu finden und [[empfinden]] müssen (siehe hierzu auch [[prothetische Beziehung]]). Der [[Begriff]] [[Narzissmus]] gründet auf der griechischen Mythologie von Narziss, der sich in sein Spiegelbild verliebt hatte. Hier wird das als Strafe einer Schicksalsgüttin begriffen, wonach der allseits umworbene Jüngling Narziss, der aus Stolz auf seine Schünheit alle Verehrerinnen und Verehrer zurückgewiesen hatte, mit einer [[Liebe]] bestraft wurde, die unmüglich erfüllt werden kann. Die Schicksalsgüttin straft Narziss mit unstillbarer Selbstliebe. Er verliebte sich in sein eigenes Spiegelbild, das er im Wasser einer Quelle sieht; auch er kann das Objekt seiner Liebe nicht erreichen und verwandelt sich sterbend in eine schüne Blume, eben eine Narzisse.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Scheinwelt wird alles prominent, was darin häufig &#039;&#039;ins Auge fällt&#039;&#039;. Prominenz ist das Hervortreten eines Einzelnen aus einem Gemenge von vielem, das sich darin [[verallgemeinert]] sieht, ein Beispiel seiner selbst oder seiner [[Ideen]] oder [[Bedürfnisse]] oder [[Wünsche]] oder [[Bilder]] für sich kultiviert und im [[Kult]] [[idolisiert]] (siehe auch [[Fankult]]). Dieses Hervortreten findet allerdings nur in der [[Wahrnehmung]] statt, im reinen [[Quantum]] dessen, was sie in ihren Begegnungen für wahr nimmt, ganz gleich, was sie davon [[wahrhat]]. Es reflektiert sich darin alleine die [[Dichte]] von Vergegenwärtigungen einer [[Erscheinung]], die mit den [[Bedeutungen]] in der [[Wahrnehmung]] ganz getrennt von ihrer [[Wahrheit]] zusammenfallen, die damit diese allerdings auch bedeutungslos machen. Prominenz vollzieht die Totalissierung dieser Scheinwelt., in dieser Welt, worin alles wichtig und voller [[Bedeutung]] erscheint, weil es jedes [[Geltungsstreben]] zu befriedigen vermag, wenn es seinen [[Narzissmus]] &#039;&#039;füttert&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Scheinwelt ist eben eine [[Welt]], die eben nur zum [[Schein]] Welt ist, die als das, was sie als Welt sein soll, nur für sich und nur durch sich bestimmt ist und die durch das bloße [[Erleben]] der [[Ereignisse]], also ohne weltliche [[Wirkung]] und Wirklichkeit, ohne [[Gegenständlichkeit]] da ist. Es is eine Welt, die nicht [[wirklich]] [[wahr]] sein kann und als [[Wirklichkeit]] weltenlos ist, weil sie sich durch nichts wirklich [[verhält]] und sich auf nichts wirklich [[bezieht]], ihr nichts gegenüber steht und sie daher in ihrer Beziehungslosigkeit nur sich selbst gleichbleiben kann. Sie ist in ihrem [[Dasein]] [[beliebig]], endlos, [[unwirklich]], zwar voller [[Inhalte]], ober ohne [[Form]] für diese, sondern nur Form für sich. Es sind Inhalte, die keinen [[Grund]] haben, weil sie selbst nur ihrer [[Form]] entspringen, die für sich begründet [[erscheint]] (siehe [[Formbestimmung]]). Aber für sich und in [[Wirklichkeit]] handelt es sich dabei um eine [[Verkehrung]] von [[Form]] und [[Inhalt]], so dass in der Form konkret sinnlich die darin verkehrte Substanz [[abstrakt und allgemein]] wesentlich erscheint, als ein inhaltsleeres [[Wesen]] wirkt, als [[Abstraktionen]] einer [[Güte]], welche zwar [[qualitativ]] Wirkung hat, aber nicht wirklich ist. Weil sie [[substanziell]] eine [[Abstraktion]] darstellt, die gegen ihren Inhalt [[gleichgültig]] ist und ihn [[unwirklich]], seine [[Wirklichkeit]] [[nichtig]] macht, ihn im Grunde [[negiert]]., ist eine Scheinwelt als Verkehrung einer [[Welt]] zugleich immer auch für sich eine verkehrte Welt, eine Welt, in der sich alles selbst auch verkehrt verhalten muss. Es sind [[Verselbständigung]] eines [[Wesens]], das darin nur in seiner [[Verkehrung]] erscheinen kann. Hierin werden [[Wirkungen]] nur [[negativ]] erzeugt, also in der Abgrenzung zum Unguten, zum Schlechten, das dem Guten äußerlich, weil hiervon [[absolut]] [[getrennt]] ist und das Gute erst dadurch bestimmt ist, dass es Schlechtes gibt, dieses aber von sich ausschließt. Es ist die Welt der [[Moralisten]], der [[Selbstgerechtigkeit]] von Gutmenschen, die dadurch gute [[Gefühle]] haben, dass sie sich gut begründen können und dass sie deshalb auch im Grunde alles [[schön und gut finden]] können, auch wenn es schlecht ist oder gerade weil es so ist (siehe hierzu[[ästhetischer Wille]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Gute macht solche Welt zur [[heilen Welt]], die von außen, von [[fremden Kräften]] bedroht ist. Güte wird zur substanziellen Grundlage des Verhaltens, das als Maß der [[Lebenswerte]] fungiert. Sie finden diese in [[Eigenschaften]] aus einem [[Leben]], das der Scheinwelt [[einverleibt]] wird, die von aller [[Bedingung]] frei gestellt erscheint, unbedingt gelten soll, damit darin die Menschen für sich das positiv [[wahrnehmen]], was sie außer sich negativ [[wahrhaben]]. Das Maß der Scheinwelt ist die [[Idee]], nach welcher die [[Sinne]] einverleibt werden, welche die eigenen Lebenswerte nötig haben. Von daher erscheint solche Welt wie die Welt einer [[Ideologie]]. Aber diese Welt ist [[wirklich]]. Sie besteht aus dem [[Sinn]], der aus [[fremden]] [[Eigenschaften]] wirklich [[einverleibt]] ist und daher auch [[Wirkung]] hat ohne als Sinn wirklich zu sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Scheinwelt entsteht durch die Präformation, die [[Formbestimmung]] von [[zwischenmenschlichen Verhältnissen]] durch [[Lebenswerte]], die das Verhalten in einem bestimmten [[Lebensraum]] sortieren (z.B. als [[Familiensinn]]), um deren [[Idealisierung]] zu befördern und deren Beschränkungen durch fremde Einflüsse zu mindern, welche hierfür bedrohlich sind - und das ist fast alles Wirkliche. In einer Scheinwelt erscheint alles unwirkliche dadurch real, dass es in Gestalt von Menschen, von deren körperlichen Dasein vermittelt und durch deren [[Anwesenheit]] durch ihre symbiotischen [[Selbsbehauptung]] getragen ist. Für die Wirkungsmacht eine so erscheinenden Realität ist die [[Dichte]] der Begegnungen und der [[Ereignisse]] darin tragend.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was darin allerdings herrschend wird, ist die [[Notwendigkeit]] der Sortierung des Guten und des [[Bösen]] nach Maßgabe der Lebenswerte. Und die vollzieht sich in der Gewalt der Abhängigkeit vom Dabeisein, in der Notwendigkeit der Anwesenheit, die für Menschen nötig ist, die jenseits dieser Lebenwelt im [[Nichts]] verschwinden. Von daher steckt in jeder [[Lebensburg]] eine Scheinwelt. Das macht die [[Lebensangst]] darin aus. Ihre Welt ist bloße Gewalt der Anwenden als Walten im Widerschein eines [[Sinns]], der nicht sein kann. In ihr ist das Wahrnehmen eine auf sich selbst gründende [[Wahrheit]], die sich selbst aufhebt, weil ihre [[Empfindung]] daraus besteht, was sie wahrhat und was sie daraus macht, was sie also wahrmacht. Eine Scheinwelt ist kein [[notwendiger Schein]] gesellschaftlicher [[Beziehungen]], sondern wirkliche Erscheinungswelt sinnlicher Bezogenheiten, wahrgemachter [[Sinn]], der keinen Sinn hat, wirklich [[abstrakter Sinn]] als [[Wirkung]] eines [[Unsinn]] ist. Das Wahrmachen solcher Sinnlichkeit ist die Produktion einer Scheinwelt, in welcher Sinnliches voller Unsinn [[erscheint]]. Es ist darin nichts wirklich nötig, weil darin alles möglich erscheint. Wirkliche Not entsteht nur durch den Verlust der Scheinwelt überhaupt, dem Reservoir unendlich scheinender Möglichkeiten, wenn sie vergönnt werden. Es ist die Erscheinungswelt von [[Absichten]], welche in zwischenmenschlichen Verhältnissen wahrgemacht werden: Wirklichkeitsform der [[Seele]], seelisches [[Sein]], in welchem das [[Erkenntnis]]vermögen aufgehoben erscheint: Vollkommenheit des [[Selbstgefühls]]. Das ermöglicht zwar ein Leben in diesem Schein, enthebt aber den Sinn der Wahrnehmung seiner Wahrheit und führt zu einer Störung der Wahrnehmungsidentität, wenn er diese Scheinwelt verlässt (siehe [[Verdrängung]]). Nur in ihr wird er in den [[Gefühlen]] bestätigt, die er nötig hat: Selbstgefühle unendlicher Empfindsamkeit, Sinn aller Scheinhaftigkeiten, die so tief erscheinen, wie sie bezogen auf ihre Wahrheit, auf ihr ganzes geschichtliches Sein, flach sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Sinn einer Scheinwelt holt seine [[Kraft]] aus der Notwendigkeit einer Beziehung, die keinen Sinn hat (siehe auch [[Fetischismus]]), aber alle Sinne bestimmt (siehe [[Körperfetischismus]]). In der Not ihrer Abstraktheit ensteht abstrakte Sinnlichkeit dadurch, dass alles, was Sinn hat, sich in Gemeinschaft auflöst, um allem Sinn zu verleihen. Darin ist gesellschaftlicher Sinn sowohl aufgehoben wie auch einverleibt (siehe auch [[Kulturkonsum]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In einer Scheinwelt ist alles da, was für das Sein nötig ist, auch wenn ihr Dasein die Umkehrung ihres wesentlichen Seins ausmacht. Sie funktioniert nur dadurch, dass sie im Einzelnen gibt, was sie allgemein nimmt, dass sie Bedürfnisse befriedigt, indem sie Bedarf aufhebt, Sinn vermittelt, indem sie Erkenntnis aufhebt usw.. Es ist die Lebensform einer [[Täuschung]], die daraus besteht, dass alles für etwas anderes da ist, als was es zu sein scheint, dass im einzelnen wahr ist, was allgemein nicht stimmen kann, was aber allgemein ungeheuerliche Not aufkommen ließe, wenn es nicht da wäre. So verbirgt jede Scheinwelt eine [[Lebensangst]], die innerhalb ihrer [[Beziehungen]] Vernichtungsangst auslöst, wenn [[Positionen]] mächtig werden, welche darin als wirkliche Beziehung herrschen, also den Schein dieser Welt wirklich beherrschen. Für sich sind diese Beziehungen ohnmächtig, weil sie keinen Sinn haben, aber als [[prothetische Beziehung]] Sinn machen für eine Beziehung in fortwärender Nichtigkeit, die sich an allen Stoffen forttreibt, die darin einverleibt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Subjektiv ist jeder Mensch in der Lage, sich von Scheinwelten zu trennen, sobald er eine Welt gefunden hat, in der seine Beziehungen wirklich vorkommen können. Aber es gibt viele [[objektive Gefühle]], die ihn an Scheinwelten auch subjektiv binden können. Oft ist es die objektive Einfalt (s.a. [[Kitsch]]), welche eine Scheinwelt subjektiv zusammenhält und ihren [[Schmerz]] darin erstickt. In der Sehnsucht hält sich die [[Täuschung]] unendlich und treibt ihre Blüten in [[Zuständen]] der [[Seele]], die sich ihrer [[Enttäuschung]] noch nicht gewiss ist, weil und solange sie ihre [[Absicht]], ihre [[Liebe]] zur [[Idee]] nicht aufgeben kann.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Wolfram</name></author>
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		<title>Kulturkritik</title>
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		<updated>2026-05-26T05:38:29Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Wolfram: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;Seitdem der materielle Reichtum, diese Summe der Erzeugnisse produktiver menschlicher Arbeit, im Geld seinen abstrakten, anonymen Repräsentanten gefunden hat, seitdem der unmittelbare Zweck der produktiven Arbeit nicht mehr die Vermehrung des dinglichen Reichtums, die Herstellung von Gütern, sondern diese nur Mittel zu einem weiteren eigentlichen Zweck: der Vermehrung von Geldreichtum geworden ist, seitdem es genügt, Geld zu besitzen, um reicher werden zu können- seither hat das Reichwerden im engeren, materiellen Sinne aufgehört, notwendig auch ein Reicherwerden im geistigen, kulturellen Sinne nach sich zu ziehen. [[(MEW 23, S. 674)]]&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kulturkritik]] ist die [[Kritik]] der [[Scheinwelten]] bei der [[Sinnbildung]] einer [[Kultur]] des [[Kapitals]] (siehe auch [[Kapitalfetisch]], an der [[Entfremdung]] der [[gesellschaftlichen]] [[Substanz]] dessen, was den organischen [[Reichtum]] der Menschen darstellt, und durch die [[abstrakte Allgemeinheit]] ihrer [[Formbestimmtheit]] den Anschein eines menschlichen [[Reichtum]] [[vermittelt]] und im [[Schein]] und getrennt von den Beziehungen in ihren wirklichen Verhältnissen kultiviert. Kulturkritik ist die [[Kritik]] eines [[gesellschaftlichen]] Unvermögens einer in ihrer [[Wirklichkeit]] [[widersinnigen]] [[Kultur]] des [[Geldes]], an einer [[gesellschaftlichen]] Substanzlosigkeit des [[Geldbesitzes]], wie diese sich in den [[Institutionen]] einer [[Kultur]] [[entäußerter]] [[Existenzformen]] ihrer [[zwischenmenschlichen Verhältnisse]] darstellt, worin sich die Menschen selbst als das [[Material]] im Ausmaß ihrer gesellschaftlichen [[Bezogenheit]] [[wahr]] machen und [[wahrnehmen]] (siehe hierzu [[zwischenmenschliche Beziehung]]). Kulturkritik ist also nicht einfach nur [[kritische]] [[Philosophie]] und auch nicht einfach [[kritische Theorie]], sondern vor allem eine [[Kritik]] des [[Unsinns]] einer [[Macht]] der [[Sinnbildung]], die in der [[unmittelbar]] [[gesellschaftlichen]] [[Wahrnehmung]], in den toten Wahrnehmungen [[zwischenmenschlicher Beziehungen]] einer bestimmten [[Kultur]] der Menschen in einem bestimmten [[Lebensraum]] beherrscht&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Macht]] entsteht, wo [[Ohnmacht]] herrscht – eben als politische [[Macht]], wo sie [[allen gemein]], die [[Allgemeinheit]] also als [[politische]] [[Macht]] herrscht – ganz gleich ob diese Herrschaft [[sachlich]] oder [[ideologisch]] bestimmt auftritt. [[Recht]] kann aber nur [[wahr]] sein, wo es sich gegen Unrecht [[verhalten]] kann. Was nötig ist das fügt sich auch ohne [[objektiv]] [[notwendig]] zu sein. Und was [[subjektiv]] nötig ist, ist die [[Freiheit]] sich ohne [[Not]] hiergegen zu [[entscheiden]]. Die [[Geschichte]] erweist sich als ihr [[gesellschaftliches]] Produkt – [[Gesellschaft]] als vergegenständlichte [[Freiheit]] der [[Entscheidungen]] über das, was den Menschen nötig ist, ohne [[subjektiv]] [[notwendig]] zu sein. Und das bildet auch ohne [[Not]] immer wieder das [[Eigene]] aus dem [[Fremden]], weil sich [[lebendige]] [[Geschichte]] zwischen [[Subjekten]] und [[Objekten]] [[bewegt]], soweit sich das [[Fremde]] nicht selbst aus den [[Objekten]] bestimmt. [[Macht]] an sich ist dabei unnötig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es geht bei der [[Analyse]] jener [[Macht]] um das, worin die Menschen sich selbst als das [[Material]] ihrer [[Verhältnisse]] für [[wahr]] nehmen, worin sie der [[politischen]] [[Logik]] ihrer [[Selbstwahrnehmungen]], dem [[ästhetischen Willen]] ihrer [[zwischenmenschlichen Verhältnisse]], der gemeinen [[Macht]] der [[Zwischenmenschlichkeit]] ihrer [[unmittelbaren]] [[Lebensverhältnisse]] unterworfen sind. Durch dessen [[Kulte]] und [[Sitten]] im [[Erleben]] und [[Leiden]] in und an ihren [[zwischenmenschlichen Beziehungen]] wird ihre [[Selbstwahrnehmung]] der [[Logik]] ihrer wechselseitigen [[Einverleibungen]] im [[Nutzen]] eines [[allen gemeinen]] [[Verhaltens]] entstellt und im Großen und [[Ganzen]] einer [[abstrakten]] [[Gemeinsinnigkeit]] [[gleichgeschaltet]]. Von daher ist es nötig, den [[Unsinn]] einer [[politischen Kultur]] durch das [[Begreifen]] und Zutrauen in die [[Wahrheit]] der [[eigenen]] [[Wahrnehmung]] zu [[empfinden]], um ihren [[politischen]] [[Verallgemeinerungen]] zu entkommen bzw. diese [[aufzuheben]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im [[Dazwischensein]] der gemeinen [[gesellschaftlichen]] [[Macht]], in der [[Zwischenmenschlichkeit]] ihrer [[unmittelbaren]] [[Lebensverhältnisse]] [[begründen]] und vollziehen die Menschen den [[Zwiespalt]] ihrer [[zwischenmenschlichen Verhältnisse]] die sie im [[Erleben]] und [[Leiden]] in und an ihren Selbstwahrnehmungen in ihren [[zwischenmenschlichen Beziehungen]]. Über deren [[Kulte]] und [[Sitten]] [[erfahren]] sie ihren [[Klassengegensatz]] in einem schrankenlosen [[Geltungsbedürfnis]]. Darin wird ihre [[Selbstwahrnehmung]] der [[Logik]] einer [[Selbstverwertung]] ihrer wechselseitigen [[Einverleibungen]] im [[Nutzen]] eines [[allen gemeinen]] [[Verhaltens]] entstellt und im Großen und [[Ganzen]] einer [[abstrakten]] [[Gemeinsinnigkeit]] [[gleichgeschaltet]]. Von daher ist es nötig, den [[Unsinn]] einer [[politischen Kultur]] durch das [[Begreifen]] und Zutrauen in die [[Wahrheit]] der [[eigenen]] [[Wahrnehmung]] zu [[empfinden]], um ihren [[politischen]] [[Verallgemeinerungen]] zu entkommen bzw. diese [[aufzuheben]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Doch [[Macht]] kann durch [[Täuschung]] erzeugt werden, wo die [[Verhältnisse]] selbst zwischen Subjekt und Objekt [[vertauscht]] und also [[verkehrt]], das heißt [[unwirklich]] gemacht wird (siehe auch [[Verkehrung]]), wenn ihre [[Verwirklichung]] als ihre [[Entwirklichung]] existiert. Und es ist schließlich vor allem die [[Sprache]], die dies [[vermitteln]] kann und in der Lage ist, [[Täuschungen]] [[aufzuheben]], indem sie das Vertauschte benennt und ein [[gesellschaftliches]] [[Bewusstsein]] hierüber zu [[bilden]] vermag, indem sie das [[Mittel]] der [[Verständigung]] und damit des [[Verstandes]] ist, – indem sie den [[Sinn]] des [[Denkens]] vergesellschaftet. Das [[Wissen]] um ihre [[Ohnmacht]] ist daher auch ein mächtiges [[Mittel]] einer menschlichen [[Emanzipation]] – als [[Kritik der politischen Kultur]] auch ihr [[politisches]] Werkzeug, um die [[Entfremdung]] des Menschen von der Welt, die er erzeugt, zu [[beweisen]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;Mit der Verwertung der Sachenwelt nimmt die Entwertung der Menschenwelt in direktem Verhältnis zu. Die Arbeit produziert nicht nur Waren; sie produziert sich selbst und den Arbeiter als eine Ware, und zwar in dem Verhältnis, in welchem sie überhaupt Waren produziert. ... Der Gegenstand, den die Arbeit produziert, ihr Produkt, tritt ihm als ein fremdes Wesen, als eine von dem Produzenten unabhängige Macht gegenüber. Das Produkt der Arbeit ist die Arbeit, die sich in einem Gegenstand fixiert, sachlich gemacht hat, es ist die Vergegenständlichung der Arbeit. Die Verwirklichung der Arbeit ist ihre Vergegenständlichung. Diese Verwirklichung der Arbeit erscheint in dem nationalökonomischen Zustand als Entwirklichung des Arbeiters, die Vergegenständlichung als Verlust und Knechtschaft des Gegenstandes, die Aneignung als Entfremdung, als Entäußerung. ([[MEB 40, S. 511f.]])&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Sprache]] ist das älteste [[Kulturgut]] der Menschen, das [[praktische Bewusstsein]] ihrer [[gesellschaftlichen]] [[Beziehungen]]. Wo sie aber im Schatten von [[Tatsachen]] nurmehr über verbale [[Interpretationen]] verfügt, wo sie über verschiedene Aspekte hierüber nur [[informiert]], wo sie sich im [[Selbstverständnis]] von [[Selbstverständlichkeiten]] zum [[moralischen]] Medium von [[Selbstbezüglichkeiten]] entwickelt, da wird ihre [[Vermittlung]] zum [[Ereignis]] einer übermächtigen Einfältigkeit (siehe hierzu [[tote Wahrnehmung]]), zur [[Selbstdarstellung]] von [[Vorstellungen]], [[Bildern]] und [[Gefühlen]] der [[Selbstwahrnehmung]]. Darin wird [[Wahrnehmung]] auf ihren [[selbstbezüglichen]] [[Nutzen]], auf eine Kommunikation von bloßen [[Interpretationen]], [[Meinungen]] und [[selbstgerechten]] Verbindlichkeiten von allseitig [[verbürgten]] [[Lebenspflichtigkeiten]] der [[bürgerlichen Gesellschaft]] [[reduziert]] und dadurch die Grundlagen der [[gesellschaftlichen]] [[Geschichte]], die Potenziale der Selbstveränderung der Menschen aufgelöst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wo, wenn, weil und solange Sprachlosigkeit herrscht wird darüber [[denken]] unmöglich (siehe hierzu [[Positivismus]]). Doch auch Sprachlosigkeit lässt sich an ihren [[Begriffen]] [[beweisen]], weil sie in sich selbst schon ihren [[Widersinn]] darstellen, weil sie sich in sich tautologisch begründen, ihre Aussagen zugleich als [[Grund]] für sich behauptet und in ihrer sprachlichen [[Interpretation]] ihren [[wirklichen]] [[Sinn]] abtötet. Solche [[Begrifflichkeit]] dreht sich im Kreis unsinniger Worte, die ihre [[Abstraktion]] durch ihre unendliche Selbsterweisung [[verewigen]]. Wer ihnen auf ihren [[wirklichen]] [[Grund]] geht, wird die Bemühung einer Beschreibung [[unsinniger]] [[Verhältnisse]] entdecken, die über die [[Abwesenheit]] ihres [[Wesens]], über ihre [[Nichtigkeit]] [[hinwegtäuschen]] sollen. So hatte schon der Begründer einer kritischen Philosophie (siehe [[kritische Theorie]]), Karl Marx, den [[Begriff]] des [[Tauschwerts]] entzaubert, der als &#039;&#039;contradictio in adjecto.&#039;&#039; [[(MEW Bd. 23, S. 50)]] sein grundlegendes [[Verhältnis]], den [[Warentausch]], schon voraussetzt, den Grund aus dem bezieht, was er erst begründen will. E sind die Preise, die zunächst willkürlich erscheinen, aber durch ihre allgemeine Wertform beweisen, dass ihr [[Wert]] sich nicht durch [[beliebige]] Relationen darstellen kann. Sie kündigen lediglich von dem, was sie nicht [[wirklich]] sind, weil sie nicht in ihrer relativen [[Bestimmtheit]] [[wahr]] sein können. Es ist lediglich der [[politische Wille]] des [[Privateigentums]], der sich darin verfestigen soll (siehe hierzu [[&#039;&#039;Krtik der politischen Ökonomie&#039;&#039;]]&#039;&#039;). So offenbaren auch die [[Begriffe]] der Kulturkritik ihren [[Widersinn]], wenn sie sich aus einem bloßen [[Dasein]] in ihrer gesellschaftlichen Wirklichkeit begründen, worin sich die Menschen nur als das Material ihrer Verhältnisse verwirklichen, sich im [[Dazwischensein]] ihrer Beziehungen verhalten können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie können ihre [[zwischenmenschlichen Verhältnissen]] nur in dem [[bestimmt]] [[wissen]], worine sie sich selbst in ihrer [[Zwischenmenschlichkeit]] jenseits ihrer wirklichen [[Verhältnisse]] als wesentlich menschlich behaupten können (siehe hierzu auch [[&#039;&#039;Krtik der politischen Kultur&#039;&#039;]]). Die Welt, in der die Menschen ihre [[Verhältnisse]] nur in einer Welt zwischen sich und anderen [[wahrnehmen]] können (siehe [[Dazwischensein]]), in der sie keine [[Gegenständlichkeit]] ihres Lebens finden und [[empfinden]] [[erscheinen]] ihnen ihre [[persönlichen]] [[Verhältnisse]] selbst schon [[beliebig]]. Und so wundert es auch nicht, wenn sie am [[Belieben]] ihrer [[Liebe]] zergehen und für einander auch [[wirklich]] [[gleichgültig]] werden. Denn darin bleiben sie sich und einander [[notwendig]] [[fremd]], können nur einer ihnen [[fremden]] Lebenswelt dienen, um ihr Leben zu verdienen. Und solange die Menschen ihr [[Leben]] verdienen müssen, können sie nicht als lebende Menschen gesellschaftlich zusammenwirken, keine gemeinschaftliche [[Wirklichkeit]] ihres [[Lebens]] und keine dem entsprechende [[Sprache]] bilden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kulturkritik]] [[dekonstruiert]] nicht einfach nur die [[Gewohnheiten]] eines [[ästhetischen]] [[Sollens]] (siehe [[ästhetischer Wille]]), sondern beschreibt auch ihren [[Grund]] als [[verselbständigte]] [[Notwendigkeit]] ihrer [[Erscheinungen]], die unendlich [[widersinnige]] Immanenz ihres [[Daseins]] (siehe [[Tautologie]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kulturkritik]] gründet auf [[Gedanken]], die einem [[ganzen]] Gedankenfluss entnommen sind, worin sie in einer [[Theorie]] konsistent zusammengefügt und dargestellt, in einer [[Theorio]] zusammenfließen, die letzlich - als [[Ganzes]] [[verstanden]] - [[wirkliche]] [[Kritik]] einer [[entäußerten]] [[Wirklichkeit]] ist. [[Kulturkritik]] ist nicht nur [[kritische]] [[Philosophie]] und auch nicht einfach [[kritische Theorie]], sondern vor allem eine [[Kritik]] des [[Unsinnigen]], dem [[Widersinn]] in den [[unmittelbar]] [[gesellschaftlichen]] [[Beziehungen]] der Menschen, in denen sie sich selbst zum gesellschaftlichen [[Material]] ihrer [[Verhältnisse]] machen, indem sie sich selbst als [[Mittel ihres Lebens]] [[vergegenständlichen]] und [[veräußern]]. Durch ihre [[zwischenmenschlichen Beziehung]] auf Andere werden sie selbst zum [[Material]] [[tautologischer]] [[Lebensverhältnisse]] und [[verkehren]] ihre [[Selbstachtung]] zu einem [[Selbstwert]] ihres [[Geltungsstrebens]] (siehe [[Selbstverwertung]]). So sind sie in ihrer [[Zwischenmenschlichkeit]] außer sich, können sich nur durch ihre [[Wahrnehmung]] von sich, in ihrer [[Selbstwahrnehmung]] durch ihre [[Selbstgefühle]] [[bewahrheiten]]. Und darin sind sie vor allem der [[Ästhetik]] einer politischen [[Vernunft]] unterworfen, die sie in ihren [[zwischenmenschlichen Verhältnissen]] über ihre [[Selbstbehauptungen]] befolgen (siehe hierzu auch [[Faschismus]]), um überhaupt noch als [[gesellschaftlicher]] Mensch, als Mensch in menschlichen [[Beziehungen]] zu [[existieren]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und so wird schon ein anderes gesellschaftliches [[Wesen]] begründet, das sich dem [[kulturellen]] [[Wesen]] ihrer praktischen Lebensproduktion enthebt und sich von dieser über ihre [[Selbstwahrnehmung]] [[trennt]] und abspaltet. Durch ihre über ihre stoffliche Lebenspraxis hinweg entwickelten [[Sitten]] im zwischenmenschlichen [[Erleben]] und [[Leiden]] der Menschen wird ihre [[Selbstwahrnehmung]] für den [[Nutzen]] eines [[allen gemeinen]] [[Verhaltens]] im Großen und [[Ganzen]] zu einem [[abstrakten]] [[Gemeinsinn]] entstellt und [[gleichgeschaltet]]. Von daher ist es nötig, den [[Unsinn]] einer [[politischen Kultur]] durch das [[Begreifen]] und Zutrauen in die [[Wahrheit]] der [[Wahrnehmung]] ihrer [[eigenen]] Welt zu heben und [[aufzuheben]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kulturkritik war als eigenstädige Disziplin der [[kritischen Theorie]] mit der [[Verselbstädigung]] des [[Weltkapitals]] (siehe auch [[Globalisierung]]) durch das Auseinanderfallen von [[Sinn]] und [[Nutzen]] der gesellschaftlichen[[Arbeit]] [[notwendig]] geworden. Durch den globalen Verwertungszwang des [[Kreditwesens]] zu einem [[verselbständigten]] [[Schuldgeldsystem]] (siehe hierzu [[fiktives Kapital]]) haben sich die [[kulturellen]] [[Beziehungen]] der Menschen von ihren [[realwirtschaftlichen]] abgelöst und sich zu einer [[politischen Kultur]] vermengt, die eigenstädige Verhältnisse der [[Besitzenden]] aus ihrer [[Zwischenmenschlichkeit]] entstehen ließ, während durch die weltweite Finanzpolitik des [[Kreditwesens]] eines [[fiktiven Kapitals]]die natürlichen Ressourcen der Welt und ihrer [[Natur]] einer schrankenlosen [[Negativverwertung]] überlassen wurde (siehe z.B. auch [[Petrodollar]]). Den [[objektiven]] [[Verhältnissen]] einer zunehmenden Naturzerstörung (siehe auch [[Klimawandel]]) stehen [[subjektiv]] die [[zwischenmenschlichen Beziehungen]] über den [[Geldbesitz]] der reichen Läder gegenüber.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Zwischenmenschlichkeit]] ist der [[Begriff]] für einen Kosmos von [[Beziehungen]], der auf eine [[Gesellschaft]] zwischen den Menschen über die Sinnhaftigkeit (siehe hierzu auch [[abstrakt menschlicher Sinn]]) ihrer [[zwischenmenschlichen Verhältnisse]] rekurriert. Darin sind [[Beziehungen]] von Menschen unterstellt, die in einem unvermittelten und also unmittelbar scheinenden Verhältnis zwischen sich und [[den anderen Menschen]] auftreten. Es sind [[Verhältnisse]] im [[Dazwischensein]], im [[Sein]] zwischen den Menschen, einem [[Dasein]], in welchem sie sich selbst und einander zu dessen [[Material]], sich als [[Person]] zum [[Gegenstand]] ihrer [[Kultur]] als [[subjektive]] [[Form]] ihres [[Lebens]] machen und haben, weil und soweit ihre gesellschaftliche [[Gegenwärtigkeit]]und [[Vergegenstädlichung]] in der [[Wirklichkeit]] ihrer [[objektiven]] [[Lebensverhältnisse]] ihnen entzogen, für sie [[abwesend]] ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ihre Teilnahme am gesellschaftlichen [[Leben]] der Menschen entwickelt sich daher vorwiegend in der [[zwischenmenschlichen]] [[Gesellschaft]] ihrer [[Selbstbeziehungen]]. In einer solchen Gesellschaft der [[Zwischenmenschen]] ist ihr [[Erkenntnisinteresse]] durch die [[Widersprüche]] ihres [[Daseins]] wie auch in ihrer [[Subjektivität]] gebrochen. Was sie an einander [[erkennen]] ist nicht das, was sie durch einander sind. [[Sinn]] und [[Nutzen]] ihrer Beziehungen stellen in ihrer zwischenmenschlichen Gesellschaftlichkeit gegensinnige Pole dar. Schon durch die [[Vermittlung]] der [[widersinnigen]] Lebenswirklichkeit einer [[abstrakt menschlichen Gesellschaft]]ist diese nicht durch sie als Menschen selbst, sondern durch ihre [[Selbstentfremdung]] im [[Dazwischensein]] von [[Sinn]] und [[Nutzen]] ihrer [[Arbeit]] bestimmt. Wo sie sinnlos wird, wenn sie einen unmenschlichen [[Nutzen]] befördert und nutzlos wird, wenn sie einen nur [[ästhetischen]] [[Sinn]] vermittelt, entzweit sich darin wie auch an ihren Produkten die [[Subjektivität]] und [[Objektivität]] der menschlichen [[Beziehungen.]] Ihre [[Lebensverhältnisse]] verschmelzen in ihrem unmittelbaren Menschsein in einer [[abstrakten Gesellschaft]]im [[Verhalten]] ihrer unmittelbar sinnlichen Beziehungen als nützlicher Sinn der [[Körper]] ihrer Kultur (siehe [[abstrakt menschlicher Sinn]]) zu einem unmittelbar sinnlichen [[Nutzen]] der sachlichen Produkte ihrer [[Wirtschaft]] (siehe [[abstrakt menschliche Arbeit]]). Im Ganzen ihrer Lebensverhältnisse verschmilzt von da her der [[Kult]]ihrer subjektiven [[Gegenstädlichkeit]](siehe [[Körperfetischismus]]) mit dem gegenstädlichen [[Schein]]ihres [[Subjektseins]] durch und in ihrem Warentausch (siehe [[Warenfetischismus]]). In der Vermengung von [[Wirtschaft]] und [[Kultur]] durch die [[politische Kultur]] der [[Nationalstaaten]] zu einer [[faschistischen Ideologie]] entwickeln sich die [[Fetische]] einer [[abstrakt menschliche Gesellschaft]] hin zu ihrer Auflösung im Zwangsverhältnis eines [[Menschenparks]] durch eine dem entsprechend internationalisierte [[faschistische]] Politik. Sie betreibt daher einen international [[wirksamen]] [[globalen]] [[Nationalismus]] (siehe auch [[Faschismus]]), der nurmehr über die [[Notwendigkeiten]] des [[Weltkapitals]], über die Weltbank, die [[Konkurrenz]] der Nationalstaaten diese um den [[Geldwert]] ihrer Währungen (siehe [[Devisenhandel]]) versammelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kultur ist aber wesentlich die [[Subjektivität]] einer [[Gesellschaft]]. &#039;&#039;Der Mensch erkennt sich im Menschen&#039;&#039; sprach Goethe. &#039;&#039;Aber der Mensch, das ist kein abstraktes, außer der Welt hockendes Wesen&#039;&#039; [[(MEW 1, S. 378f)]] sagt Marx. Wo das [[Leben]] der Menschen in den [[Widersprüchen]] ihrer [[Verhältnisse]] unerträglich wird, da sucht es sich die Illusion. Da herrscht die [[Täuschung]], die Vertauschung der Lebensmomente mit einer [[abstrakten Allgemeinheit]], der Lebensvielfalt mit der Einfalt [[reduzierter]]Lebensreize, das [[Leben]] der [[Reiz]]e mit dem [[Reiz]] des [[Erlebens]], der [[Ohnmacht]] mit der [[Macht]], mit [[Gott]] und Vaterland. So kehrt sich [[Verständigkeit]] gegen [[Bewusstsein]], [[Vernunft]] gegen [[Emanzipation]], [[Selbstwert]] gegen [[Selbstachtung]] - überhaupt [[Glaube]] gegen [[Gewissheit]]. Es ist immer noch die Form einer [[Religion]], welche die Menschen mit ihrem Unglück verbündet, mit einer a[[bstrakten]]Bindung im Ungewissen, mit dem Bündnis der [[Abstraktionen]] in ihrer [[Allgemeinheit]], durch die alles sein kann, was es in [[Wahrheit]] nicht ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In [[Wahrheit]] ist Kultur die Subjektform einer Gesellschaft und von daher immer auch Ausdruck ihrer inhaltlichen wie formellen Lebensverhältnisse, die in ihrem [[Nutzen]] als Zweck ihrer [[Arbeit]] von ihrem [[Sinn]] getrennt auftreten, wo beides von einander durch eine rein wirtschaftliche und eine rein kulturelle Existenz [[entfremdet]] ist. Diese [[Trennung]] zu überwinden macht die Sprengkraft der Kulturkritik aus. Doch die bisherige Kulturkritik hat sich nur am Rand mit dem [[wirtschaftlichen]] und [[politischen]] [[Nutzen]] der Kultur befasst und sich von daher dem platten Zweck ihrer gesellschaftlichen Existenz mit endlosen [[Interpretationen]] ihrer [[Ästhetik]] entzogen. Doch gerade dieser in ihrem [[Sinn]] geläufige [[Nutzen]] als ein in ihrem [[Nutzen]] versteckter [[Sinn]], ihr hierin sehr unkenntlich erscheinender Zweck muss als ein gesellschaftliches [[Dasein]] in der [[Trennung]] seiner [[Beziehungen]] [[dialektisch]] dargestellt, der [[selbstädige]] [[Reiz]] ihrer [[Befriedungen]] als politische [[Tatsache]] [[analysiert]] und durchleuchtet werden. Doch die [[Kultureliten]] leben gerade davon, dass sie die besonderen Kulturgenüsse im [[Kulturkonsum]] ihrer [[elitären]] Existenz wie eine Besonderheit ihrer persölichen [[Sinnlichkeit]] [[wahrnehmen]] und als Ausdruck ihres[[Edelmuts]] so [[vorstellen]], wie sie ihn auch wirklich durch ihre besonderen Anreize und Moden als [[objektives Gefühl]] für ihre [[Selbstgefühle]] [[wahrhaben]], um sich nicht mit der platten Scheinbarkeit (siehe [[Scheinwelt]]) ihrer Urgrüde zu befassen, um ihre [[gewöhnliche]] [[Selbstwahrnehmung]], den [[Kult]] ihrer [[Selbstbezogenheiten]] nicht zu [[enttäuschen]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der [[bürgerlichen Gesellschaft]] war für ein bestimmte[[Klasse]] der Bourgeoisie der [[Geldbesitz]] als Medium des Überflusses und Luxus schon immer reizvoll - und umso intensiver, wie das [[Wertmaß]] des [[Geldes]] auf dem Weltmarkt über die [[Preise]] des [[Weltgeldes]], durch dessen Funktion als weltweiter [[Maßstab der Preise]] vermittelt wird (siehe [[Globalisierung]]). Der internationale [[Mehrwert]], der weltweite Überfluss an [[unbezahlter Arbeit]] wird also zu einem Maß der Existenzen, der durch den [[Geldbesitz]] in einer Währung zu einem nationalen [[Existenzwert]] wird, der sich über das [[Weltgeld]] eines [[Weltkapitalismus]] verwertet. Was als bloßer [[Mehrwert]] nur tot bliebe, weil dessen Bildungsprozess die Produkte aus [[unbezahlter]], aus [[toter Arbeit]] vergemeinschaftet, wird in der Kultur der [[Geldbesitzer]] kulturell belebt, indem darin [[Ereignisse]] zur Vergnüglichkeit und Lustbarkeit über [[Dienstleistungen]] gegen die Abtötungen in einer [[Gesellschaft]] der Verwerfungen und [[Dekadenzen]] rückgebunden werden (Rückbindung = re ligio = [[Religion]]). Deren [[Langeweile]], der schale Geschmack inhaltsloser [[Scheinwelten]] [[entwickelt]] sich dabei selbst zu einem [[Bedürfnis]], das keinen [[wirklichen]] Gegenstand mehr empfindet, weil es ihn nicht unbedingt nötig hat, sondern sich mit [[zwischenmenschlichen]][[Erlebnissen]] aus den [[Ereignissen]] und [[Beziehungen]] durch die Vergemeinschaftung der in Massen [[isolierten]] [[Selbstgefühle]], durch ihre Formverwandlung zu [[Massengefühlen]] begnügt und sich in den [[Selbstwahrnehmungen]] der Menschen als [[Kultur]] ihrer [[zwischenmenschlichen Verhältnisse]] fortbildet (siehe auch [[Kult]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Wahrheit]]lässt sich nicht aus einer Logik beziehen, nicht aus einer [[ideologischen]] Gedankenform (siehe auch [[Gedankenabstraktion]]), einer [[Vorstellung]], die ein natürliches Sein interpretiert und [[idealisiert]]. [[Wahrheit]] setzt [[Erkenntnis]] voraus, die ohne [[Zweifel]] [[wesentlich]] ist, weil sie nicht bloß [[objektiven]] Formationen entspricht (siehe hierzu auch [[Strukturalismus]]), sondern sich [[Formbestimmungen]] [[fremder Kräfte]] entgegenstellt und die Macht ihrer Täuschungen aus der [[Verkehrung]] ihres organischen [[Wesens]], aus der [[Abstraktion]] von ihrer [[Natur]] durch deren [[Verallgemeinerungen]] begrüdet haben will.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kritik]] ist nötig, um die [[verkehrten]] Verhältnisse als das zu erklären, was sie sind: Die [[Verkehrung]] des menschlichen [[Lebens]], die Demütigung des Menschen durch die [[Dekadenz]] seiner Lebensverhältnisse. &#039;&#039;Die Kritik der Religion endet mit der Lehre, daß der Mensch das höchste Wesen für den Menschen sei, also mit dem kategorischen Imperativ, alle Verhältnisse umzuwerfen, in denen der Mensch ein erniedrigtes, ein geknechtetes, ein verlassenes, ein verächtliches Wesen ist.&#039;&#039; [[(Karl Marx, »Deutsch-Französische Jahrbücher«, Paris 1844), MEW 1, S. 385)]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der [[Kulturalisierung]] der Gewalten, die das Leben der Menschen beherrschen, sind die Ketten verschönt, vertuscht und übertönt, mit denen sie gefesselt sind. Aber es kann nicht richtig sein, deshalb die [[Kultur]] als solche zu kritisieren. Die Kritik geht gegen ihre Zwecke, gegen die [[Politik]], die sie betreibt und verwendet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;Die Kritik hat die imaginären Blumen an der Kette zerpflückt, nicht damit der Mensch die phantasielose, trostlose Kette trage, sondern damit er die Kette abwerfe und die lebendige Blume breche. Die Kritik der Religion enttäuscht den Menschen, damit er denke, handle, seine Wirklichkeit gestalte wie ein enttäuschter, zu Verstand gekommener Mensch, damit er sich um sich selbst und damit um seine wirkliche Sonne bewege. Die Religion ist nur die illusorische Sonne, die sich um den Menschen bewegt, solange er sich nicht um sich selbst bewegt. [[(MEW 1, S. 379)]]&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man mag Kulturkritik an vielen einzelnen Inhalten in den einzelnen Bereichen der Kultur festmachen und damit zum Ausdruck bringen, dass man mit diesem oder jenem Kulturereignis nicht einverstanden ist und es verändern oder verbessern will. Doch in diesem Sinn ist es eigentlich keine Kritik der Kultur, sondern eine Auseinandersetzung in ihr und mit ihren einzelnen Gestaltungen, in der sich das Eine zum Anderen verhält.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kulturkritik im allgemeinen kann nur ein gesellschaftliches Verhältnis der Kultur, also politische Kultur meinen und daher auch nur selbst politisch sein. Sie kritisiert die politischen Einwirkungen auf die menschliche [[Kultur]] (siehe auch [[Kulturalismus]]), deren Bestimmung durch [[politische Ökonomie]] im Interesse an der Verwertung von menschlicher Sinnestätigkeiten ihr vorausgesetzt sind. Von daher ist eine [[Kritik der politischen Kultur]] eine Kritik an der [[Politik]] im besonderen Augenmerk auf Kultur, worin sie nicht nur den menschlichen Umgang, die Rechtsform der gesellschaftlichen Verhältnisse bestimmt, sondern auch die Lebensbedingungen für den Sinn und Zweck ihrer Lebensäußerungen, ihrer unmittelbaren Lebensverhältnisse, wie sie sich auch auch zwischenmenschlich ereignen, maßgeblich formiert. Von daher ist sich diese [[Kritik]] einig mit der [[Kritik der politischen Ökonomie]], bezieht sich aber nicht auf ihre wirtschaftliche Formen sondern auf die Lebensgestaltungen zwischen den Menschen selbst (siehe auch [[Zwischenmenschlichkeit]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im weitesten Sinne ist sie die [[Kritik]] an einer [[Kultur]]formation, die sich nicht im Einklang mit dem menschlichen [[Leben]] befindet, sich von ihm [[wesentlich]] unterscheidet, weil ihre gesellschaftliche Dimension sich gegen dieses [[Leben]] verselbständigt, als Politik über dieses gestellt hat. Kulturkritik hat von daher die Lebensweise der Menschen selbst und den [[Sinn]] ihrer Lebensgestaltungen, ihrer Lebensformen zum [[Gegenstand]] ihrer [[Kritik]], sofern dieser einem ihnen [[fremden]] [[Zweck]] folgt, sofern also der Zweck der gesellschaftlichen Form ihrer Lebensverhältnisse dem [[Sinn]] ihrer Lebensgestaltungen zuwider entwickelt ist. Kulturkritik ist von daher die Kritik der [[Entfremdung]] menschlicher Kultur von ihrem gesellschaftlichen [[Sinn]]. Dieser besteht aus der menschlichen [[Sinnbildung]], wie sie sich im Laufe der [[Geschichte]] durch die [[Arbeit]] der Menschen als [[Naturmacht]] aus der [[Natur]] heraus zu menschlichen Lebensverhältnissen entwickelt hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Versteht man unter Kultur den Sinn menschlicher Zivilisation, so ist Kulturkritik die Kritik einer dem Menschen entfremdeten Zivilisation, also einem gesellschaftliche Lebensverhältnis, das dem Menschsein nicht entspricht. Kulturkritik bezieht sich allgemein auf die Phänomene einer menschlichen Zivilisation, welche sich gegen menschliches Leben richten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein zentrales Problem in der Geschichte der Kulturkritik war die Bestimmung dessen, was unter einem menschlichen Leben zu verstehen ist. Kulturkritik impliziert immer ein bestimmtes Lebensverständnis und hat von daher auch ein Menschenbild. Das erschwert eine allgemeingültige Fassung dessen, was Kulturkritik meint. Denn solche Fragestellung durchzieht die ganze Philosophiegeschichte. Aber als Kritik von Lebensgestaltungen wird dies verfänglich, weil sich darin philosophische Positionen zwangsläufig als politische Anforderungen an diese Gestaltung einbringen, als Seinsbestimmung für das, was Sinn haben, für Menschen wesentlich sein soll und was nicht. Erst mit der postmodernen Kulturkritik wurde dies als kulturpolitisches Problem erarbeitet, indem die Sinnfrage selbst abgewiesen wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zwischen ihrem philosophischen und ihrem geschichtlichen Gehalt geriet Kulturkritik in die Widersprüchlichkeit einer Zeitkritik, die zugleich wesentlich übergeschichtlich sein wollte. Dies wurde von [[Heidegger]] in einer sowohl theoretischen als auch praktischen Ontologie aufgelöst, die ein philosophisches wie auch zugleich geschichtliches Unheil enthielt. In seiner Fundamentalontologie wurde das philosophierte Wesen zur Geschichtsbestimmung, indem es als Seinsgewalt begriffen wurde. Philosophische Begründung von &#039;&#039;Seinsnotwendigkeit&#039;&#039; geriet auf diese Weise zur Bestimmung von Lebensgrundlagen, welche sich als absolute Zeitkritik (z.B. als Kritik der Modernen in ihrer &#039;&#039;[[Seinsvergessenheit]]&#039;&#039;) totalisierte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Besonders im [[Nationalsozialismus]] wurde auf diese Weise Kulturkritik als Kritik der Modernen überhaupt zum Werkzeug einer Wesensbehauptung, die zur Errichtung eines völkischen Staates Verwendung fand. Dieser sollte als &#039;&#039;deutsches Wesen&#039;&#039; in einer deutschen Kulturnation verankert sein und sich deshalb aus einer völkischen Kultur ableiten. Von daher bekamen die geschichtlich auszumachenden Kulturmerkmale eine neue Bedeutung als Reinheitsmerkmale der &#039;&#039;eigentlichen&#039;&#039;, der unverfälschten Kultur: Aus germanischen und arischen Sitten und Gebräuchen sollte sich die deutsche Art und ihre politische Gliederung (z.B. als Volk, Gau, Stamm und Sippe) bestimmen. Auch Kultzeichen (Runen) wurden durch solche Kulturalisation zu politischen Symbolen. Die aus einer solchen Variante von Kuturkritik abgeleitete kulturelle Identität sollte einen völkischen Staat als Körperschaft zur Förderung der reinen Art begründen, die sich auch gegen die Bevölkerung dieser Nation durchzusetzen verstand. In der politischen Identifikation mit ihrer Kulturgeschichte wird Kulturkritik immer zum Machtmittel einer Elite, die ihren Willen über die geschichtliche Wirklichkeit einer [[Gesellschaft]] erhebt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Anwendung der Philosophie ist Kulturkritik zwangsläufig Wesensphilosophie. Von daher widersprechen sich die Kulturkritiker auch selbst schon fundamental in der Auffassung von Kultur - besonders ob sie eine nur ästhetisch begreifbare Lebensäußerung sei oder ein unmittelbar gesellschaftliches Verhältnis, wesentlich aus menschlicher Subjektivität oder wesentlich aus der Objektivität seiner Verhältnisse zu begreifen wäre. In der Philosophie ist der Übergang von Philosophie zu Kulturkritik nicht eindeutig abgrenzbar. Was in der Philosophie noch Kategorien des Seins oder der Wahrnehmung als Ästhetik sind, wird in der Kulturkritik zu einer wirklich gesellschaftlich bezogenen, also politischen Lebenshaltung, die eine letztlich praktische Beziehung zu menschlichen Lebensverhältnissen hat. Eher als durch Philosophie kann man daher die Kulturkritik an solchen Bezügen differenzieren, die sie im Lauf der [[Geschichte]] entwickelt hatte. Diese lassen sich grob in zwei Arten unterscheiden, in denen Kulturkritik ihren Gegenstand entweder in den Menschen oder aber andererseits in ihren Lebensverhältnissen begreift, sich in die Interessen subjektiver Intentionen einbindet, welche Anstoß zu Kulturveränderungen sein will, oder in jene der Tradition, welche auf den Erhalt und Bestärkung der geschichtlich erworbenen Objektivität menschlicher Kultur abzielt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Subjektive Kulturkritik stellt sich den Menschen als Kultursubjekt vor und behandelt kulturelle Entwicklungen unabhängig von anderen zeitgeschichtlichen Bedingungen als Resultat geistiger und sittlicher Strömungen, die sich aus der Bildung eines geschichtlich wirksamen Willens erklären. Sie ist meist konservativ und betont, dass Kultur quasi ontologisch zum Menschsein gehört, weil sie menschliche Zivilisation selbst ausmache. Von daher sei menschliche Geschichte selbst wesentlich als kulturelles Resultat darzustellen, das sich besonders in den überlieferten Geistesformen vermittelt ([[Sitte,]] [[Kunst,]] [[Religion,]][[Philosophie]]). Sie misstraut den Zeiterscheinungen als bloße Mode gegen tiefer sitzende Gewohnheiten, Sitte und Brauchtum und neigt dazu im Traditionellen das Wesentliche, in der Gegenwart das bloß Scheinende (z.B. als &#039;&#039;[[Seinsvergessenheit]]&#039;&#039;) wahrzunehmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Objektive Kulturkritik begreift Kultur als menschliche Lebensform, die sich aus den gesellschaftlichen Verhältnissen der Menschen unter den Bedingungen ihrer Geschichtlichen Gegebenheiten ergibt. Sie kritisiert die Bindungen der Menschen an soziale Zwänge, die unzeitgemäß sind und denen sie ihr Vermögen zu eigener Lebensgestaltung unterordnen. Ihr Ziel liegt in der Aufhebung mächtiger Gewohnheiten und in der Überwindung selbstentfremdender Verhältnisse (vergl. hierzu auch [[Verdinglichung)]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tatsächlich lässt sich Kultur selbst nicht wirklich wesentlich kritisieren - sie beruht auf dem geschichtlich entwickelten Meinen und dessen Veränderlichkeit durch anderes Meinen, Denken und Fühlen. Sie ist immer unmittelbar praktisch, sowohl in Kunst und Gedanken und Bedürfnissen, als auch in den Sitten und Gewohnheiten der Menschen. Gerade die Gleichsetzung von Kulturkritik und Geisteshaltung hatte zu den verheerenden Positionen eines Gesinnungsstaats im Nationalsozialismus geführt. Auch fortschrittliche Kulturkritik kam in ihrer Philosophie eher auf theologische Positionen, die Kulturprobleme in Vorstellungen von einer Wahrheit der Kultur auflösen wollten, die &#039;&#039;nicht von dieser Welt ist&#039;&#039; ([[Adorno]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neuere Ansätze beziehen sich daher eher auf die politische Realität von Kultur. Auch hierbei gibt es erhebliche Differenzen, die sich um die Begriffssubstanz der Kultur bewegen. Postmoderne Kulturkritik lehnt solche Substanz überhaupt ab und vollzieht Kulturkritik als [[Dekonstruktion]]. Da sie auf jede Begründung von Kulturkritik verzichtete, war sie zwar in ihrem politischen Bezug (besonders in der Kritik von Machtstrukturen und deren pastoralen Selbstlegitimationen) wirkungsvoll, blieb in kulturellen Auseinandersetzungen aber relativ beliebig. Durch Verweigerung einer grundlegenden Begrifflichkeit lieferte sie dem Konstrukteur der Zeitgeschichte letztlich nur das Material für seine Selbstbegründung: Die Beliebigkeit seines Handeln. Die Geschichte (wenn sie denn überhaupt als solche begriffen wurde) war lediglich eine Frage des freien Willens, dessen Verwirklichung unendlich kritisierbar blieb, dem aber keinerlei gesellschaftliche Zielsetzung mehr nachzuweisen war, weil der Begriff hierfür nicht mehr Gegenstand dieser Kritik war. Der [[Neoliberalismus]] führte seine Wirtschaftstheorie als Kulturtheorie weltweit vor, indem er begriffliche Abstraktionen (z.B. Freiheit) lediglich als Kulturanschauung betrieb. Damit war deren Sinn und Zweck war aus Kritik genommen. Die Konservativen hatten wieder Raum gewonnen. Neokonservative legitimierten ihr Treiben durch Rekursion auf Althergebrachtes: Kultur wurde (wieder) auf den geistigen Inhalt einer Zivilisation reduziert, besonders auf die darin vorherrschende Religion (vergl. z.B. [[Samuel Huntington]]) oder auf das bloße Kulturereignis, den Event. Aber auch Bemühungen um eine &#039;&#039;Kritik der politischen Kultur&#039;&#039; liegen vor. Darin wird davon ausgegangen, dass Kultur überhaupt nur in der Verwendung für politische Zwecke (z.B. zur Kulturalisation von gesellschaftlichen Beziehungen) kritisierbar ist, sie also als Substanz politischer Vermittlung begriffen wird. Diese Kritik reflektiert den politischen Gehalt der Selbstwahrnehmung in seiner Begründung durch die Weltwahrnehmung gesellschaftlicher Verhältnisse bis in die zwischenmenschlichen Beziehungen hinein (z.B. als Grundlage für Ressentiments, Populismus und Selbstergebenheit).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf dieser Sitte wird daher politische Kultur kritisiert, also nicht die Lebensweisen und -gestaltungen selbst, sondern lediglich die politische [[Bestimmung]], in der sie besteht, die kulturelle [[Formbestimmung]] (siehe auch [[Ästhetik]]). Auch diese besteht nur in den genannten Positionen zur Zeitgeschichte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Subjektive Kulturkritik: Kultur gilt für Konservative als das Reservoir des bewährten Lebens, als Besitzstand der eigenen Geschichte und als Darstellungsform eines seins-wirksam gewordenen menschlichen Willens, der sich in der Kultur verobjektiviert habe. Subjektive Kulturkritik beruht vor allem auf der konservativen Auffassung, dass Kultur eine Bewährung menschlichen Schaffens darstelle, welche durch modische Einflüsse gefährdet sei. Sie begründet daher ein Sicherungs- und Stabilisierungsinteresse der Seinsnotwendigkeit von Kultur und wendet sich gegen kulturelle Moderne, Anarchie und Barbarei, welche als Zivilisationsbedrohung aufgefasst wird (vergleiche hierzu auch Oswald Spenglers Theorie vom Untergang des Abendlandes). Solche Kulturkritik wendet sich unmittelbar subjektiv gegen das Fremde der [[Entfremdung]], verfolgt damit implizit oder ausdrücklich eine [[Ursprungssehnsucht]] des Eigentlichen oder des Heilen oder des Willens oder der Leidenschaften. Ihr Kern ist eine Naturphilosophie menschlicher Subjektivität, welche eine quasi übergeschichtliche Kultur zur Sicherung menschlicher Zivilisation nötig habe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Oft ist das, was in der Philosophie durchaus emanzipatorische Aussagen im Bezug auf andere Geisteshaltungen ermöglicht, in der Kulturkritik konservativ. So mag z.B. der [[Schopenhauer]]sche Subjektivismus in seiner Philosophie manchen als Überwindung der [[Aufklärung]] erscheinen. In seiner praktischen Beziehung auf Menschen ist sie elitär und oft verächtlich und vom Interesse an der Willkür seines Urteils bestimmt, welche subjektive Maßstäbe zum Weltenmaß machen wollte. Auch die Kritik Nietzsches an den Formalismen der Denkfigurationen seiner Zeit fasziniert als Gedanke zu künstlerischem und intellektuellem Selbstverstehen. Aber mit seiner zynischen Haltung zur gesellschaftlichen Zivilisation hielt [[Friedrich Nietzsche]] die Menschen grundsätzlich für unfähig, eine freie und schöpferische Gesellschaft zu bilden und verstand seine Kulturkritik als Anstachelung, als objektive Notwendigkeit eines Stachels, welchen eine geistige [[Elite]] zu setzen habe, um die Menschenherde anzutreiben und zu bändigen. Das Gesellschaftsverstädnis von Nietzsche beruhte nicht auf einem Leben im freien Zusammenwirken der Menschen, auf freier Objektivation ihrer sinnlichen Verhältnisse zu einer menschlichen Kultur, sondern auf einem Verständnis von Kulturbildung durch übermenschliche Fähigkeiten überhaupt, aus deren Durchsatz durch Übermenschen sich die entsprechende Gesellschaftsform erst ergeben würde. Kulturentwicklung ergibt sich hiernach aus dem Genius einer höheren Klasse, die sich immer notwendig über eine andere Kulturklassen, den Herdenmenschen, zu stellen hätte. In der Bildung des Übermenschlichen (das verstanden wird als das über das menschliche Sein hinauswachsende Menschsein einer Avantgarde) ergebe sich so die Abwechslung der Kulturklassen als Wechsel der Elite, ihrem Verfall in die Dekadenz, die einer neuen Elite zur Macht gereicht. Durch den Aufstieg und Fall der jeweils herrschenden Kulturklasse (z. B. Wissenschaftler, Künstler, Politiker), die durch ihre Macht nach ihrem Höhepunkt zwangsläufig dekadent und immer wieder durch kräftigere Kulturprotagonisten abgelöst werden müssten, könne sich überhaupt nur eine gesellschaftliche Entwicklung als Kulturgeschichte ergeben. Kultur ist demnach verstanden das Werk von [[Übermenschen]], die als Elite ihrer Zeit sie vorangebracht haben, und hat immer eine Art Avantgarde, eine Führerschaft nötig, um den menschlichen Adel voranzubringen. Diese Führerschaft ergebe sich aus der Reife ernsthafter Menschen im Kampf um die Kultur.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieser Kampf sei schon als Weltenprinzip angelegt, als Verwirklichungsprozess von [[Vorstellungen]], die sich über den [[Willen]]vermitteln, hatte schon [[Schopenhauer]] behauptet. Die Menschen würden im Grunde nur um ihre [[Selbstbehauptung]] kämpfen, um die Vorherrschaft der Kultur, welche die Natur, die [[Triebe]] des Herdenwesens der Menschen, gänzlich zu kontrollieren vermöge. Kulturkritik sei daher immer die Bekämpfung von Kulturvorstellungen, die durch Willensmacht zum Sieg gelange, um menschliche Natur zu beherrschen. Es war dies zunächst auch eine Grundhaltung in den Kulturvorstellungen der Psychoanalyse [[Sigmund Freuds]]. Menschliche [[Emanzipation]]war damit in dem Widerspruch begriffen, dass sie nur auf Naturbeherrschung durch Kultur beruhen könne, also eine Art zivilisatorisch notwendige Selbstbeherrschung der Menschen sei.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Gegensätze in der konservativen Kulturkritik hatten sich vor allem als politische Gegensätze in ihrer Zeitgeschichte offenbart, nicht als Gegensätze der zugrunde liegenden Philosophien. In der psychoanalytischen Theorie zeigte sich dies geradezu in tragischer Weise, als Freud 1930 mit seinem &#039;&#039;Unbehagen in der Kultur&#039;&#039; seine bis dahin zum großen Teil emanzipatorische Gedankenwelt den Zeitwahrnehmungen opferte. Er beugte sie dadurch, dass er einen Todestrieb einführte und einen Kulturpessimismus entwarf, in welcher eine &#039;&#039;befremdliche Kulturfeindlichkeit&#039;&#039; der Menschen schon durch ihre Lebensantriebe erklärt sein sollte. Der Todestrieb ließe sich schon ontologisch und damit überhistorisch in den Bestrebungen der Menschen darstellen und nur hierdurch wären die selbstvernichtenden Tendenzen in der Menschheitsgeschichte wie in den individuellen Lebensgeschichten der Menschen erklärlich. Dies zeigt: Ontologisierung ist zwar immer auch philosophisch formulierbar, ihr Sinn jedoch ist unmittelbar praktisch und politisch, sobald er kulturkritische Bezüge eingeht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von objektiver Seite richtet sich Kulturkritik im Wesentlichen gegen die [[Ästhetik]] der Herrschaftssicherung, welche bis in die Lebenspraxis der [[bürgerlichen Kultur]]vordringt. Sie verarbeitet Kultur als Mittel der Täuschung und Selbsttäuschung über objektive Gegebenheiten, welche einerseits dem Existenzinteresse des Bürgertums (dem Warenbesitz und Warentausch) dienlich ist und anderseits auch unmittelbar den ökonomischen Notwendigkeiten der Kapitalverwertung folgt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine klassische Variante [[marxistischer]] Kulturkritik begründete sich aus der Theorie eines kulturellen Überbaus des Bürgertums, der sich als Scheinwelt über die ökonomischen Verhältnisse zur Täuschung über ihre wahren Zwecke errichtet habe, diese als verkehrte Geisteshaltung im Dienst einer herrschenden Klasse widerspiegele. Dieser vor allem in der [[Arbeiterbewegung]] vertretene Ansatz unterstellte eine Dichotomie von Ökonomie und Kultur, die durch einen Klassenstandpunkt, quasi im Bildungsprozess eines Klassenbewusstseins auf die ökonomische Wahrheit der Kultur als jenseitige Wahrheit der Kultur zu reduzieren wäre. Auf einer allgemeineren Ebene beziehen andere marxistische Strömungen Kulturkritik auf den von [[Karl Marx]] ausgefüllten Begriff des [[Warenfetischismus]], wonach die Verhältnisse der Menschen im Verhältnis ihrer Sachen bestimmt sind. Indem sie sich dem Kult der Warengesellschaft ergeben, sehen sie sich selbst als Objekt ihres Warenbesitzes an und unterwerfen ihr Selbstbewusstsein dem Kult der Wertvermittlung und Werterzeugung, dem Geld und Kapital. Doch Kultur und Bewusstsein sind nicht dasselbe. Die Gleichsetzung des &#039;&#039;notwendigen Scheins&#039;&#039;, welchen die Warenverhältnisse in ihrer Wertform erzeugen, mit der Falschheit einer Kultur führt geradewegs ins Jenseits, in eine Kultur der Wahrheit, die von der Geschichte der wirklichen Verhältnisse abgetrennt wird. Die wirklichen kulturellen Auseinandersetzungen werden daher von solcher Sichtweise disqualifiziert - ganz im Widerspruch zum Verständnis von Karl Marx selbst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Theodor W. [[Adorno]] sprach von einer Kulturindustrie, die in der Lage sei, das [[Bewusstsein]] der Menschen so zu &#039;&#039;verdinglichen&#039;&#039;, dass sie in der Abspeisung mit sinnentleerten Produkten zur Affirmation des Bestehenden vermittelst des &#039;&#039;Verblendungszusammenhangs&#039;&#039; ihrer Kulturerfahrungen gebracht würden. Seine &#039;&#039;Ästhetik&#039;&#039; wollte die hiergegen sensible Empfindung ansprechen und ihre Verwundung vermittelst [[kritischer Theorie]] und [[Kunst]] aufzeigen; seine &#039;&#039;[[Negative Dialektik]]&#039;&#039; wollte das [[Denken]] zu einen grundsätzlichen [[Zweifel]] gegen jede Totalität, gegen die totalitären Gedankenformationen der bürgerlichen Kultur und des etablierten Geistes befördern (Adorno: &#039;&#039;Das Ganze ist das Unwahre&#039;&#039;). Dies war die Grundlage der [[Kritischen Theorie]], welche sich unter anderem in der Studentenbewegung in aktiver Kulturkritik umsetzte (z.B. [[Antiautoritarismus]], Kunst als &#039;&#039;politische Aktion&#039;&#039;, Hochschulkritik). Von dieser [[Praxis]] jedoch distanzierte sich Adorno (besonders in der Auseinandersetzung mit Krahl) und verblieb als Theoretiker der Ästhetik zugleich theoretischer Ästhet. Seine ästhetische Kulturkritik erwies sich letztlich als klassische Kulturempfindung, die erkenntnistheoretisch unterlegt worden war. Als solche stellte sie sich gegen jede Unterhaltungskultur, z. B. auch gegen Jazz überhaupt, und verwarf die Probleme der Postmodernen durch Rückgriff auf die wahre Kunst, die zugleich Vorgriff sein sollte, denn es gäbe &#039;&#039;kein richtiges Leben im falschen&#039;&#039;. Sein kulturkritischer Ansatz war demnach eine dialektische Kulturtheologie.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neuere Ansätze: Vor allem die [[Frauenbewegung]] stellte kulturelle Konflikte auf eine neue Ebene: Die zwischenmenschlichen Beziehungen als subjektive wie objektive Unterwerfungskonflikte. Das Patriarchat wurde dafür als Kulturbegriff genommen, der in Entsprechung zum Kapital verwendet wurde: Verdingungsmacht. Was sich aus Geschlechtsrollen als Kulturkonflikte ergab, wurde allerdings mehr oder weniger direkt mit der leibhaftigen Geschlechtlichkeit der Menschen gleichgesetzt. Kulturkritik als Phänomen der Geschlechtlichkeit selbst wäre dann selbst wieder Wesensphilosophie. Es verbleibt demnach die Kulturkritik einer bestimmten Zwischenmenschlichkeit, die sich zugleich subjektiv wie objektiv in einer kritischen Begrifflichkeit erklären muss.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Postmoderne]] Ansätze der Kulturkritik entwickelten vor allem [[Jacques Derrida]] und [[Michel Foucault]]. Eigentlich nur auf Sprache bezogen entwickelte Derrida ein Verfahren der Herausstellung des implizit Verneinten, das als [[Dekonstruktion]] bezeichnet wurde. Nicht der Sinn oder Zweck eines Textes, einer Handlung, Architektur oder Kunst oder anderes war Gegenstand solcher Kritik, sondern das, was damit implizit nicht gesagt wurde bzw. nicht gemeint sein wollte. Es war ein Vorgehen der Kritik, die dem der Psychoanalyse ähnelte: Das Unbewusste sollte in seine Gegenwärtigkeit gebracht werden, um damit eine neue Gegenwärtigkeit zu bilden, welche als Kritk der alten praktisch wirksam ist. Auch Foucault verstand von daher Kulturkritik als Kritik der Selbstbegründung von Herrschaftsstrukturen, die weit über deren Ideologie hinausging und vor allem deren institutionelle Formationen und Anwendungen (z.B. in der Pharmakologie, Psychiatrie, Biotechnik) treffen sollte. Kulturkritik sollte sich als bloße Sensibilisierung der Selbstvergegenwärtigung forttragen, indem sie die Gewalten herrschender Kulturinstitutionen bloßstellt. Dies erbrachte zwar ein kritisches Lebensverständnis, aber keine wirklichen Entgegnungen zu den Herrschaftsformen. Diese begründeten sich nicht in ihrer Artikulation, sondern nach wie vor in ihrem Sinn und Zweck, welcher z.B. auch für ihre &#039;&#039;Opfer&#039;&#039; (z.B. den Insassen in psychiatrischen Anstalten) und Nutznießer (z.B. die Markterfolge der Genfoodproduzenten) mehr Bedeutung hatte, als deren Gestaltung überhaupt darzustellen vermag. Die damit erhoffte Wirkung kann man heute als gescheitert ansehen - nicht weil sie intellektuel falsch wäre, sondern weil sie am Umfang der Kulturproblematik vorbei ging.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der hier vorgestellte Ansatz der Kulturkritik hat sich einerseits aus der Analyse des deutschen [[Faschismus]] und andererseits als Kritik an der [[globalen]] Politik mit Kultur entwickelt. Er begreift die Kulturalisation der Wahrnehmung und Selbstwahrnehmung als Grundlage politischer Vermittlung, deren Wirkung darin subjektiv wie obbjektiv zugleich ist und die Menschen hierdurch in ihrem Erkenntnisvermögen zu entkernen sucht. Politische Wahrnehmungen werden auf diese Weise als Selbstwahrnehmung installiert, indem die negativen und bedrohlichen Gefühle in der Weltwahrnehmung unmittelbar als Selbstgefühle der Kultivation gewendet erscheinen, in welchen sie sich aufheben. Kulturkritik bezieht sich von daher auf politische Ästhetik. Er hat im Unterschied zu Adorno keine identitätsphilosophische sondern eine wirkliche Substanz. Z.B. wird Samuel [[Huntingtons]] Buch vom [[Kampf der Kulturen]]) eine Gefahr für die menschliche Zivilisation (Clash of Civilizations) durch den Machtkampf um die Vorherschaft einer Kultur begründet. Es handelt sich bei diesem Buch um eine Auftragsarbeit für einen amerikanischen Thinktank, bei dem sich auch die US-Regierung bedient. Der wissenschaftliche Gehalt des Buches wird vielfach bestreitet und lässt sich auf eine sehr simple, aber massiv aufgetragene Schlussfolgerung reduzieren: Kulturen seien durch Religionen bestimmt; die zivilisierteste Religion sei das Christentum, die NATO sei die einzige für das Christentum relevante Verteidigungsmacht; der Kampf der Kulturen um die weltpolitische Vorschaft sei zwangsläufig und müsse in den nationalpolitischen Machtkonzepte enthalten sein. Dieses Werk ist inzwischen die Standardargumentation der [[Neocon]] für ihre Weltordnungskriege (Achse des [[Bösen]]). Hinter solcher Politik stecken ökonomische Interessen, die sich als Kulturnotwendigkeit darzustellen und durchzusetzen versuchen, um dem zunehmenden Terrorismus eine rein religiöse, also kulturelle Begründungen zuzuweisen (siehe hierzu &#039;&#039;Die politische Kultur des Terrors&#039;&#039;). Dem entspricht zugleich die Ökonomisierung der Kulturen und der Staaten, wie sie durch die Globalisierung des Kapitals zum Zweck der Optimierung von Verwertungslagen betrieben wird. Die weltweiten [[Krisen]] der Kapitalverwertung verlangen nach weiterer Funktionalisierung von [[Arbeit]] und [[Konsum]] zu deren Lösung. Die Kapitalmanager sehen diese in einer Kultur des &#039;&#039;[[Tittytainments]]&#039;&#039;, worin die Menschen als stumpfe Konsumenten und Freizeitjobber - im Prinzip als [[Süchtige]] und Arbeitstiere - angesehen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kulturkritik wird mit der Kritik solcher Entwicklungen unmittelbar auch zu einer [[Kritik der politischen Ökonomie]], wie sie sich in den [[Wahrnehmungen]] und [[Selbstwahrnehmungen]] der Menschen niederschlägt. Von daher werden die bisherigen Grundlagen linker Kulturkritik vertieft und von ihrem zum Teil konservativen Gehalt befreit. Diese Kulturkritik versteht sich als [[&#039;&#039;Kritik der politischen Ästhetik&#039;&#039;]] und arbeitet den [[globalen]] [[Kapitalismus]] als [[Identität]]sverlust des menschlichen [[Lebens]] heraus, wie er sich sowohl individuell, als auch gesellschaftlich in der Kultur der [[Zwischenmenschlichkeit]] herausstellt. Sie begreift die Menschen in einem Widerspruch ihres Erkenntnisvermögens, welcher sich in der politischen Vermittlung von dem vollzieht, was ihre Selbstwahrnehmungen in der Entfremdung von dem, was sie wahr haben, entfalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kulturkritik erbringt in diesem Sinne eine Unterscheidung von menschlicher und politischen Existenz von Kultur, nicht als Abweisung von Kultur, sondern als das Auffassen ihrer politischen [[Substanz]], also dem, was sie in einer [[Gesellschaft]] selbständig und mächtig macht (siehe [[Kritik der politischen Kultur]]). Indem die politische Kultur kritisiert wird, wird ihre Formbestimmtheit von ihrem menschlichen Gehalt unterschieden. In der Kulturkritik wird also Kultur vermenschlicht, indem ihre Entfremdung vom Menschen objektiv aufgegriffen und als [[Notwendigkeit]] einer dem Menschen fremden [[Objektivität]] vorgestellt wird. Dies kann durch praktische [[Erkenntnis]] von Lebenszusammenhängen in der herrschenden Kultur geschehen, deren Erschließung angegangen wird, oder auch in Form von Kunst- und [[Ideologiekritik]], der Kritik von [[Lebenswerten]], die sich hierauf beziehen. Meist wird beides in einem nötig sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kulturkritik bezieht sich nicht einfach auf eine kulturelle [[Ideologie]], sondern als [[Kritik der politischen Ästhetik]] auch auf deren Realität (siehe [[Realabstraktion]]). Als solche befasst sie sich mit der [[Ästhetik]] der [[wahrgehabten]] [[Gegebenheiten]], mit der Welt der [[Gefühle]]. Hier ist sie die Kritik an deren Privatform, am Raub ihrer [[Schönheit]] (siehe [[Einverleibung]]), der Vorherrschaft der [[Selbstgefühle]]. Sie richtet sich daher besonders gegen die Privatformen gesellschaftlicher [[Wahrnehmung]], gegen die Beherrschung menschlicher [[Geschichte]], gegen [[reaktionäres Bewusstsein]] und die [[Mythologisierung]] menschenfeindlicher Lebensverhältnisse zu einer Überhöhung, zur Denaturierung und Deformation menschlicher [[Liebe]] als Selbstverliebtheit des personifizierten Menschen (siehe hierzu die [[Privatperson]]), als [[Selbstbehauptung]] menschlicher Natur (siehe hierzu auch [[Rassismus]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kulturkritik positioniert sich von daher im politischen Streit sowohl ideologiekritisch - z. B. gegen linksideologisch begründete Egozentrik (Sensibilismus), gegen den Liberalismus der Austauschbarkeit ([[Flexibilität]]) und gegen alle Formen rechter Kulturkritik ([[Nationalismus]], [[Rassismus]]) - als auch gesellschaftskritisch. Gesellschaftskritisch verhält sie sich zu den wirklichen kulturellen Problemen der Menschen. Ihre [[Ideologie]]kritik bezieht sich aber vornehmlich auf theoretische Positionen, welche in [[subjektiver]] Form [[objektiv]] auf die Menschen reflektieren und somit einen [[Begriff]] von politischer &#039;&#039;Menschlichkeit&#039;&#039; etablieren, die als Ethik des absoluten Seins einer absoluten [[Ethik]] dienlich ist, bzw. als [[Moral]] des [[Übermensch]]lichen zur [[Gesinnung]] von menschlicher Subjektivität gemacht wird. Alle ideologischen Kulturbegriffe sind Ausdruck eines [[politischen Nominalismus]] der [[Natur]]verherrlichung und derer [[Esoterik]], die als Maß der menschlichen [[Natur]] und des Menschseins gilt. Notwendig wird dieses Maß [[rassistisch]], sobald es [[politisch]] gedacht und angewendet wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Linke Kulturkritik setzt also an der Kritik der Politik mit Kultur an und gründet auf der inneren Entwicklung von Kultur an ihrem existenziellen Zusammenhang (siehe [[Warentausch]] bzw. [[Warenfetischismus]]) an, wo sie durch politische Kultur reaktionär wird. Linke Kulturkritik weiß den Menschen objektiv als sich vergegenständlichendes gesellschaftliches Wesen, das nur an seinem Gegenstand gebrochen werden kann, wenn es politisch in seiner Entfaltung bedrängt und daher [[formbestimmt]] wird. Der Begriff menschlicher Entfaltung ist der [[Reichtum]] an menschlicher Lebensäußerung.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Wolfram</name></author>
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		<summary type="html">&lt;p&gt;Wolfram: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;Seitdem der materielle Reichtum, diese Summe der Erzeugnisse produktiver menschlicher Arbeit, im Geld seinen abstrakten, anonymen Repräsentanten gefunden hat, seitdem der unmittelbare Zweck der produktiven Arbeit nicht mehr die Vermehrung des dinglichen Reichtums, die Herstellung von Gütern, sondern diese nur Mittel zu einem weiteren eigentlichen Zweck: der Vermehrung von Geldreichtum geworden ist, seitdem es genügt, Geld zu besitzen, um reicher werden zu können- seither hat das Reichwerden im engeren, materiellen Sinne aufgehört, notwendig auch ein Reicherwerden im geistigen, kulturellen Sinne nach sich zu ziehen. [[(MEW 23, S. 674)]]&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kulturkritik]] ist die [[Kritik]] der [[Scheinwelten]] bei der [[Sinnbildung]] einer [[Kultur]] des [[Kapitals]], an der [[Entfremdung]] der [[gesellschaftlichen]] [[Substanz]] dessen, was den organischen [[Reichtum]] der Menschen darstellt, und durch die [[abstrakte Allgemeinheit]] ihrer [[Formbestimmtheit]] den Anschein eines menschlichen [[Reichtum]] [[vermittelt]] und im [[Schein]] und getrennt von den Beziehungen in ihren wirklichen Verhältnissen kultiviert. Kulturkritik ist die [[Kritik]] eines [[gesellschaftlichen]] Unvermögens einer in ihrer [[Wirklichkeit]] [[widersinnigen]] [[Kultur]] des [[Geldes]], an einer [[gesellschaftlichen]] Substanzlosigkeit des [[Geldbesitzes]], wie diese sich in den [[Institutionen]] einer [[Kultur]] [[entäußerter]] [[Existenzformen]] ihrer [[zwischenmenschlichen Verhältnisse]] darstellt, worin sich die Menschen selbst als das [[Material]] im Ausmaß ihrer gesellschaftlichen [[Bezogenheit]] [[wahr]] machen und [[wahrnehmen]] (siehe hierzu [[zwischenmenschliche Beziehung]]). Kulturkritik ist also nicht einfach nur [[kritische]] [[Philosophie]] und auch nicht einfach [[kritische Theorie]], sondern vor allem eine [[Kritik]] des [[Unsinns]] einer [[Macht]] der [[Sinnbildung]], die in der [[unmittelbar]] [[gesellschaftlichen]] [[Wahrnehmung]], in den toten Wahrnehmungen [[zwischenmenschlicher Beziehungen]] einer bestimmten [[Kultur]] der Menschen in einem bestimmten [[Lebensraum]] beherrscht&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Macht]] entsteht, wo [[Ohnmacht]] herrscht – eben als politische [[Macht]], wo sie [[allen gemein]], die [[Allgemeinheit]] also als [[politische]] [[Macht]] herrscht – ganz gleich ob diese Herrschaft [[sachlich]] oder [[ideologisch]] bestimmt auftritt. [[Recht]] kann aber nur [[wahr]] sein, wo es sich gegen Unrecht [[verhalten]] kann. Was nötig ist das fügt sich auch ohne [[objektiv]] [[notwendig]] zu sein. Und was [[subjektiv]] nötig ist, ist die [[Freiheit]] sich ohne [[Not]] hiergegen zu [[entscheiden]]. Die [[Geschichte]] erweist sich als ihr [[gesellschaftliches]] Produkt – [[Gesellschaft]] als vergegenständlichte [[Freiheit]] der [[Entscheidungen]] über das, was den Menschen nötig ist, ohne [[subjektiv]] [[notwendig]] zu sein. Und das bildet auch ohne [[Not]] immer wieder das [[Eigene]] aus dem [[Fremden]], weil sich [[lebendige]] [[Geschichte]] zwischen [[Subjekten]] und [[Objekten]] [[bewegt]], soweit sich das [[Fremde]] nicht selbst aus den [[Objekten]] bestimmt. [[Macht]] an sich ist dabei unnötig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es geht bei der [[Analyse]] jener [[Macht]] um das, worin die Menschen sich selbst als das [[Material]] ihrer [[Verhältnisse]] für [[wahr]] nehmen, worin sie der [[politischen]] [[Logik]] ihrer [[Selbstwahrnehmungen]], dem [[ästhetischen Willen]] ihrer [[zwischenmenschlichen Verhältnisse]], der gemeinen [[Macht]] der [[Zwischenmenschlichkeit]] ihrer [[unmittelbaren]] [[Lebensverhältnisse]] unterworfen sind. Durch dessen [[Kulte]] und [[Sitten]] im [[Erleben]] und [[Leiden]] in und an ihren [[zwischenmenschlichen Beziehungen]] wird ihre [[Selbstwahrnehmung]] der [[Logik]] ihrer wechselseitigen [[Einverleibungen]] im [[Nutzen]] eines [[allen gemeinen]] [[Verhaltens]] entstellt und im Großen und [[Ganzen]] einer [[abstrakten]] [[Gemeinsinnigkeit]] [[gleichgeschaltet]]. Von daher ist es nötig, den [[Unsinn]] einer [[politischen Kultur]] durch das [[Begreifen]] und Zutrauen in die [[Wahrheit]] der [[eigenen]] [[Wahrnehmung]] zu [[empfinden]], um ihren [[politischen]] [[Verallgemeinerungen]] zu entkommen bzw. diese [[aufzuheben]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im [[Dazwischensein]] der gemeinen [[gesellschaftlichen]] [[Macht]], in der [[Zwischenmenschlichkeit]] ihrer [[unmittelbaren]] [[Lebensverhältnisse]] [[begründen]] und vollziehen die Menschen den [[Zwiespalt]] ihrer [[zwischenmenschlichen Verhältnisse]] die sie im [[Erleben]] und [[Leiden]] in und an ihren Selbstwahrnehmungen in ihren [[zwischenmenschlichen Beziehungen]]. Über deren [[Kulte]] und [[Sitten]] [[erfahren]] sie ihren [[Klassengegensatz]] in einem schrankenlosen [[Geltungsbedürfnis]]. Darin wird ihre [[Selbstwahrnehmung]] der [[Logik]] einer [[Selbstverwertung]] ihrer wechselseitigen [[Einverleibungen]] im [[Nutzen]] eines [[allen gemeinen]] [[Verhaltens]] entstellt und im Großen und [[Ganzen]] einer [[abstrakten]] [[Gemeinsinnigkeit]] [[gleichgeschaltet]]. Von daher ist es nötig, den [[Unsinn]] einer [[politischen Kultur]] durch das [[Begreifen]] und Zutrauen in die [[Wahrheit]] der [[eigenen]] [[Wahrnehmung]] zu [[empfinden]], um ihren [[politischen]] [[Verallgemeinerungen]] zu entkommen bzw. diese [[aufzuheben]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Doch [[Macht]] kann durch [[Täuschung]] erzeugt werden, wo die [[Verhältnisse]] selbst zwischen Subjekt und Objekt [[vertauscht]] und also [[verkehrt]], das heißt [[unwirklich]] gemacht wird (siehe auch [[Verkehrung]]), wenn ihre [[Verwirklichung]] als ihre [[Entwirklichung]] existiert. Und es ist schließlich vor allem die [[Sprache]], die dies [[vermitteln]] kann und in der Lage ist, [[Täuschungen]] [[aufzuheben]], indem sie das Vertauschte benennt und ein [[gesellschaftliches]] [[Bewusstsein]] hierüber zu [[bilden]] vermag, indem sie das [[Mittel]] der [[Verständigung]] und damit des [[Verstandes]] ist, – indem sie den [[Sinn]] des [[Denkens]] vergesellschaftet. Das [[Wissen]] um ihre [[Ohnmacht]] ist daher auch ein mächtiges [[Mittel]] einer menschlichen [[Emanzipation]] – als [[Kritik der politischen Kultur]] auch ihr [[politisches]] Werkzeug, um die [[Entfremdung]] des Menschen von der Welt, die er erzeugt, zu [[beweisen]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;Mit der Verwertung der Sachenwelt nimmt die Entwertung der Menschenwelt in direktem Verhältnis zu. Die Arbeit produziert nicht nur Waren; sie produziert sich selbst und den Arbeiter als eine Ware, und zwar in dem Verhältnis, in welchem sie überhaupt Waren produziert. ... Der Gegenstand, den die Arbeit produziert, ihr Produkt, tritt ihm als ein fremdes Wesen, als eine von dem Produzenten unabhängige Macht gegenüber. Das Produkt der Arbeit ist die Arbeit, die sich in einem Gegenstand fixiert, sachlich gemacht hat, es ist die Vergegenständlichung der Arbeit. Die Verwirklichung der Arbeit ist ihre Vergegenständlichung. Diese Verwirklichung der Arbeit erscheint in dem nationalökonomischen Zustand als Entwirklichung des Arbeiters, die Vergegenständlichung als Verlust und Knechtschaft des Gegenstandes, die Aneignung als Entfremdung, als Entäußerung. ([[MEB 40, S. 511f.]])&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Sprache]] ist das älteste [[Kulturgut]] der Menschen, das [[praktische Bewusstsein]] ihrer [[gesellschaftlichen]] [[Beziehungen]]. Wo sie aber im Schatten von [[Tatsachen]] nurmehr über verbale [[Interpretationen]] verfügt, wo sie über verschiedene Aspekte hierüber nur [[informiert]], wo sie sich im [[Selbstverständnis]] von [[Selbstverständlichkeiten]] zum [[moralischen]] Medium von [[Selbstbezüglichkeiten]] entwickelt, da wird ihre [[Vermittlung]] zum [[Ereignis]] einer übermächtigen Einfältigkeit (siehe hierzu [[tote Wahrnehmung]]), zur [[Selbstdarstellung]] von [[Vorstellungen]], [[Bildern]] und [[Gefühlen]] der [[Selbstwahrnehmung]]. Darin wird [[Wahrnehmung]] auf ihren [[selbstbezüglichen]] [[Nutzen]], auf eine Kommunikation von bloßen [[Interpretationen]], [[Meinungen]] und [[selbstgerechten]] Verbindlichkeiten von allseitig [[verbürgten]] [[Lebenspflichtigkeiten]] der [[bürgerlichen Gesellschaft]] [[reduziert]] und dadurch die Grundlagen der [[gesellschaftlichen]] [[Geschichte]], die Potenziale der Selbstveränderung der Menschen aufgelöst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wo, wenn, weil und solange Sprachlosigkeit herrscht wird darüber [[denken]] unmöglich (siehe hierzu [[Positivismus]]). Doch auch Sprachlosigkeit lässt sich an ihren [[Begriffen]] [[beweisen]], weil sie in sich selbst schon ihren [[Widersinn]] darstellen, weil sie sich in sich tautologisch begründen, ihre Aussagen zugleich als [[Grund]] für sich behauptet und in ihrer sprachlichen [[Interpretation]] ihren [[wirklichen]] [[Sinn]] abtötet. Solche [[Begrifflichkeit]] dreht sich im Kreis unsinniger Worte, die ihre [[Abstraktion]] durch ihre unendliche Selbsterweisung [[verewigen]]. Wer ihnen auf ihren [[wirklichen]] [[Grund]] geht, wird die Bemühung einer Beschreibung [[unsinniger]] [[Verhältnisse]] entdecken, die über die [[Abwesenheit]] ihres [[Wesens]], über ihre [[Nichtigkeit]] [[hinwegtäuschen]] sollen. So hatte schon der Begründer einer kritischen Philosophie (siehe [[kritische Theorie]]), Karl Marx, den [[Begriff]] des [[Tauschwerts]] entzaubert, der als &#039;&#039;contradictio in adjecto.&#039;&#039; [[(MEW Bd. 23, S. 50)]] sein grundlegendes [[Verhältnis]], den [[Warentausch]], schon voraussetzt, den Grund aus dem bezieht, was er erst begründen will. E sind die Preise, die zunächst willkürlich erscheinen, aber durch ihre allgemeine Wertform beweisen, dass ihr [[Wert]] sich nicht durch [[beliebige]] Relationen darstellen kann. Sie kündigen lediglich von dem, was sie nicht [[wirklich]] sind, weil sie nicht in ihrer relativen [[Bestimmtheit]] [[wahr]] sein können. Es ist lediglich der [[politische Wille]] des [[Privateigentums]], der sich darin verfestigen soll (siehe hierzu [[&#039;&#039;Krtik der politischen Ökonomie&#039;&#039;]]&#039;&#039;). So offenbaren auch die [[Begriffe]] der Kulturkritik ihren [[Widersinn]], wenn sie sich aus einem bloßen [[Dasein]] in ihrer gesellschaftlichen Wirklichkeit begründen, worin sich die Menschen nur als das Material ihrer Verhältnisse verwirklichen, sich im [[Dazwischensein]] ihrer Beziehungen verhalten können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie können ihre [[zwischenmenschlichen Verhältnissen]] nur in dem [[bestimmt]] [[wissen]], worine sie sich selbst in ihrer [[Zwischenmenschlichkeit]] jenseits ihrer wirklichen [[Verhältnisse]] als wesentlich menschlich behaupten können (siehe hierzu auch [[&#039;&#039;Krtik der politischen Kultur&#039;&#039;]]). Die Welt, in der die Menschen ihre [[Verhältnisse]] nur in einer Welt zwischen sich und anderen [[wahrnehmen]] können (siehe [[Dazwischensein]]), in der sie keine [[Gegenständlichkeit]] ihres Lebens finden und [[empfinden]] [[erscheinen]] ihnen ihre [[persönlichen]] [[Verhältnisse]] selbst schon [[beliebig]]. Und so wundert es auch nicht, wenn sie am [[Belieben]] ihrer [[Liebe]] zergehen und für einander auch [[wirklich]] [[gleichgültig]] werden. Denn darin bleiben sie sich und einander [[notwendig]] [[fremd]], können nur einer ihnen [[fremden]] Lebenswelt dienen, um ihr Leben zu verdienen. Und solange die Menschen ihr [[Leben]] verdienen müssen, können sie nicht als lebende Menschen gesellschaftlich zusammenwirken, keine gemeinschaftliche [[Wirklichkeit]] ihres [[Lebens]] und keine dem entsprechende [[Sprache]] bilden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kulturkritik]] [[dekonstruiert]] nicht einfach nur die [[Gewohnheiten]] eines [[ästhetischen]] [[Sollens]] (siehe [[ästhetischer Wille]]), sondern beschreibt auch ihren [[Grund]] als [[verselbständigte]] [[Notwendigkeit]] ihrer [[Erscheinungen]], die unendlich [[widersinnige]] Immanenz ihres [[Daseins]] (siehe [[Tautologie]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kulturkritik]] gründet auf [[Gedanken]], die einem [[ganzen]] Gedankenfluss entnommen sind, worin sie in einer [[Theorie]] konsistent zusammengefügt und dargestellt, in einer [[Theorio]] zusammenfließen, die letzlich - als [[Ganzes]] [[verstanden]] - [[wirkliche]] [[Kritik]] einer [[entäußerten]] [[Wirklichkeit]] ist. [[Kulturkritik]] ist nicht nur [[kritische]] [[Philosophie]] und auch nicht einfach [[kritische Theorie]], sondern vor allem eine [[Kritik]] des [[Unsinnigen]], dem [[Widersinn]] in den [[unmittelbar]] [[gesellschaftlichen]] [[Beziehungen]] der Menschen, in denen sie sich selbst zum gesellschaftlichen [[Material]] ihrer [[Verhältnisse]] machen, indem sie sich selbst als [[Mittel ihres Lebens]] [[vergegenständlichen]] und [[veräußern]]. Durch ihre [[zwischenmenschlichen Beziehung]] auf Andere werden sie selbst zum [[Material]] [[tautologischer]] [[Lebensverhältnisse]] und [[verkehren]] ihre [[Selbstachtung]] zu einem [[Selbstwert]] ihres [[Geltungsstrebens]] (siehe [[Selbstverwertung]]). So sind sie in ihrer [[Zwischenmenschlichkeit]] außer sich, können sich nur durch ihre [[Wahrnehmung]] von sich, in ihrer [[Selbstwahrnehmung]] durch ihre [[Selbstgefühle]] [[bewahrheiten]]. Und darin sind sie vor allem der [[Ästhetik]] einer politischen [[Vernunft]] unterworfen, die sie in ihren [[zwischenmenschlichen Verhältnissen]] über ihre [[Selbstbehauptungen]] befolgen (siehe hierzu auch [[Faschismus]]), um überhaupt noch als [[gesellschaftlicher]] Mensch, als Mensch in menschlichen [[Beziehungen]] zu [[existieren]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und so wird schon ein anderes gesellschaftliches [[Wesen]] begründet, das sich dem [[kulturellen]] [[Wesen]] ihrer praktischen Lebensproduktion enthebt und sich von dieser über ihre [[Selbstwahrnehmung]] [[trennt]] und abspaltet. Durch ihre über ihre stoffliche Lebenspraxis hinweg entwickelten [[Sitten]] im zwischenmenschlichen [[Erleben]] und [[Leiden]] der Menschen wird ihre [[Selbstwahrnehmung]] für den [[Nutzen]] eines [[allen gemeinen]] [[Verhaltens]] im Großen und [[Ganzen]] zu einem [[abstrakten]] [[Gemeinsinn]] entstellt und [[gleichgeschaltet]]. Von daher ist es nötig, den [[Unsinn]] einer [[politischen Kultur]] durch das [[Begreifen]] und Zutrauen in die [[Wahrheit]] der [[Wahrnehmung]] ihrer [[eigenen]] Welt zu heben und [[aufzuheben]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kulturkritik war als eigenstädige Disziplin der [[kritischen Theorie]] mit der [[Verselbstädigung]] des [[Weltkapitals]] (siehe auch [[Globalisierung]]) durch das Auseinanderfallen von [[Sinn]] und [[Nutzen]] der gesellschaftlichen[[Arbeit]] [[notwendig]] geworden. Durch den globalen Verwertungszwang des [[Kreditwesens]] zu einem [[verselbständigten]] [[Schuldgeldsystem]] (siehe hierzu [[fiktives Kapital]]) haben sich die [[kulturellen]] [[Beziehungen]] der Menschen von ihren [[realwirtschaftlichen]] abgelöst und sich zu einer [[politischen Kultur]] vermengt, die eigenstädige Verhältnisse der [[Besitzenden]] aus ihrer [[Zwischenmenschlichkeit]] entstehen ließ, während durch die weltweite Finanzpolitik des [[Kreditwesens]] eines [[fiktiven Kapitals]]die natürlichen Ressourcen der Welt und ihrer [[Natur]] einer schrankenlosen [[Negativverwertung]] überlassen wurde (siehe z.B. auch [[Petrodollar]]). Den [[objektiven]] [[Verhältnissen]] einer zunehmenden Naturzerstörung (siehe auch [[Klimawandel]]) stehen [[subjektiv]] die [[zwischenmenschlichen Beziehungen]] über den [[Geldbesitz]] der reichen Läder gegenüber.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Zwischenmenschlichkeit]] ist der [[Begriff]] für einen Kosmos von [[Beziehungen]], der auf eine [[Gesellschaft]] zwischen den Menschen über die Sinnhaftigkeit (siehe hierzu auch [[abstrakt menschlicher Sinn]]) ihrer [[zwischenmenschlichen Verhältnisse]] rekurriert. Darin sind [[Beziehungen]] von Menschen unterstellt, die in einem unvermittelten und also unmittelbar scheinenden Verhältnis zwischen sich und [[den anderen Menschen]] auftreten. Es sind [[Verhältnisse]] im [[Dazwischensein]], im [[Sein]] zwischen den Menschen, einem [[Dasein]], in welchem sie sich selbst und einander zu dessen [[Material]], sich als [[Person]] zum [[Gegenstand]] ihrer [[Kultur]] als [[subjektive]] [[Form]] ihres [[Lebens]] machen und haben, weil und soweit ihre gesellschaftliche [[Gegenwärtigkeit]]und [[Vergegenstädlichung]] in der [[Wirklichkeit]] ihrer [[objektiven]] [[Lebensverhältnisse]] ihnen entzogen, für sie [[abwesend]] ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ihre Teilnahme am gesellschaftlichen [[Leben]] der Menschen entwickelt sich daher vorwiegend in der [[zwischenmenschlichen]] [[Gesellschaft]] ihrer [[Selbstbeziehungen]]. In einer solchen Gesellschaft der [[Zwischenmenschen]] ist ihr [[Erkenntnisinteresse]] durch die [[Widersprüche]] ihres [[Daseins]] wie auch in ihrer [[Subjektivität]] gebrochen. Was sie an einander [[erkennen]] ist nicht das, was sie durch einander sind. [[Sinn]] und [[Nutzen]] ihrer Beziehungen stellen in ihrer zwischenmenschlichen Gesellschaftlichkeit gegensinnige Pole dar. Schon durch die [[Vermittlung]] der [[widersinnigen]] Lebenswirklichkeit einer [[abstrakt menschlichen Gesellschaft]]ist diese nicht durch sie als Menschen selbst, sondern durch ihre [[Selbstentfremdung]] im [[Dazwischensein]] von [[Sinn]] und [[Nutzen]] ihrer [[Arbeit]] bestimmt. Wo sie sinnlos wird, wenn sie einen unmenschlichen [[Nutzen]] befördert und nutzlos wird, wenn sie einen nur [[ästhetischen]] [[Sinn]] vermittelt, entzweit sich darin wie auch an ihren Produkten die [[Subjektivität]] und [[Objektivität]] der menschlichen [[Beziehungen.]] Ihre [[Lebensverhältnisse]] verschmelzen in ihrem unmittelbaren Menschsein in einer [[abstrakten Gesellschaft]]im [[Verhalten]] ihrer unmittelbar sinnlichen Beziehungen als nützlicher Sinn der [[Körper]] ihrer Kultur (siehe [[abstrakt menschlicher Sinn]]) zu einem unmittelbar sinnlichen [[Nutzen]] der sachlichen Produkte ihrer [[Wirtschaft]] (siehe [[abstrakt menschliche Arbeit]]). Im Ganzen ihrer Lebensverhältnisse verschmilzt von da her der [[Kult]]ihrer subjektiven [[Gegenstädlichkeit]](siehe [[Körperfetischismus]]) mit dem gegenstädlichen [[Schein]]ihres [[Subjektseins]] durch und in ihrem Warentausch (siehe [[Warenfetischismus]]). In der Vermengung von [[Wirtschaft]] und [[Kultur]] durch die [[politische Kultur]] der [[Nationalstaaten]] zu einer [[faschistischen Ideologie]] entwickeln sich die [[Fetische]] einer [[abstrakt menschliche Gesellschaft]] hin zu ihrer Auflösung im Zwangsverhältnis eines [[Menschenparks]] durch eine dem entsprechend internationalisierte [[faschistische]] Politik. Sie betreibt daher einen international [[wirksamen]] [[globalen]] [[Nationalismus]] (siehe auch [[Faschismus]]), der nurmehr über die [[Notwendigkeiten]] des [[Weltkapitals]], über die Weltbank, die [[Konkurrenz]] der Nationalstaaten diese um den [[Geldwert]] ihrer Währungen (siehe [[Devisenhandel]]) versammelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kultur ist aber wesentlich die [[Subjektivität]] einer [[Gesellschaft]]. &#039;&#039;Der Mensch erkennt sich im Menschen&#039;&#039; sprach Goethe. &#039;&#039;Aber der Mensch, das ist kein abstraktes, außer der Welt hockendes Wesen&#039;&#039; [[(MEW 1, S. 378f)]] sagt Marx. Wo das [[Leben]] der Menschen in den [[Widersprüchen]] ihrer [[Verhältnisse]] unerträglich wird, da sucht es sich die Illusion. Da herrscht die [[Täuschung]], die Vertauschung der Lebensmomente mit einer [[abstrakten Allgemeinheit]], der Lebensvielfalt mit der Einfalt [[reduzierter]]Lebensreize, das [[Leben]] der [[Reiz]]e mit dem [[Reiz]] des [[Erlebens]], der [[Ohnmacht]] mit der [[Macht]], mit [[Gott]] und Vaterland. So kehrt sich [[Verständigkeit]] gegen [[Bewusstsein]], [[Vernunft]] gegen [[Emanzipation]], [[Selbstwert]] gegen [[Selbstachtung]] - überhaupt [[Glaube]] gegen [[Gewissheit]]. Es ist immer noch die Form einer [[Religion]], welche die Menschen mit ihrem Unglück verbündet, mit einer a[[bstrakten]]Bindung im Ungewissen, mit dem Bündnis der [[Abstraktionen]] in ihrer [[Allgemeinheit]], durch die alles sein kann, was es in [[Wahrheit]] nicht ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In [[Wahrheit]] ist Kultur die Subjektform einer Gesellschaft und von daher immer auch Ausdruck ihrer inhaltlichen wie formellen Lebensverhältnisse, die in ihrem [[Nutzen]] als Zweck ihrer [[Arbeit]] von ihrem [[Sinn]] getrennt auftreten, wo beides von einander durch eine rein wirtschaftliche und eine rein kulturelle Existenz [[entfremdet]] ist. Diese [[Trennung]] zu überwinden macht die Sprengkraft der Kulturkritik aus. Doch die bisherige Kulturkritik hat sich nur am Rand mit dem [[wirtschaftlichen]] und [[politischen]] [[Nutzen]] der Kultur befasst und sich von daher dem platten Zweck ihrer gesellschaftlichen Existenz mit endlosen [[Interpretationen]] ihrer [[Ästhetik]] entzogen. Doch gerade dieser in ihrem [[Sinn]] geläufige [[Nutzen]] als ein in ihrem [[Nutzen]] versteckter [[Sinn]], ihr hierin sehr unkenntlich erscheinender Zweck muss als ein gesellschaftliches [[Dasein]] in der [[Trennung]] seiner [[Beziehungen]] [[dialektisch]] dargestellt, der [[selbstädige]] [[Reiz]] ihrer [[Befriedungen]] als politische [[Tatsache]] [[analysiert]] und durchleuchtet werden. Doch die [[Kultureliten]] leben gerade davon, dass sie die besonderen Kulturgenüsse im [[Kulturkonsum]] ihrer [[elitären]] Existenz wie eine Besonderheit ihrer persölichen [[Sinnlichkeit]] [[wahrnehmen]] und als Ausdruck ihres[[Edelmuts]] so [[vorstellen]], wie sie ihn auch wirklich durch ihre besonderen Anreize und Moden als [[objektives Gefühl]] für ihre [[Selbstgefühle]] [[wahrhaben]], um sich nicht mit der platten Scheinbarkeit (siehe [[Scheinwelt]]) ihrer Urgrüde zu befassen, um ihre [[gewöhnliche]] [[Selbstwahrnehmung]], den [[Kult]] ihrer [[Selbstbezogenheiten]] nicht zu [[enttäuschen]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der [[bürgerlichen Gesellschaft]] war für ein bestimmte[[Klasse]] der Bourgeoisie der [[Geldbesitz]] als Medium des Überflusses und Luxus schon immer reizvoll - und umso intensiver, wie das [[Wertmaß]] des [[Geldes]] auf dem Weltmarkt über die [[Preise]] des [[Weltgeldes]], durch dessen Funktion als weltweiter [[Maßstab der Preise]] vermittelt wird (siehe [[Globalisierung]]). Der internationale [[Mehrwert]], der weltweite Überfluss an [[unbezahlter Arbeit]] wird also zu einem Maß der Existenzen, der durch den [[Geldbesitz]] in einer Währung zu einem nationalen [[Existenzwert]] wird, der sich über das [[Weltgeld]] eines [[Weltkapitalismus]] verwertet. Was als bloßer [[Mehrwert]] nur tot bliebe, weil dessen Bildungsprozess die Produkte aus [[unbezahlter]], aus [[toter Arbeit]] vergemeinschaftet, wird in der Kultur der [[Geldbesitzer]] kulturell belebt, indem darin [[Ereignisse]] zur Vergnüglichkeit und Lustbarkeit über [[Dienstleistungen]] gegen die Abtötungen in einer [[Gesellschaft]] der Verwerfungen und [[Dekadenzen]] rückgebunden werden (Rückbindung = re ligio = [[Religion]]). Deren [[Langeweile]], der schale Geschmack inhaltsloser [[Scheinwelten]] [[entwickelt]] sich dabei selbst zu einem [[Bedürfnis]], das keinen [[wirklichen]] Gegenstand mehr empfindet, weil es ihn nicht unbedingt nötig hat, sondern sich mit [[zwischenmenschlichen]][[Erlebnissen]] aus den [[Ereignissen]] und [[Beziehungen]] durch die Vergemeinschaftung der in Massen [[isolierten]] [[Selbstgefühle]], durch ihre Formverwandlung zu [[Massengefühlen]] begnügt und sich in den [[Selbstwahrnehmungen]] der Menschen als [[Kultur]] ihrer [[zwischenmenschlichen Verhältnisse]] fortbildet (siehe auch [[Kult]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Wahrheit]]lässt sich nicht aus einer Logik beziehen, nicht aus einer [[ideologischen]] Gedankenform (siehe auch [[Gedankenabstraktion]]), einer [[Vorstellung]], die ein natürliches Sein interpretiert und [[idealisiert]]. [[Wahrheit]] setzt [[Erkenntnis]] voraus, die ohne [[Zweifel]] [[wesentlich]] ist, weil sie nicht bloß [[objektiven]] Formationen entspricht (siehe hierzu auch [[Strukturalismus]]), sondern sich [[Formbestimmungen]] [[fremder Kräfte]] entgegenstellt und die Macht ihrer Täuschungen aus der [[Verkehrung]] ihres organischen [[Wesens]], aus der [[Abstraktion]] von ihrer [[Natur]] durch deren [[Verallgemeinerungen]] begrüdet haben will.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kritik]] ist nötig, um die [[verkehrten]] Verhältnisse als das zu erklären, was sie sind: Die [[Verkehrung]] des menschlichen [[Lebens]], die Demütigung des Menschen durch die [[Dekadenz]] seiner Lebensverhältnisse. &#039;&#039;Die Kritik der Religion endet mit der Lehre, daß der Mensch das höchste Wesen für den Menschen sei, also mit dem kategorischen Imperativ, alle Verhältnisse umzuwerfen, in denen der Mensch ein erniedrigtes, ein geknechtetes, ein verlassenes, ein verächtliches Wesen ist.&#039;&#039; [[(Karl Marx, »Deutsch-Französische Jahrbücher«, Paris 1844), MEW 1, S. 385)]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der [[Kulturalisierung]] der Gewalten, die das Leben der Menschen beherrschen, sind die Ketten verschönt, vertuscht und übertönt, mit denen sie gefesselt sind. Aber es kann nicht richtig sein, deshalb die [[Kultur]] als solche zu kritisieren. Die Kritik geht gegen ihre Zwecke, gegen die [[Politik]], die sie betreibt und verwendet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;Die Kritik hat die imaginären Blumen an der Kette zerpflückt, nicht damit der Mensch die phantasielose, trostlose Kette trage, sondern damit er die Kette abwerfe und die lebendige Blume breche. Die Kritik der Religion enttäuscht den Menschen, damit er denke, handle, seine Wirklichkeit gestalte wie ein enttäuschter, zu Verstand gekommener Mensch, damit er sich um sich selbst und damit um seine wirkliche Sonne bewege. Die Religion ist nur die illusorische Sonne, die sich um den Menschen bewegt, solange er sich nicht um sich selbst bewegt. [[(MEW 1, S. 379)]]&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man mag Kulturkritik an vielen einzelnen Inhalten in den einzelnen Bereichen der Kultur festmachen und damit zum Ausdruck bringen, dass man mit diesem oder jenem Kulturereignis nicht einverstanden ist und es verändern oder verbessern will. Doch in diesem Sinn ist es eigentlich keine Kritik der Kultur, sondern eine Auseinandersetzung in ihr und mit ihren einzelnen Gestaltungen, in der sich das Eine zum Anderen verhält.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kulturkritik im allgemeinen kann nur ein gesellschaftliches Verhältnis der Kultur, also politische Kultur meinen und daher auch nur selbst politisch sein. Sie kritisiert die politischen Einwirkungen auf die menschliche [[Kultur]] (siehe auch [[Kulturalismus]]), deren Bestimmung durch [[politische Ökonomie]] im Interesse an der Verwertung von menschlicher Sinnestätigkeiten ihr vorausgesetzt sind. Von daher ist eine [[Kritik der politischen Kultur]] eine Kritik an der [[Politik]] im besonderen Augenmerk auf Kultur, worin sie nicht nur den menschlichen Umgang, die Rechtsform der gesellschaftlichen Verhältnisse bestimmt, sondern auch die Lebensbedingungen für den Sinn und Zweck ihrer Lebensäußerungen, ihrer unmittelbaren Lebensverhältnisse, wie sie sich auch auch zwischenmenschlich ereignen, maßgeblich formiert. Von daher ist sich diese [[Kritik]] einig mit der [[Kritik der politischen Ökonomie]], bezieht sich aber nicht auf ihre wirtschaftliche Formen sondern auf die Lebensgestaltungen zwischen den Menschen selbst (siehe auch [[Zwischenmenschlichkeit]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im weitesten Sinne ist sie die [[Kritik]] an einer [[Kultur]]formation, die sich nicht im Einklang mit dem menschlichen [[Leben]] befindet, sich von ihm [[wesentlich]] unterscheidet, weil ihre gesellschaftliche Dimension sich gegen dieses [[Leben]] verselbständigt, als Politik über dieses gestellt hat. Kulturkritik hat von daher die Lebensweise der Menschen selbst und den [[Sinn]] ihrer Lebensgestaltungen, ihrer Lebensformen zum [[Gegenstand]] ihrer [[Kritik]], sofern dieser einem ihnen [[fremden]] [[Zweck]] folgt, sofern also der Zweck der gesellschaftlichen Form ihrer Lebensverhältnisse dem [[Sinn]] ihrer Lebensgestaltungen zuwider entwickelt ist. Kulturkritik ist von daher die Kritik der [[Entfremdung]] menschlicher Kultur von ihrem gesellschaftlichen [[Sinn]]. Dieser besteht aus der menschlichen [[Sinnbildung]], wie sie sich im Laufe der [[Geschichte]] durch die [[Arbeit]] der Menschen als [[Naturmacht]] aus der [[Natur]] heraus zu menschlichen Lebensverhältnissen entwickelt hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Versteht man unter Kultur den Sinn menschlicher Zivilisation, so ist Kulturkritik die Kritik einer dem Menschen entfremdeten Zivilisation, also einem gesellschaftliche Lebensverhältnis, das dem Menschsein nicht entspricht. Kulturkritik bezieht sich allgemein auf die Phänomene einer menschlichen Zivilisation, welche sich gegen menschliches Leben richten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein zentrales Problem in der Geschichte der Kulturkritik war die Bestimmung dessen, was unter einem menschlichen Leben zu verstehen ist. Kulturkritik impliziert immer ein bestimmtes Lebensverständnis und hat von daher auch ein Menschenbild. Das erschwert eine allgemeingültige Fassung dessen, was Kulturkritik meint. Denn solche Fragestellung durchzieht die ganze Philosophiegeschichte. Aber als Kritik von Lebensgestaltungen wird dies verfänglich, weil sich darin philosophische Positionen zwangsläufig als politische Anforderungen an diese Gestaltung einbringen, als Seinsbestimmung für das, was Sinn haben, für Menschen wesentlich sein soll und was nicht. Erst mit der postmodernen Kulturkritik wurde dies als kulturpolitisches Problem erarbeitet, indem die Sinnfrage selbst abgewiesen wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zwischen ihrem philosophischen und ihrem geschichtlichen Gehalt geriet Kulturkritik in die Widersprüchlichkeit einer Zeitkritik, die zugleich wesentlich übergeschichtlich sein wollte. Dies wurde von [[Heidegger]] in einer sowohl theoretischen als auch praktischen Ontologie aufgelöst, die ein philosophisches wie auch zugleich geschichtliches Unheil enthielt. In seiner Fundamentalontologie wurde das philosophierte Wesen zur Geschichtsbestimmung, indem es als Seinsgewalt begriffen wurde. Philosophische Begründung von &#039;&#039;Seinsnotwendigkeit&#039;&#039; geriet auf diese Weise zur Bestimmung von Lebensgrundlagen, welche sich als absolute Zeitkritik (z.B. als Kritik der Modernen in ihrer &#039;&#039;[[Seinsvergessenheit]]&#039;&#039;) totalisierte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Besonders im [[Nationalsozialismus]] wurde auf diese Weise Kulturkritik als Kritik der Modernen überhaupt zum Werkzeug einer Wesensbehauptung, die zur Errichtung eines völkischen Staates Verwendung fand. Dieser sollte als &#039;&#039;deutsches Wesen&#039;&#039; in einer deutschen Kulturnation verankert sein und sich deshalb aus einer völkischen Kultur ableiten. Von daher bekamen die geschichtlich auszumachenden Kulturmerkmale eine neue Bedeutung als Reinheitsmerkmale der &#039;&#039;eigentlichen&#039;&#039;, der unverfälschten Kultur: Aus germanischen und arischen Sitten und Gebräuchen sollte sich die deutsche Art und ihre politische Gliederung (z.B. als Volk, Gau, Stamm und Sippe) bestimmen. Auch Kultzeichen (Runen) wurden durch solche Kulturalisation zu politischen Symbolen. Die aus einer solchen Variante von Kuturkritik abgeleitete kulturelle Identität sollte einen völkischen Staat als Körperschaft zur Förderung der reinen Art begründen, die sich auch gegen die Bevölkerung dieser Nation durchzusetzen verstand. In der politischen Identifikation mit ihrer Kulturgeschichte wird Kulturkritik immer zum Machtmittel einer Elite, die ihren Willen über die geschichtliche Wirklichkeit einer [[Gesellschaft]] erhebt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Anwendung der Philosophie ist Kulturkritik zwangsläufig Wesensphilosophie. Von daher widersprechen sich die Kulturkritiker auch selbst schon fundamental in der Auffassung von Kultur - besonders ob sie eine nur ästhetisch begreifbare Lebensäußerung sei oder ein unmittelbar gesellschaftliches Verhältnis, wesentlich aus menschlicher Subjektivität oder wesentlich aus der Objektivität seiner Verhältnisse zu begreifen wäre. In der Philosophie ist der Übergang von Philosophie zu Kulturkritik nicht eindeutig abgrenzbar. Was in der Philosophie noch Kategorien des Seins oder der Wahrnehmung als Ästhetik sind, wird in der Kulturkritik zu einer wirklich gesellschaftlich bezogenen, also politischen Lebenshaltung, die eine letztlich praktische Beziehung zu menschlichen Lebensverhältnissen hat. Eher als durch Philosophie kann man daher die Kulturkritik an solchen Bezügen differenzieren, die sie im Lauf der [[Geschichte]] entwickelt hatte. Diese lassen sich grob in zwei Arten unterscheiden, in denen Kulturkritik ihren Gegenstand entweder in den Menschen oder aber andererseits in ihren Lebensverhältnissen begreift, sich in die Interessen subjektiver Intentionen einbindet, welche Anstoß zu Kulturveränderungen sein will, oder in jene der Tradition, welche auf den Erhalt und Bestärkung der geschichtlich erworbenen Objektivität menschlicher Kultur abzielt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Subjektive Kulturkritik stellt sich den Menschen als Kultursubjekt vor und behandelt kulturelle Entwicklungen unabhängig von anderen zeitgeschichtlichen Bedingungen als Resultat geistiger und sittlicher Strömungen, die sich aus der Bildung eines geschichtlich wirksamen Willens erklären. Sie ist meist konservativ und betont, dass Kultur quasi ontologisch zum Menschsein gehört, weil sie menschliche Zivilisation selbst ausmache. Von daher sei menschliche Geschichte selbst wesentlich als kulturelles Resultat darzustellen, das sich besonders in den überlieferten Geistesformen vermittelt ([[Sitte,]] [[Kunst,]] [[Religion,]][[Philosophie]]). Sie misstraut den Zeiterscheinungen als bloße Mode gegen tiefer sitzende Gewohnheiten, Sitte und Brauchtum und neigt dazu im Traditionellen das Wesentliche, in der Gegenwart das bloß Scheinende (z.B. als &#039;&#039;[[Seinsvergessenheit]]&#039;&#039;) wahrzunehmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Objektive Kulturkritik begreift Kultur als menschliche Lebensform, die sich aus den gesellschaftlichen Verhältnissen der Menschen unter den Bedingungen ihrer Geschichtlichen Gegebenheiten ergibt. Sie kritisiert die Bindungen der Menschen an soziale Zwänge, die unzeitgemäß sind und denen sie ihr Vermögen zu eigener Lebensgestaltung unterordnen. Ihr Ziel liegt in der Aufhebung mächtiger Gewohnheiten und in der Überwindung selbstentfremdender Verhältnisse (vergl. hierzu auch [[Verdinglichung)]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tatsächlich lässt sich Kultur selbst nicht wirklich wesentlich kritisieren - sie beruht auf dem geschichtlich entwickelten Meinen und dessen Veränderlichkeit durch anderes Meinen, Denken und Fühlen. Sie ist immer unmittelbar praktisch, sowohl in Kunst und Gedanken und Bedürfnissen, als auch in den Sitten und Gewohnheiten der Menschen. Gerade die Gleichsetzung von Kulturkritik und Geisteshaltung hatte zu den verheerenden Positionen eines Gesinnungsstaats im Nationalsozialismus geführt. Auch fortschrittliche Kulturkritik kam in ihrer Philosophie eher auf theologische Positionen, die Kulturprobleme in Vorstellungen von einer Wahrheit der Kultur auflösen wollten, die &#039;&#039;nicht von dieser Welt ist&#039;&#039; ([[Adorno]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neuere Ansätze beziehen sich daher eher auf die politische Realität von Kultur. Auch hierbei gibt es erhebliche Differenzen, die sich um die Begriffssubstanz der Kultur bewegen. Postmoderne Kulturkritik lehnt solche Substanz überhaupt ab und vollzieht Kulturkritik als [[Dekonstruktion]]. Da sie auf jede Begründung von Kulturkritik verzichtete, war sie zwar in ihrem politischen Bezug (besonders in der Kritik von Machtstrukturen und deren pastoralen Selbstlegitimationen) wirkungsvoll, blieb in kulturellen Auseinandersetzungen aber relativ beliebig. Durch Verweigerung einer grundlegenden Begrifflichkeit lieferte sie dem Konstrukteur der Zeitgeschichte letztlich nur das Material für seine Selbstbegründung: Die Beliebigkeit seines Handeln. Die Geschichte (wenn sie denn überhaupt als solche begriffen wurde) war lediglich eine Frage des freien Willens, dessen Verwirklichung unendlich kritisierbar blieb, dem aber keinerlei gesellschaftliche Zielsetzung mehr nachzuweisen war, weil der Begriff hierfür nicht mehr Gegenstand dieser Kritik war. Der [[Neoliberalismus]] führte seine Wirtschaftstheorie als Kulturtheorie weltweit vor, indem er begriffliche Abstraktionen (z.B. Freiheit) lediglich als Kulturanschauung betrieb. Damit war deren Sinn und Zweck war aus Kritik genommen. Die Konservativen hatten wieder Raum gewonnen. Neokonservative legitimierten ihr Treiben durch Rekursion auf Althergebrachtes: Kultur wurde (wieder) auf den geistigen Inhalt einer Zivilisation reduziert, besonders auf die darin vorherrschende Religion (vergl. z.B. [[Samuel Huntington]]) oder auf das bloße Kulturereignis, den Event. Aber auch Bemühungen um eine &#039;&#039;Kritik der politischen Kultur&#039;&#039; liegen vor. Darin wird davon ausgegangen, dass Kultur überhaupt nur in der Verwendung für politische Zwecke (z.B. zur Kulturalisation von gesellschaftlichen Beziehungen) kritisierbar ist, sie also als Substanz politischer Vermittlung begriffen wird. Diese Kritik reflektiert den politischen Gehalt der Selbstwahrnehmung in seiner Begründung durch die Weltwahrnehmung gesellschaftlicher Verhältnisse bis in die zwischenmenschlichen Beziehungen hinein (z.B. als Grundlage für Ressentiments, Populismus und Selbstergebenheit).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf dieser Sitte wird daher politische Kultur kritisiert, also nicht die Lebensweisen und -gestaltungen selbst, sondern lediglich die politische [[Bestimmung]], in der sie besteht, die kulturelle [[Formbestimmung]] (siehe auch [[Ästhetik]]). Auch diese besteht nur in den genannten Positionen zur Zeitgeschichte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Subjektive Kulturkritik: Kultur gilt für Konservative als das Reservoir des bewährten Lebens, als Besitzstand der eigenen Geschichte und als Darstellungsform eines seins-wirksam gewordenen menschlichen Willens, der sich in der Kultur verobjektiviert habe. Subjektive Kulturkritik beruht vor allem auf der konservativen Auffassung, dass Kultur eine Bewährung menschlichen Schaffens darstelle, welche durch modische Einflüsse gefährdet sei. Sie begründet daher ein Sicherungs- und Stabilisierungsinteresse der Seinsnotwendigkeit von Kultur und wendet sich gegen kulturelle Moderne, Anarchie und Barbarei, welche als Zivilisationsbedrohung aufgefasst wird (vergleiche hierzu auch Oswald Spenglers Theorie vom Untergang des Abendlandes). Solche Kulturkritik wendet sich unmittelbar subjektiv gegen das Fremde der [[Entfremdung]], verfolgt damit implizit oder ausdrücklich eine [[Ursprungssehnsucht]] des Eigentlichen oder des Heilen oder des Willens oder der Leidenschaften. Ihr Kern ist eine Naturphilosophie menschlicher Subjektivität, welche eine quasi übergeschichtliche Kultur zur Sicherung menschlicher Zivilisation nötig habe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Oft ist das, was in der Philosophie durchaus emanzipatorische Aussagen im Bezug auf andere Geisteshaltungen ermöglicht, in der Kulturkritik konservativ. So mag z.B. der [[Schopenhauer]]sche Subjektivismus in seiner Philosophie manchen als Überwindung der [[Aufklärung]] erscheinen. In seiner praktischen Beziehung auf Menschen ist sie elitär und oft verächtlich und vom Interesse an der Willkür seines Urteils bestimmt, welche subjektive Maßstäbe zum Weltenmaß machen wollte. Auch die Kritik Nietzsches an den Formalismen der Denkfigurationen seiner Zeit fasziniert als Gedanke zu künstlerischem und intellektuellem Selbstverstehen. Aber mit seiner zynischen Haltung zur gesellschaftlichen Zivilisation hielt [[Friedrich Nietzsche]] die Menschen grundsätzlich für unfähig, eine freie und schöpferische Gesellschaft zu bilden und verstand seine Kulturkritik als Anstachelung, als objektive Notwendigkeit eines Stachels, welchen eine geistige [[Elite]] zu setzen habe, um die Menschenherde anzutreiben und zu bändigen. Das Gesellschaftsverstädnis von Nietzsche beruhte nicht auf einem Leben im freien Zusammenwirken der Menschen, auf freier Objektivation ihrer sinnlichen Verhältnisse zu einer menschlichen Kultur, sondern auf einem Verständnis von Kulturbildung durch übermenschliche Fähigkeiten überhaupt, aus deren Durchsatz durch Übermenschen sich die entsprechende Gesellschaftsform erst ergeben würde. Kulturentwicklung ergibt sich hiernach aus dem Genius einer höheren Klasse, die sich immer notwendig über eine andere Kulturklassen, den Herdenmenschen, zu stellen hätte. In der Bildung des Übermenschlichen (das verstanden wird als das über das menschliche Sein hinauswachsende Menschsein einer Avantgarde) ergebe sich so die Abwechslung der Kulturklassen als Wechsel der Elite, ihrem Verfall in die Dekadenz, die einer neuen Elite zur Macht gereicht. Durch den Aufstieg und Fall der jeweils herrschenden Kulturklasse (z. B. Wissenschaftler, Künstler, Politiker), die durch ihre Macht nach ihrem Höhepunkt zwangsläufig dekadent und immer wieder durch kräftigere Kulturprotagonisten abgelöst werden müssten, könne sich überhaupt nur eine gesellschaftliche Entwicklung als Kulturgeschichte ergeben. Kultur ist demnach verstanden das Werk von [[Übermenschen]], die als Elite ihrer Zeit sie vorangebracht haben, und hat immer eine Art Avantgarde, eine Führerschaft nötig, um den menschlichen Adel voranzubringen. Diese Führerschaft ergebe sich aus der Reife ernsthafter Menschen im Kampf um die Kultur.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieser Kampf sei schon als Weltenprinzip angelegt, als Verwirklichungsprozess von [[Vorstellungen]], die sich über den [[Willen]]vermitteln, hatte schon [[Schopenhauer]] behauptet. Die Menschen würden im Grunde nur um ihre [[Selbstbehauptung]] kämpfen, um die Vorherrschaft der Kultur, welche die Natur, die [[Triebe]] des Herdenwesens der Menschen, gänzlich zu kontrollieren vermöge. Kulturkritik sei daher immer die Bekämpfung von Kulturvorstellungen, die durch Willensmacht zum Sieg gelange, um menschliche Natur zu beherrschen. Es war dies zunächst auch eine Grundhaltung in den Kulturvorstellungen der Psychoanalyse [[Sigmund Freuds]]. Menschliche [[Emanzipation]]war damit in dem Widerspruch begriffen, dass sie nur auf Naturbeherrschung durch Kultur beruhen könne, also eine Art zivilisatorisch notwendige Selbstbeherrschung der Menschen sei.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Gegensätze in der konservativen Kulturkritik hatten sich vor allem als politische Gegensätze in ihrer Zeitgeschichte offenbart, nicht als Gegensätze der zugrunde liegenden Philosophien. In der psychoanalytischen Theorie zeigte sich dies geradezu in tragischer Weise, als Freud 1930 mit seinem &#039;&#039;Unbehagen in der Kultur&#039;&#039; seine bis dahin zum großen Teil emanzipatorische Gedankenwelt den Zeitwahrnehmungen opferte. Er beugte sie dadurch, dass er einen Todestrieb einführte und einen Kulturpessimismus entwarf, in welcher eine &#039;&#039;befremdliche Kulturfeindlichkeit&#039;&#039; der Menschen schon durch ihre Lebensantriebe erklärt sein sollte. Der Todestrieb ließe sich schon ontologisch und damit überhistorisch in den Bestrebungen der Menschen darstellen und nur hierdurch wären die selbstvernichtenden Tendenzen in der Menschheitsgeschichte wie in den individuellen Lebensgeschichten der Menschen erklärlich. Dies zeigt: Ontologisierung ist zwar immer auch philosophisch formulierbar, ihr Sinn jedoch ist unmittelbar praktisch und politisch, sobald er kulturkritische Bezüge eingeht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von objektiver Seite richtet sich Kulturkritik im Wesentlichen gegen die [[Ästhetik]] der Herrschaftssicherung, welche bis in die Lebenspraxis der [[bürgerlichen Kultur]]vordringt. Sie verarbeitet Kultur als Mittel der Täuschung und Selbsttäuschung über objektive Gegebenheiten, welche einerseits dem Existenzinteresse des Bürgertums (dem Warenbesitz und Warentausch) dienlich ist und anderseits auch unmittelbar den ökonomischen Notwendigkeiten der Kapitalverwertung folgt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine klassische Variante [[marxistischer]] Kulturkritik begründete sich aus der Theorie eines kulturellen Überbaus des Bürgertums, der sich als Scheinwelt über die ökonomischen Verhältnisse zur Täuschung über ihre wahren Zwecke errichtet habe, diese als verkehrte Geisteshaltung im Dienst einer herrschenden Klasse widerspiegele. Dieser vor allem in der [[Arbeiterbewegung]] vertretene Ansatz unterstellte eine Dichotomie von Ökonomie und Kultur, die durch einen Klassenstandpunkt, quasi im Bildungsprozess eines Klassenbewusstseins auf die ökonomische Wahrheit der Kultur als jenseitige Wahrheit der Kultur zu reduzieren wäre. Auf einer allgemeineren Ebene beziehen andere marxistische Strömungen Kulturkritik auf den von [[Karl Marx]] ausgefüllten Begriff des [[Warenfetischismus]], wonach die Verhältnisse der Menschen im Verhältnis ihrer Sachen bestimmt sind. Indem sie sich dem Kult der Warengesellschaft ergeben, sehen sie sich selbst als Objekt ihres Warenbesitzes an und unterwerfen ihr Selbstbewusstsein dem Kult der Wertvermittlung und Werterzeugung, dem Geld und Kapital. Doch Kultur und Bewusstsein sind nicht dasselbe. Die Gleichsetzung des &#039;&#039;notwendigen Scheins&#039;&#039;, welchen die Warenverhältnisse in ihrer Wertform erzeugen, mit der Falschheit einer Kultur führt geradewegs ins Jenseits, in eine Kultur der Wahrheit, die von der Geschichte der wirklichen Verhältnisse abgetrennt wird. Die wirklichen kulturellen Auseinandersetzungen werden daher von solcher Sichtweise disqualifiziert - ganz im Widerspruch zum Verständnis von Karl Marx selbst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Theodor W. [[Adorno]] sprach von einer Kulturindustrie, die in der Lage sei, das [[Bewusstsein]] der Menschen so zu &#039;&#039;verdinglichen&#039;&#039;, dass sie in der Abspeisung mit sinnentleerten Produkten zur Affirmation des Bestehenden vermittelst des &#039;&#039;Verblendungszusammenhangs&#039;&#039; ihrer Kulturerfahrungen gebracht würden. Seine &#039;&#039;Ästhetik&#039;&#039; wollte die hiergegen sensible Empfindung ansprechen und ihre Verwundung vermittelst [[kritischer Theorie]] und [[Kunst]] aufzeigen; seine &#039;&#039;[[Negative Dialektik]]&#039;&#039; wollte das [[Denken]] zu einen grundsätzlichen [[Zweifel]] gegen jede Totalität, gegen die totalitären Gedankenformationen der bürgerlichen Kultur und des etablierten Geistes befördern (Adorno: &#039;&#039;Das Ganze ist das Unwahre&#039;&#039;). Dies war die Grundlage der [[Kritischen Theorie]], welche sich unter anderem in der Studentenbewegung in aktiver Kulturkritik umsetzte (z.B. [[Antiautoritarismus]], Kunst als &#039;&#039;politische Aktion&#039;&#039;, Hochschulkritik). Von dieser [[Praxis]] jedoch distanzierte sich Adorno (besonders in der Auseinandersetzung mit Krahl) und verblieb als Theoretiker der Ästhetik zugleich theoretischer Ästhet. Seine ästhetische Kulturkritik erwies sich letztlich als klassische Kulturempfindung, die erkenntnistheoretisch unterlegt worden war. Als solche stellte sie sich gegen jede Unterhaltungskultur, z. B. auch gegen Jazz überhaupt, und verwarf die Probleme der Postmodernen durch Rückgriff auf die wahre Kunst, die zugleich Vorgriff sein sollte, denn es gäbe &#039;&#039;kein richtiges Leben im falschen&#039;&#039;. Sein kulturkritischer Ansatz war demnach eine dialektische Kulturtheologie.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neuere Ansätze: Vor allem die [[Frauenbewegung]] stellte kulturelle Konflikte auf eine neue Ebene: Die zwischenmenschlichen Beziehungen als subjektive wie objektive Unterwerfungskonflikte. Das Patriarchat wurde dafür als Kulturbegriff genommen, der in Entsprechung zum Kapital verwendet wurde: Verdingungsmacht. Was sich aus Geschlechtsrollen als Kulturkonflikte ergab, wurde allerdings mehr oder weniger direkt mit der leibhaftigen Geschlechtlichkeit der Menschen gleichgesetzt. Kulturkritik als Phänomen der Geschlechtlichkeit selbst wäre dann selbst wieder Wesensphilosophie. Es verbleibt demnach die Kulturkritik einer bestimmten Zwischenmenschlichkeit, die sich zugleich subjektiv wie objektiv in einer kritischen Begrifflichkeit erklären muss.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Postmoderne]] Ansätze der Kulturkritik entwickelten vor allem [[Jacques Derrida]] und [[Michel Foucault]]. Eigentlich nur auf Sprache bezogen entwickelte Derrida ein Verfahren der Herausstellung des implizit Verneinten, das als [[Dekonstruktion]] bezeichnet wurde. Nicht der Sinn oder Zweck eines Textes, einer Handlung, Architektur oder Kunst oder anderes war Gegenstand solcher Kritik, sondern das, was damit implizit nicht gesagt wurde bzw. nicht gemeint sein wollte. Es war ein Vorgehen der Kritik, die dem der Psychoanalyse ähnelte: Das Unbewusste sollte in seine Gegenwärtigkeit gebracht werden, um damit eine neue Gegenwärtigkeit zu bilden, welche als Kritk der alten praktisch wirksam ist. Auch Foucault verstand von daher Kulturkritik als Kritik der Selbstbegründung von Herrschaftsstrukturen, die weit über deren Ideologie hinausging und vor allem deren institutionelle Formationen und Anwendungen (z.B. in der Pharmakologie, Psychiatrie, Biotechnik) treffen sollte. Kulturkritik sollte sich als bloße Sensibilisierung der Selbstvergegenwärtigung forttragen, indem sie die Gewalten herrschender Kulturinstitutionen bloßstellt. Dies erbrachte zwar ein kritisches Lebensverständnis, aber keine wirklichen Entgegnungen zu den Herrschaftsformen. Diese begründeten sich nicht in ihrer Artikulation, sondern nach wie vor in ihrem Sinn und Zweck, welcher z.B. auch für ihre &#039;&#039;Opfer&#039;&#039; (z.B. den Insassen in psychiatrischen Anstalten) und Nutznießer (z.B. die Markterfolge der Genfoodproduzenten) mehr Bedeutung hatte, als deren Gestaltung überhaupt darzustellen vermag. Die damit erhoffte Wirkung kann man heute als gescheitert ansehen - nicht weil sie intellektuel falsch wäre, sondern weil sie am Umfang der Kulturproblematik vorbei ging.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der hier vorgestellte Ansatz der Kulturkritik hat sich einerseits aus der Analyse des deutschen [[Faschismus]] und andererseits als Kritik an der [[globalen]] Politik mit Kultur entwickelt. Er begreift die Kulturalisation der Wahrnehmung und Selbstwahrnehmung als Grundlage politischer Vermittlung, deren Wirkung darin subjektiv wie obbjektiv zugleich ist und die Menschen hierdurch in ihrem Erkenntnisvermögen zu entkernen sucht. Politische Wahrnehmungen werden auf diese Weise als Selbstwahrnehmung installiert, indem die negativen und bedrohlichen Gefühle in der Weltwahrnehmung unmittelbar als Selbstgefühle der Kultivation gewendet erscheinen, in welchen sie sich aufheben. Kulturkritik bezieht sich von daher auf politische Ästhetik. Er hat im Unterschied zu Adorno keine identitätsphilosophische sondern eine wirkliche Substanz. Z.B. wird Samuel [[Huntingtons]] Buch vom [[Kampf der Kulturen]]) eine Gefahr für die menschliche Zivilisation (Clash of Civilizations) durch den Machtkampf um die Vorherschaft einer Kultur begründet. Es handelt sich bei diesem Buch um eine Auftragsarbeit für einen amerikanischen Thinktank, bei dem sich auch die US-Regierung bedient. Der wissenschaftliche Gehalt des Buches wird vielfach bestreitet und lässt sich auf eine sehr simple, aber massiv aufgetragene Schlussfolgerung reduzieren: Kulturen seien durch Religionen bestimmt; die zivilisierteste Religion sei das Christentum, die NATO sei die einzige für das Christentum relevante Verteidigungsmacht; der Kampf der Kulturen um die weltpolitische Vorschaft sei zwangsläufig und müsse in den nationalpolitischen Machtkonzepte enthalten sein. Dieses Werk ist inzwischen die Standardargumentation der [[Neocon]] für ihre Weltordnungskriege (Achse des [[Bösen]]). Hinter solcher Politik stecken ökonomische Interessen, die sich als Kulturnotwendigkeit darzustellen und durchzusetzen versuchen, um dem zunehmenden Terrorismus eine rein religiöse, also kulturelle Begründungen zuzuweisen (siehe hierzu &#039;&#039;Die politische Kultur des Terrors&#039;&#039;). Dem entspricht zugleich die Ökonomisierung der Kulturen und der Staaten, wie sie durch die Globalisierung des Kapitals zum Zweck der Optimierung von Verwertungslagen betrieben wird. Die weltweiten [[Krisen]] der Kapitalverwertung verlangen nach weiterer Funktionalisierung von [[Arbeit]] und [[Konsum]] zu deren Lösung. Die Kapitalmanager sehen diese in einer Kultur des &#039;&#039;[[Tittytainments]]&#039;&#039;, worin die Menschen als stumpfe Konsumenten und Freizeitjobber - im Prinzip als [[Süchtige]] und Arbeitstiere - angesehen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kulturkritik wird mit der Kritik solcher Entwicklungen unmittelbar auch zu einer [[Kritik der politischen Ökonomie]], wie sie sich in den [[Wahrnehmungen]] und [[Selbstwahrnehmungen]] der Menschen niederschlägt. Von daher werden die bisherigen Grundlagen linker Kulturkritik vertieft und von ihrem zum Teil konservativen Gehalt befreit. Diese Kulturkritik versteht sich als [[&#039;&#039;Kritik der politischen Ästhetik&#039;&#039;]] und arbeitet den [[globalen]] [[Kapitalismus]] als [[Identität]]sverlust des menschlichen [[Lebens]] heraus, wie er sich sowohl individuell, als auch gesellschaftlich in der Kultur der [[Zwischenmenschlichkeit]] herausstellt. Sie begreift die Menschen in einem Widerspruch ihres Erkenntnisvermögens, welcher sich in der politischen Vermittlung von dem vollzieht, was ihre Selbstwahrnehmungen in der Entfremdung von dem, was sie wahr haben, entfalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kulturkritik erbringt in diesem Sinne eine Unterscheidung von menschlicher und politischen Existenz von Kultur, nicht als Abweisung von Kultur, sondern als das Auffassen ihrer politischen [[Substanz]], also dem, was sie in einer [[Gesellschaft]] selbständig und mächtig macht (siehe [[Kritik der politischen Kultur]]). Indem die politische Kultur kritisiert wird, wird ihre Formbestimmtheit von ihrem menschlichen Gehalt unterschieden. In der Kulturkritik wird also Kultur vermenschlicht, indem ihre Entfremdung vom Menschen objektiv aufgegriffen und als [[Notwendigkeit]] einer dem Menschen fremden [[Objektivität]] vorgestellt wird. Dies kann durch praktische [[Erkenntnis]] von Lebenszusammenhängen in der herrschenden Kultur geschehen, deren Erschließung angegangen wird, oder auch in Form von Kunst- und [[Ideologiekritik]], der Kritik von [[Lebenswerten]], die sich hierauf beziehen. Meist wird beides in einem nötig sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kulturkritik bezieht sich nicht einfach auf eine kulturelle [[Ideologie]], sondern als [[Kritik der politischen Ästhetik]] auch auf deren Realität (siehe [[Realabstraktion]]). Als solche befasst sie sich mit der [[Ästhetik]] der [[wahrgehabten]] [[Gegebenheiten]], mit der Welt der [[Gefühle]]. Hier ist sie die Kritik an deren Privatform, am Raub ihrer [[Schönheit]] (siehe [[Einverleibung]]), der Vorherrschaft der [[Selbstgefühle]]. Sie richtet sich daher besonders gegen die Privatformen gesellschaftlicher [[Wahrnehmung]], gegen die Beherrschung menschlicher [[Geschichte]], gegen [[reaktionäres Bewusstsein]] und die [[Mythologisierung]] menschenfeindlicher Lebensverhältnisse zu einer Überhöhung, zur Denaturierung und Deformation menschlicher [[Liebe]] als Selbstverliebtheit des personifizierten Menschen (siehe hierzu die [[Privatperson]]), als [[Selbstbehauptung]] menschlicher Natur (siehe hierzu auch [[Rassismus]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kulturkritik positioniert sich von daher im politischen Streit sowohl ideologiekritisch - z. B. gegen linksideologisch begründete Egozentrik (Sensibilismus), gegen den Liberalismus der Austauschbarkeit ([[Flexibilität]]) und gegen alle Formen rechter Kulturkritik ([[Nationalismus]], [[Rassismus]]) - als auch gesellschaftskritisch. Gesellschaftskritisch verhält sie sich zu den wirklichen kulturellen Problemen der Menschen. Ihre [[Ideologie]]kritik bezieht sich aber vornehmlich auf theoretische Positionen, welche in [[subjektiver]] Form [[objektiv]] auf die Menschen reflektieren und somit einen [[Begriff]] von politischer &#039;&#039;Menschlichkeit&#039;&#039; etablieren, die als Ethik des absoluten Seins einer absoluten [[Ethik]] dienlich ist, bzw. als [[Moral]] des [[Übermensch]]lichen zur [[Gesinnung]] von menschlicher Subjektivität gemacht wird. Alle ideologischen Kulturbegriffe sind Ausdruck eines [[politischen Nominalismus]] der [[Natur]]verherrlichung und derer [[Esoterik]], die als Maß der menschlichen [[Natur]] und des Menschseins gilt. Notwendig wird dieses Maß [[rassistisch]], sobald es [[politisch]] gedacht und angewendet wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Linke Kulturkritik setzt also an der Kritik der Politik mit Kultur an und gründet auf der inneren Entwicklung von Kultur an ihrem existenziellen Zusammenhang (siehe [[Warentausch]] bzw. [[Warenfetischismus]]) an, wo sie durch politische Kultur reaktionär wird. Linke Kulturkritik weiß den Menschen objektiv als sich vergegenständlichendes gesellschaftliches Wesen, das nur an seinem Gegenstand gebrochen werden kann, wenn es politisch in seiner Entfaltung bedrängt und daher [[formbestimmt]] wird. Der Begriff menschlicher Entfaltung ist der [[Reichtum]] an menschlicher Lebensäußerung.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Wolfram</name></author>
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		<title>Kulturkritik</title>
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		<updated>2026-05-26T05:36:31Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Wolfram: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;Seitdem der materielle Reichtum, diese Summe der Erzeugnisse produktiver menschlicher Arbeit, im Geld seinen abstrakten, anonymen Repräsentanten gefunden hat, seitdem der unmittelbare Zweck der produktiven Arbeit nicht mehr die Vermehrung des dinglichen Reichtums, die Herstellung von Gütern, sondern diese nur Mittel zu einem weiteren eigentlichen Zweck: der Vermehrung von Geldreichtum geworden ist, seitdem es genügt, Geld zu besitzen, um reicher werden zu können- seither hat das Reichwerden im engeren, materiellen Sinne aufgehört, notwendig auch ein Reicherwerden im geistigen, kulturellen Sinne nach sich zu ziehen. [[(MEW 23, S. 674)]]&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kulturkritik]] ist die [[Kritik]] der [[Scheinwelten]] bei der [[Sinnbildungen]] einer [[Kultur]] des [[Kapitals]], an der [[Entfremdung]] der [[gesellschaftlichen]] [[Substanz]] dessen, was den organischen [[Reichtum]] der Menschen darstellt, und durch die [[abstrakte Allgemeinheit]] ihrer [[Formbestimmtheit]] den Anschein eines menschlichen [[Reichtum]] [[vermittelt]] und im [[Schein]] und getrennt von den Beziehungen in ihren wirklichen Verhältnissen kultiviert. Kulturkritik ist die [[Kritik]] eines [[gesellschaftlichen]] Unvermögens einer in ihrer [[Wirklichkeit]] [[widersinnigen]] [[Kultur]] des [[Geldes]], an einer [[gesellschaftlichen]] Substanzlosigkeit des [[Geldbesitzes]], wie diese sich in den [[Institutionen]] einer [[Kultur]] [[entäußerter]] [[Existenzformen]] ihrer [[zwischenmenschlichen Verhältnisse]] darstellt, worin sich die Menschen selbst als das [[Material]] im Ausmaß ihrer gesellschaftlichen [[Bezogenheit]] [[wahr]] machen und [[wahrnehmen]] (siehe hierzu [[zwischenmenschliche Beziehung]]). Kulturkritik ist also nicht einfach nur [[kritische]] [[Philosophie]] und auch nicht einfach [[kritische Theorie]], sondern vor allem eine [[Kritik]] des [[Unsinns]] einer [[Macht]] der [[Sinnbildung]], die in der [[unmittelbar]] [[gesellschaftlichen]] [[Wahrnehmung]], in den toten Wahrnehmungen [[zwischenmenschlicher Beziehungen]] einer bestimmten [[Kultur]] der Menschen in einem bestimmten [[Lebensraum]] beherrscht&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Macht]] entsteht, wo [[Ohnmacht]] herrscht – eben als politische [[Macht]], wo sie [[allen gemein]], die [[Allgemeinheit]] also als [[politische]] [[Macht]] herrscht – ganz gleich ob diese Herrschaft [[sachlich]] oder [[ideologisch]] bestimmt auftritt. [[Recht]] kann aber nur [[wahr]] sein, wo es sich gegen Unrecht [[verhalten]] kann. Was nötig ist das fügt sich auch ohne [[objektiv]] [[notwendig]] zu sein. Und was [[subjektiv]] nötig ist, ist die [[Freiheit]] sich ohne [[Not]] hiergegen zu [[entscheiden]]. Die [[Geschichte]] erweist sich als ihr [[gesellschaftliches]] Produkt – [[Gesellschaft]] als vergegenständlichte [[Freiheit]] der [[Entscheidungen]] über das, was den Menschen nötig ist, ohne [[subjektiv]] [[notwendig]] zu sein. Und das bildet auch ohne [[Not]] immer wieder das [[Eigene]] aus dem [[Fremden]], weil sich [[lebendige]] [[Geschichte]] zwischen [[Subjekten]] und [[Objekten]] [[bewegt]], soweit sich das [[Fremde]] nicht selbst aus den [[Objekten]] bestimmt. [[Macht]] an sich ist dabei unnötig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es geht bei der [[Analyse]] jener [[Macht]] um das, worin die Menschen sich selbst als das [[Material]] ihrer [[Verhältnisse]] für [[wahr]] nehmen, worin sie der [[politischen]] [[Logik]] ihrer [[Selbstwahrnehmungen]], dem [[ästhetischen Willen]] ihrer [[zwischenmenschlichen Verhältnisse]], der gemeinen [[Macht]] der [[Zwischenmenschlichkeit]] ihrer [[unmittelbaren]] [[Lebensverhältnisse]] unterworfen sind. Durch dessen [[Kulte]] und [[Sitten]] im [[Erleben]] und [[Leiden]] in und an ihren [[zwischenmenschlichen Beziehungen]] wird ihre [[Selbstwahrnehmung]] der [[Logik]] ihrer wechselseitigen [[Einverleibungen]] im [[Nutzen]] eines [[allen gemeinen]] [[Verhaltens]] entstellt und im Großen und [[Ganzen]] einer [[abstrakten]] [[Gemeinsinnigkeit]] [[gleichgeschaltet]]. Von daher ist es nötig, den [[Unsinn]] einer [[politischen Kultur]] durch das [[Begreifen]] und Zutrauen in die [[Wahrheit]] der [[eigenen]] [[Wahrnehmung]] zu [[empfinden]], um ihren [[politischen]] [[Verallgemeinerungen]] zu entkommen bzw. diese [[aufzuheben]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im [[Dazwischensein]] der gemeinen [[gesellschaftlichen]] [[Macht]], in der [[Zwischenmenschlichkeit]] ihrer [[unmittelbaren]] [[Lebensverhältnisse]] [[begründen]] und vollziehen die Menschen den [[Zwiespalt]] ihrer [[zwischenmenschlichen Verhältnisse]] die sie im [[Erleben]] und [[Leiden]] in und an ihren Selbstwahrnehmungen in ihren [[zwischenmenschlichen Beziehungen]]. Über deren [[Kulte]] und [[Sitten]] [[erfahren]] sie ihren [[Klassengegensatz]] in einem schrankenlosen [[Geltungsbedürfnis]]. Darin wird ihre [[Selbstwahrnehmung]] der [[Logik]] einer [[Selbstverwertung]] ihrer wechselseitigen [[Einverleibungen]] im [[Nutzen]] eines [[allen gemeinen]] [[Verhaltens]] entstellt und im Großen und [[Ganzen]] einer [[abstrakten]] [[Gemeinsinnigkeit]] [[gleichgeschaltet]]. Von daher ist es nötig, den [[Unsinn]] einer [[politischen Kultur]] durch das [[Begreifen]] und Zutrauen in die [[Wahrheit]] der [[eigenen]] [[Wahrnehmung]] zu [[empfinden]], um ihren [[politischen]] [[Verallgemeinerungen]] zu entkommen bzw. diese [[aufzuheben]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Doch [[Macht]] kann durch [[Täuschung]] erzeugt werden, wo die [[Verhältnisse]] selbst zwischen Subjekt und Objekt [[vertauscht]] und also [[verkehrt]], das heißt [[unwirklich]] gemacht wird (siehe auch [[Verkehrung]]), wenn ihre [[Verwirklichung]] als ihre [[Entwirklichung]] existiert. Und es ist schließlich vor allem die [[Sprache]], die dies [[vermitteln]] kann und in der Lage ist, [[Täuschungen]] [[aufzuheben]], indem sie das Vertauschte benennt und ein [[gesellschaftliches]] [[Bewusstsein]] hierüber zu [[bilden]] vermag, indem sie das [[Mittel]] der [[Verständigung]] und damit des [[Verstandes]] ist, – indem sie den [[Sinn]] des [[Denkens]] vergesellschaftet. Das [[Wissen]] um ihre [[Ohnmacht]] ist daher auch ein mächtiges [[Mittel]] einer menschlichen [[Emanzipation]] – als [[Kritik der politischen Kultur]] auch ihr [[politisches]] Werkzeug, um die [[Entfremdung]] des Menschen von der Welt, die er erzeugt, zu [[beweisen]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;Mit der Verwertung der Sachenwelt nimmt die Entwertung der Menschenwelt in direktem Verhältnis zu. Die Arbeit produziert nicht nur Waren; sie produziert sich selbst und den Arbeiter als eine Ware, und zwar in dem Verhältnis, in welchem sie überhaupt Waren produziert. ... Der Gegenstand, den die Arbeit produziert, ihr Produkt, tritt ihm als ein fremdes Wesen, als eine von dem Produzenten unabhängige Macht gegenüber. Das Produkt der Arbeit ist die Arbeit, die sich in einem Gegenstand fixiert, sachlich gemacht hat, es ist die Vergegenständlichung der Arbeit. Die Verwirklichung der Arbeit ist ihre Vergegenständlichung. Diese Verwirklichung der Arbeit erscheint in dem nationalökonomischen Zustand als Entwirklichung des Arbeiters, die Vergegenständlichung als Verlust und Knechtschaft des Gegenstandes, die Aneignung als Entfremdung, als Entäußerung. ([[MEB 40, S. 511f.]])&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Sprache]] ist das älteste [[Kulturgut]] der Menschen, das [[praktische Bewusstsein]] ihrer [[gesellschaftlichen]] [[Beziehungen]]. Wo sie aber im Schatten von [[Tatsachen]] nurmehr über verbale [[Interpretationen]] verfügt, wo sie über verschiedene Aspekte hierüber nur [[informiert]], wo sie sich im [[Selbstverständnis]] von [[Selbstverständlichkeiten]] zum [[moralischen]] Medium von [[Selbstbezüglichkeiten]] entwickelt, da wird ihre [[Vermittlung]] zum [[Ereignis]] einer übermächtigen Einfältigkeit (siehe hierzu [[tote Wahrnehmung]]), zur [[Selbstdarstellung]] von [[Vorstellungen]], [[Bildern]] und [[Gefühlen]] der [[Selbstwahrnehmung]]. Darin wird [[Wahrnehmung]] auf ihren [[selbstbezüglichen]] [[Nutzen]], auf eine Kommunikation von bloßen [[Interpretationen]], [[Meinungen]] und [[selbstgerechten]] Verbindlichkeiten von allseitig [[verbürgten]] [[Lebenspflichtigkeiten]] der [[bürgerlichen Gesellschaft]] [[reduziert]] und dadurch die Grundlagen der [[gesellschaftlichen]] [[Geschichte]], die Potenziale der Selbstveränderung der Menschen aufgelöst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wo, wenn, weil und solange Sprachlosigkeit herrscht wird darüber [[denken]] unmöglich (siehe hierzu [[Positivismus]]). Doch auch Sprachlosigkeit lässt sich an ihren [[Begriffen]] [[beweisen]], weil sie in sich selbst schon ihren [[Widersinn]] darstellen, weil sie sich in sich tautologisch begründen, ihre Aussagen zugleich als [[Grund]] für sich behauptet und in ihrer sprachlichen [[Interpretation]] ihren [[wirklichen]] [[Sinn]] abtötet. Solche [[Begrifflichkeit]] dreht sich im Kreis unsinniger Worte, die ihre [[Abstraktion]] durch ihre unendliche Selbsterweisung [[verewigen]]. Wer ihnen auf ihren [[wirklichen]] [[Grund]] geht, wird die Bemühung einer Beschreibung [[unsinniger]] [[Verhältnisse]] entdecken, die über die [[Abwesenheit]] ihres [[Wesens]], über ihre [[Nichtigkeit]] [[hinwegtäuschen]] sollen. So hatte schon der Begründer einer kritischen Philosophie (siehe [[kritische Theorie]]), Karl Marx, den [[Begriff]] des [[Tauschwerts]] entzaubert, der als &#039;&#039;contradictio in adjecto.&#039;&#039; [[(MEW Bd. 23, S. 50)]] sein grundlegendes [[Verhältnis]], den [[Warentausch]], schon voraussetzt, den Grund aus dem bezieht, was er erst begründen will. E sind die Preise, die zunächst willkürlich erscheinen, aber durch ihre allgemeine Wertform beweisen, dass ihr [[Wert]] sich nicht durch [[beliebige]] Relationen darstellen kann. Sie kündigen lediglich von dem, was sie nicht [[wirklich]] sind, weil sie nicht in ihrer relativen [[Bestimmtheit]] [[wahr]] sein können. Es ist lediglich der [[politische Wille]] des [[Privateigentums]], der sich darin verfestigen soll (siehe hierzu [[&#039;&#039;Krtik der politischen Ökonomie&#039;&#039;]]&#039;&#039;). So offenbaren auch die [[Begriffe]] der Kulturkritik ihren [[Widersinn]], wenn sie sich aus einem bloßen [[Dasein]] in ihrer gesellschaftlichen Wirklichkeit begründen, worin sich die Menschen nur als das Material ihrer Verhältnisse verwirklichen, sich im [[Dazwischensein]] ihrer Beziehungen verhalten können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie können ihre [[zwischenmenschlichen Verhältnissen]] nur in dem [[bestimmt]] [[wissen]], worine sie sich selbst in ihrer [[Zwischenmenschlichkeit]] jenseits ihrer wirklichen [[Verhältnisse]] als wesentlich menschlich behaupten können (siehe hierzu auch [[&#039;&#039;Krtik der politischen Kultur&#039;&#039;]]). Die Welt, in der die Menschen ihre [[Verhältnisse]] nur in einer Welt zwischen sich und anderen [[wahrnehmen]] können (siehe [[Dazwischensein]]), in der sie keine [[Gegenständlichkeit]] ihres Lebens finden und [[empfinden]] [[erscheinen]] ihnen ihre [[persönlichen]] [[Verhältnisse]] selbst schon [[beliebig]]. Und so wundert es auch nicht, wenn sie am [[Belieben]] ihrer [[Liebe]] zergehen und für einander auch [[wirklich]] [[gleichgültig]] werden. Denn darin bleiben sie sich und einander [[notwendig]] [[fremd]], können nur einer ihnen [[fremden]] Lebenswelt dienen, um ihr Leben zu verdienen. Und solange die Menschen ihr [[Leben]] verdienen müssen, können sie nicht als lebende Menschen gesellschaftlich zusammenwirken, keine gemeinschaftliche [[Wirklichkeit]] ihres [[Lebens]] und keine dem entsprechende [[Sprache]] bilden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kulturkritik]] [[dekonstruiert]] nicht einfach nur die [[Gewohnheiten]] eines [[ästhetischen]] [[Sollens]] (siehe [[ästhetischer Wille]]), sondern beschreibt auch ihren [[Grund]] als [[verselbständigte]] [[Notwendigkeit]] ihrer [[Erscheinungen]], die unendlich [[widersinnige]] Immanenz ihres [[Daseins]] (siehe [[Tautologie]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kulturkritik]] gründet auf [[Gedanken]], die einem [[ganzen]] Gedankenfluss entnommen sind, worin sie in einer [[Theorie]] konsistent zusammengefügt und dargestellt, in einer [[Theorio]] zusammenfließen, die letzlich - als [[Ganzes]] [[verstanden]] - [[wirkliche]] [[Kritik]] einer [[entäußerten]] [[Wirklichkeit]] ist. [[Kulturkritik]] ist nicht nur [[kritische]] [[Philosophie]] und auch nicht einfach [[kritische Theorie]], sondern vor allem eine [[Kritik]] des [[Unsinnigen]], dem [[Widersinn]] in den [[unmittelbar]] [[gesellschaftlichen]] [[Beziehungen]] der Menschen, in denen sie sich selbst zum gesellschaftlichen [[Material]] ihrer [[Verhältnisse]] machen, indem sie sich selbst als [[Mittel ihres Lebens]] [[vergegenständlichen]] und [[veräußern]]. Durch ihre [[zwischenmenschlichen Beziehung]] auf Andere werden sie selbst zum [[Material]] [[tautologischer]] [[Lebensverhältnisse]] und [[verkehren]] ihre [[Selbstachtung]] zu einem [[Selbstwert]] ihres [[Geltungsstrebens]] (siehe [[Selbstverwertung]]). So sind sie in ihrer [[Zwischenmenschlichkeit]] außer sich, können sich nur durch ihre [[Wahrnehmung]] von sich, in ihrer [[Selbstwahrnehmung]] durch ihre [[Selbstgefühle]] [[bewahrheiten]]. Und darin sind sie vor allem der [[Ästhetik]] einer politischen [[Vernunft]] unterworfen, die sie in ihren [[zwischenmenschlichen Verhältnissen]] über ihre [[Selbstbehauptungen]] befolgen (siehe hierzu auch [[Faschismus]]), um überhaupt noch als [[gesellschaftlicher]] Mensch, als Mensch in menschlichen [[Beziehungen]] zu [[existieren]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und so wird schon ein anderes gesellschaftliches [[Wesen]] begründet, das sich dem [[kulturellen]] [[Wesen]] ihrer praktischen Lebensproduktion enthebt und sich von dieser über ihre [[Selbstwahrnehmung]] [[trennt]] und abspaltet. Durch ihre über ihre stoffliche Lebenspraxis hinweg entwickelten [[Sitten]] im zwischenmenschlichen [[Erleben]] und [[Leiden]] der Menschen wird ihre [[Selbstwahrnehmung]] für den [[Nutzen]] eines [[allen gemeinen]] [[Verhaltens]] im Großen und [[Ganzen]] zu einem [[abstrakten]] [[Gemeinsinn]] entstellt und [[gleichgeschaltet]]. Von daher ist es nötig, den [[Unsinn]] einer [[politischen Kultur]] durch das [[Begreifen]] und Zutrauen in die [[Wahrheit]] der [[Wahrnehmung]] ihrer [[eigenen]] Welt zu heben und [[aufzuheben]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kulturkritik war als eigenstädige Disziplin der [[kritischen Theorie]] mit der [[Verselbstädigung]] des [[Weltkapitals]] (siehe auch [[Globalisierung]]) durch das Auseinanderfallen von [[Sinn]] und [[Nutzen]] der gesellschaftlichen[[Arbeit]] [[notwendig]] geworden. Durch den globalen Verwertungszwang des [[Kreditwesens]] zu einem [[verselbständigten]] [[Schuldgeldsystem]] (siehe hierzu [[fiktives Kapital]]) haben sich die [[kulturellen]] [[Beziehungen]] der Menschen von ihren [[realwirtschaftlichen]] abgelöst und sich zu einer [[politischen Kultur]] vermengt, die eigenstädige Verhältnisse der [[Besitzenden]] aus ihrer [[Zwischenmenschlichkeit]] entstehen ließ, während durch die weltweite Finanzpolitik des [[Kreditwesens]] eines [[fiktiven Kapitals]]die natürlichen Ressourcen der Welt und ihrer [[Natur]] einer schrankenlosen [[Negativverwertung]] überlassen wurde (siehe z.B. auch [[Petrodollar]]). Den [[objektiven]] [[Verhältnissen]] einer zunehmenden Naturzerstörung (siehe auch [[Klimawandel]]) stehen [[subjektiv]] die [[zwischenmenschlichen Beziehungen]] über den [[Geldbesitz]] der reichen Läder gegenüber.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Zwischenmenschlichkeit]] ist der [[Begriff]] für einen Kosmos von [[Beziehungen]], der auf eine [[Gesellschaft]] zwischen den Menschen über die Sinnhaftigkeit (siehe hierzu auch [[abstrakt menschlicher Sinn]]) ihrer [[zwischenmenschlichen Verhältnisse]] rekurriert. Darin sind [[Beziehungen]] von Menschen unterstellt, die in einem unvermittelten und also unmittelbar scheinenden Verhältnis zwischen sich und [[den anderen Menschen]] auftreten. Es sind [[Verhältnisse]] im [[Dazwischensein]], im [[Sein]] zwischen den Menschen, einem [[Dasein]], in welchem sie sich selbst und einander zu dessen [[Material]], sich als [[Person]] zum [[Gegenstand]] ihrer [[Kultur]] als [[subjektive]] [[Form]] ihres [[Lebens]] machen und haben, weil und soweit ihre gesellschaftliche [[Gegenwärtigkeit]]und [[Vergegenstädlichung]] in der [[Wirklichkeit]] ihrer [[objektiven]] [[Lebensverhältnisse]] ihnen entzogen, für sie [[abwesend]] ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ihre Teilnahme am gesellschaftlichen [[Leben]] der Menschen entwickelt sich daher vorwiegend in der [[zwischenmenschlichen]] [[Gesellschaft]] ihrer [[Selbstbeziehungen]]. In einer solchen Gesellschaft der [[Zwischenmenschen]] ist ihr [[Erkenntnisinteresse]] durch die [[Widersprüche]] ihres [[Daseins]] wie auch in ihrer [[Subjektivität]] gebrochen. Was sie an einander [[erkennen]] ist nicht das, was sie durch einander sind. [[Sinn]] und [[Nutzen]] ihrer Beziehungen stellen in ihrer zwischenmenschlichen Gesellschaftlichkeit gegensinnige Pole dar. Schon durch die [[Vermittlung]] der [[widersinnigen]] Lebenswirklichkeit einer [[abstrakt menschlichen Gesellschaft]]ist diese nicht durch sie als Menschen selbst, sondern durch ihre [[Selbstentfremdung]] im [[Dazwischensein]] von [[Sinn]] und [[Nutzen]] ihrer [[Arbeit]] bestimmt. Wo sie sinnlos wird, wenn sie einen unmenschlichen [[Nutzen]] befördert und nutzlos wird, wenn sie einen nur [[ästhetischen]] [[Sinn]] vermittelt, entzweit sich darin wie auch an ihren Produkten die [[Subjektivität]] und [[Objektivität]] der menschlichen [[Beziehungen.]] Ihre [[Lebensverhältnisse]] verschmelzen in ihrem unmittelbaren Menschsein in einer [[abstrakten Gesellschaft]]im [[Verhalten]] ihrer unmittelbar sinnlichen Beziehungen als nützlicher Sinn der [[Körper]] ihrer Kultur (siehe [[abstrakt menschlicher Sinn]]) zu einem unmittelbar sinnlichen [[Nutzen]] der sachlichen Produkte ihrer [[Wirtschaft]] (siehe [[abstrakt menschliche Arbeit]]). Im Ganzen ihrer Lebensverhältnisse verschmilzt von da her der [[Kult]]ihrer subjektiven [[Gegenstädlichkeit]](siehe [[Körperfetischismus]]) mit dem gegenstädlichen [[Schein]]ihres [[Subjektseins]] durch und in ihrem Warentausch (siehe [[Warenfetischismus]]). In der Vermengung von [[Wirtschaft]] und [[Kultur]] durch die [[politische Kultur]] der [[Nationalstaaten]] zu einer [[faschistischen Ideologie]] entwickeln sich die [[Fetische]] einer [[abstrakt menschliche Gesellschaft]] hin zu ihrer Auflösung im Zwangsverhältnis eines [[Menschenparks]] durch eine dem entsprechend internationalisierte [[faschistische]] Politik. Sie betreibt daher einen international [[wirksamen]] [[globalen]] [[Nationalismus]] (siehe auch [[Faschismus]]), der nurmehr über die [[Notwendigkeiten]] des [[Weltkapitals]], über die Weltbank, die [[Konkurrenz]] der Nationalstaaten diese um den [[Geldwert]] ihrer Währungen (siehe [[Devisenhandel]]) versammelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kultur ist aber wesentlich die [[Subjektivität]] einer [[Gesellschaft]]. &#039;&#039;Der Mensch erkennt sich im Menschen&#039;&#039; sprach Goethe. &#039;&#039;Aber der Mensch, das ist kein abstraktes, außer der Welt hockendes Wesen&#039;&#039; [[(MEW 1, S. 378f)]] sagt Marx. Wo das [[Leben]] der Menschen in den [[Widersprüchen]] ihrer [[Verhältnisse]] unerträglich wird, da sucht es sich die Illusion. Da herrscht die [[Täuschung]], die Vertauschung der Lebensmomente mit einer [[abstrakten Allgemeinheit]], der Lebensvielfalt mit der Einfalt [[reduzierter]]Lebensreize, das [[Leben]] der [[Reiz]]e mit dem [[Reiz]] des [[Erlebens]], der [[Ohnmacht]] mit der [[Macht]], mit [[Gott]] und Vaterland. So kehrt sich [[Verständigkeit]] gegen [[Bewusstsein]], [[Vernunft]] gegen [[Emanzipation]], [[Selbstwert]] gegen [[Selbstachtung]] - überhaupt [[Glaube]] gegen [[Gewissheit]]. Es ist immer noch die Form einer [[Religion]], welche die Menschen mit ihrem Unglück verbündet, mit einer a[[bstrakten]]Bindung im Ungewissen, mit dem Bündnis der [[Abstraktionen]] in ihrer [[Allgemeinheit]], durch die alles sein kann, was es in [[Wahrheit]] nicht ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In [[Wahrheit]] ist Kultur die Subjektform einer Gesellschaft und von daher immer auch Ausdruck ihrer inhaltlichen wie formellen Lebensverhältnisse, die in ihrem [[Nutzen]] als Zweck ihrer [[Arbeit]] von ihrem [[Sinn]] getrennt auftreten, wo beides von einander durch eine rein wirtschaftliche und eine rein kulturelle Existenz [[entfremdet]] ist. Diese [[Trennung]] zu überwinden macht die Sprengkraft der Kulturkritik aus. Doch die bisherige Kulturkritik hat sich nur am Rand mit dem [[wirtschaftlichen]] und [[politischen]] [[Nutzen]] der Kultur befasst und sich von daher dem platten Zweck ihrer gesellschaftlichen Existenz mit endlosen [[Interpretationen]] ihrer [[Ästhetik]] entzogen. Doch gerade dieser in ihrem [[Sinn]] geläufige [[Nutzen]] als ein in ihrem [[Nutzen]] versteckter [[Sinn]], ihr hierin sehr unkenntlich erscheinender Zweck muss als ein gesellschaftliches [[Dasein]] in der [[Trennung]] seiner [[Beziehungen]] [[dialektisch]] dargestellt, der [[selbstädige]] [[Reiz]] ihrer [[Befriedungen]] als politische [[Tatsache]] [[analysiert]] und durchleuchtet werden. Doch die [[Kultureliten]] leben gerade davon, dass sie die besonderen Kulturgenüsse im [[Kulturkonsum]] ihrer [[elitären]] Existenz wie eine Besonderheit ihrer persölichen [[Sinnlichkeit]] [[wahrnehmen]] und als Ausdruck ihres[[Edelmuts]] so [[vorstellen]], wie sie ihn auch wirklich durch ihre besonderen Anreize und Moden als [[objektives Gefühl]] für ihre [[Selbstgefühle]] [[wahrhaben]], um sich nicht mit der platten Scheinbarkeit (siehe [[Scheinwelt]]) ihrer Urgrüde zu befassen, um ihre [[gewöhnliche]] [[Selbstwahrnehmung]], den [[Kult]] ihrer [[Selbstbezogenheiten]] nicht zu [[enttäuschen]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der [[bürgerlichen Gesellschaft]] war für ein bestimmte[[Klasse]] der Bourgeoisie der [[Geldbesitz]] als Medium des Überflusses und Luxus schon immer reizvoll - und umso intensiver, wie das [[Wertmaß]] des [[Geldes]] auf dem Weltmarkt über die [[Preise]] des [[Weltgeldes]], durch dessen Funktion als weltweiter [[Maßstab der Preise]] vermittelt wird (siehe [[Globalisierung]]). Der internationale [[Mehrwert]], der weltweite Überfluss an [[unbezahlter Arbeit]] wird also zu einem Maß der Existenzen, der durch den [[Geldbesitz]] in einer Währung zu einem nationalen [[Existenzwert]] wird, der sich über das [[Weltgeld]] eines [[Weltkapitalismus]] verwertet. Was als bloßer [[Mehrwert]] nur tot bliebe, weil dessen Bildungsprozess die Produkte aus [[unbezahlter]], aus [[toter Arbeit]] vergemeinschaftet, wird in der Kultur der [[Geldbesitzer]] kulturell belebt, indem darin [[Ereignisse]] zur Vergnüglichkeit und Lustbarkeit über [[Dienstleistungen]] gegen die Abtötungen in einer [[Gesellschaft]] der Verwerfungen und [[Dekadenzen]] rückgebunden werden (Rückbindung = re ligio = [[Religion]]). Deren [[Langeweile]], der schale Geschmack inhaltsloser [[Scheinwelten]] [[entwickelt]] sich dabei selbst zu einem [[Bedürfnis]], das keinen [[wirklichen]] Gegenstand mehr empfindet, weil es ihn nicht unbedingt nötig hat, sondern sich mit [[zwischenmenschlichen]][[Erlebnissen]] aus den [[Ereignissen]] und [[Beziehungen]] durch die Vergemeinschaftung der in Massen [[isolierten]] [[Selbstgefühle]], durch ihre Formverwandlung zu [[Massengefühlen]] begnügt und sich in den [[Selbstwahrnehmungen]] der Menschen als [[Kultur]] ihrer [[zwischenmenschlichen Verhältnisse]] fortbildet (siehe auch [[Kult]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Wahrheit]]lässt sich nicht aus einer Logik beziehen, nicht aus einer [[ideologischen]] Gedankenform (siehe auch [[Gedankenabstraktion]]), einer [[Vorstellung]], die ein natürliches Sein interpretiert und [[idealisiert]]. [[Wahrheit]] setzt [[Erkenntnis]] voraus, die ohne [[Zweifel]] [[wesentlich]] ist, weil sie nicht bloß [[objektiven]] Formationen entspricht (siehe hierzu auch [[Strukturalismus]]), sondern sich [[Formbestimmungen]] [[fremder Kräfte]] entgegenstellt und die Macht ihrer Täuschungen aus der [[Verkehrung]] ihres organischen [[Wesens]], aus der [[Abstraktion]] von ihrer [[Natur]] durch deren [[Verallgemeinerungen]] begrüdet haben will.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kritik]] ist nötig, um die [[verkehrten]] Verhältnisse als das zu erklären, was sie sind: Die [[Verkehrung]] des menschlichen [[Lebens]], die Demütigung des Menschen durch die [[Dekadenz]] seiner Lebensverhältnisse. &#039;&#039;Die Kritik der Religion endet mit der Lehre, daß der Mensch das höchste Wesen für den Menschen sei, also mit dem kategorischen Imperativ, alle Verhältnisse umzuwerfen, in denen der Mensch ein erniedrigtes, ein geknechtetes, ein verlassenes, ein verächtliches Wesen ist.&#039;&#039; [[(Karl Marx, »Deutsch-Französische Jahrbücher«, Paris 1844), MEW 1, S. 385)]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der [[Kulturalisierung]] der Gewalten, die das Leben der Menschen beherrschen, sind die Ketten verschönt, vertuscht und übertönt, mit denen sie gefesselt sind. Aber es kann nicht richtig sein, deshalb die [[Kultur]] als solche zu kritisieren. Die Kritik geht gegen ihre Zwecke, gegen die [[Politik]], die sie betreibt und verwendet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;Die Kritik hat die imaginären Blumen an der Kette zerpflückt, nicht damit der Mensch die phantasielose, trostlose Kette trage, sondern damit er die Kette abwerfe und die lebendige Blume breche. Die Kritik der Religion enttäuscht den Menschen, damit er denke, handle, seine Wirklichkeit gestalte wie ein enttäuschter, zu Verstand gekommener Mensch, damit er sich um sich selbst und damit um seine wirkliche Sonne bewege. Die Religion ist nur die illusorische Sonne, die sich um den Menschen bewegt, solange er sich nicht um sich selbst bewegt. [[(MEW 1, S. 379)]]&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man mag Kulturkritik an vielen einzelnen Inhalten in den einzelnen Bereichen der Kultur festmachen und damit zum Ausdruck bringen, dass man mit diesem oder jenem Kulturereignis nicht einverstanden ist und es verändern oder verbessern will. Doch in diesem Sinn ist es eigentlich keine Kritik der Kultur, sondern eine Auseinandersetzung in ihr und mit ihren einzelnen Gestaltungen, in der sich das Eine zum Anderen verhält.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kulturkritik im allgemeinen kann nur ein gesellschaftliches Verhältnis der Kultur, also politische Kultur meinen und daher auch nur selbst politisch sein. Sie kritisiert die politischen Einwirkungen auf die menschliche [[Kultur]] (siehe auch [[Kulturalismus]]), deren Bestimmung durch [[politische Ökonomie]] im Interesse an der Verwertung von menschlicher Sinnestätigkeiten ihr vorausgesetzt sind. Von daher ist eine [[Kritik der politischen Kultur]] eine Kritik an der [[Politik]] im besonderen Augenmerk auf Kultur, worin sie nicht nur den menschlichen Umgang, die Rechtsform der gesellschaftlichen Verhältnisse bestimmt, sondern auch die Lebensbedingungen für den Sinn und Zweck ihrer Lebensäußerungen, ihrer unmittelbaren Lebensverhältnisse, wie sie sich auch auch zwischenmenschlich ereignen, maßgeblich formiert. Von daher ist sich diese [[Kritik]] einig mit der [[Kritik der politischen Ökonomie]], bezieht sich aber nicht auf ihre wirtschaftliche Formen sondern auf die Lebensgestaltungen zwischen den Menschen selbst (siehe auch [[Zwischenmenschlichkeit]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im weitesten Sinne ist sie die [[Kritik]] an einer [[Kultur]]formation, die sich nicht im Einklang mit dem menschlichen [[Leben]] befindet, sich von ihm [[wesentlich]] unterscheidet, weil ihre gesellschaftliche Dimension sich gegen dieses [[Leben]] verselbständigt, als Politik über dieses gestellt hat. Kulturkritik hat von daher die Lebensweise der Menschen selbst und den [[Sinn]] ihrer Lebensgestaltungen, ihrer Lebensformen zum [[Gegenstand]] ihrer [[Kritik]], sofern dieser einem ihnen [[fremden]] [[Zweck]] folgt, sofern also der Zweck der gesellschaftlichen Form ihrer Lebensverhältnisse dem [[Sinn]] ihrer Lebensgestaltungen zuwider entwickelt ist. Kulturkritik ist von daher die Kritik der [[Entfremdung]] menschlicher Kultur von ihrem gesellschaftlichen [[Sinn]]. Dieser besteht aus der menschlichen [[Sinnbildung]], wie sie sich im Laufe der [[Geschichte]] durch die [[Arbeit]] der Menschen als [[Naturmacht]] aus der [[Natur]] heraus zu menschlichen Lebensverhältnissen entwickelt hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Versteht man unter Kultur den Sinn menschlicher Zivilisation, so ist Kulturkritik die Kritik einer dem Menschen entfremdeten Zivilisation, also einem gesellschaftliche Lebensverhältnis, das dem Menschsein nicht entspricht. Kulturkritik bezieht sich allgemein auf die Phänomene einer menschlichen Zivilisation, welche sich gegen menschliches Leben richten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein zentrales Problem in der Geschichte der Kulturkritik war die Bestimmung dessen, was unter einem menschlichen Leben zu verstehen ist. Kulturkritik impliziert immer ein bestimmtes Lebensverständnis und hat von daher auch ein Menschenbild. Das erschwert eine allgemeingültige Fassung dessen, was Kulturkritik meint. Denn solche Fragestellung durchzieht die ganze Philosophiegeschichte. Aber als Kritik von Lebensgestaltungen wird dies verfänglich, weil sich darin philosophische Positionen zwangsläufig als politische Anforderungen an diese Gestaltung einbringen, als Seinsbestimmung für das, was Sinn haben, für Menschen wesentlich sein soll und was nicht. Erst mit der postmodernen Kulturkritik wurde dies als kulturpolitisches Problem erarbeitet, indem die Sinnfrage selbst abgewiesen wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zwischen ihrem philosophischen und ihrem geschichtlichen Gehalt geriet Kulturkritik in die Widersprüchlichkeit einer Zeitkritik, die zugleich wesentlich übergeschichtlich sein wollte. Dies wurde von [[Heidegger]] in einer sowohl theoretischen als auch praktischen Ontologie aufgelöst, die ein philosophisches wie auch zugleich geschichtliches Unheil enthielt. In seiner Fundamentalontologie wurde das philosophierte Wesen zur Geschichtsbestimmung, indem es als Seinsgewalt begriffen wurde. Philosophische Begründung von &#039;&#039;Seinsnotwendigkeit&#039;&#039; geriet auf diese Weise zur Bestimmung von Lebensgrundlagen, welche sich als absolute Zeitkritik (z.B. als Kritik der Modernen in ihrer &#039;&#039;[[Seinsvergessenheit]]&#039;&#039;) totalisierte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Besonders im [[Nationalsozialismus]] wurde auf diese Weise Kulturkritik als Kritik der Modernen überhaupt zum Werkzeug einer Wesensbehauptung, die zur Errichtung eines völkischen Staates Verwendung fand. Dieser sollte als &#039;&#039;deutsches Wesen&#039;&#039; in einer deutschen Kulturnation verankert sein und sich deshalb aus einer völkischen Kultur ableiten. Von daher bekamen die geschichtlich auszumachenden Kulturmerkmale eine neue Bedeutung als Reinheitsmerkmale der &#039;&#039;eigentlichen&#039;&#039;, der unverfälschten Kultur: Aus germanischen und arischen Sitten und Gebräuchen sollte sich die deutsche Art und ihre politische Gliederung (z.B. als Volk, Gau, Stamm und Sippe) bestimmen. Auch Kultzeichen (Runen) wurden durch solche Kulturalisation zu politischen Symbolen. Die aus einer solchen Variante von Kuturkritik abgeleitete kulturelle Identität sollte einen völkischen Staat als Körperschaft zur Förderung der reinen Art begründen, die sich auch gegen die Bevölkerung dieser Nation durchzusetzen verstand. In der politischen Identifikation mit ihrer Kulturgeschichte wird Kulturkritik immer zum Machtmittel einer Elite, die ihren Willen über die geschichtliche Wirklichkeit einer [[Gesellschaft]] erhebt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Anwendung der Philosophie ist Kulturkritik zwangsläufig Wesensphilosophie. Von daher widersprechen sich die Kulturkritiker auch selbst schon fundamental in der Auffassung von Kultur - besonders ob sie eine nur ästhetisch begreifbare Lebensäußerung sei oder ein unmittelbar gesellschaftliches Verhältnis, wesentlich aus menschlicher Subjektivität oder wesentlich aus der Objektivität seiner Verhältnisse zu begreifen wäre. In der Philosophie ist der Übergang von Philosophie zu Kulturkritik nicht eindeutig abgrenzbar. Was in der Philosophie noch Kategorien des Seins oder der Wahrnehmung als Ästhetik sind, wird in der Kulturkritik zu einer wirklich gesellschaftlich bezogenen, also politischen Lebenshaltung, die eine letztlich praktische Beziehung zu menschlichen Lebensverhältnissen hat. Eher als durch Philosophie kann man daher die Kulturkritik an solchen Bezügen differenzieren, die sie im Lauf der [[Geschichte]] entwickelt hatte. Diese lassen sich grob in zwei Arten unterscheiden, in denen Kulturkritik ihren Gegenstand entweder in den Menschen oder aber andererseits in ihren Lebensverhältnissen begreift, sich in die Interessen subjektiver Intentionen einbindet, welche Anstoß zu Kulturveränderungen sein will, oder in jene der Tradition, welche auf den Erhalt und Bestärkung der geschichtlich erworbenen Objektivität menschlicher Kultur abzielt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Subjektive Kulturkritik stellt sich den Menschen als Kultursubjekt vor und behandelt kulturelle Entwicklungen unabhängig von anderen zeitgeschichtlichen Bedingungen als Resultat geistiger und sittlicher Strömungen, die sich aus der Bildung eines geschichtlich wirksamen Willens erklären. Sie ist meist konservativ und betont, dass Kultur quasi ontologisch zum Menschsein gehört, weil sie menschliche Zivilisation selbst ausmache. Von daher sei menschliche Geschichte selbst wesentlich als kulturelles Resultat darzustellen, das sich besonders in den überlieferten Geistesformen vermittelt ([[Sitte,]] [[Kunst,]] [[Religion,]][[Philosophie]]). Sie misstraut den Zeiterscheinungen als bloße Mode gegen tiefer sitzende Gewohnheiten, Sitte und Brauchtum und neigt dazu im Traditionellen das Wesentliche, in der Gegenwart das bloß Scheinende (z.B. als &#039;&#039;[[Seinsvergessenheit]]&#039;&#039;) wahrzunehmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Objektive Kulturkritik begreift Kultur als menschliche Lebensform, die sich aus den gesellschaftlichen Verhältnissen der Menschen unter den Bedingungen ihrer Geschichtlichen Gegebenheiten ergibt. Sie kritisiert die Bindungen der Menschen an soziale Zwänge, die unzeitgemäß sind und denen sie ihr Vermögen zu eigener Lebensgestaltung unterordnen. Ihr Ziel liegt in der Aufhebung mächtiger Gewohnheiten und in der Überwindung selbstentfremdender Verhältnisse (vergl. hierzu auch [[Verdinglichung)]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tatsächlich lässt sich Kultur selbst nicht wirklich wesentlich kritisieren - sie beruht auf dem geschichtlich entwickelten Meinen und dessen Veränderlichkeit durch anderes Meinen, Denken und Fühlen. Sie ist immer unmittelbar praktisch, sowohl in Kunst und Gedanken und Bedürfnissen, als auch in den Sitten und Gewohnheiten der Menschen. Gerade die Gleichsetzung von Kulturkritik und Geisteshaltung hatte zu den verheerenden Positionen eines Gesinnungsstaats im Nationalsozialismus geführt. Auch fortschrittliche Kulturkritik kam in ihrer Philosophie eher auf theologische Positionen, die Kulturprobleme in Vorstellungen von einer Wahrheit der Kultur auflösen wollten, die &#039;&#039;nicht von dieser Welt ist&#039;&#039; ([[Adorno]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neuere Ansätze beziehen sich daher eher auf die politische Realität von Kultur. Auch hierbei gibt es erhebliche Differenzen, die sich um die Begriffssubstanz der Kultur bewegen. Postmoderne Kulturkritik lehnt solche Substanz überhaupt ab und vollzieht Kulturkritik als [[Dekonstruktion]]. Da sie auf jede Begründung von Kulturkritik verzichtete, war sie zwar in ihrem politischen Bezug (besonders in der Kritik von Machtstrukturen und deren pastoralen Selbstlegitimationen) wirkungsvoll, blieb in kulturellen Auseinandersetzungen aber relativ beliebig. Durch Verweigerung einer grundlegenden Begrifflichkeit lieferte sie dem Konstrukteur der Zeitgeschichte letztlich nur das Material für seine Selbstbegründung: Die Beliebigkeit seines Handeln. Die Geschichte (wenn sie denn überhaupt als solche begriffen wurde) war lediglich eine Frage des freien Willens, dessen Verwirklichung unendlich kritisierbar blieb, dem aber keinerlei gesellschaftliche Zielsetzung mehr nachzuweisen war, weil der Begriff hierfür nicht mehr Gegenstand dieser Kritik war. Der [[Neoliberalismus]] führte seine Wirtschaftstheorie als Kulturtheorie weltweit vor, indem er begriffliche Abstraktionen (z.B. Freiheit) lediglich als Kulturanschauung betrieb. Damit war deren Sinn und Zweck war aus Kritik genommen. Die Konservativen hatten wieder Raum gewonnen. Neokonservative legitimierten ihr Treiben durch Rekursion auf Althergebrachtes: Kultur wurde (wieder) auf den geistigen Inhalt einer Zivilisation reduziert, besonders auf die darin vorherrschende Religion (vergl. z.B. [[Samuel Huntington]]) oder auf das bloße Kulturereignis, den Event. Aber auch Bemühungen um eine &#039;&#039;Kritik der politischen Kultur&#039;&#039; liegen vor. Darin wird davon ausgegangen, dass Kultur überhaupt nur in der Verwendung für politische Zwecke (z.B. zur Kulturalisation von gesellschaftlichen Beziehungen) kritisierbar ist, sie also als Substanz politischer Vermittlung begriffen wird. Diese Kritik reflektiert den politischen Gehalt der Selbstwahrnehmung in seiner Begründung durch die Weltwahrnehmung gesellschaftlicher Verhältnisse bis in die zwischenmenschlichen Beziehungen hinein (z.B. als Grundlage für Ressentiments, Populismus und Selbstergebenheit).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf dieser Sitte wird daher politische Kultur kritisiert, also nicht die Lebensweisen und -gestaltungen selbst, sondern lediglich die politische [[Bestimmung]], in der sie besteht, die kulturelle [[Formbestimmung]] (siehe auch [[Ästhetik]]). Auch diese besteht nur in den genannten Positionen zur Zeitgeschichte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Subjektive Kulturkritik: Kultur gilt für Konservative als das Reservoir des bewährten Lebens, als Besitzstand der eigenen Geschichte und als Darstellungsform eines seins-wirksam gewordenen menschlichen Willens, der sich in der Kultur verobjektiviert habe. Subjektive Kulturkritik beruht vor allem auf der konservativen Auffassung, dass Kultur eine Bewährung menschlichen Schaffens darstelle, welche durch modische Einflüsse gefährdet sei. Sie begründet daher ein Sicherungs- und Stabilisierungsinteresse der Seinsnotwendigkeit von Kultur und wendet sich gegen kulturelle Moderne, Anarchie und Barbarei, welche als Zivilisationsbedrohung aufgefasst wird (vergleiche hierzu auch Oswald Spenglers Theorie vom Untergang des Abendlandes). Solche Kulturkritik wendet sich unmittelbar subjektiv gegen das Fremde der [[Entfremdung]], verfolgt damit implizit oder ausdrücklich eine [[Ursprungssehnsucht]] des Eigentlichen oder des Heilen oder des Willens oder der Leidenschaften. Ihr Kern ist eine Naturphilosophie menschlicher Subjektivität, welche eine quasi übergeschichtliche Kultur zur Sicherung menschlicher Zivilisation nötig habe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Oft ist das, was in der Philosophie durchaus emanzipatorische Aussagen im Bezug auf andere Geisteshaltungen ermöglicht, in der Kulturkritik konservativ. So mag z.B. der [[Schopenhauer]]sche Subjektivismus in seiner Philosophie manchen als Überwindung der [[Aufklärung]] erscheinen. In seiner praktischen Beziehung auf Menschen ist sie elitär und oft verächtlich und vom Interesse an der Willkür seines Urteils bestimmt, welche subjektive Maßstäbe zum Weltenmaß machen wollte. Auch die Kritik Nietzsches an den Formalismen der Denkfigurationen seiner Zeit fasziniert als Gedanke zu künstlerischem und intellektuellem Selbstverstehen. Aber mit seiner zynischen Haltung zur gesellschaftlichen Zivilisation hielt [[Friedrich Nietzsche]] die Menschen grundsätzlich für unfähig, eine freie und schöpferische Gesellschaft zu bilden und verstand seine Kulturkritik als Anstachelung, als objektive Notwendigkeit eines Stachels, welchen eine geistige [[Elite]] zu setzen habe, um die Menschenherde anzutreiben und zu bändigen. Das Gesellschaftsverstädnis von Nietzsche beruhte nicht auf einem Leben im freien Zusammenwirken der Menschen, auf freier Objektivation ihrer sinnlichen Verhältnisse zu einer menschlichen Kultur, sondern auf einem Verständnis von Kulturbildung durch übermenschliche Fähigkeiten überhaupt, aus deren Durchsatz durch Übermenschen sich die entsprechende Gesellschaftsform erst ergeben würde. Kulturentwicklung ergibt sich hiernach aus dem Genius einer höheren Klasse, die sich immer notwendig über eine andere Kulturklassen, den Herdenmenschen, zu stellen hätte. In der Bildung des Übermenschlichen (das verstanden wird als das über das menschliche Sein hinauswachsende Menschsein einer Avantgarde) ergebe sich so die Abwechslung der Kulturklassen als Wechsel der Elite, ihrem Verfall in die Dekadenz, die einer neuen Elite zur Macht gereicht. Durch den Aufstieg und Fall der jeweils herrschenden Kulturklasse (z. B. Wissenschaftler, Künstler, Politiker), die durch ihre Macht nach ihrem Höhepunkt zwangsläufig dekadent und immer wieder durch kräftigere Kulturprotagonisten abgelöst werden müssten, könne sich überhaupt nur eine gesellschaftliche Entwicklung als Kulturgeschichte ergeben. Kultur ist demnach verstanden das Werk von [[Übermenschen]], die als Elite ihrer Zeit sie vorangebracht haben, und hat immer eine Art Avantgarde, eine Führerschaft nötig, um den menschlichen Adel voranzubringen. Diese Führerschaft ergebe sich aus der Reife ernsthafter Menschen im Kampf um die Kultur.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieser Kampf sei schon als Weltenprinzip angelegt, als Verwirklichungsprozess von [[Vorstellungen]], die sich über den [[Willen]]vermitteln, hatte schon [[Schopenhauer]] behauptet. Die Menschen würden im Grunde nur um ihre [[Selbstbehauptung]] kämpfen, um die Vorherrschaft der Kultur, welche die Natur, die [[Triebe]] des Herdenwesens der Menschen, gänzlich zu kontrollieren vermöge. Kulturkritik sei daher immer die Bekämpfung von Kulturvorstellungen, die durch Willensmacht zum Sieg gelange, um menschliche Natur zu beherrschen. Es war dies zunächst auch eine Grundhaltung in den Kulturvorstellungen der Psychoanalyse [[Sigmund Freuds]]. Menschliche [[Emanzipation]]war damit in dem Widerspruch begriffen, dass sie nur auf Naturbeherrschung durch Kultur beruhen könne, also eine Art zivilisatorisch notwendige Selbstbeherrschung der Menschen sei.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Gegensätze in der konservativen Kulturkritik hatten sich vor allem als politische Gegensätze in ihrer Zeitgeschichte offenbart, nicht als Gegensätze der zugrunde liegenden Philosophien. In der psychoanalytischen Theorie zeigte sich dies geradezu in tragischer Weise, als Freud 1930 mit seinem &#039;&#039;Unbehagen in der Kultur&#039;&#039; seine bis dahin zum großen Teil emanzipatorische Gedankenwelt den Zeitwahrnehmungen opferte. Er beugte sie dadurch, dass er einen Todestrieb einführte und einen Kulturpessimismus entwarf, in welcher eine &#039;&#039;befremdliche Kulturfeindlichkeit&#039;&#039; der Menschen schon durch ihre Lebensantriebe erklärt sein sollte. Der Todestrieb ließe sich schon ontologisch und damit überhistorisch in den Bestrebungen der Menschen darstellen und nur hierdurch wären die selbstvernichtenden Tendenzen in der Menschheitsgeschichte wie in den individuellen Lebensgeschichten der Menschen erklärlich. Dies zeigt: Ontologisierung ist zwar immer auch philosophisch formulierbar, ihr Sinn jedoch ist unmittelbar praktisch und politisch, sobald er kulturkritische Bezüge eingeht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von objektiver Seite richtet sich Kulturkritik im Wesentlichen gegen die [[Ästhetik]] der Herrschaftssicherung, welche bis in die Lebenspraxis der [[bürgerlichen Kultur]]vordringt. Sie verarbeitet Kultur als Mittel der Täuschung und Selbsttäuschung über objektive Gegebenheiten, welche einerseits dem Existenzinteresse des Bürgertums (dem Warenbesitz und Warentausch) dienlich ist und anderseits auch unmittelbar den ökonomischen Notwendigkeiten der Kapitalverwertung folgt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine klassische Variante [[marxistischer]] Kulturkritik begründete sich aus der Theorie eines kulturellen Überbaus des Bürgertums, der sich als Scheinwelt über die ökonomischen Verhältnisse zur Täuschung über ihre wahren Zwecke errichtet habe, diese als verkehrte Geisteshaltung im Dienst einer herrschenden Klasse widerspiegele. Dieser vor allem in der [[Arbeiterbewegung]] vertretene Ansatz unterstellte eine Dichotomie von Ökonomie und Kultur, die durch einen Klassenstandpunkt, quasi im Bildungsprozess eines Klassenbewusstseins auf die ökonomische Wahrheit der Kultur als jenseitige Wahrheit der Kultur zu reduzieren wäre. Auf einer allgemeineren Ebene beziehen andere marxistische Strömungen Kulturkritik auf den von [[Karl Marx]] ausgefüllten Begriff des [[Warenfetischismus]], wonach die Verhältnisse der Menschen im Verhältnis ihrer Sachen bestimmt sind. Indem sie sich dem Kult der Warengesellschaft ergeben, sehen sie sich selbst als Objekt ihres Warenbesitzes an und unterwerfen ihr Selbstbewusstsein dem Kult der Wertvermittlung und Werterzeugung, dem Geld und Kapital. Doch Kultur und Bewusstsein sind nicht dasselbe. Die Gleichsetzung des &#039;&#039;notwendigen Scheins&#039;&#039;, welchen die Warenverhältnisse in ihrer Wertform erzeugen, mit der Falschheit einer Kultur führt geradewegs ins Jenseits, in eine Kultur der Wahrheit, die von der Geschichte der wirklichen Verhältnisse abgetrennt wird. Die wirklichen kulturellen Auseinandersetzungen werden daher von solcher Sichtweise disqualifiziert - ganz im Widerspruch zum Verständnis von Karl Marx selbst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Theodor W. [[Adorno]] sprach von einer Kulturindustrie, die in der Lage sei, das [[Bewusstsein]] der Menschen so zu &#039;&#039;verdinglichen&#039;&#039;, dass sie in der Abspeisung mit sinnentleerten Produkten zur Affirmation des Bestehenden vermittelst des &#039;&#039;Verblendungszusammenhangs&#039;&#039; ihrer Kulturerfahrungen gebracht würden. Seine &#039;&#039;Ästhetik&#039;&#039; wollte die hiergegen sensible Empfindung ansprechen und ihre Verwundung vermittelst [[kritischer Theorie]] und [[Kunst]] aufzeigen; seine &#039;&#039;[[Negative Dialektik]]&#039;&#039; wollte das [[Denken]] zu einen grundsätzlichen [[Zweifel]] gegen jede Totalität, gegen die totalitären Gedankenformationen der bürgerlichen Kultur und des etablierten Geistes befördern (Adorno: &#039;&#039;Das Ganze ist das Unwahre&#039;&#039;). Dies war die Grundlage der [[Kritischen Theorie]], welche sich unter anderem in der Studentenbewegung in aktiver Kulturkritik umsetzte (z.B. [[Antiautoritarismus]], Kunst als &#039;&#039;politische Aktion&#039;&#039;, Hochschulkritik). Von dieser [[Praxis]] jedoch distanzierte sich Adorno (besonders in der Auseinandersetzung mit Krahl) und verblieb als Theoretiker der Ästhetik zugleich theoretischer Ästhet. Seine ästhetische Kulturkritik erwies sich letztlich als klassische Kulturempfindung, die erkenntnistheoretisch unterlegt worden war. Als solche stellte sie sich gegen jede Unterhaltungskultur, z. B. auch gegen Jazz überhaupt, und verwarf die Probleme der Postmodernen durch Rückgriff auf die wahre Kunst, die zugleich Vorgriff sein sollte, denn es gäbe &#039;&#039;kein richtiges Leben im falschen&#039;&#039;. Sein kulturkritischer Ansatz war demnach eine dialektische Kulturtheologie.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neuere Ansätze: Vor allem die [[Frauenbewegung]] stellte kulturelle Konflikte auf eine neue Ebene: Die zwischenmenschlichen Beziehungen als subjektive wie objektive Unterwerfungskonflikte. Das Patriarchat wurde dafür als Kulturbegriff genommen, der in Entsprechung zum Kapital verwendet wurde: Verdingungsmacht. Was sich aus Geschlechtsrollen als Kulturkonflikte ergab, wurde allerdings mehr oder weniger direkt mit der leibhaftigen Geschlechtlichkeit der Menschen gleichgesetzt. Kulturkritik als Phänomen der Geschlechtlichkeit selbst wäre dann selbst wieder Wesensphilosophie. Es verbleibt demnach die Kulturkritik einer bestimmten Zwischenmenschlichkeit, die sich zugleich subjektiv wie objektiv in einer kritischen Begrifflichkeit erklären muss.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Postmoderne]] Ansätze der Kulturkritik entwickelten vor allem [[Jacques Derrida]] und [[Michel Foucault]]. Eigentlich nur auf Sprache bezogen entwickelte Derrida ein Verfahren der Herausstellung des implizit Verneinten, das als [[Dekonstruktion]] bezeichnet wurde. Nicht der Sinn oder Zweck eines Textes, einer Handlung, Architektur oder Kunst oder anderes war Gegenstand solcher Kritik, sondern das, was damit implizit nicht gesagt wurde bzw. nicht gemeint sein wollte. Es war ein Vorgehen der Kritik, die dem der Psychoanalyse ähnelte: Das Unbewusste sollte in seine Gegenwärtigkeit gebracht werden, um damit eine neue Gegenwärtigkeit zu bilden, welche als Kritk der alten praktisch wirksam ist. Auch Foucault verstand von daher Kulturkritik als Kritik der Selbstbegründung von Herrschaftsstrukturen, die weit über deren Ideologie hinausging und vor allem deren institutionelle Formationen und Anwendungen (z.B. in der Pharmakologie, Psychiatrie, Biotechnik) treffen sollte. Kulturkritik sollte sich als bloße Sensibilisierung der Selbstvergegenwärtigung forttragen, indem sie die Gewalten herrschender Kulturinstitutionen bloßstellt. Dies erbrachte zwar ein kritisches Lebensverständnis, aber keine wirklichen Entgegnungen zu den Herrschaftsformen. Diese begründeten sich nicht in ihrer Artikulation, sondern nach wie vor in ihrem Sinn und Zweck, welcher z.B. auch für ihre &#039;&#039;Opfer&#039;&#039; (z.B. den Insassen in psychiatrischen Anstalten) und Nutznießer (z.B. die Markterfolge der Genfoodproduzenten) mehr Bedeutung hatte, als deren Gestaltung überhaupt darzustellen vermag. Die damit erhoffte Wirkung kann man heute als gescheitert ansehen - nicht weil sie intellektuel falsch wäre, sondern weil sie am Umfang der Kulturproblematik vorbei ging.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der hier vorgestellte Ansatz der Kulturkritik hat sich einerseits aus der Analyse des deutschen [[Faschismus]] und andererseits als Kritik an der [[globalen]] Politik mit Kultur entwickelt. Er begreift die Kulturalisation der Wahrnehmung und Selbstwahrnehmung als Grundlage politischer Vermittlung, deren Wirkung darin subjektiv wie obbjektiv zugleich ist und die Menschen hierdurch in ihrem Erkenntnisvermögen zu entkernen sucht. Politische Wahrnehmungen werden auf diese Weise als Selbstwahrnehmung installiert, indem die negativen und bedrohlichen Gefühle in der Weltwahrnehmung unmittelbar als Selbstgefühle der Kultivation gewendet erscheinen, in welchen sie sich aufheben. Kulturkritik bezieht sich von daher auf politische Ästhetik. Er hat im Unterschied zu Adorno keine identitätsphilosophische sondern eine wirkliche Substanz. Z.B. wird Samuel [[Huntingtons]] Buch vom [[Kampf der Kulturen]]) eine Gefahr für die menschliche Zivilisation (Clash of Civilizations) durch den Machtkampf um die Vorherschaft einer Kultur begründet. Es handelt sich bei diesem Buch um eine Auftragsarbeit für einen amerikanischen Thinktank, bei dem sich auch die US-Regierung bedient. Der wissenschaftliche Gehalt des Buches wird vielfach bestreitet und lässt sich auf eine sehr simple, aber massiv aufgetragene Schlussfolgerung reduzieren: Kulturen seien durch Religionen bestimmt; die zivilisierteste Religion sei das Christentum, die NATO sei die einzige für das Christentum relevante Verteidigungsmacht; der Kampf der Kulturen um die weltpolitische Vorschaft sei zwangsläufig und müsse in den nationalpolitischen Machtkonzepte enthalten sein. Dieses Werk ist inzwischen die Standardargumentation der [[Neocon]] für ihre Weltordnungskriege (Achse des [[Bösen]]). Hinter solcher Politik stecken ökonomische Interessen, die sich als Kulturnotwendigkeit darzustellen und durchzusetzen versuchen, um dem zunehmenden Terrorismus eine rein religiöse, also kulturelle Begründungen zuzuweisen (siehe hierzu &#039;&#039;Die politische Kultur des Terrors&#039;&#039;). Dem entspricht zugleich die Ökonomisierung der Kulturen und der Staaten, wie sie durch die Globalisierung des Kapitals zum Zweck der Optimierung von Verwertungslagen betrieben wird. Die weltweiten [[Krisen]] der Kapitalverwertung verlangen nach weiterer Funktionalisierung von [[Arbeit]] und [[Konsum]] zu deren Lösung. Die Kapitalmanager sehen diese in einer Kultur des &#039;&#039;[[Tittytainments]]&#039;&#039;, worin die Menschen als stumpfe Konsumenten und Freizeitjobber - im Prinzip als [[Süchtige]] und Arbeitstiere - angesehen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kulturkritik wird mit der Kritik solcher Entwicklungen unmittelbar auch zu einer [[Kritik der politischen Ökonomie]], wie sie sich in den [[Wahrnehmungen]] und [[Selbstwahrnehmungen]] der Menschen niederschlägt. Von daher werden die bisherigen Grundlagen linker Kulturkritik vertieft und von ihrem zum Teil konservativen Gehalt befreit. Diese Kulturkritik versteht sich als [[&#039;&#039;Kritik der politischen Ästhetik&#039;&#039;]] und arbeitet den [[globalen]] [[Kapitalismus]] als [[Identität]]sverlust des menschlichen [[Lebens]] heraus, wie er sich sowohl individuell, als auch gesellschaftlich in der Kultur der [[Zwischenmenschlichkeit]] herausstellt. Sie begreift die Menschen in einem Widerspruch ihres Erkenntnisvermögens, welcher sich in der politischen Vermittlung von dem vollzieht, was ihre Selbstwahrnehmungen in der Entfremdung von dem, was sie wahr haben, entfalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kulturkritik erbringt in diesem Sinne eine Unterscheidung von menschlicher und politischen Existenz von Kultur, nicht als Abweisung von Kultur, sondern als das Auffassen ihrer politischen [[Substanz]], also dem, was sie in einer [[Gesellschaft]] selbständig und mächtig macht (siehe [[Kritik der politischen Kultur]]). Indem die politische Kultur kritisiert wird, wird ihre Formbestimmtheit von ihrem menschlichen Gehalt unterschieden. In der Kulturkritik wird also Kultur vermenschlicht, indem ihre Entfremdung vom Menschen objektiv aufgegriffen und als [[Notwendigkeit]] einer dem Menschen fremden [[Objektivität]] vorgestellt wird. Dies kann durch praktische [[Erkenntnis]] von Lebenszusammenhängen in der herrschenden Kultur geschehen, deren Erschließung angegangen wird, oder auch in Form von Kunst- und [[Ideologiekritik]], der Kritik von [[Lebenswerten]], die sich hierauf beziehen. Meist wird beides in einem nötig sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kulturkritik bezieht sich nicht einfach auf eine kulturelle [[Ideologie]], sondern als [[Kritik der politischen Ästhetik]] auch auf deren Realität (siehe [[Realabstraktion]]). Als solche befasst sie sich mit der [[Ästhetik]] der [[wahrgehabten]] [[Gegebenheiten]], mit der Welt der [[Gefühle]]. Hier ist sie die Kritik an deren Privatform, am Raub ihrer [[Schönheit]] (siehe [[Einverleibung]]), der Vorherrschaft der [[Selbstgefühle]]. Sie richtet sich daher besonders gegen die Privatformen gesellschaftlicher [[Wahrnehmung]], gegen die Beherrschung menschlicher [[Geschichte]], gegen [[reaktionäres Bewusstsein]] und die [[Mythologisierung]] menschenfeindlicher Lebensverhältnisse zu einer Überhöhung, zur Denaturierung und Deformation menschlicher [[Liebe]] als Selbstverliebtheit des personifizierten Menschen (siehe hierzu die [[Privatperson]]), als [[Selbstbehauptung]] menschlicher Natur (siehe hierzu auch [[Rassismus]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kulturkritik positioniert sich von daher im politischen Streit sowohl ideologiekritisch - z. B. gegen linksideologisch begründete Egozentrik (Sensibilismus), gegen den Liberalismus der Austauschbarkeit ([[Flexibilität]]) und gegen alle Formen rechter Kulturkritik ([[Nationalismus]], [[Rassismus]]) - als auch gesellschaftskritisch. Gesellschaftskritisch verhält sie sich zu den wirklichen kulturellen Problemen der Menschen. Ihre [[Ideologie]]kritik bezieht sich aber vornehmlich auf theoretische Positionen, welche in [[subjektiver]] Form [[objektiv]] auf die Menschen reflektieren und somit einen [[Begriff]] von politischer &#039;&#039;Menschlichkeit&#039;&#039; etablieren, die als Ethik des absoluten Seins einer absoluten [[Ethik]] dienlich ist, bzw. als [[Moral]] des [[Übermensch]]lichen zur [[Gesinnung]] von menschlicher Subjektivität gemacht wird. Alle ideologischen Kulturbegriffe sind Ausdruck eines [[politischen Nominalismus]] der [[Natur]]verherrlichung und derer [[Esoterik]], die als Maß der menschlichen [[Natur]] und des Menschseins gilt. Notwendig wird dieses Maß [[rassistisch]], sobald es [[politisch]] gedacht und angewendet wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Linke Kulturkritik setzt also an der Kritik der Politik mit Kultur an und gründet auf der inneren Entwicklung von Kultur an ihrem existenziellen Zusammenhang (siehe [[Warentausch]] bzw. [[Warenfetischismus]]) an, wo sie durch politische Kultur reaktionär wird. Linke Kulturkritik weiß den Menschen objektiv als sich vergegenständlichendes gesellschaftliches Wesen, das nur an seinem Gegenstand gebrochen werden kann, wenn es politisch in seiner Entfaltung bedrängt und daher [[formbestimmt]] wird. Der Begriff menschlicher Entfaltung ist der [[Reichtum]] an menschlicher Lebensäußerung.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Wolfram</name></author>
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		<title>Scheinwelt</title>
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		<updated>2026-05-26T05:28:12Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Wolfram: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;Alles aber (...) ist jetzt ultra, alles transzendiert unaufhaltsam, im Denken wie im Tun. Niemand kennt sich mehr, niemand begreift das Element, worin er schwebt und wirkt, niemand den Stoff, den er bearbeitet. (...) Junge Leute werden viel zu früh aufgeregt und dann im Zeitstrudel fortgerissen. Reichtum und Schnelligkeit ist, was die Welt bewundert und wonach jeder strebt; Eisenbahnen, Schnellposten, Dampfschiffe und alle mögliche Fazilitäten der Kommunikation (...). Wir werden, mit vielleicht noch wenigen, die Letzten sein einer Epoche, die sobald nicht wiederkehrt. (Johann Wolfgang Goethe, Brief an Zelter vom 6.6.1825)&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Scheinwelt ist eine Welt, worin das Scheinbare wesentlich erscheint, als eine Erscheinung des Zusammenhangs der Scheinbarkeiten wahrgenommen wird (siehe [[Phänomenologie]]) und worin daher alles durch seine [[Widersinnigkeiten]] [[entwirklicht]] ist und in der Entwirklichung wesentlich gilt. Darin verallgemeinert sich vor allem die [[Beliebigkeit]] in der [[Unwirklichkeit]] einer fremd scheinenden [[Macht]] (siehe auch [[Entfremdung]]), worin ein [[allgemeines]] [[Dazwischenseins]] auf das [[Wirkliche]] [[wirkt]], sein [[abstraktes]] [[Anderssein]] darin durch seine [[Abwesenheit]] [[bestimmt]] (siehe hierzu auch [[Abstraktionskraft]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wo [[Geld]] als [[Geldbesitz]] [[selbstständig]] und also [[abstrakt]] gegen die [[Inhalte]] der [[Gebrauchswerte]] auftritt [[verkehrt]] sich über die [[Ohnmacht]] der [[gesellschaftlich]] nur [[abstrakt]] verbleibenden [[Gebrauchswerte]] zu einer [[gesellschaftliche]] [[Macht]] des [[Geldes]] und macht die Geldform zum [[Subjekt]] aller [[Warentausche]] und deren [[Täuschungen]] durch ihre [[allgemeine Wertform]], die die [[Form]] ihrer an sich [[gleichgültigen]] Vergleiche und Gleichsetzungen, ihrer [[Äquivalentform]] ist (siehe hierzu [[Warenfetischismus]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;Die erste Eigentümlichkeit, die bei Betrachtung der Äquivalentform auffällt, ist diese: Gebrauchswert wird zur Erscheinungsform seines Gegenteils, des Werts. Die Naturalform der Ware wird zur Wertform. [[(MEW 23, S. 70f)]]&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;Es ist ... eine zweite Eigentümlichkeit der Äquivalentform, daß konkrete Arbeit zur Erscheinungsform ihres Gegenteils, abstrakt menschlicher Arbeit wird. [[(MEW 23, S. 70f)]]&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;Es ist ... eine dritte Eigentümlichkeit der Äquivalentform, daß Privatarbeit zur Form ihres Gegenteils wird, zu Arbeit in unmittelbar gesellschaftlicher Form. [[(MEW 23, S. 70f)]]&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In einer [[Scheinwelt]] herrscht das Scheinbare, das [[Beliebige]], der [[Schein]] des Anscheins schlechthin, ein Reflex der Sinnlosigkeit, der die [[Wahrnehmung]] [[entwirklicht]] und [[mystifiziert]] (siehe auch [[Fetischismus]]). Darin hat [[nichts]] [[wirkliche]] [[Substanz]] und das macht alles [[unheimlich]]. Scheinwelt ist eine Welt, in der sich die [[substanziellen]] [[Beziehungen]] in ihrer [[Allgemeinheit]] wechselseitig [[aufheben]], sich an einander und durch einander [[entwirklichen]], weil sie keine [[Form]] ihrer [[Verallgemeinerung]] [[erkennen]] können, sich deshalb gegenseitig [[nichten]]. Sie ist eine Welt, worin z.B. der [[Schein]] einer allseitigen [[Nützlichkeit]] herrscht (siehe auch [[Opportunismus]]), weil der [[Nutzen]] die [[Objektivität]] des Gebrauchs (siehe auch [[Gebrauchswert]]) und also auch des Verbrauchs, die Verfügung über dessen [[Sache]] und Menschen zu ihrer [[Nichtung]] treibt. Sie sind als [[Zweck]] und [[Mittel]] zugleich das [[Material]] ihrer [[Vermittlung]] und lösen sich darin selbst durch ihre gegenseitige Besessenheit auf. Wo Menschen oder Sachen nur für sich benutzt werden, ist das [[Subjekt]] ihrer [[Nutzung]] selbst besessen und also zugleich [[Objekt]] seiner [[Lebensverhältnisse]] (siehe hierzu [[Zwischenmenschlichkeit]]). Von daher ist Nutzen ein Herrschaftsbegriff (siehe hierzu auch [[Nützlichkeit]]), auch wenn er wechselseitig, also in [[wirklichen]] [[Verhältnissen]] [[objektiviert]] ist. In der wechselseitigen Vernutzung verliert allerdings jeder [[Gegenstand]] - auch ein Mensch – seine [[Wirklichkeit]], wird selbst [[unwirklich]] durch seine [[Entgegenständlichung]]. So auch im [[Nutzen]] [[zwischenmenschlicher Beziehungen]]: Wenn der Eine den Anderen benutzt und ihn für sich nutzt, wird er zugleich von ihm vernutzt, als [[Subjekt]] unterliegt er seiner eigenen [[Objektivität]] im Nutzen seiner [[Lebensverhältnissen]] (siehe hierzu auch [[Selbstentfremdung]]). Und so heben beide sich in ihren wechselseitigen [[Wirkungen]] ihrer [[Subjektivität]], in ihrer wechselseitigen [[Negation]] durch die [[objektive]] [[Wirklichkeit]] ihrer Vernutzung auf (siehe [[Entwirklichung]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In einer [[Scheinwelt]] herrscht daher das das Scheinbare, der [[Widerschein]] des Anscheins schlechthin. Darin hat nichts [[wirkliche]] [[Substanz]]. Darin überlagern sich die [[Eindrücke]] [[beliebiger]] [[Gefühle]], die durch [[Ereignisproduktion]] erzeugt und [[befriedet]] werden, weil sie keinen [[eigenen]] [[Ausdruck]] mehr darstellen. Aber sie kultivieren zugleich eine Welt [[isolierter]] [[Empfindungen]], [[reproduzieren]] verlassene Seelen und verengen die [[Wahrheit]] ihrer [[Wahrnehmungen]] (siehe [[Angst]]), töten sie durch ihre [[Lebensangst]] (siehe [[tote Wahrnehmung]]) und [[verwahrlosen]] daran (siehe auch [[Dekadenz]]). Schließlich kehren sie ihren [[Sinn]] gegen ihre [[Kultur]], [[trennen]] ihren [[Leib]] von ihrer [[Seele]] und [[pervertieren]] sich selbst zu einem Zwang [[entäußerter]] [[Wahrheit]] (siehe hierzu auch [[Perversion]]). So erscheint Geld nicht mehr als reine Vermittler des Warentauschs, sonder als dessen Subjekt. Der Schein verwesentlicht sich gegen seine wahre Wertsubstanz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;In der Tat wird der Wert hier das Subjekt eines Prozesses, worin er unter dem beständigen Wechsel der Formen von Geld und Ware seine Größe selbst verändert, sich als Mehrwert von sich selbst als ursprünglichem Wert abstößt, sich selbst verwertet. Denn die Bewegung, worin er Mehrwert zusetzt, ist seine eigne Bewegung, seine Verwertung also Selbstverwertung. Er hat die okkulte Qualität erhalten, Wert zu setzen, weil er Wert ist. Er wirft lebendige Junge oder legt wenigstens goldne Eier.&#039;&#039; (MEW 23, S. 169) &amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Scheinwelt stellt also eine [[Welt]] dar, worin der [[Schein]] herrscht, indem er sich unentwegt durch das Scheinbare bestätigt und verdoppelt. Es ist eine Welt, worin die [[Formen]] des Anscheins zum wesentlichen [[Inhalt]] ihrer [[zwischenmenschlichen Beziehungen]] geworden ist, eine Welt, deren [[Wesen]] [[abwesend]], bloßer [[Fetisch]] ist (siehe auch [[Warenfetischismus]]). in der das Original durch die Kopie [[vertauscht]] ist (siehe auch [[Warentausch]]), weil sie als Lebenswelt ununterscheidbar, also selbst austauschbar ist. Darin entsteht eine [[Kultur]] der Aufreizung, weil alles [[einverleibt]] und aufgezehrt wird, nur noch in einer sinnentleerten [[Form]] den Menschen nahe ist, weil nur noch [[Erlebnisse]] vom [[Leben]] zeugen (siehe auch [[Eventkultur]]), auch wenn sie nur noch [[repräsentieren]] künnen, was sie [[eigentlich]] sein sollen. Solche Kultur besteht als [[Kult]] der [[Eigentlichkeiten]] aus [[Reflexionen]] und [[Interpretationen]] von [[Ereignissen]], die sich aus dem [[Nichts]] herausstellen und herausbilden müssen. Es sind grundlos gewordene [[Lebensverhältnisse]] die ihren Sinn für das bloße Geschehen und Geschehenlassen verfüllen (siehe auch [[Kulturkonsum]]), indem sie ihn [[ausschließlich]] für sich und ausschließend gegen andere, sich im Wechsel erhalten, in der Abwechslung der [[Ereignisse]] [[repräsentieren]]. In [[zwischenmenschlichen Verhältnissen]] künnen hierüber Menschen einander im Widerschein ihrer [[Existenzen]] beflügeln, erbauen und ergützen (siehe auch [[heile Welt]]). Es ist eine Welt [[narzisstischer]] Beziehungen, in der sich die Repräsentationen aneinenader und durch einander repräsentieren, worin die Eine ihre Repräsentanz aus dem Reiz der Anderen bezieht, also entleerte [[Anwesenheiten]] wiedergibt und daher für einander beziehungslose [[Repräsentanzen]] sind, absurde Vergegenwärtigungen erstellen, die auch ihre Selbstwahrnehmung entstellen und [[pervertieren]]. Eine solche Welt ist voller [[Ereignisse]], die getrennt voneinenader auftreten, in keinem [[geschichtlichen]] Zusammenhang stehen, und daher [[Erlebnisse]] bieten, die ohne [[wirkliches]] [[Leben]], aber &#039;&#039;[[täuschend]] echt&#039;&#039; lebendig sind (siehe auch [[Eventkultur]]). Sie herrscht, wo nur noch bildhaftes herrscht, wo niemand &#039;&#039;sich kennt&#039;&#039; und sich daher auch nicht auskennen kann, daher jeder Mensch alles finden kann, was und wie er [[empfindet]] und sich [[fühlen]] kann, wie er [[will]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
An und für sich kann die [[Wahrnehmung]] nicht gegen sich selbst gerichtet sein. Wo aber der positive [[Schein]] der Welt sich als Lebenswelt eines [[ästhetischen Willens]] in seiner [[Verkehrung]] mächtig gemacht hat, wo er sein [[Heil]] in der Welt der [[zwischenmenschlichen Verhältnissen]] erfunden und gefunden hat (siehe hierzu auch [[heile Welt]]), da trägt er ein [[Bild]] der Vollendung fort, das eine [[Güte]] ihrer [[Ästhetik]] ausströmt, die nicht von dieser Welt des [[bewegten]], des tätigen [[Lebens]] (siehe auch [[Arbeit]]) sein kann. Er treibt die lebendige [[Wahrnehmung]] in die Krise einer allmächtigen [[Wahrheit]], die sich in der [[Sinnbildung]] der [[bürgerlichen Kultur]] dem entsprechend [[politisch]] gestaltet (siehe hierzu auch [[politische Kultur]]). Ihr [[Positivismus]] spaltet die [[Selbstwahrnehmung]] der Menschen in Freund und Feind und [[bestimmt]] die [[Formen]] der [[Kultur]] in ihren Lebensstrukturen und [[Ängsten]] (siehe hierzu auch [[Lebensangst]]) zwischen [[Macht]] und [[Ohnmacht]] der [[Selbstwahrnehmung]] (siehe hierzu auch [[Selbstveredelung]]). Sie [[zerteilt]] die [[Kulturen]] der [[Selbstbeziehung]] in politische Dispositionen und gründet gegensinnige [[Erkenntnisinteressen]], die sie in ihrer Aufmerksamkeit auch gegensinnig ausrichten (siehe hierzu auch [[Erkenntnistheorie]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es sind die [[Elemente]] des [[Daseins]] nicht mehr [[erkennbar]], weil sie nurmehr in ihren [[Medien]] (z.B. im Internet) sich abbilden und wo nurmehr ihre [[Aufregung]] herrscht, weil die [[Substanzen]] der [[Wirklichkeit]] [[unwirklich,]] nur in einem [[Bild]] von sich gegenwärtig sind. Da gibt es auch kein wirkliches Walten außerhalb der unzählichen Verwaltungen von [[Ereignissen]]: Keine wirkliche Welt, nur [[wesen]]loses Hin und Her, ein wechselseitig bespiegeln ohne [[Grund]] und [[Folge]] (siehe auch [[Narzissmus]]), ohne [[Ursachen]] aber voller [[Wirkungen]] in einer Fülle unentwegter Aktionen und [[Reaktionen]], tendenziell [[reaktionär]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[Ereignisse]] in einer Scheinwelt gestalten sich in den Lebensformen des [[Erlebens]], der [[Selbstwahrnehmungen]], worrin die [[Selbsgefühle]] aus der [[Ästhetik]] ihrer [[zwischenmenschlichen Verhältnisse]] gewonnen werden, um im [[Massengefühl]] den [[Sinn]] zu ersetzen, den sie nicht wirklich [[empfinden]] künnen. Was in wesenlosen [[Beziehungen]] nicht ist wird in den Selbstbespiegelungen ihrer Kultur, in [[narzisstischen]] Beziehungen zu einer eigenen Art von Welt, in der sich die Menschen verlieren, weil sie sich in ihrem Spiegelbild immer wieder neu finden und [[empfinden]] müssen (siehe hierzu auch [[prothetische Beziehung]]). Der [[Begriff]] [[Narzissmus]] gründet auf der griechischen Mythologie von Narziss, der sich in sein Spiegelbild verliebt hatte. Hier wird das als Strafe einer Schicksalsgüttin begriffen, wonach der allseits umworbene Jüngling Narziss, der aus Stolz auf seine Schünheit alle Verehrerinnen und Verehrer zurückgewiesen hatte, mit einer [[Liebe]] bestraft wurde, die unmüglich erfüllt werden kann. Die Schicksalsgüttin straft Narziss mit unstillbarer Selbstliebe. Er verliebte sich in sein eigenes Spiegelbild, das er im Wasser einer Quelle sieht; auch er kann das Objekt seiner Liebe nicht erreichen und verwandelt sich sterbend in eine schüne Blume, eben eine Narzisse.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Scheinwelt wird alles prominent, was darin häufig &#039;&#039;ins Auge fällt&#039;&#039;. Prominenz ist das Hervortreten eines Einzelnen aus einem Gemenge von vielem, das sich darin [[verallgemeinert]] sieht, ein Beispiel seiner selbst oder seiner [[Ideen]] oder [[Bedürfnisse]] oder [[Wünsche]] oder [[Bilder]] für sich kultiviert und im [[Kult]] [[idolisiert]] (siehe auch [[Fankult]]). Dieses Hervortreten findet allerdings nur in der [[Wahrnehmung]] statt, im reinen [[Quantum]] dessen, was sie in ihren Begegnungen für wahr nimmt, ganz gleich, was sie davon [[wahrhat]]. Es reflektiert sich darin alleine die [[Dichte]] von Vergegenwärtigungen einer [[Erscheinung]], die mit den [[Bedeutungen]] in der [[Wahrnehmung]] ganz getrennt von ihrer [[Wahrheit]] zusammenfallen, die damit diese allerdings auch bedeutungslos machen. Prominenz vollzieht die Totalissierung dieser Scheinwelt., in dieser Welt, worin alles wichtig und voller [[Bedeutung]] erscheint, weil es jedes [[Geltungsstreben]] zu befriedigen vermag, wenn es seinen [[Narzissmus]] &#039;&#039;füttert&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Scheinwelt ist eben eine [[Welt]], die eben nur zum [[Schein]] Welt ist, die als das, was sie als Welt sein soll, nur für sich und nur durch sich bestimmt ist und die durch das bloße [[Erleben]] der [[Ereignisse]], also ohne weltliche [[Wirkung]] und Wirklichkeit, ohne [[Gegenständlichkeit]] da ist. Es is eine Welt, die nicht [[wirklich]] [[wahr]] sein kann und als [[Wirklichkeit]] weltenlos ist, weil sie sich durch nichts wirklich [[verhält]] und sich auf nichts wirklich [[bezieht]], ihr nichts gegenüber steht und sie daher in ihrer Beziehungslosigkeit nur sich selbst gleichbleiben kann. Sie ist in ihrem [[Dasein]] [[beliebig]], endlos, [[unwirklich]], zwar voller [[Inhalte]], ober ohne [[Form]] für diese, sondern nur Form für sich. Es sind Inhalte, die keinen [[Grund]] haben, weil sie selbst nur ihrer [[Form]] entspringen, die für sich begründet [[erscheint]] (siehe [[Formbestimmung]]). Aber für sich und in [[Wirklichkeit]] handelt es sich dabei um eine [[Verkehrung]] von [[Form]] und [[Inhalt]], so dass in der Form konkret sinnlich die darin verkehrte Substanz [[abstrakt und allgemein]] wesentlich erscheint, als ein inhaltsleeres [[Wesen]] wirkt, als [[Abstraktionen]] einer [[Güte]], welche zwar [[qualitativ]] Wirkung hat, aber nicht wirklich ist. Weil sie [[substanziell]] eine [[Abstraktion]] darstellt, die gegen ihren Inhalt [[gleichgültig]] ist und ihn [[unwirklich]], seine [[Wirklichkeit]] [[nichtig]] macht, ihn im Grunde [[negiert]]., ist eine Scheinwelt als Verkehrung einer [[Welt]] zugleich immer auch für sich eine verkehrte Welt, eine Welt, in der sich alles selbst auch verkehrt verhalten muss. Es sind [[Verselbständigung]] eines [[Wesens]], das darin nur in seiner [[Verkehrung]] erscheinen kann. Hierin werden [[Wirkungen]] nur [[negativ]] erzeugt, also in der Abgrenzung zum Unguten, zum Schlechten, das dem Guten äußerlich, weil hiervon [[absolut]] [[getrennt]] ist und das Gute erst dadurch bestimmt ist, dass es Schlechtes gibt, dieses aber von sich ausschließt. Es ist die Welt der [[Moralisten]], der [[Selbstgerechtigkeit]] von Gutmenschen, die dadurch gute [[Gefühle]] haben, dass sie sich gut begründen können und dass sie deshalb auch im Grunde alles [[schön und gut finden]] können, auch wenn es schlecht ist oder gerade weil es so ist (siehe hierzu[[ästhetischer Wille]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Gute macht solche Welt zur [[heilen Welt]], die von außen, von [[fremden Kräften]] bedroht ist. Güte wird zur substanziellen Grundlage des Verhaltens, das als Maß der [[Lebenswerte]] fungiert. Sie finden diese in [[Eigenschaften]] aus einem [[Leben]], das der Scheinwelt [[einverleibt]] wird, die von aller [[Bedingung]] frei gestellt erscheint, unbedingt gelten soll, damit darin die Menschen für sich das positiv [[wahrnehmen]], was sie außer sich negativ [[wahrhaben]]. Das Maß der Scheinwelt ist die [[Idee]], nach welcher die [[Sinne]] einverleibt werden, welche die eigenen Lebenswerte nötig haben. Von daher erscheint solche Welt wie die Welt einer [[Ideologie]]. Aber diese Welt ist [[wirklich]]. Sie besteht aus dem [[Sinn]], der aus [[fremden]] [[Eigenschaften]] wirklich [[einverleibt]] ist und daher auch [[Wirkung]] hat ohne als Sinn wirklich zu sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Scheinwelt entsteht durch die Präformation, die [[Formbestimmung]] von [[zwischenmenschlichen Verhältnissen]] durch [[Lebenswerte]], die das Verhalten in einem bestimmten [[Lebensraum]] sortieren (z.B. als [[Familiensinn]]), um deren [[Idealisierung]] zu befördern und deren Beschränkungen durch fremde Einflüsse zu mindern, welche hierfür bedrohlich sind - und das ist fast alles Wirkliche. In einer Scheinwelt erscheint alles unwirkliche dadurch real, dass es in Gestalt von Menschen, von deren körperlichen Dasein vermittelt und durch deren [[Anwesenheit]] durch ihre symbiotischen [[Selbsbehauptung]] getragen ist. Für die Wirkungsmacht eine so erscheinenden Realität ist die [[Dichte]] der Begegnungen und der [[Ereignisse]] darin tragend.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was darin allerdings herrschend wird, ist die [[Notwendigkeit]] der Sortierung des Guten und des [[Bösen]] nach Maßgabe der Lebenswerte. Und die vollzieht sich in der Gewalt der Abhängigkeit vom Dabeisein, in der Notwendigkeit der Anwesenheit, die für Menschen nötig ist, die jenseits dieser Lebenwelt im [[Nichts]] verschwinden. Von daher steckt in jeder [[Lebensburg]] eine Scheinwelt. Das macht die [[Lebensangst]] darin aus. Ihre Welt ist bloße Gewalt der Anwenden als Walten im Widerschein eines [[Sinns]], der nicht sein kann. In ihr ist das Wahrnehmen eine auf sich selbst gründende [[Wahrheit]], die sich selbst aufhebt, weil ihre [[Empfindung]] daraus besteht, was sie wahrhat und was sie daraus macht, was sie also wahrmacht. Eine Scheinwelt ist kein [[notwendiger Schein]] gesellschaftlicher [[Beziehungen]], sondern wirkliche Erscheinungswelt sinnlicher Bezogenheiten, wahrgemachter [[Sinn]], der keinen Sinn hat, wirklich [[abstrakter Sinn]] als [[Wirkung]] eines [[Unsinn]] ist. Das Wahrmachen solcher Sinnlichkeit ist die Produktion einer Scheinwelt, in welcher Sinnliches voller Unsinn [[erscheint]]. Es ist darin nichts wirklich nötig, weil darin alles möglich erscheint. Wirkliche Not entsteht nur durch den Verlust der Scheinwelt überhaupt, dem Reservoir unendlich scheinender Möglichkeiten, wenn sie vergönnt werden. Es ist die Erscheinungswelt von [[Absichten]], welche in zwischenmenschlichen Verhältnissen wahrgemacht werden: Wirklichkeitsform der [[Seele]], seelisches [[Sein]], in welchem das [[Erkenntnis]]vermögen aufgehoben erscheint: Vollkommenheit des [[Selbstgefühls]]. Das ermöglicht zwar ein Leben in diesem Schein, enthebt aber den Sinn der Wahrnehmung seiner Wahrheit und führt zu einer Störung der Wahrnehmungsidentität, wenn er diese Scheinwelt verlässt (siehe [[Verdrängung]]). Nur in ihr wird er in den [[Gefühlen]] bestätigt, die er nötig hat: Selbstgefühle unendlicher Empfindsamkeit, Sinn aller Scheinhaftigkeiten, die so tief erscheinen, wie sie bezogen auf ihre Wahrheit, auf ihr ganzes geschichtliches Sein, flach sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Sinn einer Scheinwelt holt seine [[Kraft]] aus der Notwendigkeit einer Beziehung, die keinen Sinn hat (siehe auch [[Fetischismus]]), aber alle Sinne bestimmt (siehe [[Körperfetischismus]]). In der Not ihrer Abstraktheit ensteht abstrakte Sinnlichkeit dadurch, dass alles, was Sinn hat, sich in Gemeinschaft auflöst, um allem Sinn zu verleihen. Darin ist gesellschaftlicher Sinn sowohl aufgehoben wie auch einverleibt (siehe auch [[Kulturkonsum]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In einer Scheinwelt ist alles da, was für das Sein nötig ist, auch wenn ihr Dasein die Umkehrung ihres wesentlichen Seins ausmacht. Sie funktioniert nur dadurch, dass sie im Einzelnen gibt, was sie allgemein nimmt, dass sie Bedürfnisse befriedigt, indem sie Bedarf aufhebt, Sinn vermittelt, indem sie Erkenntnis aufhebt usw.. Es ist die Lebensform einer [[Täuschung]], die daraus besteht, dass alles für etwas anderes da ist, als was es zu sein scheint, dass im einzelnen wahr ist, was allgemein nicht stimmen kann, was aber allgemein ungeheuerliche Not aufkommen ließe, wenn es nicht da wäre. So verbirgt jede Scheinwelt eine [[Lebensangst]], die innerhalb ihrer [[Beziehungen]] Vernichtungsangst auslöst, wenn [[Positionen]] mächtig werden, welche darin als wirkliche Beziehung herrschen, also den Schein dieser Welt wirklich beherrschen. Für sich sind diese Beziehungen ohnmächtig, weil sie keinen Sinn haben, aber als [[prothetische Beziehung]] Sinn machen für eine Beziehung in fortwärender Nichtigkeit, die sich an allen Stoffen forttreibt, die darin einverleibt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Subjektiv ist jeder Mensch in der Lage, sich von Scheinwelten zu trennen, sobald er eine Welt gefunden hat, in der seine Beziehungen wirklich vorkommen können. Aber es gibt viele [[objektive Gefühle]], die ihn an Scheinwelten auch subjektiv binden können. Oft ist es die objektive Einfalt (s.a. [[Kitsch]]), welche eine Scheinwelt subjektiv zusammenhält und ihren [[Schmerz]] darin erstickt. In der Sehnsucht hält sich die [[Täuschung]] unendlich und treibt ihre Blüten in [[Zuständen]] der [[Seele]], die sich ihrer [[Enttäuschung]] noch nicht gewiss ist, weil und solange sie ihre [[Absicht]], ihre [[Liebe]] zur [[Idee]] nicht aufgeben kann.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Wolfram</name></author>
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		<title>Familie</title>
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		<updated>2026-05-25T07:34:58Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Wolfram: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;Ein Jüngling liebt ein Mädchen, Die hat einen andern erwählt; Der andre liebt eine andre, Und hat sich mit dieser vermählt. Das Mädchen heiratet aus Ärger Den ersten besten Mann, Der ihr in den Weg gelaufen; Der Jüngling ist übel dran. Es ist eine alte Geschichte, Doch bleibt sie immer neu; Und wem sie just passieret, Dem bricht das Herz entzwei. (Heinrich Heine, Buch der Lieder&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[bürgerliche]] Familie entsteht entweder im [[Bedürfnis]] nach einer glücklichen Entfaltung der [[zwischenmenschlichen Beziehungen]] in der [[Geborgenheit]] der [[Geschlechter]] und [[Generationen]], oft auch in der [[Sehnsucht]] nach [[Geborgenheit]] im [[Unglück]] einer durch ihre [[Ausschließlichkeit]] [[vereinsamte]] [[Liebesbeziehung]] – oft im [[Elend]] einer sich auflösenden [[zwischenmenschlichen Beziehung]] in der [[Stimmung]] [[vereinzelter]] Menschen, die darin ihre [[Selbstgefühle]] angleichen, indem sie diese sozialisieren. Sie ist daher getragen vom [[Sicherheitsbedürfnis]] für die [[seelische]] [[Entwicklung]] der Menschen in der [[bürgerlichen Gesellschaft]] um den Fortbestand ihrer [[zwischenmenschlichen Kultur]] und den [[Gewohnheiten]] ihrer [[Selbsterhaltung]] (siehe auch [[Reproduktion]]), des [[persönlichen]] Vertrauens in die Zeugung und den Fortbestand und Schutz eigenmächtiger [[Lebensverhältnisse]]. Ihre [[Geschichte]] ist aber nicht [[wirklich]] durch diese gesichert, sondern entwickelt sich als [[Geschichte]] ihrer &#039;&#039;Gemütslagen&#039;&#039;, den [[Stimungen]], welche die Menschen zusammen führt oder auch auseinander treibt. Von daher ist solche [[Familie]] der Hort (siehe [[Lebensburg]]) zur [[Bildung]] der [[Gefühle]], die aus [[Selbstempfindungen]] im &#039;&#039;Familienleben&#039;&#039; heraus keimen und [[objektiv]] meist die erste und [[bedeutungsreichste]] [[zwischenmenschliche]] [[Lebenserfahrung]] für die nachwachsenden [[Generationen]] darstellen. Von daher hat das &#039;&#039;Familienleben&#039;&#039; einen [[mächtigen]] Anteil an der Selbstsicherheit um [[eigene]] [[Wahrheit]] – und damit der [[eigenen]] [[Wahrnehmungsidentität]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Stimmung finden die Empfindungen eine Stimme für das, was sie wahrhaben. Sie bilden daraus eine Gemeinschaft ihrer Selbstgefühle. In den hierin geborgenen Gefühlen schaffen sie eine Welt für sich. In dieser Welt entstehen die hieraus bestimmten Selbstwahrnehmungen, die zu einem familieären Verhältnis in der Selbstwahrnehmung werden. Als Gefühl für sich drückt darin die Stimmung eine einfache Wahrnehmung ihrer Symbiose aus, die Menschen durch einander bestimmen ud beleben, inndem jeder im Anderen ein Sinn für sich und durch sch verspürt, denn sofern sie ein wirkliche [[eigentümliches]]s Verhältnis ist, worin Mann ud Frau und Kind zusammenleben ist Familie die vergemeinschaftung von symbiotichen Beziehunnhgen worin jedes Mitlied durch den snderen llebt, weil und sofern er oder sie nur durch diese Gemeinschft ist, existiert unnd sich seiner selbst vergewissert, weil er durch deren Zusmmenleben ist und seine ursprünglichsten Bedrfnisen in diesem Leben, darin entstehen und gelegentlich auch vergehen. Eine Famlie ist also aus dem Zusammengehen bzw. aus der Auseinandersetzung von Selbstgefühlen entstanden. Sie verlebt in der Nutzung dieser Gemeinschaft bzw. den Mangel ihrer Erheuerug. Diese ergibt sich aus dem Burgfrieden, den Familien nötig haben und wodurdh sie zur Brutstellen einer unerkennbaren weil sie als gemeiner Lebensraum privater Persönlichkeiten geworden ist und innerhalb solcher Personen als chronifizierte Egommanie verweltlicht wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der [[bildungsbürgerlichen]] Familie geht es dagegen um die Anwendung dessen, was der Maßstab der bürgerlichen Bildung ist (siehe Biedermeier), im Anteil des kulturellen Vermögens in der Durchsetzung der Normen der bürgerlichen Kultur. Von daher setzt eine solche Familie auf deren allgemeine Form, au das Formalt des bürgerlichen Daseins, das den Verkehr der Bürger zwar erleichtert, aber sich vor allem nur normativ neben oder gegen die soziale Wirklichkeit der Menschen vollstreckt. Immerhin ist für jede Form der Familie eine Konstruktion dessen maßgeblich, was im Kleinen auch das Große zu überwinden vermag, wenn es zu einer allgemeinen [[Gewohnheit]] wird (siehe [[Prominenz]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als [[Heimat]] der [[Wahrnehmungsidentität]] der [[Zwischenmenschen&amp;lt;]]&amp;gt; (siehe hierzu auch [[Kleinbürger]]) ist die bürgerliche Familie [[Subjekt]] wie [[Objekt]] der [[Lebensangst]] des [[bürgerlichen Individuums]]. Sie entsteht meist mit einem Ehevertrag, durch den die [[Sittlichkeit]] der [[persönlichen]] [[Besitzansprüche]] im Alltag und für Ausnahmesituationen (z.B. Fürsorge und [[Tod]]) dadurch wird die Fammilie zu einer [[Institution]] des [[Nationalstaats]] worin über das [[Belieben]] der [[Einzelnen]] hinaus gehend und [[lebensverpflichtend]] als geregelt [[gültig]] werden soll, was dem Einzelnen als Funktion aus seiner Selbstverantwortlichkeit abverlangt werden kann (siehe hierzu auch [[Immanuel Kant)]]. Seine ihm [[notwendige]] [[Sittlichkeit]] gilt demnach aus seinem Gattungsleben [[normativ]] bestimmt und sei von daher schon in seiner [[Allgemeinform]] [[allgemein]] begründet (siehe [[Formbestimmung]]), einer gesellschaftlich [[gültig]] [[Norm]] unterworfen, die er angeblich selbst mitbestimmt habe (siehe [[kategorischerimperativ]]). Der [[Widerspruch]] zwischen der Einzelheit (siehe [[Privatheit]]) und [[Gesellschaftlichkeit]] der [[Individuen]] der [[bürgerlichen Kultur]] sei demnach eine unüberwindbar enge Lebensbestimmung (siehe [[Spießbürger]]) Grundlage einer [[vereinzelten]] Angst des von seinem [[Gott]] (siehe auch [[Kult]]) verlassenen [[Individuums]], die über seine bloße [[Existenz]] durch deren [[allgemein]] [[notwendige]] [[Formbestimmtheit]] des Gattungsleben seiner verengten und eingeengten [[Kultur]] hinausreicht (siehe [[Angst]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von da her ist sie eine [[strukturelle]] Angstvermeidung (siehe auch [[Lebensangst]]) als [[Macht]] gegen die [[Ohnmacht]] der [[Selbstwahrnehmung]] des [[vereinzelten]] Menschen.Sie- ist sie die [[institutionalisierte]] [[Einfältigkeit]] der herrschenden [[Kultur]] des [[Privateigentums]] als [[politische Kultur]] der [[isolierten]] [[Seelen]] zur [[Befriedung]] der Kinder, der Erben einer übermächtigen Zukunft eines [[vereinten]] [[vereinten]] [[Eigentums]] [[privater]] [[=Existenzen]], einer [[Institution]] [[privater]] [[Persönlichkeiten]] (siehe auch [[Privatperson]]). In anderen Kulturen, worin das [[Gemeinwesen]] noch [[wirklich]] organisch beansprucht werden kann [[verhält]] sich dies gändsätzlich anders. Ein afrikanisches Sprichwort besagt zum Beispiel, dass für das Aufwachsen eines Kindes ein [[ganzes]] Dorf nötig sei (siehe hierzu auch [[Gemeinwesen]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;Der Irokese nennt nicht nur seine eignen Kinder, sondern auch die seiner Brüder seine Söhne und Töchter; und sie nennen ihn Vater. Die Kinder seiner Schwestern dagegen nennt er seine Neffen und Nichten, und sie ihn Onkel. Umgekehrt nennt die Irokesin, neben ihren eignen Kindern, diejenigen ihrer Schwestern ihre Söhne und Töchter, und diese nennen sie Mutter. Die Kinder ihrer Brüder dagegen nennt sie ihre Neffen und Nichten, und sie heißt ihre Tante. Ebenso nennen die Kinder von Brüdern sich untereinander Brüder und Schwestern, desgleichen die Kinder von Schwestern. Die Kinder einer Frau und die ihres Bruders dagegen nennen sich gegenseitig Vettern und Kusinen. (Friedrich Engels - [[Der Ursprung der Familie, des Privateigentums und des Staats MEW 21, S.36)]]&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unter den [[Lebensbedingungen]] der [[bürgerlichen Gesellschaft]] kann der vereinzelte Mensch keine soziale Kompetenz erlangen, weil die [[zwischenmenschlichen Beziehungen]] in der [[Konkurrenz]] der Selbstverwertung, in den [[Selbstbezogenheiten]] der [[Geschlechter]] und [[Generationen]] ihren sozialen [[Wert]] nicht in einem allgemeinen [[Selbstwert]] des [[burgherrlichen Subjekts]] erkennen können. Sie verhalten sich in ihren Lebenswelten ja nur zwischen [[Sinn]] und [[Absicht]] ihrer [[zwischenmenschlichen Beziehung]] und können ihre Widersprüche daher in ihrer [[Vereinzelung]] auch nur durch die Rückbeziehungen auf eine [[allgemeine]] [[Selbstgerechtigkeit]] zwischen dem [[einzelnen]] [[Individuum]] und den Anderen – also nur [[abstrakt]] formulieren (siehe z.B. [[autortärer Charakter]], [[esoterischer Charakter]]). Als Maß der [[Vereinzelung]] und als Maßstab seiner allgemeinen Gültigkeit (siehe [[Geltung]]) wird das &#039;&#039;Ego&#039;&#039; zum Zankapfel bei der [[Normierung]] einer [[Sittlichkeit]] der [[Sinnbildung]] als [[Wahrheit]] einer gewöhnlichen [[Selbstverwertung]], welche die [[Isolation]] der [[Ohnmächtigen]] vertieft und entwertet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;Freud analysiert eine Episode, die Goethe aus seiner frühen Kindheit berichtet - nämlich, daß er im Alter von ungefähr 4 Jahren fast sämtliches zerbrechliches Hausgerät aus dem Fenster auf die Straße geworfen - als Niederschlag des Konkurrenzneides auf den jüngeren Bruder Hermann Jakob und als Symbol von dessen Beseitigung. Diese Interpretation erhärtet Freud an mehreren in der Tat frappierenden Parallelbeispielen und an der Reaktionen des Kindes Goethe auf den Tod seines jüngeren Bruders Jakob im Alter von 6 Jahren wie sie uns durch Bettina Brentanos Wiedererzählungen des Berichtes der Mutter überliefert ist. Danach hat Goethe über den Tod seines Bruders keine Träne vergossen und auf die Frage der Mutter „ob er den Bruder nicht liebgehabt habe, lief er in seine Kammer, brachte unter dem Bett hervor eine Menge Papier, die mit Lektionen und Geschichtchen beschrieben waren, er sagte ihr, daß er dies alles gemacht habe, um es den Bruder zu lehren.“ Hitschmann merkt dazu an: „der ältere Bruder hätte also immerhin gern Vater mit dem jüngeren gespielt und ihm seine Überlegenheit gezeigt.“ [zitiert nach Sigmund Freud, Gesammelte Werke, Band 12, Frankfurt a. M. 1991, S. 21] (siehe hierzu auch http://www.krahl-briefe.de)&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[bürgerliche Familie]] (Kleinfamilie) soll die [[Elementarform]] der [[bürgerlichen Kultur]], die [[körperliche]] [[Existenz]] der [[bürgerlichen Subjekte]] gewährleisten und vermehren. Von daher gestaltet sie sich als [[Institution]] der [[Sitten]] und [[Bräuche]] ihrer [[Zwischenmenschlichkeit]] durch [[staatliche]] Förderung und [[Exekutive]] (Polizei) und [[Wahrheit]] (Gesetzgebung) durch [[persönliche]] [[Macht]] und [[Gewalt]] als &#039;&#039;Schule der [[Nation]], als &#039;&#039;Keimzelle der [[Gesellschaft]]&#039;&#039; über die Funktionalität ihrer [[Wahrheit]] [[Lebenszusammenhänge]] – meist also auch als Garant für lebendige Zammenhänge der Menschen zur Ertüchtigung einer an und für sich disfunktionlen [[Lebensgemeinschaft]] schlechthin, die in der Lage sein muss die Störungen der [[zwischenmenschlichen Verhältnisse]] [[konkurrierender]] [[Selbstwahrnehmungen]] zu [[integrieren]] und zu [[befrieden]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[Selbstwahrnehmung]] ist der [[Wahrheit]] und [[Täuschung]] der Ausschließlichkeit ihrer [[Beziehungen]] ausgesetzt in der sich ihre [[Zwischenmenschlichkeit]] in zweierlei Beziehung zerteilt: Ihre [[Ohnmacht]] wird durch die darin [[notwendigen]] [[Selbstgefühle]] gegen ihre bescheidene [[Wirklichkeit]] übermächtig, wodurch die [[Psyche]] selbst als Beleg ihrer [[substanziellen]] konsistenz für [[wahr genommen]] wird (siehe [[zwischennmenschliches Verhältnis]]). Die Menschen sind vom [[Material]] ihrer [[Natur]] [[getrennt]] und zugleich sich selbst als [[gesellschaftliche]] wie auch [[natürliche]] [[Wesen]] ausgesetzt und dem [[Doppelcharakter]] ihrer [[Zwischenmenschlichkeit]] überlassen (siehe [[Teilung der Wahrnehmung]]). Daher ist jedes Individuum schon durch den [[gesellschaftlichen]] Zwang zur [[Reproduktion]] der [[Isolation]] seiner [[monadischen]] Existenzformen (siehe auch [[Vereinzelung]]), zu einer [[Selbstverwertung]] seiner [[Selbstwertigkeit]] bestimmt (siehe auch [[Selbstoptimierung]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und deshalb ist darin die Familie vor allem eine [[Institution]] der [[bürgerlichen]] [[Notwendigkeiten]] ihrer Lebensformationen, eine Fluchtburg (siehe [[Lebensburg]]) zur [[Bergung]] eines [[gesellschaftlich]] [[ausgeschlossenen]] und daher ausschließlichen [[Lebens]] in ihren [[unmittelbar]] [[subjektiv]] auftretenden [[Lebensnöten]] (siehe auch [[Lebenspflichtigkeiten]]). Diese verlangen vom [[einzelnen]] Menschen mehr als nur das [[unmittelbar]] [[Notwendige]] (siehe hierzu auch [[Teilung der Wahrnehmung]]): Sie verlangen ein [[Wissen]] und [[Bewusstsein]] über den gesamten Lebensablauf der nur [[privat]] [[vermittelten]] Existenz der [[vereinzelten]] Menschen in den [[zwischenmenschlichen Verhältnissen]] der [[bürgerlichen Kultur]], ihrer sozialen [[Reproduktion]] als vergesellschaftetes [[Naturwesen]] in einer denaturalisierten [[Gesellschaft]], über ihre [[Bildung]], Krankheiten die Jugend und [[Alterung]] der [[Generationen]], der [[Vermittlung]] und Vorsorge für ihre [[Lebensgewohnheiten]] usw.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der wesentliche Unterschied der [[Generationen]] ist der [[Zweifel]] der Älteren gegen die Hoffnungen der Jüngeren. In einer [[erzieherische Beziehung]] ist niemand in der Lage, den Eltern die Hoffnung der Kinder zu [[vermitteln]] und so sind die Eltern auch nicht in der Lage aus ihren Zweifeln [[Erkenntnisse]] zu [[bilden]], die sie den Kindern [[vermitteln]] könnten. Erziehung wäre ja auch [[wirklich]] unnötig und nur ein einfaches menschliches [[Verhältnis]] von alten und jungen Menschen, wenn sich darin die [[Generationen]] in einem gemeinen [[Wesen]], in einem [[wirklichen]] [[Geweinwesen]] als ein gemeines [[Wesen]] ihrer [[Kultur]] [[erkennen]] könnten. Doch auch dies würde einige [[Änderung]] an [[kulturell]] [[bestimmten]], an ihren [[zwischenmenschlichen Verhältnissen]] voraussetzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[bürgerliche]] [[Familie]] ist daher nicht nur eine [[Institution]] des öffentlichen [[Rechts]] (siehe auch [[bürgerlicher Staat]]), sondern vor allem die [[Lebensburg]] einer [[narzisstischen]] [[Sinnbildung]] der [[Selbstveredelung]]. Diese ist gespalten in das [[Bildungsvermögen]] einer [[erzieherishcn Beziehung]] der Kinder mit ihren Eltern (siehe auch [[Bildungsbürgertum]]). Denn darin aufgeteilt (siehe [[Teilung der Wahrnehmung]]) in die Sinnstiftung der Kinder für das [[Leben]] ihrer Eltern und der [[Fürsorge]] der Eltern für die [[Existenz]] ihrer Kinder (siehe auch [[Lebenspflicht]]). Für sie [[erscheint]] dies als [[Selbstverständlichkeit]] ihrer [[subjektiven]] [[Erfahrungen]], ihrer [[Gefühle]] und [[Stimmungen]]. Für die Eltern ist es das Glück ihrer Selbsterneuerung, das ihnen ihre Kinder [[objektiv]] bieten können. Von daher ist die [[Familie]] eine Lebenswelt, die [[Kultur]] einer [[objektiven Subjektivität]] an deren [[subjektiver]] Bruchstelle (siehe [[subjektive Objektivität]]) ihre [[bürgerliche]] [[Existenz]] gelingen soll (siehe auch [[Existenzwert]]. [[Bürgerliche]] Familien sind also [[Institutionen]] der [[bürgerlichen Kultur]], die in den [[zwischenmenschlichen Verhältnissen]] der [[Geschlechter]] und [[Generationen]] ihre [[zwischenmenschlichen Beziehungen]] über die [[Teilung ihrer Wahrnehmungen]] hinweg zu bewahren und versichern suchen. Von da her ist die [[Pubertät]] ein arbeitsintensives Unterfangen der [[Emanzipation]] von der Familie als [[Institution]] der [[bürgerlichen]] [[Existenz]] gerade dann, wenn sie selbst sich in den [[Widersprüchen]] in der [[Konkurrenz]] der [[Selbstverwertungen]] zwischen den [[Notwendigkeiten]] einer [[eigenen]] [[Sinnbildung]] und ihrer [[Jugendkultur]] verfängt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Denn Familien gründen auf Eltern, die sich aus der [[Konkurrenz]] der [[zwischenmenschlichen]] [[Selbstbehauptungen]] durch eine oder mehrere Übereinstimmungen gefunden und sich aus ihnen herausgesetzt haben. Die [[Gefühle]] ihrer Übereinkunft machen die [[Stimmung]] ihres Zusammenlebens aus, die in der Familiengeschichte weitgehende Folgen hat, denn darunter [[entwickeln]] sich nicht nur die familiären [[Selbstgefühle]] der Eltern, sondern vor allem auch die [[lebenswelten]] der Kinder, die darin geboren oder angenommen werden. Was sie hier [[empfinden]] ist für sie [[existenziell]] und daher so [[objektiv]], wie das Einkommen der Eltern für alle zugleich ist. In dem darin [[vermittelten]] [[Sinn]] [[vergemeinschaften]] sich ihre [[Selbstbehauptungen]] im [[ganzen]] [[Verhältnis]] ihrer [[Einstimmung]] (siehe [[symbiotische Selbstbehauptung]]). Diese gebietet ein Schutzverhältnis unter den Gliedern der Familie und [[entwickelt]] sie zwangsläufig zu einem besonders abgeschirmten [[Lebensraum]], zu einer [[Lebensburg]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In einer Welt der [[Zwischenmenschlichkeit]], worin der [[Selbstwert]] ihrer [[Beziehungen]] durch eine [[allgemeine]] und [[ausschließliche]] [[Selbstbezogenheit]] der [[Selbstverwertung]] herrscht, [[konkurrieren]] die Menschen um ihre [[Liebe]] und damit um ihre innerste [[Wahrheit]], um ihre [[Wahrnehmungsidentität]], wodurch ihr [[Leben]] beengt und zu einer stetigen [[Angst]] um ihren [[persönlichen]] [[Wertschätzuung]] in ihren [[zwischenmenschlichen Verhältnissen]] geworden war (siehe hierzu auch [[Lebensangst]]), der die einzige Gewähr für ihre [[Selbstverwertung]] bietet. Von daher haben sich die Menschen in ihren [[zwischenmenschlichen Beziehungen]] selbst als das [[Material]] ihrer [[Verhältnisse]] [[wahr]] und gründen hierauf die [[Kultur]] einer [[allen gemeinen]] [[Selbstwahrnehmung]]. Hierdurch fällt ihre [[Existenz]] mit ihrer [[Selbstwahrnehmung]] zusammen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Familiär ist der Verbund von Zugehörigem und [[begründet]] von daher auch das [[Verhalten]] der Angehörigen - oft bis hin zur [[Hörigkeit]]. Die [[bürgerliche]] Kleinfamilie (siehe hierzu auch [[Kleinbürger]]) ist allerdings kein wirklich [[zwischenmenschliches Verhältnis]], weil sie in den [[Verhältnissen]] der [[burgherrlichen Gesellschaft]] durch die [[Natur]] der [[Geschlechter]] und [[Generationen]] bedingungslos, also [[unbedingt]] – lebensnotwendig und [[lebenspflichtig]] zugleich - geworden ist. Dies ist aber keine [[wirkliche]] [[Begründung]] der Familien. Es sind die in der individuellen [[Selbstbehauptung]] bedrohten [[Verhältnisse]] der [[Selbstachtung]]; es ist das Prinzip der [[Selbstverwertung]] untergegangener [[Liebesbeziehungen]], das nach einer Verbindlichkeit dessen verlangt, was in [[zwischenmenschlichen Verhältnissen]] nicht [[wirklich]] verbunden und also auch nicht [[wirklich]] verbindlich sein kann. Daher ist die bürgerliche Familie ein elaboriertes Liebesnest, das vor allem als [[Lebenburg]] gegen die [[Konkurrenzen]] in der [[Einverleibung]] [[entfremdeter]] [[Selbstachtung]], in den [[Verhältnissen]] der [[Selbstverwertung]] in den öffentlichen [[Strukturen]] der [[bürgerlichen Kultur]] lebensnotwendig wird. So funktioniert die Familie wie ein kleiner [[Staat]] im Großen, indem sie die wechselseitige Ausplünderung der [[zwischenmenschlichen]] [[Selbstwahrnehmungen]] absichert und sie durch einen Himmel über ihre [[private]] Borniertheiten [[veredelt]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und von daher [[erscheinen]] ihnen ihre [[subjektive]] [[Beziehungen]] selbst [[objektiv]] [[bestimmt]] (siehe hierzu auch [[objektive Subjektivität]]) und also [[existenziell]] (siehe hierzu auch [[Existenzwert]]). Und so stellen sich ihnen auch ihre [[Existenzängste]] wie eine [[subjektive Objektivität]] dar und werden selbst zur angstvollen [[Lebensbedingung]], zu einer [[Lebensängstlichkeit]], von daher als [[Struktur]] von [[Lebenpflichtigkeiten]] ihres [[persönlichen]] Alltags, zu einem [[familiären]] Zusammenschluss der [[Selbstgefühle]] und [[Stimmungen]] [[gesellschaftlich]] [[isolierter]] Menschen. Darin [[kehren]] sich die [[Inhalte]] ihrer [[zwischenmenschlichen Verhältnisse]] um zu einer in sich mehr oder weniger geschlossenen, also [[ausschließlichen]] Existenzform.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch eine familiäre Lebensstruktur entstehen [[personifizierte]] Hierarchien der [[Geschlechter]] und [[Generationen]], worin ihre [[Selbstwahrnehmung]] sich [[psychisch]] gegen ihre objektive Existenzform, gegen die [[existenziellen]] [[Formationen]] ihrer [[Lebenswirklichkeit]] wendet (siehe hierzu die Entstehung des so genannten [[Über-ichs]]). Die hierdurch kontrollierten [[Selbstgefühle]] ihres [[Lebens]] spalten sich [[qualitativ]] zwischen ihrem substanziell menschlichen [[Sein]] und ihrem familiären [[Dasein]] so dass sich dadurch ihre [[Persönlichkeit]] durch und für sich verdoppelt und [[systematisiert]] (siehe hierzu auch [[Psychoanalyse]]). Dadurch entsteht eine [[Verselbständigung]] der [[zwischenmenschlichen]] Existenzform ihrer familiären Bedingungen, in der sich immer wieder eine [[eigentümlichen]] [[Form]] ihrer [[Angst]] entwickelt, worin sich die familiären Menschen [[erkennen]] und erhalten, sich aber immer wieder in ihrer [[Lebensangst]] [[vergegenwärtigen]] müssen. Hierdurch wird die im Allgemeinen [[personifizierte]] Lebensstruktur der [[Privatpersonen]] zu einem [[psychisch]] [[veräußerlichten]] Lebenszusammenhang ihrer [[Geschichte]] und im Zusammenhang ihrer [[Selbstgefühle]] zunehmend [[absolut]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es bietet sich die Familie zunächst als ein [[persönlicher]] Rückzug aus dieser Welt an und [[begründet]] somit einen [[Lebensraum]] der [[Geborgenheit]] des [[persönlichen]] [[Verhältnisses]] einer [[zwischenmenschlichen Beziehung]] in einer [[Lebensburg]], durch die alle [[Beziehungen]] außerhalb der [[unmittelbaren]] Vertraulichkeit ihrer [[Persönlichkeiten]] mehr oder weniger gründlich [[ausgeschlossen]] werden. Dadurch werden ihre [[Beziehungen]] nicht nur [[emotional]] [[isoliert]] und die [[Gesellschaft]] als Außenwelt [[wahrgenommen]], sondern auch zwischen den Familienmitgliedern in ihrer [[wirklichen]] Bezogenheit je nach dem Status ihrer [[Lebenspflichtigkeit]] [[getrennt]]. Sie müssen daher ihre intime [[Gemeinschaft]] eines [[ausschließlichen]] und [[ängstlichen]] [[Lebens]] als [[Sinn]] ihrer [[Gemeinschaft]] behaupten (siehe [[Selbstbehauptung]]), das sie allerdings vor allem nur in ihren vergemeinschafteten [[Selbstgefühlen]] [[vergegenwärtigen]] können. Der Sinn ihrer Beziehung wird durch die Form seiner [[ausschließlichkeit]] zu einem mächtigen [[Familiensinn]], der sich in den [[erzieherischen Beziehungen]] der Familie ausbreitet und seinen Paternalismus [[verwirklicht]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ihre [[Vergegenwärtigung]] bleibt von da her [[unwirklich]], weil sie sich in familiären [[Beziehungen]] nicht wirklich vergemeinschaften kann. In dieser [[Beziehung]] bleiben und bewähren sich die [[Selbstgefühle]] als Formation ihrer [[Lebensangst]] und machen aus der [[Form]] ihrer [[Gemeinschaft]] eine Fluchtburg ihrer [[Selbstbezogenheiten]]. Und im [[Lebensraum]] einer somit gegründeten [[Lebensburg]] [[verkehren]] sich ihre [[subjektiven]] [[Beziehungen]] in ihren [[Inhalten]] in eine [[objektive]] Lebensform, worin die Menschen zu [[Objekten]] ihrer [[ausschließlichen]] und also eingeschlossenen [[Wahrheit]] werden. Alles [[Subjektive]] ist daher in diesem [[Lebensverhältnis]] zugleich [[objektiv]]: Die Älteren werden zu objektiven Subjekten des Verhältnisses (siehe hierzu [[objektiver Subjektivismus]]), die Jüngeren zu subjektiven Objekten ihrer [[Selbstwahrnehmung]] (siehe hierzu [[subjektiver Objektivismus]]). Die [[Beziehung]] von [[Form]] und [[Inhalt]] [[verkehrt]] sich so zu einer inhaltlich bestimmenden [[Form]] des [[Verhaltens]]. Das [[Objektive]] wird durch die so gewordene [[Formbestimmung]] zu einem [[objektiven]] [[Subjekt]], das [[Subjektive]] hierdurch [[fremd bestimmt]], ihr [[Dasein]] [[entgegenwärtigt]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es hat sich von daher aus der [[Allgemeinheit]] der familiären [[Selbstgefühle]] eine Mitte ergeben, die zugleich einen Mittler hat: Die allgemeine [[Selbstigkeit]] [[lebensängstlicher]] Menschen. Diese wird zu einem[[ausschließlichenSelbstgefühlin allem, was einen inneren Gefühlszusammenhang durch eineverselbständigteSelbstgerechtigkeitbegründet, die über die einzelnenGefühlehinweg alle bestimmt und sich hiergegenausschließlichalsWertihrerSelbstbezogenheitenverhält. IhrSelbstwertreduziertsich auf das, was sie diesem Allgemeingefühl erbringen. DasSelbstgefühlwird von da her zum inneren Maßstab derGefühle, zum illusorischen Herz allerzwischenmenschlichen Bezogenheit. Alle ihrezwischenmenschlichenBeziehungen sind diesem unterworfen, werden hiernachgebildetundentwickeltund bemessen und begrenzt. DieburgherrlicheFamilie ist hierdurch zu einemseelischenSubjekt, zumallgemeinenSinnderZwischenmenschlichkeitpsychischerVerhältnisse, zum Wertmaß ihrerGefühlegeworden, das mit derDichteihrerVerhältnisseimmer mächtiger wird.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus diesem Maß wird nun verlangt, dass sich die Menschen seinem [[psychischen]] Ansinnen beugen und sich in den [[Beziehungen]] ihrer [[zwischenmenschlichen]] Gesellschaft gegenüber produktiv erweisen. Das verlangt, dass sie sich ihren [[seelisch]] gewordenen [[Selbstwert]] dadurch verschaffen, dass sie in ihren [[zwischenmenschlichen Beziehungen]] sich in ihrem [[Gemeinsinn]] wechselseitig anerkennen, um sich das [[einzuverleiben]], was sie durch die Gegenwart ihrer Wechselseitigkeit an [[Sinn]] [[erleben]], [[erfahren]] und [[haben]] können. Ihre leibliche Gegenwart wird zum Träger ihres seelischen Zusammenwirkens und was sich darin an [[Wahrheit]] offenbart, was in ihrem [[Selbsterleben]] [[wahrgehabt]] und [[wahrgenommen]] wird, das ist nicht ein wirklich nur stofflicher Leib, sondern vor allem das, was er mit sich bringt: Geistige Gegenwärtigkeit und [[Vergegenwärtigung]] [[seelischer]] [[Kräfte]] aus dem Irgendwo (siehe auch [[Medien]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Doch diese [[Vergegenwärtigung]] scheitert auf Dauer früher oder später in ihren eigenen [[Lebensverhältnissen]] daran, dass sie in ihrer [[Wahrnehmung]] nur das [[wahrhaben]] können, was ihre scheinbare [[Wahrheit]] in ihren Lebensverhältnissen, besonders in denen der Kleinfamilie verliert, wodurch ihre [[Wahrnehmungsidentität]] selbst in in einen hintergründigen [[Selbstverlust]] gerät und sich die [[seelischen]] Anteile ihrer [[Triebkräfte]], die sich in der [[Getriebenheit]] ihrer [[Selbstgefühle]] noch ausgelebt hatten, schließlich durch die nötigen Strukturen ihres Familienlebens zu einer systematischen [[Angst]] entwickelten und zu einer familiären [[Lebensangst]] verfestigt haben. Die kommt auf ihre ursprüngliche [[Triebkraft]] (siehe [[Abstraktionskraft]]) als [[Negation]] ihrer vorausgesetzten [[Antriebe]] zurück, und [[totalisiert]] ihren [[Selbstverlust]] zu einer [[negativen]] [[Wahrnehmungsidentgität]]. Indem ihre [[psychischen]] Antriebe sich auf diese Weise zu einer [[negativen]] [[Triebkraft]] umkehren, kehren sie ihre [[Abstraktionskraft]] gegen ihre [[Empfindungen]] und ihre [[Selbstgewissheit]] ins Jenseits der familieren Burg zu einer totalen [[Ungewissheit]], die ihre [[Selbstwahrnehmung]] nur negativ fortbilden kann. Dadurch bedrängen sich ihre [[Selbstgefühle]] gegen sich (siehe auch [[psychische Depression]]) und töten sie leztlich ab (siehe [[Todestrieb]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Doch an sich ist [[Familie]] ein [[existenzielles]] [[Lebensverhältnis]] der [[Geschlechter]] im [[Verhältnis]] ihrer [[Generationen]]. In der [[bürgerlichen Gesellschaft]] ist Familie jedoch das politisch zugrunde liegende [[Lebensverhältnis]] einer [[bürgerlichen Kultur]], das sich aus der [[Wesensnot]] und [[Angst]] [[zwischenmenschlicher]] [[Existenzen]] zu einem [[privaten]] [[Lebensraum]] im [[Kapitalismus]] entwickelt hat. Ihrer aktuellen [[Selbstverwertung]] gemäß ist die Familie ein [[existenzielles]] [[Lebensverhältnis]], das sich aus der bloßen [[Existenzangst]] durch Anteile am [[gesellschaftlichen]] [[Mehrwert]] der allgemeinen Lebensverhältnisse zu einem [[privaten]] [[Lebensraum]] des [[Mittelstands]] entwickelt und herausgesetzt hat. Nur wo sich die Menschen im [[Kapitalismus]] durch einen mehr oder weniger mächtigen [[Geldbesitz]] als [[kleinbürgerliche]] [[Persönlichkeiten]] über ihren besonders [[privaten]] [[Lebensraum]] zu [[Kulturbürger]] [[emanzipiert]] haben, kommen sie aus der [[gesellschaftlichen]] [[Entfremdung]] der [[persönlichen]] [[Lebensverhältnisse]] über die [[Unmittelbarkeit]] ihrer ebenso sozialen wie individuellen [[Reproduktion]] durch ihre Familien wieder auf sich als scheinbar natürliche [[Subjekte]] ihrer [[zwischenmenschlichen Verhältnisse]] zurück. Weil sie sich also über die [[durchschnittlichen]] [[Notwendigkeiten]] ihrer [[bürgerlichen]] [[Existenz]] hinaus, über die ihnen verfügbaren [[Kaufmittel]], über den [[Mehrwert]] ihres [[Geldbesitzes]] zur [[Reproduktion]] ihrer damit auch höherwertigen [[Privatpersönlichkeit]] vollständig subjektiv [[erleben]], können sie auch in den [[zwischenmenschlichen Verhältnissen]] der [[Selbstveredelung]] sich zu [[edelmutigen]] [[Persönlichkeiten]] entfalten und durch die Potenziale ihrer [[Selbstvergegenwärtigung]] auch die Vererbung ihrer [[Selbstveredelung]] zu ihrer Lebensaufgabe gemacht haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jedoch dadurch, dass die Familie eine [[Form]] der Bewältigung einer [[allgemeinen]] [[Lebensangst]] ist, ist diese nicht [[wirklich]] &#039;&#039;aus der Welt&#039;&#039;. Sie ist darin lediglich [[strukturiert]] in den famiiären Rollen von [[Mann]] und [[Frau]] und Kind (siehe [[Generationen]]). Und weil und solange diese Rollen zur Bewältigung einer bürgerlichen [[Lebensgemeinschaft]] funktionieren müssen, sind die Beteiligten in einem mehr oder weniger [[aufklärbaren]] [[Verhältnis]] der darin [[vermittelten]] [[Lebenspflichten]], - besonders auch [[inhaltlich]] durch die [[erzieherischen Beziehungen]], die der [[Notwendigkeit]] zur Bewältigung einer noch nicht absehbaren Zukunft folgen sollen, wird der familiäre [[Lebenzuammenhang]] vor allem durch eine [[Lebensschuld]] [[bestimmt]] und [[vermittelt]], die sich in der[[sinnlichen]] [[Not]] ihrer [[Gemeinschaft]] zur [[Formation]] einer [[Notgemeinschaft]] [[entwickelt]] und die Menschen unter ihren [[abstrakten]] [[Notwendigkeiten]] vereint (siehe [[Einheit]]), die sich in den [[Personifikationen]] einer [[symbiotischen Selbstbehauptungen]] darstellen und hierdurch in ihrer [[unmittelbarkeit]] [[wahr]] [[erscheinen]] und hierdurch unüberwindbar [[gelten]]. Doch deren Belastungen treten zunächst in den [[Empfindungen]] und [[Gefühlen]] als [[Stimmung]] ihrer [[Gemeinsinnigkeit]] auf, die die betroffenen Menschen in ihren [[zwischenmenschlichen Beziehungen]][[vermitteln]]. Eine [[Psychologie]], die diesen Zusammenhang nicht aufdeckt, kann niemals der [[Emanzipation]] dienen, die sie in ihrem Anspruch vorgibt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch im Kleinen des [[gesellschaftlichen]] [[Reichtums]] ist die Familie das [[wesentliche]] [[Verhältnis]] der [[Generationen]] von Eltern und Kindern, ein [[existenzielles]] [[Verhältnis]] der [[Geschlechter]] als ein [[Lebensverhältnis]] der [[bürgerlichen Subjekte]], die sich gegen das Auseinderfallen ihrer menschlichen [[Eigenschaften]] im [[Dazwischensein]] ihrer [[Liebe]] zusammenraffen. In der Familie verwirklichen sie aber nicht die [[gesellschaftlichen]] [[Beziehungen]] ihrer [[Wirklichkeit]], sondern die [[Bestimmungen]] und [[Stimmungen]] ihrer [[Selbstveredelungen]] in einem [[zwischenmenschlichen Verhältnis]] von [[narzisstischen Persönlichkeiten]], deren [[Selbstverwirklichung]] an einer Verdopplung ihrer [[Selbstbezogenheit]] über ihre [[erzieherischen Beziehungen]] interessiert und ausgerichtet ist. Familie ist damit ein Hort der [[Anerziehung]] [[objektivierter]] [[Inhalte]] von [[Selbstgefühlen]], die in ihrer [[Kultur]] als [[objektive Selbstgefühle]] notwendig zur [[Selbstbehauptung]] sind, sich familiär aber nur im [[Widerspruch]] zwischen ihren [[Empfindungen]] und [[Gefühlen]] behaupten können. Denn zugleich soll Familie ein Schutzraum ihrer [[Beziehungen]] sein, die sich darin [[rechtlich]], [[psychisch]] und [[wirtschaftlich]] gegen einander versichern und hierdurch ihr [[Leben bergen]] (siehe [[Lebensburg]]), auch wenn sie vieles davon verbergen müssen. Von daher ist sie eine fundamental [[widersprüchliche]] [[private]] Lebensform, die für sich und für die Menschen niemals frei (siehe auch [[Freiheit]]) sein ist sie wesentlich von ihrer Existenzform abhängig ist (siehe [[Existenzwert]]). Was darin nötig ist [[erscheint]] [[unmittelbar]] [[natürlich]] [[bestimmt]] (siehe auch [[Warenfetischismus]]) und gilt wie eine Naturbestimmung als ein [[absoluter]] [[Lebenswert]] von [[Lebenspflchtigkeiten]] für die Beteiligten. Durch sie entstehen dann allerdings [[Lebenspflichten]], die sich nicht [[existenziell]] [[vermitteln]] un [[bewahrheiten]] lassen, weil diese dem [[Dasein]] ihrer [[Formbestimmungen]] als Hort der Befähigung zu menschlicher [[Selbstverwertung]] (siehe auch [[Wert]]) [[widersprechen]] würde und stattdessen eine [[Systematik]] einer [[mystifizierten]] [[Lebensschuld]] entwickeln. Darin wandelt sich die ausgänglich fundamentale [[Angst]], die [[Angst]] der [[Bürgerinnen]] und [[Bürger]] (siehe [[Kleinbürger]]) um ihre [[Verbürgung]] [[zwischenmenschlicher]] [[Existenzen]], in eine [[Lebensangst]] vor dem Verlust ihrer [[Selbstbezogenheiten]] (siehe [[Selbstverlust]]), wodurch die Menschen von sich selbst abrücken (siehe [[Selbstentfremdung]]) und [[verrückt]] werden (siehe hierzu [[Wahrnehmungszustand]]) und als &#039;&#039;[[Psychisch Kranke]]&#039;&#039; [[gesellschaftlich]] aussortiert und [[kulturell]] [[isoliert]] und [[ausgeschlossen]] werden können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In einer [[Gesellschaft]], in der die [[Bedürfnisse]] der Menschen als ihr Lebensgenuss [[getrennt]] von ihrer [[Arbeit]] (siehe [[Teilung der Arbeit]]), als ihre [[existenzielle]] Verpflichtung (siehe [[Lebenspflicht]]), als [[objektives Sollen]] des [[Lebens]] [[erscheint]], kann sich alle [[Existenz]] nur [[zwischen den Menschen]] [[vermitteln]] und sich in deren Existenzverwertung (siehe [[Existenzwert]]) durchsetzen. Ihre [[zwischenmenschlichen Beziehungen]] verhalten sich durch die [[Abwesenheit]] einer [[gegenständlichen]] [[Wirklichkeit]] in den Menschen als [[Angst]] vor einem [[Selbstverlust]], dem Verlust der [[Sinnlichkeit]] ihres [[Lebens]], vor dem [[gesellschaftlichen]] Nirwana, einem [[allgemeinen]] [[Nichts]], dem Loch einer [[fremden]] [[Wahrnehmungsidentität]], die sich gegen die [[Nichtungen]] des Lebens nurmehr aus der Unmöglichkeit einer [[wesentlich]] [[sinnlichen]] [[Beziehung]] in [[zwischenmenschlichen Verhältnissen]] ergibt und immer wieder in dem scheitern kann, was darin zu [[verwirklichen]] versucht wird. Weil sich dies im [[allgemeinen]] [[Erleben]] nur zwischen dem Lebensglück der [[Liebe]] und der [[Lebenspflichtigkeit]] ihrer [[Existenz]], als ihrer [[negierten]] [[Wirklichkeit]] - als durch sich selbst schon verneintes Lebensglück (siehe hierzu auch [[Nichtungstrieb]]) [[ereignen]] kann - suchen die [[Zwischenmenschen]] eime [[Wahrnehmungsidentität]] in einer gemeinen [[Lebensstruktur]] [[aufzuheben]], in der sie sich ihrer wechselseitigen [[Liebe]] durch die Lebensgemeinschaft einer Lebenspartnerschaft als [[Familie]] [[verbürgen]] indem sie die [[Entgegenwärtigungen]] ihrer [[narzisstische]] [[Selbstbezogenheiten]] [[aufheben]], sich an einander selbst [[vergegenwärtigen]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Selbstvergegenwärtigung ist eine Rückbeziehung auf sich selbst, die sich aus der [[Unwirklichkeit]] der [[Selbstwahrnehmung]] begründet. Es ist eine Vergewisserung einer [[persönlichen]] [[Identität]], die in [[psychisch]] bestimmten [[Verhältnissen]] nötig geworden ist, weil sich die durch ihre [[Gefühle]] [[objektiv]] verunsicherten Menschen darin behaupten und veredeln müssen. Was der [[narzisstische Persönlichkeit]] entgangen war, wird im Nachhinein durch eigenmächtige [[Beziehungen]] über die [[Geborgenheiten]] der [[Selbstwahrnehmung]] zurück gewonnen. Ihr ausdrückliches Lebensverhältnis ist daher eine [[Lebensburg]], welche die darin vereinigten [[Selbstbeziehungen]] für sich behauptet und sie in der [[Ausschließlichkeit]] ihrer [[Selbstbehauptung]] bestätigt und eingrenzt und alle [[fremden]] [[Selbstwahrnehmung]] ausgrenzt. Darin entstehen schließlich die [[Verhältnisse]] der [[symbiotischen Selbstbehauptung]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[bürgerliche]] Familie ist von da her der Zusammenschluss einer vergemeinschafteten [[subjektiven]] [[Selbstbehauptung zu einer Hausgemeinschaft derGenerationenund ihren existenziellen Lebenspflichtigkeiten (siehe auchLebenspflichten). Von daher stellt sie in ihrereinzelnenExistenzform dieFormeiner vergemeinschaftlichenVereinzelung dar, einersymbiotischeGemeinschaft, die durch denpersönlichenGemeinsinn(siehe auchFamiliensinn) ihrerSelbstbehauptunggegen das Elend vongesellschaftlichisoliertenMenschen als Burg einerzwischenmenschlichenGemeinschaftüber die vereinzelteindividualistischeExistenznarzisstischer Persönlichkeitenhinweghilft.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im [[Einzelnen]] gründet von da her jede Familie auf einer liebenden Gemeinschaft, so wie diese in ihre Gründung eingegangen ist. Es gehen darin also zunächst oder an sich die [[Gewohnheiten]] einer Lebenslust der [[Liebe]] zwischen Menschen ein, die für sich eine Lebensgemeinschaft über alle Widernisse ihres [[Lebens]] hinweg suchen und sich im [[privaten]] [[Dazwischensein]] ihrer [[gesellschaftlich]] öffentlichen [[Lebensverhältnisse]] versprechen, um dadurch einen Hort ihrer geschlechtlichen Identität und deren Konsequenzen zu schaffen. Im [[Allgemeinen]] ist diese Familie eine [[Gemeinschaft]] zur [[Reproduktion]], Fortpflanzung und [[Ausbildung]]des Gattungslebens und der Organisation der hieraus entstehenden Aufgaben, wie sie durch deren [[Lebensbedingungen]], den [[Notwendigkeiten]] ihrer [[objektiven]] [[Lebensbestimmungen]] und [[Umstände]] (siehe auch [[Formbestimmung]]) gestellt sind. Was bei den Tieren noch urwÜchsig aus ihrer Paarung als unmittelbar verwirklichte Geschlechtskultur hervorgeht ist fÜr die Menschen eine Sinnstiftung in den gesellschaftlichen [[Verhältnissen]] ihrer [[Naturmacht]], der Existenzform ihrer [[Kultur]] und den sozialen [[Notwendigkeiten]] der [[Reproduktion]] und [[Produktion]], der Fortpflanzung ihres [[Reichtums]], dem [[Verhältnis]] der [[Geschlechter]] und der [[Generationen]] und dem gesellschaftlichen Zusammenhang ihrer Erzeugnisse als [[Produkte]] ihrer [[Geschichte]], indem sie in ihren existenziellen Lebensgemeinschaften ihr [[Leben bergen]] wie auch verbergen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von da her ist in der [[bürgerlichen]] Kleinfamilie die Familie überhaupt die [[Lebensburg]] eines im Grunde beklemmenden [[Lebensverhältnisses]], als [[objektiv]] [[bestimmte]] [[Gemeinschaft]] zwischen Lebenslust und [[Lebenspflicht]], In ihrer Vergemeinschaftung begegnen sich die Menschen als familiäre [[Persönlichkeiten]] - sowohl als [[verkörperung]] ihres leiblichen Glücks als auch als Arbeitsgemeinschaft zur Bewältigung ihrer [[Lebenspflichtigkeiten]]. Der [[Widerspruch]] ihrer Gemeinschaft mag in ihrem ganz [[persönliche]] [[Familiensinn]] aufgehoben erscheinen; tatsächlich aber hintergehen die familiären [[Persönlichkeiten]] und Verwandschaften alles familiäre Glück schon durch die [[Struktur]] ihrer lebendige Verpflichtungen. Was durch die [[Lebensverhältnisse]] innerhalb der [[Lebensburg]] im [[Einzelnen]] als Lebenslust erscheint, wird im [[Allgemeinen]] gegen diese [[Beziehungen]] nichtig, zur Quelle einer [[strukturell]] [[substanziellsierten]] [[Lebensangst]]. Und solche [[Struktur]] wird mehr oder weniger schnell brüchig, sobald sich das Versprochene nicht [[wirklich]] erhalten lässt. Mit der [[Enttäuschung]] des Glücks einer an sich [[heilen Welt]] bricht die darin geborgene und verborgene [[Angst]] in einem [[Zustand]] der Ausweglosigkeit aus, wenn die Auflösung einer Familie in [[isolierten]] [[Lebensverhältnissen]], in der [[Ungewissheit]] möglicher kultureller oder materieller [[Verelendung]] endet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Lebensangst]] war dem ursprünglich schon längst vorausgeeilt, bevor sich ihre [[nichtende]] Macht [[ereignet]] und also [[verwirklicht]] hat. Sie hat eben ihren Ursprung schon in der Gründung einer Kleinfamilie (siehe [[Familie]]) der [[bÜrgerlichen Gesellschaft]], - nicht weil die schon durch sich selbst Angst machen würde, sondern weil darin die [[Wirklichkeit]] einer [[objektiven]] Lebensbedrängung zwischen Lebenslust und [[Lebenspflicht]] [[subjektiv]] aufgehoben ist. Die [[objektive]] [[VNichtungsmacht]] der [[Existenzverwertung]] des [[Kapitals]] setzt ihren [[Nichtungstrieb]] eben immer schon und unmittelbar ganz [[subjektiv]] durch. Eltern und Kinder sind im [[Allgemeinen]] durch die [[private]] [[Existenz]] ihrer [[erzieherischen Beziehungen]] Überfordert, hiergegen anzukämpfen. Ein Kompromiss zwischen lebenslust und [[Nichtungstrieb]], wie ihn die [[bürgerliche]] Familie durchziehen muss, richtete auf Dauer die Lebenkräfte [[isolierter]] [[Existenzen]] schon durch ihren [[Existenzwert]] über die nötigen [[Eigentumstitel (z.B. Mieten und Gebühren) zugrunde.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Den Kindern gelten die Eltern als ihre objektive [[Lebensbedingung]], die ihre [[ganze]] [[Subjektivität]] bestimmen. Soweit dieses [[Verhältnis]] [[gesellschaftlich]] [[isoliert]] und also total ist, entsteht in dem ausweglos scheinenden [[Leben]] eine Beengung durch die [[objektive]] [[Wirklichkeit]], deren subjektive [[Wirkungen]] in ihrem [[Grund]] nicht [[wahrnehmbar,]] nicht [[erkennbar]] sind, weil das [[erkennende]] [[Subjekt]]zugleich [[Objekt]] seiner eigenen [[Lebensbedingungen]], der [[Formbestimmung]] einer [[abwesenden]] [[Selbstwahrnehmung]] ist. Darin ist es die [[Angst]] vor der Übermacht einer [[existenziellen]] [[Struktur]] des [[Lebens]], welche die [[wahre]] [[Lebensäußerung]] und eigene Handlungsfähigkeit bedroht. Weil sie damit schon in einem Menschen selbst [[existenziell]] ist, verdoppelt sich durch die [[Angst]] um eine [[Wahrnehmungsidentität]] die [[Existenzangst]] zu einem manchmal auch chronisch werdenden [[Wahrnehmungszustand]], der durch eine [[objektive]] [[Nichtung]] seiner kulturellen Grundlagen entsteht und die ganze [[Subjektivität]] der [[Selbstwahrnehmung]] beherrscht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der [[bÜrgerlichen Gesellschaft]], in der selbst schon die Lust am [[Konsum]] und die Pflicht zur [[Lohnarbeit]] gespalten ist, in der die [[Lebensbedingungen]] zwischen [[Subjektivität]] und [[Objektivität]], zwischen [[BedÜrfnis]] und [[Arbeit]], zwischen [[Reproduktion]] und [[Produktion]] der [[gesellschaftlichen]] [[Verhältnisse]] zerteilt sind (siehe auch [[Teilung der Arbeit]]), begrÜndet sich eine Familie durch die [[zwischenmenschlichen Verhältnisse]] der [[persönlichen]] [[Beziehungen]] ihrer [[wirtschaftlichen]] und [[zwischenmenschlichen]] [[Existenz]], durch ihr Einkommen und durch die Liebesbeziehungen in einer persönlichen [[Gemeinschaft]] von [[privaten]] Haushalten, die durch ihr [[isoliertes]] [[Dasein]] zwischen [[Konsum]] und [[Arbeit]] sich als [[Existenz]] und zu ihren [[Existenzwert]] behaupten mÜssen (siehe auch [[Selbstbehauptung]]). Durch die [[Konkurrenz]]verhältnisse der Selbsterhaltung sind die Familien aber schon in den verschiedenen [[Klassen]] und [[Lebenswerten]] [[strukturel]] unterschieden (siehe [[Klassengegensatz]]), in denen sie sich im bloßen Kampf um ihre [[Existenz]] auch dem entsprechend gegeneinander verhalten mÜssen - einfach nur um in einer [[ausschließlich]] [[privaten]] Lebensform ihren existenziellen Zwängen (siehe [[Lebenspflichten]]) durch die [[Notwendigkeiten]] der [[Arbeit]] und der [[Ausbildung]] der nachfolgenden [[Generationen]] zu genÜgen und zugleich exklusiv in ihrer [[Kultur]] existieren zu können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sigmund Freud hatte einen Versuch gestartet, der die Pervertierung der [[Selbstwahrnehmung]] und vieler der ihr notwendigen Verhaltensweisen sowohl in der [[Familie]] als auch in den nationalen Kulturzusammenhängen zeitweise durchsetzt. Ein kulturbestimmtes Vernichtungsbedürfnis lässt sich ganz allgemein und öffentlich im [[Rassismus]], [[Antisemitismus]] und auch schon im Mobbing auf der Straße, im Internet oder in den Familien erkennen. Es sind immer mehr oder weniger weit vermittelte Reaktionen (siehe hierzu auch [[reaktionäres Bewusstsein]]) auf die [[Lebensängste]] in bürgerlichen Lebensverhältnissen. Es wäre deshalb angemessener, diese als [[Nichtungstrieb]] zu bezeichnen, der seinen Ursprung in den [[zwischenmenschlichen]] Existenzformationen der [[bürgerlichen Kultur]] hat. Damit lässt sich dann auch der so genannte Triebkonflikt der Familie als strukturelle Lebensform einer [[erzieherischen Verhältnisses]] im [[Ganzen]] aufklären.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn man von den Verwertungsverhältnissen des Kapitalismus absieht, so verhält sich eine Familie durch ihre Legitimation aus der bÜrgerlichen Existenz und dem Zuspruch ihrer [[Gemeinschaft]], der [[wirtschaftlichen]] und [[kulturellen]] [[Verallgemeinerungen]] - durch das, was darin gemein ist - ähnlich wie ein [[persönlicher]] [[Staat]] in einem [[politischen]][[Staat]]. Familiär darin sind [[persönliche]] [[Eigenschaften]] und [[Fähigkeiten]] unter den [[Bedingungen]], die in einem [[Lebensraum]] vorgefunden und erzeugt werden, weil sie hierin geprägt oder vererbt wurden. Immer ist Familie ein [[Lebensverhältnis]]von [[Generationen]], die durch ihre Geburt und in ihrer [[unmittelbar]] [[ergänzenden]] Funktion zur persönlichen [[Reproduktion]] miteinander politisch, kulturell und wirtschaftlich verbunden sind. Sie genießt von da her einen starken politischen Schutz durch den [[Nationalsaat]]- auch als [[Lebensraum]] einer abgesicherten [[Reproduktion]] der [[Gattung,]] als [[sittlich]] und [[wirtschaftlich]] sanktionierte Ordnung der Begattung (Immanuel Kant).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unmittelbar verschafft diese [[Form]] eines vergemeinschafteten [[Lebens]] den Menschen aber ganz eigene [[Bedingungen]], die sich [[inhaltlich]] in ihrem [[Verhalten]] [[zwischenmenschlich]] wie [[wirtschaftlich]] abschotten muss (siehe hierzu auch [[heile Welt]]). Wesentlich sind es die [[SelbstgefÜhle]] ihrer [[psychischen]] [[Selbstverwirklichung]], durch die sie verbunden und gehalten sind, um ihren [[privaten]] [[Lebensraum]] in ihren [[Empfindungen]] abzugrenzen und ihr hierdurch [[vergemeinschaftetes]] [[Leben]] in dieser [[Lebensburg]] Überhaupt [[entwickeln]] und in ihren [[SelbstgefÜhlen]] fortbilden zu können (siehe hierzu auch [[heile Welt]]) und ihre [[erzieherischen Beziehungen]] durch die intimen [[Eigenschaften]] ihrer [[GefÜhle]] unter der [[privaten]] [[Formbestimmtheit]] ihrer [[persönlichen]] [[Gemeinschaft]] ausfÜllen. In diesem [[Lebensraum]] sind die familiären Persönlichkeiten durch sich selbst[[Körper]] ihrer [[Beziehungen]] und somit zugleich körperliche mächtiges [[Subjekt]] wie auch ohnmächtiges [[Objekt]] ihrer Beziehungen. In ihrem [[SelbstgefÜhl]] sind sie zugleich [[äußerer]][[Gegenstand]] ihrer [[Empfindungen]], die sich hiergegen [[subjektiv]] zur [[Selbstwahrnehmung]] der Familie entwickeln. Innerhalb derselben sind diese ununterscheidbar, mÜssen sich aber existenziell zugleich fÜr sich selbst behaupten (siehe auch [[symbiotische Selbstbehauptung]]). Ihre GefÜhle [[verallgemeinern]] sich in ihrem [[Familiensinn]] (siehe auch [[Familienego]]) zu einem [[Übersinnlichen]] [[Sinn]] (siehe auch [[Über-Ich]]), von dem sich die [[Empfindungen]] [[emanzipieren]] mÜssen, um fÜr sich wahr zu werden und wahr zu sein. Innerhalb der Familie trennen sich von daher die [[SelbstgefÜhle]] von ihren [[Empfindungen]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der [[Abtrennung]] der [[GefÜhle]] von ihren [[Empfindungen]] entsteht eine [[zirkuläre Hermeneutik]], ein &#039;&#039;Echoraum&#039;&#039; der [[Empfindungen]],worin sich die [[Wahrnehmungen]] gegen die äußerlichen Bedrohlichkeiten ihrer [[zwischenmenschlichen Verhältnisse]] in ihren [[isolierten]] Erscheinungsformen vervielfachen und die [[Wahrheit]] ihrer [[Selbsterkenntnisse]] vereinseitigen, ihren ÜbernatÜrlich gewordenen Zusammenhang abtöten. Ihre [[Wahrnehmung]]reduziert die EindrÜcke ihrer [[Wirklichkeit]], auf die einfache und widerspruchslose [[Wahrheit]] einer[[isolierten]] Existenzform auf die [[Abstraktionen]] ihrer [[WidersprÜche]], deren Zusammenhänge sie nicht mehr [[ausdrÜcken]], sich nicht mehr darauf [[beziehen]] können. Sie meiden daher diese und entziehen sie ihrem Erkenntnisvermögen. Hierbei setzt sich in den hiernach gearteten [[zwischenmenschlichen Verhältnissen]] eine [[Selbstwahrnehmung]] durch, die sich durch die somit statuierte [[Selbstgerechtigkeit]] eines &#039;&#039;gesunden Lebensverhältnisses&#039;&#039; von den Widernissen und [[WidersprÜchen]] der [[gesellschaftlichen]] [[Wirklichkeit]] absetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die allgemeine [[Wahrnehmung]] in solchen eigenständigen [[Lebensräumen]] von selbstisolierten [[Gemeinschaften]] formatisieren sich durch ihre Selbstbeschränkungen zu einem Zusammenschluss ihrer [[Verselbständigung]], zu einem [[BedÜrfnis]] ihres [[Gemeinsinns]]nach Bewahrung und [[Totalisierung]] der [[Egozentrik]] ihrer [[Selbstveredelung]], wodurch sich ein durch die [[Selbstgerechtigkeit]] ihres [[Edelmuts]] in der Sicherheit fÜr ihr sich [[selbst veredeltes]] [[Leben]] entwickelt und gegen öffentliche EinflÜsse abschirmt (siehe auch [[heile Welt]]). So entstehen [[Selbstwahrnehmungen]], die sich in der Sicherheit und Abgrenzung ihrer durch sich selbst [[veredelten]] [[Verhältnisse]] bedroht fÜhlen, wenn sie [[Fremdes]] wahrnehmen und hierÜber ihre [[Entfremdung]] von der [[wirklichen]] Welt (siehe hierzu auch [[Wirklichkeit]]) erfahren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine jede [[Familie]], die sich als [[Form]] eines besonderen [[zwischenmenschlichen Verhältnisse]] begrÜndet, ist zugleich der [[Lebensraum]] [[lebenspflichtiger]] [[Beziehungen]] der in ihrer [[zwischenmenschlichen Beziehung]] unmittelbar beteiligten [[Persönlichkeiten]]. Sowohl das [[Leben]] wie auch das, was ihm [[verpflichtet]] ist, [[erscheint]] hier [[ausschließlich]] persönlich, weil darin die [[Personen]] als Eltern und Kinder sich zu einer wechselseitigen [[Bedingung]] ihres [[Lebens,]] zu einer persönlichen [[Lebensbedingung]] geworden sind. Darin können sie nicht durch sich das sein, worÜber sie sich aufeinander beziehen. Ihre [[Beziehung]] zieht sie zu einer [[Gemeinschaft]], die einen hierfÜr [[notwendigen]] [[Gemeinsinn]] durch jene entwickelt, die ihn als [[Mittel]] fÜr ihre familiären Machtverhältnissen nötig haben, um das zu sein, fÜr was sie unter deren [[Bedingtheiten]] fÜreinander [[pflichtschuldig]] sind. Ein [[allgemeines]] [[SchuldgefÜhl]] gegen die [[Macht]] einer hierfÜr aufbereiten Lebensverantwortung prägt ihre [[Beziehung]] und macht sie hierdurch mehr oder weniger [[hörig]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[bÜrgerliche]] Familie ist daher meist eine Kleinfamilie als Hort einer[[isolierten]] [[Selbstbehauptung]] in den [[Lebensräumen]], die sie [[bewohnt]]. In der [[Symbiose]] ihrer [[Lebensburg]] behaupten sich sich die Familienmitglieder (siehe [[symbiotische Selbstbehauptung]]) in einer [[Gesellschaft]], in der die [[Eigenschaften]] und [[Fähigkeiten]] der Menschen im [[Allgemeinen]] ihre [[persönliche]] [[Existenz]] als Potenzial ihrer Privatexistenz (siehe auch [[Privateigentum]]). Was sie zur ErfÜllung der Lebensanforderungen bilden können (siehe [[Sinnbildung]]), die ihr [[Leben]] unter dieser [[Bedingung]] ausmachen und bestimmen (siehe hierzu auch [[Lebenspflicht]]), erwerben sie daher im ständigen Konflikt mit den [[Notwendigkeiten]] ihrer bÜrgerlichen Existenz und ihren hierauf gegrÜndeten [[zwischenmenschlichen Verhältnissen]], wie sie aus abgeschotteten [[zwischenmenschlichen Beziehungen]] entstehen und entstanden sind, wie sie also durch sich und fÜr sich begrÜndet sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jede Familie ist hierfÜr ein [[Lebensraum]] von [[Gewohnheiten]], die durch einen Haushalt entstehen und nötig sind, um ihn je nach Art der gesellschaftlichen Wirtschaftsform zu bewältigen. In der [[bÜrgerlichen Gesellschaft]] ist es die Wirtschaftsform des [[Privateigentums]], das Lebens- und Umgangsformen in Privathaushalten bestimmt. Auch Freundschaften können zu Familien werden, wenn sie sich zu ihrer [[Existenz]] und darin fÜreinander verbindlich und also familiär verhalten, in gleichem [[Sinn]] fÜreinander [[da sind]] ohne nur [[nÜtzlich]] zu sein. Doch die Verbindlichkeit hängt sehr von der [[gesellschaftlichen]] [[Form]] ihrer [[Existenz]] ab, - welche [[Freiheit]] darin ihre [[Beziehungen]] bereichern kann, [[Zufälle]] möglich sein lässt und dennoch hiergegen nicht [[beliebig]] oder [[gleichgÜltig]] ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[bÜrgerliche]] Familie begrÜndet sich als [[Lebensraum]] eines [[vergemeinschafteten]] LebensgefÜhls, als [[Verhältnis]] von [[SelbstgefÜhlen]], die sich gegen ihre Außenwelt besonderen, einen Schutzraum fÜr die Intimität [[zwischenmenschlicher Beziehungen]] suchen und also als [[Lebensburg]] zur [[Selbstbehauptung]] einer sinnlichen [[Symbiose]] funktionieren (siehe auch [[symbiotische Selbstbehauptung]]). HierfÜr werden sie auch politisch und [[rechtlich]] in entsprechenden [[Vertrag]]sverhältnissen abgesichert. Doch erst im [[Verhältnis]] unterschiedlicher [[Generationen]] wird dieses [[Verhältnis]] auch wirklich [[notwendig]], weil darin die [[Nöte]] in [[gesellschaftlich]] [[isolierten]] Abhängigkeiten und [[erzieherischen Beziehungen]] gewendet werden mÜssen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im historischen Wortsinn ist Familie eine aristokratische Hausgemeinschaft (lat. familia) mit hieraus bedingtem Gefolge (famulus: der Haussklave), eine [[persönliche]] [[Gemeinschaft]], die einen von der [[Gesellschaft]] [[getrennten]] Haushalt betreibt und sich von daher auch als [[wirtschaftlichen]] [[Lebensraum]] jenseits von dieser zu verstehen ist. Unter der Bedingung des Geldverhältnisses (siehe [[Geldbesitz]]) ist Familie ein Hort des [[Wohnens]], zwischenmenschliche Lebenswelt eingewöhnter Beziehungen, gewohntes Liebesverhältnis der [[Lebensbergung]] im Einzelnen, das sich als private Welt konstituiert. In dieser sind die Grund[[stimmungen]] der [[Generationen]] maßgeblich, die sich darin zusammenfÜgen und auch einander fÜr Gedeih und Verderben dieser [[Lebensburg]] als Wohngemeinschaft erziehen, Wesentliche Grundbedingung hierfÜr ist die Ein[[stimmung]] auf die Gewöhnung der darin auftretenden Lebensäußerung, die mehr oder weniger zufällig von den gesellschaftlichen Verhältnissen [[isoliert]] verräumlicht auftreten und von daher auch eine Enge dieser Lebensäußerungen als Bedingung der Lebensgewohnheiten darin konstituieren, welche sich mit der Einengung und Bedrohung der einzelnen [[SelbstgefÜhle]] [[entwickelt]], die ein ungeheuerliches Maß an Selbstbeschränkungen (siehe [[erzieherische Beziehung]]) erzeugen kann. Im [[Verhältnis]] zur öffentlichen Lebensform der [[Gesellschaft]] des [[Geldes]] besteht daher eine grundlegende [[Lebensangst]], die [[verrÜckte]] [[Selbstwahrnehmungen]] [[bestimmen]] kann, wenn sie deren [[Gewohnheiten]] nicht mit eigenem Sinn fÜr [[allgemeine]] [[zwischenmenschliche Verhältnisse]] fÜllen kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Familie ist aber vor allem eine Lebensstruktur, in der sich die eingebrachte [[Subjektivität]] objektiviert, sich also als objektive Form selbst subjektiviert und von daher eine gesellschaftliche Bestimmung als Privatform des Lebens erfÜllt und diese [[zwischenmenschlich]] als Mensch und Form fÜr sich verdoppelt. Weil in dieser [[Form]] sich ihre Bestimmung somit intensiviert und alle darin entstehenden [[Absichten]] und Mängel total, im [[Prinzip]] unauflösbar werden, stellt sie eine gesellschaftlich isolierte Machtformation [[zwischenmenschlicher Beziehungen]] dar, in welcher der Mangel selbst durch die [[Anwesenheit]] [[einverleibter]] [[Verhältnisse]] als deren [[Lebensraum]] einen Gewinn fÜr diese Beziehungen darstellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der bÜrgerlichen Gesellschaft ist die Familie ihrem kulturellen Wesen entsprechend eine [[Akkumulation]] der [[Selbstverwertung]] des Geschlechtsverhältnisses, der Institutionalisierung gesellschaftlicher Geschlechtsrollen in einer [[persönlichen]] Form, in der [[Form]], worin sich Menschen als das gelten sollen, worin sie sich als besondere [[Geschlecht]]spartner und Eltern erscheinen. Sie häufen darin ihre [[Selbstwahrnehmungen]] so auf, dass sich deren [[Selbstwert]] als Lebenszusammenhang darstellen lässt, ganz gleich wie das [[Leben]] sonst Überhaupt ist. Immerhin kompensiert der auf diese Weise institutionalisierte [[Selbstwert]] nicht nur den Verlaust der [[Selbstachtung]] jenseits der familiären Verhältnisse, sondern auch den, der sich in ihr ins [[Verhältnis]] versetzt hat, ins Verhalten von unzähligen Selbstverwerfungen (siehe auch [[Selbstlosigkeit]]). Von daher ist dieser [[Lebensraum]] sowohl die Fixierung wechselseitiger [[Selbstbehauptungen]] (siehe [[symbiotische Selbstbehauptung]]), als immer auch schon eine Abschottung gegen die Mängel des gesellschaftlichen Geschlechtsverhältnisses und also eine [[Lebensburg]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die modernen [[zwischenmenschlichen Verhältnisse]] ist Familie daher der Form nach eine Schutzgemeinschaft gegen die kulturellen und ökonomischen Verwerfungen, welche den gesellschaftlichen Verhältnisse des [[Kapitalismus]] zur Folge in seinen [[Krisen]] und Zwängen aufkommen. Von daher haben sie als [[Lebensburgen]] der [[Zwischenmenschlichkeit]] eine restaurative Funktion der [[bürgerlichen Kultur]]. Im Unterschied zu feudalen Gesellschaftsformen, die auf der Hausmacht der [[Geschlechter]] und [[Generationen]] gründen, versteht sich Familie in der [[bürgerlichen Gesellschaft]] vor allem als kulturelle Lebensgemeinschaft der nächsten Abkömmlinge, dem Lebensverhältnis von Älteren (Eltern) und Jüngeren in der Generationsfolge, dem Verhältnis von Großeltern, Eltern und Kindern und zugleich als ein [[Erziehungs]]- und [[Beziehung]]szusammenhang der damit verwandten Menschen, der &#039;&#039;Blutsverwandten&#039;&#039; und der per Ehe[[vertrag]] eingeschwägerten Verwandten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der [[Begriff]] Familie unterstellt daher hierzulande vor allem das [[ursprüngliche]] [[sittliche]] Zusammenleben der [[Generationen]], die sich aus der [[Reproduktion]] der Generationsfolge bestimmen, also auch die [[Bildung]] und Befähigung zur Erhaltung der Art und [[Gesellschaft]] betreiben (siehe z.B. [[Erziehung]]). Familiär sind daher vor allem [[Eigenschaften]], die dieser Lebensform entsprechen, weil sie z.B. einer Familienkultur entspringen, die sich aus der [[Selbstbestimmtheit]] dieses [[Lebensraums]] ergibt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch Familie wird die allgemeine [[Egozentrik]] der vereinzelten [[Privatpersönlichkeiten]] soweit aufgehoben, wie sich die Familienmitglieder darin in einem [[Familiensinn]] [[vergemeinschaften]] und hierauf einen Schutzraum gegen deren [[Existenz]]weisen begründen. Sie bietet von daher ein [[Heim]] gegen die [[Macht]] der [[selbstgefühligen]] [[Entschiedenheiten]], in welchem sich ein Reservoir unmittelbarer [[Notwendigkeiten]] und [[Beziehungen]] [[entwickelt]], das der [[Natur]] der [[zwischenmenschlichen Verhältnisse]] entspricht und sie &#039;&#039;wie von selbst&#039;&#039; bestärkt. Da ihre Beziehungswelt jenseits der gesellschaftlichen [[Gegenständlichkeiten]] unmittelbar organisch organisiert sein muss kann sie gegen deren äußerliche [[gesellschaftliche]] [[Objektivität]] wie die Welt einer freien [[Subjektivität]] erscheinen, durch welche ihr Heim [[lebendig]] und die Welt im Jenseits zu einer [[unheimlichen]] [[Wirklichkeit]] wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weit mehr als die einzelnen Wahrnehmungen und Äußerungen bilden die [[Stimmungen]] in der [[Familie]] die Lebensgrundlage des [[SelbstgefÜhls]] ganzer [[Generationen]] durch die Ausgestaltungen ihres [[Lebensraums]]. Sie sind somit schon Keime einer [[Hörigkeit]], in der das Zugehörige sein [[Geltungsstreben]] entwickeln (siehe hierzu auch [[Fremdenfeindlichkeit]]) und deshalb auch [[rassistisch]] werden kann (siehe hierzu auch [[MassengefÜhl]]). Dies allerdings [[notwendig]] erst, wo es fÜr sich selbst kulturell verloren hat (siehe [[Selbstverlust]]) und [[widersinnig]] wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Familie ist also keine Naturtatsache (siehe auch [[Generationen]]) und auch keine natürliche Kulturform. Sie ist eine relativ moderne Privatform eines darin unmittelbar scheinenden Gattungsverhältnisses ([[siehe Gattungsbegriff]]), eine in ihrer [[zwischenmenschlichen]] [[Ausschließlichkeit]] bestimmten Lebensform der [[Geschlechter]] als Generationenverhältnis einer [[privaten]] [[Individualität]], die sich ebenso privat in einem [[Familiensinn]] [[vergemeinschaften]] und [[regenerieren]] muss, um in der [[bürgerlichen Gesellschaft]] überhaupt über ihre bornierte Vereinzelung hinausgehend noch Bestand zu haben, sich also [[reproduzieren]] zu können. Dies aber betrifft nicht nur die Reproduktion der Privatexistenz, sondern des menschlichen [[Lebens]] überhaupt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hier vermittelt sich das werdende und das gewordene Leben, die innigste Kultur der Menschen in ihrer bürgerlichen Existenzform, die das innere Glück des Lebendigen mit den Existenzbedingungen der Verwertbarkeit seiner [[Veräußerung]], seinem intimen Nutzen zusammenschließt und hieraus eine [[Lebenspflicht]] entwickeln muss, um diesen Schluss zu sichern. Die familiären Beziehungen werden unter dieser Bedingung vorauseilend bestimmt, so dass sie fÜr sich genommen unkenntlich werden. Diese &#039;&#039;Pflicht&#039;&#039; wird daher zur [[Gewohnheit]], zu einem [[Familiensinn,]] durch den die Menschen in der Familie nur in der Teilhabe hieran wahrgenommen werden und sich dabei als Menschen im [[Ganzen]] nur anteilig [[wahrhaben]] können. Letztlich ist dieser Sinn obsolet und lässt sich nur selten wirklich in dem einlösen, was er darstellen soll. Das GrundgefÜhl einer entwickelten Familie bleibt daher ein [[SchuldgefÜhl]], das die einzelnen Mitglieder zu einender haben, weil und sofern sie an ihrem [[Familiensinn]] notwendig scheitern, einander nicht die ErfÜllung beibringen können, die darin erforderlich ist. Dieses [[SchuldgefÜhl]] konkurriert daher auch unentwegt mit dem [[SelbstgefÜhl]], das jenseits der Familie möglich ist und dort zu einer ihr fremden ErfÜllung treibt (siehe hierzu auch [[Geltungsstreben]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gerade in der organischen Verbundenheit des werdenden [[Lebens]], besonders in der natürlichen [[Symbiose]] von Eltern und Kindern wirken die [[Formbestimmungen]] dieses [[Lebensraumes]] total, machen aus der körperlichen Symbiose eine [[psychische]], weil der Schutzraum dieser [[Lebensburg]] sich [[negativ]] gegen die Außenwelt behaupten muss und von daher eine politische Funktion in der Abschirmung der privaten Existenz gegen die gesellschaftliche hat. Von daher bildet sich in der Familie eine Subkultur, die als Grundform des Lebens selbst [[privat]] bestimmt erscheint und in dieser [[Selbstbehauptung]] die diesbezügliche [[Selbstbeziehung]] in der [[Selbstverwirklichung]] der Familienpersönlichkeiten gegen die rein [[objektiv]] vermittelt erscheinende [[Gesellschaft]] in der [[Psyche]] der Beteiligten sich als [[symbiotische Selbstbehauptung]] entfaltet und verwirklicht. Die [[objektiven Gefühle]] der Familie erscheinen daher unmittelbar selbst [[objektiv als Selbstgefühle]], die im Sinne eines [[Urvertrauens]] total sein müssen und dies nur sein können, wenn und soweit und wieweit sie dem [[Familiensinn]] psychisch entsprechen (siehe auch [[Psychokratie]]). Es ist der Sinn einer gesellschaftlich [[isolierten]] [[Notwendigkeit]] der [[Reproduktion]] des Leben überhaupt und enthält von daher gesellschaftliche Macht als unmittelbar persönliche [[Naturmacht]] der Generationen in dem hieraus [[formbestimmten]] [[Verhältnis]] zueinander.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Existenz einer kulturell unterworfenen Reproduktion geht auf in der [[Subjektivierung]] des [[Sachzwangs]] der bürgerlichen Gesellschaft zum Lebensprinzip ihrer [[Kultur]], Die objektive [[Bestimmtheit]] erscheint als [[Gemeinschaft]] menschlicher Bedürftigkeit, worin sie die Pflichten der bürgerlichen Existenz als Lebensverpflichtung aufnimmt und daraus die Dürftigkeit einer verkehrten Lebenserwartung im Glück menschlicher Lebensmomente erlebt. Gelingt deren Erfüllung, so kann die wirkliche Welt zur Nebensache werden und es vereinigen sich menschliche Bedürfnisse an der Leimstange ihrer bürgerlichen Verheißungen mit der Macht und Hoheit des unverwirklichten Lebens, dem [[Glauben]] an die Unendlichkeit eines in sich selbst beschränkten Glücks. Während sich die Älteren damit in dem Maß bescheiden müssen, wie ihre Vergangenheit ihre Gegenwart einholt, wird genau dies zum wesentlichen Problem der Jüngeren, weil die Welt die Hauptsache ihrer Zukunft sein muss.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Familie beziehen sich die Generationen aufeinander in ihren gegensätzlichen Lebensinteressen, die nirgendwo anders wirklich sein können. Je kleiner sie ist, desto totaler und ausschließlicher vereinigt sich dieser Gegensatz im Verhältnis der Entgegnungen. Sie ist der rückbezogene Lebensraum eines gesellschaftlich ausgeschlossenen Lebens, der Rückzugsraum der darin geborgenen Gattung, die [[Lebensburg]] einer Gesellschaft, die für sich die Lebensform zerteilter Beziehungen ist, die sich in ihren Verhältnissen ausschließen und von daher von ihrer [[Geschichte]], von der Vergangenheit ihrer Entstehungsgeschichte selbst beherrscht sind. In der Familie herrscht das Entschiedene in der Abscheidung und wird darin zu einer Lebensform ausschließlicher Sinnlichkeit, die durch den Ausschluss ihrer gesellschaftlichen Bezogenheit in sich selbst herrscht, also eine Burg der [[Selbstbeherrschung]] sein muss.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Familie müssen die Menschen [[ausschließlich]] ihr ausgeschlossenes [[Leben]] beherrschen. Sie befinden sich in einem Verhältnis, worin ein jeder [[notwendiges]] Objekt des anderen ist und als Subjekt zugleich hierdurch seine eigene [[Not]] wendet. Er ist damit also selbst in einem [[Besitz]]verhältnis, das die [[Subjekte]] sich [[objektiv]] unterwirft, die sich in dieser Unterwerfung zugleich ausschließlich [[subjektiv]] erscheinen. So entsprechen sie nicht nur objektiv, sondern auch subjektiv den [[Formbestimmungen]] der [[bürgerlichen Gesellschaft]], worin und wodurch die Menschen zugleich [[allgemein]] objektiv nicht nur durch ihren [[Besitz]] bzw. ihre Besitzlosigkeit, sondern zugleich auch selbst durch das Verhältnis ihrer Sachen als Kulturverhältnis der Personen bestimmt sind (siehe [[Warenfetischismus]]). Die [[Verkehrungen]] dieser Gesellschaft treten in der Familie als eine sich selbst verkehrende [[Beziehung]] der Menschen zur Persönlichkeit ihres gesellschaftlichen Lebensraumes auf und lassen diese als selbständiges Privatwesen erscheinen, das sich in seinem familiären Haushalt vollständig, sowohl existenziell wie kulturell als Subjekt seiner Geschichte, als Schmied seines Glücks verstehen kann, während es objektiv vollzieht, was zur Reproduktion des Menschseins - körperlich, psychisch wie auch kulturell in dieser Welt nötig ist. Die Existenz einer kulturell unterworfenen Reproduktion geht auf in der [[Subjektivierung]] des [[Sachzwangs]] der bürgerlichen Gesellschaft zum Lebensprinzip ihrer [[Kultur]], Die objektive [[Bestimmtheit]] erscheint als [[Gemeinschaft]] menschlicher Bedürftigkeit, worin sie die Pflichten der bürgerlichen Existenz als Lebensverpflichtung aufnimmt und daraus die Dürftigkeit einer verkehrten Lebenserwartung im Glück menschlicher Lebensmomente abfeiern kann. Gelingt deren Erfüllung, so wird die wirkliche Welt zur Nebensache und es verkleben sich menschliche Bedürfnisse an der Leimstange ihrer bürgerlichen Verheißungen mit der Macht und Hoheit des unverwirklichten Lebens, dem [[Glauben]] an die Unendlichkeit eines sich selbst beschränkenden Glücks. Während sich die Älteren damit in dem Maß bescheiden, wie ihre Vergangenheit ihre Gegenwart einholt, wird genau dies zum wesentlichen Problem der Jüngeren, weil die Welt die Hauptsache ihrer Zukunft sein muss.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Gattungsleben erscheint in der Form einer familiären Gemeinschaft als das ganz große Glück in der ganz kleinen Welt einer monströsen Wirklichkeit, in der Lebensenge einer Kleinfamilie, worin ein ungeheuerlicher Aufwand betrieben und geleistet werden muss, um im Kleinen wirklich außerordentlich Großes zu bewältigen. Doch gerade dadurch ist den Menschen ein Verhältnis auferlegt, in dem im einzelnen glücklich sein oder Glück bringen soll, was gesellschaftlich nicht wirklich wahr sein kann: Ein unmittelbar menschliches Leben. Und dieses ist wesentlich von einer gesellschaftlichen Lebensaufgabe bestimmt, die das Verhältnis des Lebens vor allem zwischen Pflicht und Schuld bewegt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist eine gewaltige Leistung, eine Familie zu erhalten, Kinder zu erziehen und das Verhältnis der Generationen und Geschlechter als privat heraus gesetztes Leben zu formatieren und als ausschließliche Lebensform durchzuhalten. Es ist eine übergroße gesellschaftliche Aufgabe, die da eine kleine Gemeinschaft zu bewältigen hat. Familie ist im Grunde unwirtschaftlich, von daher ohne wirklichen Nutzen für sich, aber voller Sinn. Sie vollzieht ganz lebenspraktisch den Widerspruch von Sinn und Nutzen und macht ihn für sich fest als Familiensinn.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nirgendwo sind sich die Menschen so nah und müssen füreinander soviel sein, was sie nicht sein können, was sie sich also gegenseitig vormachen müssen, um auch menschlich zu sein. Es herrscht in dieser Lebensform ein Verhältnis, worin sich die Scheinbarkeit ihrer Persönlichkeit selbst ermächtigen und substanziell &#039;&#039;füttern&#039;&#039; muss, während sie objektiv ganz und vollständig den Lebensnotwendigkeiten folgt, denen sie unterworfen bleibt. Erst wenn sich dies in den Menschen selbst ausgestaltet, erst wenn sie also aus der Familie heraustreten, erleiden sie an sich selbst die Scheinbarkeit ihres familiären Zusammenhalts und es treibt sich dieser in seiner [[Verrücktheit]] aus ihnen hervor. Sie erleiden in ihrer Wahrnehmung die bloße [[Abwesenheit]] der [[Selbstgefühle]], an die sie sich [[gewöhnt]] und die sie sich angewöhnt haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der [[burgerlichen]] Kultur ist die Familie der [[Wohnraum]] von [[Verhältnissen]], in denen gesellschaftliche Grundlagen sich zur [[Gewohnheit]] einer Privatform von Selbstbegründungen verkehren. Mann und Frau und Kind erkennen einander darin nicht als gesellschaftlich verkehrende Menschen, sondern als [[Gemeinschaft]] ihrer privaten [[Verkehrung]], als Rückbezüglichkeit und Zurückziehung des Lebens, das in der wirklichen [[Gesellschaft]] untergeht, als [[Lebensburg]] einer [[Gemeinschaft]], welche [[Leben]] und [[Liebe]] einfordert, weil diese in ihr nicht wirklich aufgehen kann. Familie wird hierdurch zum [[Lebensraum]] einer [[Liebes]]- und Lebensschuld, einer gesellschaftlichen Rückbildung, in welcher sich deren Mängel als Triumph persönlicher [[Macht]] und Selbstgestaltung formieren, auch wenn diese nur auf [[Schuldgefühlen]] gründet, auf der [[Ohnmacht]] des familiarisierten [[Lebens]]. Sie ist das organisierte Geschlechtsverhältnis von [[Privatpersonen]], das auf der [[gewöhnlichen]] [[Anwesenheit]] der [[Geschlechter]] und [[Generationen]] in einem [[gemeinschaftlichen]] [[Lebensraum]] beruht, der auch gegen die Einwirkungen der Öffentlichkeit Schutzraum bietet und sich wie die [[Lebensburg]] einer Eigenwelt gegen die Anmaßungen einer hiergegen [[fremd]] erscheinenden [[Gesellschaft]] verhält.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Lebensform macht die Reproduktionsform des Geschlechtsverhältnis als Generationenverhältnis aus und [[bestimmt]] die Existenzform der individualisierten [[Reproduktion]] eines gesellschaftlichen [[Lebensverhältnisses]] zu einem [[ausschließlichen]] Verhältnis eines [[isolierten]] [[Gattungswesens]]. Als dessen [[Privatform]] entfaltet es sich zur Haushaltungsform eines [[Familiensinns]], der vor allem die darin [[isolierte]] [[Liebe]]sbeziehung und ihre [[psychische]] [[Substanz]] bestimmt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Familie ist das [[Zwischenmenschliche]] jenseits seiner äußeren [[Bestimmtheit]] vereint zu einem Menschsein zwischen allem Menschlichen. Zwischenmenschliche [[Liebe]], die sich zwischen den Menschen in ihrer reflektierten Form als [[Psyche]] zu gegensinnigen Charakteren entwickelt hatte, wird nun zu einer Lebensform selbst. Es kommen sich darin die Menschen aus ihrer Liebesnot heraus [[geborgen]] vor, als geborgenes [[Leben]] (siehe [[Lebensbergung]]), das seinen [[Sinn]] in dessen [[Notwendigkeiten]] nun [[erlebt]] und [[leidet]] und von daher auf sein Menschsein überhaupt zurückkommt, wie gebrochen dieses auch in seiner [[Gesellschaft]] existieren mag. Doch es ist ein Menschsein, das seine [[Gegenwärtigkeit]] zunehmend aufgeben muss, um seiner Existenzform genügen zu können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die widersprüchliche Bestimmtheit der [[zwischenmenschlichen Verhältnisse]] erscheinen in der Familie aufgehoben in reale Gegensätze von Mann, Frau und Kind. Diese müssen daher auch subjektiv das austragen, was ihnen objektiv in diesem kleinen [[Lebensraum]] zugetragen ist und sich zutragen wird. Besonders die Kinder erfahren ihre objektive Lebensbedingung in den elterlichen Subjekten des Familienlebens, und Mann und Frau müssen ihre Beziehungen nun auch objektiv in einer [[Ehe]], im Bündnis verselbständigter Geschlechtsrollen, in der Selbständigkeit von [[Mann]] als Mann und [[Frau]] als Frau bewältigen. Die Kinder selbst sind unterschiedlich vor allem aus der Reihenfolge ihrer Geburt bestimmt; das Erstgeborene im Ganzen der Ehe, das letztgeborene hiervon befreit. In dieser Folge teilt sich die Form der Familie als Verhältnisform von [[Privatpersonen]] mit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;Daß der bürgerliche Staat sein besonderes Augenmerk auf die Familie richtet, liegt aber vor allem daran, daß diese der einzige Garant für bürgerliche Identität ist. In dem Maß, wie der öffentliche Umgang, wie die allgemeinen Lebens- und Produktionsverhältnisse verrohen, muß eben die Stätte, worin sich die Menschen noch als Mensch zu begegnen scheinen, besonders geschützt werden. Gerade wo die gesellschaftliche Öffentlichkeit zunehmend und sichtbar unangemessen für menschliche Lebenszusammenhänge wird, da muß der Staat auf den individualisierten Menschen zurückgreifen. Wo es keine gesellschaftliche Öffentlichkeit gibt, da hat das Familienleben Hochkonjunktur. Der Gegensatz von Privatheit und Öffentlichkeit, wie er schon in der bürgerlichen Produktionsweise angelegt ist, entwickelt sich erst dann zum absoluten Gegensatz, wenn das öffentliche Leben keinen Sinn mehr hat, wenn also das Geldverhältnis einziges öffentliches Verhältnis geworden ist (d.h. wenn eine Nation vollständig zum Geldbesitzer, zum Imperialisten geworden ist). In einer solchen Nation ist der Mensch absolut für sich und lebt auch dem Zwang zu seiner Lebenserhaltung gegenüber unangemessen, wenn er keine Familie hat. Dies ist der bürgerlichen Familie als ihre Existenzbedingung vorausgesetzt. Da sie für sich aber unmittelbare Lebensgemeinschaft ist, läßt sich darin gerade diese Welt ertragen, wenn und solange die in der Lage ist, die materiellen Lebensgrundlagen für familiäres Leben bereitzustellen; - und dies ist ja eben in solchen Nationen gegeben. So bleibt auch eine für das menschliche Leben absurde, d. h. sinnwidrige Gesellschaft über ihre eigene Bodenlosigkeit hinaus »gesellschaftsfähig«.&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;Die bürgerliche Familie ist für den Zusammenhalt der bürgerlichen Gesellschaft vor allem deshalb unabdingbar, weil in ihr das gesellschaftliche Leben als unmittelbar menschliches Leben erscheint und daher durch sie das familiäre Leben als unmittelbar gesellschaftliches Leben behauptet werden kann. Die Gesellschaft, welche die Menschen durch ihr Zusammenwirken erst erzeugen, gilt hier als die Bedingung ihres Lebens, als Voraussetzung ihres Tuns, als natürliche Gewalt, die schon in ihr Verhalten einwirkt, bevor es verwirklicht ist. Durch die Familie wird eine Naturgemeinschaft gesetzt, die dem einzelnen auch die einzige Gesellschaft ist. Hierdurch aber ist die Gesellschaft bereits per Geburt in jedem einzelnen, bevor er seine Gesellschaft erzeugen kann, und zugleich ist die Gesellschaft außerhalb von jedem einzelnen, bevor er überhaupt darin sein kann. Das heißt: Gesellschaft wird so zum unmittelbaren, also mittellosen Zusammensein von Menschen herabgesetzt und zum unbefragbaren, unabänderlichen menschlichen Lebensprinzip, also zur mächtigen Allgemeinheit über den einzelnen Menschen, sein Leben und Bewußtsein. [[(Pfreundschuh in Was heißt da: Psychisch krank? - Teil 4: Von der Welt der Person zur Persönlichkeit)]]&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Historisch ist die Familie das Produkt einer [[Liebe]], die zu einem Lebensversprechen unter der [[Bedingung]] geworden ist, die [[Existenz]] des [[Lebens]] gemeinsam zu meistern. Sie ist damit eine Lebensform von [[Liebe]] und zugleich die Lebensform der [[Reproduktion]], die als natürlichster und ursprünglichster Lebenszusammenhang der einzelnen und gemeinschaftlichen Existenz erscheint, als Reproduktionsform der Gattung Mensch schlechthin, wie er einzeln und zugleich allgemein leibt und lebt und [[Raum]] und [[Körper]] hat und mit alledem [[wohnt]]. In der Familie verhalten sich die Menschen als eine Einheit der Lebensgewohnheiten, die ihren Widerstreit der Notwendigkeit des Existierens in gemeinsamem Haushalt und Wohnraum aufgehoben haben, weil sie um ihr [[Leben]] besorgt sind, weil sie also bestimmt sind durch bestehende Lebensverhältnisse, die besorgt werden müssen und sich in dieser Besorgung selbst füreinander bestimmt wissen müssen. Soweit diese Besorgung in dieser Gemeinschaft gelingt, sind darin die Lebensbedingungen auch wirklich aufgehoben und können als Liebesglück der Familienmitglieder fortbestehen und dieses kann sich solange auch als aufgehobene Bedingtheit, also unbedingt erscheinen. Dieses macht die gemeine Gewissheit der Menschen darin aus und deshalb erscheinen sie im [[Ganzen]] ihres Lebens bestimmt und zugleich bestimmend füreinander, geworden aus diesem und Leben erzeugend, wie es ihnen in ihrem [[Empfinden]] und [[Fühlen]] gegeben ist. Ihre [[Selbstwahrnehmungen]] sind somit die ausschließlichen [[Wahrnehmungen]] ihres Lebens.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Familie wird das Leben zur Begebenheit und zur [[Gegebenheit]]. Darin ist alles, was Leben und Lieben sein kann und sein soll familiär: Lebenspflicht und Lebensschuld. Die Lebensschuld macht die Bestimmung des Familienlebens und des Familiensinns aus, ist ihr Begriff, die Formbestimmung allen Lebens darin. Er bemisst was ist an dem, was Leben sein soll, das entsteht und vergeht, ohne sein zu können was es ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hierdurch ist alles zugleich [[objektiv]] bestimmt, wie [[subjektiv]] es auch entstanden sein mag und besteht, denn die Gattung und Begattung ist darin ganz allgemein für sich und einzeln wie ein [[Ganzes]] ihres Verhältnisses: Der Raum ist Lebensraum schlechthin, der Körper Sinnlichkeit schlechthin und die Wohnung wird zur Gewohnheit, zur Lebensform schlechthin, die sich weder teilen noch mitteilen noch wirklich auseinandersetzen lässt, ohne dass damit die Familie als [[Ganzes]] bedroht wäre. In der Familie sind ja auch tatsächlich alle [[Beziehungen]] unausweichlich, alle Tätigkeiten [[notwendig]], alle Lebensplanungen und Verständigungen [[absolut]] - eben weil sie eine bestimmte Gesellschaftsform ist und einer bestimmten Gesellschaftsform angehört, in der Liebe und Reproduktion als ausschließliche und ausschließende Individualität, als Privatexistenz jenseits der gesellschaftlichen [[Produktion]] und der [[Menschenliebe]] zur [[Isolation]] ihres Lebensprozesses bestimmt sind. Als diese ausgeschlossene Einheit ist die Familie ein geschlossenes FÜrsorgesystem, das sich aus der Liebe und den Grundbedürfnissen der Menschen nach Leben und Überleben begründet und als Verpflichtung für das Leben und die Liebe gestaltet. Indem sich die Menschen als Subjekte ihrer Pflicht dadurch erscheinen, dass sie ihnen natürlich wie ein Gattungsverhältnis vorkommt, wird ihre Liebe darin notwendig pflichtschuldig, objektiv verpflichtet und selbst objektiv. Es ist die [[Subjektivität]] einer [[heilen Welt]], die nur durch Bindung an ihr Heil, an das [[Ganze]], ihre innersten [[Widersprüche]] und [[Zweifel]] überstehen kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber die Familie bietet hierdurch auch die Einheit objektivierter Subjekte, die sich nur in dieser Lebensform aus der Entzweiung von [[Empfindung]] und [[Gefühle]] befreien können. Sie empfinden sich, wie sie sich fühlen, solange sie noch unter dieser Bedingung subjektiv sein können, solange sie also noch als Menschen einander wahrnehmbar sind. Hierdurch ist Familie zumindest und zuerst eine Welt voller Trost gegen jene &#039;&#039;kalte Welt&#039;&#039; der Sachzwänge, eine Lebensgemeinschaft, die in ihrer Familie ihre [[Liebe]] verwirklicht und sich selbst in keinem Widerspruch zu ihrer Liebespflicht sehen muss. Sie wird erst zum Horror, wenn sie jede Subjektivität verloren hat und Existenzzwänge als persönliches [[Schuld]]- und Beschuldigungsverhältnis wie ein Gattungsproblem ihrer Liebe ausgetragen werden. Darin entpuppen sich die Beziehungen in der Familie als [[prothetische Beziehungen]] einer mächtigen [[Scheinwelt]] und es tritt hervor, dass Gefühle in der Familie nur pflichtschuldig empfunden werden können und dies ihre Einheit ausmacht, dass also auch empfunden wird, was gefühlt und verspürt werden muss, weil die Lebensbesorgung sich darin eint, dass beides sonst verworfen wäre. Empfunden wird, was gefühlt werden muss, weil die Familienmitglieder sich darin wahrhaben, Objekte sind von dem, wofür sie wahrgenommen werden. Darin entwickeln sich objektive Selbstwahrnehmungen. Das [[Selbstgefühl]] wird für sich zu einer moralischen Integrität, zu einem [[objektiven Selbstgefühl]], das mit der Lebensverpflichtung aufkommt, also letztlich [[Symbiose]], die Vergemeinschaftung einer objektiv bestimmten Liebes- und Lebensbeziehung, ein Machtgefühl des integren Familiar ist: Die gute Mutter, der gute Vater, das gute Kind, der gute Mensch. Von daher ist die Familie das Lebensverhältnis, worin die bürgerliche Kultur ihre Güte hat. Je kleiner sie ist, desto unbeschadeter ist diese Position. Die Kraft der Güte besteht aus verbrauchtem [[Leben]] und zehrt alleine aus verwirklichter Lebenspflicht. Sie ist von daher die Basis [[reaktionärer]] Prozesse in der Kultur, die Familie zur &#039;&#039;Keimzelle des Staates&#039;&#039; machen (siehe [[Kulturstaat]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Gesellschaften, in denen die Reproduktion der Menschen tatsächlich durch unmittelbaren Zusammenschluss der Generationen und Geschlechter nur möglich ist, also eigentlich Stammesgesellschaften, wird Familie als einzig tragfähige Gesellschaftsform hingenommen für alle Belange, die Gesellschaft ausmacht: Schutz vor Gewalt, Arbeit, Bildung, Gesundheit, Soziales usw.. Wo Gelderwerb in diesen Strukturen lebensnotwendig wird, werden solche Familien aber auch schnell zu einem [[Ausbeutung]]sverhältnis (Kinderarbeit, Frauenversklavung) für fremde Interessen. In der Dritten Welt ist bis heute die Anzahl der Kinder lebensentscheidend, da sie den Rückhalt der Ausbeutungsverhältnisse ausmachen - bis hin zur Kinderprostitution.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber selbst wenn eine Gesellschaft in der Lage ist, die Aufgaben des Schutzes und Erhalts der Privatexistenz zu sichern, wird Familie doch auch als [[Lebensraum]] für urtümliche Belange der Reproduktion, Arbeitsteilung, Haushalt und Zeugung von &#039;&#039;Nachkommen&#039;&#039; angesehen - und wenn auch nur als sittlich (als Vermittlung allgemein geforderte Werte) oder ästhetisch (die ausgezeichnete, besonders [[schöne und gute]] Form der [[Zwischenmenschlichkeit]]) oder hygienisch (&#039;&#039;geregeltes Geschlechtsverhältnis&#039;&#039;) vorteilhafte Lebensform. Immerhin hat sie im Unterschied zu nur spontanen und willkürlich wechselnden Liebesbeziehungen einer [[Konsumkultur]] eine notwendige Verbindlichkeit der Verbundenheiten und fördert zunächst deren Durchsichtigkeit und wechselseitig notwendige [[Achtung]], wenngleich dies nicht unbedingt [[wirkliche]] Achtung sein muss, die Selbstachtung sogar hintergehen kann, wenn diese der reinen Beachtung des [[Familiensinns]] unterworfen ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tatsächlich gelingt ein Achtungsverhältnis am ehesten als größere Familie, weil darin die Wechselwirkungen der Menschen auch noch [[Wirklichkeit]] hat. Zu einem ausschließlich [[seelischen]] Verhältnis wird sie erst, wo diese Verwirklichung menschlicher Beziehungen als [[zwischenmenschliche Beziehung]] nicht mehr möglich ist. Je kleiner der [[Privat]]raum dieser [[Beziehung]], desto größer wird seine seelische Selbständigkeit, die Lust und Gewalt der beseelten Drei- oder Zweisamkeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber auch allgemein und unter der Bedingung, dass ein hinreichend großes und geregeltes Einkommen an [[Geld]] oder [[Geldbesitz]] besteht (siehe hierzu besonders die [[Dienstleistungsgesellschaft]]), ist Familie die Lebensform, worin die Lebensgefühle voraussetzungslos erscheinen können und selbstverständlich sind oder sein sollen, der Raum für [[Selbstgefühl]], welches eine gemeinschaftliche Welt bildet, die sie als [[Familiensinn]] zusammenhält oder zusammenhalten soll. In der Familie können sich die Menschen als unmittelbare Menschen erscheinen, sich aus dem gesellschaftlichen Leben zurückziehen und dem Druck der Existenz ausweichen, solange das Geld für den Haushalt reicht und solange sie als Lebenswelt funktioniert und [[Kultur]] hat. Für das bürgerliche [[Individuum]], das in der gesellschaftlichen Welt sich weitgehend in [[Konkurrenz]] befindet und sich existentiell und emotional bedroht sieht, ist hier meist der einzige Raum für seine wesentlich menschlichen Beziehungen. Zur Abwendung der bedrohlichen Fremdheit der Welt ist Familie der Lebensraum schlechthin. Diese Ausschließlichkeit entwickelt einen [[Familiensinn]], zugleich aber auch eine Art [[ästhetische]] Weltfremdheit, also eine [[Entfremdung]] der LebensgefÜhle von der Welt, weil darin die zwischenmenschlichen GefÜhle ihren [[Empfindungen]] vorausgesetzt sind und zugleich als Lebensbedingung empfunden werden. Es entsteht hieraus eine Art Verhältnisschwachsinn zu wirklichen sozialen [[Beziehungen]] und den wirklichen [[Dingen]] und vor allem den [[Bedingungen]] einer Lebens[[gewissheit]]. Es verbleibt eine in den GefÜhlen gedoppelte Empfindungswelt, die eine [[symbiotische Selbstbehauptung]] bestärkt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese GefÜhle gehen zwar in das Familienleben ein, sind ihm aber in Wahrheit schon vorausgesetzt und werden meist von den Eltern betrieben und umsorgt. Aber sie bewahren sich darin nicht als Grundlage der Verhältnisse und als darauf gründende Stellung der Menschen und Generationen zueinander, sondern als recht eigentliche und [[eigentümliche]] Gefühlswelt, die sich als Weltersatz einstellt. Durch das Gefühl unmittelbarer Eigentlichkeit wird das Bewohnte zur [[Gewohnheit]] und die Entfremdung von Familie und Welt solange ausgeglichen, solange darin [[Liebe]] fortbestehen kann, die hierdurch allerdings keine wirkliche, sondern übersinnliche [[Identität]] haben muss. Diese Liebesgewohnheiten haben daher ihren Eigensinn auch als Eigendünkel gegenüber der Welt. Und so macht sich in der sonstigen Lebenswelt die Weltfremdheit der Familie als eine Liebe geltend, die ihren Sinn durch die Aufgaben der Familie hat, besonders der Fürsorge für eine Reproduktion des privatisierten Menschen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von daher ist die Familie eine Leidensgemeinschaft für ein [[Leiden]], dessen Grund sich fremd ist: Entfremdetes Leiden. Es ist nicht mehr der [[Sinn]] für [[Tätigkeit]], sondern beseelter [[Schmerz]] des Welt[[erlebens]]. Darin wird die Ohnmacht des Individuums gegenüber seinen wirklichen gesellschaftlichen Zusammenhängen zur Liebesmacht vertrauter [[Anwesenheiten]] gewendet. Dies verlangt lediglich, dass die beteiligten Menschen das Verhältnis zu sich selbst finden, dass sie ihre Selbstaufgabe gegenüber einer solchen [[Macht]] als [[Glück]] oder zumindest als seelische [[Notwendigkeit]] empfinden. Es wird ihnen leicht gemacht, wenn die Familie ihr Fürsorgesystem mit Liebe zustopfen kann und solange dieses Verhältnis nicht als Gefühlsverhältnis zum Platzen kommt. Zwangsläufig wird es als permanente Forderung des ganzen familiären Lebenszusammenhangs gegen den einzelnen wirksam sein, als [[Schuldgefühl]] in das [[Selbstgefühl]] wie ein [[objektives Gefühl]] eindringen. Meist sind die Kinder die Träger desselben, wie sie auch die unmittelbare [[Wahrheit]] des Familienlebens am ehesten ausdrücken können - zunächst als Glück für die Eltern, später als Leid.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der kulturellen Abtrennung von ihrer [[Gesellschaft]] ([[bürgerliche Kultur]]) wird die Familie zu einer [[Scheinwelt]], zur Lebenswelt des unmittelbar scheinenden Menschen, dem Menschen, wie er sich ohne äußere Bedingung fühlen kann, soweit er sich hierbei auch als Mensch zu reproduzieren versteht. Bestätigt und gewährleistet ist sie alleine aus der gesellschaftlichen Unmöglichkeit, menschliches Leben wirklich, also mit Wirkung darzustellen, zu bestätigen und weiter zu bringen. Die Rückbeziehung auf sich in dieser Abtrennung vom gesellschaftlichen Leben macht das Leben der Individuen in einer Familie zu einer Gesellschaft, die sich auf der Begründung ihres Zusammenhalts zu einer individuellen Menschenwelt entwickelt, die sich in einer wechselseitigen Anmaßung an das [[Leben]] der anderen beteiligten Menschen verhält, als Einforderung des Menschseins, wie es sich in seiner [[isolierten]] Form bewährt, [[Identität]] der Scheinwelt überhaupt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So kann Familie in der [[bürgerlichen Gesellschaft]] als Selbstrettung funktionieren, als [[Lebensburg]] und Bunker von Menschen, die sich gegenseitig als [[Lebensbedingung]] [[wahrhaben]], als unbedingte Bedingungslosigkeit ihres [[Lebens]], als Hort ihrer vergemeinschafteten Weltfremdheit. Sie überfordern sich dabei zwangsläufig, weil alle menschlichen [[Wirkungen]] und also auch ihre [[zwischenmenschliche Verhältnismäßigkeit]] darin nicht vollzogen werden kann, ohne sich in der außerfamiliären Welt Lebensinhalt zu holen. Für sich kann das Leben in der Familie keinen anderen Sinn verwirklichen, als die Menschen darin durch sich schon haben. Jede wirkliche Entwicklung eines Menschen muss also auch das Gemäuer der Lebensstruktur Familie sprengen. Um dem Zusammenbruch des geschützten und abgetrennten Lebensraums zu entgehen, bildet sich in der familiären Beziehung daher ein [[Familiensinn]], der meist von den Älteren gesetzt wird und sich als Lebensaufgabe versteht, als hintergründige [[Selbstentfremdung]] der Kinder, die zugleich von der Liebe der Eltern getragen wird. Umgekehrt bestimmen die Kinder die Lebensaufgabe der Eltern als natürlich gestellte Existenzaufgabe, als Existenzbewältigung in Fürsorge und Erziehung. So bestimmt und regelt der Familiensinn ohne wirklich in Erscheinung zu treten alle Beziehungen und deutet die Bezogenheit und ihre Beschränkung auch substanziell aus. In solchen Bedeutungen gelten sich die Menschen gleichwohl als [[Sache]] wie [[Mensch]], als Forderung, in der Sachlichkeit ihrer [[Liebe]] mit anderen Mensch zu sein. Hierdurch hat ihre [[Identität]] keinen unmittelbaren [[Sinn]] und sie fühlen sich vor allem ihrem eigenen Leben gegenüber schuldig ([[Schuldgefühl]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schuld impliziert jenes Sein der Gefühle, welche die Familie Zusammenhalten, und seien sie noch so verschroben. Sie sind der Kitt des Lebensraumes, wie auch die Basis individueller Identität, mit der die Familienmenschen in die Welt treten. In diesen Gefühlen ist aller Übersinn bewahrt, den das Familienleben hervorgebracht hat und bewährt, weil er darin funktioniert hat. Daher funktionieren auch die Gefühle und sind in ihrer Funktion Bestandteil des [[Gedächtnisses]], mit welchem die Menschen ihre Beziehungen erinnern und vergegenwärtigen. Sie funktionieren so objektiv wie eine Klimaanlage, bestimmen die Launen und Stimmungen, die Lebensgeister und Todesahnungen. Die Familie insgesamt funktioniert nur durch sie. Von da her ist die Familie - wie klein oder groß sie ist - nicht nur die Geburtsstätte der Kinder, sondern auch der [[objektiven Gefühle]]. Das sind Gefühle, die sich gegen die Subjekte, die sie hervorgebracht hatten, verselbständigt haben. Je kleiner die Familie, desto ausschließlicher (weil ausgeschlossener) ist ihre Funktion. Ob die Menschen sie durch wirklich eigene [[Gefühle]] durchbrechen können, hängt davon ab, wie weit sie von den Beziehungen der Familie abrücken können ohne [[verrückt]] zu werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Familie ist als sich fortbestimmende [[Lebensburg]] die Rückbeziehung der Generationen in die Verstrickung ihres Werdens: Familie gebiert Familie ohne anderes Sein. Darin verlieren die Generationen das Verhältnis zu sich: Unter sich sind sie nur relativ zu ihrer Herkunft, niemals reif durch sich, sondern nur in der [[Selbstverleugnung]]. Aber solche Generationen, die sich selbst verleugnen müssen, weil sie in der Familie mit ihrem ganzen Leben aufgehen, können ihre [[Geschichte]] nicht selbst begründen. In der [[Erziehung]] ihrer Kinder pflanzen sie fort, wozu sie gezogen waren und unendlich hingezogen sind: Zur Selbstbehütung. Im Verhältnis von Selbstverleugnung und Selbstbehütung hat das BÜrgertum daher auch seine Lebenseinfalt und bewahrt sich vor dem [[Unheimlichen]], was es in seinem Heim entwickelt:[[Angst vor dem Leben]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der bürgerlichen Gesellschaft gilt die Familie von ihrem politischen Wesen her immer noch als die &#039;&#039;Keimzelle der Gesellschaft&#039;&#039;, der Kern eines gesunden Lebens mit der Gewähr heilsamer Strukturen als Bedingung für Erziehung und &#039;&#039;Sexualhygiene&#039;&#039;. Dies betrifft insgesamt auch ihre Existenzform als Haushaltsform der Reproduktion von individualisierten Menschen. Es ist der Lebensraum der bürgerlichen Persönlichkeit, worin sie ihre unmittelbare menschliche Beziehung als Gemeinschaft von Selbstbezogenheit hat. Schon als Lebensraum für mehr als zwei Generationen reicht sie nicht mehr hin, weil die Reproduktionskosten der Menschen (das [[variable Kapital]]) so minimalisiert worden sind, dass das Vermögen nicht für die entsprechenden Kosten (besonders Miete, Pflege, Freizeit eines der Lebenspartner) hinreichen würde und somit viel Familienarbeit den billig kalkulierten und hoch rationalisierten staatlichen oder Gemeindeeinrichtungen überlassen werden müssen. Aber auch kulturell steht ein ausgebreiteter Individualismus der Verständigung und Beziehung mehrerer Generationen entgegen. Die Kleinfamilie und Kleinstfamilie (Alleinerziehende) ist ökonomisches und kulturelles Resultat der Abtrennung (Isolation) der Menschen, Geschlechter und der Bevölkerung (z.B. im Gemeinwesen, der Kommunen) von ihrem Gemeinwesen in den reichen Ländern (siehe [[Geldbesitz]]). Die letzten existenziellen Brücken in gemeinschaftlicher Arbeit (z.B. Landarbeit oder Familienbetriebe) sind ökonomisch nicht mehr oder selten tragbar. Sie sind weitgehend von existenziellen Bestimmungen gelöst und bestehen weitgehend nur noch als [[zwischenmenschliche Beziehungen]]. Dies zeigt einen Zustand, in welchem ein großes [[Geld]]vermögen gesellschaftlich existiert (als [[konstantes Kapital]] in Technologie-Ländern), dem ein relativ geringer Lebensstandard im durchschnittlichen Kleinhaushalt ([[variables Kapital]]) gegenübersteht (Mieten gehören hier nicht dazu, soweit sie die Wertlage der Bevölkerungskonzentration wiedergeben). Es ist der Zustand einer hochentwickelten [[Profitrate]], die äußerst [[krise]]nanfällig ist.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Wolfram</name></author>
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		<title>Familie</title>
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		<updated>2026-05-25T07:32:16Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Wolfram: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;Ein Jüngling liebt ein Mädchen, Die hat einen andern erwählt; Der andre liebt eine andre, Und hat sich mit dieser vermählt. Das Mädchen heiratet aus Ärger Den ersten besten Mann, Der ihr in den Weg gelaufen; Der Jüngling ist übel dran. Es ist eine alte Geschichte, Doch bleibt sie immer neu; Und wem sie just passieret, Dem bricht das Herz entzwei. (Heinrich Heine, Buch der Lieder&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[bürgerliche]] Familie entsteht entweder im [[Bedürfnis]] nach einer glücklichen Entfaltung der zwischenmenschlichen Beziehungen in der Geborgenheit der [[Geschlechter]] und [[Generationen]], oft auch in der [[Sehnsucht]] nach [[Geborgenheit]] im [[Unglück]] einer durch ihre [[Ausschließlichkeit]] [[vereinsamte]] [[Liebesbeziehung]] – oft im [[Elend]] einer sich auflösenden [[zwischenmenschlichen Beziehung]] in der [[Stimmung]] [[vereinzelter]] Menschen, die darin ihre [[Selbstgefühle]] angleichen, indem sie diese sozialisieren. Sie ist daher getragen vom [[Sicherheitsbedürfnis]] für die [[seelische]] [[Entwicklung]] der Menschen in der [[bürgerlichen Gesellschaft]] um den Fortbestand ihrer [[zwischenmenschlichen Kultur]] und den [[Gewohnheiten]] ihrer [[Selbsterhaltung]] (siehe auch [[Reproduktion]]), des [[persönlichen]] Vertrauens in die Zeugung und den Fortbestand und Schutz eigenmächtiger [[Lebensverhältnisse]]. Ihre [[Geschichte]] ist aber nicht [[wirklich]] durch diese gesichert, sondern entwickelt sich als [[Geschichte]] ihrer &#039;&#039;Gemütslagen&#039;&#039;, den [[Stimungen]], welche die Menschen zusammen führt oder auch auseinander treibt. Von daher ist solche [[Familie]] der Hort (siehe [[Lebensburg]]) zur [[Bildung]] der [[Gefühle]], die aus [[Selbstempfindungen]] im &#039;&#039;Familienleben&#039;&#039; heraus keimen und [[objektiv]] meist die erste und [[bedeutungsreichste]] [[zwischenmenschliche]] [[Lebenserfahrung]] für die nachwachsenden [[Generationen]] darstellen. Von daher hat das &#039;&#039;Familienleben&#039;&#039; einen [[mächtigen]] Anteil an der Selbstsicherheit um [[eigene]] [[Wahrheit]] – und damit der [[eigenen]] [[Wahrnehmungsidentität]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Stimmung finden die Empfindungen eine Stimme für das, was sie wahrhaben. Sie bilden daraus eine Gemeinschaft ihrer Selbstgefühle. In den hierin geborgenen Gefühlen schaffen sie eine Welt für sich. In dieser Welt entstehen die hieraus bestimmten Selbstwahrnehmungen, die zu einem familieären Verhältnis in der Selbstwahrnehmung werden. Als Gefühl für sich drückt darin die Stimmung eine einfache Wahrnehmung ihrer Symbiose aus, die Menschen durch einander bestimmen ud beleben, inndem jeder im Anderen ein Sinn für sich und durch sch verspürt, denn sofern sie ein wirkliche [[eigentümliches]]s Verhältnis ist, worin Mann ud Frau und Kind zusammenleben ist Familie die vergemeinschaftung von symbiotichen Beziehunnhgen worin jedes Mitlied durch den snderen llebt, weil und sofern er oder sie nur durch diese Gemeinschft ist, existiert unnd sich seiner selbst vergewissert, weil er durch deren Zusmmenleben ist und seine ursprünglichsten Bedrfnisen in diesem Leben, darin entstehen und gelegentlich auch vergehen. Eine Famlie ist also aus dem Zusammengehen bzw. aus der Auseinandersetzung von Selbstgefühlen entstanden. Sie verlebt in der Nutzung dieser Gemeinschaft bzw. den Mangel ihrer Erheuerug. Diese ergibt sich aus dem Burgfrieden, den Familien nötig haben und wodurdh sie zur Brutstellen einer unerkennbaren weil sie als gemeiner Lebensraum privater Persönlichkeiten geworden ist und innerhalb solcher Personen als chronifizierte Egommanie verweltlicht wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der [[bildungsbürgerlichen]] Familie geht es dagegen um die Anwendung dessen, was der Maßstab der bürgerlichen Bildung ist (siehe Biedermeier), im Anteil des kulturellen Vermögens in der Durchsetzung der Normen der bürgerlichen Kultur. Von daher setzt eine solche Familie auf deren allgemeine Form, au das Formalt des bürgerlichen Daseins, das den Verkehr der Bürger zwar erleichtert, aber sich vor allem nur normativ neben oder gegen die soziale Wirklichkeit der Menschen vollstreckt. Immerhin ist für jede Form der Familie eine Konstruktion dessen maßgeblich, was im Kleinen auch das Große zu überwinden vermag, wenn es zu einer allgemeinen [[Gewohnheit]] wird (siehe [[Prominenz]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als [[Heimat]] der [[Wahrnehmungsidentität]] der [[Zwischenmenschen&amp;lt;]]&amp;gt; (siehe hierzu auch [[Kleinbürger]]) ist die bürgerliche Familie [[Subjekt]] wie [[Objekt]] der [[Lebensangst]] des [[bürgerlichen Individuums]]. Sie entsteht meist mit einem Ehevertrag, durch den die [[Sittlichkeit]] der [[persönlichen]] [[Besitzansprüche]] im Alltag und für Ausnahmesituationen (z.B. Fürsorge und [[Tod]]) dadurch wird die Fammilie zu einer [[Institution]] des [[Nationalstaats]] worin über das [[Belieben]] der [[Einzelnen]] hinaus gehend und [[lebensverpflichtend]] als geregelt [[gültig]] werden soll, was dem Einzelnen als Funktion aus seiner Selbstverantwortlichkeit abverlangt werden kann (siehe hierzu auch [[Immanuel Kant)]]. Seine ihm [[notwendige]] [[Sittlichkeit]] gilt demnach aus seinem Gattungsleben [[normativ]] bestimmt und sei von daher schon in seiner [[Allgemeinform]] [[allgemein]] begründet (siehe [[Formbestimmung]]), einer gesellschaftlich [[gültig]] [[Norm]] unterworfen, die er angeblich selbst mitbestimmt habe (siehe [[kategorischerimperativ]]). Der [[Widerspruch]] zwischen der Einzelheit (siehe [[Privatheit]]) und [[Gesellschaftlichkeit]] der [[Individuen]] der [[bürgerlichen Kultur]] sei demnach eine unüberwindbar enge Lebensbestimmung (siehe [[Spießbürger]]) Grundlage einer [[vereinzelten]] Angst des von seinem [[Gott]] (siehe auch [[Kult]]) verlassenen [[Individuums]], die über seine bloße [[Existenz]] durch deren [[allgemein]] [[notwendige]] [[Formbestimmtheit]] des Gattungsleben seiner verengten und eingeengten [[Kultur]] hinausreicht (siehe [[Angst]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von da her ist sie eine [[strukturelle]] Angstvermeidung (siehe auch [[Lebensangst]]) als [[Macht]] gegen die [[Ohnmacht]] der [[Selbstwahrnehmung]] des [[vereinzelten]] Menschen.Sie- ist sie die [[institutionalisierte]] [[Einfältigkeit]] der herrschenden [[Kultur]] des [[Privateigentums]] als [[politische Kultur]] der [[isolierten]] [[Seelen]] zur [[Befriedung]] der Kinder, der Erben einer übermächtigen Zukunft eines [[vereinten]] [[vereinten]] [[Eigentums]] [[privater]] [[=Existenzen]], einer [[Institution]] [[privater]] [[Persönlichkeiten]] (siehe auch [[Privatperson]]). In anderen Kulturen, worin das [[Gemeinwesen]] noch [[wirklich]] organisch beansprucht werden kann [[verhält]] sich dies gändsätzlich anders. Ein afrikanisches Sprichwort besagt zum Beispiel, dass für das Aufwachsen eines Kindes ein [[ganzes]] Dorf nötig sei (siehe hierzu auch [[Gemeinwesen]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;Der Irokese nennt nicht nur seine eignen Kinder, sondern auch die seiner Brüder seine Söhne und Töchter; und sie nennen ihn Vater. Die Kinder seiner Schwestern dagegen nennt er seine Neffen und Nichten, und sie ihn Onkel. Umgekehrt nennt die Irokesin, neben ihren eignen Kindern, diejenigen ihrer Schwestern ihre Söhne und Töchter, und diese nennen sie Mutter. Die Kinder ihrer Brüder dagegen nennt sie ihre Neffen und Nichten, und sie heißt ihre Tante. Ebenso nennen die Kinder von Brüdern sich untereinander Brüder und Schwestern, desgleichen die Kinder von Schwestern. Die Kinder einer Frau und die ihres Bruders dagegen nennen sich gegenseitig Vettern und Kusinen. (Friedrich Engels - [[Der Ursprung der Familie, des Privateigentums und des Staats MEW 21, S.36)]]&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unter den [[Lebensbedingungen]] der [[bürgerlichen Gesellschaft]] kann der vereinzelte Mensch keine soziale Kompetenz erlangen, weil die [[zwischenmenschlichen Beziehungen]] in der [[Konkurrenz]] der Selbstverwertung, in den [[Selbstbezogenheiten]] der [[Geschlechter]] und [[Generationen]] ihren sozialen [[Wert]] nicht in einem allgemeinen [[Selbstwert]] des [[burgherrlichen Subjekts]] erkennen können. Sie verhalten sich in ihren Lebenswelten ja nur zwischen [[Sinn]] und [[Absicht]] ihrer [[zwischenmenschlichen Beziehung]] und können ihre Widersprüche daher in ihrer [[Vereinzelung]] auch nur durch die Rückbeziehungen auf eine [[allgemeine]] [[Selbstgerechtigkeit]] zwischen dem [[einzelnen]] [[Individuum]] und den Anderen – also nur [[abstrakt]] formulieren (siehe z.B. [[autortärer Charakter]], [[esoterischer Charakter]]). Als Maß der [[Vereinzelung]] und als Maßstab seiner allgemeinen Gültigkeit (siehe [[Geltung]]) wird das &#039;&#039;Ego&#039;&#039; zum Zankapfel bei der [[Normierung]] einer [[Sittlichkeit]] der [[Sinnbildung]] als [[Wahrheit]] einer gewöhnlichen [[Selbstverwertung]], welche die [[Isolation]] der [[Ohnmächtigen]] vertieft und entwertet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;Freud analysiert eine Episode, die Goethe aus seiner frühen Kindheit berichtet - nämlich, daß er im Alter von ungefähr 4 Jahren fast sämtliches zerbrechliches Hausgerät aus dem Fenster auf die Straße geworfen - als Niederschlag des Konkurrenzneides auf den jüngeren Bruder Hermann Jakob und als Symbol von dessen Beseitigung. Diese Interpretation erhärtet Freud an mehreren in der Tat frappierenden Parallelbeispielen und an der Reaktionen des Kindes Goethe auf den Tod seines jüngeren Bruders Jakob im Alter von 6 Jahren wie sie uns durch Bettina Brentanos Wiedererzählungen des Berichtes der Mutter überliefert ist. Danach hat Goethe über den Tod seines Bruders keine Träne vergossen und auf die Frage der Mutter „ob er den Bruder nicht liebgehabt habe, lief er in seine Kammer, brachte unter dem Bett hervor eine Menge Papier, die mit Lektionen und Geschichtchen beschrieben waren, er sagte ihr, daß er dies alles gemacht habe, um es den Bruder zu lehren.“ Hitschmann merkt dazu an: „der ältere Bruder hätte also immerhin gern Vater mit dem jüngeren gespielt und ihm seine Überlegenheit gezeigt.“ [zitiert nach Sigmund Freud, Gesammelte Werke, Band 12, Frankfurt a. M. 1991, S. 21] (siehe hierzu auch http://www.krahl-briefe.de)&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[bürgerliche Familie]] (Kleinfamilie) soll die [[Elementarform]] der [[bürgerlichen Kultur]], die [[körperliche]] [[Existenz]] der [[bürgerlichen Subjekte]] gewährleisten und vermehren. Von daher gestaltet sie sich als [[Institution]] der [[Sitten]] und [[Bräuche]] ihrer [[Zwischenmenschlichkeit]] durch [[staatliche]] Förderung und [[Exekutive]] (Polizei) und [[Wahrheit]] (Gesetzgebung) durch [[persönliche]] [[Macht]] und [[Gewalt]] als &#039;&#039;Schule der [[Nation]], als &#039;&#039;Keimzelle der [[Gesellschaft]]&#039;&#039; über die Funktionalität ihrer [[Wahrheit]] [[Lebenszusammenhänge]] – meist also auch als Garant für lebendige Zammenhänge der Menschen zur Ertüchtigung einer an und für sich disfunktionlen [[Lebensgemeinschaft]] schlechthin, die in der Lage sein muss die Störungen der [[zwischenmenschlichen Verhältnisse]] [[konkurrierender]] [[Selbstwahrnehmungen]] zu [[integrieren]] und zu [[befrieden]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[Selbstwahrnehmung]] ist der [[Wahrheit]] und [[Täuschung]] der Ausschließlichkeit ihrer [[Beziehungen]] ausgesetzt in der sich ihre [[Zwischenmenschlichkeit]] in zweierlei Beziehung zerteilt: Ihre [[Ohnmacht]] wird durch die darin [[notwendigen]] [[Selbstgefühle]] gegen ihre bescheidene [[Wirklichkeit]] übermächtig, wodurch die [[Psyche]] selbst als Beleg ihrer [[substanziellen]] konsistenz für [[wahr genommen]] wird (siehe [[zwischennmenschliches Verhältnis]]). Die Menschen sind vom [[Material]] ihrer [[Natur]] [[getrennt]] und zugleich sich selbst als [[gesellschaftliche]] wie auch [[natürliche]] [[Wesen]] ausgesetzt und dem [[Doppelcharakter]] ihrer [[Zwischenmenschlichkeit]] überlassen (siehe [[Teilung der Wahrnehmung]]). Daher ist jedes Individuum schon durch den [[gesellschaftlichen]] Zwang zur [[Reproduktion]] der [[Isolation]] seiner [[monadischen]] Existenzformen (siehe auch [[Vereinzelung]]), zu einer [[Selbstverwertung]] seiner [[Selbstwertigkeit]] bestimmt (siehe auch [[Selbstoptimierung]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und deshalb ist darin die Familie vor allem eine [[Institution]] der [[bürgerlichen]] [[Notwendigkeiten]] ihrer Lebensformationen, eine Fluchtburg (siehe [[Lebensburg]]) zur [[Bergung]] eines [[gesellschaftlich]] [[ausgeschlossenen]] und daher ausschließlichen [[Lebens]] in ihren [[unmittelbar]] [[subjektiv]] auftretenden [[Lebensnöten]] (siehe auch [[Lebenspflichtigkeiten]]). Diese verlangen vom [[einzelnen]] Menschen mehr als nur das [[unmittelbar]] [[Notwendige]] (siehe hierzu auch [[Teilung der Wahrnehmung]]): Sie verlangen ein [[Wissen]] und [[Bewusstsein]] über den gesamten Lebensablauf der nur [[privat]] [[vermittelten]] Existenz der [[vereinzelten]] Menschen in den [[zwischenmenschlichen Verhältnissen]] der [[bürgerlichen Kultur]], ihrer sozialen [[Reproduktion]] als vergesellschaftetes [[Naturwesen]] in einer denaturalisierten [[Gesellschaft]], über ihre [[Bildung]], Krankheiten die Jugend und [[Alterung]] der [[Generationen]], der [[Vermittlung]] und Vorsorge für ihre [[Lebensgewohnheiten]] usw.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der wesentliche Unterschied der [[Generationen]] ist der [[Zweifel]] der Älteren gegen die Hoffnungen der Jüngeren. In einer [[erzieherische Beziehung]] ist niemand in der Lage, den Eltern die Hoffnung der Kinder zu [[vermitteln]] und so sind die Eltern auch nicht in der Lage aus ihren Zweifeln [[Erkenntnisse]] zu [[bilden]], die sie den Kindern [[vermitteln]] könnten. Erziehung wäre ja auch [[wirklich]] unnötig und nur ein einfaches menschliches [[Verhältnis]] von alten und jungen Menschen, wenn sich darin die [[Generationen]] in einem gemeinen [[Wesen]], in einem [[wirklichen]] [[Geweinwesen]] als ein gemeines [[Wesen]] ihrer [[Kultur]] [[erkennen]] könnten. Doch auch dies würde einige [[Änderung]] an [[kulturell]] [[bestimmten]], an ihren [[zwischenmenschlichen Verhältnissen]] voraussetzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[bürgerliche]] [[Familie]] ist daher nicht nur eine [[Institution]] des öffentlichen [[Rechts]] (siehe auch [[bürgerlicher Staat]]), sondern vor allem die [[Lebensburg]] einer [[narzisstischen]] [[Sinnbildung]] der [[Selbstveredelung]]. Diese ist gespalten in das [[Bildungsvermögen]] einer [[erzieherishcn Beziehung]] der Kinder mit ihren Eltern (siehe auch [[Bildungsbürgertum]]). Denn darin aufgeteilt (siehe [[Teilung der Wahrnehmung]]) in die Sinnstiftung der Kinder für das [[Leben]] ihrer Eltern und der [[Fürsorge]] der Eltern für die [[Existenz]] ihrer Kinder (siehe auch [[Lebenspflicht]]). Für sie [[erscheint]] dies als [[Selbstverständlichkeit]] ihrer [[subjektiven]] [[Erfahrungen]], ihrer [[Gefühle]] und [[Stimmungen]]. Für die Eltern ist es das Glück ihrer Selbsterneuerung, das ihnen ihre Kinder [[objektiv]] bieten können. Von daher ist die [[Familie]] eine Lebenswelt, die [[Kultur]] einer [[objektiven Subjektivität]] an deren [[subjektiver]] Bruchstelle (siehe [[subjektive Objektivität]]) ihre [[bürgerliche]] [[Existenz]] gelingen soll (siehe auch [[Existenzwert]]. [[Bürgerliche]] Familien sind also [[Institutionen]] der [[bürgerlichen Kultur]], die in den [[zwischenmenschlichen Verhältnissen]] der [[Geschlechter]] und [[Generationen]] ihre [[zwischenmenschlichen Beziehungen]] über die [[Teilung ihrer Wahrnehmungen]] hinweg zu bewahren und versichern suchen. Von da her ist die [[Pubertät]] ein arbeitsintensives Unterfangen der [[Emanzipation]] von der Familie als [[Institution]] der [[bürgerlichen]] [[Existenz]] gerade dann, wenn sie selbst sich in den [[Widersprüchen]] in der [[Konkurrenz]] der [[Selbstverwertungen]] zwischen den [[Notwendigkeiten]] einer [[eigenen]] [[Sinnbildung]] und ihrer [[Jugendkultur]] verfängt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Denn Familien gründen auf Eltern, die sich aus der [[Konkurrenz]] der [[zwischenmenschlichen]] [[Selbstbehauptungen]] durch eine oder mehrere Übereinstimmungen gefunden und sich aus ihnen herausgesetzt haben. Die [[Gefühle]] ihrer Übereinkunft machen die [[Stimmung]] ihres Zusammenlebens aus, die in der Familiengeschichte weitgehende Folgen hat, denn darunter [[entwickeln]] sich nicht nur die familiären [[Selbstgefühle]] der Eltern, sondern vor allem auch die [[lebenswelten]] der Kinder, die darin geboren oder angenommen werden. Was sie hier [[empfinden]] ist für sie [[existenziell]] und daher so [[objektiv]], wie das Einkommen der Eltern für alle zugleich ist. In dem darin [[vermittelten]] [[Sinn]] [[vergemeinschaften]] sich ihre [[Selbstbehauptungen]] im [[ganzen]] [[Verhältnis]] ihrer [[Einstimmung]] (siehe [[symbiotische Selbstbehauptung]]). Diese gebietet ein Schutzverhältnis unter den Gliedern der Familie und [[entwickelt]] sie zwangsläufig zu einem besonders abgeschirmten [[Lebensraum]], zu einer [[Lebensburg]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In einer Welt der [[Zwischenmenschlichkeit]], worin der [[Selbstwert]] ihrer [[Beziehungen]] durch eine [[allgemeine]] und [[ausschließliche]] [[Selbstbezogenheit]] der [[Selbstverwertung]] herrscht, [[konkurrieren]] die Menschen um ihre [[Liebe]] und damit um ihre innerste [[Wahrheit]], um ihre [[Wahrnehmungsidentität]], wodurch ihr [[Leben]] beengt und zu einer stetigen [[Angst]] um ihren [[persönlichen]] [[Wertschätzuung]] in ihren [[zwischenmenschlichen Verhältnissen]] geworden war (siehe hierzu auch [[Lebensangst]]), der die einzige Gewähr für ihre [[Selbstverwertung]] bietet. Von daher haben sich die Menschen in ihren [[zwischenmenschlichen Beziehungen]] selbst als das [[Material]] ihrer [[Verhältnisse]] [[wahr]] und gründen hierauf die [[Kultur]] einer [[allen gemeinen]] [[Selbstwahrnehmung]]. Hierdurch fällt ihre [[Existenz]] mit ihrer [[Selbstwahrnehmung]] zusammen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Familiär ist der Verbund von Zugehörigem und [[begründet]] von daher auch das [[Verhalten]] der Angehörigen - oft bis hin zur [[Hörigkeit]]. Die [[bürgerliche]] Kleinfamilie (siehe hierzu auch [[Kleinbürger]]) ist allerdings kein wirklich [[zwischenmenschliches Verhältnis]], weil sie in den [[Verhältnissen]] der [[burgherrlichen Gesellschaft]] durch die [[Natur]] der [[Geschlechter]] und [[Generationen]] bedingungslos, also [[unbedingt]] – lebensnotwendig und [[lebenspflichtig]] zugleich - geworden ist. Dies ist aber keine [[wirkliche]] [[Begründung]] der Familien. Es sind die in der individuellen [[Selbstbehauptung]] bedrohten [[Verhältnisse]] der [[Selbstachtung]]; es ist das Prinzip der [[Selbstverwertung]] untergegangener [[Liebesbeziehungen]], das nach einer Verbindlichkeit dessen verlangt, was in [[zwischenmenschlichen Verhältnissen]] nicht [[wirklich]] verbunden und also auch nicht [[wirklich]] verbindlich sein kann. Daher ist die bürgerliche Familie ein elaboriertes Liebesnest, das vor allem als [[Lebenburg]] gegen die [[Konkurrenzen]] in der [[Einverleibung]] [[entfremdeter]] [[Selbstachtung]], in den [[Verhältnissen]] der [[Selbstverwertung]] in den öffentlichen [[Strukturen]] der [[bürgerlichen Kultur]] lebensnotwendig wird. So funktioniert die Familie wie ein kleiner [[Staat]] im Großen, indem sie die wechselseitige Ausplünderung der [[zwischenmenschlichen]] [[Selbstwahrnehmungen]] absichert und sie durch einen Himmel über ihre [[private]] Borniertheiten [[veredelt]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und von daher [[erscheinen]] ihnen ihre [[subjektive]] [[Beziehungen]] selbst [[objektiv]] [[bestimmt]] (siehe hierzu auch [[objektive Subjektivität]]) und also [[existenziell]] (siehe hierzu auch [[Existenzwert]]). Und so stellen sich ihnen auch ihre [[Existenzängste]] wie eine [[subjektive Objektivität]] dar und werden selbst zur angstvollen [[Lebensbedingung]], zu einer [[Lebensängstlichkeit]], von daher als [[Struktur]] von [[Lebenpflichtigkeiten]] ihres [[persönlichen]] Alltags, zu einem [[familiären]] Zusammenschluss der [[Selbstgefühle]] und [[Stimmungen]] [[gesellschaftlich]] [[isolierter]] Menschen. Darin [[kehren]] sich die [[Inhalte]] ihrer [[zwischenmenschlichen Verhältnisse]] um zu einer in sich mehr oder weniger geschlossenen, also [[ausschließlichen]] Existenzform.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch eine familiäre Lebensstruktur entstehen [[personifizierte]] Hierarchien der [[Geschlechter]] und [[Generationen]], worin ihre [[Selbstwahrnehmung]] sich [[psychisch]] gegen ihre objektive Existenzform, gegen die [[existenziellen]] [[Formationen]] ihrer [[Lebenswirklichkeit]] wendet (siehe hierzu die Entstehung des so genannten [[Über-ichs]]). Die hierdurch kontrollierten [[Selbstgefühle]] ihres [[Lebens]] spalten sich [[qualitativ]] zwischen ihrem substanziell menschlichen [[Sein]] und ihrem familiären [[Dasein]] so dass sich dadurch ihre [[Persönlichkeit]] durch und für sich verdoppelt und [[systematisiert]] (siehe hierzu auch [[Psychoanalyse]]). Dadurch entsteht eine [[Verselbständigung]] der [[zwischenmenschlichen]] Existenzform ihrer familiären Bedingungen, in der sich immer wieder eine [[eigentümlichen]] [[Form]] ihrer [[Angst]] entwickelt, worin sich die familiären Menschen [[erkennen]] und erhalten, sich aber immer wieder in ihrer [[Lebensangst]] [[vergegenwärtigen]] müssen. Hierdurch wird die im Allgemeinen [[personifizierte]] Lebensstruktur der [[Privatpersonen]] zu einem [[psychisch]] [[veräußerlichten]] Lebenszusammenhang ihrer [[Geschichte]] und im Zusammenhang ihrer [[Selbstgefühle]] zunehmend [[absolut]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es bietet sich die Familie zunächst als ein [[persönlicher]] Rückzug aus dieser Welt an und [[begründet]] somit einen [[Lebensraum]] der [[Geborgenheit]] des [[persönlichen]] [[Verhältnisses]] einer [[zwischenmenschlichen Beziehung]] in einer [[Lebensburg]], durch die alle [[Beziehungen]] außerhalb der [[unmittelbaren]] Vertraulichkeit ihrer [[Persönlichkeiten]] mehr oder weniger gründlich [[ausgeschlossen]] werden. Dadurch werden ihre [[Beziehungen]] nicht nur [[emotional]] [[isoliert]] und die [[Gesellschaft]] als Außenwelt [[wahrgenommen]], sondern auch zwischen den Familienmitgliedern in ihrer [[wirklichen]] Bezogenheit je nach dem Status ihrer [[Lebenspflichtigkeit]] [[getrennt]]. Sie müssen daher ihre intime [[Gemeinschaft]] eines [[ausschließlichen]] und [[ängstlichen]] [[Lebens]] als [[Sinn]] ihrer [[Gemeinschaft]] behaupten (siehe [[Selbstbehauptung]]), das sie allerdings vor allem nur in ihren vergemeinschafteten [[Selbstgefühlen]] [[vergegenwärtigen]] können. Der Sinn ihrer Beziehung wird durch die Form seiner [[ausschließlichkeit]] zu einem mächtigen [[Familiensinn]], der sich in den [[erzieherischen Beziehungen]] der Familie ausbreitet und seinen Paternalismus [[verwirklicht]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ihre [[Vergegenwärtigung]] bleibt von da her [[unwirklich]], weil sie sich in familiären [[Beziehungen]] nicht wirklich vergemeinschaften kann. In dieser [[Beziehung]] bleiben und bewähren sich die [[Selbstgefühle]] als Formation ihrer [[Lebensangst]] und machen aus der [[Form]] ihrer [[Gemeinschaft]] eine Fluchtburg ihrer [[Selbstbezogenheiten]]. Und im [[Lebensraum]] einer somit gegründeten [[Lebensburg]] [[verkehren]] sich ihre [[subjektiven]] [[Beziehungen]] in ihren [[Inhalten]] in eine [[objektive]] Lebensform, worin die Menschen zu [[Objekten]] ihrer [[ausschließlichen]] und also eingeschlossenen [[Wahrheit]] werden. Alles [[Subjektive]] ist daher in diesem [[Lebensverhältnis]] zugleich [[objektiv]]: Die Älteren werden zu objektiven Subjekten des Verhältnisses (siehe hierzu [[objektiver Subjektivismus]]), die Jüngeren zu subjektiven Objekten ihrer [[Selbstwahrnehmung]] (siehe hierzu [[subjektiver Objektivismus]]). Die [[Beziehung]] von [[Form]] und [[Inhalt]] [[verkehrt]] sich so zu einer inhaltlich bestimmenden [[Form]] des [[Verhaltens]]. Das [[Objektive]] wird durch die so gewordene [[Formbestimmung]] zu einem [[objektiven]] [[Subjekt]], das [[Subjektive]] hierdurch [[fremd bestimmt]], ihr [[Dasein]] [[entgegenwärtigt]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es hat sich von daher aus der [[Allgemeinheit]] der familiären [[Selbstgefühle]] eine Mitte ergeben, die zugleich einen Mittler hat: Die allgemeine [[Selbstigkeit]] [[lebensängstlicher]] Menschen. Diese wird zu einem[[ausschließlichenSelbstgefühlin allem, was einen inneren Gefühlszusammenhang durch eineverselbständigteSelbstgerechtigkeitbegründet, die über die einzelnenGefühlehinweg alle bestimmt und sich hiergegenausschließlichalsWertihrerSelbstbezogenheitenverhält. IhrSelbstwertreduziertsich auf das, was sie diesem Allgemeingefühl erbringen. DasSelbstgefühlwird von da her zum inneren Maßstab derGefühle, zum illusorischen Herz allerzwischenmenschlichen Bezogenheit. Alle ihrezwischenmenschlichenBeziehungen sind diesem unterworfen, werden hiernachgebildetundentwickeltund bemessen und begrenzt. DieburgherrlicheFamilie ist hierdurch zu einemseelischenSubjekt, zumallgemeinenSinnderZwischenmenschlichkeitpsychischerVerhältnisse, zum Wertmaß ihrerGefühlegeworden, das mit derDichteihrerVerhältnisseimmer mächtiger wird.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus diesem Maß wird nun verlangt, dass sich die Menschen seinem [[psychischen]] Ansinnen beugen und sich in den [[Beziehungen]] ihrer [[zwischenmenschlichen]] Gesellschaft gegenüber produktiv erweisen. Das verlangt, dass sie sich ihren [[seelisch]] gewordenen [[Selbstwert]] dadurch verschaffen, dass sie in ihren [[zwischenmenschlichen Beziehungen]] sich in ihrem [[Gemeinsinn]] wechselseitig anerkennen, um sich das [[einzuverleiben]], was sie durch die Gegenwart ihrer Wechselseitigkeit an [[Sinn]] [[erleben]], [[erfahren]] und [[haben]] können. Ihre leibliche Gegenwart wird zum Träger ihres seelischen Zusammenwirkens und was sich darin an [[Wahrheit]] offenbart, was in ihrem [[Selbsterleben]] [[wahrgehabt]] und [[wahrgenommen]] wird, das ist nicht ein wirklich nur stofflicher Leib, sondern vor allem das, was er mit sich bringt: Geistige Gegenwärtigkeit und [[Vergegenwärtigung]] [[seelischer]] [[Kräfte]] aus dem Irgendwo (siehe auch [[Medien]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Doch diese [[Vergegenwärtigung]] scheitert auf Dauer früher oder später in ihren eigenen [[Lebensverhältnissen]] daran, dass sie in ihrer [[Wahrnehmung]] nur das [[wahrhaben]] können, was ihre scheinbare [[Wahrheit]] in ihren Lebensverhältnissen, besonders in denen der Kleinfamilie verliert, wodurch ihre [[Wahrnehmungsidentität]] selbst in in einen hintergründigen [[Selbstverlust]] gerät und sich die [[seelischen]] Anteile ihrer [[Triebkräfte]], die sich in der [[Getriebenheit]] ihrer [[Selbstgefühle]] noch ausgelebt hatten, schließlich durch die nötigen Strukturen ihres Familienlebens zu einer systematischen [[Angst]] entwickelten und zu einer familiären [[Lebensangst]] verfestigt haben. Die kommt auf ihre ursprüngliche [[Triebkraft]] (siehe [[Abstraktionskraft]]) als [[Negation]] ihrer vorausgesetzten [[Antriebe]] zurück, und [[totalisiert]] ihren [[Selbstverlust]] zu einer [[negativen]] [[Wahrnehmungsidentgität]]. Indem ihre [[psychischen]] Antriebe sich auf diese Weise zu einer [[negativen]] [[Triebkraft]] umkehren, kehren sie ihre [[Abstraktionskraft]] gegen ihre [[Empfindungen]] und ihre [[Selbstgewissheit]] ins Jenseits der familieren Burg zu einer totalen [[Ungewissheit]], die ihre [[Selbstwahrnehmung]] nur negativ fortbilden kann. Dadurch bedrängen sich ihre [[Selbstgefühle]] gegen sich (siehe auch [[psychische Depression]]) und töten sie leztlich ab (siehe [[Todestrieb]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Doch an sich ist [[Familie]] ein [[existenzielles]] [[Lebensverhältnis]] der [[Geschlechter]] im [[Verhältnis]] ihrer [[Generationen]]. In der [[bürgerlichen Gesellschaft]] ist Familie jedoch das politisch zugrunde liegende [[Lebensverhältnis]] einer [[bürgerlichen Kultur]], das sich aus der [[Wesensnot]] und [[Angst]] [[zwischenmenschlicher]] [[Existenzen]] zu einem [[privaten]] [[Lebensraum]] im [[Kapitalismus]] entwickelt hat. Ihrer aktuellen [[Selbstverwertung]] gemäß ist die Familie ein [[existenzielles]] [[Lebensverhältnis]], das sich aus der bloßen [[Existenzangst]] durch Anteile am [[gesellschaftlichen]] [[Mehrwert]] der allgemeinen Lebensverhältnisse zu einem [[privaten]] [[Lebensraum]] des [[Mittelstands]] entwickelt und herausgesetzt hat. Nur wo sich die Menschen im [[Kapitalismus]] durch einen mehr oder weniger mächtigen [[Geldbesitz]] als [[kleinbürgerliche]] [[Persönlichkeiten]] über ihren besonders [[privaten]] [[Lebensraum]] zu [[Kulturbürger]] [[emanzipiert]] haben, kommen sie aus der [[gesellschaftlichen]] [[Entfremdung]] der [[persönlichen]] [[Lebensverhältnisse]] über die [[Unmittelbarkeit]] ihrer ebenso sozialen wie individuellen [[Reproduktion]] durch ihre Familien wieder auf sich als scheinbar natürliche [[Subjekte]] ihrer [[zwischenmenschlichen Verhältnisse]] zurück. Weil sie sich also über die [[durchschnittlichen]] [[Notwendigkeiten]] ihrer [[bürgerlichen]] [[Existenz]] hinaus, über die ihnen verfügbaren [[Kaufmittel]], über den [[Mehrwert]] ihres [[Geldbesitzes]] zur [[Reproduktion]] ihrer damit auch höherwertigen [[Privatpersönlichkeit]] vollständig subjektiv [[erleben]], können sie auch in den [[zwischenmenschlichen Verhältnissen]] der [[Selbstveredelung]] sich zu [[edelmutigen]] [[Persönlichkeiten]] entfalten und durch die Potenziale ihrer [[Selbstvergegenwärtigung]] auch die Vererbung ihrer [[Selbstveredelung]] zu ihrer Lebensaufgabe gemacht haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jedoch dadurch, dass die Familie eine [[Form]] der Bewältigung einer [[allgemeinen]] [[Lebensangst]] ist, ist diese nicht [[wirklich]] &#039;&#039;aus der Welt&#039;&#039;. Sie ist darin lediglich [[strukturiert]] in den famiiären Rollen von [[Mann]] und [[Frau]] und Kind (siehe [[Generationen]]). Und weil und solange diese Rollen zur Bewältigung einer bürgerlichen [[Lebensgemeinschaft]] funktionieren müssen, sind die Beteiligten in einem mehr oder weniger [[aufklärbaren]] [[Verhältnis]] der darin [[vermittelten]] [[Lebenspflichten]], - besonders auch [[inhaltlich]] durch die [[erzieherischen Beziehungen]], die der [[Notwendigkeit]] zur Bewältigung einer noch nicht absehbaren Zukunft folgen sollen, wird der familiäre [[Lebenzuammenhang]] vor allem durch eine [[Lebensschuld]] [[bestimmt]] und [[vermittelt]], die sich in der[[sinnlichen]] [[Not]] ihrer [[Gemeinschaft]] zur [[Formation]] einer [[Notgemeinschaft]] [[entwickelt]] und die Menschen unter ihren [[abstrakten]] [[Notwendigkeiten]] vereint (siehe [[Einheit]]), die sich in den [[Personifikationen]] einer [[symbiotischen Selbstbehauptungen]] darstellen und hierdurch in ihrer [[unmittelbarkeit]] [[wahr]] [[erscheinen]] und hierdurch unüberwindbar [[gelten]]. Doch deren Belastungen treten zunächst in den [[Empfindungen]] und [[Gefühlen]] als [[Stimmung]] ihrer [[Gemeinsinnigkeit]] auf, die die betroffenen Menschen in ihren [[zwischenmenschlichen Beziehungen]][[vermitteln]]. Eine [[Psychologie]], die diesen Zusammenhang nicht aufdeckt, kann niemals der [[Emanzipation]] dienen, die sie in ihrem Anspruch vorgibt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch im Kleinen des [[gesellschaftlichen]] [[Reichtums]] ist die Familie das [[wesentliche]] [[Verhältnis]] der [[Generationen]] von Eltern und Kindern, ein [[existenzielles]] [[Verhältnis]] der [[Geschlechter]] als ein [[Lebensverhältnis]] der [[bürgerlichen Subjekte]], die sich gegen das Auseinderfallen ihrer menschlichen [[Eigenschaften]] im [[Dazwischensein]] ihrer [[Liebe]] zusammenraffen. In der Familie verwirklichen sie aber nicht die [[gesellschaftlichen]] [[Beziehungen]] ihrer [[Wirklichkeit]], sondern die [[Bestimmungen]] und [[Stimmungen]] ihrer [[Selbstveredelungen]] in einem [[zwischenmenschlichen Verhältnis]] von [[narzisstischen Persönlichkeiten]], deren [[Selbstverwirklichung]] an einer Verdopplung ihrer [[Selbstbezogenheit]] über ihre [[erzieherischen Beziehungen]] interessiert und ausgerichtet ist. Familie ist damit ein Hort der [[Anerziehung]] [[objektivierter]] [[Inhalte]] von [[Selbstgefühlen]], die in ihrer [[Kultur]] als [[objektive Selbstgefühle]] notwendig zur [[Selbstbehauptung]] sind, sich familiär aber nur im [[Widerspruch]] zwischen ihren [[Empfindungen]] und [[Gefühlen]] behaupten können. Denn zugleich soll Familie ein Schutzraum ihrer [[Beziehungen]] sein, die sich darin [[rechtlich]], [[psychisch]] und [[wirtschaftlich]] gegen einander versichern und hierdurch ihr [[Leben bergen]] (siehe [[Lebensburg]]), auch wenn sie vieles davon verbergen müssen. Von daher ist sie eine fundamental [[widersprüchliche]] [[private]] Lebensform, die für sich und für die Menschen niemals frei (siehe auch [[Freiheit]]) sein ist sie wesentlich von ihrer Existenzform abhängig ist (siehe [[Existenzwert]]). Was darin nötig ist [[erscheint]] [[unmittelbar]] [[natürlich]] [[bestimmt]] (siehe auch [[Warenfetischismus]]) und gilt wie eine Naturbestimmung als ein [[absoluter]] [[Lebenswert]] von [[Lebenspflchtigkeiten]] für die Beteiligten. Durch sie entstehen dann allerdings [[Lebenspflichten]], die sich nicht [[existenziell]] [[vermitteln]] un [[bewahrheiten]] lassen, weil diese dem [[Dasein]] ihrer [[Formbestimmungen]] als Hort der Befähigung zu menschlicher [[Selbstverwertung]] (siehe auch [[Wert]]) [[widersprechen]] würde und stattdessen eine [[Systematik]] einer [[mystifizierten]] [[Lebensschuld]] entwickeln. Darin wandelt sich die ausgänglich fundamentale [[Angst]], die [[Angst]] der [[Bürgerinnen]] und [[Bürger]] (siehe [[Kleinbürger]]) um ihre [[Verbürgung]] [[zwischenmenschlicher]] [[Existenzen]], in eine [[Lebensangst]] vor dem Verlust ihrer [[Selbstbezogenheiten]] (siehe [[Selbstverlust]]), wodurch die Menschen von sich selbst abrücken (siehe [[Selbstentfremdung]]) und [[verrückt]] werden (siehe hierzu [[Wahrnehmungszustand]]) und als &#039;&#039;[[Psychisch Kranke]]&#039;&#039; [[gesellschaftlich]] aussortiert und [[kulturell]] [[isoliert]] und [[ausgeschlossen]] werden können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In einer [[Gesellschaft]], in der die [[Bedürfnisse]] der Menschen als ihr Lebensgenuss [[getrennt]] von ihrer [[Arbeit]] (siehe [[Teilung der Arbeit]]), als ihre [[existenzielle]] Verpflichtung (siehe [[Lebenspflicht]]), als [[objektives Sollen]] des [[Lebens]] [[erscheint]], kann sich alle [[Existenz]] nur [[zwischen den Menschen]] [[vermitteln]] und sich in deren Existenzverwertung (siehe [[Existenzwert]]) durchsetzen. Ihre [[zwischenmenschlichen Beziehungen]] verhalten sich durch die [[Abwesenheit]] einer [[gegenständlichen]] [[Wirklichkeit]] in den Menschen als [[Angst]] vor einem [[Selbstverlust]], dem Verlust der [[Sinnlichkeit]] ihres [[Lebens]], vor dem [[gesellschaftlichen]] Nirwana, einem [[allgemeinen]] [[Nichts]], dem Loch einer [[fremden]] [[Wahrnehmungsidentität]], die sich gegen die [[Nichtungen]] des Lebens nurmehr aus der Unmöglichkeit einer [[wesentlich]] [[sinnlichen]] [[Beziehung]] in [[zwischenmenschlichen Verhältnissen]] ergibt und immer wieder in dem scheitern kann, was darin zu [[verwirklichen]] versucht wird. Weil sich dies im [[allgemeinen]] [[Erleben]] nur zwischen dem Lebensglück der [[Liebe]] und der [[Lebenspflichtigkeit]] ihrer [[Existenz]], als ihrer [[negierten]] [[Wirklichkeit]] - als durch sich selbst schon verneintes Lebensglück (siehe hierzu auch [[Nichtungstrieb]]) [[ereignen]] kann - suchen die [[Zwischenmenschen]] eime [[Wahrnehmungsidentität]] in einer gemeinen [[Lebensstruktur]] [[aufzuheben]], in der sie sich ihrer wechselseitigen [[Liebe]] durch die Lebensgemeinschaft einer Lebenspartnerschaft als [[Familie]] [[verbürgen]] indem sie die [[Entgegenwärtigungen]] ihrer [[narzisstische]] [[Selbstbezogenheiten]] [[aufheben]], sich an einander selbst [[vergegenwärtigen]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Selbstvergegenwärtigung ist eine Rückbeziehung auf sich selbst, die sich aus der [[Unwirklichkeit]] der [[Selbstwahrnehmung]] begründet. Es ist eine Vergewisserung einer [[persönlichen]] [[Identität]], die in [[psychisch]] bestimmten [[Verhältnissen]] nötig geworden ist, weil sich die durch ihre [[Gefühle]] [[objektiv]] verunsicherten Menschen darin behaupten und veredeln müssen. Was der [[narzisstische Persönlichkeit]] entgangen war, wird im Nachhinein durch eigenmächtige [[Beziehungen]] über die [[Geborgenheiten]] der [[Selbstwahrnehmung]] zurück gewonnen. Ihr ausdrückliches Lebensverhältnis ist daher eine [[Lebensburg]], welche die darin vereinigten [[Selbstbeziehungen]] für sich behauptet und sie in der [[Ausschließlichkeit]] ihrer [[Selbstbehauptung]] bestätigt und eingrenzt und alle [[fremden]] [[Selbstwahrnehmung]] ausgrenzt. Darin entstehen schließlich die [[Verhältnisse]] der [[symbiotischen Selbstbehauptung]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[bürgerliche]] Familie ist von da her der Zusammenschluss einer vergemeinschafteten [[subjektiven]] [[Selbstbehauptung zu einer Hausgemeinschaft derGenerationenund ihren existenziellen Lebenspflichtigkeiten (siehe auchLebenspflichten). Von daher stellt sie in ihrereinzelnenExistenzform dieFormeiner vergemeinschaftlichenVereinzelung dar, einersymbiotischeGemeinschaft, die durch denpersönlichenGemeinsinn(siehe auchFamiliensinn) ihrerSelbstbehauptunggegen das Elend vongesellschaftlichisoliertenMenschen als Burg einerzwischenmenschlichenGemeinschaftüber die vereinzelteindividualistischeExistenznarzisstischer Persönlichkeitenhinweghilft.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im [[Einzelnen]] gründet von da her jede Familie auf einer liebenden Gemeinschaft, so wie diese in ihre Gründung eingegangen ist. Es gehen darin also zunächst oder an sich die [[Gewohnheiten]] einer Lebenslust der [[Liebe]] zwischen Menschen ein, die für sich eine Lebensgemeinschaft über alle Widernisse ihres [[Lebens]] hinweg suchen und sich im [[privaten]] [[Dazwischensein]] ihrer [[gesellschaftlich]] öffentlichen [[Lebensverhältnisse]] versprechen, um dadurch einen Hort ihrer geschlechtlichen Identität und deren Konsequenzen zu schaffen. Im [[Allgemeinen]] ist diese Familie eine [[Gemeinschaft]] zur [[Reproduktion]], Fortpflanzung und [[Ausbildung]]des Gattungslebens und der Organisation der hieraus entstehenden Aufgaben, wie sie durch deren [[Lebensbedingungen]], den [[Notwendigkeiten]] ihrer [[objektiven]] [[Lebensbestimmungen]] und [[Umstände]] (siehe auch [[Formbestimmung]]) gestellt sind. Was bei den Tieren noch urwÜchsig aus ihrer Paarung als unmittelbar verwirklichte Geschlechtskultur hervorgeht ist fÜr die Menschen eine Sinnstiftung in den gesellschaftlichen [[Verhältnissen]] ihrer [[Naturmacht]], der Existenzform ihrer [[Kultur]] und den sozialen [[Notwendigkeiten]] der [[Reproduktion]] und [[Produktion]], der Fortpflanzung ihres [[Reichtums]], dem [[Verhältnis]] der [[Geschlechter]] und der [[Generationen]] und dem gesellschaftlichen Zusammenhang ihrer Erzeugnisse als [[Produkte]] ihrer [[Geschichte]], indem sie in ihren existenziellen Lebensgemeinschaften ihr [[Leben bergen]] wie auch verbergen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von da her ist in der [[bürgerlichen]] Kleinfamilie die Familie überhaupt die [[Lebensburg]] eines im Grunde beklemmenden [[Lebensverhältnisses]], als [[objektiv]] [[bestimmte]] [[Gemeinschaft]] zwischen Lebenslust und [[Lebenspflicht]], In ihrer Vergemeinschaftung begegnen sich die Menschen als familiäre [[Persönlichkeiten]] - sowohl als [[verkörperung]] ihres leiblichen Glücks als auch als Arbeitsgemeinschaft zur Bewältigung ihrer [[Lebenspflichtigkeiten]]. Der [[Widerspruch]] ihrer Gemeinschaft mag in ihrem ganz [[persönliche]] [[Familiensinn]] aufgehoben erscheinen; tatsächlich aber hintergehen die familiären [[Persönlichkeiten]] und Verwandschaften alles familiäre Glück schon durch die [[Struktur]] ihrer lebendige Verpflichtungen. Was durch die [[Lebensverhältnisse]] innerhalb der [[Lebensburg]] im [[Einzelnen]] als Lebenslust erscheint, wird im [[Allgemeinen]] gegen diese [[Beziehungen]] nichtig, zur Quelle einer [[strukturell]] [[substanziellsierten]] [[Lebensangst]]. Und solche [[Struktur]] wird mehr oder weniger schnell brüchig, sobald sich das Versprochene nicht [[wirklich]] erhalten lässt. Mit der [[Enttäuschung]] des Glücks einer an sich [[heilen Welt]] bricht die darin geborgene und verborgene [[Angst]] in einem [[Zustand]] der Ausweglosigkeit aus, wenn die Auflösung einer Familie in [[isolierten]] [[Lebensverhältnissen]], in der [[Ungewissheit]] möglicher kultureller oder materieller [[Verelendung]] endet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Lebensangst]] war dem ursprünglich schon längst vorausgeeilt, bevor sich ihre [[nichtende]] Macht [[ereignet]] und also [[verwirklicht]] hat. Sie hat eben ihren Ursprung schon in der Gründung einer Kleinfamilie (siehe [[Familie]]) der [[bÜrgerlichen Gesellschaft]], - nicht weil die schon durch sich selbst Angst machen würde, sondern weil darin die [[Wirklichkeit]] einer [[objektiven]] Lebensbedrängung zwischen Lebenslust und [[Lebenspflicht]] [[subjektiv]] aufgehoben ist. Die [[objektive]] [[VNichtungsmacht]] der [[Existenzverwertung]] des [[Kapitals]] setzt ihren [[Nichtungstrieb]] eben immer schon und unmittelbar ganz [[subjektiv]] durch. Eltern und Kinder sind im [[Allgemeinen]] durch die [[private]] [[Existenz]] ihrer [[erzieherischen Beziehungen]] Überfordert, hiergegen anzukämpfen. Ein Kompromiss zwischen lebenslust und [[Nichtungstrieb]], wie ihn die [[bürgerliche]] Familie durchziehen muss, richtete auf Dauer die Lebenkräfte [[isolierter]] [[Existenzen]] schon durch ihren [[Existenzwert]] über die nötigen [[Eigentumstitel (z.B. Mieten und Gebühren) zugrunde.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Den Kindern gelten die Eltern als ihre objektive [[Lebensbedingung]], die ihre [[ganze]] [[Subjektivität]] bestimmen. Soweit dieses [[Verhältnis]] [[gesellschaftlich]] [[isoliert]] und also total ist, entsteht in dem ausweglos scheinenden [[Leben]] eine Beengung durch die [[objektive]] [[Wirklichkeit]], deren subjektive [[Wirkungen]] in ihrem [[Grund]] nicht [[wahrnehmbar,]] nicht [[erkennbar]] sind, weil das [[erkennende]] [[Subjekt]]zugleich [[Objekt]] seiner eigenen [[Lebensbedingungen]], der [[Formbestimmung]] einer [[abwesenden]] [[Selbstwahrnehmung]] ist. Darin ist es die [[Angst]] vor der Übermacht einer [[existenziellen]] [[Struktur]] des [[Lebens]], welche die [[wahre]] [[Lebensäußerung]] und eigene Handlungsfähigkeit bedroht. Weil sie damit schon in einem Menschen selbst [[existenziell]] ist, verdoppelt sich durch die [[Angst]] um eine [[Wahrnehmungsidentität]] die [[Existenzangst]] zu einem manchmal auch chronisch werdenden [[Wahrnehmungszustand]], der durch eine [[objektive]] [[Nichtung]] seiner kulturellen Grundlagen entsteht und die ganze [[Subjektivität]] der [[Selbstwahrnehmung]] beherrscht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der [[bÜrgerlichen Gesellschaft]], in der selbst schon die Lust am [[Konsum]] und die Pflicht zur [[Lohnarbeit]] gespalten ist, in der die [[Lebensbedingungen]] zwischen [[Subjektivität]] und [[Objektivität]], zwischen [[BedÜrfnis]] und [[Arbeit]], zwischen [[Reproduktion]] und [[Produktion]] der [[gesellschaftlichen]] [[Verhältnisse]] zerteilt sind (siehe auch [[Teilung der Arbeit]]), begrÜndet sich eine Familie durch die [[zwischenmenschlichen Verhältnisse]] der [[persönlichen]] [[Beziehungen]] ihrer [[wirtschaftlichen]] und [[zwischenmenschlichen]] [[Existenz]], durch ihr Einkommen und durch die Liebesbeziehungen in einer persönlichen [[Gemeinschaft]] von [[privaten]] Haushalten, die durch ihr [[isoliertes]] [[Dasein]] zwischen [[Konsum]] und [[Arbeit]] sich als [[Existenz]] und zu ihren [[Existenzwert]] behaupten mÜssen (siehe auch [[Selbstbehauptung]]). Durch die [[Konkurrenz]]verhältnisse der Selbsterhaltung sind die Familien aber schon in den verschiedenen [[Klassen]] und [[Lebenswerten]] [[strukturel]] unterschieden (siehe [[Klassengegensatz]]), in denen sie sich im bloßen Kampf um ihre [[Existenz]] auch dem entsprechend gegeneinander verhalten mÜssen - einfach nur um in einer [[ausschließlich]] [[privaten]] Lebensform ihren existenziellen Zwängen (siehe [[Lebenspflichten]]) durch die [[Notwendigkeiten]] der [[Arbeit]] und der [[Ausbildung]] der nachfolgenden [[Generationen]] zu genÜgen und zugleich exklusiv in ihrer [[Kultur]] existieren zu können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sigmund Freud hatte einen Versuch gestartet, der die Pervertierung der [[Selbstwahrnehmung]] und vieler der ihr notwendigen Verhaltensweisen sowohl in der [[Familie]] als auch in den nationalen Kulturzusammenhängen zeitweise durchsetzt. Ein kulturbestimmtes Vernichtungsbedürfnis lässt sich ganz allgemein und öffentlich im [[Rassismus]], [[Antisemitismus]] und auch schon im Mobbing auf der Straße, im Internet oder in den Familien erkennen. Es sind immer mehr oder weniger weit vermittelte Reaktionen (siehe hierzu auch [[reaktionäres Bewusstsein]]) auf die [[Lebensängste]] in bürgerlichen Lebensverhältnissen. Es wäre deshalb angemessener, diese als [[Nichtungstrieb]] zu bezeichnen, der seinen Ursprung in den [[zwischenmenschlichen]] Existenzformationen der [[bürgerlichen Kultur]] hat. Damit lässt sich dann auch der so genannte Triebkonflikt der Familie als strukturelle Lebensform einer [[erzieherischen Verhältnisses]] im [[Ganzen]] aufklären.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn man von den Verwertungsverhältnissen des Kapitalismus absieht, so verhält sich eine Familie durch ihre Legitimation aus der bÜrgerlichen Existenz und dem Zuspruch ihrer [[Gemeinschaft]], der [[wirtschaftlichen]] und [[kulturellen]] [[Verallgemeinerungen]] - durch das, was darin gemein ist - ähnlich wie ein [[persönlicher]] [[Staat]] in einem [[politischen]][[Staat]]. Familiär darin sind [[persönliche]] [[Eigenschaften]] und [[Fähigkeiten]] unter den [[Bedingungen]], die in einem [[Lebensraum]] vorgefunden und erzeugt werden, weil sie hierin geprägt oder vererbt wurden. Immer ist Familie ein [[Lebensverhältnis]]von [[Generationen]], die durch ihre Geburt und in ihrer [[unmittelbar]] [[ergänzenden]] Funktion zur persönlichen [[Reproduktion]] miteinander politisch, kulturell und wirtschaftlich verbunden sind. Sie genießt von da her einen starken politischen Schutz durch den [[Nationalsaat]]- auch als [[Lebensraum]] einer abgesicherten [[Reproduktion]] der [[Gattung,]] als [[sittlich]] und [[wirtschaftlich]] sanktionierte Ordnung der Begattung (Immanuel Kant).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unmittelbar verschafft diese [[Form]] eines vergemeinschafteten [[Lebens]] den Menschen aber ganz eigene [[Bedingungen]], die sich [[inhaltlich]] in ihrem [[Verhalten]] [[zwischenmenschlich]] wie [[wirtschaftlich]] abschotten muss (siehe hierzu auch [[heile Welt]]). Wesentlich sind es die [[SelbstgefÜhle]] ihrer [[psychischen]] [[Selbstverwirklichung]], durch die sie verbunden und gehalten sind, um ihren [[privaten]] [[Lebensraum]] in ihren [[Empfindungen]] abzugrenzen und ihr hierdurch [[vergemeinschaftetes]] [[Leben]] in dieser [[Lebensburg]] Überhaupt [[entwickeln]] und in ihren [[SelbstgefÜhlen]] fortbilden zu können (siehe hierzu auch [[heile Welt]]) und ihre [[erzieherischen Beziehungen]] durch die intimen [[Eigenschaften]] ihrer [[GefÜhle]] unter der [[privaten]] [[Formbestimmtheit]] ihrer [[persönlichen]] [[Gemeinschaft]] ausfÜllen. In diesem [[Lebensraum]] sind die familiären Persönlichkeiten durch sich selbst[[Körper]] ihrer [[Beziehungen]] und somit zugleich körperliche mächtiges [[Subjekt]] wie auch ohnmächtiges [[Objekt]] ihrer Beziehungen. In ihrem [[SelbstgefÜhl]] sind sie zugleich [[äußerer]][[Gegenstand]] ihrer [[Empfindungen]], die sich hiergegen [[subjektiv]] zur [[Selbstwahrnehmung]] der Familie entwickeln. Innerhalb derselben sind diese ununterscheidbar, mÜssen sich aber existenziell zugleich fÜr sich selbst behaupten (siehe auch [[symbiotische Selbstbehauptung]]). Ihre GefÜhle [[verallgemeinern]] sich in ihrem [[Familiensinn]] (siehe auch [[Familienego]]) zu einem [[Übersinnlichen]] [[Sinn]] (siehe auch [[Über-Ich]]), von dem sich die [[Empfindungen]] [[emanzipieren]] mÜssen, um fÜr sich wahr zu werden und wahr zu sein. Innerhalb der Familie trennen sich von daher die [[SelbstgefÜhle]] von ihren [[Empfindungen]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der [[Abtrennung]] der [[GefÜhle]] von ihren [[Empfindungen]] entsteht eine [[zirkuläre Hermeneutik]], ein &#039;&#039;Echoraum&#039;&#039; der [[Empfindungen]],worin sich die [[Wahrnehmungen]] gegen die äußerlichen Bedrohlichkeiten ihrer [[zwischenmenschlichen Verhältnisse]] in ihren [[isolierten]] Erscheinungsformen vervielfachen und die [[Wahrheit]] ihrer [[Selbsterkenntnisse]] vereinseitigen, ihren ÜbernatÜrlich gewordenen Zusammenhang abtöten. Ihre [[Wahrnehmung]]reduziert die EindrÜcke ihrer [[Wirklichkeit]], auf die einfache und widerspruchslose [[Wahrheit]] einer[[isolierten]] Existenzform auf die [[Abstraktionen]] ihrer [[WidersprÜche]], deren Zusammenhänge sie nicht mehr [[ausdrÜcken]], sich nicht mehr darauf [[beziehen]] können. Sie meiden daher diese und entziehen sie ihrem Erkenntnisvermögen. Hierbei setzt sich in den hiernach gearteten [[zwischenmenschlichen Verhältnissen]] eine [[Selbstwahrnehmung]] durch, die sich durch die somit statuierte [[Selbstgerechtigkeit]] eines &#039;&#039;gesunden Lebensverhältnisses&#039;&#039; von den Widernissen und [[WidersprÜchen]] der [[gesellschaftlichen]] [[Wirklichkeit]] absetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die allgemeine [[Wahrnehmung]] in solchen eigenständigen [[Lebensräumen]] von selbstisolierten [[Gemeinschaften]] formatisieren sich durch ihre Selbstbeschränkungen zu einem Zusammenschluss ihrer [[Verselbständigung]], zu einem [[BedÜrfnis]] ihres [[Gemeinsinns]]nach Bewahrung und [[Totalisierung]] der [[Egozentrik]] ihrer [[Selbstveredelung]], wodurch sich ein durch die [[Selbstgerechtigkeit]] ihres [[Edelmuts]] in der Sicherheit fÜr ihr sich [[selbst veredeltes]] [[Leben]] entwickelt und gegen öffentliche EinflÜsse abschirmt (siehe auch [[heile Welt]]). So entstehen [[Selbstwahrnehmungen]], die sich in der Sicherheit und Abgrenzung ihrer durch sich selbst [[veredelten]] [[Verhältnisse]] bedroht fÜhlen, wenn sie [[Fremdes]] wahrnehmen und hierÜber ihre [[Entfremdung]] von der [[wirklichen]] Welt (siehe hierzu auch [[Wirklichkeit]]) erfahren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine jede [[Familie]], die sich als [[Form]] eines besonderen [[zwischenmenschlichen Verhältnisse]] begrÜndet, ist zugleich der [[Lebensraum]] [[lebenspflichtiger]] [[Beziehungen]] der in ihrer [[zwischenmenschlichen Beziehung]] unmittelbar beteiligten [[Persönlichkeiten]]. Sowohl das [[Leben]] wie auch das, was ihm [[verpflichtet]] ist, [[erscheint]] hier [[ausschließlich]] persönlich, weil darin die [[Personen]] als Eltern und Kinder sich zu einer wechselseitigen [[Bedingung]] ihres [[Lebens,]] zu einer persönlichen [[Lebensbedingung]] geworden sind. Darin können sie nicht durch sich das sein, worÜber sie sich aufeinander beziehen. Ihre [[Beziehung]] zieht sie zu einer [[Gemeinschaft]], die einen hierfÜr [[notwendigen]] [[Gemeinsinn]] durch jene entwickelt, die ihn als [[Mittel]] fÜr ihre familiären Machtverhältnissen nötig haben, um das zu sein, fÜr was sie unter deren [[Bedingtheiten]] fÜreinander [[pflichtschuldig]] sind. Ein [[allgemeines]] [[SchuldgefÜhl]] gegen die [[Macht]] einer hierfÜr aufbereiten Lebensverantwortung prägt ihre [[Beziehung]] und macht sie hierdurch mehr oder weniger [[hörig]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[bÜrgerliche]] Familie ist daher meist eine Kleinfamilie als Hort einer[[isolierten]] [[Selbstbehauptung]] in den [[Lebensräumen]], die sie [[bewohnt]]. In der [[Symbiose]] ihrer [[Lebensburg]] behaupten sich sich die Familienmitglieder (siehe [[symbiotische Selbstbehauptung]]) in einer [[Gesellschaft]], in der die [[Eigenschaften]] und [[Fähigkeiten]] der Menschen im [[Allgemeinen]] ihre [[persönliche]] [[Existenz]] als Potenzial ihrer Privatexistenz (siehe auch [[Privateigentum]]). Was sie zur ErfÜllung der Lebensanforderungen bilden können (siehe [[Sinnbildung]]), die ihr [[Leben]] unter dieser [[Bedingung]] ausmachen und bestimmen (siehe hierzu auch [[Lebenspflicht]]), erwerben sie daher im ständigen Konflikt mit den [[Notwendigkeiten]] ihrer bÜrgerlichen Existenz und ihren hierauf gegrÜndeten [[zwischenmenschlichen Verhältnissen]], wie sie aus abgeschotteten [[zwischenmenschlichen Beziehungen]] entstehen und entstanden sind, wie sie also durch sich und fÜr sich begrÜndet sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jede Familie ist hierfÜr ein [[Lebensraum]] von [[Gewohnheiten]], die durch einen Haushalt entstehen und nötig sind, um ihn je nach Art der gesellschaftlichen Wirtschaftsform zu bewältigen. In der [[bÜrgerlichen Gesellschaft]] ist es die Wirtschaftsform des [[Privateigentums]], das Lebens- und Umgangsformen in Privathaushalten bestimmt. Auch Freundschaften können zu Familien werden, wenn sie sich zu ihrer [[Existenz]] und darin fÜreinander verbindlich und also familiär verhalten, in gleichem [[Sinn]] fÜreinander [[da sind]] ohne nur [[nÜtzlich]] zu sein. Doch die Verbindlichkeit hängt sehr von der [[gesellschaftlichen]] [[Form]] ihrer [[Existenz]] ab, - welche [[Freiheit]] darin ihre [[Beziehungen]] bereichern kann, [[Zufälle]] möglich sein lässt und dennoch hiergegen nicht [[beliebig]] oder [[gleichgÜltig]] ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[bÜrgerliche]] Familie begrÜndet sich als [[Lebensraum]] eines [[vergemeinschafteten]] LebensgefÜhls, als [[Verhältnis]] von [[SelbstgefÜhlen]], die sich gegen ihre Außenwelt besonderen, einen Schutzraum fÜr die Intimität [[zwischenmenschlicher Beziehungen]] suchen und also als [[Lebensburg]] zur [[Selbstbehauptung]] einer sinnlichen [[Symbiose]] funktionieren (siehe auch [[symbiotische Selbstbehauptung]]). HierfÜr werden sie auch politisch und [[rechtlich]] in entsprechenden [[Vertrag]]sverhältnissen abgesichert. Doch erst im [[Verhältnis]] unterschiedlicher [[Generationen]] wird dieses [[Verhältnis]] auch wirklich [[notwendig]], weil darin die [[Nöte]] in [[gesellschaftlich]] [[isolierten]] Abhängigkeiten und [[erzieherischen Beziehungen]] gewendet werden mÜssen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im historischen Wortsinn ist Familie eine aristokratische Hausgemeinschaft (lat. familia) mit hieraus bedingtem Gefolge (famulus: der Haussklave), eine [[persönliche]] [[Gemeinschaft]], die einen von der [[Gesellschaft]] [[getrennten]] Haushalt betreibt und sich von daher auch als [[wirtschaftlichen]] [[Lebensraum]] jenseits von dieser zu verstehen ist. Unter der Bedingung des Geldverhältnisses (siehe [[Geldbesitz]]) ist Familie ein Hort des [[Wohnens]], zwischenmenschliche Lebenswelt eingewöhnter Beziehungen, gewohntes Liebesverhältnis der [[Lebensbergung]] im Einzelnen, das sich als private Welt konstituiert. In dieser sind die Grund[[stimmungen]] der [[Generationen]] maßgeblich, die sich darin zusammenfÜgen und auch einander fÜr Gedeih und Verderben dieser [[Lebensburg]] als Wohngemeinschaft erziehen, Wesentliche Grundbedingung hierfÜr ist die Ein[[stimmung]] auf die Gewöhnung der darin auftretenden Lebensäußerung, die mehr oder weniger zufällig von den gesellschaftlichen Verhältnissen [[isoliert]] verräumlicht auftreten und von daher auch eine Enge dieser Lebensäußerungen als Bedingung der Lebensgewohnheiten darin konstituieren, welche sich mit der Einengung und Bedrohung der einzelnen [[SelbstgefÜhle]] [[entwickelt]], die ein ungeheuerliches Maß an Selbstbeschränkungen (siehe [[erzieherische Beziehung]]) erzeugen kann. Im [[Verhältnis]] zur öffentlichen Lebensform der [[Gesellschaft]] des [[Geldes]] besteht daher eine grundlegende [[Lebensangst]], die [[verrÜckte]] [[Selbstwahrnehmungen]] [[bestimmen]] kann, wenn sie deren [[Gewohnheiten]] nicht mit eigenem Sinn fÜr [[allgemeine]] [[zwischenmenschliche Verhältnisse]] fÜllen kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Familie ist aber vor allem eine Lebensstruktur, in der sich die eingebrachte [[Subjektivität]] objektiviert, sich also als objektive Form selbst subjektiviert und von daher eine gesellschaftliche Bestimmung als Privatform des Lebens erfÜllt und diese [[zwischenmenschlich]] als Mensch und Form fÜr sich verdoppelt. Weil in dieser [[Form]] sich ihre Bestimmung somit intensiviert und alle darin entstehenden [[Absichten]] und Mängel total, im [[Prinzip]] unauflösbar werden, stellt sie eine gesellschaftlich isolierte Machtformation [[zwischenmenschlicher Beziehungen]] dar, in welcher der Mangel selbst durch die [[Anwesenheit]] [[einverleibter]] [[Verhältnisse]] als deren [[Lebensraum]] einen Gewinn fÜr diese Beziehungen darstellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der bÜrgerlichen Gesellschaft ist die Familie ihrem kulturellen Wesen entsprechend eine [[Akkumulation]] der [[Selbstverwertung]] des Geschlechtsverhältnisses, der Institutionalisierung gesellschaftlicher Geschlechtsrollen in einer [[persönlichen]] Form, in der [[Form]], worin sich Menschen als das gelten sollen, worin sie sich als besondere [[Geschlecht]]spartner und Eltern erscheinen. Sie häufen darin ihre [[Selbstwahrnehmungen]] so auf, dass sich deren [[Selbstwert]] als Lebenszusammenhang darstellen lässt, ganz gleich wie das [[Leben]] sonst Überhaupt ist. Immerhin kompensiert der auf diese Weise institutionalisierte [[Selbstwert]] nicht nur den Verlaust der [[Selbstachtung]] jenseits der familiären Verhältnisse, sondern auch den, der sich in ihr ins [[Verhältnis]] versetzt hat, ins Verhalten von unzähligen Selbstverwerfungen (siehe auch [[Selbstlosigkeit]]). Von daher ist dieser [[Lebensraum]] sowohl die Fixierung wechselseitiger [[Selbstbehauptungen]] (siehe [[symbiotische Selbstbehauptung]]), als immer auch schon eine Abschottung gegen die Mängel des gesellschaftlichen Geschlechtsverhältnisses und also eine [[Lebensburg]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die modernen [[zwischenmenschlichen Verhältnisse]] ist Familie daher der Form nach eine Schutzgemeinschaft gegen die kulturellen und ökonomischen Verwerfungen, welche den gesellschaftlichen Verhältnisse des [[Kapitalismus]] zur Folge in seinen [[Krisen]] und Zwängen aufkommen. Von daher haben sie als [[Lebensburgen]] der [[Zwischenmenschlichkeit]] eine restaurative Funktion der [[bürgerlichen Kultur]]. Im Unterschied zu feudalen Gesellschaftsformen, die auf der Hausmacht der [[Geschlechter]] und [[Generationen]] gründen, versteht sich Familie in der [[bürgerlichen Gesellschaft]] vor allem als kulturelle Lebensgemeinschaft der nächsten Abkömmlinge, dem Lebensverhältnis von Älteren (Eltern) und Jüngeren in der Generationsfolge, dem Verhältnis von Großeltern, Eltern und Kindern und zugleich als ein [[Erziehungs]]- und [[Beziehung]]szusammenhang der damit verwandten Menschen, der &#039;&#039;Blutsverwandten&#039;&#039; und der per Ehe[[vertrag]] eingeschwägerten Verwandten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der [[Begriff]] Familie unterstellt daher hierzulande vor allem das [[ursprüngliche]] [[sittliche]] Zusammenleben der [[Generationen]], die sich aus der [[Reproduktion]] der Generationsfolge bestimmen, also auch die [[Bildung]] und Befähigung zur Erhaltung der Art und [[Gesellschaft]] betreiben (siehe z.B. [[Erziehung]]). Familiär sind daher vor allem [[Eigenschaften]], die dieser Lebensform entsprechen, weil sie z.B. einer Familienkultur entspringen, die sich aus der [[Selbstbestimmtheit]] dieses [[Lebensraums]] ergibt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch Familie wird die allgemeine [[Egozentrik]] der vereinzelten [[Privatpersönlichkeiten]] soweit aufgehoben, wie sich die Familienmitglieder darin in einem [[Familiensinn]] [[vergemeinschaften]] und hierauf einen Schutzraum gegen deren [[Existenz]]weisen begründen. Sie bietet von daher ein [[Heim]] gegen die [[Macht]] der [[selbstgefühligen]] [[Entschiedenheiten]], in welchem sich ein Reservoir unmittelbarer [[Notwendigkeiten]] und [[Beziehungen]] [[entwickelt]], das der [[Natur]] der [[zwischenmenschlichen Verhältnisse]] entspricht und sie &#039;&#039;wie von selbst&#039;&#039; bestärkt. Da ihre Beziehungswelt jenseits der gesellschaftlichen [[Gegenständlichkeiten]] unmittelbar organisch organisiert sein muss kann sie gegen deren äußerliche [[gesellschaftliche]] [[Objektivität]] wie die Welt einer freien [[Subjektivität]] erscheinen, durch welche ihr Heim [[lebendig]] und die Welt im Jenseits zu einer [[unheimlichen]] [[Wirklichkeit]] wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weit mehr als die einzelnen Wahrnehmungen und Äußerungen bilden die [[Stimmungen]] in der [[Familie]] die Lebensgrundlage des [[SelbstgefÜhls]] ganzer [[Generationen]] durch die Ausgestaltungen ihres [[Lebensraums]]. Sie sind somit schon Keime einer [[Hörigkeit]], in der das Zugehörige sein [[Geltungsstreben]] entwickeln (siehe hierzu auch [[Fremdenfeindlichkeit]]) und deshalb auch [[rassistisch]] werden kann (siehe hierzu auch [[MassengefÜhl]]). Dies allerdings [[notwendig]] erst, wo es fÜr sich selbst kulturell verloren hat (siehe [[Selbstverlust]]) und [[widersinnig]] wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Familie ist also keine Naturtatsache (siehe auch [[Generationen]]) und auch keine natürliche Kulturform. Sie ist eine relativ moderne Privatform eines darin unmittelbar scheinenden Gattungsverhältnisses ([[siehe Gattungsbegriff]]), eine in ihrer [[zwischenmenschlichen]] [[Ausschließlichkeit]] bestimmten Lebensform der [[Geschlechter]] als Generationenverhältnis einer [[privaten]] [[Individualität]], die sich ebenso privat in einem [[Familiensinn]] [[vergemeinschaften]] und [[regenerieren]] muss, um in der [[bürgerlichen Gesellschaft]] überhaupt über ihre bornierte Vereinzelung hinausgehend noch Bestand zu haben, sich also [[reproduzieren]] zu können. Dies aber betrifft nicht nur die Reproduktion der Privatexistenz, sondern des menschlichen [[Lebens]] überhaupt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hier vermittelt sich das werdende und das gewordene Leben, die innigste Kultur der Menschen in ihrer bürgerlichen Existenzform, die das innere Glück des Lebendigen mit den Existenzbedingungen der Verwertbarkeit seiner [[Veräußerung]], seinem intimen Nutzen zusammenschließt und hieraus eine [[Lebenspflicht]] entwickeln muss, um diesen Schluss zu sichern. Die familiären Beziehungen werden unter dieser Bedingung vorauseilend bestimmt, so dass sie fÜr sich genommen unkenntlich werden. Diese &#039;&#039;Pflicht&#039;&#039; wird daher zur [[Gewohnheit]], zu einem [[Familiensinn,]] durch den die Menschen in der Familie nur in der Teilhabe hieran wahrgenommen werden und sich dabei als Menschen im [[Ganzen]] nur anteilig [[wahrhaben]] können. Letztlich ist dieser Sinn obsolet und lässt sich nur selten wirklich in dem einlösen, was er darstellen soll. Das GrundgefÜhl einer entwickelten Familie bleibt daher ein [[SchuldgefÜhl]], das die einzelnen Mitglieder zu einender haben, weil und sofern sie an ihrem [[Familiensinn]] notwendig scheitern, einander nicht die ErfÜllung beibringen können, die darin erforderlich ist. Dieses [[SchuldgefÜhl]] konkurriert daher auch unentwegt mit dem [[SelbstgefÜhl]], das jenseits der Familie möglich ist und dort zu einer ihr fremden ErfÜllung treibt (siehe hierzu auch [[Geltungsstreben]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gerade in der organischen Verbundenheit des werdenden [[Lebens]], besonders in der natürlichen [[Symbiose]] von Eltern und Kindern wirken die [[Formbestimmungen]] dieses [[Lebensraumes]] total, machen aus der körperlichen Symbiose eine [[psychische]], weil der Schutzraum dieser [[Lebensburg]] sich [[negativ]] gegen die Außenwelt behaupten muss und von daher eine politische Funktion in der Abschirmung der privaten Existenz gegen die gesellschaftliche hat. Von daher bildet sich in der Familie eine Subkultur, die als Grundform des Lebens selbst [[privat]] bestimmt erscheint und in dieser [[Selbstbehauptung]] die diesbezügliche [[Selbstbeziehung]] in der [[Selbstverwirklichung]] der Familienpersönlichkeiten gegen die rein [[objektiv]] vermittelt erscheinende [[Gesellschaft]] in der [[Psyche]] der Beteiligten sich als [[symbiotische Selbstbehauptung]] entfaltet und verwirklicht. Die [[objektiven Gefühle]] der Familie erscheinen daher unmittelbar selbst [[objektiv als Selbstgefühle]], die im Sinne eines [[Urvertrauens]] total sein müssen und dies nur sein können, wenn und soweit und wieweit sie dem [[Familiensinn]] psychisch entsprechen (siehe auch [[Psychokratie]]). Es ist der Sinn einer gesellschaftlich [[isolierten]] [[Notwendigkeit]] der [[Reproduktion]] des Leben überhaupt und enthält von daher gesellschaftliche Macht als unmittelbar persönliche [[Naturmacht]] der Generationen in dem hieraus [[formbestimmten]] [[Verhältnis]] zueinander.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Existenz einer kulturell unterworfenen Reproduktion geht auf in der [[Subjektivierung]] des [[Sachzwangs]] der bürgerlichen Gesellschaft zum Lebensprinzip ihrer [[Kultur]], Die objektive [[Bestimmtheit]] erscheint als [[Gemeinschaft]] menschlicher Bedürftigkeit, worin sie die Pflichten der bürgerlichen Existenz als Lebensverpflichtung aufnimmt und daraus die Dürftigkeit einer verkehrten Lebenserwartung im Glück menschlicher Lebensmomente erlebt. Gelingt deren Erfüllung, so kann die wirkliche Welt zur Nebensache werden und es vereinigen sich menschliche Bedürfnisse an der Leimstange ihrer bürgerlichen Verheißungen mit der Macht und Hoheit des unverwirklichten Lebens, dem [[Glauben]] an die Unendlichkeit eines in sich selbst beschränkten Glücks. Während sich die Älteren damit in dem Maß bescheiden müssen, wie ihre Vergangenheit ihre Gegenwart einholt, wird genau dies zum wesentlichen Problem der Jüngeren, weil die Welt die Hauptsache ihrer Zukunft sein muss.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Familie beziehen sich die Generationen aufeinander in ihren gegensätzlichen Lebensinteressen, die nirgendwo anders wirklich sein können. Je kleiner sie ist, desto totaler und ausschließlicher vereinigt sich dieser Gegensatz im Verhältnis der Entgegnungen. Sie ist der rückbezogene Lebensraum eines gesellschaftlich ausgeschlossenen Lebens, der Rückzugsraum der darin geborgenen Gattung, die [[Lebensburg]] einer Gesellschaft, die für sich die Lebensform zerteilter Beziehungen ist, die sich in ihren Verhältnissen ausschließen und von daher von ihrer [[Geschichte]], von der Vergangenheit ihrer Entstehungsgeschichte selbst beherrscht sind. In der Familie herrscht das Entschiedene in der Abscheidung und wird darin zu einer Lebensform ausschließlicher Sinnlichkeit, die durch den Ausschluss ihrer gesellschaftlichen Bezogenheit in sich selbst herrscht, also eine Burg der [[Selbstbeherrschung]] sein muss.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Familie müssen die Menschen [[ausschließlich]] ihr ausgeschlossenes [[Leben]] beherrschen. Sie befinden sich in einem Verhältnis, worin ein jeder [[notwendiges]] Objekt des anderen ist und als Subjekt zugleich hierdurch seine eigene [[Not]] wendet. Er ist damit also selbst in einem [[Besitz]]verhältnis, das die [[Subjekte]] sich [[objektiv]] unterwirft, die sich in dieser Unterwerfung zugleich ausschließlich [[subjektiv]] erscheinen. So entsprechen sie nicht nur objektiv, sondern auch subjektiv den [[Formbestimmungen]] der [[bürgerlichen Gesellschaft]], worin und wodurch die Menschen zugleich [[allgemein]] objektiv nicht nur durch ihren [[Besitz]] bzw. ihre Besitzlosigkeit, sondern zugleich auch selbst durch das Verhältnis ihrer Sachen als Kulturverhältnis der Personen bestimmt sind (siehe [[Warenfetischismus]]). Die [[Verkehrungen]] dieser Gesellschaft treten in der Familie als eine sich selbst verkehrende [[Beziehung]] der Menschen zur Persönlichkeit ihres gesellschaftlichen Lebensraumes auf und lassen diese als selbständiges Privatwesen erscheinen, das sich in seinem familiären Haushalt vollständig, sowohl existenziell wie kulturell als Subjekt seiner Geschichte, als Schmied seines Glücks verstehen kann, während es objektiv vollzieht, was zur Reproduktion des Menschseins - körperlich, psychisch wie auch kulturell in dieser Welt nötig ist. Die Existenz einer kulturell unterworfenen Reproduktion geht auf in der [[Subjektivierung]] des [[Sachzwangs]] der bürgerlichen Gesellschaft zum Lebensprinzip ihrer [[Kultur]], Die objektive [[Bestimmtheit]] erscheint als [[Gemeinschaft]] menschlicher Bedürftigkeit, worin sie die Pflichten der bürgerlichen Existenz als Lebensverpflichtung aufnimmt und daraus die Dürftigkeit einer verkehrten Lebenserwartung im Glück menschlicher Lebensmomente abfeiern kann. Gelingt deren Erfüllung, so wird die wirkliche Welt zur Nebensache und es verkleben sich menschliche Bedürfnisse an der Leimstange ihrer bürgerlichen Verheißungen mit der Macht und Hoheit des unverwirklichten Lebens, dem [[Glauben]] an die Unendlichkeit eines sich selbst beschränkenden Glücks. Während sich die Älteren damit in dem Maß bescheiden, wie ihre Vergangenheit ihre Gegenwart einholt, wird genau dies zum wesentlichen Problem der Jüngeren, weil die Welt die Hauptsache ihrer Zukunft sein muss.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Gattungsleben erscheint in der Form einer familiären Gemeinschaft als das ganz große Glück in der ganz kleinen Welt einer monströsen Wirklichkeit, in der Lebensenge einer Kleinfamilie, worin ein ungeheuerlicher Aufwand betrieben und geleistet werden muss, um im Kleinen wirklich außerordentlich Großes zu bewältigen. Doch gerade dadurch ist den Menschen ein Verhältnis auferlegt, in dem im einzelnen glücklich sein oder Glück bringen soll, was gesellschaftlich nicht wirklich wahr sein kann: Ein unmittelbar menschliches Leben. Und dieses ist wesentlich von einer gesellschaftlichen Lebensaufgabe bestimmt, die das Verhältnis des Lebens vor allem zwischen Pflicht und Schuld bewegt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist eine gewaltige Leistung, eine Familie zu erhalten, Kinder zu erziehen und das Verhältnis der Generationen und Geschlechter als privat heraus gesetztes Leben zu formatieren und als ausschließliche Lebensform durchzuhalten. Es ist eine übergroße gesellschaftliche Aufgabe, die da eine kleine Gemeinschaft zu bewältigen hat. Familie ist im Grunde unwirtschaftlich, von daher ohne wirklichen Nutzen für sich, aber voller Sinn. Sie vollzieht ganz lebenspraktisch den Widerspruch von Sinn und Nutzen und macht ihn für sich fest als Familiensinn.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nirgendwo sind sich die Menschen so nah und müssen füreinander soviel sein, was sie nicht sein können, was sie sich also gegenseitig vormachen müssen, um auch menschlich zu sein. Es herrscht in dieser Lebensform ein Verhältnis, worin sich die Scheinbarkeit ihrer Persönlichkeit selbst ermächtigen und substanziell &#039;&#039;füttern&#039;&#039; muss, während sie objektiv ganz und vollständig den Lebensnotwendigkeiten folgt, denen sie unterworfen bleibt. Erst wenn sich dies in den Menschen selbst ausgestaltet, erst wenn sie also aus der Familie heraustreten, erleiden sie an sich selbst die Scheinbarkeit ihres familiären Zusammenhalts und es treibt sich dieser in seiner [[Verrücktheit]] aus ihnen hervor. Sie erleiden in ihrer Wahrnehmung die bloße [[Abwesenheit]] der [[Selbstgefühle]], an die sie sich [[gewöhnt]] und die sie sich angewöhnt haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der [[burgerlichen]] Kultur ist die Familie der [[Wohnraum]] von [[Verhältnissen]], in denen gesellschaftliche Grundlagen sich zur [[Gewohnheit]] einer Privatform von Selbstbegründungen verkehren. Mann und Frau und Kind erkennen einander darin nicht als gesellschaftlich verkehrende Menschen, sondern als [[Gemeinschaft]] ihrer privaten [[Verkehrung]], als Rückbezüglichkeit und Zurückziehung des Lebens, das in der wirklichen [[Gesellschaft]] untergeht, als [[Lebensburg]] einer [[Gemeinschaft]], welche [[Leben]] und [[Liebe]] einfordert, weil diese in ihr nicht wirklich aufgehen kann. Familie wird hierdurch zum [[Lebensraum]] einer [[Liebes]]- und Lebensschuld, einer gesellschaftlichen Rückbildung, in welcher sich deren Mängel als Triumph persönlicher [[Macht]] und Selbstgestaltung formieren, auch wenn diese nur auf [[Schuldgefühlen]] gründet, auf der [[Ohnmacht]] des familiarisierten [[Lebens]]. Sie ist das organisierte Geschlechtsverhältnis von [[Privatpersonen]], das auf der [[gewöhnlichen]] [[Anwesenheit]] der [[Geschlechter]] und [[Generationen]] in einem [[gemeinschaftlichen]] [[Lebensraum]] beruht, der auch gegen die Einwirkungen der Öffentlichkeit Schutzraum bietet und sich wie die [[Lebensburg]] einer Eigenwelt gegen die Anmaßungen einer hiergegen [[fremd]] erscheinenden [[Gesellschaft]] verhält.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Lebensform macht die Reproduktionsform des Geschlechtsverhältnis als Generationenverhältnis aus und [[bestimmt]] die Existenzform der individualisierten [[Reproduktion]] eines gesellschaftlichen [[Lebensverhältnisses]] zu einem [[ausschließlichen]] Verhältnis eines [[isolierten]] [[Gattungswesens]]. Als dessen [[Privatform]] entfaltet es sich zur Haushaltungsform eines [[Familiensinns]], der vor allem die darin [[isolierte]] [[Liebe]]sbeziehung und ihre [[psychische]] [[Substanz]] bestimmt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Familie ist das [[Zwischenmenschliche]] jenseits seiner äußeren [[Bestimmtheit]] vereint zu einem Menschsein zwischen allem Menschlichen. Zwischenmenschliche [[Liebe]], die sich zwischen den Menschen in ihrer reflektierten Form als [[Psyche]] zu gegensinnigen Charakteren entwickelt hatte, wird nun zu einer Lebensform selbst. Es kommen sich darin die Menschen aus ihrer Liebesnot heraus [[geborgen]] vor, als geborgenes [[Leben]] (siehe [[Lebensbergung]]), das seinen [[Sinn]] in dessen [[Notwendigkeiten]] nun [[erlebt]] und [[leidet]] und von daher auf sein Menschsein überhaupt zurückkommt, wie gebrochen dieses auch in seiner [[Gesellschaft]] existieren mag. Doch es ist ein Menschsein, das seine [[Gegenwärtigkeit]] zunehmend aufgeben muss, um seiner Existenzform genügen zu können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die widersprüchliche Bestimmtheit der [[zwischenmenschlichen Verhältnisse]] erscheinen in der Familie aufgehoben in reale Gegensätze von Mann, Frau und Kind. Diese müssen daher auch subjektiv das austragen, was ihnen objektiv in diesem kleinen [[Lebensraum]] zugetragen ist und sich zutragen wird. Besonders die Kinder erfahren ihre objektive Lebensbedingung in den elterlichen Subjekten des Familienlebens, und Mann und Frau müssen ihre Beziehungen nun auch objektiv in einer [[Ehe]], im Bündnis verselbständigter Geschlechtsrollen, in der Selbständigkeit von [[Mann]] als Mann und [[Frau]] als Frau bewältigen. Die Kinder selbst sind unterschiedlich vor allem aus der Reihenfolge ihrer Geburt bestimmt; das Erstgeborene im Ganzen der Ehe, das letztgeborene hiervon befreit. In dieser Folge teilt sich die Form der Familie als Verhältnisform von [[Privatpersonen]] mit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;Daß der bürgerliche Staat sein besonderes Augenmerk auf die Familie richtet, liegt aber vor allem daran, daß diese der einzige Garant für bürgerliche Identität ist. In dem Maß, wie der öffentliche Umgang, wie die allgemeinen Lebens- und Produktionsverhältnisse verrohen, muß eben die Stätte, worin sich die Menschen noch als Mensch zu begegnen scheinen, besonders geschützt werden. Gerade wo die gesellschaftliche Öffentlichkeit zunehmend und sichtbar unangemessen für menschliche Lebenszusammenhänge wird, da muß der Staat auf den individualisierten Menschen zurückgreifen. Wo es keine gesellschaftliche Öffentlichkeit gibt, da hat das Familienleben Hochkonjunktur. Der Gegensatz von Privatheit und Öffentlichkeit, wie er schon in der bürgerlichen Produktionsweise angelegt ist, entwickelt sich erst dann zum absoluten Gegensatz, wenn das öffentliche Leben keinen Sinn mehr hat, wenn also das Geldverhältnis einziges öffentliches Verhältnis geworden ist (d.h. wenn eine Nation vollständig zum Geldbesitzer, zum Imperialisten geworden ist). In einer solchen Nation ist der Mensch absolut für sich und lebt auch dem Zwang zu seiner Lebenserhaltung gegenüber unangemessen, wenn er keine Familie hat. Dies ist der bürgerlichen Familie als ihre Existenzbedingung vorausgesetzt. Da sie für sich aber unmittelbare Lebensgemeinschaft ist, läßt sich darin gerade diese Welt ertragen, wenn und solange die in der Lage ist, die materiellen Lebensgrundlagen für familiäres Leben bereitzustellen; - und dies ist ja eben in solchen Nationen gegeben. So bleibt auch eine für das menschliche Leben absurde, d. h. sinnwidrige Gesellschaft über ihre eigene Bodenlosigkeit hinaus »gesellschaftsfähig«.&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;Die bürgerliche Familie ist für den Zusammenhalt der bürgerlichen Gesellschaft vor allem deshalb unabdingbar, weil in ihr das gesellschaftliche Leben als unmittelbar menschliches Leben erscheint und daher durch sie das familiäre Leben als unmittelbar gesellschaftliches Leben behauptet werden kann. Die Gesellschaft, welche die Menschen durch ihr Zusammenwirken erst erzeugen, gilt hier als die Bedingung ihres Lebens, als Voraussetzung ihres Tuns, als natürliche Gewalt, die schon in ihr Verhalten einwirkt, bevor es verwirklicht ist. Durch die Familie wird eine Naturgemeinschaft gesetzt, die dem einzelnen auch die einzige Gesellschaft ist. Hierdurch aber ist die Gesellschaft bereits per Geburt in jedem einzelnen, bevor er seine Gesellschaft erzeugen kann, und zugleich ist die Gesellschaft außerhalb von jedem einzelnen, bevor er überhaupt darin sein kann. Das heißt: Gesellschaft wird so zum unmittelbaren, also mittellosen Zusammensein von Menschen herabgesetzt und zum unbefragbaren, unabänderlichen menschlichen Lebensprinzip, also zur mächtigen Allgemeinheit über den einzelnen Menschen, sein Leben und Bewußtsein. [[(Pfreundschuh in Was heißt da: Psychisch krank? - Teil 4: Von der Welt der Person zur Persönlichkeit)]]&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Historisch ist die Familie das Produkt einer [[Liebe]], die zu einem Lebensversprechen unter der [[Bedingung]] geworden ist, die [[Existenz]] des [[Lebens]] gemeinsam zu meistern. Sie ist damit eine Lebensform von [[Liebe]] und zugleich die Lebensform der [[Reproduktion]], die als natürlichster und ursprünglichster Lebenszusammenhang der einzelnen und gemeinschaftlichen Existenz erscheint, als Reproduktionsform der Gattung Mensch schlechthin, wie er einzeln und zugleich allgemein leibt und lebt und [[Raum]] und [[Körper]] hat und mit alledem [[wohnt]]. In der Familie verhalten sich die Menschen als eine Einheit der Lebensgewohnheiten, die ihren Widerstreit der Notwendigkeit des Existierens in gemeinsamem Haushalt und Wohnraum aufgehoben haben, weil sie um ihr [[Leben]] besorgt sind, weil sie also bestimmt sind durch bestehende Lebensverhältnisse, die besorgt werden müssen und sich in dieser Besorgung selbst füreinander bestimmt wissen müssen. Soweit diese Besorgung in dieser Gemeinschaft gelingt, sind darin die Lebensbedingungen auch wirklich aufgehoben und können als Liebesglück der Familienmitglieder fortbestehen und dieses kann sich solange auch als aufgehobene Bedingtheit, also unbedingt erscheinen. Dieses macht die gemeine Gewissheit der Menschen darin aus und deshalb erscheinen sie im [[Ganzen]] ihres Lebens bestimmt und zugleich bestimmend füreinander, geworden aus diesem und Leben erzeugend, wie es ihnen in ihrem [[Empfinden]] und [[Fühlen]] gegeben ist. Ihre [[Selbstwahrnehmungen]] sind somit die ausschließlichen [[Wahrnehmungen]] ihres Lebens.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Familie wird das Leben zur Begebenheit und zur [[Gegebenheit]]. Darin ist alles, was Leben und Lieben sein kann und sein soll familiär: Lebenspflicht und Lebensschuld. Die Lebensschuld macht die Bestimmung des Familienlebens und des Familiensinns aus, ist ihr Begriff, die Formbestimmung allen Lebens darin. Er bemisst was ist an dem, was Leben sein soll, das entsteht und vergeht, ohne sein zu können was es ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hierdurch ist alles zugleich [[objektiv]] bestimmt, wie [[subjektiv]] es auch entstanden sein mag und besteht, denn die Gattung und Begattung ist darin ganz allgemein für sich und einzeln wie ein [[Ganzes]] ihres Verhältnisses: Der Raum ist Lebensraum schlechthin, der Körper Sinnlichkeit schlechthin und die Wohnung wird zur Gewohnheit, zur Lebensform schlechthin, die sich weder teilen noch mitteilen noch wirklich auseinandersetzen lässt, ohne dass damit die Familie als [[Ganzes]] bedroht wäre. In der Familie sind ja auch tatsächlich alle [[Beziehungen]] unausweichlich, alle Tätigkeiten [[notwendig]], alle Lebensplanungen und Verständigungen [[absolut]] - eben weil sie eine bestimmte Gesellschaftsform ist und einer bestimmten Gesellschaftsform angehört, in der Liebe und Reproduktion als ausschließliche und ausschließende Individualität, als Privatexistenz jenseits der gesellschaftlichen [[Produktion]] und der [[Menschenliebe]] zur [[Isolation]] ihres Lebensprozesses bestimmt sind. Als diese ausgeschlossene Einheit ist die Familie ein geschlossenes FÜrsorgesystem, das sich aus der Liebe und den Grundbedürfnissen der Menschen nach Leben und Überleben begründet und als Verpflichtung für das Leben und die Liebe gestaltet. Indem sich die Menschen als Subjekte ihrer Pflicht dadurch erscheinen, dass sie ihnen natürlich wie ein Gattungsverhältnis vorkommt, wird ihre Liebe darin notwendig pflichtschuldig, objektiv verpflichtet und selbst objektiv. Es ist die [[Subjektivität]] einer [[heilen Welt]], die nur durch Bindung an ihr Heil, an das [[Ganze]], ihre innersten [[Widersprüche]] und [[Zweifel]] überstehen kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber die Familie bietet hierdurch auch die Einheit objektivierter Subjekte, die sich nur in dieser Lebensform aus der Entzweiung von [[Empfindung]] und [[Gefühle]] befreien können. Sie empfinden sich, wie sie sich fühlen, solange sie noch unter dieser Bedingung subjektiv sein können, solange sie also noch als Menschen einander wahrnehmbar sind. Hierdurch ist Familie zumindest und zuerst eine Welt voller Trost gegen jene &#039;&#039;kalte Welt&#039;&#039; der Sachzwänge, eine Lebensgemeinschaft, die in ihrer Familie ihre [[Liebe]] verwirklicht und sich selbst in keinem Widerspruch zu ihrer Liebespflicht sehen muss. Sie wird erst zum Horror, wenn sie jede Subjektivität verloren hat und Existenzzwänge als persönliches [[Schuld]]- und Beschuldigungsverhältnis wie ein Gattungsproblem ihrer Liebe ausgetragen werden. Darin entpuppen sich die Beziehungen in der Familie als [[prothetische Beziehungen]] einer mächtigen [[Scheinwelt]] und es tritt hervor, dass Gefühle in der Familie nur pflichtschuldig empfunden werden können und dies ihre Einheit ausmacht, dass also auch empfunden wird, was gefühlt und verspürt werden muss, weil die Lebensbesorgung sich darin eint, dass beides sonst verworfen wäre. Empfunden wird, was gefühlt werden muss, weil die Familienmitglieder sich darin wahrhaben, Objekte sind von dem, wofür sie wahrgenommen werden. Darin entwickeln sich objektive Selbstwahrnehmungen. Das [[Selbstgefühl]] wird für sich zu einer moralischen Integrität, zu einem [[objektiven Selbstgefühl]], das mit der Lebensverpflichtung aufkommt, also letztlich [[Symbiose]], die Vergemeinschaftung einer objektiv bestimmten Liebes- und Lebensbeziehung, ein Machtgefühl des integren Familiar ist: Die gute Mutter, der gute Vater, das gute Kind, der gute Mensch. Von daher ist die Familie das Lebensverhältnis, worin die bürgerliche Kultur ihre Güte hat. Je kleiner sie ist, desto unbeschadeter ist diese Position. Die Kraft der Güte besteht aus verbrauchtem [[Leben]] und zehrt alleine aus verwirklichter Lebenspflicht. Sie ist von daher die Basis [[reaktionärer]] Prozesse in der Kultur, die Familie zur &#039;&#039;Keimzelle des Staates&#039;&#039; machen (siehe [[Kulturstaat]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Gesellschaften, in denen die Reproduktion der Menschen tatsächlich durch unmittelbaren Zusammenschluss der Generationen und Geschlechter nur möglich ist, also eigentlich Stammesgesellschaften, wird Familie als einzig tragfähige Gesellschaftsform hingenommen für alle Belange, die Gesellschaft ausmacht: Schutz vor Gewalt, Arbeit, Bildung, Gesundheit, Soziales usw.. Wo Gelderwerb in diesen Strukturen lebensnotwendig wird, werden solche Familien aber auch schnell zu einem [[Ausbeutung]]sverhältnis (Kinderarbeit, Frauenversklavung) für fremde Interessen. In der Dritten Welt ist bis heute die Anzahl der Kinder lebensentscheidend, da sie den Rückhalt der Ausbeutungsverhältnisse ausmachen - bis hin zur Kinderprostitution.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber selbst wenn eine Gesellschaft in der Lage ist, die Aufgaben des Schutzes und Erhalts der Privatexistenz zu sichern, wird Familie doch auch als [[Lebensraum]] für urtümliche Belange der Reproduktion, Arbeitsteilung, Haushalt und Zeugung von &#039;&#039;Nachkommen&#039;&#039; angesehen - und wenn auch nur als sittlich (als Vermittlung allgemein geforderte Werte) oder ästhetisch (die ausgezeichnete, besonders [[schöne und gute]] Form der [[Zwischenmenschlichkeit]]) oder hygienisch (&#039;&#039;geregeltes Geschlechtsverhältnis&#039;&#039;) vorteilhafte Lebensform. Immerhin hat sie im Unterschied zu nur spontanen und willkürlich wechselnden Liebesbeziehungen einer [[Konsumkultur]] eine notwendige Verbindlichkeit der Verbundenheiten und fördert zunächst deren Durchsichtigkeit und wechselseitig notwendige [[Achtung]], wenngleich dies nicht unbedingt [[wirkliche]] Achtung sein muss, die Selbstachtung sogar hintergehen kann, wenn diese der reinen Beachtung des [[Familiensinns]] unterworfen ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tatsächlich gelingt ein Achtungsverhältnis am ehesten als größere Familie, weil darin die Wechselwirkungen der Menschen auch noch [[Wirklichkeit]] hat. Zu einem ausschließlich [[seelischen]] Verhältnis wird sie erst, wo diese Verwirklichung menschlicher Beziehungen als [[zwischenmenschliche Beziehung]] nicht mehr möglich ist. Je kleiner der [[Privat]]raum dieser [[Beziehung]], desto größer wird seine seelische Selbständigkeit, die Lust und Gewalt der beseelten Drei- oder Zweisamkeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber auch allgemein und unter der Bedingung, dass ein hinreichend großes und geregeltes Einkommen an [[Geld]] oder [[Geldbesitz]] besteht (siehe hierzu besonders die [[Dienstleistungsgesellschaft]]), ist Familie die Lebensform, worin die Lebensgefühle voraussetzungslos erscheinen können und selbstverständlich sind oder sein sollen, der Raum für [[Selbstgefühl]], welches eine gemeinschaftliche Welt bildet, die sie als [[Familiensinn]] zusammenhält oder zusammenhalten soll. In der Familie können sich die Menschen als unmittelbare Menschen erscheinen, sich aus dem gesellschaftlichen Leben zurückziehen und dem Druck der Existenz ausweichen, solange das Geld für den Haushalt reicht und solange sie als Lebenswelt funktioniert und [[Kultur]] hat. Für das bürgerliche [[Individuum]], das in der gesellschaftlichen Welt sich weitgehend in [[Konkurrenz]] befindet und sich existentiell und emotional bedroht sieht, ist hier meist der einzige Raum für seine wesentlich menschlichen Beziehungen. Zur Abwendung der bedrohlichen Fremdheit der Welt ist Familie der Lebensraum schlechthin. Diese Ausschließlichkeit entwickelt einen [[Familiensinn]], zugleich aber auch eine Art [[ästhetische]] Weltfremdheit, also eine [[Entfremdung]] der LebensgefÜhle von der Welt, weil darin die zwischenmenschlichen GefÜhle ihren [[Empfindungen]] vorausgesetzt sind und zugleich als Lebensbedingung empfunden werden. Es entsteht hieraus eine Art Verhältnisschwachsinn zu wirklichen sozialen [[Beziehungen]] und den wirklichen [[Dingen]] und vor allem den [[Bedingungen]] einer Lebens[[gewissheit]]. Es verbleibt eine in den GefÜhlen gedoppelte Empfindungswelt, die eine [[symbiotische Selbstbehauptung]] bestärkt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese GefÜhle gehen zwar in das Familienleben ein, sind ihm aber in Wahrheit schon vorausgesetzt und werden meist von den Eltern betrieben und umsorgt. Aber sie bewahren sich darin nicht als Grundlage der Verhältnisse und als darauf gründende Stellung der Menschen und Generationen zueinander, sondern als recht eigentliche und [[eigentümliche]] Gefühlswelt, die sich als Weltersatz einstellt. Durch das Gefühl unmittelbarer Eigentlichkeit wird das Bewohnte zur [[Gewohnheit]] und die Entfremdung von Familie und Welt solange ausgeglichen, solange darin [[Liebe]] fortbestehen kann, die hierdurch allerdings keine wirkliche, sondern übersinnliche [[Identität]] haben muss. Diese Liebesgewohnheiten haben daher ihren Eigensinn auch als Eigendünkel gegenüber der Welt. Und so macht sich in der sonstigen Lebenswelt die Weltfremdheit der Familie als eine Liebe geltend, die ihren Sinn durch die Aufgaben der Familie hat, besonders der Fürsorge für eine Reproduktion des privatisierten Menschen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von daher ist die Familie eine Leidensgemeinschaft für ein [[Leiden]], dessen Grund sich fremd ist: Entfremdetes Leiden. Es ist nicht mehr der [[Sinn]] für [[Tätigkeit]], sondern beseelter [[Schmerz]] des Welt[[erlebens]]. Darin wird die Ohnmacht des Individuums gegenüber seinen wirklichen gesellschaftlichen Zusammenhängen zur Liebesmacht vertrauter [[Anwesenheiten]] gewendet. Dies verlangt lediglich, dass die beteiligten Menschen das Verhältnis zu sich selbst finden, dass sie ihre Selbstaufgabe gegenüber einer solchen [[Macht]] als [[Glück]] oder zumindest als seelische [[Notwendigkeit]] empfinden. Es wird ihnen leicht gemacht, wenn die Familie ihr Fürsorgesystem mit Liebe zustopfen kann und solange dieses Verhältnis nicht als Gefühlsverhältnis zum Platzen kommt. Zwangsläufig wird es als permanente Forderung des ganzen familiären Lebenszusammenhangs gegen den einzelnen wirksam sein, als [[Schuldgefühl]] in das [[Selbstgefühl]] wie ein [[objektives Gefühl]] eindringen. Meist sind die Kinder die Träger desselben, wie sie auch die unmittelbare [[Wahrheit]] des Familienlebens am ehesten ausdrücken können - zunächst als Glück für die Eltern, später als Leid.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der kulturellen Abtrennung von ihrer [[Gesellschaft]] ([[bürgerliche Kultur]]) wird die Familie zu einer [[Scheinwelt]], zur Lebenswelt des unmittelbar scheinenden Menschen, dem Menschen, wie er sich ohne äußere Bedingung fühlen kann, soweit er sich hierbei auch als Mensch zu reproduzieren versteht. Bestätigt und gewährleistet ist sie alleine aus der gesellschaftlichen Unmöglichkeit, menschliches Leben wirklich, also mit Wirkung darzustellen, zu bestätigen und weiter zu bringen. Die Rückbeziehung auf sich in dieser Abtrennung vom gesellschaftlichen Leben macht das Leben der Individuen in einer Familie zu einer Gesellschaft, die sich auf der Begründung ihres Zusammenhalts zu einer individuellen Menschenwelt entwickelt, die sich in einer wechselseitigen Anmaßung an das [[Leben]] der anderen beteiligten Menschen verhält, als Einforderung des Menschseins, wie es sich in seiner [[isolierten]] Form bewährt, [[Identität]] der Scheinwelt überhaupt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So kann Familie in der [[bürgerlichen Gesellschaft]] als Selbstrettung funktionieren, als [[Lebensburg]] und Bunker von Menschen, die sich gegenseitig als [[Lebensbedingung]] [[wahrhaben]], als unbedingte Bedingungslosigkeit ihres [[Lebens]], als Hort ihrer vergemeinschafteten Weltfremdheit. Sie überfordern sich dabei zwangsläufig, weil alle menschlichen [[Wirkungen]] und also auch ihre [[zwischenmenschliche Verhältnismäßigkeit]] darin nicht vollzogen werden kann, ohne sich in der außerfamiliären Welt Lebensinhalt zu holen. Für sich kann das Leben in der Familie keinen anderen Sinn verwirklichen, als die Menschen darin durch sich schon haben. Jede wirkliche Entwicklung eines Menschen muss also auch das Gemäuer der Lebensstruktur Familie sprengen. Um dem Zusammenbruch des geschützten und abgetrennten Lebensraums zu entgehen, bildet sich in der familiären Beziehung daher ein [[Familiensinn]], der meist von den Älteren gesetzt wird und sich als Lebensaufgabe versteht, als hintergründige [[Selbstentfremdung]] der Kinder, die zugleich von der Liebe der Eltern getragen wird. Umgekehrt bestimmen die Kinder die Lebensaufgabe der Eltern als natürlich gestellte Existenzaufgabe, als Existenzbewältigung in Fürsorge und Erziehung. So bestimmt und regelt der Familiensinn ohne wirklich in Erscheinung zu treten alle Beziehungen und deutet die Bezogenheit und ihre Beschränkung auch substanziell aus. In solchen Bedeutungen gelten sich die Menschen gleichwohl als [[Sache]] wie [[Mensch]], als Forderung, in der Sachlichkeit ihrer [[Liebe]] mit anderen Mensch zu sein. Hierdurch hat ihre [[Identität]] keinen unmittelbaren [[Sinn]] und sie fühlen sich vor allem ihrem eigenen Leben gegenüber schuldig ([[Schuldgefühl]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schuld impliziert jenes Sein der Gefühle, welche die Familie Zusammenhalten, und seien sie noch so verschroben. Sie sind der Kitt des Lebensraumes, wie auch die Basis individueller Identität, mit der die Familienmenschen in die Welt treten. In diesen Gefühlen ist aller Übersinn bewahrt, den das Familienleben hervorgebracht hat und bewährt, weil er darin funktioniert hat. Daher funktionieren auch die Gefühle und sind in ihrer Funktion Bestandteil des [[Gedächtnisses]], mit welchem die Menschen ihre Beziehungen erinnern und vergegenwärtigen. Sie funktionieren so objektiv wie eine Klimaanlage, bestimmen die Launen und Stimmungen, die Lebensgeister und Todesahnungen. Die Familie insgesamt funktioniert nur durch sie. Von da her ist die Familie - wie klein oder groß sie ist - nicht nur die Geburtsstätte der Kinder, sondern auch der [[objektiven Gefühle]]. Das sind Gefühle, die sich gegen die Subjekte, die sie hervorgebracht hatten, verselbständigt haben. Je kleiner die Familie, desto ausschließlicher (weil ausgeschlossener) ist ihre Funktion. Ob die Menschen sie durch wirklich eigene [[Gefühle]] durchbrechen können, hängt davon ab, wie weit sie von den Beziehungen der Familie abrücken können ohne [[verrückt]] zu werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Familie ist als sich fortbestimmende [[Lebensburg]] die Rückbeziehung der Generationen in die Verstrickung ihres Werdens: Familie gebiert Familie ohne anderes Sein. Darin verlieren die Generationen das Verhältnis zu sich: Unter sich sind sie nur relativ zu ihrer Herkunft, niemals reif durch sich, sondern nur in der [[Selbstverleugnung]]. Aber solche Generationen, die sich selbst verleugnen müssen, weil sie in der Familie mit ihrem ganzen Leben aufgehen, können ihre [[Geschichte]] nicht selbst begründen. In der [[Erziehung]] ihrer Kinder pflanzen sie fort, wozu sie gezogen waren und unendlich hingezogen sind: Zur Selbstbehütung. Im Verhältnis von Selbstverleugnung und Selbstbehütung hat das BÜrgertum daher auch seine Lebenseinfalt und bewahrt sich vor dem [[Unheimlichen]], was es in seinem Heim entwickelt:[[Angst vor dem Leben]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der bürgerlichen Gesellschaft gilt die Familie von ihrem politischen Wesen her immer noch als die &#039;&#039;Keimzelle der Gesellschaft&#039;&#039;, der Kern eines gesunden Lebens mit der Gewähr heilsamer Strukturen als Bedingung für Erziehung und &#039;&#039;Sexualhygiene&#039;&#039;. Dies betrifft insgesamt auch ihre Existenzform als Haushaltsform der Reproduktion von individualisierten Menschen. Es ist der Lebensraum der bürgerlichen Persönlichkeit, worin sie ihre unmittelbare menschliche Beziehung als Gemeinschaft von Selbstbezogenheit hat. Schon als Lebensraum für mehr als zwei Generationen reicht sie nicht mehr hin, weil die Reproduktionskosten der Menschen (das [[variable Kapital]]) so minimalisiert worden sind, dass das Vermögen nicht für die entsprechenden Kosten (besonders Miete, Pflege, Freizeit eines der Lebenspartner) hinreichen würde und somit viel Familienarbeit den billig kalkulierten und hoch rationalisierten staatlichen oder Gemeindeeinrichtungen überlassen werden müssen. Aber auch kulturell steht ein ausgebreiteter Individualismus der Verständigung und Beziehung mehrerer Generationen entgegen. Die Kleinfamilie und Kleinstfamilie (Alleinerziehende) ist ökonomisches und kulturelles Resultat der Abtrennung (Isolation) der Menschen, Geschlechter und der Bevölkerung (z.B. im Gemeinwesen, der Kommunen) von ihrem Gemeinwesen in den reichen Ländern (siehe [[Geldbesitz]]). Die letzten existenziellen Brücken in gemeinschaftlicher Arbeit (z.B. Landarbeit oder Familienbetriebe) sind ökonomisch nicht mehr oder selten tragbar. Sie sind weitgehend von existenziellen Bestimmungen gelöst und bestehen weitgehend nur noch als [[zwischenmenschliche Beziehungen]]. Dies zeigt einen Zustand, in welchem ein großes [[Geld]]vermögen gesellschaftlich existiert (als [[konstantes Kapital]] in Technologie-Ländern), dem ein relativ geringer Lebensstandard im durchschnittlichen Kleinhaushalt ([[variables Kapital]]) gegenübersteht (Mieten gehören hier nicht dazu, soweit sie die Wertlage der Bevölkerungskonzentration wiedergeben). Es ist der Zustand einer hochentwickelten [[Profitrate]], die äußerst [[krise]]nanfällig ist.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Wolfram</name></author>
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		<summary type="html">&lt;p&gt;Wolfram: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;Ein Jüngling liebt ein Mädchen, Die hat einen andern erwählt; Der andre liebt eine andre, Und hat sich mit dieser vermählt. Das Mädchen heiratet aus Ärger Den ersten besten Mann, Der ihr in den Weg gelaufen; Der Jüngling ist übel dran. Es ist eine alte Geschichte, Doch bleibt sie immer neu; Und wem sie just passieret, Dem bricht das Herz entzwei. (Heinrich Heine, Buch der Lieder&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[bürgerliche]] Familie entsteht entweder im Verlangen nach einer glücklichen Entfaltung der zwischenmenschlichen Beziehungen in der Geborgenheit der Geschlechter und Generationen, oft auch in der [[Sehnsucht]] nach [[Geborgenheit]] im [[Unglück]] einer durch ihre [[Ausschließlichkeit]] [[vereinsamte]] [[Liebesbeziehung]] – oft im [[Elend]] einer sich auflösenden [[zwischenmenschlichen Beziehung]] in der [[Stimmung]] [[vereinzelter]] Menschen, die darin ihre [[Selbstgefühle]] angleichen, indem sie diese sozialisieren. Sie ist daher getragen vom [[Sicherheitsbedürfnis]] für die [[seelische]] [[Entwicklung]] der Menschen in der [[bürgerlichen Gesellschaft]] um den Fortbestand ihrer [[zwischenmenschlichen Kultur]] und den [[Gewohnheiten]] ihrer [[Selbsterhaltung]] (siehe auch [[Reproduktion]]), des [[persönlichen]] Vertrauens in die Zeugung und den Fortbestand und Schutz eigenmächtiger [[Lebensverhältnisse]]. Ihre [[Geschichte]] ist aber nicht [[wirklich]] durch diese gesichert, sondern entwickelt sich als [[Geschichte]] ihrer &#039;&#039;Gemütslagen&#039;&#039;, den [[Stimungen]], welche die Menschen zusammen führt oder auch auseinander treibt. Von daher ist solche [[Familie]] der Hort (siehe [[Lebensburg]]) zur [[Bildung]] der [[Gefühle]], die aus [[Selbstempfindungen]] im &#039;&#039;Familienleben&#039;&#039; heraus keimen und [[objektiv]] meist die erste und [[bedeutungsreichste]] [[zwischenmenschliche]] [[Lebenserfahrung]] für die nachwachsenden [[Generationen]] darstellen. Von daher hat das &#039;&#039;Familienleben&#039;&#039; einen [[mächtigen]] Anteil an der Selbstsicherheit um [[eigene]] [[Wahrheit]] – und damit der [[eigenen]] [[Wahrnehmungsidentität]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Stimmung finden die Empfindungen eine Stimme für das, was sie wahrhaben. Sie bilden daraus eine Gemeinschaft ihrer Selbstgefühle. In den hierin geborgenen Gefühlen schaffen sie eine Welt für sich. In dieser Welt entstehen die hieraus bestimmten Selbstwahrnehmungen, die zu einem familieären Verhältnis in der Selbstwahrnehmung werden. Als Gefühl für sich drückt darin die Stimmung eine einfache Wahrnehmung ihrer Symbiose aus, die Menschen durch einander bestimmen ud beleben, inndem jeder im Anderen ein Sinn für sich und durch sch verspürt, denn sofern sie ein wirkliche [[eigentümliches]]s Verhältnis ist, worin Mann ud Frau und Kind zusammenleben ist Familie die vergemeinschaftung von symbiotichen Beziehunnhgen worin jedes Mitlied durch den snderen llebt, weil und sofern er oder sie nur durch diese Gemeinschft ist, existiert unnd sich seiner selbst vergewissert, weil er durch deren Zusmmenleben ist und seine ursprünglichsten Bedrfnisen in diesem Leben, darin entstehen und gelegentlich auch vergehen. Eine Famlie ist also aus dem Zusammengehen bzw. aus der Auseinandersetzung von Selbstgefühlen entstanden. Sie verlebt in der Nutzung dieser Gemeinschaft bzw. den Mangel ihrer Erheuerug. Diese ergibt sich aus dem Burgfrieden, den Familien nötig haben und wodurdh sie zur Brutstellen einer unerkennbaren weil sie als gemeiner Lebensraum privater Persönlichkeiten geworden ist und innerhalb solcher Personen als chronifizierte Egommanie verweltlicht wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der [[bildungsbürgerlichen]] Familie geht es dagegen um die Anwendung dessen, was der Maßstab der bürgerlichen Bildung ist (siehe Biedermeier), im Anteil des kulturellen Vermögens in der Durchsetzung der Normen der bürgerlichen Kultur. Von daher setzt eine solche Familie auf deren allgemeine Form, au das Formalt des bürgerlichen Daseins, das den Verkehr der Bürger zwar erleichtert, aber sich vor allem nur normativ neben oder gegen die soziale Wirklichkeit der Menschen vollstreckt. Immerhin ist für jede Form der Familie eine Konstruktion dessen maßgeblich, was im Kleinen auch das Große zu überwinden vermag, wenn es zu einer allgemeinen [[Gewohnheit]] wird (siehe [[Prominenz]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als [[Heimat]] der [[Wahrnehmungsidentität]] der [[Zwischenmenschen&amp;lt;]]&amp;gt; (siehe hierzu auch [[Kleinbürger]]) ist die bürgerliche Familie [[Subjekt]] wie [[Objekt]] der [[Lebensangst]] des [[bürgerlichen Individuums]]. Sie entsteht meist mit einem Ehevertrag, durch den die [[Sittlichkeit]] der [[persönlichen]] [[Besitzansprüche]] im Alltag und für Ausnahmesituationen (z.B. Fürsorge und [[Tod]]) dadurch wird die Fammilie zu einer [[Institution]] des [[Nationalstaats]] worin über das [[Belieben]] der [[Einzelnen]] hinaus gehend und [[lebensverpflichtend]] als geregelt [[gültig]] werden soll, was dem Einzelnen als Funktion aus seiner Selbstverantwortlichkeit abverlangt werden kann (siehe hierzu auch [[Immanuel Kant)]]. Seine ihm [[notwendige]] [[Sittlichkeit]] gilt demnach aus seinem Gattungsleben [[normativ]] bestimmt und sei von daher schon in seiner [[Allgemeinform]] [[allgemein]] begründet (siehe [[Formbestimmung]]), einer gesellschaftlich [[gültig]] [[Norm]] unterworfen, die er angeblich selbst mitbestimmt habe (siehe [[kategorischerimperativ]]). Der [[Widerspruch]] zwischen der Einzelheit (siehe [[Privatheit]]) und [[Gesellschaftlichkeit]] der [[Individuen]] der [[bürgerlichen Kultur]] sei demnach eine unüberwindbar enge Lebensbestimmung (siehe [[Spießbürger]]) Grundlage einer [[vereinzelten]] Angst des von seinem [[Gott]] (siehe auch [[Kult]]) verlassenen [[Individuums]], die über seine bloße [[Existenz]] durch deren [[allgemein]] [[notwendige]] [[Formbestimmtheit]] des Gattungsleben seiner verengten und eingeengten [[Kultur]] hinausreicht (siehe [[Angst]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von da her ist sie eine [[strukturelle]] Angstvermeidung (siehe auch [[Lebensangst]]) als [[Macht]] gegen die [[Ohnmacht]] der [[Selbstwahrnehmung]] des [[vereinzelten]] Menschen.Sie- ist sie die [[institutionalisierte]] [[Einfältigkeit]] der herrschenden [[Kultur]] des [[Privateigentums]] als [[politische Kultur]] der [[isolierten]] [[Seelen]] zur [[Befriedung]] der Kinder, der Erben einer übermächtigen Zukunft eines [[vereinten]] [[vereinten]] [[Eigentums]] [[privater]] [[=Existenzen]], einer [[Institution]] [[privater]] [[Persönlichkeiten]] (siehe auch [[Privatperson]]). In anderen Kulturen, worin das [[Gemeinwesen]] noch [[wirklich]] organisch beansprucht werden kann [[verhält]] sich dies gändsätzlich anders. Ein afrikanisches Sprichwort besagt zum Beispiel, dass für das Aufwachsen eines Kindes ein [[ganzes]] Dorf nötig sei (siehe hierzu auch [[Gemeinwesen]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;Der Irokese nennt nicht nur seine eignen Kinder, sondern auch die seiner Brüder seine Söhne und Töchter; und sie nennen ihn Vater. Die Kinder seiner Schwestern dagegen nennt er seine Neffen und Nichten, und sie ihn Onkel. Umgekehrt nennt die Irokesin, neben ihren eignen Kindern, diejenigen ihrer Schwestern ihre Söhne und Töchter, und diese nennen sie Mutter. Die Kinder ihrer Brüder dagegen nennt sie ihre Neffen und Nichten, und sie heißt ihre Tante. Ebenso nennen die Kinder von Brüdern sich untereinander Brüder und Schwestern, desgleichen die Kinder von Schwestern. Die Kinder einer Frau und die ihres Bruders dagegen nennen sich gegenseitig Vettern und Kusinen. (Friedrich Engels - [[Der Ursprung der Familie, des Privateigentums und des Staats MEW 21, S.36)]]&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unter den [[Lebensbedingungen]] der [[bürgerlichen Gesellschaft]] kann der vereinzelte Mensch keine soziale Kompetenz erlangen, weil die [[zwischenmenschlichen Beziehungen]] in der [[Konkurrenz]] der Selbstverwertung, in den [[Selbstbezogenheiten]] der [[Geschlechter]] und [[Generationen]] ihren sozialen [[Wert]] nicht in einem allgemeinen [[Selbstwert]] des [[burgherrlichen Subjekts]] erkennen können. Sie verhalten sich in ihren Lebenswelten ja nur zwischen [[Sinn]] und [[Absicht]] ihrer [[zwischenmenschlichen Beziehung]] und können ihre Widersprüche daher in ihrer [[Vereinzelung]] auch nur durch die Rückbeziehungen auf eine [[allgemeine]] [[Selbstgerechtigkeit]] zwischen dem [[einzelnen]] [[Individuum]] und den Anderen – also nur [[abstrakt]] formulieren (siehe z.B. [[autortärer Charakter]], [[esoterischer Charakter]]). Als Maß der [[Vereinzelung]] und als Maßstab seiner allgemeinen Gültigkeit (siehe [[Geltung]]) wird das &#039;&#039;Ego&#039;&#039; zum Zankapfel bei der [[Normierung]] einer [[Sittlichkeit]] der [[Sinnbildung]] als [[Wahrheit]] einer gewöhnlichen [[Selbstverwertung]], welche die [[Isolation]] der [[Ohnmächtigen]] vertieft und entwertet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;Freud analysiert eine Episode, die Goethe aus seiner frühen Kindheit berichtet - nämlich, daß er im Alter von ungefähr 4 Jahren fast sämtliches zerbrechliches Hausgerät aus dem Fenster auf die Straße geworfen - als Niederschlag des Konkurrenzneides auf den jüngeren Bruder Hermann Jakob und als Symbol von dessen Beseitigung. Diese Interpretation erhärtet Freud an mehreren in der Tat frappierenden Parallelbeispielen und an der Reaktionen des Kindes Goethe auf den Tod seines jüngeren Bruders Jakob im Alter von 6 Jahren wie sie uns durch Bettina Brentanos Wiedererzählungen des Berichtes der Mutter überliefert ist. Danach hat Goethe über den Tod seines Bruders keine Träne vergossen und auf die Frage der Mutter „ob er den Bruder nicht liebgehabt habe, lief er in seine Kammer, brachte unter dem Bett hervor eine Menge Papier, die mit Lektionen und Geschichtchen beschrieben waren, er sagte ihr, daß er dies alles gemacht habe, um es den Bruder zu lehren.“ Hitschmann merkt dazu an: „der ältere Bruder hätte also immerhin gern Vater mit dem jüngeren gespielt und ihm seine Überlegenheit gezeigt.“ [zitiert nach Sigmund Freud, Gesammelte Werke, Band 12, Frankfurt a. M. 1991, S. 21] (siehe hierzu auch http://www.krahl-briefe.de)&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[bürgerliche Familie]] (Kleinfamilie) soll die [[Elementarform]] der [[bürgerlichen Kultur]], die [[körperliche]] [[Existenz]] der [[bürgerlichen Subjekte]] gewährleisten und vermehren. Von daher gestaltet sie sich als [[Institution]] der [[Sitten]] und [[Bräuche]] ihrer [[Zwischenmenschlichkeit]] durch [[staatliche]] Förderung und [[Exekutive]] (Polizei) und [[Wahrheit]] (Gesetzgebung) durch [[persönliche]] [[Macht]] und [[Gewalt]] als &#039;&#039;Schule der [[Nation]], als &#039;&#039;Keimzelle der [[Gesellschaft]]&#039;&#039; über die Funktionalität ihrer [[Wahrheit]] [[Lebenszusammenhänge]] – meist also auch als Garant für lebendige Zammenhänge der Menschen zur Ertüchtigung einer an und für sich disfunktionlen [[Lebensgemeinschaft]] schlechthin, die in der Lage sein muss die Störungen der [[zwischenmenschlichen Verhältnisse]] [[konkurrierender]] [[Selbstwahrnehmungen]] zu [[integrieren]] und zu [[befrieden]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[Selbstwahrnehmung]] ist der [[Wahrheit]] und [[Täuschung]] der Ausschließlichkeit ihrer [[Beziehungen]] ausgesetzt in der sich ihre [[Zwischenmenschlichkeit]] in zweierlei Beziehung zerteilt: Ihre [[Ohnmacht]] wird durch die darin [[notwendigen]] [[Selbstgefühle]] gegen ihre bescheidene [[Wirklichkeit]] übermächtig, wodurch die [[Psyche]] selbst als Beleg ihrer [[substanziellen]] konsistenz für [[wahr genommen]] wird (siehe [[zwischennmenschliches Verhältnis]]). Die Menschen sind vom [[Material]] ihrer [[Natur]] [[getrennt]] und zugleich sich selbst als [[gesellschaftliche]] wie auch [[natürliche]] [[Wesen]] ausgesetzt und dem [[Doppelcharakter]] ihrer [[Zwischenmenschlichkeit]] überlassen (siehe [[Teilung der Wahrnehmung]]). Daher ist jedes Individuum schon durch den [[gesellschaftlichen]] Zwang zur [[Reproduktion]] der [[Isolation]] seiner [[monadischen]] Existenzformen (siehe auch [[Vereinzelung]]), zu einer [[Selbstverwertung]] seiner [[Selbstwertigkeit]] bestimmt (siehe auch [[Selbstoptimierung]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und deshalb ist darin die Familie vor allem eine [[Institution]] der [[bürgerlichen]] [[Notwendigkeiten]] ihrer Lebensformationen, eine Fluchtburg (siehe [[Lebensburg]]) zur [[Bergung]] eines [[gesellschaftlich]] [[ausgeschlossenen]] und daher ausschließlichen [[Lebens]] in ihren [[unmittelbar]] [[subjektiv]] auftretenden [[Lebensnöten]] (siehe auch [[Lebenspflichtigkeiten]]). Diese verlangen vom [[einzelnen]] Menschen mehr als nur das [[unmittelbar]] [[Notwendige]] (siehe hierzu auch [[Teilung der Wahrnehmung]]): Sie verlangen ein [[Wissen]] und [[Bewusstsein]] über den gesamten Lebensablauf der nur [[privat]] [[vermittelten]] Existenz der [[vereinzelten]] Menschen in den [[zwischenmenschlichen Verhältnissen]] der [[bürgerlichen Kultur]], ihrer sozialen [[Reproduktion]] als vergesellschaftetes [[Naturwesen]] in einer denaturalisierten [[Gesellschaft]], über ihre [[Bildung]], Krankheiten die Jugend und [[Alterung]] der [[Generationen]], der [[Vermittlung]] und Vorsorge für ihre [[Lebensgewohnheiten]] usw.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der wesentliche Unterschied der [[Generationen]] ist der [[Zweifel]] der Älteren gegen die Hoffnungen der Jüngeren. In einer [[erzieherische Beziehung]] ist niemand in der Lage, den Eltern die Hoffnung der Kinder zu [[vermitteln]] und so sind die Eltern auch nicht in der Lage aus ihren Zweifeln [[Erkenntnisse]] zu [[bilden]], die sie den Kindern [[vermitteln]] könnten. Erziehung wäre ja auch [[wirklich]] unnötig und nur ein einfaches menschliches [[Verhältnis]] von alten und jungen Menschen, wenn sich darin die [[Generationen]] in einem gemeinen [[Wesen]], in einem [[wirklichen]] [[Geweinwesen]] als ein gemeines [[Wesen]] ihrer [[Kultur]] [[erkennen]] könnten. Doch auch dies würde einige [[Änderung]] an [[kulturell]] [[bestimmten]], an ihren [[zwischenmenschlichen Verhältnissen]] voraussetzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[bürgerliche]] [[Familie]] ist daher nicht nur eine [[Institution]] des öffentlichen [[Rechts]] (siehe auch [[bürgerlicher Staat]]), sondern vor allem die [[Lebensburg]] einer [[narzisstischen]] [[Sinnbildung]] der [[Selbstveredelung]]. Diese ist gespalten in das [[Bildungsvermögen]] einer [[erzieherishcn Beziehung]] der Kinder mit ihren Eltern (siehe auch [[Bildungsbürgertum]]). Denn darin aufgeteilt (siehe [[Teilung der Wahrnehmung]]) in die Sinnstiftung der Kinder für das [[Leben]] ihrer Eltern und der [[Fürsorge]] der Eltern für die [[Existenz]] ihrer Kinder (siehe auch [[Lebenspflicht]]). Für sie [[erscheint]] dies als [[Selbstverständlichkeit]] ihrer [[subjektiven]] [[Erfahrungen]], ihrer [[Gefühle]] und [[Stimmungen]]. Für die Eltern ist es das Glück ihrer Selbsterneuerung, das ihnen ihre Kinder [[objektiv]] bieten können. Von daher ist die [[Familie]] eine Lebenswelt, die [[Kultur]] einer [[objektiven Subjektivität]] an deren [[subjektiver]] Bruchstelle (siehe [[subjektive Objektivität]]) ihre [[bürgerliche]] [[Existenz]] gelingen soll (siehe auch [[Existenzwert]]. [[Bürgerliche]] Familien sind also [[Institutionen]] der [[bürgerlichen Kultur]], die in den [[zwischenmenschlichen Verhältnissen]] der [[Geschlechter]] und [[Generationen]] ihre [[zwischenmenschlichen Beziehungen]] über die [[Teilung ihrer Wahrnehmungen]] hinweg zu bewahren und versichern suchen. Von da her ist die [[Pubertät]] ein arbeitsintensives Unterfangen der [[Emanzipation]] von der Familie als [[Institution]] der [[bürgerlichen]] [[Existenz]] gerade dann, wenn sie selbst sich in den [[Widersprüchen]] in der [[Konkurrenz]] der [[Selbstverwertungen]] zwischen den [[Notwendigkeiten]] einer [[eigenen]] [[Sinnbildung]] und ihrer [[Jugendkultur]] verfängt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Denn Familien gründen auf Eltern, die sich aus der [[Konkurrenz]] der [[zwischenmenschlichen]] [[Selbstbehauptungen]] durch eine oder mehrere Übereinstimmungen gefunden und sich aus ihnen herausgesetzt haben. Die [[Gefühle]] ihrer Übereinkunft machen die [[Stimmung]] ihres Zusammenlebens aus, die in der Familiengeschichte weitgehende Folgen hat, denn darunter [[entwickeln]] sich nicht nur die familiären [[Selbstgefühle]] der Eltern, sondern vor allem auch die [[lebenswelten]] der Kinder, die darin geboren oder angenommen werden. Was sie hier [[empfinden]] ist für sie [[existenziell]] und daher so [[objektiv]], wie das Einkommen der Eltern für alle zugleich ist. In dem darin [[vermittelten]] [[Sinn]] [[vergemeinschaften]] sich ihre [[Selbstbehauptungen]] im [[ganzen]] [[Verhältnis]] ihrer [[Einstimmung]] (siehe [[symbiotische Selbstbehauptung]]). Diese gebietet ein Schutzverhältnis unter den Gliedern der Familie und [[entwickelt]] sie zwangsläufig zu einem besonders abgeschirmten [[Lebensraum]], zu einer [[Lebensburg]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In einer Welt der [[Zwischenmenschlichkeit]], worin der [[Selbstwert]] ihrer [[Beziehungen]] durch eine [[allgemeine]] und [[ausschließliche]] [[Selbstbezogenheit]] der [[Selbstverwertung]] herrscht, [[konkurrieren]] die Menschen um ihre [[Liebe]] und damit um ihre innerste [[Wahrheit]], um ihre [[Wahrnehmungsidentität]], wodurch ihr [[Leben]] beengt und zu einer stetigen [[Angst]] um ihren [[persönlichen]] [[Wertschätzuung]] in ihren [[zwischenmenschlichen Verhältnissen]] geworden war (siehe hierzu auch [[Lebensangst]]), der die einzige Gewähr für ihre [[Selbstverwertung]] bietet. Von daher haben sich die Menschen in ihren [[zwischenmenschlichen Beziehungen]] selbst als das [[Material]] ihrer [[Verhältnisse]] [[wahr]] und gründen hierauf die [[Kultur]] einer [[allen gemeinen]] [[Selbstwahrnehmung]]. Hierdurch fällt ihre [[Existenz]] mit ihrer [[Selbstwahrnehmung]] zusammen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Familiär ist der Verbund von Zugehörigem und [[begründet]] von daher auch das [[Verhalten]] der Angehörigen - oft bis hin zur [[Hörigkeit]]. Die [[bürgerliche]] Kleinfamilie (siehe hierzu auch [[Kleinbürger]]) ist allerdings kein wirklich [[zwischenmenschliches Verhältnis]], weil sie in den [[Verhältnissen]] der [[burgherrlichen Gesellschaft]] durch die [[Natur]] der [[Geschlechter]] und [[Generationen]] bedingungslos, also [[unbedingt]] – lebensnotwendig und [[lebenspflichtig]] zugleich - geworden ist. Dies ist aber keine [[wirkliche]] [[Begründung]] der Familien. Es sind die in der individuellen [[Selbstbehauptung]] bedrohten [[Verhältnisse]] der [[Selbstachtung]]; es ist das Prinzip der [[Selbstverwertung]] untergegangener [[Liebesbeziehungen]], das nach einer Verbindlichkeit dessen verlangt, was in [[zwischenmenschlichen Verhältnissen]] nicht [[wirklich]] verbunden und also auch nicht [[wirklich]] verbindlich sein kann. Daher ist die bürgerliche Familie ein elaboriertes Liebesnest, das vor allem als [[Lebenburg]] gegen die [[Konkurrenzen]] in der [[Einverleibung]] [[entfremdeter]] [[Selbstachtung]], in den [[Verhältnissen]] der [[Selbstverwertung]] in den öffentlichen [[Strukturen]] der [[bürgerlichen Kultur]] lebensnotwendig wird. So funktioniert die Familie wie ein kleiner [[Staat]] im Großen, indem sie die wechselseitige Ausplünderung der [[zwischenmenschlichen]] [[Selbstwahrnehmungen]] absichert und sie durch einen Himmel über ihre [[private]] Borniertheiten [[veredelt]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und von daher [[erscheinen]] ihnen ihre [[subjektive]] [[Beziehungen]] selbst [[objektiv]] [[bestimmt]] (siehe hierzu auch [[objektive Subjektivität]]) und also [[existenziell]] (siehe hierzu auch [[Existenzwert]]). Und so stellen sich ihnen auch ihre [[Existenzängste]] wie eine [[subjektive Objektivität]] dar und werden selbst zur angstvollen [[Lebensbedingung]], zu einer [[Lebensängstlichkeit]], von daher als [[Struktur]] von [[Lebenpflichtigkeiten]] ihres [[persönlichen]] Alltags, zu einem [[familiären]] Zusammenschluss der [[Selbstgefühle]] und [[Stimmungen]] [[gesellschaftlich]] [[isolierter]] Menschen. Darin [[kehren]] sich die [[Inhalte]] ihrer [[zwischenmenschlichen Verhältnisse]] um zu einer in sich mehr oder weniger geschlossenen, also [[ausschließlichen]] Existenzform.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch eine familiäre Lebensstruktur entstehen [[personifizierte]] Hierarchien der [[Geschlechter]] und [[Generationen]], worin ihre [[Selbstwahrnehmung]] sich [[psychisch]] gegen ihre objektive Existenzform, gegen die [[existenziellen]] [[Formationen]] ihrer [[Lebenswirklichkeit]] wendet (siehe hierzu die Entstehung des so genannten [[Über-ichs]]). Die hierdurch kontrollierten [[Selbstgefühle]] ihres [[Lebens]] spalten sich [[qualitativ]] zwischen ihrem substanziell menschlichen [[Sein]] und ihrem familiären [[Dasein]] so dass sich dadurch ihre [[Persönlichkeit]] durch und für sich verdoppelt und [[systematisiert]] (siehe hierzu auch [[Psychoanalyse]]). Dadurch entsteht eine [[Verselbständigung]] der [[zwischenmenschlichen]] Existenzform ihrer familiären Bedingungen, in der sich immer wieder eine [[eigentümlichen]] [[Form]] ihrer [[Angst]] entwickelt, worin sich die familiären Menschen [[erkennen]] und erhalten, sich aber immer wieder in ihrer [[Lebensangst]] [[vergegenwärtigen]] müssen. Hierdurch wird die im Allgemeinen [[personifizierte]] Lebensstruktur der [[Privatpersonen]] zu einem [[psychisch]] [[veräußerlichten]] Lebenszusammenhang ihrer [[Geschichte]] und im Zusammenhang ihrer [[Selbstgefühle]] zunehmend [[absolut]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es bietet sich die Familie zunächst als ein [[persönlicher]] Rückzug aus dieser Welt an und [[begründet]] somit einen [[Lebensraum]] der [[Geborgenheit]] des [[persönlichen]] [[Verhältnisses]] einer [[zwischenmenschlichen Beziehung]] in einer [[Lebensburg]], durch die alle [[Beziehungen]] außerhalb der [[unmittelbaren]] Vertraulichkeit ihrer [[Persönlichkeiten]] mehr oder weniger gründlich [[ausgeschlossen]] werden. Dadurch werden ihre [[Beziehungen]] nicht nur [[emotional]] [[isoliert]] und die [[Gesellschaft]] als Außenwelt [[wahrgenommen]], sondern auch zwischen den Familienmitgliedern in ihrer [[wirklichen]] Bezogenheit je nach dem Status ihrer [[Lebenspflichtigkeit]] [[getrennt]]. Sie müssen daher ihre intime [[Gemeinschaft]] eines [[ausschließlichen]] und [[ängstlichen]] [[Lebens]] als [[Sinn]] ihrer [[Gemeinschaft]] behaupten (siehe [[Selbstbehauptung]]), das sie allerdings vor allem nur in ihren vergemeinschafteten [[Selbstgefühlen]] [[vergegenwärtigen]] können. Der Sinn ihrer Beziehung wird durch die Form seiner [[ausschließlichkeit]] zu einem mächtigen [[Familiensinn]], der sich in den [[erzieherischen Beziehungen]] der Familie ausbreitet und seinen Paternalismus [[verwirklicht]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ihre [[Vergegenwärtigung]] bleibt von da her [[unwirklich]], weil sie sich in familiären [[Beziehungen]] nicht wirklich vergemeinschaften kann. In dieser [[Beziehung]] bleiben und bewähren sich die [[Selbstgefühle]] als Formation ihrer [[Lebensangst]] und machen aus der [[Form]] ihrer [[Gemeinschaft]] eine Fluchtburg ihrer [[Selbstbezogenheiten]]. Und im [[Lebensraum]] einer somit gegründeten [[Lebensburg]] [[verkehren]] sich ihre [[subjektiven]] [[Beziehungen]] in ihren [[Inhalten]] in eine [[objektive]] Lebensform, worin die Menschen zu [[Objekten]] ihrer [[ausschließlichen]] und also eingeschlossenen [[Wahrheit]] werden. Alles [[Subjektive]] ist daher in diesem [[Lebensverhältnis]] zugleich [[objektiv]]: Die Älteren werden zu objektiven Subjekten des Verhältnisses (siehe hierzu [[objektiver Subjektivismus]]), die Jüngeren zu subjektiven Objekten ihrer [[Selbstwahrnehmung]] (siehe hierzu [[subjektiver Objektivismus]]). Die [[Beziehung]] von [[Form]] und [[Inhalt]] [[verkehrt]] sich so zu einer inhaltlich bestimmenden [[Form]] des [[Verhaltens]]. Das [[Objektive]] wird durch die so gewordene [[Formbestimmung]] zu einem [[objektiven]] [[Subjekt]], das [[Subjektive]] hierdurch [[fremd bestimmt]], ihr [[Dasein]] [[entgegenwärtigt]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es hat sich von daher aus der [[Allgemeinheit]] der familiären [[Selbstgefühle]] eine Mitte ergeben, die zugleich einen Mittler hat: Die allgemeine [[Selbstigkeit]] [[lebensängstlicher]] Menschen. Diese wird zu einem[[ausschließlichenSelbstgefühlin allem, was einen inneren Gefühlszusammenhang durch eineverselbständigteSelbstgerechtigkeitbegründet, die über die einzelnenGefühlehinweg alle bestimmt und sich hiergegenausschließlichalsWertihrerSelbstbezogenheitenverhält. IhrSelbstwertreduziertsich auf das, was sie diesem Allgemeingefühl erbringen. DasSelbstgefühlwird von da her zum inneren Maßstab derGefühle, zum illusorischen Herz allerzwischenmenschlichen Bezogenheit. Alle ihrezwischenmenschlichenBeziehungen sind diesem unterworfen, werden hiernachgebildetundentwickeltund bemessen und begrenzt. DieburgherrlicheFamilie ist hierdurch zu einemseelischenSubjekt, zumallgemeinenSinnderZwischenmenschlichkeitpsychischerVerhältnisse, zum Wertmaß ihrerGefühlegeworden, das mit derDichteihrerVerhältnisseimmer mächtiger wird.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus diesem Maß wird nun verlangt, dass sich die Menschen seinem [[psychischen]] Ansinnen beugen und sich in den [[Beziehungen]] ihrer [[zwischenmenschlichen]] Gesellschaft gegenüber produktiv erweisen. Das verlangt, dass sie sich ihren [[seelisch]] gewordenen [[Selbstwert]] dadurch verschaffen, dass sie in ihren [[zwischenmenschlichen Beziehungen]] sich in ihrem [[Gemeinsinn]] wechselseitig anerkennen, um sich das [[einzuverleiben]], was sie durch die Gegenwart ihrer Wechselseitigkeit an [[Sinn]] [[erleben]], [[erfahren]] und [[haben]] können. Ihre leibliche Gegenwart wird zum Träger ihres seelischen Zusammenwirkens und was sich darin an [[Wahrheit]] offenbart, was in ihrem [[Selbsterleben]] [[wahrgehabt]] und [[wahrgenommen]] wird, das ist nicht ein wirklich nur stofflicher Leib, sondern vor allem das, was er mit sich bringt: Geistige Gegenwärtigkeit und [[Vergegenwärtigung]] [[seelischer]] [[Kräfte]] aus dem Irgendwo (siehe auch [[Medien]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Doch diese [[Vergegenwärtigung]] scheitert auf Dauer früher oder später in ihren eigenen [[Lebensverhältnissen]] daran, dass sie in ihrer [[Wahrnehmung]] nur das [[wahrhaben]] können, was ihre scheinbare [[Wahrheit]] in ihren Lebensverhältnissen, besonders in denen der Kleinfamilie verliert, wodurch ihre [[Wahrnehmungsidentität]] selbst in in einen hintergründigen [[Selbstverlust]] gerät und sich die [[seelischen]] Anteile ihrer [[Triebkräfte]], die sich in der [[Getriebenheit]] ihrer [[Selbstgefühle]] noch ausgelebt hatten, schließlich durch die nötigen Strukturen ihres Familienlebens zu einer systematischen [[Angst]] entwickelten und zu einer familiären [[Lebensangst]] verfestigt haben. Die kommt auf ihre ursprüngliche [[Triebkraft]] (siehe [[Abstraktionskraft]]) als [[Negation]] ihrer vorausgesetzten [[Antriebe]] zurück, und [[totalisiert]] ihren [[Selbstverlust]] zu einer [[negativen]] [[Wahrnehmungsidentgität]]. Indem ihre [[psychischen]] Antriebe sich auf diese Weise zu einer [[negativen]] [[Triebkraft]] umkehren, kehren sie ihre [[Abstraktionskraft]] gegen ihre [[Empfindungen]] und ihre [[Selbstgewissheit]] ins Jenseits der familieren Burg zu einer totalen [[Ungewissheit]], die ihre [[Selbstwahrnehmung]] nur negativ fortbilden kann. Dadurch bedrängen sich ihre [[Selbstgefühle]] gegen sich (siehe auch [[psychische Depression]]) und töten sie leztlich ab (siehe [[Todestrieb]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Doch an sich ist [[Familie]] ein [[existenzielles]] [[Lebensverhältnis]] der [[Geschlechter]] im [[Verhältnis]] ihrer [[Generationen]]. In der [[bürgerlichen Gesellschaft]] ist Familie jedoch das politisch zugrunde liegende [[Lebensverhältnis]] einer [[bürgerlichen Kultur]], das sich aus der [[Wesensnot]] und [[Angst]] [[zwischenmenschlicher]] [[Existenzen]] zu einem [[privaten]] [[Lebensraum]] im [[Kapitalismus]] entwickelt hat. Ihrer aktuellen [[Selbstverwertung]] gemäß ist die Familie ein [[existenzielles]] [[Lebensverhältnis]], das sich aus der bloßen [[Existenzangst]] durch Anteile am [[gesellschaftlichen]] [[Mehrwert]] der allgemeinen Lebensverhältnisse zu einem [[privaten]] [[Lebensraum]] des [[Mittelstands]] entwickelt und herausgesetzt hat. Nur wo sich die Menschen im [[Kapitalismus]] durch einen mehr oder weniger mächtigen [[Geldbesitz]] als [[kleinbürgerliche]] [[Persönlichkeiten]] über ihren besonders [[privaten]] [[Lebensraum]] zu [[Kulturbürger]] [[emanzipiert]] haben, kommen sie aus der [[gesellschaftlichen]] [[Entfremdung]] der [[persönlichen]] [[Lebensverhältnisse]] über die [[Unmittelbarkeit]] ihrer ebenso sozialen wie individuellen [[Reproduktion]] durch ihre Familien wieder auf sich als scheinbar natürliche [[Subjekte]] ihrer [[zwischenmenschlichen Verhältnisse]] zurück. Weil sie sich also über die [[durchschnittlichen]] [[Notwendigkeiten]] ihrer [[bürgerlichen]] [[Existenz]] hinaus, über die ihnen verfügbaren [[Kaufmittel]], über den [[Mehrwert]] ihres [[Geldbesitzes]] zur [[Reproduktion]] ihrer damit auch höherwertigen [[Privatpersönlichkeit]] vollständig subjektiv [[erleben]], können sie auch in den [[zwischenmenschlichen Verhältnissen]] der [[Selbstveredelung]] sich zu [[edelmutigen]] [[Persönlichkeiten]] entfalten und durch die Potenziale ihrer [[Selbstvergegenwärtigung]] auch die Vererbung ihrer [[Selbstveredelung]] zu ihrer Lebensaufgabe gemacht haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jedoch dadurch, dass die Familie eine [[Form]] der Bewältigung einer [[allgemeinen]] [[Lebensangst]] ist, ist diese nicht [[wirklich]] &#039;&#039;aus der Welt&#039;&#039;. Sie ist darin lediglich [[strukturiert]] in den famiiären Rollen von [[Mann]] und [[Frau]] und Kind (siehe [[Generationen]]). Und weil und solange diese Rollen zur Bewältigung einer bürgerlichen [[Lebensgemeinschaft]] funktionieren müssen, sind die Beteiligten in einem mehr oder weniger [[aufklärbaren]] [[Verhältnis]] der darin [[vermittelten]] [[Lebenspflichten]], - besonders auch [[inhaltlich]] durch die [[erzieherischen Beziehungen]], die der [[Notwendigkeit]] zur Bewältigung einer noch nicht absehbaren Zukunft folgen sollen, wird der familiäre [[Lebenzuammenhang]] vor allem durch eine [[Lebensschuld]] [[bestimmt]] und [[vermittelt]], die sich in der[[sinnlichen]] [[Not]] ihrer [[Gemeinschaft]] zur [[Formation]] einer [[Notgemeinschaft]] [[entwickelt]] und die Menschen unter ihren [[abstrakten]] [[Notwendigkeiten]] vereint (siehe [[Einheit]]), die sich in den [[Personifikationen]] einer [[symbiotischen Selbstbehauptungen]] darstellen und hierdurch in ihrer [[unmittelbarkeit]] [[wahr]] [[erscheinen]] und hierdurch unüberwindbar [[gelten]]. Doch deren Belastungen treten zunächst in den [[Empfindungen]] und [[Gefühlen]] als [[Stimmung]] ihrer [[Gemeinsinnigkeit]] auf, die die betroffenen Menschen in ihren [[zwischenmenschlichen Beziehungen]][[vermitteln]]. Eine [[Psychologie]], die diesen Zusammenhang nicht aufdeckt, kann niemals der [[Emanzipation]] dienen, die sie in ihrem Anspruch vorgibt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch im Kleinen des [[gesellschaftlichen]] [[Reichtums]] ist die Familie das [[wesentliche]] [[Verhältnis]] der [[Generationen]] von Eltern und Kindern, ein [[existenzielles]] [[Verhältnis]] der [[Geschlechter]] als ein [[Lebensverhältnis]] der [[bürgerlichen Subjekte]], die sich gegen das Auseinderfallen ihrer menschlichen [[Eigenschaften]] im [[Dazwischensein]] ihrer [[Liebe]] zusammenraffen. In der Familie verwirklichen sie aber nicht die [[gesellschaftlichen]] [[Beziehungen]] ihrer [[Wirklichkeit]], sondern die [[Bestimmungen]] und [[Stimmungen]] ihrer [[Selbstveredelungen]] in einem [[zwischenmenschlichen Verhältnis]] von [[narzisstischen Persönlichkeiten]], deren [[Selbstverwirklichung]] an einer Verdopplung ihrer [[Selbstbezogenheit]] über ihre [[erzieherischen Beziehungen]] interessiert und ausgerichtet ist. Familie ist damit ein Hort der [[Anerziehung]] [[objektivierter]] [[Inhalte]] von [[Selbstgefühlen]], die in ihrer [[Kultur]] als [[objektive Selbstgefühle]] notwendig zur [[Selbstbehauptung]] sind, sich familiär aber nur im [[Widerspruch]] zwischen ihren [[Empfindungen]] und [[Gefühlen]] behaupten können. Denn zugleich soll Familie ein Schutzraum ihrer [[Beziehungen]] sein, die sich darin [[rechtlich]], [[psychisch]] und [[wirtschaftlich]] gegen einander versichern und hierdurch ihr [[Leben bergen]] (siehe [[Lebensburg]]), auch wenn sie vieles davon verbergen müssen. Von daher ist sie eine fundamental [[widersprüchliche]] [[private]] Lebensform, die für sich und für die Menschen niemals frei (siehe auch [[Freiheit]]) sein ist sie wesentlich von ihrer Existenzform abhängig ist (siehe [[Existenzwert]]). Was darin nötig ist [[erscheint]] [[unmittelbar]] [[natürlich]] [[bestimmt]] (siehe auch [[Warenfetischismus]]) und gilt wie eine Naturbestimmung als ein [[absoluter]] [[Lebenswert]] von [[Lebenspflchtigkeiten]] für die Beteiligten. Durch sie entstehen dann allerdings [[Lebenspflichten]], die sich nicht [[existenziell]] [[vermitteln]] un [[bewahrheiten]] lassen, weil diese dem [[Dasein]] ihrer [[Formbestimmungen]] als Hort der Befähigung zu menschlicher [[Selbstverwertung]] (siehe auch [[Wert]]) [[widersprechen]] würde und stattdessen eine [[Systematik]] einer [[mystifizierten]] [[Lebensschuld]] entwickeln. Darin wandelt sich die ausgänglich fundamentale [[Angst]], die [[Angst]] der [[Bürgerinnen]] und [[Bürger]] (siehe [[Kleinbürger]]) um ihre [[Verbürgung]] [[zwischenmenschlicher]] [[Existenzen]], in eine [[Lebensangst]] vor dem Verlust ihrer [[Selbstbezogenheiten]] (siehe [[Selbstverlust]]), wodurch die Menschen von sich selbst abrücken (siehe [[Selbstentfremdung]]) und [[verrückt]] werden (siehe hierzu [[Wahrnehmungszustand]]) und als &#039;&#039;[[Psychisch Kranke]]&#039;&#039; [[gesellschaftlich]] aussortiert und [[kulturell]] [[isoliert]] und [[ausgeschlossen]] werden können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In einer [[Gesellschaft]], in der die [[Bedürfnisse]] der Menschen als ihr Lebensgenuss [[getrennt]] von ihrer [[Arbeit]] (siehe [[Teilung der Arbeit]]), als ihre [[existenzielle]] Verpflichtung (siehe [[Lebenspflicht]]), als [[objektives Sollen]] des [[Lebens]] [[erscheint]], kann sich alle [[Existenz]] nur [[zwischen den Menschen]] [[vermitteln]] und sich in deren Existenzverwertung (siehe [[Existenzwert]]) durchsetzen. Ihre [[zwischenmenschlichen Beziehungen]] verhalten sich durch die [[Abwesenheit]] einer [[gegenständlichen]] [[Wirklichkeit]] in den Menschen als [[Angst]] vor einem [[Selbstverlust]], dem Verlust der [[Sinnlichkeit]] ihres [[Lebens]], vor dem [[gesellschaftlichen]] Nirwana, einem [[allgemeinen]] [[Nichts]], dem Loch einer [[fremden]] [[Wahrnehmungsidentität]], die sich gegen die [[Nichtungen]] des Lebens nurmehr aus der Unmöglichkeit einer [[wesentlich]] [[sinnlichen]] [[Beziehung]] in [[zwischenmenschlichen Verhältnissen]] ergibt und immer wieder in dem scheitern kann, was darin zu [[verwirklichen]] versucht wird. Weil sich dies im [[allgemeinen]] [[Erleben]] nur zwischen dem Lebensglück der [[Liebe]] und der [[Lebenspflichtigkeit]] ihrer [[Existenz]], als ihrer [[negierten]] [[Wirklichkeit]] - als durch sich selbst schon verneintes Lebensglück (siehe hierzu auch [[Nichtungstrieb]]) [[ereignen]] kann - suchen die [[Zwischenmenschen]] eime [[Wahrnehmungsidentität]] in einer gemeinen [[Lebensstruktur]] [[aufzuheben]], in der sie sich ihrer wechselseitigen [[Liebe]] durch die Lebensgemeinschaft einer Lebenspartnerschaft als [[Familie]] [[verbürgen]] indem sie die [[Entgegenwärtigungen]] ihrer [[narzisstische]] [[Selbstbezogenheiten]] [[aufheben]], sich an einander selbst [[vergegenwärtigen]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Selbstvergegenwärtigung ist eine Rückbeziehung auf sich selbst, die sich aus der [[Unwirklichkeit]] der [[Selbstwahrnehmung]] begründet. Es ist eine Vergewisserung einer [[persönlichen]] [[Identität]], die in [[psychisch]] bestimmten [[Verhältnissen]] nötig geworden ist, weil sich die durch ihre [[Gefühle]] [[objektiv]] verunsicherten Menschen darin behaupten und veredeln müssen. Was der [[narzisstische Persönlichkeit]] entgangen war, wird im Nachhinein durch eigenmächtige [[Beziehungen]] über die [[Geborgenheiten]] der [[Selbstwahrnehmung]] zurück gewonnen. Ihr ausdrückliches Lebensverhältnis ist daher eine [[Lebensburg]], welche die darin vereinigten [[Selbstbeziehungen]] für sich behauptet und sie in der [[Ausschließlichkeit]] ihrer [[Selbstbehauptung]] bestätigt und eingrenzt und alle [[fremden]] [[Selbstwahrnehmung]] ausgrenzt. Darin entstehen schließlich die [[Verhältnisse]] der [[symbiotischen Selbstbehauptung]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[bürgerliche]] Familie ist von da her der Zusammenschluss einer vergemeinschafteten [[subjektiven]] [[Selbstbehauptung zu einer Hausgemeinschaft derGenerationenund ihren existenziellen Lebenspflichtigkeiten (siehe auchLebenspflichten). Von daher stellt sie in ihrereinzelnenExistenzform dieFormeiner vergemeinschaftlichenVereinzelung dar, einersymbiotischeGemeinschaft, die durch denpersönlichenGemeinsinn(siehe auchFamiliensinn) ihrerSelbstbehauptunggegen das Elend vongesellschaftlichisoliertenMenschen als Burg einerzwischenmenschlichenGemeinschaftüber die vereinzelteindividualistischeExistenznarzisstischer Persönlichkeitenhinweghilft.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im [[Einzelnen]] gründet von da her jede Familie auf einer liebenden Gemeinschaft, so wie diese in ihre Gründung eingegangen ist. Es gehen darin also zunächst oder an sich die [[Gewohnheiten]] einer Lebenslust der [[Liebe]] zwischen Menschen ein, die für sich eine Lebensgemeinschaft über alle Widernisse ihres [[Lebens]] hinweg suchen und sich im [[privaten]] [[Dazwischensein]] ihrer [[gesellschaftlich]] öffentlichen [[Lebensverhältnisse]] versprechen, um dadurch einen Hort ihrer geschlechtlichen Identität und deren Konsequenzen zu schaffen. Im [[Allgemeinen]] ist diese Familie eine [[Gemeinschaft]] zur [[Reproduktion]], Fortpflanzung und [[Ausbildung]]des Gattungslebens und der Organisation der hieraus entstehenden Aufgaben, wie sie durch deren [[Lebensbedingungen]], den [[Notwendigkeiten]] ihrer [[objektiven]] [[Lebensbestimmungen]] und [[Umstände]] (siehe auch [[Formbestimmung]]) gestellt sind. Was bei den Tieren noch urwÜchsig aus ihrer Paarung als unmittelbar verwirklichte Geschlechtskultur hervorgeht ist fÜr die Menschen eine Sinnstiftung in den gesellschaftlichen [[Verhältnissen]] ihrer [[Naturmacht]], der Existenzform ihrer [[Kultur]] und den sozialen [[Notwendigkeiten]] der [[Reproduktion]] und [[Produktion]], der Fortpflanzung ihres [[Reichtums]], dem [[Verhältnis]] der [[Geschlechter]] und der [[Generationen]] und dem gesellschaftlichen Zusammenhang ihrer Erzeugnisse als [[Produkte]] ihrer [[Geschichte]], indem sie in ihren existenziellen Lebensgemeinschaften ihr [[Leben bergen]] wie auch verbergen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von da her ist in der [[bürgerlichen]] Kleinfamilie die Familie überhaupt die [[Lebensburg]] eines im Grunde beklemmenden [[Lebensverhältnisses]], als [[objektiv]] [[bestimmte]] [[Gemeinschaft]] zwischen Lebenslust und [[Lebenspflicht]], In ihrer Vergemeinschaftung begegnen sich die Menschen als familiäre [[Persönlichkeiten]] - sowohl als [[verkörperung]] ihres leiblichen Glücks als auch als Arbeitsgemeinschaft zur Bewältigung ihrer [[Lebenspflichtigkeiten]]. Der [[Widerspruch]] ihrer Gemeinschaft mag in ihrem ganz [[persönliche]] [[Familiensinn]] aufgehoben erscheinen; tatsächlich aber hintergehen die familiären [[Persönlichkeiten]] und Verwandschaften alles familiäre Glück schon durch die [[Struktur]] ihrer lebendige Verpflichtungen. Was durch die [[Lebensverhältnisse]] innerhalb der [[Lebensburg]] im [[Einzelnen]] als Lebenslust erscheint, wird im [[Allgemeinen]] gegen diese [[Beziehungen]] nichtig, zur Quelle einer [[strukturell]] [[substanziellsierten]] [[Lebensangst]]. Und solche [[Struktur]] wird mehr oder weniger schnell brüchig, sobald sich das Versprochene nicht [[wirklich]] erhalten lässt. Mit der [[Enttäuschung]] des Glücks einer an sich [[heilen Welt]] bricht die darin geborgene und verborgene [[Angst]] in einem [[Zustand]] der Ausweglosigkeit aus, wenn die Auflösung einer Familie in [[isolierten]] [[Lebensverhältnissen]], in der [[Ungewissheit]] möglicher kultureller oder materieller [[Verelendung]] endet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Lebensangst]] war dem ursprünglich schon längst vorausgeeilt, bevor sich ihre [[nichtende]] Macht [[ereignet]] und also [[verwirklicht]] hat. Sie hat eben ihren Ursprung schon in der Gründung einer Kleinfamilie (siehe [[Familie]]) der [[bÜrgerlichen Gesellschaft]], - nicht weil die schon durch sich selbst Angst machen würde, sondern weil darin die [[Wirklichkeit]] einer [[objektiven]] Lebensbedrängung zwischen Lebenslust und [[Lebenspflicht]] [[subjektiv]] aufgehoben ist. Die [[objektive]] [[VNichtungsmacht]] der [[Existenzverwertung]] des [[Kapitals]] setzt ihren [[Nichtungstrieb]] eben immer schon und unmittelbar ganz [[subjektiv]] durch. Eltern und Kinder sind im [[Allgemeinen]] durch die [[private]] [[Existenz]] ihrer [[erzieherischen Beziehungen]] Überfordert, hiergegen anzukämpfen. Ein Kompromiss zwischen lebenslust und [[Nichtungstrieb]], wie ihn die [[bürgerliche]] Familie durchziehen muss, richtete auf Dauer die Lebenkräfte [[isolierter]] [[Existenzen]] schon durch ihren [[Existenzwert]] über die nötigen [[Eigentumstitel (z.B. Mieten und Gebühren) zugrunde.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Den Kindern gelten die Eltern als ihre objektive [[Lebensbedingung]], die ihre [[ganze]] [[Subjektivität]] bestimmen. Soweit dieses [[Verhältnis]] [[gesellschaftlich]] [[isoliert]] und also total ist, entsteht in dem ausweglos scheinenden [[Leben]] eine Beengung durch die [[objektive]] [[Wirklichkeit]], deren subjektive [[Wirkungen]] in ihrem [[Grund]] nicht [[wahrnehmbar,]] nicht [[erkennbar]] sind, weil das [[erkennende]] [[Subjekt]]zugleich [[Objekt]] seiner eigenen [[Lebensbedingungen]], der [[Formbestimmung]] einer [[abwesenden]] [[Selbstwahrnehmung]] ist. Darin ist es die [[Angst]] vor der Übermacht einer [[existenziellen]] [[Struktur]] des [[Lebens]], welche die [[wahre]] [[Lebensäußerung]] und eigene Handlungsfähigkeit bedroht. Weil sie damit schon in einem Menschen selbst [[existenziell]] ist, verdoppelt sich durch die [[Angst]] um eine [[Wahrnehmungsidentität]] die [[Existenzangst]] zu einem manchmal auch chronisch werdenden [[Wahrnehmungszustand]], der durch eine [[objektive]] [[Nichtung]] seiner kulturellen Grundlagen entsteht und die ganze [[Subjektivität]] der [[Selbstwahrnehmung]] beherrscht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der [[bÜrgerlichen Gesellschaft]], in der selbst schon die Lust am [[Konsum]] und die Pflicht zur [[Lohnarbeit]] gespalten ist, in der die [[Lebensbedingungen]] zwischen [[Subjektivität]] und [[Objektivität]], zwischen [[BedÜrfnis]] und [[Arbeit]], zwischen [[Reproduktion]] und [[Produktion]] der [[gesellschaftlichen]] [[Verhältnisse]] zerteilt sind (siehe auch [[Teilung der Arbeit]]), begrÜndet sich eine Familie durch die [[zwischenmenschlichen Verhältnisse]] der [[persönlichen]] [[Beziehungen]] ihrer [[wirtschaftlichen]] und [[zwischenmenschlichen]] [[Existenz]], durch ihr Einkommen und durch die Liebesbeziehungen in einer persönlichen [[Gemeinschaft]] von [[privaten]] Haushalten, die durch ihr [[isoliertes]] [[Dasein]] zwischen [[Konsum]] und [[Arbeit]] sich als [[Existenz]] und zu ihren [[Existenzwert]] behaupten mÜssen (siehe auch [[Selbstbehauptung]]). Durch die [[Konkurrenz]]verhältnisse der Selbsterhaltung sind die Familien aber schon in den verschiedenen [[Klassen]] und [[Lebenswerten]] [[strukturel]] unterschieden (siehe [[Klassengegensatz]]), in denen sie sich im bloßen Kampf um ihre [[Existenz]] auch dem entsprechend gegeneinander verhalten mÜssen - einfach nur um in einer [[ausschließlich]] [[privaten]] Lebensform ihren existenziellen Zwängen (siehe [[Lebenspflichten]]) durch die [[Notwendigkeiten]] der [[Arbeit]] und der [[Ausbildung]] der nachfolgenden [[Generationen]] zu genÜgen und zugleich exklusiv in ihrer [[Kultur]] existieren zu können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sigmund Freud hatte einen Versuch gestartet, der die Pervertierung der [[Selbstwahrnehmung]] und vieler der ihr notwendigen Verhaltensweisen sowohl in der [[Familie]] als auch in den nationalen Kulturzusammenhängen zeitweise durchsetzt. Ein kulturbestimmtes Vernichtungsbedürfnis lässt sich ganz allgemein und öffentlich im [[Rassismus]], [[Antisemitismus]] und auch schon im Mobbing auf der Straße, im Internet oder in den Familien erkennen. Es sind immer mehr oder weniger weit vermittelte Reaktionen (siehe hierzu auch [[reaktionäres Bewusstsein]]) auf die [[Lebensängste]] in bürgerlichen Lebensverhältnissen. Es wäre deshalb angemessener, diese als [[Nichtungstrieb]] zu bezeichnen, der seinen Ursprung in den [[zwischenmenschlichen]] Existenzformationen der [[bürgerlichen Kultur]] hat. Damit lässt sich dann auch der so genannte Triebkonflikt der Familie als strukturelle Lebensform einer [[erzieherischen Verhältnisses]] im [[Ganzen]] aufklären.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn man von den Verwertungsverhältnissen des Kapitalismus absieht, so verhält sich eine Familie durch ihre Legitimation aus der bÜrgerlichen Existenz und dem Zuspruch ihrer [[Gemeinschaft]], der [[wirtschaftlichen]] und [[kulturellen]] [[Verallgemeinerungen]] - durch das, was darin gemein ist - ähnlich wie ein [[persönlicher]] [[Staat]] in einem [[politischen]][[Staat]]. Familiär darin sind [[persönliche]] [[Eigenschaften]] und [[Fähigkeiten]] unter den [[Bedingungen]], die in einem [[Lebensraum]] vorgefunden und erzeugt werden, weil sie hierin geprägt oder vererbt wurden. Immer ist Familie ein [[Lebensverhältnis]]von [[Generationen]], die durch ihre Geburt und in ihrer [[unmittelbar]] [[ergänzenden]] Funktion zur persönlichen [[Reproduktion]] miteinander politisch, kulturell und wirtschaftlich verbunden sind. Sie genießt von da her einen starken politischen Schutz durch den [[Nationalsaat]]- auch als [[Lebensraum]] einer abgesicherten [[Reproduktion]] der [[Gattung,]] als [[sittlich]] und [[wirtschaftlich]] sanktionierte Ordnung der Begattung (Immanuel Kant).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unmittelbar verschafft diese [[Form]] eines vergemeinschafteten [[Lebens]] den Menschen aber ganz eigene [[Bedingungen]], die sich [[inhaltlich]] in ihrem [[Verhalten]] [[zwischenmenschlich]] wie [[wirtschaftlich]] abschotten muss (siehe hierzu auch [[heile Welt]]). Wesentlich sind es die [[SelbstgefÜhle]] ihrer [[psychischen]] [[Selbstverwirklichung]], durch die sie verbunden und gehalten sind, um ihren [[privaten]] [[Lebensraum]] in ihren [[Empfindungen]] abzugrenzen und ihr hierdurch [[vergemeinschaftetes]] [[Leben]] in dieser [[Lebensburg]] Überhaupt [[entwickeln]] und in ihren [[SelbstgefÜhlen]] fortbilden zu können (siehe hierzu auch [[heile Welt]]) und ihre [[erzieherischen Beziehungen]] durch die intimen [[Eigenschaften]] ihrer [[GefÜhle]] unter der [[privaten]] [[Formbestimmtheit]] ihrer [[persönlichen]] [[Gemeinschaft]] ausfÜllen. In diesem [[Lebensraum]] sind die familiären Persönlichkeiten durch sich selbst[[Körper]] ihrer [[Beziehungen]] und somit zugleich körperliche mächtiges [[Subjekt]] wie auch ohnmächtiges [[Objekt]] ihrer Beziehungen. In ihrem [[SelbstgefÜhl]] sind sie zugleich [[äußerer]][[Gegenstand]] ihrer [[Empfindungen]], die sich hiergegen [[subjektiv]] zur [[Selbstwahrnehmung]] der Familie entwickeln. Innerhalb derselben sind diese ununterscheidbar, mÜssen sich aber existenziell zugleich fÜr sich selbst behaupten (siehe auch [[symbiotische Selbstbehauptung]]). Ihre GefÜhle [[verallgemeinern]] sich in ihrem [[Familiensinn]] (siehe auch [[Familienego]]) zu einem [[Übersinnlichen]] [[Sinn]] (siehe auch [[Über-Ich]]), von dem sich die [[Empfindungen]] [[emanzipieren]] mÜssen, um fÜr sich wahr zu werden und wahr zu sein. Innerhalb der Familie trennen sich von daher die [[SelbstgefÜhle]] von ihren [[Empfindungen]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der [[Abtrennung]] der [[GefÜhle]] von ihren [[Empfindungen]] entsteht eine [[zirkuläre Hermeneutik]], ein &#039;&#039;Echoraum&#039;&#039; der [[Empfindungen]],worin sich die [[Wahrnehmungen]] gegen die äußerlichen Bedrohlichkeiten ihrer [[zwischenmenschlichen Verhältnisse]] in ihren [[isolierten]] Erscheinungsformen vervielfachen und die [[Wahrheit]] ihrer [[Selbsterkenntnisse]] vereinseitigen, ihren ÜbernatÜrlich gewordenen Zusammenhang abtöten. Ihre [[Wahrnehmung]]reduziert die EindrÜcke ihrer [[Wirklichkeit]], auf die einfache und widerspruchslose [[Wahrheit]] einer[[isolierten]] Existenzform auf die [[Abstraktionen]] ihrer [[WidersprÜche]], deren Zusammenhänge sie nicht mehr [[ausdrÜcken]], sich nicht mehr darauf [[beziehen]] können. Sie meiden daher diese und entziehen sie ihrem Erkenntnisvermögen. Hierbei setzt sich in den hiernach gearteten [[zwischenmenschlichen Verhältnissen]] eine [[Selbstwahrnehmung]] durch, die sich durch die somit statuierte [[Selbstgerechtigkeit]] eines &#039;&#039;gesunden Lebensverhältnisses&#039;&#039; von den Widernissen und [[WidersprÜchen]] der [[gesellschaftlichen]] [[Wirklichkeit]] absetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die allgemeine [[Wahrnehmung]] in solchen eigenständigen [[Lebensräumen]] von selbstisolierten [[Gemeinschaften]] formatisieren sich durch ihre Selbstbeschränkungen zu einem Zusammenschluss ihrer [[Verselbständigung]], zu einem [[BedÜrfnis]] ihres [[Gemeinsinns]]nach Bewahrung und [[Totalisierung]] der [[Egozentrik]] ihrer [[Selbstveredelung]], wodurch sich ein durch die [[Selbstgerechtigkeit]] ihres [[Edelmuts]] in der Sicherheit fÜr ihr sich [[selbst veredeltes]] [[Leben]] entwickelt und gegen öffentliche EinflÜsse abschirmt (siehe auch [[heile Welt]]). So entstehen [[Selbstwahrnehmungen]], die sich in der Sicherheit und Abgrenzung ihrer durch sich selbst [[veredelten]] [[Verhältnisse]] bedroht fÜhlen, wenn sie [[Fremdes]] wahrnehmen und hierÜber ihre [[Entfremdung]] von der [[wirklichen]] Welt (siehe hierzu auch [[Wirklichkeit]]) erfahren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine jede [[Familie]], die sich als [[Form]] eines besonderen [[zwischenmenschlichen Verhältnisse]] begrÜndet, ist zugleich der [[Lebensraum]] [[lebenspflichtiger]] [[Beziehungen]] der in ihrer [[zwischenmenschlichen Beziehung]] unmittelbar beteiligten [[Persönlichkeiten]]. Sowohl das [[Leben]] wie auch das, was ihm [[verpflichtet]] ist, [[erscheint]] hier [[ausschließlich]] persönlich, weil darin die [[Personen]] als Eltern und Kinder sich zu einer wechselseitigen [[Bedingung]] ihres [[Lebens,]] zu einer persönlichen [[Lebensbedingung]] geworden sind. Darin können sie nicht durch sich das sein, worÜber sie sich aufeinander beziehen. Ihre [[Beziehung]] zieht sie zu einer [[Gemeinschaft]], die einen hierfÜr [[notwendigen]] [[Gemeinsinn]] durch jene entwickelt, die ihn als [[Mittel]] fÜr ihre familiären Machtverhältnissen nötig haben, um das zu sein, fÜr was sie unter deren [[Bedingtheiten]] fÜreinander [[pflichtschuldig]] sind. Ein [[allgemeines]] [[SchuldgefÜhl]] gegen die [[Macht]] einer hierfÜr aufbereiten Lebensverantwortung prägt ihre [[Beziehung]] und macht sie hierdurch mehr oder weniger [[hörig]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[bÜrgerliche]] Familie ist daher meist eine Kleinfamilie als Hort einer[[isolierten]] [[Selbstbehauptung]] in den [[Lebensräumen]], die sie [[bewohnt]]. In der [[Symbiose]] ihrer [[Lebensburg]] behaupten sich sich die Familienmitglieder (siehe [[symbiotische Selbstbehauptung]]) in einer [[Gesellschaft]], in der die [[Eigenschaften]] und [[Fähigkeiten]] der Menschen im [[Allgemeinen]] ihre [[persönliche]] [[Existenz]] als Potenzial ihrer Privatexistenz (siehe auch [[Privateigentum]]). Was sie zur ErfÜllung der Lebensanforderungen bilden können (siehe [[Sinnbildung]]), die ihr [[Leben]] unter dieser [[Bedingung]] ausmachen und bestimmen (siehe hierzu auch [[Lebenspflicht]]), erwerben sie daher im ständigen Konflikt mit den [[Notwendigkeiten]] ihrer bÜrgerlichen Existenz und ihren hierauf gegrÜndeten [[zwischenmenschlichen Verhältnissen]], wie sie aus abgeschotteten [[zwischenmenschlichen Beziehungen]] entstehen und entstanden sind, wie sie also durch sich und fÜr sich begrÜndet sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jede Familie ist hierfÜr ein [[Lebensraum]] von [[Gewohnheiten]], die durch einen Haushalt entstehen und nötig sind, um ihn je nach Art der gesellschaftlichen Wirtschaftsform zu bewältigen. In der [[bÜrgerlichen Gesellschaft]] ist es die Wirtschaftsform des [[Privateigentums]], das Lebens- und Umgangsformen in Privathaushalten bestimmt. Auch Freundschaften können zu Familien werden, wenn sie sich zu ihrer [[Existenz]] und darin fÜreinander verbindlich und also familiär verhalten, in gleichem [[Sinn]] fÜreinander [[da sind]] ohne nur [[nÜtzlich]] zu sein. Doch die Verbindlichkeit hängt sehr von der [[gesellschaftlichen]] [[Form]] ihrer [[Existenz]] ab, - welche [[Freiheit]] darin ihre [[Beziehungen]] bereichern kann, [[Zufälle]] möglich sein lässt und dennoch hiergegen nicht [[beliebig]] oder [[gleichgÜltig]] ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[bÜrgerliche]] Familie begrÜndet sich als [[Lebensraum]] eines [[vergemeinschafteten]] LebensgefÜhls, als [[Verhältnis]] von [[SelbstgefÜhlen]], die sich gegen ihre Außenwelt besonderen, einen Schutzraum fÜr die Intimität [[zwischenmenschlicher Beziehungen]] suchen und also als [[Lebensburg]] zur [[Selbstbehauptung]] einer sinnlichen [[Symbiose]] funktionieren (siehe auch [[symbiotische Selbstbehauptung]]). HierfÜr werden sie auch politisch und [[rechtlich]] in entsprechenden [[Vertrag]]sverhältnissen abgesichert. Doch erst im [[Verhältnis]] unterschiedlicher [[Generationen]] wird dieses [[Verhältnis]] auch wirklich [[notwendig]], weil darin die [[Nöte]] in [[gesellschaftlich]] [[isolierten]] Abhängigkeiten und [[erzieherischen Beziehungen]] gewendet werden mÜssen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im historischen Wortsinn ist Familie eine aristokratische Hausgemeinschaft (lat. familia) mit hieraus bedingtem Gefolge (famulus: der Haussklave), eine [[persönliche]] [[Gemeinschaft]], die einen von der [[Gesellschaft]] [[getrennten]] Haushalt betreibt und sich von daher auch als [[wirtschaftlichen]] [[Lebensraum]] jenseits von dieser zu verstehen ist. Unter der Bedingung des Geldverhältnisses (siehe [[Geldbesitz]]) ist Familie ein Hort des [[Wohnens]], zwischenmenschliche Lebenswelt eingewöhnter Beziehungen, gewohntes Liebesverhältnis der [[Lebensbergung]] im Einzelnen, das sich als private Welt konstituiert. In dieser sind die Grund[[stimmungen]] der [[Generationen]] maßgeblich, die sich darin zusammenfÜgen und auch einander fÜr Gedeih und Verderben dieser [[Lebensburg]] als Wohngemeinschaft erziehen, Wesentliche Grundbedingung hierfÜr ist die Ein[[stimmung]] auf die Gewöhnung der darin auftretenden Lebensäußerung, die mehr oder weniger zufällig von den gesellschaftlichen Verhältnissen [[isoliert]] verräumlicht auftreten und von daher auch eine Enge dieser Lebensäußerungen als Bedingung der Lebensgewohnheiten darin konstituieren, welche sich mit der Einengung und Bedrohung der einzelnen [[SelbstgefÜhle]] [[entwickelt]], die ein ungeheuerliches Maß an Selbstbeschränkungen (siehe [[erzieherische Beziehung]]) erzeugen kann. Im [[Verhältnis]] zur öffentlichen Lebensform der [[Gesellschaft]] des [[Geldes]] besteht daher eine grundlegende [[Lebensangst]], die [[verrÜckte]] [[Selbstwahrnehmungen]] [[bestimmen]] kann, wenn sie deren [[Gewohnheiten]] nicht mit eigenem Sinn fÜr [[allgemeine]] [[zwischenmenschliche Verhältnisse]] fÜllen kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Familie ist aber vor allem eine Lebensstruktur, in der sich die eingebrachte [[Subjektivität]] objektiviert, sich also als objektive Form selbst subjektiviert und von daher eine gesellschaftliche Bestimmung als Privatform des Lebens erfÜllt und diese [[zwischenmenschlich]] als Mensch und Form fÜr sich verdoppelt. Weil in dieser [[Form]] sich ihre Bestimmung somit intensiviert und alle darin entstehenden [[Absichten]] und Mängel total, im [[Prinzip]] unauflösbar werden, stellt sie eine gesellschaftlich isolierte Machtformation [[zwischenmenschlicher Beziehungen]] dar, in welcher der Mangel selbst durch die [[Anwesenheit]] [[einverleibter]] [[Verhältnisse]] als deren [[Lebensraum]] einen Gewinn fÜr diese Beziehungen darstellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der bÜrgerlichen Gesellschaft ist die Familie ihrem kulturellen Wesen entsprechend eine [[Akkumulation]] der [[Selbstverwertung]] des Geschlechtsverhältnisses, der Institutionalisierung gesellschaftlicher Geschlechtsrollen in einer [[persönlichen]] Form, in der [[Form]], worin sich Menschen als das gelten sollen, worin sie sich als besondere [[Geschlecht]]spartner und Eltern erscheinen. Sie häufen darin ihre [[Selbstwahrnehmungen]] so auf, dass sich deren [[Selbstwert]] als Lebenszusammenhang darstellen lässt, ganz gleich wie das [[Leben]] sonst Überhaupt ist. Immerhin kompensiert der auf diese Weise institutionalisierte [[Selbstwert]] nicht nur den Verlaust der [[Selbstachtung]] jenseits der familiären Verhältnisse, sondern auch den, der sich in ihr ins [[Verhältnis]] versetzt hat, ins Verhalten von unzähligen Selbstverwerfungen (siehe auch [[Selbstlosigkeit]]). Von daher ist dieser [[Lebensraum]] sowohl die Fixierung wechselseitiger [[Selbstbehauptungen]] (siehe [[symbiotische Selbstbehauptung]]), als immer auch schon eine Abschottung gegen die Mängel des gesellschaftlichen Geschlechtsverhältnisses und also eine [[Lebensburg]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die modernen [[zwischenmenschlichen Verhältnisse]] ist Familie daher der Form nach eine Schutzgemeinschaft gegen die kulturellen und ökonomischen Verwerfungen, welche den gesellschaftlichen Verhältnisse des [[Kapitalismus]] zur Folge in seinen [[Krisen]] und Zwängen aufkommen. Von daher haben sie als [[Lebensburgen]] der [[Zwischenmenschlichkeit]] eine restaurative Funktion der [[bürgerlichen Kultur]]. Im Unterschied zu feudalen Gesellschaftsformen, die auf der Hausmacht der [[Geschlechter]] und [[Generationen]] gründen, versteht sich Familie in der [[bürgerlichen Gesellschaft]] vor allem als kulturelle Lebensgemeinschaft der nächsten Abkömmlinge, dem Lebensverhältnis von Älteren (Eltern) und Jüngeren in der Generationsfolge, dem Verhältnis von Großeltern, Eltern und Kindern und zugleich als ein [[Erziehungs]]- und [[Beziehung]]szusammenhang der damit verwandten Menschen, der &#039;&#039;Blutsverwandten&#039;&#039; und der per Ehe[[vertrag]] eingeschwägerten Verwandten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der [[Begriff]] Familie unterstellt daher hierzulande vor allem das [[ursprüngliche]] [[sittliche]] Zusammenleben der [[Generationen]], die sich aus der [[Reproduktion]] der Generationsfolge bestimmen, also auch die [[Bildung]] und Befähigung zur Erhaltung der Art und [[Gesellschaft]] betreiben (siehe z.B. [[Erziehung]]). Familiär sind daher vor allem [[Eigenschaften]], die dieser Lebensform entsprechen, weil sie z.B. einer Familienkultur entspringen, die sich aus der [[Selbstbestimmtheit]] dieses [[Lebensraums]] ergibt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch Familie wird die allgemeine [[Egozentrik]] der vereinzelten [[Privatpersönlichkeiten]] soweit aufgehoben, wie sich die Familienmitglieder darin in einem [[Familiensinn]] [[vergemeinschaften]] und hierauf einen Schutzraum gegen deren [[Existenz]]weisen begründen. Sie bietet von daher ein [[Heim]] gegen die [[Macht]] der [[selbstgefühligen]] [[Entschiedenheiten]], in welchem sich ein Reservoir unmittelbarer [[Notwendigkeiten]] und [[Beziehungen]] [[entwickelt]], das der [[Natur]] der [[zwischenmenschlichen Verhältnisse]] entspricht und sie &#039;&#039;wie von selbst&#039;&#039; bestärkt. Da ihre Beziehungswelt jenseits der gesellschaftlichen [[Gegenständlichkeiten]] unmittelbar organisch organisiert sein muss kann sie gegen deren äußerliche [[gesellschaftliche]] [[Objektivität]] wie die Welt einer freien [[Subjektivität]] erscheinen, durch welche ihr Heim [[lebendig]] und die Welt im Jenseits zu einer [[unheimlichen]] [[Wirklichkeit]] wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weit mehr als die einzelnen Wahrnehmungen und Äußerungen bilden die [[Stimmungen]] in der [[Familie]] die Lebensgrundlage des [[SelbstgefÜhls]] ganzer [[Generationen]] durch die Ausgestaltungen ihres [[Lebensraums]]. Sie sind somit schon Keime einer [[Hörigkeit]], in der das Zugehörige sein [[Geltungsstreben]] entwickeln (siehe hierzu auch [[Fremdenfeindlichkeit]]) und deshalb auch [[rassistisch]] werden kann (siehe hierzu auch [[MassengefÜhl]]). Dies allerdings [[notwendig]] erst, wo es fÜr sich selbst kulturell verloren hat (siehe [[Selbstverlust]]) und [[widersinnig]] wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Familie ist also keine Naturtatsache (siehe auch [[Generationen]]) und auch keine natürliche Kulturform. Sie ist eine relativ moderne Privatform eines darin unmittelbar scheinenden Gattungsverhältnisses ([[siehe Gattungsbegriff]]), eine in ihrer [[zwischenmenschlichen]] [[Ausschließlichkeit]] bestimmten Lebensform der [[Geschlechter]] als Generationenverhältnis einer [[privaten]] [[Individualität]], die sich ebenso privat in einem [[Familiensinn]] [[vergemeinschaften]] und [[regenerieren]] muss, um in der [[bürgerlichen Gesellschaft]] überhaupt über ihre bornierte Vereinzelung hinausgehend noch Bestand zu haben, sich also [[reproduzieren]] zu können. Dies aber betrifft nicht nur die Reproduktion der Privatexistenz, sondern des menschlichen [[Lebens]] überhaupt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hier vermittelt sich das werdende und das gewordene Leben, die innigste Kultur der Menschen in ihrer bürgerlichen Existenzform, die das innere Glück des Lebendigen mit den Existenzbedingungen der Verwertbarkeit seiner [[Veräußerung]], seinem intimen Nutzen zusammenschließt und hieraus eine [[Lebenspflicht]] entwickeln muss, um diesen Schluss zu sichern. Die familiären Beziehungen werden unter dieser Bedingung vorauseilend bestimmt, so dass sie fÜr sich genommen unkenntlich werden. Diese &#039;&#039;Pflicht&#039;&#039; wird daher zur [[Gewohnheit]], zu einem [[Familiensinn,]] durch den die Menschen in der Familie nur in der Teilhabe hieran wahrgenommen werden und sich dabei als Menschen im [[Ganzen]] nur anteilig [[wahrhaben]] können. Letztlich ist dieser Sinn obsolet und lässt sich nur selten wirklich in dem einlösen, was er darstellen soll. Das GrundgefÜhl einer entwickelten Familie bleibt daher ein [[SchuldgefÜhl]], das die einzelnen Mitglieder zu einender haben, weil und sofern sie an ihrem [[Familiensinn]] notwendig scheitern, einander nicht die ErfÜllung beibringen können, die darin erforderlich ist. Dieses [[SchuldgefÜhl]] konkurriert daher auch unentwegt mit dem [[SelbstgefÜhl]], das jenseits der Familie möglich ist und dort zu einer ihr fremden ErfÜllung treibt (siehe hierzu auch [[Geltungsstreben]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gerade in der organischen Verbundenheit des werdenden [[Lebens]], besonders in der natürlichen [[Symbiose]] von Eltern und Kindern wirken die [[Formbestimmungen]] dieses [[Lebensraumes]] total, machen aus der körperlichen Symbiose eine [[psychische]], weil der Schutzraum dieser [[Lebensburg]] sich [[negativ]] gegen die Außenwelt behaupten muss und von daher eine politische Funktion in der Abschirmung der privaten Existenz gegen die gesellschaftliche hat. Von daher bildet sich in der Familie eine Subkultur, die als Grundform des Lebens selbst [[privat]] bestimmt erscheint und in dieser [[Selbstbehauptung]] die diesbezügliche [[Selbstbeziehung]] in der [[Selbstverwirklichung]] der Familienpersönlichkeiten gegen die rein [[objektiv]] vermittelt erscheinende [[Gesellschaft]] in der [[Psyche]] der Beteiligten sich als [[symbiotische Selbstbehauptung]] entfaltet und verwirklicht. Die [[objektiven Gefühle]] der Familie erscheinen daher unmittelbar selbst [[objektiv als Selbstgefühle]], die im Sinne eines [[Urvertrauens]] total sein müssen und dies nur sein können, wenn und soweit und wieweit sie dem [[Familiensinn]] psychisch entsprechen (siehe auch [[Psychokratie]]). Es ist der Sinn einer gesellschaftlich [[isolierten]] [[Notwendigkeit]] der [[Reproduktion]] des Leben überhaupt und enthält von daher gesellschaftliche Macht als unmittelbar persönliche [[Naturmacht]] der Generationen in dem hieraus [[formbestimmten]] [[Verhältnis]] zueinander.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Existenz einer kulturell unterworfenen Reproduktion geht auf in der [[Subjektivierung]] des [[Sachzwangs]] der bürgerlichen Gesellschaft zum Lebensprinzip ihrer [[Kultur]], Die objektive [[Bestimmtheit]] erscheint als [[Gemeinschaft]] menschlicher Bedürftigkeit, worin sie die Pflichten der bürgerlichen Existenz als Lebensverpflichtung aufnimmt und daraus die Dürftigkeit einer verkehrten Lebenserwartung im Glück menschlicher Lebensmomente erlebt. Gelingt deren Erfüllung, so kann die wirkliche Welt zur Nebensache werden und es vereinigen sich menschliche Bedürfnisse an der Leimstange ihrer bürgerlichen Verheißungen mit der Macht und Hoheit des unverwirklichten Lebens, dem [[Glauben]] an die Unendlichkeit eines in sich selbst beschränkten Glücks. Während sich die Älteren damit in dem Maß bescheiden müssen, wie ihre Vergangenheit ihre Gegenwart einholt, wird genau dies zum wesentlichen Problem der Jüngeren, weil die Welt die Hauptsache ihrer Zukunft sein muss.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Familie beziehen sich die Generationen aufeinander in ihren gegensätzlichen Lebensinteressen, die nirgendwo anders wirklich sein können. Je kleiner sie ist, desto totaler und ausschließlicher vereinigt sich dieser Gegensatz im Verhältnis der Entgegnungen. Sie ist der rückbezogene Lebensraum eines gesellschaftlich ausgeschlossenen Lebens, der Rückzugsraum der darin geborgenen Gattung, die [[Lebensburg]] einer Gesellschaft, die für sich die Lebensform zerteilter Beziehungen ist, die sich in ihren Verhältnissen ausschließen und von daher von ihrer [[Geschichte]], von der Vergangenheit ihrer Entstehungsgeschichte selbst beherrscht sind. In der Familie herrscht das Entschiedene in der Abscheidung und wird darin zu einer Lebensform ausschließlicher Sinnlichkeit, die durch den Ausschluss ihrer gesellschaftlichen Bezogenheit in sich selbst herrscht, also eine Burg der [[Selbstbeherrschung]] sein muss.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Familie müssen die Menschen [[ausschließlich]] ihr ausgeschlossenes [[Leben]] beherrschen. Sie befinden sich in einem Verhältnis, worin ein jeder [[notwendiges]] Objekt des anderen ist und als Subjekt zugleich hierdurch seine eigene [[Not]] wendet. Er ist damit also selbst in einem [[Besitz]]verhältnis, das die [[Subjekte]] sich [[objektiv]] unterwirft, die sich in dieser Unterwerfung zugleich ausschließlich [[subjektiv]] erscheinen. So entsprechen sie nicht nur objektiv, sondern auch subjektiv den [[Formbestimmungen]] der [[bürgerlichen Gesellschaft]], worin und wodurch die Menschen zugleich [[allgemein]] objektiv nicht nur durch ihren [[Besitz]] bzw. ihre Besitzlosigkeit, sondern zugleich auch selbst durch das Verhältnis ihrer Sachen als Kulturverhältnis der Personen bestimmt sind (siehe [[Warenfetischismus]]). Die [[Verkehrungen]] dieser Gesellschaft treten in der Familie als eine sich selbst verkehrende [[Beziehung]] der Menschen zur Persönlichkeit ihres gesellschaftlichen Lebensraumes auf und lassen diese als selbständiges Privatwesen erscheinen, das sich in seinem familiären Haushalt vollständig, sowohl existenziell wie kulturell als Subjekt seiner Geschichte, als Schmied seines Glücks verstehen kann, während es objektiv vollzieht, was zur Reproduktion des Menschseins - körperlich, psychisch wie auch kulturell in dieser Welt nötig ist. Die Existenz einer kulturell unterworfenen Reproduktion geht auf in der [[Subjektivierung]] des [[Sachzwangs]] der bürgerlichen Gesellschaft zum Lebensprinzip ihrer [[Kultur]], Die objektive [[Bestimmtheit]] erscheint als [[Gemeinschaft]] menschlicher Bedürftigkeit, worin sie die Pflichten der bürgerlichen Existenz als Lebensverpflichtung aufnimmt und daraus die Dürftigkeit einer verkehrten Lebenserwartung im Glück menschlicher Lebensmomente abfeiern kann. Gelingt deren Erfüllung, so wird die wirkliche Welt zur Nebensache und es verkleben sich menschliche Bedürfnisse an der Leimstange ihrer bürgerlichen Verheißungen mit der Macht und Hoheit des unverwirklichten Lebens, dem [[Glauben]] an die Unendlichkeit eines sich selbst beschränkenden Glücks. Während sich die Älteren damit in dem Maß bescheiden, wie ihre Vergangenheit ihre Gegenwart einholt, wird genau dies zum wesentlichen Problem der Jüngeren, weil die Welt die Hauptsache ihrer Zukunft sein muss.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Gattungsleben erscheint in der Form einer familiären Gemeinschaft als das ganz große Glück in der ganz kleinen Welt einer monströsen Wirklichkeit, in der Lebensenge einer Kleinfamilie, worin ein ungeheuerlicher Aufwand betrieben und geleistet werden muss, um im Kleinen wirklich außerordentlich Großes zu bewältigen. Doch gerade dadurch ist den Menschen ein Verhältnis auferlegt, in dem im einzelnen glücklich sein oder Glück bringen soll, was gesellschaftlich nicht wirklich wahr sein kann: Ein unmittelbar menschliches Leben. Und dieses ist wesentlich von einer gesellschaftlichen Lebensaufgabe bestimmt, die das Verhältnis des Lebens vor allem zwischen Pflicht und Schuld bewegt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist eine gewaltige Leistung, eine Familie zu erhalten, Kinder zu erziehen und das Verhältnis der Generationen und Geschlechter als privat heraus gesetztes Leben zu formatieren und als ausschließliche Lebensform durchzuhalten. Es ist eine übergroße gesellschaftliche Aufgabe, die da eine kleine Gemeinschaft zu bewältigen hat. Familie ist im Grunde unwirtschaftlich, von daher ohne wirklichen Nutzen für sich, aber voller Sinn. Sie vollzieht ganz lebenspraktisch den Widerspruch von Sinn und Nutzen und macht ihn für sich fest als Familiensinn.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nirgendwo sind sich die Menschen so nah und müssen füreinander soviel sein, was sie nicht sein können, was sie sich also gegenseitig vormachen müssen, um auch menschlich zu sein. Es herrscht in dieser Lebensform ein Verhältnis, worin sich die Scheinbarkeit ihrer Persönlichkeit selbst ermächtigen und substanziell &#039;&#039;füttern&#039;&#039; muss, während sie objektiv ganz und vollständig den Lebensnotwendigkeiten folgt, denen sie unterworfen bleibt. Erst wenn sich dies in den Menschen selbst ausgestaltet, erst wenn sie also aus der Familie heraustreten, erleiden sie an sich selbst die Scheinbarkeit ihres familiären Zusammenhalts und es treibt sich dieser in seiner [[Verrücktheit]] aus ihnen hervor. Sie erleiden in ihrer Wahrnehmung die bloße [[Abwesenheit]] der [[Selbstgefühle]], an die sie sich [[gewöhnt]] und die sie sich angewöhnt haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der [[burgerlichen]] Kultur ist die Familie der [[Wohnraum]] von [[Verhältnissen]], in denen gesellschaftliche Grundlagen sich zur [[Gewohnheit]] einer Privatform von Selbstbegründungen verkehren. Mann und Frau und Kind erkennen einander darin nicht als gesellschaftlich verkehrende Menschen, sondern als [[Gemeinschaft]] ihrer privaten [[Verkehrung]], als Rückbezüglichkeit und Zurückziehung des Lebens, das in der wirklichen [[Gesellschaft]] untergeht, als [[Lebensburg]] einer [[Gemeinschaft]], welche [[Leben]] und [[Liebe]] einfordert, weil diese in ihr nicht wirklich aufgehen kann. Familie wird hierdurch zum [[Lebensraum]] einer [[Liebes]]- und Lebensschuld, einer gesellschaftlichen Rückbildung, in welcher sich deren Mängel als Triumph persönlicher [[Macht]] und Selbstgestaltung formieren, auch wenn diese nur auf [[Schuldgefühlen]] gründet, auf der [[Ohnmacht]] des familiarisierten [[Lebens]]. Sie ist das organisierte Geschlechtsverhältnis von [[Privatpersonen]], das auf der [[gewöhnlichen]] [[Anwesenheit]] der [[Geschlechter]] und [[Generationen]] in einem [[gemeinschaftlichen]] [[Lebensraum]] beruht, der auch gegen die Einwirkungen der Öffentlichkeit Schutzraum bietet und sich wie die [[Lebensburg]] einer Eigenwelt gegen die Anmaßungen einer hiergegen [[fremd]] erscheinenden [[Gesellschaft]] verhält.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Lebensform macht die Reproduktionsform des Geschlechtsverhältnis als Generationenverhältnis aus und [[bestimmt]] die Existenzform der individualisierten [[Reproduktion]] eines gesellschaftlichen [[Lebensverhältnisses]] zu einem [[ausschließlichen]] Verhältnis eines [[isolierten]] [[Gattungswesens]]. Als dessen [[Privatform]] entfaltet es sich zur Haushaltungsform eines [[Familiensinns]], der vor allem die darin [[isolierte]] [[Liebe]]sbeziehung und ihre [[psychische]] [[Substanz]] bestimmt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Familie ist das [[Zwischenmenschliche]] jenseits seiner äußeren [[Bestimmtheit]] vereint zu einem Menschsein zwischen allem Menschlichen. Zwischenmenschliche [[Liebe]], die sich zwischen den Menschen in ihrer reflektierten Form als [[Psyche]] zu gegensinnigen Charakteren entwickelt hatte, wird nun zu einer Lebensform selbst. Es kommen sich darin die Menschen aus ihrer Liebesnot heraus [[geborgen]] vor, als geborgenes [[Leben]] (siehe [[Lebensbergung]]), das seinen [[Sinn]] in dessen [[Notwendigkeiten]] nun [[erlebt]] und [[leidet]] und von daher auf sein Menschsein überhaupt zurückkommt, wie gebrochen dieses auch in seiner [[Gesellschaft]] existieren mag. Doch es ist ein Menschsein, das seine [[Gegenwärtigkeit]] zunehmend aufgeben muss, um seiner Existenzform genügen zu können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die widersprüchliche Bestimmtheit der [[zwischenmenschlichen Verhältnisse]] erscheinen in der Familie aufgehoben in reale Gegensätze von Mann, Frau und Kind. Diese müssen daher auch subjektiv das austragen, was ihnen objektiv in diesem kleinen [[Lebensraum]] zugetragen ist und sich zutragen wird. Besonders die Kinder erfahren ihre objektive Lebensbedingung in den elterlichen Subjekten des Familienlebens, und Mann und Frau müssen ihre Beziehungen nun auch objektiv in einer [[Ehe]], im Bündnis verselbständigter Geschlechtsrollen, in der Selbständigkeit von [[Mann]] als Mann und [[Frau]] als Frau bewältigen. Die Kinder selbst sind unterschiedlich vor allem aus der Reihenfolge ihrer Geburt bestimmt; das Erstgeborene im Ganzen der Ehe, das letztgeborene hiervon befreit. In dieser Folge teilt sich die Form der Familie als Verhältnisform von [[Privatpersonen]] mit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;Daß der bürgerliche Staat sein besonderes Augenmerk auf die Familie richtet, liegt aber vor allem daran, daß diese der einzige Garant für bürgerliche Identität ist. In dem Maß, wie der öffentliche Umgang, wie die allgemeinen Lebens- und Produktionsverhältnisse verrohen, muß eben die Stätte, worin sich die Menschen noch als Mensch zu begegnen scheinen, besonders geschützt werden. Gerade wo die gesellschaftliche Öffentlichkeit zunehmend und sichtbar unangemessen für menschliche Lebenszusammenhänge wird, da muß der Staat auf den individualisierten Menschen zurückgreifen. Wo es keine gesellschaftliche Öffentlichkeit gibt, da hat das Familienleben Hochkonjunktur. Der Gegensatz von Privatheit und Öffentlichkeit, wie er schon in der bürgerlichen Produktionsweise angelegt ist, entwickelt sich erst dann zum absoluten Gegensatz, wenn das öffentliche Leben keinen Sinn mehr hat, wenn also das Geldverhältnis einziges öffentliches Verhältnis geworden ist (d.h. wenn eine Nation vollständig zum Geldbesitzer, zum Imperialisten geworden ist). In einer solchen Nation ist der Mensch absolut für sich und lebt auch dem Zwang zu seiner Lebenserhaltung gegenüber unangemessen, wenn er keine Familie hat. Dies ist der bürgerlichen Familie als ihre Existenzbedingung vorausgesetzt. Da sie für sich aber unmittelbare Lebensgemeinschaft ist, läßt sich darin gerade diese Welt ertragen, wenn und solange die in der Lage ist, die materiellen Lebensgrundlagen für familiäres Leben bereitzustellen; - und dies ist ja eben in solchen Nationen gegeben. So bleibt auch eine für das menschliche Leben absurde, d. h. sinnwidrige Gesellschaft über ihre eigene Bodenlosigkeit hinaus »gesellschaftsfähig«.&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;Die bürgerliche Familie ist für den Zusammenhalt der bürgerlichen Gesellschaft vor allem deshalb unabdingbar, weil in ihr das gesellschaftliche Leben als unmittelbar menschliches Leben erscheint und daher durch sie das familiäre Leben als unmittelbar gesellschaftliches Leben behauptet werden kann. Die Gesellschaft, welche die Menschen durch ihr Zusammenwirken erst erzeugen, gilt hier als die Bedingung ihres Lebens, als Voraussetzung ihres Tuns, als natürliche Gewalt, die schon in ihr Verhalten einwirkt, bevor es verwirklicht ist. Durch die Familie wird eine Naturgemeinschaft gesetzt, die dem einzelnen auch die einzige Gesellschaft ist. Hierdurch aber ist die Gesellschaft bereits per Geburt in jedem einzelnen, bevor er seine Gesellschaft erzeugen kann, und zugleich ist die Gesellschaft außerhalb von jedem einzelnen, bevor er überhaupt darin sein kann. Das heißt: Gesellschaft wird so zum unmittelbaren, also mittellosen Zusammensein von Menschen herabgesetzt und zum unbefragbaren, unabänderlichen menschlichen Lebensprinzip, also zur mächtigen Allgemeinheit über den einzelnen Menschen, sein Leben und Bewußtsein. [[(Pfreundschuh in Was heißt da: Psychisch krank? - Teil 4: Von der Welt der Person zur Persönlichkeit)]]&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Historisch ist die Familie das Produkt einer [[Liebe]], die zu einem Lebensversprechen unter der [[Bedingung]] geworden ist, die [[Existenz]] des [[Lebens]] gemeinsam zu meistern. Sie ist damit eine Lebensform von [[Liebe]] und zugleich die Lebensform der [[Reproduktion]], die als natürlichster und ursprünglichster Lebenszusammenhang der einzelnen und gemeinschaftlichen Existenz erscheint, als Reproduktionsform der Gattung Mensch schlechthin, wie er einzeln und zugleich allgemein leibt und lebt und [[Raum]] und [[Körper]] hat und mit alledem [[wohnt]]. In der Familie verhalten sich die Menschen als eine Einheit der Lebensgewohnheiten, die ihren Widerstreit der Notwendigkeit des Existierens in gemeinsamem Haushalt und Wohnraum aufgehoben haben, weil sie um ihr [[Leben]] besorgt sind, weil sie also bestimmt sind durch bestehende Lebensverhältnisse, die besorgt werden müssen und sich in dieser Besorgung selbst füreinander bestimmt wissen müssen. Soweit diese Besorgung in dieser Gemeinschaft gelingt, sind darin die Lebensbedingungen auch wirklich aufgehoben und können als Liebesglück der Familienmitglieder fortbestehen und dieses kann sich solange auch als aufgehobene Bedingtheit, also unbedingt erscheinen. Dieses macht die gemeine Gewissheit der Menschen darin aus und deshalb erscheinen sie im [[Ganzen]] ihres Lebens bestimmt und zugleich bestimmend füreinander, geworden aus diesem und Leben erzeugend, wie es ihnen in ihrem [[Empfinden]] und [[Fühlen]] gegeben ist. Ihre [[Selbstwahrnehmungen]] sind somit die ausschließlichen [[Wahrnehmungen]] ihres Lebens.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Familie wird das Leben zur Begebenheit und zur [[Gegebenheit]]. Darin ist alles, was Leben und Lieben sein kann und sein soll familiär: Lebenspflicht und Lebensschuld. Die Lebensschuld macht die Bestimmung des Familienlebens und des Familiensinns aus, ist ihr Begriff, die Formbestimmung allen Lebens darin. Er bemisst was ist an dem, was Leben sein soll, das entsteht und vergeht, ohne sein zu können was es ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hierdurch ist alles zugleich [[objektiv]] bestimmt, wie [[subjektiv]] es auch entstanden sein mag und besteht, denn die Gattung und Begattung ist darin ganz allgemein für sich und einzeln wie ein [[Ganzes]] ihres Verhältnisses: Der Raum ist Lebensraum schlechthin, der Körper Sinnlichkeit schlechthin und die Wohnung wird zur Gewohnheit, zur Lebensform schlechthin, die sich weder teilen noch mitteilen noch wirklich auseinandersetzen lässt, ohne dass damit die Familie als [[Ganzes]] bedroht wäre. In der Familie sind ja auch tatsächlich alle [[Beziehungen]] unausweichlich, alle Tätigkeiten [[notwendig]], alle Lebensplanungen und Verständigungen [[absolut]] - eben weil sie eine bestimmte Gesellschaftsform ist und einer bestimmten Gesellschaftsform angehört, in der Liebe und Reproduktion als ausschließliche und ausschließende Individualität, als Privatexistenz jenseits der gesellschaftlichen [[Produktion]] und der [[Menschenliebe]] zur [[Isolation]] ihres Lebensprozesses bestimmt sind. Als diese ausgeschlossene Einheit ist die Familie ein geschlossenes FÜrsorgesystem, das sich aus der Liebe und den Grundbedürfnissen der Menschen nach Leben und Überleben begründet und als Verpflichtung für das Leben und die Liebe gestaltet. Indem sich die Menschen als Subjekte ihrer Pflicht dadurch erscheinen, dass sie ihnen natürlich wie ein Gattungsverhältnis vorkommt, wird ihre Liebe darin notwendig pflichtschuldig, objektiv verpflichtet und selbst objektiv. Es ist die [[Subjektivität]] einer [[heilen Welt]], die nur durch Bindung an ihr Heil, an das [[Ganze]], ihre innersten [[Widersprüche]] und [[Zweifel]] überstehen kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber die Familie bietet hierdurch auch die Einheit objektivierter Subjekte, die sich nur in dieser Lebensform aus der Entzweiung von [[Empfindung]] und [[Gefühle]] befreien können. Sie empfinden sich, wie sie sich fühlen, solange sie noch unter dieser Bedingung subjektiv sein können, solange sie also noch als Menschen einander wahrnehmbar sind. Hierdurch ist Familie zumindest und zuerst eine Welt voller Trost gegen jene &#039;&#039;kalte Welt&#039;&#039; der Sachzwänge, eine Lebensgemeinschaft, die in ihrer Familie ihre [[Liebe]] verwirklicht und sich selbst in keinem Widerspruch zu ihrer Liebespflicht sehen muss. Sie wird erst zum Horror, wenn sie jede Subjektivität verloren hat und Existenzzwänge als persönliches [[Schuld]]- und Beschuldigungsverhältnis wie ein Gattungsproblem ihrer Liebe ausgetragen werden. Darin entpuppen sich die Beziehungen in der Familie als [[prothetische Beziehungen]] einer mächtigen [[Scheinwelt]] und es tritt hervor, dass Gefühle in der Familie nur pflichtschuldig empfunden werden können und dies ihre Einheit ausmacht, dass also auch empfunden wird, was gefühlt und verspürt werden muss, weil die Lebensbesorgung sich darin eint, dass beides sonst verworfen wäre. Empfunden wird, was gefühlt werden muss, weil die Familienmitglieder sich darin wahrhaben, Objekte sind von dem, wofür sie wahrgenommen werden. Darin entwickeln sich objektive Selbstwahrnehmungen. Das [[Selbstgefühl]] wird für sich zu einer moralischen Integrität, zu einem [[objektiven Selbstgefühl]], das mit der Lebensverpflichtung aufkommt, also letztlich [[Symbiose]], die Vergemeinschaftung einer objektiv bestimmten Liebes- und Lebensbeziehung, ein Machtgefühl des integren Familiar ist: Die gute Mutter, der gute Vater, das gute Kind, der gute Mensch. Von daher ist die Familie das Lebensverhältnis, worin die bürgerliche Kultur ihre Güte hat. Je kleiner sie ist, desto unbeschadeter ist diese Position. Die Kraft der Güte besteht aus verbrauchtem [[Leben]] und zehrt alleine aus verwirklichter Lebenspflicht. Sie ist von daher die Basis [[reaktionärer]] Prozesse in der Kultur, die Familie zur &#039;&#039;Keimzelle des Staates&#039;&#039; machen (siehe [[Kulturstaat]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Gesellschaften, in denen die Reproduktion der Menschen tatsächlich durch unmittelbaren Zusammenschluss der Generationen und Geschlechter nur möglich ist, also eigentlich Stammesgesellschaften, wird Familie als einzig tragfähige Gesellschaftsform hingenommen für alle Belange, die Gesellschaft ausmacht: Schutz vor Gewalt, Arbeit, Bildung, Gesundheit, Soziales usw.. Wo Gelderwerb in diesen Strukturen lebensnotwendig wird, werden solche Familien aber auch schnell zu einem [[Ausbeutung]]sverhältnis (Kinderarbeit, Frauenversklavung) für fremde Interessen. In der Dritten Welt ist bis heute die Anzahl der Kinder lebensentscheidend, da sie den Rückhalt der Ausbeutungsverhältnisse ausmachen - bis hin zur Kinderprostitution.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber selbst wenn eine Gesellschaft in der Lage ist, die Aufgaben des Schutzes und Erhalts der Privatexistenz zu sichern, wird Familie doch auch als [[Lebensraum]] für urtümliche Belange der Reproduktion, Arbeitsteilung, Haushalt und Zeugung von &#039;&#039;Nachkommen&#039;&#039; angesehen - und wenn auch nur als sittlich (als Vermittlung allgemein geforderte Werte) oder ästhetisch (die ausgezeichnete, besonders [[schöne und gute]] Form der [[Zwischenmenschlichkeit]]) oder hygienisch (&#039;&#039;geregeltes Geschlechtsverhältnis&#039;&#039;) vorteilhafte Lebensform. Immerhin hat sie im Unterschied zu nur spontanen und willkürlich wechselnden Liebesbeziehungen einer [[Konsumkultur]] eine notwendige Verbindlichkeit der Verbundenheiten und fördert zunächst deren Durchsichtigkeit und wechselseitig notwendige [[Achtung]], wenngleich dies nicht unbedingt [[wirkliche]] Achtung sein muss, die Selbstachtung sogar hintergehen kann, wenn diese der reinen Beachtung des [[Familiensinns]] unterworfen ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tatsächlich gelingt ein Achtungsverhältnis am ehesten als größere Familie, weil darin die Wechselwirkungen der Menschen auch noch [[Wirklichkeit]] hat. Zu einem ausschließlich [[seelischen]] Verhältnis wird sie erst, wo diese Verwirklichung menschlicher Beziehungen als [[zwischenmenschliche Beziehung]] nicht mehr möglich ist. Je kleiner der [[Privat]]raum dieser [[Beziehung]], desto größer wird seine seelische Selbständigkeit, die Lust und Gewalt der beseelten Drei- oder Zweisamkeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber auch allgemein und unter der Bedingung, dass ein hinreichend großes und geregeltes Einkommen an [[Geld]] oder [[Geldbesitz]] besteht (siehe hierzu besonders die [[Dienstleistungsgesellschaft]]), ist Familie die Lebensform, worin die Lebensgefühle voraussetzungslos erscheinen können und selbstverständlich sind oder sein sollen, der Raum für [[Selbstgefühl]], welches eine gemeinschaftliche Welt bildet, die sie als [[Familiensinn]] zusammenhält oder zusammenhalten soll. In der Familie können sich die Menschen als unmittelbare Menschen erscheinen, sich aus dem gesellschaftlichen Leben zurückziehen und dem Druck der Existenz ausweichen, solange das Geld für den Haushalt reicht und solange sie als Lebenswelt funktioniert und [[Kultur]] hat. Für das bürgerliche [[Individuum]], das in der gesellschaftlichen Welt sich weitgehend in [[Konkurrenz]] befindet und sich existentiell und emotional bedroht sieht, ist hier meist der einzige Raum für seine wesentlich menschlichen Beziehungen. Zur Abwendung der bedrohlichen Fremdheit der Welt ist Familie der Lebensraum schlechthin. Diese Ausschließlichkeit entwickelt einen [[Familiensinn]], zugleich aber auch eine Art [[ästhetische]] Weltfremdheit, also eine [[Entfremdung]] der LebensgefÜhle von der Welt, weil darin die zwischenmenschlichen GefÜhle ihren [[Empfindungen]] vorausgesetzt sind und zugleich als Lebensbedingung empfunden werden. Es entsteht hieraus eine Art Verhältnisschwachsinn zu wirklichen sozialen [[Beziehungen]] und den wirklichen [[Dingen]] und vor allem den [[Bedingungen]] einer Lebens[[gewissheit]]. Es verbleibt eine in den GefÜhlen gedoppelte Empfindungswelt, die eine [[symbiotische Selbstbehauptung]] bestärkt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese GefÜhle gehen zwar in das Familienleben ein, sind ihm aber in Wahrheit schon vorausgesetzt und werden meist von den Eltern betrieben und umsorgt. Aber sie bewahren sich darin nicht als Grundlage der Verhältnisse und als darauf gründende Stellung der Menschen und Generationen zueinander, sondern als recht eigentliche und [[eigentümliche]] Gefühlswelt, die sich als Weltersatz einstellt. Durch das Gefühl unmittelbarer Eigentlichkeit wird das Bewohnte zur [[Gewohnheit]] und die Entfremdung von Familie und Welt solange ausgeglichen, solange darin [[Liebe]] fortbestehen kann, die hierdurch allerdings keine wirkliche, sondern übersinnliche [[Identität]] haben muss. Diese Liebesgewohnheiten haben daher ihren Eigensinn auch als Eigendünkel gegenüber der Welt. Und so macht sich in der sonstigen Lebenswelt die Weltfremdheit der Familie als eine Liebe geltend, die ihren Sinn durch die Aufgaben der Familie hat, besonders der Fürsorge für eine Reproduktion des privatisierten Menschen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von daher ist die Familie eine Leidensgemeinschaft für ein [[Leiden]], dessen Grund sich fremd ist: Entfremdetes Leiden. Es ist nicht mehr der [[Sinn]] für [[Tätigkeit]], sondern beseelter [[Schmerz]] des Welt[[erlebens]]. Darin wird die Ohnmacht des Individuums gegenüber seinen wirklichen gesellschaftlichen Zusammenhängen zur Liebesmacht vertrauter [[Anwesenheiten]] gewendet. Dies verlangt lediglich, dass die beteiligten Menschen das Verhältnis zu sich selbst finden, dass sie ihre Selbstaufgabe gegenüber einer solchen [[Macht]] als [[Glück]] oder zumindest als seelische [[Notwendigkeit]] empfinden. Es wird ihnen leicht gemacht, wenn die Familie ihr Fürsorgesystem mit Liebe zustopfen kann und solange dieses Verhältnis nicht als Gefühlsverhältnis zum Platzen kommt. Zwangsläufig wird es als permanente Forderung des ganzen familiären Lebenszusammenhangs gegen den einzelnen wirksam sein, als [[Schuldgefühl]] in das [[Selbstgefühl]] wie ein [[objektives Gefühl]] eindringen. Meist sind die Kinder die Träger desselben, wie sie auch die unmittelbare [[Wahrheit]] des Familienlebens am ehesten ausdrücken können - zunächst als Glück für die Eltern, später als Leid.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der kulturellen Abtrennung von ihrer [[Gesellschaft]] ([[bürgerliche Kultur]]) wird die Familie zu einer [[Scheinwelt]], zur Lebenswelt des unmittelbar scheinenden Menschen, dem Menschen, wie er sich ohne äußere Bedingung fühlen kann, soweit er sich hierbei auch als Mensch zu reproduzieren versteht. Bestätigt und gewährleistet ist sie alleine aus der gesellschaftlichen Unmöglichkeit, menschliches Leben wirklich, also mit Wirkung darzustellen, zu bestätigen und weiter zu bringen. Die Rückbeziehung auf sich in dieser Abtrennung vom gesellschaftlichen Leben macht das Leben der Individuen in einer Familie zu einer Gesellschaft, die sich auf der Begründung ihres Zusammenhalts zu einer individuellen Menschenwelt entwickelt, die sich in einer wechselseitigen Anmaßung an das [[Leben]] der anderen beteiligten Menschen verhält, als Einforderung des Menschseins, wie es sich in seiner [[isolierten]] Form bewährt, [[Identität]] der Scheinwelt überhaupt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So kann Familie in der [[bürgerlichen Gesellschaft]] als Selbstrettung funktionieren, als [[Lebensburg]] und Bunker von Menschen, die sich gegenseitig als [[Lebensbedingung]] [[wahrhaben]], als unbedingte Bedingungslosigkeit ihres [[Lebens]], als Hort ihrer vergemeinschafteten Weltfremdheit. Sie überfordern sich dabei zwangsläufig, weil alle menschlichen [[Wirkungen]] und also auch ihre [[zwischenmenschliche Verhältnismäßigkeit]] darin nicht vollzogen werden kann, ohne sich in der außerfamiliären Welt Lebensinhalt zu holen. Für sich kann das Leben in der Familie keinen anderen Sinn verwirklichen, als die Menschen darin durch sich schon haben. Jede wirkliche Entwicklung eines Menschen muss also auch das Gemäuer der Lebensstruktur Familie sprengen. Um dem Zusammenbruch des geschützten und abgetrennten Lebensraums zu entgehen, bildet sich in der familiären Beziehung daher ein [[Familiensinn]], der meist von den Älteren gesetzt wird und sich als Lebensaufgabe versteht, als hintergründige [[Selbstentfremdung]] der Kinder, die zugleich von der Liebe der Eltern getragen wird. Umgekehrt bestimmen die Kinder die Lebensaufgabe der Eltern als natürlich gestellte Existenzaufgabe, als Existenzbewältigung in Fürsorge und Erziehung. So bestimmt und regelt der Familiensinn ohne wirklich in Erscheinung zu treten alle Beziehungen und deutet die Bezogenheit und ihre Beschränkung auch substanziell aus. In solchen Bedeutungen gelten sich die Menschen gleichwohl als [[Sache]] wie [[Mensch]], als Forderung, in der Sachlichkeit ihrer [[Liebe]] mit anderen Mensch zu sein. Hierdurch hat ihre [[Identität]] keinen unmittelbaren [[Sinn]] und sie fühlen sich vor allem ihrem eigenen Leben gegenüber schuldig ([[Schuldgefühl]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schuld impliziert jenes Sein der Gefühle, welche die Familie Zusammenhalten, und seien sie noch so verschroben. Sie sind der Kitt des Lebensraumes, wie auch die Basis individueller Identität, mit der die Familienmenschen in die Welt treten. In diesen Gefühlen ist aller Übersinn bewahrt, den das Familienleben hervorgebracht hat und bewährt, weil er darin funktioniert hat. Daher funktionieren auch die Gefühle und sind in ihrer Funktion Bestandteil des [[Gedächtnisses]], mit welchem die Menschen ihre Beziehungen erinnern und vergegenwärtigen. Sie funktionieren so objektiv wie eine Klimaanlage, bestimmen die Launen und Stimmungen, die Lebensgeister und Todesahnungen. Die Familie insgesamt funktioniert nur durch sie. Von da her ist die Familie - wie klein oder groß sie ist - nicht nur die Geburtsstätte der Kinder, sondern auch der [[objektiven Gefühle]]. Das sind Gefühle, die sich gegen die Subjekte, die sie hervorgebracht hatten, verselbständigt haben. Je kleiner die Familie, desto ausschließlicher (weil ausgeschlossener) ist ihre Funktion. Ob die Menschen sie durch wirklich eigene [[Gefühle]] durchbrechen können, hängt davon ab, wie weit sie von den Beziehungen der Familie abrücken können ohne [[verrückt]] zu werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Familie ist als sich fortbestimmende [[Lebensburg]] die Rückbeziehung der Generationen in die Verstrickung ihres Werdens: Familie gebiert Familie ohne anderes Sein. Darin verlieren die Generationen das Verhältnis zu sich: Unter sich sind sie nur relativ zu ihrer Herkunft, niemals reif durch sich, sondern nur in der [[Selbstverleugnung]]. Aber solche Generationen, die sich selbst verleugnen müssen, weil sie in der Familie mit ihrem ganzen Leben aufgehen, können ihre [[Geschichte]] nicht selbst begründen. In der [[Erziehung]] ihrer Kinder pflanzen sie fort, wozu sie gezogen waren und unendlich hingezogen sind: Zur Selbstbehütung. Im Verhältnis von Selbstverleugnung und Selbstbehütung hat das BÜrgertum daher auch seine Lebenseinfalt und bewahrt sich vor dem [[Unheimlichen]], was es in seinem Heim entwickelt:[[Angst vor dem Leben]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der bürgerlichen Gesellschaft gilt die Familie von ihrem politischen Wesen her immer noch als die &#039;&#039;Keimzelle der Gesellschaft&#039;&#039;, der Kern eines gesunden Lebens mit der Gewähr heilsamer Strukturen als Bedingung für Erziehung und &#039;&#039;Sexualhygiene&#039;&#039;. Dies betrifft insgesamt auch ihre Existenzform als Haushaltsform der Reproduktion von individualisierten Menschen. Es ist der Lebensraum der bürgerlichen Persönlichkeit, worin sie ihre unmittelbare menschliche Beziehung als Gemeinschaft von Selbstbezogenheit hat. Schon als Lebensraum für mehr als zwei Generationen reicht sie nicht mehr hin, weil die Reproduktionskosten der Menschen (das [[variable Kapital]]) so minimalisiert worden sind, dass das Vermögen nicht für die entsprechenden Kosten (besonders Miete, Pflege, Freizeit eines der Lebenspartner) hinreichen würde und somit viel Familienarbeit den billig kalkulierten und hoch rationalisierten staatlichen oder Gemeindeeinrichtungen überlassen werden müssen. Aber auch kulturell steht ein ausgebreiteter Individualismus der Verständigung und Beziehung mehrerer Generationen entgegen. Die Kleinfamilie und Kleinstfamilie (Alleinerziehende) ist ökonomisches und kulturelles Resultat der Abtrennung (Isolation) der Menschen, Geschlechter und der Bevölkerung (z.B. im Gemeinwesen, der Kommunen) von ihrem Gemeinwesen in den reichen Ländern (siehe [[Geldbesitz]]). Die letzten existenziellen Brücken in gemeinschaftlicher Arbeit (z.B. Landarbeit oder Familienbetriebe) sind ökonomisch nicht mehr oder selten tragbar. Sie sind weitgehend von existenziellen Bestimmungen gelöst und bestehen weitgehend nur noch als [[zwischenmenschliche Beziehungen]]. Dies zeigt einen Zustand, in welchem ein großes [[Geld]]vermögen gesellschaftlich existiert (als [[konstantes Kapital]] in Technologie-Ländern), dem ein relativ geringer Lebensstandard im durchschnittlichen Kleinhaushalt ([[variables Kapital]]) gegenübersteht (Mieten gehören hier nicht dazu, soweit sie die Wertlage der Bevölkerungskonzentration wiedergeben). Es ist der Zustand einer hochentwickelten [[Profitrate]], die äußerst [[krise]]nanfällig ist.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Wolfram</name></author>
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		<id>https://kulturkritik.net/mediawiki/index.php?title=Sinnbildung&amp;diff=11543</id>
		<title>Sinnbildung</title>
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		<updated>2026-05-24T23:33:19Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Wolfram: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;Erst durch den gegenständlich entfalteten Reichtum des menschlichen Wesens wird der Reichtum der subjektiven menschlichen Sinnlichkeit, wird ein musikalisches Ohr, ein Auge für die Schönheit der Form, kurz, werden erst menschlicher Genüsse fähige Sinne, Sinne, welche als menschliche Wesenskräfte sich bestätigen, teils erst ausgebildet, teils erst erzeugt. Denn nicht nur die 5 Sinne, sondern auch die sogenannten geistigen Sinne, die praktischen Sinne (Wille, Liebe etc.), mit einem Wort der menschliche Sinn, die Menschlichkeit der Sinne wird erst durch das Dasein seines Gegenstandes, durch die vermenschlichte Natur. Die Bildung der 5 Sinne ist eine Arbeit der ganzen bisherigen Weltgeschichte. [[(MEW 40 S. 541f).]]&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist unsinnig, der Sinnbildung einen [[Sinn]] des [[Lebens]] vorauszusetzen (siehe [[Martin Heidegger]] mit seiner &#039;&#039;Frage nach dem Sinn des Seins&#039;&#039;). Die [[Bildung]] von [[Sinn]] entsteht durch die [[stoffliche]] [[Aneignung]] und [[Verwirklichung]] seiner [[Natur]], durch die Art und Weise der [[Tätigkeit]], der die Menschen nachgehen und wodurch sie ihre [[Bedürfnisse]] [[befriedigen]] und erneuern, wodurch sie ihren [[Stoffwechsel]] durch die [[Entwicklung]] ihrer [[Sinne]] fortentwickeln und betreiben, sich an ihrem Leben selbst bereichern (siehe auch [[Reichtum]]). Nicht als [[vereinzeltes]] [[Wesen]], nicht durch bloße Monaden kann dies gelingen. Sinnbildung ist immer das Produkt eines [[Gattungswesens]] und für die Menschen ein Prozess ihrer [[gesellschaftlichen]] [[Beziehungen]], die [[Geschichte]], wodurch sie ihren [[Sinn]] für sich und ihre [[Gegenstände]] [[entwickeln]] und mit der [[Geschichte]] ihrer [[Naturmächtigkeit]] ausbilden (siehe hierzu [[historischer Materialismus]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jede [[Bildung]] ist ein Akt der Gestaltung einer [[Kultur]] innerhalb der Anforderungen ihrer [[Zivilisation]]. Menschen machen [[Bilder]] und [[Bilder]] machen Menschen, indem sie ihnen [[Sinn]] geben und sich durch diesen mitteilen und [[gesellschaftlich]] [[vermitteln]]. [[Bilder]] nehmen Menschen wahr, indem sie ihren [[Sinn]] für sich und durch Andere über sich erfahren und sich in ihren [[Empfindungen]] mitteilen. Indem sie diesen [[gesellschaftlich]] in ihren [[Wahrnehmungen]] als das [[vermitteln]], was sie als [[wahr]] für sich fühlen (siehe auch [[Wahrnehmungsidentität]]). Bilder sind als Gestaltung ihrer [[Gefühle]] sowohl wirklich wie auch Einbildung ihrer [[Stimmungen]]. Das Produkt der Bilder ist eine [[Sinnbildung]] als Bildung vieler [[Eigenschaften]], worin die [[Empfindungen]] auf ihre [[Gefühle]] [[bezogen]] sind, die sich durch die darin bestimmten [[Fähigkeiten]] in dem bewähren sollen worin sie sich [[verhalten]] und also auch [[reflektieren]]. Darin vereinen sie ihre [[Subjektivität]] als Anschauung und [[Sehnsucht]], als eine Lebenswelt ihrer [[Gefühle]], ganz gleich wie deren [[Lebensverhältnisse]] in [[Wirklichkeit]] sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Wahrheit]] kann man nicht einfach nehmen und auch nicht geben (siehe hierzu [[Phänomenologie]]). Die Phänomene ihrer [[Wirklichkeit]] sind zwar menschlich determiniert, können aber für Menschen nicht außer sich, nicht einfach [[objektiv]], nicht durch sich selbst [[wahr]] sein (siehe hierzu [[Ontologie]]). Die [[Wahrnehmung]] ihrer [[Produkte]] als [[Vergegenständlichung]] ihres [[Lebens]] ist die einzige [[Gewissheit]], wie sie sich für den Menschen [[wahrmachen]] und [[anfühlen]] und durch ihre [[Gegenständlichkeit]] [[geschichtlich]] wird (siehe [[historischer Materialismus]]). Es entsteht mit ihrer Produktion aber nicht unbedingt nur ein Zeugnis für die [[Gewissheit]] von [[Gegebenheiten]] ihrer [[Wahrnehmung]], das ihre Erzeugung schon verursacht hat und darin ihre [[Wirklichkeit]] [[empfindet]]. Erst aus ihrer [[Wahrnehmung]] wird [[Kultur]], denn sie findet darin ihren [[Sinn]] außer sich als [[Form]] für sich, als [[Dasein]] einer bestimmten Art und Weise der [[Zivilisation]], wie sie durch die [[Äußerung]] der [[Bedürfnisse]], durch das Verlangen nach einem ihnen entsprechenden [[Gegenstand]] geworden ist, wie sie durch die Art und Weise ihrer [[Verwirklichung]] aber auch [[getäuscht]] werden kann. Mit der [[Arbeit]] an ihrer Herstellung verändert sich nämlich nicht nur das Produkt, sondern auch das [[Bedürfnis]] der Menschen, das ihrem [[Sinn]] gefolgt war. Wo die Nahrung, die Kommunikations- und Verkehrsmittel differenziert oder auch durch neuere Erfindungen [[aufgehoben]] wurden, kann nichts bleiben, was es war, ganz gleich, ob es besser, schöner, funktioneller oder auch schlechter, hässlicher oder disfunktionaler ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;Die Weise, in der die Menschen ihre Lebensmittel produzieren, hängt zunächst von der Beschaffenheit der vorgefundenen und zu reproduzierenden Lebensmittel selbst ab. Diese Weise der Produktion ist nicht bloß nach der Seite hin zu betrachten, daß sie die Reproduktion der physischen Existenz der Individuen ist. Sie ist vielmehr schon eine bestimmte Art der Tätigkeit dieser Individuen, eine bestimmte Art, ihr Leben zu äußern, eine bestimmte Lebensweise derselben. Wie die Individuen ihr Leben äußern, so sind sie. Was sie sind, fällt also zusammen mit ihrer Produktion, sowohl damit, was sie produzieren, als auch damit, wie sie produzieren. Was die Individuen also sind, das hängt ab von den materiellen Bedingungen ihrer Produktion.[[(MEW 3, S. 21).]]&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das [[Bedürfnis]] ist zu einem [[notwendigen]] Verlangen geworden, wodurch die Welt anders und das Verlangen nach ihrem [[sein]] anderes geworden war. Das Verlangen entspricht dem [[Verhältnis]] der [[Bedürfnisse zu ihren Produkten. Wo aus ihren organischen Verhältnissen eine entsprechende Infrastruktur entwickelt ist, wirken sie alsKulturauf die Menschen zurück und entwickeln aus ihrer gesellschaftlichen Erneuerung neueBedürfnisse, so wie diese durch den Prozess ihrer stofflichenVerwirklichungzu einemgesellschaftlicherneuertenStoffwurden, ihreVerstofflichung.durch dessenEinverleibungnach derVeräußerungihresgegenständlichenDaseinsfür Menschen verändert worden war. Von daher war es etwas Anderes außer sich geworden (siehe auchAnderssein), das andersempfundenwird, als es zuvor zu finden war, wo es nochGewohnheitwar. ImgegenständlichenSinnihrerEmpfindungenerkennen die Menschen nun ihre vergangeneWirklichkeitalsSinnihrer Gegenwart in einem erneuerten gesellschaftlichen Zusammenhang, weil darin in ihnen dasGefühlihrer Äußerung vergegenwärtigt ist, das, was dieEigenschaftihrerBedürfnisse, zu ihrenFähigkeitenentwickelt hat zu dem, was sie von sich durch ihreArbeitdemStoffbeigegeben haben.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;Die Produktion liefert dem Bedürfnis nicht nur ein Material, sondern sie liefert dem Material auch ein Bedürfnis. Wenn die Konsumtion aus ihrer ersten Naturroheit und Unmittelbarkeit heraustritt - und das Verweilen in derselben wäre selbst noch das Resultat einer in der Naturroheit steckenden Produktion -, so ist sie selbst als Trieb vermittelt durch den Gegenstand. Das Bedürfnis, das sie nach ihm fühlt, ist durch die Wahrnehmung desselben geschaffen. Der Kunstgegenstand - ebenso jedes andre Produkt - schafft ein kunstsinniges und schönheitsgenußfähiges Publikum. Die Produktion produziert daher nicht nur einen Gegenstand für das Subjekt, sondern auch ein Subjekt für den Gegenstand. [[(MEW 13, S.634)]]&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein [[Gefühl]] entsteht aus der [[Wirkung]] (siehe auch [[Haptik]]), die eine [[Äußerung]] hat, aus dem [[Eindruck]] auf die [[Wahrnehmung]] die ihre [[Empfindung]] macht. Es ist von daher als besondere [[Form]] der [[Wahrnehmung]] immer schon dem [[Inhalt]] nach [[objektiv]], wie es sich auch [[subjektiv]] im Verhältnis des Menschen zu sich als [[Form]] seines Erkenntnisvermögens bewahrheitet, dem [[einzelnen]] Menschen zur [[Indentität]] von [[Form]] und [[Inhalt]] seiner [[Wahrnehmung]] wird. Aber diese [[individuelle]] [[Subjektivität]] ist kein bloßes Abbild, kein [[objektiv]] [[determinierter]] Widerschein, wohl aber ein [[Bild]], das seine [[Bildung]] als Prozess seiner Entstehung in seiner [[individuellen]][[Sinnbildung]] hat. Diese steht immer im Zusammenhang des [[ganzen]] [[Lebens]] eines fühlenden Menschen und aller Sinneseindrücke der [[Lebensverhältnisse]] im [[Lebensraum]] seiner [[Kultur]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sinnbildung ist die [[Bildung]] von [[Sinn]] in der [[Vermittlung]] von [[Empfindungen]] zu [[Gefühlen]], die Erzeugung von [[Sinn]] durch das [[Denken]] im Sinn. Sie wurde zur menschlichen Kultur, wo sie nicht nur den [[Sinn]] für ihre [[Sachen]], sondern sich auch selbst zu verändern wusste. Sie vollzieht sich in den [[kulturellen]] [[Beziehungen]] der Menschen, die damit [[naturmächtig]] zu einer [[Gesellschaft]] sich gebildet haben, in welcher ihre [[Sinne]] sich durch die Vielseitigkeit ihrer [[Eigenschaften]] zu [[Fähigkeiten]] differenzieren konnten, die nicht nur zum [[Fortschritt]] in der [[Nützlichkeit]] der [[Arbeit]] und ihrer Produkte, sondern sich im Lauf der [[Zeit]] auch zu einem sinnlichen [[Reichtum]] für die Menschen und ihre Gesellschaft [[fortentwickelt]] haben (siehe hierzu auch [[historischer Materialismus]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der menschliche [[Sinn]] ist von daher selbst [[Subjekt]] wie [[Objekt]] seiner [[Bildung]], im Sinn einer Handlung zugleich sinnlich als diese für sich, als [[Inhalt]] ihrer [[Bedürfnisse]] und [[Form]] ihrer [[Eigenschaften]]. Diese entwickeln sich durch ihre [[Fähigkeiten]] und [[Tätigkeiten]], durch welche die Menschen nicht nur ihre [[Wirtschaft]], den [[Nutzen]] ihrer [[Arbeit]] voranbringen, sondern sich auch in deren Sinn differenzieren, sich als [[Subjekte]] ihrer [[Kultur]] vergegenständlichen. Es ist ein [[Lernprozess]], worin die Sinne die [[Gegenstände]] ihres [[Lebens]] [[wahrnehmen]], [[erfahren]] und verarbeiten. Aber wo die [[Gegenstände]] der [[Erfahrung]] keine konkrete [[Vermittlung]] zulassen, weil sie selbst nur [[abstrakt]] vermittelt sind (siehe auch [[Geldbesitz]]) und von daher geschichtslos in bloßen [[Ereignissen]] auftreten (siehe auch [[Eventkultur]]), werden auch die [[Empfindungen]] in ihrer Sinnbildung unterbrochen, [[Gefühle]] gebrochen, welche die [[Wahrnehmung]] und [[Selbstwahrnehmung]] eines Menschen [[zertrennen]] und [[zerteilen]] können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Alle Sinne sind zwar naturgegeben in ihrer [[körperlichen]] [[Ganzheit]] als Organismus, aber auch dadurch schon im [[Natur]]zusammenhang der Organismen, ihrer [[gesellschaftlichen]] [[Genealogie]] bestimmt. Ihre bestimmten [[Eigenschaften]] werden also sowohl in gesellschaftlicher [[Beziehung]] als auch in ihrer Hinsicht und [[Absicht]] gebildet, die in ihrer [[Kultur]] sowohl Sinn haben als auch Sinn machen. Nicht durch [[Zufall]], sondern in dem, was sie im [[Sinn]] finden und haben, in ihrem [[Empfinden]] und als [[Gefühl]] für sich [[wahrmachen]], werden Menschen durch deren Lebenszusammenhänge auf neue Beziehungen in ihrer [[Wahrnehmung]] [[aufmerksam]], die neue Inhalte der Lebensgestaltung und [[Arbeit]] bilden, aber auch verbilden können. So können unter der [[Lebensbedingung]] [[gesellschaftlich]] [[bestimmter]] [[Lebensräume]] (siehe hierzu auch [[symbiotische Selbstbehauptung]]) auch Sinne entstehen, die nur noch durch ein Bildnis ihrer [[Gefühle]] sinnlich sind, das sie aus ihrer [[Negation]] heraus antreibt (siehe [[Trieb]]), die aus einer [[abstrakten]] [[Erinnerung]] sich dort fixiert hat, wo die entsprechenden [[Gefühle]] konkret blockiert und [[verdrängt]] wurden und sich in ihnen aus der [[Not]] ihrer [[Abwesenheit]] unentwegt [[vergegenwärtigen]] und durch ihre [[Gegenwart]], durch ihre [[Empfindung]] sich als notwendiges Gefühl unendlich bestimmen müssen (siehe hierzu auch [[Wahnsinn]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein [[Gefühl]] ist selbst schon eine [[Bildung]] von [[Empfindungen]] zu den darin vermittelten [[Wirkungen]], im Grunde die Verarbeitung ihrer [[Wirklichkeit]], in der sich ihre Sinnbildung [[verkörperlicht]]. Soweit das Gefühl sich durch die [[Empfindungen]] begründet und sich auf sie bezieht, vollzieht sich darin die [[Intelligenz]] der Wahrnehmung, die sich zu [[Fähigkeiten]] der [[Erkenntnis]] und [[Tätigkeit]] [[emanzipieren]] kann, die durch deren [[Gegenstände]] für den Menschen [[wahr]] werden, sich in ihm und durch ihn [[vergegenwärtigen]] und durch seine [[Gegenwärtigkeit]] sich auch erst als menschliche [[Gegenstände]] [[bewähren]], sich als menschliche [[Kultur]] [[bewahrheiten]]. Sobald Gefühle sich aber den Empfindungen voraussetzen, lediglich [[wahrmachen]], was sie darin schon von sich [[wahrhaben]], wird ihre Wahrnehmung doppelt: Darin ist sie für sich so, wie sie durch sich ist. Sie ist dann nur noch [[ästhetisch]] bestimmt und [[täuscht]] als [[Selbstgefühl]] darüber hinweg, was ihre [[Wahrnehmung]] [[wirklich]] ausmacht, was die Grundlage ihrer [[Erkenntnisse]] wäre.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Bildung]] ist Gestaltung nach einem [[Bild]], das sich aus einem Verlangen ergibt und neue [[Inhalte]] aus vorhander [[Substanz]] erzeugt. Deren [[Elemente]] sind in ihrer [[Natur]] vorausgesetzt, die sowohl [[subjektiv]] wie [[objektiv]] als [[Material]] vorhanden sein müssen. Bildung ist daher vor aller [[Form]]gebung, vor aller Gestalt rein subjektiv und ergibt sich aus der [[Fähigkeit]], neue [[Eigenschaften]] zu erzeugen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Sinn]] ist nicht einfach Sensibilität, also nicht eine Eigenschaft der Sensorik, und auch nicht aus höheren Zwecken, z.B. aus kulturellen oder [[religiösen]] [[Gründen]] gegeben oder bestimmt. Sinn ist weder rein [[körperlich]], noch rein [[geistig]] (siehe auch [[Leib-Seele-Problem]]) und also auch keine [[Gegebenheit]] der [[Natur]] oder des [[Daseins]] schlechthin (siehe auch [[Ontologie]]). Er ist die [[geschichtliche]] [[Beziehung]], die sowohl in der [[Natur]] als auch in der [[Kultur]] den Zusammenhang einer jeden [[Gattung]] ausmacht und sich auch im Verhältnis verschiedener Gattungen entfaltet. Sinn ist somit die Verbundenheit aller Lebewesen schlechthin, [[Tätigkeit]] der[[natürlichen Intelligenz]] des [[Lebens]] als deren [[notwendige]] [[Arbeit]]. Für den Menschen ist Sinnbildung zugleich das Potenzial seiner [[Freiheit]] durch eine [[gesellschaftliche]] Arbeit, worin sich auch die [[Bedürfnisse]] der Menschen aus ihren [[Notwendigkeiten]] heraus gestalten und bereichern (siehe [[Reichtum]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weil die [[Natur]] der Lebensverhältnisse der Menschen ihre [[Kultur]] ist, ist ihre Sinnbildung [[Kulturarbeit]]. Ein Sinn entsteht in der [[Erkenntnis]] eines sinnlichen Verhältnisses, im Heraustreten aus dem bloßen Kennen und [[Meinen]], in einem [[Denken]], worin und wodurch die [[Gewissheit]] einer [[Beziehung]] zwischen [[Empfindung]] und [[Gefühl]] entsteht, auch wenn diese noch gar nicht wirklich ist oder garnicht [[wirklich]] [[sein]] kann und auch, wenn sie nicht so ist, wie sie [[erscheint]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Gattungen unterscheiden sich zwar körperlich in ihrem [[Geschlecht]] und ihren [[Generationen]]; wesentlich aber für sie ist, dass sie verschieden [[Denken]]. Menschliches [[Denken]] erfindet seine Zusammenhänge selbst, die ihn planvoll tätig werden lassen. Sein Sinn verwirklicht sich daher nicht nur [[objektiv]]; er erkundet die Welt als Welt für sich und hat hierdurch seine [[Naturmacht]] erlangt, die [[Fähigkeit]], seine [[Bedürfnisse]] selbst mit seiner [[Arbeit]] zu entwickeln und zu gestalten. In seiner [[Subjektivität]] vereint sich sein Sinn mit dem [[Nutzen]] seiner [[Gegenstände]], weil und sofern diese als Vergegenständlichung seiner [[Natur]] existieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wer [[Gegenstände]] nur in ihrer [[Nützlichkeit]] für sich [[wahrnimmt]] kann keinen Sinn für sie entwickeln, da die [[Beziehung]] im [[Nutzen]] noch ein reines Herrschaftsverhältnis, nicht das Verhalten eines [[Subjekts]] zu seinem Objekt ist. Die Erkenntnis selbst ist also schon [[Kritik]] im [[Dasein]], an dem Sosein von [[Gegebenhbeiten]], die zwar menschliche Sinne bedienen, aber lediglich von ihnen [[einverleibt]] werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sinnbildung ist ganz allgemein ein Prozess der [[natürlichen Intelligenz]], der [[geschichtliche]] Prozess der [[Bildung]] einer Lebensvielfalt, [[Reichtum]] des [[Lebens]] im Genuss seiner [[Sinnlichkeit]]. Indem die Menschen sich nicht nur natürlich entwickeln, sondern sich auch selbst als [[Naturmacht]] verhalten, bildet sich mit ihr auch [[subjektiv]] der [[Sinn]] menschlicher [[Lebensverhältnisse]], was ihre [[Eigenschaften]] und [[Fähigkeiten]] ausmacht und [[objektiv]] als [[Reichtum]] der Menschen in den Verhältnissen ihrer [[Kultur]] durch die Vielfältigkeit ihrer Lebensäußerungen [[existiert]]. Sie ist von daher auch die Grundlage der [[Geschichte]] menschlicher [[Sinnlichkeit]] schlechthin, eine [[Emergenz]], wie sie sich zwischen [[Arbeit]] und [[Bedürfnis]] der Menschen kulturell als seine spezifische Naturmaht gestaltet, als ihr Sinn für ihre Natur und die Erzeugung ihrer Welt und ihrer historisch [[notwendigen]] Gesellschaftsform und also auch die [[Form]] ihrer [[Freiheit]]. Es ist der Erzeugungsprozess menschlicher [[Gegenständlichkeit]] als [[Lebensverhältnis]] der Menschen, Bildungsgeschichte menschlicher [[Kultur]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sinn bildet sich in seiner Äußerung, in der [[Wirkung]], die diese als Lebensverhältnis der Menschen auf sie hat (siehe [[Wirklichkeit]]), und [[erkennt]] sich in der Wahrnehmung seiner Gegenständlichkeit, als [[Gegenstand]] für Menschen, was immer dessen [[gesellschaftliche]] [[Existenz]], dessen [[allgemeine]] [[Form]] für Menschen auch sein mag. Die Klassenkämpfe zeigen den Anachronismus auf, den eine Gesellschaft immer zu sich selbst bildet, die keine hinreichende Form ihrer inhaltlichen Verhältnisse hat. Eine Gesellschaft, in der kein Widerspruch von Form und Inhalt ihrer Beziehungen herrscht, hat es bisher noch nicht gegeben. Von daher war das Verhältnis von Lebenäußerung und Aneignung ihres Gegenstands bisher noch nicht [[wahr]] geworden. Immer war die gesellschaftliche Form eine Herrschaftsform, eine [[Formbestimmung]] der gesellschaftlichen [[Macht]] gegen die [[Ohnmacht]] der Sinnbildung, die zugleich deren [[Fortschritt]] betreibt (siehe [[Mehrproduktion]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Heute ist die Fähigkeit der Menschen als Produzenten ihrer Lebensverhältnisse weitgehend in [[Maschinen]] und [[Automation]] übergegangen, die ihren [[Wert]] weniger stofflich übertragen (siehe [[Stoff pro Arbeit]]), als sie vielmehr die [[politische]] Macht der [[Eigentumstitel]] vollstrecken. Die Arbeit steht damit weitgehend unter deren Kommando und entwickelt vor allem die [[Fähigkeit]] der Menschen, [[Technologie]] zu bedienen, [[Dienstleister]] zu sein. Weltweit herrschen somit die [[Dienstleistungsgesellschaften]] über die [[realökonomisch]] produzierenden. Doch diese Herrschaft bleibt einer relativ kleinen [[Klasse]] überlassen, die sich gegen die zur Handreichung deklassierten Menschen nur noch durch [[Geldbesitz]] und Spekulation verhält (siehe [[Feudalkapitalismus]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dies hat auch Folgen für deren Sinnbildung: Der tätige Sinn, welcher die [[Fähigkeiten]] der Menschen bildet, und der wahrnehmende Sinn, der ihre [[Eigenschaften]] ausmacht, [[trennen]] sich von einander, verhalten sich im Menschen selbst gegeneinander und werden zu einem inneren Widerspruch, der ihre [[Wahrnehmung]] täuscht (siehe [[Selbsttäuschung]]) und zur [[ausschließlichen]] [[Selbstwahrnehmung]] bis zur absoluten Selbstsucht (siehe [[Tittytainment]]) treibt (siehe [[Trieb]]), durch die sich die Menschen selbst als Wertobjekt verhalten (siehe [[Selbstwert]]), die einen sich durch das veredeln (siehe [[Selbstveredelung]]), was die anderen von sich verwerten müssen (siehe [[Selbstverwertung]]). Von daher finden [[Klassenkämpfe]] nun auch in den [[gesellschaftlichen]] [[Subjekten]] selbst statt.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Wolfram</name></author>
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		<id>https://kulturkritik.net/mediawiki/index.php?title=Leben&amp;diff=11542</id>
		<title>Leben</title>
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		<updated>2026-05-24T23:31:37Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Wolfram: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;In Wahrheit ist Leben universal, weil in Wahrheit alles Lebendige nur dudurdch sein kann, dass es seine eigene Natur im anderen mit sich einig weiß, wo es sich mit ihm vereint, weil es nur dadurch ist, dass es selbst schon anders ist, dass es sich nur durch anderes Lehen bestimmt weiß, dass es sich nicht nur als Staub der Sternen kennt, sondern als eigenes Wesen in allem andere erkennt, in sich isoliert findet indem es sch alles in dem zusammen was sich aus seiner bloßen Stofflichkeit, durch sich, durch seine eiggen Tätigkeit heraussetzt, sich selbst und anderes Leben erzeugt, auch im Andersseim schon mittelbar als eigenes Leben beeeugt, indem es sich selbst entfaltet. – auch wenn es sim Einzelnen stirbt. Jede lebendige Zelle weiß von der anderen. weil sie zu ihrem Leben gehört, weiol es schmerzt, wenn sie sich dagegen entzweitgen, sic ch Daraus waren innere wie äußere Differenzierungen entstanden, die sich für sich selbst orgamittelbar behzeiugnisiert haben, aus Zellen zu Organen und aus Organen zu Organismen [[entwickelt]] und durch ihren [[Stoffwechsel]] [[bereichert]] haben, sich durch ihr [[sinnliches]] [[Dasein]], durch ihre [[Sinnbildungen]] [[vergegenständlichen]], indem sie ihre [[Identität]] wechseln, Anderes aneignen und sich hierdurch [[selbst verändert]] und zugleich in ihrem [[Anderssein]] [[vermittelt]] haben. FsterEs ist das Aufgehen in [[Bewegung]], in der Momenthaftigkeit [[sinnlicher]] [[Kraft]], die sich pulsierend über ihre [[Zeit]] hinaus gestaltet, sich durch ihre Fortpflanzung vermehrt, [[bereichert]] und [[begeistert]]. Leben ist [[Freiheit]] des [[Seins]], nicht durch [[Beliebigkeit]] (siehe auch [[Pragmatismus]]), sondern durch [[Befreiung]] aus dem, was einem natürlichen [[Wesen]] [[nötig]] ist. Leben kann daher weder an sich noch für sich [[objektiv]] sein, weder [[Idee]] noch bloßer [[Stoff]], weder [[Materie]] noch [[Geist]]. „Gekommen ist heute die furchtbare Zeit, in der jeden Tag bewiesen wird, dass der Tod seine Schreckensherrschaft genau dann beginnt, wenn das Leben das höchste Gut geworden ist; daß der, der es vorzieht, auf Knien zu leben, auf Knien stirbt; daß niemand leichter zu morden ist, als ein Sklave.“ (Hannah Arendt in einer Kolumne von 1942.) Still ist der [[Tod]], die ewige Endlichkeit, [[Leben]] ist das Aufgehen in [[Bewegung]], in der Momenthaftigkeit [[sinnlicher]] [[Kraft]], die sich pulsierend über ihre [[Zeit]] hinaus gestaltet, sich durch ihre Fortpflanzung vermehrt, [[bereichert]] und [[begeistert]]. Leben ist [[Freiheit]] des [[Seins]], nicht durch [[Beliebigkeit]] (siehe auch [[Pragmatismus]]), sondern durch [[Befreiung]] aus dem, was einem natürlichen [[Wesen]] [[nötig]] ist. Leben kann daher weder an sich noch für sich [[objektiv]] sein, weder [[Idee]] noch bloßer [[Stoff]], weder [[Materie]] noch [[Geist]]. &#039;&#039;Die Lebensgefahr für jedes Wesen besteht darin, sich selbst zu verlieren. Die Unfreiheit ist daher die eigentliche Todesgefahr für den Menschen.&#039;&#039; [[(K. Marx, MEW 1, 60)]] [[Leben]] entsteht in der Selbstunterscheidung eines [[Wesens]] im Chaos der [[stofflichen]] Vielfalt im [[Verhalten]] zu seiner Verwesung, zu seinem [[Tod]], in der Unterscheidung eines inneren [[Seins]] vom äußeren, das sich im [[Verhältnis]] seiner [[Identität]] zu ihrer Veränderung verwirklicht. Darin entsteht eine [[Beziehung]] von [[Inhalt]] und [[Form]] des [[Seins]], die sich im [[Verhalten]] von [[Subjekt]] und [[Objekt]] äußert, sich selbst immer wieder in seiner [[Vergegenständlichung]] [[aufhebt]] und erneuert, sich durch den Wechsel seines [[Daseins]], durch seine Formverwandlungen in den [[Verhältnissen]] seiner [[Bewegungen]] fortbildet und seine [[natürliche Intelligenz]] im [[Reichtum]] seiner [[Sinne]] findet und [[empfindet]] und sich im [[Verhältnis]] zu sich durch Anderes [[verwirklicht]]. Daraus waren innere wie äußere Differenzierungen entstanden, die sich für sich selbst organisiert haben, aus Zellen zu Organen und aus Organen zu Organismen [[entwickelt]] und durch ihren [[Stoffwechsel]] [[bereichert]] haben, sich durch ihr [[sinnliches]] [[Dasein]], durch ihre [[Sinnbildungen]] [[vergegenständlichen]], indem sie ihre [[Identität]] wechseln, Anderes aneignen und sich hierdurch [[selbst verändert]] und zugleich in ihrem [[Anderssein]] [[vermittelt]] haben. Leben ist [[Emanzipation]] von der [[Versachlichung]], der [[Sinn]] von freier [[Bewegung]]. Die Begeisterung für die [[Sache]] der Menschen ist das schiere Gegenteil zur Materialisierung des Geistes. Beweist diese doch nur die Armut seiner [[Einverleibungen]], zeugt jene vom [[Reichtum]] des menschlichen Lebens. „Mag das Leben sterben: der Tod darf nicht leben. Hat der Geist nicht mehr Recht als der Körper? Allerdings hat man dies oft dahin interpretiert, daß den Geistern von freier Motion die körperliche Motion sogar schädlich und daher zu entziehen sei.&#039;&#039; [[(MEW 1, Seite 59)]] Das hat Marx gegen Hegel gesagt, um ihm die Unendlichkeit des Werdens und Vergehens zu nehmen, die Ewigkeit seiner Begriffe aus den göttlichen [[Prinzipien]] eines Weltgeistes zu nehmen und ihm das Leben als Lebensmacht des wirklichen Menschen, als seine [[Naturmächtigkeit]] entgegen zu stellen, als [[Grund]] seiner Lebenstätigkeit sowie auch als [[Grund]] seiner [[Selbstentfremdung]] zu unterlegen. Leben ist nicht [[logisch]]. Es hat keinen [[Begriff]], aber man muss begreifen, was seiner [[Natur]] widerfährt (siehe auch [[Kritik]]). Der Prozess des Lebens wird gerne als [[Dialektik]] der [[Natur]] [[interpretiert]] (siehe [[dialektischer Materialismus]]). Es kann sich zwar äußern, doch es kann nicht [[wirklich]] außer sich sein und also auch nicht [[veräußert]] und nicht [[entäußert]] werden. Weil Leben durch sich selbst ist, hat es weder einen [[subjektiven]], noch einen [[objektien]] [[Begriff]]. Es kann deshalb nur durch seine [[Geschichte]] [[begriffen]] werden (siehe [[historischer Materialismus]]). Entstanden war es ursprünglich aus den [[Elementen]] des kosmischen [[Materials]], dem Sternenstaub der sterbenden Sonnen, nachdem sich in einer [[Umwelt]] von Wasser und Licht aus dessen [[Stoffen]] und [[Energieen]], Aminosäuren, Mineralien und Proteine gebildet hatten. Wahrscheinlich haben sich lediglich die Zusammensetzungen der Ribonukleinsäuren auf den unterschiedlichen Planeten verschieden differenziert. Durch das Zusammenwirken der irdischen [[Elemente]] haben sich unter den [[Bedingungen]] des irdischen [[Materials]] [[Stoffwechselprozesse]] gebildet, die ihre [[Geschichte]] begründet und ihre natürlichen [[stofflichen]] Verbindungen geformt und [[strukturiert]] und im Plasmamantel ihrer Reaktionen entwickelt haben. Daraus sind Erbanlagen von Pflanzen und Tiere und schließlich auch Menschen entstanden, die durch Vermehrung aus einem Lebensminimum ein Lebensmaximum erstreben und durch ihre [[natürlichen Intelligenz]] [[gebildet]] und fortentwickelt haben. Leben [[vermittelt]] sich daher schon durch die Geburt der Individuen aus dem [[Dasein]] der [[Natur]] (natus = Geburt), die [[Intelligenz]] der [[Energie]], die es aus der [[Materie]] gewinnt. Leben ist Vielfalt und [[Bewegung]], [[Reichtum]] der [[Sinne]] und Verschwendung ihres Treibens, Schöpfung und Entfaltung, [[Spiel]] und [[Arbeit,]] [[Freiheit]] und [[Notwendigkeit]] - [[Bildung]] und [[Entwicklung]] der [[Natur]]. &#039;&#039;Leben ist Bewegung&#039;&#039;, sprach auch Leonardo da Vinci. So ist alles Natürliche vor allem Lebensgeschichte, [[Geschichte]] der [[natürlichen Intelligenz]]. die zwar auch den [[Tod]] als ein inneres Moment hat, niemals aber ein Moment des [[Todes]] ist. Leben kann sich selbst hinterlassen auch wenn es stirbt, weil es durch seine und in seiner [[Geschichte]] sich immer wieder vom [[Tod]] erholt, sich dadurch erhält, dass Leben zwar individuell stirbt, im [[Allgemeinen]] als Gattungswesen aber gerade hierdurch überlebt. &#039;&#039;Der Tod scheint als ein harter Sieg der Gattung über das bestimmte Individuum und ihrer Einheit zu widersprechen; aber das bestimmte Individuum ist nur ein bestimmtes Gattungswesen, als solches sterblich.&#039;&#039; [[(MEW 40, Seite 539)]] Leben ist die Entfaltung seiner bestimmten [[Natur]]. Und das [[Wesen]] der [[Natur]] ist ihre [[Intelligenz]], die [[Fähigkeit]], [[Gegebenes]] anzueignen und zu [[entwickeln]]. Diese entsteht schon mit der [[Fähigkeit]], Inneres und Äußeres zu unterscheiden, zu [[empfinden]], und sich mit eigenem [[Zweck]] hierauf zu beziehen. Von daher ist Intelligenz materiell schon in der chemischen Affinität von unterschiedlichen [[Stoffen]] angelegt, die sich zu einem [[Stoffwechsel]] entwickelt hatten und hierfür ihre Nahrung von ihrer Ausscheidung unterscheiden mussten. Schon mit dem [[Stoffwechsel]] war Ausdehnung und also auch Wachstum als wesentlicher Zweck der [[Natur]] entstanden. Das war die Grundlage für jedes [[Wachstum]] der [[Natur]] und hat zur natürlichen Zelle und deren Organisation und Vermehrung geführt und ganze Orgnismen geschaffen. Die haben auch die Organisation und innere [[Beziehungen]] ihrer Organe in einem eigenen Zweck des [[Individuums]] zu seinem Erhalt geschaffen, um mlt ihrer Vermehrung sich auch qualitativ im Zusammenhang mit der ganzen [[Natur]] zu [[bereichern]], indem sie ihr Leben [[intellligent]] gestalten. Die Intelligenz des Lebens besteht durch seine fortwährende q[[Emanzipation]] gegen das Absterben der lebendigen [[Beziehungen]] und Lebenszusammenhänge, um sich auch in ihrer Verwesung zu erneuern. Obwohl tote [[Materie]] die allgemeinste [[Lebensbedingung]] ist, ist sie doch selbst kein Lebensgrund, kein [[Grund]] zu leben. Der [[Tod]] geht zwar dem einzelnen Leben voraus, weil es nicht ohne ihn sein kann, nur durch die Vielfalt der Verhältnisse der Arten und [[Generationen]]lebendig ist. Es kommt aber durch ihn vor allem auf sich zurück. Der Tod steht also nicht gegen das Laben und das Leben ist nicht der &#039;&#039;Vorlauf des Todes&#039;&#039; ([[Martin Heidegger]]). Er ist die Einfältigkeit des Lebens, die sich im Niedergang der Vereinzelung erschöpft. Mag der Mensch hiergegen auch seinen [[Gott]] erfunden haben, den Herrscher des Untergangs suchen, wenn und weil er nichts anderes für sich finden kann. Aber auch wenn er die Not der [[Verzweiflung]] zum Zorn der Gattung, zu seiner Lebensbehauptung auflöst (siehe hierzu auch [[Religion]]), so lebt er doch immer nur durch sich selbst und aus sich selbst in [[eigener]] [[Wirklichkeit]]. Alles Leben gründet auf seiner [[natürlichen Intelligenz]], die sich mit seinem [[Stoffwechsel]] [[entwickelt]] hat und wodurch es sich als [[Wesen]] der [[Natur]] in [[Bewegung]] gesetzt hat und darin seine [[Energie]] erfährt. Leben ist [[Freiheit]], die sich aus ihrer [[Notwendigkeit]] als [[Einheit]] von [[Materie]] und [[Geist]] hervortut, sich im [[Allgemeinen]] [[wesentlich]] über [[Tod]] und [[Verwesung]] hinaus bestimmt, wiewohl der Tod des einzelnen Wesens als Tribut an seine Gattung nötig ist, sich wie von selbst aus der stofflichen Endlichkeit der [[Natur]], aus der natürlichen Beschränktheit der Chromosomen-Replikation ergibt. Indem das [[Material]] seiner [[Natur]] ihm zwar vorausgesetzt war, aber durch das Beziehen und Abstoßen, durch ihre stofflichen Kräfte in und mit ihrer [[Intelligenz]] erst zum Leben erweckt, als Leben gebildet wurde, ist Leben stofflich wie geistig allen Lebewesen inne, also selbst als lebendes [[Subjekt]] [[tätig]]. Nicht aus einer &#039;&#039;Logik der Natur&#039;&#039;, sondern als Resultat seiner Naturgeschichte (siehe [[Historischer Materialismus]]), die vielerlei [[Zufälle]] enthält, stellt es sich als eine [[Naturmacht]] des Menschen heraus, die sich schließlich in einem menschlichen [[Gemeinwesen]] verwirklicht, das durch seine geschichtliche [[Form]] objektiv bestimmt ist und sich aus seiner [[gesellschaftlichen]] [[Wesensnot]] zwischen [[Freiheit]] und [[Notwendigkeit]] fortbildet, seine [[Geschichte]] erst hierdurch in der [[Dialektik]] der [[Klassenkämpfe]] betrieben hat und immer noch im [[Konkurrenz]]kampf um die [[Produktivität]] der [[Arbeit]] betreibt. Der Kapitalist allerdings vermag sich dem auch durch seinen [[Grund]] und [[Besitz]] immer wieder mal zu entziehen - auch wenn er sein [[Geld]] oder dessen [[Wert]] verloren hat: &#039;&#039;Aprês moi le dâluge! »Nach mir die Sintflut!« ist der Wahlruf jedes Kapitalisten und jeder Kapitalistennation. Das Kapital ist daher rücksichtslos gegen Gesundheit und Lebensdauer des Arbeiters, wo es nicht durch die Gesellschaft zur Rücksicht gezwungen wird. Der Klage über physische und geistige Verkümmrung, vorzeitigen Tod, Tortur der Überarbeit, antwortet es: Sollte diese Qual uns quälen, da sie unsre Lust (den Profit) vermehrt? Im großen und ganzen hängt dies aber auch nicht vom guten oder bösen Willen des einzelnen Kapitalisten ab. Die freie Konkurrenz macht die immanenten Gesetze der kapitalistischen Produktion dem einzelnen Kapitalisten gegenüber als äußerliches Zwangsgesetz geltend.&#039;&#039; [[(K. Marx, Kapital I, MEW 23, 285f)]] Es ist nicht wahr, dass am Anfang alles nur tot, &#039;&#039;wüst und leer&#039;&#039; ([[Genesis 1. Mose]]) gewesen sei. Es war eine ungeheuere Energie, die immer noch allem inne ist. Und es ist ein [[Unding]], Sache der [[Religion]], den [[Tod]] als ein [[Nichts]] zu [[denken]] - so, als wäre der [[Tod]] das Erste als Wüste, das Leben als Grün ihm zu Folge - durch eine [[Macht]] geschaffen, die ihn überwindet, ihm also schon jenseits des Lebens in einer über ihn erhabenen Ewigkeit vorausgesetzt wäre. Doch tote Materie gibt es nicht, auch wenn alles materiell, [[Energie]] in [[Raum]] und [[Zeit]] ist. Nichts ist tot, bevor Leben ist und Leben stirbt nicht, ohne sich zu hinterlassen, weil sein [[Dasein]] natürlich materiell, an und für sich [[Natur]] ist. Der [[Tod]] ist dessen bloßes Moment als Moment seiner Entblößung (siehe auch [[Krankheit]]), [[Aufhebung]] seiner Geburt, das Überleben der [[Gattung]] über das Leben des Individuums. Die &#039;&#039;Frage nach dem [[Sinn]] des [[Seins]]&#039;&#039; ([[Martin Heidegger]]) kann nur in [[Lebensverhältnissen]] auftreten, in denen sich dessen [[Substanzen]] nicht verwirklichen können, nur gebrochen durch &#039;&#039;die Mächte der Finsternis&#039;&#039; (altes Testament) [[erscheinen]] (siehe auch [[Scheinwelt]]), durch ihre [[Wesensnot]] ihre [[Wirklichkeit]] aufgespalten haben, die [[zertrennt]] in [[isolierten]] Welten [[wirkt]] (siehe auch [[Dialektik]]). Und das hat eine lange [[Geschichte]] hinter sich, die sich nicht durch den [[Tod]] und auch nicht durch ein ewiges Leben (siehe [[Religion]]) und schon gar nicht durch die &#039;&#039;ewigen Lehren&#039;&#039; materialistischer [[Ontologie]] und ihrem [[Geschichtsobjektivismus]] (siehe auch [[Dialektischer Materialismus]]), durch lebende [[Abstraktionen]] aufklären lässt (siehe auch [[Aufklärung]]). Der Tod ist als solcher undenkbar, lediglich ein Synonym für Endlichkeit, die mit dem Leben gegeben ist, weil es in seiner Geschichte sich selbst auch überwinden muss. Das Individuum mag daher sterben, aber den [[Tod]] kann es ohne Leben nicht geben. Ohnedies kann er nicht [[sein]], weil dessen Geburt, das heißt Natur, selbst materiell ist. Materie ist der [[Stoff]] des Lebens, wie sie durch eine allgemeine [[Schlussfolgerung]] als seine [[Substanz]] erkennbar ist. Dieser Stoff ist aber eben nur ein Moment des Stoffwechsels, weder Voraussetzung noch Resultat des Lebens. Nicht durch einen [[Geist]] oder eine [[Idee]] begründet konnte Leben entstehen, sondern aus der [[Materie]], die aus der Zusammensetzung ihrer Elemente im Zusammenwirken ihrer [[Stoffe]] ganz [[zufällig]] einen [[Sinn]] für sich entwickelt hatte, der sich mit dem [[Stoffwechsel]] zu einer Lebenswelt seiner [[Natur]], zu einer [[natürlichen Intelligenz]] des [[Stoffwechsels]] fortentwickelt hat, die von sich selbst zeugt, indem sie sich auch selbst erzeugen und fortbilden kann. &#039;&#039;Die Erdschöpfung hat einen gewaltigen Stoß erhalten durch die Geognosie, d.h. durch die Wissenschaft, welche die Erdbildung, das Werden der Erde, als einen Prozeß, als Selbsterzeugung darstellte. Die generatio aequivoca ist die einzige praktische Widerlegung der Schöpfungstheorie. Nun ist es zwar leicht, dem einzelnen Individuum zu sagen, was Aristoteles schon sagt: Du bist gezeugt von deinem Vater und deiner Mutter, also hat in dir die Begattung zweier Menschen, also ein Gattungsakt der Menschen den Menschen produziert. Du siehst also, daß der Mensch auch physisch sein Dasein dem Menschen verdankt. Du mußt also nicht nur die eine Seite im Auge behalten, den unendlichen Progreß, wonach du weiter fragst: Wer hat meinen Vater, wer seinen Großvater etc. gezeugt? Du mußt auch die Kreisbewegung, welche in jenem Progreß sinnlich anschaubar ist, festhalten, wonach der Mensch in der Zeugung sich selbst wiederholt, also der Mensch immer Subjekt bleibt. Allein du wirst antworten: Diese Kreisbewegung dir zugestanden, so gestehe du mir den Progreß zu, der mich immer weitertreibt, bis ich frage, wer hat den ersten Menschen und die Natur überhaupt gezeugt? Ich kann dir nur antworten: Deine Frage ist selbst ein Produkt der Abstraktion. Frage dich, wie du auf jene Frage kömmst; frage dich, ob deine Frage nicht von einem Gesichtspunkt aus geschieht, den ich nicht beantworten kann, weil er ein verkehrter ist? Frage dich, ob jener Progreß als solcher für ein vernünftiges Denken existiert? Wenn du nach der Schöpfung der Natur und des Menschen fragst, so abstrahierst du also vom Menschen und der Natur. Du setzest sie als nichtseiend und willst doch, daß ich sie als seiend dir beweise. Ich sage dir nun: Gib deine Abstraktion auf, so gibst du auch deine Frage auf, oder willst du an deiner Abstraktion festhalten, so sei konsequent, und wenn du den Menschen und die Natur als nichtseiend denkend denkst, so denke dich selbst als nichtseiend, der du doch auch Natur und Mensch bist. Denke nicht, frage mich nicht, denn sobald du denkst und fragst, hat deine Abstraktion von dem Sein der Natur und des Menschen keinen Sinn. Oder bist du ein solcher Egoist, daß du alles als Nichts setzt und selbst sein willst?&#039;&#039; Quelle: Karl Marx in Ökonomisch-philosophische Manuskripte (1844) [[(Marx-Engels-Werke Bd.40, S. 545 bis 547)]] Leben ist Geburt und [[Tod]], [[Bewegung]], Ruhe und Unruhe durch sich selbst, Vereinigung, Entzweiung, Vermehrung, [[Stoffwechsel]] und [[Gewissheit]] von sich, [[Erkenntnis]] - [[Sinn]] und [[Geist]] im beständigen Werden, in seiner [[Geschichte]], [[Geschlecht]] im Entstehen und Vergehen, der geschichtliche Akt der fortwährenden Selbsterzeugung, der [[Entwicklung]] und Entfaltung in der konkreten [[Sinnlichkeit]] der [[Natur]] (siehe auch [[Sinnbildung]]). Die Zusammensetzung seiner [[Stoffe]] war durch das rein [[zufällige]] Verschmelzen und Aufeinanderprallen von unbestimmt zusammentreffenden Planeten und Kometen entstanden, aus dem die entsprechenden Mineralien und Gase eine [[Entwicklung]] von [[Leben]] auf der Erde ermöglicht hatten und durch die eine hohe Energie in ihren Urgesteinen gebunden war und die zur Substanz ihres Stoffwechsels geworden war. Hieraus lässt sich aber nicht begründen, dass dieses Verhältnis von Stoff und Energie sich zielgerichtet - quasi [[logisch,]] bzw. teleologisch - zum Leben entwickelt hätte. Solche [[Entwicklung]] könnte nur aus einem bestimmten Zusammentreffen von bestimmten Teilen ergehen, die schon selbst ein [[substanzielles]] Bestreben zueinander und füreinander haben müssten. Doch weil Materie immer schon aus qualitativ unterschiedlichen Elementen besteht, kann sie kein logisches Bestreben durch sich selbst entwickeln. Ihre Entwicklung und Geschichte lässt sich also nur aus dem Zusammentreffen qualitativ unterschiedlicher Elemente erklären, besonders aus Wasser, Mineralien und Gasen, die in den heute noch existenten Verbindungen nur durch den Zufall interplanetarischer Kollisionen in der Erdentstehung zusammenkommen konnten. Diese stoffliche Grundlage enthielt zwar schon alle Möglichkeiten einer Naturentwicklung, aber bei aller vorhandenen [[Energie]] noch keine [[Notwendigkeit]], dahin zu kommen, aus diesem stofflichen Material lebendig zu werden. Schon in der bloßen [[Materie]] ist [[Energie]] in ständiger [[Bewegung]] und gerät in intensivere oder extensivere [[Zustände]], die sich in einem mäßigeren [[Erregung]]szustand stabilisieren oder sich auch übermäßig verdichten konnten. Säuren und Gase konnten sich unter dem Einfluss von vulkanischer Dichte und irdischer Magnetwellen im Wasser in allen möglichen Energieformen und Aggregatzuständen verbinden und zu Eiweißmolekülen verschmelzen und Zellplasma werden, in denen die ursprünglichen Säuren sich zu DNS und RNS (bzw. DNA und RNA) verbinden konnten, aus der die Doppelhelix der Lebensverbindungen entstand, die Grundlage der Vermehrung und des Zellwachstums. Durch ihre chemoelektrische Spannungen begannen diese Molekülverbindungen in bestimmter [[Beziehung]] zu pulsieren und andere Stoffe zu binden oder auszusondern und dadurch einen eigenen Energiehaushalt zu entwickeln. Es war die Gunst dieser [[Beziehungen]], die sie zu ihrer Erhaltung und Verfestigung zu einem [[Stoffwechsel]] brachten, der günstigere materielle und energetische Formen wie auch ungünstigere Fülle entstehen ließ und ihre Stoffaufnahme und Ausscheidung zu einem eigenständigen [[Leben]], zur Lebensgeschichte der Natur als Naturgeschichte des Lebens entwickelten. Aber erst mit einem zufällig entstandenen Zusammenkommen von Eisen und Magnesium in den Urschlämmen einer nur im [[Raum]] bestimmten [[Masse]], also in einer überzufällig bestimmten [[Dichte]] der [[Stoffe]] konnte sich Chlorophyll und Hämoglobin bilden, was die Bedingung für den [[Stoffwechsel]] des [[Leben]]s zwischen Pflanzen und Tier ist. Es sind dies die Moleküle für die Träger des Lebens, für die Zellfortbildung ihrer Organismen, die sich überhaupt nur in diesen darin gebunden Metallen unterscheiden und deren Fähigkeiten es ermöglichten, Sauerstoff und Kohlendioxyd zwischen Tier und Pflanze so auszutauschen, so dass hierbei eigene Lebens[[energie]] frei werden konnte. Was Karl Marx noch nicht genau wissen konnte, das erschloss er aus dem sinnlichen Leben selbst, aus der Naturgeschichte der [[Sinne]], wie sie heute leben. Nicht der bloße [[Stoff]], sondern das stoffliche Leben ist der Kern des von ihm formulierten Materialismus, aus welchem sich auch die [[geistigen]] [[Entwicklungen]] begreifen lassen, - nicht als Zufall, wohl aber als [[Sinn]] für sich. [[Sinnbildung]] entsteht nicht durch eine [[Logik]] der Materie, sondern aus der Materie des Lebens in seinem Werden und Vergehen, seiner eigenen [[Bewegung]], seiner Naturgeschichte. Hierin hat der [[Historische Materialismus]] seine Grundlagen. Sie kennt noch keine [[Negation]], keine [[Dialektik]], und unterscheidet sich hierin auch von den Begründungen des so genannten [[Dialektischen Materialismus]]. Seit der [[Aufklärung]] ist für [[wissenschaftliche]] [[Erkenntnis]] zwar weitgehend zweifelsfrei, dass Leben durch [[Materie]] sich entwickelt hat, dass es selbst materiell ist. Es ließ sich aber aus der reinen Materie der Natur nicht [[aufklären]], wie es dahin gekommen ist, dass sich [[Natur]] nicht nur bildet und reproduziert und sich selbst fortbildet, sondern sich in ihr zugleich ein Geschick der [[Natur]] erkennen lässt, dass sie sich selbst zu einer [[Intelligenz]] entwickelt hat, die ihr nicht zu- oder angetragen worden sein kann. Weder die [[Entwicklung]] der Natur, noch ihre [[gesellschaftliche]] [[Form]] als [[Kultur]] lässt sich verstehen, will man in ihr nicht selbst eine[[natürliche Intelligenz]] anerkennen, die sich durch eine [[Emanzipation]] gegen ihre inneren Gewalten und Mangelerscheinungen differenziert und sich in dieser Bereicherung an Lebensmöglichkeiten entwickelt (siehe auch [[Evolution]]). Man könnte hier schon anmerken, dass dies die Grundform einer [[Intelligenz]] ist, die sich aus ihrem Mangel herauszusetzen, sich zu [[emanzipieren]] verstand. Erkennt man dies an, so muss diese emanzipatorische Intelligenz als Grundlage für die [[Entwicklung]] des [[Lebens]] gelten lassen. Für die einen mag sie zwar noch aus einem übernatürlichen [[Subjekt]], aus einem unpersönlichen [[Gott]] als [[Wesen]] der [[Natur]] zu erklären sein, tatsächlich aber bleibt sie materiell und entfaltet ihren [[Sinn]] immer nur in der [[Beziehung]] auf andere [[Materie]], verhält sich in einem unentwegten Wechsel zu einem [[Sein]] durch anderes, durch fortwährende [[Ergänzung]] und Änderung. Leben wäre demnach aus der [[Intelligenz]] seiner [[Sinnbildung]] heraus zu begreifen, aus einer Art Partnersuche der Elemente, die in der Bestimmung ihres [[Stoffwechsels]] sich bereichern und differenzieren (vergleiche den Stoffwechsel von Sauerstoff und Kohlendioxyd durch den gegensinnigen Bedarf von Magnesium und Eisen zwischen Chlorophyll und Hämoglobin, der die Grundlage des Verhältnisses von Flora und Fauna ausmacht). Zweifellos ist die Basis aller Lebensprozesse die Bildung großer Kohlenstoffmoleküle, die aus der Variabilität ihrer Verbindung in der Alufeinenderfolge von vier Atomen zu einem universalen Informationsträger geworden ist, der zudem an das Negativ seiner Informationskette sich zu einer Doppelhelix stabil verbunden hat, sich aber zugleich auch auftrennen lässt und somit neue Positive bilden und binden kann. Das so entstandene Gen ist die Grundlage der Fortpflanzungsfähigkeit des Lebens. Es lässt sich zudem durch die Einwirkung von Strahlen oder chemischen Umweltbedingungen beeinflussen, wodurch auch Genmutationen möglich sind, aus der sich sowohl eine Reduktion, wie auch die Vielfalt des Lebens erklären lassen kann. Weil [[Materie]] in [[Raum]] und [[Zeit]] das Maß der [[Geschichte]] ist, kann es von [[Natur]] aus keinen Stillstand geben. Leben ist [[Bewegung]], die [[Sinn]] hat und [[Sinn]] macht. Es findet also statt in [[Raum]] und [[Zeit]], nicht nur als das Verhalten der [[Natur]] sondern als ein natürliches [[Verhältnis]], ein [[Lebensverhältnis]] der [[Sinnbildung]] im [[Stoffwechsel]] seiner unentwegten Veränderung, als Dasein einer permanenten Selbstveränderung, die durch sich selbst zugleich als Anderes und durch Anderes bestimmt ist. Leben ist die [[Selbstentfaltung]] der [[Natur]], Tätigkeit ihres [[Stoffwechsels]], [[Naturempfindung]] und Selbsterneuerung, die nichts sein lässt, was es war und alles hervorbringt, wofür sich [[Sinn]] findet: [[natürliche Intelligenz]]. Als dieser Prozess ist es die zum [[Subjekt]] gewordene [[Materie]], [[Geschichte]] einer [[Energie]], die sich in ihrer Materialisierung von ihrem Rückstand unterscheidet, Schlacke ausscheidet und sich dadurch materiell bereichert, dass sie sich zu diesem verhält, sich von ihm entfernt, um sich mit ihm zu vereinigen, sich entwickelt, indem es ihn zugleich als [[Stoff]] für sich objektiviert. Im Stoffwechsel vollzieht sich ihre Vervielfältigung und Differenzierung, die durch ihr eigenes Wirken selbst zu einer [[Wirklichkeit]] der [[Intelligenz]] ihrer [[Natur]] geworden ist (siehe [[historischer Materialismus]]). Intelligenz ist nicht funktional und also nicht reproduktiv, sondern immer schon produktiv (siehe [[Evolution]]). Von daher ist Leben selbst zugleich die Lebenserzeugung einer Gattung und ihrer Lebensverhältnisse, - und als menschliches Leben also auch nicht im einzelnen, sondern [[gesellschaftlich]]. &#039;&#039;Die Produktion des Lebens, sowohl des eigenen in der Arbeit wie des fremden in der Zeugung, erscheint nun sogleich als ein doppeltes Verhältnis – einerseits als natürliches, andererseits als gesellschaftliches Verhältnis –, gesellschaftlich in dem Sinne, als hierunter das Zusammenwirken mehrerer Individuen, gleichviel unter welchen Bedingungen, auf welche Weise und zu welchem Zweck, verstanden wird. Hieraus geht hervor, daß eine bestimmte Produktionsweise oder industrielle Stufe stets mit einer bestimmten Weise des Zusammenwirkens oder gesellschaftlichen Stufe vereinigt ist, und diese Weise des Zusammenwirkens ist selbst eine Produktivkraft, daß die Menge den Menschen zugänglichen Produktivkräfte den gesellschaftlichen Zustand bedingt und also die Geschichte der Menschheit stets im Zusammenhange mit der Geschichte der Industrie und des Austausches studiert und bearbeitet werden muß.&#039;&#039; [[(MEW 3, S. 29f)]]. Wie Materie überhaupt subjektiv werden, wie Natur entstehen konnte, ist die Frage, deren Beantwortung die Grundlage eines jeden Selbstverständnisses des Lebens ausmacht. Es ist die Frage nach dem [[Sinn]], in dem es sich vollzieht, die Unterscheidung zwischen Reproduktion und Produktion des Lebens, das Ur-Teil seiner [[Geschichte]], seiner Selbstwahrnehmung als Erkenntnis seiner selbst in Anderem. Es ist die Frage nach der [[Intelligenz]] des Lebens selbst. Es bereichert sich, indem es sich durch Aneignung auf anderes bezieht, ohne sich im Anderssein und Anderswerden zu widersprechen. Indem es in seiner Änderung sich selbst vermehrt, entspricht es vor allem sich selbst. Nichts widerfährt ihm, weil alles sich in ihm selbst erfährt (dies gegen den [[Darwinismus]]). In seiner Formverwandlung erfüllt sich sein Sinn, der zugleich Sinn für sich bildet, indem er Sinn durch anderes findet und [[empfindet]]. Leben kennt keine [[Negation]], auch wenn es stirbt. In seinem Untergang wird es zum Stoff für anderes Leben, das darin aufgeht. Der [[Tod]] ist ein Moment des Lebens (dies gegen [[Heideggers]] &#039;&#039;Sein zum Tode&#039;&#039;). Dass das Leben auf der [[Materie]] gründet, ist heute zweifelsfrei. Wie es aber dahin gekommen ist, nicht nur seine Natur zu reproduzieren sondern sich zugleich aus der Natur zu einem Geschick der [[Natur]], zu einer [[Intelligenz]] zu entwickeln, lässt sich nicht aus der Natur entwickeln, erkennt man nicht in ihr selbst eine[[natürliche Intelligenz]] an, die sich durch eine [[Emanzipation]] gegen ihre inneren Gewalten und Mangelerscheinungen differenziert und sich in dieser Bereicherung an Lebensmöglichkeiten entwickelt hat. Erkennt man dies aber an, so muss diese emanzipatorische Intelligenz als Grundlage für die [[Entwicklung]] des [[Lebens]] überhaupt gelten. Für die einen ist sie allerdings nur aus einem übernatürlichen Subjekt, aus [[Gott]] zu erklären, für den [[Historischen Materialismus]] ist sie selbst schon als [[Geschichte]] einer natürlichen Gesellschaftsbildung zu verstehen, welche als Natur des Menschen in der Natur seiner gesellschaftlichen Intelligenz aufgeht. Zweifellos ist die Basis aller Lebensprozesse die Bildung großer Kohlenstoffmoleküle zur DNA, die aus der Variabilität einer Verbindung in der Alufeinenderfolge von vier Atomen zu einem universalen Informationsträger geworden ist, der zudem an das Negativ seiner Informationskette sich zu einer Doppelhelix stabil verbunden bleibt, sich aber zugleich auch von ihre trennen lässt und somit neue Positive bilden und binden kann. Das so entstandene Gen ist dadurch die Grundlage der seine Fortpflanzungsfähigkeit des Lebens. Es lässt sich zudem durch die Einwirkung von Strahlen oder chemischen Umweltbedingungen beeinflussen, wodurch auch Genmutationen möglich sind, aus der sich sowohl eine Reduktion, wie auch die Vielfalt des Lebens erklären lassen kann. Mit der [[Entwicklung]] des Lebens war jedenfalls die Anlage zu einer bestimmten [[Entwicklung]] entstanden: Die [[Geschichte]] der Natur, in der zugleich die Menschheitsgeschichte als Menschwerdung der [[Natur]] angelegt war. Sie begründete das menschliche Vermögen, durch seine gesellschaftliche [[Verhältnisse]] selbst zu einer [[Naturmacht]] zu werden. Solange die Menschen noch in der Macht der Natur gebannt blieben, beantworteten vor allem die Naturreligionen die Fragen nach dem Sinn des Lebens, die Fragen nach einer Begründung des lebendigen [[Seins]]. Mit der Entwicklung komplexer sozialer Verhältnisse traten zunächst andere [[Religionen]] dafür ein, dass sie durch ein überkosmisches Subjekt, durch einen [[Gott]], geschaffen und &#039;&#039;geschenkt&#039;&#039; worden sei. Mit der Entwicklung der Naturwissenschaften ging diese Beantwortung mehr in der weitergehenden Frage auf, welche nach der [[Intelligenz]] des Lebens in ihm selbst, in seinem stofflichen [[Dasein]] sucht: Die Frage, welchen [[Sinn]] es selbst verfolgt, woraus sich auch ergeben würde, wie es entstanden war. Leben muss nicht aus einem höheren Sinn, aus einer vorausgesetzten Intelligenz gebildet sein, wenn man die Grundlagen seiner Intelligenz in der Materie selbst und deren [[Vererbung]] begreifen kann. Dass Leben nur [[zufällig]] entstanden sei, wird heute auch mathematisch verworfen. Es ist völlig unwahrscheinlich, dass sich lebendige Organismen überhaupt ohne einen Grund hätten bilden können, also nicht durch beliebige Ereignisse entstehen konnten. Schon die ersten Lebewesen, Bakterien, welche selbst noch keinen Zellkern und also auch keinen Organismus hatten, bildeten sich nicht als stoffliche Konstrukte, die zufällig aufeinandertrafen, sondern aus jenen energetischen [[Beziehungen]], welche die [[Stoffe]] auf der Erde aus sich heraus schon dadurch hatten, dass ihre [[Synergie]] Eigenheiten einer Vorform des Lebens hervorbrachte, die zunächst nur als Plasma existierten, die eine bestimmt Diffusion von Stoffen bewirkten, wodurch dieses zu einer Art Haut wurde, die eine Sphäre von der anderen sowohl trennte, die sie auch in hierdurch bestimmten stofflichen Beziehungen vermittelte. Indem sich diese Haut schließlich zusammenzog und eingerundet zusammenschloss, entstand eine Zelle, die durch ihren Stoffwechsel bestimmt war und dadurch lebendig wurde, dass sie ihre Ausscheidungen von dem unterscheiden konnte, wodurch sie im Innern wachsen konnte. Es war der Ursprung einer [[Intelligenz]] (siehe [[natürliche Intelligenz]]), die sich im Verhalten eines Plasmakörpers zu seiner &#039;&#039;Außenwelt&#039;&#039; entwickelte. So entstanden Einzeller, die sich schließlich auch zu komplexen Organismen entwickeln konnten. In der Phylogenese ergab sich aus chemotaktischen Signalwirkungen ein zielgerichtetes Verhalten der Reproduktion, und damit des fundamentalste Verhältnis des Lebens zu sich selbst und über sein [[Sosein]] hinaus sich bestärkend. Chemotaxis ist daher eine der grundlegendsten physiologischen Zellreaktionen, die schon als Grundform einer [[natürlichen Intelligenz]] des Lebens zu verstehen ist. &#039;&#039;In den frühen Entwicklungsphasen der Phylogenese war das Entstehen von Rezeptorsystemen für die Erkennung von schädlichen und günstigen Substanzen für einzellige Organismen von bedeutendem Vorteil. Umfangreiche Analysen chemotaktischer Abläufe des eukaryontischen Protozoons Tetrahymena pyriformis und der Konsensussequenz auftretender Aminosäuren in der Ursuppe deuten auf eine gute Korrelation zwischen chemotaktischen Eigenschaften dieser relativ einfachen organischen Moleküle und der Entwicklung der Erde hin. Daher nahm man an, dass frühzeitig aufgetretene Moleküle (z. B. Glycin, Glutamin, Prolin) chemisch sehr anziehend wirken und später aufgetretene (z. B. Tyrosin, Tryptophan, Phenylalanin) chemisch abweisend wirken.&#039;&#039; ([[Wikipedia: Chemotaxis]]) Es ist längst bewiesen, dass sich vor allem aus der Beziehung von Sauerstoff und Wasserstoff, die sich in den Schloten der Meeresvulkane mit Methan verbanden und durch die Erdwärme zu Aminosäuren hochkochten, die Grundlagen des Lebens entstanden waren, weil diese Säuren sich in ihrer exakten Molekülstruktur kopieren konnten. Indem die auf diese Weise entstandene Ribonukleinsäure umher treibende Fette anzog und eine Doppelmembran daraus bildete, sind die ersten Lebenszellen, die Schwefelbakterien entstanden. Sie waren von daher eine Energieform von Stoffen, die mit der Entstehung der Erde schon gegeben war. Sie vermehrte sich durch die speziellen Anziehungskräfte eindeutiger Beziehungspaare ihrer Atomstrukturen, die in der Lage waren, sich zu lösen und mit einem neuen Partner gleicher Art als Molekül zu verdoppeln. Die Aminosäurenstruktur ist daher als Grundform des Lebens, das durch bloße Verdopplung gegensinniger Eigenschaften sich schon vermehrte und potenzierte und sich zugleich auch in anderen Stoffbeziehungen, anderen &#039;&#039;Kopien&#039;&#039; seiner Struktur durch die Anwesenheit anderer [[Stoffe]] auch zu anderem entfalten konnte. Die [[Intelligenz]] dieser Entfaltung war zum einen an die Verfügbarkeit von Stoffen gebunden und zugleich ein Streben nach energetischer Komplexität, nach komplexeren Beziehungen ihrer [[Energie]], die sich auch als Lebensenergie fassen lässt, welche sich dadurch vermehrt, dass sie immer vielfältiger wird. Sie beruht auf der Verbrennung vorhandener Stoffe zur Erzeugung einer Vielfalt neuer Stoffe und stofflichen Beziehung, welche schließlich die [[Natur]] des Lebens gebildet hat. Jede Verbrennung hat ein bestimmtes Verhältnis zu ihrer Asche, das mehr oder weniger Energie enthielt. Bestimmte Stoffe bildeten optimale Verbrennungsverhältnisse, worin der Verbrennungsrückstand optimierter Stoff und die Verbrennung selbst optimierte Energie war und in diesem Verhältnis affin füreinander blieben. So war eine quantitative Beziehung, also eine Affinität verschiedener Stoffe auf die Welt gekommen, welche sich als stoffliche [[Energie]] aus einer nach ihrer Masse ausgerichteten Verbrennung bildete, die in ihrer Umwelt eine Schlacke hinterließ, die wiederum neue Beziehungen in anderer Verbrennung einging. Die bislang rein stofflichen Beziehungen wurden hierdurch zu einer Art [[Natur]], in welcher die unterschiedlichsten Beziehungen der Stoffe in dieser Ausrichtung bezogen blieben, und worin sich Verbrennung und Rückstand in den verschiedensten Formen und Gestaltungen erneuerten. Die wichtigsten waren Wasser, Luft und Erde. Die ersten Organismen hatten sich selbst aus organischen Verschmelzungen von Bakterien, aus Symbiosen ihres Zellstoffwechsels so fortgebildet, dass sie in der Lage waren, neue Zellen nach Maßgabe ihrer Funktionsnotwendigkeit zur Energieerhaltung und -Potenzierung durch Einbeziehung entsprechender Stoffe zu bilden und diese nur dadurch erreichen konnten, dass sie sich in diesem Streben verbinden konnten und kommunizierten. Schon die einfachsten Bakterien bestanden in Schwärmen, die sich kontrahieren und abstießen, je nach Bedarf ihrer Selbsterhaltung und Vermehrung. Sie entwickelten einen Sinn für ihre Umwelt, der intelligent genug war, um sie zu manipulieren und somit diesen Bedarf befriedigen konnten. Z.B. belegt dies heute noch das Meeresleuchten, das nichts anderes als eine Zusammenrottung leuchtender Bakterien ist, die sich durch die kollektive Verstärkung ihrer Leuchtkraft als Nahrung für Fische interessant machten, um in deren Körper leben zu können, ihren Wirt zu finden. So entstanden Strukturen, welche durch ihre Funktionalität intelligent waren, weil sie ihren Stoffwechsel ihrer Umgebung anpassen und aus der Schlacke ihrer Beziehung auch neue Stoffe (z.B. Kalk durch Korallen) entwickeln konnten. In den Schlämmen an den Flussufern und Meeresrändern bildete sich durch die Sonneneinstrahlung aus Magnesium und Stickstoff Chlorophyll, das einfache einzellige Pflanzen, als erste die Kieselalgen, hervorbrachte, die durch die Photosynthese in der Lage waren, sich durch die Aufnahme von Kohlendioxyd und die Abgabe von Sauerstoff als Lebensgrundlage eines natürlichen Stoffwechsels zu entwickeln. Die ersten Tiere, Bakterien, die sich als Protozoen (Urtiere) verhielten, fraßen diese. In ihnen entstand aus dem Chlorophyll durch Einbindung von Eisen das Bakteriochlorophyll (anoxygene Phototrophe), das in der Lage war, Kohlendioxyd herzustellen. Es war die Grundform des Hämoglobins, welches sich im Blut der höheren Arten entwickeln sollte. Die Tiere verdauten die Pflanzen durch Verbrennung mit Sauerstoff und schieden das hieraus entstandene Kohlendioxyd und Exkremente mit neuen stofflichen Zusammensetzungen aus, welches sie wiederum zur Lebensgrundlage der Pflanzen werden ließ. Der Naturkreislauf war entwickelt. Die weiteren Spannungen in ihrer Beziehung aufeinander mussten schließlich ihrer materiellen Energieform folgen und haben sich von daher zu neuen organischen Formen und schließlich zur Fortentwicklung weiterer Organe (z.B. Greifer, Bewegungsorgane und Sinneszellen) und Organismen [[aufzuheben]] verstanden. Die Voraussetzungen der Natur und des Lebens waren demnach Zellen, die in ihrer Verschmelzung eine Energie bildeten, die größer war, als die, welche in sie eingegangen ist. Sie bildeten eine stoffliche Masse, die eine eigene [[Wirkung]] dadurch hatte, dass ihre [[Stoff]]lichkeit selbst anziehende und abstoßende [[Kräfte]] beinhaltet und die dadurch in [[Bewegung]] geraten war, dass ihre Teile sich wechselseitig beeindruckten. Sie bildeten eine unendliche Bewegung materieller Zusammenhänge, die in der Lage waren, ihre Energie zu verstofflichen und auch neue Stoffe zu bilden. Die so entstandenen Stoffe befanden sich in einem Zustand beständig wechselnder Energieformen, der sich in atomaren und molekularen Beziehungen ausrichtete. Im Streben nach einem ausgerichteten Zustand war die Verbrennung von Sauerstoff eine der stabilsten stofflichen Beziehungen. Von daher war eine Ausrichtung der Verbrennung zur Optimierung einer Energieform entstanden, die noch rein stofflich und leblos war, die aber allem Leben auf der Erde vorausgesetzt ist. Die ersten natürlichen Beziehungen waren dadurch entstanden, dass diese Stoffe einander so durchdrungen hatten, dass sie in bestimmten Massenverhältnissen verbrannten und eine Schlacke hinterließen, die selbst wieder als Stoff weiterer Verbrennungen verfügbar war. Durch die Initialzündung des Lebens an den Vulkanschloten der Meere und durch die stoffliche Konzentration in den Schlämmen war es möglich geworden. Seine Entfaltung jedoch hat sich geschichtlich durch die Intelligenz der Lebenstätigkeit selbst entwickelt. Die Frage, wie hierin Leben sich entfalten konnte, lässt sich daher nicht logisch beantworten, weil Leben selbst nur [[subjektiv]] sein kann, weil es nicht [[logisch]], wohl aber intelligent entscheidet, auch wenn es nach Vollzug logisch erscheinen mag. Es gibt von daher keinen Schöpfungsakt als solchen, nicht die Entscheidung einer vorausgesetzten [[Intelligenz]], wohl aber eine [[Intelligenz]] der [[Stoffe]], die in ihrer Affinität beständig wurden und aus ihrer Beständigkeit neue Stoffe bildeten, sie sich hieraus erklärten und also eine bestimmte Entstehungsgeschichte in sich forttrugen. Dies macht wohl die erste wirkliche Grundlage der [[Natur]] und damit allen Lebens aus. Es ist die Wirkung bestimmter Austauschverhältnisse von Stoffen, die in ihrer Verbrennung optimale Energienutzung und für weitere Entwicklungen optimale stoffliche Produkte hinterließen. Die Natur ist demnach ein hieraus entstandenes Streben nach optimaler Verbrennung, der Stoffwechsel selbst die ursprünglichste Bedingung ihrer wesentlichsten Tätigkeit, der Fortpflanzung. Die Intelligenz der so gebildeten stofflichen Verbindung kam dadurch zu einem eigenständigen Leben, dass sich darin stoffliche Verbindungen ergaben, die ihre stoffliche Beziehung nicht nur vollziehen, sondern sie schließlich irgendwann auch selbst veranlassen konnten, die also ein Streben entwickelten, sich bestimmten Stoffen im Zweck ihrer Natürlichkeit anzunähern, um optimale Verbrennungsverhältnisse fortzutragen und in stofflicher Gestalt, also in der Affinität bestimmter Massenverhältnisse sich diese zu &#039;&#039;merken&#039;&#039;. Leben begründete sich also auf der &#039;&#039;Intelligenz&#039;&#039; einer Wechselbeziehung der Stoffe, auf einem Stoffwechsel, der veranlasst werden konnte und so die Natur bildete und entwickelte. Aus dieser Verbrennung war demnach also eine Kraft entstanden, die keinen unmittelbaren stofflichen [[Grund]] hatte, sondern auf einer Vermittlung gründete, die aus vielen vorausgesetzten stofflichen Verbindungen hervorgegangen war und einen [[Stoff]] bildete, der sich aus ihrer bestimmten Vermittlung in ihrer Verbrennung als bestimmter Stoffwechsel ergeben hatte. Es war so etwas wie eine &#039;&#039;intelligente Stofflichkeit&#039;&#039; entstanden. Indem Sauerstoff zum [[Zweck]] dieses [[Stoffwechsel]] verbrannt wurde, war ein stoffliches [[Subjekt]] entstanden, das an dieser Verbrennung, also an einer Verbindung mit Sauerstoff &#039;&#039;interessiert&#039;&#039; war und hierfür eine stoffliche Verbindung erzeugen konnte, in welcher sich die Schlacke auch wieder regenerieren konnte. Dies aber verlangte die Fähigkeit, aus einem bestimmten toten Stoff Energie zu entwickeln und Asche in einem Verhältnis abzusondern, in welcher sie selbst als erneuerter Stoff für Verbrennungen eingehen konnte. Alles Leben gründet auf diesem [[Stoffwechsel]], der sowohl Kraft entfaltet als auch stoffliche Reduktion in einem organischen Zusammenhang, in einem Organismus betreibt. Im Unterschied zum toten Stoff, in welchem sich Masse und Energie lediglich verhalten, war Leben als Subjekt des Stoffwechsels, als ein &#039;&#039;interessierter Stoff&#039;&#039; entstanden, der sich selbst diesem [[Interesse]] adäquat verhalten konnte, weil er selbst ein Verlangen, ein [[notwendiges]] [[Bedürfnis]] nach [[Einverleibung]] eines bestimmten Stoffes entwickelt hatte. Die ersten Lebewesen, die Mitochondrien, worin dies stattfand und auch heute noch stattfindet, hatten somit ein Lebensinteresse, das ihnen einen Sinn für die [[Mittel]] hierfür nötig machte. Sie sind das &#039;&#039;Lebensgeheimnis&#039;&#039; einer jeden lebenden Zelle. Leben entstand also, indem ein [[Stoff]] im anderen [[Sinn]] für sich gefunden hatte. Es begründete sich durch die [[Naturempfindung]], die ein [[Wesen]] ausmacht, das in der Lage ist, andere Stoffe für sich aufzunehmen, sie sich einzuverleiben und in der [[Beziehung]] auf sich zu unterscheiden und die Schlacke, welche diese Beziehung erzeugt, wieder auszuscheiden. Es war wohl diese Selbstunterscheidung, die Beziehung, Bekräftigung und Aussonderung, die Grundform einer [[Erkenntnis]], welche alles Leben begründete. Leben besteht zu allererst aus dieser [[Intelligenz]]. Das erste Lebenszeichen war demnach ein [[Sinn]], durch welchen Stoffe für den [[Stoffwechsel]] als sinnvoll erkannt wurden. Er entwickelte sich zu einem bestimmten Sinn für einen stofflichen Zusammenhang, einem Grund, für welchen Stoffe sich einfügen lassen und zusammenfügen und wonach sich auch Organe zur [[Empfindung]] anderer Stoffe entwickelten. Es waren die ersten [[Subjekte]], welche sich Stoffe zu ihrem [[Objekt]] machten und sich selbst darin verobjektivierten. In der Empfindung von anderem hatten sie zugleich eine Beziehung zu sich, bildeten sich, wie es durch ihre Natur geboten war, also in der Beziehung zu ihrer Umwelt. Ihre Selbsterhaltung war dadurch zugleich Selbsterzeugung, die zur Selbstentfaltung wurde, indem sich diese Naturwesen zu sich selbst verhalten, sich fortpflanzen und entfalten konnten. Leben ist daher [[Subjektivität]], also Selbsterzeugung, Selbsterhaltung und Selbstentfaltung, Reichhaltigkeit an natürlicher Bezogenheit, an [[Naturempfindungen]], aus denen alle weiteren [[Empfindungen]] sich ergeben, die eigenes Wachstum, also Bewegung durch sich und um seiner selbst Willen begründen. Leben setzt nicht das [[Tote]] voraus, denn der Tod ist durch das Leben erst bestimmt als die Individualität seiner Aufhebung, aus der heraus das Leben sich erst wirklich allgemein setzen kann, in der Beschränktheit seiner Individualität, im Sterben der Individuen sich überhaupt fortträgt, fortpflanzt und entfacht. Leben trägt praktisch in sich, was es theoretisch voraussetzt. Es ist entstanden, indem sich in der vorhandenen Materie [[Sinn]] gebildet hatte, Sinn für sich und anderes. Der Sinn ist das lebende Produkt der Naturgeschichte der [[Materie]] als geschichtliche [[Natur]] des Lebens; die Sinnbildung selbst ist Leben als Prozess, Naturgeschichte der Sinnlichkeit. Diese Geschichte ist immer materiell, weil Sinn selbst nur als Verhältnis der Materie besteht, als Verhalten von toter und lebender Materie, als lebender [[Stoff]] im [[Stoffwechsel]] des Lebens. Das Lebende bezieht sich hierbei erkennend auf das [[Tote]], bildet sich in der Kenntnis hiervon, nimmt es auf und stößt es ab und weiß dies in sich (siehe [[Gewissheit]]). Von daher ist diese Erkenntnis grundlegende [[Notwendigkeit]] für jeden Lebensprozess. Leben geht zugrunde, wenn es der bloßen [[Notwendigkeit]] unterworfen bleibt, weil es unmittelbare [[Freiheit]] ist: &#039;&#039;Die Lebensgefahr für jedes Wesen besteht darin, sich selbst zu verlieren. Die Unfreiheit ist daher die eigentliche Todesgefahr für den Menschen.&#039;&#039; [[(K. Marx, MEW 1, 60)]] Dass das Lebende das Tote empfindet, zeigt sich an den urtümlichsten und einfachsten Verhältnissen des Stoffwechsels und der Assimilation. Die Fähigkeit, Stoffe für sich adäquat aufzunehmen und zu verdauen und die Schlacke abzusondern, macht den ersten Sinn in der Natur für die Natur aus. Indem Maße, wie lebende Zellen die Asche der Sauerstoffverbrennung nicht ausscheiden können, altern sie und nähern sich ihrem Tod. Ohne Empfindung für das, was dem Leben schadet, ist es nicht möglich. Auch die Nervenzellen verfahren ähnlich, wenn sie sich ein Bild von ihrer Umwelt machen und sogar in der Lage sind, diese zur eigenen Gestalt zu bringen, z.B. in den Tarnfarben, die Tiere aus ihrer Umgebung beziehen und erzeugen können. Schon Hegels System der Sensibilität hat diesen Gedanken aufgenommen, als er das Nerven-, das Blut- und das Verdauungssystem als Totalität der natürlichen Gestalt auffasste, und diese schon als pflanzlichen Sinn begriffen hatte (Hegel, Enzyklopädie §354). Der Sinn ist selbst eine [[Erkenntnis]], indem er sich zur toten Materie wesentlich verhält als Sinn für sie, wie er auch die erste Erkenntnis für sich dadurch ist, in diesem Verhalten die Fähigkeit zu haben, Totes von Lebendem zu scheiden und auszuscheiden, sich darin zu bilden und tätig zu sein und als wirkliches, also [[Wirkung]] habendes Leben herauszubilden. So wie das Leben als Sinn der materiellen Natur entstanden ist, so ist der Sinn das Leben mit ihr. Die ganze Sinnbildung kann nichts anderes sein, als eine Naturgeschichte, die sich für sich begeistert hat. Der Geist selbst ist unmittelbar sinnlich, auch wenn er Verhältnisse eingeht, in denen er sich von seiner sinnlichen Natur entfernt, um auf sie wieder zurückzukommen. &#039;&#039;Die Entstehungsgeschichte des Menschen ist die Bildungsgeschichte seiner Sinne&#039;&#039; (Marx). Und diese ist nicht als solche nicht [[bestimmt]], also ohne Ende. Die [[Aufklärung]] versteht jede Bildung als [[Mittel]] zu einem höheren Zweck. In diesem Sinn hatte auch Darwin seine Selektionstheorie entwickelt. Er sah den Zweck schon in der Natur als Prinzip der Selektion, welche die fortschrittlichen Fähigkeiten durch Fortpflanzung vermehrt und ausbreitet. So beflügelte er das moderne Prinzip eines höheren Nutzen der Selektion und wurde in diesem Sinn auch gerne von Reaktionären überinterpretiert. Aber in seinem Denkansatz waren sie auch leicht zu bestätigen, steckt darin doch ein schlichter Utilitarismus der Auslese in einer naturwissenschaftlichen Verkleidung, die eigentlich Naturmythologie ist. Es ist dem [[Darwinismus]] entgegenzuhalten, dass er eine Lebensgeschichte des Untergangs vorstellt. Für ihn ist die Sinnbildung des Lebens zufällig, die Vernichtung von &#039;&#039;Lebensunfähigkeit&#039;&#039; vernünftig. Im Grunde vollstreckt er theoretisch die Vernunft einer Vergänglichkeit von Lebensvielfalt - ein Widersinn in sich. Warum sollte Leben sich entfalten und dann auf das Machbare reduzieren? Es mag verschwenderisch für den erscheinen, der damit haushalten will, aber seiner Sinne ist es damit enthoben. Warum diese sich ändern und warum Leben selbst Sinn bildet, ist dem Darwinismus als [[Verstand]] der [[Aufklärung]] fremd und zugleich Grundlage von einer der schlimmsten Gesellschaftstheorien der Geschichte (siehe auch [[Rassismus]]). Die Frage nach dem Sinn des Lebens ist genauso leblos wie die Frage nach dem [[Sinn]] des Atmens, dem Sinn der [[Erkenntnis]], dem Sinn der [[Liebe]] usw. Indem ich atme, erkenne, liebe usw. lebe ich. Das Leben kann keinen anderen Sinn haben als den Sinn, den die Menschen für ihr Leben haben und äußern. Indem sie dies befragen, vollziehen sie den Selbstwiderspruch, der sie an sich [[zweifeln]] lassen müsste, um Selbstkritik zu werden: Atme, erkenne, liebe ich nicht oder vielleicht nicht ganz richtig? Muss ich also mein eigenes Leben verneinen, es als falsches begreifen, um richtig leben zu können (siehe [[Adorno]]: &#039;&#039;Es gibt kein richtiges Leben im falschen&#039;&#039;)? Was aber kann dann richtiges Leben, richtiges Atmen, richtiges Erkennen, richtiges Lieben usw. sein, das ich nicht kenne, dessen ich nicht fähig bin, das mich fragen lässt und zugleich meine Frage verneint indem sie mich verneint? Es stellt die Frage nach dem Sinn des Lebens als Suche nach dem richtigen Leben. Diese Frage ist ein Widersinn. Sie kann gar nicht nur Frage sein; sie ist zugleich Antwort: Erscheint das geäußerte Leben sinnlos, so haben die Menschen ihre Sinne nicht [[wirklich]] außer sich, haben nicht ihre Natur verwirklicht und keine [[Wirklichkeit]] ihrer [[Natur]]. Sie sind also selbst von Sinnen, wenn sie ihre Welt nicht als ihre Natur erleben. Ihr Leben ist wirkungslos, also [[unwirklich]] - ein [[Unding]] in sich. Doch Leben kann nicht sinnlos sein, es selbst ist der Sinn, der Unsinn von sich scheidet, ausscheidet und sich über die Ausscheidung bildet. In der Ausscheidung existiert die Asche vergangenen Lebens, der reine Stoff, der kein Leben mehr hat, kein Wesen und daher verwest und wirklich zu [[Unsinn]] geworden ist, nicht mehr waltet und keine Welt mehr hat, tote Natur geworden ist. Über das Leben nachdenken kann also nur heißen, über die Welt und ihre Natur nachzudenken. Leben kann eben auch unsinnig erscheinen, wo es sich in [[widersprüchlicher]] [[Form]] gestaltet (siehe [[Formbestimmung]]). Es ist hierdurch aber kein falsches Leben, weil es keine falsche Natur geben kann, weil eben richtiges zugleich auch falsch werden kann, sich gegen sich selbst verhalten kann, sich selbst fremd wird, wo es sich gegen sich selbst [[verselbständigt]] (siehe [[Entfremdung]]) und hierdurch unwahr wird (siehe [[Wahrheit]]). Leben lässt sich in vielerlei Hinsicht beschreiben, je nach Einsicht in seine Bewegung und Bewegtheit, ohne dass dies widersprüchlich wäre. Einmal ist es vielleicht der Funke, der aus dem [[Wesen]] sprüht, das Sein, das sich die Finsternis gebar (frei nach Goethes Faust S.47), ein andermal ist es der [[Sinn]] der [[Natur]], die sich selbst hervorbringende, reproduzierende und aus sich schöpfende [[Kraft]], die alles erfüllt, das sich als Ursprung seiner [[Wirklichkeit]] [[erkennt]]. Leben erhält sich selbst, pflanzt sich fort, dehnt sich aus, überwindet sich selbst als reine Stofflichkeit und treibt fortwährend zu einer sinnvollen Beziehung der [[Stoffe]], welche sich in einem lebenden [[Subjekt]] vermitteln als sein [[Stoffwechsel]] und seine Sinnbildung als ein und dasselbe. Diese ist daher seine [[notwendige]] und subjektive [[Beziehung]] auf andere Subjekte: [[Gesellschaftlich]] wirkliches Sein der menschlichen Natur im natürlichen Verhältnis der Menschen. Leben ist die Natur der Geschichte und die [[Geschichte]] der Natur in einem, die als gesellschaftliche Naturgestalt Resultat ihrer Sinnbildung, [[subjektiv]] wie [[objektiv]] gesellschaftlich ist. Leben ist der [[Sinn]], welchen der Stoff in seinem beständigen Wechsel bildet und den er hat, wenn er im Wechsel sich verändert und als anderes ist. Sinn ist die Revolutionierung, die sich selbst erneuernde Wiederkehr des Stoffes, indem er die Menschen zur Natur und die Natur zum Menschen, den Stoff selbst zum Menschensein treibt. Darin besteht die natürliche Identität jeder Gesellschaft, welche die Mittel ihres Geistes als sinnbildenden Stoffwechsel hat, als ihren wirklichen [[Reichtum,]] als Lebensbereicherung durch gesellschaftliche Sinnbildung. Leben bildet sich daher nicht und entwickelt sich nicht in seiner Beschränkung und Ausrottung (vergl. [[Darwinismus]]), als ob es sich erst aus der Überwindung seines Überflusses ergäbe; es bildet sich immer wieder als neues Leben, wenn die Verbindung, die es eingeht, auch Neues erzeugt, dieses als sein eigenes Erzeugnis und als seine Erneuerung dadurch bildet, dass es ein altes Wesen bewährt und freisetzt, sich darauf gründet, um es in seiner Verwirklichung der Verwesung zu überlassen. Leben entsteht und bestärkt sich nicht als Überlebendes im Kampf der Sinne (es müsste reiner Unsinn sein!), es entsteht aus seiner eigenen [[Fortbestimmung]] in und durch anderes Leben (Fortpflanzung). Es entsteht in der Besinnung seines Werdens, Sinnfindung im Wechsel der Stoffe, worin es erst wirklich (weil praktisch) zum stofflichen Leben kommt. Leben ist nicht teleologisch; es ist prinzipiell unlogisch, fraglos, grundlos, folgenlos. Es ist prinzipienlos begründet; - aber es selbst erklärt sich aus seinem Gewordensein als ein durch sich selbst wie durch andere begeisterter Stoffwechsel. Das Leben hat Sinn, weil es sinnlich ist und weil sinnlich sein heißt, sinnbildend zu sein. Im Sinn hat der Stoff seinen Geist, wie er selbst anderer Stoff nur ist, durch seine Begeisterung, durch sein gesellschaftliches Sein, durch seine Beziehung auf andere. Der Stoff hat seinen Sinn im Leben erkoren, gesucht und gefunden, assimiliert und dissimiliert. Das Leben hat sich selbst als Sinn im Wechsel der Stoffe gebildet, sich Nahrung gegeben, Bewegung verschafft und fortgepflanzt. Es hat in seiner Ausdehnung seinen Sinn bestätigt und bestärkt, indem es sich darin verfeinert und beschränkt. Leben ist der sich selbst fortwährend bildende Sinn. Die Sinnbildung ist die innerste Lebenstätigkeit, die in der pflanzlichen wie tierischen Natur bis hin zum Menschen [[tätig]] und [[leidend]] ist, Wachstum und Siechtum begründet und sich durch immer neue Gestaltungen bestätigt. &#039;&#039;Die Entwicklung der fünf Sinne des [[Menschen]] ist das Resultat der bisherigen Weltgeschichte&#039;&#039; (Marx, MEW 40). Leben entwickelt sich auch in seinem [[Tod.]] Er ist notwendige Erneuerung, Entfaltung und Subjektwerdung des hieraus Geborenen. Von daher ist der Tod nur das verschwindende Moment des Lebens, die &#039;&#039;Kränkung des Individuums&#039;&#039; (Marx), welches ihm verfällt und verwest, sein individuelles [[Wesen]] verliert um sein allgemeines Wesen in der Naturgeschichte der Menschen zu gewinnen. Der Tod beweist nur die Endlichkeit seines [[Daseins]], die Verletzlichkeit des Lebens. Leben ist ohne Tod undenkbar; es gestaltet sich darin, ihn als seine wesentliche Verletzung zu leiden. Jeder [[Schmerz]], welcher im Leben auftritt, zeugt von seinem [[Leiden]] und erzeugt als Lebenstätigkeit, als [[Leidenschaft]], in gleicher Weise sein Wachstum, seine Rückführung auf sich als Erneuerung seines [[Seins]]. Leben ist wirkliches, das heißt tätiges Leiden, den &#039;&#039;Leiden heißt sinnlich sein&#039;&#039; (Marx). Dies ist ganz im Gegensatz zur Larmoyanz der [[Lebensbergung]], dem Räsonieren der Beschädigung, welche Schmerzen auslösen. Diese wendet Leiden in die Reflexion des Beschädigtseins, eigentlich in die reflektierte Schmerzhaftigkeit, in den abgehobenen Schmerz, in die Grundlosigkeit von Verletzung. Die Beschreibung des beschädigten Lebens (siehe &#039;&#039;Minima Moralia&#039;&#039; von [[Adorno]]) erweckt somit auch eher die Hoffnung auf [[Erlösung]], als dass sie Leben ergründet und Schmerz wendet. Leben wird in der subjektiven Philosophie [[(Schopenhauer,]] [[Nietzsche]]) als Ausdruck des [[Willens]] angesehen. Wesentlich würde es sich daraus ergeben, dass mit Willen begabte Wesen Leben gestalten würden - eben weil sie es wollten. Dies zeige sich aus der ganzen [[Geschichte]] der [[Natur]] und der [[Menschheit.]] Bei solcher Lebensbetrachtung aber zeigen sich nur Resultate. Die konkreten Willensverhältnisse bestanden immer aus Kämpfen und Kriegen, die zum Niedergang eines &#039;&#039;Willens&#039;&#039; zugunsten der Macht eines anderen führten. Bleibt die triste altmütterliche Borniertheit: Leben heißt Kämpfen? Willensverhältnisse sind eher paralytisch, als dass sie Leben zeigen. Wille unmittelbar gibt es nicht ohne die Mittel seiner Realisation - und somit kann Wille selbst nicht wesentlich sein: Er besteht nur durch seine [[Mittel]] und ist zweckhafte [[Relation]] einer gegebenen [[Vermittlung]]. Für sich ist der Wille nichts ohne seine Voraussetzung und somit leblos. Nur durch seine Mittel wird ein Wille mächtig - nicht unbedingt gegen anderen Willen, sondern schon gegen jede Macht, die Mittel zur Willensentfaltung bietet. Wille will die Ohnmacht des anderen, kann sich nur mit [[Macht]] durchsetzen (siehe [[Logik der Kultur]], Teil 3). Es ist solche [[subjektive]] [[Ideologie]] daher immer [[reaktionär]], eine Legitimationsideologie von Willkür, die der Machterhaltung dient. In der objektiven Philosophie (z.B. [[Kant]], [[Hegel]], [[Freud]]) wird eher das [[Bedürfnis]] als Lebensgrundlage angesehen, also das Verlangen des Menschen nach Objekten, die er sich für seine Bedürfnisse zurichten muss und denen er erliegt, wenn er ihrer nicht Herr wird. Es ist wesentlich der Standpunkt der [[Aufklärung]], der sich zwischen Selbstentfaltung und [[Selbstbeschränkung]] zerreibt und der [[Geschichte]] die [[Idee]] der Erfüllung und [[Erlösung]] beigibt. Es ist eine mehr oder weniger deutlich formulierte [[Ideologie]] des Fortschrittsglaubens. In den pragmatischen Theorien kommt Leben fast nur noch als Theorie der Lebenserfahrung und des [[Lernens]] zur Verwendung für Lebenshilfen vor. Jeder Lebensbegriff setzt das Begreifen und das Begriffene dem Leben voraus und widerlegt sich somit selbst, wie er auch jede theoretische [[Philosophie]] als [[Theologie]], als Spekulation auf einen Lebensspender, auf einen vorausgesetzten, unerfüllten Lebenssinn beweist. Leben kann keinen [[Begriff]] haben. Es ist [[Sein]] von [[Geist]] und [[Sinn]] in seiner Unmittelbarkeit, Rückhaltlosigkeit und [[Liebe]] als Tätigkeit des Lebens[[mut]]s. Es besteht aus der beständigen Entfaltung und Rückkehr des Lebenskerns durch die Bewegung und Ausbreitung seines Sinns (im weitesten Sinne des Wortes). Leben besteht aus dem Übergang von Stoff und Geist in der Assimilation und Reproduktion als pulsierendes Wesen, das seiner selbst genug ist, und seinen Sinn in seiner Ausbreitung dadurch bestärkt, dass er nichts nötig hat, außer seiner Entfaltung, Bereicherung seines Verhältnisses zu sich selbst. Es selbst ist unlogisch und un[[dialektisch]] (dies im Gegensatz zu Engels &#039;&#039;Dialektik der [[Natur]]&#039;&#039;, siehe auch [[Logik]]) und nur durch seine [[Endlichkeit]] unendlich. Die Verwirklichung von Leben ist die Entwirklichung von [[Tod]], der darin zu einem verschwindenden Moment des Lebens wird. Leben besteht nur in dieser [[Wirklichkeit]] und kann daher weder richtig noch falsch, weder [[Wahrheit]] noch [[Täuschung]] sein. Sie ist menschliche [[Geschichte]], auch wenn sie in [[Zuständen]] des Todes und der [[Barbarei]] in ihrem [[Entschluss]] verharrt, solange deren [[Logik]] nicht [[begriffen]] ist und [[Lebenswerte]] das Leben ersetzen. Dass diese selbst schon tödliche Denkformen eines gegen sich selbst abstrakten Denkens sind, ist eine grundlegende [[Erkenntnis]] des [[Historischen Materialismus]], der sich aus der Erklärung der Welt, aus der Aufklärung gelöst hat (siehe [[Philosophie]]) und den [[Menschen]] in seiner [[Praxis]] als sich selbst äußerndes, aber auch entäußertes [[Wesen]] begreift (siehe [[Arbeit]]). Er setzt sich wesentlich praktisch gegen die [[Entfremdung]] des menschlichen Wesens in der Versteinerung seiner Lebensprozesse, in denen sich in der [[bürgerlichen Gesellschaft]] die [[fremden Kräften]] der [[Verwertung]] des Lebens (siehe auch [[Ökonomie]], [[Entfremdung]]) als gesellschaftliche Macht im [[Kapital]] etabliert haben (siehe auch t[[ote Arbeit]]). Die [[Lebenszeit]] ist nicht unabhängig von der Lebenswelt und nicht einfach natürlich, weder in der Empfindung für sich, noch in der An[[zahl]] der Jahre. Überhaupt ist [[Zeit]] nur in Beziehung auf [[Geschichte]] und deren Umstände zu begreifen und hat mit dem Leben selbst nur hierdurch zu tun. Das entäußerte Leben ist das [[Erleben]], das vom Leben herausgesetzte Lebensereignis, dessen Sinn alleine im Moment wahr ist, ohne Grund und Folge, ohne Geschichte und Erkenntnis, ganz für sich noch als Moment der [[Wahrnehmung]]. Im Erlebnis fließen [[Ereignisse]] zusammen, die aus ihrer Geschichte herausgenommen sind, noch ganz in der Erlebensweise das Leben nur reflektieren, das sie vorgeben können, weil es vorgegeben ist: Affirmation der Lebensform (siehe [[Lebensraum]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Daraus waren innere wie äußere Differenzierungen entstanden, die sich für sich selbst orgamittelbar behzeiugnisiert haben, aus Zellen zu Organen und aus Organen zu Organismen [[entwickelt]] und durch ihren [[Stoffwechsel]] [[bereichert]] haben, sich durch ihr [[sinnliches]] [[Dasein]], durch ihre [[Sinnbildungen]] [[vergegenständlichen]], indem sie ihre [[Identität]] wechseln, Anderes aneignen und sich hierdurch [[selbst verändert]] und zugleich in ihrem [[Anderssein]] [[vermittelt]] haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
FsterEs ist das Aufgehen in [[Bewegung]], in der Momenthaftigkeit [[sinnlicher]] [[Kraft]], die sich pulsierend über ihre [[Zeit]] hinaus gestaltet, sich durch ihre Fortpflanzung vermehrt, [[bereichert]] und [[begeistert]]. Leben ist [[Freiheit]] des [[Seins]], nicht durch [[Beliebigkeit]] (siehe auch [[Pragmatismus]]), sondern durch [[Befreiung]] aus dem, was einem natürlichen [[Wesen]] [[nötig]] ist. Leben kann daher weder an sich noch für sich [[objektiv]] sein, weder [[Idee]] noch bloßer [[Stoff]], weder [[Materie]] noch [[Geist]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;„Gekommen ist heute die furchtbare Zeit, in der jeden Tag bewiesen wird, dass der Tod seine Schreckensherrschaft genau dann beginnt, wenn das Leben das höchste Gut geworden ist; daß der, der es vorzieht, auf Knien zu leben, auf Knien stirbt; daß niemand leichter zu morden ist, als ein Sklave.“ (Hannah Arendt in einer Kolumne von 1942.)&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Still ist der [[Tod]], die ewige Endlichkeit, [[Leben]] ist das Aufgehen in [[Bewegung]], in der Momenthaftigkeit [[sinnlicher]] [[Kraft]], die sich pulsierend über ihre [[Zeit]] hinaus gestaltet, sich durch ihre Fortpflanzung vermehrt, [[bereichert]] und [[begeistert]]. Leben ist [[Freiheit]] des [[Seins]], nicht durch [[Beliebigkeit]] (siehe auch [[Pragmatismus]]), sondern durch [[Befreiung]] aus dem, was einem natürlichen [[Wesen]] [[nötig]] ist. Leben kann daher weder an sich noch für sich [[objektiv]] sein, weder [[Idee]] noch bloßer [[Stoff]], weder [[Materie]] noch [[Geist]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;Die Lebensgefahr für jedes Wesen besteht darin, sich selbst zu verlieren. Die Unfreiheit ist daher die eigentliche Todesgefahr für den Menschen. [[(K. Marx, MEW 1, 60)]]&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Leben]] entsteht in der Selbstunterscheidung eines [[Wesens]] im Chaos der [[stofflichen]] Vielfalt im [[Verhalten]] zu seiner Verwesung, zu seinem [[Tod]], in der Unterscheidung eines inneren [[Seins]] vom äußeren, das sich im [[Verhältnis]] seiner [[Identität]] zu ihrer Veränderung verwirklicht. Darin entsteht eine [[Beziehung]] von [[Inhalt]] und [[Form]] des [[Seins]], die sich im [[Verhalten]] von [[Subjekt]] und [[Objekt]] äußert, sich selbst immer wieder in seiner [[Vergegenständlichung]] [[aufhebt]] und erneuert, sich durch den Wechsel seines [[Daseins]], durch seine Formverwandlungen in den [[Verhältnissen]] seiner [[Bewegungen]] fortbildet und seine [[natürliche Intelligenz]] im [[Reichtum]] seiner [[Sinne]] findet und [[empfindet]] und sich im [[Verhältnis]] zu sich durch Anderes [[verwirklicht]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Daraus waren innere wie äußere Differenzierungen entstanden, die sich für sich selbst organisiert haben, aus Zellen zu Organen und aus Organen zu Organismen [[entwickelt]] und durch ihren [[Stoffwechsel]] [[bereichert]] haben, sich durch ihr [[sinnliches]] [[Dasein]], durch ihre [[Sinnbildungen]] [[vergegenständlichen]], indem sie ihre [[Identität]] wechseln, Anderes aneignen und sich hierdurch [[selbst verändert]] und zugleich in ihrem [[Anderssein]] [[vermittelt]] haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Leben ist [[Emanzipation]] von der [[Versachlichung]], der [[Sinn]] von freier [[Bewegung]]. Die Begeisterung für die [[Sache]] der Menschen ist das schiere Gegenteil zur Materialisierung des Geistes. Beweist diese doch nur die Armut seiner [[Einverleibungen]], zeugt jene vom [[Reichtum]] des menschlichen Lebens.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;„Mag das Leben sterben: der Tod darf nicht leben. Hat der Geist nicht mehr Recht als der Körper? Allerdings hat man dies oft dahin interpretiert, daß den Geistern von freier Motion die körperliche Motion sogar schädlich und daher zu entziehen sei. [[(MEW 1, Seite 59)]]&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das hat Marx gegen Hegel gesagt, um ihm die Unendlichkeit des Werdens und Vergehens zu nehmen, die Ewigkeit seiner Begriffe aus den göttlichen [[Prinzipien]] eines Weltgeistes zu nehmen und ihm das Leben als Lebensmacht des wirklichen Menschen, als seine [[Naturmächtigkeit]] entgegen zu stellen, als [[Grund]] seiner Lebenstätigkeit sowie auch als [[Grund]] seiner [[Selbstentfremdung]] zu unterlegen. Leben ist nicht [[logisch]]. Es hat keinen [[Begriff]], aber man muss begreifen, was seiner [[Natur]] widerfährt (siehe auch [[Kritik]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Prozess des Lebens wird gerne als [[Dialektik]] der [[Natur]] [[interpretiert]] (siehe [[dialektischer Materialismus]]). Es kann sich zwar äußern, doch es kann nicht [[wirklich]] außer sich sein und also auch nicht [[veräußert]] und nicht [[entäußert]] werden. Weil Leben durch sich selbst ist, hat es weder einen [[subjektiven]], noch einen [[objektien]] [[Begriff]]. Es kann deshalb nur durch seine [[Geschichte]] [[begriffen]] werden (siehe [[historischer Materialismus]]). Entstanden war es ursprünglich aus den [[Elementen]] des kosmischen [[Materials]], dem Sternenstaub der sterbenden Sonnen, nachdem sich in einer [[Umwelt]] von Wasser und Licht aus dessen [[Stoffen]] und [[Energieen]], Aminosäuren, Mineralien und Proteine gebildet hatten. Wahrscheinlich haben sich lediglich die Zusammensetzungen der Ribonukleinsäuren auf den unterschiedlichen Planeten verschieden differenziert. Durch das Zusammenwirken der irdischen [[Elemente]] haben sich unter den [[Bedingungen]] des irdischen [[Materials]] [[Stoffwechselprozesse]] gebildet, die ihre [[Geschichte]] begründet und ihre natürlichen [[stofflichen]] Verbindungen geformt und [[strukturiert]] und im Plasmamantel ihrer Reaktionen entwickelt haben. Daraus sind Erbanlagen von Pflanzen und Tiere und schließlich auch Menschen entstanden, die durch Vermehrung aus einem Lebensminimum ein Lebensmaximum erstreben und durch ihre [[natürlichen Intelligenz]] [[gebildet]] und fortentwickelt haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Leben [[vermittelt]] sich daher schon durch die Geburt der Individuen aus dem [[Dasein]] der [[Natur]] (natus = Geburt), die [[Intelligenz]] der [[Energie]], die es aus der [[Materie]] gewinnt. Leben ist Vielfalt und [[Bewegung]], [[Reichtum]] der [[Sinne]] und Verschwendung ihres Treibens, Schöpfung und Entfaltung, [[Spiel]] und [[Arbeit,]] [[Freiheit]] und [[Notwendigkeit]] - [[Bildung]] und [[Entwicklung]] der [[Natur]]. &#039;&#039;Leben ist Bewegung&#039;&#039;, sprach auch Leonardo da Vinci. So ist alles Natürliche vor allem Lebensgeschichte, [[Geschichte]] der [[natürlichen Intelligenz]]. die zwar auch den [[Tod]] als ein inneres Moment hat, niemals aber ein Moment des [[Todes]] ist. Leben kann sich selbst hinterlassen auch wenn es stirbt, weil es durch seine und in seiner [[Geschichte]] sich immer wieder vom [[Tod]] erholt, sich dadurch erhält, dass Leben zwar individuell stirbt, im [[Allgemeinen]] als Gattungswesen aber gerade hierdurch überlebt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;Der Tod scheint als ein harter Sieg der Gattung über das bestimmte Individuum und ihrer Einheit zu widersprechen; aber das bestimmte Individuum ist nur ein bestimmtes Gattungswesen, als solches sterblich. [[(MEW 40, Seite 539)]]&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Leben ist die Entfaltung seiner bestimmten [[Natur]]. Und das [[Wesen]] der [[Natur]] ist ihre [[Intelligenz]], die [[Fähigkeit]], [[Gegebenes]] anzueignen und zu [[entwickeln]]. Diese entsteht schon mit der [[Fähigkeit]], Inneres und Äußeres zu unterscheiden, zu [[empfinden]], und sich mit eigenem [[Zweck]] hierauf zu beziehen. Von daher ist Intelligenz materiell schon in der chemischen Affinität von unterschiedlichen [[Stoffen]] angelegt, die sich zu einem [[Stoffwechsel]] entwickelt hatten und hierfür ihre Nahrung von ihrer Ausscheidung unterscheiden mussten. Schon mit dem [[Stoffwechsel]] war Ausdehnung und also auch Wachstum als wesentlicher Zweck der [[Natur]] entstanden. Das war die Grundlage für jedes [[Wachstum]] der [[Natur]] und hat zur natürlichen Zelle und deren Organisation und Vermehrung geführt und ganze Orgnismen geschaffen. Die haben auch die Organisation und innere [[Beziehungen]] ihrer Organe in einem eigenen Zweck des [[Individuums]] zu seinem Erhalt geschaffen, um mlt ihrer Vermehrung sich auch qualitativ im Zusammenhang mit der ganzen [[Natur]] zu [[bereichern]], indem sie ihr Leben [[intellligent]] gestalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Intelligenz des Lebens besteht durch seine fortwährende q[[Emanzipation]] gegen das Absterben der lebendigen [[Beziehungen]] und Lebenszusammenhänge, um sich auch in ihrer Verwesung zu erneuern. Obwohl tote [[Materie]] die allgemeinste [[Lebensbedingung]] ist, ist sie doch selbst kein Lebensgrund, kein [[Grund]] zu leben. Der [[Tod]] geht zwar dem einzelnen Leben voraus, weil es nicht ohne ihn sein kann, nur durch die Vielfalt der Verhältnisse der Arten und [[Generationen]]lebendig ist. Es kommt aber durch ihn vor allem auf sich zurück. Der Tod steht also nicht gegen das Laben und das Leben ist nicht der &#039;&#039;Vorlauf des Todes&#039;&#039; ([[Martin Heidegger]]). Er ist die Einfältigkeit des Lebens, die sich im Niedergang der Vereinzelung erschöpft. Mag der Mensch hiergegen auch seinen [[Gott]] erfunden haben, den Herrscher des Untergangs suchen, wenn und weil er nichts anderes für sich finden kann. Aber auch wenn er die Not der [[Verzweiflung]] zum Zorn der Gattung, zu seiner Lebensbehauptung auflöst (siehe hierzu auch [[Religion]]), so lebt er doch immer nur durch sich selbst und aus sich selbst in [[eigener]] [[Wirklichkeit]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Alles Leben gründet auf seiner [[natürlichen Intelligenz]], die sich mit seinem [[Stoffwechsel]] [[entwickelt]] hat und wodurch es sich als [[Wesen]] der [[Natur]] in [[Bewegung]] gesetzt hat und darin seine [[Energie]] erfährt. Leben ist [[Freiheit]], die sich aus ihrer [[Notwendigkeit]] als [[Einheit]] von [[Materie]] und [[Geist]] hervortut, sich im [[Allgemeinen]] [[wesentlich]] über [[Tod]] und [[Verwesung]] hinaus bestimmt, wiewohl der Tod des einzelnen Wesens als Tribut an seine Gattung nötig ist, sich wie von selbst aus der stofflichen Endlichkeit der [[Natur]], aus der natürlichen Beschränktheit der Chromosomen-Replikation ergibt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Indem das [[Material]] seiner [[Natur]] ihm zwar vorausgesetzt war, aber durch das Beziehen und Abstoßen, durch ihre stofflichen Kräfte in und mit ihrer [[Intelligenz]] erst zum Leben erweckt, als Leben gebildet wurde, ist Leben stofflich wie geistig allen Lebewesen inne, also selbst als lebendes [[Subjekt]] [[tätig]]. Nicht aus einer &#039;&#039;Logik der Natur&#039;&#039;, sondern als Resultat seiner Naturgeschichte (siehe [[Historischer Materialismus]]), die vielerlei [[Zufälle]] enthält, stellt es sich als eine [[Naturmacht]] des Menschen heraus, die sich schließlich in einem menschlichen [[Gemeinwesen]] verwirklicht, das durch seine geschichtliche [[Form]] objektiv bestimmt ist und sich aus seiner [[gesellschaftlichen]] [[Wesensnot]] zwischen [[Freiheit]] und [[Notwendigkeit]] fortbildet, seine [[Geschichte]] erst hierdurch in der [[Dialektik]] der [[Klassenkämpfe]] betrieben hat und immer noch im [[Konkurrenz]]kampf um die [[Produktivität]] der [[Arbeit]] betreibt. Der Kapitalist allerdings vermag sich dem auch durch seinen [[Grund]] und [[Besitz]] immer wieder mal zu entziehen - auch wenn er sein [[Geld]] oder dessen [[Wert]] verloren hat:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;Aprês moi le dâluge! »Nach mir die Sintflut!« ist der Wahlruf jedes Kapitalisten und jeder Kapitalistennation. Das Kapital ist daher rücksichtslos gegen Gesundheit und Lebensdauer des Arbeiters, wo es nicht durch die Gesellschaft zur Rücksicht gezwungen wird. Der Klage über physische und geistige Verkümmrung, vorzeitigen Tod, Tortur der Überarbeit, antwortet es: Sollte diese Qual uns quälen, da sie unsre Lust (den Profit) vermehrt? Im großen und ganzen hängt dies aber auch nicht vom guten oder bösen Willen des einzelnen Kapitalisten ab. Die freie Konkurrenz macht die immanenten Gesetze der kapitalistischen Produktion dem einzelnen Kapitalisten gegenüber als äußerliches Zwangsgesetz geltend. [[(K. Marx, Kapital I, MEW 23, 285f)]]&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist nicht wahr, dass am Anfang alles nur tot, &#039;&#039;wüst und leer&#039;&#039; ([[Genesis 1. Mose]]) gewesen sei. Es war eine ungeheuere Energie, die immer noch allem inne ist. Und es ist ein [[Unding]], Sache der [[Religion]], den [[Tod]] als ein [[Nichts]] zu [[denken]] - so, als wäre der [[Tod]] das Erste als Wüste, das Leben als Grün ihm zu Folge - durch eine [[Macht]] geschaffen, die ihn überwindet, ihm also schon jenseits des Lebens in einer über ihn erhabenen Ewigkeit vorausgesetzt wäre. Doch tote Materie gibt es nicht, auch wenn alles materiell, [[Energie]] in [[Raum]] und [[Zeit]] ist. Nichts ist tot, bevor Leben ist und Leben stirbt nicht, ohne sich zu hinterlassen, weil sein [[Dasein]] natürlich materiell, an und für sich [[Natur]] ist. Der [[Tod]] ist dessen bloßes Moment als Moment seiner Entblößung (siehe auch [[Krankheit]]), [[Aufhebung]] seiner Geburt, das Überleben der [[Gattung]] über das Leben des Individuums.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die &#039;&#039;Frage nach dem [[Sinn]] des [[Seins]]&#039;&#039; ([[Martin Heidegger]]) kann nur in [[Lebensverhältnissen]] auftreten, in denen sich dessen [[Substanzen]] nicht verwirklichen können, nur gebrochen durch &#039;&#039;die Mächte der Finsternis&#039;&#039; (altes Testament) [[erscheinen]] (siehe auch [[Scheinwelt]]), durch ihre [[Wesensnot]] ihre [[Wirklichkeit]] aufgespalten haben, die [[zertrennt]] in [[isolierten]] Welten [[wirkt]] (siehe auch [[Dialektik]]). Und das hat eine lange [[Geschichte]] hinter sich, die sich nicht durch den [[Tod]] und auch nicht durch ein ewiges Leben (siehe [[Religion]]) und schon gar nicht durch die &#039;&#039;ewigen Lehren&#039;&#039; materialistischer [[Ontologie]] und ihrem [[Geschichtsobjektivismus]] (siehe auch [[Dialektischer Materialismus]]), durch lebende [[Abstraktionen]] aufklären lässt (siehe auch [[Aufklärung]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Tod ist als solcher undenkbar, lediglich ein Synonym für Endlichkeit, die mit dem Leben gegeben ist, weil es in seiner Geschichte sich selbst auch überwinden muss. Das Individuum mag daher sterben, aber den [[Tod]] kann es ohne Leben nicht geben. Ohnedies kann er nicht [[sein]], weil dessen Geburt, das heißt Natur, selbst materiell ist. Materie ist der [[Stoff]] des Lebens, wie sie durch eine allgemeine [[Schlussfolgerung]] als seine [[Substanz]] erkennbar ist. Dieser Stoff ist aber eben nur ein Moment des Stoffwechsels, weder Voraussetzung noch Resultat des Lebens. Nicht durch einen [[Geist]] oder eine [[Idee]] begründet konnte Leben entstehen, sondern aus der [[Materie]], die aus der Zusammensetzung ihrer Elemente im Zusammenwirken ihrer [[Stoffe]] ganz [[zufällig]] einen [[Sinn]] für sich entwickelt hatte, der sich mit dem [[Stoffwechsel]] zu einer Lebenswelt seiner [[Natur]], zu einer [[natürlichen Intelligenz]] des [[Stoffwechsels]] fortentwickelt hat, die von sich selbst zeugt, indem sie sich auch selbst erzeugen und fortbilden kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;Die Erdschöpfung hat einen gewaltigen Stoß erhalten durch die Geognosie, d.h. durch die Wissenschaft, welche die Erdbildung, das Werden der Erde, als einen Prozeß, als Selbsterzeugung darstellte. Die generatio aequivoca ist die einzige praktische Widerlegung der Schöpfungstheorie.&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;Nun ist es zwar leicht, dem einzelnen Individuum zu sagen, was Aristoteles schon sagt: Du bist gezeugt von deinem Vater und deiner Mutter, also hat in dir die Begattung zweier Menschen, also ein Gattungsakt der Menschen den Menschen produziert. Du siehst also, daß der Mensch auch physisch sein Dasein dem Menschen verdankt. Du mußt also nicht nur die eine Seite im Auge behalten, den unendlichen Progreß, wonach du weiter fragst: Wer hat meinen Vater, wer seinen Großvater etc. gezeugt? Du mußt auch die Kreisbewegung, welche in jenem Progreß sinnlich anschaubar ist, festhalten, wonach der Mensch in der Zeugung sich selbst wiederholt, also der Mensch immer Subjekt bleibt. Allein du wirst antworten: Diese Kreisbewegung dir zugestanden, so gestehe du mir den Progreß zu, der mich immer weitertreibt, bis ich frage, wer hat den ersten Menschen und die Natur überhaupt gezeugt? Ich kann dir nur antworten: Deine Frage ist selbst ein Produkt der Abstraktion. Frage dich, wie du auf jene Frage kömmst; frage dich, ob deine Frage nicht von einem Gesichtspunkt aus geschieht, den ich nicht beantworten kann, weil er ein verkehrter ist? Frage dich, ob jener Progreß als solcher für ein vernünftiges Denken existiert? Wenn du nach der Schöpfung der Natur und des Menschen fragst, so abstrahierst du also vom Menschen und der Natur. Du setzest sie als nichtseiend und willst doch, daß ich sie als seiend dir beweise. Ich sage dir nun: Gib deine Abstraktion auf, so gibst du auch deine Frage auf, oder willst du an deiner Abstraktion festhalten, so sei konsequent, und wenn du den Menschen und die Natur als nichtseiend denkend denkst, so denke dich selbst als nichtseiend, der du doch auch Natur und Mensch bist. Denke nicht, frage mich nicht, denn sobald du denkst und fragst, hat deine Abstraktion von dem Sein der Natur und des Menschen keinen Sinn. Oder bist du ein solcher Egoist, daß du alles als Nichts setzt und selbst sein willst? Quelle: Karl Marx in Ökonomisch-philosophische Manuskripte (1844) [[(Marx-Engels-Werke Bd.40, S. 545 bis 547)]]&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Leben ist Geburt und [[Tod]], [[Bewegung]], Ruhe und Unruhe durch sich selbst, Vereinigung, Entzweiung, Vermehrung, [[Stoffwechsel]] und [[Gewissheit]] von sich, [[Erkenntnis]] - [[Sinn]] und [[Geist]] im beständigen Werden, in seiner [[Geschichte]], [[Geschlecht]] im Entstehen und Vergehen, der geschichtliche Akt der fortwährenden Selbsterzeugung, der [[Entwicklung]] und Entfaltung in der konkreten [[Sinnlichkeit]] der [[Natur]] (siehe auch [[Sinnbildung]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Zusammensetzung seiner [[Stoffe]] war durch das rein [[zufällige]] Verschmelzen und Aufeinanderprallen von unbestimmt zusammentreffenden Planeten und Kometen entstanden, aus dem die entsprechenden Mineralien und Gase eine [[Entwicklung]] von [[Leben]] auf der Erde ermöglicht hatten und durch die eine hohe Energie in ihren Urgesteinen gebunden war und die zur Substanz ihres Stoffwechsels geworden war. Hieraus lässt sich aber nicht begründen, dass dieses Verhältnis von Stoff und Energie sich zielgerichtet - quasi [[logisch,]] bzw. teleologisch - zum Leben entwickelt hätte. Solche [[Entwicklung]] könnte nur aus einem bestimmten Zusammentreffen von bestimmten Teilen ergehen, die schon selbst ein [[substanzielles]] Bestreben zueinander und füreinander haben müssten. Doch weil Materie immer schon aus qualitativ unterschiedlichen Elementen besteht, kann sie kein logisches Bestreben durch sich selbst entwickeln. Ihre Entwicklung und Geschichte lässt sich also nur aus dem Zusammentreffen qualitativ unterschiedlicher Elemente erklären, besonders aus Wasser, Mineralien und Gasen, die in den heute noch existenten Verbindungen nur durch den Zufall interplanetarischer Kollisionen in der Erdentstehung zusammenkommen konnten. Diese stoffliche Grundlage enthielt zwar schon alle Möglichkeiten einer Naturentwicklung, aber bei aller vorhandenen [[Energie]] noch keine [[Notwendigkeit]], dahin zu kommen, aus diesem stofflichen Material lebendig zu werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schon in der bloßen [[Materie]] ist [[Energie]] in ständiger [[Bewegung]] und gerät in intensivere oder extensivere [[Zustände]], die sich in einem mäßigeren [[Erregung]]szustand stabilisieren oder sich auch übermäßig verdichten konnten. Säuren und Gase konnten sich unter dem Einfluss von vulkanischer Dichte und irdischer Magnetwellen im Wasser in allen möglichen Energieformen und Aggregatzuständen verbinden und zu Eiweißmolekülen verschmelzen und Zellplasma werden, in denen die ursprünglichen Säuren sich zu DNS und RNS (bzw. DNA und RNA) verbinden konnten, aus der die Doppelhelix der Lebensverbindungen entstand, die Grundlage der Vermehrung und des Zellwachstums.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch ihre chemoelektrische Spannungen begannen diese Molekülverbindungen in bestimmter [[Beziehung]] zu pulsieren und andere Stoffe zu binden oder auszusondern und dadurch einen eigenen Energiehaushalt zu entwickeln. Es war die Gunst dieser [[Beziehungen]], die sie zu ihrer Erhaltung und Verfestigung zu einem [[Stoffwechsel]] brachten, der günstigere materielle und energetische Formen wie auch ungünstigere Fülle entstehen ließ und ihre Stoffaufnahme und Ausscheidung zu einem eigenständigen [[Leben]], zur Lebensgeschichte der Natur als Naturgeschichte des Lebens entwickelten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber erst mit einem zufällig entstandenen Zusammenkommen von Eisen und Magnesium in den Urschlämmen einer nur im [[Raum]] bestimmten [[Masse]], also in einer überzufällig bestimmten [[Dichte]] der [[Stoffe]] konnte sich Chlorophyll und Hämoglobin bilden, was die Bedingung für den [[Stoffwechsel]] des [[Leben]]s zwischen Pflanzen und Tier ist. Es sind dies die Moleküle für die Träger des Lebens, für die Zellfortbildung ihrer Organismen, die sich überhaupt nur in diesen darin gebunden Metallen unterscheiden und deren Fähigkeiten es ermöglichten, Sauerstoff und Kohlendioxyd zwischen Tier und Pflanze so auszutauschen, so dass hierbei eigene Lebens[[energie]] frei werden konnte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was Karl Marx noch nicht genau wissen konnte, das erschloss er aus dem sinnlichen Leben selbst, aus der Naturgeschichte der [[Sinne]], wie sie heute leben. Nicht der bloße [[Stoff]], sondern das stoffliche Leben ist der Kern des von ihm formulierten Materialismus, aus welchem sich auch die [[geistigen]] [[Entwicklungen]] begreifen lassen, - nicht als Zufall, wohl aber als [[Sinn]] für sich. [[Sinnbildung]] entsteht nicht durch eine [[Logik]] der Materie, sondern aus der Materie des Lebens in seinem Werden und Vergehen, seiner eigenen [[Bewegung]], seiner Naturgeschichte. Hierin hat der [[Historische Materialismus]] seine Grundlagen. Sie kennt noch keine [[Negation]], keine [[Dialektik]], und unterscheidet sich hierin auch von den Begründungen des so genannten [[Dialektischen Materialismus]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seit der [[Aufklärung]] ist für [[wissenschaftliche]] [[Erkenntnis]] zwar weitgehend zweifelsfrei, dass Leben durch [[Materie]] sich entwickelt hat, dass es selbst materiell ist. Es ließ sich aber aus der reinen Materie der Natur nicht [[aufklären]], wie es dahin gekommen ist, dass sich [[Natur]] nicht nur bildet und reproduziert und sich selbst fortbildet, sondern sich in ihr zugleich ein Geschick der [[Natur]] erkennen lässt, dass sie sich selbst zu einer [[Intelligenz]] entwickelt hat, die ihr nicht zu- oder angetragen worden sein kann. Weder die [[Entwicklung]] der Natur, noch ihre [[gesellschaftliche]] [[Form]] als [[Kultur]] lässt sich verstehen, will man in ihr nicht selbst eine[[natürliche Intelligenz]] anerkennen, die sich durch eine [[Emanzipation]] gegen ihre inneren Gewalten und Mangelerscheinungen differenziert und sich in dieser Bereicherung an Lebensmöglichkeiten entwickelt (siehe auch [[Evolution]]). Man könnte hier schon anmerken, dass dies die Grundform einer [[Intelligenz]] ist, die sich aus ihrem Mangel herauszusetzen, sich zu [[emanzipieren]] verstand.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Erkennt man dies an, so muss diese emanzipatorische Intelligenz als Grundlage für die [[Entwicklung]] des [[Lebens]] gelten lassen. Für die einen mag sie zwar noch aus einem übernatürlichen [[Subjekt]], aus einem unpersönlichen [[Gott]] als [[Wesen]] der [[Natur]] zu erklären sein, tatsächlich aber bleibt sie materiell und entfaltet ihren [[Sinn]] immer nur in der [[Beziehung]] auf andere [[Materie]], verhält sich in einem unentwegten Wechsel zu einem [[Sein]] durch anderes, durch fortwährende [[Ergänzung]] und Änderung. Leben wäre demnach aus der [[Intelligenz]] seiner [[Sinnbildung]] heraus zu begreifen, aus einer Art Partnersuche der Elemente, die in der Bestimmung ihres [[Stoffwechsels]] sich bereichern und differenzieren (vergleiche den Stoffwechsel von Sauerstoff und Kohlendioxyd durch den gegensinnigen Bedarf von Magnesium und Eisen zwischen Chlorophyll und Hämoglobin, der die Grundlage des Verhältnisses von Flora und Fauna ausmacht).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zweifellos ist die Basis aller Lebensprozesse die Bildung großer Kohlenstoffmoleküle, die aus der Variabilität ihrer Verbindung in der Alufeinenderfolge von vier Atomen zu einem universalen Informationsträger geworden ist, der zudem an das Negativ seiner Informationskette sich zu einer Doppelhelix stabil verbunden hat, sich aber zugleich auch auftrennen lässt und somit neue Positive bilden und binden kann. Das so entstandene Gen ist die Grundlage der Fortpflanzungsfähigkeit des Lebens. Es lässt sich zudem durch die Einwirkung von Strahlen oder chemischen Umweltbedingungen beeinflussen, wodurch auch Genmutationen möglich sind, aus der sich sowohl eine Reduktion, wie auch die Vielfalt des Lebens erklären lassen kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weil [[Materie]] in [[Raum]] und [[Zeit]] das Maß der [[Geschichte]] ist, kann es von [[Natur]] aus keinen Stillstand geben. Leben ist [[Bewegung]], die [[Sinn]] hat und [[Sinn]] macht. Es findet also statt in [[Raum]] und [[Zeit]], nicht nur als das Verhalten der [[Natur]] sondern als ein natürliches [[Verhältnis]], ein [[Lebensverhältnis]] der [[Sinnbildung]] im [[Stoffwechsel]] seiner unentwegten Veränderung, als Dasein einer permanenten Selbstveränderung, die durch sich selbst zugleich als Anderes und durch Anderes bestimmt ist. Leben ist die [[Selbstentfaltung]] der [[Natur]], Tätigkeit ihres [[Stoffwechsels]], [[Naturempfindung]] und Selbsterneuerung, die nichts sein lässt, was es war und alles hervorbringt, wofür sich [[Sinn]] findet: [[natürliche Intelligenz]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als dieser Prozess ist es die zum [[Subjekt]] gewordene [[Materie]], [[Geschichte]] einer [[Energie]], die sich in ihrer Materialisierung von ihrem Rückstand unterscheidet, Schlacke ausscheidet und sich dadurch materiell bereichert, dass sie sich zu diesem verhält, sich von ihm entfernt, um sich mit ihm zu vereinigen, sich entwickelt, indem es ihn zugleich als [[Stoff]] für sich objektiviert. Im Stoffwechsel vollzieht sich ihre Vervielfältigung und Differenzierung, die durch ihr eigenes Wirken selbst zu einer [[Wirklichkeit]] der [[Intelligenz]] ihrer [[Natur]] geworden ist (siehe [[historischer Materialismus]]). Intelligenz ist nicht funktional und also nicht reproduktiv, sondern immer schon produktiv (siehe [[Evolution]]). Von daher ist Leben selbst zugleich die Lebenserzeugung einer Gattung und ihrer Lebensverhältnisse, - und als menschliches Leben also auch nicht im einzelnen, sondern [[gesellschaftlich]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;Die Produktion des Lebens, sowohl des eigenen in der Arbeit wie des fremden in der Zeugung, erscheint nun sogleich als ein doppeltes Verhältnis – einerseits als natürliches, andererseits als gesellschaftliches Verhältnis –, gesellschaftlich in dem Sinne, als hierunter das Zusammenwirken mehrerer Individuen, gleichviel unter welchen Bedingungen, auf welche Weise und zu welchem Zweck, verstanden wird. Hieraus geht hervor, daß eine bestimmte Produktionsweise oder industrielle Stufe stets mit einer bestimmten Weise des Zusammenwirkens oder gesellschaftlichen Stufe vereinigt ist, und diese Weise des Zusammenwirkens ist selbst eine Produktivkraft, daß die Menge den Menschen zugänglichen Produktivkräfte den gesellschaftlichen Zustand bedingt und also die Geschichte der Menschheit stets im Zusammenhange mit der Geschichte der Industrie und des Austausches studiert und bearbeitet werden muß. [[(MEW 3, S. 29f)]].&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie Materie überhaupt subjektiv werden, wie Natur entstehen konnte, ist die Frage, deren Beantwortung die Grundlage eines jeden Selbstverständnisses des Lebens ausmacht. Es ist die Frage nach dem [[Sinn]], in dem es sich vollzieht, die Unterscheidung zwischen Reproduktion und Produktion des Lebens, das Ur-Teil seiner [[Geschichte]], seiner Selbstwahrnehmung als Erkenntnis seiner selbst in Anderem.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist die Frage nach der [[Intelligenz]] des Lebens selbst. Es bereichert sich, indem es sich durch Aneignung auf anderes bezieht, ohne sich im Anderssein und Anderswerden zu widersprechen. Indem es in seiner Änderung sich selbst vermehrt, entspricht es vor allem sich selbst. Nichts widerfährt ihm, weil alles sich in ihm selbst erfährt (dies gegen den [[Darwinismus]]). In seiner Formverwandlung erfüllt sich sein Sinn, der zugleich Sinn für sich bildet, indem er Sinn durch anderes findet und [[empfindet]]. Leben kennt keine [[Negation]], auch wenn es stirbt. In seinem Untergang wird es zum Stoff für anderes Leben, das darin aufgeht. Der [[Tod]] ist ein Moment des Lebens (dies gegen [[Heideggers]] &#039;&#039;Sein zum Tode&#039;&#039;).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dass das Leben auf der [[Materie]] gründet, ist heute zweifelsfrei. Wie es aber dahin gekommen ist, nicht nur seine Natur zu reproduzieren sondern sich zugleich aus der Natur zu einem Geschick der [[Natur]], zu einer [[Intelligenz]] zu entwickeln, lässt sich nicht aus der Natur entwickeln, erkennt man nicht in ihr selbst eine[[natürliche Intelligenz]] an, die sich durch eine [[Emanzipation]] gegen ihre inneren Gewalten und Mangelerscheinungen differenziert und sich in dieser Bereicherung an Lebensmöglichkeiten entwickelt hat. Erkennt man dies aber an, so muss diese emanzipatorische Intelligenz als Grundlage für die [[Entwicklung]] des [[Lebens]] überhaupt gelten. Für die einen ist sie allerdings nur aus einem übernatürlichen Subjekt, aus [[Gott]] zu erklären, für den [[Historischen Materialismus]] ist sie selbst schon als [[Geschichte]] einer natürlichen Gesellschaftsbildung zu verstehen, welche als Natur des Menschen in der Natur seiner gesellschaftlichen Intelligenz aufgeht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zweifellos ist die Basis aller Lebensprozesse die Bildung großer Kohlenstoffmoleküle zur DNA, die aus der Variabilität einer Verbindung in der Alufeinenderfolge von vier Atomen zu einem universalen Informationsträger geworden ist, der zudem an das Negativ seiner Informationskette sich zu einer Doppelhelix stabil verbunden bleibt, sich aber zugleich auch von ihre trennen lässt und somit neue Positive bilden und binden kann. Das so entstandene Gen ist dadurch die Grundlage der seine Fortpflanzungsfähigkeit des Lebens. Es lässt sich zudem durch die Einwirkung von Strahlen oder chemischen Umweltbedingungen beeinflussen, wodurch auch Genmutationen möglich sind, aus der sich sowohl eine Reduktion, wie auch die Vielfalt des Lebens erklären lassen kann. Mit der [[Entwicklung]] des Lebens war jedenfalls die Anlage zu einer bestimmten [[Entwicklung]] entstanden: Die [[Geschichte]] der Natur, in der zugleich die Menschheitsgeschichte als Menschwerdung der [[Natur]] angelegt war. Sie begründete das menschliche Vermögen, durch seine gesellschaftliche [[Verhältnisse]] selbst zu einer [[Naturmacht]] zu werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Solange die Menschen noch in der Macht der Natur gebannt blieben, beantworteten vor allem die Naturreligionen die Fragen nach dem Sinn des Lebens, die Fragen nach einer Begründung des lebendigen [[Seins]]. Mit der Entwicklung komplexer sozialer Verhältnisse traten zunächst andere [[Religionen]] dafür ein, dass sie durch ein überkosmisches Subjekt, durch einen [[Gott]], geschaffen und &#039;&#039;geschenkt&#039;&#039; worden sei. Mit der Entwicklung der Naturwissenschaften ging diese Beantwortung mehr in der weitergehenden Frage auf, welche nach der [[Intelligenz]] des Lebens in ihm selbst, in seinem stofflichen [[Dasein]] sucht: Die Frage, welchen [[Sinn]] es selbst verfolgt, woraus sich auch ergeben würde, wie es entstanden war.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Leben muss nicht aus einem höheren Sinn, aus einer vorausgesetzten Intelligenz gebildet sein, wenn man die Grundlagen seiner Intelligenz in der Materie selbst und deren [[Vererbung]] begreifen kann. Dass Leben nur [[zufällig]] entstanden sei, wird heute auch mathematisch verworfen. Es ist völlig unwahrscheinlich, dass sich lebendige Organismen überhaupt ohne einen Grund hätten bilden können, also nicht durch beliebige Ereignisse entstehen konnten. Schon die ersten Lebewesen, Bakterien, welche selbst noch keinen Zellkern und also auch keinen Organismus hatten, bildeten sich nicht als stoffliche Konstrukte, die zufällig aufeinandertrafen, sondern aus jenen energetischen [[Beziehungen]], welche die [[Stoffe]] auf der Erde aus sich heraus schon dadurch hatten, dass ihre [[Synergie]] Eigenheiten einer Vorform des Lebens hervorbrachte, die zunächst nur als Plasma existierten, die eine bestimmt Diffusion von Stoffen bewirkten, wodurch dieses zu einer Art Haut wurde, die eine Sphäre von der anderen sowohl trennte, die sie auch in hierdurch bestimmten stofflichen Beziehungen vermittelte. Indem sich diese Haut schließlich zusammenzog und eingerundet zusammenschloss, entstand eine Zelle, die durch ihren Stoffwechsel bestimmt war und dadurch lebendig wurde, dass sie ihre Ausscheidungen von dem unterscheiden konnte, wodurch sie im Innern wachsen konnte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es war der Ursprung einer [[Intelligenz]] (siehe [[natürliche Intelligenz]]), die sich im Verhalten eines Plasmakörpers zu seiner &#039;&#039;Außenwelt&#039;&#039; entwickelte. So entstanden Einzeller, die sich schließlich auch zu komplexen Organismen entwickeln konnten. In der Phylogenese ergab sich aus chemotaktischen Signalwirkungen ein zielgerichtetes Verhalten der Reproduktion, und damit des fundamentalste Verhältnis des Lebens zu sich selbst und über sein [[Sosein]] hinaus sich bestärkend. Chemotaxis ist daher eine der grundlegendsten physiologischen Zellreaktionen, die schon als Grundform einer [[natürlichen Intelligenz]] des Lebens zu verstehen ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;In den frühen Entwicklungsphasen der Phylogenese war das Entstehen von Rezeptorsystemen für die Erkennung von schädlichen und günstigen Substanzen für einzellige Organismen von bedeutendem Vorteil. Umfangreiche Analysen chemotaktischer Abläufe des eukaryontischen Protozoons Tetrahymena pyriformis und der Konsensussequenz auftretender Aminosäuren in der Ursuppe deuten auf eine gute Korrelation zwischen chemotaktischen Eigenschaften dieser relativ einfachen organischen Moleküle und der Entwicklung der Erde hin. Daher nahm man an, dass frühzeitig aufgetretene Moleküle (z. B. Glycin, Glutamin, Prolin) chemisch sehr anziehend wirken und später aufgetretene (z. B. Tyrosin, Tryptophan, Phenylalanin) chemisch abweisend wirken. ([[Wikipedia: Chemotaxis]])&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist längst bewiesen, dass sich vor allem aus der Beziehung von Sauerstoff und Wasserstoff, die sich in den Schloten der Meeresvulkane mit Methan verbanden und durch die Erdwärme zu Aminosäuren hochkochten, die Grundlagen des Lebens entstanden waren, weil diese Säuren sich in ihrer exakten Molekülstruktur kopieren konnten. Indem die auf diese Weise entstandene Ribonukleinsäure umher treibende Fette anzog und eine Doppelmembran daraus bildete, sind die ersten Lebenszellen, die Schwefelbakterien entstanden. Sie waren von daher eine Energieform von Stoffen, die mit der Entstehung der Erde schon gegeben war. Sie vermehrte sich durch die speziellen Anziehungskräfte eindeutiger Beziehungspaare ihrer Atomstrukturen, die in der Lage waren, sich zu lösen und mit einem neuen Partner gleicher Art als Molekül zu verdoppeln. Die Aminosäurenstruktur ist daher als Grundform des Lebens, das durch bloße Verdopplung gegensinniger Eigenschaften sich schon vermehrte und potenzierte und sich zugleich auch in anderen Stoffbeziehungen, anderen &#039;&#039;Kopien&#039;&#039; seiner Struktur durch die Anwesenheit anderer [[Stoffe]] auch zu anderem entfalten konnte. Die [[Intelligenz]] dieser Entfaltung war zum einen an die Verfügbarkeit von Stoffen gebunden und zugleich ein Streben nach energetischer Komplexität, nach komplexeren Beziehungen ihrer [[Energie]], die sich auch als Lebensenergie fassen lässt, welche sich dadurch vermehrt, dass sie immer vielfältiger wird. Sie beruht auf der Verbrennung vorhandener Stoffe zur Erzeugung einer Vielfalt neuer Stoffe und stofflichen Beziehung, welche schließlich die [[Natur]] des Lebens gebildet hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jede Verbrennung hat ein bestimmtes Verhältnis zu ihrer Asche, das mehr oder weniger Energie enthielt. Bestimmte Stoffe bildeten optimale Verbrennungsverhältnisse, worin der Verbrennungsrückstand optimierter Stoff und die Verbrennung selbst optimierte Energie war und in diesem Verhältnis affin füreinander blieben. So war eine quantitative Beziehung, also eine Affinität verschiedener Stoffe auf die Welt gekommen, welche sich als stoffliche [[Energie]] aus einer nach ihrer Masse ausgerichteten Verbrennung bildete, die in ihrer Umwelt eine Schlacke hinterließ, die wiederum neue Beziehungen in anderer Verbrennung einging. Die bislang rein stofflichen Beziehungen wurden hierdurch zu einer Art [[Natur]], in welcher die unterschiedlichsten Beziehungen der Stoffe in dieser Ausrichtung bezogen blieben, und worin sich Verbrennung und Rückstand in den verschiedensten Formen und Gestaltungen erneuerten. Die wichtigsten waren Wasser, Luft und Erde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die ersten Organismen hatten sich selbst aus organischen Verschmelzungen von Bakterien, aus Symbiosen ihres Zellstoffwechsels so fortgebildet, dass sie in der Lage waren, neue Zellen nach Maßgabe ihrer Funktionsnotwendigkeit zur Energieerhaltung und -Potenzierung durch Einbeziehung entsprechender Stoffe zu bilden und diese nur dadurch erreichen konnten, dass sie sich in diesem Streben verbinden konnten und kommunizierten. Schon die einfachsten Bakterien bestanden in Schwärmen, die sich kontrahieren und abstießen, je nach Bedarf ihrer Selbsterhaltung und Vermehrung. Sie entwickelten einen Sinn für ihre Umwelt, der intelligent genug war, um sie zu manipulieren und somit diesen Bedarf befriedigen konnten. Z.B. belegt dies heute noch das Meeresleuchten, das nichts anderes als eine Zusammenrottung leuchtender Bakterien ist, die sich durch die kollektive Verstärkung ihrer Leuchtkraft als Nahrung für Fische interessant machten, um in deren Körper leben zu können, ihren Wirt zu finden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So entstanden Strukturen, welche durch ihre Funktionalität intelligent waren, weil sie ihren Stoffwechsel ihrer Umgebung anpassen und aus der Schlacke ihrer Beziehung auch neue Stoffe (z.B. Kalk durch Korallen) entwickeln konnten. In den Schlämmen an den Flussufern und Meeresrändern bildete sich durch die Sonneneinstrahlung aus Magnesium und Stickstoff Chlorophyll, das einfache einzellige Pflanzen, als erste die Kieselalgen, hervorbrachte, die durch die Photosynthese in der Lage waren, sich durch die Aufnahme von Kohlendioxyd und die Abgabe von Sauerstoff als Lebensgrundlage eines natürlichen Stoffwechsels zu entwickeln. Die ersten Tiere, Bakterien, die sich als Protozoen (Urtiere) verhielten, fraßen diese. In ihnen entstand aus dem Chlorophyll durch Einbindung von Eisen das Bakteriochlorophyll (anoxygene Phototrophe), das in der Lage war, Kohlendioxyd herzustellen. Es war die Grundform des Hämoglobins, welches sich im Blut der höheren Arten entwickeln sollte. Die Tiere verdauten die Pflanzen durch Verbrennung mit Sauerstoff und schieden das hieraus entstandene Kohlendioxyd und Exkremente mit neuen stofflichen Zusammensetzungen aus, welches sie wiederum zur Lebensgrundlage der Pflanzen werden ließ.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Naturkreislauf war entwickelt. Die weiteren Spannungen in ihrer Beziehung aufeinander mussten schließlich ihrer materiellen Energieform folgen und haben sich von daher zu neuen organischen Formen und schließlich zur Fortentwicklung weiterer Organe (z.B. Greifer, Bewegungsorgane und Sinneszellen) und Organismen [[aufzuheben]] verstanden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Voraussetzungen der Natur und des Lebens waren demnach Zellen, die in ihrer Verschmelzung eine Energie bildeten, die größer war, als die, welche in sie eingegangen ist. Sie bildeten eine stoffliche Masse, die eine eigene [[Wirkung]] dadurch hatte, dass ihre [[Stoff]]lichkeit selbst anziehende und abstoßende [[Kräfte]] beinhaltet und die dadurch in [[Bewegung]] geraten war, dass ihre Teile sich wechselseitig beeindruckten. Sie bildeten eine unendliche Bewegung materieller Zusammenhänge, die in der Lage waren, ihre Energie zu verstofflichen und auch neue Stoffe zu bilden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;Die so entstandenen Stoffe befanden sich in einem Zustand beständig wechselnder Energieformen, der sich in atomaren und molekularen Beziehungen ausrichtete. Im Streben nach einem ausgerichteten Zustand war die Verbrennung von Sauerstoff eine der stabilsten stofflichen Beziehungen. Von daher war eine Ausrichtung der Verbrennung zur Optimierung einer Energieform entstanden, die noch rein stofflich und leblos war, die aber allem Leben auf der Erde vorausgesetzt ist.&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die ersten natürlichen Beziehungen waren dadurch entstanden, dass diese Stoffe einander so durchdrungen hatten, dass sie in bestimmten Massenverhältnissen verbrannten und eine Schlacke hinterließen, die selbst wieder als Stoff weiterer Verbrennungen verfügbar war. Durch die Initialzündung des Lebens an den Vulkanschloten der Meere und durch die stoffliche Konzentration in den Schlämmen war es möglich geworden. Seine Entfaltung jedoch hat sich geschichtlich durch die Intelligenz der Lebenstätigkeit selbst entwickelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Frage, wie hierin Leben sich entfalten konnte, lässt sich daher nicht logisch beantworten, weil Leben selbst nur [[subjektiv]] sein kann, weil es nicht [[logisch]], wohl aber intelligent entscheidet, auch wenn es nach Vollzug logisch erscheinen mag. Es gibt von daher keinen Schöpfungsakt als solchen, nicht die Entscheidung einer vorausgesetzten [[Intelligenz]], wohl aber eine [[Intelligenz]] der [[Stoffe]], die in ihrer Affinität beständig wurden und aus ihrer Beständigkeit neue Stoffe bildeten, sie sich hieraus erklärten und also eine bestimmte Entstehungsgeschichte in sich forttrugen. Dies macht wohl die erste wirkliche Grundlage der [[Natur]] und damit allen Lebens aus. Es ist die Wirkung bestimmter Austauschverhältnisse von Stoffen, die in ihrer Verbrennung optimale Energienutzung und für weitere Entwicklungen optimale stoffliche Produkte hinterließen. Die Natur ist demnach ein hieraus entstandenes Streben nach optimaler Verbrennung, der Stoffwechsel selbst die ursprünglichste Bedingung ihrer wesentlichsten Tätigkeit, der Fortpflanzung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Intelligenz der so gebildeten stofflichen Verbindung kam dadurch zu einem eigenständigen Leben, dass sich darin stoffliche Verbindungen ergaben, die ihre stoffliche Beziehung nicht nur vollziehen, sondern sie schließlich irgendwann auch selbst veranlassen konnten, die also ein Streben entwickelten, sich bestimmten Stoffen im Zweck ihrer Natürlichkeit anzunähern, um optimale Verbrennungsverhältnisse fortzutragen und in stofflicher Gestalt, also in der Affinität bestimmter Massenverhältnisse sich diese zu &#039;&#039;merken&#039;&#039;. Leben begründete sich also auf der &#039;&#039;Intelligenz&#039;&#039; einer Wechselbeziehung der Stoffe, auf einem Stoffwechsel, der veranlasst werden konnte und so die Natur bildete und entwickelte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus dieser Verbrennung war demnach also eine Kraft entstanden, die keinen unmittelbaren stofflichen [[Grund]] hatte, sondern auf einer Vermittlung gründete, die aus vielen vorausgesetzten stofflichen Verbindungen hervorgegangen war und einen [[Stoff]] bildete, der sich aus ihrer bestimmten Vermittlung in ihrer Verbrennung als bestimmter Stoffwechsel ergeben hatte. Es war so etwas wie eine &#039;&#039;intelligente Stofflichkeit&#039;&#039; entstanden. Indem Sauerstoff zum [[Zweck]] dieses [[Stoffwechsel]] verbrannt wurde, war ein stoffliches [[Subjekt]] entstanden, das an dieser Verbrennung, also an einer Verbindung mit Sauerstoff &#039;&#039;interessiert&#039;&#039; war und hierfür eine stoffliche Verbindung erzeugen konnte, in welcher sich die Schlacke auch wieder regenerieren konnte. Dies aber verlangte die Fähigkeit, aus einem bestimmten toten Stoff Energie zu entwickeln und Asche in einem Verhältnis abzusondern, in welcher sie selbst als erneuerter Stoff für Verbrennungen eingehen konnte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Alles Leben gründet auf diesem [[Stoffwechsel]], der sowohl Kraft entfaltet als auch stoffliche Reduktion in einem organischen Zusammenhang, in einem Organismus betreibt. Im Unterschied zum toten Stoff, in welchem sich Masse und Energie lediglich verhalten, war Leben als Subjekt des Stoffwechsels, als ein &#039;&#039;interessierter Stoff&#039;&#039; entstanden, der sich selbst diesem [[Interesse]] adäquat verhalten konnte, weil er selbst ein Verlangen, ein [[notwendiges]] [[Bedürfnis]] nach [[Einverleibung]] eines bestimmten Stoffes entwickelt hatte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die ersten Lebewesen, die Mitochondrien, worin dies stattfand und auch heute noch stattfindet, hatten somit ein Lebensinteresse, das ihnen einen Sinn für die [[Mittel]] hierfür nötig machte. Sie sind das &#039;&#039;Lebensgeheimnis&#039;&#039; einer jeden lebenden Zelle. Leben entstand also, indem ein [[Stoff]] im anderen [[Sinn]] für sich gefunden hatte. Es begründete sich durch die [[Naturempfindung]], die ein [[Wesen]] ausmacht, das in der Lage ist, andere Stoffe für sich aufzunehmen, sie sich einzuverleiben und in der [[Beziehung]] auf sich zu unterscheiden und die Schlacke, welche diese Beziehung erzeugt, wieder auszuscheiden. Es war wohl diese Selbstunterscheidung, die Beziehung, Bekräftigung und Aussonderung, die Grundform einer [[Erkenntnis]], welche alles Leben begründete. Leben besteht zu allererst aus dieser [[Intelligenz]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das erste Lebenszeichen war demnach ein [[Sinn]], durch welchen Stoffe für den [[Stoffwechsel]] als sinnvoll erkannt wurden. Er entwickelte sich zu einem bestimmten Sinn für einen stofflichen Zusammenhang, einem Grund, für welchen Stoffe sich einfügen lassen und zusammenfügen und wonach sich auch Organe zur [[Empfindung]] anderer Stoffe entwickelten. Es waren die ersten [[Subjekte]], welche sich Stoffe zu ihrem [[Objekt]] machten und sich selbst darin verobjektivierten. In der Empfindung von anderem hatten sie zugleich eine Beziehung zu sich, bildeten sich, wie es durch ihre Natur geboten war, also in der Beziehung zu ihrer Umwelt. Ihre Selbsterhaltung war dadurch zugleich Selbsterzeugung, die zur Selbstentfaltung wurde, indem sich diese Naturwesen zu sich selbst verhalten, sich fortpflanzen und entfalten konnten. Leben ist daher [[Subjektivität]], also Selbsterzeugung, Selbsterhaltung und Selbstentfaltung, Reichhaltigkeit an natürlicher Bezogenheit, an [[Naturempfindungen]], aus denen alle weiteren [[Empfindungen]] sich ergeben, die eigenes Wachstum, also Bewegung durch sich und um seiner selbst Willen begründen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Leben setzt nicht das [[Tote]] voraus, denn der Tod ist durch das Leben erst bestimmt als die Individualität seiner Aufhebung, aus der heraus das Leben sich erst wirklich allgemein setzen kann, in der Beschränktheit seiner Individualität, im Sterben der Individuen sich überhaupt fortträgt, fortpflanzt und entfacht. Leben trägt praktisch in sich, was es theoretisch voraussetzt. Es ist entstanden, indem sich in der vorhandenen Materie [[Sinn]] gebildet hatte, Sinn für sich und anderes. Der Sinn ist das lebende Produkt der Naturgeschichte der [[Materie]] als geschichtliche [[Natur]] des Lebens; die Sinnbildung selbst ist Leben als Prozess, Naturgeschichte der Sinnlichkeit. Diese Geschichte ist immer materiell, weil Sinn selbst nur als Verhältnis der Materie besteht, als Verhalten von toter und lebender Materie, als lebender [[Stoff]] im [[Stoffwechsel]] des Lebens. Das Lebende bezieht sich hierbei erkennend auf das [[Tote]], bildet sich in der Kenntnis hiervon, nimmt es auf und stößt es ab und weiß dies in sich (siehe [[Gewissheit]]). Von daher ist diese Erkenntnis grundlegende [[Notwendigkeit]] für jeden Lebensprozess. Leben geht zugrunde, wenn es der bloßen [[Notwendigkeit]] unterworfen bleibt, weil es unmittelbare [[Freiheit]] ist:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;Die Lebensgefahr für jedes Wesen besteht darin, sich selbst zu verlieren. Die Unfreiheit ist daher die eigentliche Todesgefahr für den Menschen. [[(K. Marx, MEW 1, 60)]]&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dass das Lebende das Tote empfindet, zeigt sich an den urtümlichsten und einfachsten Verhältnissen des Stoffwechsels und der Assimilation. Die Fähigkeit, Stoffe für sich adäquat aufzunehmen und zu verdauen und die Schlacke abzusondern, macht den ersten Sinn in der Natur für die Natur aus. Indem Maße, wie lebende Zellen die Asche der Sauerstoffverbrennung nicht ausscheiden können, altern sie und nähern sich ihrem Tod. Ohne Empfindung für das, was dem Leben schadet, ist es nicht möglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch die Nervenzellen verfahren ähnlich, wenn sie sich ein Bild von ihrer Umwelt machen und sogar in der Lage sind, diese zur eigenen Gestalt zu bringen, z.B. in den Tarnfarben, die Tiere aus ihrer Umgebung beziehen und erzeugen können. Schon Hegels System der Sensibilität hat diesen Gedanken aufgenommen, als er das Nerven-, das Blut- und das Verdauungssystem als Totalität der natürlichen Gestalt auffasste, und diese schon als pflanzlichen Sinn begriffen hatte (Hegel, Enzyklopädie §354).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Sinn ist selbst eine [[Erkenntnis]], indem er sich zur toten Materie wesentlich verhält als Sinn für sie, wie er auch die erste Erkenntnis für sich dadurch ist, in diesem Verhalten die Fähigkeit zu haben, Totes von Lebendem zu scheiden und auszuscheiden, sich darin zu bilden und tätig zu sein und als wirkliches, also [[Wirkung]] habendes Leben herauszubilden. So wie das Leben als Sinn der materiellen Natur entstanden ist, so ist der Sinn das Leben mit ihr. Die ganze Sinnbildung kann nichts anderes sein, als eine Naturgeschichte, die sich für sich begeistert hat. Der Geist selbst ist unmittelbar sinnlich, auch wenn er Verhältnisse eingeht, in denen er sich von seiner sinnlichen Natur entfernt, um auf sie wieder zurückzukommen. &#039;&#039;Die Entstehungsgeschichte des Menschen ist die Bildungsgeschichte seiner Sinne&#039;&#039; (Marx). Und diese ist nicht als solche nicht [[bestimmt]], also ohne Ende.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[Aufklärung]] versteht jede Bildung als [[Mittel]] zu einem höheren Zweck. In diesem Sinn hatte auch Darwin seine Selektionstheorie entwickelt. Er sah den Zweck schon in der Natur als Prinzip der Selektion, welche die fortschrittlichen Fähigkeiten durch Fortpflanzung vermehrt und ausbreitet. So beflügelte er das moderne Prinzip eines höheren Nutzen der Selektion und wurde in diesem Sinn auch gerne von Reaktionären überinterpretiert. Aber in seinem Denkansatz waren sie auch leicht zu bestätigen, steckt darin doch ein schlichter Utilitarismus der Auslese in einer naturwissenschaftlichen Verkleidung, die eigentlich Naturmythologie ist. Es ist dem [[Darwinismus]] entgegenzuhalten, dass er eine Lebensgeschichte des Untergangs vorstellt. Für ihn ist die Sinnbildung des Lebens zufällig, die Vernichtung von &#039;&#039;Lebensunfähigkeit&#039;&#039; vernünftig. Im Grunde vollstreckt er theoretisch die Vernunft einer Vergänglichkeit von Lebensvielfalt - ein Widersinn in sich. Warum sollte Leben sich entfalten und dann auf das Machbare reduzieren? Es mag verschwenderisch für den erscheinen, der damit haushalten will, aber seiner Sinne ist es damit enthoben. Warum diese sich ändern und warum Leben selbst Sinn bildet, ist dem Darwinismus als [[Verstand]] der [[Aufklärung]] fremd und zugleich Grundlage von einer der schlimmsten Gesellschaftstheorien der Geschichte (siehe auch [[Rassismus]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Frage nach dem Sinn des Lebens ist genauso leblos wie die Frage nach dem [[Sinn]] des Atmens, dem Sinn der [[Erkenntnis]], dem Sinn der [[Liebe]] usw. Indem ich atme, erkenne, liebe usw. lebe ich. Das Leben kann keinen anderen Sinn haben als den Sinn, den die Menschen für ihr Leben haben und äußern. Indem sie dies befragen, vollziehen sie den Selbstwiderspruch, der sie an sich [[zweifeln]] lassen müsste, um Selbstkritik zu werden: Atme, erkenne, liebe ich nicht oder vielleicht nicht ganz richtig? Muss ich also mein eigenes Leben verneinen, es als falsches begreifen, um richtig leben zu können (siehe [[Adorno]]: &#039;&#039;Es gibt kein richtiges Leben im falschen&#039;&#039;)? Was aber kann dann richtiges Leben, richtiges Atmen, richtiges Erkennen, richtiges Lieben usw. sein, das ich nicht kenne, dessen ich nicht fähig bin, das mich fragen lässt und zugleich meine Frage verneint indem sie mich verneint? Es stellt die Frage nach dem Sinn des Lebens als Suche nach dem richtigen Leben. Diese Frage ist ein Widersinn. Sie kann gar nicht nur Frage sein; sie ist zugleich Antwort: Erscheint das geäußerte Leben sinnlos, so haben die Menschen ihre Sinne nicht [[wirklich]] außer sich, haben nicht ihre Natur verwirklicht und keine [[Wirklichkeit]] ihrer [[Natur]]. Sie sind also selbst von Sinnen, wenn sie ihre Welt nicht als ihre Natur erleben. Ihr Leben ist wirkungslos, also [[unwirklich]] - ein [[Unding]] in sich. Doch Leben kann nicht sinnlos sein, es selbst ist der Sinn, der Unsinn von sich scheidet, ausscheidet und sich über die Ausscheidung bildet. In der Ausscheidung existiert die Asche vergangenen Lebens, der reine Stoff, der kein Leben mehr hat, kein Wesen und daher verwest und wirklich zu [[Unsinn]] geworden ist, nicht mehr waltet und keine Welt mehr hat, tote Natur geworden ist. Über das Leben nachdenken kann also nur heißen, über die Welt und ihre Natur nachzudenken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Leben kann eben auch unsinnig erscheinen, wo es sich in [[widersprüchlicher]] [[Form]] gestaltet (siehe [[Formbestimmung]]). Es ist hierdurch aber kein falsches Leben, weil es keine falsche Natur geben kann, weil eben richtiges zugleich auch falsch werden kann, sich gegen sich selbst verhalten kann, sich selbst fremd wird, wo es sich gegen sich selbst [[verselbständigt]] (siehe [[Entfremdung]]) und hierdurch unwahr wird (siehe [[Wahrheit]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Leben lässt sich in vielerlei Hinsicht beschreiben, je nach Einsicht in seine Bewegung und Bewegtheit, ohne dass dies widersprüchlich wäre. Einmal ist es vielleicht der Funke, der aus dem [[Wesen]] sprüht, das Sein, das sich die Finsternis gebar (frei nach Goethes Faust S.47), ein andermal ist es der [[Sinn]] der [[Natur]], die sich selbst hervorbringende, reproduzierende und aus sich schöpfende [[Kraft]], die alles erfüllt, das sich als Ursprung seiner [[Wirklichkeit]] [[erkennt]]. Leben erhält sich selbst, pflanzt sich fort, dehnt sich aus, überwindet sich selbst als reine Stofflichkeit und treibt fortwährend zu einer sinnvollen Beziehung der [[Stoffe]], welche sich in einem lebenden [[Subjekt]] vermitteln als sein [[Stoffwechsel]] und seine Sinnbildung als ein und dasselbe. Diese ist daher seine [[notwendige]] und subjektive [[Beziehung]] auf andere Subjekte: [[Gesellschaftlich]] wirkliches Sein der menschlichen Natur im natürlichen Verhältnis der Menschen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Leben ist die Natur der Geschichte und die [[Geschichte]] der Natur in einem, die als gesellschaftliche Naturgestalt Resultat ihrer Sinnbildung, [[subjektiv]] wie [[objektiv]] gesellschaftlich ist. Leben ist der [[Sinn]], welchen der Stoff in seinem beständigen Wechsel bildet und den er hat, wenn er im Wechsel sich verändert und als anderes ist. Sinn ist die Revolutionierung, die sich selbst erneuernde Wiederkehr des Stoffes, indem er die Menschen zur Natur und die Natur zum Menschen, den Stoff selbst zum Menschensein treibt. Darin besteht die natürliche Identität jeder Gesellschaft, welche die Mittel ihres Geistes als sinnbildenden Stoffwechsel hat, als ihren wirklichen [[Reichtum,]] als Lebensbereicherung durch gesellschaftliche Sinnbildung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Leben bildet sich daher nicht und entwickelt sich nicht in seiner Beschränkung und Ausrottung (vergl. [[Darwinismus]]), als ob es sich erst aus der Überwindung seines Überflusses ergäbe; es bildet sich immer wieder als neues Leben, wenn die Verbindung, die es eingeht, auch Neues erzeugt, dieses als sein eigenes Erzeugnis und als seine Erneuerung dadurch bildet, dass es ein altes Wesen bewährt und freisetzt, sich darauf gründet, um es in seiner Verwirklichung der Verwesung zu überlassen. Leben entsteht und bestärkt sich nicht als Überlebendes im Kampf der Sinne (es müsste reiner Unsinn sein!), es entsteht aus seiner eigenen [[Fortbestimmung]] in und durch anderes Leben (Fortpflanzung). Es entsteht in der Besinnung seines Werdens, Sinnfindung im Wechsel der Stoffe, worin es erst wirklich (weil praktisch) zum stofflichen Leben kommt. Leben ist nicht teleologisch; es ist prinzipiell unlogisch, fraglos, grundlos, folgenlos. Es ist prinzipienlos begründet; - aber es selbst erklärt sich aus seinem Gewordensein als ein durch sich selbst wie durch andere begeisterter Stoffwechsel. Das Leben hat Sinn, weil es sinnlich ist und weil sinnlich sein heißt, sinnbildend zu sein. Im Sinn hat der Stoff seinen Geist, wie er selbst anderer Stoff nur ist, durch seine Begeisterung, durch sein gesellschaftliches Sein, durch seine Beziehung auf andere. Der Stoff hat seinen Sinn im Leben erkoren, gesucht und gefunden, assimiliert und dissimiliert. Das Leben hat sich selbst als Sinn im Wechsel der Stoffe gebildet, sich Nahrung gegeben, Bewegung verschafft und fortgepflanzt. Es hat in seiner Ausdehnung seinen Sinn bestätigt und bestärkt, indem es sich darin verfeinert und beschränkt. Leben ist der sich selbst fortwährend bildende Sinn.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Sinnbildung ist die innerste Lebenstätigkeit, die in der pflanzlichen wie tierischen Natur bis hin zum Menschen [[tätig]] und [[leidend]] ist, Wachstum und Siechtum begründet und sich durch immer neue Gestaltungen bestätigt. &#039;&#039;Die Entwicklung der fünf Sinne des [[Menschen]] ist das Resultat der bisherigen Weltgeschichte&#039;&#039; (Marx, MEW 40).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Leben entwickelt sich auch in seinem [[Tod.]] Er ist notwendige Erneuerung, Entfaltung und Subjektwerdung des hieraus Geborenen. Von daher ist der Tod nur das verschwindende Moment des Lebens, die &#039;&#039;Kränkung des Individuums&#039;&#039; (Marx), welches ihm verfällt und verwest, sein individuelles [[Wesen]] verliert um sein allgemeines Wesen in der Naturgeschichte der Menschen zu gewinnen. Der Tod beweist nur die Endlichkeit seines [[Daseins]], die Verletzlichkeit des Lebens. Leben ist ohne Tod undenkbar; es gestaltet sich darin, ihn als seine wesentliche Verletzung zu leiden. Jeder [[Schmerz]], welcher im Leben auftritt, zeugt von seinem [[Leiden]] und erzeugt als Lebenstätigkeit, als [[Leidenschaft]], in gleicher Weise sein Wachstum, seine Rückführung auf sich als Erneuerung seines [[Seins]]. Leben ist wirkliches, das heißt tätiges Leiden, den &#039;&#039;Leiden heißt sinnlich sein&#039;&#039; (Marx).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dies ist ganz im Gegensatz zur Larmoyanz der [[Lebensbergung]], dem Räsonieren der Beschädigung, welche Schmerzen auslösen. Diese wendet Leiden in die Reflexion des Beschädigtseins, eigentlich in die reflektierte Schmerzhaftigkeit, in den abgehobenen Schmerz, in die Grundlosigkeit von Verletzung. Die Beschreibung des beschädigten Lebens (siehe &#039;&#039;Minima Moralia&#039;&#039; von [[Adorno]]) erweckt somit auch eher die Hoffnung auf [[Erlösung]], als dass sie Leben ergründet und Schmerz wendet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Leben wird in der subjektiven Philosophie [[(Schopenhauer,]] [[Nietzsche]]) als Ausdruck des [[Willens]] angesehen. Wesentlich würde es sich daraus ergeben, dass mit Willen begabte Wesen Leben gestalten würden - eben weil sie es wollten. Dies zeige sich aus der ganzen [[Geschichte]] der [[Natur]] und der [[Menschheit.]] Bei solcher Lebensbetrachtung aber zeigen sich nur Resultate. Die konkreten Willensverhältnisse bestanden immer aus Kämpfen und Kriegen, die zum Niedergang eines &#039;&#039;Willens&#039;&#039; zugunsten der Macht eines anderen führten. Bleibt die triste altmütterliche Borniertheit: Leben heißt Kämpfen? Willensverhältnisse sind eher paralytisch, als dass sie Leben zeigen. Wille unmittelbar gibt es nicht ohne die Mittel seiner Realisation - und somit kann Wille selbst nicht wesentlich sein: Er besteht nur durch seine [[Mittel]] und ist zweckhafte [[Relation]] einer gegebenen [[Vermittlung]]. Für sich ist der Wille nichts ohne seine Voraussetzung und somit leblos. Nur durch seine Mittel wird ein Wille mächtig - nicht unbedingt gegen anderen Willen, sondern schon gegen jede Macht, die Mittel zur Willensentfaltung bietet. Wille will die Ohnmacht des anderen, kann sich nur mit [[Macht]] durchsetzen (siehe [[Logik der Kultur]], Teil 3). Es ist solche [[subjektive]] [[Ideologie]] daher immer [[reaktionär]], eine Legitimationsideologie von Willkür, die der Machterhaltung dient.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der objektiven Philosophie (z.B. [[Kant]], [[Hegel]], [[Freud]]) wird eher das [[Bedürfnis]] als Lebensgrundlage angesehen, also das Verlangen des Menschen nach Objekten, die er sich für seine Bedürfnisse zurichten muss und denen er erliegt, wenn er ihrer nicht Herr wird. Es ist wesentlich der Standpunkt der [[Aufklärung]], der sich zwischen Selbstentfaltung und [[Selbstbeschränkung]] zerreibt und der [[Geschichte]] die [[Idee]] der Erfüllung und [[Erlösung]] beigibt. Es ist eine mehr oder weniger deutlich formulierte [[Ideologie]] des Fortschrittsglaubens. In den pragmatischen Theorien kommt Leben fast nur noch als Theorie der Lebenserfahrung und des [[Lernens]] zur Verwendung für Lebenshilfen vor.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jeder Lebensbegriff setzt das Begreifen und das Begriffene dem Leben voraus und widerlegt sich somit selbst, wie er auch jede theoretische [[Philosophie]] als [[Theologie]], als Spekulation auf einen Lebensspender, auf einen vorausgesetzten, unerfüllten Lebenssinn beweist. Leben kann keinen [[Begriff]] haben. Es ist [[Sein]] von [[Geist]] und [[Sinn]] in seiner Unmittelbarkeit, Rückhaltlosigkeit und [[Liebe]] als Tätigkeit des Lebens[[mut]]s. Es besteht aus der beständigen Entfaltung und Rückkehr des Lebenskerns durch die Bewegung und Ausbreitung seines Sinns (im weitesten Sinne des Wortes). Leben besteht aus dem Übergang von Stoff und Geist in der Assimilation und Reproduktion als pulsierendes Wesen, das seiner selbst genug ist, und seinen Sinn in seiner Ausbreitung dadurch bestärkt, dass er nichts nötig hat, außer seiner Entfaltung, Bereicherung seines Verhältnisses zu sich selbst. Es selbst ist unlogisch und un[[dialektisch]] (dies im Gegensatz zu Engels &#039;&#039;Dialektik der [[Natur]]&#039;&#039;, siehe auch [[Logik]]) und nur durch seine [[Endlichkeit]] unendlich. Die Verwirklichung von Leben ist die Entwirklichung von [[Tod]], der darin zu einem verschwindenden Moment des Lebens wird. Leben besteht nur in dieser [[Wirklichkeit]] und kann daher weder richtig noch falsch, weder [[Wahrheit]] noch [[Täuschung]] sein. Sie ist menschliche [[Geschichte]], auch wenn sie in [[Zuständen]] des Todes und der [[Barbarei]] in ihrem [[Entschluss]] verharrt, solange deren [[Logik]] nicht [[begriffen]] ist und [[Lebenswerte]] das Leben ersetzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dass diese selbst schon tödliche Denkformen eines gegen sich selbst abstrakten Denkens sind, ist eine grundlegende [[Erkenntnis]] des [[Historischen Materialismus]], der sich aus der Erklärung der Welt, aus der Aufklärung gelöst hat (siehe [[Philosophie]]) und den [[Menschen]] in seiner [[Praxis]] als sich selbst äußerndes, aber auch entäußertes [[Wesen]] begreift (siehe [[Arbeit]]). Er setzt sich wesentlich praktisch gegen die [[Entfremdung]] des menschlichen Wesens in der Versteinerung seiner Lebensprozesse, in denen sich in der [[bürgerlichen Gesellschaft]] die [[fremden Kräften]] der [[Verwertung]] des Lebens (siehe auch [[Ökonomie]], [[Entfremdung]]) als gesellschaftliche Macht im [[Kapital]] etabliert haben (siehe auch t[[ote Arbeit]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[Lebenszeit]] ist nicht unabhängig von der Lebenswelt und nicht einfach natürlich, weder in der Empfindung für sich, noch in der An[[zahl]] der Jahre. Überhaupt ist [[Zeit]] nur in Beziehung auf [[Geschichte]] und deren Umstände zu begreifen und hat mit dem Leben selbst nur hierdurch zu tun.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das entäußerte Leben ist das [[Erleben]], das vom Leben herausgesetzte Lebensereignis, dessen Sinn alleine im Moment wahr ist, ohne Grund und Folge, ohne Geschichte und Erkenntnis, ganz für sich noch als Moment der [[Wahrnehmung]]. Im Erlebnis fließen [[Ereignisse]] zusammen, die aus ihrer Geschichte herausgenommen sind, noch ganz in der Erlebensweise das Leben nur reflektieren, das sie vorgeben können, weil es vorgegeben ist: Affirmation der Lebensform (siehe [[Lebensraum]]).&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Wolfram</name></author>
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		<title>Negative Dialektik</title>
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		<updated>2026-05-24T23:22:52Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Wolfram: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;Erkenntnis, die den Inhalt will, will die Utopie. Diese, das Bewußtsein der Möglichkeit, haftet am Konkreten als dem Unentstellten. Es ist das Mögliche, nie das unmittelbar Wirkliche, das der Utopie den Platz versperrt; inmitten des Bestehenden erscheint es darum als abstrakt. Die unauslöschliche Farbe kommt aus dem Nichtseienden. Ihm dient das Denken, ein Stück Dasein, das, wie immer negativ, ans Nichtidentische heranreicht. Allein erst äußerste Ferne wäre die Nähe; Philosophie ist das Prisma, das deren Farbe auffängt. (Adorno, Negative Dialektik, Suhrkamp 1982, S. 66.)&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;Simultane Synthesis innerhalb der Analyse bei Hegel ist nur Schein – in der Tat wird die Welt zu einer einzigen Begriffstautologie, der in allem sich widerstandslos anschauenden und alles usurpierenden und absoluten Methode des absoluten Geistes entleert. (Negation der Negation) (siehe hierzu auch http://www.krahl-briefe.de)&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es wird in der [[Beurteilung]] der [[Wahrheit]] einer [[Erkenntnis]] niemand dem [[widersprechen]], dass sie einem [[Inhalt]] nachgehen will um dessen Entsprechung zu seiner [[Form]] zu bedenken. So wird hierbei auch schon der Frage nachgestellt und zugleich vorausgeeilt, warum der Inhalt sich nicht so einfach in seiner Form [[erkennen]] lässt, warum also die [[Form]] ihrem [[Inhalt]] nicht unmittelbar entspricht, nicht ihren [[Inhalt]] auch [[wahre]] Erkenntnis [[äußert]]. Nur [[Adorno]] hat das Kunststück geschafft, das &#039;&#039;Konkrete&#039;&#039; als das einfach [[Wahre]] gegen das [[Abstrakte]] seiner [[Gedanken]] zu stellen. Von daher lässt sich der Hegel Adornos leicht in jede mögliche [[Philosophie]] integrieren und wenn man die Marx&#039;sche Kritik an philosophischen [[Interpretationen]] nicht [[begreifen]] kann oder will, wird Marxismus leicht zur Mode einer rein [[philosophischen]] Kritik. Das hat Krahl in seinen Briefen bestens zusammengefasst:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;Einer der charakteristischen Fehlschlüsse der Hegelschen Logik: Weil Identität um als Begriff bestimmt werden zu können, das Denken seines Gegenstands erzwingt, weil das Indifferente mit logischer Denknotwendigkeit dem abstrakten Begriff von Differenz erheischt, der Grund als Grund von dem abhängt, das er nicht ist, nämlich seine Negation, dem Begründeten sollen die Negate auch schon wirklich sein. Die Negation des Identischen jedoch ist nicht schon das positive Nichtidentische. Hegel unterschlägt die konkrete Vermittlung die seine historische Dialektik zu leisten sich abmüht; deren ungeheure Anstrengung verflüchtigt sich im Nichts, wenn die Form sich an sich selber als das unbestimmte Identische auf Grund eben der fehlenden Bestimmungen zum Nichtidentischen, der Materie hypostasiert. Die dialektische Arbeit des Begriffs wird durch den nicht als Problem aufgegangenen Widerspruch des Primats der reinen Form, des proton pseudos alles idealistischen Philosophierens, vernichtet. Der reine Begriff allein sei das Wirkliche. Der Begriff aber ist immer Begriff von etwas, das es selber nicht ist. Er identifiziert Nichtidentisches. Dadurch aber wird nicht nur Unbekanntes zu Bekanntem, sondern die einstmals reine Identität von jenem Fremden auch tangiert. Der Begriff vermag sich nicht von dem materialen Implikat, das seine Dignität als Erkenntnis bestimmt, zu lösen. (siehe hierzu auch http://www.krahl-briefe.de)&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Allerdings kann das &#039;&#039;Negativ&#039;&#039; für Hegel als bloßer Gedanke nur als das schlechthin &#039;&#039;Mögliche&#039;&#039; gelten, das &#039;&#039;an das Nichtidentische heranreicht&#039;&#039; und durch das Prisma der Gedanken in die Geschichte des Denkens eintritt und sich darin zu bewähren hätte (siehe auch [[Idealismus]]). Das war allerdings nichts Neues und hatte schon viele Jahrzehnte der letzten Jahrhunderte die Diskussion um das [[Verhältnis]] im [[Warentausch]] von [[Gebrauchswert]] und [[Tauschwert]] gerat (siehe auch [[Proudhonismus]]). So war ihm – Wie vielen linken Intellektuellen – die marxistische [[Dialektik]] des [[Warentauschs]] zur Struktur einer Wechselwirkung geraten (siehe [[Strukturalismus]]). So verblieb ihm der innere Zusammenhang nur als eine äußerlich mächtige &#039;&#039;Verblendungsmacht&#039;&#039; (siehe [[Verblendungszusammenhang]]) und der [[Warenfetischismmus]] eine [[psychische]] Fehlinterpretation des [[bürgerlichen Bewusstseins]]. Doch nach der Warenanalyse von Marx waren die Verhältnisse des [[Warentauschs]] durch die substanzielle [[Äquivalentform]] des [[Geldes]] aus einer [[Entfremdung]] der wesentliche Produktform des [[Kapitalismus]] bestimmt monach die [[Verhältnisse]] der Menschen sich aus dem [[Verhalten]] ihrer [[Sachen]] bedingen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;Die erste Eigentümlichkeit, die bei Betrachtung der Äquivalentform auffällt, ist diese: Gebrauchswert wird zur Erscheinungsform seines Gegenteils, des Werts .Die Naturalform der Ware wird zur Wertform. [[(MEW 23, S. 70f)]]&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch den [[Wert]] des gesellschaftlichen Äquivalents in der Geldform erscheint im konkreten [[Nutzen]] der Arbeitsprodukte deren [[Gebrauchswert]] nur abstrakt als ihr [[gesellschaftliches]] [[Verhältnis]] der [[Arbeit]], als [[Arbeit]] überhaupt, als bloße [[Tatsache]] ihrer Erzeugung, wie sie eben auf dem Markt [[bewertet]] wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;Es ist also eine zweite Eigentümlichkeit der Äquivalentform, daß konkrete Arbeit zur Erscheinungsform ihres Gegenteils, abstrakt menschlicher Arbeit wird. [[(MEW 23, S. 70f)]]&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese [[Verkehrung]] stellt ihre [[gesellschaftliche]] [[Beziehung]] auf den Kopf und lässt alle Privatarbeiten als Produkt einer gesellschaftliche [[Arbeit]] erscheinen, weil deren [[Vermittlung]] über ihre Äquivalente sich durch ihre gesellschaftliche [[Vermittlung]] gegen die [[Privatheit]] ihrer [[Existenz]] verkehrt, auf dem Markt also nur in ihrer [[verkehrten]] Beziehung sich [[verhält]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;Es ist also eine dritte Eigentümlichkeit der Äquivalentform, daß Privatarbeit zur Form ihres Gegenteils wird, zu Arbeit in unmittelbar gesellschaftlicher Form. [[(MEW 23, S. 70f)]]&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit seiner Umdeutung des [[Warenfetischismmus]] in einen &#039;&#039;[[Verblendungszusammenhangs]]&#039;&#039; wurde die marxistische Ableitung in eine schlichte Küchenpsychologie gewendet und damit die [[Analyse]] [[verkehrter]] [[Verhältnisse]] zu einem [[beliebigen]] Getue schöner Seelen von höherer [[Bildung]] (siehe auch [[Selbstveredelung]]). Der [[wahre]] [[Begriff]] des [[Warenfetischismus]] war [[Adorno]] ebenso unzugänglich wie seinen Anhängern in der [[politischen Kultur]] – in den Geldfetisch des Kapitals verstrickt, dem es völlig gleichgültig ist, wie die Menschen in ihrer verkehrten Welt verkehren. Der [[Gebrauchswert]] galt lediglich als äußerliche [[Bedingung]], und wurde somit zu einem Atribut des [[Tauschwerts]], zum &#039;&#039;Prädikat einer allgemeinen Bestimmung&#039;&#039;, die lediglich selbst nur die [[Abstraktion]] in ihrem [[Widerspruch]] als ein in allem aufgehobener [[Widerspruch]] sein kann. So geriet ihm sein [[abstraktes Denken]] selbst zum Wesen einer [[Gedankenabstraktion]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;Eben weil Hegel von den Prädikaten der allgemeinen Bestimmung statt von dem reellen Ens {Subjekt} ausgeht. und doch ein Träger dieser Bestimmung da sein muß, wird die mystische Idee dieser Träger. Es ist dies der Dualismus, daß Hegel das Allgemeine nicht als das wirkliche Wesen des Wirklich-Endlichen, d. i. Existierenden, Bestimmten betrachtet oder das wirkliche Ens nicht als das wahre Subjekt des Unendlichen. [[(Karl Marx, MEW 1, Seite 224f)]]&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So gerät seinem Denken wie auch schon Hegel eine gedankliche [[Entfremdung]] zum Wirklich-Endlichen, d. i. Existierenden, Bestimmten betrachtet oder das wirkliche Ens (siehe [[Dasein]]) nicht als das wahre [[Subjekt]] des Unendlichen und verwandelt dies zurück in eine philosophische Metapher. Nach dem von Marx erklärten Ende vom [[Sinn]] und Zweck der [[Philosophie]], die nichts anderes als [[Interpretation]] der bestehenden [[Gegebenheiten]] ist, rüstet sich [[Adorno]] zu ihrer Rettung durch den Taschenspielertrick einer [[negativen]] [[Interpretation]], die er gegen das &#039;&#039;[[versöhnliche]] [[Denken]]&#039;&#039; einer [[Analyse]] der [[Abstraktionen]] des herrschenden und also durch derer [[Gewohnheiten]] eines [[mächtigen]] [[Lebens]] stellt. Da wird dann aus der Kategorie des Konkreten auch mal schnell ein neues Verständnis von einer positiven Wahrheit &#039;&#039;als dem Konkreten Unterstellten&#039;&#039; an. Konkretes wird damit selbst schon zum Maß einer positiven Dialektik, die im Gegensatz zur Negation des abstrakten Denkens nun selbst als eine eigene [[positive]] [[Wahrheit]] – als [[Wahrheit]] des [[Lebens]] an sich – gelten soll. Sein [[Denken]], wie es aus dem Jenseits seiner [[Positionen]] gewonnen sein soll verwandelt sich dadurch in einen positiven [[Schein]] der [[Gegebenheiten]] – sie sollen jetzt im positiven Sinn einer [[Spekulation]] des Möglichen [[scheinen]], das als &#039;&#039;Einspruch gegen den Mythos&#039;&#039; der [[Aufklärung]] sich vom &#039;&#039;Gerüst des Vorentschiedenen&#039;&#039; (ebenda) als [[Inhalt]] aller &#039;&#039;[[wahren]] [[Erkenntnis]]&#039;&#039; abhebt. Indem sich [[Adorno]] als ein Philosoph des Möglichen gegen die [[Wirklichkeiten]] der [[Gegenwart]] aus dem Jenseits ihrer [[Verhältnisse]] zu [[verhalten]] sucht [[vermittelt]] er die besonderen [[Reize]] seiner [[Ungewissheiten]], hinter denen sich alles Mögliche verstecken lässt – vor allem eine unendlich [[abstrakte Identität]] der Dichter und Denker. Und damit kam er besonders an, wo er sich gegen das [[Leiden]] an einem &#039;&#039;[[falschen]] Leben&#039;&#039; als Retter und [[Erzieher]] für ein [[richtiges]] [[Leben]] anpreist. Allerdings geht das nur, indem er seine Fiktionen als eine außerweltliche [[Kritik]] am [[gegebenen]] [[Leben]] [[vorstellt]] – indem er ihm also das [[Wesen]] seines außerweltlichen [[Denkens]] verleiht und promoviert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;Die außerweltliche Kritik ist keine Wesenstätigkeit des wirklichen, darum in der gegenwärtigen Gesellschaft lebenden, leidenden, an ihren Qualen und Freuden teilnehmenden menschlichen Subjekts. Das wirkliche Individuum ist nur ein Akzidens, ein irdisches Gefäß der kritischen Kritik, die sich in ihm als die ewige Substanz offenbart. Nicht die Kritik des menschlichen Individuums, sondern das unmenschliche Individuum der Kritik ist Subjekt. Nicht die Kritik ist eine Äußerung des Menschen, sondern der Mensch eine Entäußerung der Kritik, der Kritiker lebt daher völlig außer der Gesellschaft. [[(Karl Marx, MEW 2, Seite 179)]]&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Adorno]] wendet sich gegen die [[Philosophie]] der [[Aufklärung]], der er das Interesse an einer [[Versöhnung]] der Partikularintessen mit dem [[bürgerlichen]] Allgemeininteresse vorwarf. Er befand sie als eine &#039;&#039;operationale Definition&#039;&#039; des bürgerlichen Liberalismus, wie er von [[Immanuel Kants]] begründet wurde. Imperativ ist dabei die Utopie einer gelungenen [[Identität]] von Besonderheiten vorzuwerfen, wodurch eine [[Identität]] in der [[Verallgemeinerung]] (siehe z.B. [[Kategorischer Imperativ]]) eine [[Täuschung]] im [[Widerspruch]] zwischen [[Freiheit]] und sachlicher [[Bedingtheit]] des [[Notwendigen]] fixiert werde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Solche [[Aufklärung]] befand er als die Grundform eines [[bürgerlichen Bewusstseins]], das in der [[Versöhnung]] des besonderen [[Bewusstseins]] eine Vermengung von [[Einzelheit]] und [[Allgemeinheit]], von [[Subjektivität]] und [[Objektivität]] die [[Vortäuschung]] einer Identität durch deren [[Verallgemeinerung]] bewirken würde. Aber nicht eine genaue [[Analyse]] ihrer [[wirklichen]] [[Verhältnisse]], sondern eine [[Kritik]] dieser [[Täuschung]] sei mit der [[Negation]] ihrer [[Gedankenabstraktionen]] [[aufzuheben]]. Durch deren [[Subversion]] könne die [[Wahrheit]] eines [[richtigen]] [[Lebens]] zutage treten und als [[Erkenntnis]] ihrer [[Mimesis]] auf [[Inhalte]] zu ihrer Überwindung hinweisen, die &#039;&#039;nicht von dieser Welt sind&#039;&#039; (siehe auch [[Kunst]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;Gelangt in der These, nur Ähnliches sei dazu fähig, das untilgbare Moment von Mimesis in aller Erkenntnis und aller menschlichen Praxis zum Bewusstsein, so wird solches Bewusstsein zur Unwahrheit, wenn die Affinität, in ihrer Untilgbarkeit zugleich unendlich weit weg, positiv sich selbst setzt. In Erkenntnistheorie resultiert daraus unausweichlich die falsche Konsequenz, Objekt sei Subjekt. (Adorno, Negative Dialektik, Suhrkamp 1982, S. 153f.)(Adorno, S. 153).&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Doch die &#039;&#039;falsche Konsequenz&#039;&#039; ist nichts anderes als die [[Täuschung]] des [[Gedankens]] seiner [[Nichtigkeit]], der [[Adorno]] unterliegt. Jeder [[Widerspruch]] würde sich in [[Nichts]] vereinen, wenn er [[Subjekt]] und [[Objekt]] vertauscht, wenn man ihn als [[Täuschung]] eines Selbstwiderspruch verstehen müsste. Doch [[Nichts]] kann nicht sein; jeder [[Widerspruch]] muss seine [[Substanz]] bewahren und zugleich ihren [[wirklichen]] [[Inhalt]] [[nichten]], ihn [[entwirklichen]] (siehe auch [[tote Wahrnehmung]]). Er [[vertauscht]] seine [[Form]] mit seinem [[Inhalt]] und lässt ihn als ein in sich [[verkehrtes]] [[Wesen]] eines [[abwesenden]] [[Wesens]] [[erscheinen]] (siehe hierzu [[Warenfetischismus]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dagegen wird negative Dialektik absurd, wenn sie den [[Widerspruch]] eine Versöhnung ein &#039;&#039;untilgbare Moment von Mimesis&#039;&#039; wäre und dadurch nicht [[wesentlich]] [[wirklich]], als [[unwirkliches]] [[Wesen]] der [[Wirklichkeit]], als ihr [[wirkliches]] [[Unwesen]] [[begriffen]] werden könne. Nur durch ein [[Bewusstsein]] hiervon ist seine [[Aufhebung]] als [[Veränderung]] der [[Wirklichkeit]] in der [[Erkenntnis]] möglich, dass ein unversöhntes [[Anderssein]] schon in der [[Form]] seines [[Daseins]]enthält un durch Auflösung seiner [[Formbestimmtheit]] immer und überall wirklich werden kann. Dagegen behauptet [[Adorno]] das [[Wesen]] einer [[abstrakten]] [[identität]] (siehe auch [[abstrakt Allgemeines]]) des Denkens bzw. [[Bewusstseins]] selbst, eine [[Falschheit]], die durch richtiges [[Denken]] aufzulösen wäre, wenn diese [[Identität]] als eine totale [[Negation]] des [[Positiven]] sich begründen würde. Er regrediert hierdurch zum [[ewigen]] [[Philosophen]], der sich nicht [[wirklich]] [[aufheben]] kann, weil er sein [[Anderssein]] in sich selbst sucht und durch die Abweisung der [[Position]] sich selbst schon verfolgen muss (siehe hierzu auch [[Subjektkritik]]):&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;Weil aber nur durch Aufhebung jenes Widerspruchs, also durch die erlangte Identität zwischen dem Besonderen und seinem Begriff, das Besondere, Bestimmte zu sich selber käme, ist das Interesse des Einzelnen nicht nur, das sich zu erhalten, was der Allgemeinbegriff ihm raubt, sondern ebenso jenes Mehr des Begriffs gegenüber seiner Bedürftigkeit. Er erfährt es bis heute als seine eigene Negativität. Der Widerspruch zwischen Allgemeinem und Besonderem hat zum Gehalt, dass Individualität noch nicht ist und darum schlecht, wo sie sich etabliert. Zugleich bleibt jener Widerspruch zwischen dem Begriff der Freiheit und deren Verwirklichung auch die Insuffizienz des Begriffs; das Potential von Freiheit will Kritik an dem, was seine zwangsläufige Formalisierung aus ihm machte (Adorno, Negative Dialektik, Suhrkamp 1982, S. 153f).&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So stellte [[Adorno]] dem Interesse der Versöhnung die Entzweiung von [[Idee]] und [[Wirklichkeit]], von [[Begriff]] und [[Sache]] entgegen. Für ihn ist die [[Sache]] erst Sache durch ihren [[Begriff]], der sie schließlich alleine zu identifizieren vermögen könne. Von daher gilt ihm das &#039;&#039;Nichtidentische ... als das vom Allgemeinen reell übergangene Besondere.&#039;&#039; Die Besonderheiten, die der positiv identifizierende Begriff durch seine [[allgemeine]] [[Geltung]] nicht erfassen könne, wäre demnach im Gegensatz des [[Einzelnen]] zum [[Allgemeinen]] das Besondere, das die [[Kritik]] des [[Begriffs]] nötig habe (siehe hiergegen [[Abstraktionskraft]]). Weil [[Adorno]] die [[Widersprüche]] der [[Wirklichkeit]] nur im [[Gedachten]] erkannt wissen will, kann die [[Sache]] auch nicht ihrem [[Begriff]] entsprechen, durch den sie [[ontologisch]] fixiert und beherrscht bleiben müsse (siehe hierzu [[Logik]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Adorno]] rechtfertigt sein philosophisches Verfahren in seinem Buch von der &#039;&#039;Negativen Dialektik&#039;&#039; indem er sas &#039;&#039;Nichtidentische&#039;&#039; des Partikularinteresses dem Allgemeinen einer jedweden [[ontologischen]] Begrifflichkeit als eine negative [[Dialektik]] entgegen stellt, die zur &#039;&#039;Freiheit. Zur Metakritik der praktischen Vernunft&#039;&#039; führen soll, wodurch sich das Besondere zu einer neuen Allgemeinheit entwickeln könne. Daraus bezieht er über seine &#039;&#039;Meditationen zur Metaphysik&#039;&#039; eine Geschichtsphilosophie, die er als Entwurf einer neuen [[Moral]] [[verstanden]] [[wissen]] will.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;„Insgeheim ist Nichtidentität das Telos der Identifikation, das an ihr zu Rettende; der Fehler des traditionellen Denkens, daß es die Identität für ein Ziel hält […] Dialektisch ist Erkenntnis des Nichtidentischen auch darin, daß gerade sie, mehr und anders als das Identitätsdenken, identifiziert. Sie will sagen, was etwas sei, während das Identitätsdenken sagt, worunter etwas fällt, wovon es Exemplar ist oder Repräsentant, was es also nicht selbst ist.“ (Adorno 1966: S. 152, Negative Dialektik, Suhrkamp 1982)&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es entsteht hierbei eine neue [[Position]] über das [[Gegebene]], die im Kopf umdrehen den reinen Intellekt in oine reine [[Selbstgerechtigkeit]] des gereinigten [[Gedankens]] verwandelt, indem sie einen konkreten Boden als [[Grund]] aller [[Wahrheit]] formuliert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Adornos vermeintlich antiontologische [[Wahrheit]] sollte sich als das [[allem gemein]] Bleibende als Ursprünglichkeit aller [[Kulturen]] darstellen. Die habe sich schon im &#039;&#039;Mana&#039;&#039; der &#039;&#039;primitiven Kulturen&#039;&#039; so befunden (siehe [[Adorno]] &#039;&#039;Dialektik der Aufklärung&#039;&#039; &#039;&#039;Begriff der Aufklärung&#039;&#039;), weil sich schon darin das urprünglich Wahre vergesellschaftlicht hätte wie die [[Seele]] ihrer [[Kulturen]] schlechthin. Die habe sich über alle Zeiten hinweg als deren [[Wesen]] über alle [[Lebensräume]] hinweg durch die Kulturgeschichte ihrer Ursprünge [[wahrgemacht]]. Die [[bürgerliche Kultur]] wird aus dieser Sicht als deren Verfälschung durch den &#039;&#039;[[Verblendungszusammenhang]]&#039;&#039; der [[Kulturindustrie]] [[wahrgenommen]]. Weil ein solches quasi [[seelische]] [[Wesen]] &#039;&#039;nicht von dieser Welt ist&#039;&#039; (Adorno) kann es alles überdauern und steht dem Instrumentalismus der [[Moderne]] entgegen. Und so wurde die negative [[Dialektik]] zur [[Selbstdarstellung]] des [[Wesens]] einer [[kulturbürgerlichen]] [[Selbstbeziehung]] der intellektuellen [[Avantgarde]]. Denn die kam schon öfter und kommt auch gegenwärtig [[subversiv]] z.B. im [[Selbstverständnis]] eine modernen [[Kunst]] vor. Deren subversive Kraft stehe daher negativ zur herrschenden [[Wirklichkeit]] des [[Kapitalismus]]. Negative Dialektik will sich also als [[geistige]] [[Negation]] dieser [[Wirklichkeit]] entgegenstellen und deren [[Falschheit]] zersetzen. Weil das Wahre, das in der Kulturgeschichte Unabgegoltene im Allgemeinen sich gleichgeblieben ist, könne dieses sich jederzeit in den Werken der [[Kunst]] als eine überhistorische [[Wahrheit]] gegen die [[Täuschungen]] durch den &#039;&#039;[[Verblendungszusammenhang]]&#039;&#039; gegen die [[falschheit]] des [[Lebens]] gegen eine Kultur der Verblendung als [[Negation]] ihrer [[Dialektik]] wirken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es kann aber eine Unwahrheit nicht einfach das Nichtidentische sein, wie es [[Adorno]] [[verstanden]] wissen wollte. Die Behauptung einer solchen &#039;&#039;Unwahrheit&#039;&#039; verlangt zwangsläufig nach einer &#039;&#039;Wahrheit&#039;&#039;, die total anders ist, als das, was wirkliche Verhältnisse beinhalten können. Sie kann nur den [[Totalitarismus]] einer [[Theologie]] der [[Selbstgerechtigkeit]] forttreiben als der reine [[Gedanke]] eines höheren [[Rechts]] des &#039;&#039;Richtigen&#039;&#039;, also dessen, was nicht &#039;&#039;[[falsch]]&#039;&#039; sein könne - so wie im Himmel also auch auf Erden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der [[Philosophie]] geht es um die Beurteilung einer wissenschaftlichen Urteilskreft, um das Vermögen, die [[Wahrheit]] des [[Wesens]] eines Zusammenhangs zu [[erkennen]], wo dieses in der [[gewöhnlichen]] [[Wahrnehmung]] [[abwesend]] ist. Das verlangt nach der [[Analyse]] der [[Teile]], nach einem [[Wissen]] um das, was sie zusammenhält, auch und gerade weil es nich so sein kann, wie es in seiner [[Wirklichkeit]] gewiss ist (siehe [[sinnliche Gewisssheit]]). In der [[Philosophie]] geht es also um [[Wahrheit]] einer [[Urteilsbildung]], um die Sinnhaftigkeit ihres [[Wissens]] und seiner Schlüssigkeit für [[Schlussfolgerungen]] als eigenständige Wesenheit der [[Wissenschaften]], um die Frage, ob der wesentliche Zusammenhang des [[Gegenstands]] ihres [[Erkenntnisinteresses]] auch [[wirklich]] so [[wahr]] sein kann, wie er [[erscheint]]. Als bloßer [[Gedanke]] wäre [[Denken]] nichts anderes als ein sich [[Vorstellen]], eine mehr oder weniger [[beliebige]] [[Wahrnehmng]], eine [[Abstraktion]] des Denkes als solches, eine reine [[Gedankenabstraktion]]. In seinen Thesen über Feuerbach hat Marx ihm die Urteilskraft als ein gesellschaftliches Vermögen der Erkenntnis dargestellt, das im [[Einzelnen]] nicht wirklich wahr, nicht wirklich [[allgemein]] sein kann:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;Das gesellschaftliche Leben ist wesentlich praktisch. Alle Mysterien, welche die Theorie zum Mystizismus verleiten, finden ihre rationelle Lösung in der menschlichen Praxis und im Begreifen dieser Praxis. Das Höchste, wozu der anschauende Materialismus es bringt, d. h. der Materialismus, der die Sinnlichkeit nicht als praktische Tätigkeit begreift, ist die Anschauung der einzelnen Individuen in der bürgerlichen Gesellschaft. Das Höchste, wozu der anschauende Materialismus es bringt, d. h. der Materialismus, der die die Sinnlichkeit nicht als praktische Tätigkeit begreift, ist die Anschauung der einzelnen Individuen in der bürgerlichen Gesellschaft. Der Standpunkt des alten Materialismus ist die bürgerliche Gesellschaft; der Standpunkt des neuen die menschliche Gesellschaft, oder die vergesellschaftete Menschheit. Die Philosophen haben die Welt nur verschieden interpretiert; es kommt aber darauf an, sie zu verändern. [[MEW Bd.3, S. 533 bis 535]]).&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein bloßer [[Gedanke]] ist für sich nichts anderes als eine [[Interpretation]] als Selbstreflexion des [[Denkens]] überhaupt, als dessen [[Selbstbeziehung]] (siehe hierzu auch [[hermeneutischer Zirkel]]). An sich und für sich genommen ist [[Wahrheit]] die [[Identität]] einer [[Erkenntnis]] von dem was ist mit der [[Wirklichkeit]] seines [[Daseins]], wie es im [[Einzelnen]] und [[allgemeinen]] [[Sosein]] auch [[wirklich]] identisch bleibt und also wahr ist weil es seinem [[Wesen]], seiner [[Natur]] auch [[wirklich]] entspricht. Von daher gibt es keine [[einzelne]] und auch keine [[allgemeine]] [[Wahrheit]] an sich und durch sich. Jede ist nur durch die andere und auf diese [[bezogen]] und durch diese [[vermittelt]]. Und deren [[Erklärung]] macht die [[theoretische]] Konsistenz einer [[Wissenschaft]] aus. Deshalb ist [[Wahrheit]] nur im [[Ganzen]] einer [[Wirklichkeit]] zu erkennen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Adornos]] politische [[Philosophie]] hat sich daher durch ein besonderes [[Verständnis]] von [[Wahrheit]] und [[Identität]] hervorgetan, woraus er den [[Begriff]] des Nichtidentischen als Kategorie einer Unwahrheit entwickelte, deren [[Kritik]] nur mit einer [[negativen Identität]] durch eine [[Negative Dialektik]] möglich sei. Wesentlich für eine Befragung der [[Wahrheit]] ist die Feststellung, dass das [[Identische]] an sich schon einen [[Widersinn]] beinhaltet: Eine [[Wahrheit]] an sich gibt es nicht. [[Identität]] ist lediglich eine [[Reflektion]] der [[Erkenntnis]] gegen [[Täuschung]] und kann nur durch die Entdeckung vertauschter [[Inhalte]] sich bewähren. Und so kann das Gegenteil der Wahrheit nur ihre [[Fremdbestimmung]] durch [[vertauschte]] [[Inhalte]] sein, die sowohl [[politisch]] als [[gesellschaftliche]] Formationen des [[Warentauschs]] oder [[psychisch]] als [[Täuschung]] der [[Wahrnehmung]] von Menschen sein, die diese zur [[Selbstentfremdung]] [[bestimmen]]. Es handelt sich hierbei um ein inneres [[Verhältnis]] der Menschen zu sich und zu andern in [[zwischenmenschlichen Verhältnissen]] - und nicht um einen [[&#039;&#039;Verblendungszusammenhang&#039;&#039;]] einer zweckbestimmten [[Kommunikationsindustrie]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn aber Wahrheit nur im Ganzen zu erkennen ist, wie das Hegel festgestellt hatte, wenn [[Wahrheit]] auch wirklich nur die [[Identität]] einer [[Erkenntnis]] von dem was sein kann, was mit der [[Wirklichkeit]] seines [[Daseins]], wie es im [[einzelnen]] und [[allgemeinen]] [[Sosein]] auch [[wirklich]] wahr ist, so muss sie eine Aussage über das Ganze, eine Logik eines unwahren Systems beschreiben können. Und darin hatte [[Adorno]] darin [[Totalitarismus]] des Denkens begriffen haben wollen, das er ein absolutistisches [[Interesse]] unterstellte und dies deshalb im Gegensatz zum [[historischen Materialismus]] von Karl Marx mit der Behauptung stellte, dass das [[Ganze]] überhaupt nur der Anspruch eines [[totalitären]] Denkens wäre und deshalb die Unwahrheit schlechthin sei. Obwohl er das Denken von Karl Marx und Ludwig Feuerbach im Großen und Ganzen hernahm, wenn er sich damit als kritischer Theoretiker vorstellen konnte (siehe [[Kritische Theorie]]), stellte er deren [[Kritik&amp;lt;(a)&amp;gt; hinterrücks einfach wieder auf den Kopf, Dieses Unterfangen war allerdings längst von Karl Marx in der Auseiandersetzung mitLudwig Feuerbachausführlich beantwortet worden (siehe hierzu auchFeuerbachthesen):]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;Feuerbach ist der einzige, der ein ernsthaftes, ein kritisches Verhältnis zur Hegelschen Dialektik hat und wahrhafte Entdeckungen auf diesem Gebiete gemacht hat, überhaupt der wahre Überwinder der alten Philosophie ist. Die Größe der Leistung und die geräuschlose Einfachheit, womit F[euerbach] sie der Welt gibt, stehn in einem wunderlichen Gegensatz zu dem umgekehrten Verhältnis. Feuerbachs große Tat ist: 1. der Beweis, daß die Philosophie nichts andres ist als die in Gedanken gebrachte und denkend ausgeführte Religion; eine andre Form und Daseinsweise der Entfremdung des menschlichen Wesens; also ebenfalls zu verurteilen ist; 2. die Gründung des wahren Materialismus und der reellen Wissenschaft, indem Feuerbach das gesellschaftliche Verhältnis des Menschen zum Menschen ebenso zum Grundprinzip der Theorie macht; 3. indem er der Negation der Negation, die das absolut Positive zu sein behauptet, das auf sich selbst ruhende und positiv auf sich selbst begründete Positive entgegenstellt. Feuerbach erklärt die Hegelsche Dialektik – (und begründet dadurch den Ausgang vom Positiven, vom Sinnlich-Gewissen) – folgendermaßen: Hegel geht aus von der Entfremdung (logisch: dem Unendlichen, abstrakt Allgemeinen) der Substanz, der absoluten und fixierten Abstraktion. – D.h. populär ausgedrückt, er geht von der Religion und Theologie aus. Zweitens: Er hebt das Unendliche auf, setzt das Wirkliche, Sinnliche, Reale, Endliche, Besondre (Philosophie, Aufhebung der Religion und Theologie). Drittens: Er hebt das Positive wieder auf, stellt die Abstraktion, das Unendliche, wieder her. Wiederherstellung der Religion und Theologie. Feuerbach faßt also die Negation der Negation nur als Widerspruch der Philosophie mit sich selbst auf, als die Philosophie, welche die Theologie (Transzendenz etc.) bejaht, nachdem sie dieselbe verneint hat, also im Gegensatz zu sich selbst bejaht. Die Position oder Selbstbejahung und Selbstbestätigung, die in der Negation der Negation liegt, wird für eine ihrer selbst noch nicht sichere, darum mit ihrem Gegensatz behaftete, an sich selbst zweifelnde und darum des Beweises bedürftige, also nicht durch ihr Dasein sich selbst beweisende, als nicht eingestandne Position gefaßt und darum ihr direkt und unvermittelt die sinnlich gewisse, auf sich selbst gegründete Position entgegengestellt. Aber indem Hegel die Negation der Negation – der positiven Beziehung nach, die in ihr liegt, als das wahrhaft und einzig Positive, der negativen Beziehung nach, die in ihr liegt, als den einzig wahren Akt und Selbstbetätigungsakt alles Seins – aufgefaßt hat, hat er nur den abstrakten, logischen, spekulativen Ausdruck für die Bewegung der Geschichte gefunden, die noch nicht wirkliche Geschichte des Menschen als eines vorausgesetzten Subjekts, sondern erst Erzeugungsakt, Entstehungsgeschichte des Menschen ist. [[(Marx in MEW 40, Seite 568ff)]]&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weil [[Adorno]] als [[Kritiker]] des [[Positivismus]] zugleich den Ausgangspunkt der [[Kritik]] schon im [[reinen]] [[Denken]] [[begriffen]] haben wollte, hatte er sein Denken gegen jeden positiven Ausgang gestellt und damit eine [[&#039;&#039;Negativen Dialektik&#039;&#039;]] begründet. Hierdurch konnte er sich als durch sich selbst schon freien Denker [[popularisieren]] und seine [[Kritik]] mit seiner alles überwindenden [[Philosophie]] einer [[negativen]] [[Wahrheit]] bestimmen. Und dies durch eine spärlichen, weil [[abstrakt]] verbleibenden Einwand eines freien und also [[unendlichen]] Intellekts einer gedanklichen [[Ewigkeit]], der sich selbst überwinden sollte, um seine Positivität aus sich heraus oder durch die Jenseitigkeit einer [[künstlerischen]] [[Empfindung]] zu [[entwickeln]]. So wurde er vor allem selbst zur Kultfigur von [[bildungsbürgerlichen]] Literaturkonsumenten und deformierte im Bezug auf die theoretischen Grundaussagen von Marx mit seinen Rückgriff auf den [[Begriff]] des [[Warenfetischismus]] zum Hinterhalt einer im Grunde antimarxistischen [[Theorie]] bei, die seiner [[Negativen Dialektik]] mit seinem [[Verstand]] von einem richtigen, einem gegen das [[Falsche]] bereinigten [[Leben]] einen [[revolutionären]] [[Totalitarismus]] des teinen [[Denkens]] einhauchte. Mit seinem [[Verstand]] vom &#039;&#039;richtigen Leben&#039;&#039; sollten schließlich die [[wirklichen]] [[Verhältnissen]] des [[Warentauschs]] und des hierdurch [[fetischisierten]] [[Bewusstseins]] zumindest [[psychologisch]] identifizierbar und ebenso überwindbar sein (siehe hierzu [[Subjektkritik]])&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für [[Hegel]] ist das [[Allgemeine]] seiner [[dialektischen]] [[Logik]] das mit sich [[Identisch]] bleibende als eine zugleich negative Einheit der Verhältnisse, die nach Veränderung durch ein gemeinsames Dritten als [[Position]] seiner Erneuerung verlangt. Seine [[Begriffsbildung]] enthält vor allem die [[Wahrheit]], dass sie die gegensinnige [[Identität]], eine [[widersinnige]] &#039;&#039;Einheit des Widerspruchs&#039;&#039; als [[Dilemma]] einer tautologisch gewordenen [[Geschichte]] auffaste, die sich solange im Kreise dreht, bis sie ihren [[Widersinn]] durch die [[Positionen]] einer [[negativen Identität]] durch ihre Selbstveränderung zu einem [[Anderssein]] überwinden hätte, das zugleich durch die Verdopplung ihrer [[Negation]], durch die [[Negation]] der [[Negation]] zu einer höheren Besonderheit des [[Allgemeinen]] sich aufheben und mit der [[Aufhebung]] ihrer negativen [[Allgemeinheit]] fortentwickeln soll. Dies allerdings war längst schon von Karl Marx in der Auseiandersetzung mit [[Ludwig Feuerbach]] ausführlich kritisiert worden (siehe hierzu auch [[Feuerbachthesen]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der [[Widersinn]] der hegelianischen [[Dialektik]] führt bei [[Adorno]] somit nur zur [[Verselbständigung]] eines bloßen [[Gedankens]] zur allmächtigen [[Negation]] der herrschenden [[Positionen]] und wird bei ihm vor allem zu einem [[Sinn]] des [[abstrakten]] [[Denkens]], zu seiner [[Philosophie]] und von daher zu einem übernatürlichen, rein [[logischen]] Dualismus zwischen [[Täuschung]] und [[Wahrheit]] im [[Dasein]] der Menschen, das sich zugleich im Postulat einer unbestimmten Vermitlung zu einer bestimmten [[Unmittelbarkeit]] verewigt. Von daher war es für den Hegelianer [[Adorno]] leicht, darin selbst das negative Element eines [[Widerspruchs]] als Wesen seiner Emanzipation zu behaupten. Für Karl Marx ist ein [[Widersinn]]der praktische [[Grund]] des [[Denkens]] und daher als Sinn eines [[Zweifels]] nur der [[äußere]] [[Grund]], nicht aber der Inhalt seiner Analyse (vergleiche hierzu [[&#039;&#039;Über die Grundlagen und Ziele der Marx&#039;schen Dialektik in der Entwicklung der Wertform&#039;&#039;]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dem [[identitären Denken]] eines [[totalitären]] Alltagsverstandes sublimer [[Heilserwartungen]] wollte [[Adorno]] seine [[Philosophie]] als negative [[Dialektik]] entgegenstellten, mit der er innerhalb des philosophischen Diskurses die positive Philosophie, die allseitig beliebige [[Versöhnlichkeit]] des [[Positivismus,]] das Bestreben einer wissenschaftlichen Selbstbereinigung der politischen [[Wirklichkeit]] treffen wollte. Es ging ihm um die damit [[verdrängte]] [[Wahrheit]], die durch den [[Verblendungszusammenhang]] einer kritiklosen [[Kulturindustrie]] sich als politische Gewalt des Alltagsverstandes als ein sublimer Totalitarismus durchsetzt, indem er sich in den [[politischen]] [[Charakteren]] der bürgerlichen [[Selbstwahrnehmung]] verfestigt und über ihre [[Kultur]] [[gesellschaftlich]] wirksam wird (siehe auch [[autoritärer Charakter]]). Seine Darstellung der damit [[negierten]] Gedanken sollte als [[kritische Theorie]] gegen das [[fetischisierte]] [[Bewusstsein]] der [[bürgerlichen Kultur]] auftreten, das [[Grauen]] ihres Bestrebens aufdecken und die darin freigelegte [[Geschichte]] [[emanzipieren]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;Weil Geschichte als Korrelat einheitlicher Theorie, als Konstruierbares nicht das Gute, sondern eben das Grauen ist, so ist Denken in Wahrheit ein negatives Element (Adomo/Horkheimer Dialektik der Aufklärung, S. 201)&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Adornos]] [[Dialektik]] wendet sich gegen das [[Grauen]] einer theoretischen Einheit, einer Theorie, die ihre [[Wahrheit]] im [[Ganzen]] durch ihre Konsistenz beweisen müsst. Sie soll die [[Güte]] des richtigen [[Denkens]] als Inbegriff einer negativen [[Wahrheit]] gegen eine [[falsche]] Welt entwickeln, ohne sich hierbei explizit mit dem Material ihrer [[Gegenwart]] und mit dessen wirklicher Verhältnismäßigkeit zu befassen. Die Brutalität des Fschismus galt ihm schlicht &#039;&#039;undenkbar&#039;&#039;. Aber jede [[Theorie]] fällt in ihrem [[Denken]] auf ihre [[Bedingtheit]] zurück, wenn sie diese in keinen wirklichen Zusamenhang bringt und deren [[Widersprüche]] erklärt. Solches [[Denken]] macht dann getrennt von seinem [[Gegenstand]] sich selbst wesentlich, obwohl es eigentlich nur spekulieren kann, im Nebeneinander der Erscheinungen deren Existenzformen für sich belassen muss und in seinen [[Erkenntnissen]] zwar subjektiv brillieren kann, dabei aber beliebig in deren Begreifen bleibt, weil sie ihren Begriff schon durch sich selbst vor einer Analyse ihrer [[Wirklichkeit]] hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Begründet wurde das vor allem mit dem Ideologieverständnis von [[Adorno]], der[[Ideologie]] als das Innere des gesellschaftlichen Seins begriffen wissen wollte und damit im Jenseits der materiellen Bedingheit von Geschichte einem [[Konstruktivismus]] das Wort redete, der keine materielle Auseinandersetzung der [[Klassengegensätze]] wirklich nötig hätte. Seine [[Negative Dialektik]] konnte deshalb sich auch leicht hiervon abheben und dennoch als &#039;&#039;ablösbare Schicht&#039;&#039; zu einer bloßen Frage des reinen [[Denkens]] gegen das [[Falsche]] werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;Ideologie überlagert nicht das gesellschaftliche Sein als ablösbare Schicht, sondern wohnt ihm inne.(Adorno, Negative Dialektik)&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das [[Falsche]] ist daher für [[Adorno]] letzlich als Gedanke da (siehe [[Dasein]]), der sich dinglich verhält. Es sei schlichter [[Fetisch]] einer [[Verdinglichung]] des Denkens, fetichisiertes Denken als [[Bewusstsein]] das durch den [[Warenfetischismus]] nicht einfach [[verkehrte]] Reflexion, sondern selbst [[verdinglichtes]] [[Dasein]] wäre. Doch wie kann Denken selbst als unmitelbar &#039;&#039;gesellschaftliches Sein&#039;&#039; begriffen, zu einem [[Ding]] seines Begriffs werden? [[Adorno]] verführt den von sich selbst abgelösten [[Verstand]] zur Salto Mortale eines kritischen [[Idealismus]], der auf Hegels Idee vom Weltgeist zurückkommen will, um einem von Hegel emanziperten marxistischen [[Selbstverständnis]] die bürgerliche Abscheu zu vermitteln, wodurch jeder [[Kleinbürger]] zum Weltendenker werden kann, wenn er seine &#039;&#039;falsche [[Subjektivität]]&#039;&#039; über die &#039;&#039;Phänomenologie des Geistes&#039;&#039; hinter sich gelassen hat. Mit dem Begriff der [[Verdinglichung]] enthebt er sich ihrer bürgerlichen Stringenz und muss nicht mehr [[erkennen]], dass er sich mit einer regressiven [[Kritik der politischen Ökonomie]] hinter einer kritischen [[Philosophie]] verschanzt, die ihn über die Reaktion der [[kritischen Theorie]] zur [[Theorie]] seiner [[Kritik]] über negative Dialektik schmerzlos von jeglicher [[Gegenständlichkeit]] seines [[Lebens]] befreit (siehe [[reaktionäres Bewusstsein]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und mit dem Begriff der [[Verdinglichung]]geht das relativ einfach: Dem [[Ding]] sieht man nicht an, woher es kommt. Es kann auch für vielerlei Beziehungen sein, ohne eine bestimmte [[Beziehung]] zu [[verwirklichen]], hat also keinerlei [[wirkliche]] [[Gegenständlichkeit]], ist bloßes [[Fakt]]. schlichte [[Tatsache]] einer materiellen [[Existenz]] als Wertding (siehe [[Wertform]]). Das unterscheidet es von der [[Sache]], die immer eine Art von [[materieller]] [[Gegenständlichkeit]]für die Menschen ist. Als [[Ware]] ist jedes Ding einfach durch seine [[Nützlichkeit]]für das [[Wirtschaften]] in der [[bürgerlichen Gesellschaft]] da (siehe [[Dasein]]); als [[Sache]] trägt die [[Ware]]daher zugleich [[Sinn]] von und für die Menschen, ist durch ihre [[Kultur]] wie durch ihre [[Wirtschaft]], durch ihren [[Sinn]] und durch ihren [[Nutzen]] zugleich bestimmt. Von daher ist es eigentlich nicht richtig, den [[Warenfetischismus]] mit &#039;&#039;[[Verdinglichung]]&#039;&#039; zu umschreiben (siehe [[Theodor W. Adorno]]), denn er beruht nicht auf der Dinglichkeit der Sache sondern auf der Versachlichung des Menschen durch die Vermenschlichung seiner [[Sache]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Alleine schon durch deren Negation, durch eine negative [[Dialektik]] will [[Adorno]] eine mächtige [[Subjektivität]] im [[Widersinn]] der [[Gedanken]] gegen die Beschädigungen des [[Lebens]] durch das [[Kapital]] entwickelt haben. Dessen substanzielle [[Analyse]] erscheint hierdurch unnötig, weil der radikale [[Gedanke]] (siehe [[Moishe Postone]]) selbst schon das wesentliche Moment der Befreiung der Menschen sei (siehe auch [[Gedankenabstraktion]]). [[Adorno]] hatte es fertig gebracht, solche Substanzlosigkeit eines voraussetzungslosen Aufgreifens der [[Tatsachen]] des [[Lebens]] auf Karl Marx zu beziehen, der gerade darin die Verfahrungsweise des [[abstrakten]] [[Denkens]] der [[bürgerlichen Wissenschaft]] als Wesenskern ihrer [[Begriffsbildung]] gesehen, verstanden und beschrieben hatte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;Auf keinem Gebiete die Substanz voraussetzen ... heißt: kein vom Denken unterschiedenes Sein, keine von der geistigen Spontaneität unterschiedene Naturenergie, keine vom Verstand unterschiedene menschliche Wesenskraft, kein von der Tätigkeit unterschiedenes Leiden. [[(Karl Marx, MEW Bd. 2, S. 150)]]&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kritik]] ist zunächst immer erst mal nur Abgrenzung, Unterscheidung und schließlich [[Grund]] für eine [[Analyse]]. Aber kritisches [[Denken]], das sich selbst schon gegen seinen [[Gegenstand]] als Ganzes seines theoretischen und praktischen Verhaltens positioniert, wurde von [[Adorno]] in diesem Sinne mit der Philosophie eines jenseitigen, eines subkulturellen Denkens versehen, das sich selbst unmittelbar als [[Negation]] gegen [[Positionen]] der praktischen Lebenswelten stellt. Es will sich darin als Moment einer diesseitigen Wirklichkeit des [[Grauens]] verstehen (siehe hierzu auch [[Friedrich Nietzsche]]), indem es jede &#039;&#039;Einheit&#039;&#039; als Formation einer &#039;&#039;Versöhnung&#039;&#039; von sich [[ausschließt]], indem [[Adorno]] behauptet, dass es keine &#039;&#039;wahre Wirklichkeit&#039;&#039; und kein &#039;&#039;wahres Leben&#039;&#039; und keinen &#039;&#039;wahren Menschen&#039;&#039; gibt. Damit wird die Wahrheit des kritischen Denkens (siehe [[kritische Theorie]]) zu einer ungeheuerlichen Behauptung, dass es den Menschen und seine Gesellschaft an sich noch garnicht wirklich geben könne, und von daher in das jenseitige Denken einer Zukunft des wahren [[Lebens]] entführt. Solche [[Wahrheit]] kann allerdings nicht [[materiell]] sein, ist auf das [[abstrakte]] [[Gewissen]] einer [[philosophischen]] [[Identität]] angewiesen, wie es besonders im rein [[politischen]] Antinationalismus von den [[Antideutschen]] ausformuliert worden war und ihre [[Einheit]] mit Argumenten von [[Adorno]] politisch als konkrete Negation der herrschenden Volkstümlichkeit überwinden wollten (siehe [[Negative Dialektik]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber überhaupt ist schon &#039;&#039;[[Einheit]]&#039;&#039; die [[Abstraktion]] einer [[Widersinnigkeit]], worin [[Gegensätze]] schon vor ihrer [[Verwirklichung]] [[aufgehoben]] sind, worin also [[gleich geltende]] [[Beziehungen]] als [[Verhältnis]] [[allem gemein]] und [[abstrakt]] zugleich wird (siehe [[abstrakt Allgemeines]]), sich [[inhaltlich]] also in ihrer [[Form]] [[identisch]] bleiben und sich in der Gegensätzlichkeit ihrer Inhalte [[widersprechen]] und hierdurch [[Widersinnigkeiten]] der [[Form]] nach schon rein [[sprachlich]] vereinigt sind. [[Versöhnung]] kann hierdurch auch als [[Formbestimmung]] das Maß für viele unterschiedliche [[Quanten]] der Einheit sein, worin ihr [[qualitatives]] [[Dasein]] unterschiedslos vereint ist, weil [[alles zwischen]] Allem ist. Aber genau dies wird von [[Adorno]] schlicht ausgeblendet, weil er mit seiner [[Negativen Dialektik]] auf ein [[allgemein]] [[entäußertes]] [[Subjekt]] mit der dubiosen [[Negation]] einer [[schlechten Unendlichkeit]] der [[Begrifflichkeiten]] der [[bürgerlichen Kultur]] überlässt und von damit alle [[Gegenwart]] und [[Wirklichkeit]] einer [[revolutionären]] [[Geschichte]] schlichterdings disqualifiziert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Unterschied zu den Marxisten, die sich auf die Kritik der politischen Ökonomie auf der Basis der [[Arbeitswerttheorie]] beziehen, behaupten das diese &#039;&#039;Postmarxisten&#039;&#039; als falsch, bzw. von Marx &#039;&#039;eigentlich&#039;&#039; nicht als substanzielle Werttheorie gemeint, wenn, dann als &#039;&#039;Schwäche&#039;&#039; seiner [[Theorie]]. [[Wert]] selbst sei bloßer Widerspruch, Denkform als solche, reine [[Ideologie.]] Und damit sei die [[Realabstraktion]], die er betrieb, unmittelbar auch bloße [[Gedankenabstraktion]]. Das ist der Kern ihres neuen &#039;&#039;Materialismus&#039;&#039;, für welchen die [[Abstraktion]] des Wertverhältnisses nicht materiell von etwas abstrahieren, sich als bloßes Quantum gegen ihre stoffliche Qualität verselbständigen, sondern selbst keine andere Wirklichkeit als die des Gedankens habe und also selbst als bloße [[Mythologie]] Gegenstand der Kritik sei. Denken stehe darin zu sich als Erscheinung seiner selbst:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;Das Denken ist Erscheinung eines als das Unwesen zu dechiffrierenden Wesens, das ohne diese seine Erscheinung nicht sein könnte: Es ist die Bestimmung dieses Wesens, zu erscheinen, um zu sein. Das Denken ist keine Ableitung minderer Güte und Qualität – es ist Erscheinung des Wesens in seiner sich an sich selbst verhüllenden Qualität. Es produziert notwendig falsches Bewußtsein, weil keine andere Form des Bewußtseins einer in sich verkehrten Gesellschaft zu haben ist, weil anders denn notwendig falsch der Wert als negative Synthesis nicht in Gedanken zu bringen ist, weil anders der Wert als Inbegriff der Identität von Identität und Nichtidentität nicht in einen Kopf passen mag. (aus dem Papier [[Das Konzept Materialismus]] von der Initiative Sozialistisches Forum)&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Kopf also sei der Austragungsort der Widersprüche des Kapitalismus, an welchem jede stoffliche Wirklichkeitsform aufgehoben sei und seine &#039;&#039;[[Identität]]&#039;&#039; aus dem &#039;&#039;Widerspruch&#039;&#039; von &#039;&#039;Identität und Nichtidentität&#039;&#039; bestünde - ein Widersinn in sich, der nötig ist, wenn [[Wirklichkeit]] als Denkformation hergenommen wird. Die Identität des Denkens sei die ausschließliche [[Identität]] und Widerspruchsform der gesellschaftlichen Verhältnisse. Solchem [[identitäres Denken]] ist der [[Begriff]] reines Material seiner selbst. Mit solchem Verstand konnte [[Adorno]] konnte mit seiner Dalektik seine Distanz zu ihrem Gegenstand nicht überwinden, weil er ihn nicht subjektiv, nicht [[substanziell]] historisch begreifen konnte und daher [[nichtig]] verstehen musste (siehe auch [[nichts]]):&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;Der Hauptmangel alles bisherigen Materialismus - den Feuerbachschen mit eingerechnet - ist, daß der Gegenstand, die Wirklichkeit, Sinnlichkeit, nur unter der Form des Objekts oder der Anschauung gefaßt wird; nicht aber als menschliche sinnliche Tätigkeit, Praxis, nicht subjektiv. Daher geschah es, daß die tätige Seite, im Gegensatz zum Materialismus, vom Idealismus entwickelt wurde - aber nur abstrakt, da der Idealismus natürlich die wirkliche, sinnliche Tätigkeit als solche nicht kennt. Feuerbach will sinnliche, von den Gedankenobjekten wirklich unterschiedene Objekte; aber er faßt die menschliche Tätigkeit selbst nicht als gegenständliche Tätigkeit. ([[Feuerbachthesesen, MEW Bd.3, S. 533 bis 535]])&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch eine [[Kritische Theorie]], die ihre Philosophie nicht verlassen kann, die sich nicht selbst negieren kann, macht sich die [[Vernunft]] des Richtigen gegen das [[Falsche]]zu eigen und fällt von daher in eine abstrakte [[Wahrheit]] zurück, die ihren [[Gegenstand]] nicht [[wirklich]] [[begreifen]] kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;Die Frage, ob dem menschlichen Denken gegenständliche Wahrheit zukomme, ist keine Frage der Theorie, sondern eine praktische Frage. In der Praxis muß der Mensch die Wahrheit, d. h. die Wirklichkeit und Macht, die Diesseitigkeit seines Denkens beweisen. Der Streit über die Wirklichkeit oder Nichtwirklichkeit eines Denkens, das sich von der Praxis isoliert, ist eine rein scholastische Frage.([[Feuerbachthesesen, MEW Bd.3, S. 533 bis 535]])&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anstelle der Wahrheit einer kritischen Analyse der Wirklichkeit, die in ihren Widersprüchen nicht einfach nur [[Grauen]] sondern Entbehrung und [[Entfremdung]] darstellt, wird ein jenseitige [[Denken]] zum Schöpfungsakt des Wahren und Schönen erhoben, der erst durch eine gedachte [[Negation]] in einer [[Wahrheit]] des wirklichen Menschseins ein wahres [[Leben]] aufgehen wird (siehe hierzu auch [[Selbstveredelung]]), indem es den Schaden seiner [[Selbsttäuschungen,]] den [[Verblendungszusammenhang]] eines &#039;&#039;beschädigten Lebens&#039;&#039; aus seiner kapitalistischen [[Verdinglichung]] herausnimmt und überwindet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hierzu behauptete er, dass der &#039;&#039;Funktionszusammenhang&#039;&#039; der kapitalistischen Gesellschft den &#039;&#039;[[Klassenkampf]] alten Stils&#039;&#039; durch seine &#039;&#039;Strukturen unsichtbar&#039;&#039; gemacht habe und &#039;&#039;die Manifstationen des Klassenverhältnisses&#039;&#039; weitgehnd in &#039;&#039;Strukturproblemen&#039;&#039; aufgegangen sei. Das sei zwar nicht neu, sondern durch eine &#039;&#039;objektive Doppelstellung des Proletariats präformiert&#039;&#039;, weshalb &#039;&#039;autonome Subjekte&#039;&#039; nurmehr &#039;&#039;außerhalb des Begriffs einer Gesellschaft, die eine des Freien und Mündigen sein wollte&#039;&#039; existieren würden. Die &#039;&#039;Doppelstellung des Proletariats&#039;&#039; eröffnet die Möglichkeit, den [[Doppelcharakter]] der kapitalisierten Arbeit :in die Menschen selbst zu verlegen, so dass sie de facto nurmehr als Funktionäre zweier gegensätzlicher Interessen auftreten könen: als [[Subjekte]] wie [[Objekte]] der Gesellschaft, als [[Dualismus]] eines ökonomisch bestimmte Wesens auf der einen Seite, das zugleich als ein soziologisch bestimmtes Wesen auf der anderen Seite zu verstehen ist. Damit ist die [[Dialektik]] von [[Subjekt]] und Objekt nurmehr als Strukturproblem (sieh hierzu auch [[Systemtheorie]]), der Mensch &#039;&#039;unsichtbar&#039;&#039; und die Menschheit als [[Ding]] des Kapitals zu betrachten, gegen dessen [[Verdinglichung]] mit einer negatven Dialektik entgegen zutreten sei.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;Der Klassenkampf alten Stils, im Sinn des Marx&#039;schen Manifests, ist, einem Wort von Brecht zufolge, virtuell unsichtbar geworden. Seine Unsichtbarkeit selber ist nicht zu trennen von den Strukturproblemen. Tatsächlich sind die Manifestationen des Klassenverhältnisses in weitem Maß in den Funktionszusammenhang der Gesellschaft eingebaut worden, ja als Teil ihres Funktionierens bestimmt. Das allerdings ist insofern kein Novum, als die GeseIlschaft sich nicht nur trotz des Klassenverhältnisses am Leben erhielt, sondern durch es hindurch. Die Entwicklung war teleologisch in der objektiven Doppelstellung des Proletariats zur bürgerlichen Gesellschaft präformiert. Einerseits waren die Proletarier in der Periode, die Marx und Engels vor Augen stand, Objekte der Ausbeutung, nicht autonome Subjekte des gesellschaftlichen Gesamtprozesses. Sie existierten außerhalb des Begriffs einer Gesellschaft, die eine von Freien und Mündigen sein wollte. (Th.W.Adorno Gesammelte Schriften bd. 8, Suhrkamp 1972, S. 183)&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was [[Adorno]] aber beschreibt, ist eine Gesellschaft, die überhaupt nur durch dingliche Verhältnisse als Strukturzusammenhang erscheint und hierdurch nur die Erscheinungsform der [[Entfremdung]] des Menschen von seiner Geselschaft, vom [[Wert]] der Strukturen des [[Lebens]] für das [[Kapital]], nicht ein wirkliches Verhältnis der Menschen und der [[Dinge]] sein kann. Marx hatte mit dem Begriff des [[Warenfetischismus]] eine Gesellschaft beschrieben, in der alle natürlichen Verhältnisse nur als Erscheinungsform ihres Gegenteils sich aufeinander beziehen, der &#039;&#039;Gebrauchswert als Erschungsform des Werts&#039;&#039;, &#039;&#039;konkrete Arbeit zur Erscheinungsform ihres Gegenteils, abstrakt menschlicher Arbeit&#039;&#039; und &#039;&#039; Privatarbeit zur Form ihres Gegenteils wird, zu Arbeit in unmittelbar gesellschaftlicher Form.&#039;&#039; [[(MEW 23, S. 70f)]], die sich nurmehr in gesellschaftlichen [[Strukturen]] äußern kann. [[Adorno]] ist damit voll und ganz dem [[Warenfetischismus]] erlegen, den er bekämpfen will und dem er nun subjektiv eine &#039;&#039;wahre Autonomie&#039;&#039; des Menschen zumutet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch die Kritik des [[bürgerlichen Subjekts]] (siehe [[Subjektkritik]]) durch die Kritik eines [[&#039;&#039;fetischierten Bewusstseins&#039;&#039;]] sei der &#039;&#039;freie und mündige Bürger&#039;&#039; als das autonome, also gesellschaftlich unabhängige Subjekt herauszuarbeiten und zu einem &#039;&#039;revolutionären Subjekt&#039;&#039; zu entwickeln. Mit einer solchen Begründung wollte sich [[Adorno]] von der &#039;&#039;Doppelstellung&#039;&#039; der [[Ausbeutung]] des Menschen und der [[Natur]] abwenden und eine quasi [[systemtheoretische]] Soziologie begründen, die sich ganz dem &#039;&#039;freien und mündigen Bürger&#039;&#039; verschrieb.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weil der lebende Mensch aber natürlich nicht das eine oder andere der [[Widersprüche]] seiner Existenz sein kann und auch durch diese in seinem ganzen Leben bestimmt, dazu verurteilt ist, dass sie sich in ihm [[ganz]] vereinen, um sich durch ihn zu veräußern und äußerlich erfahrbar zu werden (siehe [[Logik]]), könnte er sich nur selbst aufheben, wenn er sein Denken und Handeln aus einer bloßen Negation heraus betreiben müsste. So ergab sich durch die Negative Dialektik von [[Adorno]] gerade durch ihre auf sich selbst, auf eine reine [[Selbstbeziehung]] reduzierte [[Ausschließlichkeit]] der Wahrheit eines negativen Seins eine hintersinnige [[Identität]] von [[Geschichte]] und [[Theorie]], von [[praktischem]] und [[theoretischem Bewusstsein]], durch die &#039;&#039;[[täuschend]] echt&#039;&#039; wirken konnte, was die [[Kritik]] der [[Wirklichkeit]] mit sich selbst identifizierte. Was Marx sls [[Wesen]] der [[Objektivität]] des [[Wertbegriffs]], als seine [[Wertsubstanz]] dargestellt hatte, wurde von [[Adorno]] als das [[subjektive]] Vermögen seiner [[gedanklichen]] [[Negation]] ausgegeben. Immerhin konnte diese Art einer [[kritischen Theorie]] durch das negative [[Denken]] sich selbst gut genug und dem [[Grauen]] ihrer Welt entkommen erscheinen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Doch ein [[Wesen]], das die [[Täuschungen]] aus ihrer [[Dialektik]] heraus erklären könnte, könnte nur aus einer konkreten Analyse der Widerspüche ihrer wirklichen Verhältnisse erschlossen werden, bleibt außen vor, denn [[Adorno]] betreibt im Wesentlichen selbst nur eine [[Subjektkritik]], die er mit marxistischen Begriffen assoziiert. Von daher bleibt seine [[Dialektik]] schon in ihrem Ansatz gebrochen, denn weder als [[Negation]] noch als [[Position]]kann eine [[Kritik]] schon durch sich selbst [[wesentlich]] sein. Als eine derart [[schlechte Negation]] ist sie selbst wie das Krisisierte als dessen graue Eminenz bloße Kontemplation, ein Denken also, das seinen Sinn nur in sich selbst sucht und nur außer sich finden will. Eine wahre [[Negation]] steht immer im eigenen praktischen Zusammenhang mit ihrem [[körperlichen]] [[Dasein]] in ihrer [[Wirklichkeit]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;Die Frage, ob dem menschlichen Denken gegenständliche Wahrheit zukomme, ist keine Frage der Theorie, sondern eine praktische Frage. In der Praxis muß der Mensch die Wahrheit, d. h. die Wirklichkeit und Macht, die Diesseitigkeit seines Denkens beweisen. [[(siehe 2. Feuerbachthese)]]&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kritische Gedanken mögen erhellend sein, finden ihre [[Wahrheit]] aber erst in der Auseinandersetzung mit der [[Lebenswirklichket]], der sie entsprungen und für die sie notwendig sind und auf die sie sich beziehen und worin sich auch [[Täuschungen]] über [[Identität]] und Nicht-Idntität von Gegensätzen durch ihren offen gelegten [[Widersinn]] aus der [[Analyse]] ihres [[gegenständlichen]] sinnlichen [[Wesens]] erklärlich machen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;Der Hauptmangel alles bisherigen Materialismus - den Feuerbachschen mit eingerechnet - ist, daß der Gegenstand, die Wirklichkeit, Sinnlichkeit, nur unter der Form des Objekts oder der Anschauung gefaßt wird; nicht aber als menschliche sinnliche Tätigkeit, Praxis, nicht subjektiv. [[(siehe 1. Feuerbachthese)]]&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Dialektik]] kann nicht von einer anderen Identität ausgehen ohne selbst in ein [[identitäres Denken]] zu geraten. Gegensätze lassen sich mit der [[Erkenntnis]] der [[Täuschung]] weder von ihrem [[Sein]] [[abtrennen]] noch darin [[aufheben]]. Ein [[Begriff]] kann lediglich eine [[abtrakte]] Identität an seinem [[Gegenstand]] beschreiben und somit deren [[Verallgemeinerung]] kritisieren. Und von daher kann begriffliches Denken auch nur wirklich - und also nur in seiner [[Wirklichkeit]] - wahr oder unwahr sein. Es formuiert jeder [[Begriff]] immer schon Gedanke und [[Wirklichkeit]] in einem, bringt [[Wirklichkeit]] auf ihren Begriff um ihren [[Widerspruch]] praktisch und also [[körperlich]] aufzulösen und ein Bewusstsein zu schaffen, dass seine Zeit und Verhältniss nicht nur irgenwie abbildet, sondern auch ein anderes Handeln ermögliht..&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;Das Bewußtsein kann nie etwas andres sein als das bewußte Sein, und das Sein der Menschen ist ihr wirklicher Lebensprozeß. [[(Marx-Engels-Werke Bd.3, S. 26)]]&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jedes Denken fällt auf seine Bedingungen zurück, wenn es diese in keinen wirklichen Zusamenhang bringt und seine Widrsprüche erklärt. Es macht dann getrennt von seinem Gegenstand, sich selbst wesentlich, obwohl es kann eigentlich nur spekulieren kann, im Nebeneinander der Erscheinungen deren Existenzformen für sich belassen muss und in seinen Erkenntnissen zwar subjektiv brillieren kann, dabei aber beliebig für deren Begreifen bleibt. Negative Dialektik hat damit eine beliebige Gegenwärtigkeit, die in ihrer Geschichtslosigkeit sich zwar wie eine ewige Wahrheit vorkommen kann, weil sie sich unentwegt selbst erfüllt, aber von daher nur eine angereicherte Selbstbeziehung, ein hochrangige Selbstverwertung als geistige [[Selbstveredlung]] darstellt. Bevor sie eine Kritik noch erreichen könnte wird sie von daher schneller zum Kult, als es dem Verständnis von Gründen ihrer Wahrheit möglich ist. Abstraktionen bleiben eben nur Abstraktionen und haben ihren Zusammenhang hinter sich gelassen, ohne ihn begeifen zu müssen. Einmal einfach nur zusammengepackt wird Bewusstsein und Fetischismus als fetischisiertes Bewusstsein (so Adorno) zu einem ewigen Konstrukt einr absoluten Psychologie.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;Es ist ... unmöglich, von einer Abstraktion zu dem Gegenteil der Abstraktion zu kommen, wenn ich die Abstraktion nicht aufgebe. Der spekulative Philosoph gibt daher die Abstraktion der Frucht wieder auf, aber er gibt sie auf eine spekulative, mystische Weise auf, nämlich mit dem Schein, als ob er sie nicht aufgebe. [[(Marx, MEW 2, S. 60)]]&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der Entwicklung seiner &#039;&#039;Negativen Dialektik&#039;&#039; wollte sich [[T.W. Adorno]] gegen identitäre Theorien (siehe auch[[identitäres Denken]]) wenden, die in ihrer [[Logik]] schon zwangsläufig einen Absolutismus, einen Wahrheitsanspruch im [[Ganzen]] haben (siehe hierzu auch [[menschliche Identität]]). [[Adorno]] kritisierte an [[Immanuel Kant]], dass bei ihm Subjekt und Objekt unvermittelt gegenüber stehen und dass damit das Interesse gesetzt sei, das Nichtidentische ihrer Beziehung zu versöhnen, Widerspruchslosigkeit im Ganzen ihres Verhältnisses herzustellen. Hierdurch sei die Schule der Aufklärung von einem instrumentellen Totalitarismus getrieben, der ihre widersprüchlichen Bestimmungen versöhnen wolle, [[Adorno]] wollte hiergegen mit der gedanklichen Negation des Ganzen schon das &#039;&#039;Moment der Nichtidentität&#039;&#039; einwenden und die [[Täuschung]] der [[Aufklärung]] überwinden, ihren abstrakten Anspruch als Anspuch wirklicher Abstraktionen aufzeigen. Durch negative Dialektik sei ihre Umkehrung schon im Denken praktisch zu vollziehen. Er verstand seine negative Dialektik also als Praxis einer unmittelbaren - und damit auch unvermittelbaren - antiidentitären [[Dialektik]] (siehe [[Identität]]), in der das Denken selbst schon als [[Kritik]] wirkliche - und also tätige - [[Negation]] sein soll (siehe auch [[Kritische Theorie]]):&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;Es handelt sich um den Entwurf einer Philosophie, die nicht den Begriff der Identität von Sein und Denken voraussetzt und auch nicht in ihm terminiert, sondern die gerade das Gegenteil, also das Auseinanderweisen von Begriff und Sache, von Subjekt und Objekt, und ihre Unversöhntheit, artikulieren will.“ (Theodor W. Adorno: Vorlesung über Negative Dialektik. Fragmente zur Vorlesung 1965/66. Suhrkamp, Frankfurt am Main 2007, S. 15f.)&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als ob es das &#039;&#039;Auseinanderweisen von Begriff und Sache, von Subjekt und Objekt, und ihre Unversöhntheit&#039;&#039; nicht schon in der bürgerlichen [[Wirklichkeit]] des [[Warentauschs]] schon durch ihren [[Wert]] und dessen Verwertung gegeben hätte, wird die Versöhnung der [[Gebrauchswerte]] mit ihren [[Tauschwerten]] zu einer rein gedanklichen Beziehung, die nicht schon durch ihre Klassengegensätze ausgewiesen und auseinander gewiesen wäre. Dadurch wird die unversöhnliche [[Entfremdung]]smacht des [[Wertes]] psychologisch interpretierbar, was [[Adorno]] erst noch mal an ihr als [[Gedanke]], durch die besondere Art seines hierzu negativen [[Denkens]] [[beweisen]] will. Die Marxsche [[Kritik der politischen Ökonomie]] erscheint ihm ersetzbar durch eine [[Kritik]] der [[Warenästhetik]], die er als deren &#039;&#039;philosophische Ergänzung&#039;&#039; versteht. Im Unterschied zum [[Warenfetischismus]], der sich als [[Verkehrung]] des [[Bewusstseins]] über den [[Warentausch]] als [[notwendiger Schein]], also als objektive [[Täuschung]] nachweisen lässt, wird mit seiner [[warenästhetischen]] [[Interpretation]] das bornierteste [[Bewusstsein]] zu einer Geisterwelt besonders begabter Intellektualität, die ihre [[Subjektivität]] dadurch weiterhin ganz dem Weltgeist Hegels verpflichtet fühlen kann&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
An und für sich ist jede [[Kritik]] schon dadurch [[dialektisch]], dass sie sich durch die [[Negation]] einer [[Position]] aus dieser herausgesetzt erkennt, sich ihrer [[widersprüchlichen]] [[Beziehungen]] darin [[bewusst]] wird. Von daher kann [[Kritik]] nicht nur ein bloßer Gedanke sein. Sie verlangt eine [[wirkliche]] Änderung ihres Daseins, weil dieses in seiner [[Wirklichkeit]] auch schon anders ist, ein [[wirkliches]] Anderssein enthält und aus diesem [[Bewusstsein]] nach einer veränderten [[Wirklichkeit]] verlangt. Der [[Begriff]] der &#039;&#039;Negativen Dialektik&#039;&#039; verdoppelt diese Negativität durch Hinzunahme eines negierten Gedankens, der sich selbst durch Kritik verwirklichen will - ganz im Sinne der [[Wesenslogik]] Hegels und damit einer fundamentalen Revision der Marxistischen Kritik an dieser. Negative Dialektik ist von daher die [[Kritik]] des kritischen [[Geistes]], dem [[Ideal]] einer kritischen [[Theorie]], die sich selbst nicht reflektiv, sondern aktiv versteht, Praxis des [[Denkens]] durch Denken, das seiendes [[Bewusstsein]] im [[Dasein]] der Menschen sein will. Dieses lässt sie schon als [[Gedanke]] [[wesentlich]] das sein, was sie in [[Wirklichkeit]] nicht sein kann, was sie gedanklich radikalisiert, um ihre Wurzeln im unmittelbaren [[Denken]] aus der Nichtigkeit, dem [[Nichts]] der gegenwärtigen [[Gesellschaft]] heraustreiben zu lassen. Diese Art einer &#039;&#039;[[Kritischen Theorie]]&#039;&#039; will durch sich selbst schon gesellschaftliche [[Negation]] sein, kritisches [[Subjekt]] einer objektiven [[Negation]] der Kritik, ihre verobjektivierte Subjektivität als Praxis des kritischen Denkens durch sich selbst, aber dennoch vor allem anti-identitär. Das allerdings ist selbst auch schon ein [[Widersinn]] mit viel &#039;&#039;Hintersinn&#039;&#039; für eine [[Heilsvorstellung]] nach Belieben (siehe hierzu auch [[reaktionärer Marxismus]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieser [[Begriff]] einer negativen Dialektik ist ein [[Unding]], beschreibt er doch einen Moment der [[Dialektik]], die [[Negation]], als ein [[Ganzes]], ist in sich selbst also schon undialektisch, und soll dieses doch schon als die dialektische Postition einer gedanklichen Negativität, als eine [[verselbständigte]] [[Negation]] [[aufgehoben]] haben, in [[Wirklichkeit]] also auch schon [[da sein]]. In [[Wahrheit]] aber verharrt er in der [[Nichtung]], einer [[Not]] ohne [[Notwendigkeit]], einer [[Geschichte]], die in ihrer [[Wirklichkeit]] ohne [[Fortschritt]] bliebe, ohne wirkliche [[Aufhebung]], und doch negativ zu dem, was widersprüchlich ist, damit aber schon - weil als [[falsch]] &#039;&#039;entlarvt&#039;&#039; - wirklich verändert sein soll. Das kritische [[Bewusstsein]] verbleibt dabei allerdings nur als das [[Bewusstsein]] einer [[Kritik]], die sich einer [[Scheinwelt]] entgegenstellt ohne ihre [[Verkehrtheit]], ihre gegen ihren [[Inhalt]] gekehrte [[Form]] auch wirklich nachzuweisen. Indem sie also einfach nur deren [[Falschheit]] beschreibt und sich dadurch selbst schon zum [[Wesen]] einer menschlichen Welt macht (siehe hierzu auch [[Selbstveredelung]]), will sie schon die Bestimmung eines &#039;&#039;richtigen [[Lebens]]&#039;&#039; vollziehen, welche sich schon aus dem [[Unding]] eines falschen [[Lebens]] erklärt und aufheben lassen soll, indem es sich aus dem Imperativ einer menschlichen [[Güte]] des Verhaltens, des Handelns gegen das so genannte [[Böse]], gegen das &#039;&#039;Undenkbare&#039;&#039;, das durch Auschwitz sich offenbarte, zu wenden hat. So nämlich ist Adornos Imperativ zu verstehen, dass alles Handeln darauf gerichtet sein soll, &#039;&#039;dass Auschwitz sich nicht wiederhole&#039;&#039;. Kaum jemand wird dem heute widersprechen. Aber dieser einfache Imperativ der &#039;&#039;negativen Dialektik&#039;&#039; hatte ob ihrer höchst philosophischen Etikette zwar viele Intellektuelle aus den [[Widersprüchen]] ihres Denkens aufgerichtet (siehe hierzu die &#039;&#039;[[Antideutschen]]&#039;&#039;), hat aber selbst gerade durch ihren blanken Moralismus eher das befördert, was er zu bekämpfen vorgab: [[totalitäres Denken]] an und für sich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es geht hier um ein [[wahres]] [[Leben]], das nicht ist, was es sein soll, weil es durch ein fremdes [[Subjekt]] verfälscht, durch dessen Verblendungswilllen getäuscht wird. [[Entfremdung]] ist in diesem Sinne nichts anderes als die bloße [[Täusching]] durch eine außerweltliche Macht und der Mensch &#039;&#039;ein irdisches Gefäß der kritischen Kritik, die sich in ihm als die ewige Substanz offenbart&#039;&#039; [[(Karl Marx, MEW 2, Seite 179)]]. Es ist wie ehedem die Kritische Kritik des Frühsozialismus, der jetzt als Kritische Theorie auftritt, indem er sich als &#039;&#039;unversönliche&#039;&#039; Negation des bürgerlchen Denkens äußert (siehe auch [[bürgerliches Bewusstsein]]), das sich gerne als fortschrittlich gibt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber [[Fortschritt]] kann es nur im [[Verhältnis]] von [[Freiheit]] und [[Notwendigkeit]] geben, als [[Notwendigkeit]] der Befreiung, der [[Emanzipation]]. Und schon bei [[Adorno]] lässt sich zeigen, wie die Leugnung einer ganzen [[Notwendigkeit]] als [[Not]] im Großen und [[Ganzen]] - eben als [[Wesensnot]] - durch die Substanzlosigkeit (siehe [[Substanz]]) seines Denkens zu einem weit sublimeren [[Totalitarismus]] führt - nämlich der Behauptung eines &#039;&#039;richtigen [[Lebens]]&#039;&#039; führen muss, die gegen ein &#039;&#039;[[falsches]] Leben&#039;&#039; zu positionieren wäre. Adornos Denken bleibt somit auch in seinen Schlussfolgerungen substanzlos und setzt einen subjektiven Spontaneismus der Praxis mit einer [[Dialektik]] als &#039;&#039;[[Kritische Theorie]]&#039;&#039; in eins, in der die [[Negation]] selbst nur als Abweisung sich im Selbstbetrug einer [[Erkenntnis]] verwirklichen kann, die nur ihre [[Selbstwahrnehmung]] gedanklich zu verzieren versteht. Adornos Negative Dialektik verdoppelt die Abstraktion eines Denkens, das sich jenseits seines materiellen und also körperlichen Daseins vor allem selbst zu bestärken sucht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;Auf keinem Gebiete die Substanz voraussetzen ... heißt: kein vom Denken unterschiedenes Sein, keine von der geistigen Spontaneität unterschiedene Naturenergie, keine vom Verstand unterschiedene menschliche Wesenskraft, kein von der Tätigkeit unterschiedenes Leiden. [[(Karl Marx, MEW Bd. 2, S. 150)]]&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieser Sog der Abstraktion, dieses Wesen ihrer Nichtung als ihre negative Identität, die Beziehung von allem durch nichts Wirkliches, die Entfaltung einer unwirklichen Wirklichkeit, welche die Nichtung ihrer Substanz betreibt, wurde von Marx in der Überwindung von Hegels Idee als materieller Grund der Entfremdung der Menschen von sich und ihrem Gegenstand entwickelt, durch die Gesellschaftsform ihrer eigentümlichen Lebensverhältnisse in der bürgerlichen Gesellschaft als fremde Substanz ihrer Formbestimmung, als ihre Begriffssubstanz analytisch erschlossen. Es ist die Vereinigung aller Bestimmtheit, die Gleichgültigkeit ihrer abstrakten Substanz, die sich durch die Formbestimmung ihrer Realität in der realen Durchschnittsbildung in Verhältnissen durchsetzt, die durch ihre Gleichsetzung ihre Qualität aufheben und ihre Quantität qualifizieren. Die Emanzipation der Menschen aus dieser Abstraktionskraft verlangt allseitige Beziehungen und ist so vielfältig wie Gesellschaft selbst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Adorno]] verstand sein Denken nicht als sein [[Verhältnis]] zu den Gegenständen seiner [[Kritik]], sondern sich selbst im [[Verhalten]] zu ihnen als Verhältnis zu sich als einem &#039;&#039;edlen Denker&#039;&#039; (siehe auch [[Edelmut]]). So wie dereinst [[Friedrich Nietzsche]] das [[Grauen]] in der Welt als [[Grund]] für sein Tun als Dichter und Denker beanspruchte, wollte [[Adorno]] als lebende Wahrheit sich gegen die Verstellungen der Konstruktion, den Täuschungen und Vertauschungen der [[Wirklichkeit]], gegen ihren [[Verblendungszusammenhang]] stellen, der sich durch die Ganzheitlichkeit ihrer Verhältnisse als geschlossenes System mächtig machen und jedes [[Teil]] nur in der Relation zum [[Ganzen]] anerkennen und begreifen würde. Dessen [[Vernunft]] könne letztlich nur totalitär sein. Mit Horkheimer war er sich in der Befassung mit dieser Vernunft einig:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;Im Augenblick ihrer Vollendung ist Vernunft irrational und dumm geworden. Das Thema dieser Zeit ist die Selbsterhaltung, während es gar kein Selbst mehr zu erhalten gibt. (Max Horkheimer, Die Sehnsucht nach dem ganz Anderen)&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Kritik an solcher selbstreferenziellen [[Systematik]] unterstelt eine Vollendung der [[Vernunft]], die darin zu einem [[Prinzip]] jenseits seiner [[Wirklichkeit]] werden könne, indem es sich durch eine an und für sich unmögliche [[Selbstbeziehung]], einer Selbstbeziehung ohne Selbst begründen würde. Darin wäre die [[Vernunft]] notwendig totalitär, weil sie im [[Grauen]] ihrer unmöglichen Beziehungen das Richtige ununterschieden vom Falschen bestimmen müsste und sich in ihm auflösen, irrational werden würde. Wenn [[Selbstbeziehung]] als solche schon begrifflich ausgeschlossen und [[Selbsterhaltung]] als bloße Fiktion aufgefasst wird ist dem [[Verstand]] allerdings schon vor jeder Argumentation [[Grund]] und Boden entzogen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Doch [[Selbstbeziehung]] gibt es nach wie vor in allen [[zwischenmenschlichen Beziehungen]] durch die [[Verhältnisse]] von Leib und Seele in der [[bürgerlichen Gesellschaft]]. Ohne diese verbleibt solchen [[Interpretationen]] das Problem einer [[Gedankenabstraktion]], die sich selbst zur Unmöglichkeit einer Vernunft [[ideologisiert]], weil diese einem nicht mehr vorhandenen Selbst, einer unwahren [[Selbstbeziehung]] folgen würde. Demnach steht negative Dialektik für eine an und für sich wahre [[Selbstbeziehung]]. Immerhin mündet diese [[isolierte]] [[Vernunft]] bei [[Adorno]] auch in dem absolut totalitären Spruch, dass &#039;&#039;es kein richtiges Leben im falschen&#039;&#039; geben könne. Der [[Widerspruch]] wird darin gegen eine Wahrheit vertauscht, die es ohne ihn nicht wirklich geben kann, weil [[Vernunft]] so unsinnig relativiert wäre, wie sie zuvor totalisiert worden war. Besser kann eine [[schlechte Negation]] gar nicht vorgeführt werden. Und sie führt immer in eine [[schlechte Unendlichkeit]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Adorno wollte mit seiner &#039;&#039;negativen Dialektik&#039;&#039; eine philosophische Kritik des [[identitären Denkens]] formulieren, das nach seiner Ansicht darin tätig sei, den [[Begriff]] unmittelbar als [[Ganzes]] auf sich zu beziehen, es damit seiner Sache zu entziehen und damit das [[Denken]] selbst zu versachlichen. Dieses würde sich zur Totalität einer äußerlichen Objektivität versteinern (siehe hierzu auch [[bürgerliche Wissenschaft]]), indem sie in ganzheitlich vorgefassten Begriffen die Welt erklären wolle. Er warf solchem begrifflichen Denken selbst schon [[Entfremdung]] zur [[Sache]] vor, die sie zugleich als [[Selbstentfremdung]] des denkenden Menschen betrieb. Denn abstrahieren die Menschen in Begriffen (siehe [[Gedankenabstraktion]]), so würden sie auf die Dinge einen Zwang ausüben, der aus dieser Nichtidentität von [[Sache]] und [[Begriff]] resultiert und sich als deren [[Identität]] gibt. [[Denken]] müsse sich daher selbst in seiner Negativität erweisen, sich durch den [[Beweis]] seiner [[Negation]], seiner Ausgeschlossenheit als wahr herausstellen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Er widersprach damit allerdings der systematischen Dialektik, auf die er sich über Hegel bezog, indem er sich als Kritiker und zugleich als Moment derselben, als lebende Antithese verstehen wollte. Damit war er selbst unmittelbar, sowohl subjektiv wie objektiv &#039;&#039;richtig&#039;&#039;, jedweder Selbstkritik enthoben, weil er selbst als Negation sich lebend verstand. Seine Kritik war durch sein Leben verdoppelt und damit die körperliche Welt, das Dasein in sich selbst und zugleich durch sich schon im Prozess seiner Aufhebung begriffen. Durch die Formulierung einer negierten Wahrheit, die sich gegen die Konstruktionen einer einheitlichen Theorie, gegen den Fetisch einer versachlichten Vernunft - dem instrumentellen Denken - behauptet und zugleich gegen Vereinheitlichung jeder Art tätig ist, wurde ihm allerdings eine kritische Beweisführung an der Sache selbst unnötig. Die Kritik einer falschen Erkenntnis, wie sie besonders vom Positivismus betrieben wird, war von daher als Ideologiekritik durch die Anstrengungen des Gedankens schon &#039;&#039;richtig&#039;&#039; vollzogen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Adorno]] wollte [[Denken]] selbst als [[Negation]] der Versachlichung verstehen - allerdings ohne die Negation in der Sache selbst begriffen zu sehen, also ohne ihren immanenten [[Widerspruch]] als [[Ganzes]] zum [[Gegenstand]] seiner [[Dialektik]] zu machen und dessen notwendige [[Abstraktionen]] im [[Widersinn]] eines [[abstrakt allgemeinen]] Seins zu erkennen. Denken sei selbst schon ein Prozess der Auflösung von Widersprüchlichkeit, [[Bewusstsein]] im Seienden, das sich unmittelbar gegen das [[Dasein]] wendet, indem es dieses als [[falsch]] begreifen kann. Das [[Bewusstsein]], das wissende Sein wird damit selbst [[Dasein]] (Einen ähnlichen Schluss gibt es auch bei [[Martin Heidegger]]). Der abstrakte Denker will konkret sein. Aber gerade das kann er nicht, ohne seine wirklichen Lebensverhältnisse zu analysieren, seine eigene Lebenswirklichkeit sich zum [[Gegenstand]], zu einem [[Ganzen]] seiner Begrifflichkeiten zu machen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ohne [[Gegenstand]] ist das Denken körperlos, bloßes Idealisieren. Es löst sich vom körperliche Leben wie jede [[Religion]] und selbst wo es über die Verhältnisse des [[Warentauschs]] nachzudenken glaubt, vergisst es, dass jede Ware einen [[Warenkörper]] haben muss, um überhaupt [[Ware]] zu sein. Es ist ein altes deutsches Verhältnis von Gedanken und Wirklichkeit, mit der auch Marx schon zu tun hatte und den Revolutionären seiner Zeit deren immaterielle Grundlagen vorgeworfen hatte:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;Die Revolutionen bedürfen nämlich eines passiven Elementes, einer materiellen Grundlage. Die Theorie wird in einem Volke immer nur so weit verwirklicht, als sie die Verwirklichung seiner Bedürfnisse ist. Wird nun dem ungeheuren Zwiespalt zwischen den Forderungen des deutschen Gedankens und den Antworten der deutschen Wirklichkeit derselbe Zwiespalt der bürgerlichen Gesellschaft mit dem Staat und mit sich selbst entsprechen? Werden die theoretischen Bedürfnisse unmittelbar praktische Bedürfnisse sein? Es genügt nicht, daß der Gedanke zur Verwirklichung drängt, die Wirklichkeit muß sich selbst zum Gedanken drängen.&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;Aber Deutschland hat die Mittelstufen der politischen Emanzipation nicht gleichzeitig mit den modernen Völkern erklettert. Selbst die Stufen, die es theoretisch überwunden, hat es praktisch noch nicht erreicht. Wie sollte es mit einem salto mortale nicht nur über seine eigenen Schranken hinwegsetzen, sondern zugleich über die Schranken der modernen Völker, über Schranken, die es in der Wirklichkeit als Befreiung von seinen wirklichen Schranken empfinden und erstreben muß? Eine radikale Revolution kann nur die Revolution radikaler Bedürfnisse sein, deren Voraussetzungen und Geburtsstätten eben fehlen. [[(MEW 1, Seite 386)]]&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weil [[Adorno]] sich selbst denkend negativ zu verhalten, sich tätig in der Erkenntnis des Falschen, im Widersprechen versteht, kritisiert er an der hegelschen Dialektik, dass Bejahung nicht aus der Verneinung der Verneinung (aus der Negation der Negation), also in der [[Aufhebung]] zu neuer [[Wirklichkeit]] zu entwickeln sei. Die Bezeichnung des Nichtidentischen sei nicht ein [[abstrakt Allgemeines]], sondern selbst schon der [[Begriff]] eines Andersseins. Von daher wäre Denken selbst schon revolutionär und müsse sich nicht mit der Abarbeitung begrifflicher Zusammenhänge befassen. Der aus der Nichtidentität resultierende [[Widerspruch]] könne eben nicht auf einer höheren Ebene in der Verselbständigung seiner [[Substanz]] in einem immanenten Aufhebungsprozess begriffen und durch begriffenes Handeln verändert werden, sondern bewirke selbst – gemäß [[Adorno]] – absolute, unversöhnliche Gegensätze, die durch die [[Erkenntnis]] des [[Falschen]] als [[Täuschung]] oder Verblendung hervorgerufen sei, das nach [[Wahrheit]] verlangen würde, weil es nur unvollständig begriffen sein könne. Die Unvollständigkeit des Begriffs, des &#039;&#039;Nichtidentischen&#039;&#039; mache die kritische Selbstreflexion des dialektischen Denkers notwendig, das sich selbst unmittelbar geschichtlich - insofern auch ungegenständlich - verstehen könne. Demnach wäre schon die [[Erkenntnis]] des [[Falschen]] die einzige notwendige [[Tätigkeit]] zur Bekämpfung und [[Aufhebung]] des Kapitals.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Adorno hatte von da her darauf gedrungen, die verschiedenen Momente des kapitalistischen Systems auf ihre lebendige Beziehung hin unmittelbar zu denken, die unmittelbar zu negieren seien und [[Kritische Theorie]] hierin ihre geschichtliche Aufgabe haben soll. Er hatte erkannt, dass die [[Kritik]] des [[Kapitalismus]] sich nicht auf Ökonomie beschränken kann, sondern angesichts des [[Faschismus]] und Auschwitz die [[Kultur]] des Kapitalismus einbezogen werden müsse und dass man hierbei kritische Philosophie nicht ausblenden dürfe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der von ihm zusammen mit Max Horkheimer entwickelten [[Kritischen Theorie]] stellte er sich gegen die Philosophe der [[Aufklärung]]. Sie wurde vor allem zu einer [[Kritik]] an [[G.W.F. Hegel]], der erst im Ganzen die [[Wahrheit]] begriffen sieht, nur im [[Begriff]] des [[Ganzen]] als erkannter Zusammenhang seiner [[Teile]] eine Schlussfolgerung für [[beweisbar]] hielt. Immerhin ist es ja auch die Grundfrage einer jeden Begriffsbildung, wie und was sie bewahrheiten kann, was ihren Beweis ausmachen soll: Die [[Wahrheit]] im Zusammenhang einer im Ganzen begriffenen [[Wirklichkeit]] oder die [[Falschheit]] von [[Wirkungen]] in den [[Ereignissen]] des [[Lebens]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach [[T.W. Adorno]] war das Denken im Ganzen schon totalitär und für seine [[Kritik]] des Totalitarismus war damit auch [[Totalität]], also das [[Denken]] im Ganzen schon disqualifiziert und somit nach seiner Auffassung [[totalitäres Denken]] durch [[Kritische Theorie]] im Sinne einer negativen Dialektik durch die konsequente Negation der &#039;&#039;[[Falschheit]]&#039;&#039; auszuschließen. Durch die Negation dürfe sich keine Position erklärlich machen, sondern aus dieser quasi durch sich selbst schon zu einer geschichtlichen Tat werden. [[T.W. Adorno]] wirft Hegel zu dessen Wahrheitsverständnis im Ganzen seiner Widersprüchlichkeit deshalb eine Grundlage für [[totalitäres Denken]] vor, hält dem aber nicht wie [[Karl Marx]] die [[Gegenständlichkeit]] der geschichtlichen [[Erkenntnis]], die Erkenntnis des [[Widersinns]] einer bestimmten [[Geschichte]], einer [[wirklich]] [[körperlichen]] [[Widersprüchlichkeit]] entgegen, sondern versteht seine [[Philosophie]] als [[widersprüchlichen]] Prozess der [[Erkenntnis]] selbst, der sich niemals in einem [[Ganzen]] auflösen soll, weil dies nur eine totalitäre [[Erkenntnis]] sein könne.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Obwohl sich [[Adorno]] auf die Marxsche [[Dialektik]] bezog und deren Kritik mit einer Negativen Dialektik zu vervollständigen glaubte, verfälschte er sie doch nur zu einem Dualismus von &#039;&#039;[[falschem]]&#039;&#039; und &#039;&#039;[[wahrem]]&#039;&#039; Sein. Weil er die gesellschaftliche [[Substanz]] der Verhältnisse nur philosophisch, also ohne ihren [[Körper]] auffasst, war für ihn auch der [[Warenkörper]], also die organische [[Substanz]] des Kapitalismus, nur ein [[Beispiel]] für kritische Philosophie. Vor allem deshalb hat die Marxsche Warenanalyse nicht substanziell begreifen können und verblieb im Bedürfnis der Philosophie, den [[Notwendigkeiten]] der Existenz eine [[Freiheit]] des [[Denkens]] hinzuzufügen. Er hatte nicht begriffen, dass bei Marx Freiheit und Notwendigkeit ihrem [[Begriff]] nach identisch, nämlich nur geschichtlich zu verstehen sind, von daher nicht gegeneinander zu bestimmen sind. Es geht Marx um die [[Aufhebung]] ihrer Getrenntheit, um eine gesellschaftliche Entwicklung, in der das &#039;&#039;Reich der Freiheit&#039;&#039; nicht mehr sich vom &#039;&#039;Reich der Notwendigkeit&#039;&#039; abheben muss, der arbeitende Mensch nicht mehr dazu gezwungen ist, &#039;&#039;in der Arbeit außer sich und in der Freizeit bei sich&#039;&#039; (Marx) zu sein. Adornos Denken ist im Unterschied dazu eine politische Philosophie, die lediglich ein politisches [[Bewusstsein]] kritisiert und die deshalb gar nicht in der Lage sein kann, die Kritik der politischen Ökonomie von Marx wirklich nachzuvollziehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So kann [[Adorno]] den marxistischen Formulierungen des [[Doppelcharakters]] der Ganzheit einer in sich widersprüchlichen [[Sache]], einer im Ganzen gegenständlichen [[Entäußerung]] der gesellschaftlichen Lebensverhältnisse nicht folgen, welche den [[Kapitalismus]] historisch ausmacht, sondern will dem erkenntnistheoretisch durch das [[Denken]] in der [[Negation]] zur herrschenden [[Wirklichkeit]] entgegentreten. Unter der Hand wird Kapitalismus dadurch zu einem Problem des [[falschen]] Denkens als [[falsches]] [[Leben]], das sich eigentlich von der Marxschen [[Analyse]] des Kapitalismus abwenden und dann allerdings einer wirklich totalitären Aussage zuwenden müsste, dass [[Leben]] selbst [[falsch]] sein könne und dass es demzufolge um ein &#039;&#039;richtiges Leben&#039;&#039; gehen müsse. Wo sich [[Adorno]] auf das Leben bezieht, bezieht er sich auf dessen [[Unwirklichkeit]] und leitet hieraus die Methode seiner negativen [[Dialektik]] als [[Kritik]] des Totalitarismus ab. Aber totalitärer kann eine solche Methodik im Bezug auf das praktische Leben gar nicht sein. [[Adorno]] hat sich damit in den [[Widersinn]] eines weltenlosen Denkens verfangen, wie ihn Marx in der 2. Feuerbachthese als Dilemma des [[abstrakten]] Denkens dargelegt hatte (siehe auch [[Gedankenabstraktion]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;Die Frage, ob dem menschlichen Denken gegenständliche Wahrheit zukomme - ist keine Frage der Theorie, sondern eine praktische Frage. In der Praxis muß der Mensch die Wahrheit, i.e. die Wirklichkeit und Macht, Diesseitigkeit seines Denkens beweisen. Der Streit über die Wirklichkeit oder Nichtwirklichkeit des Denkens - das von der Praxis isoliert ist - ist eine rein scholastische Frage [[(MEW 3, Seite 5)]]&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber gerade aus diesem Dilemma seines ganzen Lebensverständnisses will sich [[Adorno]] von Marx erlösen lassen. Aus dem [[Warenfetischismus]], wie ihn Marx als [[notwendigen Schein]] der Geldform erklärt und illustriert hatte, bezog [[T.W. Adorno]] eine [[Kritik]] der [[Verdinglichung]] des [[Lebens]], also eines Lebens, das dadurch [[falsch]] wäre, dass es zu einem Ding gemacht würde. Ganz im Gegensatz zu Marx, der die wirkliche [[Verkehrung]] der Lebensverhältnisse, einen wirksamen Sachzwang der Warenform gegen die Menschen nachgewiesen hatte, befand [[T.W. Adorno]] darin eine fehlerhafte Wahrnehmung des Lebens, einen Wahrnehmungszusammenhang, der verblendet wäre (siehe [[Verblendungszusammenhang]]), der ein falsches Lebensverhältnis und also ein [[falsches]] [[Leben]] darstellen würde, das durch seine Scheinhaftigkeit getrübt, und von daher nicht richtig sein könne (siehe [[Scheinwelt]]). Es versachliche sich von selbst, weil die Menschen sozusagen auf den [[Warenfetischismus]] &#039;&#039;hereinfallen&#039;&#039;, ihr [[Bewusstsein]] an die Sache fixieren und von daher diese &#039;&#039;fetischisieren&#039;&#039; würden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Doch Marx hatte gerade den Mystizismus der Geldform als [[Verkehrung]] der Produktionsverhältnisse aufgeklärt als ein wirkliches gesellschaftliches Verhältnis, das durch seine Warenform die sachlichen Verhältnisse der Personen in gesellschaftliche Verhältnisse der Sachen verkehrt:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;Da die Produzenten erst in gesellschaftlichen Kontakt treten durch den Austausch ihrer Arbeitsprodukte, erscheinen auch die spezifisch gesellschaftlichen Charaktere ihrer Privatarbeiten erst innerhalb dieses Austausches. Oder die Privatarbeiten betätigen sich in der Tat erst als Glieder der gesellschaftlichen Gesamtarbeit durch die Beziehungen, worin der Austausch die Arbeitsprodukte und vermittelst derselben die Produzenten versetzt. Den letzteren erscheinen daher die gesellschaftlichen Beziehungen ihrer Privatarbeiten als das, was sie sind, d.h. nicht als unmittelbar gesellschaftliche Verhältnisse der Personen in ihren Arbeiten selbst, sondern vielmehr als sachliche Verhältnisse der Personen und gesellschaftliche Verhältnisse der Sachen.[[(MEW 23, Seite 88)]]&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von [[T.W. Adorno]] als Versachlichung des [[Bewusstsein]]s verstanden wurde die [[notwendige Erscheinung]]sweise der [[Wertform]] in der [[Geld]]form den Menschen zum Vorwurf gemacht und von der Vermenschlichung der Sache abgesehen, welche die Analyse der Warenform als [[körperliche]] [[Verkehrung]] der gesellschaftlichen Verhältnisse erbracht hatte. Von [[T.W. Adorno]] wurde also sowohl [[Sache]] wie Mensch mit einer bloßen [[Falschheit]], einer ideellen Verkehrung bedacht: Die Sache als verdinglichtes [[Leben]], der Mensch als lebende Verblendung. Was Marx in der [[Wertform]] aufgeklärt und als [[Warenfetischismus]] illustriert und als widersprüchliches Bewusstsein der Menschen zu sich und ihrer Gesellschaft, als ein ihnen entfremdetes Lebensverhältnis dargestellt hatte, wurde somit zu einem bloßen Fehler des Bewusstseins und des Lebens überhaupt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von Marx war mit Beschreibung des [[Warenfetischismus]] das sachliche Verhältnis der Menschen nicht als [[Bewusstsein]], sondern als wirkliches Verhältnis der [[Sache]], als Verhalten der Sache zum Menschen entwickelt und als ihm [[entfremdet]] und über sie mächtig erklärt. Dies war es, was [[T.W. Adorno]] darin missverstanden hatte, dass Menschen sich selbst zur Sache machen ließen, also nicht wirklich als [[Objekte]] einer sachlichen Macht existieren müssten, würden sie sich aus diesem [[Verhältnis]] durch ein wahres [[Bewusstsein]] heraushalten können, würden sie am &#039;&#039;falschen Leben&#039;&#039; nicht auch teilhaben (siehe [[Falschheit]]), sondern dieses durch &#039;&#039;richtiges Leben&#039;&#039; ersetzen. Doch wenn Menschen wirklich zur Sache werden könnten, so wären sie tot und für jedes Verhalten unfähig. [[Leben]] kann nicht falsch oder richtig sein, es ist schon immer wahr, weil es der [[Sinn]] der [[Wahrheit]] ist, auch wenn es in widersprüchlicher Form existiert, nur [[abstrakt allgemein]] wirklich wahr sein kann, also konkret [[unwirklich]], nur in seiner [[Abwesenheit]] wirklich da ist und [[notwendig verkehrt erscheint]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Adorno stellte sich auf den Standpunkt einer total wirksamen Negation, die im [[Bewusstsein]] gleichermaßen wie in der Sache die [[Totalität]], das [[Ganze]] des kapitalistischen Lebensverhältnisses durch [[negative Dialektik]] [[aufheben]] könne und wollte auf diese Weise in Konkurrenz zur negativen Identität der Sache ihren [[Wert]] ebenso negativ aufheben, um in der [[Negation]] der Negation geschichtliche [[Gegenwärtigkeit]] zu leben. Es wäre eine neue Begrifflichkeit von Ewigkeit als fortwährendes Negieren, das immer unmittelbar gegenwärtig sein könne. Was [[T.W. Adorno]] als Kritiker des Totalitarismus abwenden wollte, wurde gerade von ihm in die theologische Mucke einer geschichtsbildenden Negativität verwandelt. Totalitärer kann sich eine [[Erkenntnis]] nicht verstehen lassen, denn wo [[Kritik]] ihren Grund schon durch sich verlassen hat, kann sie an dessen [[Analyse]] nicht mehr interessiert sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine erkannte [[Negation]] ist für [[T.W. Adorno]] somit eben immer auch schon eine implizite Position. Und in dieser Rückführung der [[Erkenntnis]] auf eine in der [[Negation]] schon formulierte positive Erkenntnis, die sich aus der im [[Begriff]] erkannten Negation der Negation des Erkannten ergeben soll, führt er die Dialektik auf eine[[negative Identität]] des [[Denkens]] zurück, die sich als gedankliche Kritik, als [[Kritische Theorie]] verstehen will, die ihr [[Material]] aus der reinen [[Wahrheit]] ihrer [[Erkenntnis]] bezieht, die sie in der bloßen [[Negation]] schon zu behaupten vermeint. So wird das negative Moment nicht aus dem [[Gegenstand]] des [[Denkens]], sondern aus der darin unterstellten [[Idee]] bezogen und [[Ideologiekritik]] schon als revolutionäre [[Praxis]] behauptet. Indem diese das [[Negierte]] zwar in der [[Wirklichkeit]] aufspürt, aber sich selbst darin schon als [[theoretisches Bewusstsein]] positiv wirkend versteht, ent[[körper]]licht sie ihre [[Theorie]], [[idealisiert]] sie [[notwendig]], was die [[Theorie]] zur [[Substanz]] ihrer [[Ideologiekritik]] gemacht hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieses Vorgehen war im Grunde die Rückführung der marxistischer Positionen des [[historischen Materialismus]] auf Hegels Philosophie, auf die bloße Subjektivität des denkenden Menschen, die sich im denkenden Individuum gleichermaßen ereignet wie im Weltgeist selbst, dem [[T.W. Adorno]] lediglich die Welt genommen hatte. Er ging von einer wahren [[menschlichen Identität]] aus, die sich im Vollzug der negativen Dialektik begründen und verwirklichen sollte. Und gerade deren Kritik war für den [[Marxismus]] grundlegend (siehe [[negative Identität]]), wobei Marx darin das [[abstrakte Denken]] in seiner religiösen Gänze als Theologie kritisiert hatte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dass das [[Ganze]] nicht wahr sein könne, war allerdings aus einem erkenntnistheoretischen Problem heraus zumindest eine mögliche Reflexion (siehe [[Möglichkeitsdenken]]) und in soweit [[notwendig,]] wie dies die [[Methode]] und nicht den [[Gegenstand]] der Erkenntnis betrifft. Es war ja von daher auch in der marxistischen Diskussion zwischen der Auffassung des [[Historischen Materialismus]] und des [[Dialektischen Materialismus]] ein Missverständnis über [[Zufall]] bzw. [[Notwendigkeit]] der [[Geschichte]] entstanden, darüber also, was [[Geschichte]] und das Treibende in ihr, was also begriffene Geschichte, - und damit wirkliches [[Bewusstsein]] als Bewusstsein der [[Wirklichkeit]] sei. Was die Begründung ihrer [[Logik]] als [[Dialektik]] sein soll, ist seit jeher ein Streit in der Philosophie als Frage, ob [[Geschichte]] selbst aus einer objektiven [[Logik]] begründet sei, selbst schon widersprüchliches Sein ist, das sie [[determiniert]], oder ob diese [[Logik]] sich aus ihrem Mangel selbst geschichtlich, ihre [[Dialektik]] in ihrem [[Widerspruch]] von [[Form]] und [[Inhalt]] also selbst geschichtlich aus ihrer [[Natur]] als menschliche [[Naturmacht]] begründet ist..&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Verständnis dessen was Wirklichkeit und also auch [[Macht]] ist, waren durch die Kurzschlüssigkeit des [[Dialektischen Materialismus]] neue [[Totatiltarismen]] entstanden, welche die [[Subjektivität]] der [[Kritik]] und des [[Widerstands]] gegen objektiv verselbständigte Macht (siehe [[Kapital]]) ausblenden mussten. Widerstand selbst wurde zu einer objektiven Notwendigkeit erhoben, aus der sich alle Selbstermächtigungen des sogenannten Realsozialismus und seiner Führungskader ergaben. Es war damit Geschichte - also menschliches Werden im gesellschaftlichen Prozess als menschliche [[Emanzipation]] von Herrschaftsformen einer Gesellschaft - aus dem Marxismus hintergründig ausgeschlossen, so dass für die &#039;&#039;dialektischen Materialisten&#039;&#039; Gesellschaft selbst zum ontologischen Subjekt einer ewig [[notwendigen]] Naturbeherrschung geworden war. Dieses war in einem objektiven Naturverständnis der [[Geschichte]], als Geschichtsdeterminismus (siehe [[Geschichtsobjektivismus]]) festgezurrt, zum anderen als Strukturverständnis der [[Natur]], wie sie als &#039;&#039;[[Dialektik]] der [[Natur]]&#039;&#039; von Friedrich Engels eingeführt war, zu einer leibhaftigen Grundform der Dialektik schlechthin verewigt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dagegen war die marxistische Auffassung des historischen Materialismus, dass die Geschichte der Gesellschaft solange eine Geschichte von Klassenkämpfen ist, wie die Gesellschaft ihre Subjekte nicht wirklich und also gegenständlich in sich aufheben und entwickeln kann, geradezu notwendig subjektiv. Objektiv war daran nur, dass es von dem Stand der [[Produktivkräfte]] , also von ihrer sachlichen [[Naturmächtigkeit]] abhängig war, wann und wieweit die Aufhebung der Klassenkämpfe möglich ist. Indem in der Sichtweise des historischen Materialismus die Existenzformen der Gesellschaft immer durch eine neue Gesellschaftsform &#039;&#039;beantwortet&#039;&#039; werden muss, wo deren inhaltliche Potenzen ihrer [[Form]] widerspricht, war die Negation innerhalb der Wirklichkeit dieser Geschichtswerdung schon eine Position, die nicht einfach durch ein denkendes Individuum sich ereignete.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dagegen wird nach dem [[dialektischen Materialismus]] mit dem [[Dasein]] des Menschen schon eine Dialektik aus der [[Natur]] des Menschseins heraus objektiv behauptet, dessen Entwicklung zum wahren Menschen als Kommunist zwangsläufig sei, und die Abweichung hiervon der Position einer schlechten [[Gesinnung]] zu entnehmen sei. Dialektik war damit selbst zu einer Legitimationsform eines totalitären Denkens geworden und von der Hinterfragung ihrer eigenen Wesensgründe, der Bewegungsform ihrer [[Geschichte]] und ihrer [[Kritik]] ausgeschlossen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Mensch als geschichtlich handelndes Subjekt, unter welcher Bedingtheit auch immer er sich gesellschaftlich verhielt, war aus diesem [[Bewusstsein]] lediglich im Nachvollzug objektiver Bedingungen zu verstehen (siehe [[Widerspiegelungstheorie]]) und wurde auf die einfache Behauptung reduziert, dass er nur sein könne, zu was er geschichtlich bestimmt ist - eine Fehlinterpretation des Satzes: &#039;&#039;Das Sein bestimmt das Bewussstsein&#039;&#039; (im Sinne von &#039;&#039;Das Sein ist der Inhalt des Bewusstseins&#039;&#039;). Damit wurde [[Bewusstsein]] selbst nicht mehr in seiner Widersprüchlichkeit wahrgenommen, sondern sondern aus der [[Phänomenologie]] der [[Erfahrung]] zu einer eigenen Wahrheit abgeleitet, zur [[Selbstbehauptung]] einer ihm vorausgesetzten Wahrheit wurde, die von ihrer eigenen Widersprüchlich nichts wissen und das [[Unding]] ihrer Geschichte verkennen musste. Beide Auslegungen, sowohl die Naturdoktrin der Geschichte als auch die Strukturdoktrin der Dialektik, ergänzten sich auf fatale Weise und hatten sich zu einem totalitären Marxismus, zur &#039;&#039;ewigen Wahrheit des Marxismus-Leninismus&#039;&#039; entwickelt, der vor allem im Ostblock zur Staatsdoktrin wurde, aber auch bei der Agitation zum [[Nationalsozialismus]] Pate stand.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Angesichts der Enstehung des deutschen Faschismus war die Erschütterung vor der Tatsache, dass Menschen gegen ihr eigenes Zusammenleben einen totalitären Staat errichten und wollen können, der nichts anderes als eine [[Vernichtungsmaschine]] gegen [[Leben]] und Freiheit überhaupt ist, stand für [[T.W. Adorno]]&#039;&#039; target=&#039;&#039;info&#039;&#039;&amp;gt;[[T.W. Adorno]] die alte Frage der Philosophie erneut an, wie das Bewusstsein der Menschen gegen ihr eigenes Sein sich entwickeln könne. In der &#039;&#039;Dialektik der Aufklärung&#039;&#039; entwickelte er mit Horkheimer die Auffassung, dass dies aus der begrifflichen Statik der Aufklärung und dem Zynismus der Rationalität der Moderne gegen die Natur, gegen das schlichte Werden des Unbegreiflichen, entsprungen sei und eine [[negative Identität]] überhaupt möglich gemacht hätte, welcher das bisherige Denken nicht gewachsen gewesen sei. Der Totalitarismus der Faschisten war somit in einen geistesgeschichtlichen Zusammenhang mit einer Totalität des [[Denkens]] gestellt, welches in der Aufklärung selbst schon als Mächtigkeit der Kategorie negativer [[Totalität]] angelegt sei, als objektives Sollen, als Anspruch einer allgemeinen und objektiven [[Wahrheit]] des [[Ganzen]] und dem darin vermittelten Streben nach einer geistigen [[Identität]], die sich gegen das menschliche Leben verhält, sich als Mittel seiner Befreiung anbietet und seine Unterwerfung unter eine [[Gesinnung]] erzeugt. Im identitären Streben selbst liegt ein Wahrheitsanspruch, der sich nur als Totalitarismus vermitteln kann. Dies war in der bisherigen Philosophie bis hin zu Kant und Hegel die Grundlage einer Hierarchie von Wissenschaft und Lebensprozess, der nun, nach Misslingen dieser [[Philosophie]] - laut [[T.W. Adorno]] - durch das Nicht-Identische nur umzukehren sei.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gegen eine vermeintliche Totalität des Wahrheitsverständnisses von Hegel, der Wahrheit nur in der ganzen Erklärung eines [[Begriffs]] für gegeben hielt (&#039;&#039;Das Ganze ist das Wahre&#039;&#039;) wendet sich sein Satz &#039;&#039;Das Ganze ist das Unwahre&#039;&#039;. Das Ganze bleibt hierdurch allerding als Anderes, als das Unwahre erhalten und wird auch als solches, als falsches Leben totalisiert. [[T.W. Adorno]]s totaler Antitotalitarismus wendet sich als erkenntnistheoretische Konstruktion, als Anspruch auf lebendige [[Wahrheit]] gegen jede Theorie, die eine Totalität formuliert, und will den [[Erkenntnis]]prozess der Wahrheit als gesellschaftlichen Prozess selbst unmittelbar vollziehen. Seine Theorie will eine Erkenntnistheorie als Gesellschaftstheorie sein, wodurch die Menschen in die Lage versetzt werden sollen, die Scheinhaftigkeit ihres Lebens durch Erkenntnis zu durchdringen und hieraus ein anderes [[Leben]] zu schöpfen. Das ist eigentlich ein [[Unding]], setzt ein solcher Gedanke doch schon die Wahrheit des Theoretisierens, das [[Wissen]] um die [[Schein]]haftigkeit eines [[Wesens]] voraus, das verkehrt erscheint. Aber nicht dieses Wesen war [[Gegenstand]] dieser Theorie, sondern das erkennende [[Subjekt]] selbst, das sich in einer verlorenen Objektivität erhält und sich in einer scheinhaften Autonomie gegen sie totalisiert. Es bedürfe daher wieder einer Philosophie, welche Erkenntnis selbst problematisiere, indem sie über das begriffliche Denken hinausgreife, den [[Begriff]] befreit zu einem lebendigen Denken, das sich im Undenkbaren selbst gesellschaftlich bewegt. Das Denken wird damit zum Subjekt, der Begriff des Gedankens durch das Undenkbare bewegt, das Ganze zur [[Dialektik]] des Denkens. [[T.W. Adorno]] vertrat also die Auffassung, dass Wahrheit in der Unwahrheit der Lebensverhältnisse gelebt werden müsse, weil sie selbst schon das werdende Anderssein enthalte und von da her auch die Weltveränderung in sich trage. Das allerdings umfasst die Behauptung, dass Erkenntnistheorie selbst eine Theorie der [[Gesellschaft]] sei und von daher in ihrer Konsequenz eine andere, eine wahre Gesellschaft beanspruchen müsse, worin ein &#039;&#039;richtiges Leben&#039;&#039; möglich sei.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So war diese Rückbeziehung auf die Philosophie neu begründet aus der Desolatheit der bürgerlichen Objektivität und dadurch politisiert, dass Erkenntnis und ihre Zerstörung (ihre Verdinglichung zu einem Verblendungszusammenhang) selbst das Problem des Kapitalismus sei. Damit aber war die Frage aufgeworfen, wie sich Erkenntnis für sich als Wahrheitsfrage überhaupt politisch verstehen lässt. &#039;&#039;Wahrheit&#039;&#039; als Begriff für sich  also unabhängig von ihrer [[Substanz]] (wie z.B. Hegels Idee oder Marxens Abstraktion) - ist ein erkenntnistheoretisches Konstrukt, das von Hegel als das Identische des Begriffs bezeichnet wird, als das, was das Begriffene, das Begriffen-Haben kennzeichnet, weil es in sich widerspruchsfrei, also im Ganzen unzweifelhaft sein muss. Dieses Konstrukt soll aber laut [[T.W. Adorno]] Totalitarismus begründen und müsse daher umgekehrt werden. Und aus der Umkehrung soll sich Gesellschaft erst konstitutieren, indem alles Ganze bezweifelt wird, Gesellschaft also dadurch menschlich wird, dass darin der Zweifel herrscht, weil der Zweifel für die Philosophen nunmal Leben bedeutet. Darin finden sie, was sie in ihrer Systematik verloren haben und das genau ist es, was [[T.W. Adorno]] über den Begriff hinausgreifen und im Nicht-Identischen finden will  nicht als Frage des Denkens, wozu es objektiv sein will oder muss, sondern als begriffene Objektivität, die im Nachhinein ihrer Totalität nicht vorhandenes Leben im Zweifel sucht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist ein verhängnisvoller Zirkel, gesellschaftliches Handeln darin zu begründen, dass man ihre [[Wahrheit]] als Ganzes in Frage stellt und zugleich die Wahrheit des Zweifels als gesellschaftlich notwendige Erkenntnistheorie behauptet. Ein gesellschaftlich notwendiger Zweifel am gesellschaftlichen Ganzen kann nicht theoretisch begründet sein. Er selbst ist die subjektive Basis aller Theorie, ihre Bedingung und ihr Anlass. Und die Theorie selbst muss zweifelsfrei sein, erst recht eine Erkenntnistheorie. In der Analyse ihres Gegenstands, in der Auseinandersetzung mit seinem [[Doppelcharakter]], wird der Zweifel in der Erkenntnis eines Widerspruchs aufgehoben und seine praktische Veränderung ermöglicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die von [[T.W. Adorno]] und Horkheimer entwickelte Negative Dialektik stellt daher einen zentralen Fehler in der Geschichte der [[Kritischen Theorie]] dar, indem sie sich selbst als reale Antithese versteht, also nicht in der Welt deren Negativität sondern die Welt selbst als Negation ihres Denkens begreift. Von daher wäre ihre Wahrheit nur im Gedanken zu finden. &#039;&#039;Es gibt kein richtiges Leben im falschen&#039;&#039; ist eine verhänglisvolle Position, die dies artikuliert: Sie vollstreckt, was sie kritisiert: Totalitarismus und bestimmt das [[Leben]] selbst relativ zu ihrer &#039;&#039;Wahrheit&#039;&#039;, ihrer sublimen Theologie, die keiner Analyse mehr bedarf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wird der Lebensprozess im Sinne einer negativen Dialektik verstanden, so entgegenständlicht er sich zur reinen [[Theorie]], die sich selbst Stoff genug ist. Dieser ist aber genau das, was der [[Gegenstand]] ihrer [[Kritik]] sein soll: Identität eines [[Ganzen]], wenn auch eines ausgeschlossenen Ganzen. Aber gerade in der hier notwendigen Beziehung von Kritik und der Veränderung der Gesellschaft, also dort, wo der theoretische [[Begriff]] der[[Wissenschaft]] ihren wichtigsten [[Grund]] zu formulieren hätte, das Ineinander Übergehen, die Transzendenz und Erneuerung zu begreifen und voran zu treiben, da versagt [[Kritische Theorie]], weil es ihr um selbstreflektierende Wahrheit geht, nicht um wahre Aussagen zu einem geschichtlichen Gegenstand. Es reicht seine Abweisung, die Erkenntnis seiner Absurdität als solche, Kulturindustrie, die sich alleine aus ihrer Lüge zu begründen scheint.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So wurde das adornitische Denken selbst zu einer Wahrheitsbehauptung, die sich nicht mehr an ihrem Gegenstand beweisen muss, weil sie durch dessen Unwahrheit schon begründet ist. Es wurde also zu einer Theorie vom wahren Bewusstsein als solches, das im unreflektierten Sein durch Verdinglichung verblendet ist, vom grellen Schein der Warenwelt, dem [[Warenfetischismus]], der wie von einer Macht betrieben wird, die in der Lage ist, die Menschen zu verblenden. Nicht ihr ureigendstes Bewusstsein ist im Schein der Welt befangen, solange es ihn nicht  z.B. mithilfe des theoretischen Bewusstseins - zu durchdringen vermag, sondern die Übermacht kapitalistischer Inszenierung verstellt eine Wahrheit, für welche die Menschen zu sensibilisieren seien, um sich dem Kapital widersetzen zu können. Sein und Bewusstsein fallen darin auseinander. Seltsamerweise sieht sich [[T.W. Adorno]] gerade in diesem Zusammenhang als Marxist. Immerhin bezieht er ja aus Marx allein die Begründung der Falschheit seines Gegenstands. Aber der war zu diesem Beweis gerade durch die Kritik des erkenntnistheoretischen Verhaltens der Philosophie gelangt, durch die Kritik des interpretativen Verhältnisses zu ihrem Gegenstand.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei [[T.W. Adorno]] wird die Scheinhaftigkeit der bürgerlichen Lebensverhältnisse nicht [[analytisch]] geöffnet, sondern verkürzt zu einer psychologischen Diagnose, wonach es sich hierbei um einen Verblendungszusammenhang handele, um eine systematische Täuschung. Und darin bezieht er sich auf den Marx&#039;schen [[Fetisch]]-Begriff.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zwar gründet der Kapitalismus nicht auf einer [[Täuschung]], sondern auf einer [[realen Abstraktion]], in der ein [[abstrakt Allgemeines]] nicht nur [[ideell]] am Wirken ist. Aber auch Marx hatte konstatiert, dass die Lebensverhältnisse der bürgerlichen Gesellschaft nicht als das erscheinen, was sie gesellschaftlich sind, dass sie in dem [[verkehrt]] erscheinen, was ihre [[Wirklichkeit]] ausmacht:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;Das Geheimnisvolle der Warenform besteht ... einfach darin, daß sie den Menschen die gesellschaftlichen Charaktere ihrer eignen Arbeit als gegenständliche Charaktere der Arbeitsprodukte selbst, als gesellschaftliche Natureigenschaften dieser Dinge zurückspiegelt, daher auch das gesellschaftliche Verhältnis der Produzenten zur Gesamtarbeit als ein außer ihnen existierendes gesellschaftliches Verhältnis von Gegenständen. [[(Marx im Kapital I, MEW 23, S. 86-87)]]&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man könnte zunächst meinen, es handle sich bei [[T.W. Adorno]] lediglich um ein Missverständnis von der Marxistischen Dialektik, wenn er schreibt, dass &#039;&#039;die Begriffe, die bei Marx sich bewegen sollen, ... als Begriffe eben notwendig ein Gedachtes&#039;&#039; ([[T.W. Adorno]], Philosophische Terminologie, S. 22) sind. &#039;&#039;Die Kategorie, die Marx im Zusammenhang mit seinen ökonomischen Vorgängern gerade als die objektive schlechthin betrachtet hat, durch die sich über den Köpfen der einzelnen Subjekte so etwas wie materielle Notwendigkeit durchsetzen soll, die Kategorie des Tausches, ist ein in sich Begriffliches, ein Geistiges.&#039;&#039; (ebenda). Dies nämlich, weil beim &#039;&#039;Tausch von Äquivalenten, von einander gleichen [[Tauschwerten]]&#039;&#039; (ebenda) &#039;&#039;von der bestimmten Gebrauchswertqualität ... abgesehen werden kann.&#039;&#039; (ebd.). Weil man diese Abstraktion also Denken kann (siehe [[Gedankenabstraktion]]), deshalb sei sie auch bloß Gedachtes und verliere ihre reale [[Notwendigkeit]] (siehe [[Realabstraktion]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dies ist in der Tat eine bemerkenswerte Fehlinterpretation, eine Verkehrung der Realität, wonach der Äquivalententausch sich nicht aus dem Mangel einer Beziehung ergibt welche Notwendigkeiten erzeugt, sondern aus der Notwendigkeit des Begriffs, dass es beim [[Tausch]] um den Tausch von Äquivalenten ginge, um die Beziehung von Gleichem mit Gleichem, also um Äquivalenz an sich. Weil im Tausch die [[Gebrauchswerte]] qualitativ nicht enthalten seien, enthielten sie eine Abstraktion, eine geistige Absurdität, welche sie nicht wirklich und allgemein Gebrauchswerte (das ist für [[T.W. Adorno]] Subjektivität) sein ließe, sondern nur Tauschwerte, - so, als sei der Tauschwert nicht der allgemeine Gebrauchswert. Nein: Das Allgemeine sei das Äquivalent. Aber Äquivalente kann man nicht tauschen, man tauscht Gebrauchswerte und es entstehen Äquivalente, in denen sie einen [[Begriff]] erhalten, [[Wert]], der sich im Tauschwert ausdrückt. Das ist nichts &#039;&#039;Geistiges&#039;&#039; sondern überaus Praktisches, wenn auch Abstraktes und nicht Greifbares, wohl aber Begreifbares und Inhalt der [[Entfremdung]], die eine Waren produzierende Gesellschaft für die Menschen verwirklicht. Aber der &#039;&#039;Äquivalententausch&#039;&#039; ist die Grundlage für [[T.W. Adorno]]s ganze Kritik an der kapitalistischen Gesellschaft: Der Tauschwert ist eine Mystifikation der Lebensverhältnisse, die über den [[Sachen]] (und nicht in ihnen) ihren Begriff habe. Daraus leitet er unmittelbar den [[Fetischismus]] ab, den er mit dem Marxschen Begriff des [[Warenfetischismus]] gleichsetzt. Aber ihm geht es dabei um etwas gänzlich anderes: Der Wert selbst sei der Fetisch, der an den Dingen klebt, der Schein der Verführung, dem die Menschen erliegen, wenn sie ihn nicht durchschauen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dementsprechend wurde das Verständnis des Marxismus in der Interpretation des [[Warenfetischismus]] durch [[Adorno]] zur [[Moral]], zur Metapher einer philosophischen Psychologie gewendet: Der [[Fetisch]] der Geldform, wie sie Marx im &#039;&#039;Kapital&#039;&#039; und anderen Schriften verstanden hat, wurde von [[Adorno]] nicht mehr aus der [[körperlichen]] [[Verkehrung]] ihrer Sachform, aus der [[notwendige Erscheinung]] ihres verkehrten Körpers begriffen. Wie sie sich der Anschauung bietet, weil das gesellschaftliche Verhältnis der Menschen darin notwendig als ein gesellschaftliches Verhältnis der Sachen erscheinen muss, war das Resultat seiner Analyse, die seine Kritik als Bewusstsein darüber bildete, das dieses verkehrte Verhältnis solange herrscht, wie sich die Menschen über die Geldform gesellschaftlich für ihren privaten Konsum verhalten. Das Bewusstsein selbst steht in diesem Verhältnis und wird durch die Kritik dieser Verkehrung zu einem Selbstbewusstsein der Menschen, sobald sie dessen Nebelbindungen durchdrungen haben. Als &#039;&#039;falsches Bewusstsein&#039;&#039;, als in sich fixiertes, als &#039;&#039;f[[etischisier]]tes&#039;&#039; Bewusstsein steht es nur einer Moral der wahren Erkenntnis gegenüber, weil es durch diese Verhältnisse objektiv verblendet bliebe und also auch subjektiv falsch bleiben müsse, wenn es dieser objektiven Erkenntnis von Wahrheit, dieser Philosophie sich nicht zuordnen kann. Aus seiner Subjektivität, aus seinen inneren Widersprüchen heraus wäre es nicht zu ändern, zu bilden oder zu vermitteln, weil sie lediglich durch höhere Wahrheiten zu überwinden wären, also [[esoterisch]], psychologisch und philosophisch in einer puren [[Wahrheit]] gelebt werden könnte. [[Adorno]] macht daher aus der [[Verkehrung]] des [[Warenfetischs]] ein &#039;&#039;Falsches Leben&#039;&#039;, gegen das er die Bekämpfung der [[Falschheit]], also sich gegen eine objektive Verfälschung des Lebens stellt. Nicht dessen Sache hat sich durch ihre Widersprüchlichkeit gegen das Leben der Menschen verkehrt, sondern es selbst sei falsch, so dass es &#039;&#039;kein richtiges Leben im falschen&#039;&#039; geben könne. Was aber kann totalitärer sein als diese Aussage? [[Adorno]] selbst war als Kritiker des Totalitarismus zum Philosoph einer [[ästhetischen]] [[Mystifikation]] geworden, der sich allerhand unsinnige, aber hiernach folgerichtige [[Urteile]] über Kunst, Ökonomie und Kritik erlaubte&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Damit war natürlich keine historisch materialistische Aussage zu machen, um eine Analyse der alltäglichen Verhältnisse der Menschen zu erarbeiten und zu vertiefen, sondern der eigentliche Philosoph, der wahre [[Ästhet]], der kritische Theologe restauriert, der nun mit marxistisch überlagerter Interpretation über das wahre Leben sich philosophisch den wirklichen Verhältnissen entziehen konnte - weil nun mal dem strukturellen Marxismus in der Tat das philosophische Potenzial abhanden gekommen war. Aber der philosophische Moralist, der über die Erkenntnis einer ästhetischen Wahrheit verfügt, einer Mimesis der Kunst, dem Nichtidentischen, dem Vorschein einer [[Freiheit]], die in den Kunstwerken verwahrt sei, trat nicht als Philosoph, nicht als Künstler und nicht als Avantgardist einer neuen Subkultur auf, weil er diese Freiheit nur utopisch-vorgreifend begriff - so eben, wie er sie in seinen Lebensverhältnissen wohl für sich leben konnte. Aber indem mit der Negation des Gegenwärtigen Philosophie als ästhetische Theorie wieder auferstanden war, konnte er durch seine kritische Theorie eine &#039;&#039;Minima Moralia&#039;&#039;, eine Moral der Freiheit des Menschen von Seinesgleichen positiv einfordern. Kulturkritik war damit wieder im Kreis des Kulturbürgertums, auf dem &#039;&#039;dornenreichen Weg der Selbstverwirklichung&#039;&#039; (Hegel) angekommen und der [[Historische Materialismus]] von Marx verräumt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hiermit hat [[T.W. Adorno]] die ganze Marxsche Analyse wieder auf den Kopf gestellt: Der Warentausch wird zu einem Phänomen des Trugs, der die Welt entstellt, die im Zusammensein der Gebrauchswerte in Ordnung, natürlich, unverfälscht sei. Tatsächlich kann sich [[T.W. Adorno]] mit solchem Verstand wieder in die Philosophie einreihen, die als ihre Not weiß, &#039;&#039;dass das Denken sich durch den berühmten Übergang vom Grund zur Existenz dem Problem entzogen hat, auf der einen Seite in seinen Bestimmungen in Übereinstimmung zu stehen mit dem, was es ausdrücken will, und auf der anderen im Gegensatz dazu zu stehen .&#039;&#039; (ebd. S.25) Aus dem [[Wert]], der [[Realabstraktion]], die Marx aus dem [[Ganzen]] der [[Ware]] als [[Elementarform]] menschlichen [[Reichtums]] geschlossen hat, ist somit wieder eine [[Gedankenabstraktion]] der Negativität eines Geistes geworden, dem sich quasi alle kulturellen und geistigen Phänomene gleichermaßen einreihen lassen. In dieser Gesamtheit ist der [[Tauschwert]] die einzige Katergorie, der Ungeist, die [[Täuschung]], welcher die Menschen zu ihrer [[Emanzipation]] entgegenzutreten hätten. Sie zeige sich in der &#039;&#039;[[Verzweiflung]]&#039;&#039; der [[Philosophie]] ebenso, wie in der &#039;&#039;Wunde&#039;&#039; des [[Ästhetischen]]. Das macht Widerstand zu einer Arbeit des reinen Intellekts, der sich der sinnlichen Welt der Gebrauchswerte nur zuordnen müsse, also die negative Dialektik in ihrer Antithese, in ihrer Umkehrung zu vollziehen habe, die der Tauschwert der Welt aufbürdet! Das ist nicht nur ein konservatives Verständnis von Dialektik (das nur in der Ästhetik durch die Behauptung einer &#039;&#039;Transzendenz des Subjekts&#039;&#039; durchbrochen wird) sondern auch eine Umkehrung der marxschen Entfremdungstheorie, die [[T.W. Adorno]] zu einer &#039;&#039;dinglichen&#039;&#039; Entstellung verbrämt, zu einer Theorie der &#039;&#039;[[Verdinglichung]]&#039;&#039;, welche die Grundlage seines ganzes Werks wird, besonders auch seiner Kulturkritik - eigentlich eine simple Theorie und eine ungeheuere Simplifizierung und Verfälschung der Marxschen Analyse. Aber: Es lässt sich darin so ziemlich alles subsumieren, was einen intellektuellen Verstand bewegen, begeistern und entgeistern kann. Diese Täuschung, diese &#039;&#039;Fetischisierung&#039;&#039; (siehe hierzu im Unterschied [[Warenfetisch]]), sei das Problem der Welt!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wer Wahrheit sucht, will Wahrheit ernten. Die Negative Dialektik mündet in dem Satz: &#039;&#039;Es gibt kein richtiges Leben im Falschen&#039;&#039;. Wie dann leben? Dialektisch: Das Unwahre enthält das Wahre, wenn auch notwendig außer sich und doch als sein eignes Moment. Auch dies lässt sich bei der Rückübersetzung des Kapitals in die Philosophie finden: [[T.W. Adorno]]&#039;&#039; target=&#039;&#039;info&#039;&#039;&amp;gt;[[T.W. Adorno]] versteht und achtet [[Marx]] vorwiegend als Philosoph und Kritiker des Warentauschs, nicht als Kritiker der politischen Ökonomie. Er begreift die Ökonomie ausschließlich philosophisch und reduziert die von Marx dort gemachten Entwicklungen wieder auf ihre erkenntnistheoretischen Implikationen. So entsteht auch ein fundamentales Missverständnis des Marxschen Werkes indem es zum Stoff einer negativ idealistischen Philosophie gerät, zum Negativ-Ideal der schlechten Welt, dem Falschen und Unwahren. In seinen ökonomischen Schriften würde Marx das &#039;&#039;Subjekt als Feind des Subjekts&#039;&#039; beschreiben und es damit als wahr und unwahr zugleich konstatieren, als &#039;&#039;Transzendentalsubjekt&#039;&#039;, das sich &#039;&#039;im Tausch Identität stiftet&#039;&#039; ([[T.W. Adorno]], &#039;&#039;Negative Dialektik&#039;&#039;; Suhrkamp 1975, S. 22). Der Tausch selbst sei die Mystifikation der Transzendenz und behindere die menschliche Emanzipation des Subjekts. Nach [[T.W. Adorno]]s Verständnis würde Marx in der Natur des [[Gebrauchswerts]] die positiven Momente der Überwindung der [[bürgerlichen Gesellschaft]] behaupten, deren Identität im [[Tauschwert]] &#039;&#039;unwahr&#039;&#039; sei.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wo die Kritik eines politischen Begriffs (Kapitalismus) nicht mehr erkannt wird, da wird der Begriff selbst wieder politisch. Als Fetischbegriff wird er zum Begriff des Falschen, das sich auf der Welt ausbreite, wie eine Sucht. Das ist eine Moral über Wahrheit, mit der alles Böse in den Niederungen der Welt wieder als Lüge bekämpft werden kann (siehe z.B. [[Antideutsche]]). Nicht die Ausbeutung der Menschen treibt ihre Verhältnisse in die Barbarei, wenn sie diese Verhältnisse nicht aufheben, sondern die Täuschung, der sie unterliegen. Die [[Barbarei]] des [[Nationalsozialismus]] (s.a. [[Faschismus]]) habe erwiesen, dass ökonomische Begrifflichkeit nicht hinreiche, um die geistige Selbstzerstörung des Menschen zu erklären. Wie wahr! Aber muss hierfür gleich die ganze Wirklichkeit geopfert werden?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Immerhin: Die Negative Dialektik macht [[T.W. Adorno]] zu einem der wenigen Kulturkritiker, die ein wesentlich geistiges Unbehagen formulierten, zu einem Theoretiker der Apokalypse, die sich für ihn konkret in der [[Ästhetik]] ereignet. Das brachte ihn auch in die Nähe zu Sigmund [[Freud]]s Todestriebtheorie, mit der das psychoanalytische &#039;&#039;Unbehagen der Kultur&#039;&#039; eingeläutet worden war.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es sei das &#039;&#039;Ineffabile der Utopie&#039;&#039; ([[T.W. Adorno]], &#039;&#039;Negative Dialektik&#039;&#039;; Suhrkamp 1975, S. 22), dass es nichts gebe, was &#039;&#039;unter Identität&#039;&#039; im Hegelschen Sinne zu subsumieren sei. Geschichte könne sich nicht aus den konkreten Möglichkeiten des Gegenwärtigen, sondern nurmehr aus einer Utopie bilden, welche die einzige &#039;&#039;konkrete Möglichkeit&#039;&#039; sei, quasi als Dialektik einer &#039;&#039;philosophischen Kritik an der Identität der Philosophie&#039;&#039; (ebenda). So entwickelte er negative Dialektik als &#039;&#039;Ontologie des falschen Zustandes&#039;&#039; (ebenda). Kritik der Philosophie solle konträre Philosophie sein, in welcher bloßgestellt werde, dass sich der Begriff &#039;&#039;in ein nicht begriffliches Ganzes verflochten&#039;&#039; (S. 24) habe. Daher ginge es darum, die &#039;&#039;Richtung der Begrifflichkeit zu ändern&#039;&#039; (ebenda), wodurch der &#039;&#039;Identitätszwang&#039;&#039; zerginge, &#039;&#039;den der Begriff ... mit sich führt. Aus dem [[Schein]] des Ansichseins des Begriffs als Einheit des Sinns hinaus führt seine Selbstbesinnung auf den eigenen Sinn&#039;&#039; (ebenda). Es sei diese &#039;&#039;Entzauberung des Begriffs ... das Gegengift der Philosophie.&#039;&#039; Darin verbleibt die [[Kritik]] kritische Philosophie, kritische Theorie, kritische [[Interpretation]] als Kritik des [[interpretativen Verstandes]] - wird also nicht notwendig praktische Kritik, [[Kritik der politischen Ökonomie]], [[dialektisches]] [[Begreifen]] der [[Formbestimmtheit]] dieser Welt, der [[Negation]] ihrer [[Inhalte]], sondern selbst zu einer Gedankenform, zur negativen Dialektik.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Negative Dialektik [[T.W. Adorno]]&#039;s beschreibt diese Welt als Lüge oder [[Täuschung]] (&#039;&#039;Wahr ist nur, was nicht von dieser Welt ist&#039;&#039;) und fordert damit auf, die [[Wahrheit]] in einer anderen Welt zu finden, als Umkehrung einer Mangelempfindung, die in dieser Welt ist, und ihre Transzendenz enthalten soll. Diese jedoch hat in dieser &#039;&#039;Dialektik&#039;&#039; keine Substanz. Wo [[Marx]] im [[Wert]]begriff und seiner Substanz ([[abstrakt menschliche Arbeit]]) noch die Notwendigkeit formuliert, dass konkret nützliche Arbeit sich in der abstrakt menschlichen durchzusetzen habe, dass sie eine Gesellschaft in sich birgt, in der auch die Arbeitsteile und Produktionsmittel gesellschaftlich vermittelt wirklich existieren konnen, da sieht [[T.W. Adorno]] eine leere Subjektivität, die nur darin transzendental sein soll, dass sie &#039;&#039;Wahrheit&#039;&#039; enthält, Empfindung, die eine Hoffnung auf ein Anderssein hat. Dies nun ist [[Logisch]] ein [[Unding]], das noch keine [[Religion]] aufzulösen vermochte und in dem Satz von Descartes längst überwunden schien: &#039;&#039;Ich denke, also bin ich&#039;&#039;. Denken ist gegenwärtig sein; nicht bei [[T.W. Adorno]]: Hier wird [[Denken]] zu einer Vorstellung gegen die Negativität des Begreifens gewendet, zur Abwendung des Gedankens gegen den Begriff der Wirklichkeit. Es wird so schon in der Kritik des Bestehenden zum Glauben an eine [[Erlösung]], die sich jeder Bewahrheitung entzieht, weil sie ihre Wahrheit schon unmittelbar im kritischen [[Subjekt]] (als Gewissheit eines richtigen Lebens, das nicht sein kann) behauptet. So besteht der Gedanke als das ganz Andere zu dieser Welt, der ihr versprochen werden muss: Die alternative [[Religion]] zu den religiösen Alternativen. Dies wird von Horkheimer so auch offen formuliert. Bei [[T.W. Adorno]] kommt die [[Erlösung]] als Hintergrund seiner Reflektion in einer philosophischen Verzweiflung vor: Philosophie, wie sie im Angesicht der [[Verzweiflung]] einzig noch zu verantworten ist, wäre der Versuch, alle Dinge so zu betrachten, wie sie vom Standpunkt der Erlösung aus sich darstellen.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gegen die Unendlichkeit der Negation dieser Dialektik, die solchen Erlösungsglauben hervorbringt, hat sich Habermas mit seiner [[Diskurstheorie]] gestellt, die allerdings das negative Subjekt der Emanzipation nur zu einem tätigen in der Kommunikation, in einer kommunikativen Dialektik, verwandeln wolte.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Wolfram</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://kulturkritik.net/mediawiki/index.php?title=Langeweile&amp;diff=11540</id>
		<title>Langeweile</title>
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		<updated>2026-05-24T23:14:40Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Wolfram: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;Diese Sichselbstgleichheit des Denkens ist nur wieder die reine Form, in welcher sich nichts bestimmt; die allgemeinen Worte von dem Wahren und Guten, der Weisheit und der Tugend, bei welchen er stehenbleiben muß, sind daher wohl im allgemeinen erhebend, aber weil sie in der Tat zu keiner Ausbreitung des Inhalts kommen können, fangen sie bald an, Langeweile zu machen. ([[Hegel, Phänomenologie des Geistes, Freiheit des Selbstbewusstseins]])&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hegel war ein großer Denker des [[phänomenologischen]] [[Idealismus]]. Was er aber in der Inhaltsleere des Stoizismus entdeckt, ist eher der Mangel seiner [[wirklichen]] [[Urteilskraft]] in der [[Beziehung]] auf das &#039;&#039;Wahre und Gute&#039;&#039; des [[Bildungsbürgertums]]. Tatsächlich ist ihm in der Unendlichkeit seiner ausgleichenden [[Selbstbezogenheit]] allerlei Empfindung – das &#039;&#039;Hören und Sehen&#039;&#039; seiner bloßen [[Individualität]] – vergangen. Für seine akademischen Schüler werden von da her ihre [[Selbstgefühle]] grenzenlos, übermächtig, einfach schön und gut, Diese Art der [[Macht]] hatte in der [[politischen]] [[Avantgarde]] von [[Adornos]] &#039;&#039;beschädigtem Leben&#039;&#039; ihre [[Empfindungen]] [[entwirklicht]], von ihrem [[Denken]] abgelöst und für eine alternative Lebensvorstellung sinnstiftend. So wurde das Abgelöste zu einer mysteriösen [[Selbstbeziehung]] eines allgegenwärtigen [[Urteilsvermögens]] über vergangene Wahrnehmungen einer [[politischen Ästhetik]], allzeit imperativ, wo es sich in ihrer [[Wirklichkeit]] [[verhalten]] konnte. Denn wo [[Gefühle]] von ihren [[Empfindungen]] getrennt auftreten, entleeren sie sich im &#039;&#039;Lauf der Zeit&#039;&#039; und werden als [[Gefühle]] der Leere, in ihrer [[Nichtigkeit]] unerträglich .... Und wenn dieser [[Zustand]] zu lange dauert, dann entsteht schon aus der Langeweile heraus vielerlei [[Unsinn]], - besonders durch die [[Wahrnehmung]], die nichts anderes mehr als sich selbst [[wahrhat]] und sich deshalb als eine [[ewige]] [[Wahrheit]] [[erscheint]]. Die [[Selbstwahrnehmung]] hat ihr Echo im [[Nichts]], macht sich selbst [[nichtig]] und lässt Zwecke und [[Werte]] entstehen (siehe hierzu [[Selbstwert]]), die überhaupt nur aus einer [[vernichteten]] [[Gegenwärtigkeit]] entstehen (siehe hierzu auch [[hermeneutischer Zirkel]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;Sonntags in der kleinen Stadt Sonntags in der kleinen Stadt – Wenn die Spinne Langeweile Fäden spinnt und ohne Eile Giftig-grau die Wand hochkriecht – Wenn&#039;s blank und frisch gebadet riecht Dann bringt mich keiner auf die Straße Und aus Angst und ärger lasse Ich mein rotes Barthaar steh&#039;n Und lass&#039; den Tag vorübergehn Hock&#039; am Fenster, lese meine Zeitung, decke Bein mit Beine Seh&#039;, hör und rieche nebenbei Das ganze Sonntagseinerlei!&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;(Franz Josef Degenhardt)&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[Dichte]] der [[Ereignisse]] bestimmt das [[Erleben]] der Gefühle im Gefolge ihrer [[Empfindungen]]. Sie macht die [[Stimmung]], denn sie lässt [[Bedürfnisse]] im Überschuss oder Mangel an [[Werte]]Reizen. Von daher ist die [[Selbstwahrnehmung]] auch [[quantitativ]] [[bestimmt]]. Kurzweilig ist es, wenn ein [[Ereignis]] das andere ablöst, langeweilig wenn man auf jede Veränderung warten mus. Das macht die Intensität (siehe [[Begriffsgröße]]) der [[Selbstwahrnehmung]] aus, soweit ihre [[Bedürfnisse]] durch die [[Form]] ihrer [[Erlebnisse]] bestimmt sind (siehe hierzu auch [[Kulturkonsum]]), durch eine [[dichte]] [[Ereignisproduktion]] entwickelt sich das [[Tittytainment]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der [[bürgerlichen Gesellschaft]] der Nachkriegszeit war es noch das so genannte &#039;&#039;Wirtschaftswunder&#039;&#039;, der Wohlstand der Bevölkerung durch die Kredite nach dem Marshallplan der USA, die Beschleunigung des weltweiten Warenumsatzes, die sie ganze Länder aus dem Phlegma der &#039;&#039;Weltordnung&#039;&#039; des [[Faschismus]] herausgerissen hatte auch wenn sie ihrer [[Selbstwahrnehmung]] noch gar nicht gewachsen sein konnte. Erst im übergang zur Konsumgesellschaft, haben sich die [[zwischenmenschlichen Verhältnisse]] der [[Selbstverwertung]] [[allgemein]] durchgesetzt und aus der anfänglichen [[Konsumkultur]] eine [[Eventkultur]] herausgebildet, in der Langeweile schon [[wirtschaftlich]] verwertbar geworden war und dadurch [[aufgehoben]] wurde. Es braucht nur noch eine kurze Weile, wo sich die [[Ereignisse]] überstürzen und sich schon in ihrem [[Eindruck]] auf die Menschen übereilen. Kurzweilig ist das [[Erlebnis]] in seinen [[Reizen]], die eine [[Eventkultur]] durch ihre [[Ereignisproduktion]] vermittelt und jeden [[einverleiben]] lässt (siehe auch [[Scheinwelt]]), was für ihn keinen [[Sinn]] haben muss, ihn aber durch einen Sinn außer sich von seiner [[Lebensangst]] befreit. Es ist der [[Kulturkonsum]] das Mittel, sich in sinnentleerten Lebensverhältnissen durch [[Ereignisse]] zu unterhalten und sich durch die [[Erlebnisse]] einer [[Ereignisproduktion]] über die gesellschaftliche Funktion der [[Kulturindustrie]] zu bewahren, die auch als [[Kommunikationsindustrie]] immer mehr auch in [[zwischenmenschlichen Verhältnissen]] benötigt wird. Wo sich aber keine [[Ereignisse]] mehr ergeben, entsteht für die Menschen, deren [[Selbstwahrnehmung]] hierauf gründet, eine Langeweile, die durch ihre Leere oft erregt wird, wenn und weil das bloße [[Erleben]] von [[Ereignissen]] zu ihrem wesentlichen Inhalt geworden war.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In dieser [[Erregung]] stellt sich eine [[Wahrnehmung]] von [[Nichts]] dar, also eine [[genichtete]] [[Wahrnehmung]], die nach [[Erlebnissen]] hungert, weil sie sich durch keine [[Erkenntnisse]] unterhalten kann. Dieses [[Nichts]] der [[Selbstwahrnehmung]] ist der Antrieb der [[Eventkultur]] mit ihrer [[Ereignisproduktion]] und dem Hype der kulturellen [[Prominenz]], den sie auslöst. Von daher kann man sagen, dass die [[Kulturelite]] von der Langeweile einer [[Kultur]] lebt, die [[substanziell]] [[abwesend]] ist und nicht mehr [[erkennen]] lassen kann, was ihren [[Sinn]] ausmacht (siehe auch [[abstrakt menschlicher Sinn]]). Darin nichts [[regt]] sich in nichts, weil nichts mehr [[wirklich]] [[befriedigt]] werden kann und deshalb ihre Erregtheit [[befriedet]] werden muss (siehe auch [[Scheinwelt]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Langeweile ist der Zirkelschluss im Abschluss eines für sich selbst verloren gegangenen Lebens, eines [[Lebens]] von und mit [[Abstraktionen]], das sich durch seine [[Ideologien]], durch seine Ideale schon selbst verneint und sich gerade durch seine Idealisiesrungen dort vernichtet, wo es sich durch diese antreibt, wo es verwest, weil es nur noch seinen [[Tod]] lebt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das war auch schon in der Philosophiekritik von Marx Thema, als er Hegel als dem absoluten [[Philosophen]] schlechthin nachgewiesen hat, dass er durch seinen Idealismus, durch seine absolute [[Idee]] des Lebens sein eigenes Denken durch seine [[Abstraktionen]] auflöst, die diese Idee zu betreiben hat und mit denen sie auch [[ideologisch]] betrieben wird:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;Die absolute Idee, die abstrakte Idee, welche nach ihrer Einheit mit sich betrachtet Anschauen ist (Hegels Encyclopädie, 3te Ausgabe, p.222 [§ 244]), welche (l.c.)&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;in der absoluten Wahrheit ihrer selbst sich entschließt, das Moment ihrer Besonderheit oder des ersten Bestimmens und Andersseins, die unmittelbare Idee, als ihren Widerschein, sich als Natur frei aus sich zu entlassen (l.c.),&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;diese ganze, so sonderbar und barock sich gebarende Idee, welche den Hegelianern ungeheure Kopfschmerzen verursacht hat, ist durchaus nichts anders als die Abstraktion, i.e. der abstrakte Denker, die, durch Erfahrung gewitzigt und über ihre Wahrheit aufgeklärt, sich unter mancherlei – falschen und selbst noch abstrakten – Bedingungen dazu entschließt, sich aufzugeben und ihr Anderssein, das Besondere, Bestimmte an die Stelle ihres Beisichseins, Nichtsseins, ihnen Allgemeinheit und ihnen Unbestimmtheit zu setzen, die Natur, die sie nun als Abstraktion, als Gedankending in sich verbarg, frei aus sich zu entlassen, d.h. die Abstraktion zu verlassen und sich einmal die von ihr freie Natur anzusehn. Die abstrakte Idee, die unmittelbar Anschauen wird, ist durchaus nichts andres als das abstrakte Denken, das sich aufgibt und zur Anschauung entschließt. Diesen ganze übergang den Logik in die Naturphilosophie ist nichts andres als den – dem abstrakten Denker so schwer zu bewerkstelligende und daher so abenteuerlich von ihm beschriebne übergang aus dem Abstrahieren in das Anschauen. Das mystische Gefühl, was den Philosophen aus dem abstrakten Denken in das Anschauen treibt, ist die Langweile, die Sehnsucht nach einem Inhalt. [[(MEW 40, S. 585f)]]&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Wolfram</name></author>
	</entry>
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		<id>https://kulturkritik.net/mediawiki/index.php?title=Langeweile&amp;diff=11539</id>
		<title>Langeweile</title>
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		<updated>2026-05-24T23:10:14Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Wolfram: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;Diese Sichselbstgleichheit des Denkens ist nur wieder die reine Form, in welcher sich nichts bestimmt; die allgemeinen Worte von dem Wahren und Guten, der Weisheit und der Tugend, bei welchen er stehenbleiben muß, sind daher wohl im allgemeinen erhebend, aber weil sie in der Tat zu keiner Ausbreitung des Inhalts kommen können, fangen sie bald an, Langeweile zu machen. ([[Hegel, Phänomenologie des Geistes, Freiheit des Selbstbewusstseins]])&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hegel war sicher ein großer Denker des [[phänomenologischen]] [[Idealismus]]. Aber was er in der Inhaltsleere des Stoizismus entdeckt, ist eher der Mangel seiner [[wirklichen]] [[Urteilskraft]] in der [[Beziehung]] auf das &#039;&#039;Wahre und Gute&#039;&#039; des [[Bildungsbürgertums]]. Tatsächlich ist ihm in der Unendlichkeit seiner ausgleichenden [[Selbstbezogenheit]] allerlei Empfindung – das &#039;&#039;Hören und Sehen&#039;&#039; seiner bloßen [[Individualität]] – vergangen. Für seine akademischen Schüler werden von da her ihre [[Selbstgefühle]] grenzenlos, übermächtig, einfach schön und gut, Diese Art der [[Macht]] hatte in der [[politischen]] [[Avantgarde]] von [[Adornos]] &#039;&#039;beschädigtem Leben&#039;&#039; ihre [[Empfindungen]] [[entwirklicht]], von ihrem [[Denken]] abgelöst und für eine alternative Lebensvorstellung sinnstiftend. So wurde das Abgelöste zu einer mysteriösen [[Selbstbeziehung]] eines allgegenwärtigen [[Urteilsvermögens]] über vergangene Wahrnehmungen einer [[politischen Ästhetik]], allzeit imperativ, wo es sich in ihrer [[Wirklichkeit]] [[verhalten]] konnte. Denn wo [[Gefühle]] von ihren [[Empfindungen]] getrennt auftreten, entleeren sie sich im &#039;&#039;Lauf der Zeit&#039;&#039; und werden als [[Gefühle]] der Leere, in ihrer [[Nichtigkeit]] unerträglich .... Und wenn dieser [[Zustand]] zu lange dauert, dann entsteht schon aus der Langeweile heraus vielerlei [[Unsinn]], - besonders durch die [[Wahrnehmung]], die nichts anderes mehr als sich selbst [[wahrhat]] und sich deshalb als eine [[ewige]] [[Wahrheit]] [[erscheint]]. Die [[Selbstwahrnehmung]] hat ihr Echo im [[Nichts]], macht sich selbst [[nichtig]] und lässt Zwecke und [[Werte]] entstehen (siehe hierzu [[Selbstwert]]), die überhaupt nur aus einer [[vernichteten]] [[Gegenwärtigkeit]] entstehen (siehe hierzu auch [[hermeneutischer Zirkel]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;Sonntags in der kleinen Stadt Sonntags in der kleinen Stadt – Wenn die Spinne Langeweile Fäden spinnt und ohne Eile Giftig-grau die Wand hochkriecht – Wenn&#039;s blank und frisch gebadet riecht Dann bringt mich keiner auf die Straße Und aus Angst und ärger lasse Ich mein rotes Barthaar steh&#039;n Und lass&#039; den Tag vorübergehn Hock&#039; am Fenster, lese meine Zeitung, decke Bein mit Beine Seh&#039;, hör und rieche nebenbei Das ganze Sonntagseinerlei!&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;(Franz Josef Degenhardt)&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[Dichte]] der [[Ereignisse]] bestimmt das [[Erleben]] der Gefühle im Gefolge ihrer [[Empfindungen]]. Sie macht die [[Stimmung]], denn sie lässt [[Bedürfnisse]] im Überschuss oder Mangel an [[Werte]]Reizen. Von daher ist die [[Selbstwahrnehmung]] auch [[quantitativ]] [[bestimmt]]. Kurzweilig ist es, wenn ein [[Ereignis]] das andere ablöst, langeweilig wenn man auf jede Veränderung warten mus. Das macht die Intensität (siehe [[Begriffsgröße]]) der [[Selbstwahrnehmung]] aus, soweit ihre [[Bedürfnisse]] durch die [[Form]] ihrer [[Erlebnisse]] bestimmt sind (siehe hierzu auch [[Kulturkonsum]]), durch eine [[dichte]] [[Ereignisproduktion]] entwickelt sich das [[Tittytainment]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der [[bürgerlichen Gesellschaft]] der Nachkriegszeit war es noch das so genannte &#039;&#039;Wirtschaftswunder&#039;&#039;, der Wohlstand der Bevölkerung durch die Kredite nach dem Marshallplan der USA, die Beschleunigung des weltweiten Warenumsatzes, die sie ganze Länder aus dem Phlegma der &#039;&#039;Weltordnung&#039;&#039; des [[Faschismus]] herausgerissen hatte auch wenn sie ihrer [[Selbstwahrnehmung]] noch gar nicht gewachsen sein konnte. Erst im übergang zur Konsumgesellschaft, haben sich die [[zwischenmenschlichen Verhältnisse]] der [[Selbstverwertung]] [[allgemein]] durchgesetzt und aus der anfänglichen [[Konsumkultur]] eine [[Eventkultur]] herausgebildet, in der Langeweile schon [[wirtschaftlich]] verwertbar geworden war und dadurch [[aufgehoben]] wurde. Es braucht nur noch eine kurze Weile, wo sich die [[Ereignisse]] überstürzen und sich schon in ihrem [[Eindruck]] auf die Menschen übereilen. Kurzweilig ist das [[Erlebnis]] in seinen [[Reizen]], die eine [[Eventkultur]] durch ihre [[Ereignisproduktion]] vermittelt und jeden [[einverleiben]] lässt (siehe auch [[Scheinwelt]]), was für ihn keinen [[Sinn]] haben muss, ihn aber durch einen Sinn außer sich von seiner [[Lebensangst]] befreit. Es ist der [[Kulturkonsum]] das Mittel, sich in sinnentleerten Lebensverhältnissen durch [[Ereignisse]] zu unterhalten und sich durch die [[Erlebnisse]] einer [[Ereignisproduktion]] über die gesellschaftliche Funktion der [[Kulturindustrie]] zu bewahren, die auch als [[Kommunikationsindustrie]] immer mehr auch in [[zwischenmenschlichen Verhältnissen]] benötigt wird. Wo sich aber keine [[Ereignisse]] mehr ergeben, entsteht für die Menschen, deren [[Selbstwahrnehmung]] hierauf gründet, eine Langeweile, die durch ihre Leere oft erregt wird, wenn und weil das bloße [[Erleben]] von [[Ereignissen]] zu ihrem wesentlichen Inhalt geworden war.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In dieser [[Erregung]] stellt sich eine [[Wahrnehmung]] von [[Nichts]] dar, also eine [[genichtete]] [[Wahrnehmung]], die nach [[Erlebnissen]] hungert, weil sie sich durch keine [[Erkenntnisse]] unterhalten kann. Dieses [[Nichts]] der [[Selbstwahrnehmung]] ist der Antrieb der [[Eventkultur]] mit ihrer [[Ereignisproduktion]] und dem Hype der kulturellen [[Prominenz]], den sie auslöst. Von daher kann man sagen, dass die [[Kulturelite]] von der Langeweile einer [[Kultur]] lebt, die [[substanziell]] [[abwesend]] ist und nicht mehr [[erkennen]] lassen kann, was ihren [[Sinn]] ausmacht (siehe auch [[abstrakt menschlicher Sinn]]). Darin nichts [[regt]] sich in nichts, weil nichts mehr [[wirklich]] [[befriedigt]] werden kann und deshalb ihre Erregtheit [[befriedet]] werden muss (siehe auch [[Scheinwelt]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Langeweile ist der Zirkelschluss im Abschluss eines für sich selbst verloren gegangenen Lebens, eines [[Lebens]] von und mit [[Abstraktionen]], das sich durch seine [[Ideologien]], durch seine Ideale schon selbst verneint und sich gerade durch seine Idealisiesrungen dort vernichtet, wo es sich durch diese antreibt, wo es verwest, weil es nur noch seinen [[Tod]] lebt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das war auch schon in der Philosophiekritik von Marx Thema, als er Hegel als dem absoluten [[Philosophen]] schlechthin nachgewiesen hat, dass er durch seinen Idealismus, durch seine absolute [[Idee]] des Lebens sein eigenes Denken durch seine [[Abstraktionen]] auflöst, die diese Idee zu betreiben hat und mit denen sie auch [[ideologisch]] betrieben wird:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;Die absolute Idee, die abstrakte Idee, welche nach ihrer Einheit mit sich betrachtet Anschauen ist (Hegels Encyclopädie, 3te Ausgabe, p.222 [§ 244]), welche (l.c.)&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;in der absoluten Wahrheit ihrer selbst sich entschließt, das Moment ihrer Besonderheit oder des ersten Bestimmens und Andersseins, die unmittelbare Idee, als ihren Widerschein, sich als Natur frei aus sich zu entlassen (l.c.),&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;diese ganze, so sonderbar und barock sich gebarende Idee, welche den Hegelianern ungeheure Kopfschmerzen verursacht hat, ist durchaus nichts anders als die Abstraktion, i.e. der abstrakte Denker, die, durch Erfahrung gewitzigt und über ihre Wahrheit aufgeklärt, sich unter mancherlei – falschen und selbst noch abstrakten – Bedingungen dazu entschließt, sich aufzugeben und ihr Anderssein, das Besondere, Bestimmte an die Stelle ihres Beisichseins, Nichtsseins, ihnen Allgemeinheit und ihnen Unbestimmtheit zu setzen, die Natur, die sie nun als Abstraktion, als Gedankending in sich verbarg, frei aus sich zu entlassen, d.h. die Abstraktion zu verlassen und sich einmal die von ihr freie Natur anzusehn. Die abstrakte Idee, die unmittelbar Anschauen wird, ist durchaus nichts andres als das abstrakte Denken, das sich aufgibt und zur Anschauung entschließt. Diesen ganze übergang den Logik in die Naturphilosophie ist nichts andres als den – dem abstrakten Denker so schwer zu bewerkstelligende und daher so abenteuerlich von ihm beschriebne übergang aus dem Abstrahieren in das Anschauen. Das mystische Gefühl, was den Philosophen aus dem abstrakten Denken in das Anschauen treibt, ist die Langweile, die Sehnsucht nach einem Inhalt. [[(MEW 40, S. 585f)]]&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
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		<title>Familie</title>
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		<updated>2026-05-24T23:03:10Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Wolfram: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;Ein Jüngling liebt ein Mädchen, Die hat einen andern erwählt; Der andre liebt eine andre, Und hat sich mit dieser vermählt. Das Mädchen heiratet aus Ärger Den ersten besten Mann, Der ihr in den Weg gelaufen; Der Jüngling ist übel dran. Es ist eine alte Geschichte, Doch bleibt sie immer neu; Und wem sie just passieret, Dem bricht das Herz entzwei. (Heinrich Heine, Buch der Lieder&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[bürgerliche]] Familie entsteht meist in der [[Sehnsucht]] nach [[Geborgenheit]] im [[Unglück]] einer durch ihre [[Ausschließlichkeit]] [[vereinsamte]] [[Liebesbeziehung]] – oft im [[Elend]] einer sich auflösenden [[zwischenmenschlichen Beziehung]] in der [[Stimmung]] [[vereinzelter]] Menschen, die darin ihre [[Selbstgefühle]] angleichen, indem sie diese sozialisieren. Sie ist daher getragen vom [[Sicherheitsbedürfnis]] für die [[seelische]] [[Entwicklung]] der Menschen in der [[bürgerlichen Gesellschaft]] um den Fortbestand ihrer [[zwischenmenschlichen Kultur]] und den [[Gewohnheiten]] ihrer [[Selbsterhaltung]] (siehe auch [[Reproduktion]]), des [[persönlichen]] Vertrauens in die Zeugung und den Fortbestand und Schutz eigenmächtiger [[Lebensverhältnisse]]. Ihre [[Geschichte]] ist aber nicht [[wirklich]] durch diese gesichert, sondern entwickelt sich als [[Geschichte]] ihrer &#039;&#039;Gemütslagen&#039;&#039;, den [[Stimungen]], welche die Menschen zusammen führt oder auch auseinander treibt. Von daher ist solche [[Familie]] der Hort (siehe [[Lebensburg]]) zur [[Bildung]] der [[Gefühle]], die aus [[Selbstempfindungen]] im &#039;&#039;Familienleben&#039;&#039; heraus keimen und [[objektiv]] meist die erste und [[bedeutungsreichste]] [[zwischenmenschliche]] [[Lebenserfahrung]] für die nachwachsenden [[Generationen]] darstellen. Von daher hat das &#039;&#039;Familienleben&#039;&#039; einen [[mächtigen]] Anteil an der Selbstsicherheit um [[eigene]] [[Wahrheit]] – und damit der [[eigenen]] [[Wahrnehmungsidentität]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Stimmung finden die Empfindungen eine Stimme für das, was sie wahrhaben. Sie bilden daraus eine Gemeinschaft ihrer Selbstgefühle. In den hierin geborgenen Gefühlen schaffen sie eine Welt für sich. In dieser Welt entstehen die hieraus bestimmten Selbstwahrnehmungen, die zu einem familieären Verhältnis in der Selbstwahrnehmung werden. Als Gefühl für sich drückt darin die Stimmung eine einfache Wahrnehmung ihrer Symbiose aus, die Menschen durch einander bestimmen ud beleben, inndem jeder im Anderen ein Sinn für sich und durch sch verspürt, denn sofern sie ein wirkliche [[eigentümliches]]s Verhältnis ist, worin Mann ud Frau und Kind zusammenleben ist Familie die vergemeinschaftung von symbiotichen Beziehunnhgen worin jedes Mitlied durch den snderen llebt, weil und sofern er oder sie nur durch diese Gemeinschft ist, existiert unnd sich seiner selbst vergewissert, weil er durch deren Zusmmenleben ist und seine ursprünglichsten Bedrfnisen in diesem Leben, darin entstehen und gelegentlich auch vergehen. Eine Famlie ist also aus dem Zusammengehen bzw. aus der Auseinandersetzung von Selbstgefühlen entstanden. Sie verlebt in der Nutzung dieser Gemeinschaft bzw. den Mangel ihrer Erheuerug. Diese ergibt sich aus dem Burgfrieden, den Familien nötig haben und wodurdh sie zur Brutstellen einer unerkennbaren weil sie als gemeiner Lebensraum privater Persönlichkeiten geworden ist und innerhalb solcher Personen als chronifizierte Egommanie verweltlicht wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der [[bildungsbürgerlichen]] Familie geht es dagegen um die Anwendung dessen, was der Maßstab der bürgerlichen Bildung ist (siehe Biedermeier), im Anteil des kulturellen Vermögens in der Durchsetzung der Normen der bürgerlichen Kultur. Von daher setzt eine solche Familie auf deren allgemeine Form, au das Formalt des bürgerlichen Daseins, das den Verkehr der Bürger zwar erleichtert, aber sich vor allem nur normativ neben oder gegen die soziale Wirklichkeit der Menschen vollstreckt. Immerhin ist für jede Form der Familie eine Konstruktion dessen maßgeblich, was im Kleinen auch das Große zu überwinden vermag, wenn es zu einer allgemeinen [[Gewohnheit]] wird (siehe [[Prominenz]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als [[Heimat]] der [[Wahrnehmungsidentität]] der [[Zwischenmenschen&amp;lt;]]&amp;gt; (siehe hierzu auch [[Kleinbürger]]) ist die bürgerliche Familie [[Subjekt]] wie [[Objekt]] der [[Lebensangst]] des [[bürgerlichen Individuums]]. Sie entsteht meist mit einem Ehevertrag, durch den die [[Sittlichkeit]] der [[persönlichen]] [[Besitzansprüche]] im Alltag und für Ausnahmesituationen (z.B. Fürsorge und [[Tod]]) dadurch wird die Fammilie zu einer [[Institution]] des [[Nationalstaats]] worin über das [[Belieben]] der [[Einzelnen]] hinaus gehend und [[lebensverpflichtend]] als geregelt [[gültig]] werden soll, was dem Einzelnen als Funktion aus seiner Selbstverantwortlichkeit abverlangt werden kann (siehe hierzu auch [[Immanuel Kant)]]. Seine ihm [[notwendige]] [[Sittlichkeit]] gilt demnach aus seinem Gattungsleben [[normativ]] bestimmt und sei von daher schon in seiner [[Allgemeinform]] [[allgemein]] begründet (siehe [[Formbestimmung]]), einer gesellschaftlich [[gültig]] [[Norm]] unterworfen, die er angeblich selbst mitbestimmt habe (siehe [[kategorischerimperativ]]). Der [[Widerspruch]] zwischen der Einzelheit (siehe [[Privatheit]]) und [[Gesellschaftlichkeit]] der [[Individuen]] der [[bürgerlichen Kultur]] sei demnach eine unüberwindbar enge Lebensbestimmung (siehe [[Spießbürger]]) Grundlage einer [[vereinzelten]] Angst des von seinem [[Gott]] (siehe auch [[Kult]]) verlassenen [[Individuums]], die über seine bloße [[Existenz]] durch deren [[allgemein]] [[notwendige]] [[Formbestimmtheit]] des Gattungsleben seiner verengten und eingeengten [[Kultur]] hinausreicht (siehe [[Angst]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von da her ist sie eine [[strukturelle]] Angstvermeidung (siehe auch [[Lebensangst]]) als [[Macht]] gegen die [[Ohnmacht]] der [[Selbstwahrnehmung]] des [[vereinzelten]] Menschen.Sie- ist sie die [[institutionalisierte]] [[Einfältigkeit]] der herrschenden [[Kultur]] des [[Privateigentums]] als [[politische Kultur]] der [[isolierten]] [[Seelen]] zur [[Befriedung]] der Kinder, der Erben einer übermächtigen Zukunft eines [[vereinten]] [[vereinten]] [[Eigentums]] [[privater]] [[=Existenzen]], einer [[Institution]] [[privater]] [[Persönlichkeiten]] (siehe auch [[Privatperson]]). In anderen Kulturen, worin das [[Gemeinwesen]] noch [[wirklich]] organisch beansprucht werden kann [[verhält]] sich dies gändsätzlich anders. Ein afrikanisches Sprichwort besagt zum Beispiel, dass für das Aufwachsen eines Kindes ein [[ganzes]] Dorf nötig sei (siehe hierzu auch [[Gemeinwesen]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;Der Irokese nennt nicht nur seine eignen Kinder, sondern auch die seiner Brüder seine Söhne und Töchter; und sie nennen ihn Vater. Die Kinder seiner Schwestern dagegen nennt er seine Neffen und Nichten, und sie ihn Onkel. Umgekehrt nennt die Irokesin, neben ihren eignen Kindern, diejenigen ihrer Schwestern ihre Söhne und Töchter, und diese nennen sie Mutter. Die Kinder ihrer Brüder dagegen nennt sie ihre Neffen und Nichten, und sie heißt ihre Tante. Ebenso nennen die Kinder von Brüdern sich untereinander Brüder und Schwestern, desgleichen die Kinder von Schwestern. Die Kinder einer Frau und die ihres Bruders dagegen nennen sich gegenseitig Vettern und Kusinen. (Friedrich Engels - [[Der Ursprung der Familie, des Privateigentums und des Staats MEW 21, S.36)]]&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unter den [[Lebensbedingungen]] der [[bürgerlichen Gesellschaft]] kann der vereinzelte Mensch keine soziale Kompetenz erlangen, weil die [[zwischenmenschlichen Beziehungen]] in der [[Konkurrenz]] der Selbstverwertung, in den [[Selbstbezogenheiten]] der [[Geschlechter]] und [[Generationen]] ihren sozialen [[Wert]] nicht in einem allgemeinen [[Selbstwert]] des [[burgherrlichen Subjekts]] erkennen können. Sie verhalten sich in ihren Lebenswelten ja nur zwischen [[Sinn]] und [[Absicht]] ihrer [[zwischenmenschlichen Beziehung]] und können ihre Widersprüche daher in ihrer [[Vereinzelung]] auch nur durch die Rückbeziehungen auf eine [[allgemeine]] [[Selbstgerechtigkeit]] zwischen dem [[einzelnen]] [[Individuum]] und den Anderen – also nur [[abstrakt]] formulieren (siehe z.B. [[autortärer Charakter]], [[esoterischer Charakter]]). Als Maß der [[Vereinzelung]] und als Maßstab seiner allgemeinen Gültigkeit (siehe [[Geltung]]) wird das &#039;&#039;Ego&#039;&#039; zum Zankapfel bei der [[Normierung]] einer [[Sittlichkeit]] der [[Sinnbildung]] als [[Wahrheit]] einer gewöhnlichen [[Selbstverwertung]], welche die [[Isolation]] der [[Ohnmächtigen]] vertieft und entwertet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;Freud analysiert eine Episode, die Goethe aus seiner frühen Kindheit berichtet - nämlich, daß er im Alter von ungefähr 4 Jahren fast sämtliches zerbrechliches Hausgerät aus dem Fenster auf die Straße geworfen - als Niederschlag des Konkurrenzneides auf den jüngeren Bruder Hermann Jakob und als Symbol von dessen Beseitigung. Diese Interpretation erhärtet Freud an mehreren in der Tat frappierenden Parallelbeispielen und an der Reaktionen des Kindes Goethe auf den Tod seines jüngeren Bruders Jakob im Alter von 6 Jahren wie sie uns durch Bettina Brentanos Wiedererzählungen des Berichtes der Mutter überliefert ist. Danach hat Goethe über den Tod seines Bruders keine Träne vergossen und auf die Frage der Mutter „ob er den Bruder nicht liebgehabt habe, lief er in seine Kammer, brachte unter dem Bett hervor eine Menge Papier, die mit Lektionen und Geschichtchen beschrieben waren, er sagte ihr, daß er dies alles gemacht habe, um es den Bruder zu lehren.“ Hitschmann merkt dazu an: „der ältere Bruder hätte also immerhin gern Vater mit dem jüngeren gespielt und ihm seine Überlegenheit gezeigt.“ [zitiert nach Sigmund Freud, Gesammelte Werke, Band 12, Frankfurt a. M. 1991, S. 21] (siehe hierzu auch http://www.krahl-briefe.de)&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[bürgerliche Familie]] (Kleinfamilie) soll die [[Elementarform]] der [[bürgerlichen Kultur]], die [[körperliche]] [[Existenz]] der [[bürgerlichen Subjekte]] gewährleisten und vermehren. Von daher gestaltet sie sich als [[Institution]] der [[Sitten]] und [[Bräuche]] ihrer [[Zwischenmenschlichkeit]] durch [[staatliche]] Förderung und [[Exekutive]] (Polizei) und [[Wahrheit]] (Gesetzgebung) durch [[persönliche]] [[Macht]] und [[Gewalt]] als &#039;&#039;Schule der [[Nation]], als &#039;&#039;Keimzelle der [[Gesellschaft]]&#039;&#039; über die Funktionalität ihrer [[Wahrheit]] [[Lebenszusammenhänge]] – meist also auch als Garant für lebendige Zammenhänge der Menschen zur Ertüchtigung einer an und für sich disfunktionlen [[Lebensgemeinschaft]] schlechthin, die in der Lage sein muss die Störungen der [[zwischenmenschlichen Verhältnisse]] [[konkurrierender]] [[Selbstwahrnehmungen]] zu [[integrieren]] und zu [[befrieden]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[Selbstwahrnehmung]] ist der [[Wahrheit]] und [[Täuschung]] der Ausschließlichkeit ihrer [[Beziehungen]] ausgesetzt in der sich ihre [[Zwischenmenschlichkeit]] in zweierlei Beziehung zerteilt: Ihre [[Ohnmacht]] wird durch die darin [[notwendigen]] [[Selbstgefühle]] gegen ihre bescheidene [[Wirklichkeit]] übermächtig, wodurch die [[Psyche]] selbst als Beleg ihrer [[substanziellen]] konsistenz für [[wahr genommen]] wird (siehe [[zwischennmenschliches Verhältnis]]). Die Menschen sind vom [[Material]] ihrer [[Natur]] [[getrennt]] und zugleich sich selbst als [[gesellschaftliche]] wie auch [[natürliche]] [[Wesen]] ausgesetzt und dem [[Doppelcharakter]] ihrer [[Zwischenmenschlichkeit]] überlassen (siehe [[Teilung der Wahrnehmung]]). Daher ist jedes Individuum schon durch den [[gesellschaftlichen]] Zwang zur [[Reproduktion]] der [[Isolation]] seiner [[monadischen]] Existenzformen (siehe auch [[Vereinzelung]]), zu einer [[Selbstverwertung]] seiner [[Selbstwertigkeit]] bestimmt (siehe auch [[Selbstoptimierung]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und deshalb ist darin die Familie vor allem eine [[Institution]] der [[bürgerlichen]] [[Notwendigkeiten]] ihrer Lebensformationen, eine Fluchtburg (siehe [[Lebensburg]]) zur [[Bergung]] eines [[gesellschaftlich]] [[ausgeschlossenen]] und daher ausschließlichen [[Lebens]] in ihren [[unmittelbar]] [[subjektiv]] auftretenden [[Lebensnöten]] (siehe auch [[Lebenspflichtigkeiten]]). Diese verlangen vom [[einzelnen]] Menschen mehr als nur das [[unmittelbar]] [[Notwendige]] (siehe hierzu auch [[Teilung der Wahrnehmung]]): Sie verlangen ein [[Wissen]] und [[Bewusstsein]] über den gesamten Lebensablauf der nur [[privat]] [[vermittelten]] Existenz der [[vereinzelten]] Menschen in den [[zwischenmenschlichen Verhältnissen]] der [[bürgerlichen Kultur]], ihrer sozialen [[Reproduktion]] als vergesellschaftetes [[Naturwesen]] in einer denaturalisierten [[Gesellschaft]], über ihre [[Bildung]], Krankheiten die Jugend und [[Alterung]] der [[Generationen]], der [[Vermittlung]] und Vorsorge für ihre [[Lebensgewohnheiten]] usw.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der wesentliche Unterschied der [[Generationen]] ist der [[Zweifel]] der Älteren gegen die Hoffnungen der Jüngeren. In einer [[erzieherische Beziehung]] ist niemand in der Lage, den Eltern die Hoffnung der Kinder zu [[vermitteln]] und so sind die Eltern auch nicht in der Lage aus ihren Zweifeln [[Erkenntnisse]] zu [[bilden]], die sie den Kindern [[vermitteln]] könnten. Erziehung wäre ja auch [[wirklich]] unnötig und nur ein einfaches menschliches [[Verhältnis]] von alten und jungen Menschen, wenn sich darin die [[Generationen]] in einem gemeinen [[Wesen]], in einem [[wirklichen]] [[Geweinwesen]] als ein gemeines [[Wesen]] ihrer [[Kultur]] [[erkennen]] könnten. Doch auch dies würde einige [[Änderung]] an [[kulturell]] [[bestimmten]], an ihren [[zwischenmenschlichen Verhältnissen]] voraussetzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[bürgerliche]] [[Familie]] ist daher nicht nur eine [[Institution]] des öffentlichen [[Rechts]] (siehe auch [[bürgerlicher Staat]]), sondern vor allem die [[Lebensburg]] einer [[narzisstischen]] [[Sinnbildung]] der [[Selbstveredelung]]. Diese ist gespalten in das [[Bildungsvermögen]] einer [[erzieherishcn Beziehung]] der Kinder mit ihren Eltern (siehe auch [[Bildungsbürgertum]]). Denn darin aufgeteilt (siehe [[Teilung der Wahrnehmung]]) in die Sinnstiftung der Kinder für das [[Leben]] ihrer Eltern und der [[Fürsorge]] der Eltern für die [[Existenz]] ihrer Kinder (siehe auch [[Lebenspflicht]]). Für sie [[erscheint]] dies als [[Selbstverständlichkeit]] ihrer [[subjektiven]] [[Erfahrungen]], ihrer [[Gefühle]] und [[Stimmungen]]. Für die Eltern ist es das Glück ihrer Selbsterneuerung, das ihnen ihre Kinder [[objektiv]] bieten können. Von daher ist die [[Familie]] eine Lebenswelt, die [[Kultur]] einer [[objektiven Subjektivität]] an deren [[subjektiver]] Bruchstelle (siehe [[subjektive Objektivität]]) ihre [[bürgerliche]] [[Existenz]] gelingen soll (siehe auch [[Existenzwert]]. [[Bürgerliche]] Familien sind also [[Institutionen]] der [[bürgerlichen Kultur]], die in den [[zwischenmenschlichen Verhältnissen]] der [[Geschlechter]] und [[Generationen]] ihre [[zwischenmenschlichen Beziehungen]] über die [[Teilung ihrer Wahrnehmungen]] hinweg zu bewahren und versichern suchen. Von da her ist die [[Pubertät]] ein arbeitsintensives Unterfangen der [[Emanzipation]] von der Familie als [[Institution]] der [[bürgerlichen]] [[Existenz]] gerade dann, wenn sie selbst sich in den [[Widersprüchen]] in der [[Konkurrenz]] der [[Selbstverwertungen]] zwischen den [[Notwendigkeiten]] einer [[eigenen]] [[Sinnbildung]] und ihrer [[Jugendkultur]] verfängt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Denn Familien gründen auf Eltern, die sich aus der [[Konkurrenz]] der [[zwischenmenschlichen]] [[Selbstbehauptungen]] durch eine oder mehrere Übereinstimmungen gefunden und sich aus ihnen herausgesetzt haben. Die [[Gefühle]] ihrer Übereinkunft machen die [[Stimmung]] ihres Zusammenlebens aus, die in der Familiengeschichte weitgehende Folgen hat, denn darunter [[entwickeln]] sich nicht nur die familiären [[Selbstgefühle]] der Eltern, sondern vor allem auch die [[lebenswelten]] der Kinder, die darin geboren oder angenommen werden. Was sie hier [[empfinden]] ist für sie [[existenziell]] und daher so [[objektiv]], wie das Einkommen der Eltern für alle zugleich ist. In dem darin [[vermittelten]] [[Sinn]] [[vergemeinschaften]] sich ihre [[Selbstbehauptungen]] im [[ganzen]] [[Verhältnis]] ihrer [[Einstimmung]] (siehe [[symbiotische Selbstbehauptung]]). Diese gebietet ein Schutzverhältnis unter den Gliedern der Familie und [[entwickelt]] sie zwangsläufig zu einem besonders abgeschirmten [[Lebensraum]], zu einer [[Lebensburg]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In einer Welt der [[Zwischenmenschlichkeit]], worin der [[Selbstwert]] ihrer [[Beziehungen]] durch eine [[allgemeine]] und [[ausschließliche]] [[Selbstbezogenheit]] der [[Selbstverwertung]] herrscht, [[konkurrieren]] die Menschen um ihre [[Liebe]] und damit um ihre innerste [[Wahrheit]], um ihre [[Wahrnehmungsidentität]], wodurch ihr [[Leben]] beengt und zu einer stetigen [[Angst]] um ihren [[persönlichen]] [[Wertschätzuung]] in ihren [[zwischenmenschlichen Verhältnissen]] geworden war (siehe hierzu auch [[Lebensangst]]), der die einzige Gewähr für ihre [[Selbstverwertung]] bietet. Von daher haben sich die Menschen in ihren [[zwischenmenschlichen Beziehungen]] selbst als das [[Material]] ihrer [[Verhältnisse]] [[wahr]] und gründen hierauf die [[Kultur]] einer [[allen gemeinen]] [[Selbstwahrnehmung]]. Hierdurch fällt ihre [[Existenz]] mit ihrer [[Selbstwahrnehmung]] zusammen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Familiär ist der Verbund von Zugehörigem und [[begründet]] von daher auch das [[Verhalten]] der Angehörigen - oft bis hin zur [[Hörigkeit]]. Die [[bürgerliche]] Kleinfamilie (siehe hierzu auch [[Kleinbürger]]) ist allerdings kein wirklich [[zwischenmenschliches Verhältnis]], weil sie in den [[Verhältnissen]] der [[burgherrlichen Gesellschaft]] durch die [[Natur]] der [[Geschlechter]] und [[Generationen]] bedingungslos, also [[unbedingt]] – lebensnotwendig und [[lebenspflichtig]] zugleich - geworden ist. Dies ist aber keine [[wirkliche]] [[Begründung]] der Familien. Es sind die in der individuellen [[Selbstbehauptung]] bedrohten [[Verhältnisse]] der [[Selbstachtung]]; es ist das Prinzip der [[Selbstverwertung]] untergegangener [[Liebesbeziehungen]], das nach einer Verbindlichkeit dessen verlangt, was in [[zwischenmenschlichen Verhältnissen]] nicht [[wirklich]] verbunden und also auch nicht [[wirklich]] verbindlich sein kann. Daher ist die bürgerliche Familie ein elaboriertes Liebesnest, das vor allem als [[Lebenburg]] gegen die [[Konkurrenzen]] in der [[Einverleibung]] [[entfremdeter]] [[Selbstachtung]], in den [[Verhältnissen]] der [[Selbstverwertung]] in den öffentlichen [[Strukturen]] der [[bürgerlichen Kultur]] lebensnotwendig wird. So funktioniert die Familie wie ein kleiner [[Staat]] im Großen, indem sie die wechselseitige Ausplünderung der [[zwischenmenschlichen]] [[Selbstwahrnehmungen]] absichert und sie durch einen Himmel über ihre [[private]] Borniertheiten [[veredelt]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und von daher [[erscheinen]] ihnen ihre [[subjektive]] [[Beziehungen]] selbst [[objektiv]] [[bestimmt]] (siehe hierzu auch [[objektive Subjektivität]]) und also [[existenziell]] (siehe hierzu auch [[Existenzwert]]). Und so stellen sich ihnen auch ihre [[Existenzängste]] wie eine [[subjektive Objektivität]] dar und werden selbst zur angstvollen [[Lebensbedingung]], zu einer [[Lebensängstlichkeit]], von daher als [[Struktur]] von [[Lebenpflichtigkeiten]] ihres [[persönlichen]] Alltags, zu einem [[familiären]] Zusammenschluss der [[Selbstgefühle]] und [[Stimmungen]] [[gesellschaftlich]] [[isolierter]] Menschen. Darin [[kehren]] sich die [[Inhalte]] ihrer [[zwischenmenschlichen Verhältnisse]] um zu einer in sich mehr oder weniger geschlossenen, also [[ausschließlichen]] Existenzform.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch eine familiäre Lebensstruktur entstehen [[personifizierte]] Hierarchien der [[Geschlechter]] und [[Generationen]], worin ihre [[Selbstwahrnehmung]] sich [[psychisch]] gegen ihre objektive Existenzform, gegen die [[existenziellen]] [[Formationen]] ihrer [[Lebenswirklichkeit]] wendet (siehe hierzu die Entstehung des so genannten [[Über-ichs]]). Die hierdurch kontrollierten [[Selbstgefühle]] ihres [[Lebens]] spalten sich [[qualitativ]] zwischen ihrem substanziell menschlichen [[Sein]] und ihrem familiären [[Dasein]] so dass sich dadurch ihre [[Persönlichkeit]] durch und für sich verdoppelt und [[systematisiert]] (siehe hierzu auch [[Psychoanalyse]]). Dadurch entsteht eine [[Verselbständigung]] der [[zwischenmenschlichen]] Existenzform ihrer familiären Bedingungen, in der sich immer wieder eine [[eigentümlichen]] [[Form]] ihrer [[Angst]] entwickelt, worin sich die familiären Menschen [[erkennen]] und erhalten, sich aber immer wieder in ihrer [[Lebensangst]] [[vergegenwärtigen]] müssen. Hierdurch wird die im Allgemeinen [[personifizierte]] Lebensstruktur der [[Privatpersonen]] zu einem [[psychisch]] [[veräußerlichten]] Lebenszusammenhang ihrer [[Geschichte]] und im Zusammenhang ihrer [[Selbstgefühle]] zunehmend [[absolut]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es bietet sich die Familie zunächst als ein [[persönlicher]] Rückzug aus dieser Welt an und [[begründet]] somit einen [[Lebensraum]] der [[Geborgenheit]] des [[persönlichen]] [[Verhältnisses]] einer [[zwischenmenschlichen Beziehung]] in einer [[Lebensburg]], durch die alle [[Beziehungen]] außerhalb der [[unmittelbaren]] Vertraulichkeit ihrer [[Persönlichkeiten]] mehr oder weniger gründlich [[ausgeschlossen]] werden. Dadurch werden ihre [[Beziehungen]] nicht nur [[emotional]] [[isoliert]] und die [[Gesellschaft]] als Außenwelt [[wahrgenommen]], sondern auch zwischen den Familienmitgliedern in ihrer [[wirklichen]] Bezogenheit je nach dem Status ihrer [[Lebenspflichtigkeit]] [[getrennt]]. Sie müssen daher ihre intime [[Gemeinschaft]] eines [[ausschließlichen]] und [[ängstlichen]] [[Lebens]] als [[Sinn]] ihrer [[Gemeinschaft]] behaupten (siehe [[Selbstbehauptung]]), das sie allerdings vor allem nur in ihren vergemeinschafteten [[Selbstgefühlen]] [[vergegenwärtigen]] können. Der Sinn ihrer Beziehung wird durch die Form seiner [[ausschließlichkeit]] zu einem mächtigen [[Familiensinn]], der sich in den [[erzieherischen Beziehungen]] der Familie ausbreitet und seinen Paternalismus [[verwirklicht]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ihre [[Vergegenwärtigung]] bleibt von da her [[unwirklich]], weil sie sich in familiären [[Beziehungen]] nicht wirklich vergemeinschaften kann. In dieser [[Beziehung]] bleiben und bewähren sich die [[Selbstgefühle]] als Formation ihrer [[Lebensangst]] und machen aus der [[Form]] ihrer [[Gemeinschaft]] eine Fluchtburg ihrer [[Selbstbezogenheiten]]. Und im [[Lebensraum]] einer somit gegründeten [[Lebensburg]] [[verkehren]] sich ihre [[subjektiven]] [[Beziehungen]] in ihren [[Inhalten]] in eine [[objektive]] Lebensform, worin die Menschen zu [[Objekten]] ihrer [[ausschließlichen]] und also eingeschlossenen [[Wahrheit]] werden. Alles [[Subjektive]] ist daher in diesem [[Lebensverhältnis]] zugleich [[objektiv]]: Die Älteren werden zu objektiven Subjekten des Verhältnisses (siehe hierzu [[objektiver Subjektivismus]]), die Jüngeren zu subjektiven Objekten ihrer [[Selbstwahrnehmung]] (siehe hierzu [[subjektiver Objektivismus]]). Die [[Beziehung]] von [[Form]] und [[Inhalt]] [[verkehrt]] sich so zu einer inhaltlich bestimmenden [[Form]] des [[Verhaltens]]. Das [[Objektive]] wird durch die so gewordene [[Formbestimmung]] zu einem [[objektiven]] [[Subjekt]], das [[Subjektive]] hierdurch [[fremd bestimmt]], ihr [[Dasein]] [[entgegenwärtigt]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es hat sich von daher aus der [[Allgemeinheit]] der familiären [[Selbstgefühle]] eine Mitte ergeben, die zugleich einen Mittler hat: Die allgemeine [[Selbstigkeit]] [[lebensängstlicher]] Menschen. Diese wird zu einem[[ausschließlichenSelbstgefühlin allem, was einen inneren Gefühlszusammenhang durch eineverselbständigteSelbstgerechtigkeitbegründet, die über die einzelnenGefühlehinweg alle bestimmt und sich hiergegenausschließlichalsWertihrerSelbstbezogenheitenverhält. IhrSelbstwertreduziertsich auf das, was sie diesem Allgemeingefühl erbringen. DasSelbstgefühlwird von da her zum inneren Maßstab derGefühle, zum illusorischen Herz allerzwischenmenschlichen Bezogenheit. Alle ihrezwischenmenschlichenBeziehungen sind diesem unterworfen, werden hiernachgebildetundentwickeltund bemessen und begrenzt. DieburgherrlicheFamilie ist hierdurch zu einemseelischenSubjekt, zumallgemeinenSinnderZwischenmenschlichkeitpsychischerVerhältnisse, zum Wertmaß ihrerGefühlegeworden, das mit derDichteihrerVerhältnisseimmer mächtiger wird.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus diesem Maß wird nun verlangt, dass sich die Menschen seinem [[psychischen]] Ansinnen beugen und sich in den [[Beziehungen]] ihrer [[zwischenmenschlichen]] Gesellschaft gegenüber produktiv erweisen. Das verlangt, dass sie sich ihren [[seelisch]] gewordenen [[Selbstwert]] dadurch verschaffen, dass sie in ihren [[zwischenmenschlichen Beziehungen]] sich in ihrem [[Gemeinsinn]] wechselseitig anerkennen, um sich das [[einzuverleiben]], was sie durch die Gegenwart ihrer Wechselseitigkeit an [[Sinn]] [[erleben]], [[erfahren]] und [[haben]] können. Ihre leibliche Gegenwart wird zum Träger ihres seelischen Zusammenwirkens und was sich darin an [[Wahrheit]] offenbart, was in ihrem [[Selbsterleben]] [[wahrgehabt]] und [[wahrgenommen]] wird, das ist nicht ein wirklich nur stofflicher Leib, sondern vor allem das, was er mit sich bringt: Geistige Gegenwärtigkeit und [[Vergegenwärtigung]] [[seelischer]] [[Kräfte]] aus dem Irgendwo (siehe auch [[Medien]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Doch diese [[Vergegenwärtigung]] scheitert auf Dauer früher oder später in ihren eigenen [[Lebensverhältnissen]] daran, dass sie in ihrer [[Wahrnehmung]] nur das [[wahrhaben]] können, was ihre scheinbare [[Wahrheit]] in ihren Lebensverhältnissen, besonders in denen der Kleinfamilie verliert, wodurch ihre [[Wahrnehmungsidentität]] selbst in in einen hintergründigen [[Selbstverlust]] gerät und sich die [[seelischen]] Anteile ihrer [[Triebkräfte]], die sich in der [[Getriebenheit]] ihrer [[Selbstgefühle]] noch ausgelebt hatten, schließlich durch die nötigen Strukturen ihres Familienlebens zu einer systematischen [[Angst]] entwickelten und zu einer familiären [[Lebensangst]] verfestigt haben. Die kommt auf ihre ursprüngliche [[Triebkraft]] (siehe [[Abstraktionskraft]]) als [[Negation]] ihrer vorausgesetzten [[Antriebe]] zurück, und [[totalisiert]] ihren [[Selbstverlust]] zu einer [[negativen]] [[Wahrnehmungsidentgität]]. Indem ihre [[psychischen]] Antriebe sich auf diese Weise zu einer [[negativen]] [[Triebkraft]] umkehren, kehren sie ihre [[Abstraktionskraft]] gegen ihre [[Empfindungen]] und ihre [[Selbstgewissheit]] ins Jenseits der familieren Burg zu einer totalen [[Ungewissheit]], die ihre [[Selbstwahrnehmung]] nur negativ fortbilden kann. Dadurch bedrängen sich ihre [[Selbstgefühle]] gegen sich (siehe auch [[psychische Depression]]) und töten sie leztlich ab (siehe [[Todestrieb]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Doch an sich ist [[Familie]] ein [[existenzielles]] [[Lebensverhältnis]] der [[Geschlechter]] im [[Verhältnis]] ihrer [[Generationen]]. In der [[bürgerlichen Gesellschaft]] ist Familie jedoch das politisch zugrunde liegende [[Lebensverhältnis]] einer [[bürgerlichen Kultur]], das sich aus der [[Wesensnot]] und [[Angst]] [[zwischenmenschlicher]] [[Existenzen]] zu einem [[privaten]] [[Lebensraum]] im [[Kapitalismus]] entwickelt hat. Ihrer aktuellen [[Selbstverwertung]] gemäß ist die Familie ein [[existenzielles]] [[Lebensverhältnis]], das sich aus der bloßen [[Existenzangst]] durch Anteile am [[gesellschaftlichen]] [[Mehrwert]] der allgemeinen Lebensverhältnisse zu einem [[privaten]] [[Lebensraum]] des [[Mittelstands]] entwickelt und herausgesetzt hat. Nur wo sich die Menschen im [[Kapitalismus]] durch einen mehr oder weniger mächtigen [[Geldbesitz]] als [[kleinbürgerliche]] [[Persönlichkeiten]] über ihren besonders [[privaten]] [[Lebensraum]] zu [[Kulturbürger]] [[emanzipiert]] haben, kommen sie aus der [[gesellschaftlichen]] [[Entfremdung]] der [[persönlichen]] [[Lebensverhältnisse]] über die [[Unmittelbarkeit]] ihrer ebenso sozialen wie individuellen [[Reproduktion]] durch ihre Familien wieder auf sich als scheinbar natürliche [[Subjekte]] ihrer [[zwischenmenschlichen Verhältnisse]] zurück. Weil sie sich also über die [[durchschnittlichen]] [[Notwendigkeiten]] ihrer [[bürgerlichen]] [[Existenz]] hinaus, über die ihnen verfügbaren [[Kaufmittel]], über den [[Mehrwert]] ihres [[Geldbesitzes]] zur [[Reproduktion]] ihrer damit auch höherwertigen [[Privatpersönlichkeit]] vollständig subjektiv [[erleben]], können sie auch in den [[zwischenmenschlichen Verhältnissen]] der [[Selbstveredelung]] sich zu [[edelmutigen]] [[Persönlichkeiten]] entfalten und durch die Potenziale ihrer [[Selbstvergegenwärtigung]] auch die Vererbung ihrer [[Selbstveredelung]] zu ihrer Lebensaufgabe gemacht haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jedoch dadurch, dass die Familie eine [[Form]] der Bewältigung einer [[allgemeinen]] [[Lebensangst]] ist, ist diese nicht [[wirklich]] &#039;&#039;aus der Welt&#039;&#039;. Sie ist darin lediglich [[strukturiert]] in den famiiären Rollen von [[Mann]] und [[Frau]] und Kind (siehe [[Generationen]]). Und weil und solange diese Rollen zur Bewältigung einer bürgerlichen [[Lebensgemeinschaft]] funktionieren müssen, sind die Beteiligten in einem mehr oder weniger [[aufklärbaren]] [[Verhältnis]] der darin [[vermittelten]] [[Lebenspflichten]], - besonders auch [[inhaltlich]] durch die [[erzieherischen Beziehungen]], die der [[Notwendigkeit]] zur Bewältigung einer noch nicht absehbaren Zukunft folgen sollen, wird der familiäre [[Lebenzuammenhang]] vor allem durch eine [[Lebensschuld]] [[bestimmt]] und [[vermittelt]], die sich in der[[sinnlichen]] [[Not]] ihrer [[Gemeinschaft]] zur [[Formation]] einer [[Notgemeinschaft]] [[entwickelt]] und die Menschen unter ihren [[abstrakten]] [[Notwendigkeiten]] vereint (siehe [[Einheit]]), die sich in den [[Personifikationen]] einer [[symbiotischen Selbstbehauptungen]] darstellen und hierdurch in ihrer [[unmittelbarkeit]] [[wahr]] [[erscheinen]] und hierdurch unüberwindbar [[gelten]]. Doch deren Belastungen treten zunächst in den [[Empfindungen]] und [[Gefühlen]] als [[Stimmung]] ihrer [[Gemeinsinnigkeit]] auf, die die betroffenen Menschen in ihren [[zwischenmenschlichen Beziehungen]][[vermitteln]]. Eine [[Psychologie]], die diesen Zusammenhang nicht aufdeckt, kann niemals der [[Emanzipation]] dienen, die sie in ihrem Anspruch vorgibt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch im Kleinen des [[gesellschaftlichen]] [[Reichtums]] ist die Familie das [[wesentliche]] [[Verhältnis]] der [[Generationen]] von Eltern und Kindern, ein [[existenzielles]] [[Verhältnis]] der [[Geschlechter]] als ein [[Lebensverhältnis]] der [[bürgerlichen Subjekte]], die sich gegen das Auseinderfallen ihrer menschlichen [[Eigenschaften]] im [[Dazwischensein]] ihrer [[Liebe]] zusammenraffen. In der Familie verwirklichen sie aber nicht die [[gesellschaftlichen]] [[Beziehungen]] ihrer [[Wirklichkeit]], sondern die [[Bestimmungen]] und [[Stimmungen]] ihrer [[Selbstveredelungen]] in einem [[zwischenmenschlichen Verhältnis]] von [[narzisstischen Persönlichkeiten]], deren [[Selbstverwirklichung]] an einer Verdopplung ihrer [[Selbstbezogenheit]] über ihre [[erzieherischen Beziehungen]] interessiert und ausgerichtet ist. Familie ist damit ein Hort der [[Anerziehung]] [[objektivierter]] [[Inhalte]] von [[Selbstgefühlen]], die in ihrer [[Kultur]] als [[objektive Selbstgefühle]] notwendig zur [[Selbstbehauptung]] sind, sich familiär aber nur im [[Widerspruch]] zwischen ihren [[Empfindungen]] und [[Gefühlen]] behaupten können. Denn zugleich soll Familie ein Schutzraum ihrer [[Beziehungen]] sein, die sich darin [[rechtlich]], [[psychisch]] und [[wirtschaftlich]] gegen einander versichern und hierdurch ihr [[Leben bergen]] (siehe [[Lebensburg]]), auch wenn sie vieles davon verbergen müssen. Von daher ist sie eine fundamental [[widersprüchliche]] [[private]] Lebensform, die für sich und für die Menschen niemals frei (siehe auch [[Freiheit]]) sein ist sie wesentlich von ihrer Existenzform abhängig ist (siehe [[Existenzwert]]). Was darin nötig ist [[erscheint]] [[unmittelbar]] [[natürlich]] [[bestimmt]] (siehe auch [[Warenfetischismus]]) und gilt wie eine Naturbestimmung als ein [[absoluter]] [[Lebenswert]] von [[Lebenspflchtigkeiten]] für die Beteiligten. Durch sie entstehen dann allerdings [[Lebenspflichten]], die sich nicht [[existenziell]] [[vermitteln]] un [[bewahrheiten]] lassen, weil diese dem [[Dasein]] ihrer [[Formbestimmungen]] als Hort der Befähigung zu menschlicher [[Selbstverwertung]] (siehe auch [[Wert]]) [[widersprechen]] würde und stattdessen eine [[Systematik]] einer [[mystifizierten]] [[Lebensschuld]] entwickeln. Darin wandelt sich die ausgänglich fundamentale [[Angst]], die [[Angst]] der [[Bürgerinnen]] und [[Bürger]] (siehe [[Kleinbürger]]) um ihre [[Verbürgung]] [[zwischenmenschlicher]] [[Existenzen]], in eine [[Lebensangst]] vor dem Verlust ihrer [[Selbstbezogenheiten]] (siehe [[Selbstverlust]]), wodurch die Menschen von sich selbst abrücken (siehe [[Selbstentfremdung]]) und [[verrückt]] werden (siehe hierzu [[Wahrnehmungszustand]]) und als &#039;&#039;[[Psychisch Kranke]]&#039;&#039; [[gesellschaftlich]] aussortiert und [[kulturell]] [[isoliert]] und [[ausgeschlossen]] werden können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In einer [[Gesellschaft]], in der die [[Bedürfnisse]] der Menschen als ihr Lebensgenuss [[getrennt]] von ihrer [[Arbeit]] (siehe [[Teilung der Arbeit]]), als ihre [[existenzielle]] Verpflichtung (siehe [[Lebenspflicht]]), als [[objektives Sollen]] des [[Lebens]] [[erscheint]], kann sich alle [[Existenz]] nur [[zwischen den Menschen]] [[vermitteln]] und sich in deren Existenzverwertung (siehe [[Existenzwert]]) durchsetzen. Ihre [[zwischenmenschlichen Beziehungen]] verhalten sich durch die [[Abwesenheit]] einer [[gegenständlichen]] [[Wirklichkeit]] in den Menschen als [[Angst]] vor einem [[Selbstverlust]], dem Verlust der [[Sinnlichkeit]] ihres [[Lebens]], vor dem [[gesellschaftlichen]] Nirwana, einem [[allgemeinen]] [[Nichts]], dem Loch einer [[fremden]] [[Wahrnehmungsidentität]], die sich gegen die [[Nichtungen]] des Lebens nurmehr aus der Unmöglichkeit einer [[wesentlich]] [[sinnlichen]] [[Beziehung]] in [[zwischenmenschlichen Verhältnissen]] ergibt und immer wieder in dem scheitern kann, was darin zu [[verwirklichen]] versucht wird. Weil sich dies im [[allgemeinen]] [[Erleben]] nur zwischen dem Lebensglück der [[Liebe]] und der [[Lebenspflichtigkeit]] ihrer [[Existenz]], als ihrer [[negierten]] [[Wirklichkeit]] - als durch sich selbst schon verneintes Lebensglück (siehe hierzu auch [[Nichtungstrieb]]) [[ereignen]] kann - suchen die [[Zwischenmenschen]] eime [[Wahrnehmungsidentität]] in einer gemeinen [[Lebensstruktur]] [[aufzuheben]], in der sie sich ihrer wechselseitigen [[Liebe]] durch die Lebensgemeinschaft einer Lebenspartnerschaft als [[Familie]] [[verbürgen]] indem sie die [[Entgegenwärtigungen]] ihrer [[narzisstische]] [[Selbstbezogenheiten]] [[aufheben]], sich an einander selbst [[vergegenwärtigen]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Selbstvergegenwärtigung ist eine Rückbeziehung auf sich selbst, die sich aus der [[Unwirklichkeit]] der [[Selbstwahrnehmung]] begründet. Es ist eine Vergewisserung einer [[persönlichen]] [[Identität]], die in [[psychisch]] bestimmten [[Verhältnissen]] nötig geworden ist, weil sich die durch ihre [[Gefühle]] [[objektiv]] verunsicherten Menschen darin behaupten und veredeln müssen. Was der [[narzisstische Persönlichkeit]] entgangen war, wird im Nachhinein durch eigenmächtige [[Beziehungen]] über die [[Geborgenheiten]] der [[Selbstwahrnehmung]] zurück gewonnen. Ihr ausdrückliches Lebensverhältnis ist daher eine [[Lebensburg]], welche die darin vereinigten [[Selbstbeziehungen]] für sich behauptet und sie in der [[Ausschließlichkeit]] ihrer [[Selbstbehauptung]] bestätigt und eingrenzt und alle [[fremden]] [[Selbstwahrnehmung]] ausgrenzt. Darin entstehen schließlich die [[Verhältnisse]] der [[symbiotischen Selbstbehauptung]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[bürgerliche]] Familie ist von da her der Zusammenschluss einer vergemeinschafteten [[subjektiven]] [[Selbstbehauptung zu einer Hausgemeinschaft derGenerationenund ihren existenziellen Lebenspflichtigkeiten (siehe auchLebenspflichten). Von daher stellt sie in ihrereinzelnenExistenzform dieFormeiner vergemeinschaftlichenVereinzelung dar, einersymbiotischeGemeinschaft, die durch denpersönlichenGemeinsinn(siehe auchFamiliensinn) ihrerSelbstbehauptunggegen das Elend vongesellschaftlichisoliertenMenschen als Burg einerzwischenmenschlichenGemeinschaftüber die vereinzelteindividualistischeExistenznarzisstischer Persönlichkeitenhinweghilft.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im [[Einzelnen]] gründet von da her jede Familie auf einer liebenden Gemeinschaft, so wie diese in ihre Gründung eingegangen ist. Es gehen darin also zunächst oder an sich die [[Gewohnheiten]] einer Lebenslust der [[Liebe]] zwischen Menschen ein, die für sich eine Lebensgemeinschaft über alle Widernisse ihres [[Lebens]] hinweg suchen und sich im [[privaten]] [[Dazwischensein]] ihrer [[gesellschaftlich]] öffentlichen [[Lebensverhältnisse]] versprechen, um dadurch einen Hort ihrer geschlechtlichen Identität und deren Konsequenzen zu schaffen. Im [[Allgemeinen]] ist diese Familie eine [[Gemeinschaft]] zur [[Reproduktion]], Fortpflanzung und [[Ausbildung]]des Gattungslebens und der Organisation der hieraus entstehenden Aufgaben, wie sie durch deren [[Lebensbedingungen]], den [[Notwendigkeiten]] ihrer [[objektiven]] [[Lebensbestimmungen]] und [[Umstände]] (siehe auch [[Formbestimmung]]) gestellt sind. Was bei den Tieren noch urwÜchsig aus ihrer Paarung als unmittelbar verwirklichte Geschlechtskultur hervorgeht ist fÜr die Menschen eine Sinnstiftung in den gesellschaftlichen [[Verhältnissen]] ihrer [[Naturmacht]], der Existenzform ihrer [[Kultur]] und den sozialen [[Notwendigkeiten]] der [[Reproduktion]] und [[Produktion]], der Fortpflanzung ihres [[Reichtums]], dem [[Verhältnis]] der [[Geschlechter]] und der [[Generationen]] und dem gesellschaftlichen Zusammenhang ihrer Erzeugnisse als [[Produkte]] ihrer [[Geschichte]], indem sie in ihren existenziellen Lebensgemeinschaften ihr [[Leben bergen]] wie auch verbergen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von da her ist in der [[bürgerlichen]] Kleinfamilie die Familie überhaupt die [[Lebensburg]] eines im Grunde beklemmenden [[Lebensverhältnisses]], als [[objektiv]] [[bestimmte]] [[Gemeinschaft]] zwischen Lebenslust und [[Lebenspflicht]], In ihrer Vergemeinschaftung begegnen sich die Menschen als familiäre [[Persönlichkeiten]] - sowohl als [[verkörperung]] ihres leiblichen Glücks als auch als Arbeitsgemeinschaft zur Bewältigung ihrer [[Lebenspflichtigkeiten]]. Der [[Widerspruch]] ihrer Gemeinschaft mag in ihrem ganz [[persönliche]] [[Familiensinn]] aufgehoben erscheinen; tatsächlich aber hintergehen die familiären [[Persönlichkeiten]] und Verwandschaften alles familiäre Glück schon durch die [[Struktur]] ihrer lebendige Verpflichtungen. Was durch die [[Lebensverhältnisse]] innerhalb der [[Lebensburg]] im [[Einzelnen]] als Lebenslust erscheint, wird im [[Allgemeinen]] gegen diese [[Beziehungen]] nichtig, zur Quelle einer [[strukturell]] [[substanziellsierten]] [[Lebensangst]]. Und solche [[Struktur]] wird mehr oder weniger schnell brüchig, sobald sich das Versprochene nicht [[wirklich]] erhalten lässt. Mit der [[Enttäuschung]] des Glücks einer an sich [[heilen Welt]] bricht die darin geborgene und verborgene [[Angst]] in einem [[Zustand]] der Ausweglosigkeit aus, wenn die Auflösung einer Familie in [[isolierten]] [[Lebensverhältnissen]], in der [[Ungewissheit]] möglicher kultureller oder materieller [[Verelendung]] endet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Lebensangst]] war dem ursprünglich schon längst vorausgeeilt, bevor sich ihre [[nichtende]] Macht [[ereignet]] und also [[verwirklicht]] hat. Sie hat eben ihren Ursprung schon in der Gründung einer Kleinfamilie (siehe [[Familie]]) der [[bÜrgerlichen Gesellschaft]], - nicht weil die schon durch sich selbst Angst machen würde, sondern weil darin die [[Wirklichkeit]] einer [[objektiven]] Lebensbedrängung zwischen Lebenslust und [[Lebenspflicht]] [[subjektiv]] aufgehoben ist. Die [[objektive]] [[VNichtungsmacht]] der [[Existenzverwertung]] des [[Kapitals]] setzt ihren [[Nichtungstrieb]] eben immer schon und unmittelbar ganz [[subjektiv]] durch. Eltern und Kinder sind im [[Allgemeinen]] durch die [[private]] [[Existenz]] ihrer [[erzieherischen Beziehungen]] Überfordert, hiergegen anzukämpfen. Ein Kompromiss zwischen lebenslust und [[Nichtungstrieb]], wie ihn die [[bürgerliche]] Familie durchziehen muss, richtete auf Dauer die Lebenkräfte [[isolierter]] [[Existenzen]] schon durch ihren [[Existenzwert]] über die nötigen [[Eigentumstitel (z.B. Mieten und Gebühren) zugrunde.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Den Kindern gelten die Eltern als ihre objektive [[Lebensbedingung]], die ihre [[ganze]] [[Subjektivität]] bestimmen. Soweit dieses [[Verhältnis]] [[gesellschaftlich]] [[isoliert]] und also total ist, entsteht in dem ausweglos scheinenden [[Leben]] eine Beengung durch die [[objektive]] [[Wirklichkeit]], deren subjektive [[Wirkungen]] in ihrem [[Grund]] nicht [[wahrnehmbar,]] nicht [[erkennbar]] sind, weil das [[erkennende]] [[Subjekt]]zugleich [[Objekt]] seiner eigenen [[Lebensbedingungen]], der [[Formbestimmung]] einer [[abwesenden]] [[Selbstwahrnehmung]] ist. Darin ist es die [[Angst]] vor der Übermacht einer [[existenziellen]] [[Struktur]] des [[Lebens]], welche die [[wahre]] [[Lebensäußerung]] und eigene Handlungsfähigkeit bedroht. Weil sie damit schon in einem Menschen selbst [[existenziell]] ist, verdoppelt sich durch die [[Angst]] um eine [[Wahrnehmungsidentität]] die [[Existenzangst]] zu einem manchmal auch chronisch werdenden [[Wahrnehmungszustand]], der durch eine [[objektive]] [[Nichtung]] seiner kulturellen Grundlagen entsteht und die ganze [[Subjektivität]] der [[Selbstwahrnehmung]] beherrscht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der [[bÜrgerlichen Gesellschaft]], in der selbst schon die Lust am [[Konsum]] und die Pflicht zur [[Lohnarbeit]] gespalten ist, in der die [[Lebensbedingungen]] zwischen [[Subjektivität]] und [[Objektivität]], zwischen [[BedÜrfnis]] und [[Arbeit]], zwischen [[Reproduktion]] und [[Produktion]] der [[gesellschaftlichen]] [[Verhältnisse]] zerteilt sind (siehe auch [[Teilung der Arbeit]]), begrÜndet sich eine Familie durch die [[zwischenmenschlichen Verhältnisse]] der [[persönlichen]] [[Beziehungen]] ihrer [[wirtschaftlichen]] und [[zwischenmenschlichen]] [[Existenz]], durch ihr Einkommen und durch die Liebesbeziehungen in einer persönlichen [[Gemeinschaft]] von [[privaten]] Haushalten, die durch ihr [[isoliertes]] [[Dasein]] zwischen [[Konsum]] und [[Arbeit]] sich als [[Existenz]] und zu ihren [[Existenzwert]] behaupten mÜssen (siehe auch [[Selbstbehauptung]]). Durch die [[Konkurrenz]]verhältnisse der Selbsterhaltung sind die Familien aber schon in den verschiedenen [[Klassen]] und [[Lebenswerten]] [[strukturel]] unterschieden (siehe [[Klassengegensatz]]), in denen sie sich im bloßen Kampf um ihre [[Existenz]] auch dem entsprechend gegeneinander verhalten mÜssen - einfach nur um in einer [[ausschließlich]] [[privaten]] Lebensform ihren existenziellen Zwängen (siehe [[Lebenspflichten]]) durch die [[Notwendigkeiten]] der [[Arbeit]] und der [[Ausbildung]] der nachfolgenden [[Generationen]] zu genÜgen und zugleich exklusiv in ihrer [[Kultur]] existieren zu können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sigmund Freud hatte einen Versuch gestartet, der die Pervertierung der [[Selbstwahrnehmung]] und vieler der ihr notwendigen Verhaltensweisen sowohl in der [[Familie]] als auch in den nationalen Kulturzusammenhängen zeitweise durchsetzt. Ein kulturbestimmtes Vernichtungsbedürfnis lässt sich ganz allgemein und öffentlich im [[Rassismus]], [[Antisemitismus]] und auch schon im Mobbing auf der Straße, im Internet oder in den Familien erkennen. Es sind immer mehr oder weniger weit vermittelte Reaktionen (siehe hierzu auch [[reaktionäres Bewusstsein]]) auf die [[Lebensängste]] in bürgerlichen Lebensverhältnissen. Es wäre deshalb angemessener, diese als [[Nichtungstrieb]] zu bezeichnen, der seinen Ursprung in den [[zwischenmenschlichen]] Existenzformationen der [[bürgerlichen Kultur]] hat. Damit lässt sich dann auch der so genannte Triebkonflikt der Familie als strukturelle Lebensform einer [[erzieherischen Verhältnisses]] im [[Ganzen]] aufklären.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn man von den Verwertungsverhältnissen des Kapitalismus absieht, so verhält sich eine Familie durch ihre Legitimation aus der bÜrgerlichen Existenz und dem Zuspruch ihrer [[Gemeinschaft]], der [[wirtschaftlichen]] und [[kulturellen]] [[Verallgemeinerungen]] - durch das, was darin gemein ist - ähnlich wie ein [[persönlicher]] [[Staat]] in einem [[politischen]][[Staat]]. Familiär darin sind [[persönliche]] [[Eigenschaften]] und [[Fähigkeiten]] unter den [[Bedingungen]], die in einem [[Lebensraum]] vorgefunden und erzeugt werden, weil sie hierin geprägt oder vererbt wurden. Immer ist Familie ein [[Lebensverhältnis]]von [[Generationen]], die durch ihre Geburt und in ihrer [[unmittelbar]] [[ergänzenden]] Funktion zur persönlichen [[Reproduktion]] miteinander politisch, kulturell und wirtschaftlich verbunden sind. Sie genießt von da her einen starken politischen Schutz durch den [[Nationalsaat]]- auch als [[Lebensraum]] einer abgesicherten [[Reproduktion]] der [[Gattung,]] als [[sittlich]] und [[wirtschaftlich]] sanktionierte Ordnung der Begattung (Immanuel Kant).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unmittelbar verschafft diese [[Form]] eines vergemeinschafteten [[Lebens]] den Menschen aber ganz eigene [[Bedingungen]], die sich [[inhaltlich]] in ihrem [[Verhalten]] [[zwischenmenschlich]] wie [[wirtschaftlich]] abschotten muss (siehe hierzu auch [[heile Welt]]). Wesentlich sind es die [[SelbstgefÜhle]] ihrer [[psychischen]] [[Selbstverwirklichung]], durch die sie verbunden und gehalten sind, um ihren [[privaten]] [[Lebensraum]] in ihren [[Empfindungen]] abzugrenzen und ihr hierdurch [[vergemeinschaftetes]] [[Leben]] in dieser [[Lebensburg]] Überhaupt [[entwickeln]] und in ihren [[SelbstgefÜhlen]] fortbilden zu können (siehe hierzu auch [[heile Welt]]) und ihre [[erzieherischen Beziehungen]] durch die intimen [[Eigenschaften]] ihrer [[GefÜhle]] unter der [[privaten]] [[Formbestimmtheit]] ihrer [[persönlichen]] [[Gemeinschaft]] ausfÜllen. In diesem [[Lebensraum]] sind die familiären Persönlichkeiten durch sich selbst[[Körper]] ihrer [[Beziehungen]] und somit zugleich körperliche mächtiges [[Subjekt]] wie auch ohnmächtiges [[Objekt]] ihrer Beziehungen. In ihrem [[SelbstgefÜhl]] sind sie zugleich [[äußerer]][[Gegenstand]] ihrer [[Empfindungen]], die sich hiergegen [[subjektiv]] zur [[Selbstwahrnehmung]] der Familie entwickeln. Innerhalb derselben sind diese ununterscheidbar, mÜssen sich aber existenziell zugleich fÜr sich selbst behaupten (siehe auch [[symbiotische Selbstbehauptung]]). Ihre GefÜhle [[verallgemeinern]] sich in ihrem [[Familiensinn]] (siehe auch [[Familienego]]) zu einem [[Übersinnlichen]] [[Sinn]] (siehe auch [[Über-Ich]]), von dem sich die [[Empfindungen]] [[emanzipieren]] mÜssen, um fÜr sich wahr zu werden und wahr zu sein. Innerhalb der Familie trennen sich von daher die [[SelbstgefÜhle]] von ihren [[Empfindungen]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der [[Abtrennung]] der [[GefÜhle]] von ihren [[Empfindungen]] entsteht eine [[zirkuläre Hermeneutik]], ein &#039;&#039;Echoraum&#039;&#039; der [[Empfindungen]],worin sich die [[Wahrnehmungen]] gegen die äußerlichen Bedrohlichkeiten ihrer [[zwischenmenschlichen Verhältnisse]] in ihren [[isolierten]] Erscheinungsformen vervielfachen und die [[Wahrheit]] ihrer [[Selbsterkenntnisse]] vereinseitigen, ihren ÜbernatÜrlich gewordenen Zusammenhang abtöten. Ihre [[Wahrnehmung]]reduziert die EindrÜcke ihrer [[Wirklichkeit]], auf die einfache und widerspruchslose [[Wahrheit]] einer[[isolierten]] Existenzform auf die [[Abstraktionen]] ihrer [[WidersprÜche]], deren Zusammenhänge sie nicht mehr [[ausdrÜcken]], sich nicht mehr darauf [[beziehen]] können. Sie meiden daher diese und entziehen sie ihrem Erkenntnisvermögen. Hierbei setzt sich in den hiernach gearteten [[zwischenmenschlichen Verhältnissen]] eine [[Selbstwahrnehmung]] durch, die sich durch die somit statuierte [[Selbstgerechtigkeit]] eines &#039;&#039;gesunden Lebensverhältnisses&#039;&#039; von den Widernissen und [[WidersprÜchen]] der [[gesellschaftlichen]] [[Wirklichkeit]] absetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die allgemeine [[Wahrnehmung]] in solchen eigenständigen [[Lebensräumen]] von selbstisolierten [[Gemeinschaften]] formatisieren sich durch ihre Selbstbeschränkungen zu einem Zusammenschluss ihrer [[Verselbständigung]], zu einem [[BedÜrfnis]] ihres [[Gemeinsinns]]nach Bewahrung und [[Totalisierung]] der [[Egozentrik]] ihrer [[Selbstveredelung]], wodurch sich ein durch die [[Selbstgerechtigkeit]] ihres [[Edelmuts]] in der Sicherheit fÜr ihr sich [[selbst veredeltes]] [[Leben]] entwickelt und gegen öffentliche EinflÜsse abschirmt (siehe auch [[heile Welt]]). So entstehen [[Selbstwahrnehmungen]], die sich in der Sicherheit und Abgrenzung ihrer durch sich selbst [[veredelten]] [[Verhältnisse]] bedroht fÜhlen, wenn sie [[Fremdes]] wahrnehmen und hierÜber ihre [[Entfremdung]] von der [[wirklichen]] Welt (siehe hierzu auch [[Wirklichkeit]]) erfahren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine jede [[Familie]], die sich als [[Form]] eines besonderen [[zwischenmenschlichen Verhältnisse]] begrÜndet, ist zugleich der [[Lebensraum]] [[lebenspflichtiger]] [[Beziehungen]] der in ihrer [[zwischenmenschlichen Beziehung]] unmittelbar beteiligten [[Persönlichkeiten]]. Sowohl das [[Leben]] wie auch das, was ihm [[verpflichtet]] ist, [[erscheint]] hier [[ausschließlich]] persönlich, weil darin die [[Personen]] als Eltern und Kinder sich zu einer wechselseitigen [[Bedingung]] ihres [[Lebens,]] zu einer persönlichen [[Lebensbedingung]] geworden sind. Darin können sie nicht durch sich das sein, worÜber sie sich aufeinander beziehen. Ihre [[Beziehung]] zieht sie zu einer [[Gemeinschaft]], die einen hierfÜr [[notwendigen]] [[Gemeinsinn]] durch jene entwickelt, die ihn als [[Mittel]] fÜr ihre familiären Machtverhältnissen nötig haben, um das zu sein, fÜr was sie unter deren [[Bedingtheiten]] fÜreinander [[pflichtschuldig]] sind. Ein [[allgemeines]] [[SchuldgefÜhl]] gegen die [[Macht]] einer hierfÜr aufbereiten Lebensverantwortung prägt ihre [[Beziehung]] und macht sie hierdurch mehr oder weniger [[hörig]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[bÜrgerliche]] Familie ist daher meist eine Kleinfamilie als Hort einer[[isolierten]] [[Selbstbehauptung]] in den [[Lebensräumen]], die sie [[bewohnt]]. In der [[Symbiose]] ihrer [[Lebensburg]] behaupten sich sich die Familienmitglieder (siehe [[symbiotische Selbstbehauptung]]) in einer [[Gesellschaft]], in der die [[Eigenschaften]] und [[Fähigkeiten]] der Menschen im [[Allgemeinen]] ihre [[persönliche]] [[Existenz]] als Potenzial ihrer Privatexistenz (siehe auch [[Privateigentum]]). Was sie zur ErfÜllung der Lebensanforderungen bilden können (siehe [[Sinnbildung]]), die ihr [[Leben]] unter dieser [[Bedingung]] ausmachen und bestimmen (siehe hierzu auch [[Lebenspflicht]]), erwerben sie daher im ständigen Konflikt mit den [[Notwendigkeiten]] ihrer bÜrgerlichen Existenz und ihren hierauf gegrÜndeten [[zwischenmenschlichen Verhältnissen]], wie sie aus abgeschotteten [[zwischenmenschlichen Beziehungen]] entstehen und entstanden sind, wie sie also durch sich und fÜr sich begrÜndet sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jede Familie ist hierfÜr ein [[Lebensraum]] von [[Gewohnheiten]], die durch einen Haushalt entstehen und nötig sind, um ihn je nach Art der gesellschaftlichen Wirtschaftsform zu bewältigen. In der [[bÜrgerlichen Gesellschaft]] ist es die Wirtschaftsform des [[Privateigentums]], das Lebens- und Umgangsformen in Privathaushalten bestimmt. Auch Freundschaften können zu Familien werden, wenn sie sich zu ihrer [[Existenz]] und darin fÜreinander verbindlich und also familiär verhalten, in gleichem [[Sinn]] fÜreinander [[da sind]] ohne nur [[nÜtzlich]] zu sein. Doch die Verbindlichkeit hängt sehr von der [[gesellschaftlichen]] [[Form]] ihrer [[Existenz]] ab, - welche [[Freiheit]] darin ihre [[Beziehungen]] bereichern kann, [[Zufälle]] möglich sein lässt und dennoch hiergegen nicht [[beliebig]] oder [[gleichgÜltig]] ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[bÜrgerliche]] Familie begrÜndet sich als [[Lebensraum]] eines [[vergemeinschafteten]] LebensgefÜhls, als [[Verhältnis]] von [[SelbstgefÜhlen]], die sich gegen ihre Außenwelt besonderen, einen Schutzraum fÜr die Intimität [[zwischenmenschlicher Beziehungen]] suchen und also als [[Lebensburg]] zur [[Selbstbehauptung]] einer sinnlichen [[Symbiose]] funktionieren (siehe auch [[symbiotische Selbstbehauptung]]). HierfÜr werden sie auch politisch und [[rechtlich]] in entsprechenden [[Vertrag]]sverhältnissen abgesichert. Doch erst im [[Verhältnis]] unterschiedlicher [[Generationen]] wird dieses [[Verhältnis]] auch wirklich [[notwendig]], weil darin die [[Nöte]] in [[gesellschaftlich]] [[isolierten]] Abhängigkeiten und [[erzieherischen Beziehungen]] gewendet werden mÜssen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im historischen Wortsinn ist Familie eine aristokratische Hausgemeinschaft (lat. familia) mit hieraus bedingtem Gefolge (famulus: der Haussklave), eine [[persönliche]] [[Gemeinschaft]], die einen von der [[Gesellschaft]] [[getrennten]] Haushalt betreibt und sich von daher auch als [[wirtschaftlichen]] [[Lebensraum]] jenseits von dieser zu verstehen ist. Unter der Bedingung des Geldverhältnisses (siehe [[Geldbesitz]]) ist Familie ein Hort des [[Wohnens]], zwischenmenschliche Lebenswelt eingewöhnter Beziehungen, gewohntes Liebesverhältnis der [[Lebensbergung]] im Einzelnen, das sich als private Welt konstituiert. In dieser sind die Grund[[stimmungen]] der [[Generationen]] maßgeblich, die sich darin zusammenfÜgen und auch einander fÜr Gedeih und Verderben dieser [[Lebensburg]] als Wohngemeinschaft erziehen, Wesentliche Grundbedingung hierfÜr ist die Ein[[stimmung]] auf die Gewöhnung der darin auftretenden Lebensäußerung, die mehr oder weniger zufällig von den gesellschaftlichen Verhältnissen [[isoliert]] verräumlicht auftreten und von daher auch eine Enge dieser Lebensäußerungen als Bedingung der Lebensgewohnheiten darin konstituieren, welche sich mit der Einengung und Bedrohung der einzelnen [[SelbstgefÜhle]] [[entwickelt]], die ein ungeheuerliches Maß an Selbstbeschränkungen (siehe [[erzieherische Beziehung]]) erzeugen kann. Im [[Verhältnis]] zur öffentlichen Lebensform der [[Gesellschaft]] des [[Geldes]] besteht daher eine grundlegende [[Lebensangst]], die [[verrÜckte]] [[Selbstwahrnehmungen]] [[bestimmen]] kann, wenn sie deren [[Gewohnheiten]] nicht mit eigenem Sinn fÜr [[allgemeine]] [[zwischenmenschliche Verhältnisse]] fÜllen kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Familie ist aber vor allem eine Lebensstruktur, in der sich die eingebrachte [[Subjektivität]] objektiviert, sich also als objektive Form selbst subjektiviert und von daher eine gesellschaftliche Bestimmung als Privatform des Lebens erfÜllt und diese [[zwischenmenschlich]] als Mensch und Form fÜr sich verdoppelt. Weil in dieser [[Form]] sich ihre Bestimmung somit intensiviert und alle darin entstehenden [[Absichten]] und Mängel total, im [[Prinzip]] unauflösbar werden, stellt sie eine gesellschaftlich isolierte Machtformation [[zwischenmenschlicher Beziehungen]] dar, in welcher der Mangel selbst durch die [[Anwesenheit]] [[einverleibter]] [[Verhältnisse]] als deren [[Lebensraum]] einen Gewinn fÜr diese Beziehungen darstellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der bÜrgerlichen Gesellschaft ist die Familie ihrem kulturellen Wesen entsprechend eine [[Akkumulation]] der [[Selbstverwertung]] des Geschlechtsverhältnisses, der Institutionalisierung gesellschaftlicher Geschlechtsrollen in einer [[persönlichen]] Form, in der [[Form]], worin sich Menschen als das gelten sollen, worin sie sich als besondere [[Geschlecht]]spartner und Eltern erscheinen. Sie häufen darin ihre [[Selbstwahrnehmungen]] so auf, dass sich deren [[Selbstwert]] als Lebenszusammenhang darstellen lässt, ganz gleich wie das [[Leben]] sonst Überhaupt ist. Immerhin kompensiert der auf diese Weise institutionalisierte [[Selbstwert]] nicht nur den Verlaust der [[Selbstachtung]] jenseits der familiären Verhältnisse, sondern auch den, der sich in ihr ins [[Verhältnis]] versetzt hat, ins Verhalten von unzähligen Selbstverwerfungen (siehe auch [[Selbstlosigkeit]]). Von daher ist dieser [[Lebensraum]] sowohl die Fixierung wechselseitiger [[Selbstbehauptungen]] (siehe [[symbiotische Selbstbehauptung]]), als immer auch schon eine Abschottung gegen die Mängel des gesellschaftlichen Geschlechtsverhältnisses und also eine [[Lebensburg]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die modernen [[zwischenmenschlichen Verhältnisse]] ist Familie daher der Form nach eine Schutzgemeinschaft gegen die kulturellen und ökonomischen Verwerfungen, welche den gesellschaftlichen Verhältnisse des [[Kapitalismus]] zur Folge in seinen [[Krisen]] und Zwängen aufkommen. Von daher haben sie als [[Lebensburgen]] der [[Zwischenmenschlichkeit]] eine restaurative Funktion der [[bürgerlichen Kultur]]. Im Unterschied zu feudalen Gesellschaftsformen, die auf der Hausmacht der [[Geschlechter]] und [[Generationen]] gründen, versteht sich Familie in der [[bürgerlichen Gesellschaft]] vor allem als kulturelle Lebensgemeinschaft der nächsten Abkömmlinge, dem Lebensverhältnis von Älteren (Eltern) und Jüngeren in der Generationsfolge, dem Verhältnis von Großeltern, Eltern und Kindern und zugleich als ein [[Erziehungs]]- und [[Beziehung]]szusammenhang der damit verwandten Menschen, der &#039;&#039;Blutsverwandten&#039;&#039; und der per Ehe[[vertrag]] eingeschwägerten Verwandten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der [[Begriff]] Familie unterstellt daher hierzulande vor allem das [[ursprüngliche]] [[sittliche]] Zusammenleben der [[Generationen]], die sich aus der [[Reproduktion]] der Generationsfolge bestimmen, also auch die [[Bildung]] und Befähigung zur Erhaltung der Art und [[Gesellschaft]] betreiben (siehe z.B. [[Erziehung]]). Familiär sind daher vor allem [[Eigenschaften]], die dieser Lebensform entsprechen, weil sie z.B. einer Familienkultur entspringen, die sich aus der [[Selbstbestimmtheit]] dieses [[Lebensraums]] ergibt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch Familie wird die allgemeine [[Egozentrik]] der vereinzelten [[Privatpersönlichkeiten]] soweit aufgehoben, wie sich die Familienmitglieder darin in einem [[Familiensinn]] [[vergemeinschaften]] und hierauf einen Schutzraum gegen deren [[Existenz]]weisen begründen. Sie bietet von daher ein [[Heim]] gegen die [[Macht]] der [[selbstgefühligen]] [[Entschiedenheiten]], in welchem sich ein Reservoir unmittelbarer [[Notwendigkeiten]] und [[Beziehungen]] [[entwickelt]], das der [[Natur]] der [[zwischenmenschlichen Verhältnisse]] entspricht und sie &#039;&#039;wie von selbst&#039;&#039; bestärkt. Da ihre Beziehungswelt jenseits der gesellschaftlichen [[Gegenständlichkeiten]] unmittelbar organisch organisiert sein muss kann sie gegen deren äußerliche [[gesellschaftliche]] [[Objektivität]] wie die Welt einer freien [[Subjektivität]] erscheinen, durch welche ihr Heim [[lebendig]] und die Welt im Jenseits zu einer [[unheimlichen]] [[Wirklichkeit]] wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weit mehr als die einzelnen Wahrnehmungen und Äußerungen bilden die [[Stimmungen]] in der [[Familie]] die Lebensgrundlage des [[SelbstgefÜhls]] ganzer [[Generationen]] durch die Ausgestaltungen ihres [[Lebensraums]]. Sie sind somit schon Keime einer [[Hörigkeit]], in der das Zugehörige sein [[Geltungsstreben]] entwickeln (siehe hierzu auch [[Fremdenfeindlichkeit]]) und deshalb auch [[rassistisch]] werden kann (siehe hierzu auch [[MassengefÜhl]]). Dies allerdings [[notwendig]] erst, wo es fÜr sich selbst kulturell verloren hat (siehe [[Selbstverlust]]) und [[widersinnig]] wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Familie ist also keine Naturtatsache (siehe auch [[Generationen]]) und auch keine natürliche Kulturform. Sie ist eine relativ moderne Privatform eines darin unmittelbar scheinenden Gattungsverhältnisses ([[siehe Gattungsbegriff]]), eine in ihrer [[zwischenmenschlichen]] [[Ausschließlichkeit]] bestimmten Lebensform der [[Geschlechter]] als Generationenverhältnis einer [[privaten]] [[Individualität]], die sich ebenso privat in einem [[Familiensinn]] [[vergemeinschaften]] und [[regenerieren]] muss, um in der [[bürgerlichen Gesellschaft]] überhaupt über ihre bornierte Vereinzelung hinausgehend noch Bestand zu haben, sich also [[reproduzieren]] zu können. Dies aber betrifft nicht nur die Reproduktion der Privatexistenz, sondern des menschlichen [[Lebens]] überhaupt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hier vermittelt sich das werdende und das gewordene Leben, die innigste Kultur der Menschen in ihrer bürgerlichen Existenzform, die das innere Glück des Lebendigen mit den Existenzbedingungen der Verwertbarkeit seiner [[Veräußerung]], seinem intimen Nutzen zusammenschließt und hieraus eine [[Lebenspflicht]] entwickeln muss, um diesen Schluss zu sichern. Die familiären Beziehungen werden unter dieser Bedingung vorauseilend bestimmt, so dass sie fÜr sich genommen unkenntlich werden. Diese &#039;&#039;Pflicht&#039;&#039; wird daher zur [[Gewohnheit]], zu einem [[Familiensinn,]] durch den die Menschen in der Familie nur in der Teilhabe hieran wahrgenommen werden und sich dabei als Menschen im [[Ganzen]] nur anteilig [[wahrhaben]] können. Letztlich ist dieser Sinn obsolet und lässt sich nur selten wirklich in dem einlösen, was er darstellen soll. Das GrundgefÜhl einer entwickelten Familie bleibt daher ein [[SchuldgefÜhl]], das die einzelnen Mitglieder zu einender haben, weil und sofern sie an ihrem [[Familiensinn]] notwendig scheitern, einander nicht die ErfÜllung beibringen können, die darin erforderlich ist. Dieses [[SchuldgefÜhl]] konkurriert daher auch unentwegt mit dem [[SelbstgefÜhl]], das jenseits der Familie möglich ist und dort zu einer ihr fremden ErfÜllung treibt (siehe hierzu auch [[Geltungsstreben]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gerade in der organischen Verbundenheit des werdenden [[Lebens]], besonders in der natürlichen [[Symbiose]] von Eltern und Kindern wirken die [[Formbestimmungen]] dieses [[Lebensraumes]] total, machen aus der körperlichen Symbiose eine [[psychische]], weil der Schutzraum dieser [[Lebensburg]] sich [[negativ]] gegen die Außenwelt behaupten muss und von daher eine politische Funktion in der Abschirmung der privaten Existenz gegen die gesellschaftliche hat. Von daher bildet sich in der Familie eine Subkultur, die als Grundform des Lebens selbst [[privat]] bestimmt erscheint und in dieser [[Selbstbehauptung]] die diesbezügliche [[Selbstbeziehung]] in der [[Selbstverwirklichung]] der Familienpersönlichkeiten gegen die rein [[objektiv]] vermittelt erscheinende [[Gesellschaft]] in der [[Psyche]] der Beteiligten sich als [[symbiotische Selbstbehauptung]] entfaltet und verwirklicht. Die [[objektiven Gefühle]] der Familie erscheinen daher unmittelbar selbst [[objektiv als Selbstgefühle]], die im Sinne eines [[Urvertrauens]] total sein müssen und dies nur sein können, wenn und soweit und wieweit sie dem [[Familiensinn]] psychisch entsprechen (siehe auch [[Psychokratie]]). Es ist der Sinn einer gesellschaftlich [[isolierten]] [[Notwendigkeit]] der [[Reproduktion]] des Leben überhaupt und enthält von daher gesellschaftliche Macht als unmittelbar persönliche [[Naturmacht]] der Generationen in dem hieraus [[formbestimmten]] [[Verhältnis]] zueinander.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Existenz einer kulturell unterworfenen Reproduktion geht auf in der [[Subjektivierung]] des [[Sachzwangs]] der bürgerlichen Gesellschaft zum Lebensprinzip ihrer [[Kultur]], Die objektive [[Bestimmtheit]] erscheint als [[Gemeinschaft]] menschlicher Bedürftigkeit, worin sie die Pflichten der bürgerlichen Existenz als Lebensverpflichtung aufnimmt und daraus die Dürftigkeit einer verkehrten Lebenserwartung im Glück menschlicher Lebensmomente erlebt. Gelingt deren Erfüllung, so kann die wirkliche Welt zur Nebensache werden und es vereinigen sich menschliche Bedürfnisse an der Leimstange ihrer bürgerlichen Verheißungen mit der Macht und Hoheit des unverwirklichten Lebens, dem [[Glauben]] an die Unendlichkeit eines in sich selbst beschränkten Glücks. Während sich die Älteren damit in dem Maß bescheiden müssen, wie ihre Vergangenheit ihre Gegenwart einholt, wird genau dies zum wesentlichen Problem der Jüngeren, weil die Welt die Hauptsache ihrer Zukunft sein muss.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Familie beziehen sich die Generationen aufeinander in ihren gegensätzlichen Lebensinteressen, die nirgendwo anders wirklich sein können. Je kleiner sie ist, desto totaler und ausschließlicher vereinigt sich dieser Gegensatz im Verhältnis der Entgegnungen. Sie ist der rückbezogene Lebensraum eines gesellschaftlich ausgeschlossenen Lebens, der Rückzugsraum der darin geborgenen Gattung, die [[Lebensburg]] einer Gesellschaft, die für sich die Lebensform zerteilter Beziehungen ist, die sich in ihren Verhältnissen ausschließen und von daher von ihrer [[Geschichte]], von der Vergangenheit ihrer Entstehungsgeschichte selbst beherrscht sind. In der Familie herrscht das Entschiedene in der Abscheidung und wird darin zu einer Lebensform ausschließlicher Sinnlichkeit, die durch den Ausschluss ihrer gesellschaftlichen Bezogenheit in sich selbst herrscht, also eine Burg der [[Selbstbeherrschung]] sein muss.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Familie müssen die Menschen [[ausschließlich]] ihr ausgeschlossenes [[Leben]] beherrschen. Sie befinden sich in einem Verhältnis, worin ein jeder [[notwendiges]] Objekt des anderen ist und als Subjekt zugleich hierdurch seine eigene [[Not]] wendet. Er ist damit also selbst in einem [[Besitz]]verhältnis, das die [[Subjekte]] sich [[objektiv]] unterwirft, die sich in dieser Unterwerfung zugleich ausschließlich [[subjektiv]] erscheinen. So entsprechen sie nicht nur objektiv, sondern auch subjektiv den [[Formbestimmungen]] der [[bürgerlichen Gesellschaft]], worin und wodurch die Menschen zugleich [[allgemein]] objektiv nicht nur durch ihren [[Besitz]] bzw. ihre Besitzlosigkeit, sondern zugleich auch selbst durch das Verhältnis ihrer Sachen als Kulturverhältnis der Personen bestimmt sind (siehe [[Warenfetischismus]]). Die [[Verkehrungen]] dieser Gesellschaft treten in der Familie als eine sich selbst verkehrende [[Beziehung]] der Menschen zur Persönlichkeit ihres gesellschaftlichen Lebensraumes auf und lassen diese als selbständiges Privatwesen erscheinen, das sich in seinem familiären Haushalt vollständig, sowohl existenziell wie kulturell als Subjekt seiner Geschichte, als Schmied seines Glücks verstehen kann, während es objektiv vollzieht, was zur Reproduktion des Menschseins - körperlich, psychisch wie auch kulturell in dieser Welt nötig ist. Die Existenz einer kulturell unterworfenen Reproduktion geht auf in der [[Subjektivierung]] des [[Sachzwangs]] der bürgerlichen Gesellschaft zum Lebensprinzip ihrer [[Kultur]], Die objektive [[Bestimmtheit]] erscheint als [[Gemeinschaft]] menschlicher Bedürftigkeit, worin sie die Pflichten der bürgerlichen Existenz als Lebensverpflichtung aufnimmt und daraus die Dürftigkeit einer verkehrten Lebenserwartung im Glück menschlicher Lebensmomente abfeiern kann. Gelingt deren Erfüllung, so wird die wirkliche Welt zur Nebensache und es verkleben sich menschliche Bedürfnisse an der Leimstange ihrer bürgerlichen Verheißungen mit der Macht und Hoheit des unverwirklichten Lebens, dem [[Glauben]] an die Unendlichkeit eines sich selbst beschränkenden Glücks. Während sich die Älteren damit in dem Maß bescheiden, wie ihre Vergangenheit ihre Gegenwart einholt, wird genau dies zum wesentlichen Problem der Jüngeren, weil die Welt die Hauptsache ihrer Zukunft sein muss.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Gattungsleben erscheint in der Form einer familiären Gemeinschaft als das ganz große Glück in der ganz kleinen Welt einer monströsen Wirklichkeit, in der Lebensenge einer Kleinfamilie, worin ein ungeheuerlicher Aufwand betrieben und geleistet werden muss, um im Kleinen wirklich außerordentlich Großes zu bewältigen. Doch gerade dadurch ist den Menschen ein Verhältnis auferlegt, in dem im einzelnen glücklich sein oder Glück bringen soll, was gesellschaftlich nicht wirklich wahr sein kann: Ein unmittelbar menschliches Leben. Und dieses ist wesentlich von einer gesellschaftlichen Lebensaufgabe bestimmt, die das Verhältnis des Lebens vor allem zwischen Pflicht und Schuld bewegt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist eine gewaltige Leistung, eine Familie zu erhalten, Kinder zu erziehen und das Verhältnis der Generationen und Geschlechter als privat heraus gesetztes Leben zu formatieren und als ausschließliche Lebensform durchzuhalten. Es ist eine übergroße gesellschaftliche Aufgabe, die da eine kleine Gemeinschaft zu bewältigen hat. Familie ist im Grunde unwirtschaftlich, von daher ohne wirklichen Nutzen für sich, aber voller Sinn. Sie vollzieht ganz lebenspraktisch den Widerspruch von Sinn und Nutzen und macht ihn für sich fest als Familiensinn.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nirgendwo sind sich die Menschen so nah und müssen füreinander soviel sein, was sie nicht sein können, was sie sich also gegenseitig vormachen müssen, um auch menschlich zu sein. Es herrscht in dieser Lebensform ein Verhältnis, worin sich die Scheinbarkeit ihrer Persönlichkeit selbst ermächtigen und substanziell &#039;&#039;füttern&#039;&#039; muss, während sie objektiv ganz und vollständig den Lebensnotwendigkeiten folgt, denen sie unterworfen bleibt. Erst wenn sich dies in den Menschen selbst ausgestaltet, erst wenn sie also aus der Familie heraustreten, erleiden sie an sich selbst die Scheinbarkeit ihres familiären Zusammenhalts und es treibt sich dieser in seiner [[Verrücktheit]] aus ihnen hervor. Sie erleiden in ihrer Wahrnehmung die bloße [[Abwesenheit]] der [[Selbstgefühle]], an die sie sich [[gewöhnt]] und die sie sich angewöhnt haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der [[burgerlichen]] Kultur ist die Familie der [[Wohnraum]] von [[Verhältnissen]], in denen gesellschaftliche Grundlagen sich zur [[Gewohnheit]] einer Privatform von Selbstbegründungen verkehren. Mann und Frau und Kind erkennen einander darin nicht als gesellschaftlich verkehrende Menschen, sondern als [[Gemeinschaft]] ihrer privaten [[Verkehrung]], als Rückbezüglichkeit und Zurückziehung des Lebens, das in der wirklichen [[Gesellschaft]] untergeht, als [[Lebensburg]] einer [[Gemeinschaft]], welche [[Leben]] und [[Liebe]] einfordert, weil diese in ihr nicht wirklich aufgehen kann. Familie wird hierdurch zum [[Lebensraum]] einer [[Liebes]]- und Lebensschuld, einer gesellschaftlichen Rückbildung, in welcher sich deren Mängel als Triumph persönlicher [[Macht]] und Selbstgestaltung formieren, auch wenn diese nur auf [[Schuldgefühlen]] gründet, auf der [[Ohnmacht]] des familiarisierten [[Lebens]]. Sie ist das organisierte Geschlechtsverhältnis von [[Privatpersonen]], das auf der [[gewöhnlichen]] [[Anwesenheit]] der [[Geschlechter]] und [[Generationen]] in einem [[gemeinschaftlichen]] [[Lebensraum]] beruht, der auch gegen die Einwirkungen der Öffentlichkeit Schutzraum bietet und sich wie die [[Lebensburg]] einer Eigenwelt gegen die Anmaßungen einer hiergegen [[fremd]] erscheinenden [[Gesellschaft]] verhält.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Lebensform macht die Reproduktionsform des Geschlechtsverhältnis als Generationenverhältnis aus und [[bestimmt]] die Existenzform der individualisierten [[Reproduktion]] eines gesellschaftlichen [[Lebensverhältnisses]] zu einem [[ausschließlichen]] Verhältnis eines [[isolierten]] [[Gattungswesens]]. Als dessen [[Privatform]] entfaltet es sich zur Haushaltungsform eines [[Familiensinns]], der vor allem die darin [[isolierte]] [[Liebe]]sbeziehung und ihre [[psychische]] [[Substanz]] bestimmt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Familie ist das [[Zwischenmenschliche]] jenseits seiner äußeren [[Bestimmtheit]] vereint zu einem Menschsein zwischen allem Menschlichen. Zwischenmenschliche [[Liebe]], die sich zwischen den Menschen in ihrer reflektierten Form als [[Psyche]] zu gegensinnigen Charakteren entwickelt hatte, wird nun zu einer Lebensform selbst. Es kommen sich darin die Menschen aus ihrer Liebesnot heraus [[geborgen]] vor, als geborgenes [[Leben]] (siehe [[Lebensbergung]]), das seinen [[Sinn]] in dessen [[Notwendigkeiten]] nun [[erlebt]] und [[leidet]] und von daher auf sein Menschsein überhaupt zurückkommt, wie gebrochen dieses auch in seiner [[Gesellschaft]] existieren mag. Doch es ist ein Menschsein, das seine [[Gegenwärtigkeit]] zunehmend aufgeben muss, um seiner Existenzform genügen zu können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die widersprüchliche Bestimmtheit der [[zwischenmenschlichen Verhältnisse]] erscheinen in der Familie aufgehoben in reale Gegensätze von Mann, Frau und Kind. Diese müssen daher auch subjektiv das austragen, was ihnen objektiv in diesem kleinen [[Lebensraum]] zugetragen ist und sich zutragen wird. Besonders die Kinder erfahren ihre objektive Lebensbedingung in den elterlichen Subjekten des Familienlebens, und Mann und Frau müssen ihre Beziehungen nun auch objektiv in einer [[Ehe]], im Bündnis verselbständigter Geschlechtsrollen, in der Selbständigkeit von [[Mann]] als Mann und [[Frau]] als Frau bewältigen. Die Kinder selbst sind unterschiedlich vor allem aus der Reihenfolge ihrer Geburt bestimmt; das Erstgeborene im Ganzen der Ehe, das letztgeborene hiervon befreit. In dieser Folge teilt sich die Form der Familie als Verhältnisform von [[Privatpersonen]] mit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;Daß der bürgerliche Staat sein besonderes Augenmerk auf die Familie richtet, liegt aber vor allem daran, daß diese der einzige Garant für bürgerliche Identität ist. In dem Maß, wie der öffentliche Umgang, wie die allgemeinen Lebens- und Produktionsverhältnisse verrohen, muß eben die Stätte, worin sich die Menschen noch als Mensch zu begegnen scheinen, besonders geschützt werden. Gerade wo die gesellschaftliche Öffentlichkeit zunehmend und sichtbar unangemessen für menschliche Lebenszusammenhänge wird, da muß der Staat auf den individualisierten Menschen zurückgreifen. Wo es keine gesellschaftliche Öffentlichkeit gibt, da hat das Familienleben Hochkonjunktur. Der Gegensatz von Privatheit und Öffentlichkeit, wie er schon in der bürgerlichen Produktionsweise angelegt ist, entwickelt sich erst dann zum absoluten Gegensatz, wenn das öffentliche Leben keinen Sinn mehr hat, wenn also das Geldverhältnis einziges öffentliches Verhältnis geworden ist (d.h. wenn eine Nation vollständig zum Geldbesitzer, zum Imperialisten geworden ist). In einer solchen Nation ist der Mensch absolut für sich und lebt auch dem Zwang zu seiner Lebenserhaltung gegenüber unangemessen, wenn er keine Familie hat. Dies ist der bürgerlichen Familie als ihre Existenzbedingung vorausgesetzt. Da sie für sich aber unmittelbare Lebensgemeinschaft ist, läßt sich darin gerade diese Welt ertragen, wenn und solange die in der Lage ist, die materiellen Lebensgrundlagen für familiäres Leben bereitzustellen; - und dies ist ja eben in solchen Nationen gegeben. So bleibt auch eine für das menschliche Leben absurde, d. h. sinnwidrige Gesellschaft über ihre eigene Bodenlosigkeit hinaus »gesellschaftsfähig«.&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;Die bürgerliche Familie ist für den Zusammenhalt der bürgerlichen Gesellschaft vor allem deshalb unabdingbar, weil in ihr das gesellschaftliche Leben als unmittelbar menschliches Leben erscheint und daher durch sie das familiäre Leben als unmittelbar gesellschaftliches Leben behauptet werden kann. Die Gesellschaft, welche die Menschen durch ihr Zusammenwirken erst erzeugen, gilt hier als die Bedingung ihres Lebens, als Voraussetzung ihres Tuns, als natürliche Gewalt, die schon in ihr Verhalten einwirkt, bevor es verwirklicht ist. Durch die Familie wird eine Naturgemeinschaft gesetzt, die dem einzelnen auch die einzige Gesellschaft ist. Hierdurch aber ist die Gesellschaft bereits per Geburt in jedem einzelnen, bevor er seine Gesellschaft erzeugen kann, und zugleich ist die Gesellschaft außerhalb von jedem einzelnen, bevor er überhaupt darin sein kann. Das heißt: Gesellschaft wird so zum unmittelbaren, also mittellosen Zusammensein von Menschen herabgesetzt und zum unbefragbaren, unabänderlichen menschlichen Lebensprinzip, also zur mächtigen Allgemeinheit über den einzelnen Menschen, sein Leben und Bewußtsein. [[(Pfreundschuh in Was heißt da: Psychisch krank? - Teil 4: Von der Welt der Person zur Persönlichkeit)]]&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Historisch ist die Familie das Produkt einer [[Liebe]], die zu einem Lebensversprechen unter der [[Bedingung]] geworden ist, die [[Existenz]] des [[Lebens]] gemeinsam zu meistern. Sie ist damit eine Lebensform von [[Liebe]] und zugleich die Lebensform der [[Reproduktion]], die als natürlichster und ursprünglichster Lebenszusammenhang der einzelnen und gemeinschaftlichen Existenz erscheint, als Reproduktionsform der Gattung Mensch schlechthin, wie er einzeln und zugleich allgemein leibt und lebt und [[Raum]] und [[Körper]] hat und mit alledem [[wohnt]]. In der Familie verhalten sich die Menschen als eine Einheit der Lebensgewohnheiten, die ihren Widerstreit der Notwendigkeit des Existierens in gemeinsamem Haushalt und Wohnraum aufgehoben haben, weil sie um ihr [[Leben]] besorgt sind, weil sie also bestimmt sind durch bestehende Lebensverhältnisse, die besorgt werden müssen und sich in dieser Besorgung selbst füreinander bestimmt wissen müssen. Soweit diese Besorgung in dieser Gemeinschaft gelingt, sind darin die Lebensbedingungen auch wirklich aufgehoben und können als Liebesglück der Familienmitglieder fortbestehen und dieses kann sich solange auch als aufgehobene Bedingtheit, also unbedingt erscheinen. Dieses macht die gemeine Gewissheit der Menschen darin aus und deshalb erscheinen sie im [[Ganzen]] ihres Lebens bestimmt und zugleich bestimmend füreinander, geworden aus diesem und Leben erzeugend, wie es ihnen in ihrem [[Empfinden]] und [[Fühlen]] gegeben ist. Ihre [[Selbstwahrnehmungen]] sind somit die ausschließlichen [[Wahrnehmungen]] ihres Lebens.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Familie wird das Leben zur Begebenheit und zur [[Gegebenheit]]. Darin ist alles, was Leben und Lieben sein kann und sein soll familiär: Lebenspflicht und Lebensschuld. Die Lebensschuld macht die Bestimmung des Familienlebens und des Familiensinns aus, ist ihr Begriff, die Formbestimmung allen Lebens darin. Er bemisst was ist an dem, was Leben sein soll, das entsteht und vergeht, ohne sein zu können was es ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hierdurch ist alles zugleich [[objektiv]] bestimmt, wie [[subjektiv]] es auch entstanden sein mag und besteht, denn die Gattung und Begattung ist darin ganz allgemein für sich und einzeln wie ein [[Ganzes]] ihres Verhältnisses: Der Raum ist Lebensraum schlechthin, der Körper Sinnlichkeit schlechthin und die Wohnung wird zur Gewohnheit, zur Lebensform schlechthin, die sich weder teilen noch mitteilen noch wirklich auseinandersetzen lässt, ohne dass damit die Familie als [[Ganzes]] bedroht wäre. In der Familie sind ja auch tatsächlich alle [[Beziehungen]] unausweichlich, alle Tätigkeiten [[notwendig]], alle Lebensplanungen und Verständigungen [[absolut]] - eben weil sie eine bestimmte Gesellschaftsform ist und einer bestimmten Gesellschaftsform angehört, in der Liebe und Reproduktion als ausschließliche und ausschließende Individualität, als Privatexistenz jenseits der gesellschaftlichen [[Produktion]] und der [[Menschenliebe]] zur [[Isolation]] ihres Lebensprozesses bestimmt sind. Als diese ausgeschlossene Einheit ist die Familie ein geschlossenes FÜrsorgesystem, das sich aus der Liebe und den Grundbedürfnissen der Menschen nach Leben und Überleben begründet und als Verpflichtung für das Leben und die Liebe gestaltet. Indem sich die Menschen als Subjekte ihrer Pflicht dadurch erscheinen, dass sie ihnen natürlich wie ein Gattungsverhältnis vorkommt, wird ihre Liebe darin notwendig pflichtschuldig, objektiv verpflichtet und selbst objektiv. Es ist die [[Subjektivität]] einer [[heilen Welt]], die nur durch Bindung an ihr Heil, an das [[Ganze]], ihre innersten [[Widersprüche]] und [[Zweifel]] überstehen kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber die Familie bietet hierdurch auch die Einheit objektivierter Subjekte, die sich nur in dieser Lebensform aus der Entzweiung von [[Empfindung]] und [[Gefühle]] befreien können. Sie empfinden sich, wie sie sich fühlen, solange sie noch unter dieser Bedingung subjektiv sein können, solange sie also noch als Menschen einander wahrnehmbar sind. Hierdurch ist Familie zumindest und zuerst eine Welt voller Trost gegen jene &#039;&#039;kalte Welt&#039;&#039; der Sachzwänge, eine Lebensgemeinschaft, die in ihrer Familie ihre [[Liebe]] verwirklicht und sich selbst in keinem Widerspruch zu ihrer Liebespflicht sehen muss. Sie wird erst zum Horror, wenn sie jede Subjektivität verloren hat und Existenzzwänge als persönliches [[Schuld]]- und Beschuldigungsverhältnis wie ein Gattungsproblem ihrer Liebe ausgetragen werden. Darin entpuppen sich die Beziehungen in der Familie als [[prothetische Beziehungen]] einer mächtigen [[Scheinwelt]] und es tritt hervor, dass Gefühle in der Familie nur pflichtschuldig empfunden werden können und dies ihre Einheit ausmacht, dass also auch empfunden wird, was gefühlt und verspürt werden muss, weil die Lebensbesorgung sich darin eint, dass beides sonst verworfen wäre. Empfunden wird, was gefühlt werden muss, weil die Familienmitglieder sich darin wahrhaben, Objekte sind von dem, wofür sie wahrgenommen werden. Darin entwickeln sich objektive Selbstwahrnehmungen. Das [[Selbstgefühl]] wird für sich zu einer moralischen Integrität, zu einem [[objektiven Selbstgefühl]], das mit der Lebensverpflichtung aufkommt, also letztlich [[Symbiose]], die Vergemeinschaftung einer objektiv bestimmten Liebes- und Lebensbeziehung, ein Machtgefühl des integren Familiar ist: Die gute Mutter, der gute Vater, das gute Kind, der gute Mensch. Von daher ist die Familie das Lebensverhältnis, worin die bürgerliche Kultur ihre Güte hat. Je kleiner sie ist, desto unbeschadeter ist diese Position. Die Kraft der Güte besteht aus verbrauchtem [[Leben]] und zehrt alleine aus verwirklichter Lebenspflicht. Sie ist von daher die Basis [[reaktionärer]] Prozesse in der Kultur, die Familie zur &#039;&#039;Keimzelle des Staates&#039;&#039; machen (siehe [[Kulturstaat]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Gesellschaften, in denen die Reproduktion der Menschen tatsächlich durch unmittelbaren Zusammenschluss der Generationen und Geschlechter nur möglich ist, also eigentlich Stammesgesellschaften, wird Familie als einzig tragfähige Gesellschaftsform hingenommen für alle Belange, die Gesellschaft ausmacht: Schutz vor Gewalt, Arbeit, Bildung, Gesundheit, Soziales usw.. Wo Gelderwerb in diesen Strukturen lebensnotwendig wird, werden solche Familien aber auch schnell zu einem [[Ausbeutung]]sverhältnis (Kinderarbeit, Frauenversklavung) für fremde Interessen. In der Dritten Welt ist bis heute die Anzahl der Kinder lebensentscheidend, da sie den Rückhalt der Ausbeutungsverhältnisse ausmachen - bis hin zur Kinderprostitution.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber selbst wenn eine Gesellschaft in der Lage ist, die Aufgaben des Schutzes und Erhalts der Privatexistenz zu sichern, wird Familie doch auch als [[Lebensraum]] für urtümliche Belange der Reproduktion, Arbeitsteilung, Haushalt und Zeugung von &#039;&#039;Nachkommen&#039;&#039; angesehen - und wenn auch nur als sittlich (als Vermittlung allgemein geforderte Werte) oder ästhetisch (die ausgezeichnete, besonders [[schöne und gute]] Form der [[Zwischenmenschlichkeit]]) oder hygienisch (&#039;&#039;geregeltes Geschlechtsverhältnis&#039;&#039;) vorteilhafte Lebensform. Immerhin hat sie im Unterschied zu nur spontanen und willkürlich wechselnden Liebesbeziehungen einer [[Konsumkultur]] eine notwendige Verbindlichkeit der Verbundenheiten und fördert zunächst deren Durchsichtigkeit und wechselseitig notwendige [[Achtung]], wenngleich dies nicht unbedingt [[wirkliche]] Achtung sein muss, die Selbstachtung sogar hintergehen kann, wenn diese der reinen Beachtung des [[Familiensinns]] unterworfen ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tatsächlich gelingt ein Achtungsverhältnis am ehesten als größere Familie, weil darin die Wechselwirkungen der Menschen auch noch [[Wirklichkeit]] hat. Zu einem ausschließlich [[seelischen]] Verhältnis wird sie erst, wo diese Verwirklichung menschlicher Beziehungen als [[zwischenmenschliche Beziehung]] nicht mehr möglich ist. Je kleiner der [[Privat]]raum dieser [[Beziehung]], desto größer wird seine seelische Selbständigkeit, die Lust und Gewalt der beseelten Drei- oder Zweisamkeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber auch allgemein und unter der Bedingung, dass ein hinreichend großes und geregeltes Einkommen an [[Geld]] oder [[Geldbesitz]] besteht (siehe hierzu besonders die [[Dienstleistungsgesellschaft]]), ist Familie die Lebensform, worin die Lebensgefühle voraussetzungslos erscheinen können und selbstverständlich sind oder sein sollen, der Raum für [[Selbstgefühl]], welches eine gemeinschaftliche Welt bildet, die sie als [[Familiensinn]] zusammenhält oder zusammenhalten soll. In der Familie können sich die Menschen als unmittelbare Menschen erscheinen, sich aus dem gesellschaftlichen Leben zurückziehen und dem Druck der Existenz ausweichen, solange das Geld für den Haushalt reicht und solange sie als Lebenswelt funktioniert und [[Kultur]] hat. Für das bürgerliche [[Individuum]], das in der gesellschaftlichen Welt sich weitgehend in [[Konkurrenz]] befindet und sich existentiell und emotional bedroht sieht, ist hier meist der einzige Raum für seine wesentlich menschlichen Beziehungen. Zur Abwendung der bedrohlichen Fremdheit der Welt ist Familie der Lebensraum schlechthin. Diese Ausschließlichkeit entwickelt einen [[Familiensinn]], zugleich aber auch eine Art [[ästhetische]] Weltfremdheit, also eine [[Entfremdung]] der LebensgefÜhle von der Welt, weil darin die zwischenmenschlichen GefÜhle ihren [[Empfindungen]] vorausgesetzt sind und zugleich als Lebensbedingung empfunden werden. Es entsteht hieraus eine Art Verhältnisschwachsinn zu wirklichen sozialen [[Beziehungen]] und den wirklichen [[Dingen]] und vor allem den [[Bedingungen]] einer Lebens[[gewissheit]]. Es verbleibt eine in den GefÜhlen gedoppelte Empfindungswelt, die eine [[symbiotische Selbstbehauptung]] bestärkt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese GefÜhle gehen zwar in das Familienleben ein, sind ihm aber in Wahrheit schon vorausgesetzt und werden meist von den Eltern betrieben und umsorgt. Aber sie bewahren sich darin nicht als Grundlage der Verhältnisse und als darauf gründende Stellung der Menschen und Generationen zueinander, sondern als recht eigentliche und [[eigentümliche]] Gefühlswelt, die sich als Weltersatz einstellt. Durch das Gefühl unmittelbarer Eigentlichkeit wird das Bewohnte zur [[Gewohnheit]] und die Entfremdung von Familie und Welt solange ausgeglichen, solange darin [[Liebe]] fortbestehen kann, die hierdurch allerdings keine wirkliche, sondern übersinnliche [[Identität]] haben muss. Diese Liebesgewohnheiten haben daher ihren Eigensinn auch als Eigendünkel gegenüber der Welt. Und so macht sich in der sonstigen Lebenswelt die Weltfremdheit der Familie als eine Liebe geltend, die ihren Sinn durch die Aufgaben der Familie hat, besonders der Fürsorge für eine Reproduktion des privatisierten Menschen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von daher ist die Familie eine Leidensgemeinschaft für ein [[Leiden]], dessen Grund sich fremd ist: Entfremdetes Leiden. Es ist nicht mehr der [[Sinn]] für [[Tätigkeit]], sondern beseelter [[Schmerz]] des Welt[[erlebens]]. Darin wird die Ohnmacht des Individuums gegenüber seinen wirklichen gesellschaftlichen Zusammenhängen zur Liebesmacht vertrauter [[Anwesenheiten]] gewendet. Dies verlangt lediglich, dass die beteiligten Menschen das Verhältnis zu sich selbst finden, dass sie ihre Selbstaufgabe gegenüber einer solchen [[Macht]] als [[Glück]] oder zumindest als seelische [[Notwendigkeit]] empfinden. Es wird ihnen leicht gemacht, wenn die Familie ihr Fürsorgesystem mit Liebe zustopfen kann und solange dieses Verhältnis nicht als Gefühlsverhältnis zum Platzen kommt. Zwangsläufig wird es als permanente Forderung des ganzen familiären Lebenszusammenhangs gegen den einzelnen wirksam sein, als [[Schuldgefühl]] in das [[Selbstgefühl]] wie ein [[objektives Gefühl]] eindringen. Meist sind die Kinder die Träger desselben, wie sie auch die unmittelbare [[Wahrheit]] des Familienlebens am ehesten ausdrücken können - zunächst als Glück für die Eltern, später als Leid.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der kulturellen Abtrennung von ihrer [[Gesellschaft]] ([[bürgerliche Kultur]]) wird die Familie zu einer [[Scheinwelt]], zur Lebenswelt des unmittelbar scheinenden Menschen, dem Menschen, wie er sich ohne äußere Bedingung fühlen kann, soweit er sich hierbei auch als Mensch zu reproduzieren versteht. Bestätigt und gewährleistet ist sie alleine aus der gesellschaftlichen Unmöglichkeit, menschliches Leben wirklich, also mit Wirkung darzustellen, zu bestätigen und weiter zu bringen. Die Rückbeziehung auf sich in dieser Abtrennung vom gesellschaftlichen Leben macht das Leben der Individuen in einer Familie zu einer Gesellschaft, die sich auf der Begründung ihres Zusammenhalts zu einer individuellen Menschenwelt entwickelt, die sich in einer wechselseitigen Anmaßung an das [[Leben]] der anderen beteiligten Menschen verhält, als Einforderung des Menschseins, wie es sich in seiner [[isolierten]] Form bewährt, [[Identität]] der Scheinwelt überhaupt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So kann Familie in der [[bürgerlichen Gesellschaft]] als Selbstrettung funktionieren, als [[Lebensburg]] und Bunker von Menschen, die sich gegenseitig als [[Lebensbedingung]] [[wahrhaben]], als unbedingte Bedingungslosigkeit ihres [[Lebens]], als Hort ihrer vergemeinschafteten Weltfremdheit. Sie überfordern sich dabei zwangsläufig, weil alle menschlichen [[Wirkungen]] und also auch ihre [[zwischenmenschliche Verhältnismäßigkeit]] darin nicht vollzogen werden kann, ohne sich in der außerfamiliären Welt Lebensinhalt zu holen. Für sich kann das Leben in der Familie keinen anderen Sinn verwirklichen, als die Menschen darin durch sich schon haben. Jede wirkliche Entwicklung eines Menschen muss also auch das Gemäuer der Lebensstruktur Familie sprengen. Um dem Zusammenbruch des geschützten und abgetrennten Lebensraums zu entgehen, bildet sich in der familiären Beziehung daher ein [[Familiensinn]], der meist von den Älteren gesetzt wird und sich als Lebensaufgabe versteht, als hintergründige [[Selbstentfremdung]] der Kinder, die zugleich von der Liebe der Eltern getragen wird. Umgekehrt bestimmen die Kinder die Lebensaufgabe der Eltern als natürlich gestellte Existenzaufgabe, als Existenzbewältigung in Fürsorge und Erziehung. So bestimmt und regelt der Familiensinn ohne wirklich in Erscheinung zu treten alle Beziehungen und deutet die Bezogenheit und ihre Beschränkung auch substanziell aus. In solchen Bedeutungen gelten sich die Menschen gleichwohl als [[Sache]] wie [[Mensch]], als Forderung, in der Sachlichkeit ihrer [[Liebe]] mit anderen Mensch zu sein. Hierdurch hat ihre [[Identität]] keinen unmittelbaren [[Sinn]] und sie fühlen sich vor allem ihrem eigenen Leben gegenüber schuldig ([[Schuldgefühl]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schuld impliziert jenes Sein der Gefühle, welche die Familie Zusammenhalten, und seien sie noch so verschroben. Sie sind der Kitt des Lebensraumes, wie auch die Basis individueller Identität, mit der die Familienmenschen in die Welt treten. In diesen Gefühlen ist aller Übersinn bewahrt, den das Familienleben hervorgebracht hat und bewährt, weil er darin funktioniert hat. Daher funktionieren auch die Gefühle und sind in ihrer Funktion Bestandteil des [[Gedächtnisses]], mit welchem die Menschen ihre Beziehungen erinnern und vergegenwärtigen. Sie funktionieren so objektiv wie eine Klimaanlage, bestimmen die Launen und Stimmungen, die Lebensgeister und Todesahnungen. Die Familie insgesamt funktioniert nur durch sie. Von da her ist die Familie - wie klein oder groß sie ist - nicht nur die Geburtsstätte der Kinder, sondern auch der [[objektiven Gefühle]]. Das sind Gefühle, die sich gegen die Subjekte, die sie hervorgebracht hatten, verselbständigt haben. Je kleiner die Familie, desto ausschließlicher (weil ausgeschlossener) ist ihre Funktion. Ob die Menschen sie durch wirklich eigene [[Gefühle]] durchbrechen können, hängt davon ab, wie weit sie von den Beziehungen der Familie abrücken können ohne [[verrückt]] zu werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Familie ist als sich fortbestimmende [[Lebensburg]] die Rückbeziehung der Generationen in die Verstrickung ihres Werdens: Familie gebiert Familie ohne anderes Sein. Darin verlieren die Generationen das Verhältnis zu sich: Unter sich sind sie nur relativ zu ihrer Herkunft, niemals reif durch sich, sondern nur in der [[Selbstverleugnung]]. Aber solche Generationen, die sich selbst verleugnen müssen, weil sie in der Familie mit ihrem ganzen Leben aufgehen, können ihre [[Geschichte]] nicht selbst begründen. In der [[Erziehung]] ihrer Kinder pflanzen sie fort, wozu sie gezogen waren und unendlich hingezogen sind: Zur Selbstbehütung. Im Verhältnis von Selbstverleugnung und Selbstbehütung hat das BÜrgertum daher auch seine Lebenseinfalt und bewahrt sich vor dem [[Unheimlichen]], was es in seinem Heim entwickelt:[[Angst vor dem Leben]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der bürgerlichen Gesellschaft gilt die Familie von ihrem politischen Wesen her immer noch als die &#039;&#039;Keimzelle der Gesellschaft&#039;&#039;, der Kern eines gesunden Lebens mit der Gewähr heilsamer Strukturen als Bedingung für Erziehung und &#039;&#039;Sexualhygiene&#039;&#039;. Dies betrifft insgesamt auch ihre Existenzform als Haushaltsform der Reproduktion von individualisierten Menschen. Es ist der Lebensraum der bürgerlichen Persönlichkeit, worin sie ihre unmittelbare menschliche Beziehung als Gemeinschaft von Selbstbezogenheit hat. Schon als Lebensraum für mehr als zwei Generationen reicht sie nicht mehr hin, weil die Reproduktionskosten der Menschen (das [[variable Kapital]]) so minimalisiert worden sind, dass das Vermögen nicht für die entsprechenden Kosten (besonders Miete, Pflege, Freizeit eines der Lebenspartner) hinreichen würde und somit viel Familienarbeit den billig kalkulierten und hoch rationalisierten staatlichen oder Gemeindeeinrichtungen überlassen werden müssen. Aber auch kulturell steht ein ausgebreiteter Individualismus der Verständigung und Beziehung mehrerer Generationen entgegen. Die Kleinfamilie und Kleinstfamilie (Alleinerziehende) ist ökonomisches und kulturelles Resultat der Abtrennung (Isolation) der Menschen, Geschlechter und der Bevölkerung (z.B. im Gemeinwesen, der Kommunen) von ihrem Gemeinwesen in den reichen Ländern (siehe [[Geldbesitz]]). Die letzten existenziellen Brücken in gemeinschaftlicher Arbeit (z.B. Landarbeit oder Familienbetriebe) sind ökonomisch nicht mehr oder selten tragbar. Sie sind weitgehend von existenziellen Bestimmungen gelöst und bestehen weitgehend nur noch als [[zwischenmenschliche Beziehungen]]. Dies zeigt einen Zustand, in welchem ein großes [[Geld]]vermögen gesellschaftlich existiert (als [[konstantes Kapital]] in Technologie-Ländern), dem ein relativ geringer Lebensstandard im durchschnittlichen Kleinhaushalt ([[variables Kapital]]) gegenübersteht (Mieten gehören hier nicht dazu, soweit sie die Wertlage der Bevölkerungskonzentration wiedergeben). Es ist der Zustand einer hochentwickelten [[Profitrate]], die äußerst [[krise]]nanfällig ist.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Wolfram</name></author>
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		<title>Familie</title>
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		<updated>2026-05-24T22:59:15Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Wolfram: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;Ein Jüngling liebt ein Mädchen, Die hat einen andern erwählt; Der andre liebt eine andre, Und hat sich mit dieser vermählt. Das Mädchen heiratet aus Ärger Den ersten besten Mann, Der ihr in den Weg gelaufen; Der Jüngling ist übel dran. Es ist eine alte Geschichte, Doch bleibt sie immer neu; Und wem sie just passieret, Dem bricht das Herz entzwei. (Heinrich Heine, Buch der Lieder&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[bürgerliche]] Familie entsteht meist im [[Unglück]] einer durch ihre Ausschließlichkeit [[vereinsamten]] [[Liebesbeziehung]] – oft im [[Elend]] einer sich auflösenden [[zwischenmenschlichen Beziehung]] in der [[Stimmung]] [[vereinzelter]] Menschen, die darin ihre [[Selbstgefühle]] angleichen, indem sie diese sozialisieren. Sie ist daher getragen vom [[Sicherheitsbedürfnis]] für die [[seelische]] [[Entwicklung]] der Menschen in der [[bürgerlichen Gesellschaft]] um den Fortbestand ihrer [[zwischenmenschlichen Kultur]] und den [[Gewohnheiten]] ihrer [[Selbsterhaltung]] (siehe auch [[Reproduktion]]), des [[persönlichen]] Vertrauens in die Zeugung und den Fortbestand und Schutz eigenmächtiger [[Lebensverhältnisse]]. Ihre [[Geschichte]] ist aber nicht [[wirklich]] durch diese gesichert, sondern entwickelt sich als [[Geschichte]] ihrer &#039;&#039;Gemütslagen&#039;&#039;, den [[Stimungen]], welche die Menschen zusammen führt oder auch auseinander treibt. Von daher ist solche [[Familie]] der Hort (siehe [[Lebensburg]]) zur [[Bildung]] der [[Gefühle]], die aus [[Selbstempfindungen]] im &#039;&#039;Familienleben&#039;&#039; heraus keimen und [[objektiv]] meist die erste und [[bedeutungsreichste]] [[zwischenmenschliche]] [[Lebenserfahrung]] für die nachwachsenden [[Generationen]] darstellen. Von daher hat das &#039;&#039;Familienleben&#039;&#039; einen [[mächtigen]] Anteil an der Selbstsicherheit um [[eigene]] [[Wahrheit]] – und damit der [[eigenen]] [[Wahrnehmungsidentität]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Stimmung finden die Empfindungen eine Stimme für das, was sie wahrhaben. Sie bilden daraus eine Gemeinschaft ihrer Selbstgefühle. In den hierin geborgenen Gefühlen schaffen sie eine Welt für sich. In dieser Welt entstehen die hieraus bestimmten Selbstwahrnehmungen, die zu einem familieären Verhältnis in der Selbstwahrnehmung werden. Als Gefühl für sich drückt darin die Stimmung eine einfache Wahrnehmung ihrer Symbiose aus, die Menschen durch einander bestimmen ud beleben, inndem jeder im Anderen ein Sinn für sich und durch sch verspürt, denn sofern sie ein wirkliche [[eigentümliches]]s Verhältnis ist, worin Mann ud Frau und Kind zusammenleben ist Familie die vergemeinschaftung von symbiotichen Beziehunnhgen worin jedes Mitlied durch den snderen llebt, weil und sofern er oder sie nur durch diese Gemeinschft ist, existiert unnd sich seiner selbst vergewissert, weil er durch deren Zusmmenleben ist und seine ursprünglichsten Bedrfnisen in diesem Leben, darin entstehen und gelegentlich auch vergehen. Eine Famlie ist also aus dem Zusammengehen bzw. aus der Auseinandersetzung von Selbstgefühlen entstanden. Sie verlebt in der Nutzung dieser Gemeinschaft bzw. den Mangel ihrer Erheuerug. Diese ergibt sich aus dem Burgfrieden, den Familien nötig haben und wodurdh sie zur Brutstellen einer unerkennbaren weil sie als gemeiner Lebensraum privater Persönlichkeiten geworden ist und innerhalb solcher Personen als chronifizierte Egommanie verweltlicht wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der [[bildungsbürgerlichen]] Familie geht es dagegen um die Anwendung dessen, was der Maßstab der bürgerlichen Bildung ist (siehe Biedermeier), im Anteil des kulturellen Vermögens in der Durchsetzung der Normen der bürgerlichen Kultur. Von daher setzt eine solche Familie auf deren allgemeine Form, au das Formalt des bürgerlichen Daseins, das den Verkehr der Bürger zwar erleichtert, aber sich vor allem nur normativ neben oder gegen die soziale Wirklichkeit der Menschen vollstreckt. Immerhin ist für jede Form der Familie eine Konstruktion dessen maßgeblich, was im Kleinen auch das Große zu überwinden vermag, wenn es zu einer allgemeinen [[Gewohnheit]] wird (siehe [[Prominenz]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als [[Heimat]] der [[Wahrnehmungsidentität]] der [[Zwischenmenschen&amp;lt;]]&amp;gt; (siehe hierzu auch [[Kleinbürger]]) ist die bürgerliche Familie [[Subjekt]] wie [[Objekt]] der [[Lebensangst]] des [[bürgerlichen Individuums]]. Sie entsteht meist mit einem Ehevertrag, durch den die [[Sittlichkeit]] der [[persönlichen]] [[Besitzansprüche]] im Alltag und für Ausnahmesituationen (z.B. Fürsorge und [[Tod]]) dadurch wird die Fammilie zu einer [[Institution]] des [[Nationalstaats]] worin über das [[Belieben]] der [[Einzelnen]] hinaus gehend und [[lebensverpflichtend]] als geregelt [[gültig]] werden soll, was dem Einzelnen als Funktion aus seiner Selbstverantwortlichkeit abverlangt werden kann (siehe hierzu auch [[Immanuel Kant)]]. Seine ihm [[notwendige]] [[Sittlichkeit]] gilt demnach aus seinem Gattungsleben [[normativ]] bestimmt und sei von daher schon in seiner [[Allgemeinform]] [[allgemein]] begründet (siehe [[Formbestimmung]]), einer gesellschaftlich [[gültig]] [[Norm]] unterworfen, die er angeblich selbst mitbestimmt habe (siehe [[kategorischerimperativ]]). Der [[Widerspruch]] zwischen der Einzelheit (siehe [[Privatheit]]) und [[Gesellschaftlichkeit]] der [[Individuen]] der [[bürgerlichen Kultur]] sei demnach eine unüberwindbar enge Lebensbestimmung (siehe [[Spießbürger]]) Grundlage einer [[vereinzelten]] Angst des von seinem [[Gott]] (siehe auch [[Kult]]) verlassenen [[Individuums]], die über seine bloße [[Existenz]] durch deren [[allgemein]] [[notwendige]] [[Formbestimmtheit]] des Gattungsleben seiner verengten und eingeengten [[Kultur]] hinausreicht (siehe [[Angst]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von da her ist sie eine [[strukturelle]] Angstvermeidung (siehe auch [[Lebensangst]]) als [[Macht]] gegen die [[Ohnmacht]] der [[Selbstwahrnehmung]] des [[vereinzelten]] Menschen.Sie- ist sie die [[institutionalisierte]] [[Einfältigkeit]] der herrschenden [[Kultur]] des [[Privateigentums]] als [[politische Kultur]] der [[isolierten]] [[Seelen]] zur [[Befriedung]] der Kinder, der Erben einer übermächtigen Zukunft eines [[vereinten]] [[vereinten]] [[Eigentums]] [[privater]] [[=Existenzen]], einer [[Institution]] [[privater]] [[Persönlichkeiten]] (siehe auch [[Privatperson]]). In anderen Kulturen, worin das [[Gemeinwesen]] noch [[wirklich]] organisch beansprucht werden kann [[verhält]] sich dies gändsätzlich anders. Ein afrikanisches Sprichwort besagt zum Beispiel, dass für das Aufwachsen eines Kindes ein [[ganzes]] Dorf nötig sei (siehe hierzu auch [[Gemeinwesen]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;Der Irokese nennt nicht nur seine eignen Kinder, sondern auch die seiner Brüder seine Söhne und Töchter; und sie nennen ihn Vater. Die Kinder seiner Schwestern dagegen nennt er seine Neffen und Nichten, und sie ihn Onkel. Umgekehrt nennt die Irokesin, neben ihren eignen Kindern, diejenigen ihrer Schwestern ihre Söhne und Töchter, und diese nennen sie Mutter. Die Kinder ihrer Brüder dagegen nennt sie ihre Neffen und Nichten, und sie heißt ihre Tante. Ebenso nennen die Kinder von Brüdern sich untereinander Brüder und Schwestern, desgleichen die Kinder von Schwestern. Die Kinder einer Frau und die ihres Bruders dagegen nennen sich gegenseitig Vettern und Kusinen. (Friedrich Engels - [[Der Ursprung der Familie, des Privateigentums und des Staats MEW 21, S.36)]]&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unter den [[Lebensbedingungen]] der [[bürgerlichen Gesellschaft]] kann der vereinzelte Mensch keine soziale Kompetenz erlangen, weil die [[zwischenmenschlichen Beziehungen]] in der [[Konkurrenz]] der Selbstverwertung, in den [[Selbstbezogenheiten]] der [[Geschlechter]] und [[Generationen]] ihren sozialen [[Wert]] nicht in einem allgemeinen [[Selbstwert]] des [[burgherrlichen Subjekts]] erkennen können. Sie verhalten sich in ihren Lebenswelten ja nur zwischen [[Sinn]] und [[Absicht]] ihrer [[zwischenmenschlichen Beziehung]] und können ihre Widersprüche daher in ihrer [[Vereinzelung]] auch nur durch die Rückbeziehungen auf eine [[allgemeine]] [[Selbstgerechtigkeit]] zwischen dem [[einzelnen]] [[Individuum]] und den Anderen – also nur [[abstrakt]] formulieren (siehe z.B. [[autortärer Charakter]], [[esoterischer Charakter]]). Als Maß der [[Vereinzelung]] und als Maßstab seiner allgemeinen Gültigkeit (siehe [[Geltung]]) wird das &#039;&#039;Ego&#039;&#039; zum Zankapfel bei der [[Normierung]] einer [[Sittlichkeit]] der [[Sinnbildung]] als [[Wahrheit]] einer gewöhnlichen [[Selbstverwertung]], welche die [[Isolation]] der [[Ohnmächtigen]] vertieft und entwertet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;Freud analysiert eine Episode, die Goethe aus seiner frühen Kindheit berichtet - nämlich, daß er im Alter von ungefähr 4 Jahren fast sämtliches zerbrechliches Hausgerät aus dem Fenster auf die Straße geworfen - als Niederschlag des Konkurrenzneides auf den jüngeren Bruder Hermann Jakob und als Symbol von dessen Beseitigung. Diese Interpretation erhärtet Freud an mehreren in der Tat frappierenden Parallelbeispielen und an der Reaktionen des Kindes Goethe auf den Tod seines jüngeren Bruders Jakob im Alter von 6 Jahren wie sie uns durch Bettina Brentanos Wiedererzählungen des Berichtes der Mutter überliefert ist. Danach hat Goethe über den Tod seines Bruders keine Träne vergossen und auf die Frage der Mutter „ob er den Bruder nicht liebgehabt habe, lief er in seine Kammer, brachte unter dem Bett hervor eine Menge Papier, die mit Lektionen und Geschichtchen beschrieben waren, er sagte ihr, daß er dies alles gemacht habe, um es den Bruder zu lehren.“ Hitschmann merkt dazu an: „der ältere Bruder hätte also immerhin gern Vater mit dem jüngeren gespielt und ihm seine Überlegenheit gezeigt.“ [zitiert nach Sigmund Freud, Gesammelte Werke, Band 12, Frankfurt a. M. 1991, S. 21] (siehe hierzu auch http://www.krahl-briefe.de)&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[bürgerliche Familie]] (Kleinfamilie) soll die [[Elementarform]] der [[bürgerlichen Kultur]], die [[körperliche]] [[Existenz]] der [[bürgerlichen Subjekte]] gewährleisten und vermehren. Von daher gestaltet sie sich als [[Institution]] der [[Sitten]] und [[Bräuche]] ihrer [[Zwischenmenschlichkeit]] durch [[staatliche]] Förderung und [[Exekutive]] (Polizei) und [[Wahrheit]] (Gesetzgebung) durch [[persönliche]] [[Macht]] und [[Gewalt]] als &#039;&#039;Schule der [[Nation]], als &#039;&#039;Keimzelle der [[Gesellschaft]]&#039;&#039; über die Funktionalität ihrer [[Wahrheit]] [[Lebenszusammenhänge]] – meist also auch als Garant für lebendige Zammenhänge der Menschen zur Ertüchtigung einer an und für sich disfunktionlen [[Lebensgemeinschaft]] schlechthin, die in der Lage sein muss die Störungen der [[zwischenmenschlichen Verhältnisse]] [[konkurrierender]] [[Selbstwahrnehmungen]] zu [[integrieren]] und zu [[befrieden]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[Selbstwahrnehmung]] ist der [[Wahrheit]] und [[Täuschung]] der Ausschließlichkeit ihrer [[Beziehungen]] ausgesetzt in der sich ihre [[Zwischenmenschlichkeit]] in zweierlei Beziehung zerteilt: Ihre [[Ohnmacht]] wird durch die darin [[notwendigen]] [[Selbstgefühle]] gegen ihre bescheidene [[Wirklichkeit]] übermächtig, wodurch die [[Psyche]] selbst als Beleg ihrer [[substanziellen]] konsistenz für [[wahr genommen]] wird (siehe [[zwischennmenschliches Verhältnis]]). Die Menschen sind vom [[Material]] ihrer [[Natur]] [[getrennt]] und zugleich sich selbst als [[gesellschaftliche]] wie auch [[natürliche]] [[Wesen]] ausgesetzt und dem [[Doppelcharakter]] ihrer [[Zwischenmenschlichkeit]] überlassen (siehe [[Teilung der Wahrnehmung]]). Daher ist jedes Individuum schon durch den [[gesellschaftlichen]] Zwang zur [[Reproduktion]] der [[Isolation]] seiner [[monadischen]] Existenzformen (siehe auch [[Vereinzelung]]), zu einer [[Selbstverwertung]] seiner [[Selbstwertigkeit]] bestimmt (siehe auch [[Selbstoptimierung]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und deshalb ist darin die Familie vor allem eine [[Institution]] der [[bürgerlichen]] [[Notwendigkeiten]] ihrer Lebensformationen, eine Fluchtburg (siehe [[Lebensburg]]) zur [[Bergung]] eines [[gesellschaftlich]] [[ausgeschlossenen]] und daher ausschließlichen [[Lebens]] in ihren [[unmittelbar]] [[subjektiv]] auftretenden [[Lebensnöten]] (siehe auch [[Lebenspflichtigkeiten]]). Diese verlangen vom [[einzelnen]] Menschen mehr als nur das [[unmittelbar]] [[Notwendige]] (siehe hierzu auch [[Teilung der Wahrnehmung]]): Sie verlangen ein [[Wissen]] und [[Bewusstsein]] über den gesamten Lebensablauf der nur [[privat]] [[vermittelten]] Existenz der [[vereinzelten]] Menschen in den [[zwischenmenschlichen Verhältnissen]] der [[bürgerlichen Kultur]], ihrer sozialen [[Reproduktion]] als vergesellschaftetes [[Naturwesen]] in einer denaturalisierten [[Gesellschaft]], über ihre [[Bildung]], Krankheiten die Jugend und [[Alterung]] der [[Generationen]], der [[Vermittlung]] und Vorsorge für ihre [[Lebensgewohnheiten]] usw.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der wesentliche Unterschied der [[Generationen]] ist der [[Zweifel]] der Älteren gegen die Hoffnungen der Jüngeren. In einer [[erzieherische Beziehung]] ist niemand in der Lage, den Eltern die Hoffnung der Kinder zu [[vermitteln]] und so sind die Eltern auch nicht in der Lage aus ihren Zweifeln [[Erkenntnisse]] zu [[bilden]], die sie den Kindern [[vermitteln]] könnten. Erziehung wäre ja auch [[wirklich]] unnötig und nur ein einfaches menschliches [[Verhältnis]] von alten und jungen Menschen, wenn sich darin die [[Generationen]] in einem gemeinen [[Wesen]], in einem [[wirklichen]] [[Geweinwesen]] als ein gemeines [[Wesen]] ihrer [[Kultur]] [[erkennen]] könnten. Doch auch dies würde einige [[Änderung]] an [[kulturell]] [[bestimmten]], an ihren [[zwischenmenschlichen Verhältnissen]] voraussetzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[bürgerliche]] [[Familie]] ist daher nicht nur eine [[Institution]] des öffentlichen [[Rechts]] (siehe auch [[bürgerlicher Staat]]), sondern vor allem die [[Lebensburg]] einer [[narzisstischen]] [[Sinnbildung]] der [[Selbstveredelung]]. Diese ist gespalten in das [[Bildungsvermögen]] einer [[erzieherishcn Beziehung]] der Kinder mit ihren Eltern (siehe auch [[Bildungsbürgertum]]). Denn darin aufgeteilt (siehe [[Teilung der Wahrnehmung]]) in die Sinnstiftung der Kinder für das [[Leben]] ihrer Eltern und der [[Fürsorge]] der Eltern für die [[Existenz]] ihrer Kinder (siehe auch [[Lebenspflicht]]). Für sie [[erscheint]] dies als [[Selbstverständlichkeit]] ihrer [[subjektiven]] [[Erfahrungen]], ihrer [[Gefühle]] und [[Stimmungen]]. Für die Eltern ist es das Glück ihrer Selbsterneuerung, das ihnen ihre Kinder [[objektiv]] bieten können. Von daher ist die [[Familie]] eine Lebenswelt, die [[Kultur]] einer [[objektiven Subjektivität]] an deren [[subjektiver]] Bruchstelle (siehe [[subjektive Objektivität]]) ihre [[bürgerliche]] [[Existenz]] gelingen soll (siehe auch [[Existenzwert]]. [[Bürgerliche]] Familien sind also [[Institutionen]] der [[bürgerlichen Kultur]], die in den [[zwischenmenschlichen Verhältnissen]] der [[Geschlechter]] und [[Generationen]] ihre [[zwischenmenschlichen Beziehungen]] über die [[Teilung ihrer Wahrnehmungen]] hinweg zu bewahren und versichern suchen. Von da her ist die [[Pubertät]] ein arbeitsintensives Unterfangen der [[Emanzipation]] von der Familie als [[Institution]] der [[bürgerlichen]] [[Existenz]] gerade dann, wenn sie selbst sich in den [[Widersprüchen]] in der [[Konkurrenz]] der [[Selbstverwertungen]] zwischen den [[Notwendigkeiten]] einer [[eigenen]] [[Sinnbildung]] und ihrer [[Jugendkultur]] verfängt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Denn Familien gründen auf Eltern, die sich aus der [[Konkurrenz]] der [[zwischenmenschlichen]] [[Selbstbehauptungen]] durch eine oder mehrere Übereinstimmungen gefunden und sich aus ihnen herausgesetzt haben. Die [[Gefühle]] ihrer Übereinkunft machen die [[Stimmung]] ihres Zusammenlebens aus, die in der Familiengeschichte weitgehende Folgen hat, denn darunter [[entwickeln]] sich nicht nur die familiären [[Selbstgefühle]] der Eltern, sondern vor allem auch die [[lebenswelten]] der Kinder, die darin geboren oder angenommen werden. Was sie hier [[empfinden]] ist für sie [[existenziell]] und daher so [[objektiv]], wie das Einkommen der Eltern für alle zugleich ist. In dem darin [[vermittelten]] [[Sinn]] [[vergemeinschaften]] sich ihre [[Selbstbehauptungen]] im [[ganzen]] [[Verhältnis]] ihrer [[Einstimmung]] (siehe [[symbiotische Selbstbehauptung]]). Diese gebietet ein Schutzverhältnis unter den Gliedern der Familie und [[entwickelt]] sie zwangsläufig zu einem besonders abgeschirmten [[Lebensraum]], zu einer [[Lebensburg]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In einer Welt der [[Zwischenmenschlichkeit]], worin der [[Selbstwert]] ihrer [[Beziehungen]] durch eine [[allgemeine]] und [[ausschließliche]] [[Selbstbezogenheit]] der [[Selbstverwertung]] herrscht, [[konkurrieren]] die Menschen um ihre [[Liebe]] und damit um ihre innerste [[Wahrheit]], um ihre [[Wahrnehmungsidentität]], wodurch ihr [[Leben]] beengt und zu einer stetigen [[Angst]] um ihren [[persönlichen]] [[Wertschätzuung]] in ihren [[zwischenmenschlichen Verhältnissen]] geworden war (siehe hierzu auch [[Lebensangst]]), der die einzige Gewähr für ihre [[Selbstverwertung]] bietet. Von daher haben sich die Menschen in ihren [[zwischenmenschlichen Beziehungen]] selbst als das [[Material]] ihrer [[Verhältnisse]] [[wahr]] und gründen hierauf die [[Kultur]] einer [[allen gemeinen]] [[Selbstwahrnehmung]]. Hierdurch fällt ihre [[Existenz]] mit ihrer [[Selbstwahrnehmung]] zusammen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Familiär ist der Verbund von Zugehörigem und [[begründet]] von daher auch das [[Verhalten]] der Angehörigen - oft bis hin zur [[Hörigkeit]]. Die [[bürgerliche]] Kleinfamilie (siehe hierzu auch [[Kleinbürger]]) ist allerdings kein wirklich [[zwischenmenschliches Verhältnis]], weil sie in den [[Verhältnissen]] der [[burgherrlichen Gesellschaft]] durch die [[Natur]] der [[Geschlechter]] und [[Generationen]] bedingungslos, also [[unbedingt]] – lebensnotwendig und [[lebenspflichtig]] zugleich - geworden ist. Dies ist aber keine [[wirkliche]] [[Begründung]] der Familien. Es sind die in der individuellen [[Selbstbehauptung]] bedrohten [[Verhältnisse]] der [[Selbstachtung]]; es ist das Prinzip der [[Selbstverwertung]] untergegangener [[Liebesbeziehungen]], das nach einer Verbindlichkeit dessen verlangt, was in [[zwischenmenschlichen Verhältnissen]] nicht [[wirklich]] verbunden und also auch nicht [[wirklich]] verbindlich sein kann. Daher ist die bürgerliche Familie ein elaboriertes Liebesnest, das vor allem als [[Lebenburg]] gegen die [[Konkurrenzen]] in der [[Einverleibung]] [[entfremdeter]] [[Selbstachtung]], in den [[Verhältnissen]] der [[Selbstverwertung]] in den öffentlichen [[Strukturen]] der [[bürgerlichen Kultur]] lebensnotwendig wird. So funktioniert die Familie wie ein kleiner [[Staat]] im Großen, indem sie die wechselseitige Ausplünderung der [[zwischenmenschlichen]] [[Selbstwahrnehmungen]] absichert und sie durch einen Himmel über ihre [[private]] Borniertheiten [[veredelt]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und von daher [[erscheinen]] ihnen ihre [[subjektive]] [[Beziehungen]] selbst [[objektiv]] [[bestimmt]] (siehe hierzu auch [[objektive Subjektivität]]) und also [[existenziell]] (siehe hierzu auch [[Existenzwert]]). Und so stellen sich ihnen auch ihre [[Existenzängste]] wie eine [[subjektive Objektivität]] dar und werden selbst zur angstvollen [[Lebensbedingung]], zu einer [[Lebensängstlichkeit]], von daher als [[Struktur]] von [[Lebenpflichtigkeiten]] ihres [[persönlichen]] Alltags, zu einem [[familiären]] Zusammenschluss der [[Selbstgefühle]] und [[Stimmungen]] [[gesellschaftlich]] [[isolierter]] Menschen. Darin [[kehren]] sich die [[Inhalte]] ihrer [[zwischenmenschlichen Verhältnisse]] um zu einer in sich mehr oder weniger geschlossenen, also [[ausschließlichen]] Existenzform.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch eine familiäre Lebensstruktur entstehen [[personifizierte]] Hierarchien der [[Geschlechter]] und [[Generationen]], worin ihre [[Selbstwahrnehmung]] sich [[psychisch]] gegen ihre objektive Existenzform, gegen die [[existenziellen]] [[Formationen]] ihrer [[Lebenswirklichkeit]] wendet (siehe hierzu die Entstehung des so genannten [[Über-ichs]]). Die hierdurch kontrollierten [[Selbstgefühle]] ihres [[Lebens]] spalten sich [[qualitativ]] zwischen ihrem substanziell menschlichen [[Sein]] und ihrem familiären [[Dasein]] so dass sich dadurch ihre [[Persönlichkeit]] durch und für sich verdoppelt und [[systematisiert]] (siehe hierzu auch [[Psychoanalyse]]). Dadurch entsteht eine [[Verselbständigung]] der [[zwischenmenschlichen]] Existenzform ihrer familiären Bedingungen, in der sich immer wieder eine [[eigentümlichen]] [[Form]] ihrer [[Angst]] entwickelt, worin sich die familiären Menschen [[erkennen]] und erhalten, sich aber immer wieder in ihrer [[Lebensangst]] [[vergegenwärtigen]] müssen. Hierdurch wird die im Allgemeinen [[personifizierte]] Lebensstruktur der [[Privatpersonen]] zu einem [[psychisch]] [[veräußerlichten]] Lebenszusammenhang ihrer [[Geschichte]] und im Zusammenhang ihrer [[Selbstgefühle]] zunehmend [[absolut]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es bietet sich die Familie zunächst als ein [[persönlicher]] Rückzug aus dieser Welt an und [[begründet]] somit einen [[Lebensraum]] der [[Geborgenheit]] des [[persönlichen]] [[Verhältnisses]] einer [[zwischenmenschlichen Beziehung]] in einer [[Lebensburg]], durch die alle [[Beziehungen]] außerhalb der [[unmittelbaren]] Vertraulichkeit ihrer [[Persönlichkeiten]] mehr oder weniger gründlich [[ausgeschlossen]] werden. Dadurch werden ihre [[Beziehungen]] nicht nur [[emotional]] [[isoliert]] und die [[Gesellschaft]] als Außenwelt [[wahrgenommen]], sondern auch zwischen den Familienmitgliedern in ihrer [[wirklichen]] Bezogenheit je nach dem Status ihrer [[Lebenspflichtigkeit]] [[getrennt]]. Sie müssen daher ihre intime [[Gemeinschaft]] eines [[ausschließlichen]] und [[ängstlichen]] [[Lebens]] als [[Sinn]] ihrer [[Gemeinschaft]] behaupten (siehe [[Selbstbehauptung]]), das sie allerdings vor allem nur in ihren vergemeinschafteten [[Selbstgefühlen]] [[vergegenwärtigen]] können. Der Sinn ihrer Beziehung wird durch die Form seiner [[ausschließlichkeit]] zu einem mächtigen [[Familiensinn]], der sich in den [[erzieherischen Beziehungen]] der Familie ausbreitet und seinen Paternalismus [[verwirklicht]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ihre [[Vergegenwärtigung]] bleibt von da her [[unwirklich]], weil sie sich in familiären [[Beziehungen]] nicht wirklich vergemeinschaften kann. In dieser [[Beziehung]] bleiben und bewähren sich die [[Selbstgefühle]] als Formation ihrer [[Lebensangst]] und machen aus der [[Form]] ihrer [[Gemeinschaft]] eine Fluchtburg ihrer [[Selbstbezogenheiten]]. Und im [[Lebensraum]] einer somit gegründeten [[Lebensburg]] [[verkehren]] sich ihre [[subjektiven]] [[Beziehungen]] in ihren [[Inhalten]] in eine [[objektive]] Lebensform, worin die Menschen zu [[Objekten]] ihrer [[ausschließlichen]] und also eingeschlossenen [[Wahrheit]] werden. Alles [[Subjektive]] ist daher in diesem [[Lebensverhältnis]] zugleich [[objektiv]]: Die Älteren werden zu objektiven Subjekten des Verhältnisses (siehe hierzu [[objektiver Subjektivismus]]), die Jüngeren zu subjektiven Objekten ihrer [[Selbstwahrnehmung]] (siehe hierzu [[subjektiver Objektivismus]]). Die [[Beziehung]] von [[Form]] und [[Inhalt]] [[verkehrt]] sich so zu einer inhaltlich bestimmenden [[Form]] des [[Verhaltens]]. Das [[Objektive]] wird durch die so gewordene [[Formbestimmung]] zu einem [[objektiven]] [[Subjekt]], das [[Subjektive]] hierdurch [[fremd bestimmt]], ihr [[Dasein]] [[entgegenwärtigt]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es hat sich von daher aus der [[Allgemeinheit]] der familiären [[Selbstgefühle]] eine Mitte ergeben, die zugleich einen Mittler hat: Die allgemeine [[Selbstigkeit]] [[lebensängstlicher]] Menschen. Diese wird zu einem[[ausschließlichenSelbstgefühlin allem, was einen inneren Gefühlszusammenhang durch eineverselbständigteSelbstgerechtigkeitbegründet, die über die einzelnenGefühlehinweg alle bestimmt und sich hiergegenausschließlichalsWertihrerSelbstbezogenheitenverhält. IhrSelbstwertreduziertsich auf das, was sie diesem Allgemeingefühl erbringen. DasSelbstgefühlwird von da her zum inneren Maßstab derGefühle, zum illusorischen Herz allerzwischenmenschlichen Bezogenheit. Alle ihrezwischenmenschlichenBeziehungen sind diesem unterworfen, werden hiernachgebildetundentwickeltund bemessen und begrenzt. DieburgherrlicheFamilie ist hierdurch zu einemseelischenSubjekt, zumallgemeinenSinnderZwischenmenschlichkeitpsychischerVerhältnisse, zum Wertmaß ihrerGefühlegeworden, das mit derDichteihrerVerhältnisseimmer mächtiger wird.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus diesem Maß wird nun verlangt, dass sich die Menschen seinem [[psychischen]] Ansinnen beugen und sich in den [[Beziehungen]] ihrer [[zwischenmenschlichen]] Gesellschaft gegenüber produktiv erweisen. Das verlangt, dass sie sich ihren [[seelisch]] gewordenen [[Selbstwert]] dadurch verschaffen, dass sie in ihren [[zwischenmenschlichen Beziehungen]] sich in ihrem [[Gemeinsinn]] wechselseitig anerkennen, um sich das [[einzuverleiben]], was sie durch die Gegenwart ihrer Wechselseitigkeit an [[Sinn]] [[erleben]], [[erfahren]] und [[haben]] können. Ihre leibliche Gegenwart wird zum Träger ihres seelischen Zusammenwirkens und was sich darin an [[Wahrheit]] offenbart, was in ihrem [[Selbsterleben]] [[wahrgehabt]] und [[wahrgenommen]] wird, das ist nicht ein wirklich nur stofflicher Leib, sondern vor allem das, was er mit sich bringt: Geistige Gegenwärtigkeit und [[Vergegenwärtigung]] [[seelischer]] [[Kräfte]] aus dem Irgendwo (siehe auch [[Medien]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Doch diese [[Vergegenwärtigung]] scheitert auf Dauer früher oder später in ihren eigenen [[Lebensverhältnissen]] daran, dass sie in ihrer [[Wahrnehmung]] nur das [[wahrhaben]] können, was ihre scheinbare [[Wahrheit]] in ihren Lebensverhältnissen, besonders in denen der Kleinfamilie verliert, wodurch ihre [[Wahrnehmungsidentität]] selbst in in einen hintergründigen [[Selbstverlust]] gerät und sich die [[seelischen]] Anteile ihrer [[Triebkräfte]], die sich in der [[Getriebenheit]] ihrer [[Selbstgefühle]] noch ausgelebt hatten, schließlich durch die nötigen Strukturen ihres Familienlebens zu einer systematischen [[Angst]] entwickelten und zu einer familiären [[Lebensangst]] verfestigt haben. Die kommt auf ihre ursprüngliche [[Triebkraft]] (siehe [[Abstraktionskraft]]) als [[Negation]] ihrer vorausgesetzten [[Antriebe]] zurück, und [[totalisiert]] ihren [[Selbstverlust]] zu einer [[negativen]] [[Wahrnehmungsidentgität]]. Indem ihre [[psychischen]] Antriebe sich auf diese Weise zu einer [[negativen]] [[Triebkraft]] umkehren, kehren sie ihre [[Abstraktionskraft]] gegen ihre [[Empfindungen]] und ihre [[Selbstgewissheit]] ins Jenseits der familieren Burg zu einer totalen [[Ungewissheit]], die ihre [[Selbstwahrnehmung]] nur negativ fortbilden kann. Dadurch bedrängen sich ihre [[Selbstgefühle]] gegen sich (siehe auch [[psychische Depression]]) und töten sie leztlich ab (siehe [[Todestrieb]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Doch an sich ist [[Familie]] ein [[existenzielles]] [[Lebensverhältnis]] der [[Geschlechter]] im [[Verhältnis]] ihrer [[Generationen]]. In der [[bürgerlichen Gesellschaft]] ist Familie jedoch das politisch zugrunde liegende [[Lebensverhältnis]] einer [[bürgerlichen Kultur]], das sich aus der [[Wesensnot]] und [[Angst]] [[zwischenmenschlicher]] [[Existenzen]] zu einem [[privaten]] [[Lebensraum]] im [[Kapitalismus]] entwickelt hat. Ihrer aktuellen [[Selbstverwertung]] gemäß ist die Familie ein [[existenzielles]] [[Lebensverhältnis]], das sich aus der bloßen [[Existenzangst]] durch Anteile am [[gesellschaftlichen]] [[Mehrwert]] der allgemeinen Lebensverhältnisse zu einem [[privaten]] [[Lebensraum]] des [[Mittelstands]] entwickelt und herausgesetzt hat. Nur wo sich die Menschen im [[Kapitalismus]] durch einen mehr oder weniger mächtigen [[Geldbesitz]] als [[kleinbürgerliche]] [[Persönlichkeiten]] über ihren besonders [[privaten]] [[Lebensraum]] zu [[Kulturbürger]] [[emanzipiert]] haben, kommen sie aus der [[gesellschaftlichen]] [[Entfremdung]] der [[persönlichen]] [[Lebensverhältnisse]] über die [[Unmittelbarkeit]] ihrer ebenso sozialen wie individuellen [[Reproduktion]] durch ihre Familien wieder auf sich als scheinbar natürliche [[Subjekte]] ihrer [[zwischenmenschlichen Verhältnisse]] zurück. Weil sie sich also über die [[durchschnittlichen]] [[Notwendigkeiten]] ihrer [[bürgerlichen]] [[Existenz]] hinaus, über die ihnen verfügbaren [[Kaufmittel]], über den [[Mehrwert]] ihres [[Geldbesitzes]] zur [[Reproduktion]] ihrer damit auch höherwertigen [[Privatpersönlichkeit]] vollständig subjektiv [[erleben]], können sie auch in den [[zwischenmenschlichen Verhältnissen]] der [[Selbstveredelung]] sich zu [[edelmutigen]] [[Persönlichkeiten]] entfalten und durch die Potenziale ihrer [[Selbstvergegenwärtigung]] auch die Vererbung ihrer [[Selbstveredelung]] zu ihrer Lebensaufgabe gemacht haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jedoch dadurch, dass die Familie eine [[Form]] der Bewältigung einer [[allgemeinen]] [[Lebensangst]] ist, ist diese nicht [[wirklich]] &#039;&#039;aus der Welt&#039;&#039;. Sie ist darin lediglich [[strukturiert]] in den famiiären Rollen von [[Mann]] und [[Frau]] und Kind (siehe [[Generationen]]). Und weil und solange diese Rollen zur Bewältigung einer bürgerlichen [[Lebensgemeinschaft]] funktionieren müssen, sind die Beteiligten in einem mehr oder weniger [[aufklärbaren]] [[Verhältnis]] der darin [[vermittelten]] [[Lebenspflichten]], - besonders auch [[inhaltlich]] durch die [[erzieherischen Beziehungen]], die der [[Notwendigkeit]] zur Bewältigung einer noch nicht absehbaren Zukunft folgen sollen, wird der familiäre [[Lebenzuammenhang]] vor allem durch eine [[Lebensschuld]] [[bestimmt]] und [[vermittelt]], die sich in der[[sinnlichen]] [[Not]] ihrer [[Gemeinschaft]] zur [[Formation]] einer [[Notgemeinschaft]] [[entwickelt]] und die Menschen unter ihren [[abstrakten]] [[Notwendigkeiten]] vereint (siehe [[Einheit]]), die sich in den [[Personifikationen]] einer [[symbiotischen Selbstbehauptungen]] darstellen und hierdurch in ihrer [[unmittelbarkeit]] [[wahr]] [[erscheinen]] und hierdurch unüberwindbar [[gelten]]. Doch deren Belastungen treten zunächst in den [[Empfindungen]] und [[Gefühlen]] als [[Stimmung]] ihrer [[Gemeinsinnigkeit]] auf, die die betroffenen Menschen in ihren [[zwischenmenschlichen Beziehungen]][[vermitteln]]. Eine [[Psychologie]], die diesen Zusammenhang nicht aufdeckt, kann niemals der [[Emanzipation]] dienen, die sie in ihrem Anspruch vorgibt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch im Kleinen des [[gesellschaftlichen]] [[Reichtums]] ist die Familie das [[wesentliche]] [[Verhältnis]] der [[Generationen]] von Eltern und Kindern, ein [[existenzielles]] [[Verhältnis]] der [[Geschlechter]] als ein [[Lebensverhältnis]] der [[bürgerlichen Subjekte]], die sich gegen das Auseinderfallen ihrer menschlichen [[Eigenschaften]] im [[Dazwischensein]] ihrer [[Liebe]] zusammenraffen. In der Familie verwirklichen sie aber nicht die [[gesellschaftlichen]] [[Beziehungen]] ihrer [[Wirklichkeit]], sondern die [[Bestimmungen]] und [[Stimmungen]] ihrer [[Selbstveredelungen]] in einem [[zwischenmenschlichen Verhältnis]] von [[narzisstischen Persönlichkeiten]], deren [[Selbstverwirklichung]] an einer Verdopplung ihrer [[Selbstbezogenheit]] über ihre [[erzieherischen Beziehungen]] interessiert und ausgerichtet ist. Familie ist damit ein Hort der [[Anerziehung]] [[objektivierter]] [[Inhalte]] von [[Selbstgefühlen]], die in ihrer [[Kultur]] als [[objektive Selbstgefühle]] notwendig zur [[Selbstbehauptung]] sind, sich familiär aber nur im [[Widerspruch]] zwischen ihren [[Empfindungen]] und [[Gefühlen]] behaupten können. Denn zugleich soll Familie ein Schutzraum ihrer [[Beziehungen]] sein, die sich darin [[rechtlich]], [[psychisch]] und [[wirtschaftlich]] gegen einander versichern und hierdurch ihr [[Leben bergen]] (siehe [[Lebensburg]]), auch wenn sie vieles davon verbergen müssen. Von daher ist sie eine fundamental [[widersprüchliche]] [[private]] Lebensform, die für sich und für die Menschen niemals frei (siehe auch [[Freiheit]]) sein ist sie wesentlich von ihrer Existenzform abhängig ist (siehe [[Existenzwert]]). Was darin nötig ist [[erscheint]] [[unmittelbar]] [[natürlich]] [[bestimmt]] (siehe auch [[Warenfetischismus]]) und gilt wie eine Naturbestimmung als ein [[absoluter]] [[Lebenswert]] von [[Lebenspflchtigkeiten]] für die Beteiligten. Durch sie entstehen dann allerdings [[Lebenspflichten]], die sich nicht [[existenziell]] [[vermitteln]] un [[bewahrheiten]] lassen, weil diese dem [[Dasein]] ihrer [[Formbestimmungen]] als Hort der Befähigung zu menschlicher [[Selbstverwertung]] (siehe auch [[Wert]]) [[widersprechen]] würde und stattdessen eine [[Systematik]] einer [[mystifizierten]] [[Lebensschuld]] entwickeln. Darin wandelt sich die ausgänglich fundamentale [[Angst]], die [[Angst]] der [[Bürgerinnen]] und [[Bürger]] (siehe [[Kleinbürger]]) um ihre [[Verbürgung]] [[zwischenmenschlicher]] [[Existenzen]], in eine [[Lebensangst]] vor dem Verlust ihrer [[Selbstbezogenheiten]] (siehe [[Selbstverlust]]), wodurch die Menschen von sich selbst abrücken (siehe [[Selbstentfremdung]]) und [[verrückt]] werden (siehe hierzu [[Wahrnehmungszustand]]) und als &#039;&#039;[[Psychisch Kranke]]&#039;&#039; [[gesellschaftlich]] aussortiert und [[kulturell]] [[isoliert]] und [[ausgeschlossen]] werden können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In einer [[Gesellschaft]], in der die [[Bedürfnisse]] der Menschen als ihr Lebensgenuss [[getrennt]] von ihrer [[Arbeit]] (siehe [[Teilung der Arbeit]]), als ihre [[existenzielle]] Verpflichtung (siehe [[Lebenspflicht]]), als [[objektives Sollen]] des [[Lebens]] [[erscheint]], kann sich alle [[Existenz]] nur [[zwischen den Menschen]] [[vermitteln]] und sich in deren Existenzverwertung (siehe [[Existenzwert]]) durchsetzen. Ihre [[zwischenmenschlichen Beziehungen]] verhalten sich durch die [[Abwesenheit]] einer [[gegenständlichen]] [[Wirklichkeit]] in den Menschen als [[Angst]] vor einem [[Selbstverlust]], dem Verlust der [[Sinnlichkeit]] ihres [[Lebens]], vor dem [[gesellschaftlichen]] Nirwana, einem [[allgemeinen]] [[Nichts]], dem Loch einer [[fremden]] [[Wahrnehmungsidentität]], die sich gegen die [[Nichtungen]] des Lebens nurmehr aus der Unmöglichkeit einer [[wesentlich]] [[sinnlichen]] [[Beziehung]] in [[zwischenmenschlichen Verhältnissen]] ergibt und immer wieder in dem scheitern kann, was darin zu [[verwirklichen]] versucht wird. Weil sich dies im [[allgemeinen]] [[Erleben]] nur zwischen dem Lebensglück der [[Liebe]] und der [[Lebenspflichtigkeit]] ihrer [[Existenz]], als ihrer [[negierten]] [[Wirklichkeit]] - als durch sich selbst schon verneintes Lebensglück (siehe hierzu auch [[Nichtungstrieb]]) [[ereignen]] kann - suchen die [[Zwischenmenschen]] eime [[Wahrnehmungsidentität]] in einer gemeinen [[Lebensstruktur]] [[aufzuheben]], in der sie sich ihrer wechselseitigen [[Liebe]] durch die Lebensgemeinschaft einer Lebenspartnerschaft als [[Familie]] [[verbürgen]] indem sie die [[Entgegenwärtigungen]] ihrer [[narzisstische]] [[Selbstbezogenheiten]] [[aufheben]], sich an einander selbst [[vergegenwärtigen]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Selbstvergegenwärtigung ist eine Rückbeziehung auf sich selbst, die sich aus der [[Unwirklichkeit]] der [[Selbstwahrnehmung]] begründet. Es ist eine Vergewisserung einer [[persönlichen]] [[Identität]], die in [[psychisch]] bestimmten [[Verhältnissen]] nötig geworden ist, weil sich die durch ihre [[Gefühle]] [[objektiv]] verunsicherten Menschen darin behaupten und veredeln müssen. Was der [[narzisstische Persönlichkeit]] entgangen war, wird im Nachhinein durch eigenmächtige [[Beziehungen]] über die [[Geborgenheiten]] der [[Selbstwahrnehmung]] zurück gewonnen. Ihr ausdrückliches Lebensverhältnis ist daher eine [[Lebensburg]], welche die darin vereinigten [[Selbstbeziehungen]] für sich behauptet und sie in der [[Ausschließlichkeit]] ihrer [[Selbstbehauptung]] bestätigt und eingrenzt und alle [[fremden]] [[Selbstwahrnehmung]] ausgrenzt. Darin entstehen schließlich die [[Verhältnisse]] der [[symbiotischen Selbstbehauptung]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[bürgerliche]] Familie ist von da her der Zusammenschluss einer vergemeinschafteten [[subjektiven]] [[Selbstbehauptung zu einer Hausgemeinschaft derGenerationenund ihren existenziellen Lebenspflichtigkeiten (siehe auchLebenspflichten). Von daher stellt sie in ihrereinzelnenExistenzform dieFormeiner vergemeinschaftlichenVereinzelung dar, einersymbiotischeGemeinschaft, die durch denpersönlichenGemeinsinn(siehe auchFamiliensinn) ihrerSelbstbehauptunggegen das Elend vongesellschaftlichisoliertenMenschen als Burg einerzwischenmenschlichenGemeinschaftüber die vereinzelteindividualistischeExistenznarzisstischer Persönlichkeitenhinweghilft.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im [[Einzelnen]] gründet von da her jede Familie auf einer liebenden Gemeinschaft, so wie diese in ihre Gründung eingegangen ist. Es gehen darin also zunächst oder an sich die [[Gewohnheiten]] einer Lebenslust der [[Liebe]] zwischen Menschen ein, die für sich eine Lebensgemeinschaft über alle Widernisse ihres [[Lebens]] hinweg suchen und sich im [[privaten]] [[Dazwischensein]] ihrer [[gesellschaftlich]] öffentlichen [[Lebensverhältnisse]] versprechen, um dadurch einen Hort ihrer geschlechtlichen Identität und deren Konsequenzen zu schaffen. Im [[Allgemeinen]] ist diese Familie eine [[Gemeinschaft]] zur [[Reproduktion]], Fortpflanzung und [[Ausbildung]]des Gattungslebens und der Organisation der hieraus entstehenden Aufgaben, wie sie durch deren [[Lebensbedingungen]], den [[Notwendigkeiten]] ihrer [[objektiven]] [[Lebensbestimmungen]] und [[Umstände]] (siehe auch [[Formbestimmung]]) gestellt sind. Was bei den Tieren noch urwÜchsig aus ihrer Paarung als unmittelbar verwirklichte Geschlechtskultur hervorgeht ist fÜr die Menschen eine Sinnstiftung in den gesellschaftlichen [[Verhältnissen]] ihrer [[Naturmacht]], der Existenzform ihrer [[Kultur]] und den sozialen [[Notwendigkeiten]] der [[Reproduktion]] und [[Produktion]], der Fortpflanzung ihres [[Reichtums]], dem [[Verhältnis]] der [[Geschlechter]] und der [[Generationen]] und dem gesellschaftlichen Zusammenhang ihrer Erzeugnisse als [[Produkte]] ihrer [[Geschichte]], indem sie in ihren existenziellen Lebensgemeinschaften ihr [[Leben bergen]] wie auch verbergen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von da her ist in der [[bürgerlichen]] Kleinfamilie die Familie überhaupt die [[Lebensburg]] eines im Grunde beklemmenden [[Lebensverhältnisses]], als [[objektiv]] [[bestimmte]] [[Gemeinschaft]] zwischen Lebenslust und [[Lebenspflicht]], In ihrer Vergemeinschaftung begegnen sich die Menschen als familiäre [[Persönlichkeiten]] - sowohl als [[verkörperung]] ihres leiblichen Glücks als auch als Arbeitsgemeinschaft zur Bewältigung ihrer [[Lebenspflichtigkeiten]]. Der [[Widerspruch]] ihrer Gemeinschaft mag in ihrem ganz [[persönliche]] [[Familiensinn]] aufgehoben erscheinen; tatsächlich aber hintergehen die familiären [[Persönlichkeiten]] und Verwandschaften alles familiäre Glück schon durch die [[Struktur]] ihrer lebendige Verpflichtungen. Was durch die [[Lebensverhältnisse]] innerhalb der [[Lebensburg]] im [[Einzelnen]] als Lebenslust erscheint, wird im [[Allgemeinen]] gegen diese [[Beziehungen]] nichtig, zur Quelle einer [[strukturell]] [[substanziellsierten]] [[Lebensangst]]. Und solche [[Struktur]] wird mehr oder weniger schnell brüchig, sobald sich das Versprochene nicht [[wirklich]] erhalten lässt. Mit der [[Enttäuschung]] des Glücks einer an sich [[heilen Welt]] bricht die darin geborgene und verborgene [[Angst]] in einem [[Zustand]] der Ausweglosigkeit aus, wenn die Auflösung einer Familie in [[isolierten]] [[Lebensverhältnissen]], in der [[Ungewissheit]] möglicher kultureller oder materieller [[Verelendung]] endet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Lebensangst]] war dem ursprünglich schon längst vorausgeeilt, bevor sich ihre [[nichtende]] Macht [[ereignet]] und also [[verwirklicht]] hat. Sie hat eben ihren Ursprung schon in der Gründung einer Kleinfamilie (siehe [[Familie]]) der [[bÜrgerlichen Gesellschaft]], - nicht weil die schon durch sich selbst Angst machen würde, sondern weil darin die [[Wirklichkeit]] einer [[objektiven]] Lebensbedrängung zwischen Lebenslust und [[Lebenspflicht]] [[subjektiv]] aufgehoben ist. Die [[objektive]] [[VNichtungsmacht]] der [[Existenzverwertung]] des [[Kapitals]] setzt ihren [[Nichtungstrieb]] eben immer schon und unmittelbar ganz [[subjektiv]] durch. Eltern und Kinder sind im [[Allgemeinen]] durch die [[private]] [[Existenz]] ihrer [[erzieherischen Beziehungen]] Überfordert, hiergegen anzukämpfen. Ein Kompromiss zwischen lebenslust und [[Nichtungstrieb]], wie ihn die [[bürgerliche]] Familie durchziehen muss, richtete auf Dauer die Lebenkräfte [[isolierter]] [[Existenzen]] schon durch ihren [[Existenzwert]] über die nötigen [[Eigentumstitel (z.B. Mieten und Gebühren) zugrunde.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Den Kindern gelten die Eltern als ihre objektive [[Lebensbedingung]], die ihre [[ganze]] [[Subjektivität]] bestimmen. Soweit dieses [[Verhältnis]] [[gesellschaftlich]] [[isoliert]] und also total ist, entsteht in dem ausweglos scheinenden [[Leben]] eine Beengung durch die [[objektive]] [[Wirklichkeit]], deren subjektive [[Wirkungen]] in ihrem [[Grund]] nicht [[wahrnehmbar,]] nicht [[erkennbar]] sind, weil das [[erkennende]] [[Subjekt]]zugleich [[Objekt]] seiner eigenen [[Lebensbedingungen]], der [[Formbestimmung]] einer [[abwesenden]] [[Selbstwahrnehmung]] ist. Darin ist es die [[Angst]] vor der Übermacht einer [[existenziellen]] [[Struktur]] des [[Lebens]], welche die [[wahre]] [[Lebensäußerung]] und eigene Handlungsfähigkeit bedroht. Weil sie damit schon in einem Menschen selbst [[existenziell]] ist, verdoppelt sich durch die [[Angst]] um eine [[Wahrnehmungsidentität]] die [[Existenzangst]] zu einem manchmal auch chronisch werdenden [[Wahrnehmungszustand]], der durch eine [[objektive]] [[Nichtung]] seiner kulturellen Grundlagen entsteht und die ganze [[Subjektivität]] der [[Selbstwahrnehmung]] beherrscht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der [[bÜrgerlichen Gesellschaft]], in der selbst schon die Lust am [[Konsum]] und die Pflicht zur [[Lohnarbeit]] gespalten ist, in der die [[Lebensbedingungen]] zwischen [[Subjektivität]] und [[Objektivität]], zwischen [[BedÜrfnis]] und [[Arbeit]], zwischen [[Reproduktion]] und [[Produktion]] der [[gesellschaftlichen]] [[Verhältnisse]] zerteilt sind (siehe auch [[Teilung der Arbeit]]), begrÜndet sich eine Familie durch die [[zwischenmenschlichen Verhältnisse]] der [[persönlichen]] [[Beziehungen]] ihrer [[wirtschaftlichen]] und [[zwischenmenschlichen]] [[Existenz]], durch ihr Einkommen und durch die Liebesbeziehungen in einer persönlichen [[Gemeinschaft]] von [[privaten]] Haushalten, die durch ihr [[isoliertes]] [[Dasein]] zwischen [[Konsum]] und [[Arbeit]] sich als [[Existenz]] und zu ihren [[Existenzwert]] behaupten mÜssen (siehe auch [[Selbstbehauptung]]). Durch die [[Konkurrenz]]verhältnisse der Selbsterhaltung sind die Familien aber schon in den verschiedenen [[Klassen]] und [[Lebenswerten]] [[strukturel]] unterschieden (siehe [[Klassengegensatz]]), in denen sie sich im bloßen Kampf um ihre [[Existenz]] auch dem entsprechend gegeneinander verhalten mÜssen - einfach nur um in einer [[ausschließlich]] [[privaten]] Lebensform ihren existenziellen Zwängen (siehe [[Lebenspflichten]]) durch die [[Notwendigkeiten]] der [[Arbeit]] und der [[Ausbildung]] der nachfolgenden [[Generationen]] zu genÜgen und zugleich exklusiv in ihrer [[Kultur]] existieren zu können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sigmund Freud hatte einen Versuch gestartet, der die Pervertierung der [[Selbstwahrnehmung]] und vieler der ihr notwendigen Verhaltensweisen sowohl in der [[Familie]] als auch in den nationalen Kulturzusammenhängen zeitweise durchsetzt. Ein kulturbestimmtes Vernichtungsbedürfnis lässt sich ganz allgemein und öffentlich im [[Rassismus]], [[Antisemitismus]] und auch schon im Mobbing auf der Straße, im Internet oder in den Familien erkennen. Es sind immer mehr oder weniger weit vermittelte Reaktionen (siehe hierzu auch [[reaktionäres Bewusstsein]]) auf die [[Lebensängste]] in bürgerlichen Lebensverhältnissen. Es wäre deshalb angemessener, diese als [[Nichtungstrieb]] zu bezeichnen, der seinen Ursprung in den [[zwischenmenschlichen]] Existenzformationen der [[bürgerlichen Kultur]] hat. Damit lässt sich dann auch der so genannte Triebkonflikt der Familie als strukturelle Lebensform einer [[erzieherischen Verhältnisses]] im [[Ganzen]] aufklären.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn man von den Verwertungsverhältnissen des Kapitalismus absieht, so verhält sich eine Familie durch ihre Legitimation aus der bÜrgerlichen Existenz und dem Zuspruch ihrer [[Gemeinschaft]], der [[wirtschaftlichen]] und [[kulturellen]] [[Verallgemeinerungen]] - durch das, was darin gemein ist - ähnlich wie ein [[persönlicher]] [[Staat]] in einem [[politischen]][[Staat]]. Familiär darin sind [[persönliche]] [[Eigenschaften]] und [[Fähigkeiten]] unter den [[Bedingungen]], die in einem [[Lebensraum]] vorgefunden und erzeugt werden, weil sie hierin geprägt oder vererbt wurden. Immer ist Familie ein [[Lebensverhältnis]]von [[Generationen]], die durch ihre Geburt und in ihrer [[unmittelbar]] [[ergänzenden]] Funktion zur persönlichen [[Reproduktion]] miteinander politisch, kulturell und wirtschaftlich verbunden sind. Sie genießt von da her einen starken politischen Schutz durch den [[Nationalsaat]]- auch als [[Lebensraum]] einer abgesicherten [[Reproduktion]] der [[Gattung,]] als [[sittlich]] und [[wirtschaftlich]] sanktionierte Ordnung der Begattung (Immanuel Kant).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unmittelbar verschafft diese [[Form]] eines vergemeinschafteten [[Lebens]] den Menschen aber ganz eigene [[Bedingungen]], die sich [[inhaltlich]] in ihrem [[Verhalten]] [[zwischenmenschlich]] wie [[wirtschaftlich]] abschotten muss (siehe hierzu auch [[heile Welt]]). Wesentlich sind es die [[SelbstgefÜhle]] ihrer [[psychischen]] [[Selbstverwirklichung]], durch die sie verbunden und gehalten sind, um ihren [[privaten]] [[Lebensraum]] in ihren [[Empfindungen]] abzugrenzen und ihr hierdurch [[vergemeinschaftetes]] [[Leben]] in dieser [[Lebensburg]] Überhaupt [[entwickeln]] und in ihren [[SelbstgefÜhlen]] fortbilden zu können (siehe hierzu auch [[heile Welt]]) und ihre [[erzieherischen Beziehungen]] durch die intimen [[Eigenschaften]] ihrer [[GefÜhle]] unter der [[privaten]] [[Formbestimmtheit]] ihrer [[persönlichen]] [[Gemeinschaft]] ausfÜllen. In diesem [[Lebensraum]] sind die familiären Persönlichkeiten durch sich selbst[[Körper]] ihrer [[Beziehungen]] und somit zugleich körperliche mächtiges [[Subjekt]] wie auch ohnmächtiges [[Objekt]] ihrer Beziehungen. In ihrem [[SelbstgefÜhl]] sind sie zugleich [[äußerer]][[Gegenstand]] ihrer [[Empfindungen]], die sich hiergegen [[subjektiv]] zur [[Selbstwahrnehmung]] der Familie entwickeln. Innerhalb derselben sind diese ununterscheidbar, mÜssen sich aber existenziell zugleich fÜr sich selbst behaupten (siehe auch [[symbiotische Selbstbehauptung]]). Ihre GefÜhle [[verallgemeinern]] sich in ihrem [[Familiensinn]] (siehe auch [[Familienego]]) zu einem [[Übersinnlichen]] [[Sinn]] (siehe auch [[Über-Ich]]), von dem sich die [[Empfindungen]] [[emanzipieren]] mÜssen, um fÜr sich wahr zu werden und wahr zu sein. Innerhalb der Familie trennen sich von daher die [[SelbstgefÜhle]] von ihren [[Empfindungen]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der [[Abtrennung]] der [[GefÜhle]] von ihren [[Empfindungen]] entsteht eine [[zirkuläre Hermeneutik]], ein &#039;&#039;Echoraum&#039;&#039; der [[Empfindungen]],worin sich die [[Wahrnehmungen]] gegen die äußerlichen Bedrohlichkeiten ihrer [[zwischenmenschlichen Verhältnisse]] in ihren [[isolierten]] Erscheinungsformen vervielfachen und die [[Wahrheit]] ihrer [[Selbsterkenntnisse]] vereinseitigen, ihren ÜbernatÜrlich gewordenen Zusammenhang abtöten. Ihre [[Wahrnehmung]]reduziert die EindrÜcke ihrer [[Wirklichkeit]], auf die einfache und widerspruchslose [[Wahrheit]] einer[[isolierten]] Existenzform auf die [[Abstraktionen]] ihrer [[WidersprÜche]], deren Zusammenhänge sie nicht mehr [[ausdrÜcken]], sich nicht mehr darauf [[beziehen]] können. Sie meiden daher diese und entziehen sie ihrem Erkenntnisvermögen. Hierbei setzt sich in den hiernach gearteten [[zwischenmenschlichen Verhältnissen]] eine [[Selbstwahrnehmung]] durch, die sich durch die somit statuierte [[Selbstgerechtigkeit]] eines &#039;&#039;gesunden Lebensverhältnisses&#039;&#039; von den Widernissen und [[WidersprÜchen]] der [[gesellschaftlichen]] [[Wirklichkeit]] absetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die allgemeine [[Wahrnehmung]] in solchen eigenständigen [[Lebensräumen]] von selbstisolierten [[Gemeinschaften]] formatisieren sich durch ihre Selbstbeschränkungen zu einem Zusammenschluss ihrer [[Verselbständigung]], zu einem [[BedÜrfnis]] ihres [[Gemeinsinns]]nach Bewahrung und [[Totalisierung]] der [[Egozentrik]] ihrer [[Selbstveredelung]], wodurch sich ein durch die [[Selbstgerechtigkeit]] ihres [[Edelmuts]] in der Sicherheit fÜr ihr sich [[selbst veredeltes]] [[Leben]] entwickelt und gegen öffentliche EinflÜsse abschirmt (siehe auch [[heile Welt]]). So entstehen [[Selbstwahrnehmungen]], die sich in der Sicherheit und Abgrenzung ihrer durch sich selbst [[veredelten]] [[Verhältnisse]] bedroht fÜhlen, wenn sie [[Fremdes]] wahrnehmen und hierÜber ihre [[Entfremdung]] von der [[wirklichen]] Welt (siehe hierzu auch [[Wirklichkeit]]) erfahren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine jede [[Familie]], die sich als [[Form]] eines besonderen [[zwischenmenschlichen Verhältnisse]] begrÜndet, ist zugleich der [[Lebensraum]] [[lebenspflichtiger]] [[Beziehungen]] der in ihrer [[zwischenmenschlichen Beziehung]] unmittelbar beteiligten [[Persönlichkeiten]]. Sowohl das [[Leben]] wie auch das, was ihm [[verpflichtet]] ist, [[erscheint]] hier [[ausschließlich]] persönlich, weil darin die [[Personen]] als Eltern und Kinder sich zu einer wechselseitigen [[Bedingung]] ihres [[Lebens,]] zu einer persönlichen [[Lebensbedingung]] geworden sind. Darin können sie nicht durch sich das sein, worÜber sie sich aufeinander beziehen. Ihre [[Beziehung]] zieht sie zu einer [[Gemeinschaft]], die einen hierfÜr [[notwendigen]] [[Gemeinsinn]] durch jene entwickelt, die ihn als [[Mittel]] fÜr ihre familiären Machtverhältnissen nötig haben, um das zu sein, fÜr was sie unter deren [[Bedingtheiten]] fÜreinander [[pflichtschuldig]] sind. Ein [[allgemeines]] [[SchuldgefÜhl]] gegen die [[Macht]] einer hierfÜr aufbereiten Lebensverantwortung prägt ihre [[Beziehung]] und macht sie hierdurch mehr oder weniger [[hörig]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[bÜrgerliche]] Familie ist daher meist eine Kleinfamilie als Hort einer[[isolierten]] [[Selbstbehauptung]] in den [[Lebensräumen]], die sie [[bewohnt]]. In der [[Symbiose]] ihrer [[Lebensburg]] behaupten sich sich die Familienmitglieder (siehe [[symbiotische Selbstbehauptung]]) in einer [[Gesellschaft]], in der die [[Eigenschaften]] und [[Fähigkeiten]] der Menschen im [[Allgemeinen]] ihre [[persönliche]] [[Existenz]] als Potenzial ihrer Privatexistenz (siehe auch [[Privateigentum]]). Was sie zur ErfÜllung der Lebensanforderungen bilden können (siehe [[Sinnbildung]]), die ihr [[Leben]] unter dieser [[Bedingung]] ausmachen und bestimmen (siehe hierzu auch [[Lebenspflicht]]), erwerben sie daher im ständigen Konflikt mit den [[Notwendigkeiten]] ihrer bÜrgerlichen Existenz und ihren hierauf gegrÜndeten [[zwischenmenschlichen Verhältnissen]], wie sie aus abgeschotteten [[zwischenmenschlichen Beziehungen]] entstehen und entstanden sind, wie sie also durch sich und fÜr sich begrÜndet sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jede Familie ist hierfÜr ein [[Lebensraum]] von [[Gewohnheiten]], die durch einen Haushalt entstehen und nötig sind, um ihn je nach Art der gesellschaftlichen Wirtschaftsform zu bewältigen. In der [[bÜrgerlichen Gesellschaft]] ist es die Wirtschaftsform des [[Privateigentums]], das Lebens- und Umgangsformen in Privathaushalten bestimmt. Auch Freundschaften können zu Familien werden, wenn sie sich zu ihrer [[Existenz]] und darin fÜreinander verbindlich und also familiär verhalten, in gleichem [[Sinn]] fÜreinander [[da sind]] ohne nur [[nÜtzlich]] zu sein. Doch die Verbindlichkeit hängt sehr von der [[gesellschaftlichen]] [[Form]] ihrer [[Existenz]] ab, - welche [[Freiheit]] darin ihre [[Beziehungen]] bereichern kann, [[Zufälle]] möglich sein lässt und dennoch hiergegen nicht [[beliebig]] oder [[gleichgÜltig]] ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[bÜrgerliche]] Familie begrÜndet sich als [[Lebensraum]] eines [[vergemeinschafteten]] LebensgefÜhls, als [[Verhältnis]] von [[SelbstgefÜhlen]], die sich gegen ihre Außenwelt besonderen, einen Schutzraum fÜr die Intimität [[zwischenmenschlicher Beziehungen]] suchen und also als [[Lebensburg]] zur [[Selbstbehauptung]] einer sinnlichen [[Symbiose]] funktionieren (siehe auch [[symbiotische Selbstbehauptung]]). HierfÜr werden sie auch politisch und [[rechtlich]] in entsprechenden [[Vertrag]]sverhältnissen abgesichert. Doch erst im [[Verhältnis]] unterschiedlicher [[Generationen]] wird dieses [[Verhältnis]] auch wirklich [[notwendig]], weil darin die [[Nöte]] in [[gesellschaftlich]] [[isolierten]] Abhängigkeiten und [[erzieherischen Beziehungen]] gewendet werden mÜssen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im historischen Wortsinn ist Familie eine aristokratische Hausgemeinschaft (lat. familia) mit hieraus bedingtem Gefolge (famulus: der Haussklave), eine [[persönliche]] [[Gemeinschaft]], die einen von der [[Gesellschaft]] [[getrennten]] Haushalt betreibt und sich von daher auch als [[wirtschaftlichen]] [[Lebensraum]] jenseits von dieser zu verstehen ist. Unter der Bedingung des Geldverhältnisses (siehe [[Geldbesitz]]) ist Familie ein Hort des [[Wohnens]], zwischenmenschliche Lebenswelt eingewöhnter Beziehungen, gewohntes Liebesverhältnis der [[Lebensbergung]] im Einzelnen, das sich als private Welt konstituiert. In dieser sind die Grund[[stimmungen]] der [[Generationen]] maßgeblich, die sich darin zusammenfÜgen und auch einander fÜr Gedeih und Verderben dieser [[Lebensburg]] als Wohngemeinschaft erziehen, Wesentliche Grundbedingung hierfÜr ist die Ein[[stimmung]] auf die Gewöhnung der darin auftretenden Lebensäußerung, die mehr oder weniger zufällig von den gesellschaftlichen Verhältnissen [[isoliert]] verräumlicht auftreten und von daher auch eine Enge dieser Lebensäußerungen als Bedingung der Lebensgewohnheiten darin konstituieren, welche sich mit der Einengung und Bedrohung der einzelnen [[SelbstgefÜhle]] [[entwickelt]], die ein ungeheuerliches Maß an Selbstbeschränkungen (siehe [[erzieherische Beziehung]]) erzeugen kann. Im [[Verhältnis]] zur öffentlichen Lebensform der [[Gesellschaft]] des [[Geldes]] besteht daher eine grundlegende [[Lebensangst]], die [[verrÜckte]] [[Selbstwahrnehmungen]] [[bestimmen]] kann, wenn sie deren [[Gewohnheiten]] nicht mit eigenem Sinn fÜr [[allgemeine]] [[zwischenmenschliche Verhältnisse]] fÜllen kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Familie ist aber vor allem eine Lebensstruktur, in der sich die eingebrachte [[Subjektivität]] objektiviert, sich also als objektive Form selbst subjektiviert und von daher eine gesellschaftliche Bestimmung als Privatform des Lebens erfÜllt und diese [[zwischenmenschlich]] als Mensch und Form fÜr sich verdoppelt. Weil in dieser [[Form]] sich ihre Bestimmung somit intensiviert und alle darin entstehenden [[Absichten]] und Mängel total, im [[Prinzip]] unauflösbar werden, stellt sie eine gesellschaftlich isolierte Machtformation [[zwischenmenschlicher Beziehungen]] dar, in welcher der Mangel selbst durch die [[Anwesenheit]] [[einverleibter]] [[Verhältnisse]] als deren [[Lebensraum]] einen Gewinn fÜr diese Beziehungen darstellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der bÜrgerlichen Gesellschaft ist die Familie ihrem kulturellen Wesen entsprechend eine [[Akkumulation]] der [[Selbstverwertung]] des Geschlechtsverhältnisses, der Institutionalisierung gesellschaftlicher Geschlechtsrollen in einer [[persönlichen]] Form, in der [[Form]], worin sich Menschen als das gelten sollen, worin sie sich als besondere [[Geschlecht]]spartner und Eltern erscheinen. Sie häufen darin ihre [[Selbstwahrnehmungen]] so auf, dass sich deren [[Selbstwert]] als Lebenszusammenhang darstellen lässt, ganz gleich wie das [[Leben]] sonst Überhaupt ist. Immerhin kompensiert der auf diese Weise institutionalisierte [[Selbstwert]] nicht nur den Verlaust der [[Selbstachtung]] jenseits der familiären Verhältnisse, sondern auch den, der sich in ihr ins [[Verhältnis]] versetzt hat, ins Verhalten von unzähligen Selbstverwerfungen (siehe auch [[Selbstlosigkeit]]). Von daher ist dieser [[Lebensraum]] sowohl die Fixierung wechselseitiger [[Selbstbehauptungen]] (siehe [[symbiotische Selbstbehauptung]]), als immer auch schon eine Abschottung gegen die Mängel des gesellschaftlichen Geschlechtsverhältnisses und also eine [[Lebensburg]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die modernen [[zwischenmenschlichen Verhältnisse]] ist Familie daher der Form nach eine Schutzgemeinschaft gegen die kulturellen und ökonomischen Verwerfungen, welche den gesellschaftlichen Verhältnisse des [[Kapitalismus]] zur Folge in seinen [[Krisen]] und Zwängen aufkommen. Von daher haben sie als [[Lebensburgen]] der [[Zwischenmenschlichkeit]] eine restaurative Funktion der [[bürgerlichen Kultur]]. Im Unterschied zu feudalen Gesellschaftsformen, die auf der Hausmacht der [[Geschlechter]] und [[Generationen]] gründen, versteht sich Familie in der [[bürgerlichen Gesellschaft]] vor allem als kulturelle Lebensgemeinschaft der nächsten Abkömmlinge, dem Lebensverhältnis von Älteren (Eltern) und Jüngeren in der Generationsfolge, dem Verhältnis von Großeltern, Eltern und Kindern und zugleich als ein [[Erziehungs]]- und [[Beziehung]]szusammenhang der damit verwandten Menschen, der &#039;&#039;Blutsverwandten&#039;&#039; und der per Ehe[[vertrag]] eingeschwägerten Verwandten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der [[Begriff]] Familie unterstellt daher hierzulande vor allem das [[ursprüngliche]] [[sittliche]] Zusammenleben der [[Generationen]], die sich aus der [[Reproduktion]] der Generationsfolge bestimmen, also auch die [[Bildung]] und Befähigung zur Erhaltung der Art und [[Gesellschaft]] betreiben (siehe z.B. [[Erziehung]]). Familiär sind daher vor allem [[Eigenschaften]], die dieser Lebensform entsprechen, weil sie z.B. einer Familienkultur entspringen, die sich aus der [[Selbstbestimmtheit]] dieses [[Lebensraums]] ergibt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch Familie wird die allgemeine [[Egozentrik]] der vereinzelten [[Privatpersönlichkeiten]] soweit aufgehoben, wie sich die Familienmitglieder darin in einem [[Familiensinn]] [[vergemeinschaften]] und hierauf einen Schutzraum gegen deren [[Existenz]]weisen begründen. Sie bietet von daher ein [[Heim]] gegen die [[Macht]] der [[selbstgefühligen]] [[Entschiedenheiten]], in welchem sich ein Reservoir unmittelbarer [[Notwendigkeiten]] und [[Beziehungen]] [[entwickelt]], das der [[Natur]] der [[zwischenmenschlichen Verhältnisse]] entspricht und sie &#039;&#039;wie von selbst&#039;&#039; bestärkt. Da ihre Beziehungswelt jenseits der gesellschaftlichen [[Gegenständlichkeiten]] unmittelbar organisch organisiert sein muss kann sie gegen deren äußerliche [[gesellschaftliche]] [[Objektivität]] wie die Welt einer freien [[Subjektivität]] erscheinen, durch welche ihr Heim [[lebendig]] und die Welt im Jenseits zu einer [[unheimlichen]] [[Wirklichkeit]] wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weit mehr als die einzelnen Wahrnehmungen und Äußerungen bilden die [[Stimmungen]] in der [[Familie]] die Lebensgrundlage des [[SelbstgefÜhls]] ganzer [[Generationen]] durch die Ausgestaltungen ihres [[Lebensraums]]. Sie sind somit schon Keime einer [[Hörigkeit]], in der das Zugehörige sein [[Geltungsstreben]] entwickeln (siehe hierzu auch [[Fremdenfeindlichkeit]]) und deshalb auch [[rassistisch]] werden kann (siehe hierzu auch [[MassengefÜhl]]). Dies allerdings [[notwendig]] erst, wo es fÜr sich selbst kulturell verloren hat (siehe [[Selbstverlust]]) und [[widersinnig]] wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Familie ist also keine Naturtatsache (siehe auch [[Generationen]]) und auch keine natürliche Kulturform. Sie ist eine relativ moderne Privatform eines darin unmittelbar scheinenden Gattungsverhältnisses ([[siehe Gattungsbegriff]]), eine in ihrer [[zwischenmenschlichen]] [[Ausschließlichkeit]] bestimmten Lebensform der [[Geschlechter]] als Generationenverhältnis einer [[privaten]] [[Individualität]], die sich ebenso privat in einem [[Familiensinn]] [[vergemeinschaften]] und [[regenerieren]] muss, um in der [[bürgerlichen Gesellschaft]] überhaupt über ihre bornierte Vereinzelung hinausgehend noch Bestand zu haben, sich also [[reproduzieren]] zu können. Dies aber betrifft nicht nur die Reproduktion der Privatexistenz, sondern des menschlichen [[Lebens]] überhaupt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hier vermittelt sich das werdende und das gewordene Leben, die innigste Kultur der Menschen in ihrer bürgerlichen Existenzform, die das innere Glück des Lebendigen mit den Existenzbedingungen der Verwertbarkeit seiner [[Veräußerung]], seinem intimen Nutzen zusammenschließt und hieraus eine [[Lebenspflicht]] entwickeln muss, um diesen Schluss zu sichern. Die familiären Beziehungen werden unter dieser Bedingung vorauseilend bestimmt, so dass sie fÜr sich genommen unkenntlich werden. Diese &#039;&#039;Pflicht&#039;&#039; wird daher zur [[Gewohnheit]], zu einem [[Familiensinn,]] durch den die Menschen in der Familie nur in der Teilhabe hieran wahrgenommen werden und sich dabei als Menschen im [[Ganzen]] nur anteilig [[wahrhaben]] können. Letztlich ist dieser Sinn obsolet und lässt sich nur selten wirklich in dem einlösen, was er darstellen soll. Das GrundgefÜhl einer entwickelten Familie bleibt daher ein [[SchuldgefÜhl]], das die einzelnen Mitglieder zu einender haben, weil und sofern sie an ihrem [[Familiensinn]] notwendig scheitern, einander nicht die ErfÜllung beibringen können, die darin erforderlich ist. Dieses [[SchuldgefÜhl]] konkurriert daher auch unentwegt mit dem [[SelbstgefÜhl]], das jenseits der Familie möglich ist und dort zu einer ihr fremden ErfÜllung treibt (siehe hierzu auch [[Geltungsstreben]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gerade in der organischen Verbundenheit des werdenden [[Lebens]], besonders in der natürlichen [[Symbiose]] von Eltern und Kindern wirken die [[Formbestimmungen]] dieses [[Lebensraumes]] total, machen aus der körperlichen Symbiose eine [[psychische]], weil der Schutzraum dieser [[Lebensburg]] sich [[negativ]] gegen die Außenwelt behaupten muss und von daher eine politische Funktion in der Abschirmung der privaten Existenz gegen die gesellschaftliche hat. Von daher bildet sich in der Familie eine Subkultur, die als Grundform des Lebens selbst [[privat]] bestimmt erscheint und in dieser [[Selbstbehauptung]] die diesbezügliche [[Selbstbeziehung]] in der [[Selbstverwirklichung]] der Familienpersönlichkeiten gegen die rein [[objektiv]] vermittelt erscheinende [[Gesellschaft]] in der [[Psyche]] der Beteiligten sich als [[symbiotische Selbstbehauptung]] entfaltet und verwirklicht. Die [[objektiven Gefühle]] der Familie erscheinen daher unmittelbar selbst [[objektiv als Selbstgefühle]], die im Sinne eines [[Urvertrauens]] total sein müssen und dies nur sein können, wenn und soweit und wieweit sie dem [[Familiensinn]] psychisch entsprechen (siehe auch [[Psychokratie]]). Es ist der Sinn einer gesellschaftlich [[isolierten]] [[Notwendigkeit]] der [[Reproduktion]] des Leben überhaupt und enthält von daher gesellschaftliche Macht als unmittelbar persönliche [[Naturmacht]] der Generationen in dem hieraus [[formbestimmten]] [[Verhältnis]] zueinander.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Existenz einer kulturell unterworfenen Reproduktion geht auf in der [[Subjektivierung]] des [[Sachzwangs]] der bürgerlichen Gesellschaft zum Lebensprinzip ihrer [[Kultur]], Die objektive [[Bestimmtheit]] erscheint als [[Gemeinschaft]] menschlicher Bedürftigkeit, worin sie die Pflichten der bürgerlichen Existenz als Lebensverpflichtung aufnimmt und daraus die Dürftigkeit einer verkehrten Lebenserwartung im Glück menschlicher Lebensmomente erlebt. Gelingt deren Erfüllung, so kann die wirkliche Welt zur Nebensache werden und es vereinigen sich menschliche Bedürfnisse an der Leimstange ihrer bürgerlichen Verheißungen mit der Macht und Hoheit des unverwirklichten Lebens, dem [[Glauben]] an die Unendlichkeit eines in sich selbst beschränkten Glücks. Während sich die Älteren damit in dem Maß bescheiden müssen, wie ihre Vergangenheit ihre Gegenwart einholt, wird genau dies zum wesentlichen Problem der Jüngeren, weil die Welt die Hauptsache ihrer Zukunft sein muss.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Familie beziehen sich die Generationen aufeinander in ihren gegensätzlichen Lebensinteressen, die nirgendwo anders wirklich sein können. Je kleiner sie ist, desto totaler und ausschließlicher vereinigt sich dieser Gegensatz im Verhältnis der Entgegnungen. Sie ist der rückbezogene Lebensraum eines gesellschaftlich ausgeschlossenen Lebens, der Rückzugsraum der darin geborgenen Gattung, die [[Lebensburg]] einer Gesellschaft, die für sich die Lebensform zerteilter Beziehungen ist, die sich in ihren Verhältnissen ausschließen und von daher von ihrer [[Geschichte]], von der Vergangenheit ihrer Entstehungsgeschichte selbst beherrscht sind. In der Familie herrscht das Entschiedene in der Abscheidung und wird darin zu einer Lebensform ausschließlicher Sinnlichkeit, die durch den Ausschluss ihrer gesellschaftlichen Bezogenheit in sich selbst herrscht, also eine Burg der [[Selbstbeherrschung]] sein muss.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Familie müssen die Menschen [[ausschließlich]] ihr ausgeschlossenes [[Leben]] beherrschen. Sie befinden sich in einem Verhältnis, worin ein jeder [[notwendiges]] Objekt des anderen ist und als Subjekt zugleich hierdurch seine eigene [[Not]] wendet. Er ist damit also selbst in einem [[Besitz]]verhältnis, das die [[Subjekte]] sich [[objektiv]] unterwirft, die sich in dieser Unterwerfung zugleich ausschließlich [[subjektiv]] erscheinen. So entsprechen sie nicht nur objektiv, sondern auch subjektiv den [[Formbestimmungen]] der [[bürgerlichen Gesellschaft]], worin und wodurch die Menschen zugleich [[allgemein]] objektiv nicht nur durch ihren [[Besitz]] bzw. ihre Besitzlosigkeit, sondern zugleich auch selbst durch das Verhältnis ihrer Sachen als Kulturverhältnis der Personen bestimmt sind (siehe [[Warenfetischismus]]). Die [[Verkehrungen]] dieser Gesellschaft treten in der Familie als eine sich selbst verkehrende [[Beziehung]] der Menschen zur Persönlichkeit ihres gesellschaftlichen Lebensraumes auf und lassen diese als selbständiges Privatwesen erscheinen, das sich in seinem familiären Haushalt vollständig, sowohl existenziell wie kulturell als Subjekt seiner Geschichte, als Schmied seines Glücks verstehen kann, während es objektiv vollzieht, was zur Reproduktion des Menschseins - körperlich, psychisch wie auch kulturell in dieser Welt nötig ist. Die Existenz einer kulturell unterworfenen Reproduktion geht auf in der [[Subjektivierung]] des [[Sachzwangs]] der bürgerlichen Gesellschaft zum Lebensprinzip ihrer [[Kultur]], Die objektive [[Bestimmtheit]] erscheint als [[Gemeinschaft]] menschlicher Bedürftigkeit, worin sie die Pflichten der bürgerlichen Existenz als Lebensverpflichtung aufnimmt und daraus die Dürftigkeit einer verkehrten Lebenserwartung im Glück menschlicher Lebensmomente abfeiern kann. Gelingt deren Erfüllung, so wird die wirkliche Welt zur Nebensache und es verkleben sich menschliche Bedürfnisse an der Leimstange ihrer bürgerlichen Verheißungen mit der Macht und Hoheit des unverwirklichten Lebens, dem [[Glauben]] an die Unendlichkeit eines sich selbst beschränkenden Glücks. Während sich die Älteren damit in dem Maß bescheiden, wie ihre Vergangenheit ihre Gegenwart einholt, wird genau dies zum wesentlichen Problem der Jüngeren, weil die Welt die Hauptsache ihrer Zukunft sein muss.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Gattungsleben erscheint in der Form einer familiären Gemeinschaft als das ganz große Glück in der ganz kleinen Welt einer monströsen Wirklichkeit, in der Lebensenge einer Kleinfamilie, worin ein ungeheuerlicher Aufwand betrieben und geleistet werden muss, um im Kleinen wirklich außerordentlich Großes zu bewältigen. Doch gerade dadurch ist den Menschen ein Verhältnis auferlegt, in dem im einzelnen glücklich sein oder Glück bringen soll, was gesellschaftlich nicht wirklich wahr sein kann: Ein unmittelbar menschliches Leben. Und dieses ist wesentlich von einer gesellschaftlichen Lebensaufgabe bestimmt, die das Verhältnis des Lebens vor allem zwischen Pflicht und Schuld bewegt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist eine gewaltige Leistung, eine Familie zu erhalten, Kinder zu erziehen und das Verhältnis der Generationen und Geschlechter als privat heraus gesetztes Leben zu formatieren und als ausschließliche Lebensform durchzuhalten. Es ist eine übergroße gesellschaftliche Aufgabe, die da eine kleine Gemeinschaft zu bewältigen hat. Familie ist im Grunde unwirtschaftlich, von daher ohne wirklichen Nutzen für sich, aber voller Sinn. Sie vollzieht ganz lebenspraktisch den Widerspruch von Sinn und Nutzen und macht ihn für sich fest als Familiensinn.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nirgendwo sind sich die Menschen so nah und müssen füreinander soviel sein, was sie nicht sein können, was sie sich also gegenseitig vormachen müssen, um auch menschlich zu sein. Es herrscht in dieser Lebensform ein Verhältnis, worin sich die Scheinbarkeit ihrer Persönlichkeit selbst ermächtigen und substanziell &#039;&#039;füttern&#039;&#039; muss, während sie objektiv ganz und vollständig den Lebensnotwendigkeiten folgt, denen sie unterworfen bleibt. Erst wenn sich dies in den Menschen selbst ausgestaltet, erst wenn sie also aus der Familie heraustreten, erleiden sie an sich selbst die Scheinbarkeit ihres familiären Zusammenhalts und es treibt sich dieser in seiner [[Verrücktheit]] aus ihnen hervor. Sie erleiden in ihrer Wahrnehmung die bloße [[Abwesenheit]] der [[Selbstgefühle]], an die sie sich [[gewöhnt]] und die sie sich angewöhnt haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der [[burgerlichen]] Kultur ist die Familie der [[Wohnraum]] von [[Verhältnissen]], in denen gesellschaftliche Grundlagen sich zur [[Gewohnheit]] einer Privatform von Selbstbegründungen verkehren. Mann und Frau und Kind erkennen einander darin nicht als gesellschaftlich verkehrende Menschen, sondern als [[Gemeinschaft]] ihrer privaten [[Verkehrung]], als Rückbezüglichkeit und Zurückziehung des Lebens, das in der wirklichen [[Gesellschaft]] untergeht, als [[Lebensburg]] einer [[Gemeinschaft]], welche [[Leben]] und [[Liebe]] einfordert, weil diese in ihr nicht wirklich aufgehen kann. Familie wird hierdurch zum [[Lebensraum]] einer [[Liebes]]- und Lebensschuld, einer gesellschaftlichen Rückbildung, in welcher sich deren Mängel als Triumph persönlicher [[Macht]] und Selbstgestaltung formieren, auch wenn diese nur auf [[Schuldgefühlen]] gründet, auf der [[Ohnmacht]] des familiarisierten [[Lebens]]. Sie ist das organisierte Geschlechtsverhältnis von [[Privatpersonen]], das auf der [[gewöhnlichen]] [[Anwesenheit]] der [[Geschlechter]] und [[Generationen]] in einem [[gemeinschaftlichen]] [[Lebensraum]] beruht, der auch gegen die Einwirkungen der Öffentlichkeit Schutzraum bietet und sich wie die [[Lebensburg]] einer Eigenwelt gegen die Anmaßungen einer hiergegen [[fremd]] erscheinenden [[Gesellschaft]] verhält.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Lebensform macht die Reproduktionsform des Geschlechtsverhältnis als Generationenverhältnis aus und [[bestimmt]] die Existenzform der individualisierten [[Reproduktion]] eines gesellschaftlichen [[Lebensverhältnisses]] zu einem [[ausschließlichen]] Verhältnis eines [[isolierten]] [[Gattungswesens]]. Als dessen [[Privatform]] entfaltet es sich zur Haushaltungsform eines [[Familiensinns]], der vor allem die darin [[isolierte]] [[Liebe]]sbeziehung und ihre [[psychische]] [[Substanz]] bestimmt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Familie ist das [[Zwischenmenschliche]] jenseits seiner äußeren [[Bestimmtheit]] vereint zu einem Menschsein zwischen allem Menschlichen. Zwischenmenschliche [[Liebe]], die sich zwischen den Menschen in ihrer reflektierten Form als [[Psyche]] zu gegensinnigen Charakteren entwickelt hatte, wird nun zu einer Lebensform selbst. Es kommen sich darin die Menschen aus ihrer Liebesnot heraus [[geborgen]] vor, als geborgenes [[Leben]] (siehe [[Lebensbergung]]), das seinen [[Sinn]] in dessen [[Notwendigkeiten]] nun [[erlebt]] und [[leidet]] und von daher auf sein Menschsein überhaupt zurückkommt, wie gebrochen dieses auch in seiner [[Gesellschaft]] existieren mag. Doch es ist ein Menschsein, das seine [[Gegenwärtigkeit]] zunehmend aufgeben muss, um seiner Existenzform genügen zu können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die widersprüchliche Bestimmtheit der [[zwischenmenschlichen Verhältnisse]] erscheinen in der Familie aufgehoben in reale Gegensätze von Mann, Frau und Kind. Diese müssen daher auch subjektiv das austragen, was ihnen objektiv in diesem kleinen [[Lebensraum]] zugetragen ist und sich zutragen wird. Besonders die Kinder erfahren ihre objektive Lebensbedingung in den elterlichen Subjekten des Familienlebens, und Mann und Frau müssen ihre Beziehungen nun auch objektiv in einer [[Ehe]], im Bündnis verselbständigter Geschlechtsrollen, in der Selbständigkeit von [[Mann]] als Mann und [[Frau]] als Frau bewältigen. Die Kinder selbst sind unterschiedlich vor allem aus der Reihenfolge ihrer Geburt bestimmt; das Erstgeborene im Ganzen der Ehe, das letztgeborene hiervon befreit. In dieser Folge teilt sich die Form der Familie als Verhältnisform von [[Privatpersonen]] mit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;Daß der bürgerliche Staat sein besonderes Augenmerk auf die Familie richtet, liegt aber vor allem daran, daß diese der einzige Garant für bürgerliche Identität ist. In dem Maß, wie der öffentliche Umgang, wie die allgemeinen Lebens- und Produktionsverhältnisse verrohen, muß eben die Stätte, worin sich die Menschen noch als Mensch zu begegnen scheinen, besonders geschützt werden. Gerade wo die gesellschaftliche Öffentlichkeit zunehmend und sichtbar unangemessen für menschliche Lebenszusammenhänge wird, da muß der Staat auf den individualisierten Menschen zurückgreifen. Wo es keine gesellschaftliche Öffentlichkeit gibt, da hat das Familienleben Hochkonjunktur. Der Gegensatz von Privatheit und Öffentlichkeit, wie er schon in der bürgerlichen Produktionsweise angelegt ist, entwickelt sich erst dann zum absoluten Gegensatz, wenn das öffentliche Leben keinen Sinn mehr hat, wenn also das Geldverhältnis einziges öffentliches Verhältnis geworden ist (d.h. wenn eine Nation vollständig zum Geldbesitzer, zum Imperialisten geworden ist). In einer solchen Nation ist der Mensch absolut für sich und lebt auch dem Zwang zu seiner Lebenserhaltung gegenüber unangemessen, wenn er keine Familie hat. Dies ist der bürgerlichen Familie als ihre Existenzbedingung vorausgesetzt. Da sie für sich aber unmittelbare Lebensgemeinschaft ist, läßt sich darin gerade diese Welt ertragen, wenn und solange die in der Lage ist, die materiellen Lebensgrundlagen für familiäres Leben bereitzustellen; - und dies ist ja eben in solchen Nationen gegeben. So bleibt auch eine für das menschliche Leben absurde, d. h. sinnwidrige Gesellschaft über ihre eigene Bodenlosigkeit hinaus »gesellschaftsfähig«.&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;Die bürgerliche Familie ist für den Zusammenhalt der bürgerlichen Gesellschaft vor allem deshalb unabdingbar, weil in ihr das gesellschaftliche Leben als unmittelbar menschliches Leben erscheint und daher durch sie das familiäre Leben als unmittelbar gesellschaftliches Leben behauptet werden kann. Die Gesellschaft, welche die Menschen durch ihr Zusammenwirken erst erzeugen, gilt hier als die Bedingung ihres Lebens, als Voraussetzung ihres Tuns, als natürliche Gewalt, die schon in ihr Verhalten einwirkt, bevor es verwirklicht ist. Durch die Familie wird eine Naturgemeinschaft gesetzt, die dem einzelnen auch die einzige Gesellschaft ist. Hierdurch aber ist die Gesellschaft bereits per Geburt in jedem einzelnen, bevor er seine Gesellschaft erzeugen kann, und zugleich ist die Gesellschaft außerhalb von jedem einzelnen, bevor er überhaupt darin sein kann. Das heißt: Gesellschaft wird so zum unmittelbaren, also mittellosen Zusammensein von Menschen herabgesetzt und zum unbefragbaren, unabänderlichen menschlichen Lebensprinzip, also zur mächtigen Allgemeinheit über den einzelnen Menschen, sein Leben und Bewußtsein. [[(Pfreundschuh in Was heißt da: Psychisch krank? - Teil 4: Von der Welt der Person zur Persönlichkeit)]]&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Historisch ist die Familie das Produkt einer [[Liebe]], die zu einem Lebensversprechen unter der [[Bedingung]] geworden ist, die [[Existenz]] des [[Lebens]] gemeinsam zu meistern. Sie ist damit eine Lebensform von [[Liebe]] und zugleich die Lebensform der [[Reproduktion]], die als natürlichster und ursprünglichster Lebenszusammenhang der einzelnen und gemeinschaftlichen Existenz erscheint, als Reproduktionsform der Gattung Mensch schlechthin, wie er einzeln und zugleich allgemein leibt und lebt und [[Raum]] und [[Körper]] hat und mit alledem [[wohnt]]. In der Familie verhalten sich die Menschen als eine Einheit der Lebensgewohnheiten, die ihren Widerstreit der Notwendigkeit des Existierens in gemeinsamem Haushalt und Wohnraum aufgehoben haben, weil sie um ihr [[Leben]] besorgt sind, weil sie also bestimmt sind durch bestehende Lebensverhältnisse, die besorgt werden müssen und sich in dieser Besorgung selbst füreinander bestimmt wissen müssen. Soweit diese Besorgung in dieser Gemeinschaft gelingt, sind darin die Lebensbedingungen auch wirklich aufgehoben und können als Liebesglück der Familienmitglieder fortbestehen und dieses kann sich solange auch als aufgehobene Bedingtheit, also unbedingt erscheinen. Dieses macht die gemeine Gewissheit der Menschen darin aus und deshalb erscheinen sie im [[Ganzen]] ihres Lebens bestimmt und zugleich bestimmend füreinander, geworden aus diesem und Leben erzeugend, wie es ihnen in ihrem [[Empfinden]] und [[Fühlen]] gegeben ist. Ihre [[Selbstwahrnehmungen]] sind somit die ausschließlichen [[Wahrnehmungen]] ihres Lebens.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Familie wird das Leben zur Begebenheit und zur [[Gegebenheit]]. Darin ist alles, was Leben und Lieben sein kann und sein soll familiär: Lebenspflicht und Lebensschuld. Die Lebensschuld macht die Bestimmung des Familienlebens und des Familiensinns aus, ist ihr Begriff, die Formbestimmung allen Lebens darin. Er bemisst was ist an dem, was Leben sein soll, das entsteht und vergeht, ohne sein zu können was es ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hierdurch ist alles zugleich [[objektiv]] bestimmt, wie [[subjektiv]] es auch entstanden sein mag und besteht, denn die Gattung und Begattung ist darin ganz allgemein für sich und einzeln wie ein [[Ganzes]] ihres Verhältnisses: Der Raum ist Lebensraum schlechthin, der Körper Sinnlichkeit schlechthin und die Wohnung wird zur Gewohnheit, zur Lebensform schlechthin, die sich weder teilen noch mitteilen noch wirklich auseinandersetzen lässt, ohne dass damit die Familie als [[Ganzes]] bedroht wäre. In der Familie sind ja auch tatsächlich alle [[Beziehungen]] unausweichlich, alle Tätigkeiten [[notwendig]], alle Lebensplanungen und Verständigungen [[absolut]] - eben weil sie eine bestimmte Gesellschaftsform ist und einer bestimmten Gesellschaftsform angehört, in der Liebe und Reproduktion als ausschließliche und ausschließende Individualität, als Privatexistenz jenseits der gesellschaftlichen [[Produktion]] und der [[Menschenliebe]] zur [[Isolation]] ihres Lebensprozesses bestimmt sind. Als diese ausgeschlossene Einheit ist die Familie ein geschlossenes FÜrsorgesystem, das sich aus der Liebe und den Grundbedürfnissen der Menschen nach Leben und Überleben begründet und als Verpflichtung für das Leben und die Liebe gestaltet. Indem sich die Menschen als Subjekte ihrer Pflicht dadurch erscheinen, dass sie ihnen natürlich wie ein Gattungsverhältnis vorkommt, wird ihre Liebe darin notwendig pflichtschuldig, objektiv verpflichtet und selbst objektiv. Es ist die [[Subjektivität]] einer [[heilen Welt]], die nur durch Bindung an ihr Heil, an das [[Ganze]], ihre innersten [[Widersprüche]] und [[Zweifel]] überstehen kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber die Familie bietet hierdurch auch die Einheit objektivierter Subjekte, die sich nur in dieser Lebensform aus der Entzweiung von [[Empfindung]] und [[Gefühle]] befreien können. Sie empfinden sich, wie sie sich fühlen, solange sie noch unter dieser Bedingung subjektiv sein können, solange sie also noch als Menschen einander wahrnehmbar sind. Hierdurch ist Familie zumindest und zuerst eine Welt voller Trost gegen jene &#039;&#039;kalte Welt&#039;&#039; der Sachzwänge, eine Lebensgemeinschaft, die in ihrer Familie ihre [[Liebe]] verwirklicht und sich selbst in keinem Widerspruch zu ihrer Liebespflicht sehen muss. Sie wird erst zum Horror, wenn sie jede Subjektivität verloren hat und Existenzzwänge als persönliches [[Schuld]]- und Beschuldigungsverhältnis wie ein Gattungsproblem ihrer Liebe ausgetragen werden. Darin entpuppen sich die Beziehungen in der Familie als [[prothetische Beziehungen]] einer mächtigen [[Scheinwelt]] und es tritt hervor, dass Gefühle in der Familie nur pflichtschuldig empfunden werden können und dies ihre Einheit ausmacht, dass also auch empfunden wird, was gefühlt und verspürt werden muss, weil die Lebensbesorgung sich darin eint, dass beides sonst verworfen wäre. Empfunden wird, was gefühlt werden muss, weil die Familienmitglieder sich darin wahrhaben, Objekte sind von dem, wofür sie wahrgenommen werden. Darin entwickeln sich objektive Selbstwahrnehmungen. Das [[Selbstgefühl]] wird für sich zu einer moralischen Integrität, zu einem [[objektiven Selbstgefühl]], das mit der Lebensverpflichtung aufkommt, also letztlich [[Symbiose]], die Vergemeinschaftung einer objektiv bestimmten Liebes- und Lebensbeziehung, ein Machtgefühl des integren Familiar ist: Die gute Mutter, der gute Vater, das gute Kind, der gute Mensch. Von daher ist die Familie das Lebensverhältnis, worin die bürgerliche Kultur ihre Güte hat. Je kleiner sie ist, desto unbeschadeter ist diese Position. Die Kraft der Güte besteht aus verbrauchtem [[Leben]] und zehrt alleine aus verwirklichter Lebenspflicht. Sie ist von daher die Basis [[reaktionärer]] Prozesse in der Kultur, die Familie zur &#039;&#039;Keimzelle des Staates&#039;&#039; machen (siehe [[Kulturstaat]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Gesellschaften, in denen die Reproduktion der Menschen tatsächlich durch unmittelbaren Zusammenschluss der Generationen und Geschlechter nur möglich ist, also eigentlich Stammesgesellschaften, wird Familie als einzig tragfähige Gesellschaftsform hingenommen für alle Belange, die Gesellschaft ausmacht: Schutz vor Gewalt, Arbeit, Bildung, Gesundheit, Soziales usw.. Wo Gelderwerb in diesen Strukturen lebensnotwendig wird, werden solche Familien aber auch schnell zu einem [[Ausbeutung]]sverhältnis (Kinderarbeit, Frauenversklavung) für fremde Interessen. In der Dritten Welt ist bis heute die Anzahl der Kinder lebensentscheidend, da sie den Rückhalt der Ausbeutungsverhältnisse ausmachen - bis hin zur Kinderprostitution.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber selbst wenn eine Gesellschaft in der Lage ist, die Aufgaben des Schutzes und Erhalts der Privatexistenz zu sichern, wird Familie doch auch als [[Lebensraum]] für urtümliche Belange der Reproduktion, Arbeitsteilung, Haushalt und Zeugung von &#039;&#039;Nachkommen&#039;&#039; angesehen - und wenn auch nur als sittlich (als Vermittlung allgemein geforderte Werte) oder ästhetisch (die ausgezeichnete, besonders [[schöne und gute]] Form der [[Zwischenmenschlichkeit]]) oder hygienisch (&#039;&#039;geregeltes Geschlechtsverhältnis&#039;&#039;) vorteilhafte Lebensform. Immerhin hat sie im Unterschied zu nur spontanen und willkürlich wechselnden Liebesbeziehungen einer [[Konsumkultur]] eine notwendige Verbindlichkeit der Verbundenheiten und fördert zunächst deren Durchsichtigkeit und wechselseitig notwendige [[Achtung]], wenngleich dies nicht unbedingt [[wirkliche]] Achtung sein muss, die Selbstachtung sogar hintergehen kann, wenn diese der reinen Beachtung des [[Familiensinns]] unterworfen ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tatsächlich gelingt ein Achtungsverhältnis am ehesten als größere Familie, weil darin die Wechselwirkungen der Menschen auch noch [[Wirklichkeit]] hat. Zu einem ausschließlich [[seelischen]] Verhältnis wird sie erst, wo diese Verwirklichung menschlicher Beziehungen als [[zwischenmenschliche Beziehung]] nicht mehr möglich ist. Je kleiner der [[Privat]]raum dieser [[Beziehung]], desto größer wird seine seelische Selbständigkeit, die Lust und Gewalt der beseelten Drei- oder Zweisamkeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber auch allgemein und unter der Bedingung, dass ein hinreichend großes und geregeltes Einkommen an [[Geld]] oder [[Geldbesitz]] besteht (siehe hierzu besonders die [[Dienstleistungsgesellschaft]]), ist Familie die Lebensform, worin die Lebensgefühle voraussetzungslos erscheinen können und selbstverständlich sind oder sein sollen, der Raum für [[Selbstgefühl]], welches eine gemeinschaftliche Welt bildet, die sie als [[Familiensinn]] zusammenhält oder zusammenhalten soll. In der Familie können sich die Menschen als unmittelbare Menschen erscheinen, sich aus dem gesellschaftlichen Leben zurückziehen und dem Druck der Existenz ausweichen, solange das Geld für den Haushalt reicht und solange sie als Lebenswelt funktioniert und [[Kultur]] hat. Für das bürgerliche [[Individuum]], das in der gesellschaftlichen Welt sich weitgehend in [[Konkurrenz]] befindet und sich existentiell und emotional bedroht sieht, ist hier meist der einzige Raum für seine wesentlich menschlichen Beziehungen. Zur Abwendung der bedrohlichen Fremdheit der Welt ist Familie der Lebensraum schlechthin. Diese Ausschließlichkeit entwickelt einen [[Familiensinn]], zugleich aber auch eine Art [[ästhetische]] Weltfremdheit, also eine [[Entfremdung]] der LebensgefÜhle von der Welt, weil darin die zwischenmenschlichen GefÜhle ihren [[Empfindungen]] vorausgesetzt sind und zugleich als Lebensbedingung empfunden werden. Es entsteht hieraus eine Art Verhältnisschwachsinn zu wirklichen sozialen [[Beziehungen]] und den wirklichen [[Dingen]] und vor allem den [[Bedingungen]] einer Lebens[[gewissheit]]. Es verbleibt eine in den GefÜhlen gedoppelte Empfindungswelt, die eine [[symbiotische Selbstbehauptung]] bestärkt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese GefÜhle gehen zwar in das Familienleben ein, sind ihm aber in Wahrheit schon vorausgesetzt und werden meist von den Eltern betrieben und umsorgt. Aber sie bewahren sich darin nicht als Grundlage der Verhältnisse und als darauf gründende Stellung der Menschen und Generationen zueinander, sondern als recht eigentliche und [[eigentümliche]] Gefühlswelt, die sich als Weltersatz einstellt. Durch das Gefühl unmittelbarer Eigentlichkeit wird das Bewohnte zur [[Gewohnheit]] und die Entfremdung von Familie und Welt solange ausgeglichen, solange darin [[Liebe]] fortbestehen kann, die hierdurch allerdings keine wirkliche, sondern übersinnliche [[Identität]] haben muss. Diese Liebesgewohnheiten haben daher ihren Eigensinn auch als Eigendünkel gegenüber der Welt. Und so macht sich in der sonstigen Lebenswelt die Weltfremdheit der Familie als eine Liebe geltend, die ihren Sinn durch die Aufgaben der Familie hat, besonders der Fürsorge für eine Reproduktion des privatisierten Menschen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von daher ist die Familie eine Leidensgemeinschaft für ein [[Leiden]], dessen Grund sich fremd ist: Entfremdetes Leiden. Es ist nicht mehr der [[Sinn]] für [[Tätigkeit]], sondern beseelter [[Schmerz]] des Welt[[erlebens]]. Darin wird die Ohnmacht des Individuums gegenüber seinen wirklichen gesellschaftlichen Zusammenhängen zur Liebesmacht vertrauter [[Anwesenheiten]] gewendet. Dies verlangt lediglich, dass die beteiligten Menschen das Verhältnis zu sich selbst finden, dass sie ihre Selbstaufgabe gegenüber einer solchen [[Macht]] als [[Glück]] oder zumindest als seelische [[Notwendigkeit]] empfinden. Es wird ihnen leicht gemacht, wenn die Familie ihr Fürsorgesystem mit Liebe zustopfen kann und solange dieses Verhältnis nicht als Gefühlsverhältnis zum Platzen kommt. Zwangsläufig wird es als permanente Forderung des ganzen familiären Lebenszusammenhangs gegen den einzelnen wirksam sein, als [[Schuldgefühl]] in das [[Selbstgefühl]] wie ein [[objektives Gefühl]] eindringen. Meist sind die Kinder die Träger desselben, wie sie auch die unmittelbare [[Wahrheit]] des Familienlebens am ehesten ausdrücken können - zunächst als Glück für die Eltern, später als Leid.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der kulturellen Abtrennung von ihrer [[Gesellschaft]] ([[bürgerliche Kultur]]) wird die Familie zu einer [[Scheinwelt]], zur Lebenswelt des unmittelbar scheinenden Menschen, dem Menschen, wie er sich ohne äußere Bedingung fühlen kann, soweit er sich hierbei auch als Mensch zu reproduzieren versteht. Bestätigt und gewährleistet ist sie alleine aus der gesellschaftlichen Unmöglichkeit, menschliches Leben wirklich, also mit Wirkung darzustellen, zu bestätigen und weiter zu bringen. Die Rückbeziehung auf sich in dieser Abtrennung vom gesellschaftlichen Leben macht das Leben der Individuen in einer Familie zu einer Gesellschaft, die sich auf der Begründung ihres Zusammenhalts zu einer individuellen Menschenwelt entwickelt, die sich in einer wechselseitigen Anmaßung an das [[Leben]] der anderen beteiligten Menschen verhält, als Einforderung des Menschseins, wie es sich in seiner [[isolierten]] Form bewährt, [[Identität]] der Scheinwelt überhaupt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So kann Familie in der [[bürgerlichen Gesellschaft]] als Selbstrettung funktionieren, als [[Lebensburg]] und Bunker von Menschen, die sich gegenseitig als [[Lebensbedingung]] [[wahrhaben]], als unbedingte Bedingungslosigkeit ihres [[Lebens]], als Hort ihrer vergemeinschafteten Weltfremdheit. Sie überfordern sich dabei zwangsläufig, weil alle menschlichen [[Wirkungen]] und also auch ihre [[zwischenmenschliche Verhältnismäßigkeit]] darin nicht vollzogen werden kann, ohne sich in der außerfamiliären Welt Lebensinhalt zu holen. Für sich kann das Leben in der Familie keinen anderen Sinn verwirklichen, als die Menschen darin durch sich schon haben. Jede wirkliche Entwicklung eines Menschen muss also auch das Gemäuer der Lebensstruktur Familie sprengen. Um dem Zusammenbruch des geschützten und abgetrennten Lebensraums zu entgehen, bildet sich in der familiären Beziehung daher ein [[Familiensinn]], der meist von den Älteren gesetzt wird und sich als Lebensaufgabe versteht, als hintergründige [[Selbstentfremdung]] der Kinder, die zugleich von der Liebe der Eltern getragen wird. Umgekehrt bestimmen die Kinder die Lebensaufgabe der Eltern als natürlich gestellte Existenzaufgabe, als Existenzbewältigung in Fürsorge und Erziehung. So bestimmt und regelt der Familiensinn ohne wirklich in Erscheinung zu treten alle Beziehungen und deutet die Bezogenheit und ihre Beschränkung auch substanziell aus. In solchen Bedeutungen gelten sich die Menschen gleichwohl als [[Sache]] wie [[Mensch]], als Forderung, in der Sachlichkeit ihrer [[Liebe]] mit anderen Mensch zu sein. Hierdurch hat ihre [[Identität]] keinen unmittelbaren [[Sinn]] und sie fühlen sich vor allem ihrem eigenen Leben gegenüber schuldig ([[Schuldgefühl]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schuld impliziert jenes Sein der Gefühle, welche die Familie Zusammenhalten, und seien sie noch so verschroben. Sie sind der Kitt des Lebensraumes, wie auch die Basis individueller Identität, mit der die Familienmenschen in die Welt treten. In diesen Gefühlen ist aller Übersinn bewahrt, den das Familienleben hervorgebracht hat und bewährt, weil er darin funktioniert hat. Daher funktionieren auch die Gefühle und sind in ihrer Funktion Bestandteil des [[Gedächtnisses]], mit welchem die Menschen ihre Beziehungen erinnern und vergegenwärtigen. Sie funktionieren so objektiv wie eine Klimaanlage, bestimmen die Launen und Stimmungen, die Lebensgeister und Todesahnungen. Die Familie insgesamt funktioniert nur durch sie. Von da her ist die Familie - wie klein oder groß sie ist - nicht nur die Geburtsstätte der Kinder, sondern auch der [[objektiven Gefühle]]. Das sind Gefühle, die sich gegen die Subjekte, die sie hervorgebracht hatten, verselbständigt haben. Je kleiner die Familie, desto ausschließlicher (weil ausgeschlossener) ist ihre Funktion. Ob die Menschen sie durch wirklich eigene [[Gefühle]] durchbrechen können, hängt davon ab, wie weit sie von den Beziehungen der Familie abrücken können ohne [[verrückt]] zu werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Familie ist als sich fortbestimmende [[Lebensburg]] die Rückbeziehung der Generationen in die Verstrickung ihres Werdens: Familie gebiert Familie ohne anderes Sein. Darin verlieren die Generationen das Verhältnis zu sich: Unter sich sind sie nur relativ zu ihrer Herkunft, niemals reif durch sich, sondern nur in der [[Selbstverleugnung]]. Aber solche Generationen, die sich selbst verleugnen müssen, weil sie in der Familie mit ihrem ganzen Leben aufgehen, können ihre [[Geschichte]] nicht selbst begründen. In der [[Erziehung]] ihrer Kinder pflanzen sie fort, wozu sie gezogen waren und unendlich hingezogen sind: Zur Selbstbehütung. Im Verhältnis von Selbstverleugnung und Selbstbehütung hat das BÜrgertum daher auch seine Lebenseinfalt und bewahrt sich vor dem [[Unheimlichen]], was es in seinem Heim entwickelt:[[Angst vor dem Leben]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der bürgerlichen Gesellschaft gilt die Familie von ihrem politischen Wesen her immer noch als die &#039;&#039;Keimzelle der Gesellschaft&#039;&#039;, der Kern eines gesunden Lebens mit der Gewähr heilsamer Strukturen als Bedingung für Erziehung und &#039;&#039;Sexualhygiene&#039;&#039;. Dies betrifft insgesamt auch ihre Existenzform als Haushaltsform der Reproduktion von individualisierten Menschen. Es ist der Lebensraum der bürgerlichen Persönlichkeit, worin sie ihre unmittelbare menschliche Beziehung als Gemeinschaft von Selbstbezogenheit hat. Schon als Lebensraum für mehr als zwei Generationen reicht sie nicht mehr hin, weil die Reproduktionskosten der Menschen (das [[variable Kapital]]) so minimalisiert worden sind, dass das Vermögen nicht für die entsprechenden Kosten (besonders Miete, Pflege, Freizeit eines der Lebenspartner) hinreichen würde und somit viel Familienarbeit den billig kalkulierten und hoch rationalisierten staatlichen oder Gemeindeeinrichtungen überlassen werden müssen. Aber auch kulturell steht ein ausgebreiteter Individualismus der Verständigung und Beziehung mehrerer Generationen entgegen. Die Kleinfamilie und Kleinstfamilie (Alleinerziehende) ist ökonomisches und kulturelles Resultat der Abtrennung (Isolation) der Menschen, Geschlechter und der Bevölkerung (z.B. im Gemeinwesen, der Kommunen) von ihrem Gemeinwesen in den reichen Ländern (siehe [[Geldbesitz]]). Die letzten existenziellen Brücken in gemeinschaftlicher Arbeit (z.B. Landarbeit oder Familienbetriebe) sind ökonomisch nicht mehr oder selten tragbar. Sie sind weitgehend von existenziellen Bestimmungen gelöst und bestehen weitgehend nur noch als [[zwischenmenschliche Beziehungen]]. Dies zeigt einen Zustand, in welchem ein großes [[Geld]]vermögen gesellschaftlich existiert (als [[konstantes Kapital]] in Technologie-Ländern), dem ein relativ geringer Lebensstandard im durchschnittlichen Kleinhaushalt ([[variables Kapital]]) gegenübersteht (Mieten gehören hier nicht dazu, soweit sie die Wertlage der Bevölkerungskonzentration wiedergeben). Es ist der Zustand einer hochentwickelten [[Profitrate]], die äußerst [[krise]]nanfällig ist.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Wolfram</name></author>
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		<summary type="html">&lt;p&gt;Wolfram: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;Ein Jüngling liebt ein Mädchen, Die hat einen andern erwählt; Der andre liebt eine andre, Und hat sich mit dieser vermählt. Das Mädchen heiratet aus Ärger Den ersten besten Mann, Der ihr in den Weg gelaufen; Der Jüngling ist übel dran. Es ist eine alte Geschichte, Doch bleibt sie immer neu; Und wem sie just passieret, Dem bricht das Herz entzwei. (Heinrich Heine, Buch der Lieder&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[bürgerliche]] Familie entsteht meist im [[Unglück]] einer [[vereinsamten]] [[Liebesbeziehung]] – oft im [[Elend]] einer sich auflösenden [[zwischenmenschlichen Beziehung]] in der [[Stimmung]] [[vereinzelter]] Menschen, die darin ihre [[Selbstgefühle]] angleichen, indem sie diese sozialisieren. Sie ist daher getragen vom [[Sicherheitsbedürfnis]] für die [[seelische]] [[Entwicklung]] der Menschen in der [[bürgerlichen Gesellschaft]] um den Fortbestand ihrer [[zwischenmenschlichen Kultur]] und den [[Gewohnheiten]] ihrer [[Selbsterhaltung]] (siehe auch [[Reproduktion]]), des [[persönlichen]] Vertrauens in die Zeugung und den Fortbestand und Schutz eigenmächtiger [[Lebensverhältnisse]]. Ihre [[Geschichte]] ist aber nicht [[wirklich]] durch diese gesichert, sondern entwickelt sich als [[Geschichte]] ihrer &#039;&#039;Gemütslagen&#039;&#039;, den [[Stimungen]], welche die Menschen zusammen führt oder auch auseinander treibt. Von daher ist solche [[Familie]] der Hort (siehe [[Lebensburg]]) zur [[Bildung]] der [[Gefühle]], die aus [[Selbstempfindungen]] im &#039;&#039;Familienleben&#039;&#039; heraus keimen und [[objektiv]] meist die erste und [[bedeutungsreichste]] [[zwischenmenschliche]] [[Lebenserfahrung]] für die nachwachsenden [[Generationen]] darstellen. Von daher hat das &#039;&#039;Familienleben&#039;&#039; einen [[mächtigen]] Anteil an der Selbstsicherheit um [[eigene]] [[Wahrheit]] – und damit der [[eigenen]] [[Wahrnehmungsidentität]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Stimmung finden die Empfindungen eine Stimme für das, was sie wahrhaben. Sie bilden daraus eine Gemeinschaft ihrer Selbstgefühle. In den hierin geborgenen Gefühlen schaffen sie eine Welt für sich. In dieser Welt entstehen die hieraus bestimmten Selbstwahrnehmungen, die zu einem familieären Verhältnis in der Selbstwahrnehmung werden. Als Gefühl für sich drückt darin die Stimmung eine einfache Wahrnehmung ihrer Symbiose aus, die Menschen durch einander bestimmen ud beleben, inndem jeder im Anderen ein Sinn für sich und durch sch verspürt, denn sofern sie ein wirkliche [[eigentümliches]]s Verhältnis ist, worin Mann ud Frau und Kind zusammenleben ist Familie die vergemeinschaftung von symbiotichen Beziehunnhgen worin jedes Mitlied durch den snderen llebt, weil und sofern er oder sie nur durch diese Gemeinschft ist, existiert unnd sich seiner selbst vergewissert, weil er durch deren Zusmmenleben ist und seine ursprünglichsten Bedrfnisen in diesem Leben, darin entstehen und gelegentlich auch vergehen. Eine Famlie ist also aus dem Zusammengehen bzw. aus der Auseinandersetzung von Selbstgefühlen entstanden. Sie verlebt in der Nutzung dieser Gemeinschaft bzw. den Mangel ihrer Erheuerug. Diese ergibt sich aus dem Burgfrieden, den Familien nötig haben und wodurdh sie zur Brutstellen einer unerkennbaren weil sie als gemeiner Lebensraum privater Persönlichkeiten geworden ist und innerhalb solcher Personen als chronifizierte Egommanie verweltlicht wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der [[bildungsbürgerlichen]] Familie geht es dagegen um die Anwendung dessen, was der Maßstab der bürgerlichen Bildung ist (siehe Biedermeier), im Anteil des kulturellen Vermögens in der Durchsetzung der Normen der bürgerlichen Kultur. Von daher setzt eine solche Familie auf deren allgemeine Form, au das Formalt des bürgerlichen Daseins, das den Verkehr der Bürger zwar erleichtert, aber sich vor allem nur normativ neben oder gegen die soziale Wirklichkeit der Menschen vollstreckt. Immerhin ist für jede Form der Familie eine Konstruktion dessen maßgeblich, was im Kleinen auch das Große zu überwinden vermag, wenn es zu einer allgemeinen [[Gewohnheit]] wird (siehe [[Prominenz]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als [[Heimat]] der [[Wahrnehmungsidentität]] der [[Zwischenmenschen&amp;lt;]]&amp;gt; (siehe hierzu auch [[Kleinbürger]]) ist die bürgerliche Familie [[Subjekt]] wie [[Objekt]] der [[Lebensangst]] des [[bürgerlichen Individuums]]. Sie entsteht meist mit einem Ehevertrag, durch den die [[Sittlichkeit]] der [[persönlichen]] [[Besitzansprüche]] im Alltag und für Ausnahmesituationen (z.B. Fürsorge und [[Tod]]) dadurch wird die Fammilie zu einer [[Institution]] des [[Nationalstaats]] worin über das [[Belieben]] der [[Einzelnen]] hinaus gehend und [[lebensverpflichtend]] als geregelt [[gültig]] werden soll, was dem Einzelnen als Funktion aus seiner Selbstverantwortlichkeit abverlangt werden kann (siehe hierzu auch [[Immanuel Kant)]]. Seine ihm [[notwendige]] [[Sittlichkeit]] gilt demnach aus seinem Gattungsleben [[normativ]] bestimmt und sei von daher schon in seiner [[Allgemeinform]] [[allgemein]] begründet (siehe [[Formbestimmung]]), einer gesellschaftlich [[gültig]] [[Norm]] unterworfen, die er angeblich selbst mitbestimmt habe (siehe [[kategorischerimperativ]]). Der [[Widerspruch]] zwischen der Einzelheit (siehe [[Privatheit]]) und [[Gesellschaftlichkeit]] der [[Individuen]] der [[bürgerlichen Kultur]] sei demnach eine unüberwindbar enge Lebensbestimmung (siehe [[Spießbürger]]) Grundlage einer [[vereinzelten]] Angst des von seinem [[Gott]] (siehe auch [[Kult]]) verlassenen [[Individuums]], die über seine bloße [[Existenz]] durch deren [[allgemein]] [[notwendige]] [[Formbestimmtheit]] des Gattungsleben seiner verengten und eingeengten [[Kultur]] hinausreicht (siehe [[Angst]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von da her ist sie eine [[strukturelle]] Angstvermeidung (siehe auch [[Lebensangst]]) als [[Macht]] gegen die [[Ohnmacht]] der [[Selbstwahrnehmung]] des [[vereinzelten]] Menschen.Sie- ist sie die [[institutionalisierte]] [[Einfältigkeit]] der herrschenden [[Kultur]] des [[Privateigentums]] als [[politische Kultur]] der [[isolierten]] [[Seelen]] zur [[Befriedung]] der Kinder, der Erben einer übermächtigen Zukunft eines [[vereinten]] [[vereinten]] [[Eigentums]] [[privater]] [[=Existenzen]], einer [[Institution]] [[privater]] [[Persönlichkeiten]] (siehe auch [[Privatperson]]). In anderen Kulturen, worin das [[Gemeinwesen]] noch [[wirklich]] organisch beansprucht werden kann [[verhält]] sich dies gändsätzlich anders. Ein afrikanisches Sprichwort besagt zum Beispiel, dass für das Aufwachsen eines Kindes ein [[ganzes]] Dorf nötig sei (siehe hierzu auch [[Gemeinwesen]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;Der Irokese nennt nicht nur seine eignen Kinder, sondern auch die seiner Brüder seine Söhne und Töchter; und sie nennen ihn Vater. Die Kinder seiner Schwestern dagegen nennt er seine Neffen und Nichten, und sie ihn Onkel. Umgekehrt nennt die Irokesin, neben ihren eignen Kindern, diejenigen ihrer Schwestern ihre Söhne und Töchter, und diese nennen sie Mutter. Die Kinder ihrer Brüder dagegen nennt sie ihre Neffen und Nichten, und sie heißt ihre Tante. Ebenso nennen die Kinder von Brüdern sich untereinander Brüder und Schwestern, desgleichen die Kinder von Schwestern. Die Kinder einer Frau und die ihres Bruders dagegen nennen sich gegenseitig Vettern und Kusinen. (Friedrich Engels - [[Der Ursprung der Familie, des Privateigentums und des Staats MEW 21, S.36)]]&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unter den [[Lebensbedingungen]] der [[bürgerlichen Gesellschaft]] kann der vereinzelte Mensch keine soziale Kompetenz erlangen, weil die [[zwischenmenschlichen Beziehungen]] in der [[Konkurrenz]] der Selbstverwertung, in den [[Selbstbezogenheiten]] der [[Geschlechter]] und [[Generationen]] ihren sozialen [[Wert]] nicht in einem allgemeinen [[Selbstwert]] des [[burgherrlichen Subjekts]] erkennen können. Sie verhalten sich in ihren Lebenswelten ja nur zwischen [[Sinn]] und [[Absicht]] ihrer [[zwischenmenschlichen Beziehung]] und können ihre Widersprüche daher in ihrer [[Vereinzelung]] auch nur durch die Rückbeziehungen auf eine [[allgemeine]] [[Selbstgerechtigkeit]] zwischen dem [[einzelnen]] [[Individuum]] und den Anderen – also nur [[abstrakt]] formulieren (siehe z.B. [[autortärer Charakter]], [[esoterischer Charakter]]). Als Maß der [[Vereinzelung]] und als Maßstab seiner allgemeinen Gültigkeit (siehe [[Geltung]]) wird das &#039;&#039;Ego&#039;&#039; zum Zankapfel bei der [[Normierung]] einer [[Sittlichkeit]] der [[Sinnbildung]] als [[Wahrheit]] einer gewöhnlichen [[Selbstverwertung]], welche die [[Isolation]] der [[Ohnmächtigen]] vertieft und entwertet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;Freud analysiert eine Episode, die Goethe aus seiner frühen Kindheit berichtet - nämlich, daß er im Alter von ungefähr 4 Jahren fast sämtliches zerbrechliches Hausgerät aus dem Fenster auf die Straße geworfen - als Niederschlag des Konkurrenzneides auf den jüngeren Bruder Hermann Jakob und als Symbol von dessen Beseitigung. Diese Interpretation erhärtet Freud an mehreren in der Tat frappierenden Parallelbeispielen und an der Reaktionen des Kindes Goethe auf den Tod seines jüngeren Bruders Jakob im Alter von 6 Jahren wie sie uns durch Bettina Brentanos Wiedererzählungen des Berichtes der Mutter überliefert ist. Danach hat Goethe über den Tod seines Bruders keine Träne vergossen und auf die Frage der Mutter „ob er den Bruder nicht liebgehabt habe, lief er in seine Kammer, brachte unter dem Bett hervor eine Menge Papier, die mit Lektionen und Geschichtchen beschrieben waren, er sagte ihr, daß er dies alles gemacht habe, um es den Bruder zu lehren.“ Hitschmann merkt dazu an: „der ältere Bruder hätte also immerhin gern Vater mit dem jüngeren gespielt und ihm seine Überlegenheit gezeigt.“ [zitiert nach Sigmund Freud, Gesammelte Werke, Band 12, Frankfurt a. M. 1991, S. 21] (siehe hierzu auch http://www.krahl-briefe.de)&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[bürgerliche Familie]] (Kleinfamilie) soll die [[Elementarform]] der [[bürgerlichen Kultur]], die [[körperliche]] [[Existenz]] der [[bürgerlichen Subjekte]] gewährleisten und vermehren. Von daher gestaltet sie sich als [[Institution]] der [[Sitten]] und [[Bräuche]] ihrer [[Zwischenmenschlichkeit]] durch [[staatliche]] Förderung und [[Exekutive]] (Polizei) und [[Wahrheit]] (Gesetzgebung) durch [[persönliche]] [[Macht]] und [[Gewalt]] als &#039;&#039;Schule der [[Nation]], als &#039;&#039;Keimzelle der [[Gesellschaft]]&#039;&#039; über die Funktionalität ihrer [[Wahrheit]] [[Lebenszusammenhänge]] – meist also auch als Garant für lebendige Zammenhänge der Menschen zur Ertüchtigung einer an und für sich disfunktionlen [[Lebensgemeinschaft]] schlechthin, die in der Lage sein muss die Störungen der [[zwischenmenschlichen Verhältnisse]] [[konkurrierender]] [[Selbstwahrnehmungen]] zu [[integrieren]] und zu [[befrieden]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[Selbstwahrnehmung]] ist der [[Wahrheit]] und [[Täuschung]] der Ausschließlichkeit ihrer [[Beziehungen]] ausgesetzt in der sich ihre [[Zwischenmenschlichkeit]] in zweierlei Beziehung zerteilt: Ihre [[Ohnmacht]] wird durch die darin [[notwendigen]] [[Selbstgefühle]] gegen ihre bescheidene [[Wirklichkeit]] übermächtig, wodurch die [[Psyche]] selbst als Beleg ihrer [[substanziellen]] konsistenz für [[wahr genommen]] wird (siehe [[zwischennmenschliches Verhältnis]]). Die Menschen sind vom [[Material]] ihrer [[Natur]] [[getrennt]] und zugleich sich selbst als [[gesellschaftliche]] wie auch [[natürliche]] [[Wesen]] ausgesetzt und dem [[Doppelcharakter]] ihrer [[Zwischenmenschlichkeit]] überlassen (siehe [[Teilung der Wahrnehmung]]). Daher ist jedes Individuum schon durch den [[gesellschaftlichen]] Zwang zur [[Reproduktion]] der [[Isolation]] seiner [[monadischen]] Existenzformen (siehe auch [[Vereinzelung]]), zu einer [[Selbstverwertung]] seiner [[Selbstwertigkeit]] bestimmt (siehe auch [[Selbstoptimierung]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und deshalb ist darin die Familie vor allem eine [[Institution]] der [[bürgerlichen]] [[Notwendigkeiten]] ihrer Lebensformationen, eine Fluchtburg (siehe [[Lebensburg]]) zur [[Bergung]] eines [[gesellschaftlich]] [[ausgeschlossenen]] und daher ausschließlichen [[Lebens]] in ihren [[unmittelbar]] [[subjektiv]] auftretenden [[Lebensnöten]] (siehe auch [[Lebenspflichtigkeiten]]). Diese verlangen vom [[einzelnen]] Menschen mehr als nur das [[unmittelbar]] [[Notwendige]] (siehe hierzu auch [[Teilung der Wahrnehmung]]): Sie verlangen ein [[Wissen]] und [[Bewusstsein]] über den gesamten Lebensablauf der nur [[privat]] [[vermittelten]] Existenz der [[vereinzelten]] Menschen in den [[zwischenmenschlichen Verhältnissen]] der [[bürgerlichen Kultur]], ihrer sozialen [[Reproduktion]] als vergesellschaftetes [[Naturwesen]] in einer denaturalisierten [[Gesellschaft]], über ihre [[Bildung]], Krankheiten die Jugend und [[Alterung]] der [[Generationen]], der [[Vermittlung]] und Vorsorge für ihre [[Lebensgewohnheiten]] usw.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der wesentliche Unterschied der [[Generationen]] ist der [[Zweifel]] der Älteren gegen die Hoffnungen der Jüngeren. In einer [[erzieherische Beziehung]] ist niemand in der Lage, den Eltern die Hoffnung der Kinder zu [[vermitteln]] und so sind die Eltern auch nicht in der Lage aus ihren Zweifeln [[Erkenntnisse]] zu [[bilden]], die sie den Kindern [[vermitteln]] könnten. Erziehung wäre ja auch [[wirklich]] unnötig und nur ein einfaches menschliches [[Verhältnis]] von alten und jungen Menschen, wenn sich darin die [[Generationen]] in einem gemeinen [[Wesen]], in einem [[wirklichen]] [[Geweinwesen]] als ein gemeines [[Wesen]] ihrer [[Kultur]] [[erkennen]] könnten. Doch auch dies würde einige [[Änderung]] an [[kulturell]] [[bestimmten]], an ihren [[zwischenmenschlichen Verhältnissen]] voraussetzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[bürgerliche]] [[Familie]] ist daher nicht nur eine [[Institution]] des öffentlichen [[Rechts]] (siehe auch [[bürgerlicher Staat]]), sondern vor allem die [[Lebensburg]] einer [[narzisstischen]] [[Sinnbildung]] der [[Selbstveredelung]]. Diese ist gespalten in das [[Bildungsvermögen]] einer [[erzieherishcn Beziehung]] der Kinder mit ihren Eltern (siehe auch [[Bildungsbürgertum]]). Denn darin aufgeteilt (siehe [[Teilung der Wahrnehmung]]) in die Sinnstiftung der Kinder für das [[Leben]] ihrer Eltern und der [[Fürsorge]] der Eltern für die [[Existenz]] ihrer Kinder (siehe auch [[Lebenspflicht]]). Für sie [[erscheint]] dies als [[Selbstverständlichkeit]] ihrer [[subjektiven]] [[Erfahrungen]], ihrer [[Gefühle]] und [[Stimmungen]]. Für die Eltern ist es das Glück ihrer Selbsterneuerung, das ihnen ihre Kinder [[objektiv]] bieten können. Von daher ist die [[Familie]] eine Lebenswelt, die [[Kultur]] einer [[objektiven Subjektivität]] an deren [[subjektiver]] Bruchstelle (siehe [[subjektive Objektivität]]) ihre [[bürgerliche]] [[Existenz]] gelingen soll (siehe auch [[Existenzwert]]. [[Bürgerliche]] Familien sind also [[Institutionen]] der [[bürgerlichen Kultur]], die in den [[zwischenmenschlichen Verhältnissen]] der [[Geschlechter]] und [[Generationen]] ihre [[zwischenmenschlichen Beziehungen]] über die [[Teilung ihrer Wahrnehmungen]] hinweg zu bewahren und versichern suchen. Von da her ist die [[Pubertät]] ein arbeitsintensives Unterfangen der [[Emanzipation]] von der Familie als [[Institution]] der [[bürgerlichen]] [[Existenz]] gerade dann, wenn sie selbst sich in den [[Widersprüchen]] in der [[Konkurrenz]] der [[Selbstverwertungen]] zwischen den [[Notwendigkeiten]] einer [[eigenen]] [[Sinnbildung]] und ihrer [[Jugendkultur]] verfängt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Denn Familien gründen auf Eltern, die sich aus der [[Konkurrenz]] der [[zwischenmenschlichen]] [[Selbstbehauptungen]] durch eine oder mehrere Übereinstimmungen gefunden und sich aus ihnen herausgesetzt haben. Die [[Gefühle]] ihrer Übereinkunft machen die [[Stimmung]] ihres Zusammenlebens aus, die in der Familiengeschichte weitgehende Folgen hat, denn darunter [[entwickeln]] sich nicht nur die familiären [[Selbstgefühle]] der Eltern, sondern vor allem auch die [[lebenswelten]] der Kinder, die darin geboren oder angenommen werden. Was sie hier [[empfinden]] ist für sie [[existenziell]] und daher so [[objektiv]], wie das Einkommen der Eltern für alle zugleich ist. In dem darin [[vermittelten]] [[Sinn]] [[vergemeinschaften]] sich ihre [[Selbstbehauptungen]] im [[ganzen]] [[Verhältnis]] ihrer [[Einstimmung]] (siehe [[symbiotische Selbstbehauptung]]). Diese gebietet ein Schutzverhältnis unter den Gliedern der Familie und [[entwickelt]] sie zwangsläufig zu einem besonders abgeschirmten [[Lebensraum]], zu einer [[Lebensburg]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In einer Welt der [[Zwischenmenschlichkeit]], worin der [[Selbstwert]] ihrer [[Beziehungen]] durch eine [[allgemeine]] und [[ausschließliche]] [[Selbstbezogenheit]] der [[Selbstverwertung]] herrscht, [[konkurrieren]] die Menschen um ihre [[Liebe]] und damit um ihre innerste [[Wahrheit]], um ihre [[Wahrnehmungsidentität]], wodurch ihr [[Leben]] beengt und zu einer stetigen [[Angst]] um ihren [[persönlichen]] [[Wertschätzuung]] in ihren [[zwischenmenschlichen Verhältnissen]] geworden war (siehe hierzu auch [[Lebensangst]]), der die einzige Gewähr für ihre [[Selbstverwertung]] bietet. Von daher haben sich die Menschen in ihren [[zwischenmenschlichen Beziehungen]] selbst als das [[Material]] ihrer [[Verhältnisse]] [[wahr]] und gründen hierauf die [[Kultur]] einer [[allen gemeinen]] [[Selbstwahrnehmung]]. Hierdurch fällt ihre [[Existenz]] mit ihrer [[Selbstwahrnehmung]] zusammen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Familiär ist der Verbund von Zugehörigem und [[begründet]] von daher auch das [[Verhalten]] der Angehörigen - oft bis hin zur [[Hörigkeit]]. Die [[bürgerliche]] Kleinfamilie (siehe hierzu auch [[Kleinbürger]]) ist allerdings kein wirklich [[zwischenmenschliches Verhältnis]], weil sie in den [[Verhältnissen]] der [[burgherrlichen Gesellschaft]] durch die [[Natur]] der [[Geschlechter]] und [[Generationen]] bedingungslos, also [[unbedingt]] – lebensnotwendig und [[lebenspflichtig]] zugleich - geworden ist. Dies ist aber keine [[wirkliche]] [[Begründung]] der Familien. Es sind die in der individuellen [[Selbstbehauptung]] bedrohten [[Verhältnisse]] der [[Selbstachtung]]; es ist das Prinzip der [[Selbstverwertung]] untergegangener [[Liebesbeziehungen]], das nach einer Verbindlichkeit dessen verlangt, was in [[zwischenmenschlichen Verhältnissen]] nicht [[wirklich]] verbunden und also auch nicht [[wirklich]] verbindlich sein kann. Daher ist die bürgerliche Familie ein elaboriertes Liebesnest, das vor allem als [[Lebenburg]] gegen die [[Konkurrenzen]] in der [[Einverleibung]] [[entfremdeter]] [[Selbstachtung]], in den [[Verhältnissen]] der [[Selbstverwertung]] in den öffentlichen [[Strukturen]] der [[bürgerlichen Kultur]] lebensnotwendig wird. So funktioniert die Familie wie ein kleiner [[Staat]] im Großen, indem sie die wechselseitige Ausplünderung der [[zwischenmenschlichen]] [[Selbstwahrnehmungen]] absichert und sie durch einen Himmel über ihre [[private]] Borniertheiten [[veredelt]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und von daher [[erscheinen]] ihnen ihre [[subjektive]] [[Beziehungen]] selbst [[objektiv]] [[bestimmt]] (siehe hierzu auch [[objektive Subjektivität]]) und also [[existenziell]] (siehe hierzu auch [[Existenzwert]]). Und so stellen sich ihnen auch ihre [[Existenzängste]] wie eine [[subjektive Objektivität]] dar und werden selbst zur angstvollen [[Lebensbedingung]], zu einer [[Lebensängstlichkeit]], von daher als [[Struktur]] von [[Lebenpflichtigkeiten]] ihres [[persönlichen]] Alltags, zu einem [[familiären]] Zusammenschluss der [[Selbstgefühle]] und [[Stimmungen]] [[gesellschaftlich]] [[isolierter]] Menschen. Darin [[kehren]] sich die [[Inhalte]] ihrer [[zwischenmenschlichen Verhältnisse]] um zu einer in sich mehr oder weniger geschlossenen, also [[ausschließlichen]] Existenzform.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch eine familiäre Lebensstruktur entstehen [[personifizierte]] Hierarchien der [[Geschlechter]] und [[Generationen]], worin ihre [[Selbstwahrnehmung]] sich [[psychisch]] gegen ihre objektive Existenzform, gegen die [[existenziellen]] [[Formationen]] ihrer [[Lebenswirklichkeit]] wendet (siehe hierzu die Entstehung des so genannten [[Über-ichs]]). Die hierdurch kontrollierten [[Selbstgefühle]] ihres [[Lebens]] spalten sich [[qualitativ]] zwischen ihrem substanziell menschlichen [[Sein]] und ihrem familiären [[Dasein]] so dass sich dadurch ihre [[Persönlichkeit]] durch und für sich verdoppelt und [[systematisiert]] (siehe hierzu auch [[Psychoanalyse]]). Dadurch entsteht eine [[Verselbständigung]] der [[zwischenmenschlichen]] Existenzform ihrer familiären Bedingungen, in der sich immer wieder eine [[eigentümlichen]] [[Form]] ihrer [[Angst]] entwickelt, worin sich die familiären Menschen [[erkennen]] und erhalten, sich aber immer wieder in ihrer [[Lebensangst]] [[vergegenwärtigen]] müssen. Hierdurch wird die im Allgemeinen [[personifizierte]] Lebensstruktur der [[Privatpersonen]] zu einem [[psychisch]] [[veräußerlichten]] Lebenszusammenhang ihrer [[Geschichte]] und im Zusammenhang ihrer [[Selbstgefühle]] zunehmend [[absolut]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es bietet sich die Familie zunächst als ein [[persönlicher]] Rückzug aus dieser Welt an und [[begründet]] somit einen [[Lebensraum]] der [[Geborgenheit]] des [[persönlichen]] [[Verhältnisses]] einer [[zwischenmenschlichen Beziehung]] in einer [[Lebensburg]], durch die alle [[Beziehungen]] außerhalb der [[unmittelbaren]] Vertraulichkeit ihrer [[Persönlichkeiten]] mehr oder weniger gründlich [[ausgeschlossen]] werden. Dadurch werden ihre [[Beziehungen]] nicht nur [[emotional]] [[isoliert]] und die [[Gesellschaft]] als Außenwelt [[wahrgenommen]], sondern auch zwischen den Familienmitgliedern in ihrer [[wirklichen]] Bezogenheit je nach dem Status ihrer [[Lebenspflichtigkeit]] [[getrennt]]. Sie müssen daher ihre intime [[Gemeinschaft]] eines [[ausschließlichen]] und [[ängstlichen]] [[Lebens]] als [[Sinn]] ihrer [[Gemeinschaft]] behaupten (siehe [[Selbstbehauptung]]), das sie allerdings vor allem nur in ihren vergemeinschafteten [[Selbstgefühlen]] [[vergegenwärtigen]] können. Der Sinn ihrer Beziehung wird durch die Form seiner [[ausschließlichkeit]] zu einem mächtigen [[Familiensinn]], der sich in den [[erzieherischen Beziehungen]] der Familie ausbreitet und seinen Paternalismus [[verwirklicht]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ihre [[Vergegenwärtigung]] bleibt von da her [[unwirklich]], weil sie sich in familiären [[Beziehungen]] nicht wirklich vergemeinschaften kann. In dieser [[Beziehung]] bleiben und bewähren sich die [[Selbstgefühle]] als Formation ihrer [[Lebensangst]] und machen aus der [[Form]] ihrer [[Gemeinschaft]] eine Fluchtburg ihrer [[Selbstbezogenheiten]]. Und im [[Lebensraum]] einer somit gegründeten [[Lebensburg]] [[verkehren]] sich ihre [[subjektiven]] [[Beziehungen]] in ihren [[Inhalten]] in eine [[objektive]] Lebensform, worin die Menschen zu [[Objekten]] ihrer [[ausschließlichen]] und also eingeschlossenen [[Wahrheit]] werden. Alles [[Subjektive]] ist daher in diesem [[Lebensverhältnis]] zugleich [[objektiv]]: Die Älteren werden zu objektiven Subjekten des Verhältnisses (siehe hierzu [[objektiver Subjektivismus]]), die Jüngeren zu subjektiven Objekten ihrer [[Selbstwahrnehmung]] (siehe hierzu [[subjektiver Objektivismus]]). Die [[Beziehung]] von [[Form]] und [[Inhalt]] [[verkehrt]] sich so zu einer inhaltlich bestimmenden [[Form]] des [[Verhaltens]]. Das [[Objektive]] wird durch die so gewordene [[Formbestimmung]] zu einem [[objektiven]] [[Subjekt]], das [[Subjektive]] hierdurch [[fremd bestimmt]], ihr [[Dasein]] [[entgegenwärtigt]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es hat sich von daher aus der [[Allgemeinheit]] der familiären [[Selbstgefühle]] eine Mitte ergeben, die zugleich einen Mittler hat: Die allgemeine [[Selbstigkeit]] [[lebensängstlicher]] Menschen. Diese wird zu einem[[ausschließlichenSelbstgefühlin allem, was einen inneren Gefühlszusammenhang durch eineverselbständigteSelbstgerechtigkeitbegründet, die über die einzelnenGefühlehinweg alle bestimmt und sich hiergegenausschließlichalsWertihrerSelbstbezogenheitenverhält. IhrSelbstwertreduziertsich auf das, was sie diesem Allgemeingefühl erbringen. DasSelbstgefühlwird von da her zum inneren Maßstab derGefühle, zum illusorischen Herz allerzwischenmenschlichen Bezogenheit. Alle ihrezwischenmenschlichenBeziehungen sind diesem unterworfen, werden hiernachgebildetundentwickeltund bemessen und begrenzt. DieburgherrlicheFamilie ist hierdurch zu einemseelischenSubjekt, zumallgemeinenSinnderZwischenmenschlichkeitpsychischerVerhältnisse, zum Wertmaß ihrerGefühlegeworden, das mit derDichteihrerVerhältnisseimmer mächtiger wird.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus diesem Maß wird nun verlangt, dass sich die Menschen seinem [[psychischen]] Ansinnen beugen und sich in den [[Beziehungen]] ihrer [[zwischenmenschlichen]] Gesellschaft gegenüber produktiv erweisen. Das verlangt, dass sie sich ihren [[seelisch]] gewordenen [[Selbstwert]] dadurch verschaffen, dass sie in ihren [[zwischenmenschlichen Beziehungen]] sich in ihrem [[Gemeinsinn]] wechselseitig anerkennen, um sich das [[einzuverleiben]], was sie durch die Gegenwart ihrer Wechselseitigkeit an [[Sinn]] [[erleben]], [[erfahren]] und [[haben]] können. Ihre leibliche Gegenwart wird zum Träger ihres seelischen Zusammenwirkens und was sich darin an [[Wahrheit]] offenbart, was in ihrem [[Selbsterleben]] [[wahrgehabt]] und [[wahrgenommen]] wird, das ist nicht ein wirklich nur stofflicher Leib, sondern vor allem das, was er mit sich bringt: Geistige Gegenwärtigkeit und [[Vergegenwärtigung]] [[seelischer]] [[Kräfte]] aus dem Irgendwo (siehe auch [[Medien]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Doch diese [[Vergegenwärtigung]] scheitert auf Dauer früher oder später in ihren eigenen [[Lebensverhältnissen]] daran, dass sie in ihrer [[Wahrnehmung]] nur das [[wahrhaben]] können, was ihre scheinbare [[Wahrheit]] in ihren Lebensverhältnissen, besonders in denen der Kleinfamilie verliert, wodurch ihre [[Wahrnehmungsidentität]] selbst in in einen hintergründigen [[Selbstverlust]] gerät und sich die [[seelischen]] Anteile ihrer [[Triebkräfte]], die sich in der [[Getriebenheit]] ihrer [[Selbstgefühle]] noch ausgelebt hatten, schließlich durch die nötigen Strukturen ihres Familienlebens zu einer systematischen [[Angst]] entwickelten und zu einer familiären [[Lebensangst]] verfestigt haben. Die kommt auf ihre ursprüngliche [[Triebkraft]] (siehe [[Abstraktionskraft]]) als [[Negation]] ihrer vorausgesetzten [[Antriebe]] zurück, und [[totalisiert]] ihren [[Selbstverlust]] zu einer [[negativen]] [[Wahrnehmungsidentgität]]. Indem ihre [[psychischen]] Antriebe sich auf diese Weise zu einer [[negativen]] [[Triebkraft]] umkehren, kehren sie ihre [[Abstraktionskraft]] gegen ihre [[Empfindungen]] und ihre [[Selbstgewissheit]] ins Jenseits der familieren Burg zu einer totalen [[Ungewissheit]], die ihre [[Selbstwahrnehmung]] nur negativ fortbilden kann. Dadurch bedrängen sich ihre [[Selbstgefühle]] gegen sich (siehe auch [[psychische Depression]]) und töten sie leztlich ab (siehe [[Todestrieb]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Doch an sich ist [[Familie]] ein [[existenzielles]] [[Lebensverhältnis]] der [[Geschlechter]] im [[Verhältnis]] ihrer [[Generationen]]. In der [[bürgerlichen Gesellschaft]] ist Familie jedoch das politisch zugrunde liegende [[Lebensverhältnis]] einer [[bürgerlichen Kultur]], das sich aus der [[Wesensnot]] und [[Angst]] [[zwischenmenschlicher]] [[Existenzen]] zu einem [[privaten]] [[Lebensraum]] im [[Kapitalismus]] entwickelt hat. Ihrer aktuellen [[Selbstverwertung]] gemäß ist die Familie ein [[existenzielles]] [[Lebensverhältnis]], das sich aus der bloßen [[Existenzangst]] durch Anteile am [[gesellschaftlichen]] [[Mehrwert]] der allgemeinen Lebensverhältnisse zu einem [[privaten]] [[Lebensraum]] des [[Mittelstands]] entwickelt und herausgesetzt hat. Nur wo sich die Menschen im [[Kapitalismus]] durch einen mehr oder weniger mächtigen [[Geldbesitz]] als [[kleinbürgerliche]] [[Persönlichkeiten]] über ihren besonders [[privaten]] [[Lebensraum]] zu [[Kulturbürger]] [[emanzipiert]] haben, kommen sie aus der [[gesellschaftlichen]] [[Entfremdung]] der [[persönlichen]] [[Lebensverhältnisse]] über die [[Unmittelbarkeit]] ihrer ebenso sozialen wie individuellen [[Reproduktion]] durch ihre Familien wieder auf sich als scheinbar natürliche [[Subjekte]] ihrer [[zwischenmenschlichen Verhältnisse]] zurück. Weil sie sich also über die [[durchschnittlichen]] [[Notwendigkeiten]] ihrer [[bürgerlichen]] [[Existenz]] hinaus, über die ihnen verfügbaren [[Kaufmittel]], über den [[Mehrwert]] ihres [[Geldbesitzes]] zur [[Reproduktion]] ihrer damit auch höherwertigen [[Privatpersönlichkeit]] vollständig subjektiv [[erleben]], können sie auch in den [[zwischenmenschlichen Verhältnissen]] der [[Selbstveredelung]] sich zu [[edelmutigen]] [[Persönlichkeiten]] entfalten und durch die Potenziale ihrer [[Selbstvergegenwärtigung]] auch die Vererbung ihrer [[Selbstveredelung]] zu ihrer Lebensaufgabe gemacht haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jedoch dadurch, dass die Familie eine [[Form]] der Bewältigung einer [[allgemeinen]] [[Lebensangst]] ist, ist diese nicht [[wirklich]] &#039;&#039;aus der Welt&#039;&#039;. Sie ist darin lediglich [[strukturiert]] in den famiiären Rollen von [[Mann]] und [[Frau]] und Kind (siehe [[Generationen]]). Und weil und solange diese Rollen zur Bewältigung einer bürgerlichen [[Lebensgemeinschaft]] funktionieren müssen, sind die Beteiligten in einem mehr oder weniger [[aufklärbaren]] [[Verhältnis]] der darin [[vermittelten]] [[Lebenspflichten]], - besonders auch [[inhaltlich]] durch die [[erzieherischen Beziehungen]], die der [[Notwendigkeit]] zur Bewältigung einer noch nicht absehbaren Zukunft folgen sollen, wird der familiäre [[Lebenzuammenhang]] vor allem durch eine [[Lebensschuld]] [[bestimmt]] und [[vermittelt]], die sich in der[[sinnlichen]] [[Not]] ihrer [[Gemeinschaft]] zur [[Formation]] einer [[Notgemeinschaft]] [[entwickelt]] und die Menschen unter ihren [[abstrakten]] [[Notwendigkeiten]] vereint (siehe [[Einheit]]), die sich in den [[Personifikationen]] einer [[symbiotischen Selbstbehauptungen]] darstellen und hierdurch in ihrer [[unmittelbarkeit]] [[wahr]] [[erscheinen]] und hierdurch unüberwindbar [[gelten]]. Doch deren Belastungen treten zunächst in den [[Empfindungen]] und [[Gefühlen]] als [[Stimmung]] ihrer [[Gemeinsinnigkeit]] auf, die die betroffenen Menschen in ihren [[zwischenmenschlichen Beziehungen]][[vermitteln]]. Eine [[Psychologie]], die diesen Zusammenhang nicht aufdeckt, kann niemals der [[Emanzipation]] dienen, die sie in ihrem Anspruch vorgibt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch im Kleinen des [[gesellschaftlichen]] [[Reichtums]] ist die Familie das [[wesentliche]] [[Verhältnis]] der [[Generationen]] von Eltern und Kindern, ein [[existenzielles]] [[Verhältnis]] der [[Geschlechter]] als ein [[Lebensverhältnis]] der [[bürgerlichen Subjekte]], die sich gegen das Auseinderfallen ihrer menschlichen [[Eigenschaften]] im [[Dazwischensein]] ihrer [[Liebe]] zusammenraffen. In der Familie verwirklichen sie aber nicht die [[gesellschaftlichen]] [[Beziehungen]] ihrer [[Wirklichkeit]], sondern die [[Bestimmungen]] und [[Stimmungen]] ihrer [[Selbstveredelungen]] in einem [[zwischenmenschlichen Verhältnis]] von [[narzisstischen Persönlichkeiten]], deren [[Selbstverwirklichung]] an einer Verdopplung ihrer [[Selbstbezogenheit]] über ihre [[erzieherischen Beziehungen]] interessiert und ausgerichtet ist. Familie ist damit ein Hort der [[Anerziehung]] [[objektivierter]] [[Inhalte]] von [[Selbstgefühlen]], die in ihrer [[Kultur]] als [[objektive Selbstgefühle]] notwendig zur [[Selbstbehauptung]] sind, sich familiär aber nur im [[Widerspruch]] zwischen ihren [[Empfindungen]] und [[Gefühlen]] behaupten können. Denn zugleich soll Familie ein Schutzraum ihrer [[Beziehungen]] sein, die sich darin [[rechtlich]], [[psychisch]] und [[wirtschaftlich]] gegen einander versichern und hierdurch ihr [[Leben bergen]] (siehe [[Lebensburg]]), auch wenn sie vieles davon verbergen müssen. Von daher ist sie eine fundamental [[widersprüchliche]] [[private]] Lebensform, die für sich und für die Menschen niemals frei (siehe auch [[Freiheit]]) sein ist sie wesentlich von ihrer Existenzform abhängig ist (siehe [[Existenzwert]]). Was darin nötig ist [[erscheint]] [[unmittelbar]] [[natürlich]] [[bestimmt]] (siehe auch [[Warenfetischismus]]) und gilt wie eine Naturbestimmung als ein [[absoluter]] [[Lebenswert]] von [[Lebenspflchtigkeiten]] für die Beteiligten. Durch sie entstehen dann allerdings [[Lebenspflichten]], die sich nicht [[existenziell]] [[vermitteln]] un [[bewahrheiten]] lassen, weil diese dem [[Dasein]] ihrer [[Formbestimmungen]] als Hort der Befähigung zu menschlicher [[Selbstverwertung]] (siehe auch [[Wert]]) [[widersprechen]] würde und stattdessen eine [[Systematik]] einer [[mystifizierten]] [[Lebensschuld]] entwickeln. Darin wandelt sich die ausgänglich fundamentale [[Angst]], die [[Angst]] der [[Bürgerinnen]] und [[Bürger]] (siehe [[Kleinbürger]]) um ihre [[Verbürgung]] [[zwischenmenschlicher]] [[Existenzen]], in eine [[Lebensangst]] vor dem Verlust ihrer [[Selbstbezogenheiten]] (siehe [[Selbstverlust]]), wodurch die Menschen von sich selbst abrücken (siehe [[Selbstentfremdung]]) und [[verrückt]] werden (siehe hierzu [[Wahrnehmungszustand]]) und als &#039;&#039;[[Psychisch Kranke]]&#039;&#039; [[gesellschaftlich]] aussortiert und [[kulturell]] [[isoliert]] und [[ausgeschlossen]] werden können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In einer [[Gesellschaft]], in der die [[Bedürfnisse]] der Menschen als ihr Lebensgenuss [[getrennt]] von ihrer [[Arbeit]] (siehe [[Teilung der Arbeit]]), als ihre [[existenzielle]] Verpflichtung (siehe [[Lebenspflicht]]), als [[objektives Sollen]] des [[Lebens]] [[erscheint]], kann sich alle [[Existenz]] nur [[zwischen den Menschen]] [[vermitteln]] und sich in deren Existenzverwertung (siehe [[Existenzwert]]) durchsetzen. Ihre [[zwischenmenschlichen Beziehungen]] verhalten sich durch die [[Abwesenheit]] einer [[gegenständlichen]] [[Wirklichkeit]] in den Menschen als [[Angst]] vor einem [[Selbstverlust]], dem Verlust der [[Sinnlichkeit]] ihres [[Lebens]], vor dem [[gesellschaftlichen]] Nirwana, einem [[allgemeinen]] [[Nichts]], dem Loch einer [[fremden]] [[Wahrnehmungsidentität]], die sich gegen die [[Nichtungen]] des Lebens nurmehr aus der Unmöglichkeit einer [[wesentlich]] [[sinnlichen]] [[Beziehung]] in [[zwischenmenschlichen Verhältnissen]] ergibt und immer wieder in dem scheitern kann, was darin zu [[verwirklichen]] versucht wird. Weil sich dies im [[allgemeinen]] [[Erleben]] nur zwischen dem Lebensglück der [[Liebe]] und der [[Lebenspflichtigkeit]] ihrer [[Existenz]], als ihrer [[negierten]] [[Wirklichkeit]] - als durch sich selbst schon verneintes Lebensglück (siehe hierzu auch [[Nichtungstrieb]]) [[ereignen]] kann - suchen die [[Zwischenmenschen]] eime [[Wahrnehmungsidentität]] in einer gemeinen [[Lebensstruktur]] [[aufzuheben]], in der sie sich ihrer wechselseitigen [[Liebe]] durch die Lebensgemeinschaft einer Lebenspartnerschaft als [[Familie]] [[verbürgen]] indem sie die [[Entgegenwärtigungen]] ihrer [[narzisstische]] [[Selbstbezogenheiten]] [[aufheben]], sich an einander selbst [[vergegenwärtigen]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Selbstvergegenwärtigung ist eine Rückbeziehung auf sich selbst, die sich aus der [[Unwirklichkeit]] der [[Selbstwahrnehmung]] begründet. Es ist eine Vergewisserung einer [[persönlichen]] [[Identität]], die in [[psychisch]] bestimmten [[Verhältnissen]] nötig geworden ist, weil sich die durch ihre [[Gefühle]] [[objektiv]] verunsicherten Menschen darin behaupten und veredeln müssen. Was der [[narzisstische Persönlichkeit]] entgangen war, wird im Nachhinein durch eigenmächtige [[Beziehungen]] über die [[Geborgenheiten]] der [[Selbstwahrnehmung]] zurück gewonnen. Ihr ausdrückliches Lebensverhältnis ist daher eine [[Lebensburg]], welche die darin vereinigten [[Selbstbeziehungen]] für sich behauptet und sie in der [[Ausschließlichkeit]] ihrer [[Selbstbehauptung]] bestätigt und eingrenzt und alle [[fremden]] [[Selbstwahrnehmung]] ausgrenzt. Darin entstehen schließlich die [[Verhältnisse]] der [[symbiotischen Selbstbehauptung]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[bürgerliche]] Familie ist von da her der Zusammenschluss einer vergemeinschafteten [[subjektiven]] [[Selbstbehauptung zu einer Hausgemeinschaft derGenerationenund ihren existenziellen Lebenspflichtigkeiten (siehe auchLebenspflichten). Von daher stellt sie in ihrereinzelnenExistenzform dieFormeiner vergemeinschaftlichenVereinzelung dar, einersymbiotischeGemeinschaft, die durch denpersönlichenGemeinsinn(siehe auchFamiliensinn) ihrerSelbstbehauptunggegen das Elend vongesellschaftlichisoliertenMenschen als Burg einerzwischenmenschlichenGemeinschaftüber die vereinzelteindividualistischeExistenznarzisstischer Persönlichkeitenhinweghilft.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im [[Einzelnen]] gründet von da her jede Familie auf einer liebenden Gemeinschaft, so wie diese in ihre Gründung eingegangen ist. Es gehen darin also zunächst oder an sich die [[Gewohnheiten]] einer Lebenslust der [[Liebe]] zwischen Menschen ein, die für sich eine Lebensgemeinschaft über alle Widernisse ihres [[Lebens]] hinweg suchen und sich im [[privaten]] [[Dazwischensein]] ihrer [[gesellschaftlich]] öffentlichen [[Lebensverhältnisse]] versprechen, um dadurch einen Hort ihrer geschlechtlichen Identität und deren Konsequenzen zu schaffen. Im [[Allgemeinen]] ist diese Familie eine [[Gemeinschaft]] zur [[Reproduktion]], Fortpflanzung und [[Ausbildung]]des Gattungslebens und der Organisation der hieraus entstehenden Aufgaben, wie sie durch deren [[Lebensbedingungen]], den [[Notwendigkeiten]] ihrer [[objektiven]] [[Lebensbestimmungen]] und [[Umstände]] (siehe auch [[Formbestimmung]]) gestellt sind. Was bei den Tieren noch urwÜchsig aus ihrer Paarung als unmittelbar verwirklichte Geschlechtskultur hervorgeht ist fÜr die Menschen eine Sinnstiftung in den gesellschaftlichen [[Verhältnissen]] ihrer [[Naturmacht]], der Existenzform ihrer [[Kultur]] und den sozialen [[Notwendigkeiten]] der [[Reproduktion]] und [[Produktion]], der Fortpflanzung ihres [[Reichtums]], dem [[Verhältnis]] der [[Geschlechter]] und der [[Generationen]] und dem gesellschaftlichen Zusammenhang ihrer Erzeugnisse als [[Produkte]] ihrer [[Geschichte]], indem sie in ihren existenziellen Lebensgemeinschaften ihr [[Leben bergen]] wie auch verbergen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von da her ist in der [[bürgerlichen]] Kleinfamilie die Familie überhaupt die [[Lebensburg]] eines im Grunde beklemmenden [[Lebensverhältnisses]], als [[objektiv]] [[bestimmte]] [[Gemeinschaft]] zwischen Lebenslust und [[Lebenspflicht]], In ihrer Vergemeinschaftung begegnen sich die Menschen als familiäre [[Persönlichkeiten]] - sowohl als [[verkörperung]] ihres leiblichen Glücks als auch als Arbeitsgemeinschaft zur Bewältigung ihrer [[Lebenspflichtigkeiten]]. Der [[Widerspruch]] ihrer Gemeinschaft mag in ihrem ganz [[persönliche]] [[Familiensinn]] aufgehoben erscheinen; tatsächlich aber hintergehen die familiären [[Persönlichkeiten]] und Verwandschaften alles familiäre Glück schon durch die [[Struktur]] ihrer lebendige Verpflichtungen. Was durch die [[Lebensverhältnisse]] innerhalb der [[Lebensburg]] im [[Einzelnen]] als Lebenslust erscheint, wird im [[Allgemeinen]] gegen diese [[Beziehungen]] nichtig, zur Quelle einer [[strukturell]] [[substanziellsierten]] [[Lebensangst]]. Und solche [[Struktur]] wird mehr oder weniger schnell brüchig, sobald sich das Versprochene nicht [[wirklich]] erhalten lässt. Mit der [[Enttäuschung]] des Glücks einer an sich [[heilen Welt]] bricht die darin geborgene und verborgene [[Angst]] in einem [[Zustand]] der Ausweglosigkeit aus, wenn die Auflösung einer Familie in [[isolierten]] [[Lebensverhältnissen]], in der [[Ungewissheit]] möglicher kultureller oder materieller [[Verelendung]] endet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Lebensangst]] war dem ursprünglich schon längst vorausgeeilt, bevor sich ihre [[nichtende]] Macht [[ereignet]] und also [[verwirklicht]] hat. Sie hat eben ihren Ursprung schon in der Gründung einer Kleinfamilie (siehe [[Familie]]) der [[bÜrgerlichen Gesellschaft]], - nicht weil die schon durch sich selbst Angst machen würde, sondern weil darin die [[Wirklichkeit]] einer [[objektiven]] Lebensbedrängung zwischen Lebenslust und [[Lebenspflicht]] [[subjektiv]] aufgehoben ist. Die [[objektive]] [[VNichtungsmacht]] der [[Existenzverwertung]] des [[Kapitals]] setzt ihren [[Nichtungstrieb]] eben immer schon und unmittelbar ganz [[subjektiv]] durch. Eltern und Kinder sind im [[Allgemeinen]] durch die [[private]] [[Existenz]] ihrer [[erzieherischen Beziehungen]] Überfordert, hiergegen anzukämpfen. Ein Kompromiss zwischen lebenslust und [[Nichtungstrieb]], wie ihn die [[bürgerliche]] Familie durchziehen muss, richtete auf Dauer die Lebenkräfte [[isolierter]] [[Existenzen]] schon durch ihren [[Existenzwert]] über die nötigen [[Eigentumstitel (z.B. Mieten und Gebühren) zugrunde.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Den Kindern gelten die Eltern als ihre objektive [[Lebensbedingung]], die ihre [[ganze]] [[Subjektivität]] bestimmen. Soweit dieses [[Verhältnis]] [[gesellschaftlich]] [[isoliert]] und also total ist, entsteht in dem ausweglos scheinenden [[Leben]] eine Beengung durch die [[objektive]] [[Wirklichkeit]], deren subjektive [[Wirkungen]] in ihrem [[Grund]] nicht [[wahrnehmbar,]] nicht [[erkennbar]] sind, weil das [[erkennende]] [[Subjekt]]zugleich [[Objekt]] seiner eigenen [[Lebensbedingungen]], der [[Formbestimmung]] einer [[abwesenden]] [[Selbstwahrnehmung]] ist. Darin ist es die [[Angst]] vor der Übermacht einer [[existenziellen]] [[Struktur]] des [[Lebens]], welche die [[wahre]] [[Lebensäußerung]] und eigene Handlungsfähigkeit bedroht. Weil sie damit schon in einem Menschen selbst [[existenziell]] ist, verdoppelt sich durch die [[Angst]] um eine [[Wahrnehmungsidentität]] die [[Existenzangst]] zu einem manchmal auch chronisch werdenden [[Wahrnehmungszustand]], der durch eine [[objektive]] [[Nichtung]] seiner kulturellen Grundlagen entsteht und die ganze [[Subjektivität]] der [[Selbstwahrnehmung]] beherrscht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der [[bÜrgerlichen Gesellschaft]], in der selbst schon die Lust am [[Konsum]] und die Pflicht zur [[Lohnarbeit]] gespalten ist, in der die [[Lebensbedingungen]] zwischen [[Subjektivität]] und [[Objektivität]], zwischen [[BedÜrfnis]] und [[Arbeit]], zwischen [[Reproduktion]] und [[Produktion]] der [[gesellschaftlichen]] [[Verhältnisse]] zerteilt sind (siehe auch [[Teilung der Arbeit]]), begrÜndet sich eine Familie durch die [[zwischenmenschlichen Verhältnisse]] der [[persönlichen]] [[Beziehungen]] ihrer [[wirtschaftlichen]] und [[zwischenmenschlichen]] [[Existenz]], durch ihr Einkommen und durch die Liebesbeziehungen in einer persönlichen [[Gemeinschaft]] von [[privaten]] Haushalten, die durch ihr [[isoliertes]] [[Dasein]] zwischen [[Konsum]] und [[Arbeit]] sich als [[Existenz]] und zu ihren [[Existenzwert]] behaupten mÜssen (siehe auch [[Selbstbehauptung]]). Durch die [[Konkurrenz]]verhältnisse der Selbsterhaltung sind die Familien aber schon in den verschiedenen [[Klassen]] und [[Lebenswerten]] [[strukturel]] unterschieden (siehe [[Klassengegensatz]]), in denen sie sich im bloßen Kampf um ihre [[Existenz]] auch dem entsprechend gegeneinander verhalten mÜssen - einfach nur um in einer [[ausschließlich]] [[privaten]] Lebensform ihren existenziellen Zwängen (siehe [[Lebenspflichten]]) durch die [[Notwendigkeiten]] der [[Arbeit]] und der [[Ausbildung]] der nachfolgenden [[Generationen]] zu genÜgen und zugleich exklusiv in ihrer [[Kultur]] existieren zu können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sigmund Freud hatte einen Versuch gestartet, der die Pervertierung der [[Selbstwahrnehmung]] und vieler der ihr notwendigen Verhaltensweisen sowohl in der [[Familie]] als auch in den nationalen Kulturzusammenhängen zeitweise durchsetzt. Ein kulturbestimmtes Vernichtungsbedürfnis lässt sich ganz allgemein und öffentlich im [[Rassismus]], [[Antisemitismus]] und auch schon im Mobbing auf der Straße, im Internet oder in den Familien erkennen. Es sind immer mehr oder weniger weit vermittelte Reaktionen (siehe hierzu auch [[reaktionäres Bewusstsein]]) auf die [[Lebensängste]] in bürgerlichen Lebensverhältnissen. Es wäre deshalb angemessener, diese als [[Nichtungstrieb]] zu bezeichnen, der seinen Ursprung in den [[zwischenmenschlichen]] Existenzformationen der [[bürgerlichen Kultur]] hat. Damit lässt sich dann auch der so genannte Triebkonflikt der Familie als strukturelle Lebensform einer [[erzieherischen Verhältnisses]] im [[Ganzen]] aufklären.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn man von den Verwertungsverhältnissen des Kapitalismus absieht, so verhält sich eine Familie durch ihre Legitimation aus der bÜrgerlichen Existenz und dem Zuspruch ihrer [[Gemeinschaft]], der [[wirtschaftlichen]] und [[kulturellen]] [[Verallgemeinerungen]] - durch das, was darin gemein ist - ähnlich wie ein [[persönlicher]] [[Staat]] in einem [[politischen]][[Staat]]. Familiär darin sind [[persönliche]] [[Eigenschaften]] und [[Fähigkeiten]] unter den [[Bedingungen]], die in einem [[Lebensraum]] vorgefunden und erzeugt werden, weil sie hierin geprägt oder vererbt wurden. Immer ist Familie ein [[Lebensverhältnis]]von [[Generationen]], die durch ihre Geburt und in ihrer [[unmittelbar]] [[ergänzenden]] Funktion zur persönlichen [[Reproduktion]] miteinander politisch, kulturell und wirtschaftlich verbunden sind. Sie genießt von da her einen starken politischen Schutz durch den [[Nationalsaat]]- auch als [[Lebensraum]] einer abgesicherten [[Reproduktion]] der [[Gattung,]] als [[sittlich]] und [[wirtschaftlich]] sanktionierte Ordnung der Begattung (Immanuel Kant).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unmittelbar verschafft diese [[Form]] eines vergemeinschafteten [[Lebens]] den Menschen aber ganz eigene [[Bedingungen]], die sich [[inhaltlich]] in ihrem [[Verhalten]] [[zwischenmenschlich]] wie [[wirtschaftlich]] abschotten muss (siehe hierzu auch [[heile Welt]]). Wesentlich sind es die [[SelbstgefÜhle]] ihrer [[psychischen]] [[Selbstverwirklichung]], durch die sie verbunden und gehalten sind, um ihren [[privaten]] [[Lebensraum]] in ihren [[Empfindungen]] abzugrenzen und ihr hierdurch [[vergemeinschaftetes]] [[Leben]] in dieser [[Lebensburg]] Überhaupt [[entwickeln]] und in ihren [[SelbstgefÜhlen]] fortbilden zu können (siehe hierzu auch [[heile Welt]]) und ihre [[erzieherischen Beziehungen]] durch die intimen [[Eigenschaften]] ihrer [[GefÜhle]] unter der [[privaten]] [[Formbestimmtheit]] ihrer [[persönlichen]] [[Gemeinschaft]] ausfÜllen. In diesem [[Lebensraum]] sind die familiären Persönlichkeiten durch sich selbst[[Körper]] ihrer [[Beziehungen]] und somit zugleich körperliche mächtiges [[Subjekt]] wie auch ohnmächtiges [[Objekt]] ihrer Beziehungen. In ihrem [[SelbstgefÜhl]] sind sie zugleich [[äußerer]][[Gegenstand]] ihrer [[Empfindungen]], die sich hiergegen [[subjektiv]] zur [[Selbstwahrnehmung]] der Familie entwickeln. Innerhalb derselben sind diese ununterscheidbar, mÜssen sich aber existenziell zugleich fÜr sich selbst behaupten (siehe auch [[symbiotische Selbstbehauptung]]). Ihre GefÜhle [[verallgemeinern]] sich in ihrem [[Familiensinn]] (siehe auch [[Familienego]]) zu einem [[Übersinnlichen]] [[Sinn]] (siehe auch [[Über-Ich]]), von dem sich die [[Empfindungen]] [[emanzipieren]] mÜssen, um fÜr sich wahr zu werden und wahr zu sein. Innerhalb der Familie trennen sich von daher die [[SelbstgefÜhle]] von ihren [[Empfindungen]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der [[Abtrennung]] der [[GefÜhle]] von ihren [[Empfindungen]] entsteht eine [[zirkuläre Hermeneutik]], ein &#039;&#039;Echoraum&#039;&#039; der [[Empfindungen]],worin sich die [[Wahrnehmungen]] gegen die äußerlichen Bedrohlichkeiten ihrer [[zwischenmenschlichen Verhältnisse]] in ihren [[isolierten]] Erscheinungsformen vervielfachen und die [[Wahrheit]] ihrer [[Selbsterkenntnisse]] vereinseitigen, ihren ÜbernatÜrlich gewordenen Zusammenhang abtöten. Ihre [[Wahrnehmung]]reduziert die EindrÜcke ihrer [[Wirklichkeit]], auf die einfache und widerspruchslose [[Wahrheit]] einer[[isolierten]] Existenzform auf die [[Abstraktionen]] ihrer [[WidersprÜche]], deren Zusammenhänge sie nicht mehr [[ausdrÜcken]], sich nicht mehr darauf [[beziehen]] können. Sie meiden daher diese und entziehen sie ihrem Erkenntnisvermögen. Hierbei setzt sich in den hiernach gearteten [[zwischenmenschlichen Verhältnissen]] eine [[Selbstwahrnehmung]] durch, die sich durch die somit statuierte [[Selbstgerechtigkeit]] eines &#039;&#039;gesunden Lebensverhältnisses&#039;&#039; von den Widernissen und [[WidersprÜchen]] der [[gesellschaftlichen]] [[Wirklichkeit]] absetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die allgemeine [[Wahrnehmung]] in solchen eigenständigen [[Lebensräumen]] von selbstisolierten [[Gemeinschaften]] formatisieren sich durch ihre Selbstbeschränkungen zu einem Zusammenschluss ihrer [[Verselbständigung]], zu einem [[BedÜrfnis]] ihres [[Gemeinsinns]]nach Bewahrung und [[Totalisierung]] der [[Egozentrik]] ihrer [[Selbstveredelung]], wodurch sich ein durch die [[Selbstgerechtigkeit]] ihres [[Edelmuts]] in der Sicherheit fÜr ihr sich [[selbst veredeltes]] [[Leben]] entwickelt und gegen öffentliche EinflÜsse abschirmt (siehe auch [[heile Welt]]). So entstehen [[Selbstwahrnehmungen]], die sich in der Sicherheit und Abgrenzung ihrer durch sich selbst [[veredelten]] [[Verhältnisse]] bedroht fÜhlen, wenn sie [[Fremdes]] wahrnehmen und hierÜber ihre [[Entfremdung]] von der [[wirklichen]] Welt (siehe hierzu auch [[Wirklichkeit]]) erfahren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine jede [[Familie]], die sich als [[Form]] eines besonderen [[zwischenmenschlichen Verhältnisse]] begrÜndet, ist zugleich der [[Lebensraum]] [[lebenspflichtiger]] [[Beziehungen]] der in ihrer [[zwischenmenschlichen Beziehung]] unmittelbar beteiligten [[Persönlichkeiten]]. Sowohl das [[Leben]] wie auch das, was ihm [[verpflichtet]] ist, [[erscheint]] hier [[ausschließlich]] persönlich, weil darin die [[Personen]] als Eltern und Kinder sich zu einer wechselseitigen [[Bedingung]] ihres [[Lebens,]] zu einer persönlichen [[Lebensbedingung]] geworden sind. Darin können sie nicht durch sich das sein, worÜber sie sich aufeinander beziehen. Ihre [[Beziehung]] zieht sie zu einer [[Gemeinschaft]], die einen hierfÜr [[notwendigen]] [[Gemeinsinn]] durch jene entwickelt, die ihn als [[Mittel]] fÜr ihre familiären Machtverhältnissen nötig haben, um das zu sein, fÜr was sie unter deren [[Bedingtheiten]] fÜreinander [[pflichtschuldig]] sind. Ein [[allgemeines]] [[SchuldgefÜhl]] gegen die [[Macht]] einer hierfÜr aufbereiten Lebensverantwortung prägt ihre [[Beziehung]] und macht sie hierdurch mehr oder weniger [[hörig]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[bÜrgerliche]] Familie ist daher meist eine Kleinfamilie als Hort einer[[isolierten]] [[Selbstbehauptung]] in den [[Lebensräumen]], die sie [[bewohnt]]. In der [[Symbiose]] ihrer [[Lebensburg]] behaupten sich sich die Familienmitglieder (siehe [[symbiotische Selbstbehauptung]]) in einer [[Gesellschaft]], in der die [[Eigenschaften]] und [[Fähigkeiten]] der Menschen im [[Allgemeinen]] ihre [[persönliche]] [[Existenz]] als Potenzial ihrer Privatexistenz (siehe auch [[Privateigentum]]). Was sie zur ErfÜllung der Lebensanforderungen bilden können (siehe [[Sinnbildung]]), die ihr [[Leben]] unter dieser [[Bedingung]] ausmachen und bestimmen (siehe hierzu auch [[Lebenspflicht]]), erwerben sie daher im ständigen Konflikt mit den [[Notwendigkeiten]] ihrer bÜrgerlichen Existenz und ihren hierauf gegrÜndeten [[zwischenmenschlichen Verhältnissen]], wie sie aus abgeschotteten [[zwischenmenschlichen Beziehungen]] entstehen und entstanden sind, wie sie also durch sich und fÜr sich begrÜndet sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jede Familie ist hierfÜr ein [[Lebensraum]] von [[Gewohnheiten]], die durch einen Haushalt entstehen und nötig sind, um ihn je nach Art der gesellschaftlichen Wirtschaftsform zu bewältigen. In der [[bÜrgerlichen Gesellschaft]] ist es die Wirtschaftsform des [[Privateigentums]], das Lebens- und Umgangsformen in Privathaushalten bestimmt. Auch Freundschaften können zu Familien werden, wenn sie sich zu ihrer [[Existenz]] und darin fÜreinander verbindlich und also familiär verhalten, in gleichem [[Sinn]] fÜreinander [[da sind]] ohne nur [[nÜtzlich]] zu sein. Doch die Verbindlichkeit hängt sehr von der [[gesellschaftlichen]] [[Form]] ihrer [[Existenz]] ab, - welche [[Freiheit]] darin ihre [[Beziehungen]] bereichern kann, [[Zufälle]] möglich sein lässt und dennoch hiergegen nicht [[beliebig]] oder [[gleichgÜltig]] ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[bÜrgerliche]] Familie begrÜndet sich als [[Lebensraum]] eines [[vergemeinschafteten]] LebensgefÜhls, als [[Verhältnis]] von [[SelbstgefÜhlen]], die sich gegen ihre Außenwelt besonderen, einen Schutzraum fÜr die Intimität [[zwischenmenschlicher Beziehungen]] suchen und also als [[Lebensburg]] zur [[Selbstbehauptung]] einer sinnlichen [[Symbiose]] funktionieren (siehe auch [[symbiotische Selbstbehauptung]]). HierfÜr werden sie auch politisch und [[rechtlich]] in entsprechenden [[Vertrag]]sverhältnissen abgesichert. Doch erst im [[Verhältnis]] unterschiedlicher [[Generationen]] wird dieses [[Verhältnis]] auch wirklich [[notwendig]], weil darin die [[Nöte]] in [[gesellschaftlich]] [[isolierten]] Abhängigkeiten und [[erzieherischen Beziehungen]] gewendet werden mÜssen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im historischen Wortsinn ist Familie eine aristokratische Hausgemeinschaft (lat. familia) mit hieraus bedingtem Gefolge (famulus: der Haussklave), eine [[persönliche]] [[Gemeinschaft]], die einen von der [[Gesellschaft]] [[getrennten]] Haushalt betreibt und sich von daher auch als [[wirtschaftlichen]] [[Lebensraum]] jenseits von dieser zu verstehen ist. Unter der Bedingung des Geldverhältnisses (siehe [[Geldbesitz]]) ist Familie ein Hort des [[Wohnens]], zwischenmenschliche Lebenswelt eingewöhnter Beziehungen, gewohntes Liebesverhältnis der [[Lebensbergung]] im Einzelnen, das sich als private Welt konstituiert. In dieser sind die Grund[[stimmungen]] der [[Generationen]] maßgeblich, die sich darin zusammenfÜgen und auch einander fÜr Gedeih und Verderben dieser [[Lebensburg]] als Wohngemeinschaft erziehen, Wesentliche Grundbedingung hierfÜr ist die Ein[[stimmung]] auf die Gewöhnung der darin auftretenden Lebensäußerung, die mehr oder weniger zufällig von den gesellschaftlichen Verhältnissen [[isoliert]] verräumlicht auftreten und von daher auch eine Enge dieser Lebensäußerungen als Bedingung der Lebensgewohnheiten darin konstituieren, welche sich mit der Einengung und Bedrohung der einzelnen [[SelbstgefÜhle]] [[entwickelt]], die ein ungeheuerliches Maß an Selbstbeschränkungen (siehe [[erzieherische Beziehung]]) erzeugen kann. Im [[Verhältnis]] zur öffentlichen Lebensform der [[Gesellschaft]] des [[Geldes]] besteht daher eine grundlegende [[Lebensangst]], die [[verrÜckte]] [[Selbstwahrnehmungen]] [[bestimmen]] kann, wenn sie deren [[Gewohnheiten]] nicht mit eigenem Sinn fÜr [[allgemeine]] [[zwischenmenschliche Verhältnisse]] fÜllen kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Familie ist aber vor allem eine Lebensstruktur, in der sich die eingebrachte [[Subjektivität]] objektiviert, sich also als objektive Form selbst subjektiviert und von daher eine gesellschaftliche Bestimmung als Privatform des Lebens erfÜllt und diese [[zwischenmenschlich]] als Mensch und Form fÜr sich verdoppelt. Weil in dieser [[Form]] sich ihre Bestimmung somit intensiviert und alle darin entstehenden [[Absichten]] und Mängel total, im [[Prinzip]] unauflösbar werden, stellt sie eine gesellschaftlich isolierte Machtformation [[zwischenmenschlicher Beziehungen]] dar, in welcher der Mangel selbst durch die [[Anwesenheit]] [[einverleibter]] [[Verhältnisse]] als deren [[Lebensraum]] einen Gewinn fÜr diese Beziehungen darstellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der bÜrgerlichen Gesellschaft ist die Familie ihrem kulturellen Wesen entsprechend eine [[Akkumulation]] der [[Selbstverwertung]] des Geschlechtsverhältnisses, der Institutionalisierung gesellschaftlicher Geschlechtsrollen in einer [[persönlichen]] Form, in der [[Form]], worin sich Menschen als das gelten sollen, worin sie sich als besondere [[Geschlecht]]spartner und Eltern erscheinen. Sie häufen darin ihre [[Selbstwahrnehmungen]] so auf, dass sich deren [[Selbstwert]] als Lebenszusammenhang darstellen lässt, ganz gleich wie das [[Leben]] sonst Überhaupt ist. Immerhin kompensiert der auf diese Weise institutionalisierte [[Selbstwert]] nicht nur den Verlaust der [[Selbstachtung]] jenseits der familiären Verhältnisse, sondern auch den, der sich in ihr ins [[Verhältnis]] versetzt hat, ins Verhalten von unzähligen Selbstverwerfungen (siehe auch [[Selbstlosigkeit]]). Von daher ist dieser [[Lebensraum]] sowohl die Fixierung wechselseitiger [[Selbstbehauptungen]] (siehe [[symbiotische Selbstbehauptung]]), als immer auch schon eine Abschottung gegen die Mängel des gesellschaftlichen Geschlechtsverhältnisses und also eine [[Lebensburg]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die modernen [[zwischenmenschlichen Verhältnisse]] ist Familie daher der Form nach eine Schutzgemeinschaft gegen die kulturellen und ökonomischen Verwerfungen, welche den gesellschaftlichen Verhältnisse des [[Kapitalismus]] zur Folge in seinen [[Krisen]] und Zwängen aufkommen. Von daher haben sie als [[Lebensburgen]] der [[Zwischenmenschlichkeit]] eine restaurative Funktion der [[bürgerlichen Kultur]]. Im Unterschied zu feudalen Gesellschaftsformen, die auf der Hausmacht der [[Geschlechter]] und [[Generationen]] gründen, versteht sich Familie in der [[bürgerlichen Gesellschaft]] vor allem als kulturelle Lebensgemeinschaft der nächsten Abkömmlinge, dem Lebensverhältnis von Älteren (Eltern) und Jüngeren in der Generationsfolge, dem Verhältnis von Großeltern, Eltern und Kindern und zugleich als ein [[Erziehungs]]- und [[Beziehung]]szusammenhang der damit verwandten Menschen, der &#039;&#039;Blutsverwandten&#039;&#039; und der per Ehe[[vertrag]] eingeschwägerten Verwandten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der [[Begriff]] Familie unterstellt daher hierzulande vor allem das [[ursprüngliche]] [[sittliche]] Zusammenleben der [[Generationen]], die sich aus der [[Reproduktion]] der Generationsfolge bestimmen, also auch die [[Bildung]] und Befähigung zur Erhaltung der Art und [[Gesellschaft]] betreiben (siehe z.B. [[Erziehung]]). Familiär sind daher vor allem [[Eigenschaften]], die dieser Lebensform entsprechen, weil sie z.B. einer Familienkultur entspringen, die sich aus der [[Selbstbestimmtheit]] dieses [[Lebensraums]] ergibt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch Familie wird die allgemeine [[Egozentrik]] der vereinzelten [[Privatpersönlichkeiten]] soweit aufgehoben, wie sich die Familienmitglieder darin in einem [[Familiensinn]] [[vergemeinschaften]] und hierauf einen Schutzraum gegen deren [[Existenz]]weisen begründen. Sie bietet von daher ein [[Heim]] gegen die [[Macht]] der [[selbstgefühligen]] [[Entschiedenheiten]], in welchem sich ein Reservoir unmittelbarer [[Notwendigkeiten]] und [[Beziehungen]] [[entwickelt]], das der [[Natur]] der [[zwischenmenschlichen Verhältnisse]] entspricht und sie &#039;&#039;wie von selbst&#039;&#039; bestärkt. Da ihre Beziehungswelt jenseits der gesellschaftlichen [[Gegenständlichkeiten]] unmittelbar organisch organisiert sein muss kann sie gegen deren äußerliche [[gesellschaftliche]] [[Objektivität]] wie die Welt einer freien [[Subjektivität]] erscheinen, durch welche ihr Heim [[lebendig]] und die Welt im Jenseits zu einer [[unheimlichen]] [[Wirklichkeit]] wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weit mehr als die einzelnen Wahrnehmungen und Äußerungen bilden die [[Stimmungen]] in der [[Familie]] die Lebensgrundlage des [[SelbstgefÜhls]] ganzer [[Generationen]] durch die Ausgestaltungen ihres [[Lebensraums]]. Sie sind somit schon Keime einer [[Hörigkeit]], in der das Zugehörige sein [[Geltungsstreben]] entwickeln (siehe hierzu auch [[Fremdenfeindlichkeit]]) und deshalb auch [[rassistisch]] werden kann (siehe hierzu auch [[MassengefÜhl]]). Dies allerdings [[notwendig]] erst, wo es fÜr sich selbst kulturell verloren hat (siehe [[Selbstverlust]]) und [[widersinnig]] wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Familie ist also keine Naturtatsache (siehe auch [[Generationen]]) und auch keine natürliche Kulturform. Sie ist eine relativ moderne Privatform eines darin unmittelbar scheinenden Gattungsverhältnisses ([[siehe Gattungsbegriff]]), eine in ihrer [[zwischenmenschlichen]] [[Ausschließlichkeit]] bestimmten Lebensform der [[Geschlechter]] als Generationenverhältnis einer [[privaten]] [[Individualität]], die sich ebenso privat in einem [[Familiensinn]] [[vergemeinschaften]] und [[regenerieren]] muss, um in der [[bürgerlichen Gesellschaft]] überhaupt über ihre bornierte Vereinzelung hinausgehend noch Bestand zu haben, sich also [[reproduzieren]] zu können. Dies aber betrifft nicht nur die Reproduktion der Privatexistenz, sondern des menschlichen [[Lebens]] überhaupt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hier vermittelt sich das werdende und das gewordene Leben, die innigste Kultur der Menschen in ihrer bürgerlichen Existenzform, die das innere Glück des Lebendigen mit den Existenzbedingungen der Verwertbarkeit seiner [[Veräußerung]], seinem intimen Nutzen zusammenschließt und hieraus eine [[Lebenspflicht]] entwickeln muss, um diesen Schluss zu sichern. Die familiären Beziehungen werden unter dieser Bedingung vorauseilend bestimmt, so dass sie fÜr sich genommen unkenntlich werden. Diese &#039;&#039;Pflicht&#039;&#039; wird daher zur [[Gewohnheit]], zu einem [[Familiensinn,]] durch den die Menschen in der Familie nur in der Teilhabe hieran wahrgenommen werden und sich dabei als Menschen im [[Ganzen]] nur anteilig [[wahrhaben]] können. Letztlich ist dieser Sinn obsolet und lässt sich nur selten wirklich in dem einlösen, was er darstellen soll. Das GrundgefÜhl einer entwickelten Familie bleibt daher ein [[SchuldgefÜhl]], das die einzelnen Mitglieder zu einender haben, weil und sofern sie an ihrem [[Familiensinn]] notwendig scheitern, einander nicht die ErfÜllung beibringen können, die darin erforderlich ist. Dieses [[SchuldgefÜhl]] konkurriert daher auch unentwegt mit dem [[SelbstgefÜhl]], das jenseits der Familie möglich ist und dort zu einer ihr fremden ErfÜllung treibt (siehe hierzu auch [[Geltungsstreben]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gerade in der organischen Verbundenheit des werdenden [[Lebens]], besonders in der natürlichen [[Symbiose]] von Eltern und Kindern wirken die [[Formbestimmungen]] dieses [[Lebensraumes]] total, machen aus der körperlichen Symbiose eine [[psychische]], weil der Schutzraum dieser [[Lebensburg]] sich [[negativ]] gegen die Außenwelt behaupten muss und von daher eine politische Funktion in der Abschirmung der privaten Existenz gegen die gesellschaftliche hat. Von daher bildet sich in der Familie eine Subkultur, die als Grundform des Lebens selbst [[privat]] bestimmt erscheint und in dieser [[Selbstbehauptung]] die diesbezügliche [[Selbstbeziehung]] in der [[Selbstverwirklichung]] der Familienpersönlichkeiten gegen die rein [[objektiv]] vermittelt erscheinende [[Gesellschaft]] in der [[Psyche]] der Beteiligten sich als [[symbiotische Selbstbehauptung]] entfaltet und verwirklicht. Die [[objektiven Gefühle]] der Familie erscheinen daher unmittelbar selbst [[objektiv als Selbstgefühle]], die im Sinne eines [[Urvertrauens]] total sein müssen und dies nur sein können, wenn und soweit und wieweit sie dem [[Familiensinn]] psychisch entsprechen (siehe auch [[Psychokratie]]). Es ist der Sinn einer gesellschaftlich [[isolierten]] [[Notwendigkeit]] der [[Reproduktion]] des Leben überhaupt und enthält von daher gesellschaftliche Macht als unmittelbar persönliche [[Naturmacht]] der Generationen in dem hieraus [[formbestimmten]] [[Verhältnis]] zueinander.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Existenz einer kulturell unterworfenen Reproduktion geht auf in der [[Subjektivierung]] des [[Sachzwangs]] der bürgerlichen Gesellschaft zum Lebensprinzip ihrer [[Kultur]], Die objektive [[Bestimmtheit]] erscheint als [[Gemeinschaft]] menschlicher Bedürftigkeit, worin sie die Pflichten der bürgerlichen Existenz als Lebensverpflichtung aufnimmt und daraus die Dürftigkeit einer verkehrten Lebenserwartung im Glück menschlicher Lebensmomente erlebt. Gelingt deren Erfüllung, so kann die wirkliche Welt zur Nebensache werden und es vereinigen sich menschliche Bedürfnisse an der Leimstange ihrer bürgerlichen Verheißungen mit der Macht und Hoheit des unverwirklichten Lebens, dem [[Glauben]] an die Unendlichkeit eines in sich selbst beschränkten Glücks. Während sich die Älteren damit in dem Maß bescheiden müssen, wie ihre Vergangenheit ihre Gegenwart einholt, wird genau dies zum wesentlichen Problem der Jüngeren, weil die Welt die Hauptsache ihrer Zukunft sein muss.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Familie beziehen sich die Generationen aufeinander in ihren gegensätzlichen Lebensinteressen, die nirgendwo anders wirklich sein können. Je kleiner sie ist, desto totaler und ausschließlicher vereinigt sich dieser Gegensatz im Verhältnis der Entgegnungen. Sie ist der rückbezogene Lebensraum eines gesellschaftlich ausgeschlossenen Lebens, der Rückzugsraum der darin geborgenen Gattung, die [[Lebensburg]] einer Gesellschaft, die für sich die Lebensform zerteilter Beziehungen ist, die sich in ihren Verhältnissen ausschließen und von daher von ihrer [[Geschichte]], von der Vergangenheit ihrer Entstehungsgeschichte selbst beherrscht sind. In der Familie herrscht das Entschiedene in der Abscheidung und wird darin zu einer Lebensform ausschließlicher Sinnlichkeit, die durch den Ausschluss ihrer gesellschaftlichen Bezogenheit in sich selbst herrscht, also eine Burg der [[Selbstbeherrschung]] sein muss.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Familie müssen die Menschen [[ausschließlich]] ihr ausgeschlossenes [[Leben]] beherrschen. Sie befinden sich in einem Verhältnis, worin ein jeder [[notwendiges]] Objekt des anderen ist und als Subjekt zugleich hierdurch seine eigene [[Not]] wendet. Er ist damit also selbst in einem [[Besitz]]verhältnis, das die [[Subjekte]] sich [[objektiv]] unterwirft, die sich in dieser Unterwerfung zugleich ausschließlich [[subjektiv]] erscheinen. So entsprechen sie nicht nur objektiv, sondern auch subjektiv den [[Formbestimmungen]] der [[bürgerlichen Gesellschaft]], worin und wodurch die Menschen zugleich [[allgemein]] objektiv nicht nur durch ihren [[Besitz]] bzw. ihre Besitzlosigkeit, sondern zugleich auch selbst durch das Verhältnis ihrer Sachen als Kulturverhältnis der Personen bestimmt sind (siehe [[Warenfetischismus]]). Die [[Verkehrungen]] dieser Gesellschaft treten in der Familie als eine sich selbst verkehrende [[Beziehung]] der Menschen zur Persönlichkeit ihres gesellschaftlichen Lebensraumes auf und lassen diese als selbständiges Privatwesen erscheinen, das sich in seinem familiären Haushalt vollständig, sowohl existenziell wie kulturell als Subjekt seiner Geschichte, als Schmied seines Glücks verstehen kann, während es objektiv vollzieht, was zur Reproduktion des Menschseins - körperlich, psychisch wie auch kulturell in dieser Welt nötig ist. Die Existenz einer kulturell unterworfenen Reproduktion geht auf in der [[Subjektivierung]] des [[Sachzwangs]] der bürgerlichen Gesellschaft zum Lebensprinzip ihrer [[Kultur]], Die objektive [[Bestimmtheit]] erscheint als [[Gemeinschaft]] menschlicher Bedürftigkeit, worin sie die Pflichten der bürgerlichen Existenz als Lebensverpflichtung aufnimmt und daraus die Dürftigkeit einer verkehrten Lebenserwartung im Glück menschlicher Lebensmomente abfeiern kann. Gelingt deren Erfüllung, so wird die wirkliche Welt zur Nebensache und es verkleben sich menschliche Bedürfnisse an der Leimstange ihrer bürgerlichen Verheißungen mit der Macht und Hoheit des unverwirklichten Lebens, dem [[Glauben]] an die Unendlichkeit eines sich selbst beschränkenden Glücks. Während sich die Älteren damit in dem Maß bescheiden, wie ihre Vergangenheit ihre Gegenwart einholt, wird genau dies zum wesentlichen Problem der Jüngeren, weil die Welt die Hauptsache ihrer Zukunft sein muss.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Gattungsleben erscheint in der Form einer familiären Gemeinschaft als das ganz große Glück in der ganz kleinen Welt einer monströsen Wirklichkeit, in der Lebensenge einer Kleinfamilie, worin ein ungeheuerlicher Aufwand betrieben und geleistet werden muss, um im Kleinen wirklich außerordentlich Großes zu bewältigen. Doch gerade dadurch ist den Menschen ein Verhältnis auferlegt, in dem im einzelnen glücklich sein oder Glück bringen soll, was gesellschaftlich nicht wirklich wahr sein kann: Ein unmittelbar menschliches Leben. Und dieses ist wesentlich von einer gesellschaftlichen Lebensaufgabe bestimmt, die das Verhältnis des Lebens vor allem zwischen Pflicht und Schuld bewegt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist eine gewaltige Leistung, eine Familie zu erhalten, Kinder zu erziehen und das Verhältnis der Generationen und Geschlechter als privat heraus gesetztes Leben zu formatieren und als ausschließliche Lebensform durchzuhalten. Es ist eine übergroße gesellschaftliche Aufgabe, die da eine kleine Gemeinschaft zu bewältigen hat. Familie ist im Grunde unwirtschaftlich, von daher ohne wirklichen Nutzen für sich, aber voller Sinn. Sie vollzieht ganz lebenspraktisch den Widerspruch von Sinn und Nutzen und macht ihn für sich fest als Familiensinn.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nirgendwo sind sich die Menschen so nah und müssen füreinander soviel sein, was sie nicht sein können, was sie sich also gegenseitig vormachen müssen, um auch menschlich zu sein. Es herrscht in dieser Lebensform ein Verhältnis, worin sich die Scheinbarkeit ihrer Persönlichkeit selbst ermächtigen und substanziell &#039;&#039;füttern&#039;&#039; muss, während sie objektiv ganz und vollständig den Lebensnotwendigkeiten folgt, denen sie unterworfen bleibt. Erst wenn sich dies in den Menschen selbst ausgestaltet, erst wenn sie also aus der Familie heraustreten, erleiden sie an sich selbst die Scheinbarkeit ihres familiären Zusammenhalts und es treibt sich dieser in seiner [[Verrücktheit]] aus ihnen hervor. Sie erleiden in ihrer Wahrnehmung die bloße [[Abwesenheit]] der [[Selbstgefühle]], an die sie sich [[gewöhnt]] und die sie sich angewöhnt haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der [[burgerlichen]] Kultur ist die Familie der [[Wohnraum]] von [[Verhältnissen]], in denen gesellschaftliche Grundlagen sich zur [[Gewohnheit]] einer Privatform von Selbstbegründungen verkehren. Mann und Frau und Kind erkennen einander darin nicht als gesellschaftlich verkehrende Menschen, sondern als [[Gemeinschaft]] ihrer privaten [[Verkehrung]], als Rückbezüglichkeit und Zurückziehung des Lebens, das in der wirklichen [[Gesellschaft]] untergeht, als [[Lebensburg]] einer [[Gemeinschaft]], welche [[Leben]] und [[Liebe]] einfordert, weil diese in ihr nicht wirklich aufgehen kann. Familie wird hierdurch zum [[Lebensraum]] einer [[Liebes]]- und Lebensschuld, einer gesellschaftlichen Rückbildung, in welcher sich deren Mängel als Triumph persönlicher [[Macht]] und Selbstgestaltung formieren, auch wenn diese nur auf [[Schuldgefühlen]] gründet, auf der [[Ohnmacht]] des familiarisierten [[Lebens]]. Sie ist das organisierte Geschlechtsverhältnis von [[Privatpersonen]], das auf der [[gewöhnlichen]] [[Anwesenheit]] der [[Geschlechter]] und [[Generationen]] in einem [[gemeinschaftlichen]] [[Lebensraum]] beruht, der auch gegen die Einwirkungen der Öffentlichkeit Schutzraum bietet und sich wie die [[Lebensburg]] einer Eigenwelt gegen die Anmaßungen einer hiergegen [[fremd]] erscheinenden [[Gesellschaft]] verhält.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Lebensform macht die Reproduktionsform des Geschlechtsverhältnis als Generationenverhältnis aus und [[bestimmt]] die Existenzform der individualisierten [[Reproduktion]] eines gesellschaftlichen [[Lebensverhältnisses]] zu einem [[ausschließlichen]] Verhältnis eines [[isolierten]] [[Gattungswesens]]. Als dessen [[Privatform]] entfaltet es sich zur Haushaltungsform eines [[Familiensinns]], der vor allem die darin [[isolierte]] [[Liebe]]sbeziehung und ihre [[psychische]] [[Substanz]] bestimmt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Familie ist das [[Zwischenmenschliche]] jenseits seiner äußeren [[Bestimmtheit]] vereint zu einem Menschsein zwischen allem Menschlichen. Zwischenmenschliche [[Liebe]], die sich zwischen den Menschen in ihrer reflektierten Form als [[Psyche]] zu gegensinnigen Charakteren entwickelt hatte, wird nun zu einer Lebensform selbst. Es kommen sich darin die Menschen aus ihrer Liebesnot heraus [[geborgen]] vor, als geborgenes [[Leben]] (siehe [[Lebensbergung]]), das seinen [[Sinn]] in dessen [[Notwendigkeiten]] nun [[erlebt]] und [[leidet]] und von daher auf sein Menschsein überhaupt zurückkommt, wie gebrochen dieses auch in seiner [[Gesellschaft]] existieren mag. Doch es ist ein Menschsein, das seine [[Gegenwärtigkeit]] zunehmend aufgeben muss, um seiner Existenzform genügen zu können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die widersprüchliche Bestimmtheit der [[zwischenmenschlichen Verhältnisse]] erscheinen in der Familie aufgehoben in reale Gegensätze von Mann, Frau und Kind. Diese müssen daher auch subjektiv das austragen, was ihnen objektiv in diesem kleinen [[Lebensraum]] zugetragen ist und sich zutragen wird. Besonders die Kinder erfahren ihre objektive Lebensbedingung in den elterlichen Subjekten des Familienlebens, und Mann und Frau müssen ihre Beziehungen nun auch objektiv in einer [[Ehe]], im Bündnis verselbständigter Geschlechtsrollen, in der Selbständigkeit von [[Mann]] als Mann und [[Frau]] als Frau bewältigen. Die Kinder selbst sind unterschiedlich vor allem aus der Reihenfolge ihrer Geburt bestimmt; das Erstgeborene im Ganzen der Ehe, das letztgeborene hiervon befreit. In dieser Folge teilt sich die Form der Familie als Verhältnisform von [[Privatpersonen]] mit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;Daß der bürgerliche Staat sein besonderes Augenmerk auf die Familie richtet, liegt aber vor allem daran, daß diese der einzige Garant für bürgerliche Identität ist. In dem Maß, wie der öffentliche Umgang, wie die allgemeinen Lebens- und Produktionsverhältnisse verrohen, muß eben die Stätte, worin sich die Menschen noch als Mensch zu begegnen scheinen, besonders geschützt werden. Gerade wo die gesellschaftliche Öffentlichkeit zunehmend und sichtbar unangemessen für menschliche Lebenszusammenhänge wird, da muß der Staat auf den individualisierten Menschen zurückgreifen. Wo es keine gesellschaftliche Öffentlichkeit gibt, da hat das Familienleben Hochkonjunktur. Der Gegensatz von Privatheit und Öffentlichkeit, wie er schon in der bürgerlichen Produktionsweise angelegt ist, entwickelt sich erst dann zum absoluten Gegensatz, wenn das öffentliche Leben keinen Sinn mehr hat, wenn also das Geldverhältnis einziges öffentliches Verhältnis geworden ist (d.h. wenn eine Nation vollständig zum Geldbesitzer, zum Imperialisten geworden ist). In einer solchen Nation ist der Mensch absolut für sich und lebt auch dem Zwang zu seiner Lebenserhaltung gegenüber unangemessen, wenn er keine Familie hat. Dies ist der bürgerlichen Familie als ihre Existenzbedingung vorausgesetzt. Da sie für sich aber unmittelbare Lebensgemeinschaft ist, läßt sich darin gerade diese Welt ertragen, wenn und solange die in der Lage ist, die materiellen Lebensgrundlagen für familiäres Leben bereitzustellen; - und dies ist ja eben in solchen Nationen gegeben. So bleibt auch eine für das menschliche Leben absurde, d. h. sinnwidrige Gesellschaft über ihre eigene Bodenlosigkeit hinaus »gesellschaftsfähig«.&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;Die bürgerliche Familie ist für den Zusammenhalt der bürgerlichen Gesellschaft vor allem deshalb unabdingbar, weil in ihr das gesellschaftliche Leben als unmittelbar menschliches Leben erscheint und daher durch sie das familiäre Leben als unmittelbar gesellschaftliches Leben behauptet werden kann. Die Gesellschaft, welche die Menschen durch ihr Zusammenwirken erst erzeugen, gilt hier als die Bedingung ihres Lebens, als Voraussetzung ihres Tuns, als natürliche Gewalt, die schon in ihr Verhalten einwirkt, bevor es verwirklicht ist. Durch die Familie wird eine Naturgemeinschaft gesetzt, die dem einzelnen auch die einzige Gesellschaft ist. Hierdurch aber ist die Gesellschaft bereits per Geburt in jedem einzelnen, bevor er seine Gesellschaft erzeugen kann, und zugleich ist die Gesellschaft außerhalb von jedem einzelnen, bevor er überhaupt darin sein kann. Das heißt: Gesellschaft wird so zum unmittelbaren, also mittellosen Zusammensein von Menschen herabgesetzt und zum unbefragbaren, unabänderlichen menschlichen Lebensprinzip, also zur mächtigen Allgemeinheit über den einzelnen Menschen, sein Leben und Bewußtsein. [[(Pfreundschuh in Was heißt da: Psychisch krank? - Teil 4: Von der Welt der Person zur Persönlichkeit)]]&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Historisch ist die Familie das Produkt einer [[Liebe]], die zu einem Lebensversprechen unter der [[Bedingung]] geworden ist, die [[Existenz]] des [[Lebens]] gemeinsam zu meistern. Sie ist damit eine Lebensform von [[Liebe]] und zugleich die Lebensform der [[Reproduktion]], die als natürlichster und ursprünglichster Lebenszusammenhang der einzelnen und gemeinschaftlichen Existenz erscheint, als Reproduktionsform der Gattung Mensch schlechthin, wie er einzeln und zugleich allgemein leibt und lebt und [[Raum]] und [[Körper]] hat und mit alledem [[wohnt]]. In der Familie verhalten sich die Menschen als eine Einheit der Lebensgewohnheiten, die ihren Widerstreit der Notwendigkeit des Existierens in gemeinsamem Haushalt und Wohnraum aufgehoben haben, weil sie um ihr [[Leben]] besorgt sind, weil sie also bestimmt sind durch bestehende Lebensverhältnisse, die besorgt werden müssen und sich in dieser Besorgung selbst füreinander bestimmt wissen müssen. Soweit diese Besorgung in dieser Gemeinschaft gelingt, sind darin die Lebensbedingungen auch wirklich aufgehoben und können als Liebesglück der Familienmitglieder fortbestehen und dieses kann sich solange auch als aufgehobene Bedingtheit, also unbedingt erscheinen. Dieses macht die gemeine Gewissheit der Menschen darin aus und deshalb erscheinen sie im [[Ganzen]] ihres Lebens bestimmt und zugleich bestimmend füreinander, geworden aus diesem und Leben erzeugend, wie es ihnen in ihrem [[Empfinden]] und [[Fühlen]] gegeben ist. Ihre [[Selbstwahrnehmungen]] sind somit die ausschließlichen [[Wahrnehmungen]] ihres Lebens.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Familie wird das Leben zur Begebenheit und zur [[Gegebenheit]]. Darin ist alles, was Leben und Lieben sein kann und sein soll familiär: Lebenspflicht und Lebensschuld. Die Lebensschuld macht die Bestimmung des Familienlebens und des Familiensinns aus, ist ihr Begriff, die Formbestimmung allen Lebens darin. Er bemisst was ist an dem, was Leben sein soll, das entsteht und vergeht, ohne sein zu können was es ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hierdurch ist alles zugleich [[objektiv]] bestimmt, wie [[subjektiv]] es auch entstanden sein mag und besteht, denn die Gattung und Begattung ist darin ganz allgemein für sich und einzeln wie ein [[Ganzes]] ihres Verhältnisses: Der Raum ist Lebensraum schlechthin, der Körper Sinnlichkeit schlechthin und die Wohnung wird zur Gewohnheit, zur Lebensform schlechthin, die sich weder teilen noch mitteilen noch wirklich auseinandersetzen lässt, ohne dass damit die Familie als [[Ganzes]] bedroht wäre. In der Familie sind ja auch tatsächlich alle [[Beziehungen]] unausweichlich, alle Tätigkeiten [[notwendig]], alle Lebensplanungen und Verständigungen [[absolut]] - eben weil sie eine bestimmte Gesellschaftsform ist und einer bestimmten Gesellschaftsform angehört, in der Liebe und Reproduktion als ausschließliche und ausschließende Individualität, als Privatexistenz jenseits der gesellschaftlichen [[Produktion]] und der [[Menschenliebe]] zur [[Isolation]] ihres Lebensprozesses bestimmt sind. Als diese ausgeschlossene Einheit ist die Familie ein geschlossenes FÜrsorgesystem, das sich aus der Liebe und den Grundbedürfnissen der Menschen nach Leben und Überleben begründet und als Verpflichtung für das Leben und die Liebe gestaltet. Indem sich die Menschen als Subjekte ihrer Pflicht dadurch erscheinen, dass sie ihnen natürlich wie ein Gattungsverhältnis vorkommt, wird ihre Liebe darin notwendig pflichtschuldig, objektiv verpflichtet und selbst objektiv. Es ist die [[Subjektivität]] einer [[heilen Welt]], die nur durch Bindung an ihr Heil, an das [[Ganze]], ihre innersten [[Widersprüche]] und [[Zweifel]] überstehen kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber die Familie bietet hierdurch auch die Einheit objektivierter Subjekte, die sich nur in dieser Lebensform aus der Entzweiung von [[Empfindung]] und [[Gefühle]] befreien können. Sie empfinden sich, wie sie sich fühlen, solange sie noch unter dieser Bedingung subjektiv sein können, solange sie also noch als Menschen einander wahrnehmbar sind. Hierdurch ist Familie zumindest und zuerst eine Welt voller Trost gegen jene &#039;&#039;kalte Welt&#039;&#039; der Sachzwänge, eine Lebensgemeinschaft, die in ihrer Familie ihre [[Liebe]] verwirklicht und sich selbst in keinem Widerspruch zu ihrer Liebespflicht sehen muss. Sie wird erst zum Horror, wenn sie jede Subjektivität verloren hat und Existenzzwänge als persönliches [[Schuld]]- und Beschuldigungsverhältnis wie ein Gattungsproblem ihrer Liebe ausgetragen werden. Darin entpuppen sich die Beziehungen in der Familie als [[prothetische Beziehungen]] einer mächtigen [[Scheinwelt]] und es tritt hervor, dass Gefühle in der Familie nur pflichtschuldig empfunden werden können und dies ihre Einheit ausmacht, dass also auch empfunden wird, was gefühlt und verspürt werden muss, weil die Lebensbesorgung sich darin eint, dass beides sonst verworfen wäre. Empfunden wird, was gefühlt werden muss, weil die Familienmitglieder sich darin wahrhaben, Objekte sind von dem, wofür sie wahrgenommen werden. Darin entwickeln sich objektive Selbstwahrnehmungen. Das [[Selbstgefühl]] wird für sich zu einer moralischen Integrität, zu einem [[objektiven Selbstgefühl]], das mit der Lebensverpflichtung aufkommt, also letztlich [[Symbiose]], die Vergemeinschaftung einer objektiv bestimmten Liebes- und Lebensbeziehung, ein Machtgefühl des integren Familiar ist: Die gute Mutter, der gute Vater, das gute Kind, der gute Mensch. Von daher ist die Familie das Lebensverhältnis, worin die bürgerliche Kultur ihre Güte hat. Je kleiner sie ist, desto unbeschadeter ist diese Position. Die Kraft der Güte besteht aus verbrauchtem [[Leben]] und zehrt alleine aus verwirklichter Lebenspflicht. Sie ist von daher die Basis [[reaktionärer]] Prozesse in der Kultur, die Familie zur &#039;&#039;Keimzelle des Staates&#039;&#039; machen (siehe [[Kulturstaat]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Gesellschaften, in denen die Reproduktion der Menschen tatsächlich durch unmittelbaren Zusammenschluss der Generationen und Geschlechter nur möglich ist, also eigentlich Stammesgesellschaften, wird Familie als einzig tragfähige Gesellschaftsform hingenommen für alle Belange, die Gesellschaft ausmacht: Schutz vor Gewalt, Arbeit, Bildung, Gesundheit, Soziales usw.. Wo Gelderwerb in diesen Strukturen lebensnotwendig wird, werden solche Familien aber auch schnell zu einem [[Ausbeutung]]sverhältnis (Kinderarbeit, Frauenversklavung) für fremde Interessen. In der Dritten Welt ist bis heute die Anzahl der Kinder lebensentscheidend, da sie den Rückhalt der Ausbeutungsverhältnisse ausmachen - bis hin zur Kinderprostitution.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber selbst wenn eine Gesellschaft in der Lage ist, die Aufgaben des Schutzes und Erhalts der Privatexistenz zu sichern, wird Familie doch auch als [[Lebensraum]] für urtümliche Belange der Reproduktion, Arbeitsteilung, Haushalt und Zeugung von &#039;&#039;Nachkommen&#039;&#039; angesehen - und wenn auch nur als sittlich (als Vermittlung allgemein geforderte Werte) oder ästhetisch (die ausgezeichnete, besonders [[schöne und gute]] Form der [[Zwischenmenschlichkeit]]) oder hygienisch (&#039;&#039;geregeltes Geschlechtsverhältnis&#039;&#039;) vorteilhafte Lebensform. Immerhin hat sie im Unterschied zu nur spontanen und willkürlich wechselnden Liebesbeziehungen einer [[Konsumkultur]] eine notwendige Verbindlichkeit der Verbundenheiten und fördert zunächst deren Durchsichtigkeit und wechselseitig notwendige [[Achtung]], wenngleich dies nicht unbedingt [[wirkliche]] Achtung sein muss, die Selbstachtung sogar hintergehen kann, wenn diese der reinen Beachtung des [[Familiensinns]] unterworfen ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tatsächlich gelingt ein Achtungsverhältnis am ehesten als größere Familie, weil darin die Wechselwirkungen der Menschen auch noch [[Wirklichkeit]] hat. Zu einem ausschließlich [[seelischen]] Verhältnis wird sie erst, wo diese Verwirklichung menschlicher Beziehungen als [[zwischenmenschliche Beziehung]] nicht mehr möglich ist. Je kleiner der [[Privat]]raum dieser [[Beziehung]], desto größer wird seine seelische Selbständigkeit, die Lust und Gewalt der beseelten Drei- oder Zweisamkeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber auch allgemein und unter der Bedingung, dass ein hinreichend großes und geregeltes Einkommen an [[Geld]] oder [[Geldbesitz]] besteht (siehe hierzu besonders die [[Dienstleistungsgesellschaft]]), ist Familie die Lebensform, worin die Lebensgefühle voraussetzungslos erscheinen können und selbstverständlich sind oder sein sollen, der Raum für [[Selbstgefühl]], welches eine gemeinschaftliche Welt bildet, die sie als [[Familiensinn]] zusammenhält oder zusammenhalten soll. In der Familie können sich die Menschen als unmittelbare Menschen erscheinen, sich aus dem gesellschaftlichen Leben zurückziehen und dem Druck der Existenz ausweichen, solange das Geld für den Haushalt reicht und solange sie als Lebenswelt funktioniert und [[Kultur]] hat. Für das bürgerliche [[Individuum]], das in der gesellschaftlichen Welt sich weitgehend in [[Konkurrenz]] befindet und sich existentiell und emotional bedroht sieht, ist hier meist der einzige Raum für seine wesentlich menschlichen Beziehungen. Zur Abwendung der bedrohlichen Fremdheit der Welt ist Familie der Lebensraum schlechthin. Diese Ausschließlichkeit entwickelt einen [[Familiensinn]], zugleich aber auch eine Art [[ästhetische]] Weltfremdheit, also eine [[Entfremdung]] der LebensgefÜhle von der Welt, weil darin die zwischenmenschlichen GefÜhle ihren [[Empfindungen]] vorausgesetzt sind und zugleich als Lebensbedingung empfunden werden. Es entsteht hieraus eine Art Verhältnisschwachsinn zu wirklichen sozialen [[Beziehungen]] und den wirklichen [[Dingen]] und vor allem den [[Bedingungen]] einer Lebens[[gewissheit]]. Es verbleibt eine in den GefÜhlen gedoppelte Empfindungswelt, die eine [[symbiotische Selbstbehauptung]] bestärkt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese GefÜhle gehen zwar in das Familienleben ein, sind ihm aber in Wahrheit schon vorausgesetzt und werden meist von den Eltern betrieben und umsorgt. Aber sie bewahren sich darin nicht als Grundlage der Verhältnisse und als darauf gründende Stellung der Menschen und Generationen zueinander, sondern als recht eigentliche und [[eigentümliche]] Gefühlswelt, die sich als Weltersatz einstellt. Durch das Gefühl unmittelbarer Eigentlichkeit wird das Bewohnte zur [[Gewohnheit]] und die Entfremdung von Familie und Welt solange ausgeglichen, solange darin [[Liebe]] fortbestehen kann, die hierdurch allerdings keine wirkliche, sondern übersinnliche [[Identität]] haben muss. Diese Liebesgewohnheiten haben daher ihren Eigensinn auch als Eigendünkel gegenüber der Welt. Und so macht sich in der sonstigen Lebenswelt die Weltfremdheit der Familie als eine Liebe geltend, die ihren Sinn durch die Aufgaben der Familie hat, besonders der Fürsorge für eine Reproduktion des privatisierten Menschen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von daher ist die Familie eine Leidensgemeinschaft für ein [[Leiden]], dessen Grund sich fremd ist: Entfremdetes Leiden. Es ist nicht mehr der [[Sinn]] für [[Tätigkeit]], sondern beseelter [[Schmerz]] des Welt[[erlebens]]. Darin wird die Ohnmacht des Individuums gegenüber seinen wirklichen gesellschaftlichen Zusammenhängen zur Liebesmacht vertrauter [[Anwesenheiten]] gewendet. Dies verlangt lediglich, dass die beteiligten Menschen das Verhältnis zu sich selbst finden, dass sie ihre Selbstaufgabe gegenüber einer solchen [[Macht]] als [[Glück]] oder zumindest als seelische [[Notwendigkeit]] empfinden. Es wird ihnen leicht gemacht, wenn die Familie ihr Fürsorgesystem mit Liebe zustopfen kann und solange dieses Verhältnis nicht als Gefühlsverhältnis zum Platzen kommt. Zwangsläufig wird es als permanente Forderung des ganzen familiären Lebenszusammenhangs gegen den einzelnen wirksam sein, als [[Schuldgefühl]] in das [[Selbstgefühl]] wie ein [[objektives Gefühl]] eindringen. Meist sind die Kinder die Träger desselben, wie sie auch die unmittelbare [[Wahrheit]] des Familienlebens am ehesten ausdrücken können - zunächst als Glück für die Eltern, später als Leid.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der kulturellen Abtrennung von ihrer [[Gesellschaft]] ([[bürgerliche Kultur]]) wird die Familie zu einer [[Scheinwelt]], zur Lebenswelt des unmittelbar scheinenden Menschen, dem Menschen, wie er sich ohne äußere Bedingung fühlen kann, soweit er sich hierbei auch als Mensch zu reproduzieren versteht. Bestätigt und gewährleistet ist sie alleine aus der gesellschaftlichen Unmöglichkeit, menschliches Leben wirklich, also mit Wirkung darzustellen, zu bestätigen und weiter zu bringen. Die Rückbeziehung auf sich in dieser Abtrennung vom gesellschaftlichen Leben macht das Leben der Individuen in einer Familie zu einer Gesellschaft, die sich auf der Begründung ihres Zusammenhalts zu einer individuellen Menschenwelt entwickelt, die sich in einer wechselseitigen Anmaßung an das [[Leben]] der anderen beteiligten Menschen verhält, als Einforderung des Menschseins, wie es sich in seiner [[isolierten]] Form bewährt, [[Identität]] der Scheinwelt überhaupt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So kann Familie in der [[bürgerlichen Gesellschaft]] als Selbstrettung funktionieren, als [[Lebensburg]] und Bunker von Menschen, die sich gegenseitig als [[Lebensbedingung]] [[wahrhaben]], als unbedingte Bedingungslosigkeit ihres [[Lebens]], als Hort ihrer vergemeinschafteten Weltfremdheit. Sie überfordern sich dabei zwangsläufig, weil alle menschlichen [[Wirkungen]] und also auch ihre [[zwischenmenschliche Verhältnismäßigkeit]] darin nicht vollzogen werden kann, ohne sich in der außerfamiliären Welt Lebensinhalt zu holen. Für sich kann das Leben in der Familie keinen anderen Sinn verwirklichen, als die Menschen darin durch sich schon haben. Jede wirkliche Entwicklung eines Menschen muss also auch das Gemäuer der Lebensstruktur Familie sprengen. Um dem Zusammenbruch des geschützten und abgetrennten Lebensraums zu entgehen, bildet sich in der familiären Beziehung daher ein [[Familiensinn]], der meist von den Älteren gesetzt wird und sich als Lebensaufgabe versteht, als hintergründige [[Selbstentfremdung]] der Kinder, die zugleich von der Liebe der Eltern getragen wird. Umgekehrt bestimmen die Kinder die Lebensaufgabe der Eltern als natürlich gestellte Existenzaufgabe, als Existenzbewältigung in Fürsorge und Erziehung. So bestimmt und regelt der Familiensinn ohne wirklich in Erscheinung zu treten alle Beziehungen und deutet die Bezogenheit und ihre Beschränkung auch substanziell aus. In solchen Bedeutungen gelten sich die Menschen gleichwohl als [[Sache]] wie [[Mensch]], als Forderung, in der Sachlichkeit ihrer [[Liebe]] mit anderen Mensch zu sein. Hierdurch hat ihre [[Identität]] keinen unmittelbaren [[Sinn]] und sie fühlen sich vor allem ihrem eigenen Leben gegenüber schuldig ([[Schuldgefühl]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schuld impliziert jenes Sein der Gefühle, welche die Familie Zusammenhalten, und seien sie noch so verschroben. Sie sind der Kitt des Lebensraumes, wie auch die Basis individueller Identität, mit der die Familienmenschen in die Welt treten. In diesen Gefühlen ist aller Übersinn bewahrt, den das Familienleben hervorgebracht hat und bewährt, weil er darin funktioniert hat. Daher funktionieren auch die Gefühle und sind in ihrer Funktion Bestandteil des [[Gedächtnisses]], mit welchem die Menschen ihre Beziehungen erinnern und vergegenwärtigen. Sie funktionieren so objektiv wie eine Klimaanlage, bestimmen die Launen und Stimmungen, die Lebensgeister und Todesahnungen. Die Familie insgesamt funktioniert nur durch sie. Von da her ist die Familie - wie klein oder groß sie ist - nicht nur die Geburtsstätte der Kinder, sondern auch der [[objektiven Gefühle]]. Das sind Gefühle, die sich gegen die Subjekte, die sie hervorgebracht hatten, verselbständigt haben. Je kleiner die Familie, desto ausschließlicher (weil ausgeschlossener) ist ihre Funktion. Ob die Menschen sie durch wirklich eigene [[Gefühle]] durchbrechen können, hängt davon ab, wie weit sie von den Beziehungen der Familie abrücken können ohne [[verrückt]] zu werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Familie ist als sich fortbestimmende [[Lebensburg]] die Rückbeziehung der Generationen in die Verstrickung ihres Werdens: Familie gebiert Familie ohne anderes Sein. Darin verlieren die Generationen das Verhältnis zu sich: Unter sich sind sie nur relativ zu ihrer Herkunft, niemals reif durch sich, sondern nur in der [[Selbstverleugnung]]. Aber solche Generationen, die sich selbst verleugnen müssen, weil sie in der Familie mit ihrem ganzen Leben aufgehen, können ihre [[Geschichte]] nicht selbst begründen. In der [[Erziehung]] ihrer Kinder pflanzen sie fort, wozu sie gezogen waren und unendlich hingezogen sind: Zur Selbstbehütung. Im Verhältnis von Selbstverleugnung und Selbstbehütung hat das BÜrgertum daher auch seine Lebenseinfalt und bewahrt sich vor dem [[Unheimlichen]], was es in seinem Heim entwickelt:[[Angst vor dem Leben]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der bürgerlichen Gesellschaft gilt die Familie von ihrem politischen Wesen her immer noch als die &#039;&#039;Keimzelle der Gesellschaft&#039;&#039;, der Kern eines gesunden Lebens mit der Gewähr heilsamer Strukturen als Bedingung für Erziehung und &#039;&#039;Sexualhygiene&#039;&#039;. Dies betrifft insgesamt auch ihre Existenzform als Haushaltsform der Reproduktion von individualisierten Menschen. Es ist der Lebensraum der bürgerlichen Persönlichkeit, worin sie ihre unmittelbare menschliche Beziehung als Gemeinschaft von Selbstbezogenheit hat. Schon als Lebensraum für mehr als zwei Generationen reicht sie nicht mehr hin, weil die Reproduktionskosten der Menschen (das [[variable Kapital]]) so minimalisiert worden sind, dass das Vermögen nicht für die entsprechenden Kosten (besonders Miete, Pflege, Freizeit eines der Lebenspartner) hinreichen würde und somit viel Familienarbeit den billig kalkulierten und hoch rationalisierten staatlichen oder Gemeindeeinrichtungen überlassen werden müssen. Aber auch kulturell steht ein ausgebreiteter Individualismus der Verständigung und Beziehung mehrerer Generationen entgegen. Die Kleinfamilie und Kleinstfamilie (Alleinerziehende) ist ökonomisches und kulturelles Resultat der Abtrennung (Isolation) der Menschen, Geschlechter und der Bevölkerung (z.B. im Gemeinwesen, der Kommunen) von ihrem Gemeinwesen in den reichen Ländern (siehe [[Geldbesitz]]). Die letzten existenziellen Brücken in gemeinschaftlicher Arbeit (z.B. Landarbeit oder Familienbetriebe) sind ökonomisch nicht mehr oder selten tragbar. Sie sind weitgehend von existenziellen Bestimmungen gelöst und bestehen weitgehend nur noch als [[zwischenmenschliche Beziehungen]]. Dies zeigt einen Zustand, in welchem ein großes [[Geld]]vermögen gesellschaftlich existiert (als [[konstantes Kapital]] in Technologie-Ländern), dem ein relativ geringer Lebensstandard im durchschnittlichen Kleinhaushalt ([[variables Kapital]]) gegenübersteht (Mieten gehören hier nicht dazu, soweit sie die Wertlage der Bevölkerungskonzentration wiedergeben). Es ist der Zustand einer hochentwickelten [[Profitrate]], die äußerst [[krise]]nanfällig ist.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Wolfram</name></author>
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		<id>https://kulturkritik.net/mediawiki/index.php?title=Familie&amp;diff=11535</id>
		<title>Familie</title>
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		<updated>2026-05-24T22:53:02Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Wolfram: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;Ein Jüngling liebt ein Mädchen, Die hat einen andern erwählt; Der andre liebt eine andre, Und hat sich mit dieser vermählt. Das Mädchen heiratet aus Ärger Den ersten besten Mann, Der ihr in den Weg gelaufen; Der Jüngling ist übel dran. Es ist eine alte Geschichte, Doch bleibt sie immer neu; Und wem sie just passieret, Dem bricht das Herz entzwei. (Heinrich Heine, Buch der Lieder&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[bürgerliche]] Familie entsteht meist im gescheiterten [[Glück]] einer [[vereinsamten]] [[Liebesbeziehung]] – oft im [[Elend]] einer sich auflösenden [[zwischenmenschlichen Beziehung]] in der [[Stimmung]] [[vereinzelter]] Menschen, die darin ihre [[Selbstgefühle]] angleichen, indem sie diese sozialisieren. Sie ist daher getragen vom [[Sicherheitsbedürfnis]] für die [[seelische]] [[Entwicklung]] der Menschen in der [[bürgerlichen Gesellschaft]] um den Fortbestand ihrer [[zwischenmenschlichen Kultur]] und den [[Gewohnheiten]] ihrer [[Selbsterhaltung]] (siehe auch [[Reproduktion]]), des [[persönlichen]] Vertrauens in die Zeugung und den Fortbestand und Schutz eigenmächtiger [[Lebensverhältnisse]]. Ihre [[Geschichte]] ist aber nicht [[wirklich]] durch diese gesichert, sondern entwickelt sich als [[Geschichte]] ihrer &#039;&#039;Gemütslagen&#039;&#039;, den [[Stimungen]], welche die Menschen zusammen führt oder auch auseinander treibt. Von daher ist solche [[Familie]] der Hort (siehe [[Lebensburg]]) zur [[Bildung]] der [[Gefühle]], die aus [[Selbstempfindungen]] im &#039;&#039;Familienleben&#039;&#039; heraus keimen und [[objektiv]] meist die erste und [[bedeutungsreichste]] [[zwischenmenschliche]] [[Lebenserfahrung]] für die nachwachsenden [[Generationen]] darstellen. Von daher hat das &#039;&#039;Familienleben&#039;&#039; einen [[mächtigen]] Anteil an der Selbstsicherheit um [[eigene]] [[Wahrheit]] – und damit der [[eigenen]] [[Wahrnehmungsidentität]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Stimmung finden die Empfindungen eine Stimme für das, was sie wahrhaben. Sie bilden daraus eine Gemeinschaft ihrer Selbstgefühle. In den hierin geborgenen Gefühlen schaffen sie eine Welt für sich. In dieser Welt entstehen die hieraus bestimmten Selbstwahrnehmungen, die zu einem familieären Verhältnis in der Selbstwahrnehmung werden. Als Gefühl für sich drückt darin die Stimmung eine einfache Wahrnehmung ihrer Symbiose aus, die Menschen durch einander bestimmen ud beleben, inndem jeder im Anderen ein Sinn für sich und durch sch verspürt, denn sofern sie ein wirkliche [[eigentümliches]]s Verhältnis ist, worin Mann ud Frau und Kind zusammenleben ist Familie die vergemeinschaftung von symbiotichen Beziehunnhgen worin jedes Mitlied durch den snderen llebt, weil und sofern er oder sie nur durch diese Gemeinschft ist, existiert unnd sich seiner selbst vergewissert, weil er durch deren Zusmmenleben ist und seine ursprünglichsten Bedrfnisen in diesem Leben, darin entstehen und gelegentlich auch vergehen. Eine Famlie ist also aus dem Zusammengehen bzw. aus der Auseinandersetzung von Selbstgefühlen entstanden. Sie verlebt in der Nutzung dieser Gemeinschaft bzw. den Mangel ihrer Erheuerug. Diese ergibt sich aus dem Burgfrieden, den Familien nötig haben und wodurdh sie zur Brutstellen einer unerkennbaren weil sie als gemeiner Lebensraum privater Persönlichkeiten geworden ist und innerhalb solcher Personen als chronifizierte Egommanie verweltlicht wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der [[bildungsbürgerlichen]] Familie geht es dagegen um die Anwendung dessen, was der Maßstab der bürgerlichen Bildung ist (siehe Biedermeier), im Anteil des kulturellen Vermögens in der Durchsetzung der Normen der bürgerlichen Kultur. Von daher setzt eine solche Familie auf deren allgemeine Form, au das Formalt des bürgerlichen Daseins, das den Verkehr der Bürger zwar erleichtert, aber sich vor allem nur normativ neben oder gegen die soziale Wirklichkeit der Menschen vollstreckt. Immerhin ist für jede Form der Familie eine Konstruktion dessen maßgeblich, was im Kleinen auch das Große zu überwinden vermag, wenn es zu einer allgemeinen [[Gewohnheit]] wird (siehe [[Prominenz]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als [[Heimat]] der [[Wahrnehmungsidentität]] der [[Zwischenmenschen&amp;lt;]]&amp;gt; (siehe hierzu auch [[Kleinbürger]]) ist die bürgerliche Familie [[Subjekt]] wie [[Objekt]] der [[Lebensangst]] des [[bürgerlichen Individuums]]. Sie entsteht meist mit einem Ehevertrag, durch den die [[Sittlichkeit]] der [[persönlichen]] [[Besitzansprüche]] im Alltag und für Ausnahmesituationen (z.B. Fürsorge und [[Tod]]) dadurch wird die Fammilie zu einer [[Institution]] des [[Nationalstaats]] worin über das [[Belieben]] der [[Einzelnen]] hinaus gehend und [[lebensverpflichtend]] als geregelt [[gültig]] werden soll, was dem Einzelnen als Funktion aus seiner Selbstverantwortlichkeit abverlangt werden kann (siehe hierzu auch [[Immanuel Kant)]]. Seine ihm [[notwendige]] [[Sittlichkeit]] gilt demnach aus seinem Gattungsleben [[normativ]] bestimmt und sei von daher schon in seiner [[Allgemeinform]] [[allgemein]] begründet (siehe [[Formbestimmung]]), einer gesellschaftlich [[gültig]] [[Norm]] unterworfen, die er angeblich selbst mitbestimmt habe (siehe [[kategorischerimperativ]]). Der [[Widerspruch]] zwischen der Einzelheit (siehe [[Privatheit]]) und [[Gesellschaftlichkeit]] der [[Individuen]] der [[bürgerlichen Kultur]] sei demnach eine unüberwindbar enge Lebensbestimmung (siehe [[Spießbürger]]) Grundlage einer [[vereinzelten]] Angst des von seinem [[Gott]] (siehe auch [[Kult]]) verlassenen [[Individuums]], die über seine bloße [[Existenz]] durch deren [[allgemein]] [[notwendige]] [[Formbestimmtheit]] des Gattungsleben seiner verengten und eingeengten [[Kultur]] hinausreicht (siehe [[Angst]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von da her ist sie eine [[strukturelle]] Angstvermeidung (siehe auch [[Lebensangst]]) als [[Macht]] gegen die [[Ohnmacht]] der [[Selbstwahrnehmung]] des [[vereinzelten]] Menschen.Sie- ist sie die [[institutionalisierte]] [[Einfältigkeit]] der herrschenden [[Kultur]] des [[Privateigentums]] als [[politische Kultur]] der [[isolierten]] [[Seelen]] zur [[Befriedung]] der Kinder, der Erben einer übermächtigen Zukunft eines [[vereinten]] [[vereinten]] [[Eigentums]] [[privater]] [[=Existenzen]], einer [[Institution]] [[privater]] [[Persönlichkeiten]] (siehe auch [[Privatperson]]). In anderen Kulturen, worin das [[Gemeinwesen]] noch [[wirklich]] organisch beansprucht werden kann [[verhält]] sich dies gändsätzlich anders. Ein afrikanisches Sprichwort besagt zum Beispiel, dass für das Aufwachsen eines Kindes ein [[ganzes]] Dorf nötig sei (siehe hierzu auch [[Gemeinwesen]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;Der Irokese nennt nicht nur seine eignen Kinder, sondern auch die seiner Brüder seine Söhne und Töchter; und sie nennen ihn Vater. Die Kinder seiner Schwestern dagegen nennt er seine Neffen und Nichten, und sie ihn Onkel. Umgekehrt nennt die Irokesin, neben ihren eignen Kindern, diejenigen ihrer Schwestern ihre Söhne und Töchter, und diese nennen sie Mutter. Die Kinder ihrer Brüder dagegen nennt sie ihre Neffen und Nichten, und sie heißt ihre Tante. Ebenso nennen die Kinder von Brüdern sich untereinander Brüder und Schwestern, desgleichen die Kinder von Schwestern. Die Kinder einer Frau und die ihres Bruders dagegen nennen sich gegenseitig Vettern und Kusinen. (Friedrich Engels - [[Der Ursprung der Familie, des Privateigentums und des Staats MEW 21, S.36)]]&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unter den [[Lebensbedingungen]] der [[bürgerlichen Gesellschaft]] kann der vereinzelte Mensch keine soziale Kompetenz erlangen, weil die [[zwischenmenschlichen Beziehungen]] in der [[Konkurrenz]] der Selbstverwertung, in den [[Selbstbezogenheiten]] der [[Geschlechter]] und [[Generationen]] ihren sozialen [[Wert]] nicht in einem allgemeinen [[Selbstwert]] des [[burgherrlichen Subjekts]] erkennen können. Sie verhalten sich in ihren Lebenswelten ja nur zwischen [[Sinn]] und [[Absicht]] ihrer [[zwischenmenschlichen Beziehung]] und können ihre Widersprüche daher in ihrer [[Vereinzelung]] auch nur durch die Rückbeziehungen auf eine [[allgemeine]] [[Selbstgerechtigkeit]] zwischen dem [[einzelnen]] [[Individuum]] und den Anderen – also nur [[abstrakt]] formulieren (siehe z.B. [[autortärer Charakter]], [[esoterischer Charakter]]). Als Maß der [[Vereinzelung]] und als Maßstab seiner allgemeinen Gültigkeit (siehe [[Geltung]]) wird das &#039;&#039;Ego&#039;&#039; zum Zankapfel bei der [[Normierung]] einer [[Sittlichkeit]] der [[Sinnbildung]] als [[Wahrheit]] einer gewöhnlichen [[Selbstverwertung]], welche die [[Isolation]] der [[Ohnmächtigen]] vertieft und entwertet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;Freud analysiert eine Episode, die Goethe aus seiner frühen Kindheit berichtet - nämlich, daß er im Alter von ungefähr 4 Jahren fast sämtliches zerbrechliches Hausgerät aus dem Fenster auf die Straße geworfen - als Niederschlag des Konkurrenzneides auf den jüngeren Bruder Hermann Jakob und als Symbol von dessen Beseitigung. Diese Interpretation erhärtet Freud an mehreren in der Tat frappierenden Parallelbeispielen und an der Reaktionen des Kindes Goethe auf den Tod seines jüngeren Bruders Jakob im Alter von 6 Jahren wie sie uns durch Bettina Brentanos Wiedererzählungen des Berichtes der Mutter überliefert ist. Danach hat Goethe über den Tod seines Bruders keine Träne vergossen und auf die Frage der Mutter „ob er den Bruder nicht liebgehabt habe, lief er in seine Kammer, brachte unter dem Bett hervor eine Menge Papier, die mit Lektionen und Geschichtchen beschrieben waren, er sagte ihr, daß er dies alles gemacht habe, um es den Bruder zu lehren.“ Hitschmann merkt dazu an: „der ältere Bruder hätte also immerhin gern Vater mit dem jüngeren gespielt und ihm seine Überlegenheit gezeigt.“ [zitiert nach Sigmund Freud, Gesammelte Werke, Band 12, Frankfurt a. M. 1991, S. 21] (siehe hierzu auch http://www.krahl-briefe.de)&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[bürgerliche Familie]] (Kleinfamilie) soll die [[Elementarform]] der [[bürgerlichen Kultur]], die [[körperliche]] [[Existenz]] der [[bürgerlichen Subjekte]] gewährleisten und vermehren. Von daher gestaltet sie sich als [[Institution]] der [[Sitten]] und [[Bräuche]] ihrer [[Zwischenmenschlichkeit]] durch [[staatliche]] Förderung und [[Exekutive]] (Polizei) und [[Wahrheit]] (Gesetzgebung) durch [[persönliche]] [[Macht]] und [[Gewalt]] als &#039;&#039;Schule der [[Nation]], als &#039;&#039;Keimzelle der [[Gesellschaft]]&#039;&#039; über die Funktionalität ihrer [[Wahrheit]] [[Lebenszusammenhänge]] – meist also auch als Garant für lebendige Zammenhänge der Menschen zur Ertüchtigung einer an und für sich disfunktionlen [[Lebensgemeinschaft]] schlechthin, die in der Lage sein muss die Störungen der [[zwischenmenschlichen Verhältnisse]] [[konkurrierender]] [[Selbstwahrnehmungen]] zu [[integrieren]] und zu [[befrieden]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[Selbstwahrnehmung]] ist der [[Wahrheit]] und [[Täuschung]] der Ausschließlichkeit ihrer [[Beziehungen]] ausgesetzt in der sich ihre [[Zwischenmenschlichkeit]] in zweierlei Beziehung zerteilt: Ihre [[Ohnmacht]] wird durch die darin [[notwendigen]] [[Selbstgefühle]] gegen ihre bescheidene [[Wirklichkeit]] übermächtig, wodurch die [[Psyche]] selbst als Beleg ihrer [[substanziellen]] konsistenz für [[wahr genommen]] wird (siehe [[zwischennmenschliches Verhältnis]]). Die Menschen sind vom [[Material]] ihrer [[Natur]] [[getrennt]] und zugleich sich selbst als [[gesellschaftliche]] wie auch [[natürliche]] [[Wesen]] ausgesetzt und dem [[Doppelcharakter]] ihrer [[Zwischenmenschlichkeit]] überlassen (siehe [[Teilung der Wahrnehmung]]). Daher ist jedes Individuum schon durch den [[gesellschaftlichen]] Zwang zur [[Reproduktion]] der [[Isolation]] seiner [[monadischen]] Existenzformen (siehe auch [[Vereinzelung]]), zu einer [[Selbstverwertung]] seiner [[Selbstwertigkeit]] bestimmt (siehe auch [[Selbstoptimierung]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und deshalb ist darin die Familie vor allem eine [[Institution]] der [[bürgerlichen]] [[Notwendigkeiten]] ihrer Lebensformationen, eine Fluchtburg (siehe [[Lebensburg]]) zur [[Bergung]] eines [[gesellschaftlich]] [[ausgeschlossenen]] und daher ausschließlichen [[Lebens]] in ihren [[unmittelbar]] [[subjektiv]] auftretenden [[Lebensnöten]] (siehe auch [[Lebenspflichtigkeiten]]). Diese verlangen vom [[einzelnen]] Menschen mehr als nur das [[unmittelbar]] [[Notwendige]] (siehe hierzu auch [[Teilung der Wahrnehmung]]): Sie verlangen ein [[Wissen]] und [[Bewusstsein]] über den gesamten Lebensablauf der nur [[privat]] [[vermittelten]] Existenz der [[vereinzelten]] Menschen in den [[zwischenmenschlichen Verhältnissen]] der [[bürgerlichen Kultur]], ihrer sozialen [[Reproduktion]] als vergesellschaftetes [[Naturwesen]] in einer denaturalisierten [[Gesellschaft]], über ihre [[Bildung]], Krankheiten die Jugend und [[Alterung]] der [[Generationen]], der [[Vermittlung]] und Vorsorge für ihre [[Lebensgewohnheiten]] usw.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der wesentliche Unterschied der [[Generationen]] ist der [[Zweifel]] der Älteren gegen die Hoffnungen der Jüngeren. In einer [[erzieherische Beziehung]] ist niemand in der Lage, den Eltern die Hoffnung der Kinder zu [[vermitteln]] und so sind die Eltern auch nicht in der Lage aus ihren Zweifeln [[Erkenntnisse]] zu [[bilden]], die sie den Kindern [[vermitteln]] könnten. Erziehung wäre ja auch [[wirklich]] unnötig und nur ein einfaches menschliches [[Verhältnis]] von alten und jungen Menschen, wenn sich darin die [[Generationen]] in einem gemeinen [[Wesen]], in einem [[wirklichen]] [[Geweinwesen]] als ein gemeines [[Wesen]] ihrer [[Kultur]] [[erkennen]] könnten. Doch auch dies würde einige [[Änderung]] an [[kulturell]] [[bestimmten]], an ihren [[zwischenmenschlichen Verhältnissen]] voraussetzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[bürgerliche]] [[Familie]] ist daher nicht nur eine [[Institution]] des öffentlichen [[Rechts]] (siehe auch [[bürgerlicher Staat]]), sondern vor allem die [[Lebensburg]] einer [[narzisstischen]] [[Sinnbildung]] der [[Selbstveredelung]]. Diese ist gespalten in das [[Bildungsvermögen]] einer [[erzieherishcn Beziehung]] der Kinder mit ihren Eltern (siehe auch [[Bildungsbürgertum]]). Denn darin aufgeteilt (siehe [[Teilung der Wahrnehmung]]) in die Sinnstiftung der Kinder für das [[Leben]] ihrer Eltern und der [[Fürsorge]] der Eltern für die [[Existenz]] ihrer Kinder (siehe auch [[Lebenspflicht]]). Für sie [[erscheint]] dies als [[Selbstverständlichkeit]] ihrer [[subjektiven]] [[Erfahrungen]], ihrer [[Gefühle]] und [[Stimmungen]]. Für die Eltern ist es das Glück ihrer Selbsterneuerung, das ihnen ihre Kinder [[objektiv]] bieten können. Von daher ist die [[Familie]] eine Lebenswelt, die [[Kultur]] einer [[objektiven Subjektivität]] an deren [[subjektiver]] Bruchstelle (siehe [[subjektive Objektivität]]) ihre [[bürgerliche]] [[Existenz]] gelingen soll (siehe auch [[Existenzwert]]. [[Bürgerliche]] Familien sind also [[Institutionen]] der [[bürgerlichen Kultur]], die in den [[zwischenmenschlichen Verhältnissen]] der [[Geschlechter]] und [[Generationen]] ihre [[zwischenmenschlichen Beziehungen]] über die [[Teilung ihrer Wahrnehmungen]] hinweg zu bewahren und versichern suchen. Von da her ist die [[Pubertät]] ein arbeitsintensives Unterfangen der [[Emanzipation]] von der Familie als [[Institution]] der [[bürgerlichen]] [[Existenz]] gerade dann, wenn sie selbst sich in den [[Widersprüchen]] in der [[Konkurrenz]] der [[Selbstverwertungen]] zwischen den [[Notwendigkeiten]] einer [[eigenen]] [[Sinnbildung]] und ihrer [[Jugendkultur]] verfängt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Denn Familien gründen auf Eltern, die sich aus der [[Konkurrenz]] der [[zwischenmenschlichen]] [[Selbstbehauptungen]] durch eine oder mehrere Übereinstimmungen gefunden und sich aus ihnen herausgesetzt haben. Die [[Gefühle]] ihrer Übereinkunft machen die [[Stimmung]] ihres Zusammenlebens aus, die in der Familiengeschichte weitgehende Folgen hat, denn darunter [[entwickeln]] sich nicht nur die familiären [[Selbstgefühle]] der Eltern, sondern vor allem auch die [[lebenswelten]] der Kinder, die darin geboren oder angenommen werden. Was sie hier [[empfinden]] ist für sie [[existenziell]] und daher so [[objektiv]], wie das Einkommen der Eltern für alle zugleich ist. In dem darin [[vermittelten]] [[Sinn]] [[vergemeinschaften]] sich ihre [[Selbstbehauptungen]] im [[ganzen]] [[Verhältnis]] ihrer [[Einstimmung]] (siehe [[symbiotische Selbstbehauptung]]). Diese gebietet ein Schutzverhältnis unter den Gliedern der Familie und [[entwickelt]] sie zwangsläufig zu einem besonders abgeschirmten [[Lebensraum]], zu einer [[Lebensburg]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In einer Welt der [[Zwischenmenschlichkeit]], worin der [[Selbstwert]] ihrer [[Beziehungen]] durch eine [[allgemeine]] und [[ausschließliche]] [[Selbstbezogenheit]] der [[Selbstverwertung]] herrscht, [[konkurrieren]] die Menschen um ihre [[Liebe]] und damit um ihre innerste [[Wahrheit]], um ihre [[Wahrnehmungsidentität]], wodurch ihr [[Leben]] beengt und zu einer stetigen [[Angst]] um ihren [[persönlichen]] [[Wertschätzuung]] in ihren [[zwischenmenschlichen Verhältnissen]] geworden war (siehe hierzu auch [[Lebensangst]]), der die einzige Gewähr für ihre [[Selbstverwertung]] bietet. Von daher haben sich die Menschen in ihren [[zwischenmenschlichen Beziehungen]] selbst als das [[Material]] ihrer [[Verhältnisse]] [[wahr]] und gründen hierauf die [[Kultur]] einer [[allen gemeinen]] [[Selbstwahrnehmung]]. Hierdurch fällt ihre [[Existenz]] mit ihrer [[Selbstwahrnehmung]] zusammen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Familiär ist der Verbund von Zugehörigem und [[begründet]] von daher auch das [[Verhalten]] der Angehörigen - oft bis hin zur [[Hörigkeit]]. Die [[bürgerliche]] Kleinfamilie (siehe hierzu auch [[Kleinbürger]]) ist allerdings kein wirklich [[zwischenmenschliches Verhältnis]], weil sie in den [[Verhältnissen]] der [[burgherrlichen Gesellschaft]] durch die [[Natur]] der [[Geschlechter]] und [[Generationen]] bedingungslos, also [[unbedingt]] – lebensnotwendig und [[lebenspflichtig]] zugleich - geworden ist. Dies ist aber keine [[wirkliche]] [[Begründung]] der Familien. Es sind die in der individuellen [[Selbstbehauptung]] bedrohten [[Verhältnisse]] der [[Selbstachtung]]; es ist das Prinzip der [[Selbstverwertung]] untergegangener [[Liebesbeziehungen]], das nach einer Verbindlichkeit dessen verlangt, was in [[zwischenmenschlichen Verhältnissen]] nicht [[wirklich]] verbunden und also auch nicht [[wirklich]] verbindlich sein kann. Daher ist die bürgerliche Familie ein elaboriertes Liebesnest, das vor allem als [[Lebenburg]] gegen die [[Konkurrenzen]] in der [[Einverleibung]] [[entfremdeter]] [[Selbstachtung]], in den [[Verhältnissen]] der [[Selbstverwertung]] in den öffentlichen [[Strukturen]] der [[bürgerlichen Kultur]] lebensnotwendig wird. So funktioniert die Familie wie ein kleiner [[Staat]] im Großen, indem sie die wechselseitige Ausplünderung der [[zwischenmenschlichen]] [[Selbstwahrnehmungen]] absichert und sie durch einen Himmel über ihre [[private]] Borniertheiten [[veredelt]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und von daher [[erscheinen]] ihnen ihre [[subjektive]] [[Beziehungen]] selbst [[objektiv]] [[bestimmt]] (siehe hierzu auch [[objektive Subjektivität]]) und also [[existenziell]] (siehe hierzu auch [[Existenzwert]]). Und so stellen sich ihnen auch ihre [[Existenzängste]] wie eine [[subjektive Objektivität]] dar und werden selbst zur angstvollen [[Lebensbedingung]], zu einer [[Lebensängstlichkeit]], von daher als [[Struktur]] von [[Lebenpflichtigkeiten]] ihres [[persönlichen]] Alltags, zu einem [[familiären]] Zusammenschluss der [[Selbstgefühle]] und [[Stimmungen]] [[gesellschaftlich]] [[isolierter]] Menschen. Darin [[kehren]] sich die [[Inhalte]] ihrer [[zwischenmenschlichen Verhältnisse]] um zu einer in sich mehr oder weniger geschlossenen, also [[ausschließlichen]] Existenzform.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch eine familiäre Lebensstruktur entstehen [[personifizierte]] Hierarchien der [[Geschlechter]] und [[Generationen]], worin ihre [[Selbstwahrnehmung]] sich [[psychisch]] gegen ihre objektive Existenzform, gegen die [[existenziellen]] [[Formationen]] ihrer [[Lebenswirklichkeit]] wendet (siehe hierzu die Entstehung des so genannten [[Über-ichs]]). Die hierdurch kontrollierten [[Selbstgefühle]] ihres [[Lebens]] spalten sich [[qualitativ]] zwischen ihrem substanziell menschlichen [[Sein]] und ihrem familiären [[Dasein]] so dass sich dadurch ihre [[Persönlichkeit]] durch und für sich verdoppelt und [[systematisiert]] (siehe hierzu auch [[Psychoanalyse]]). Dadurch entsteht eine [[Verselbständigung]] der [[zwischenmenschlichen]] Existenzform ihrer familiären Bedingungen, in der sich immer wieder eine [[eigentümlichen]] [[Form]] ihrer [[Angst]] entwickelt, worin sich die familiären Menschen [[erkennen]] und erhalten, sich aber immer wieder in ihrer [[Lebensangst]] [[vergegenwärtigen]] müssen. Hierdurch wird die im Allgemeinen [[personifizierte]] Lebensstruktur der [[Privatpersonen]] zu einem [[psychisch]] [[veräußerlichten]] Lebenszusammenhang ihrer [[Geschichte]] und im Zusammenhang ihrer [[Selbstgefühle]] zunehmend [[absolut]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es bietet sich die Familie zunächst als ein [[persönlicher]] Rückzug aus dieser Welt an und [[begründet]] somit einen [[Lebensraum]] der [[Geborgenheit]] des [[persönlichen]] [[Verhältnisses]] einer [[zwischenmenschlichen Beziehung]] in einer [[Lebensburg]], durch die alle [[Beziehungen]] außerhalb der [[unmittelbaren]] Vertraulichkeit ihrer [[Persönlichkeiten]] mehr oder weniger gründlich [[ausgeschlossen]] werden. Dadurch werden ihre [[Beziehungen]] nicht nur [[emotional]] [[isoliert]] und die [[Gesellschaft]] als Außenwelt [[wahrgenommen]], sondern auch zwischen den Familienmitgliedern in ihrer [[wirklichen]] Bezogenheit je nach dem Status ihrer [[Lebenspflichtigkeit]] [[getrennt]]. Sie müssen daher ihre intime [[Gemeinschaft]] eines [[ausschließlichen]] und [[ängstlichen]] [[Lebens]] als [[Sinn]] ihrer [[Gemeinschaft]] behaupten (siehe [[Selbstbehauptung]]), das sie allerdings vor allem nur in ihren vergemeinschafteten [[Selbstgefühlen]] [[vergegenwärtigen]] können. Der Sinn ihrer Beziehung wird durch die Form seiner [[ausschließlichkeit]] zu einem mächtigen [[Familiensinn]], der sich in den [[erzieherischen Beziehungen]] der Familie ausbreitet und seinen Paternalismus [[verwirklicht]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ihre [[Vergegenwärtigung]] bleibt von da her [[unwirklich]], weil sie sich in familiären [[Beziehungen]] nicht wirklich vergemeinschaften kann. In dieser [[Beziehung]] bleiben und bewähren sich die [[Selbstgefühle]] als Formation ihrer [[Lebensangst]] und machen aus der [[Form]] ihrer [[Gemeinschaft]] eine Fluchtburg ihrer [[Selbstbezogenheiten]]. Und im [[Lebensraum]] einer somit gegründeten [[Lebensburg]] [[verkehren]] sich ihre [[subjektiven]] [[Beziehungen]] in ihren [[Inhalten]] in eine [[objektive]] Lebensform, worin die Menschen zu [[Objekten]] ihrer [[ausschließlichen]] und also eingeschlossenen [[Wahrheit]] werden. Alles [[Subjektive]] ist daher in diesem [[Lebensverhältnis]] zugleich [[objektiv]]: Die Älteren werden zu objektiven Subjekten des Verhältnisses (siehe hierzu [[objektiver Subjektivismus]]), die Jüngeren zu subjektiven Objekten ihrer [[Selbstwahrnehmung]] (siehe hierzu [[subjektiver Objektivismus]]). Die [[Beziehung]] von [[Form]] und [[Inhalt]] [[verkehrt]] sich so zu einer inhaltlich bestimmenden [[Form]] des [[Verhaltens]]. Das [[Objektive]] wird durch die so gewordene [[Formbestimmung]] zu einem [[objektiven]] [[Subjekt]], das [[Subjektive]] hierdurch [[fremd bestimmt]], ihr [[Dasein]] [[entgegenwärtigt]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es hat sich von daher aus der [[Allgemeinheit]] der familiären [[Selbstgefühle]] eine Mitte ergeben, die zugleich einen Mittler hat: Die allgemeine [[Selbstigkeit]] [[lebensängstlicher]] Menschen. Diese wird zu einem[[ausschließlichenSelbstgefühlin allem, was einen inneren Gefühlszusammenhang durch eineverselbständigteSelbstgerechtigkeitbegründet, die über die einzelnenGefühlehinweg alle bestimmt und sich hiergegenausschließlichalsWertihrerSelbstbezogenheitenverhält. IhrSelbstwertreduziertsich auf das, was sie diesem Allgemeingefühl erbringen. DasSelbstgefühlwird von da her zum inneren Maßstab derGefühle, zum illusorischen Herz allerzwischenmenschlichen Bezogenheit. Alle ihrezwischenmenschlichenBeziehungen sind diesem unterworfen, werden hiernachgebildetundentwickeltund bemessen und begrenzt. DieburgherrlicheFamilie ist hierdurch zu einemseelischenSubjekt, zumallgemeinenSinnderZwischenmenschlichkeitpsychischerVerhältnisse, zum Wertmaß ihrerGefühlegeworden, das mit derDichteihrerVerhältnisseimmer mächtiger wird.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus diesem Maß wird nun verlangt, dass sich die Menschen seinem [[psychischen]] Ansinnen beugen und sich in den [[Beziehungen]] ihrer [[zwischenmenschlichen]] Gesellschaft gegenüber produktiv erweisen. Das verlangt, dass sie sich ihren [[seelisch]] gewordenen [[Selbstwert]] dadurch verschaffen, dass sie in ihren [[zwischenmenschlichen Beziehungen]] sich in ihrem [[Gemeinsinn]] wechselseitig anerkennen, um sich das [[einzuverleiben]], was sie durch die Gegenwart ihrer Wechselseitigkeit an [[Sinn]] [[erleben]], [[erfahren]] und [[haben]] können. Ihre leibliche Gegenwart wird zum Träger ihres seelischen Zusammenwirkens und was sich darin an [[Wahrheit]] offenbart, was in ihrem [[Selbsterleben]] [[wahrgehabt]] und [[wahrgenommen]] wird, das ist nicht ein wirklich nur stofflicher Leib, sondern vor allem das, was er mit sich bringt: Geistige Gegenwärtigkeit und [[Vergegenwärtigung]] [[seelischer]] [[Kräfte]] aus dem Irgendwo (siehe auch [[Medien]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Doch diese [[Vergegenwärtigung]] scheitert auf Dauer früher oder später in ihren eigenen [[Lebensverhältnissen]] daran, dass sie in ihrer [[Wahrnehmung]] nur das [[wahrhaben]] können, was ihre scheinbare [[Wahrheit]] in ihren Lebensverhältnissen, besonders in denen der Kleinfamilie verliert, wodurch ihre [[Wahrnehmungsidentität]] selbst in in einen hintergründigen [[Selbstverlust]] gerät und sich die [[seelischen]] Anteile ihrer [[Triebkräfte]], die sich in der [[Getriebenheit]] ihrer [[Selbstgefühle]] noch ausgelebt hatten, schließlich durch die nötigen Strukturen ihres Familienlebens zu einer systematischen [[Angst]] entwickelten und zu einer familiären [[Lebensangst]] verfestigt haben. Die kommt auf ihre ursprüngliche [[Triebkraft]] (siehe [[Abstraktionskraft]]) als [[Negation]] ihrer vorausgesetzten [[Antriebe]] zurück, und [[totalisiert]] ihren [[Selbstverlust]] zu einer [[negativen]] [[Wahrnehmungsidentgität]]. Indem ihre [[psychischen]] Antriebe sich auf diese Weise zu einer [[negativen]] [[Triebkraft]] umkehren, kehren sie ihre [[Abstraktionskraft]] gegen ihre [[Empfindungen]] und ihre [[Selbstgewissheit]] ins Jenseits der familieren Burg zu einer totalen [[Ungewissheit]], die ihre [[Selbstwahrnehmung]] nur negativ fortbilden kann. Dadurch bedrängen sich ihre [[Selbstgefühle]] gegen sich (siehe auch [[psychische Depression]]) und töten sie leztlich ab (siehe [[Todestrieb]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Doch an sich ist [[Familie]] ein [[existenzielles]] [[Lebensverhältnis]] der [[Geschlechter]] im [[Verhältnis]] ihrer [[Generationen]]. In der [[bürgerlichen Gesellschaft]] ist Familie jedoch das politisch zugrunde liegende [[Lebensverhältnis]] einer [[bürgerlichen Kultur]], das sich aus der [[Wesensnot]] und [[Angst]] [[zwischenmenschlicher]] [[Existenzen]] zu einem [[privaten]] [[Lebensraum]] im [[Kapitalismus]] entwickelt hat. Ihrer aktuellen [[Selbstverwertung]] gemäß ist die Familie ein [[existenzielles]] [[Lebensverhältnis]], das sich aus der bloßen [[Existenzangst]] durch Anteile am [[gesellschaftlichen]] [[Mehrwert]] der allgemeinen Lebensverhältnisse zu einem [[privaten]] [[Lebensraum]] des [[Mittelstands]] entwickelt und herausgesetzt hat. Nur wo sich die Menschen im [[Kapitalismus]] durch einen mehr oder weniger mächtigen [[Geldbesitz]] als [[kleinbürgerliche]] [[Persönlichkeiten]] über ihren besonders [[privaten]] [[Lebensraum]] zu [[Kulturbürger]] [[emanzipiert]] haben, kommen sie aus der [[gesellschaftlichen]] [[Entfremdung]] der [[persönlichen]] [[Lebensverhältnisse]] über die [[Unmittelbarkeit]] ihrer ebenso sozialen wie individuellen [[Reproduktion]] durch ihre Familien wieder auf sich als scheinbar natürliche [[Subjekte]] ihrer [[zwischenmenschlichen Verhältnisse]] zurück. Weil sie sich also über die [[durchschnittlichen]] [[Notwendigkeiten]] ihrer [[bürgerlichen]] [[Existenz]] hinaus, über die ihnen verfügbaren [[Kaufmittel]], über den [[Mehrwert]] ihres [[Geldbesitzes]] zur [[Reproduktion]] ihrer damit auch höherwertigen [[Privatpersönlichkeit]] vollständig subjektiv [[erleben]], können sie auch in den [[zwischenmenschlichen Verhältnissen]] der [[Selbstveredelung]] sich zu [[edelmutigen]] [[Persönlichkeiten]] entfalten und durch die Potenziale ihrer [[Selbstvergegenwärtigung]] auch die Vererbung ihrer [[Selbstveredelung]] zu ihrer Lebensaufgabe gemacht haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jedoch dadurch, dass die Familie eine [[Form]] der Bewältigung einer [[allgemeinen]] [[Lebensangst]] ist, ist diese nicht [[wirklich]] &#039;&#039;aus der Welt&#039;&#039;. Sie ist darin lediglich [[strukturiert]] in den famiiären Rollen von [[Mann]] und [[Frau]] und Kind (siehe [[Generationen]]). Und weil und solange diese Rollen zur Bewältigung einer bürgerlichen [[Lebensgemeinschaft]] funktionieren müssen, sind die Beteiligten in einem mehr oder weniger [[aufklärbaren]] [[Verhältnis]] der darin [[vermittelten]] [[Lebenspflichten]], - besonders auch [[inhaltlich]] durch die [[erzieherischen Beziehungen]], die der [[Notwendigkeit]] zur Bewältigung einer noch nicht absehbaren Zukunft folgen sollen, wird der familiäre [[Lebenzuammenhang]] vor allem durch eine [[Lebensschuld]] [[bestimmt]] und [[vermittelt]], die sich in der[[sinnlichen]] [[Not]] ihrer [[Gemeinschaft]] zur [[Formation]] einer [[Notgemeinschaft]] [[entwickelt]] und die Menschen unter ihren [[abstrakten]] [[Notwendigkeiten]] vereint (siehe [[Einheit]]), die sich in den [[Personifikationen]] einer [[symbiotischen Selbstbehauptungen]] darstellen und hierdurch in ihrer [[unmittelbarkeit]] [[wahr]] [[erscheinen]] und hierdurch unüberwindbar [[gelten]]. Doch deren Belastungen treten zunächst in den [[Empfindungen]] und [[Gefühlen]] als [[Stimmung]] ihrer [[Gemeinsinnigkeit]] auf, die die betroffenen Menschen in ihren [[zwischenmenschlichen Beziehungen]][[vermitteln]]. Eine [[Psychologie]], die diesen Zusammenhang nicht aufdeckt, kann niemals der [[Emanzipation]] dienen, die sie in ihrem Anspruch vorgibt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch im Kleinen des [[gesellschaftlichen]] [[Reichtums]] ist die Familie das [[wesentliche]] [[Verhältnis]] der [[Generationen]] von Eltern und Kindern, ein [[existenzielles]] [[Verhältnis]] der [[Geschlechter]] als ein [[Lebensverhältnis]] der [[bürgerlichen Subjekte]], die sich gegen das Auseinderfallen ihrer menschlichen [[Eigenschaften]] im [[Dazwischensein]] ihrer [[Liebe]] zusammenraffen. In der Familie verwirklichen sie aber nicht die [[gesellschaftlichen]] [[Beziehungen]] ihrer [[Wirklichkeit]], sondern die [[Bestimmungen]] und [[Stimmungen]] ihrer [[Selbstveredelungen]] in einem [[zwischenmenschlichen Verhältnis]] von [[narzisstischen Persönlichkeiten]], deren [[Selbstverwirklichung]] an einer Verdopplung ihrer [[Selbstbezogenheit]] über ihre [[erzieherischen Beziehungen]] interessiert und ausgerichtet ist. Familie ist damit ein Hort der [[Anerziehung]] [[objektivierter]] [[Inhalte]] von [[Selbstgefühlen]], die in ihrer [[Kultur]] als [[objektive Selbstgefühle]] notwendig zur [[Selbstbehauptung]] sind, sich familiär aber nur im [[Widerspruch]] zwischen ihren [[Empfindungen]] und [[Gefühlen]] behaupten können. Denn zugleich soll Familie ein Schutzraum ihrer [[Beziehungen]] sein, die sich darin [[rechtlich]], [[psychisch]] und [[wirtschaftlich]] gegen einander versichern und hierdurch ihr [[Leben bergen]] (siehe [[Lebensburg]]), auch wenn sie vieles davon verbergen müssen. Von daher ist sie eine fundamental [[widersprüchliche]] [[private]] Lebensform, die für sich und für die Menschen niemals frei (siehe auch [[Freiheit]]) sein ist sie wesentlich von ihrer Existenzform abhängig ist (siehe [[Existenzwert]]). Was darin nötig ist [[erscheint]] [[unmittelbar]] [[natürlich]] [[bestimmt]] (siehe auch [[Warenfetischismus]]) und gilt wie eine Naturbestimmung als ein [[absoluter]] [[Lebenswert]] von [[Lebenspflchtigkeiten]] für die Beteiligten. Durch sie entstehen dann allerdings [[Lebenspflichten]], die sich nicht [[existenziell]] [[vermitteln]] un [[bewahrheiten]] lassen, weil diese dem [[Dasein]] ihrer [[Formbestimmungen]] als Hort der Befähigung zu menschlicher [[Selbstverwertung]] (siehe auch [[Wert]]) [[widersprechen]] würde und stattdessen eine [[Systematik]] einer [[mystifizierten]] [[Lebensschuld]] entwickeln. Darin wandelt sich die ausgänglich fundamentale [[Angst]], die [[Angst]] der [[Bürgerinnen]] und [[Bürger]] (siehe [[Kleinbürger]]) um ihre [[Verbürgung]] [[zwischenmenschlicher]] [[Existenzen]], in eine [[Lebensangst]] vor dem Verlust ihrer [[Selbstbezogenheiten]] (siehe [[Selbstverlust]]), wodurch die Menschen von sich selbst abrücken (siehe [[Selbstentfremdung]]) und [[verrückt]] werden (siehe hierzu [[Wahrnehmungszustand]]) und als &#039;&#039;[[Psychisch Kranke]]&#039;&#039; [[gesellschaftlich]] aussortiert und [[kulturell]] [[isoliert]] und [[ausgeschlossen]] werden können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In einer [[Gesellschaft]], in der die [[Bedürfnisse]] der Menschen als ihr Lebensgenuss [[getrennt]] von ihrer [[Arbeit]] (siehe [[Teilung der Arbeit]]), als ihre [[existenzielle]] Verpflichtung (siehe [[Lebenspflicht]]), als [[objektives Sollen]] des [[Lebens]] [[erscheint]], kann sich alle [[Existenz]] nur [[zwischen den Menschen]] [[vermitteln]] und sich in deren Existenzverwertung (siehe [[Existenzwert]]) durchsetzen. Ihre [[zwischenmenschlichen Beziehungen]] verhalten sich durch die [[Abwesenheit]] einer [[gegenständlichen]] [[Wirklichkeit]] in den Menschen als [[Angst]] vor einem [[Selbstverlust]], dem Verlust der [[Sinnlichkeit]] ihres [[Lebens]], vor dem [[gesellschaftlichen]] Nirwana, einem [[allgemeinen]] [[Nichts]], dem Loch einer [[fremden]] [[Wahrnehmungsidentität]], die sich gegen die [[Nichtungen]] des Lebens nurmehr aus der Unmöglichkeit einer [[wesentlich]] [[sinnlichen]] [[Beziehung]] in [[zwischenmenschlichen Verhältnissen]] ergibt und immer wieder in dem scheitern kann, was darin zu [[verwirklichen]] versucht wird. Weil sich dies im [[allgemeinen]] [[Erleben]] nur zwischen dem Lebensglück der [[Liebe]] und der [[Lebenspflichtigkeit]] ihrer [[Existenz]], als ihrer [[negierten]] [[Wirklichkeit]] - als durch sich selbst schon verneintes Lebensglück (siehe hierzu auch [[Nichtungstrieb]]) [[ereignen]] kann - suchen die [[Zwischenmenschen]] eime [[Wahrnehmungsidentität]] in einer gemeinen [[Lebensstruktur]] [[aufzuheben]], in der sie sich ihrer wechselseitigen [[Liebe]] durch die Lebensgemeinschaft einer Lebenspartnerschaft als [[Familie]] [[verbürgen]] indem sie die [[Entgegenwärtigungen]] ihrer [[narzisstische]] [[Selbstbezogenheiten]] [[aufheben]], sich an einander selbst [[vergegenwärtigen]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Selbstvergegenwärtigung ist eine Rückbeziehung auf sich selbst, die sich aus der [[Unwirklichkeit]] der [[Selbstwahrnehmung]] begründet. Es ist eine Vergewisserung einer [[persönlichen]] [[Identität]], die in [[psychisch]] bestimmten [[Verhältnissen]] nötig geworden ist, weil sich die durch ihre [[Gefühle]] [[objektiv]] verunsicherten Menschen darin behaupten und veredeln müssen. Was der [[narzisstische Persönlichkeit]] entgangen war, wird im Nachhinein durch eigenmächtige [[Beziehungen]] über die [[Geborgenheiten]] der [[Selbstwahrnehmung]] zurück gewonnen. Ihr ausdrückliches Lebensverhältnis ist daher eine [[Lebensburg]], welche die darin vereinigten [[Selbstbeziehungen]] für sich behauptet und sie in der [[Ausschließlichkeit]] ihrer [[Selbstbehauptung]] bestätigt und eingrenzt und alle [[fremden]] [[Selbstwahrnehmung]] ausgrenzt. Darin entstehen schließlich die [[Verhältnisse]] der [[symbiotischen Selbstbehauptung]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[bürgerliche]] Familie ist von da her der Zusammenschluss einer vergemeinschafteten [[subjektiven]] [[Selbstbehauptung zu einer Hausgemeinschaft derGenerationenund ihren existenziellen Lebenspflichtigkeiten (siehe auchLebenspflichten). Von daher stellt sie in ihrereinzelnenExistenzform dieFormeiner vergemeinschaftlichenVereinzelung dar, einersymbiotischeGemeinschaft, die durch denpersönlichenGemeinsinn(siehe auchFamiliensinn) ihrerSelbstbehauptunggegen das Elend vongesellschaftlichisoliertenMenschen als Burg einerzwischenmenschlichenGemeinschaftüber die vereinzelteindividualistischeExistenznarzisstischer Persönlichkeitenhinweghilft.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im [[Einzelnen]] gründet von da her jede Familie auf einer liebenden Gemeinschaft, so wie diese in ihre Gründung eingegangen ist. Es gehen darin also zunächst oder an sich die [[Gewohnheiten]] einer Lebenslust der [[Liebe]] zwischen Menschen ein, die für sich eine Lebensgemeinschaft über alle Widernisse ihres [[Lebens]] hinweg suchen und sich im [[privaten]] [[Dazwischensein]] ihrer [[gesellschaftlich]] öffentlichen [[Lebensverhältnisse]] versprechen, um dadurch einen Hort ihrer geschlechtlichen Identität und deren Konsequenzen zu schaffen. Im [[Allgemeinen]] ist diese Familie eine [[Gemeinschaft]] zur [[Reproduktion]], Fortpflanzung und [[Ausbildung]]des Gattungslebens und der Organisation der hieraus entstehenden Aufgaben, wie sie durch deren [[Lebensbedingungen]], den [[Notwendigkeiten]] ihrer [[objektiven]] [[Lebensbestimmungen]] und [[Umstände]] (siehe auch [[Formbestimmung]]) gestellt sind. Was bei den Tieren noch urwÜchsig aus ihrer Paarung als unmittelbar verwirklichte Geschlechtskultur hervorgeht ist fÜr die Menschen eine Sinnstiftung in den gesellschaftlichen [[Verhältnissen]] ihrer [[Naturmacht]], der Existenzform ihrer [[Kultur]] und den sozialen [[Notwendigkeiten]] der [[Reproduktion]] und [[Produktion]], der Fortpflanzung ihres [[Reichtums]], dem [[Verhältnis]] der [[Geschlechter]] und der [[Generationen]] und dem gesellschaftlichen Zusammenhang ihrer Erzeugnisse als [[Produkte]] ihrer [[Geschichte]], indem sie in ihren existenziellen Lebensgemeinschaften ihr [[Leben bergen]] wie auch verbergen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von da her ist in der [[bürgerlichen]] Kleinfamilie die Familie überhaupt die [[Lebensburg]] eines im Grunde beklemmenden [[Lebensverhältnisses]], als [[objektiv]] [[bestimmte]] [[Gemeinschaft]] zwischen Lebenslust und [[Lebenspflicht]], In ihrer Vergemeinschaftung begegnen sich die Menschen als familiäre [[Persönlichkeiten]] - sowohl als [[verkörperung]] ihres leiblichen Glücks als auch als Arbeitsgemeinschaft zur Bewältigung ihrer [[Lebenspflichtigkeiten]]. Der [[Widerspruch]] ihrer Gemeinschaft mag in ihrem ganz [[persönliche]] [[Familiensinn]] aufgehoben erscheinen; tatsächlich aber hintergehen die familiären [[Persönlichkeiten]] und Verwandschaften alles familiäre Glück schon durch die [[Struktur]] ihrer lebendige Verpflichtungen. Was durch die [[Lebensverhältnisse]] innerhalb der [[Lebensburg]] im [[Einzelnen]] als Lebenslust erscheint, wird im [[Allgemeinen]] gegen diese [[Beziehungen]] nichtig, zur Quelle einer [[strukturell]] [[substanziellsierten]] [[Lebensangst]]. Und solche [[Struktur]] wird mehr oder weniger schnell brüchig, sobald sich das Versprochene nicht [[wirklich]] erhalten lässt. Mit der [[Enttäuschung]] des Glücks einer an sich [[heilen Welt]] bricht die darin geborgene und verborgene [[Angst]] in einem [[Zustand]] der Ausweglosigkeit aus, wenn die Auflösung einer Familie in [[isolierten]] [[Lebensverhältnissen]], in der [[Ungewissheit]] möglicher kultureller oder materieller [[Verelendung]] endet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Lebensangst]] war dem ursprünglich schon längst vorausgeeilt, bevor sich ihre [[nichtende]] Macht [[ereignet]] und also [[verwirklicht]] hat. Sie hat eben ihren Ursprung schon in der Gründung einer Kleinfamilie (siehe [[Familie]]) der [[bÜrgerlichen Gesellschaft]], - nicht weil die schon durch sich selbst Angst machen würde, sondern weil darin die [[Wirklichkeit]] einer [[objektiven]] Lebensbedrängung zwischen Lebenslust und [[Lebenspflicht]] [[subjektiv]] aufgehoben ist. Die [[objektive]] [[VNichtungsmacht]] der [[Existenzverwertung]] des [[Kapitals]] setzt ihren [[Nichtungstrieb]] eben immer schon und unmittelbar ganz [[subjektiv]] durch. Eltern und Kinder sind im [[Allgemeinen]] durch die [[private]] [[Existenz]] ihrer [[erzieherischen Beziehungen]] Überfordert, hiergegen anzukämpfen. Ein Kompromiss zwischen lebenslust und [[Nichtungstrieb]], wie ihn die [[bürgerliche]] Familie durchziehen muss, richtete auf Dauer die Lebenkräfte [[isolierter]] [[Existenzen]] schon durch ihren [[Existenzwert]] über die nötigen [[Eigentumstitel (z.B. Mieten und Gebühren) zugrunde.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Den Kindern gelten die Eltern als ihre objektive [[Lebensbedingung]], die ihre [[ganze]] [[Subjektivität]] bestimmen. Soweit dieses [[Verhältnis]] [[gesellschaftlich]] [[isoliert]] und also total ist, entsteht in dem ausweglos scheinenden [[Leben]] eine Beengung durch die [[objektive]] [[Wirklichkeit]], deren subjektive [[Wirkungen]] in ihrem [[Grund]] nicht [[wahrnehmbar,]] nicht [[erkennbar]] sind, weil das [[erkennende]] [[Subjekt]]zugleich [[Objekt]] seiner eigenen [[Lebensbedingungen]], der [[Formbestimmung]] einer [[abwesenden]] [[Selbstwahrnehmung]] ist. Darin ist es die [[Angst]] vor der Übermacht einer [[existenziellen]] [[Struktur]] des [[Lebens]], welche die [[wahre]] [[Lebensäußerung]] und eigene Handlungsfähigkeit bedroht. Weil sie damit schon in einem Menschen selbst [[existenziell]] ist, verdoppelt sich durch die [[Angst]] um eine [[Wahrnehmungsidentität]] die [[Existenzangst]] zu einem manchmal auch chronisch werdenden [[Wahrnehmungszustand]], der durch eine [[objektive]] [[Nichtung]] seiner kulturellen Grundlagen entsteht und die ganze [[Subjektivität]] der [[Selbstwahrnehmung]] beherrscht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der [[bÜrgerlichen Gesellschaft]], in der selbst schon die Lust am [[Konsum]] und die Pflicht zur [[Lohnarbeit]] gespalten ist, in der die [[Lebensbedingungen]] zwischen [[Subjektivität]] und [[Objektivität]], zwischen [[BedÜrfnis]] und [[Arbeit]], zwischen [[Reproduktion]] und [[Produktion]] der [[gesellschaftlichen]] [[Verhältnisse]] zerteilt sind (siehe auch [[Teilung der Arbeit]]), begrÜndet sich eine Familie durch die [[zwischenmenschlichen Verhältnisse]] der [[persönlichen]] [[Beziehungen]] ihrer [[wirtschaftlichen]] und [[zwischenmenschlichen]] [[Existenz]], durch ihr Einkommen und durch die Liebesbeziehungen in einer persönlichen [[Gemeinschaft]] von [[privaten]] Haushalten, die durch ihr [[isoliertes]] [[Dasein]] zwischen [[Konsum]] und [[Arbeit]] sich als [[Existenz]] und zu ihren [[Existenzwert]] behaupten mÜssen (siehe auch [[Selbstbehauptung]]). Durch die [[Konkurrenz]]verhältnisse der Selbsterhaltung sind die Familien aber schon in den verschiedenen [[Klassen]] und [[Lebenswerten]] [[strukturel]] unterschieden (siehe [[Klassengegensatz]]), in denen sie sich im bloßen Kampf um ihre [[Existenz]] auch dem entsprechend gegeneinander verhalten mÜssen - einfach nur um in einer [[ausschließlich]] [[privaten]] Lebensform ihren existenziellen Zwängen (siehe [[Lebenspflichten]]) durch die [[Notwendigkeiten]] der [[Arbeit]] und der [[Ausbildung]] der nachfolgenden [[Generationen]] zu genÜgen und zugleich exklusiv in ihrer [[Kultur]] existieren zu können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sigmund Freud hatte einen Versuch gestartet, der die Pervertierung der [[Selbstwahrnehmung]] und vieler der ihr notwendigen Verhaltensweisen sowohl in der [[Familie]] als auch in den nationalen Kulturzusammenhängen zeitweise durchsetzt. Ein kulturbestimmtes Vernichtungsbedürfnis lässt sich ganz allgemein und öffentlich im [[Rassismus]], [[Antisemitismus]] und auch schon im Mobbing auf der Straße, im Internet oder in den Familien erkennen. Es sind immer mehr oder weniger weit vermittelte Reaktionen (siehe hierzu auch [[reaktionäres Bewusstsein]]) auf die [[Lebensängste]] in bürgerlichen Lebensverhältnissen. Es wäre deshalb angemessener, diese als [[Nichtungstrieb]] zu bezeichnen, der seinen Ursprung in den [[zwischenmenschlichen]] Existenzformationen der [[bürgerlichen Kultur]] hat. Damit lässt sich dann auch der so genannte Triebkonflikt der Familie als strukturelle Lebensform einer [[erzieherischen Verhältnisses]] im [[Ganzen]] aufklären.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn man von den Verwertungsverhältnissen des Kapitalismus absieht, so verhält sich eine Familie durch ihre Legitimation aus der bÜrgerlichen Existenz und dem Zuspruch ihrer [[Gemeinschaft]], der [[wirtschaftlichen]] und [[kulturellen]] [[Verallgemeinerungen]] - durch das, was darin gemein ist - ähnlich wie ein [[persönlicher]] [[Staat]] in einem [[politischen]][[Staat]]. Familiär darin sind [[persönliche]] [[Eigenschaften]] und [[Fähigkeiten]] unter den [[Bedingungen]], die in einem [[Lebensraum]] vorgefunden und erzeugt werden, weil sie hierin geprägt oder vererbt wurden. Immer ist Familie ein [[Lebensverhältnis]]von [[Generationen]], die durch ihre Geburt und in ihrer [[unmittelbar]] [[ergänzenden]] Funktion zur persönlichen [[Reproduktion]] miteinander politisch, kulturell und wirtschaftlich verbunden sind. Sie genießt von da her einen starken politischen Schutz durch den [[Nationalsaat]]- auch als [[Lebensraum]] einer abgesicherten [[Reproduktion]] der [[Gattung,]] als [[sittlich]] und [[wirtschaftlich]] sanktionierte Ordnung der Begattung (Immanuel Kant).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unmittelbar verschafft diese [[Form]] eines vergemeinschafteten [[Lebens]] den Menschen aber ganz eigene [[Bedingungen]], die sich [[inhaltlich]] in ihrem [[Verhalten]] [[zwischenmenschlich]] wie [[wirtschaftlich]] abschotten muss (siehe hierzu auch [[heile Welt]]). Wesentlich sind es die [[SelbstgefÜhle]] ihrer [[psychischen]] [[Selbstverwirklichung]], durch die sie verbunden und gehalten sind, um ihren [[privaten]] [[Lebensraum]] in ihren [[Empfindungen]] abzugrenzen und ihr hierdurch [[vergemeinschaftetes]] [[Leben]] in dieser [[Lebensburg]] Überhaupt [[entwickeln]] und in ihren [[SelbstgefÜhlen]] fortbilden zu können (siehe hierzu auch [[heile Welt]]) und ihre [[erzieherischen Beziehungen]] durch die intimen [[Eigenschaften]] ihrer [[GefÜhle]] unter der [[privaten]] [[Formbestimmtheit]] ihrer [[persönlichen]] [[Gemeinschaft]] ausfÜllen. In diesem [[Lebensraum]] sind die familiären Persönlichkeiten durch sich selbst[[Körper]] ihrer [[Beziehungen]] und somit zugleich körperliche mächtiges [[Subjekt]] wie auch ohnmächtiges [[Objekt]] ihrer Beziehungen. In ihrem [[SelbstgefÜhl]] sind sie zugleich [[äußerer]][[Gegenstand]] ihrer [[Empfindungen]], die sich hiergegen [[subjektiv]] zur [[Selbstwahrnehmung]] der Familie entwickeln. Innerhalb derselben sind diese ununterscheidbar, mÜssen sich aber existenziell zugleich fÜr sich selbst behaupten (siehe auch [[symbiotische Selbstbehauptung]]). Ihre GefÜhle [[verallgemeinern]] sich in ihrem [[Familiensinn]] (siehe auch [[Familienego]]) zu einem [[Übersinnlichen]] [[Sinn]] (siehe auch [[Über-Ich]]), von dem sich die [[Empfindungen]] [[emanzipieren]] mÜssen, um fÜr sich wahr zu werden und wahr zu sein. Innerhalb der Familie trennen sich von daher die [[SelbstgefÜhle]] von ihren [[Empfindungen]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der [[Abtrennung]] der [[GefÜhle]] von ihren [[Empfindungen]] entsteht eine [[zirkuläre Hermeneutik]], ein &#039;&#039;Echoraum&#039;&#039; der [[Empfindungen]],worin sich die [[Wahrnehmungen]] gegen die äußerlichen Bedrohlichkeiten ihrer [[zwischenmenschlichen Verhältnisse]] in ihren [[isolierten]] Erscheinungsformen vervielfachen und die [[Wahrheit]] ihrer [[Selbsterkenntnisse]] vereinseitigen, ihren ÜbernatÜrlich gewordenen Zusammenhang abtöten. Ihre [[Wahrnehmung]]reduziert die EindrÜcke ihrer [[Wirklichkeit]], auf die einfache und widerspruchslose [[Wahrheit]] einer[[isolierten]] Existenzform auf die [[Abstraktionen]] ihrer [[WidersprÜche]], deren Zusammenhänge sie nicht mehr [[ausdrÜcken]], sich nicht mehr darauf [[beziehen]] können. Sie meiden daher diese und entziehen sie ihrem Erkenntnisvermögen. Hierbei setzt sich in den hiernach gearteten [[zwischenmenschlichen Verhältnissen]] eine [[Selbstwahrnehmung]] durch, die sich durch die somit statuierte [[Selbstgerechtigkeit]] eines &#039;&#039;gesunden Lebensverhältnisses&#039;&#039; von den Widernissen und [[WidersprÜchen]] der [[gesellschaftlichen]] [[Wirklichkeit]] absetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die allgemeine [[Wahrnehmung]] in solchen eigenständigen [[Lebensräumen]] von selbstisolierten [[Gemeinschaften]] formatisieren sich durch ihre Selbstbeschränkungen zu einem Zusammenschluss ihrer [[Verselbständigung]], zu einem [[BedÜrfnis]] ihres [[Gemeinsinns]]nach Bewahrung und [[Totalisierung]] der [[Egozentrik]] ihrer [[Selbstveredelung]], wodurch sich ein durch die [[Selbstgerechtigkeit]] ihres [[Edelmuts]] in der Sicherheit fÜr ihr sich [[selbst veredeltes]] [[Leben]] entwickelt und gegen öffentliche EinflÜsse abschirmt (siehe auch [[heile Welt]]). So entstehen [[Selbstwahrnehmungen]], die sich in der Sicherheit und Abgrenzung ihrer durch sich selbst [[veredelten]] [[Verhältnisse]] bedroht fÜhlen, wenn sie [[Fremdes]] wahrnehmen und hierÜber ihre [[Entfremdung]] von der [[wirklichen]] Welt (siehe hierzu auch [[Wirklichkeit]]) erfahren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine jede [[Familie]], die sich als [[Form]] eines besonderen [[zwischenmenschlichen Verhältnisse]] begrÜndet, ist zugleich der [[Lebensraum]] [[lebenspflichtiger]] [[Beziehungen]] der in ihrer [[zwischenmenschlichen Beziehung]] unmittelbar beteiligten [[Persönlichkeiten]]. Sowohl das [[Leben]] wie auch das, was ihm [[verpflichtet]] ist, [[erscheint]] hier [[ausschließlich]] persönlich, weil darin die [[Personen]] als Eltern und Kinder sich zu einer wechselseitigen [[Bedingung]] ihres [[Lebens,]] zu einer persönlichen [[Lebensbedingung]] geworden sind. Darin können sie nicht durch sich das sein, worÜber sie sich aufeinander beziehen. Ihre [[Beziehung]] zieht sie zu einer [[Gemeinschaft]], die einen hierfÜr [[notwendigen]] [[Gemeinsinn]] durch jene entwickelt, die ihn als [[Mittel]] fÜr ihre familiären Machtverhältnissen nötig haben, um das zu sein, fÜr was sie unter deren [[Bedingtheiten]] fÜreinander [[pflichtschuldig]] sind. Ein [[allgemeines]] [[SchuldgefÜhl]] gegen die [[Macht]] einer hierfÜr aufbereiten Lebensverantwortung prägt ihre [[Beziehung]] und macht sie hierdurch mehr oder weniger [[hörig]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[bÜrgerliche]] Familie ist daher meist eine Kleinfamilie als Hort einer[[isolierten]] [[Selbstbehauptung]] in den [[Lebensräumen]], die sie [[bewohnt]]. In der [[Symbiose]] ihrer [[Lebensburg]] behaupten sich sich die Familienmitglieder (siehe [[symbiotische Selbstbehauptung]]) in einer [[Gesellschaft]], in der die [[Eigenschaften]] und [[Fähigkeiten]] der Menschen im [[Allgemeinen]] ihre [[persönliche]] [[Existenz]] als Potenzial ihrer Privatexistenz (siehe auch [[Privateigentum]]). Was sie zur ErfÜllung der Lebensanforderungen bilden können (siehe [[Sinnbildung]]), die ihr [[Leben]] unter dieser [[Bedingung]] ausmachen und bestimmen (siehe hierzu auch [[Lebenspflicht]]), erwerben sie daher im ständigen Konflikt mit den [[Notwendigkeiten]] ihrer bÜrgerlichen Existenz und ihren hierauf gegrÜndeten [[zwischenmenschlichen Verhältnissen]], wie sie aus abgeschotteten [[zwischenmenschlichen Beziehungen]] entstehen und entstanden sind, wie sie also durch sich und fÜr sich begrÜndet sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jede Familie ist hierfÜr ein [[Lebensraum]] von [[Gewohnheiten]], die durch einen Haushalt entstehen und nötig sind, um ihn je nach Art der gesellschaftlichen Wirtschaftsform zu bewältigen. In der [[bÜrgerlichen Gesellschaft]] ist es die Wirtschaftsform des [[Privateigentums]], das Lebens- und Umgangsformen in Privathaushalten bestimmt. Auch Freundschaften können zu Familien werden, wenn sie sich zu ihrer [[Existenz]] und darin fÜreinander verbindlich und also familiär verhalten, in gleichem [[Sinn]] fÜreinander [[da sind]] ohne nur [[nÜtzlich]] zu sein. Doch die Verbindlichkeit hängt sehr von der [[gesellschaftlichen]] [[Form]] ihrer [[Existenz]] ab, - welche [[Freiheit]] darin ihre [[Beziehungen]] bereichern kann, [[Zufälle]] möglich sein lässt und dennoch hiergegen nicht [[beliebig]] oder [[gleichgÜltig]] ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[bÜrgerliche]] Familie begrÜndet sich als [[Lebensraum]] eines [[vergemeinschafteten]] LebensgefÜhls, als [[Verhältnis]] von [[SelbstgefÜhlen]], die sich gegen ihre Außenwelt besonderen, einen Schutzraum fÜr die Intimität [[zwischenmenschlicher Beziehungen]] suchen und also als [[Lebensburg]] zur [[Selbstbehauptung]] einer sinnlichen [[Symbiose]] funktionieren (siehe auch [[symbiotische Selbstbehauptung]]). HierfÜr werden sie auch politisch und [[rechtlich]] in entsprechenden [[Vertrag]]sverhältnissen abgesichert. Doch erst im [[Verhältnis]] unterschiedlicher [[Generationen]] wird dieses [[Verhältnis]] auch wirklich [[notwendig]], weil darin die [[Nöte]] in [[gesellschaftlich]] [[isolierten]] Abhängigkeiten und [[erzieherischen Beziehungen]] gewendet werden mÜssen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im historischen Wortsinn ist Familie eine aristokratische Hausgemeinschaft (lat. familia) mit hieraus bedingtem Gefolge (famulus: der Haussklave), eine [[persönliche]] [[Gemeinschaft]], die einen von der [[Gesellschaft]] [[getrennten]] Haushalt betreibt und sich von daher auch als [[wirtschaftlichen]] [[Lebensraum]] jenseits von dieser zu verstehen ist. Unter der Bedingung des Geldverhältnisses (siehe [[Geldbesitz]]) ist Familie ein Hort des [[Wohnens]], zwischenmenschliche Lebenswelt eingewöhnter Beziehungen, gewohntes Liebesverhältnis der [[Lebensbergung]] im Einzelnen, das sich als private Welt konstituiert. In dieser sind die Grund[[stimmungen]] der [[Generationen]] maßgeblich, die sich darin zusammenfÜgen und auch einander fÜr Gedeih und Verderben dieser [[Lebensburg]] als Wohngemeinschaft erziehen, Wesentliche Grundbedingung hierfÜr ist die Ein[[stimmung]] auf die Gewöhnung der darin auftretenden Lebensäußerung, die mehr oder weniger zufällig von den gesellschaftlichen Verhältnissen [[isoliert]] verräumlicht auftreten und von daher auch eine Enge dieser Lebensäußerungen als Bedingung der Lebensgewohnheiten darin konstituieren, welche sich mit der Einengung und Bedrohung der einzelnen [[SelbstgefÜhle]] [[entwickelt]], die ein ungeheuerliches Maß an Selbstbeschränkungen (siehe [[erzieherische Beziehung]]) erzeugen kann. Im [[Verhältnis]] zur öffentlichen Lebensform der [[Gesellschaft]] des [[Geldes]] besteht daher eine grundlegende [[Lebensangst]], die [[verrÜckte]] [[Selbstwahrnehmungen]] [[bestimmen]] kann, wenn sie deren [[Gewohnheiten]] nicht mit eigenem Sinn fÜr [[allgemeine]] [[zwischenmenschliche Verhältnisse]] fÜllen kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Familie ist aber vor allem eine Lebensstruktur, in der sich die eingebrachte [[Subjektivität]] objektiviert, sich also als objektive Form selbst subjektiviert und von daher eine gesellschaftliche Bestimmung als Privatform des Lebens erfÜllt und diese [[zwischenmenschlich]] als Mensch und Form fÜr sich verdoppelt. Weil in dieser [[Form]] sich ihre Bestimmung somit intensiviert und alle darin entstehenden [[Absichten]] und Mängel total, im [[Prinzip]] unauflösbar werden, stellt sie eine gesellschaftlich isolierte Machtformation [[zwischenmenschlicher Beziehungen]] dar, in welcher der Mangel selbst durch die [[Anwesenheit]] [[einverleibter]] [[Verhältnisse]] als deren [[Lebensraum]] einen Gewinn fÜr diese Beziehungen darstellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der bÜrgerlichen Gesellschaft ist die Familie ihrem kulturellen Wesen entsprechend eine [[Akkumulation]] der [[Selbstverwertung]] des Geschlechtsverhältnisses, der Institutionalisierung gesellschaftlicher Geschlechtsrollen in einer [[persönlichen]] Form, in der [[Form]], worin sich Menschen als das gelten sollen, worin sie sich als besondere [[Geschlecht]]spartner und Eltern erscheinen. Sie häufen darin ihre [[Selbstwahrnehmungen]] so auf, dass sich deren [[Selbstwert]] als Lebenszusammenhang darstellen lässt, ganz gleich wie das [[Leben]] sonst Überhaupt ist. Immerhin kompensiert der auf diese Weise institutionalisierte [[Selbstwert]] nicht nur den Verlaust der [[Selbstachtung]] jenseits der familiären Verhältnisse, sondern auch den, der sich in ihr ins [[Verhältnis]] versetzt hat, ins Verhalten von unzähligen Selbstverwerfungen (siehe auch [[Selbstlosigkeit]]). Von daher ist dieser [[Lebensraum]] sowohl die Fixierung wechselseitiger [[Selbstbehauptungen]] (siehe [[symbiotische Selbstbehauptung]]), als immer auch schon eine Abschottung gegen die Mängel des gesellschaftlichen Geschlechtsverhältnisses und also eine [[Lebensburg]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die modernen [[zwischenmenschlichen Verhältnisse]] ist Familie daher der Form nach eine Schutzgemeinschaft gegen die kulturellen und ökonomischen Verwerfungen, welche den gesellschaftlichen Verhältnisse des [[Kapitalismus]] zur Folge in seinen [[Krisen]] und Zwängen aufkommen. Von daher haben sie als [[Lebensburgen]] der [[Zwischenmenschlichkeit]] eine restaurative Funktion der [[bürgerlichen Kultur]]. Im Unterschied zu feudalen Gesellschaftsformen, die auf der Hausmacht der [[Geschlechter]] und [[Generationen]] gründen, versteht sich Familie in der [[bürgerlichen Gesellschaft]] vor allem als kulturelle Lebensgemeinschaft der nächsten Abkömmlinge, dem Lebensverhältnis von Älteren (Eltern) und Jüngeren in der Generationsfolge, dem Verhältnis von Großeltern, Eltern und Kindern und zugleich als ein [[Erziehungs]]- und [[Beziehung]]szusammenhang der damit verwandten Menschen, der &#039;&#039;Blutsverwandten&#039;&#039; und der per Ehe[[vertrag]] eingeschwägerten Verwandten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der [[Begriff]] Familie unterstellt daher hierzulande vor allem das [[ursprüngliche]] [[sittliche]] Zusammenleben der [[Generationen]], die sich aus der [[Reproduktion]] der Generationsfolge bestimmen, also auch die [[Bildung]] und Befähigung zur Erhaltung der Art und [[Gesellschaft]] betreiben (siehe z.B. [[Erziehung]]). Familiär sind daher vor allem [[Eigenschaften]], die dieser Lebensform entsprechen, weil sie z.B. einer Familienkultur entspringen, die sich aus der [[Selbstbestimmtheit]] dieses [[Lebensraums]] ergibt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch Familie wird die allgemeine [[Egozentrik]] der vereinzelten [[Privatpersönlichkeiten]] soweit aufgehoben, wie sich die Familienmitglieder darin in einem [[Familiensinn]] [[vergemeinschaften]] und hierauf einen Schutzraum gegen deren [[Existenz]]weisen begründen. Sie bietet von daher ein [[Heim]] gegen die [[Macht]] der [[selbstgefühligen]] [[Entschiedenheiten]], in welchem sich ein Reservoir unmittelbarer [[Notwendigkeiten]] und [[Beziehungen]] [[entwickelt]], das der [[Natur]] der [[zwischenmenschlichen Verhältnisse]] entspricht und sie &#039;&#039;wie von selbst&#039;&#039; bestärkt. Da ihre Beziehungswelt jenseits der gesellschaftlichen [[Gegenständlichkeiten]] unmittelbar organisch organisiert sein muss kann sie gegen deren äußerliche [[gesellschaftliche]] [[Objektivität]] wie die Welt einer freien [[Subjektivität]] erscheinen, durch welche ihr Heim [[lebendig]] und die Welt im Jenseits zu einer [[unheimlichen]] [[Wirklichkeit]] wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weit mehr als die einzelnen Wahrnehmungen und Äußerungen bilden die [[Stimmungen]] in der [[Familie]] die Lebensgrundlage des [[SelbstgefÜhls]] ganzer [[Generationen]] durch die Ausgestaltungen ihres [[Lebensraums]]. Sie sind somit schon Keime einer [[Hörigkeit]], in der das Zugehörige sein [[Geltungsstreben]] entwickeln (siehe hierzu auch [[Fremdenfeindlichkeit]]) und deshalb auch [[rassistisch]] werden kann (siehe hierzu auch [[MassengefÜhl]]). Dies allerdings [[notwendig]] erst, wo es fÜr sich selbst kulturell verloren hat (siehe [[Selbstverlust]]) und [[widersinnig]] wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Familie ist also keine Naturtatsache (siehe auch [[Generationen]]) und auch keine natürliche Kulturform. Sie ist eine relativ moderne Privatform eines darin unmittelbar scheinenden Gattungsverhältnisses ([[siehe Gattungsbegriff]]), eine in ihrer [[zwischenmenschlichen]] [[Ausschließlichkeit]] bestimmten Lebensform der [[Geschlechter]] als Generationenverhältnis einer [[privaten]] [[Individualität]], die sich ebenso privat in einem [[Familiensinn]] [[vergemeinschaften]] und [[regenerieren]] muss, um in der [[bürgerlichen Gesellschaft]] überhaupt über ihre bornierte Vereinzelung hinausgehend noch Bestand zu haben, sich also [[reproduzieren]] zu können. Dies aber betrifft nicht nur die Reproduktion der Privatexistenz, sondern des menschlichen [[Lebens]] überhaupt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hier vermittelt sich das werdende und das gewordene Leben, die innigste Kultur der Menschen in ihrer bürgerlichen Existenzform, die das innere Glück des Lebendigen mit den Existenzbedingungen der Verwertbarkeit seiner [[Veräußerung]], seinem intimen Nutzen zusammenschließt und hieraus eine [[Lebenspflicht]] entwickeln muss, um diesen Schluss zu sichern. Die familiären Beziehungen werden unter dieser Bedingung vorauseilend bestimmt, so dass sie fÜr sich genommen unkenntlich werden. Diese &#039;&#039;Pflicht&#039;&#039; wird daher zur [[Gewohnheit]], zu einem [[Familiensinn,]] durch den die Menschen in der Familie nur in der Teilhabe hieran wahrgenommen werden und sich dabei als Menschen im [[Ganzen]] nur anteilig [[wahrhaben]] können. Letztlich ist dieser Sinn obsolet und lässt sich nur selten wirklich in dem einlösen, was er darstellen soll. Das GrundgefÜhl einer entwickelten Familie bleibt daher ein [[SchuldgefÜhl]], das die einzelnen Mitglieder zu einender haben, weil und sofern sie an ihrem [[Familiensinn]] notwendig scheitern, einander nicht die ErfÜllung beibringen können, die darin erforderlich ist. Dieses [[SchuldgefÜhl]] konkurriert daher auch unentwegt mit dem [[SelbstgefÜhl]], das jenseits der Familie möglich ist und dort zu einer ihr fremden ErfÜllung treibt (siehe hierzu auch [[Geltungsstreben]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gerade in der organischen Verbundenheit des werdenden [[Lebens]], besonders in der natürlichen [[Symbiose]] von Eltern und Kindern wirken die [[Formbestimmungen]] dieses [[Lebensraumes]] total, machen aus der körperlichen Symbiose eine [[psychische]], weil der Schutzraum dieser [[Lebensburg]] sich [[negativ]] gegen die Außenwelt behaupten muss und von daher eine politische Funktion in der Abschirmung der privaten Existenz gegen die gesellschaftliche hat. Von daher bildet sich in der Familie eine Subkultur, die als Grundform des Lebens selbst [[privat]] bestimmt erscheint und in dieser [[Selbstbehauptung]] die diesbezügliche [[Selbstbeziehung]] in der [[Selbstverwirklichung]] der Familienpersönlichkeiten gegen die rein [[objektiv]] vermittelt erscheinende [[Gesellschaft]] in der [[Psyche]] der Beteiligten sich als [[symbiotische Selbstbehauptung]] entfaltet und verwirklicht. Die [[objektiven Gefühle]] der Familie erscheinen daher unmittelbar selbst [[objektiv als Selbstgefühle]], die im Sinne eines [[Urvertrauens]] total sein müssen und dies nur sein können, wenn und soweit und wieweit sie dem [[Familiensinn]] psychisch entsprechen (siehe auch [[Psychokratie]]). Es ist der Sinn einer gesellschaftlich [[isolierten]] [[Notwendigkeit]] der [[Reproduktion]] des Leben überhaupt und enthält von daher gesellschaftliche Macht als unmittelbar persönliche [[Naturmacht]] der Generationen in dem hieraus [[formbestimmten]] [[Verhältnis]] zueinander.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Existenz einer kulturell unterworfenen Reproduktion geht auf in der [[Subjektivierung]] des [[Sachzwangs]] der bürgerlichen Gesellschaft zum Lebensprinzip ihrer [[Kultur]], Die objektive [[Bestimmtheit]] erscheint als [[Gemeinschaft]] menschlicher Bedürftigkeit, worin sie die Pflichten der bürgerlichen Existenz als Lebensverpflichtung aufnimmt und daraus die Dürftigkeit einer verkehrten Lebenserwartung im Glück menschlicher Lebensmomente erlebt. Gelingt deren Erfüllung, so kann die wirkliche Welt zur Nebensache werden und es vereinigen sich menschliche Bedürfnisse an der Leimstange ihrer bürgerlichen Verheißungen mit der Macht und Hoheit des unverwirklichten Lebens, dem [[Glauben]] an die Unendlichkeit eines in sich selbst beschränkten Glücks. Während sich die Älteren damit in dem Maß bescheiden müssen, wie ihre Vergangenheit ihre Gegenwart einholt, wird genau dies zum wesentlichen Problem der Jüngeren, weil die Welt die Hauptsache ihrer Zukunft sein muss.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Familie beziehen sich die Generationen aufeinander in ihren gegensätzlichen Lebensinteressen, die nirgendwo anders wirklich sein können. Je kleiner sie ist, desto totaler und ausschließlicher vereinigt sich dieser Gegensatz im Verhältnis der Entgegnungen. Sie ist der rückbezogene Lebensraum eines gesellschaftlich ausgeschlossenen Lebens, der Rückzugsraum der darin geborgenen Gattung, die [[Lebensburg]] einer Gesellschaft, die für sich die Lebensform zerteilter Beziehungen ist, die sich in ihren Verhältnissen ausschließen und von daher von ihrer [[Geschichte]], von der Vergangenheit ihrer Entstehungsgeschichte selbst beherrscht sind. In der Familie herrscht das Entschiedene in der Abscheidung und wird darin zu einer Lebensform ausschließlicher Sinnlichkeit, die durch den Ausschluss ihrer gesellschaftlichen Bezogenheit in sich selbst herrscht, also eine Burg der [[Selbstbeherrschung]] sein muss.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Familie müssen die Menschen [[ausschließlich]] ihr ausgeschlossenes [[Leben]] beherrschen. Sie befinden sich in einem Verhältnis, worin ein jeder [[notwendiges]] Objekt des anderen ist und als Subjekt zugleich hierdurch seine eigene [[Not]] wendet. Er ist damit also selbst in einem [[Besitz]]verhältnis, das die [[Subjekte]] sich [[objektiv]] unterwirft, die sich in dieser Unterwerfung zugleich ausschließlich [[subjektiv]] erscheinen. So entsprechen sie nicht nur objektiv, sondern auch subjektiv den [[Formbestimmungen]] der [[bürgerlichen Gesellschaft]], worin und wodurch die Menschen zugleich [[allgemein]] objektiv nicht nur durch ihren [[Besitz]] bzw. ihre Besitzlosigkeit, sondern zugleich auch selbst durch das Verhältnis ihrer Sachen als Kulturverhältnis der Personen bestimmt sind (siehe [[Warenfetischismus]]). Die [[Verkehrungen]] dieser Gesellschaft treten in der Familie als eine sich selbst verkehrende [[Beziehung]] der Menschen zur Persönlichkeit ihres gesellschaftlichen Lebensraumes auf und lassen diese als selbständiges Privatwesen erscheinen, das sich in seinem familiären Haushalt vollständig, sowohl existenziell wie kulturell als Subjekt seiner Geschichte, als Schmied seines Glücks verstehen kann, während es objektiv vollzieht, was zur Reproduktion des Menschseins - körperlich, psychisch wie auch kulturell in dieser Welt nötig ist. Die Existenz einer kulturell unterworfenen Reproduktion geht auf in der [[Subjektivierung]] des [[Sachzwangs]] der bürgerlichen Gesellschaft zum Lebensprinzip ihrer [[Kultur]], Die objektive [[Bestimmtheit]] erscheint als [[Gemeinschaft]] menschlicher Bedürftigkeit, worin sie die Pflichten der bürgerlichen Existenz als Lebensverpflichtung aufnimmt und daraus die Dürftigkeit einer verkehrten Lebenserwartung im Glück menschlicher Lebensmomente abfeiern kann. Gelingt deren Erfüllung, so wird die wirkliche Welt zur Nebensache und es verkleben sich menschliche Bedürfnisse an der Leimstange ihrer bürgerlichen Verheißungen mit der Macht und Hoheit des unverwirklichten Lebens, dem [[Glauben]] an die Unendlichkeit eines sich selbst beschränkenden Glücks. Während sich die Älteren damit in dem Maß bescheiden, wie ihre Vergangenheit ihre Gegenwart einholt, wird genau dies zum wesentlichen Problem der Jüngeren, weil die Welt die Hauptsache ihrer Zukunft sein muss.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Gattungsleben erscheint in der Form einer familiären Gemeinschaft als das ganz große Glück in der ganz kleinen Welt einer monströsen Wirklichkeit, in der Lebensenge einer Kleinfamilie, worin ein ungeheuerlicher Aufwand betrieben und geleistet werden muss, um im Kleinen wirklich außerordentlich Großes zu bewältigen. Doch gerade dadurch ist den Menschen ein Verhältnis auferlegt, in dem im einzelnen glücklich sein oder Glück bringen soll, was gesellschaftlich nicht wirklich wahr sein kann: Ein unmittelbar menschliches Leben. Und dieses ist wesentlich von einer gesellschaftlichen Lebensaufgabe bestimmt, die das Verhältnis des Lebens vor allem zwischen Pflicht und Schuld bewegt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist eine gewaltige Leistung, eine Familie zu erhalten, Kinder zu erziehen und das Verhältnis der Generationen und Geschlechter als privat heraus gesetztes Leben zu formatieren und als ausschließliche Lebensform durchzuhalten. Es ist eine übergroße gesellschaftliche Aufgabe, die da eine kleine Gemeinschaft zu bewältigen hat. Familie ist im Grunde unwirtschaftlich, von daher ohne wirklichen Nutzen für sich, aber voller Sinn. Sie vollzieht ganz lebenspraktisch den Widerspruch von Sinn und Nutzen und macht ihn für sich fest als Familiensinn.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nirgendwo sind sich die Menschen so nah und müssen füreinander soviel sein, was sie nicht sein können, was sie sich also gegenseitig vormachen müssen, um auch menschlich zu sein. Es herrscht in dieser Lebensform ein Verhältnis, worin sich die Scheinbarkeit ihrer Persönlichkeit selbst ermächtigen und substanziell &#039;&#039;füttern&#039;&#039; muss, während sie objektiv ganz und vollständig den Lebensnotwendigkeiten folgt, denen sie unterworfen bleibt. Erst wenn sich dies in den Menschen selbst ausgestaltet, erst wenn sie also aus der Familie heraustreten, erleiden sie an sich selbst die Scheinbarkeit ihres familiären Zusammenhalts und es treibt sich dieser in seiner [[Verrücktheit]] aus ihnen hervor. Sie erleiden in ihrer Wahrnehmung die bloße [[Abwesenheit]] der [[Selbstgefühle]], an die sie sich [[gewöhnt]] und die sie sich angewöhnt haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der [[burgerlichen]] Kultur ist die Familie der [[Wohnraum]] von [[Verhältnissen]], in denen gesellschaftliche Grundlagen sich zur [[Gewohnheit]] einer Privatform von Selbstbegründungen verkehren. Mann und Frau und Kind erkennen einander darin nicht als gesellschaftlich verkehrende Menschen, sondern als [[Gemeinschaft]] ihrer privaten [[Verkehrung]], als Rückbezüglichkeit und Zurückziehung des Lebens, das in der wirklichen [[Gesellschaft]] untergeht, als [[Lebensburg]] einer [[Gemeinschaft]], welche [[Leben]] und [[Liebe]] einfordert, weil diese in ihr nicht wirklich aufgehen kann. Familie wird hierdurch zum [[Lebensraum]] einer [[Liebes]]- und Lebensschuld, einer gesellschaftlichen Rückbildung, in welcher sich deren Mängel als Triumph persönlicher [[Macht]] und Selbstgestaltung formieren, auch wenn diese nur auf [[Schuldgefühlen]] gründet, auf der [[Ohnmacht]] des familiarisierten [[Lebens]]. Sie ist das organisierte Geschlechtsverhältnis von [[Privatpersonen]], das auf der [[gewöhnlichen]] [[Anwesenheit]] der [[Geschlechter]] und [[Generationen]] in einem [[gemeinschaftlichen]] [[Lebensraum]] beruht, der auch gegen die Einwirkungen der Öffentlichkeit Schutzraum bietet und sich wie die [[Lebensburg]] einer Eigenwelt gegen die Anmaßungen einer hiergegen [[fremd]] erscheinenden [[Gesellschaft]] verhält.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Lebensform macht die Reproduktionsform des Geschlechtsverhältnis als Generationenverhältnis aus und [[bestimmt]] die Existenzform der individualisierten [[Reproduktion]] eines gesellschaftlichen [[Lebensverhältnisses]] zu einem [[ausschließlichen]] Verhältnis eines [[isolierten]] [[Gattungswesens]]. Als dessen [[Privatform]] entfaltet es sich zur Haushaltungsform eines [[Familiensinns]], der vor allem die darin [[isolierte]] [[Liebe]]sbeziehung und ihre [[psychische]] [[Substanz]] bestimmt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Familie ist das [[Zwischenmenschliche]] jenseits seiner äußeren [[Bestimmtheit]] vereint zu einem Menschsein zwischen allem Menschlichen. Zwischenmenschliche [[Liebe]], die sich zwischen den Menschen in ihrer reflektierten Form als [[Psyche]] zu gegensinnigen Charakteren entwickelt hatte, wird nun zu einer Lebensform selbst. Es kommen sich darin die Menschen aus ihrer Liebesnot heraus [[geborgen]] vor, als geborgenes [[Leben]] (siehe [[Lebensbergung]]), das seinen [[Sinn]] in dessen [[Notwendigkeiten]] nun [[erlebt]] und [[leidet]] und von daher auf sein Menschsein überhaupt zurückkommt, wie gebrochen dieses auch in seiner [[Gesellschaft]] existieren mag. Doch es ist ein Menschsein, das seine [[Gegenwärtigkeit]] zunehmend aufgeben muss, um seiner Existenzform genügen zu können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die widersprüchliche Bestimmtheit der [[zwischenmenschlichen Verhältnisse]] erscheinen in der Familie aufgehoben in reale Gegensätze von Mann, Frau und Kind. Diese müssen daher auch subjektiv das austragen, was ihnen objektiv in diesem kleinen [[Lebensraum]] zugetragen ist und sich zutragen wird. Besonders die Kinder erfahren ihre objektive Lebensbedingung in den elterlichen Subjekten des Familienlebens, und Mann und Frau müssen ihre Beziehungen nun auch objektiv in einer [[Ehe]], im Bündnis verselbständigter Geschlechtsrollen, in der Selbständigkeit von [[Mann]] als Mann und [[Frau]] als Frau bewältigen. Die Kinder selbst sind unterschiedlich vor allem aus der Reihenfolge ihrer Geburt bestimmt; das Erstgeborene im Ganzen der Ehe, das letztgeborene hiervon befreit. In dieser Folge teilt sich die Form der Familie als Verhältnisform von [[Privatpersonen]] mit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;Daß der bürgerliche Staat sein besonderes Augenmerk auf die Familie richtet, liegt aber vor allem daran, daß diese der einzige Garant für bürgerliche Identität ist. In dem Maß, wie der öffentliche Umgang, wie die allgemeinen Lebens- und Produktionsverhältnisse verrohen, muß eben die Stätte, worin sich die Menschen noch als Mensch zu begegnen scheinen, besonders geschützt werden. Gerade wo die gesellschaftliche Öffentlichkeit zunehmend und sichtbar unangemessen für menschliche Lebenszusammenhänge wird, da muß der Staat auf den individualisierten Menschen zurückgreifen. Wo es keine gesellschaftliche Öffentlichkeit gibt, da hat das Familienleben Hochkonjunktur. Der Gegensatz von Privatheit und Öffentlichkeit, wie er schon in der bürgerlichen Produktionsweise angelegt ist, entwickelt sich erst dann zum absoluten Gegensatz, wenn das öffentliche Leben keinen Sinn mehr hat, wenn also das Geldverhältnis einziges öffentliches Verhältnis geworden ist (d.h. wenn eine Nation vollständig zum Geldbesitzer, zum Imperialisten geworden ist). In einer solchen Nation ist der Mensch absolut für sich und lebt auch dem Zwang zu seiner Lebenserhaltung gegenüber unangemessen, wenn er keine Familie hat. Dies ist der bürgerlichen Familie als ihre Existenzbedingung vorausgesetzt. Da sie für sich aber unmittelbare Lebensgemeinschaft ist, läßt sich darin gerade diese Welt ertragen, wenn und solange die in der Lage ist, die materiellen Lebensgrundlagen für familiäres Leben bereitzustellen; - und dies ist ja eben in solchen Nationen gegeben. So bleibt auch eine für das menschliche Leben absurde, d. h. sinnwidrige Gesellschaft über ihre eigene Bodenlosigkeit hinaus »gesellschaftsfähig«.&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;Die bürgerliche Familie ist für den Zusammenhalt der bürgerlichen Gesellschaft vor allem deshalb unabdingbar, weil in ihr das gesellschaftliche Leben als unmittelbar menschliches Leben erscheint und daher durch sie das familiäre Leben als unmittelbar gesellschaftliches Leben behauptet werden kann. Die Gesellschaft, welche die Menschen durch ihr Zusammenwirken erst erzeugen, gilt hier als die Bedingung ihres Lebens, als Voraussetzung ihres Tuns, als natürliche Gewalt, die schon in ihr Verhalten einwirkt, bevor es verwirklicht ist. Durch die Familie wird eine Naturgemeinschaft gesetzt, die dem einzelnen auch die einzige Gesellschaft ist. Hierdurch aber ist die Gesellschaft bereits per Geburt in jedem einzelnen, bevor er seine Gesellschaft erzeugen kann, und zugleich ist die Gesellschaft außerhalb von jedem einzelnen, bevor er überhaupt darin sein kann. Das heißt: Gesellschaft wird so zum unmittelbaren, also mittellosen Zusammensein von Menschen herabgesetzt und zum unbefragbaren, unabänderlichen menschlichen Lebensprinzip, also zur mächtigen Allgemeinheit über den einzelnen Menschen, sein Leben und Bewußtsein. [[(Pfreundschuh in Was heißt da: Psychisch krank? - Teil 4: Von der Welt der Person zur Persönlichkeit)]]&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Historisch ist die Familie das Produkt einer [[Liebe]], die zu einem Lebensversprechen unter der [[Bedingung]] geworden ist, die [[Existenz]] des [[Lebens]] gemeinsam zu meistern. Sie ist damit eine Lebensform von [[Liebe]] und zugleich die Lebensform der [[Reproduktion]], die als natürlichster und ursprünglichster Lebenszusammenhang der einzelnen und gemeinschaftlichen Existenz erscheint, als Reproduktionsform der Gattung Mensch schlechthin, wie er einzeln und zugleich allgemein leibt und lebt und [[Raum]] und [[Körper]] hat und mit alledem [[wohnt]]. In der Familie verhalten sich die Menschen als eine Einheit der Lebensgewohnheiten, die ihren Widerstreit der Notwendigkeit des Existierens in gemeinsamem Haushalt und Wohnraum aufgehoben haben, weil sie um ihr [[Leben]] besorgt sind, weil sie also bestimmt sind durch bestehende Lebensverhältnisse, die besorgt werden müssen und sich in dieser Besorgung selbst füreinander bestimmt wissen müssen. Soweit diese Besorgung in dieser Gemeinschaft gelingt, sind darin die Lebensbedingungen auch wirklich aufgehoben und können als Liebesglück der Familienmitglieder fortbestehen und dieses kann sich solange auch als aufgehobene Bedingtheit, also unbedingt erscheinen. Dieses macht die gemeine Gewissheit der Menschen darin aus und deshalb erscheinen sie im [[Ganzen]] ihres Lebens bestimmt und zugleich bestimmend füreinander, geworden aus diesem und Leben erzeugend, wie es ihnen in ihrem [[Empfinden]] und [[Fühlen]] gegeben ist. Ihre [[Selbstwahrnehmungen]] sind somit die ausschließlichen [[Wahrnehmungen]] ihres Lebens.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Familie wird das Leben zur Begebenheit und zur [[Gegebenheit]]. Darin ist alles, was Leben und Lieben sein kann und sein soll familiär: Lebenspflicht und Lebensschuld. Die Lebensschuld macht die Bestimmung des Familienlebens und des Familiensinns aus, ist ihr Begriff, die Formbestimmung allen Lebens darin. Er bemisst was ist an dem, was Leben sein soll, das entsteht und vergeht, ohne sein zu können was es ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hierdurch ist alles zugleich [[objektiv]] bestimmt, wie [[subjektiv]] es auch entstanden sein mag und besteht, denn die Gattung und Begattung ist darin ganz allgemein für sich und einzeln wie ein [[Ganzes]] ihres Verhältnisses: Der Raum ist Lebensraum schlechthin, der Körper Sinnlichkeit schlechthin und die Wohnung wird zur Gewohnheit, zur Lebensform schlechthin, die sich weder teilen noch mitteilen noch wirklich auseinandersetzen lässt, ohne dass damit die Familie als [[Ganzes]] bedroht wäre. In der Familie sind ja auch tatsächlich alle [[Beziehungen]] unausweichlich, alle Tätigkeiten [[notwendig]], alle Lebensplanungen und Verständigungen [[absolut]] - eben weil sie eine bestimmte Gesellschaftsform ist und einer bestimmten Gesellschaftsform angehört, in der Liebe und Reproduktion als ausschließliche und ausschließende Individualität, als Privatexistenz jenseits der gesellschaftlichen [[Produktion]] und der [[Menschenliebe]] zur [[Isolation]] ihres Lebensprozesses bestimmt sind. Als diese ausgeschlossene Einheit ist die Familie ein geschlossenes FÜrsorgesystem, das sich aus der Liebe und den Grundbedürfnissen der Menschen nach Leben und Überleben begründet und als Verpflichtung für das Leben und die Liebe gestaltet. Indem sich die Menschen als Subjekte ihrer Pflicht dadurch erscheinen, dass sie ihnen natürlich wie ein Gattungsverhältnis vorkommt, wird ihre Liebe darin notwendig pflichtschuldig, objektiv verpflichtet und selbst objektiv. Es ist die [[Subjektivität]] einer [[heilen Welt]], die nur durch Bindung an ihr Heil, an das [[Ganze]], ihre innersten [[Widersprüche]] und [[Zweifel]] überstehen kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber die Familie bietet hierdurch auch die Einheit objektivierter Subjekte, die sich nur in dieser Lebensform aus der Entzweiung von [[Empfindung]] und [[Gefühle]] befreien können. Sie empfinden sich, wie sie sich fühlen, solange sie noch unter dieser Bedingung subjektiv sein können, solange sie also noch als Menschen einander wahrnehmbar sind. Hierdurch ist Familie zumindest und zuerst eine Welt voller Trost gegen jene &#039;&#039;kalte Welt&#039;&#039; der Sachzwänge, eine Lebensgemeinschaft, die in ihrer Familie ihre [[Liebe]] verwirklicht und sich selbst in keinem Widerspruch zu ihrer Liebespflicht sehen muss. Sie wird erst zum Horror, wenn sie jede Subjektivität verloren hat und Existenzzwänge als persönliches [[Schuld]]- und Beschuldigungsverhältnis wie ein Gattungsproblem ihrer Liebe ausgetragen werden. Darin entpuppen sich die Beziehungen in der Familie als [[prothetische Beziehungen]] einer mächtigen [[Scheinwelt]] und es tritt hervor, dass Gefühle in der Familie nur pflichtschuldig empfunden werden können und dies ihre Einheit ausmacht, dass also auch empfunden wird, was gefühlt und verspürt werden muss, weil die Lebensbesorgung sich darin eint, dass beides sonst verworfen wäre. Empfunden wird, was gefühlt werden muss, weil die Familienmitglieder sich darin wahrhaben, Objekte sind von dem, wofür sie wahrgenommen werden. Darin entwickeln sich objektive Selbstwahrnehmungen. Das [[Selbstgefühl]] wird für sich zu einer moralischen Integrität, zu einem [[objektiven Selbstgefühl]], das mit der Lebensverpflichtung aufkommt, also letztlich [[Symbiose]], die Vergemeinschaftung einer objektiv bestimmten Liebes- und Lebensbeziehung, ein Machtgefühl des integren Familiar ist: Die gute Mutter, der gute Vater, das gute Kind, der gute Mensch. Von daher ist die Familie das Lebensverhältnis, worin die bürgerliche Kultur ihre Güte hat. Je kleiner sie ist, desto unbeschadeter ist diese Position. Die Kraft der Güte besteht aus verbrauchtem [[Leben]] und zehrt alleine aus verwirklichter Lebenspflicht. Sie ist von daher die Basis [[reaktionärer]] Prozesse in der Kultur, die Familie zur &#039;&#039;Keimzelle des Staates&#039;&#039; machen (siehe [[Kulturstaat]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Gesellschaften, in denen die Reproduktion der Menschen tatsächlich durch unmittelbaren Zusammenschluss der Generationen und Geschlechter nur möglich ist, also eigentlich Stammesgesellschaften, wird Familie als einzig tragfähige Gesellschaftsform hingenommen für alle Belange, die Gesellschaft ausmacht: Schutz vor Gewalt, Arbeit, Bildung, Gesundheit, Soziales usw.. Wo Gelderwerb in diesen Strukturen lebensnotwendig wird, werden solche Familien aber auch schnell zu einem [[Ausbeutung]]sverhältnis (Kinderarbeit, Frauenversklavung) für fremde Interessen. In der Dritten Welt ist bis heute die Anzahl der Kinder lebensentscheidend, da sie den Rückhalt der Ausbeutungsverhältnisse ausmachen - bis hin zur Kinderprostitution.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber selbst wenn eine Gesellschaft in der Lage ist, die Aufgaben des Schutzes und Erhalts der Privatexistenz zu sichern, wird Familie doch auch als [[Lebensraum]] für urtümliche Belange der Reproduktion, Arbeitsteilung, Haushalt und Zeugung von &#039;&#039;Nachkommen&#039;&#039; angesehen - und wenn auch nur als sittlich (als Vermittlung allgemein geforderte Werte) oder ästhetisch (die ausgezeichnete, besonders [[schöne und gute]] Form der [[Zwischenmenschlichkeit]]) oder hygienisch (&#039;&#039;geregeltes Geschlechtsverhältnis&#039;&#039;) vorteilhafte Lebensform. Immerhin hat sie im Unterschied zu nur spontanen und willkürlich wechselnden Liebesbeziehungen einer [[Konsumkultur]] eine notwendige Verbindlichkeit der Verbundenheiten und fördert zunächst deren Durchsichtigkeit und wechselseitig notwendige [[Achtung]], wenngleich dies nicht unbedingt [[wirkliche]] Achtung sein muss, die Selbstachtung sogar hintergehen kann, wenn diese der reinen Beachtung des [[Familiensinns]] unterworfen ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tatsächlich gelingt ein Achtungsverhältnis am ehesten als größere Familie, weil darin die Wechselwirkungen der Menschen auch noch [[Wirklichkeit]] hat. Zu einem ausschließlich [[seelischen]] Verhältnis wird sie erst, wo diese Verwirklichung menschlicher Beziehungen als [[zwischenmenschliche Beziehung]] nicht mehr möglich ist. Je kleiner der [[Privat]]raum dieser [[Beziehung]], desto größer wird seine seelische Selbständigkeit, die Lust und Gewalt der beseelten Drei- oder Zweisamkeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber auch allgemein und unter der Bedingung, dass ein hinreichend großes und geregeltes Einkommen an [[Geld]] oder [[Geldbesitz]] besteht (siehe hierzu besonders die [[Dienstleistungsgesellschaft]]), ist Familie die Lebensform, worin die Lebensgefühle voraussetzungslos erscheinen können und selbstverständlich sind oder sein sollen, der Raum für [[Selbstgefühl]], welches eine gemeinschaftliche Welt bildet, die sie als [[Familiensinn]] zusammenhält oder zusammenhalten soll. In der Familie können sich die Menschen als unmittelbare Menschen erscheinen, sich aus dem gesellschaftlichen Leben zurückziehen und dem Druck der Existenz ausweichen, solange das Geld für den Haushalt reicht und solange sie als Lebenswelt funktioniert und [[Kultur]] hat. Für das bürgerliche [[Individuum]], das in der gesellschaftlichen Welt sich weitgehend in [[Konkurrenz]] befindet und sich existentiell und emotional bedroht sieht, ist hier meist der einzige Raum für seine wesentlich menschlichen Beziehungen. Zur Abwendung der bedrohlichen Fremdheit der Welt ist Familie der Lebensraum schlechthin. Diese Ausschließlichkeit entwickelt einen [[Familiensinn]], zugleich aber auch eine Art [[ästhetische]] Weltfremdheit, also eine [[Entfremdung]] der LebensgefÜhle von der Welt, weil darin die zwischenmenschlichen GefÜhle ihren [[Empfindungen]] vorausgesetzt sind und zugleich als Lebensbedingung empfunden werden. Es entsteht hieraus eine Art Verhältnisschwachsinn zu wirklichen sozialen [[Beziehungen]] und den wirklichen [[Dingen]] und vor allem den [[Bedingungen]] einer Lebens[[gewissheit]]. Es verbleibt eine in den GefÜhlen gedoppelte Empfindungswelt, die eine [[symbiotische Selbstbehauptung]] bestärkt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese GefÜhle gehen zwar in das Familienleben ein, sind ihm aber in Wahrheit schon vorausgesetzt und werden meist von den Eltern betrieben und umsorgt. Aber sie bewahren sich darin nicht als Grundlage der Verhältnisse und als darauf gründende Stellung der Menschen und Generationen zueinander, sondern als recht eigentliche und [[eigentümliche]] Gefühlswelt, die sich als Weltersatz einstellt. Durch das Gefühl unmittelbarer Eigentlichkeit wird das Bewohnte zur [[Gewohnheit]] und die Entfremdung von Familie und Welt solange ausgeglichen, solange darin [[Liebe]] fortbestehen kann, die hierdurch allerdings keine wirkliche, sondern übersinnliche [[Identität]] haben muss. Diese Liebesgewohnheiten haben daher ihren Eigensinn auch als Eigendünkel gegenüber der Welt. Und so macht sich in der sonstigen Lebenswelt die Weltfremdheit der Familie als eine Liebe geltend, die ihren Sinn durch die Aufgaben der Familie hat, besonders der Fürsorge für eine Reproduktion des privatisierten Menschen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von daher ist die Familie eine Leidensgemeinschaft für ein [[Leiden]], dessen Grund sich fremd ist: Entfremdetes Leiden. Es ist nicht mehr der [[Sinn]] für [[Tätigkeit]], sondern beseelter [[Schmerz]] des Welt[[erlebens]]. Darin wird die Ohnmacht des Individuums gegenüber seinen wirklichen gesellschaftlichen Zusammenhängen zur Liebesmacht vertrauter [[Anwesenheiten]] gewendet. Dies verlangt lediglich, dass die beteiligten Menschen das Verhältnis zu sich selbst finden, dass sie ihre Selbstaufgabe gegenüber einer solchen [[Macht]] als [[Glück]] oder zumindest als seelische [[Notwendigkeit]] empfinden. Es wird ihnen leicht gemacht, wenn die Familie ihr Fürsorgesystem mit Liebe zustopfen kann und solange dieses Verhältnis nicht als Gefühlsverhältnis zum Platzen kommt. Zwangsläufig wird es als permanente Forderung des ganzen familiären Lebenszusammenhangs gegen den einzelnen wirksam sein, als [[Schuldgefühl]] in das [[Selbstgefühl]] wie ein [[objektives Gefühl]] eindringen. Meist sind die Kinder die Träger desselben, wie sie auch die unmittelbare [[Wahrheit]] des Familienlebens am ehesten ausdrücken können - zunächst als Glück für die Eltern, später als Leid.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der kulturellen Abtrennung von ihrer [[Gesellschaft]] ([[bürgerliche Kultur]]) wird die Familie zu einer [[Scheinwelt]], zur Lebenswelt des unmittelbar scheinenden Menschen, dem Menschen, wie er sich ohne äußere Bedingung fühlen kann, soweit er sich hierbei auch als Mensch zu reproduzieren versteht. Bestätigt und gewährleistet ist sie alleine aus der gesellschaftlichen Unmöglichkeit, menschliches Leben wirklich, also mit Wirkung darzustellen, zu bestätigen und weiter zu bringen. Die Rückbeziehung auf sich in dieser Abtrennung vom gesellschaftlichen Leben macht das Leben der Individuen in einer Familie zu einer Gesellschaft, die sich auf der Begründung ihres Zusammenhalts zu einer individuellen Menschenwelt entwickelt, die sich in einer wechselseitigen Anmaßung an das [[Leben]] der anderen beteiligten Menschen verhält, als Einforderung des Menschseins, wie es sich in seiner [[isolierten]] Form bewährt, [[Identität]] der Scheinwelt überhaupt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So kann Familie in der [[bürgerlichen Gesellschaft]] als Selbstrettung funktionieren, als [[Lebensburg]] und Bunker von Menschen, die sich gegenseitig als [[Lebensbedingung]] [[wahrhaben]], als unbedingte Bedingungslosigkeit ihres [[Lebens]], als Hort ihrer vergemeinschafteten Weltfremdheit. Sie überfordern sich dabei zwangsläufig, weil alle menschlichen [[Wirkungen]] und also auch ihre [[zwischenmenschliche Verhältnismäßigkeit]] darin nicht vollzogen werden kann, ohne sich in der außerfamiliären Welt Lebensinhalt zu holen. Für sich kann das Leben in der Familie keinen anderen Sinn verwirklichen, als die Menschen darin durch sich schon haben. Jede wirkliche Entwicklung eines Menschen muss also auch das Gemäuer der Lebensstruktur Familie sprengen. Um dem Zusammenbruch des geschützten und abgetrennten Lebensraums zu entgehen, bildet sich in der familiären Beziehung daher ein [[Familiensinn]], der meist von den Älteren gesetzt wird und sich als Lebensaufgabe versteht, als hintergründige [[Selbstentfremdung]] der Kinder, die zugleich von der Liebe der Eltern getragen wird. Umgekehrt bestimmen die Kinder die Lebensaufgabe der Eltern als natürlich gestellte Existenzaufgabe, als Existenzbewältigung in Fürsorge und Erziehung. So bestimmt und regelt der Familiensinn ohne wirklich in Erscheinung zu treten alle Beziehungen und deutet die Bezogenheit und ihre Beschränkung auch substanziell aus. In solchen Bedeutungen gelten sich die Menschen gleichwohl als [[Sache]] wie [[Mensch]], als Forderung, in der Sachlichkeit ihrer [[Liebe]] mit anderen Mensch zu sein. Hierdurch hat ihre [[Identität]] keinen unmittelbaren [[Sinn]] und sie fühlen sich vor allem ihrem eigenen Leben gegenüber schuldig ([[Schuldgefühl]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schuld impliziert jenes Sein der Gefühle, welche die Familie Zusammenhalten, und seien sie noch so verschroben. Sie sind der Kitt des Lebensraumes, wie auch die Basis individueller Identität, mit der die Familienmenschen in die Welt treten. In diesen Gefühlen ist aller Übersinn bewahrt, den das Familienleben hervorgebracht hat und bewährt, weil er darin funktioniert hat. Daher funktionieren auch die Gefühle und sind in ihrer Funktion Bestandteil des [[Gedächtnisses]], mit welchem die Menschen ihre Beziehungen erinnern und vergegenwärtigen. Sie funktionieren so objektiv wie eine Klimaanlage, bestimmen die Launen und Stimmungen, die Lebensgeister und Todesahnungen. Die Familie insgesamt funktioniert nur durch sie. Von da her ist die Familie - wie klein oder groß sie ist - nicht nur die Geburtsstätte der Kinder, sondern auch der [[objektiven Gefühle]]. Das sind Gefühle, die sich gegen die Subjekte, die sie hervorgebracht hatten, verselbständigt haben. Je kleiner die Familie, desto ausschließlicher (weil ausgeschlossener) ist ihre Funktion. Ob die Menschen sie durch wirklich eigene [[Gefühle]] durchbrechen können, hängt davon ab, wie weit sie von den Beziehungen der Familie abrücken können ohne [[verrückt]] zu werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Familie ist als sich fortbestimmende [[Lebensburg]] die Rückbeziehung der Generationen in die Verstrickung ihres Werdens: Familie gebiert Familie ohne anderes Sein. Darin verlieren die Generationen das Verhältnis zu sich: Unter sich sind sie nur relativ zu ihrer Herkunft, niemals reif durch sich, sondern nur in der [[Selbstverleugnung]]. Aber solche Generationen, die sich selbst verleugnen müssen, weil sie in der Familie mit ihrem ganzen Leben aufgehen, können ihre [[Geschichte]] nicht selbst begründen. In der [[Erziehung]] ihrer Kinder pflanzen sie fort, wozu sie gezogen waren und unendlich hingezogen sind: Zur Selbstbehütung. Im Verhältnis von Selbstverleugnung und Selbstbehütung hat das BÜrgertum daher auch seine Lebenseinfalt und bewahrt sich vor dem [[Unheimlichen]], was es in seinem Heim entwickelt:[[Angst vor dem Leben]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der bürgerlichen Gesellschaft gilt die Familie von ihrem politischen Wesen her immer noch als die &#039;&#039;Keimzelle der Gesellschaft&#039;&#039;, der Kern eines gesunden Lebens mit der Gewähr heilsamer Strukturen als Bedingung für Erziehung und &#039;&#039;Sexualhygiene&#039;&#039;. Dies betrifft insgesamt auch ihre Existenzform als Haushaltsform der Reproduktion von individualisierten Menschen. Es ist der Lebensraum der bürgerlichen Persönlichkeit, worin sie ihre unmittelbare menschliche Beziehung als Gemeinschaft von Selbstbezogenheit hat. Schon als Lebensraum für mehr als zwei Generationen reicht sie nicht mehr hin, weil die Reproduktionskosten der Menschen (das [[variable Kapital]]) so minimalisiert worden sind, dass das Vermögen nicht für die entsprechenden Kosten (besonders Miete, Pflege, Freizeit eines der Lebenspartner) hinreichen würde und somit viel Familienarbeit den billig kalkulierten und hoch rationalisierten staatlichen oder Gemeindeeinrichtungen überlassen werden müssen. Aber auch kulturell steht ein ausgebreiteter Individualismus der Verständigung und Beziehung mehrerer Generationen entgegen. Die Kleinfamilie und Kleinstfamilie (Alleinerziehende) ist ökonomisches und kulturelles Resultat der Abtrennung (Isolation) der Menschen, Geschlechter und der Bevölkerung (z.B. im Gemeinwesen, der Kommunen) von ihrem Gemeinwesen in den reichen Ländern (siehe [[Geldbesitz]]). Die letzten existenziellen Brücken in gemeinschaftlicher Arbeit (z.B. Landarbeit oder Familienbetriebe) sind ökonomisch nicht mehr oder selten tragbar. Sie sind weitgehend von existenziellen Bestimmungen gelöst und bestehen weitgehend nur noch als [[zwischenmenschliche Beziehungen]]. Dies zeigt einen Zustand, in welchem ein großes [[Geld]]vermögen gesellschaftlich existiert (als [[konstantes Kapital]] in Technologie-Ländern), dem ein relativ geringer Lebensstandard im durchschnittlichen Kleinhaushalt ([[variables Kapital]]) gegenübersteht (Mieten gehören hier nicht dazu, soweit sie die Wertlage der Bevölkerungskonzentration wiedergeben). Es ist der Zustand einer hochentwickelten [[Profitrate]], die äußerst [[krise]]nanfällig ist.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Wolfram</name></author>
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		<id>https://kulturkritik.net/mediawiki/index.php?title=Familie&amp;diff=11534</id>
		<title>Familie</title>
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		<updated>2026-05-24T22:49:15Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Wolfram: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;Ein Jüngling liebt ein Mädchen, Die hat einen andern erwählt; Der andre liebt eine andre, Und hat sich mit dieser vermählt. Das Mädchen heiratet aus Ärger Den ersten besten Mann, Der ihr in den Weg gelaufen; Der Jüngling ist übel dran. Es ist eine alte Geschichte, Doch bleibt sie immer neu; Und wem sie just passieret, Dem bricht das Herz entzwei. (Heinrich Heine, Buch der Lieder&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[bürgerliche]] Familie entsteht meist aus dem gescheiterten [[Glück]] in einer [[vereinsamten]] [[Liebesbeziehung]], oft aus dem [[Elend]] einer sich auflösenden [[zwischenmenschlichen Beziehung]] in der [[Stimmung]] [[vereinzelter]] Menschen, die darin ihre [[Selbstgefühle]] angleichen, indem sie diese sozialisieren. Sie ist daher getragen vom [[Sicherheitsbedürfnis]] für die [[seelische]] [[Entwicklung]] der Menschen in der [[bürgerlichen Gesellschaft]] um den Fortbestand ihrer [[zwischenmenschlichen Kultur]] und den [[Gewohnheiten]] ihrer [[Selbsterhaltung]] (siehe auch [[Reproduktion]]), des [[persönlichen]] Vertrauens in die Zeugung und den Fortbestand und Schutz eigenmächtiger [[Lebensverhältnisse]]. Ihre [[Geschichte]] ist aber nicht [[wirklich]] durch diese gesichert, sondern entwickelt sich als [[Geschichte]] ihrer &#039;&#039;Gemütslagen&#039;&#039;, den [[Stimungen]], welche die Menschen zusammen führt oder auch auseinander treibt. Von daher ist solche [[Familie]] der Hort (siehe [[Lebensburg]]) zur [[Bildung]] der [[Gefühle]], die aus [[Selbstempfindungen]] im &#039;&#039;Familienleben&#039;&#039; heraus keimen und [[objektiv]] meist die erste und [[bedeutungsreichste]] [[zwischenmenschliche]] [[Lebenserfahrung]] für die nachwachsenden [[Generationen]] darstellen. Von daher hat das &#039;&#039;Familienleben&#039;&#039; einen [[mächtigen]] Anteil an der Selbstsicherheit um [[eigene]] [[Wahrheit]] – und damit der [[eigenen]] [[Wahrnehmungsidentität]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Stimmung finden die Empfindungen eine Stimme für das, was sie wahrhaben. Sie bilden daraus eine Gemeinschaft ihrer Selbstgefühle. In den hierin geborgenen Gefühlen schaffen sie eine Welt für sich. In dieser Welt entstehen die hieraus bestimmten Selbstwahrnehmungen, die zu einem familieären Verhältnis in der Selbstwahrnehmung werden. Als Gefühl für sich drückt darin die Stimmung eine einfache Wahrnehmung ihrer Symbiose aus, die Menschen durch einander bestimmen ud beleben, inndem jeder im Anderen ein Sinn für sich und durch sch verspürt, denn sofern sie ein wirkliche [[eigentümliches]]s Verhältnis ist, worin Mann ud Frau und Kind zusammenleben ist Familie die vergemeinschaftung von symbiotichen Beziehunnhgen worin jedes Mitlied durch den snderen llebt, weil und sofern er oder sie nur durch diese Gemeinschft ist, existiert unnd sich seiner selbst vergewissert, weil er durch deren Zusmmenleben ist und seine ursprünglichsten Bedrfnisen in diesem Leben, darin entstehen und gelegentlich auch vergehen. Eine Famlie ist also aus dem Zusammengehen bzw. aus der Auseinandersetzung von Selbstgefühlen entstanden. Sie verlebt in der Nutzung dieser Gemeinschaft bzw. den Mangel ihrer Erheuerug. Diese ergibt sich aus dem Burgfrieden, den Familien nötig haben und wodurdh sie zur Brutstellen einer unerkennbaren weil sie als gemeiner Lebensraum privater Persönlichkeiten geworden ist und innerhalb solcher Personen als chronifizierte Egommanie verweltlicht wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der [[bildungsbürgerlichen]] Familie geht es dagegen um die Anwendung dessen, was der Maßstab der bürgerlichen Bildung ist (siehe Biedermeier), im Anteil des kulturellen Vermögens in der Durchsetzung der Normen der bürgerlichen Kultur. Von daher setzt eine solche Familie auf deren allgemeine Form, au das Formalt des bürgerlichen Daseins, das den Verkehr der Bürger zwar erleichtert, aber sich vor allem nur normativ neben oder gegen die soziale Wirklichkeit der Menschen vollstreckt. Immerhin ist für jede Form der Familie eine Konstruktion dessen maßgeblich, was im Kleinen auch das Große zu überwinden vermag, wenn es zu einer allgemeinen [[Gewohnheit]] wird (siehe [[Prominenz]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als [[Heimat]] der [[Wahrnehmungsidentität]] der [[Zwischenmenschen&amp;lt;]]&amp;gt; (siehe hierzu auch [[Kleinbürger]]) ist die bürgerliche Familie [[Subjekt]] wie [[Objekt]] der [[Lebensangst]] des [[bürgerlichen Individuums]]. Sie entsteht meist mit einem Ehevertrag, durch den die [[Sittlichkeit]] der [[persönlichen]] [[Besitzansprüche]] im Alltag und für Ausnahmesituationen (z.B. Fürsorge und [[Tod]]) dadurch wird die Fammilie zu einer [[Institution]] des [[Nationalstaats]] worin über das [[Belieben]] der [[Einzelnen]] hinaus gehend und [[lebensverpflichtend]] als geregelt [[gültig]] werden soll, was dem Einzelnen als Funktion aus seiner Selbstverantwortlichkeit abverlangt werden kann (siehe hierzu auch [[Immanuel Kant)]]. Seine ihm [[notwendige]] [[Sittlichkeit]] gilt demnach aus seinem Gattungsleben [[normativ]] bestimmt und sei von daher schon in seiner [[Allgemeinform]] [[allgemein]] begründet (siehe [[Formbestimmung]]), einer gesellschaftlich [[gültig]] [[Norm]] unterworfen, die er angeblich selbst mitbestimmt habe (siehe [[kategorischerimperativ]]). Der [[Widerspruch]] zwischen der Einzelheit (siehe [[Privatheit]]) und [[Gesellschaftlichkeit]] der [[Individuen]] der [[bürgerlichen Kultur]] sei demnach eine unüberwindbar enge Lebensbestimmung (siehe [[Spießbürger]]) Grundlage einer [[vereinzelten]] Angst des von seinem [[Gott]] (siehe auch [[Kult]]) verlassenen [[Individuums]], die über seine bloße [[Existenz]] durch deren [[allgemein]] [[notwendige]] [[Formbestimmtheit]] des Gattungsleben seiner verengten und eingeengten [[Kultur]] hinausreicht (siehe [[Angst]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von da her ist sie eine [[strukturelle]] Angstvermeidung (siehe auch [[Lebensangst]]) als [[Macht]] gegen die [[Ohnmacht]] der [[Selbstwahrnehmung]] des [[vereinzelten]] Menschen.Sie- ist sie die [[institutionalisierte]] [[Einfältigkeit]] der herrschenden [[Kultur]] des [[Privateigentums]] als [[politische Kultur]] der [[isolierten]] [[Seelen]] zur [[Befriedung]] der Kinder, der Erben einer übermächtigen Zukunft eines [[vereinten]] [[vereinten]] [[Eigentums]] [[privater]] [[=Existenzen]], einer [[Institution]] [[privater]] [[Persönlichkeiten]] (siehe auch [[Privatperson]]). In anderen Kulturen, worin das [[Gemeinwesen]] noch [[wirklich]] organisch beansprucht werden kann [[verhält]] sich dies gändsätzlich anders. Ein afrikanisches Sprichwort besagt zum Beispiel, dass für das Aufwachsen eines Kindes ein [[ganzes]] Dorf nötig sei (siehe hierzu auch [[Gemeinwesen]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;Der Irokese nennt nicht nur seine eignen Kinder, sondern auch die seiner Brüder seine Söhne und Töchter; und sie nennen ihn Vater. Die Kinder seiner Schwestern dagegen nennt er seine Neffen und Nichten, und sie ihn Onkel. Umgekehrt nennt die Irokesin, neben ihren eignen Kindern, diejenigen ihrer Schwestern ihre Söhne und Töchter, und diese nennen sie Mutter. Die Kinder ihrer Brüder dagegen nennt sie ihre Neffen und Nichten, und sie heißt ihre Tante. Ebenso nennen die Kinder von Brüdern sich untereinander Brüder und Schwestern, desgleichen die Kinder von Schwestern. Die Kinder einer Frau und die ihres Bruders dagegen nennen sich gegenseitig Vettern und Kusinen. (Friedrich Engels - [[Der Ursprung der Familie, des Privateigentums und des Staats MEW 21, S.36)]]&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unter den [[Lebensbedingungen]] der [[bürgerlichen Gesellschaft]] kann der vereinzelte Mensch keine soziale Kompetenz erlangen, weil die [[zwischenmenschlichen Beziehungen]] in der [[Konkurrenz]] der Selbstverwertung, in den [[Selbstbezogenheiten]] der [[Geschlechter]] und [[Generationen]] ihren sozialen [[Wert]] nicht in einem allgemeinen [[Selbstwert]] des [[burgherrlichen Subjekts]] erkennen können. Sie verhalten sich in ihren Lebenswelten ja nur zwischen [[Sinn]] und [[Absicht]] ihrer [[zwischenmenschlichen Beziehung]] und können ihre Widersprüche daher in ihrer [[Vereinzelung]] auch nur durch die Rückbeziehungen auf eine [[allgemeine]] [[Selbstgerechtigkeit]] zwischen dem [[einzelnen]] [[Individuum]] und den Anderen – also nur [[abstrakt]] formulieren (siehe z.B. [[autortärer Charakter]], [[esoterischer Charakter]]). Als Maß der [[Vereinzelung]] und als Maßstab seiner allgemeinen Gültigkeit (siehe [[Geltung]]) wird das &#039;&#039;Ego&#039;&#039; zum Zankapfel bei der [[Normierung]] einer [[Sittlichkeit]] der [[Sinnbildung]] als [[Wahrheit]] einer gewöhnlichen [[Selbstverwertung]], welche die [[Isolation]] der [[Ohnmächtigen]] vertieft und entwertet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;Freud analysiert eine Episode, die Goethe aus seiner frühen Kindheit berichtet - nämlich, daß er im Alter von ungefähr 4 Jahren fast sämtliches zerbrechliches Hausgerät aus dem Fenster auf die Straße geworfen - als Niederschlag des Konkurrenzneides auf den jüngeren Bruder Hermann Jakob und als Symbol von dessen Beseitigung. Diese Interpretation erhärtet Freud an mehreren in der Tat frappierenden Parallelbeispielen und an der Reaktionen des Kindes Goethe auf den Tod seines jüngeren Bruders Jakob im Alter von 6 Jahren wie sie uns durch Bettina Brentanos Wiedererzählungen des Berichtes der Mutter überliefert ist. Danach hat Goethe über den Tod seines Bruders keine Träne vergossen und auf die Frage der Mutter „ob er den Bruder nicht liebgehabt habe, lief er in seine Kammer, brachte unter dem Bett hervor eine Menge Papier, die mit Lektionen und Geschichtchen beschrieben waren, er sagte ihr, daß er dies alles gemacht habe, um es den Bruder zu lehren.“ Hitschmann merkt dazu an: „der ältere Bruder hätte also immerhin gern Vater mit dem jüngeren gespielt und ihm seine Überlegenheit gezeigt.“ [zitiert nach Sigmund Freud, Gesammelte Werke, Band 12, Frankfurt a. M. 1991, S. 21] (siehe hierzu auch http://www.krahl-briefe.de)&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[bürgerliche Familie]] (Kleinfamilie) soll die [[Elementarform]] der [[bürgerlichen Kultur]], die [[körperliche]] [[Existenz]] der [[bürgerlichen Subjekte]] gewährleisten und vermehren. Von daher gestaltet sie sich als [[Institution]] der [[Sitten]] und [[Bräuche]] ihrer [[Zwischenmenschlichkeit]] durch [[staatliche]] Förderung und [[Exekutive]] (Polizei) und [[Wahrheit]] (Gesetzgebung) durch [[persönliche]] [[Macht]] und [[Gewalt]] als &#039;&#039;Schule der [[Nation]], als &#039;&#039;Keimzelle der [[Gesellschaft]]&#039;&#039; über die Funktionalität ihrer [[Wahrheit]] [[Lebenszusammenhänge]] – meist also auch als Garant für lebendige Zammenhänge der Menschen zur Ertüchtigung einer an und für sich disfunktionlen [[Lebensgemeinschaft]] schlechthin, die in der Lage sein muss die Störungen der [[zwischenmenschlichen Verhältnisse]] [[konkurrierender]] [[Selbstwahrnehmungen]] zu [[integrieren]] und zu [[befrieden]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[Selbstwahrnehmung]] ist der [[Wahrheit]] und [[Täuschung]] der Ausschließlichkeit ihrer [[Beziehungen]] ausgesetzt in der sich ihre [[Zwischenmenschlichkeit]] in zweierlei Beziehung zerteilt: Ihre [[Ohnmacht]] wird durch die darin [[notwendigen]] [[Selbstgefühle]] gegen ihre bescheidene [[Wirklichkeit]] übermächtig, wodurch die [[Psyche]] selbst als Beleg ihrer [[substanziellen]] konsistenz für [[wahr genommen]] wird (siehe [[zwischennmenschliches Verhältnis]]). Die Menschen sind vom [[Material]] ihrer [[Natur]] [[getrennt]] und zugleich sich selbst als [[gesellschaftliche]] wie auch [[natürliche]] [[Wesen]] ausgesetzt und dem [[Doppelcharakter]] ihrer [[Zwischenmenschlichkeit]] überlassen (siehe [[Teilung der Wahrnehmung]]). Daher ist jedes Individuum schon durch den [[gesellschaftlichen]] Zwang zur [[Reproduktion]] der [[Isolation]] seiner [[monadischen]] Existenzformen (siehe auch [[Vereinzelung]]), zu einer [[Selbstverwertung]] seiner [[Selbstwertigkeit]] bestimmt (siehe auch [[Selbstoptimierung]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und deshalb ist darin die Familie vor allem eine [[Institution]] der [[bürgerlichen]] [[Notwendigkeiten]] ihrer Lebensformationen, eine Fluchtburg (siehe [[Lebensburg]]) zur [[Bergung]] eines [[gesellschaftlich]] [[ausgeschlossenen]] und daher ausschließlichen [[Lebens]] in ihren [[unmittelbar]] [[subjektiv]] auftretenden [[Lebensnöten]] (siehe auch [[Lebenspflichtigkeiten]]). Diese verlangen vom [[einzelnen]] Menschen mehr als nur das [[unmittelbar]] [[Notwendige]] (siehe hierzu auch [[Teilung der Wahrnehmung]]): Sie verlangen ein [[Wissen]] und [[Bewusstsein]] über den gesamten Lebensablauf der nur [[privat]] [[vermittelten]] Existenz der [[vereinzelten]] Menschen in den [[zwischenmenschlichen Verhältnissen]] der [[bürgerlichen Kultur]], ihrer sozialen [[Reproduktion]] als vergesellschaftetes [[Naturwesen]] in einer denaturalisierten [[Gesellschaft]], über ihre [[Bildung]], Krankheiten die Jugend und [[Alterung]] der [[Generationen]], der [[Vermittlung]] und Vorsorge für ihre [[Lebensgewohnheiten]] usw.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der wesentliche Unterschied der [[Generationen]] ist der [[Zweifel]] der Älteren gegen die Hoffnungen der Jüngeren. In einer [[erzieherische Beziehung]] ist niemand in der Lage, den Eltern die Hoffnung der Kinder zu [[vermitteln]] und so sind die Eltern auch nicht in der Lage aus ihren Zweifeln [[Erkenntnisse]] zu [[bilden]], die sie den Kindern [[vermitteln]] könnten. Erziehung wäre ja auch [[wirklich]] unnötig und nur ein einfaches menschliches [[Verhältnis]] von alten und jungen Menschen, wenn sich darin die [[Generationen]] in einem gemeinen [[Wesen]], in einem [[wirklichen]] [[Geweinwesen]] als ein gemeines [[Wesen]] ihrer [[Kultur]] [[erkennen]] könnten. Doch auch dies würde einige [[Änderung]] an [[kulturell]] [[bestimmten]], an ihren [[zwischenmenschlichen Verhältnissen]] voraussetzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[bürgerliche]] [[Familie]] ist daher nicht nur eine [[Institution]] des öffentlichen [[Rechts]] (siehe auch [[bürgerlicher Staat]]), sondern vor allem die [[Lebensburg]] einer [[narzisstischen]] [[Sinnbildung]] der [[Selbstveredelung]]. Diese ist gespalten in das [[Bildungsvermögen]] einer [[erzieherishcn Beziehung]] der Kinder mit ihren Eltern (siehe auch [[Bildungsbürgertum]]). Denn darin aufgeteilt (siehe [[Teilung der Wahrnehmung]]) in die Sinnstiftung der Kinder für das [[Leben]] ihrer Eltern und der [[Fürsorge]] der Eltern für die [[Existenz]] ihrer Kinder (siehe auch [[Lebenspflicht]]). Für sie [[erscheint]] dies als [[Selbstverständlichkeit]] ihrer [[subjektiven]] [[Erfahrungen]], ihrer [[Gefühle]] und [[Stimmungen]]. Für die Eltern ist es das Glück ihrer Selbsterneuerung, das ihnen ihre Kinder [[objektiv]] bieten können. Von daher ist die [[Familie]] eine Lebenswelt, die [[Kultur]] einer [[objektiven Subjektivität]] an deren [[subjektiver]] Bruchstelle (siehe [[subjektive Objektivität]]) ihre [[bürgerliche]] [[Existenz]] gelingen soll (siehe auch [[Existenzwert]]. [[Bürgerliche]] Familien sind also [[Institutionen]] der [[bürgerlichen Kultur]], die in den [[zwischenmenschlichen Verhältnissen]] der [[Geschlechter]] und [[Generationen]] ihre [[zwischenmenschlichen Beziehungen]] über die [[Teilung ihrer Wahrnehmungen]] hinweg zu bewahren und versichern suchen. Von da her ist die [[Pubertät]] ein arbeitsintensives Unterfangen der [[Emanzipation]] von der Familie als [[Institution]] der [[bürgerlichen]] [[Existenz]] gerade dann, wenn sie selbst sich in den [[Widersprüchen]] in der [[Konkurrenz]] der [[Selbstverwertungen]] zwischen den [[Notwendigkeiten]] einer [[eigenen]] [[Sinnbildung]] und ihrer [[Jugendkultur]] verfängt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Denn Familien gründen auf Eltern, die sich aus der [[Konkurrenz]] der [[zwischenmenschlichen]] [[Selbstbehauptungen]] durch eine oder mehrere Übereinstimmungen gefunden und sich aus ihnen herausgesetzt haben. Die [[Gefühle]] ihrer Übereinkunft machen die [[Stimmung]] ihres Zusammenlebens aus, die in der Familiengeschichte weitgehende Folgen hat, denn darunter [[entwickeln]] sich nicht nur die familiären [[Selbstgefühle]] der Eltern, sondern vor allem auch die [[lebenswelten]] der Kinder, die darin geboren oder angenommen werden. Was sie hier [[empfinden]] ist für sie [[existenziell]] und daher so [[objektiv]], wie das Einkommen der Eltern für alle zugleich ist. In dem darin [[vermittelten]] [[Sinn]] [[vergemeinschaften]] sich ihre [[Selbstbehauptungen]] im [[ganzen]] [[Verhältnis]] ihrer [[Einstimmung]] (siehe [[symbiotische Selbstbehauptung]]). Diese gebietet ein Schutzverhältnis unter den Gliedern der Familie und [[entwickelt]] sie zwangsläufig zu einem besonders abgeschirmten [[Lebensraum]], zu einer [[Lebensburg]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In einer Welt der [[Zwischenmenschlichkeit]], worin der [[Selbstwert]] ihrer [[Beziehungen]] durch eine [[allgemeine]] und [[ausschließliche]] [[Selbstbezogenheit]] der [[Selbstverwertung]] herrscht, [[konkurrieren]] die Menschen um ihre [[Liebe]] und damit um ihre innerste [[Wahrheit]], um ihre [[Wahrnehmungsidentität]], wodurch ihr [[Leben]] beengt und zu einer stetigen [[Angst]] um ihren [[persönlichen]] [[Wertschätzuung]] in ihren [[zwischenmenschlichen Verhältnissen]] geworden war (siehe hierzu auch [[Lebensangst]]), der die einzige Gewähr für ihre [[Selbstverwertung]] bietet. Von daher haben sich die Menschen in ihren [[zwischenmenschlichen Beziehungen]] selbst als das [[Material]] ihrer [[Verhältnisse]] [[wahr]] und gründen hierauf die [[Kultur]] einer [[allen gemeinen]] [[Selbstwahrnehmung]]. Hierdurch fällt ihre [[Existenz]] mit ihrer [[Selbstwahrnehmung]] zusammen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Familiär ist der Verbund von Zugehörigem und [[begründet]] von daher auch das [[Verhalten]] der Angehörigen - oft bis hin zur [[Hörigkeit]]. Die [[bürgerliche]] Kleinfamilie (siehe hierzu auch [[Kleinbürger]]) ist allerdings kein wirklich [[zwischenmenschliches Verhältnis]], weil sie in den [[Verhältnissen]] der [[burgherrlichen Gesellschaft]] durch die [[Natur]] der [[Geschlechter]] und [[Generationen]] bedingungslos, also [[unbedingt]] – lebensnotwendig und [[lebenspflichtig]] zugleich - geworden ist. Dies ist aber keine [[wirkliche]] [[Begründung]] der Familien. Es sind die in der individuellen [[Selbstbehauptung]] bedrohten [[Verhältnisse]] der [[Selbstachtung]]; es ist das Prinzip der [[Selbstverwertung]] untergegangener [[Liebesbeziehungen]], das nach einer Verbindlichkeit dessen verlangt, was in [[zwischenmenschlichen Verhältnissen]] nicht [[wirklich]] verbunden und also auch nicht [[wirklich]] verbindlich sein kann. Daher ist die bürgerliche Familie ein elaboriertes Liebesnest, das vor allem als [[Lebenburg]] gegen die [[Konkurrenzen]] in der [[Einverleibung]] [[entfremdeter]] [[Selbstachtung]], in den [[Verhältnissen]] der [[Selbstverwertung]] in den öffentlichen [[Strukturen]] der [[bürgerlichen Kultur]] lebensnotwendig wird. So funktioniert die Familie wie ein kleiner [[Staat]] im Großen, indem sie die wechselseitige Ausplünderung der [[zwischenmenschlichen]] [[Selbstwahrnehmungen]] absichert und sie durch einen Himmel über ihre [[private]] Borniertheiten [[veredelt]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und von daher [[erscheinen]] ihnen ihre [[subjektive]] [[Beziehungen]] selbst [[objektiv]] [[bestimmt]] (siehe hierzu auch [[objektive Subjektivität]]) und also [[existenziell]] (siehe hierzu auch [[Existenzwert]]). Und so stellen sich ihnen auch ihre [[Existenzängste]] wie eine [[subjektive Objektivität]] dar und werden selbst zur angstvollen [[Lebensbedingung]], zu einer [[Lebensängstlichkeit]], von daher als [[Struktur]] von [[Lebenpflichtigkeiten]] ihres [[persönlichen]] Alltags, zu einem [[familiären]] Zusammenschluss der [[Selbstgefühle]] und [[Stimmungen]] [[gesellschaftlich]] [[isolierter]] Menschen. Darin [[kehren]] sich die [[Inhalte]] ihrer [[zwischenmenschlichen Verhältnisse]] um zu einer in sich mehr oder weniger geschlossenen, also [[ausschließlichen]] Existenzform.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch eine familiäre Lebensstruktur entstehen [[personifizierte]] Hierarchien der [[Geschlechter]] und [[Generationen]], worin ihre [[Selbstwahrnehmung]] sich [[psychisch]] gegen ihre objektive Existenzform, gegen die [[existenziellen]] [[Formationen]] ihrer [[Lebenswirklichkeit]] wendet (siehe hierzu die Entstehung des so genannten [[Über-ichs]]). Die hierdurch kontrollierten [[Selbstgefühle]] ihres [[Lebens]] spalten sich [[qualitativ]] zwischen ihrem substanziell menschlichen [[Sein]] und ihrem familiären [[Dasein]] so dass sich dadurch ihre [[Persönlichkeit]] durch und für sich verdoppelt und [[systematisiert]] (siehe hierzu auch [[Psychoanalyse]]). Dadurch entsteht eine [[Verselbständigung]] der [[zwischenmenschlichen]] Existenzform ihrer familiären Bedingungen, in der sich immer wieder eine [[eigentümlichen]] [[Form]] ihrer [[Angst]] entwickelt, worin sich die familiären Menschen [[erkennen]] und erhalten, sich aber immer wieder in ihrer [[Lebensangst]] [[vergegenwärtigen]] müssen. Hierdurch wird die im Allgemeinen [[personifizierte]] Lebensstruktur der [[Privatpersonen]] zu einem [[psychisch]] [[veräußerlichten]] Lebenszusammenhang ihrer [[Geschichte]] und im Zusammenhang ihrer [[Selbstgefühle]] zunehmend [[absolut]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es bietet sich die Familie zunächst als ein [[persönlicher]] Rückzug aus dieser Welt an und [[begründet]] somit einen [[Lebensraum]] der [[Geborgenheit]] des [[persönlichen]] [[Verhältnisses]] einer [[zwischenmenschlichen Beziehung]] in einer [[Lebensburg]], durch die alle [[Beziehungen]] außerhalb der [[unmittelbaren]] Vertraulichkeit ihrer [[Persönlichkeiten]] mehr oder weniger gründlich [[ausgeschlossen]] werden. Dadurch werden ihre [[Beziehungen]] nicht nur [[emotional]] [[isoliert]] und die [[Gesellschaft]] als Außenwelt [[wahrgenommen]], sondern auch zwischen den Familienmitgliedern in ihrer [[wirklichen]] Bezogenheit je nach dem Status ihrer [[Lebenspflichtigkeit]] [[getrennt]]. Sie müssen daher ihre intime [[Gemeinschaft]] eines [[ausschließlichen]] und [[ängstlichen]] [[Lebens]] als [[Sinn]] ihrer [[Gemeinschaft]] behaupten (siehe [[Selbstbehauptung]]), das sie allerdings vor allem nur in ihren vergemeinschafteten [[Selbstgefühlen]] [[vergegenwärtigen]] können. Der Sinn ihrer Beziehung wird durch die Form seiner [[ausschließlichkeit]] zu einem mächtigen [[Familiensinn]], der sich in den [[erzieherischen Beziehungen]] der Familie ausbreitet und seinen Paternalismus [[verwirklicht]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ihre [[Vergegenwärtigung]] bleibt von da her [[unwirklich]], weil sie sich in familiären [[Beziehungen]] nicht wirklich vergemeinschaften kann. In dieser [[Beziehung]] bleiben und bewähren sich die [[Selbstgefühle]] als Formation ihrer [[Lebensangst]] und machen aus der [[Form]] ihrer [[Gemeinschaft]] eine Fluchtburg ihrer [[Selbstbezogenheiten]]. Und im [[Lebensraum]] einer somit gegründeten [[Lebensburg]] [[verkehren]] sich ihre [[subjektiven]] [[Beziehungen]] in ihren [[Inhalten]] in eine [[objektive]] Lebensform, worin die Menschen zu [[Objekten]] ihrer [[ausschließlichen]] und also eingeschlossenen [[Wahrheit]] werden. Alles [[Subjektive]] ist daher in diesem [[Lebensverhältnis]] zugleich [[objektiv]]: Die Älteren werden zu objektiven Subjekten des Verhältnisses (siehe hierzu [[objektiver Subjektivismus]]), die Jüngeren zu subjektiven Objekten ihrer [[Selbstwahrnehmung]] (siehe hierzu [[subjektiver Objektivismus]]). Die [[Beziehung]] von [[Form]] und [[Inhalt]] [[verkehrt]] sich so zu einer inhaltlich bestimmenden [[Form]] des [[Verhaltens]]. Das [[Objektive]] wird durch die so gewordene [[Formbestimmung]] zu einem [[objektiven]] [[Subjekt]], das [[Subjektive]] hierdurch [[fremd bestimmt]], ihr [[Dasein]] [[entgegenwärtigt]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es hat sich von daher aus der [[Allgemeinheit]] der familiären [[Selbstgefühle]] eine Mitte ergeben, die zugleich einen Mittler hat: Die allgemeine [[Selbstigkeit]] [[lebensängstlicher]] Menschen. Diese wird zu einem[[ausschließlichenSelbstgefühlin allem, was einen inneren Gefühlszusammenhang durch eineverselbständigteSelbstgerechtigkeitbegründet, die über die einzelnenGefühlehinweg alle bestimmt und sich hiergegenausschließlichalsWertihrerSelbstbezogenheitenverhält. IhrSelbstwertreduziertsich auf das, was sie diesem Allgemeingefühl erbringen. DasSelbstgefühlwird von da her zum inneren Maßstab derGefühle, zum illusorischen Herz allerzwischenmenschlichen Bezogenheit. Alle ihrezwischenmenschlichenBeziehungen sind diesem unterworfen, werden hiernachgebildetundentwickeltund bemessen und begrenzt. DieburgherrlicheFamilie ist hierdurch zu einemseelischenSubjekt, zumallgemeinenSinnderZwischenmenschlichkeitpsychischerVerhältnisse, zum Wertmaß ihrerGefühlegeworden, das mit derDichteihrerVerhältnisseimmer mächtiger wird.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus diesem Maß wird nun verlangt, dass sich die Menschen seinem [[psychischen]] Ansinnen beugen und sich in den [[Beziehungen]] ihrer [[zwischenmenschlichen]] Gesellschaft gegenüber produktiv erweisen. Das verlangt, dass sie sich ihren [[seelisch]] gewordenen [[Selbstwert]] dadurch verschaffen, dass sie in ihren [[zwischenmenschlichen Beziehungen]] sich in ihrem [[Gemeinsinn]] wechselseitig anerkennen, um sich das [[einzuverleiben]], was sie durch die Gegenwart ihrer Wechselseitigkeit an [[Sinn]] [[erleben]], [[erfahren]] und [[haben]] können. Ihre leibliche Gegenwart wird zum Träger ihres seelischen Zusammenwirkens und was sich darin an [[Wahrheit]] offenbart, was in ihrem [[Selbsterleben]] [[wahrgehabt]] und [[wahrgenommen]] wird, das ist nicht ein wirklich nur stofflicher Leib, sondern vor allem das, was er mit sich bringt: Geistige Gegenwärtigkeit und [[Vergegenwärtigung]] [[seelischer]] [[Kräfte]] aus dem Irgendwo (siehe auch [[Medien]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Doch diese [[Vergegenwärtigung]] scheitert auf Dauer früher oder später in ihren eigenen [[Lebensverhältnissen]] daran, dass sie in ihrer [[Wahrnehmung]] nur das [[wahrhaben]] können, was ihre scheinbare [[Wahrheit]] in ihren Lebensverhältnissen, besonders in denen der Kleinfamilie verliert, wodurch ihre [[Wahrnehmungsidentität]] selbst in in einen hintergründigen [[Selbstverlust]] gerät und sich die [[seelischen]] Anteile ihrer [[Triebkräfte]], die sich in der [[Getriebenheit]] ihrer [[Selbstgefühle]] noch ausgelebt hatten, schließlich durch die nötigen Strukturen ihres Familienlebens zu einer systematischen [[Angst]] entwickelten und zu einer familiären [[Lebensangst]] verfestigt haben. Die kommt auf ihre ursprüngliche [[Triebkraft]] (siehe [[Abstraktionskraft]]) als [[Negation]] ihrer vorausgesetzten [[Antriebe]] zurück, und [[totalisiert]] ihren [[Selbstverlust]] zu einer [[negativen]] [[Wahrnehmungsidentgität]]. Indem ihre [[psychischen]] Antriebe sich auf diese Weise zu einer [[negativen]] [[Triebkraft]] umkehren, kehren sie ihre [[Abstraktionskraft]] gegen ihre [[Empfindungen]] und ihre [[Selbstgewissheit]] ins Jenseits der familieren Burg zu einer totalen [[Ungewissheit]], die ihre [[Selbstwahrnehmung]] nur negativ fortbilden kann. Dadurch bedrängen sich ihre [[Selbstgefühle]] gegen sich (siehe auch [[psychische Depression]]) und töten sie leztlich ab (siehe [[Todestrieb]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Doch an sich ist [[Familie]] ein [[existenzielles]] [[Lebensverhältnis]] der [[Geschlechter]] im [[Verhältnis]] ihrer [[Generationen]]. In der [[bürgerlichen Gesellschaft]] ist Familie jedoch das politisch zugrunde liegende [[Lebensverhältnis]] einer [[bürgerlichen Kultur]], das sich aus der [[Wesensnot]] und [[Angst]] [[zwischenmenschlicher]] [[Existenzen]] zu einem [[privaten]] [[Lebensraum]] im [[Kapitalismus]] entwickelt hat. Ihrer aktuellen [[Selbstverwertung]] gemäß ist die Familie ein [[existenzielles]] [[Lebensverhältnis]], das sich aus der bloßen [[Existenzangst]] durch Anteile am [[gesellschaftlichen]] [[Mehrwert]] der allgemeinen Lebensverhältnisse zu einem [[privaten]] [[Lebensraum]] des [[Mittelstands]] entwickelt und herausgesetzt hat. Nur wo sich die Menschen im [[Kapitalismus]] durch einen mehr oder weniger mächtigen [[Geldbesitz]] als [[kleinbürgerliche]] [[Persönlichkeiten]] über ihren besonders [[privaten]] [[Lebensraum]] zu [[Kulturbürger]] [[emanzipiert]] haben, kommen sie aus der [[gesellschaftlichen]] [[Entfremdung]] der [[persönlichen]] [[Lebensverhältnisse]] über die [[Unmittelbarkeit]] ihrer ebenso sozialen wie individuellen [[Reproduktion]] durch ihre Familien wieder auf sich als scheinbar natürliche [[Subjekte]] ihrer [[zwischenmenschlichen Verhältnisse]] zurück. Weil sie sich also über die [[durchschnittlichen]] [[Notwendigkeiten]] ihrer [[bürgerlichen]] [[Existenz]] hinaus, über die ihnen verfügbaren [[Kaufmittel]], über den [[Mehrwert]] ihres [[Geldbesitzes]] zur [[Reproduktion]] ihrer damit auch höherwertigen [[Privatpersönlichkeit]] vollständig subjektiv [[erleben]], können sie auch in den [[zwischenmenschlichen Verhältnissen]] der [[Selbstveredelung]] sich zu [[edelmutigen]] [[Persönlichkeiten]] entfalten und durch die Potenziale ihrer [[Selbstvergegenwärtigung]] auch die Vererbung ihrer [[Selbstveredelung]] zu ihrer Lebensaufgabe gemacht haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jedoch dadurch, dass die Familie eine [[Form]] der Bewältigung einer [[allgemeinen]] [[Lebensangst]] ist, ist diese nicht [[wirklich]] &#039;&#039;aus der Welt&#039;&#039;. Sie ist darin lediglich [[strukturiert]] in den famiiären Rollen von [[Mann]] und [[Frau]] und Kind (siehe [[Generationen]]). Und weil und solange diese Rollen zur Bewältigung einer bürgerlichen [[Lebensgemeinschaft]] funktionieren müssen, sind die Beteiligten in einem mehr oder weniger [[aufklärbaren]] [[Verhältnis]] der darin [[vermittelten]] [[Lebenspflichten]], - besonders auch [[inhaltlich]] durch die [[erzieherischen Beziehungen]], die der [[Notwendigkeit]] zur Bewältigung einer noch nicht absehbaren Zukunft folgen sollen, wird der familiäre [[Lebenzuammenhang]] vor allem durch eine [[Lebensschuld]] [[bestimmt]] und [[vermittelt]], die sich in der[[sinnlichen]] [[Not]] ihrer [[Gemeinschaft]] zur [[Formation]] einer [[Notgemeinschaft]] [[entwickelt]] und die Menschen unter ihren [[abstrakten]] [[Notwendigkeiten]] vereint (siehe [[Einheit]]), die sich in den [[Personifikationen]] einer [[symbiotischen Selbstbehauptungen]] darstellen und hierdurch in ihrer [[unmittelbarkeit]] [[wahr]] [[erscheinen]] und hierdurch unüberwindbar [[gelten]]. Doch deren Belastungen treten zunächst in den [[Empfindungen]] und [[Gefühlen]] als [[Stimmung]] ihrer [[Gemeinsinnigkeit]] auf, die die betroffenen Menschen in ihren [[zwischenmenschlichen Beziehungen]][[vermitteln]]. Eine [[Psychologie]], die diesen Zusammenhang nicht aufdeckt, kann niemals der [[Emanzipation]] dienen, die sie in ihrem Anspruch vorgibt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch im Kleinen des [[gesellschaftlichen]] [[Reichtums]] ist die Familie das [[wesentliche]] [[Verhältnis]] der [[Generationen]] von Eltern und Kindern, ein [[existenzielles]] [[Verhältnis]] der [[Geschlechter]] als ein [[Lebensverhältnis]] der [[bürgerlichen Subjekte]], die sich gegen das Auseinderfallen ihrer menschlichen [[Eigenschaften]] im [[Dazwischensein]] ihrer [[Liebe]] zusammenraffen. In der Familie verwirklichen sie aber nicht die [[gesellschaftlichen]] [[Beziehungen]] ihrer [[Wirklichkeit]], sondern die [[Bestimmungen]] und [[Stimmungen]] ihrer [[Selbstveredelungen]] in einem [[zwischenmenschlichen Verhältnis]] von [[narzisstischen Persönlichkeiten]], deren [[Selbstverwirklichung]] an einer Verdopplung ihrer [[Selbstbezogenheit]] über ihre [[erzieherischen Beziehungen]] interessiert und ausgerichtet ist. Familie ist damit ein Hort der [[Anerziehung]] [[objektivierter]] [[Inhalte]] von [[Selbstgefühlen]], die in ihrer [[Kultur]] als [[objektive Selbstgefühle]] notwendig zur [[Selbstbehauptung]] sind, sich familiär aber nur im [[Widerspruch]] zwischen ihren [[Empfindungen]] und [[Gefühlen]] behaupten können. Denn zugleich soll Familie ein Schutzraum ihrer [[Beziehungen]] sein, die sich darin [[rechtlich]], [[psychisch]] und [[wirtschaftlich]] gegen einander versichern und hierdurch ihr [[Leben bergen]] (siehe [[Lebensburg]]), auch wenn sie vieles davon verbergen müssen. Von daher ist sie eine fundamental [[widersprüchliche]] [[private]] Lebensform, die für sich und für die Menschen niemals frei (siehe auch [[Freiheit]]) sein ist sie wesentlich von ihrer Existenzform abhängig ist (siehe [[Existenzwert]]). Was darin nötig ist [[erscheint]] [[unmittelbar]] [[natürlich]] [[bestimmt]] (siehe auch [[Warenfetischismus]]) und gilt wie eine Naturbestimmung als ein [[absoluter]] [[Lebenswert]] von [[Lebenspflchtigkeiten]] für die Beteiligten. Durch sie entstehen dann allerdings [[Lebenspflichten]], die sich nicht [[existenziell]] [[vermitteln]] un [[bewahrheiten]] lassen, weil diese dem [[Dasein]] ihrer [[Formbestimmungen]] als Hort der Befähigung zu menschlicher [[Selbstverwertung]] (siehe auch [[Wert]]) [[widersprechen]] würde und stattdessen eine [[Systematik]] einer [[mystifizierten]] [[Lebensschuld]] entwickeln. Darin wandelt sich die ausgänglich fundamentale [[Angst]], die [[Angst]] der [[Bürgerinnen]] und [[Bürger]] (siehe [[Kleinbürger]]) um ihre [[Verbürgung]] [[zwischenmenschlicher]] [[Existenzen]], in eine [[Lebensangst]] vor dem Verlust ihrer [[Selbstbezogenheiten]] (siehe [[Selbstverlust]]), wodurch die Menschen von sich selbst abrücken (siehe [[Selbstentfremdung]]) und [[verrückt]] werden (siehe hierzu [[Wahrnehmungszustand]]) und als &#039;&#039;[[Psychisch Kranke]]&#039;&#039; [[gesellschaftlich]] aussortiert und [[kulturell]] [[isoliert]] und [[ausgeschlossen]] werden können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In einer [[Gesellschaft]], in der die [[Bedürfnisse]] der Menschen als ihr Lebensgenuss [[getrennt]] von ihrer [[Arbeit]] (siehe [[Teilung der Arbeit]]), als ihre [[existenzielle]] Verpflichtung (siehe [[Lebenspflicht]]), als [[objektives Sollen]] des [[Lebens]] [[erscheint]], kann sich alle [[Existenz]] nur [[zwischen den Menschen]] [[vermitteln]] und sich in deren Existenzverwertung (siehe [[Existenzwert]]) durchsetzen. Ihre [[zwischenmenschlichen Beziehungen]] verhalten sich durch die [[Abwesenheit]] einer [[gegenständlichen]] [[Wirklichkeit]] in den Menschen als [[Angst]] vor einem [[Selbstverlust]], dem Verlust der [[Sinnlichkeit]] ihres [[Lebens]], vor dem [[gesellschaftlichen]] Nirwana, einem [[allgemeinen]] [[Nichts]], dem Loch einer [[fremden]] [[Wahrnehmungsidentität]], die sich gegen die [[Nichtungen]] des Lebens nurmehr aus der Unmöglichkeit einer [[wesentlich]] [[sinnlichen]] [[Beziehung]] in [[zwischenmenschlichen Verhältnissen]] ergibt und immer wieder in dem scheitern kann, was darin zu [[verwirklichen]] versucht wird. Weil sich dies im [[allgemeinen]] [[Erleben]] nur zwischen dem Lebensglück der [[Liebe]] und der [[Lebenspflichtigkeit]] ihrer [[Existenz]], als ihrer [[negierten]] [[Wirklichkeit]] - als durch sich selbst schon verneintes Lebensglück (siehe hierzu auch [[Nichtungstrieb]]) [[ereignen]] kann - suchen die [[Zwischenmenschen]] eime [[Wahrnehmungsidentität]] in einer gemeinen [[Lebensstruktur]] [[aufzuheben]], in der sie sich ihrer wechselseitigen [[Liebe]] durch die Lebensgemeinschaft einer Lebenspartnerschaft als [[Familie]] [[verbürgen]] indem sie die [[Entgegenwärtigungen]] ihrer [[narzisstische]] [[Selbstbezogenheiten]] [[aufheben]], sich an einander selbst [[vergegenwärtigen]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Selbstvergegenwärtigung ist eine Rückbeziehung auf sich selbst, die sich aus der [[Unwirklichkeit]] der [[Selbstwahrnehmung]] begründet. Es ist eine Vergewisserung einer [[persönlichen]] [[Identität]], die in [[psychisch]] bestimmten [[Verhältnissen]] nötig geworden ist, weil sich die durch ihre [[Gefühle]] [[objektiv]] verunsicherten Menschen darin behaupten und veredeln müssen. Was der [[narzisstische Persönlichkeit]] entgangen war, wird im Nachhinein durch eigenmächtige [[Beziehungen]] über die [[Geborgenheiten]] der [[Selbstwahrnehmung]] zurück gewonnen. Ihr ausdrückliches Lebensverhältnis ist daher eine [[Lebensburg]], welche die darin vereinigten [[Selbstbeziehungen]] für sich behauptet und sie in der [[Ausschließlichkeit]] ihrer [[Selbstbehauptung]] bestätigt und eingrenzt und alle [[fremden]] [[Selbstwahrnehmung]] ausgrenzt. Darin entstehen schließlich die [[Verhältnisse]] der [[symbiotischen Selbstbehauptung]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[bürgerliche]] Familie ist von da her der Zusammenschluss einer vergemeinschafteten [[subjektiven]] [[Selbstbehauptung zu einer Hausgemeinschaft derGenerationenund ihren existenziellen Lebenspflichtigkeiten (siehe auchLebenspflichten). Von daher stellt sie in ihrereinzelnenExistenzform dieFormeiner vergemeinschaftlichenVereinzelung dar, einersymbiotischeGemeinschaft, die durch denpersönlichenGemeinsinn(siehe auchFamiliensinn) ihrerSelbstbehauptunggegen das Elend vongesellschaftlichisoliertenMenschen als Burg einerzwischenmenschlichenGemeinschaftüber die vereinzelteindividualistischeExistenznarzisstischer Persönlichkeitenhinweghilft.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im [[Einzelnen]] gründet von da her jede Familie auf einer liebenden Gemeinschaft, so wie diese in ihre Gründung eingegangen ist. Es gehen darin also zunächst oder an sich die [[Gewohnheiten]] einer Lebenslust der [[Liebe]] zwischen Menschen ein, die für sich eine Lebensgemeinschaft über alle Widernisse ihres [[Lebens]] hinweg suchen und sich im [[privaten]] [[Dazwischensein]] ihrer [[gesellschaftlich]] öffentlichen [[Lebensverhältnisse]] versprechen, um dadurch einen Hort ihrer geschlechtlichen Identität und deren Konsequenzen zu schaffen. Im [[Allgemeinen]] ist diese Familie eine [[Gemeinschaft]] zur [[Reproduktion]], Fortpflanzung und [[Ausbildung]]des Gattungslebens und der Organisation der hieraus entstehenden Aufgaben, wie sie durch deren [[Lebensbedingungen]], den [[Notwendigkeiten]] ihrer [[objektiven]] [[Lebensbestimmungen]] und [[Umstände]] (siehe auch [[Formbestimmung]]) gestellt sind. Was bei den Tieren noch urwÜchsig aus ihrer Paarung als unmittelbar verwirklichte Geschlechtskultur hervorgeht ist fÜr die Menschen eine Sinnstiftung in den gesellschaftlichen [[Verhältnissen]] ihrer [[Naturmacht]], der Existenzform ihrer [[Kultur]] und den sozialen [[Notwendigkeiten]] der [[Reproduktion]] und [[Produktion]], der Fortpflanzung ihres [[Reichtums]], dem [[Verhältnis]] der [[Geschlechter]] und der [[Generationen]] und dem gesellschaftlichen Zusammenhang ihrer Erzeugnisse als [[Produkte]] ihrer [[Geschichte]], indem sie in ihren existenziellen Lebensgemeinschaften ihr [[Leben bergen]] wie auch verbergen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von da her ist in der [[bürgerlichen]] Kleinfamilie die Familie überhaupt die [[Lebensburg]] eines im Grunde beklemmenden [[Lebensverhältnisses]], als [[objektiv]] [[bestimmte]] [[Gemeinschaft]] zwischen Lebenslust und [[Lebenspflicht]], In ihrer Vergemeinschaftung begegnen sich die Menschen als familiäre [[Persönlichkeiten]] - sowohl als [[verkörperung]] ihres leiblichen Glücks als auch als Arbeitsgemeinschaft zur Bewältigung ihrer [[Lebenspflichtigkeiten]]. Der [[Widerspruch]] ihrer Gemeinschaft mag in ihrem ganz [[persönliche]] [[Familiensinn]] aufgehoben erscheinen; tatsächlich aber hintergehen die familiären [[Persönlichkeiten]] und Verwandschaften alles familiäre Glück schon durch die [[Struktur]] ihrer lebendige Verpflichtungen. Was durch die [[Lebensverhältnisse]] innerhalb der [[Lebensburg]] im [[Einzelnen]] als Lebenslust erscheint, wird im [[Allgemeinen]] gegen diese [[Beziehungen]] nichtig, zur Quelle einer [[strukturell]] [[substanziellsierten]] [[Lebensangst]]. Und solche [[Struktur]] wird mehr oder weniger schnell brüchig, sobald sich das Versprochene nicht [[wirklich]] erhalten lässt. Mit der [[Enttäuschung]] des Glücks einer an sich [[heilen Welt]] bricht die darin geborgene und verborgene [[Angst]] in einem [[Zustand]] der Ausweglosigkeit aus, wenn die Auflösung einer Familie in [[isolierten]] [[Lebensverhältnissen]], in der [[Ungewissheit]] möglicher kultureller oder materieller [[Verelendung]] endet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Lebensangst]] war dem ursprünglich schon längst vorausgeeilt, bevor sich ihre [[nichtende]] Macht [[ereignet]] und also [[verwirklicht]] hat. Sie hat eben ihren Ursprung schon in der Gründung einer Kleinfamilie (siehe [[Familie]]) der [[bÜrgerlichen Gesellschaft]], - nicht weil die schon durch sich selbst Angst machen würde, sondern weil darin die [[Wirklichkeit]] einer [[objektiven]] Lebensbedrängung zwischen Lebenslust und [[Lebenspflicht]] [[subjektiv]] aufgehoben ist. Die [[objektive]] [[VNichtungsmacht]] der [[Existenzverwertung]] des [[Kapitals]] setzt ihren [[Nichtungstrieb]] eben immer schon und unmittelbar ganz [[subjektiv]] durch. Eltern und Kinder sind im [[Allgemeinen]] durch die [[private]] [[Existenz]] ihrer [[erzieherischen Beziehungen]] Überfordert, hiergegen anzukämpfen. Ein Kompromiss zwischen lebenslust und [[Nichtungstrieb]], wie ihn die [[bürgerliche]] Familie durchziehen muss, richtete auf Dauer die Lebenkräfte [[isolierter]] [[Existenzen]] schon durch ihren [[Existenzwert]] über die nötigen [[Eigentumstitel (z.B. Mieten und Gebühren) zugrunde.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Den Kindern gelten die Eltern als ihre objektive [[Lebensbedingung]], die ihre [[ganze]] [[Subjektivität]] bestimmen. Soweit dieses [[Verhältnis]] [[gesellschaftlich]] [[isoliert]] und also total ist, entsteht in dem ausweglos scheinenden [[Leben]] eine Beengung durch die [[objektive]] [[Wirklichkeit]], deren subjektive [[Wirkungen]] in ihrem [[Grund]] nicht [[wahrnehmbar,]] nicht [[erkennbar]] sind, weil das [[erkennende]] [[Subjekt]]zugleich [[Objekt]] seiner eigenen [[Lebensbedingungen]], der [[Formbestimmung]] einer [[abwesenden]] [[Selbstwahrnehmung]] ist. Darin ist es die [[Angst]] vor der Übermacht einer [[existenziellen]] [[Struktur]] des [[Lebens]], welche die [[wahre]] [[Lebensäußerung]] und eigene Handlungsfähigkeit bedroht. Weil sie damit schon in einem Menschen selbst [[existenziell]] ist, verdoppelt sich durch die [[Angst]] um eine [[Wahrnehmungsidentität]] die [[Existenzangst]] zu einem manchmal auch chronisch werdenden [[Wahrnehmungszustand]], der durch eine [[objektive]] [[Nichtung]] seiner kulturellen Grundlagen entsteht und die ganze [[Subjektivität]] der [[Selbstwahrnehmung]] beherrscht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der [[bÜrgerlichen Gesellschaft]], in der selbst schon die Lust am [[Konsum]] und die Pflicht zur [[Lohnarbeit]] gespalten ist, in der die [[Lebensbedingungen]] zwischen [[Subjektivität]] und [[Objektivität]], zwischen [[BedÜrfnis]] und [[Arbeit]], zwischen [[Reproduktion]] und [[Produktion]] der [[gesellschaftlichen]] [[Verhältnisse]] zerteilt sind (siehe auch [[Teilung der Arbeit]]), begrÜndet sich eine Familie durch die [[zwischenmenschlichen Verhältnisse]] der [[persönlichen]] [[Beziehungen]] ihrer [[wirtschaftlichen]] und [[zwischenmenschlichen]] [[Existenz]], durch ihr Einkommen und durch die Liebesbeziehungen in einer persönlichen [[Gemeinschaft]] von [[privaten]] Haushalten, die durch ihr [[isoliertes]] [[Dasein]] zwischen [[Konsum]] und [[Arbeit]] sich als [[Existenz]] und zu ihren [[Existenzwert]] behaupten mÜssen (siehe auch [[Selbstbehauptung]]). Durch die [[Konkurrenz]]verhältnisse der Selbsterhaltung sind die Familien aber schon in den verschiedenen [[Klassen]] und [[Lebenswerten]] [[strukturel]] unterschieden (siehe [[Klassengegensatz]]), in denen sie sich im bloßen Kampf um ihre [[Existenz]] auch dem entsprechend gegeneinander verhalten mÜssen - einfach nur um in einer [[ausschließlich]] [[privaten]] Lebensform ihren existenziellen Zwängen (siehe [[Lebenspflichten]]) durch die [[Notwendigkeiten]] der [[Arbeit]] und der [[Ausbildung]] der nachfolgenden [[Generationen]] zu genÜgen und zugleich exklusiv in ihrer [[Kultur]] existieren zu können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sigmund Freud hatte einen Versuch gestartet, der die Pervertierung der [[Selbstwahrnehmung]] und vieler der ihr notwendigen Verhaltensweisen sowohl in der [[Familie]] als auch in den nationalen Kulturzusammenhängen zeitweise durchsetzt. Ein kulturbestimmtes Vernichtungsbedürfnis lässt sich ganz allgemein und öffentlich im [[Rassismus]], [[Antisemitismus]] und auch schon im Mobbing auf der Straße, im Internet oder in den Familien erkennen. Es sind immer mehr oder weniger weit vermittelte Reaktionen (siehe hierzu auch [[reaktionäres Bewusstsein]]) auf die [[Lebensängste]] in bürgerlichen Lebensverhältnissen. Es wäre deshalb angemessener, diese als [[Nichtungstrieb]] zu bezeichnen, der seinen Ursprung in den [[zwischenmenschlichen]] Existenzformationen der [[bürgerlichen Kultur]] hat. Damit lässt sich dann auch der so genannte Triebkonflikt der Familie als strukturelle Lebensform einer [[erzieherischen Verhältnisses]] im [[Ganzen]] aufklären.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn man von den Verwertungsverhältnissen des Kapitalismus absieht, so verhält sich eine Familie durch ihre Legitimation aus der bÜrgerlichen Existenz und dem Zuspruch ihrer [[Gemeinschaft]], der [[wirtschaftlichen]] und [[kulturellen]] [[Verallgemeinerungen]] - durch das, was darin gemein ist - ähnlich wie ein [[persönlicher]] [[Staat]] in einem [[politischen]][[Staat]]. Familiär darin sind [[persönliche]] [[Eigenschaften]] und [[Fähigkeiten]] unter den [[Bedingungen]], die in einem [[Lebensraum]] vorgefunden und erzeugt werden, weil sie hierin geprägt oder vererbt wurden. Immer ist Familie ein [[Lebensverhältnis]]von [[Generationen]], die durch ihre Geburt und in ihrer [[unmittelbar]] [[ergänzenden]] Funktion zur persönlichen [[Reproduktion]] miteinander politisch, kulturell und wirtschaftlich verbunden sind. Sie genießt von da her einen starken politischen Schutz durch den [[Nationalsaat]]- auch als [[Lebensraum]] einer abgesicherten [[Reproduktion]] der [[Gattung,]] als [[sittlich]] und [[wirtschaftlich]] sanktionierte Ordnung der Begattung (Immanuel Kant).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unmittelbar verschafft diese [[Form]] eines vergemeinschafteten [[Lebens]] den Menschen aber ganz eigene [[Bedingungen]], die sich [[inhaltlich]] in ihrem [[Verhalten]] [[zwischenmenschlich]] wie [[wirtschaftlich]] abschotten muss (siehe hierzu auch [[heile Welt]]). Wesentlich sind es die [[SelbstgefÜhle]] ihrer [[psychischen]] [[Selbstverwirklichung]], durch die sie verbunden und gehalten sind, um ihren [[privaten]] [[Lebensraum]] in ihren [[Empfindungen]] abzugrenzen und ihr hierdurch [[vergemeinschaftetes]] [[Leben]] in dieser [[Lebensburg]] Überhaupt [[entwickeln]] und in ihren [[SelbstgefÜhlen]] fortbilden zu können (siehe hierzu auch [[heile Welt]]) und ihre [[erzieherischen Beziehungen]] durch die intimen [[Eigenschaften]] ihrer [[GefÜhle]] unter der [[privaten]] [[Formbestimmtheit]] ihrer [[persönlichen]] [[Gemeinschaft]] ausfÜllen. In diesem [[Lebensraum]] sind die familiären Persönlichkeiten durch sich selbst[[Körper]] ihrer [[Beziehungen]] und somit zugleich körperliche mächtiges [[Subjekt]] wie auch ohnmächtiges [[Objekt]] ihrer Beziehungen. In ihrem [[SelbstgefÜhl]] sind sie zugleich [[äußerer]][[Gegenstand]] ihrer [[Empfindungen]], die sich hiergegen [[subjektiv]] zur [[Selbstwahrnehmung]] der Familie entwickeln. Innerhalb derselben sind diese ununterscheidbar, mÜssen sich aber existenziell zugleich fÜr sich selbst behaupten (siehe auch [[symbiotische Selbstbehauptung]]). Ihre GefÜhle [[verallgemeinern]] sich in ihrem [[Familiensinn]] (siehe auch [[Familienego]]) zu einem [[Übersinnlichen]] [[Sinn]] (siehe auch [[Über-Ich]]), von dem sich die [[Empfindungen]] [[emanzipieren]] mÜssen, um fÜr sich wahr zu werden und wahr zu sein. Innerhalb der Familie trennen sich von daher die [[SelbstgefÜhle]] von ihren [[Empfindungen]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der [[Abtrennung]] der [[GefÜhle]] von ihren [[Empfindungen]] entsteht eine [[zirkuläre Hermeneutik]], ein &#039;&#039;Echoraum&#039;&#039; der [[Empfindungen]],worin sich die [[Wahrnehmungen]] gegen die äußerlichen Bedrohlichkeiten ihrer [[zwischenmenschlichen Verhältnisse]] in ihren [[isolierten]] Erscheinungsformen vervielfachen und die [[Wahrheit]] ihrer [[Selbsterkenntnisse]] vereinseitigen, ihren ÜbernatÜrlich gewordenen Zusammenhang abtöten. Ihre [[Wahrnehmung]]reduziert die EindrÜcke ihrer [[Wirklichkeit]], auf die einfache und widerspruchslose [[Wahrheit]] einer[[isolierten]] Existenzform auf die [[Abstraktionen]] ihrer [[WidersprÜche]], deren Zusammenhänge sie nicht mehr [[ausdrÜcken]], sich nicht mehr darauf [[beziehen]] können. Sie meiden daher diese und entziehen sie ihrem Erkenntnisvermögen. Hierbei setzt sich in den hiernach gearteten [[zwischenmenschlichen Verhältnissen]] eine [[Selbstwahrnehmung]] durch, die sich durch die somit statuierte [[Selbstgerechtigkeit]] eines &#039;&#039;gesunden Lebensverhältnisses&#039;&#039; von den Widernissen und [[WidersprÜchen]] der [[gesellschaftlichen]] [[Wirklichkeit]] absetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die allgemeine [[Wahrnehmung]] in solchen eigenständigen [[Lebensräumen]] von selbstisolierten [[Gemeinschaften]] formatisieren sich durch ihre Selbstbeschränkungen zu einem Zusammenschluss ihrer [[Verselbständigung]], zu einem [[BedÜrfnis]] ihres [[Gemeinsinns]]nach Bewahrung und [[Totalisierung]] der [[Egozentrik]] ihrer [[Selbstveredelung]], wodurch sich ein durch die [[Selbstgerechtigkeit]] ihres [[Edelmuts]] in der Sicherheit fÜr ihr sich [[selbst veredeltes]] [[Leben]] entwickelt und gegen öffentliche EinflÜsse abschirmt (siehe auch [[heile Welt]]). So entstehen [[Selbstwahrnehmungen]], die sich in der Sicherheit und Abgrenzung ihrer durch sich selbst [[veredelten]] [[Verhältnisse]] bedroht fÜhlen, wenn sie [[Fremdes]] wahrnehmen und hierÜber ihre [[Entfremdung]] von der [[wirklichen]] Welt (siehe hierzu auch [[Wirklichkeit]]) erfahren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine jede [[Familie]], die sich als [[Form]] eines besonderen [[zwischenmenschlichen Verhältnisse]] begrÜndet, ist zugleich der [[Lebensraum]] [[lebenspflichtiger]] [[Beziehungen]] der in ihrer [[zwischenmenschlichen Beziehung]] unmittelbar beteiligten [[Persönlichkeiten]]. Sowohl das [[Leben]] wie auch das, was ihm [[verpflichtet]] ist, [[erscheint]] hier [[ausschließlich]] persönlich, weil darin die [[Personen]] als Eltern und Kinder sich zu einer wechselseitigen [[Bedingung]] ihres [[Lebens,]] zu einer persönlichen [[Lebensbedingung]] geworden sind. Darin können sie nicht durch sich das sein, worÜber sie sich aufeinander beziehen. Ihre [[Beziehung]] zieht sie zu einer [[Gemeinschaft]], die einen hierfÜr [[notwendigen]] [[Gemeinsinn]] durch jene entwickelt, die ihn als [[Mittel]] fÜr ihre familiären Machtverhältnissen nötig haben, um das zu sein, fÜr was sie unter deren [[Bedingtheiten]] fÜreinander [[pflichtschuldig]] sind. Ein [[allgemeines]] [[SchuldgefÜhl]] gegen die [[Macht]] einer hierfÜr aufbereiten Lebensverantwortung prägt ihre [[Beziehung]] und macht sie hierdurch mehr oder weniger [[hörig]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[bÜrgerliche]] Familie ist daher meist eine Kleinfamilie als Hort einer[[isolierten]] [[Selbstbehauptung]] in den [[Lebensräumen]], die sie [[bewohnt]]. In der [[Symbiose]] ihrer [[Lebensburg]] behaupten sich sich die Familienmitglieder (siehe [[symbiotische Selbstbehauptung]]) in einer [[Gesellschaft]], in der die [[Eigenschaften]] und [[Fähigkeiten]] der Menschen im [[Allgemeinen]] ihre [[persönliche]] [[Existenz]] als Potenzial ihrer Privatexistenz (siehe auch [[Privateigentum]]). Was sie zur ErfÜllung der Lebensanforderungen bilden können (siehe [[Sinnbildung]]), die ihr [[Leben]] unter dieser [[Bedingung]] ausmachen und bestimmen (siehe hierzu auch [[Lebenspflicht]]), erwerben sie daher im ständigen Konflikt mit den [[Notwendigkeiten]] ihrer bÜrgerlichen Existenz und ihren hierauf gegrÜndeten [[zwischenmenschlichen Verhältnissen]], wie sie aus abgeschotteten [[zwischenmenschlichen Beziehungen]] entstehen und entstanden sind, wie sie also durch sich und fÜr sich begrÜndet sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jede Familie ist hierfÜr ein [[Lebensraum]] von [[Gewohnheiten]], die durch einen Haushalt entstehen und nötig sind, um ihn je nach Art der gesellschaftlichen Wirtschaftsform zu bewältigen. In der [[bÜrgerlichen Gesellschaft]] ist es die Wirtschaftsform des [[Privateigentums]], das Lebens- und Umgangsformen in Privathaushalten bestimmt. Auch Freundschaften können zu Familien werden, wenn sie sich zu ihrer [[Existenz]] und darin fÜreinander verbindlich und also familiär verhalten, in gleichem [[Sinn]] fÜreinander [[da sind]] ohne nur [[nÜtzlich]] zu sein. Doch die Verbindlichkeit hängt sehr von der [[gesellschaftlichen]] [[Form]] ihrer [[Existenz]] ab, - welche [[Freiheit]] darin ihre [[Beziehungen]] bereichern kann, [[Zufälle]] möglich sein lässt und dennoch hiergegen nicht [[beliebig]] oder [[gleichgÜltig]] ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[bÜrgerliche]] Familie begrÜndet sich als [[Lebensraum]] eines [[vergemeinschafteten]] LebensgefÜhls, als [[Verhältnis]] von [[SelbstgefÜhlen]], die sich gegen ihre Außenwelt besonderen, einen Schutzraum fÜr die Intimität [[zwischenmenschlicher Beziehungen]] suchen und also als [[Lebensburg]] zur [[Selbstbehauptung]] einer sinnlichen [[Symbiose]] funktionieren (siehe auch [[symbiotische Selbstbehauptung]]). HierfÜr werden sie auch politisch und [[rechtlich]] in entsprechenden [[Vertrag]]sverhältnissen abgesichert. Doch erst im [[Verhältnis]] unterschiedlicher [[Generationen]] wird dieses [[Verhältnis]] auch wirklich [[notwendig]], weil darin die [[Nöte]] in [[gesellschaftlich]] [[isolierten]] Abhängigkeiten und [[erzieherischen Beziehungen]] gewendet werden mÜssen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im historischen Wortsinn ist Familie eine aristokratische Hausgemeinschaft (lat. familia) mit hieraus bedingtem Gefolge (famulus: der Haussklave), eine [[persönliche]] [[Gemeinschaft]], die einen von der [[Gesellschaft]] [[getrennten]] Haushalt betreibt und sich von daher auch als [[wirtschaftlichen]] [[Lebensraum]] jenseits von dieser zu verstehen ist. Unter der Bedingung des Geldverhältnisses (siehe [[Geldbesitz]]) ist Familie ein Hort des [[Wohnens]], zwischenmenschliche Lebenswelt eingewöhnter Beziehungen, gewohntes Liebesverhältnis der [[Lebensbergung]] im Einzelnen, das sich als private Welt konstituiert. In dieser sind die Grund[[stimmungen]] der [[Generationen]] maßgeblich, die sich darin zusammenfÜgen und auch einander fÜr Gedeih und Verderben dieser [[Lebensburg]] als Wohngemeinschaft erziehen, Wesentliche Grundbedingung hierfÜr ist die Ein[[stimmung]] auf die Gewöhnung der darin auftretenden Lebensäußerung, die mehr oder weniger zufällig von den gesellschaftlichen Verhältnissen [[isoliert]] verräumlicht auftreten und von daher auch eine Enge dieser Lebensäußerungen als Bedingung der Lebensgewohnheiten darin konstituieren, welche sich mit der Einengung und Bedrohung der einzelnen [[SelbstgefÜhle]] [[entwickelt]], die ein ungeheuerliches Maß an Selbstbeschränkungen (siehe [[erzieherische Beziehung]]) erzeugen kann. Im [[Verhältnis]] zur öffentlichen Lebensform der [[Gesellschaft]] des [[Geldes]] besteht daher eine grundlegende [[Lebensangst]], die [[verrÜckte]] [[Selbstwahrnehmungen]] [[bestimmen]] kann, wenn sie deren [[Gewohnheiten]] nicht mit eigenem Sinn fÜr [[allgemeine]] [[zwischenmenschliche Verhältnisse]] fÜllen kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Familie ist aber vor allem eine Lebensstruktur, in der sich die eingebrachte [[Subjektivität]] objektiviert, sich also als objektive Form selbst subjektiviert und von daher eine gesellschaftliche Bestimmung als Privatform des Lebens erfÜllt und diese [[zwischenmenschlich]] als Mensch und Form fÜr sich verdoppelt. Weil in dieser [[Form]] sich ihre Bestimmung somit intensiviert und alle darin entstehenden [[Absichten]] und Mängel total, im [[Prinzip]] unauflösbar werden, stellt sie eine gesellschaftlich isolierte Machtformation [[zwischenmenschlicher Beziehungen]] dar, in welcher der Mangel selbst durch die [[Anwesenheit]] [[einverleibter]] [[Verhältnisse]] als deren [[Lebensraum]] einen Gewinn fÜr diese Beziehungen darstellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der bÜrgerlichen Gesellschaft ist die Familie ihrem kulturellen Wesen entsprechend eine [[Akkumulation]] der [[Selbstverwertung]] des Geschlechtsverhältnisses, der Institutionalisierung gesellschaftlicher Geschlechtsrollen in einer [[persönlichen]] Form, in der [[Form]], worin sich Menschen als das gelten sollen, worin sie sich als besondere [[Geschlecht]]spartner und Eltern erscheinen. Sie häufen darin ihre [[Selbstwahrnehmungen]] so auf, dass sich deren [[Selbstwert]] als Lebenszusammenhang darstellen lässt, ganz gleich wie das [[Leben]] sonst Überhaupt ist. Immerhin kompensiert der auf diese Weise institutionalisierte [[Selbstwert]] nicht nur den Verlaust der [[Selbstachtung]] jenseits der familiären Verhältnisse, sondern auch den, der sich in ihr ins [[Verhältnis]] versetzt hat, ins Verhalten von unzähligen Selbstverwerfungen (siehe auch [[Selbstlosigkeit]]). Von daher ist dieser [[Lebensraum]] sowohl die Fixierung wechselseitiger [[Selbstbehauptungen]] (siehe [[symbiotische Selbstbehauptung]]), als immer auch schon eine Abschottung gegen die Mängel des gesellschaftlichen Geschlechtsverhältnisses und also eine [[Lebensburg]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die modernen [[zwischenmenschlichen Verhältnisse]] ist Familie daher der Form nach eine Schutzgemeinschaft gegen die kulturellen und ökonomischen Verwerfungen, welche den gesellschaftlichen Verhältnisse des [[Kapitalismus]] zur Folge in seinen [[Krisen]] und Zwängen aufkommen. Von daher haben sie als [[Lebensburgen]] der [[Zwischenmenschlichkeit]] eine restaurative Funktion der [[bürgerlichen Kultur]]. Im Unterschied zu feudalen Gesellschaftsformen, die auf der Hausmacht der [[Geschlechter]] und [[Generationen]] gründen, versteht sich Familie in der [[bürgerlichen Gesellschaft]] vor allem als kulturelle Lebensgemeinschaft der nächsten Abkömmlinge, dem Lebensverhältnis von Älteren (Eltern) und Jüngeren in der Generationsfolge, dem Verhältnis von Großeltern, Eltern und Kindern und zugleich als ein [[Erziehungs]]- und [[Beziehung]]szusammenhang der damit verwandten Menschen, der &#039;&#039;Blutsverwandten&#039;&#039; und der per Ehe[[vertrag]] eingeschwägerten Verwandten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der [[Begriff]] Familie unterstellt daher hierzulande vor allem das [[ursprüngliche]] [[sittliche]] Zusammenleben der [[Generationen]], die sich aus der [[Reproduktion]] der Generationsfolge bestimmen, also auch die [[Bildung]] und Befähigung zur Erhaltung der Art und [[Gesellschaft]] betreiben (siehe z.B. [[Erziehung]]). Familiär sind daher vor allem [[Eigenschaften]], die dieser Lebensform entsprechen, weil sie z.B. einer Familienkultur entspringen, die sich aus der [[Selbstbestimmtheit]] dieses [[Lebensraums]] ergibt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch Familie wird die allgemeine [[Egozentrik]] der vereinzelten [[Privatpersönlichkeiten]] soweit aufgehoben, wie sich die Familienmitglieder darin in einem [[Familiensinn]] [[vergemeinschaften]] und hierauf einen Schutzraum gegen deren [[Existenz]]weisen begründen. Sie bietet von daher ein [[Heim]] gegen die [[Macht]] der [[selbstgefühligen]] [[Entschiedenheiten]], in welchem sich ein Reservoir unmittelbarer [[Notwendigkeiten]] und [[Beziehungen]] [[entwickelt]], das der [[Natur]] der [[zwischenmenschlichen Verhältnisse]] entspricht und sie &#039;&#039;wie von selbst&#039;&#039; bestärkt. Da ihre Beziehungswelt jenseits der gesellschaftlichen [[Gegenständlichkeiten]] unmittelbar organisch organisiert sein muss kann sie gegen deren äußerliche [[gesellschaftliche]] [[Objektivität]] wie die Welt einer freien [[Subjektivität]] erscheinen, durch welche ihr Heim [[lebendig]] und die Welt im Jenseits zu einer [[unheimlichen]] [[Wirklichkeit]] wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weit mehr als die einzelnen Wahrnehmungen und Äußerungen bilden die [[Stimmungen]] in der [[Familie]] die Lebensgrundlage des [[SelbstgefÜhls]] ganzer [[Generationen]] durch die Ausgestaltungen ihres [[Lebensraums]]. Sie sind somit schon Keime einer [[Hörigkeit]], in der das Zugehörige sein [[Geltungsstreben]] entwickeln (siehe hierzu auch [[Fremdenfeindlichkeit]]) und deshalb auch [[rassistisch]] werden kann (siehe hierzu auch [[MassengefÜhl]]). Dies allerdings [[notwendig]] erst, wo es fÜr sich selbst kulturell verloren hat (siehe [[Selbstverlust]]) und [[widersinnig]] wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Familie ist also keine Naturtatsache (siehe auch [[Generationen]]) und auch keine natürliche Kulturform. Sie ist eine relativ moderne Privatform eines darin unmittelbar scheinenden Gattungsverhältnisses ([[siehe Gattungsbegriff]]), eine in ihrer [[zwischenmenschlichen]] [[Ausschließlichkeit]] bestimmten Lebensform der [[Geschlechter]] als Generationenverhältnis einer [[privaten]] [[Individualität]], die sich ebenso privat in einem [[Familiensinn]] [[vergemeinschaften]] und [[regenerieren]] muss, um in der [[bürgerlichen Gesellschaft]] überhaupt über ihre bornierte Vereinzelung hinausgehend noch Bestand zu haben, sich also [[reproduzieren]] zu können. Dies aber betrifft nicht nur die Reproduktion der Privatexistenz, sondern des menschlichen [[Lebens]] überhaupt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hier vermittelt sich das werdende und das gewordene Leben, die innigste Kultur der Menschen in ihrer bürgerlichen Existenzform, die das innere Glück des Lebendigen mit den Existenzbedingungen der Verwertbarkeit seiner [[Veräußerung]], seinem intimen Nutzen zusammenschließt und hieraus eine [[Lebenspflicht]] entwickeln muss, um diesen Schluss zu sichern. Die familiären Beziehungen werden unter dieser Bedingung vorauseilend bestimmt, so dass sie fÜr sich genommen unkenntlich werden. Diese &#039;&#039;Pflicht&#039;&#039; wird daher zur [[Gewohnheit]], zu einem [[Familiensinn,]] durch den die Menschen in der Familie nur in der Teilhabe hieran wahrgenommen werden und sich dabei als Menschen im [[Ganzen]] nur anteilig [[wahrhaben]] können. Letztlich ist dieser Sinn obsolet und lässt sich nur selten wirklich in dem einlösen, was er darstellen soll. Das GrundgefÜhl einer entwickelten Familie bleibt daher ein [[SchuldgefÜhl]], das die einzelnen Mitglieder zu einender haben, weil und sofern sie an ihrem [[Familiensinn]] notwendig scheitern, einander nicht die ErfÜllung beibringen können, die darin erforderlich ist. Dieses [[SchuldgefÜhl]] konkurriert daher auch unentwegt mit dem [[SelbstgefÜhl]], das jenseits der Familie möglich ist und dort zu einer ihr fremden ErfÜllung treibt (siehe hierzu auch [[Geltungsstreben]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gerade in der organischen Verbundenheit des werdenden [[Lebens]], besonders in der natürlichen [[Symbiose]] von Eltern und Kindern wirken die [[Formbestimmungen]] dieses [[Lebensraumes]] total, machen aus der körperlichen Symbiose eine [[psychische]], weil der Schutzraum dieser [[Lebensburg]] sich [[negativ]] gegen die Außenwelt behaupten muss und von daher eine politische Funktion in der Abschirmung der privaten Existenz gegen die gesellschaftliche hat. Von daher bildet sich in der Familie eine Subkultur, die als Grundform des Lebens selbst [[privat]] bestimmt erscheint und in dieser [[Selbstbehauptung]] die diesbezügliche [[Selbstbeziehung]] in der [[Selbstverwirklichung]] der Familienpersönlichkeiten gegen die rein [[objektiv]] vermittelt erscheinende [[Gesellschaft]] in der [[Psyche]] der Beteiligten sich als [[symbiotische Selbstbehauptung]] entfaltet und verwirklicht. Die [[objektiven Gefühle]] der Familie erscheinen daher unmittelbar selbst [[objektiv als Selbstgefühle]], die im Sinne eines [[Urvertrauens]] total sein müssen und dies nur sein können, wenn und soweit und wieweit sie dem [[Familiensinn]] psychisch entsprechen (siehe auch [[Psychokratie]]). Es ist der Sinn einer gesellschaftlich [[isolierten]] [[Notwendigkeit]] der [[Reproduktion]] des Leben überhaupt und enthält von daher gesellschaftliche Macht als unmittelbar persönliche [[Naturmacht]] der Generationen in dem hieraus [[formbestimmten]] [[Verhältnis]] zueinander.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Existenz einer kulturell unterworfenen Reproduktion geht auf in der [[Subjektivierung]] des [[Sachzwangs]] der bürgerlichen Gesellschaft zum Lebensprinzip ihrer [[Kultur]], Die objektive [[Bestimmtheit]] erscheint als [[Gemeinschaft]] menschlicher Bedürftigkeit, worin sie die Pflichten der bürgerlichen Existenz als Lebensverpflichtung aufnimmt und daraus die Dürftigkeit einer verkehrten Lebenserwartung im Glück menschlicher Lebensmomente erlebt. Gelingt deren Erfüllung, so kann die wirkliche Welt zur Nebensache werden und es vereinigen sich menschliche Bedürfnisse an der Leimstange ihrer bürgerlichen Verheißungen mit der Macht und Hoheit des unverwirklichten Lebens, dem [[Glauben]] an die Unendlichkeit eines in sich selbst beschränkten Glücks. Während sich die Älteren damit in dem Maß bescheiden müssen, wie ihre Vergangenheit ihre Gegenwart einholt, wird genau dies zum wesentlichen Problem der Jüngeren, weil die Welt die Hauptsache ihrer Zukunft sein muss.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Familie beziehen sich die Generationen aufeinander in ihren gegensätzlichen Lebensinteressen, die nirgendwo anders wirklich sein können. Je kleiner sie ist, desto totaler und ausschließlicher vereinigt sich dieser Gegensatz im Verhältnis der Entgegnungen. Sie ist der rückbezogene Lebensraum eines gesellschaftlich ausgeschlossenen Lebens, der Rückzugsraum der darin geborgenen Gattung, die [[Lebensburg]] einer Gesellschaft, die für sich die Lebensform zerteilter Beziehungen ist, die sich in ihren Verhältnissen ausschließen und von daher von ihrer [[Geschichte]], von der Vergangenheit ihrer Entstehungsgeschichte selbst beherrscht sind. In der Familie herrscht das Entschiedene in der Abscheidung und wird darin zu einer Lebensform ausschließlicher Sinnlichkeit, die durch den Ausschluss ihrer gesellschaftlichen Bezogenheit in sich selbst herrscht, also eine Burg der [[Selbstbeherrschung]] sein muss.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Familie müssen die Menschen [[ausschließlich]] ihr ausgeschlossenes [[Leben]] beherrschen. Sie befinden sich in einem Verhältnis, worin ein jeder [[notwendiges]] Objekt des anderen ist und als Subjekt zugleich hierdurch seine eigene [[Not]] wendet. Er ist damit also selbst in einem [[Besitz]]verhältnis, das die [[Subjekte]] sich [[objektiv]] unterwirft, die sich in dieser Unterwerfung zugleich ausschließlich [[subjektiv]] erscheinen. So entsprechen sie nicht nur objektiv, sondern auch subjektiv den [[Formbestimmungen]] der [[bürgerlichen Gesellschaft]], worin und wodurch die Menschen zugleich [[allgemein]] objektiv nicht nur durch ihren [[Besitz]] bzw. ihre Besitzlosigkeit, sondern zugleich auch selbst durch das Verhältnis ihrer Sachen als Kulturverhältnis der Personen bestimmt sind (siehe [[Warenfetischismus]]). Die [[Verkehrungen]] dieser Gesellschaft treten in der Familie als eine sich selbst verkehrende [[Beziehung]] der Menschen zur Persönlichkeit ihres gesellschaftlichen Lebensraumes auf und lassen diese als selbständiges Privatwesen erscheinen, das sich in seinem familiären Haushalt vollständig, sowohl existenziell wie kulturell als Subjekt seiner Geschichte, als Schmied seines Glücks verstehen kann, während es objektiv vollzieht, was zur Reproduktion des Menschseins - körperlich, psychisch wie auch kulturell in dieser Welt nötig ist. Die Existenz einer kulturell unterworfenen Reproduktion geht auf in der [[Subjektivierung]] des [[Sachzwangs]] der bürgerlichen Gesellschaft zum Lebensprinzip ihrer [[Kultur]], Die objektive [[Bestimmtheit]] erscheint als [[Gemeinschaft]] menschlicher Bedürftigkeit, worin sie die Pflichten der bürgerlichen Existenz als Lebensverpflichtung aufnimmt und daraus die Dürftigkeit einer verkehrten Lebenserwartung im Glück menschlicher Lebensmomente abfeiern kann. Gelingt deren Erfüllung, so wird die wirkliche Welt zur Nebensache und es verkleben sich menschliche Bedürfnisse an der Leimstange ihrer bürgerlichen Verheißungen mit der Macht und Hoheit des unverwirklichten Lebens, dem [[Glauben]] an die Unendlichkeit eines sich selbst beschränkenden Glücks. Während sich die Älteren damit in dem Maß bescheiden, wie ihre Vergangenheit ihre Gegenwart einholt, wird genau dies zum wesentlichen Problem der Jüngeren, weil die Welt die Hauptsache ihrer Zukunft sein muss.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Gattungsleben erscheint in der Form einer familiären Gemeinschaft als das ganz große Glück in der ganz kleinen Welt einer monströsen Wirklichkeit, in der Lebensenge einer Kleinfamilie, worin ein ungeheuerlicher Aufwand betrieben und geleistet werden muss, um im Kleinen wirklich außerordentlich Großes zu bewältigen. Doch gerade dadurch ist den Menschen ein Verhältnis auferlegt, in dem im einzelnen glücklich sein oder Glück bringen soll, was gesellschaftlich nicht wirklich wahr sein kann: Ein unmittelbar menschliches Leben. Und dieses ist wesentlich von einer gesellschaftlichen Lebensaufgabe bestimmt, die das Verhältnis des Lebens vor allem zwischen Pflicht und Schuld bewegt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist eine gewaltige Leistung, eine Familie zu erhalten, Kinder zu erziehen und das Verhältnis der Generationen und Geschlechter als privat heraus gesetztes Leben zu formatieren und als ausschließliche Lebensform durchzuhalten. Es ist eine übergroße gesellschaftliche Aufgabe, die da eine kleine Gemeinschaft zu bewältigen hat. Familie ist im Grunde unwirtschaftlich, von daher ohne wirklichen Nutzen für sich, aber voller Sinn. Sie vollzieht ganz lebenspraktisch den Widerspruch von Sinn und Nutzen und macht ihn für sich fest als Familiensinn.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nirgendwo sind sich die Menschen so nah und müssen füreinander soviel sein, was sie nicht sein können, was sie sich also gegenseitig vormachen müssen, um auch menschlich zu sein. Es herrscht in dieser Lebensform ein Verhältnis, worin sich die Scheinbarkeit ihrer Persönlichkeit selbst ermächtigen und substanziell &#039;&#039;füttern&#039;&#039; muss, während sie objektiv ganz und vollständig den Lebensnotwendigkeiten folgt, denen sie unterworfen bleibt. Erst wenn sich dies in den Menschen selbst ausgestaltet, erst wenn sie also aus der Familie heraustreten, erleiden sie an sich selbst die Scheinbarkeit ihres familiären Zusammenhalts und es treibt sich dieser in seiner [[Verrücktheit]] aus ihnen hervor. Sie erleiden in ihrer Wahrnehmung die bloße [[Abwesenheit]] der [[Selbstgefühle]], an die sie sich [[gewöhnt]] und die sie sich angewöhnt haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der [[burgerlichen]] Kultur ist die Familie der [[Wohnraum]] von [[Verhältnissen]], in denen gesellschaftliche Grundlagen sich zur [[Gewohnheit]] einer Privatform von Selbstbegründungen verkehren. Mann und Frau und Kind erkennen einander darin nicht als gesellschaftlich verkehrende Menschen, sondern als [[Gemeinschaft]] ihrer privaten [[Verkehrung]], als Rückbezüglichkeit und Zurückziehung des Lebens, das in der wirklichen [[Gesellschaft]] untergeht, als [[Lebensburg]] einer [[Gemeinschaft]], welche [[Leben]] und [[Liebe]] einfordert, weil diese in ihr nicht wirklich aufgehen kann. Familie wird hierdurch zum [[Lebensraum]] einer [[Liebes]]- und Lebensschuld, einer gesellschaftlichen Rückbildung, in welcher sich deren Mängel als Triumph persönlicher [[Macht]] und Selbstgestaltung formieren, auch wenn diese nur auf [[Schuldgefühlen]] gründet, auf der [[Ohnmacht]] des familiarisierten [[Lebens]]. Sie ist das organisierte Geschlechtsverhältnis von [[Privatpersonen]], das auf der [[gewöhnlichen]] [[Anwesenheit]] der [[Geschlechter]] und [[Generationen]] in einem [[gemeinschaftlichen]] [[Lebensraum]] beruht, der auch gegen die Einwirkungen der Öffentlichkeit Schutzraum bietet und sich wie die [[Lebensburg]] einer Eigenwelt gegen die Anmaßungen einer hiergegen [[fremd]] erscheinenden [[Gesellschaft]] verhält.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Lebensform macht die Reproduktionsform des Geschlechtsverhältnis als Generationenverhältnis aus und [[bestimmt]] die Existenzform der individualisierten [[Reproduktion]] eines gesellschaftlichen [[Lebensverhältnisses]] zu einem [[ausschließlichen]] Verhältnis eines [[isolierten]] [[Gattungswesens]]. Als dessen [[Privatform]] entfaltet es sich zur Haushaltungsform eines [[Familiensinns]], der vor allem die darin [[isolierte]] [[Liebe]]sbeziehung und ihre [[psychische]] [[Substanz]] bestimmt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Familie ist das [[Zwischenmenschliche]] jenseits seiner äußeren [[Bestimmtheit]] vereint zu einem Menschsein zwischen allem Menschlichen. Zwischenmenschliche [[Liebe]], die sich zwischen den Menschen in ihrer reflektierten Form als [[Psyche]] zu gegensinnigen Charakteren entwickelt hatte, wird nun zu einer Lebensform selbst. Es kommen sich darin die Menschen aus ihrer Liebesnot heraus [[geborgen]] vor, als geborgenes [[Leben]] (siehe [[Lebensbergung]]), das seinen [[Sinn]] in dessen [[Notwendigkeiten]] nun [[erlebt]] und [[leidet]] und von daher auf sein Menschsein überhaupt zurückkommt, wie gebrochen dieses auch in seiner [[Gesellschaft]] existieren mag. Doch es ist ein Menschsein, das seine [[Gegenwärtigkeit]] zunehmend aufgeben muss, um seiner Existenzform genügen zu können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die widersprüchliche Bestimmtheit der [[zwischenmenschlichen Verhältnisse]] erscheinen in der Familie aufgehoben in reale Gegensätze von Mann, Frau und Kind. Diese müssen daher auch subjektiv das austragen, was ihnen objektiv in diesem kleinen [[Lebensraum]] zugetragen ist und sich zutragen wird. Besonders die Kinder erfahren ihre objektive Lebensbedingung in den elterlichen Subjekten des Familienlebens, und Mann und Frau müssen ihre Beziehungen nun auch objektiv in einer [[Ehe]], im Bündnis verselbständigter Geschlechtsrollen, in der Selbständigkeit von [[Mann]] als Mann und [[Frau]] als Frau bewältigen. Die Kinder selbst sind unterschiedlich vor allem aus der Reihenfolge ihrer Geburt bestimmt; das Erstgeborene im Ganzen der Ehe, das letztgeborene hiervon befreit. In dieser Folge teilt sich die Form der Familie als Verhältnisform von [[Privatpersonen]] mit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;Daß der bürgerliche Staat sein besonderes Augenmerk auf die Familie richtet, liegt aber vor allem daran, daß diese der einzige Garant für bürgerliche Identität ist. In dem Maß, wie der öffentliche Umgang, wie die allgemeinen Lebens- und Produktionsverhältnisse verrohen, muß eben die Stätte, worin sich die Menschen noch als Mensch zu begegnen scheinen, besonders geschützt werden. Gerade wo die gesellschaftliche Öffentlichkeit zunehmend und sichtbar unangemessen für menschliche Lebenszusammenhänge wird, da muß der Staat auf den individualisierten Menschen zurückgreifen. Wo es keine gesellschaftliche Öffentlichkeit gibt, da hat das Familienleben Hochkonjunktur. Der Gegensatz von Privatheit und Öffentlichkeit, wie er schon in der bürgerlichen Produktionsweise angelegt ist, entwickelt sich erst dann zum absoluten Gegensatz, wenn das öffentliche Leben keinen Sinn mehr hat, wenn also das Geldverhältnis einziges öffentliches Verhältnis geworden ist (d.h. wenn eine Nation vollständig zum Geldbesitzer, zum Imperialisten geworden ist). In einer solchen Nation ist der Mensch absolut für sich und lebt auch dem Zwang zu seiner Lebenserhaltung gegenüber unangemessen, wenn er keine Familie hat. Dies ist der bürgerlichen Familie als ihre Existenzbedingung vorausgesetzt. Da sie für sich aber unmittelbare Lebensgemeinschaft ist, läßt sich darin gerade diese Welt ertragen, wenn und solange die in der Lage ist, die materiellen Lebensgrundlagen für familiäres Leben bereitzustellen; - und dies ist ja eben in solchen Nationen gegeben. So bleibt auch eine für das menschliche Leben absurde, d. h. sinnwidrige Gesellschaft über ihre eigene Bodenlosigkeit hinaus »gesellschaftsfähig«.&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;Die bürgerliche Familie ist für den Zusammenhalt der bürgerlichen Gesellschaft vor allem deshalb unabdingbar, weil in ihr das gesellschaftliche Leben als unmittelbar menschliches Leben erscheint und daher durch sie das familiäre Leben als unmittelbar gesellschaftliches Leben behauptet werden kann. Die Gesellschaft, welche die Menschen durch ihr Zusammenwirken erst erzeugen, gilt hier als die Bedingung ihres Lebens, als Voraussetzung ihres Tuns, als natürliche Gewalt, die schon in ihr Verhalten einwirkt, bevor es verwirklicht ist. Durch die Familie wird eine Naturgemeinschaft gesetzt, die dem einzelnen auch die einzige Gesellschaft ist. Hierdurch aber ist die Gesellschaft bereits per Geburt in jedem einzelnen, bevor er seine Gesellschaft erzeugen kann, und zugleich ist die Gesellschaft außerhalb von jedem einzelnen, bevor er überhaupt darin sein kann. Das heißt: Gesellschaft wird so zum unmittelbaren, also mittellosen Zusammensein von Menschen herabgesetzt und zum unbefragbaren, unabänderlichen menschlichen Lebensprinzip, also zur mächtigen Allgemeinheit über den einzelnen Menschen, sein Leben und Bewußtsein. [[(Pfreundschuh in Was heißt da: Psychisch krank? - Teil 4: Von der Welt der Person zur Persönlichkeit)]]&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Historisch ist die Familie das Produkt einer [[Liebe]], die zu einem Lebensversprechen unter der [[Bedingung]] geworden ist, die [[Existenz]] des [[Lebens]] gemeinsam zu meistern. Sie ist damit eine Lebensform von [[Liebe]] und zugleich die Lebensform der [[Reproduktion]], die als natürlichster und ursprünglichster Lebenszusammenhang der einzelnen und gemeinschaftlichen Existenz erscheint, als Reproduktionsform der Gattung Mensch schlechthin, wie er einzeln und zugleich allgemein leibt und lebt und [[Raum]] und [[Körper]] hat und mit alledem [[wohnt]]. In der Familie verhalten sich die Menschen als eine Einheit der Lebensgewohnheiten, die ihren Widerstreit der Notwendigkeit des Existierens in gemeinsamem Haushalt und Wohnraum aufgehoben haben, weil sie um ihr [[Leben]] besorgt sind, weil sie also bestimmt sind durch bestehende Lebensverhältnisse, die besorgt werden müssen und sich in dieser Besorgung selbst füreinander bestimmt wissen müssen. Soweit diese Besorgung in dieser Gemeinschaft gelingt, sind darin die Lebensbedingungen auch wirklich aufgehoben und können als Liebesglück der Familienmitglieder fortbestehen und dieses kann sich solange auch als aufgehobene Bedingtheit, also unbedingt erscheinen. Dieses macht die gemeine Gewissheit der Menschen darin aus und deshalb erscheinen sie im [[Ganzen]] ihres Lebens bestimmt und zugleich bestimmend füreinander, geworden aus diesem und Leben erzeugend, wie es ihnen in ihrem [[Empfinden]] und [[Fühlen]] gegeben ist. Ihre [[Selbstwahrnehmungen]] sind somit die ausschließlichen [[Wahrnehmungen]] ihres Lebens.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Familie wird das Leben zur Begebenheit und zur [[Gegebenheit]]. Darin ist alles, was Leben und Lieben sein kann und sein soll familiär: Lebenspflicht und Lebensschuld. Die Lebensschuld macht die Bestimmung des Familienlebens und des Familiensinns aus, ist ihr Begriff, die Formbestimmung allen Lebens darin. Er bemisst was ist an dem, was Leben sein soll, das entsteht und vergeht, ohne sein zu können was es ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hierdurch ist alles zugleich [[objektiv]] bestimmt, wie [[subjektiv]] es auch entstanden sein mag und besteht, denn die Gattung und Begattung ist darin ganz allgemein für sich und einzeln wie ein [[Ganzes]] ihres Verhältnisses: Der Raum ist Lebensraum schlechthin, der Körper Sinnlichkeit schlechthin und die Wohnung wird zur Gewohnheit, zur Lebensform schlechthin, die sich weder teilen noch mitteilen noch wirklich auseinandersetzen lässt, ohne dass damit die Familie als [[Ganzes]] bedroht wäre. In der Familie sind ja auch tatsächlich alle [[Beziehungen]] unausweichlich, alle Tätigkeiten [[notwendig]], alle Lebensplanungen und Verständigungen [[absolut]] - eben weil sie eine bestimmte Gesellschaftsform ist und einer bestimmten Gesellschaftsform angehört, in der Liebe und Reproduktion als ausschließliche und ausschließende Individualität, als Privatexistenz jenseits der gesellschaftlichen [[Produktion]] und der [[Menschenliebe]] zur [[Isolation]] ihres Lebensprozesses bestimmt sind. Als diese ausgeschlossene Einheit ist die Familie ein geschlossenes FÜrsorgesystem, das sich aus der Liebe und den Grundbedürfnissen der Menschen nach Leben und Überleben begründet und als Verpflichtung für das Leben und die Liebe gestaltet. Indem sich die Menschen als Subjekte ihrer Pflicht dadurch erscheinen, dass sie ihnen natürlich wie ein Gattungsverhältnis vorkommt, wird ihre Liebe darin notwendig pflichtschuldig, objektiv verpflichtet und selbst objektiv. Es ist die [[Subjektivität]] einer [[heilen Welt]], die nur durch Bindung an ihr Heil, an das [[Ganze]], ihre innersten [[Widersprüche]] und [[Zweifel]] überstehen kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber die Familie bietet hierdurch auch die Einheit objektivierter Subjekte, die sich nur in dieser Lebensform aus der Entzweiung von [[Empfindung]] und [[Gefühle]] befreien können. Sie empfinden sich, wie sie sich fühlen, solange sie noch unter dieser Bedingung subjektiv sein können, solange sie also noch als Menschen einander wahrnehmbar sind. Hierdurch ist Familie zumindest und zuerst eine Welt voller Trost gegen jene &#039;&#039;kalte Welt&#039;&#039; der Sachzwänge, eine Lebensgemeinschaft, die in ihrer Familie ihre [[Liebe]] verwirklicht und sich selbst in keinem Widerspruch zu ihrer Liebespflicht sehen muss. Sie wird erst zum Horror, wenn sie jede Subjektivität verloren hat und Existenzzwänge als persönliches [[Schuld]]- und Beschuldigungsverhältnis wie ein Gattungsproblem ihrer Liebe ausgetragen werden. Darin entpuppen sich die Beziehungen in der Familie als [[prothetische Beziehungen]] einer mächtigen [[Scheinwelt]] und es tritt hervor, dass Gefühle in der Familie nur pflichtschuldig empfunden werden können und dies ihre Einheit ausmacht, dass also auch empfunden wird, was gefühlt und verspürt werden muss, weil die Lebensbesorgung sich darin eint, dass beides sonst verworfen wäre. Empfunden wird, was gefühlt werden muss, weil die Familienmitglieder sich darin wahrhaben, Objekte sind von dem, wofür sie wahrgenommen werden. Darin entwickeln sich objektive Selbstwahrnehmungen. Das [[Selbstgefühl]] wird für sich zu einer moralischen Integrität, zu einem [[objektiven Selbstgefühl]], das mit der Lebensverpflichtung aufkommt, also letztlich [[Symbiose]], die Vergemeinschaftung einer objektiv bestimmten Liebes- und Lebensbeziehung, ein Machtgefühl des integren Familiar ist: Die gute Mutter, der gute Vater, das gute Kind, der gute Mensch. Von daher ist die Familie das Lebensverhältnis, worin die bürgerliche Kultur ihre Güte hat. Je kleiner sie ist, desto unbeschadeter ist diese Position. Die Kraft der Güte besteht aus verbrauchtem [[Leben]] und zehrt alleine aus verwirklichter Lebenspflicht. Sie ist von daher die Basis [[reaktionärer]] Prozesse in der Kultur, die Familie zur &#039;&#039;Keimzelle des Staates&#039;&#039; machen (siehe [[Kulturstaat]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Gesellschaften, in denen die Reproduktion der Menschen tatsächlich durch unmittelbaren Zusammenschluss der Generationen und Geschlechter nur möglich ist, also eigentlich Stammesgesellschaften, wird Familie als einzig tragfähige Gesellschaftsform hingenommen für alle Belange, die Gesellschaft ausmacht: Schutz vor Gewalt, Arbeit, Bildung, Gesundheit, Soziales usw.. Wo Gelderwerb in diesen Strukturen lebensnotwendig wird, werden solche Familien aber auch schnell zu einem [[Ausbeutung]]sverhältnis (Kinderarbeit, Frauenversklavung) für fremde Interessen. In der Dritten Welt ist bis heute die Anzahl der Kinder lebensentscheidend, da sie den Rückhalt der Ausbeutungsverhältnisse ausmachen - bis hin zur Kinderprostitution.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber selbst wenn eine Gesellschaft in der Lage ist, die Aufgaben des Schutzes und Erhalts der Privatexistenz zu sichern, wird Familie doch auch als [[Lebensraum]] für urtümliche Belange der Reproduktion, Arbeitsteilung, Haushalt und Zeugung von &#039;&#039;Nachkommen&#039;&#039; angesehen - und wenn auch nur als sittlich (als Vermittlung allgemein geforderte Werte) oder ästhetisch (die ausgezeichnete, besonders [[schöne und gute]] Form der [[Zwischenmenschlichkeit]]) oder hygienisch (&#039;&#039;geregeltes Geschlechtsverhältnis&#039;&#039;) vorteilhafte Lebensform. Immerhin hat sie im Unterschied zu nur spontanen und willkürlich wechselnden Liebesbeziehungen einer [[Konsumkultur]] eine notwendige Verbindlichkeit der Verbundenheiten und fördert zunächst deren Durchsichtigkeit und wechselseitig notwendige [[Achtung]], wenngleich dies nicht unbedingt [[wirkliche]] Achtung sein muss, die Selbstachtung sogar hintergehen kann, wenn diese der reinen Beachtung des [[Familiensinns]] unterworfen ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tatsächlich gelingt ein Achtungsverhältnis am ehesten als größere Familie, weil darin die Wechselwirkungen der Menschen auch noch [[Wirklichkeit]] hat. Zu einem ausschließlich [[seelischen]] Verhältnis wird sie erst, wo diese Verwirklichung menschlicher Beziehungen als [[zwischenmenschliche Beziehung]] nicht mehr möglich ist. Je kleiner der [[Privat]]raum dieser [[Beziehung]], desto größer wird seine seelische Selbständigkeit, die Lust und Gewalt der beseelten Drei- oder Zweisamkeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber auch allgemein und unter der Bedingung, dass ein hinreichend großes und geregeltes Einkommen an [[Geld]] oder [[Geldbesitz]] besteht (siehe hierzu besonders die [[Dienstleistungsgesellschaft]]), ist Familie die Lebensform, worin die Lebensgefühle voraussetzungslos erscheinen können und selbstverständlich sind oder sein sollen, der Raum für [[Selbstgefühl]], welches eine gemeinschaftliche Welt bildet, die sie als [[Familiensinn]] zusammenhält oder zusammenhalten soll. In der Familie können sich die Menschen als unmittelbare Menschen erscheinen, sich aus dem gesellschaftlichen Leben zurückziehen und dem Druck der Existenz ausweichen, solange das Geld für den Haushalt reicht und solange sie als Lebenswelt funktioniert und [[Kultur]] hat. Für das bürgerliche [[Individuum]], das in der gesellschaftlichen Welt sich weitgehend in [[Konkurrenz]] befindet und sich existentiell und emotional bedroht sieht, ist hier meist der einzige Raum für seine wesentlich menschlichen Beziehungen. Zur Abwendung der bedrohlichen Fremdheit der Welt ist Familie der Lebensraum schlechthin. Diese Ausschließlichkeit entwickelt einen [[Familiensinn]], zugleich aber auch eine Art [[ästhetische]] Weltfremdheit, also eine [[Entfremdung]] der LebensgefÜhle von der Welt, weil darin die zwischenmenschlichen GefÜhle ihren [[Empfindungen]] vorausgesetzt sind und zugleich als Lebensbedingung empfunden werden. Es entsteht hieraus eine Art Verhältnisschwachsinn zu wirklichen sozialen [[Beziehungen]] und den wirklichen [[Dingen]] und vor allem den [[Bedingungen]] einer Lebens[[gewissheit]]. Es verbleibt eine in den GefÜhlen gedoppelte Empfindungswelt, die eine [[symbiotische Selbstbehauptung]] bestärkt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese GefÜhle gehen zwar in das Familienleben ein, sind ihm aber in Wahrheit schon vorausgesetzt und werden meist von den Eltern betrieben und umsorgt. Aber sie bewahren sich darin nicht als Grundlage der Verhältnisse und als darauf gründende Stellung der Menschen und Generationen zueinander, sondern als recht eigentliche und [[eigentümliche]] Gefühlswelt, die sich als Weltersatz einstellt. Durch das Gefühl unmittelbarer Eigentlichkeit wird das Bewohnte zur [[Gewohnheit]] und die Entfremdung von Familie und Welt solange ausgeglichen, solange darin [[Liebe]] fortbestehen kann, die hierdurch allerdings keine wirkliche, sondern übersinnliche [[Identität]] haben muss. Diese Liebesgewohnheiten haben daher ihren Eigensinn auch als Eigendünkel gegenüber der Welt. Und so macht sich in der sonstigen Lebenswelt die Weltfremdheit der Familie als eine Liebe geltend, die ihren Sinn durch die Aufgaben der Familie hat, besonders der Fürsorge für eine Reproduktion des privatisierten Menschen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von daher ist die Familie eine Leidensgemeinschaft für ein [[Leiden]], dessen Grund sich fremd ist: Entfremdetes Leiden. Es ist nicht mehr der [[Sinn]] für [[Tätigkeit]], sondern beseelter [[Schmerz]] des Welt[[erlebens]]. Darin wird die Ohnmacht des Individuums gegenüber seinen wirklichen gesellschaftlichen Zusammenhängen zur Liebesmacht vertrauter [[Anwesenheiten]] gewendet. Dies verlangt lediglich, dass die beteiligten Menschen das Verhältnis zu sich selbst finden, dass sie ihre Selbstaufgabe gegenüber einer solchen [[Macht]] als [[Glück]] oder zumindest als seelische [[Notwendigkeit]] empfinden. Es wird ihnen leicht gemacht, wenn die Familie ihr Fürsorgesystem mit Liebe zustopfen kann und solange dieses Verhältnis nicht als Gefühlsverhältnis zum Platzen kommt. Zwangsläufig wird es als permanente Forderung des ganzen familiären Lebenszusammenhangs gegen den einzelnen wirksam sein, als [[Schuldgefühl]] in das [[Selbstgefühl]] wie ein [[objektives Gefühl]] eindringen. Meist sind die Kinder die Träger desselben, wie sie auch die unmittelbare [[Wahrheit]] des Familienlebens am ehesten ausdrücken können - zunächst als Glück für die Eltern, später als Leid.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der kulturellen Abtrennung von ihrer [[Gesellschaft]] ([[bürgerliche Kultur]]) wird die Familie zu einer [[Scheinwelt]], zur Lebenswelt des unmittelbar scheinenden Menschen, dem Menschen, wie er sich ohne äußere Bedingung fühlen kann, soweit er sich hierbei auch als Mensch zu reproduzieren versteht. Bestätigt und gewährleistet ist sie alleine aus der gesellschaftlichen Unmöglichkeit, menschliches Leben wirklich, also mit Wirkung darzustellen, zu bestätigen und weiter zu bringen. Die Rückbeziehung auf sich in dieser Abtrennung vom gesellschaftlichen Leben macht das Leben der Individuen in einer Familie zu einer Gesellschaft, die sich auf der Begründung ihres Zusammenhalts zu einer individuellen Menschenwelt entwickelt, die sich in einer wechselseitigen Anmaßung an das [[Leben]] der anderen beteiligten Menschen verhält, als Einforderung des Menschseins, wie es sich in seiner [[isolierten]] Form bewährt, [[Identität]] der Scheinwelt überhaupt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So kann Familie in der [[bürgerlichen Gesellschaft]] als Selbstrettung funktionieren, als [[Lebensburg]] und Bunker von Menschen, die sich gegenseitig als [[Lebensbedingung]] [[wahrhaben]], als unbedingte Bedingungslosigkeit ihres [[Lebens]], als Hort ihrer vergemeinschafteten Weltfremdheit. Sie überfordern sich dabei zwangsläufig, weil alle menschlichen [[Wirkungen]] und also auch ihre [[zwischenmenschliche Verhältnismäßigkeit]] darin nicht vollzogen werden kann, ohne sich in der außerfamiliären Welt Lebensinhalt zu holen. Für sich kann das Leben in der Familie keinen anderen Sinn verwirklichen, als die Menschen darin durch sich schon haben. Jede wirkliche Entwicklung eines Menschen muss also auch das Gemäuer der Lebensstruktur Familie sprengen. Um dem Zusammenbruch des geschützten und abgetrennten Lebensraums zu entgehen, bildet sich in der familiären Beziehung daher ein [[Familiensinn]], der meist von den Älteren gesetzt wird und sich als Lebensaufgabe versteht, als hintergründige [[Selbstentfremdung]] der Kinder, die zugleich von der Liebe der Eltern getragen wird. Umgekehrt bestimmen die Kinder die Lebensaufgabe der Eltern als natürlich gestellte Existenzaufgabe, als Existenzbewältigung in Fürsorge und Erziehung. So bestimmt und regelt der Familiensinn ohne wirklich in Erscheinung zu treten alle Beziehungen und deutet die Bezogenheit und ihre Beschränkung auch substanziell aus. In solchen Bedeutungen gelten sich die Menschen gleichwohl als [[Sache]] wie [[Mensch]], als Forderung, in der Sachlichkeit ihrer [[Liebe]] mit anderen Mensch zu sein. Hierdurch hat ihre [[Identität]] keinen unmittelbaren [[Sinn]] und sie fühlen sich vor allem ihrem eigenen Leben gegenüber schuldig ([[Schuldgefühl]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schuld impliziert jenes Sein der Gefühle, welche die Familie Zusammenhalten, und seien sie noch so verschroben. Sie sind der Kitt des Lebensraumes, wie auch die Basis individueller Identität, mit der die Familienmenschen in die Welt treten. In diesen Gefühlen ist aller Übersinn bewahrt, den das Familienleben hervorgebracht hat und bewährt, weil er darin funktioniert hat. Daher funktionieren auch die Gefühle und sind in ihrer Funktion Bestandteil des [[Gedächtnisses]], mit welchem die Menschen ihre Beziehungen erinnern und vergegenwärtigen. Sie funktionieren so objektiv wie eine Klimaanlage, bestimmen die Launen und Stimmungen, die Lebensgeister und Todesahnungen. Die Familie insgesamt funktioniert nur durch sie. Von da her ist die Familie - wie klein oder groß sie ist - nicht nur die Geburtsstätte der Kinder, sondern auch der [[objektiven Gefühle]]. Das sind Gefühle, die sich gegen die Subjekte, die sie hervorgebracht hatten, verselbständigt haben. Je kleiner die Familie, desto ausschließlicher (weil ausgeschlossener) ist ihre Funktion. Ob die Menschen sie durch wirklich eigene [[Gefühle]] durchbrechen können, hängt davon ab, wie weit sie von den Beziehungen der Familie abrücken können ohne [[verrückt]] zu werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Familie ist als sich fortbestimmende [[Lebensburg]] die Rückbeziehung der Generationen in die Verstrickung ihres Werdens: Familie gebiert Familie ohne anderes Sein. Darin verlieren die Generationen das Verhältnis zu sich: Unter sich sind sie nur relativ zu ihrer Herkunft, niemals reif durch sich, sondern nur in der [[Selbstverleugnung]]. Aber solche Generationen, die sich selbst verleugnen müssen, weil sie in der Familie mit ihrem ganzen Leben aufgehen, können ihre [[Geschichte]] nicht selbst begründen. In der [[Erziehung]] ihrer Kinder pflanzen sie fort, wozu sie gezogen waren und unendlich hingezogen sind: Zur Selbstbehütung. Im Verhältnis von Selbstverleugnung und Selbstbehütung hat das BÜrgertum daher auch seine Lebenseinfalt und bewahrt sich vor dem [[Unheimlichen]], was es in seinem Heim entwickelt:[[Angst vor dem Leben]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der bürgerlichen Gesellschaft gilt die Familie von ihrem politischen Wesen her immer noch als die &#039;&#039;Keimzelle der Gesellschaft&#039;&#039;, der Kern eines gesunden Lebens mit der Gewähr heilsamer Strukturen als Bedingung für Erziehung und &#039;&#039;Sexualhygiene&#039;&#039;. Dies betrifft insgesamt auch ihre Existenzform als Haushaltsform der Reproduktion von individualisierten Menschen. Es ist der Lebensraum der bürgerlichen Persönlichkeit, worin sie ihre unmittelbare menschliche Beziehung als Gemeinschaft von Selbstbezogenheit hat. Schon als Lebensraum für mehr als zwei Generationen reicht sie nicht mehr hin, weil die Reproduktionskosten der Menschen (das [[variable Kapital]]) so minimalisiert worden sind, dass das Vermögen nicht für die entsprechenden Kosten (besonders Miete, Pflege, Freizeit eines der Lebenspartner) hinreichen würde und somit viel Familienarbeit den billig kalkulierten und hoch rationalisierten staatlichen oder Gemeindeeinrichtungen überlassen werden müssen. Aber auch kulturell steht ein ausgebreiteter Individualismus der Verständigung und Beziehung mehrerer Generationen entgegen. Die Kleinfamilie und Kleinstfamilie (Alleinerziehende) ist ökonomisches und kulturelles Resultat der Abtrennung (Isolation) der Menschen, Geschlechter und der Bevölkerung (z.B. im Gemeinwesen, der Kommunen) von ihrem Gemeinwesen in den reichen Ländern (siehe [[Geldbesitz]]). Die letzten existenziellen Brücken in gemeinschaftlicher Arbeit (z.B. Landarbeit oder Familienbetriebe) sind ökonomisch nicht mehr oder selten tragbar. Sie sind weitgehend von existenziellen Bestimmungen gelöst und bestehen weitgehend nur noch als [[zwischenmenschliche Beziehungen]]. Dies zeigt einen Zustand, in welchem ein großes [[Geld]]vermögen gesellschaftlich existiert (als [[konstantes Kapital]] in Technologie-Ländern), dem ein relativ geringer Lebensstandard im durchschnittlichen Kleinhaushalt ([[variables Kapital]]) gegenübersteht (Mieten gehören hier nicht dazu, soweit sie die Wertlage der Bevölkerungskonzentration wiedergeben). Es ist der Zustand einer hochentwickelten [[Profitrate]], die äußerst [[krise]]nanfällig ist.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Wolfram</name></author>
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