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Zum Thema siehe auch  => Kapital



Aus "Ent�u�erung und Entfremdung in den Pariser Manuskripten" (Falk/Pfreundschuh)

Der Stoffwechsel des Kapitals

Das Kapital ist der Zweck, der in der Arbeit haust, und der die Arbeitsmittel, die Produktionsweise, ausmacht. Die Produktion des Kapitals realisiert sich daher auch nur im Reichtum von Kapital, in welchem die Arbeitsmittel sich unendlich vergr��ern und ausweiten zum Zwecke der Beherrschung der ihnen anh�ngigen Menschen. Die Arbeit der Menschen wird von den Mitteln beherrscht, die sie f�r ihre Arbeit haben. Diese werden daher zu Stoffen des ihnen fremden Wesens, der ihnen fremden Natur, welche schlie�lich zur Voraussetzung, zur Quelle aller unmenschlichen Arbeit wird.

Diese ihre zweite Natur setzt den nat�rlich schaffenden Menschen voraus, erh�lt ihn aber nicht im Stoffwechsel der Produkte, denn diese sind als Kapital untergegangen und deshalb nur als Stoffwechsel des Kapitals existent. Der organische Zusammenhang der Menschen und der Zusammenhang ihrer Gesellschaft sind hierdurch v�llig getrennt. Die Gesellschaft im Kapital existiert nur in Abwesenheit des arbeitenden Menschen und aus der abstrakten Vermittlung seiner T�tigkeit, ist das Dasein der abstrakten Menschlichkeit, des zu sich selbst gekommenen Kapitals geworden. Die B�rgerwelt besteht daher zum einen aus arbeitenden Menschen, die ihr Leben in den Stoffen erhalten, durch welche sie sich reproduzieren, also zum abstrakten Menschsein gezwungen sind, zum andern besteht sie aus dem Verh�ltnis des Kapitals zu sich, der abstrakten Menschlichkeit �berhaupt.

Mit der Entwicklung dieses Verh�ltnisses des Kapitals zu sich selbst �berschreitet die Entfremdung die Form, in welcher sie sich in der Logik des Besitzes entfaltet hat; dort war jede Entfaltung der menschlichen Wesenskr�fte zugleich ihre Beschr�nkung, ihre Reduktion, die Selbstvergegenst�ndlichung zugleich Selbstverlust, alles Menschliche existierte �berhaupt nur in unmenschlicher Form, d.h. nur abstrakt vermittelt, der einzelne Mensch konnte sich noch als Subjekt d�nken; jetzt aber existiert er nur noch als Stoff des Kapitals, er hat kein andres Dasein, kein andres Leben als das fremde freigela�ne Kapital,und dieses tritt ihm nun als fremdes Subjekt gegen�ber.

"Wenn wir nun gesehn haben, da� in bezug auf den Arbeiter, welcher sich durch die Arbeit die Natur aneignet, die Aneignung als Entfremdung erscheint, die Selbstt�tigkeit als T�tigkeit f�r einen andern und als T�tigkeit eines andern, die Lebendigkeit als Aufopferung des Lebens, die Produktion des Gegenstandes als Verlust des Gegenstandes an eine fremde Macht, an einen fremden Menschen, so betrachten wir nun das Verh�ltnis dieses der Arbeit und dem Arbeiter fremden Menschen zum Arbeiter, zur Arbeit und ihrem Gegenstand.“ (MEW 40, S. 522)

Indem dieses seine v�llige Gleichg�ltigkeit gegen seinen wirklichen Inhalt – sowohl der Arbeit, wie des Produkts – auch wirklich als selbst�ndiges Subjekt durchsetzt, ist die Logik seiner Entwicklung vollkommen vom Menschen abgel�st und richtet sich nunmehr gegen seine eigenen Existenzbedingungen, seine stoffliche Basis, die Natur und den Menschen.

"An dem Arbeiter existiert es also subjektiv, da� das Kapital der sich ganz abhanden gekommene Mensch ist, wie es am Kapital objektiv existiert, da� die Arbeit der sich abhanden gekommene Mensch ist.“(MEW 40, S. 523)

Dadurch ist der Mensch als blo�er Arbeiter, d.h. in seiner physischen Existenz negiert, nicht mehr nur der Arbeiter als Mensch, und das macht die Spitze seiner materiellen Verelendung innerhalb des entfremdeten Verh�ltnisses der b�rgerlichen Produktion aus.