Buchstabe Dem Im Kontext

Demografie

s.a.

=> Überbevölkerung

zitatup1j1a1a1 Übervölkerung
quelleup1b2 Altersrente
statist2up1 Altersstruktur in der BRD
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Arbeitsleben in der Bilanz
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Demokratie

"Wenn fünf Leute einen sechsten verprügeln, wird die Sache dadurch nicht besser, dass sie vorher mit 5:1 eine demokratische Abstimmung durchgeführt haben. Demokratisierung bedeutet meistens, dass die soziale Eingriffstiefe herrschender Strategien vorangetrieben wird - Partizipation begrenzt hier nicht Macht, sondern wird ihr Transmissionsriemen nach unten, zu den einzelnen Menschen, zum Alltag, zur konkreten "Mikropolitik". Demokratie verbürgt also keineswegs Emanzipation, und Emanzipation im demokratischen Zeitalter bedeutet immer auch Schutz vor "Demokratisierung", d.h. vor dem Anspruch anderer, im eigenen Leben herumzupfuschen." (Christoph Speer, "Gleicher als andere" S. 25)

Demokratie will Volksherrschaft sein, Herrschaft der Menschen über ihre Lebensformen nach Maßgabe ihrer Stimmen. Wieweit Stimmen für sich sprechen können, hängt davon ab, wie weit sie sich existenziell vermitteln, also wieweit das eigene Leben wirklich aus den Stimmen spricht und ihre Abstimmung das wirkliche Lebensverhältnis beeinflussen kann. Es wäre aber absurd, wenn über jeden Vorgang des Lebens abgestimmt werden müsste, wo er sich doch meist von selbst versteht. Abstimmung kann nur jenseits des einfachen Selbstverständnisses eine notwendige Stimme zur Bestimmung bringen (also nicht beliebige, unnötige), welche Erfahrungen in ihrem Konflikt zusammenführt und hieraus eine für alle Beteiligten offene Entscheidung für ihre Zukunft ausmacht. Die durch Meinung gebildete Stimme (siehe Wählermeinung) ist hiergegen höchst unbestimmt vermittelt und von vielen Verhältnissen der Politik, der Kultur und der Wahrnehmung abhängig (siehe repräsentative Demokratie).

Im näheren ist Demokratie eine Staatsform, die eine Verhältnisform der allgemeinen Produktions- und Reproduktionsbedingungen sein will. Wie weit die durch Meinung gebildete Stimme diese repräsentieren kann ist dadurch fragwürdig, dass die wählbaren Personen meist einer politischen Klasse angehören, die von diesen Verhältnissen abgelöst und selbstständig ist. Diese Form ist der eigentliche Status der bisherigen Geschichte der Demokratie seit ihrer ersten Formulierung durch Aristoteles. Die Abgehobenheit einer politischen Klasse, also eigentlich eine Aristokratie, war grundlegend, sowohl in der bisher bekannt gewordenen sozialistischen Demokratie, als auch in der bürgerlichen Demokratie. Auch die daraus hervorgegangene Kulturaristokratie, die als Kulturstaat im Faschismus herrschte (siehe auch Linksfaschismus) war nicht die Selbstverständlichkeit einer Produktionsgemeinschaft, die zu sein sie vorgegeben hatte. Demokratie beinhaltet immerhin die Vorstellung von einer Gesellschaft, in welcher sich die Menschen in ihren Lebensentscheidungen unmittelbar als Individuen auseinandersetzen und durch Abstimmung ihre gesellschaftliche Entwicklung beschließen.

Dies setzt allerdings voraus, dass jede Formbestimmung ihres Lebensverhältnisses aufgehoben ist und auch der Staat sich aufgehoben hat in einen Status des Lebens, der die Nöte seines Stoffwechsel und seiner Kultur durch Abstimmung zu einer Wende bringen und sich somit als allgemeine Notwendigkeit herausstellen kann (siehe Kommunismus). Ein solcher Status ist in seinem Resultat die Gewohnheit bewährter Entscheidungen, die nötig ist als Rechtsform, nicht wegen einer abstrakten Ethik des guten Seins, sondern konkret als Sittlichkeit und Gedächtnis der bisherigen Geschichte und als Grundlage neuer gesellschaftlicher Entscheidungen, wie sie sich aus den Bedürfnissen der Bevölkerung und dem Potential ihrer Befriedigung und Entwicklung ergibt.

Bezweifeln solche Entscheidungen die bisherigen Gewohnheiten, so bezweifeln sie im Wesentlichen deren Wirtschaftlichkeit, denn Gewohnheiten müssen wirtschaftlich sein. Von dieser Seite eines wesentlichen Zweifels kann Demokratie auch revolutionär sein, d.h. einen Bogen zurückführen auf wesentliche Fragen des menschlichen Lebens.

Demokratie kann kein Produkt bloß quantitativer Verhältnisse sein, ist also nicht einfache Herrschaft der Mehrheit über die Minderheit. Sie ist auch nicht egalitär, d.h. ohne Hierarchie; aber ihre Hierarchie muss dem Nacheinander und Übereinander der sachlichen Prozesse (z.B. Arbeitsprozess) entsprechen. Sie ist die notwendige Konfliktform, in welcher sich die Menschen verständigen müssen, die Notwendigkeit, die sie ihrer Freiheit geben müssen, um qualitative Formen sich quantifizieren lassen zu können. Daher muss in der Abstimmung auch der Status der Verhältnisse der Konflikte als Hierarchie ihrer Ebenen eingebunden sein (z.B. durch Räte, Konfliktgremien, Entwicklungsgremien). Ein demokratischer Staat kann also nur der Status einer gesellschaftlichen Hierarchie sein, wie er sich in den gesellschaftlichen Verhältnissen statuiert und auch ändert. Wesentlich gründet dies auf der Wirtschaftsform (siehe auch Sozialistischer Staat).

s.a.

=> bürgerliche Demokratie

=> Politik

Demut

Demut ist der unterworfene Mut, der in der Reflexion von fremdem Mut verharrende und sich verlierende Mut. Meist wird Demut aus Ehrfurcht oder zur Bewahrung einer hohen Würde gefordert: z.B. Ehrfurcht vor Gott oder vor dem Leben. Der Begriff selbst zeigt schon, dass Ehre, die gefürchtet wird, Demut hervorruft: Z.B. wo Gottes Ehre geboten ist oder die Würde des Lebens. Ob Gott demut verlangt, sei dahingestellt, aber das Leben? Auch wenn alles Leben eine ganze und ganz große Welt ausmacht, so ist es doch vom einzelnen Leben nicht unterschieden, kann keine Würde gegen es setzen, der Demut zu erweisen wäre. Was damit gemeint sein mag, ist eher eine Überwältigung, ein Erstaunen über das Leben und seine Herrlichkeit, der sich ein Mensch unangemessen fühlt, wenn er von Demut spricht. Findet er dann aber keinen Mut zu sich und findet er sein Leben nicht Selbstverständlich, so wird er sich den Führern und Gesetzen unterwerfen, die ihm Demut abfordern. Es ist ein Begriff der Reaktion, die eine allem entfremdete Achtung nutzt, um Menschen mit ihren Interessen zu bestimmen.

Demut soll den einzelnen Menschen einer Allmacht und Größe äußerer Wertigkeiten einverleiben, ihn zum Teil einer ihm fremden Menge machen. Darin wird das für ihn Wesentliche genutzt, um ihn einer damit umschriebenen Masse gleichzusetzten und gleichzuschalten. Es setzt vorraus, dass er an ein Wesen gemahnt wird, das er für sich erkennt und anerkennt. Dies wird ihm zur Überlebensgröße aufbereitet, indem es ihm als Bewältigungsmittel des Lebens vorgeführt wird (siehe hierzu auch Hellinger) und ihm damit auch zur Selbstüberwindung und -überwältigung taugt. Was er darin an Größe gewinnen kann, verliert er an Eigenem, aber was er allgemein erhält, lässt ihn dann vielleicht wenigstenz existieren. Demut ist der Tribut an eine geistlose Welt, die Eigensinn nicht erträgt. Und Demut verlangt und vollzieht die geistige Entfremdung und die Enteignung von Menschen.

s.a.

=> Mut