| Buchstabe H | ||
Der Sinn des Habens ist die Reduktion einer Beziehung zu einem Gegenstand auf die Form des Besitzes und ist bestrebt, ihn als Privateigentum so haben, als Gut und Haben oder auch als Guthaben. Wer dem Sinn des Habens folgt, ist bestrebt, alles zu seinem Mittel zu machen, worauf und wodurch er sein Leben bezieht. Es ist die Grundlage einer objektiven Lebensvermittlung (siehe auch Lebensmittel). | s.a. | |
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Anwendung suggestiver Techniken, um die Kontrolle des Verstandes auszuschalten. Wird manchmal in der Psychotherapie eingesetzt, um Gefühle aus ihrer Kontrolle zu nehmen. |
s.a. | |
"Definition: Die Handelsbilanz ist Teil der Leistungsbilanz. Sie enthält eine Gegenüberstellung des Warenexports (Aktivseite) und des Imports (Passivseite). Bei Exportüberschuss spricht man von einer aktiven Handelsbilanz. Die Leistungsbilanz umfasst den Warenhandel (Handelsbilanz), die Dienstleistungstransaktionen (Dienstleistungsbilanz: z.B. Reiseverkehr, Transportleistungen, Kapitalerträge, Lizenz- und Patentgebühren) und die Übertragungen (Ubertragungsbilanz: z.B. Überweisungen ausländischer Arbeitskräfte, Zahlungen an EU und intemationale Organisationeni Entwicklungshilfe)." (aus ISW-Report 35) | ||
Handelskapital ist ein Kapital, das dadurch entsteht, dass es von einer Hand zu anderen übergeht. Das Handelskapital versteht sich selbst gerne als Träger eines besonderen Geschicks, als Gewinnträger aus Unbezogenheiten, die durch die Beziehung über ihr Kapital unmittelbar selbst wertvoll werden. Tatsächlich realisieren sie hierbei allerdings lediglich die Verfügungsform von abstrakter Arbeit, also die Beziehung einer Arbeitsabstraktion auf die andere, die sie als Geld zu Händen haben. Ihr Gewinn steckt in der Wertdifferenz der Arbeiten, die sie in der Produktform als Ware, die reines Geld geworden ist, handeln. Sofern ihre Beziehung tatsächlich Arbeit produktiv zusammenführt, so ist das der Zufall ihrer Begegnung, die aber lediglich angewandtes Kapital zu nutzen versteht, nicht Handelskapital. Solchem Kapital erscheinen alle Gegebenheiten zufällig, da es selbst alle Vermittlung nur in sich weiß - solange sie eben bloße Abstraktion ist. Indem Handelskapital hierbei oft Brücken für das produktive Kapital baut, mag es sich selbst als Produzent von künftigem Kapital erscheinen; für sich bleibt es lediglich Konservator und Realisierer von Wert, der in der Produktion entstanden und im Verkauf von Produkten realisiert wird. Besonders gern versteht sich das globalisierte Kapital in seiner Ideologie, dem Neoliberalismus, als Träger von gesellschaftlicher Entwicklung. Aber selbst dort wird offenkundig, das es nur vermittelt, worauf es beruht: Auf menschlicher Arbeit. Es muss zunehmend vertuschen, dass es eine Art Negativverwertung betreibt, eine Auszehrung von Mensch und Natur zur Sicherung bestehender Wertlagen. | s.a. Abhandlungen von Marx über das Handelskapital (Marx-Forum): | |
Hass ist das Verbrennen von Liebe. Er ist nicht ihr Gegenteil, sondern das äußerste Moment ihrer Gefangenschaft und Neid auf ihre Herrschaft in einem. Im Hass ist die Liebe selbst sich nicht äußerlich, sondern durch und durch in sich, unfähig zum Zweifel - verzweifelt. Es ist daher der Selbstzweifel, welcher Hass aufhebt - ein Zweifel, der allerdings wiederum nur durch Liebe entstehen kann. Andererseits ist Hass auch Erkenntnis der äußersten Wahrheit, die Liebe hat, Ihr Leben und ihr Tod sind darin eins. Werden sie sich einig, so hebt dies zugleich alle Erkenntnis auf. Nur in der Bewegung von Liebe und Hass bewahrt sich noch Identität; in ihrer Erstarrung besteht absolute Selbstaufhebung, absolute Lähmung, vollständige Entrücktheit (siehe auch Verrücktheit), Katatonie. Für sich enthält der Hass die Vernichtung als Interesse, das aus Verzweiflung an seiner Liebe ensteht. Die Umstände, Bedingungen und Undurchdringlichkeit gewalttätiger Macht setzt den Menschen im Hass ausser sich und in den Zustand absoluter Ohnmacht, also auch in das Unvermögen, eine Kraft für die Änderung der Umstände und Bedingungen zu finden. Das Verhältnis von Macht und Ohnmacht wird so zum Teufelskreis des Selbstverlustes: Je ohnmächtiger der Hass, desto mächtiger die Verzweiflung. Aus ohnmächtigem Hass, der als dies nicht mehr wahrgenommen wird, entsteht überhöhte Liebe als Mittel der Verkehrung der Selbstwahrnehmung, welche Selbsthass erzeugt und die betroffenen Menschen hörig sein lässt (siehe auch Verfolgunsgwahn). | s.a. | |
s.a. Hausarbeit im Historisch-Kritischen Wörterbuch des Marxismus | ||
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s.a. | ||
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Das "Hier und Jetzt" ist eine psychologische Redewendung, die Bestimmtheit und Gewissheit in der Dimension von Raum und Zeit unmittelbar formulieren will, um aus der Unmittelbarkeit selbst die Substanz der Erkenntnis zu entnehmen. Damit wird das Unmittelbare zum Inbegriff der Selbstbestimmung und seiner Vermittlung wesentlich enthoben, der Augenblick unendlich bestimmt. Die Wesensbestimmung des Unmittelbaren ist notwendig umfangslogisch, hängt also vom Umfang der erfassbaren Augenblicke ab und ist daher immer eine Phänomenologie, die das Gegenteil von dem erreicht, was sie will. Sie bezweckt mit der unendlich bestimmten Unmittelbarkeit ein unendliches Sosein und auch unendliches Seinsollen dessen, was ist. Solche Formulierung behauptet also eine unendliche Wahrheit des Augenblicks, indem sie auf ihn insistiert und ihm allgemeine Dimension gibt. Sie kann eigentlich kein Substantiv sein, weil sein keine Substanz hat und auch nicht benötigt, die irgendeine Aussage wäre. Es ist nicht einmal ein Ereignis, sondern lediglich die Betonung dessen, was Wahrnehmung hier und jetzt vergewissern soll als räumliche und zeitliche Gegenwart und Anwesenheit, des Beweises, als Beweis für sich selbst: Du bist, wie du bist. Also: Du bist wesentlich grundlos, ohne Grund und Boden, ohne Geschichte. Solche Vergewisserung kündet von ungewisser Wahrnehmung, ist also eigentlich reduziertes Wahrnehmungsvermögen, magelnde Gegenwärtigkeit und Aufmerksamkeit, z.B. durch eine mächtige Selbstwahrnehmung. Es ist ein Begriff der Phänomenologie. Für sich ist weder "das Hier" etwas, noch "das Jetzt". Die Vergewisserung, dass jetzt und hier etwas ist, wäre durch dieses bereits erfüllt, wenn nicht doch man nicht (ganz) hier und jetzt wäre. Es ist die Betonung des Ganzen einer Gegenwart, die vielleicht nötig ist, wo man keine hat, vielleicht, weil man eigentlich keine haben muss, aber nötig ist, dass sie wäre - z.B. in Gruppensituationen, wo niemand auf den anderen eingeht oder ihn wahrnimmt, ein moralischer Appell zur Herstelllung dieser Ganheit des Augenblicks, gleich, ob er von den Beziehungen der beteiligten Menschen her möglich ist oder nicht. Das "Hier und Jetzt" wird zu einem Wert der Erfahrung, welche Regungen anspricht, die ihr zukommen sollen, die "eigentlich dazu gehören". Für dieses ist solche Bewertung ein Urteil über die Gegebenheit von Erfahrung, also eher eine moralische Metapher für solche Leute, die keine Gegenwärtigkeit kennen, weil sie ihre Vergangenheit nicht begriffen haben und die sich über ihre so gefundene Geschichtslosigkeit in dem berühmten "Hier und Jetzt" Selbstgewissheit verschaffen müssen oder wollen. Jetzt ist dann alles und zwar beliebig alles, was gerade jetzt ist, und daher wird auch alles zu nichts, weil es gerade nun nicht mehr ist. Weil unter der Bedingung, dass alles substanzlos ist, nichts genausogut etwas sein kann, ist das "Hier und Jetzt" ein Begriff dafür, das sein soll, was nicht ist und sein kann, was nichts soll und will. |
s.a. | |
Der Hintersinn ist ein Sinn, der keinen wirklichen Sinn hat, der aber hinter den wirklichen Sinnen wirkt und keine andere Gewissheit hat. Zunächst lässt sich seine Wirkung nur durch Deutung ergründen, die zu einer Analyse oder zu esoterischen Interpretationen gelangt. Im dialektischen Denken ist der Hintersinn der erschlossene Grund für ein Verhalten, das in Verhältnissen nicht aufgeht, weil darin alleine die Wechselseitigkeit von ausschließlichen Gegensätzen, die aneinander gebunden sind, wirksam ist. Das gemneinsame Dritte ist ein Hintersinn, der kein eigenes Sein hat, der also nur durch die Wechselseitigkeit von Verhalten besteht und zugleich hiervon real abstrahiert ist. |
s.a. | |
s.a.
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Der historische Materialismus (kurz: Histomat) entstand in der Auseinandersetzung mit der Philosophie, besonders mit Hegel 's Idealismus und dem Materialismus von Ludwig Feuerbach. In den sogenannten Feuerbachthesen Dabei sind Natur und Mensch wesentlich ununterschieden und nur im Prozess ihrer Geschichte zu verstehen - nicht als Begriff von Mensch oder Natur, sondern als eine Geschichte, die mit und in sinnlicher Praxis der Menschen vollzogen wurde und sich gesellschaftlich vollzieht. Von daher vollzieht die Geschichte der menschlichen Gesellschaft die Vermenschlichung der Natur. "Die Geschichte selbst ist ein wirklicher Teil der Naturgeschichte, des Werdens der Natur zum Menschen." (Karl Marx 1844 in MEW 40, S. 544) Die grundegende Einsicht hieraus ist, dass menschliche Bedürfnisse sich wesentlich praktisch mit der Erzeugung ihrer Gegenstände, im Entwicklungsprozess menschlicher Arbeit bilden und von daher der Entwicklungsprozess der Werkzeuge, der Produktionsmittel des Menschen die vorzügliche Lebenspraxis der Geschichtsbildung ausmacht. Der Mensch wird hierbei also nicht als ein Subjekt der Anschauung (siehe Phänomenologie) und Idee (siehe Idealismus), als ein in sich bestimmtes, als unabhängiges Subjekt begriffen, sondern als Subjekt, das in der Beziehung auf sein Objekt überhaupt nur Subjekt sein kann (was ja dem herkömmlichen Wortsinn auch entspricht). Der Marxismus versteht von daher menschliches Leben und seine Geschichte nicht als zufällig, sondern als Selbsterzeugungsprozess des Menschen, der notwendig aus der Natur sich zu einem spezifisch menschlichen Verhältnis zu sich als menschliche Gesellschaft gebildet hat, als Verhältnis seiner Bedürfnisse zu seiner Arbeit im Zusammenwirken der Menschen (siehe Wirklichkeit). In diesem Verhältnis besteht die Aneignungsform menschlicher Natur durch die Arbeit, welche sich mit ihrer Naturmächtigkeit entwickelt. Diese überwindet deren stofflichen Schranken, die bloße Notwendigkeit des rein stofflichen Seins und reduziert zugleich den Aufwand der Naturaneignung durch produktive Intelligenz, ist also wesentlich wirtschaftlich. In den menschlichen Bedürfnissen vollzieht sich von daher nicht einfach objektive Natur. Die Menschen selbst verhalten sich als Subjekt der Natur in eigener Freiheit, die in der Arbeit ihre Notwendigkeit und Vergegenständlichung hat, wie sie auch in ihrer Objektivität die historischen Bedingungen ihrer Subjektivität, die Mittel ihrer Selbsterzeugung als menschliche Gesellschaft vorfinden. Der Produktionsprozess der Menschen ist daher ihr Selbsterzeugungsprozess, indem sie darin ihre Bedürfnisse objektivieren, die Freiheit ihrer Sinnbildung vergegenständlichen zu einer historischen Stufe ihrer Produktion, aus welcher sich auch ihre historische Form erklärt, so wie diese auch hierzu anachronistisch werden kann. Die Menschen sind natürliche Wesen, die sich frei zur Natur vehalten, die ihr eigenes Wesen in den Gegenständen erkennen, die sie hervorbringen, die ihr natürliches Sein als naturstoffliches Sein zu einer menschlichen Kultur gebracht haben als die Freiheit ihrer Natur, durch welche sie von ihr zugleich unterschieden sind. Nur durch ihren gesellschaftlichen Entwicklungsprozess als Naturmacht wurde die Naturgeschichte der Menschwerdung zu einer Geschichte der menschlichen Gattung, der "Menschwerdung der Natur" (Marx), zur "Bildungsgeschichte der menschlichen Sinne" (Marx). Von daher versteht er auch sich selbst als geschichtlich, nicht als Position zum Leben der Menschen, sondern als geschichtliche Position, nicht von der Natur determiniert, sondern als natürliche Determinante, nicht als Lebensauffassung oder Seinsbestimmung (siehe Ontologie), sondern als lebendiges Sein der Menschen selbst, als Dasein in ihren geistigen und materiellen Auseinandersetzungen. Aus seiner Kritik an Hegel ging hervor, dass sich die Geschichte der Menschen nicht aus der Selbstenfaltung des Weltgeistes erklärt, sondern aus dem Prozess der Menschwerdung von Natur, aus der Entwicklung ihrer Arbeit, ihrer Produktionsmittel und Intelligenz zu einem gesellschaftlichen Reichtum, der die Bornierungen der Natur überwindet und den Menschen als Moment der Natur sich zur Natur menschlich, und das heißt als gesellschaftliche Naturmacht verhalten lässt. Der historische Materialismus geht davon aus, dass alles Leben nur in seiner materiellen Geschichte erkennbar ist, Erkenntnis selbst natürliche Geistestätigkeit ist. Damit sollte die bisherige Philosophie der objektiven und subjektiven Geister, mit den verschiedenen Interpretationen der Geschichte beendet sein: "Die Philosophen haben die Welt nur verschieden interpretiert; es kommt aber darauf an, sie zu verändern." (MEW 3, S. 534) Es war dies ein Ende philosophischer Identitätssuche in verschiedenen Theorien zum Sein als solchen (siehe Ontologie) und also auch ein gänzlich neues Verständnis menschlicher Identität und damit auch von Wahrheit. Sie gründet unmittelbar auf der menschlichen Lebenspraxis, dem Stoffwechsel und seiner Fortpflanzung im weiten und im engeren Sinn: Der Selbsterzeugung des Menschen. Geschichte ist nichts anderes als ihr Verlauf, das Werden des Menschen in den Phasen seiner Selbsterneuerungen (Revolutionen). Diese kennzeichnen die Epochen der Lebensgestaltung, die Entwicklung der gesellschaftlichen Arbeit von der Naturabhängigkeit des Menschen hin zur Vermenschlichung der Natur. Die Arbeit löst sich in diesem Prozess selbst aus den Borniertheiten der Naturgewalt und bemächtigt sich ihrer Elemente (Feuer, Wasser, Luft, Erde und Licht) durch menschliche Geisteskraft in der Entwicklung der Produktionsmittel - bis hin zur Freiheit von der natürlichen Beschränkung des Menschen aus der Materie der Natur. Von daher ist jede Geschichte menschliche Naturgeschichte, Werden menschlicher Sinnlichkeit und menschlichen Reichtums. Und auch nur aus dessen Naturgeschichte heraus ist zu begreifen, warum die Mächte, die sich der menschlichen Geschichte entgegenstellen, als Naturgewalt erscheinen: Sie fungieren als negierte Natur, als Realabstraktion organischer Notwendigkeiten, und es macht die Stringenz, Nachhaltigkeit und Wahreit der Marx'schen Theorie aus, dies erkannt zu haben und hiervon auszugehen. Als Naturmacht erschienen den Menschen ihre Natürgötter, ihre Sklavenhalter, ihre Lehnsherren und das Kapital, weil durch sie ihre Natur als menschliche Gesellschaft entzogen verblieb, der Mangel ihres Menschseins in ihrer jeweiligen Gesellschaft als notwendiger Mangel der Natur fixiert zu sein schien, weil die Besitzhabenden dieser Macht das nötig hatten, bis eine Selbsterneurung der Gesellschaft (siehe Revolution) sie ablösten und eine höheren Entwicklungsstufe des menschlichen Lebens ermöglichte. Revolutionen waren von daher die "Lokomotiven der Geschichte" (Marx). Die Beherrschung und Zusammenführung der Produktivkraft des Menschen ist verschiedenen Phasen unterworfen und stellt die Geschichtsepochen von den Stammeskulturen der Naturreligionen über die Sklavenhaltergesellschaft der Kriegervölker zur Feudalgesellschaft des Gottesgnadentums und der industriellen Produktion der bürgerlichen Gesellschaft bis hin zu einer menschlichen Gesellschaft, einer Gesellschaft, worin die Menschen Subjekte im konkreten Zusammenhang ihrer Selbsterzeugung sind: der kommunistischen Gesellschaft. Der Geschichtsprozess der Arbeit selbst ist die Heraussetzung des Lebens in seine Gegenständlichkeit (Objektivität) und die Bildung und Entwicklung von Leben aus dieser. "Die ganze bisherige Geschichte ist der Bildungsprozess der menschlichen Sinne" (Marx), aber bisher nur als eine "Geschichte der Klassenkämpfe" (Marx). Der historische Materialismus sieht die Geschichte der Menschheit in einem Streit um die Naturaneignung, der in der Phase des Kapitalismus sein Ende gefunden hat und zu einem rein politischen Kampf um die Verfügungmacht über die Produktionsmittel geworden ist. Als solcher ist er ein Anachronismus gegen die menschliche Geschichte überhaupt und kann sich nur aufheben, indem die Menschen eine Gesellschaftsform eingehen, in der diese Macht den Menschen allgemein übereignet ist, in der sie so subjektiv sind, wie sie ihre Objekte erzeugen. Subjekt gibt es nach Marx nicht ohne Objekt. Es ist durch sein Objektivsein sich selbst unterworfen, wie es dieses auch bestimmt. Das besagt schon der Wortstamm (lat.: subicere = unterwerfen, subiectum = das Unterworfene). Seine Freiheit besteht in der "Einsicht in die Notwendigkeit" (Hegel), sein Leben bewusst zu gestalten. Die Unterwerfung des Subjekts wird dadurch zu seiner Befreiung, dass es Objektivität erzeugt, dass es sich außer sich setzt, sich in anderes Sein versetzt, sich ändert und diese Änderung als seine Geschichte gestaltet. Demnach gibt es nur eine geschichtliche Beziehung von Subjekt und Objekt, ein beständiges Aufgehen und Aufheben des einen im anderen als Verhältnis des gegenständlichen Verlangens und Gestaltens (das macht die Dialektik des historischen Materialismus aus). Nach Marx ist der Mensch in seiner Selbstvergegenständlichung begriffen, Subjekt und Objekt seiner Geschichte. Ihm gilt seine Welt daher subjektiv als Gegenstand. Vergegenständlichung ist Arbeit, Naturalisierung des menschlichen Wesens, Erzeugung und Reflexion seiner Natur wie Verwirklichung der Natur überhaupt, die dadurch angeeignet wird, dass aus ihr menschlicher Reichtum stofflich wie geistig als ein Gegenstand von und für Menschen gebildet wird (siehe auch Kultur). Der historische Materialismus wurde von Lenin und Stalin zu einem Geschichtsdeterminismus umgedeutet, indem er mit dem Dialektischen Materialismus gleichgesetzt wurde und die geschichtliche Bewegung überhaupt mit einer dialektischen Bewegung eines rein materiellen Begriffs, also durch ihn überhistorisch determiniert wurde. Diese widersinnige Umkehrung von Begriff und Geschichte führte zu einer radikalen Auslegung der Theorie von der "Diktatur des Proletariats" (siehe "Probleme des Marxismus"), wie sie von Marx nie gemeint war. | s.a. => Dialektischer Materialismus siehe hierzu auch "Probleme des Marxismus"
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s.a.
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In seinem Buch "Hitler als Vorläufer" (Luchterhand 1998) beschreibt Carl Amery sehr plastisch und praktisch die Fragen der Postmodernen in ihrer brutalsten Antwort als Hitler-Formel: Die Frage, die gestellt wird nach dem Überleben der Menschheit angesichts einer allgegenwärtig gewordenen Gesellschaftskrise (siehe Krise) wird beantwortet durch Elitebildung und Selektion in tödlicher Stringenz. Hierfür wird die menschliche Geschichte zunächst auf eine Form der Naturgeschichte reduziert, die in eine ebenso "natürliche" Verknappung der Lebensressourcen geraten sei, um daraus die Notwendigkeit abzuleiten, dass es überflüssiges Leben gibt. Hieraus wird das Bild eines Herrenmenschen zum Maßstab der Selektion auf der Basis einer Diskrepanz von kultivierter und unkultuvierbarer Menschen herausgearbeitet und als Rassentheorie unterlegt. Solche Grundlagen, wenn auch ohne offen rassistischer Begründung finden sich auch in den Vorstellungen der Selbstbegründung der Hegemonialmacht USA (siehe Kampf der Kulturen) als Begründung der "Weltordnungskriege". |
s.a. | |
Hochkultur ist die reflektierte Kultur, also die Zusammenhänge der Reflexionen, welche sich in einer Kultur entwickelt und etabliert haben, die etablierten Kunstformen, Werte, Religionen, Sitten und Gebräuche usw.. In Deutschland wird dies oft ausschließlich unter Kultur verstanden. Aber überall sonst wird Kultur auch materiell und sinnlich aufgefasst, identisch mit Zivilisation. Hochkultur ist auch das, was im Marxismus als "Überbau" verstanden wurde. Hochkultur ist die institutionalisierte Kultur, welche sich als ethisches und sittliches Korrektiv zu einer Gesellschaft verhält, zugleich aber auch der enthobene Hochgenuss der Kultur ist, die höher wertige Kultur, welche als etablierte Kultur sich ästhetisch über der Alltagskultur begründet und zugleich Elite der Kultur sein will. Sie ist der Kulturraum, worin sich das Wahrnehmungsverhältnis selbständiger Ästhetik (z.B. als Mode, Kunst, Kult, Liturgie) ereignet. |
s.a. | |
Der Holocaust bezeichnet die deutsche Vernichtungsmaschinerie, die in der Zeit des Dritten Reiches (siehe Nationalsozialismus) zur industriellen Ausrottung des Lebens von Juden, Homosexuellen, Kommunisten, Sintis und "Geisteskranke" (siehe auch Euthanasie) errichtet wurde. Der Massenmord wurde ideologisch und logistisch langfristig vorbereitet und planmäßig durchgeführt. Einzigartig in schlechtester Bedeutung des Wortes bleibt hierbei die ungeheuerliche Planungs- und Verwaltungsmaschine, die für sich, und völlig unbeteiligt an menschlciher Wirklichkeit, einen gigantischen Massenmord an Menschen organisiert, geplant und durchgezogen hat, die anderen Glaubens (z.B. Juden), anderer Kultur (z. Sintis), politischer Ausrichtung (z.B. Kommunisten) oder Lebensart (z.B. Homosexuelle, Behinderte) waren. In Europa gab es allerorten zwar auch sonst die Verfolgung und Vernichtung von Juden und Sonderlingen, nirgendwo jedoch wurde deren Auslöschung so kalt und kalkuliert betrieben, wie durch die deutsche Vernichtungsmaschine. Der Massenmord war so schlicht und sachlich organisiert, dass er in der Tat und im vielfältigen Sinne des Wortes unglaublich war. Es ist eines der Merkmale des Faschismus, eine strenge Sortierung der Welten so stringent durchzuziehen, dass sie aus dem konkreten Leben heraus faktisch nicht nachvollziehbar und gerade deshalb durchführbar ist. Der Judenhass, der in antisemitischen Rede- und Verhaltensweisen in Europa und Asien seit Jahrhunderten besteht, wurde im Holocaust von den Nationalsozialisten genutzt, um ein verbrecherisches Restaurationsprogramm des deutschen Kapitalismus durchzupeitschen. Dem Holocaust geht der Niedergang des deutschen Kapitalismus voraus, der durch Hitler nach der Weltwirtschaftkrise wiederbelebt werden sollte: Die Schuldenaufnahme im Ausland (besonders in Russland) sollte nicht beglichen, sondern durch Kriegseroberungen getilgt werden und zugleich sollte der Krieg in einem durch Reparationsleistungen völlig geschwächten Land durch unentgeldliche Arbeit, durch Zwangsarbeit ermöglicht werden. Für letztere war die Nutzung kultureller Stigmatisierung (die Andersartigen sollen sich durch Arbeit für das Reich nützlich machen) vorausgesetzt. Dies ist nicht durch ökonomische Realitäten, z.B. Angst vor Arbeitslosigkeit und durch "gewöhnliche" Ausbeutung der Arbeitskraft verwirklichbar, sondern durch Todesbedrohung: Alles "lebensunwerte Leben" wurde in dieses Kalkül einbezogen und der Tod zum Maß der Erpressbarkeit. Wer nicht sterben musste, weil er noch arbeitsfähig war, "durfte" dies "für das Reich" in Arbeit umsetzen. "Arbeit macht frei", das war der zynische Spruch, der überall den Zugang in die Konzentrationslager, die Arbeitslager der Nationalsozialisten, vermittelte. Tatsächlich war er das Spruch eines ungeheuerlichen Kalküls: Wer schon der nationalen Kultur nicht entsprach, der sollte sich nützlich machen, bevor er seinem "Schicksal" als Undeutscher in den Tod zu folgen hatte. Eine Chance hatte er nicht. Es war der Mord des reinen Profits der Auspressung von diskriminierten Menschen und zugleich eine Bedrohung aller BürgerInnen, die sich der nationalsozialistischen Gesinnung gegenüber nicht willfährig zeigten. Die Technik der Vernichtung war vollkommen angewandte Maschinerie mit einer hochdimensionierten Ideologie des absoluten Kapitals versehen, Menschenverachtung aus Profitgier bis zur Vernichtung, und vollkommene Kultur, Menschenabsonderung in absoluter Lebensenthauptung. Das ganze Programm wurde von Technokraten wie z.B. Eichmann, in stumpfsinniger Lebensverachtung durchgezogen. Die Konzentrationslager waren so platziert, dass sie der Kriegsindustrie dienlich waren. Dort wurden von den Arbeitsfähigen Verkehrswege und Waffen produziert; die Schwachen wurden umgebracht. Beides war geplant und gewollt. Ihre Vernichtungsraten wurden wie eine Sachlistung behandelt, welche die Vernichtung von "lebensunwerten" Menschen ebenso abhandelte, wie ihre Verwertbarkeit. Beides war für den Nationalsozialisten gegenüber dem Undeutschen dasselbe. Das ist die eigentliche Ungeheuerlichkeit des "Undenkbaren": Die Gleichzigkeit von Kapitalisierungsinteressen und Menschenverachtung war das einzigartige Deutsche. Judenverfolgung und -vernichtung gab es auch in anderen Ländern, nirgends aber mit dieser Kapitabornierten Verächtlichkeit. Deutschland war eben auch in Notzeiten ein "reíches Land": Reich an "Menschenmaterial". Und dies ist letzlich die Bedingung für jede Restauration von Kapitalismus. Der Holocaust war für die Kulturtheorie nach dem Dritten Reich zum Sinnbild der Unfassbarkeit faschistischer Unmenschlichkeit, das absolut Amoralische, zu dem es Menschen gebracht hatten, Gipfel der Barbarei. Er stand auch für die Ungeheuerlichkeit eines Machtapparats, die zu verstehen sich dem Denken verbieten sollte, das "Undenkbare" (Adorno, Horkheimer), das keiner Erklärung mehr fähig sei. Es ginge nur noch darum, alles zu tun, "damit Auschschwitz nicht sich wiederhole" (Adorno). Dieses implizite Denkverbot der Moralität formulierte allerdings nur die Abwendung des Intellekts vor der Geschichte, die er zuvor auch nicht zu begreifen vermochte. In dieser Abwendung wird es auch für Taten nicht wirksam, sondern schmeichelt eher dem Selbstgefühl des Moralisten, der bereit war, seinen Lebensgenuss dem Gedächtnis an den Holocaust zu opfern ("Nach Ausschwitz lässt sich keine Sonate mehr genießen"). Das "Undenkbare" lässt sich aber nicht nur denken, es muss auch gedacht werden. Wir können auch heute nicht sicher sein, dass Politik damit arbeitet, "Undenkbares" zu planen und durchzuführen, wenn es für den Systemerhalt notwendig scheint. Mit dem Holocaust wurde die Gleichzeitigkeit kultureller und kapitalistischer Bestimmungen zum Grund für eine Ausrottungsstrategie, die dem deutschen Kapitalismus einen Neuanfang bescheren sollte, indem er die Menschen mit Kulturmitteln disziplinierte, um sie zu verwerteten, ohne vollständig für ihre Reproduktion aufzukommen. Dies war das prinzipiell Neue. Hitler hatte nach dem ersten Weltkrieg aus der einfachen Anschauung eines Mannes, der "nichts mehr zu verlieren hatte", einen Plan entwickelt, mit dem er alles gewinnen wollte: Wiederaufbau und Fortentwicklung der deutschen Infrastruktur mit Mitteln aus dem Ausland, das sich die Fehler seiner Reparationspolitik eingestehen musste, und Machtentfaltung in bis dahin unbekannter Dimension, um "die deutsche Art" weltbestimmend und unangreifbar auszubreiten. Dies beides machte den spezifisch deutschen Faschismus aus und wurde letztlich im Holocaust umgesetzt. | s.a. | |
s.a. => Dialektischer Materialismus
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Homosexualität siehe Gleichgeschlechtlichkeit | ||
Hörig ist, wer auf jemanden oder etwas bedingungslos hört und dem folgt, was darin bestimmt ist. Der hörige Bauer war im Feudalismus der Leibeigene, der Bauer, der nur als ausführender Leib des Herrn fungiert hatte. Hörigkeit setzt Gehorsam "bis aufs Wort" voraus, der für die seelische Identität als ihre Stimmung notwendig ist. Darin ist ihre Absicht entäußert und in fremdem Sinn, so dass sich ein Mensch diesem beugen muss, wo immer er sich ausdrückt. Hörig ist also das Hören eines fremden Sinnes, der Macht über einen Menschen hat und dem deshalb zu gehorchen ist: man horcht, lauscht auf etwas, das hinter allem Fremden steckt, abstrakten Sinn hat, gerade um hiervon frei zu kommen. In der Hörigkeit steckt die unendliche Beziehung einer Selbstbefreiuung durch andere, die auf das hört, was sie daran hindert, frei zu sein, weil sie sich in das begeben hat, was die Scheinwelt ihrer Befreiung ist (siehe auch Sekte). Hörigkeit kann auch bewusst erzeugt werden durch systematische Identitätszerstörung (siehe Psychofaschismus) in geschlossenen Welten. Sie ist der Boden, worauf ein Verfolgungswahn entsteht, wenn sie der Grund einer Liebesbeziehung ist (siehe hierzu auch Familie). | s.a. | |
Samuel P. Huntington (geb. 1927), ist Professor für Politikwissenschaft und Leiter des John-M.-Olin-Instituts für Strategische Studien an der Havard Univerität. Er war bis 1998 Berater des US-Außenministeriums und Mitbegründer der Zeitschrift Foreign Affairs. In zahlreichen Fachpublikationen hat Huntington seine Sicht der Perspektiven der Weltpolitik im 21. Jahrhundert verbreitet. Die John M. Olin Foundation war 1953 von John Merrill Olin mit Geldern der Chemie- und Waffenindustrie gegründet worden. Sie hat über $380 Milliuonen Dollars an konservative „Think tanks“ verteilt, die für die Medien und Regierungsprogramme an einflussreichen Universitäten arbeiten. Die Olin Foundation entwickelte die Grundlagen der konservativen Bewegung von „Law and Economics“, welche heute die Politik der Neocons darstellt. Aus ihr bildete sich 1989 das „John M. Olin Institute for Strategic Studies“, das infolge eines nationalen „Sicherheitsprogramms für internationale Angelegenheiten“ der US-Regierung als selbständige wissenschaftliche Rahmenorganisation des „Weatherhead Centers for International Affairs“ gegründet worden. Der Direktor wird vom Dekan der Harvard-Universität in Absprache mit dem Direktor des „Weatherhead Centers“ der US-Regierung bestimmt. Seine zentralen Aufgaben sind die Durchführung politisch relevanter Forschung zu entscheidenden Fragen der Sicherheit und Strategie der „USA und ihrer Verbündeten“ und der Entwicklung, Vermittlung und Ausbildung von Sicherheitsstrategien in Schulen, Universitäten, Forschungsanstalten und Regierung. Huntington hatte 1993 mit einem kurzen Papier die These vom "Kampf der Kulturen" aufgestellt, die ihm einen Forschungsauftrag des von ihm selbst geleiteten "John-M.-Olin-Instituts für Strategische Studien" einbrachte, der auch mit Geldern der "Smith Richardson Foundation" gesichert wurde (so schreibt es Huntington selbst auf S. 14 seines Buchs "Kampf der Kulturen"). Man kann davon ausgehen, dass sich hierüber vor allem Gelder des militärischen Industriekomplexes der USA verteilen. Sich selbst versteht Huntington als liberalen Vordenker notwendiger Sicherheitsinteressen, der die Kriege vermeiden wollte, die implizit aber durch seine Texte begründet, gestützt und bestärkt wurden. Es ist aber kaum glaubhaft, dass er so naiv ist, nicht zu wissen, was für die Industrie und die Politik und vor allem für den idnustriellen Militärkomplex der USA ansteht, wenn sie seinen Auffassungen folgt und es ist auch kaum zu glauben, dass er seine Texte nur in friedenspolitischer Mission geschrieben hat, wie er es vorgibt. Allerdings begründet sich konservatives Denken immer auch aus der erhofften Rückvergütung reaktionen Denkens durch Umkehrung der Geschichte, die Illussion eines Friedens durch Macht und Gewaltandrohung (siehe hierzu auch die Begründung von Barbarei). Aber er selbst hat sich gegen den Golfkrieg ausgesprochen und ist ein Kritiker der Politik von George W. Bush - vielleicht auch nur aus Selbstschutz vor seinem eigenen Werk und dessen Konsequenzen. Von da her wäre er ein typischer Vertreter der amerikanischen Selbstverständlichkeit, Friedenspolitik durch Machtpolitik zu betreiben, Frieden aufzuzwingen ohne die eigene Gewaltanwendung wahrzuhaben, lautlose Machtausübung als "Friedenssicherung". Das mit den Geldern seines konservativen Think-Tanks 1996 entstandene Buch "Kampf der Kulturen" dient heute als Legitimationsgrundlage der US-Politik für eine "neue Weltordnung" und die sie erzeugenden "Weltordnungskriege". Sie leitet sich aus dem Verständnis westlicher Ethik als das Wertesystem einer "reifen Gesellschaftsordnung" (ebd. S. 497) ab, die in der Lage sei, ein "goldenes Zeitalter" (ebd.) hervorzubringen und wendet sich gegen die "primitiveren" Religionen, die Huntington in einer wissenschaftlich unhaltbaren Weise mit Kulturen gleichsetzt, die sich religiösen Dogmen unterworfen hätten. Dort sei die "Friedensfähigkeit" des Westens (gemeint ist USA und Europa), welche die Aufklärung hier beschert hätte, noch nicht erreicht und daher eine "Stärkung" des Westens gegen die darin schlummernden Konflikte nötig. Besonders im Islam bestünde ein bisher noch unerkanntes "Hasspotenzial" gegen alles Außerislamische - also: Vernichtungsinteresse. Sein Buch ist eine implizite Kriegserklärung an die Völker der armen Länder, unter denen immerhin 95% der Erdölvorräte der Welt lagern. Huntington hatte sich aber nicht für den Einmarsch in den Irak ausgesprochen. Er lieferte nur "wissenschaftliche Grundlagen" - oft in liberalem Gestus. Immerhin beschreibt er neue Fronten, die von den eigentlichen Interessen ablenken sollen: "Die zukünftigen Fronten beruhen nicht mehr auf politischen, ideologischen oder ökonomischen Gegensätzen (!), sondern verlaufen zwischen den großen Weltkulturen, zwischen chinesischer, japanischer, hinduistischer, islamischer, westlicher, lateinamerikanischer und afrikanischer Kultur. ... Das westliche Ideal einer offenen und demokratischen Gesellschaft wird in die Defensive geraten." (Klappentext von Huntington's "Kampf der Kulturen"). Dies ist die Kriegsvorbereitung für Kriege, wie z.B. gegen den Irak, die nur stattfinden, um aus der vermeintlichen Defensive Angriffe im Vorhinein zu starten, wie es der Zweck von Untergangstheorien ist. Die Beweisnot für die Kriegsbegründung gegen den Irak hat dies zur Genüge offengelegt: Auch ohne Massenvernichtungswaffen bleibt der Irak aus diesem Blickwinkel ein gefährlicher Gegner. Die Politik wird also nicht scheuer, wenn sie ihr Tun nicht begründen kann, sie wird nur klüger und die Menschen in ihrem Willen besser einschwören (s.a. Weltfaschismus). | s.a. Wolfram Pfreundschuh: "Der sogenannte Kampf der Kulturen - eine ungeheuerliche Inszenierung"
Siehe hierzu auch:
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"Humanismus ist ein reflektierender Anthropozentrismus, der vom menschlichen Bewußtsein ausgeht und die Wertsetzung des Menschen zum Objekt hat, – unter Ausschluß dessen, was ihn sich selbst entfremdet, entweder indem es ihn übermenschlichen Mächten und Wahrheiten unterwirft oder indem es ihn untermenschlichen Zwecken nutzbar macht.– Humanitas nannten schon die Römer, besonders Cicero, die ethisch-kulturelle Höchstentfaltung der menschlichen Kräfte in ästhetisch vollendeter Form, gepaart mit Milde und Menschlichkeit. Humanismus nannte sich sodann die der Scholastik und der geistigen Vorherrschaft der Kirche mehr und mehr entgegentretende Bewegung, welche zu Beginn der Neuzeit das Ideal der rein menschlichen Bildung und Haltung aus den neuentdeckten Werken der Alten zu gewinnen suchte." (Philosophisches Wörterbuch, begründet von H. Schmidt, 18. Auflage, Alfred Kröner Verlag Stuttgart) | s.a. | |
Ob der Humor aus dem Lateinischen (Körperflüssigkeit) mit dem aus dem Englischen (Wesensart, Gelassenheit) denselben Ursprung hat, sei dahingestellt: "Humor ist, wenn man trotzdem lacht!" Das schafft Abstand, ist aber witzlos. Humor hat Witz, wo er an der Sache ist, eine wahre Seite anspricht, ohne das Ganze zu meinen, ihr so aber auch ihren Ernst nimmt - oft die einzige Art, sie zu ertragen. Er ist die Therapie gegen die Gewohnheit, die Lust gegen die Erbitterung. Schlimm, "wer seinen Humor verliert". Er oder sie hat wirklich "nichts mehr zu lachen". Gerade weil er von der Philosophie so gänzlich ungewürdigt ist, muss er hier mal hervorgekehrt werden - schließlich lässt auch sie sich in Wirklichkeit nur mit Humor ertragen. Ähnlich auch die Psychotherapie: Nur wer sich mal so recht über sie lustig machen kann, hat eine Chance, ihr zu entkommen! Jeder Wahnsinn hat seinen Witz. Wenn er den verliert, dann ist er tot. Wirkliche Therapie kann nur durch Humor gelingen. Die Krankheit ist, dass wir die bürgerliche Kultur zu ernst nehmen. Aber wenn man es nicht tut, dann begreift man sie auch nicht... Das Leben ist wie eine Zigarettenschachtel. Es endet tödlich. "Leben gefährdet Ihre Gesundheit." Lassen wir es wenigstens gut gehen. |
s.a. | |
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Hysterie ist der ideologisierte Begriff für eine verselbständigte Körperwahrnehmung, in welcher ein von der Wahrnehmung ausgeschlossenes und abgetrenntes Leiden (siehe Verdrängung) aufgefasst wird. Ideologisch ist der Begriff, weil er eine Beziehung zu rein sexuellen und eigentlich weiblichen Gefühlen behauptet und nahelegt, dass es hierbei um eine Verselbständigung von Sexualität im Sinne einer "Konversionsstörung" ginge. Dies ist der Aufguß eines Sexualitätsbegriffs, wie er von Sigmund Freud eingeführt war, nach welchem sich darin ein Widerspruch zwischen sexueller Natur und sexualverdrängender Kultur auftue, - als Aufgebäumung eines verdrängten Verlangens nach geschlechtlicher Vereinigung (siehe hierzu auch Psychoanalyse). Der Begriff wurde erstmals von Hippokrates verwendet und auf uterale Selbstwahrnehmung, also auf weibliche Wahrnehmung bezogen. Er hatte dann aber meist eher die Bedeutung von suggestiv bedingter "Übererregtheit" (z.B. Massenhysterie), die erst durch Charcot, Breuer und Freud naturwissenschaftlich umgedeutet und als die Grundform jeder "Neurose" angesehen wurde. Die Biologisierung des Hysterie-Begriffs war Produkt der Aufklärung, insofern darin die Abspaltung des Körperlichen vom Geistigen weitergetragen wurde. |
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