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	<title>Glaube - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in kulturkritik</subtitle>
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		<title>Python: Automatischer Import aus TXT</title>
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		<updated>2025-11-04T18:48:51Z</updated>

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		<title>Python: Automatischer Import aus TXT</title>
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		<updated>2025-11-02T16:28:40Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Automatischer Import aus TXT&lt;/p&gt;
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		<title>Python: Automatischer Import</title>
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		<updated>2025-05-07T21:38:47Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Automatischer Import&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;&amp;quot;[Die kritischen Philosophen] unterscheiden sich in der Art, wie sie die nach ihrer Ansicht so unter der Macht ihrer eigenen fixen Gedanken seufzende Menschenwelt erlösen wollen; sie unterscheiden sich in dem, was sie für fixe Gedanken erklären; sie stimmen überein in dem Glauben dieser Gedankenherrschaft, sie stimmen überein in dem Glauben, daß ihr kritischer Denkakt den Untergang des Bestehenden herbeiführen müsse, sei es nun, daß sie ihre isolierte Denktätigkeit für zureichender halten oder das allgemeine Bewußtsein erobern wollen.&amp;quot; [[(MEW 3, S. 14)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Glaube ist die Überantwortung des Ungewissen an die [[Unwirklichkeit]] einer [[Macht]], die Unterwerfung an eine w[[übermenschlich]] [[begründeten]] Instanz verlangt (siehe hierzu [[Religion]]). Doch der [[Glaube]] taugt nur zur [[Moral]]. Und die kann nur in ihrem Recht von und durch sich, in [[Selbstgerechtigkeit]] aufgehen. Dieses aber verlangt im Streit um seine [[Wahrheit]] nach [[Wissen]] und kann nur über dessen Inhalte, über das [[Bewusstsein]] der Menschen als menschliches [[Bewusstsein]] überwunden werden. Ohne dieses haben schon die ursprünglichsten [[Philosophen]], die [[Sophisten]], zu ihrer [[Selbstbehauptung]] ihr [[Wissen]] nicht aus einander gesetzt und vereint, sondern es vor allem gegeneinander abgegrenzt. Die [[Wissenschaften]] entzweien sich seitdem immer wieder in dem, was sie für wahr halten, was als [[bewiesen]] gilt und was nur [[Tatsache]] für sie ist. Und gerne wird die [[Tatsache]] als bloßes Fakt selbst schon zum [[Beweis]] hergenommen, ihre &amp;quot;Empirie&amp;quot; als [[Erkenntnis]] verstanden (siehe hierzu [[Positivismus]]) und dementsprechend hiervon auch nur das hergenommen und ausgesucht, was sich hierfür [[nutzen]] lässt. So gilt die [[Wahrheit]] schon durch eine Wahrnehmungsidentität der Betrachtung, eben so, wie sie durch die Wahrnehmungsorgane und ihre Werkzeuge schon gegeben und [[gewiss]] sein soll.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Glaube ist das [[Selbstbewusstsein]] des [[Konsumenten]] einer übersinnlichen Begattung (siehe auch [[Gattung]]), dem gegeben ist, was er durch sich nicht [[wirklich]] [[erkennen]] kann, sich aber zu dem bekennen will, was wie &amp;quot;von Gott gegeben&amp;quot; [[erscheint]]. Er ist die Spekulation eines an und für sich [[religiösen]] [[Gefühls]] auf die ihm selbst [[mystisch]] verbliebenen [[Gegebenheiten]] seiner [[Existenz]] (siehe hierzu auch [[Existenzwert]]) und zugleich das Maß und [[Mittel]] seiner [[Selbstgerechtigkeit]] (siehe auch [[Moral]]), weil jeder Gläubige immer nur durch die [[Schuld]] der Anderen [[leben]] kann, der [[Gläubiger]] sich durch die [[Ohnmacht]] eines [[Schuldners]] begründet und erhält. Man glaubt an etwas, das nicht [[wirklich]] da, nicht [[anwesend]] ist, sich aber nötig gemacht hat, wo die eigene [[Notwendigkeit]] nur [[abstrakt]] sein kann, sich also nur durch einen [[Wert]] ihrer [[Sehnsucht]] verhält. Der Glaube verhält sich daher selbst nur abstrakt und sucht in seinen [[Interpretationen]] das [[Reine]] von dem, was der [[Wirklichkeit]] entzogen, wirklich abwesend ist und in ihrem Entzug selbst nur dadurch notwendig erscheint, weil es seinem Wesen entsprechend nicht da, also schon durch seine Wirklichkeit negiert ist. Er sucht das, an das man glauben kann oder glauben muss, um dessen [[Güte]] durch sich selbst verwirklicht zu finden, die sich gegen diese [[Wirklichkeit]] verhält und durch die ein Verhältnis in deren Verneinung möglich, also eine unmögliche [[Kritik]] an ihr ist und in [[Wahrheit]] auch unmöglich bleiben soll.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein [[Glaube]] begründet sich also nicht aus Ungewissheiten, sondern gegen sie. Er ist nicht irgendeine Vermutung, sondern ein [[Standpunkt]], der jenseits der wirklichen Probleme und [[Widersprüche]] begründet ist, - nicht von ungefähr, sondern als Entgegnung gegen ihre Gefahren und Nöte, als eine Entgegenständlichung, die in ihrer Ungegenständlichkeit entgegenwärtigt, Wirklichkeit gegenstandslos machen will, und von daher nur entwirklicht wirken kann (siehe [[Realabstraktion]]). Der Glaube bestärkt sich vor alllem durch die [[Wahrnehmung]], die sich selbst nicht mehr [[leiden]] kann und ihre [[Leidenschaft]] darin aufgehoben hat, dass sie ihre [[Neugierde]] aufgegeben hat und sich von daher auch nicht mehr für ihre [[Inhalte]] begeistern kann. Sie bestärkt sich auf der Erde durch Nichtigkeiten, durch die [[Nichtung]] ihrer [[Wahrheit]], durch die Erbsünde am Baum der [[Erkenntnis]], während sie in den Sphären des Himmels nach ihrem [[Heil]] sucht und entsprechendes [[Unheit]] stiftet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 Der Glaube versichert sich seiner selbst durch die bloße Behauptung eines außeren [[Wesens]], das allem zu innerst sein soll, das allem [[Sinn]] gibt, den es durch sich nicht haben kann und wodurch alles anders gilt, als es ist. Er bewirkt sich selbst durch diese Vertauschung des wirklich Wesentlichen, durch seine [[Täuschung]], durch die [[Verkehrung]] seiner [[Beziehungen]] und entspricht von daher auch [[Verhältnissen]], worin diese selbst schon verkehrt [[erscheinen]], von ihrem wesentlichen Gehalt [[getrennt]] und in ihrer [[Form]] hiervon bestimmt sind (siehe [[Formbestimmung]]). Glaube herrscht in der [[Ungewissheit]], indem er ihren [[Schmerz]] [[aufhebt]]. Er verlangt nach der [[Vorstellung]] von etwas, das [[wahr]] sein soll, etwas [[Ganzes]], das in sich und durch sich selbst schon [[heil]] ist, das also sich selbst [[Grund]] genug ist und weder [[Ursache]] noch [[Wirkung]] durch sich haben kann, weil es diese schon außer sich hat. Der Glaube findet sein Herz in den Hochgefühlen, welche den Menschen in einer herzlosen Welt [[Heil]] stiftet in den [[Selbstgefühlen]] einer [[entwirklichten]] [[Gesellschaft]], in der [[Gemeinschaft]] der Gläubigen. Diesen Gefühlen opfert er sein weltliches Herz, das in seinen Widersprüchen erstorben war. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Substanziell]] verstanden ist ein Glaube nicht nur ein Nichtwissen, sondern die [[Behauptung]] einer [[Wahrheit]], die man nicht wissen muss oder auch garnicht [[wissen]] kann (siehe auch [[Wissenschaft]]), eine höhere [[Wahrheit]], die höhere Einsicht verlangt und eher durch Erleuchtung zu [[erfahren]] ist, als durch [[Verstand]] und [[analytisches]] [[Denken]] (siehe auch [[Esoterik]]). Er ist eine [[Selbsttäuschung]]. Man glaubt an etwas, das nicht [[wirklich]] da, nicht [[anwesend]] ist, sich aber nötig gemacht hat, wo die eigene Notwendigkeit nur abstrakt sein kann, sich also nur durch ihre [[Sehnsucht]] verhält. Der Glaube verhält sich daher selbst nur abstrakt und sucht in seinen [[Interpretationen]] das [[Reine]] von dem, was der [[Wirklichkeit]] entzogen erscheint, sucht das, an das man glauben kann oder glauben muss, um dessen [[Güte]] verwirklicht zu finden, die sich gegen diese Wirklichkeit verhält und durch die ein Verhältnis in deren Verneinung möglich, also eine unmögliche [[Kritik]] an ihr ist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine [[Religion]] verschafft dem Glauben eine [[Heilserwartung]], die Erwartung einer Ganzheit im Jenseits der Wirklichkeit, das sich in ihr auf ewig verhält, also sich niemals in [[Zeit]] und [[Raum]] erweisen lässt, obwohl es als Antwort auf sie sein soll, sich als ein [[Heil]] anbietet, was nur im Heiligen existieren kann. Der Glaube ist ein Gedanke hinter der Gedankenform eines [[ästhetischen Willens]], der sich von der Welt im [[Ekel]] abgewendet hat, weil er sich im Zerfall verfallen fühlt und sich im Ritual seiner Liturgie Halt verleiht, in der [[Gewohnheit]] des Heiligen wahrnehmbar macht. Er verschafft damit eine &amp;quot;Seinsgewissheit&amp;quot;, die über alle Brüche und Gebrochenheiten hinweg zu einer [[Identität]] verhilft, die nur außer sich sein kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wo [[Geschichte]] nur durch [[Ereignisse]] begründet wahrgenommen wird, wird ihr Zusammenhang, ihre Ligatur durch einen Glauben, zum Beispiel in einer Re-Ligio gesucht. Er wird zur Grundlage ihrer [[Genealogie]] und beruht auf der Hoffnung, in ungewissen Verhältnis eine [[Gewissheit]] dadurch zu erlangen, dass ein Subjekt einen höheren Sinn in einer zweifelsfreien Identität durch die [[Vorstellung]] findet oder erfindet, die zugleich über alle [[Zweifel]] erhaben ist (siehe auch [[Wahrheit]]), sei es als [[Gott]] (siehe [[Religion]]), als [[Geld]] (siehe [[Warenfetischismus]]) oder Glück durch das [[Selbsterleben]] (siehe auch [[Körperfetischismus]]). Dem vorausgesetzt sind Lebensbedingungen, die keinen [[Sinn]] machen, weil sie [[widersinnig]] sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unter der [[Bedingung]] der Geldverhältnisse, in denen der [[Geldbesitzer]] als [[Käufer]] alles beherrscht und der [[Verkäufer]] zu seiner [[Entäußerung]] gezwungen ist, herrscht die [[Einverleibung]], das allseitige Wahrhaben von Lebenszusammenhängen, die nicht wirklich wahr sein können, die in [[Wirklichkeit]] nicht sind, als was sie [[erscheinen]]. Ihre Widersinnigkeit ruft alle Mächte auf, jeden [[Zweifel]] zu beherrrschen, der in der Lage wäre, ihre Verhältnisse wesentlich umzukehren, das Leben der Menschen als ihr lebendiges [[Eigentum]] in ihrer Lebensvielfalt, ihrem [[Rseichtum]] zu entfalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In ihrer Eigentumslosigkeit können die Menschen nur an ihre [[Beziehungen]] und [[Verhältnisse]] glauben, die sie wahrnehmen, um damit leben zu können, was nicht wirklich für sie wahr ist. Ihre Beziehung auf sich selbst als gesellschaftliche [[Wesen]] bleibt von daher auch in ihrem Erkenntnisvermögen gläubig, um nicht an sich zu verzweifeln - aber eben auch, um in der Unfähigkeit einer [[Kritik]] der [[Wirklichkeit]] zu verharren. Der [[Glaube]] ist das geistige Prinzip des Kredits, der dem Geldverhältnis entspringt und das [[Kapital]] überhaupt in Gang hält und vor allem die Welt der Gläubiger befördert, um den &amp;quot;Rest der Welt&amp;quot; zu verschulden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Glaube begründet sich nicht aus Ungewissheiten, sondern gegen sie. Er ist nicht irgendeine Vermutung, sondern ein [[Standpunkt]], der jenseits der wirklichen Probleme und [[Widersprüche]] begründet ist, - nicht von ungefähr, sondern als Entgegnung gegen ihre Gefahren und Nöte, als eine Entgegenständlichung, die in ihrer Ungegenständlichkeit entgegenwärtigt, Wirklichkeit gegenstandslos machen will, und von daher nur entwirklicht wirken kann (siehe [[Realabstraktion]]). Der Glaube bestärkt sich vor alllem durch die [[Wahrnehmung]], die sich selbst nicht mehr [[leiden]] kann und ihre [[Leidenschaft]] darin aufgehoben hat, dass sie ihre Neugierde aufgegeben hat und sich von daher auch nicht mehr für ihre [[Inhalte]] begeistern kann. Sie bestärkt sich auf der Erde durch Nichtigkeiten, durch die [[Nichtung]] ihrer [[Wahrheit]], durch die Erbsünde am Baum der Erkenntnis, während sie in den Sphären des Himmels nach ihrem [[Heil]] sucht und entsprechendes Unheit stiftet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 Der Glaube versichert sich seiner selbst durch die bloße Behauptung eines außeren [[Wesens]], das allem zu innerst sein soll, das allem [[Sinn]] gibt, den es durch sich nicht haben kann und wodurch alles anders gilt, als es ist. Er bewirkt sich selbst durch diese Vertauschung des wirklich Wesentlichen, durch seine [[Täuschung]], durch die [[Verkehrung]] seiner [[Beziehungen]] und entspricht von daher auch [[Verhältnissen]], worin diese selbst schon verkehrt [[erscheinen]], von ihrem wesentlichen Gehalt [[getrennt]] und in ihrer [[Form]] hiervon bestimmt sind (siehe [[Formbestimmung]]). Glaube herrscht in der [[Ungewissheit]], indem er ihren [[Schmerz]] [[aufhebt]]. Er verlangt nach der [[Vorstellung]] von etwas, das [[wahr]] sein soll, etwas [[Ganzes]], das in sich und durch sich selbst schon [[heil]] ist, das also sich selbst [[Grund]] genug ist und weder [[Ursache]] noch [[Wirkung]] durch sich haben kann, weil es diese schon außer sich hat. Der Glaube findet sein Herz in den Hochgefühlen, welche den Menschen in einer herzlosen Welt [[Heil]] stiftet in den [[Selbstgefühlen]] einer [[entwirklichten]] [[Gesellschaft]], in der [[Gemeinschaft]] der Gläubigen. Diesen Gefühlen opfert er sein weltliches Herz, das in seinen Widersprüchen erstorben war.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es kann sich dabei nur um eine [[Heilsvorstellung]] handeln, um die abgeschlossene [[Totalität]] einer [[Güte]], eine sich sebst begründende Unendlichkeit, die dadurch über aller [[Wirklichkeit]] steht, dass sie allmächtig sein muss und bestimmen kann, was gut und was [[böse]] ist. Von daher ist jeder Glaube eine Herzensangelegenheit, die das Herz der Gläubigen aufspaltet und ihr [[Leben]] aufteilt, indem es das [[Böse]] von sich ausschließt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Wirklichkeit verlangt diese [[Ausschließlichkeit]] Opfer, um die an und für sich [[tote]] Güte zu beleben und sich ihrer selbst zu versichern. Sie wird durch die damit verbundene [[Religion]] zur ausschließlichen Sicherheit, die nur ist, soweit sie unbeschränkt gelten kann. Um Ungewisses zu besänftigen muss dieser Unendlichkeit [[Gehorsam]] geweiht, [[Leben]] geopfert und das Opfer auch öffentlich zelebriert werden. Es ist die Selbstaufgabe des Lebens, die Tieropfer, Menschenofper und Kriege verlangt, um den rechten Glauben über das wirkliche Menschsein zu erheben: [[Religion]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;quot;Der Mensch macht die Religion, die Religion macht nicht den Menschen. Und zwar ist die Religion das Selbstbewußtsein und das Selbstgefühl des Menschen, der sich selbst entweder noch nicht erworben oder schon wieder verloren hat.&amp;quot; [[(MEW 1, S. 378)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als [[Religion]] der Ungewissheit verlangt solcher Glaube die Verbeugung vor der [[Macht]] des Unwissens und ist die Beugung einer jeden [[Gewissheit]], indem er einer höheren [[Moral]], einer übermenschlichen [[Selbstgerechtigkeit]] dient, Gehorsam gegen einen jenseitigen Richter einfordert und sich dem Bereinigungsprinzip eines Gottesheils, eines Heilands überlässt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Unterschied zum [[Aberglauben]] ist er aber zugleich die [[Beziehung]] gegen eine [[Täuschung]] ohne [[Gewissheit]], also ohne [[Wissen]], welches diese Beziehung wirklich begründen könnte. Wo ich glaube, will ich mich nicht täuschen lassen, weil ich ein ungewisses Wissen aus mir habe, eine Ahnung oder ein [[Gefühl]], das wie eine innere [[Gewissheit]] ohne [[Wirklichkeit]] ist, das sich nicht [[faktisch]] beweisen lässt, aber zumindest innere [[Wirkung]] hat. Der [[Widerspruch]] von [[Wahrnehmen]] und [[Wahrhaben]], der als Gegensatz von [[Empfindung]] und Gefühl sich verhält, wird hierin aufgehoben zu einer [[Seele]], die ihre privaten [[Absichten]] vergesellschaftet um für sich eine [[Wahrheit]] zu finden, die nur jenseitig sein kann. &amp;quot;Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben.&amp;quot; (Joh 14,6) Und durch diese Wahrheit wird er auch das irdische Jammertal überleben, im Janseits auferstehen. &amp;quot;Ich bin die Auferstehung und das Leben; wer an mich glaubt, wird leben, auch wenn er gestorben ist;&amp;quot; (Joh, 11,25). So formuliert die Bibel, das Glaubensdokument der Christen, dir Überhebung des Glaubens gegen die Welt. In diesem Sinne funktionieren auch die Glaubensinhalte der abrahamitischen [[Religionen]]. Jede [[Wahrheit]] ist somit in und durch Gott [[relativiert]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Glaube ersetzt die Vermittlung von Realitäten, also dem, was im Menschen konkret nicht aufgeht (siehe auch [[Trauma]]), wovon er aber ahnt, dass es zumindest in ihm aufgehen muss. So ist er objektiv auch eine unwissentliche Form der [[Abstraktionen]], die keine konkrete Realität haben (siehe [[Realabstraktion]]). Der Glaube wendet sich dann an einen [[Willen]] jenseits der konkreten Welt, dem dieses als Sollen, als ein äußeres Gebot entspringt, an einen [[Gott]], und ist [[Religion]]. Sie ist der Glaube an den abstrakten Menschen (siehe auch [[abstrakt menschlicher Sinn]]) als innere Gewissheit des Werdens eines Andersseins ([[Erlösung]]), eines werdenden [[Wesens]], weil werden muss, was in ihm steckt. Und so besteht Religion als ein Glaube, aus dem hervorgeht, dass gemusst wird, was werden soll.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dies verschafft dem Glauben seine ungeheuere [[sittliche]] Kraft und Gewalt. Er wird zum Substitut des Realen, weil er dessen Sollen als [[übermenschliches]] Sollen, als Gottes Wille und Gottes Gebot vertritt. Je abstrakter die Wirklichkeit wird, desto heftiger der Glaube. In Krisenzeiten feiern Glaube und [[Aberglaube]] Urständ. Aus ihnen schöpfen [[Ideologien]] ihre wirkliche Kraft gegen die Wirklichkeit (siehe Rassismus, Antisemitismus, Nationalismus). Soweit der reale Lebenszusammenhang nur durch [[Geld]] und dessen Probleme gegeben, also [[gleichgültig]] gegen die Menschen ist, ersetzt der Glaube auch wirkliche Lebensbeziehungen. Er ermöglicht die Wende der gesellschaftlichen Probleme zu einer [[Heil]]serwartung, wie sie die Entwicklung der [[bürgerlichen Kultur]] mit sich bringt (siehe [[Logik der Kultur]], [[Teil 3]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für den Menschen selbst erklärt sich sein Glaube aus der Beschränktheit seiner [[Liebe]] durch die [[Abwesenheit]] Gottes, durch die [[Notwendigkeit]], seine [[Beziehung]] zu den Menschen überhaupt, seine [[Menschenliebe]], durch einen Gottesglauben aufzufüllen. Von daher verweigert er sich im Glauben seiner [[Selbsterkenntnis]] als [[Wesen]] von vollständig eigener Natur und [[Liebe]], das erkennen darf, was es erkennen kann. [[Erkenntnis]] und Liebe sind im Hebräischen dasselbe Wort und wer vom &amp;quot;Baume der Erkenntnis&amp;quot; gegessen hat, der hat im Wesentlichen auch die Welt der Götter überwunden, ihre unbestimmbare Schöpfungsallmacht ad absurdum geführt, weil er seine eigene [[Natur]] verwirklicht hat, die Natur, die sie ihm nicht lassen können. Nur deshalb hat er eine Erbsünde gegen sie begangen. Jesus ist am Kreuz nicht &amp;quot;für die Menschen&amp;quot; gestorben, weil er die Menschen geliebt hätte, sondern weil er ihre Liebe durch sich vergöttlichen wollte. Er trieb die Erbsünde dadurch in die Wesensnot ihrer Liebe, dass er sie von der Erbsünde &amp;quot;befreien&amp;quot; wollte, durch sein [[Leiden]] Gottes Allmacht über alle menschlichen Leidenschaften stellen, ihr wirkliches Leben zu ihrer Sünde herabsetzen und damit sie letztlich in einem ohnmächtigen Leiden zur [[Selbstlosigkeit]] zwingen und verabsolutieren wollte. Er hat eine [[Religion]] gestiftet, die ihr Unglück in ihrem wirklichen Leben zum Urteil gegen sie gewendet, ihre wirkliche Liebe zur Versündigung gegen Gott isoliert und entmenschlicht hat. Wer nicht in Gottesliebe lebt, ist für Gott verloren, weil er auf seine [[Selbsterkenntnis]] gestoßen ist. Wer durch Gott lebt, erscheint sich hiergegen seines Geistes versichert, weil er in seiner [[Moral]] im [[Glauben]] an Gott verewigt, unendlich [[selbstgerecht]] sein kann, übermenschliches Menschenrecht zum Maß seiner Beziehungen auf Menschen macht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Glaube an die liebende Allmacht Gottes ist seit jeher ein mächtiges Instrument für die Herrschaft der bestehenden [[Verhältnisse]] wo sie wesentlich nur als [[Kultur]] verstanden werden. Denn im Glauben erscheinen deren [[Gegebenheiten]] als übermenschlich fortbestehende Wesenhaftigkeit des Gebotenen - und also als Gebote unendlicher Sinnhaftigkeit in Sinnverheißungen. Damit wusste Martin Luther besonders gut umzugehen, indem er den Aufstand der unterdrückten Menschen seiner Zeit, den Bauern, auflöste, indem er sowohl die [[Güte]] des Glaubens wie auch dessen Macht gegen sie zu vereinigen verstand. Er verlangte ihre Unterwerfung aus Liebe zu Gott. Darin kommt die Macht des Glaubens auch wirklich zum tragen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;quot;Luther hat ... die Knechtschaft aus Devotion besiegt, weil er die Knechtschaft aus Überzeugung an ihre Stelle gesetzt hat. Er hat den Glauben an die Autorität gebrochen, weil er die Autorität des Glaubens restauriert hat. Er hat die Pfaffen in Laien verwandelt, weil er die Laien in Pfaffen verwandelt hat. Er hat den Menschen von der äußeren Religiosität befreit, weil er die Religiosität zum inneren Menschen gemacht hat. Er hat den Leib von der Kette emanzipiert, weil er das Herz an die Kette gelegt.&amp;quot; [[(MEW 1, S. 385f)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Darin klärt sich von selbst der Spruch auf, warum &amp;quot;der Glaube Berge versetzen&amp;quot; kann.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Python</name></author>
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