Der Satz "Wo alles ist, kann nichts sein" ist eine Identit�tsformulierung gegen Kant und Hegel von der Seite, wie sie Allgemeinheit des Seins, das Apriorische schlechthin, wie auch dessen Negation als Nichts kritisiert, und auch gegen Adorno, indem sie die Absonderung einer negativen Dialektik abweist (siehe auch Denkpositionen).
Wo Hegel Sein selbst im Nichtsein versteht (Sein kann nichts anderes, denn werden) als ein sich selbst Anderes, begreift er seine Logik schon �ber das Sein hinaus und vollzieht selbst eine Idee des Andersseins, eine in der Logik selbst implizierte Notwendigkeit von Ver�nderung. Sie ist in allem enthalten, nicht im Anderswerden, in der Abfolge von Geschichte, die nachvollziehbar ist, sondern in ihrem Werden selbst, als Wesen, das sich selbst entz�ndet, sich zu seiner �nderung entgegenstellt, indem es sich aufhebt, wo es ist, um zu werden, was es nicht ist. Das Geschichtsverst�ndnis dieser Logik verbleibt er in der Gedankenabstraktion von Sein und Nichts in einem logischen Konstrukt, das sich selbst bewegt, ohne materielle Bewegung (Geschichte) vorauszusetzen. Das Sein hat eine widerspr�chliche Identit�t in seiner Negativit�t, die selbst nur abstraktes Anderssein impliziert, die im Denken des Seins einen prinzipiell anderen Gedanken ebenso hat, wie sie ihn negiert. Hegel formuliert in seiner Logik die seiende Idee als logischen Widerspruch des Seins, das sich im Werden erhebt, um sich darin aufzuheben, um also f�r sich nichts sein zu m�ssen. Zur Wirklichkeit treibt also die Idee, die nicht als eine Idee der Wirklichkeit erkannt werden will, weil sie Wirklichkeit erzeugen soll. Hegels Logik reflektiert Wirklichkeit ohne Grund, weil er in ihr selbst schon die Begr�ndung wissen will. Sie ist daher Verwirklichung einer widerspr�chliche Idee, aber eben lediglich die eines Denkens, das sich implizit auch als Nichts begreifen lassen muss, wenn es Nichts denken kann. Daher hat der Nachweis aus der wirklichen Bewegung des Gedachten keine Notwendigkeit; - das Denken bleibt zuf�llig wie eine Vorstellung des Werdens, eine Spekulation, die ebenso zuf�llig wie m�glich ist. In dieser Zuf�lligkeit soll sich zwar der Geist zur Erscheinung bringen, aber zugleich sich im Werden als Aufhebung seiner Nichtigkeit best�tigen: Ein Widersinn in sich. Dieser ist der willentliche (also nicht zuf�llige, aber unhinterfragbare) Ausgangspunkt der Hegelschen Theorie der Identit�tsfindung durch Selbstaufhebung in h�heres Sein – zweifellos eine gewitzte Theorie des b�rgerlichen Selbstverst�ndnisses.
Adornos Satz, dass alles, was in dieser Welt ist, nicht wahr sein kann, setzt Sein voraus, das nur als Unwahrheit ist, also seine Negativit�t als einzige Wahrheit hat. Demzufolge bewegt sich Adornos Denken in der Scharlatanerie des Selbstwiderspruchs, der alles aufgreift, ohne es als Ganzes begreifen zu m�ssen, ohne Begriff, weil es in seiner Negativit�t schon begriffen gilt. Alles ist als Affirmation des Bestehenden zugleich seine Negation; - es ist lediglich die Frage des denkenden Subjekts, wie sie diese empfindet und befindet. Das ist sublimer Moralismus vom Feinsten: Was nicht ist, kann noch werden, so seine Nichtigkeit erkannt und begriffen ist. Man begreife, auf dass man ergriffen ist! Das Andere ist der Banause. Platter spricht es die Psychoanalyse aus, die Adorno ohne gro�e Abstriche nutzen kann: Wahres l�sst sich auch als Verdr�ngung des Wesentlichen begreifen – bzw. der Wesensbehauptung, die nat�rlich nur �bernat�rlich, weil �bergeschichtlich sein kann. Tats�chlich wird so aus Adornos (und Horkheimers) Theorie der Negativen Dialektik eine Trennung vom Diesseits und dem Jenseits der Wahrheit, da auch in der Nichtidentit�t, in der Widerspr�chlichkeit der Empfindung nur Emphatie des Jenseits Identit�t haben kann. Das ist die Erl�sung, die er selbst auch konsequent als Metaphysis seines Denkens ansieht und die besonders Horkheimer konsequent als Wissen von einem ganz anderen Sein ausformliert hat und darin zu seiner Religion zur�ckfindet. Der Gott ist darin die konkrete Utopie, welche in der Empfindung sei, in der �sthetik, die sich gebrochen und transzendierend zugleich anf�hlt. Diese �sthetik, sofern sie nicht dem Banausen entf�hrt, der blo�e Affirmation "will", bedarf nur des Urteils, um aus der Affirmation auf die Seite des Andersseins, also dem, was nicht ist, was aber in der Transzendenz des Seienden erreicht ist, sich zu stellen. Das Denken wendet sich in dieser Auffassung gegen das Sein, um es zu �ndern, ist also selbst das Wesen der �nderung.
Denken ist somit Philosophie schlechthin: Die Interpretation des Seienden stellt die Frage des geschichtlichen Werdens und ist also wieder dort angelangt, wo Marx sie verlassen hatte, jetzt gekleidet als philosophischer Marxismus, der von der Dingwelt wei�, "Verdinglichung" als Verf�lschung des Denkens durch das Studium der �konomie begriffen hat und daher auch nicht mehr von der philosophischen Erkenntnis der Entfremdung des Menschen zur Kritik der politischen �konomie reifen muss, sondern von der Empfindung des "verdinglichten Menschen" wieder zur Psychologie der Philosophie gereicht. Adornos Denken ist daher wesentlich emphatische Psychologie, die sich als Philosophie der Wirklichkeit in der Kulturkritik wirksam macht und daher zur Kritik der politischen Kultur wenig beitragen kann.
Hegel und Adorno sind darin kontr�r, dass Hegel die Wahrheit im Begriff des Ganzen versteht, Adorno das Ganze als das Unwahre behauptet. Insofern ist er jenseitiger als Hegel, aber Hegel ist deshalb nicht wirklicher als Adorno. Wenn das, was ist, nicht wahr sein kann, weil das Ganze das Unwahre w�re, so kann das Ganze nur wahr sein, wenn das, was ist nicht ganz wahr ist. Wirklich und ganz wahr kann daher nur Denken von etwas sein, nicht Seiendes selbst.
"Wo alles ist, kann nichts sein" unterstellt allgemeines Sein ("Wo"), weil jede Wahrheit nur wahr sein kann, wenn sie nicht Idee ist. Sie bezieht sich auf das Ganze als Allgemeinheit von etwas Seiendem, seiende Allgemeinheit, die Sein hat. Da Wahrheit des Denkens also schon ein doppeltes Sein allgemein wei� ("Wo alles ist"), ist es die Selbstunterscheidung des Denkens, dem ein allgemeines Sein vorausgesetzt ist, das nicht meines, aber doch mir zugeh�rig ist: Ich bin nicht dort, wo alles ist. Ich kann gar nicht sein, wo alles ist, weil ich nicht allgemein bin, aber weil ich bin, muss ich dieses Allgemeine verstehen, um mich ganz zu wissen, um mit mir in allem identisch zu sein, Identit�t zu haben. Ich kann nicht alles sein, ich bin nur ohne alles. Wo alles, was ist, allgemein w�re, w�re ich ebenso nichts, wie alles zugleich nichts ist, was ist, weil es nichts bestimmtes ist, weil jedes bestimmte Sein wie auch die Bestimmung des Seins ihm �u�erlich bliebe. Daher kann, wo alles ist, nichts sein, weil jedes in dem, was allgemein ist, sich selbst aufheben m�sste. Aufhebung als Allgemeinheit ist nichts, zwar Gedanke oder Vorstellung oder Idee, aber wirklich nichts, reine Gedankenabstraktion. Jede Bestimmtheit w�rde in ihrer Allgemeinheit unendlich verschwinden, in einem Sein, das alles ist, durch das die Allgemeinheit auch selbst unendlich negiert w�re, unendliche Selbstaufl�sung. Das w�re das Ende nicht nur des Seins, sondern auch jeder Idee und jeder Wirklichkeit. So bleibt nur: "Wo alles ist, kann nichts sein".
Dies ist die verbliebene Philosphie, die Marx im Wertbegriff gegenst�ndlich formuliert hat. Es ist das subjektive Wissen des Werts, den alles hat, was in der b�rgerlichen Gesellschaft ist. In diesem Sinne zitiert Marx auch gerne Goethes Mephisto, der ausspricht, was die G�tter kr�nkt: "So ist denn allles, was entsteht, nur wert, dass es zugrunde geht".