Siehe

Zum Thema siehe auch  => Bretton Woods



"Das Ende von Bretton Woods

Ein Ereignis von wichtiger Bedeutung f�r die Globalisierung war der Zusarnmenbruch des W�hrungssystems von Bretton Woods. Am 15. August 1971 hob die Nixon-Regierung die Parit�t des Dollars zum Gold, die im Jahr 1944 in Bretton Woods festgelegt worden war, einseitig auf, Der Krieg gegen Vietnam hatte ein gigantisches Haushaltsdefizit hervorgerufen, das durch die gesteigerte Ausgabe ungedeckter Dollars und die Erh�hung der Zinsraten kompensiert worden war. Dies trug zur weltweiten Inflationslawine bei und schw�chte die Position der US-W�hrung gegen�ber dem japanischen Yen und der deutschen Mark. Zudem hatte schon Mitte der 60er Jahre die Verringerung des traditionellen Handels�berschusses der USA begonnen. 1971 wiesen die USA ein Handelsdefizit aus. Bei ausl�ndischen Banken hatten sich zu diesem Zeitpunkt Unsummen von US-Dollar angesammelt. Bevor diese eingel�st werden konnten, hob die US-Regierung die Golddeckung ihrer W�hrung auf.

Ein neues W�hrungssystem, das auf "flexiblen Kursen" beruht, trat an die Stelle der fest gekoppelten Wechselkurse. Damit verbunden war der Beginn der schrittweisen Liberalisierung und Deregulierung der Finanzm�rkte. Jetzt erst erhielt das Finanzkapital bei Devisenoperationen den richtigen internationalen Spielraum und machte die spekulative Anlage in Devisen und sp�ter in deren Derivaten zu einem lukrativen und expandierenden Zweig des Finanzkapitals. Nicht nur die Staatsverschuldung konnte nun international finanziert werden; da Kapitalpapiere ebenfalls international leichter zu �bertragen waren, f�rderte dies die Ausdehnung von Tochterfirmen der Multis durch den Aufkauf schon bestehender Unternehmen ohne wesentliche stoffliche Neuinvestitionen." (Aus ISW-Report 2003)

 

Folgender Artikel wurde den "Studien f�r Zeitfragen"(35. Jahrgang 2001) entnommen:

http://www.jahrbuch2001.studien-von-zeitfragen.net/Global/Bretton_Woods/bretton_woods.html

Unsustainable Inc.

Vom kommenden Sturz des Dollarkapitals

Von Georg P. Christian

Der drei�igste Jahrestag des 15. August 1971 ist, so hat es den Anschein, in der internationalen �ffentlichkeit weitgehend unbeachtet geblieben. Bedeutung und Auswirkungen dieses Jahrhundertvertragsbruchs der Regierung der Vereinigten Staaten aus Not und Panik scheinen auch zu verblassen, wenn man die wirkliche Lage der Weltfinanz, genauer des Welt-Geldsystems, drei�ig Jahre danach in Augenschein nimmt. Die Eigner des weltweit nach Anlagem�glichkeiten umherirrenden fiktiven Dollarkapitals m�ssen sich heute mit dem Schreckensgedanken vertraut machen, da� die letzte St�tze ihrer spekulativen Erwartungen, der Greenback, sein Wertverh�ltnis zu den anderen wichtigen und unwichtigen W�hrungen dieser Welt nicht mehr wahren und damit auch der fiktive Wert aller weltweit in Dollar angelegten Verm�gen der Vernichtung anheimfallen kann.

Konsultationen und Stellungnahmen des Internationalen W�hrungsfonds nach Artikel IV k�nnen f�r eine nationale �konomie und deren Regierung grausam ausfallen. Der Zwischenbericht des Executive Board des IWF nach den Beratungen mit den Vereinigten Staaten erweist sich aber vor allem darin als hintersinnig und t�ckisch, da� er am 14. August (!) ver�ffentlicht worden ist und eine Bewertung des Finanzstatus der USA enth�lt, die verheerender gar nicht ausfallen konnte f�r ein Land, das sich f�r die weniger unterrichtete Welt�ffentlichkeit oft genug so darstellt, als k�nne es �ber die Institution IWF freih�ndig verf�gen. Da� dieser beliebigen Verf�gung von der Mehrheit der Anteilseigner (und das sind im Ernstfall nicht die USA, sondern der Rest der G-7-Staaten) des IWF Grenzen gezogen werden k�nnen, wenn die in den USA in Dollar angelegten Verm�genswerte und deren Ertragsanspr�che in Frage stehen, bringt die Stellungnahme nach Artikel IV des IWF in einer so unverbl�mten Form zur Sprache, wie sie die Regierungsinstanzen der USA selbst zu Nixons Zeit nie zu h�ren bekommen haben k�nnen. Das Executive Board des IWF stellt fest:

Directors observed that judgments about whether domestic and external financial imbalances in the U.S. economy would be resolved in an orderly manner depended importantly on prospects for underlying productivity growth. These prospects would play a crucial role in determining whether the favorable economic performance of the late 1990s could be resumed and inflation pressures remain contained. The deterioration in the external current account balance to a large extent had been driven by the surge in U.S. productivity growth during the second half of the 1990s which had boosted the relative return on capital and attracted substantial capital inflows to the United States. Although evidence suggests a reasonably favorable outlook for underlying productivity growth—reflecting continued gains in technological innovation and in the adoption and diffusion of technology—Directors cautioned that less optimistic productivity prospects could trigger a less favorable outcome and pose a significant challenge for U.S. policy.

Directors indicated that the size of the U.S. external current account deficit did not appear sustainable in the longer term and that it raised concerns that the dollar might be at risk for a sharp depreciation, particularly if productivity performance proved disappointing. A sudden correction in the current account deficit was seen as possibly having adverse effects on the United States and the rest of the world economy. Directors stressed that disciplined macroeconomic policies -including continued fiscal surpluses- would help to facilitate an orderly adjustment in the dollar and the current account deficit. At the same time, they observed that further reforms in other major countries, that would enhance prospects for profitable domestic investment, would also help to ensure that the adjustment of global external imbalances takes place in a manner conducive to strong growth in the world economy.

Das Executive Board des IWF setzt sich erst gar nicht damit auseinander, wie auff�llig die vom US-Handelsministerium Ende Juli gelieferten Zahlen �ber die tats�chliche Gewinnentwicklung der produzierenden und dienstleistenden Unternehmen von den Phantasien der Analystenmeute abweichen, mit denen in den letzten drei bis vier Jahren Millionen von neuen und kleinen Anlegern trotz aberwitziger Kurs-Gewinn-Verh�ltnisse an die B�rse gelockt worden sind. Die Gewinnzahlen der US-amerikanischen Unternehmen ohne den Finanzsektor weisen n�mlich nicht einmal zwischen 1997 und 2000 einen Gewinnanstieg aus. Sie beliefen sich 1997 bei 555 Mrd. Dollar, 1998 bei 530 Mrd. Dollar, 1999 ebenfalls bei 530 Mrd. Dollar und stiegen 2000 auf lediglich 550 Mrd. Dollar an, freilich immer noch unter dem Ergebnis von 1997. Diese Zahlen sind revidierte Resultate auf der Grundlage von mit Verz�gerung ausgewerteten Steuererkl�rungen. Im Jahre 1998 wurde der bislang angenommene Wert um ca. 38 Mrd. Dollar, im Jahr 1999 um etwa 31 Mrd. Dollar und im Jahr 2000 um sogar 70 Mrd. Dollar nach unten revidiert. Die von Pr�sident Bush versprochenen Steuersenkungen werden also dringend ben�tigt; nur von welchen erh�hten Steuereinnahmen bestreitet er sie? Wenn man obendrein die Gewinnzahlen des 1. Quartals von diesem Jahr hochrechnet (- und es sieht eher danach aus, als m��te man abw�rtsrechnen -), dann ist f�r das Jahr 2001 ein Gesamtgewinn der amerikanischen Unternehmen von nur 460 Mrd. Dollar zu erwarten. Wer aus diesen Zahlen Schlu�folgerungen ziehen und eine realistische Bewertung der Unternehmenswerte vornehmen will, wer also seinen „shareholder value“ mit den tats�chlichen Ergebnissen der Realwirtschaft in Einklang bringen wollte, m��te schon Nerven genug f�r einige Alptr�ume besitzen. Im Verh�ltnis zu dem „value“, den er als shareholder angelegt hat, besitzt er nach k�hler Berechnung der nun genauer ermittelten Ertragslage weit weniger an Verm�genswerten und Ertragsanspr�chen, als er jahrelang w�hnte.

Revidierte Gewinne und schrumpfende Erwartungen

Doch der IWF setzt seine Hoffnung, die gar nicht so ausgeuferten Gewinne der Unternehmen gelassen �bergehend, auf die „prospects for underlying productivity growth“. Die Zahlen zum Produktivit�tszuwachs sind von der amerikanischen Regierung aber auch erst j�ngst erheblich nach unten korrigiert worden und daher nicht unbedingt eine Quelle von gl�nzenden Strahlen der Hoffnung f�r die allern�chste Zukunft. Insbesondere bleibt uns der IWF auf eine naheliegende Frage die Antwort schuldig: Wenn es denn stimmen soll, was das Executive Board feststellt, da�

...the deterioration in the external current account balance to a large extent had been driven by the surge in U.S. productivity growth during the second half of the 1990s which had boosted the relative return on capital and attracted substantial capital inflows to the United States...,

dann erscheint die Zuversicht, das anhaltende Produktivit�tswachstum werde auch weiterhin den t�glichen Zuflu� von 3 Milliarden Dollar Anlagegeld von au�erhalb der Vereinigten Staaten rechtfertigen und aufrechterhalten, mindestens weit hergeholt. Was vielleicht bis Anfang oder Mitte letzten Jahres noch zutreffen mochte, da� n�mlich der Produktivit�tszuwachs durch die Ums�tze der Unternehmen der Informations- und Telekommunikationstechnik und die Anwendung dieser Produkte in anderen Branchen zustandegekommen ist, so gilt dies gerade mit den seit Anfang des Jahres nicht enden wollenden Schlechtwetterzustandsberichten der IT-Unternehmen nicht mehr: In IT-Ausr�stungen wird einfach nicht mehr investiert.

Und woher sollen dann Produktivit�tssteigerungen kommen? Aus der Schumpeterschen „Durchsetzung neuer Kombinationen“ von Anschaffungen der IT-Technik? Die ist, wenn man Paul A. Strassmann und einige andere in den letzten beiden Jahren ver�ffentlichte Untersuchungen zu Rate zieht, w�hrend des Kaufrausches der sp�ten 90er Jahre nahezu immer vor der Investitionsentscheidung unterlassen worden. Da� der produktivit�tssteigernde Einsatz von IT-Technik und die „Durchsetzung neuer Kombinationen“ erst noch im Proze� einer Neuorganisation der organisatorischen und sozialen Beziehungen im Unternehmen erlernt werden m��ten, kommt selbstredend nun keinem Controller in den Sinn, da er sich bei zur�ckgehenden Erl�sen und Ertr�gen der beiden schwerwiegendsten Belastungen und Verpflichtungen entledigen mu�, des Personals und der Schulden.

Wenn also der Beobachter der Lage der US-Wirtschaft als National�konomie, das hei�t eines Teils des Ganzen der globalen �konomie, die Sachverhalte mit ins Kalk�l fa�t, die das Executive Board aus einem Rest beflissener R�cksichtnahme immer noch �bergeht, mu� er sich fragen, ob nicht das Fazit des Berichtes eher ein Placebo verabreicht, anders als bei anderen Berichten zu anderen L�ndern, zu Argentinien beispielweise, wo im Handumdrehen einem Mitgliedsstaat par ordre de IWF die umgehende Zur�ckf�hrung seines Leistungsbilanzdefizits oktroyiert wird:

Although evidence suggests a reasonably favorable outlook for underlying productivity growth —reflecting continued gains in technological innovation and in the adoption and diffusion of technology— Directors cautioned that less optimistic productivity prospects could trigger a less favorable outcome and pose a significant challenge for U.S. policy.

Woher nimmt der IWF die „evidence“? Und womit ist zu rechnen, wenn wichtige Akteure und Verm�genshalter der internationalen Finanzm�rkte diese „evidence“ nicht erkennen k�nnen? Was ist, wenn das globale, in den USA angelegte Dollarkapital die Aussage des Executive Board beim Wort und als Mi�trauensvotum nimmt, da� das von den Vereinigten Staaten seit Beginn der neunziger Jahre zu stets mehr uneinbringlichen Verbindlichkeiten angeh�ufte Leistungsbilanzdefizit auf l�ngere Sicht untragbar geworden ist, aber auch zugleich die Voraussetzungen entfallen, aufgrund derer es vielleicht noch eine Weile tragbar sein k�nnte?

Anders, mit aller Sch�rfe ausgedr�ckt: Der Punkt ist erreicht, an dem sich die Akteure und Eigner der internationalen Finanz entscheiden m�ssen, ob sie die vom IWF ausgestreuten Brosamen der Hoffnung aufpicken und noch eine Zeit lang ruhig bleiben wollen oder ob der Sturm einsetzt, den Kurt Richeb�cher Ende letzten Jahres vorausgesehen hat. Die Studien  sind am Ende des letzten Jahres, kurz bevor Alan Greenspan zu seinen panischen Zinssenkungsspr�ngen ansetzte, auf diese Aussichten eingegangen.

Evidentes Produktivit�tswachstum?

Von den in den Tagen nach dem Erscheinen des IWF-Berichtes abgeschlossenen Abwertungen des Dollar auf Termin, mit allen dazugeh�rigen „Ableitungen“, insbesondere seitens der europ�ischen Banken, k�nnen wir direkt nichts wissen, wir k�nnen sie nur ahnen und f�r wahrscheinlich ansehen. In Russland dagegen scheint sich seit Juli bei den in den Gesetzm��igkeiten der Weltfinanz kundigen und vom „Washingtoner Konsens“ nicht verblendeten �konomen nahezu einstimmig die Einsch�tzung herausgebildet zu haben, da� ein Crash des Dollar unvermeidlich ist. Der Wirtschaftsausschu� der russischen Duma veranstaltete Ende Juni eine Anh�rung und eine Pressekonferenz, bei der sich zum Beispiel ein Redner so �u�erte:

First of all, I should like to draw your attention to the greatly increased frequency of financial crises, during the past one-and-a-half to two decades. Moreover, their ripples have been felt planet-wide, which is testimony to globalization – to its flip side, the negative side.

It should be noted, however, that during this period the destabilizing impulses came chiefly from the periphery of the world financial system. For that reason, it seems to me, this system has not yet experienced the kind of really strong crisis that can happen. The next crisis may turn out to be significantly more destructive in its scope than all prior crises, because its epicenter may be at what would seem to be the bulwark of that financial system: the United States of America, and the U.S. markets of what used to be called fictitious capital. Actually, now, perhaps, that term can reacquire its original meaning, freed of ideological dogmas.

The series of crises, and their growing frequency, is no accident. I remind you that the Chairman of the Federal Reserve System, Alan Greenspan, is of the opinion – although he may not have repeated in quite some time – that the world is experiencing waves of a single, big crisis of the world financial system. He identified the Mexico crisis of 1994-95 as the first wave, and considered the 1997-98 Asia crisis, which then hit Russia, to be the second wave. He himself forecast that a third crisis was just over the horizon, or rather a third wave of this crisis, which would be more destructive than the preceding ones. And here you have it, with a kind of cruel irony: The mechanism of such a crisis may already have been sprung. There are some indications, that its catalyst was the crash on the American stock market.

F�r den russischen �konomen Andrej Kobjakow, dessen Ausf�hrungen hier wiedergegeben werden, ist gleichwohl die exuberance des US-amerikanischen Aktienmarktes in letzter Betrachtung nichts weiter als ein Ausflu� einer vollkommen �berschuldeten National�konomie:

Despite this apparent distinction of the economic boom of the 1990s, the mechanism for creating the boom, involving low interest rates and reliance on private initiative, did not really shift the United States away from a debt economy, because public sector indebtedness was merely replaced by private sector indebtedness. The availability of cheap credit led to an unprecedented growth of debt in the country. At the end of the 1980s, some economists were horrified that the total debt of all sectors of the U.S. economy has exceeded $11 trillion, saying that it could not go any higher. Today the Federal debt alone, without the private financial sector, has surpassed $15 trillion, while the total indebtedness of all sectors of the U.S. economy is more than $26 trillion.

... a rather substantial portion of that debt is in the hands of foreign citizens. If we take corporate bonds, for example, 25% of all corporate securities are held by foreign investors. If we take the government debt, it`s more than 40%. If we take stock shares, the level fluctuates between 5 and 10%. So, this is the total debt, and a very substantial part of it is held by foreigners, which ought to be a matter of some concern.

Mancher Leser mag russischen �konomen, die, wenn sie nicht mit Geld der Soros-Stiftung oder anderen wohlt�tigen Einrichtungen „ausgebildet“ worden sind, ohnehin des „Marxismus“ verd�chtig sein m�ssen, die Kompetenz absprechen, �ber die Entwicklungsaussichten des Weltfinanzsystems ein brauchbares Urteil abgeben zu k�nnen. Aber w�rde man dieselben Einsichten auch schlichtweg verwerfen, wenn sie von einem der prominentesten Mitglieder der Trilateralen Kommission vor dem amerikanischen Senat vorgetragen worden sind?

Frankenstein bestaunt sein Monster

So geschah es aber am 25. Juli, als einer der M�nner, die Richard Nixon am 15. August 1971 dazu geraten haben, das Abkommen von Bretton Woods einseitig aufzuk�ndigen, n�mlich Paul A. Volcker, der in den letzten drei�ig Jahren, erst im amerikanischen Finanzministerium und sp�ter als Vorg�nger von Alan Greenspan als Chairman of the Board of Governors of the U.S. Federal System, eine breite Spur der Zerst�rung hinterlassen hat, nicht anders konnte, als sowohl dem Tenor des IWF-Berichtes wie auch letzten Endes der Besorgnis der russischen �konomen vor der Duma beizupflichten:

What is in question is sustainability. Our trade and current account deficits are now trending toward $500 billion a year, or close to 5 per cent of our GDP. Those are very large amounts by any past standard for the United States. Given our weight in the world economy, we are absorbing a significant portion of other countries savings. With the low level of our personal savings, and now the prospect of diminishing Federal surpluses, this means we are dependent upon maintaining a strong inflow of foreign funds. We have also become accustomed to a ready supply of cheap goods from abroad. Both factors point to continuing large trade and current account deficits.

For the time being, growth in most of the rest of the world is so slow that there is no near term prospect that world markets will tighten, limiting the availability of imports at attractive prices. Moreover, the latest indications are that the strong flow of foreign funds into the United States is being maintained, even in the face of our economic slowdown and stock market correction. But looking further ahead, the risks are apparent.

We cannot assume that Japan and Europe will not at some point resume stronger growth, and that they will then want to employ more of their savings at home. We would certainly like to see stronger growth in the emerging world, which in turn would attract more capital from the United States. Here at home we have become less dependent on traditional „old economy“ manufacturing industry, but there are limits to how far we can or should countenance further erosion in our manufacturing base.

...

But, in my judgment, they are no cause for complacency. The huge and growing external deficits are a real cause for concern. They are symptoms of imbalances in the national economy and the world economy that cannot be sustained.

Als Paul Volcker im August 1971 zusammen mit George Shultz Pr�sident Nixon den Rat gab, die Verpflichtung, Dollar in Gold einzutauschen, einseitig aufzuheben, deckten die offiziellen Goldreserven der USA nur noch zu einem Viertel die tats�chlichen Auslandsschulden ab.

Mit dem Aufk�ndigen des Abkommens von Bretton Woods n�tigte die Regierung der Vereinigten Staaten der gesamten Welt(-wirtschaft) einen Dollarstandard ohne jede Golddeckung auf. Seit diesem Tag ist jeder einzelne Dollar von Zig-Billionen in den USA und anderswo angelegten oder nach Anlage suchenden Buchgeldes in der W�hrung US$ ein Zahlungsversprechen und Anspruch auf realwirtschaftliche G�ter und Ertr�ge aus der National�konomie der USA. Zum Vergleich: Nominell lag das Gross Domestic Product Ende des Jahres 2000 bei 10 Billionen Dollar. Kein Problem, so scheint es, wenn man dieser Zahl die 26 Billionen Dollar Verschuldung gegen�berstellt: blo� das Zweieinhalbfache. Pikant wird der Vergleich aber erst dann, wenn man nach der Zahl schaut, die heute an Stelle der Goldreserve von 1971 die Solvenz zur Verschuldung abgeben m��te: die Gewinne der Unternehmen (ohne den Finanzsektor). Und die betr�gt, siehe oben, blasse 550 Mrd. Dollar. Und da errechnet sich nun ein anderes Verh�ltnis von 26.000.000.000.000 zu 550.000.000.000 Dollar. Die Verschuldung der Vereinigten Staaten war Ende 2000 zu etwas mehr als 2% von der nominellen Mehrwertproduktion in der amerikanischen Wirtschaft als Solvenz gedeckt. Zum Ende des Jahres 2001 wird diese Schwelle von 2% betr�chtlich unterschritten sein.

Au�er in der magischen Welt der Sch�pfung neuen Geldes ex nihilo, d. h. nur in der Spekulation von nach Schumpeter theoretisch als „rational“ gedachten Wirtschaftssubjekten, kann sich niemand vorstellen, da� diese Anspr�che je eingel�st werden k�nnten. Der Schuldner ist zahlungsunf�hig, unsustainable, wie das von Volcker und Konsorten vor 30 Jahren eingef�hrte „System“. Wollte uns der fr�here FED-Chef dies zu verstehen geben? Oder vielmehr denen, die in den Fortbestand des Anlageplatzes USA Vertrauen bewahren sollen, wenn sie zur Fortdauer des Systems der permanenten Defizit-�konomie nur die Flucht-Alternative erkennen k�nnen, in W�hrungen wie den Euro und den Yen zu tauschen, die ihnen gleichwohl kaum als dauerhafterer sicherer Hafen f�r Anlageverm�gen erscheinen k�nnen?