| Buchstabe Lo | ||
Logik ist die allgemeine Form einer notwendigen Folgerung aus der Erkenntnis eines Prinzips, das Wirklichkeit aus den notwendigen Folgen ihres Grundes beschreibt. Sie erklärt damit nicht Natur oder Leben, wohl aber Notwendigkeiten, die sich darin in lebendiger Beziehung ergeben haben, - nicht subjektiv, sondern als selbständige Objektform, als eigenständige Zwangsläufigkeit von Ursache und Wirkung, als Vernunft der Sache selbst, wie sie in dieser selbst bestimmt ist. Logik ist damit die Darstellung einer objektiv verselbständigten Vernunft von voraussetzungslos erscheinenden Bestimmungen in ihrer bloßen Schlussfolgerung jenseits ihrer Substanz, also die Form der Erschließung von notwendigen Zusammenhängen existenter Formen. Als solche scheint sie unabhängig, überhistorisch und jenseits der Subjekte solcher Wirklichkeit, Notwendigkeiten jenseits ihrer Beweggründe und ihrer Entschlüsse. Von daher ist sie die Beschreibung der prinzipiellen Form von Lebensverhältnissen, die sie in ihrer Geschichte jenseits ihrer lebenden Inhalte eingenommen haben. Und dies macht ihr wesentliches Problem: Geschichte kann Logik nicht begründen, sie wäre schon bestimmt, ohne wirklich zu sein. Und ohne Geschichte ist Logik in Wahrheit nichts. Deren Substanz setzt sie voraus. Man kann sich vergangenes Leben in einer Logik der Geschichte erschließen, so man ihre Inhalte als Grund ihrer Entstehung kennt und hierin ihre Form versteht, nicht aber die Geschichte selbst als logisch begründet begreifen, das es ledigllich die Formbestimmungen sind, die einen logischen Grund der Geschichte ergeben (siehe hierzu den historischen Materialismus). Eine Verwechslung von Form und Inhalt der Geschcihte stellt z.B. der Darwinismus dar, wenn er die Modifikationen des Lebens aus den Bestimmungen und Schranken seiner Umwelt folgert. Deren Formen mögen zwar Leben auslöschen oder dazu veranlassen, sich zu ändern, aber sie können nicht den Sinn der Veränderung erklären und damit ihre wirkliche Geschichte nicht erfassen. Es ist das Dilemma solchen Denkens, dass es eine unendliche Entfaltung von sinnvoll lebender Substanz unterstellen muss, um im Widerspruch hierzu aus der Notwendigkeit ihrer Einschränkungen die Mutationen des Lebens zu erklären, also die Lebensentfaltung selbst nur auf eine Notwendigkeit der Daseinsformen der Natur reduzieren zu können. Dies behauptet eine prinzipielle Naturbeschränkung der Lebensentfaltung, aus der eine höhere Stufe der Entwicklung hervorgehen soll - ein Widersinn in sich. Durch eine einfältige Schranke wäre die Vielfalt zugrunde gegangen und doch zugleich erneuert. Diese Auffassung reicht in ihren politischen Konsequenzen bis in den Dialektischen Materialismus der russischen Wissenschaften hinein, die aus der natürlichen Aufhäufung als Masse der bisherigen Lebensverhältnisse und der darin zugleich aufgehäuften Beschränkung den "qualitativen Sprung" jeder Geschichte ableitet, somit also eine ontisch notwendige Geschichte, einen Geschichtsdeterminismus begründet. Sie behauptet damit Leben selbst aus Geschichte einer Logik des Notwendigen, aus seiner Zwangsläufigkeit. Aber Leben mag allerhand Notwendigkeiten enthalten, logisch ist es dem Wesen nach nicht. Der Entschluss des Lebendigen ist wesentlich subjektiv, frei und kritisch, unterscheidet sich also wesentlich von den Sachwaltungen der Objektivität. Schon in der Naturempfindung selbst ist solche Subjektivität zu entdecken. Logik kann daher nicht das erste, sondern selbst nur geworden sein. Sie kann zwar Schlußfolgerungen formell richtig beschreiben, aber zum Inhalt einer Schlussfolgerung eignet sie sich nicht, auch nicht als Form einer allgemeinen Erkenntnis, etwa als Wahrheit für sich, wie sie in der formalen Logik als Gemenge von bewahrheiteten Aussagen verstanden wird, deren Wahrheit alleine durch eine formalen Schlussfolgerung gültig sein soll. Aber auch als Form von Erkenntnis eignet sich Logik nicht zur Wahrheitsfindung - wie sie Adorno z.B. mit der negativen Dialektik begriffen wissen wollte, als Systematik einer Erkenntnis des Unwahren. Darin wird Logik selbst absurd, weil sie als Anspruch auf Wahrheit eingeführt wird und als solche Dialektik selbst absolut wird. Logik kann nicht wahre oder unwahre Form sein. Darin würde sie zu einer binären Wahrheit herunter kommen, wenn bei Adorno auch in fortwährender Auflösung, als binärer Prozess des Entstehens und Untergehens ("Es gibt nichts Richtiges im Falschen"). Wahr kann nur sein, was selbst substanziell, Form als Inhalt zugleich, Formbestimmung schlechthin ist und darin der ganze Zusammenhang eines Widerspruchs begriffen ist. Logik reflektiert zwar eine formelle Negation, aber dies im Begrfiff ihrer eigenen Entgegensetzung als Form und Formbestimmung in einem. Dies ist das Problem, das auch Hegel an den Anfang seines Werks hierüber stellt. Nach seiner Auffassung ist Logik das Zurückkommen der Geschichte auf ihre Form. Doch auch dies hieße, dass Geschichte immer in der Form der Logik verlaufen würde. Und genau dies ist ein Widersinn im Verständnis von Geschichte, den Hegel nicht auflösen konnte, weil er an die Vernunft der Form glaubte, an die Notwendigkeit der Idee, sich zu entzweien, um sich zu erfüllen, sich von sich zu entfremden, um sich zu vertrauen. Doch dies hieße, dass Selbstentfremdung ein ontisch notwendiges Moment der Erkenntnis wäre, das theoretische Bewusstsein notwendig im Widerspruch zum praktischen, das Zurücktreten und Interpretieren eine Wahrheit für sich, eine andere Welt der Wahrheit. Logik wäre die absulute Interpretation, die teleologische, letztlich auch eine theologische Spekulation (siehe Feuerbachthesen). Durch Karl Marx wurde Logik als Form menschlicher Lebenspraxis begriffen, die durch wirkliche Entfremdung des Menschen von sich, seinem Gattungswesen und seiner Gegenständlichkeit geschichtlich zu begreifen, also auf die praktisch existente Gesellschaftsform der Menschen, auf den Kapitalismus selbst beschränkt ist. Logik ist demnach die selbständige Form von Geschichte, Geschichte, wie sie in ihrer Verselbständigung wirklich besteht, weil und solange sie vom praktischen Menschen absieht: Abstrakte Form einer abstrakt begriffenen Geschichte, Systematik ihrer Verselbständigung, die nur dadurch geschlossen erscheint, weil sie nicht aus den Inhalten des Lebens heraus begriffen wird. Das Leben selbst kann nicht logisch sein, wohl aber seine Geschichte, wo es zur Form gerinnt und seine geschichtsbildende Substanz lediglich in der Abstraktion wirksam hat (Arbeit als abstrakt menschliche Arbeit). Logik ist die Vernunft der Prinzipien, die sich hierbei errichten und die als Begriffe dieser Geschichte tatsächlich ihre abstrakte Bestimmung ausmachen. Diese lassen sich auch als solche erkennen wo sie Wirkung haben ohne wirklich zu sein. Es gibt keinen logischen Grund für Erkenntnis. Doch setzt logisches Denken die Erkenntnis eines Undings voraus, eines Dings, welches kein Ding ist, weil es unsinnig ist, Sache, die nicht sein kann. Logik ist die formulierte abstrakte Gewissheit, dass etwas praktisch ein Unding sein muss, weil es gewiss kein Ding sein kann. Dies selbst ist ein Widersinn, der verlangt, dass das Abstrakte sich auch konkret erklärt, weil es konkret ist. Zunächst ist es etwas, worin alles verschwindet und zugleich aufgehoben ist, ein Nichts, worin alles Konkrete zusammenhängt und sich darin zugleich aufhebt. Es erklärt sich selbst darin in seiner Entfaltung, weil es nicht nur nicht, sondern zugleich alles ist (siehe Begriffsubstanz). Aber dies alles ist es nur in seiner Aufhebung, im Widerspruch. Dieses Nicht-Sein im Seienden ist die Grundlage des dialektischen Materialismus, der in seiner Geschichtsauffassung von Logik auch historischer Materialismus genannt wird. Logik beginnt mit einem Sein im Nichts, mit dem Vollsten das zugleich das Leerste ist, worin alles ist, was nicht sein kann. Dies erfordert die Erkenntnis eines Sinnes, der keinen Sinn hat, weil er nur Sinn für sich ist, durch sich bestimmt: Widersinn der Abstraktion, zu sein und doch nichts zu sein, im Seienden aufgebobenes Sein. Logik ist somit die implizite Erkenntnis eines Widerspruchs - nämlich dass etwas Bestimmtes ist, das gleichgültig gegen seine Bestimmtheit ist. Logik hat den Widersinn als Widerspruch zu explizieren. Sie weiß nichts von ihrer Bedingung, der sinnlichen Substanz in einer ihr unangemessenen Form. Aber sie hat die Seinsgewissheit als notwendige Voraussetzung, dass ein Unding nur sein kann, weil es Verdinglichung von etwas anderem sein muss. Logik ist darin alleine die Form der Wahrheit, das Gewahrsein, dass alles nur darin eins ist, dass es von sich verschieden sein muss. Was sich in dieser Wahrheit bewegt, ist ihre Unmöglichkeit zu sein, ihre Selbstunterscheidung, die einen Grund haben muss, den es nicht in Wirklichkeit gibt, der aber in allem wirkt. Logik gründet also auf der Erkenntnis, dass etwas zugleich anderes ist und deshalb notwendig so erscheint, wie es ist (siehe notwendiger Schein). Sie erweist sich im Widersinn eines Undings als Schlussfolgerung, die einen Zusammenhang eröffnet und Prinzipien erschließt, die sich darin systematisch erkennbar machen und somit beweist dass der Gegenstand der Logik, das Unding, ein Ganzes, ein System ist. Die Aussage, dass Logik die Erkenntnis eines Undings voraussetzt, wendet sich gegen eine Philosophie (siehe Hegel), welche Ontologie, Logik des Seins ist, die sich allem Seienden vorausgesetzt versteht, sowohl der Erkenntnis, als auch dem Ding. Es geht darin um eine überhistorische Bewegung des Gedankens, um Begriffe der Unendlichkeit, welche durch Denken nachvollzogen werden, in der Bemühung, die Selbstentfremdung des Menschen im Begriff des Menschseins aufzuheben. Solche Philosophie beginnt daher nicht mit der Nichtigkeit ihres abstraktenn Seins, sondern mit dem Gegebenen, das sie nur als dieses erklären und also affirmieren will. Es ist nicht der praktische Mensch, der hier die Gegebenheiten befragt, warum sie so sind wie sie sind, und also unabänderlich zu sein scheinen, rs ist der theoretische, der die Praxis der Theorie unterwirft. Solches Denken entnimmt daher dem Sein selbst eine immanente Notwendigkeit des Andersseins, ein Sollen zur Änderung, das sich nur aus einem Nichtsein, aus einem Nichts erklären könnte. Nicht das erkennende Subjekt, sondern das Sein macht "seine Entwicklung durch sich selbst" und die Logik ist deren Nachvollzug als Erkenntnis seiner Vernunft. Dies versetzt Philosophie selbst in die Vernunft eines logischen Werdens, dessen Ereekenntnis sie in ihrem Wissen emanzipiert, nicht aber die menschliche Geschichte zur Geschichte der Menschen bringt. Solche Logik ist Mythologie, die Theologie eines Wesens, welches dies Sollen der Geschichte nur ausdrückt, also einen Willen des Seins formuliert und interpretiert, welcher ihm immanent und zugleich transzendent ist, und die Menschen in all dem selbst nur Dasein bekommen, selbst nur bewirkt sein können. Zu diesem verhält sich Philosophie nur als interpretativer Verstand. Es ist dies das Prinzip der Ontologie überhaupt: Unendliches Sein, das dadurch logisch sei, dass es sich selbst entgegensetzt, sich negiert, um etwas zu werden - also sich selbst gebärendes Sein, das schon immer war (siehe Religion), weil es ebenso nicht gewesen sein konnte. Jedes seiende Wesen würde sich so im Verwesen erneuern, im Übergang auf anderes Sein, das nichts wäre, weil es bloß anders ist. Solche Reflexion hat Substanz als bloße Behauptung und als diese hebt sich Philosophie selbst auf. Philosophie muss, um für sich Bestand zu haben, einen Sinn der Erkenntnis voraussetzen und also auch ein Ding, welches sinnlich ist. Wo sie sich dem logisch überstellt, wird sie sinnlos. Dies macht die Kritik am Idealismus: Nichts ist denkbar nur solange, wie Denken keinen Sinn hat. Nichts ist undenkbar, solange Denken Sinn hat: Gegenständlichkeit - Natur, Stoff, Materie. Es sind die Dinge der Natur, welche Sinn haben oder unsinnig sind, welche sind oder nicht sind. Nur wo sie nötig aber unsinnig, Unding, sind, ist Denken nötig. Der Gedanke kann keine ontische Vorausgesetztheit sein. Er ist Resultat des Denkens, menschliche Tätigkeit im Verhalten zur Gegenständlichkeit der Natur, zu den Dingen, die Menschen nötig haben. Und Denken ist nötig, soweit diese Dinge dem Menschen selbst noch fremd sind. Menschliche Erkenntnis ist der Sinn, in welchem sich Gegenstand und Mensch vereinen und die Logik ist seine Bewegung. Die Logik hat ihre Tiefe nur in dieser Substanz und ihre Prognose entspringt der Tiefe ihrer Erkenntnis von menschlicher Selbstentfremdung. Logisches Denken ist die erkennende Methode der Vernunft, so sie sich aus der Logik ihres Gegenstands als dessen innerer Zusammenhang erklärt. Sonst wäre sie Eigensinn, Prinzip für sich, Moral (siehe Aufklärung). Darin schon ist sie Erkenntnis, dass sie einen äußeren Sinn für sich weiß und dessen substanzlose Form als Entfremdung von Sinn und Sache erweist. Aus dem Beweis, dass etwas ist, das keinen Sinn hat, also ein Unding ist, befreit die vernünftige Schlussfolgerung, dass dies keine bedachte Sache sein kann, dass Denken bloße Unterworfenheit unter die Vernunft der Sache bliebe, so es nicht zu einem menschlichen Gedanken findet, zu einem Denken, worin sich der Mensch selbst versteht, indem er die Sache denkt. Für sich mag sie in vielerlei Hinsicht bedenkbar sein. Ein Mensch muss sie für sich denken: In Hinsicht auf sich und in Hinsicht auf die Sache, welche sich vernünftig gibt, weil sie prinzipiell wahr ist, aber nur die Wahrheit eines Prinzips hat. Ganz allgemein kann man die einfachste und allgemeinste Schlussfolgerung so formulieren, dass dort, wo alles ist, nichts sein kann: Wäre es etwas, so wäre es nicht alles; ist es alles, so ist es nichts, was für sich sein könnte, etwas, was also nur durch andere ist, Nichtigkeit schlechthin. Wäre alles nur Sein, so wären wir selbst inbegriffen, hätten einen Begriff von uns selbst und hätten uns als Gegenstand unseres Denkens zu begreifen - ein Widersinn des Denkens selbst, widersinniges Denken, das keinen Sinn haben kann. Stünden wir selbst in unserem Begriff, so hätten wir aber zugleich nichts mehr zu begreifen - wir müssten ihm folgen: Nichts könnte Werden; es gäbe nichts Gewordenes. Es gäbe nur reines Sein, das seinem Begriff zu folgen hätte, göttlich und zugleich doch bloß die Logik Gottes. Alles wäre logisch - und gerade das ist unlogisch. Alles und nichts, Besonderes und doch Allgemeinheit aller Besonderung, das ist nicht nur begrifflich, das ist auch wirklich ein Unding. Man könnte auch sagen: Allgemein sein kann nicht alles. Und umgekehrt: Nichts ist allgemein. Mit diesem doppelsinnigen Satz haben wir die Umkehrung von Hegels Logik formuliert, der das Sein als höchste Allgemeinheit hinstellt, das sich erst selbst nichtig setzt, um zu werden - um Geschichte zu machen. Daher macht bei ihm die seiende Idee Geschichte, indem sie sich selbst entgegensetzt, sich aufhebt, um sich zu ändern. Wenn Menschen Geschichte machen, wenn Geschichte menschliche Geschichte sein soll, so beginnt sie mit der Erkenntnis, dass ein Unding besteht, das geändert werden muss. Es verbliebe sonst als ein Ungeist, eine fremde Macht, welche die Geschichte der Menschen bestimmt. So kann Geschichte nur materiell sein, soll sie begeisterte Menschen verwirklichen. Das ist die Grundlage des historischen Materialismus. Er beginnt bei der Feststellung, dass etwas nicht sein kann, nicht, weil es unvernünftig wäre, sondern weil es eine Vernunft hat, die aus allem nichts werden lässt, die nichts aus allem macht und somit auch Vernichtung mit sich bringen muss. Das Nichts ist also das Wesen eines Undings, nicht die notwendige Negation des Seins, und schon gar nicht logisches Implikat der Weltgeschichte, welche sich durch die Hinzunahme von Menschen, die darin befangen sind, ereignet. Jeder Mensch wird dadurch Subjekt, dass er seine Befangenheit in der Erkenntnis eines Undings abstreift und so selbst geschichtlich wird - und zwar gerade dort, wo er seine Befangenheit, seine objektive Bestimmtheit erfährt. Der Schluss, dass etwas ein Unding ist, enthält ein Urteil über das, was daraus wird, wenn es allgemein ist: Es ist etwas, das nur durch anderes werden kann, weil es anderes schon ist. Der Unsinn ist ein Widerspruch. Und den kann man denken, sobald man seine Logik als Prinzip seiner Vernunft begriffen hat: Alles kann nicht sein. Dies ist hierdurch allerding nur theoretisch begriffen und könnte sich in der Verfassung einer leeren Vernunft, im reinen Intellekt erschöpfen. Aber wozu? Es ist hierdurch immerhin die Fähigkeit gewonnen, Seiendes, was Ununterschieden war, in seiner Unterschiedenheit als notwendig Gewordenes zu begreifen. Nur dadurch, dass es als Einheit erscheint, kann es seine Not wenden. Diese Fähigkeit der Vernunft trifft mit der praktischen Notwendigkeit zusammen, die Einheit von Unterschieden, wie sie sich im Leben tausenfach darstellen (z.B. als Geld, Gefühl, Trieb usw.) in ihrer Entstehung zu begreifen, auf ihre Geschichte zurückzukommen, die darin verschwunden ist. Logik setzt Geschichte vorraus, die unsinnig geworden ist. Jede Erkenntnis, die vor Erscheinungen eines Lebens steht, das unsinnig geworden ist, muss den Rückschluss auf dieses Leben finden. Es ist eine denkende Lebensumkehr, eine Rückkehr des Denkens auf das Leben, damit auch die erste Aufhebung seiner Entfremdung im Gedanken. Allein hierin erweist sich die Fähigkeit, ein verkehrtes Leben als richtiges Leben zu erkennen, das sich verkehrt hat, das in einer Form ist, in der es sich nicht ausdrücken kann, - eine Form die seinen Inhalt beherrscht, weil sie ihn nicht freilassen kann, weil sie in der Form eine Bestimmung haben muss, die erst durch logisches Denken zum Gegenstand der Erkenntnis wird: Ihr Begriff. Im Begriff wird die Logik wahr. Der Satz über das logische Unding, dass dort, wo alles ist, nichts sein kann, und der Satz über die Wahrheit, dass in Wahrheit alles eins ist, haben sich im Begriff zu einer Erkenntnis des Ganzen gefügt.. Insofern ist darin auch Hegels Aussage bewahrt, dass die Wahrheit nur das Ganze sei, obwohl sein logischer Ausgang nicht bestätigt wird (Er setzt Sein gegen Nichts und das ist nicht dasselbe wie Alles gegen Nichts, wenn auch Sein alles ist. Aber Nichts kann nicht alles sein Logik ist der Zusammenhang eines Begriffs in der Vernunft seiner Beziehung, die in ihrer Vermittlung als Verhältnis ihrer Gegensätze zu verstehen ist. Logik setzt Widersprüche im Leben der Menschen voraus, die an ihrer Wahrheit Zweifel erweckt hatten. Ein Begriff ist nur wahr, wenn dieser Zweifel gelöst ist und ist dann die Erkenntnis ihres Grundes wie ihr Nachvollzug in einem: Erkenntnis eines Lebens, das im Unsinn seiner Erscheinung ein Wesen hat. Sie entfaltet den Begriff eines sich selbst widersprechenden Lebens (siehe Dialektik) und enthält von daher immer dessen positive wie negativen Momente (siehe hierzu das Unding einer Negativen Dialektik bei Adorno). Die Positionen der Logik und ihre Negationen entspringen der Äußerungsform dieses Widerspruchs als Formbestimmung, als Sache des Lebens selbst und können daher weder moralische Urteile der Menschen über ihr Leben unter Menschen sein (Gut und Böse), noch Empfindungsurteile (ästhetische Urteile), wohl aber sachliche Urteile über Empfindungszusammenhänge (objektive Gefühle), Gutes und Böses (Sitte). Solche Urteile beruhen nicht auf dem Vergleich und dem Maß von Gegebenheiten (siehe Gleichheit), sondern auf der Erkenntnis sachlicher Logik, also der Erkenntnis, das die Sache für sich logisch und darin eine Vernunft gegen den Menschen hat (siehe Entfremdung). Logik setzt die Geschichte des Widerspruchs vorraus, wie sie auch eine Verstandestätigkeit hierzu, also geschichtlich inbegriffen ist. Sie ist zum einen Resultat des Begreifens, wie der Begriff aus den Zusammenhängen seiner Form entwickelt wurde, zum anderen ist sie Schlußfolgerung aus der Vernunft seiner Beziehung. Im logischen Urteil wird dies beides aufgehoben und als Begriff des entäußerten Lebens in der Form seines Daseins als äußere Ganzheit erkannt. Hierdurch kommt die Schlußfolgerung zum Entschluss eines bestimmten tätig werdens. Leben selbst ist unlogisch (dies in Abgrenzung zu Engels "Dialektik der Natur"), weil es auf sich selbst gründet und jeder Akt des Lebens unmittelbare Tätigkeit ist, auch wenn er in einer Logik befangen ist und sich in vielerlei Zusammenhängen (geistige und natürliche wie z.B. physiologische, biologische, gestalterische) steht und darin sich zugleich zu einer Form veräußert (z.B. Existenz, Beruf, Familie). Geschichtsbildend ist das Leben der Logik vorausgesetzt, begreifend ist es im Nachvollzug seiner Entäußerung als Abstraktion, im Begriff des nicht konkret wirklichen Lebens Produkt der Verstandestätigkeit und daher Lebenstätigkeit zwischen dessen konkreten und abstrakten Momenten (Realabstraktion). In der Erkenntnis dieser Logik des geschichtlich gewordenen Begriffs entwickelt sich das Bewusstsein darüber, dass und warum der Lebenswiderspruch der Mernschen ihre Entfremdung von einander, von ihrer Sache und von ihrem Wesen nötig hat. Entfremdetes Leben schließt sich im Begriff mit dem Leben zusammen und eröffnet so die Aufhebung der Entfremdung als notwendige Lebenspraxis . |
s.a. Ein Überblick über das Hegelsche System der Dialektik: http://www.hegel-system.de/de/d0.htm
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Die bürgerliche Kultur ist das Verhältnis von Menschen, die sich in ihren Sinnbildungen unmittelbar und unbedingt verhalten. Das unterstellt einen Sinn, der schon da ist, bevor er entstehen kann und doch gebildet sein muss, um da zu sein. Die Sinnbildung der Menschen hebt in solchen Verhältnissen zugleich ihre Unmittelbarkeit darin auf, dass sie bedingt ist. Sie beruht auf einer Bildungsgeschichte, die an sich unbedingt sein soll, um für sich geschichtlich zu sein. Das ist an und für sich ein Unding, das nichts werden kann, weil es nur bedingt etwas ist, das unbedingt sein soll. Es ist in seinem Werden bereits vergangen, in seiner Subjektivität bereits objektiv, bevor es entstehen, wirklich sein kann (siehe Logik). Es ist eine reine Wirklichkeitskonstruktion, ein Widersinn in sich: Wirklichkeit als Konstrukt, als Vorstellung und Einbildung, die Wirkung haben soll ohne wirklich zu sein. Solche Kultur ist ein Lebensverhältnis, das keine menschliche Identität zulässt. Es beruht auf einer Selbstbestimmung, die gegenstandslos ist, keinen Gegenstand hat und also für sich nichts anderes sein und werden, keine wirkliche Geschichte haben kann. Weil sie nichts Gegenständliches erzeugt und also sich zu sich selbst gegenständlich verhalten muss, ist sie den Menschen äußerlich, tatsächlich unvermittelt entgegen stehend, äußerer Gegenstand. Sie gründet nicht auf ihrem Leben, sondern dient ihm, unmittelbar und unbedingt zu sein. Sie ist nicht ihr Lebensausdruck, sondern der einer Arbeit, die Fremdarbeit ist, auf einer Lebensproduktion von fremdem Leben beruht. Solche Kultur kann allgemein nur aus dem Erwerb von Geldbesitz bestehen, in welchem die Menschen ihre wesentliche Existenzbestimmung und das einzige Potenzial ihres Glücks erfahren und in welchem sich vor allem das Interesse des Kapitals fortbestimmt, also der Lebenszusammenhang der Menschen von Geldvermögen getragen ist, das sich zur Vermehrung dieses Vermögens forttreibt. Menschliche Beziehungen bestehen unter solcher Bedingung nicht durch ihre Bedürfnisse, ihr notwendiges Verlangen und die Notwendigkeiten ihrer wirklich gesellschaftlichen Vermittlung, nicht durch ihr konkretes Leben und dem Bedürfen und Erzeugen von menschlichem Leben und dessen Lebensmittel. Geldvermögen lässt Leben nurmehr jenseits von seiner Gesellschaft, also nur unmittelbar zwischen den Menschen selbst zu. Ihre gesellschaftliche Arbeit hat für für die Menschen darin keinen konkreten Sinn, erscheint ihnen für ihr allgemeines Fortkommen, ihre Entwicklung und Geschichte sinnentleert, weil sie nur für Geld und Dienstleistiungen und durch Ausnutzung der eigenen Lebenskräfte, durch Selbstausbeutung geschieht. Geld ist eine rein abtrakte gesellschaftliche Identität, in welcher sich allein die Wertgröße menschlicher Verhältnisse formuliert. Es ist für sich völlig ungegenständlich, rein abstrakte Sache ohne jeden menschlichen Gegenstand. Als einzige gegenständliche Form menschlicher Beziehungen wird unter der Bestimmung des Geldverhältnisses Kultur selbst bestimmt zu einer Vermittlung von Menschen, die darin die gesellschaftliche Identitätslosigkeit, die Lebensangst des Geldbesitzers aufhebt. Sie wird zur Formbestimmung eines Zusammenhangs der Selbstbezogenheiten, der nur zwischen den Menschen, nicht durch sie geschaffen ist, in welchem sie sich nicht gegenständlich als Wesen ihres Lebens erkennen können, sondern sich nur in dem Wahrnehmen, was sie voneinander haben. In ihrer Wahrnehmung können sich die Menschen aber nur damit identifizieren, was sie voneinander wirklich wahrhaben, nicht was sie sind, sondern was sie für ihre Wahrnehmung sind, was ihnen also eine äußere Identität verschafft, eine in ihrer unter solchen Verhältnissen gebildete Selbstwahrnehmung zusammengefügte Wahrheit ihrer Wahrnehmungen, ihrer Empfindungen und Gefühle. Die Logik der Kultur verläuft als äußeres Identifikationssystem der Menschen, als die Bewegungsform ihrer Zwischenmenschlichkeit in ihrem Dasein als zwischenmenschliches Verhältnis, das menschliches Leben nutzt, um leben zu können, das Sinn dadurch hat, dass es seine Körperform genießt (siehe Körperfetischismus) und sich in einer allgemeinen und wechselseitigen Entleibung entfaltet. Diese Entwicklung umfasst den ganzen Kulturbegriff, alle Bereiche der Selbstwahrnehmung: die eindrückliche, die ausdrückliche und die ästhetische Selbstwahrnehmung. Sie hat demnach drei wesentliche Formen: 1. Der Selbstwert und die Selbstverwirklichung, der Entwicklungsprozess der bürgerlichen Persönlichkeit 2. Die zwischenmenschlichen Beziehungen der Personen 3. Gesellschaft wird hierdurch zu einer Überlebensnotwendigkeit, in welcher nicht die Menschen sich durch ihre kulturellen Beziehungen erhalten, sondern diese von der Not, in welche menschliche Identität geraten ist, politisch bestimmt werden. Die Sinne werden hierbei selbst entäußert und ihrer Substanz enthoben. Die Erlebniswelt der Sinnesmächtigkeit vergesellschaftet Sinne in einer Selbsttäuschung, als Masse übermenschlicher Sinnlichkeit, die sich bis hin zum Menschenpark und Tittytainment entwickelt. Sie begründet sich auf dem Glauben an das Erleben, der die Selbstbehauptung durch einen gesellschaftlich erforderten Willen in ein ästhetisches Verhältnis | s.a. Die dialektische Systematik der Kulturkritik Von der Kritik der politischen Kultur zur Kritik der politischen Ökonomie:
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Die Logik des Kapitals ist die Logik der bürgerlichen Gesellschaft. Sie gründet auf entäußerter, d.h. entfremdeter Arbeit, dem Dasein der Arbeitsprodukte in einer dem Menschen fremden Form: Menschlicher Reichtum als Warensammlung. 1. Die Ware ist die Elementarform dieser Gesellschaft. Sie ist die Sache der Menschen, ihr Arbeitsprodukt, das ihnen nur in der Form seiner nützlichen Eigenschaften gegenübertritt als Sache für Menschen, die nicht wirklich menschliche Sache ist, mit der sie also nicht leben, aber durch welche sie leben können, wenn sie diese besitzen. Von daher ist diese Sache ein Unding (siehe Logik), das in der Zweiheit von Gebrauchswert und Tauschwert existiert. Im Tauschverhältnis vollzieht sich der gesellschaftliche Zusammenhang von Produktion und Konsumtion nur abstrakt in seiner Wertform, als Beziehung eines konkreten Nutzens, als Produkt nützlicher Arbeit durch abstrakt menschliche Arbeit, worin sich die gesellschaftlich notwendige Arbeitsteilung vermittelt und mitteilt. Der Begriff der Ware ist ihr Wert, der ihren Zusammenhang nur darin preisgibt, dass sie ein Arbeitsprodukt schlechthin ist, das als nützliches Ding existiert, ein Ding, das bestimmt und zugleich gleichgültig gegen seine Bestimmtheit ist. Als solch abstraktes Ding verwirklicht es auch nur abstrakte Arbeit, Arbeit, die sich im einfachsten Quantum ihrer Bewegung manifestiert: in der Zeit ihrer Verausgabung, worin sie Substanz ihres Begriffs, des Werts, gemessen wird und die Wertsubstanz daher die durschnittliche menschliche Arbeitszeit als Wertgröße hat, die zur Herstellung einer Ware unter den gegeben Umständen (z.B. Technologie, Lebensstandard) gesellschaftlich durchschnittlich notwendig ist. Die Entfaltung dieser Substanz setzt sich in der Formbestimmung aller Waren in der Zeit ihrer Herstellung durch. Diese muss sich auch sachlich darstellen in einer Ware, die selbst nur als Quantum dient: Geld. Im Geld hat die Warenwelt ihre wirklich allgemeine Identität. Es ist das Faustpfand ihrer Gesellschaft.. Im Geld vollzieht der Begriff der Ware, der Wert, seine Substanz als Quantum menschlicher Arbeit, als durchschnittliche menschliche Arbeitszeit, welche im Arbeitsprodukt geronnen ist. Sie ist somit ein reines Quantum, das sich vermittelt, d.h. mitteilt und sich darin selbst beschränktes Maß ist. Als dieses Wertmaß bezieht der Wert im Geld die Waren, ist für sie Vermittlung, Zahlungsmittel. Zugleich messen sie sich in ihm, verwirklichen im Geld seine Substanz, die Wertsubstanz als als Maß der Werte. Und schließlich bestimmen sie ihre Wertgröße durch diese Substanz, durch die Geld zum Maßstab der Preise wird, zu dem, worauf sich alle Waren in ihrer Verwirklichung und Wirklichkeit durch Geld beschränken. Ihre Preise bestimmen sich nicht durch Angebot und Nachfrage, sondern durch das, was sie Wert sind, was sie also an abstrakt menschlicher Arbeit als Zeitquantum in sich tragen. Die gesamte Warenzirkulation existiert somit als Wertmasse, die unendlich von einer Gestalt in die andere übergeht (Warenmetamorphose); die Waren sind nur darin wirklich existent, dass sie Werte in unterschiedlichen Formen sind. So setzt sich darin der Wert gegen den organischen Charakter der Arbeitsprodukte durch, für den es gleichgültig ist, welche bestimmte Menge von Produkten für die Menschen existieren und wie raffiniert ihre Produktion ist (der technologische Entwicklungsstand, ob automatisiert oder nicht, ist hier für lediglich Umstand). Sie existieren nur als Wertdinge gesellschaftlich und als nützliche Dinge privat (was immer ihr bestimmtes Werden und Vergehen, also ihren organischen Zusammenhang ausmacht). Die Entgegensetzung von gesellschaftlichen und privaten Bestimmungen ist als politische Grundlage des Besitzverhältnisses konstitutiv für die Wertbildung: In diesem Gegensatz, wie er durch den Besitz an Waren gegeben ist, entwickelt der Wert seine Fähigkeit, sich über den Organismus der Dinge zu stellen und ist hierin für sich nichts, als die Notwendigkeit, sich im Geld zu messen und zu entwickeln. Hierin erfährt er seinen Trieb, selbst Werte zu bilden, Wertbildner dadurch zu werden, dass er die Arbeitszeit zur Reproduktion der Arbeitskraft zugleich zur Wertbildung in der Erzeugung eines Mehrprodukts nutzt. Hierdurch wird die Arbeitszeit zum Selbsterhalt der Arbeitskraft in den Gegensatz zur Arbeitszeit der Produktion des Mehrwerts gestellt. Das Maß des Mehrwerts ist das Zeitverhältnis des Arbeitstags, in welchem sich dieser Gegensatz als Zeitbestimmung der Arbeit zwischen ihrer Reproduktionszeit und ihrer im Mehrprodukt verschwindenden Zeit verhält. Aus letztrem heraus stellt sich der Wert als Überwinder der lebenden Arbeit her: Im Mehrprodukt stecken die gesellschaftlichen Potenzen der Arbeit, ihre durch sie selbst entstandenen Mittel und ihre Vermittlung in dieser Wertform. In privater Hand wird sie zur Macht vergangener, also toter Arbeit, die im Geld als Kapital angewandt ist, über die lebende Arbeit, die alleine durch das Vermögen der Menschen (Arbeitskraft, Geist, Sinn usw) besteht. Menschliche Eigentümlichkeiten erscheinen somit in der Form ihres Gegenteils: Ihre Vergangenheit bestimmt ihre Gegenwart als Macht des Besitzes an Produktionsmittel über den Besitz an Arbeitskraft oder an Arbeitsvermögen. Die Kapitalakkumulation ist die Realisierung der Ausbeutung der lebendigen Arbeit als Mehrwert. Im Kapital, das über den Produktionsprozess hinweg als Mehrprodukt wert hat, ist gesellschaftliche Lebensäußerung, das Zusammentragen von Einfall, Kraft, Planung usw. privat angeeignet und zur gesellschaftlichen Macht über die Mittel und Vermittlungen der Gesellschaft geworden. Sie wirkt als das Vermögen des Kapitals, den Mehrwert so weit zu bestimmen, wie es die Notwendigkeit der Reproduktion der Arbeitskraft bis zu ihrer Grenze zulässt und wie es das Ausmaß der Produktion in der optimalen Länge des Arbeitstags ermöglicht. Die Reproduktion der Arbeitskraft stellt sich im variablen Kapital wertmäßig dar, das Mehrprodukt als erweiterte Stufe der produktion, also im Verhältnis der Masse der Produktionsmittel im konstanten Kapital zur Masse der sich durch Artbeit reproduzierenden Menschen. Das Gesamtverhältnis des produktiven Kapitals erscheint so als die Mehrwertrate, die das Verhältnis des variablen Kapitals und des konstanten Kapitals als Wertmasse dee Mehrwertrate ist. Das Gesamtkapital akkumuliert sich in diesem Verhältnis und besteht nur hieraus. Was es in sich aufhäuft, bestimmt alle Verhältnisse der Produktion und die hierein begriffenen Menschen. 2. Auch zu sich selbst verhält sich das Kapital in der reinen Zeit: in der Geschwindigkeit, in der es entsteht, der Zeit, in der es akkumuliert und in seinem Zirkulationtempo, in welchem es auf sich zurückkommt als die Zeit, die zwischen Wertbildung und Wertrealisation verstreicht. Das Kapital erneuert sich als Wertmaß der Waren in der Zeit, in der es sie bildet und bewegt als Kapitalvorschuss zu ihrer Produktion, als Kapitalreproduktion in ihrer Umsetzung von Ware, Geld und Kapital, und als Prozess der Wertrealisation, dem Verhältnis von Wertschwankungen auf dem Kapitalmarkt. Insgesamt verhält sich das Kapital zu alle dem als Verwertungsdruck auf die Zirkulation in der Optimierung ihrer Momente zur Erzeugung von Finanzkapital. Das ist Geld, das im Geldhandel dadurch entsteht, dass der Geldmarkt selbst Bedarf und Überschuss entwickelt: Mehrwert als solcher. Der Kapitalumschlag wird hierdurch zur Absonderung einer Kapitalform gebracht, in der sich ausschließlich die Notwendigkeit der Kapitalverwertung durch gewaltige Agenturleistungen (z.B. Börse) profitabel bewegt, indem sie durch Zeitdruck auf alle Faktoren der kapitalistischen Produktion und der Kapitalreproduktion wirkt: Auf die Gesamtumschlagszeit, die Produktionszeit, die Umlaufzeit der Produkte und auf die Zirkulation des Mehrwerts. In dieser bewegt sich jetzt die Reinform des Mehrwerts: Das eigentliche Finanzkapital, das sich durch seine Zirkulation ins Handelskapital einbringt und zurücknimmt, wie es ihm zu Gebote steht. So unterwirft es sich den gesamten Markt durch Geldpolitik (z.B. Devisenhandel, Aktienmarkt) und macht jede Produktion so flüchtig, wie seine Wertbewegung ist und Einsprung und Ausstieg aus bestimmter Wertproduktion es erfordert. Das Finanzkapital ist völlig frei, flüchtig und unbestimmt, eine Kapitalmasse reinster Geldbewegung, die nicht mehr von der Produktion abhängig ist, sondern sie durch sich selbst bestimmt - alleine durch die Potenzen des Kapitaleinsatzes und den Zukunftsvorstellungen der Geldbesitzer, die ihren Besitz einbringen. Da sie bei aller Abwegigkeit ihrer Vorstellungen im Durchschnitt dennoch Wert erzielen, realisiert sich der Gesellschaftswert des Kapitals auf ihrem Markt im Glück und Unglück der Kapitalhändler so, dass in der Konzentration der Marktbestimmung (z.B. durch Fussionen, Konzerne) Kapitalreichtum entsteht, der viele abgestürzte Höhenflieger hinter sich gelassen hat. Von daher wird dieser Finanzreichtum nur in der Konzentration zum gesellschaftlichen Kapital der immer weniger werdenden Reichen beständig, und als solcher zum objektiven Subjekt der ganzen kapitalistischen Verhältnisse: Dem Verhältnis der gesellschaftlichen Produktion zur Reproduktion der Arbeit, dem Verhältnis der Kapitalproduktion zur Kapitalreproduktion und schließlich der Entwicklung der Kapitalakkumulation als Akkumulation des gesellschaftlichen Werts in allen Wertsubstanzen (Variables Kapital, Konstantes Kapital und Mehrwert) überhaupt. Das Maschinen produzierende Kapital wird darin zur allgemeinsten und höchsten Wertbestimmung, die das Wertwachstum zu einem Verhältnis der Selbstverwirklichung des Kapitals (Produktionsmittel produzierendes Kapital) bringt. Dieses entwickelt den Mangel, dass der gesellschaftliche Wert als Mehrwert sich von der Produktion des Mehrwerts im gesellschaftlich konsumierten Mehrprodukt ablöst und zu einer Sphäre entwickelt, welche nur durch das Sollen, durch die Zukunft der Produktion, durch das Finanmzkapital selbst (Kreditwesen und Devisen- und Aktienmarkt) bestimmt ist. Dies drückt sich an der Mehrwertrate als Problem ihrer Entwicklung in der Rückvermittlung ihres Wertes aus (in der Realisierung ihrer Selbstbewegung zwischen Produktion und Reproduktion des Mehrwerts in den stofflichen Gütern, den Arbeitskräften und der Maschinennutzung). Die Wertbildung des Kapitals muss sich in ihrer Stofflichkeit bewegen und hat darin ihrer Krisen und Tendenzen, die es nötig machen, alle gesellschaftlichen Organe hiernach nicht nur zu benutzen, sondern auch zu bestimmen. 3. Auf sich als Ganzes kommt die bürgerliche Gesellschaft über die Notwendigkeiten der Verwertung von Kapital in der Preisbildung zurück. Darin bezieht sich der Gesamtwert, den die Produkte für die Produktion haben müssen, auf den Wert, den das Kapital im Verhältnis der Kapitalanteile (Reproduktionswert der Menschen als variables Kapital, Reproduktionswert der Produktionsmittel als konstantes Kapital und Akkumulationswert des Mehrprodukts) hat. Die Mehrwertrate als Verhältniswert des variablen Kapitals zum Mehrwert erfährt ihren konkreten Wertausdruck als Profit, den das Gesamtkapital in der Anwendung all seiner Teile macht. Die Verwandlung des Mehrwerts in Profit und der Mehrwertrate in die Profitrate bestimmt die Schwankungen der Preise im Verhältnis der möglichen Ausbeutung von Arbeit mit der gesamten vorhandenen Wertmasse als Mehrwertrate des angewandten Kapitals einerseits und seiner Realisierbarkeit als Durchschnittsprofit in der Profitrate seiner Produktion andererseits. Hierin stoßen Produktion und Zirkulation des Kapitals in gegensätzlicher Wirkung aufeinander. Um die Mehrwertrate als Profitrate zu realisieren, muss der Preis der Waren allen Momenten des Kapitals entsprechen: dem variablen Kapital, das im Preis der Produkte den Lebensunterhalt der Arbeitskraft darstellt und zugleich die Produkte der kapitalistischen Produktion erschwinglich macht, dem Konstanten Kapital, das im Preis der Produkte die Masse von Produktionsmittel in gegebenenem technologischen Standard finanziert und zugleich der Wertsteigerung im Maß der hierzu nötigen Entwicklung (Technologie, Erfindungen usw.) als Reproduktion der Kapiatlanlagen und Akkumulation des Enwicklungsvermögens dienen können muss. Der Mehrwert verwirklicht sich daher im Preis der Produkte nicht mehr nur als gesellschaftliches Mehrprodukt des vorgeschossenen Kapit, sondern als Anlageinteressen der Kapitalisten im angewandten Kapital, das ihre Spekulation, durch Profite befriedigen muss. Das Kapital als wirkliches Wertverhältnis, als abstrakte Vermittlungsform seiner Teile, wird im Austausch des Gesamtkapitals und der Rückbeziehung seiner Kapitalanteile in ihrer Entstehungsform im Arbeitsprozess zu einer selbständigen Wertform, in welcher Wert geheckt wird, der nicht in den Arbeitsprozess und die Konsumtion der Produkte zurückfließt: Eine Rente, die sich aus der gewöhnlichen Rendite über Surplusprofite heraushebt und schließlich den Grundbesitz, ein rein politisches Verhältnis zu Grund und Boden, mit dem Wert bestimmt, der aus dem Gesamtprozess des Kapitalverhältnisses geheckt wird. In der Grundrente stellt sich das Kapital als reine politische Macht über alle Verhältnisse, die es erzeugen. Dieses Verhältnis unterwirft alle Ressourcen der Gesellschaft der Notwendigkeit des Kapitals, seine Wertmasse produktiv einzusetzen, seinem Trieb zur Vernutzung aller Lebensbereiche in der Ausbeutung seiner Existenzbedingung unter zunehmenden Verwertungsschwierigkeiten zu folgen, da seine Wertmasse und die mögliche Wertrealisation durch Entwicklung und Konsum in einen zunehmend größeren Gegensatz gerät. Dieses politische Unding drückt sich im tendenziellen Fall der Profitrate als Krisenzyklus des Kapitalismus aus, dem es nicht möglich ist, ohne die Rückvermittlung der Preise auf die Gesamtkosten der Produktion (Reproduktionskosten aller Kapitalverursacher) seinem Verwertungstrieb auf Dauer zu gehorchen. Die kapitalistische Krise ist zwangsläufiger Ausdruck der selbstzerstörerischen Potenzen des Kapitalismus und treibt die Wertproduktion dahin, alle ökonomischen Verhältnisse des Kapitalismus zunehmend zu politisieren, indem aus der Wertverselbständigung die politische Macht des Kapitals wird, welche die Menschen in zunehmend barbarische Verhältnisse der Ausbeutung bis zur Selbstausbeutung und Naturzerstörung bringt. Das zinstragende Kapital geht hieraus als vollständig veräußerlichtes Kapital der durschnittlichen Profitrate als durchschnittlicher Mehrwert hervor, wie andererseits die Grundrente als der vollständig veräußerlichte Besitz an Grund und Boden den politisch bestimmten Mehrwert jenseits des Mehrprodukts (Mehrwert aus Lizenzen, Mieten und Pacht) realisiert. Im Verhältnis des Kapitals als Wertverhältnis des Ganzen der Gesellschaft, als Verhältnis seiner Renditen, wird der Kapitalismus zu einer Verleih- und Casinowelt, die letztlich nur durch die Ausdehnung seiner Einflussbereiche, durch Verfügung über Grund, Land und Leute fortbestehen kann. Wo die Renten zur Wertbestimmung über alle Grundverhältnisse des Kapitalismus gestellt sind, wird ihre ökonomische Form selbst selbständig, streift den Charakter der Wertform ab und wird reine Form des Besitzstandes. Die Revenue des Kapitalismus, seine Selbsterhaltung aus dem Verhältnis der drei Besitzformen (Klasssen), die sich hierin reproduzieren (Besitz an Arbeitskraft, Kapital und Boden) wird zwangsläufig zu einem Bestimmungsverhältnis der Reichen über die Armut (siehe trinitarische Formel). Sie führt zur Aufspaltung von Armut und Reichtum in zwei feindliche Blöcke (Klasssengegensatz), die sich zunehmend mit Gewalt, Krieg und Terror begegnen müssen, sollte die Kritik der politischen Ökonomie keine Wirkung für die Menschen haben. | ||
Lohn ist eigentlich das Entgeld für einen Aufwand, den Jemand auf sich genommen hat, um dafür Geld zu bekommen. Auf den Arbeitslohn bezogen trifft dies zwar auch zu, macht aber nicht seine Grundlage aus. Diese besteht aus einer Existenzform, die zur Lebensbedingung den Besitz an Geld hat. Geld ist nicht das Lebensmittel, für das gearbeitet wird, sondern einzig das gesellschaftliche Mittel, wodurch dieses erworben werden kann. Es setzt die Trennung von Leben und Arbeit voraus, dass sie entlohnt werden kann, also auch den Ausschluss der Menschen, die keine Lohnarbeit eingehen können und die damit wirklich von der gesellschaftlichen Vermittlung der Lebensmittel ausgeschlossen sind (siehe Arbeitslosigkeit). Die Notwendigkeit des Geldbesitzes macht die Menschen, die nichts besitzen außer ihrer Arbeitskraft, davon abhängig und unterworfen. Sie können nur zu Lebensmittel gelangen, die durch Geld vermittelt sind und verkaufen aus diesem Grund ihre Arbeitskraft, überlassen sie der Verwendung durch eine Arbeitsstätte nach Massgabe dessen, was sie von dort an Lohn erhalten (siehe Lohnarbeit). Objektiv ist dieses also ihr Reproduktionsmittel, der Geldbetrag, der sie am Leben hält - oder anders ausgedrückt: Der Wert ihrer Reproduktion, der ihnen als Geld für die Verwendung ihrer Kraft gegeben wird. | s.a.
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Lohnarbeit ist die Arbeit, wie sie unter der Bedingung des Privateigentums existiert und Arbeitskraft als Besitz des arbeitenden Menschen zur Anwendung des Kapitals bestimmt. Alle Arbeit bildet Reichtum in der gesellschaftlichen Form, die eine bestimmte Produktionsweise ausmacht (siehe Formbestimmung). Die Lohnarbeit bezieht sich durch den Lohn zwar nur auf die eigene Reproduktion des arbeitendenden Menschen, wird aber zugleich benutzt, um ein Mehrprodukt zu schaffen, das sich für das Kapital als Mehrwert herausstellt. Das Quantum der Lohnarbeit, welches den gesellschaftliche Gegenwert der Arbeit als das Verhältnis des Kapitals zu seiner Anwendung im Arbeitsprozess ausmacht, misst sich an der Länge des Arbeitstages (und nicht am Arbeitslohn). In der Lohnarbeit wird Arbeit in der vollständigen Abtrennung von ihrem Sinn reflektiert, als reine Fähigkeit, den Aufwand zu beherrschen, der im Arbeitsprozess zum Zweck der Verwertung von Kapital nötig ist. Produktiv ist Lohnarbeit nur, weil und sofern sie Mehrwert verschafft, auch wenn sie jeder einzelne Mensch nur zum Gelderwerb für seine Lebensmittel nötig hat. Das ist ein Unterschied zur Arbeit überhaupt, die auch den Sinn für ihre Produkte unterstellt, also sinnvoll ist. Nur dadurch also, dass Lohnarbeit dennoch auch Arbeit ist, funktioniert das Reproduktionsverhältnis der Menschen und damit auch die Warenzirkulation in der bürgerlichen Gesellschaft. Wo Arbeit nicht vorkommt, sondern ausschließlich Lohnarbeit, da ist sie sinnentleert und hat keine | ||