Aus "Ent�u�erung und Entfremdung in den Pariser Manuskripten" (Falk/Pfreundschuh)

Der Begriff des Kommunismus bei Marx

Kommunismus ist eine klassenlose Gesellschaft, eine Gesellschaft, in der die Menschen nicht durch Besitz, also Privateigentum aufeinander bezogen sind, sondern unmittelbar durch ihre Lebens�u�erung, Arbeit und Genuss als Bet�tigung und Best�tigung ihres Gattungslebens und Sinn ihrer Geschichte. Die Aufhebung des Privateigentums ist dabei der Zeugungsakt des Menschen als Gattungswesen innerhalb des "Reichtums der bisherigen Entwicklung“ (MEW 40, S. 536). Es ist dies also zugleich die einzige Bildung des Menschen als gesellschaftliches Wesen oder die Herstellung einer menschlichen Gesellschaft. Es ist praktische Verwirklichung der menschlichen Sinne im Dasein der Menschen als Gesellschaftswesen. Es ist schlie�lich auch �berhaupt die Einheit der menschlichen Sinne im und durch den Menschen.

"Die Sinne sind daher unmittelbar in ihrer Praxis Theoretiker geworden. Sie verhalten sich zu der Sache um der Sache willen“ weil die Sache selbst menschliche Sache geworden ist. "Aber die Sache selbst ist ein gegenst�ndliches menschliches Verhalten zu sich selbst und zum Menschen und umgekehrt. Das Bed�rfnis oder der Genu� haben darum ihre egoistische Natur und die Natur ihre blo�e N�tzlichkeit verloren, indem der Nutzen zum menschlichen Nutzen geworden ist.“ (MEW 40, S. 540)

Durch die Aufhebung der Entfremdung des Menschen von seiner T�tigkeit, von seinem Gegenstand und schlie�lich und �berhaupt von seiner Gattung wird also der Mensch nicht erst produziert oder als Utopie zur Wirklichkeit; er verwirklicht sein gegenw�rtiges Wesen als menschliches Wesen, er produziert sich erst wirklich als das, was bereits seine T�tigkeit, seine Gegenst�ndlichkeit und seine Gesellschaftlichkeit wesentlich enth�lt. Der Mensch begr�ndet sich in der Aufhebung des Privateigentums erst konkret und praktisch als das, was er ist. Er kehrt in sein Wesen wirklich ein und er kehrt das Privateigentum zu seinem Wesen um und er kehrt zu sich als gesellschaftliches Wesen zur�ck.

Es ist die "als vollst�ndige, bewu�t und innerhalb des ganzen Reichtums der bisherigen Entwicklung gewordne R�ckkehr des Menschen f�r sich als eines gesellschaft1ichen, d.h. menschlichen Menschen. Dieser Kommunismus ist als vollendeter Naturalismus = Humanismus, als vollendeter Humanismus = Naturalismus, er ist die wahrhafte Aufl�sung des Widerstreite zwischen dem Menschen mit der Natur und mit dem Menschen, die wahre Aufl�sung des Streits zwischen Existenz und Wesen, zwischen Vergegenst�ndlichung und Selbstbest�tigung, zwischen Freiheit und Notwendigkeit, zwischen Individuum und Gattung. Er ist das aufgel�ste R�tsel der Geschichte und wei� sich als diese L�sung.“ (MEW 40, S. 536).