Nach Christoph T�rcke ist Nietzsches Anliegen das Bekenntnis zur Grausamkeit der Sklaverei, die "mit gutem Gewissen das Opfer einer Unzahl Menschen hinnimmt" (Nietzsche "F�nf Vorreden", WW V, S.275), um eine Basis f�r eine H�herentwicklung der Menschheit in einer Elite von Herrenmenschen zu erzielen, also "als Unterbau und Ger�st, an dem sich eine ausgesuchte Art Wesen zu ihrer h�heren Aufgabe und �berhaupt zu h�herem Sein emporzuheben vermag" (ebenda). Das Grauen solcher Gesellschaft m�sse nach Nietzsche als Lebenswahrheit entgegen der "verlogenen Kollektivsklaverei" des Sozialismus hingenommen werden, die sich hinter der "W�rde des Menschen" und der "W�rde der Arbeit" verberge (T�rcke "Der tolle Mensch - Nietzsche und der Wahnsinn der Vernunft", zu Klampen Verlag, S. 116). Nietzsche hat damit seine Begr�ndung f�r den ungeheueren Zynismus, wie er im deutschen Faschismus praktiziert wurde und spricht selbst von einem F�hrertypus, von "einen Menschen, der den Menschen rechtfertigt" (Nietzsche, Genealogie, WW IV, S. 788). Er erwartet "einen komplement�ren und erl�senden Gl�cksfall des Menschen, um deswillen man den Glauben an den Menschen festhalten darf" (ebenda) - quasi als "Theodizee nach dem Tode Gottes" (T�rcke, S. 117).

"Nur wenn das Grauen diese gro�artige Gestalt annimmt, offen und gl�nzend dasteht, statt sich klein und h��lich zu verkriechen, sich durch seine Selbstbejahung und Selbstverherrlichung mit der Firnis der Sch�nheit �berzieht, ist es ganz es selbst - und doch auch sein Gegenteil. Nur das unverstellte Grauen ist das verkl�rte" (T�rcke S. 117), und in diesem Sinne sei auch nur "als �sthetisches Ph�nomen ... das Dasein und die Welt ewig gerechtfetigt" (Nietzsche, "Die Geburt der Trag�die", WW I, S. 40).

Auch bei Adorno hat das Grauen die Qualit�t einer grundlenden Erkenntnis der Barbarei, der Unwahrheit des Ganzen, das durch "falsche Bed�rfnisse" getragen sei. "Dem Hegelschen Satz, den Brecht als Devise sich erkor: die Wahrheit sei konkret, gen�gt vielleicht im Zeitalter des unbegreifbaren Grauens nur noch die Kunst" (Adorno, �sthetische Theorie, Suhrkamp Taschenbuch Wissenschaft 1977, S.35)