Aus T�rspalt Nr. 8/1982
Wolfram Pfreundschuh:
Die herrschenden Gef�hle sind die Gef�hle der Herrschenden
Im Grunde kann Gef�hl nichts anderes sein, als das, was man f�hlt. Ob jemand es wei� oder nicht: er f�hlt, was und wie ihm geschieht; er versp�rt, was ihm getan wird. Gef�hle setzen eine T�tigkeit voraus und nehmen diese wahr.
Das ist nicht mehr so klar. Gef�hle haben ihre eigene Wesenheit bekommen. Sie gelten inzwischen eher als eine besondere pers�nliche Qualit�t, als Begabung, als Offenbarung, als Ausdruck des Innenlebens, als Schimmer und Widerschein der Seele (vgl. Teil 1 im T�rspalt 1/82).
Durch solche Gef�hle sind sich die Menschen in ihren Empfindungen selbst eine Insel ihres Gem�ts, ihrer Stimmungen und Launen und wollen auch als solche sein. Sie ahnen ihre Einsamkeit und wenden sich zugleich hiergegen. Wenn sie wissen, was andere f�hlen, dann f�hlen sie sich selbst wieder als Mensch. Die Einsamkeit verliert ihren Schrecken, wenn sie menschlich erscheint - die Verlassenheit wird aber umso gr��er, je n�her sich die Menschen darin werden. Und es scheint, als d�rfe man gerade dies nicht f�hlen.
Das Gef�hl soll N�he schaffen, wo die Entfernung nicht mehr erkannt wird und es schafft Entfernung, wo die N�he �berfl�ssig geworden ist. Man mu� deshalb auch lernen, �mit Gef�hlen umzugehen� und �Gef�hle zu zeigen�; - so, wie man jemanden zum Beispiel auch seine Wohnung zeigt. Und wer sie nicht zeigt, dem unterstellt man ebenso leicht, da� er gar keine hat.
So haben Gef�hle an Wert gewonnen. Das hatten zuallererst die Werbepsychologen erkannt, die es tats�chlich schaffen, eine Zigarette besser zu verkaufen, wenn sie damit verbunden einen Gef�hlszauber von Stimmungen und Atmosph�ren auf der Leinwand abspulen. Das Bild eines Lebens, einer Atmosph�re oder einer Sehnsucht gen�gt, um dem Geschmack ein Gem�t zu verleihen und einen neuen Kunden an die Leimstange des Profits zu bringen. Der Geschmack, die Empfindung f�r einen Gegenstand, ist so heruntergekommen, da� er mit Zauberwelten gef�llt werden will. Gef�hle haben eben das an Wert gewonnen, was die Empfindungen an Sinn verloren haben.
Inzwischen wei� man Gef�hle in fast allen Bereichen der Psychologie, Psychotherapie und Psychiatrie zu nutzen. Eine spezielle Sparte der humanistischen Psychologie, die �personenbezogene Gespr�chspsychotherapie�, und die sogenannten Vegetotherapien (z.B. Schreitherapie) stellen diese Nutzbarkeit ausdr�cklich vor: Indem man einen �Klienten� mit einer Sph�re des Vertrauens, der W�rme und der Offenheit umgibt, bringt man ihn leichter dahin, �aus sich herauszugehen�.
Und er wird aus sich herausgehen, auch wenn er dabei alles von sich hinter sich lassen mu�. Er wird froh sein, diesen Ballast zu verlassen. Denn es ist ebenso abgeschmackt wie tr�stlich, doch einen Ort des Leidens zu bekommen, wenn man allem Leiden keinen Sinn ansehen kann. Wer auf Janovs Scho� �Mama� schreien durfte oder wer sich in Rogers Encountergruppen seine Seele auskotzen konnte, der wird wissen, wie wertvoll das Erlebnis des vergemeinschafteten Leids ist, das doch keine andere Gemeinschaft hat, als das (S. II/40) Leben schlechthin, Leben in h�chster Abstraktion: Erleben. Hierin allerdings kann das gegenw�rtig erscheinen, was so weit zur�ck oder so tief verborgen gef�hlt wird - Hier und Jetzt seist du Mensch ... und dann bist du's auch, weil du's ja immer bist! Sei Beispiel f�r dich selbst, du arme Wurst!
Solche Vergegenw�rtigungen �seelischer Spannungen� sind wie die Selbstvergegenw�rtigung f�r jedermann. Nur die Beliebigkeit und �bertragbarkeit der �Ausl�ser� verr�t, wie grundlos diese �Spannungen� gemacht werden m�ssen, damit man mit ihnen leben und sie auch zeigen kann. Aber das Ziel ist g�ttlich: der entspannte Mensch wird jeder Situation ebenso gewachsen sein, wie der Hindu, der die Knechtschaft durch jedes Regime ertr�gt. Es geh�rt aber allerhand Reflexion, Schirmherrschaft und Gottesf�rchtigkeit dazu, eine solch entspannte Seele zu erhalten. Nicht nur eine komplette Lebensphilosophie, meist auch noch irgendein Guru mu� helfen, dem Leben den Sinn zu geben, den die Menschen verloren haben. Es soll eben das gelitten werden, was man leiden kann. Und wer das nicht leid hat, der wird sich vor jeder �u�erlichkeit und Fremdheit bewahren, indem er ihr die Notwendigkeit des Leidens �berhaupt, des Leidens in allgemeinster Form entgegenzusetzen versteht. Er wird sich wieder leiden k�nnen, weil er alle Leidenschaft dem Gott seiner Gef�hle geopfert hat.
Alles, was einem Menschen gewi� sein kann, wird zur reflektiven Form: Das Leben als Erlebnis gefa�t, das F�hlen als Gef�hl, das Begreifen als Begrifflichkeit, der Verstand als Verst�ndnishaftigkeit wird zum Attribut des Umgangs und zugleich zu einem Gegenstand, mit dem man umgehen kann.
Je weiter ein Mensch in solcher Selbstreflektion fortgeschritten ist, desto einzigartiger und also gro�artiger mu� er sich auch vorkommen, denn sein Leben erscheint ihm in Gestalt solcher Attribute, solcher F�higkeiten zum �berleben. Er ist wirklich aus sich herausgegangen und hat alles hinter sich, was andere verstehen, begreifen, leben und f�hlen m�ssen. Ihm ist das Leben zu einer Erfahrungstatsache geworden.
Was die einen erfahren, das widerf�hrt den anderen. Was dem einen Selbsterlebnis, ist dem andern Selbstentfremdung. Und es ist kein Zufall, da� es ums Gef�hl geht. Wo Menschen ihr Leben nicht mehr gestalten k�nnen, weil ihnen die Gestaltung schon ab- und vorweggenommen ist, da haben sie ihr Leben auch nurmehr zwischen sich und untereinander. W�hrend sie sich so begegnen und unmittelbar erscheinen, vollziehen sie eine vorgegebene Lebensgestalt, welche nur durch sie selbst zur Wirkung kommt. Um diese zwischenmenschliche Wirklichkeit geht es nun.
Das veranstaltete Leben
Wenn es Gef�hle als solche, Gef�hle als Gef�hle gibt, dann ist nicht das von Bedeutung, was ein Mensch empfindet, sondern wie hierbei seine Befindlichkeit ist. Im Befinden eines Menschen wird so von der Empfindung abgesehen. Das hei�t: dem Befinden wird ein anderes Sein als dem Empfinden zugesprochen. Beides wird voneinander getrennt und zu selbst�ndigen Qualit�ten gebracht. Allerdings: Wer von einem Zusammenhang absieht, der hat eine Absicht. Er sieht es zugleich auf etwas ab.
Das Befinden w�re wohl auch nur das Gef�hl dessen, wo man sich befindet, wenn es darin nicht selbst schon um die �berwundenheit einer Empfindung ginge, einer Empfindung eben jener Isolation, die im Gef�hl so beziehungsreich erscheint. Das Ziel des Befindens kann nur Wohlbefinden sein. Und hierzu braucht man andere. Der vorgestellte Beziehungsreichtum mu�
im Nachhinein eingel�st, verwirklicht werden! Was im Zusammenhang der Menschen so bedingungsreich ist, ist deshalb im Gef�hl ein bedingungsloses Verlangen nach anderen Menschen, deren wirkliches Sein jenem Verlangen nach Selbstverwirklichung unterstellt wird. Im Gef�hl werden die Menschen als Menschen, als wahrgenommenes Menschsein verlangt. Die Wahrnehmung anderer Menschen ist so zugleich der Gehalt der Beziehung auf andere. Man f�hlt sich so, wie man sich unter anderen erlebt, und man hat f�r andere das Gef�hl, welches man auch durch andere bekommt und welches zugleich Gef�hl f�r sich, Selbstgef�hl ist. Man hat es auf andere Menschen abgesehen, denn durch ihr Dasein nur kann dieses Gef�hl existieren.
Wo sich die Menschen so bedingungslos begegnen, haben sie sich selbst wechselseitig als ihre Lebensbedingung. Ein jeder lebt durch den anderen, weil dieser durch ihn lebt. In der Abwesenheit von anderen Menschen erleben sie sich unvollst�ndig, leben sie die Wesenlosigkeit und Leere, die ihre Wahrnehmung dann hat (Abwesen = ohne Wesen).
Das Verlangen nach der Anwesenheit anderer Menschen gr�ndet also auf der Leere jener Selbstwahrnehmung, die im Wesentlichen das Leiden an der Isolation, an der Gegenstandslosigkeit von Menschen ist und daher als Verlangen nach Menschen �berhaupt besteht. Im Gef�hl haben sich die einzelnen Menschen selbst als (S. II/41) Mensch schlechthin wahr, indem sie andere Menschen wahrnehmen. Was sie von anderen empfinden, ist ihnen zugleich Bedingung eigener Wahrheit. Was sie voneinander wahrnehmen ist ein Moment dessen, was sie von sich als Mensch wahrhaben. Ihre Wahrnehmung ist der Stoff ihrer Wahrheit, d.i. Identit�t aller Sinne.
Deshalb ist ihnen ihr Verh�ltnis zueinander im Gef�hl umgekehrt, wie in der Empfindung: Sie sind hierin f�reinander zuallererst Anwesenheit des Menschen, menschliche Sinne, Haut und Haar, Geschmack, Geschlecht usw.: bestimmungslose, geschichtslose Wesen, weiche gleichg�ltig gegen�b
er jedem besonderen Sinn sind. Durch was sie sich als einzelne Menschen gerade unterscheiden, was sie gebildet haben, Wissen und K�nnen, was ihr Leben, ihre Geschichte hervorgebracht hat und hervorbringt, das gilt in dieser Wahrnehmung eben als Besonderung des Menschseins, wie etwa Gottes Sohn als Besonderung Gottes gilt. Im Gef�hl ist sich der Mensch in der Tat selbst zum Gott geworden: Vorweggenommener Mensch.
Diesen Menschen aber gibt es nicht. Er ist allein die Abstraktion von dem, was die Menschen wirklich voneinander haben. Im Gef�hl wird ja das eigene Leben so erkannt, wie es im anderen aufgefunden, vorgefunden und empfunden wird. Die Abstraktion von dem Inhalt dieser Beziehung ist aber der Sinn ihres Verlangens nacheinander.
So gr�nden die Gef�hle auf Empfindungen, welche ja der Stoff und Sinn jeder Erkenntnis sind. Sie selbst sind aber blo�e Form dessen, was ihrer Beziehung auf andere Menschen vorausgesetzt ist; sie sind die Form abstrakter Erkenntnis.
Indem sich die Menschen in dieser Wahrnehmung aufeinander beziehen, wird ihnen ihre Wahrheit auch wirklich genommen. Ihre Sinne wie z.B. ihr Geschmack, ihr Geh�r, ihr Geschlecht werden selbst zum Mittel dieser Bezogenheit, wenn sie sich als Menschen selbst ben�tigen. Sie haben sich eben abstrakt als Mensch wahr, wenn sie sich wahrnehmen, und deshalb abstrahieren sie auch notwendig von ihrem wirklichen Menschsein, indem sie ihre Wirkungen aufeinander, ihre T�tigkeit als Wirkung, ihre Wirklichkeit zum Gef�hl bringen und also zum Inhalt der Sinne selbst werden lassen. Sie verzehren sozusagen ihre eigene T�tigkeit, ihre sinnliche �u�erung, in ihren Sinnen selbst, in jener Innenwelt (vergl. T�rspalt 1/82), die umso unerme�licher wird, je vielseitiger ihre Wahrnehmungen, also die Beziehungen sind, welche sie im und durch das Gef�hl hatten. Was sie als Mensch wahrhaben, das tritt in Gegensatz zum Sinn ihrer Wahrnehmungen, in den Gegensatz zu jedweder Sinnlichkeit. Man fragt nach dem Sinn des Lebens, w�hrend man das Leben der Sinne genie�t. Das Gef�hl begeistert sich geradezu an den vielen Wahrnehmungen, weil es darin den Sinn hat, aus welchem es seinen Geist sch�pft: seine Seele.
Die Seele ist das Gesch�pf der Wahrnehmung, geronnene Geschichte ihrer Sinne. W�hrend der gute Christ sich selbst als Gesch�pf Gottes betrachtet, wenn er sich als Lamm seiner Herde f�hlt, l��t sich hier seine Schafsnatur leicht als Produkt seiner Selbstvergegenst�ndlichung erkennen. Die Selbstgef�hle, welche man als Gestaltungen des Seelenlebens ansieht, sind nichts anderes als das Resultat des Verlangens nach Menschen, sind die Gef�hle, die man unter Menschen eben hat. Der Lebensraum, den er durch andere Menschen hat, ist die Einl�sung der Welt, die seinen Gef�hlen n�tig ist, wenn und weil er sich darin den Allgemeinplatz des Menschlichen erworben hat.
In seinen Wahrnehmungen wird er nichts mehr von dem wissen, was er hierbei voraussetzt, was er wahrhat. Ihm ist dieses selbstverst�ndliche Lebensgrundlage, Sinn seines Lebens geworden und was Verlangen war ist jetzt die Forderung, da� es so sein und so werden soll, wie es ihm auch geworden war. Sein Verlangen ist jetzt (S. II/42) Wille. Er verlangt das bestimmte Sein anderer Menschen, bestimmte Wahrnehmung und erwirbt Ihre Beziehung so, wie er sich ihnen auch gibt, wie er sich ihnen selbst vergegenst�ndlicht. Die wechselseitige Selbstvergegenst�ndlichung macht jeden f�r sich selbst zum Willenstr�ger und den anderen zum Inhalt des eigenen Wollens. Wo n�mlich jeder sich f�r andere vergegenst�ndlicht, da ist er sich selbst auch Gegenstand. Er wei� es nicht, aber er f�hlt es. Und je nach Situation kann er sich als Herr seiner Gef�hle oder auch als ihr Knecht finden. Gef�hle wirken auf ihn, – manchmal wie ein Rausch, manchmal wie ein Vorschlaghammer. Sie sind so objektiv wie seine vier W�nde oder sein Berufsalltag; – Lebensumst�nde.
So m�ssen eben auch bestimmte Beziehungen erworben werden. Ohne es zu wissen wird jeder, der diesem Willen folgt, zum Menschenh�ndler, der eben jene Menschen braucht, die dem Gestalt verleihen, was er im Sinn hat. Ihre Regungen sind Gestalt seiner Erregung; ihr F�hlen ist Gestalt seines Gef�hls.
Dies ist ein doppelsinniges Verh�ltnis: Ihre �u�erung ist als ihre Vergegenst�ndlichung zugleich das Mittel ihres Zusammenseins. Was dem einzelnen zu �u�ern n�tig ist, gilt f�r die andern eben nur als daseiende �u�erung. So wird Ihnen ihre �u�erung zugleich �u�erlich. Dem einzelnen ist das zueigen, was ihm in der Beziehung auf andere fremd ist. Was er f�r sich bildet, ist ihm durch andere zugleich genommen. Alles, was er dem Sinn nach f�r sich ist, ist er ohne Sinn f�r andere; – die Frau f�r den Mann, die Kinder f�r die Eltern usw. Deshalb ist f�r den einzelnen seine Selbstvergegenst�ndlichung zugleich die Entgegenst�ndlichung seiner Sinne.
Dies wechselseitige Verhalten bildet ein Verh�ltnis, in welchem jeder wirkliche Sinn schon da zur�ckgenommen ist, wo er hervortritt. Er wird gerade dort auf sich verwiesen, wo er sich �u�ert und wird in den K�rper gebannt, dem er entspringt. Das sinnliche Verlangen nach einem Verh�ltnis besteht deshalb auch in seiner Wirkung als Mangelgef�hl, welches reiner Drang ist, als Hunger in der Abstraktion von seinem Gegenstand: Trieb.
W�hrend das Sinnesleben somit zur wirklichen Privatsph�re wird, zur Welt des K�rpers in jener Heimlichkeit, die f�r das �ffentliche Leben unheimlich ist, schlie�t es zugleich jeden anderen wirklichen Sinn aus. Jeder einzelne Sinn, wie z.B. Tasten, F�hlen, H�ren, Geschlecht, ist f�r sich und ausschlie�licher Sinn, so wie jede Kunst hierdurch zur ausschlie�lichen Kunst wird (z.B. Musik, Malerei, Dichten). Das Sinnenleben hat nur eigene Wirkung, wo andere Sinne keine haben und hat zugleich nur Sinn, wo es sinnliche Wirklichkeit gibt.
Dieser Widerspruch kann sich nur dadurch aufl�sen, da� sich jeder Sinn, Geschmack, Geschlecht, Geh�r usw. an dem bemi�t, was auch allgemein Sinn Sinn, ohne da� es selbst Sinn w�re: Gemeinsinn. Darin kultivieren sich die Sinne zu einer Form, der ihre Entstehung und Bildung nicht mehr anzusehen ist: Kultur. Die bestehende Kultur zeigt jene Kultivation menschlicher Beziehungen in jedem Medium, jeder Art (vergl. Pfreundschuh: Die Kultur, 1. Teil: Der Entstehungsproze� der Privatperson). In ihr ist das abstrakten Geschlecht ebenso dargestellt wie der abstrakte Geschmack, die abstrakte Sch�nheit, der abstrakte Geist: abstrakter Sinn.
Aber die Kultur ist die Sinnesform menschlicher Geschichte, also objektive Gestalt jener Sinnlichkeit, die Menschen in einer bestimmten Gesellschaft haben. Und deshalb ist auch hier die Kultur jene Welt, worin sich die Wahrnehmungen, die die Menschen voneinander haben und durch welche sie sich aufeinander beziehen, entwickeln und verwirklichen. An ihr zeigen sich deshalb auch die Krisen, welche solche Beziehungen notwendig in sich haben.(S. II/43)
Da� diese Lebensgestalt aber so getrennt von allen anderen Lebens�u�erungen, von der Arbeit und der Befriedigung, vom wirklichen Stoffwechsel der Menschen existiert, und da� menschliches Elend allein als kulturelle Verelendung auftritt, das setzt eine ganz bestimmte Existenz voraus. Bevor wir die Krisen zwischenmenschlicher Beziehungen erkl�ren k�nnen (im T�rspalt 3/82), m�ssen wir deshalb erst die Frage verfolgen, wie es �berhaupt sein kann, da� die Menschen ihre Sinne selbst zum Mittel ihrer Beziehung machen k�nnen, da� sie also sich selbst als Gegenstand und Mittel ihrer Vergegenst�ndlichung haben.