Siehe

Zum Thema siehe auch  => Utopie in der Kritik



aus coforum.de

---- Der Begriff "konkrete Utopie" ist von Ernst Bloch im Hinblick auf die marxistische Kritik der Utopie gebildet worden. Utopie im Sinne dieser Kritik war die Vorstellung eines vollkommenen Gesellschaftszustands, die keine realistische Perspektive der �berwindung des gegenw�rtigen bietet, weil sie seinen Idealen blind verhaftet bleibt und nicht an "die wirkliche Bewegung" ankn�pft, "welche den jetzigen Zustand aufhebt." (Marx/Engels, Die deutsche Ideologie, MEW 3, S. 35) Bloch will der Verallgemeinerung einer solchen Krtitk auf jegliche Utopie entgegentreten, die Vielfalt und Ubiquit�t des Utopischen aufweisen und insbesondere die Unerl�sslichkeit sozialutopischer Antizipationen im Kontext marxistischer Praxis geltend machen.

aus http://www.ernst-bloch.net/owb/fobei/fobei27.htm

---- Utopien im allerweitesten Sinne sind alle rationell verfa�ten Konzepte einer anderen (sch�neren oder schlechteren) Welt (Pfetsch, S. 4). Aber auch die Darstellungen einer schlechteren Welt (Anti-Utopien, Dystopien) dienen wenigstens indirekt der Kritik des Vorhandenen oder Bef�rchteten - zielen also auf eine Verbesserung. In diesem Sinne sind Utopien "subjektiv gestaltete Zukunftsentw�rfe, die im Ganzen oder im Detail eine w�nschbare zuk�nftige Gesellschaft skizzieren" (Schwendter, S. 19). Sie m�ssen von uns - gegen den Zeitgeist der Horrorszenarien - selbst neu gefunden werden. Utopische Ziele sind vor allem jene, die im Augenblick nicht zu erreichen sind, weil sie den gegebenen Trends nicht entsprechen, sondern entgegenstehen.

Es geht uns nicht um die nicht zu verwirklichenden "Utopismen".

Konkrete Utopien beziehen sich auf die Tendenzen und Latenzen in der geschichtlichen Bewegung selbst. "Proze�haft-konkrete Utopie ist in den beiden Grundelementen der marxistisch erkannten Wirklichkeit: in ihrer Tendenz, als der Spannung des verhindert F�lligen, in ihrer Latenz, als dem Korrelat der noch nicht verwirklichten objektiv-realen M�glichkeiten in der Welt." (Bloch, S. 727). In diesem Sinne ist auch der Realismus selbst eine Einheit von Hoffnung und Proze�kenntnis (Bloch, S. 727).

Utopien sind also in diesem Sinne keine unerf�llbaren Wunschtr�ume, sondern als "konkrete Utopie", bzw. "Realutopie" k�nnen sie bei entsprechenden gesamtgesellschaftlichen Konstellationen Wirklichkeit werden (Schwendter, S. 20). Und ohne sie, "ohne �berlegungen, wie es denn anders als bisher sein sollte, entstehen keine Handlungsmotivationen" (Behrend, S. 23) f�r die Bedingungsver�nderung...

aus http://www.thur.de/philo/ku1.htm