Siehe

Zum Thema siehe auch  => Tittytainment



(S. 12 f "Die Globalisierungsfalle" von Hans-Peter Martin und Harald Schumann)

"Kein Raunen geht da durch den Raum, den Anwesenden ist der Ausblick auf bislang ungeahnte Arbeitslosenheere eine Selbstverst�ndlichkeit. Keiner der hochbezahlten Karrieremanager aus den Zukunftsbranchen und Zukunftsl�ndern glaubt noch an ausreichend neue, ordentlich bezahlte Jobs auf technologisch aufwendigen Wachstumsm�rkten in den bisherigen Wohlstandsl�ndern - egal, in welchem Bereich.

Die Zukunft verk�rzen die Pragmatiker im Fairmont auf ein Zahlenpaar und einen Begriff: "20 zu 80" und "tittytainment".

20 Prozent der arbeitsf�higen Bev�lkerung w�rden im kommenden Jahrhundert ausreichen, um die Weltwirtschaft in Schwung zu halten. "Mehr Arbeitskraft wird nicht gebraucht", meint Magnat Washington SyCip.Ein F�nftel aller Arbeitssuchenden werde gen�gen, um alle Waren zu produzieren und die hochwertigen Dienstleistungen zu erbringen, die sich die Weltgesellschaft leisten k�nne. Diese 20 Prozent werden damit aktiv am Leben, Verdienen und Konsumieren teilnehmen - egal, in welchem Land. Das eine oder andere Prozent, so r�umen die Diskutanten ein, mag noch hinzukommen, etwa durch wohlhabende Erben.

Doch sonst? 80 Prozent der Arbeitswilligen ohne Job? " Sicher", sagt der US-Autor Jeremy Rifkin, Verfasser des Buches "Das Ende der Arbeit", "die unteren 80Prozent werden gewaltige Probleme bekommen." Sun-Manager Gage legt noch einmal nach und beruft sich auf seinen Firmenchef Scott McNealy: Die Frage sei k�nftig, "to have lunch or be lunch", zu essen haben oder gefressen werden.

In der Folge besch�ftigt sich der hochkar�tige Diskussionskreis zur "Zukunft der Arbeit" lediglich mit jenen, die keine Arbeit mehr haben werden. Dazu, so die feste �berzeugung der Runde, werden weltweit Dutzende Millionen Menschen z�hlen, die sich bislang dem wohligen Alltag in San Franciscos Bay Area n�her f�hlen durften als dem �berlebenskampf ohne sicheren Job. Im Fairmont wird eine neue Gesellschaftsordnung skizziert: reiche L�nder ohne nennenswerten Mittelstand und niemand widerspricht.

Vielmehr macht der Ausdruck "tittytainment" Karriere, den der alte Haudegen Zbigniew Briezmski ins Spiel bringt. Der geb�rtige Pole war vier Jahre lang Nationaler Sicherheitsberater von US-Pr�sident Jimmy Carter, seither besch�ftigt er sich mit geostrategischen Fragen. "Tittytainment", so Brzezinski, sei eine Kombination von " entertainment" und "tits", dem amerikanischen Slangwort f�r Busen. Brzezinski denkt dabei weniger an Sex als an die Milch, die aus der Brust einer stillenden Mutter str�mt. Mit einer Mischung aus bet�ubender Unterhaltung und ausreichender Ern�hrung k�nne die frustrierte Bev�lkerung der Welt schon bei Laune gehalten werden."