| Buchstabe Sel | ||
Selbst drückt eigentlich nur eine subjektive Rückbeziehung aus, z.B. als Unterscheidung von anderem ("Ich selbst meine ..."), die sich in der Entfaltung eigener Wesenskräfte vergewissert. Selbstentfaltung ist ein wesentlicher Sinn des Lebens überhaupt, das sich darin in seiner Stofflichkeit entwickelt und auf anderes als Subjekt bezieht (siehe auch Stoffwechsel). Darin äußert sich alle natürliche Intelligenz, die sich im Leiden an der rein stofflichen Selbstbeschränktheit begründet. Auf sich selbst gibt es nur eine Beziehung über und durch anderes (siehe Objekt), also immer zugleich über sich selbst hinaus. Als Substantiv, als bloßes "Selbst", wäre ein solcher Begriff lediglich die Unterstellung einer objektiven Seinsweise seiner selbst. Aber dieses Wort liefert der Philosophie und Psychologie allerlei Substanzen für Vorstellungen und Ideologien. Dort stellt "das Selbst" eine gedankliche Konstruktion, also auch einen Begriff der Selbstwahrnehmung dar: Das Prinzip einer Selbstbeziehung im Ausschluss von aller Objektivität. Diese Beziehung vollzieht sich als Abstraktion selbstbezüglicher Eigenschaften, die damit zum Wesen einer Persönlichkeit werden - z.B. Seele, Geist, psychische Funktionen und Kräfte (Selbstschutz) usw. Von daher ist "das Selbst" die zur isolierten Selbstbestimmung eingegrenzte Abstraktion einer Beziehung. Verwirklichen kann sich diese als Selbstwert und in dessen Beziehungsformen in den Wahrnehmungsverhältnissen der Menschen (siehe Selbstverwirklichung). In der idealistischen Philosophie ist es das Wesen der Erkenntnis für sich, Identität des Erkennens, wie es sich unabhängig von der wirklichen Lebenswelt bestimmt als Subjekt im Sinne von Einheit und Rückbeziehung aller menschlichen Erkenntnis, letztlich als reine Selbsterkenntnis, welche sich frei und unabhängig jenseits aller Wahrnehmung einfindet (Fichte). Bei Hegel gibt es diese als philosophisches Selbstbewusstsein, worin sich der werdende Geist zur Welt wendet, darin seine Vernunft findet und den Mangel seiner Selbstbeziehung überwindet. Diesem Gedanken ist ein Selbstentdeckungsprozess des Geistes unterstellt, der vor Allem ist und auf den Alles zurückkommt: Gott als sich selbst und wirklich entfaltende Idee, welche in jedem einzelnen Menschen sich bildet und ausbreitet und sich in seiner Kultur und Sitte birgt. Dieses Denken wurde vor allem durch den Materialismus von Ludwig Feuerbach als Konstruktion idealisierter Beziehungen kritisiert und von Karl Marx als verkehrte Gedankenform der Wirklichkeit begriffen. Auch in der Psychologie wird der Begriff oft synonym für die Identität der Selbstreflexion verwendet, nach welcher die Seele strebt. Würde diese das Selbst aber wirklich sich zum Gegenstand machen können, so wäre sie eine Tautologie, Ausdruck einer Selbstentfremdung. Die bürgerliche Psychologie insgesamt scheitert wesentlich daran, dass sie sich nicht die Frage stellen kann, was Seele überhaupt ist und wodurch sie in einem Selbst (oder Ego) zu einer Lebensform der Selbstbeziehung wird. Psychologie hält wie alle bürgerlichen Wissenschaften Selbstbezogenheit für die natürliche Lebensbedingung überhaupt und sieht darin den Grund allen subjektiven Strebens. Dass dieser Grund als private Erscheinung gesellschaftlicher Entwicklung längst vor jeder Individualität als gegebener Lebensstandard gegenständlich im Reichtum einer Gesellschaft ist, um den sich das bürgerliche Individuum Besitz heischend bemühen muss, entzieht sich ihrem Horizont. Sie kann ein gesellschaftliches Individuum nicht von einer selbstbezogen Persönlichkeit unterscheiden und verwechselt daher die Individualität gesellschaftlicher Subjekte mit der persönlichen Subjektivität einer Gesellschaftsform. Seele und Selbst sind darin dann einerlei. Das Selbst gibt es aber nur in der bürgerlichen Kultur als Beziehungsform des Geldbesitzes, auf welchem eine völlig verselbständigte, eine "freie Individualität" gründet. Allerdings stellt es darin auch das Wesen bürgerlicher Subjektivität, das Wesen der privaten Persönlichkeit dar. Im praktischen Leben dieser Kultur ist das Selbst in der Tat die für sich bestimmte Form der Selbstwahrnehmung, worin der in sich selbst reflektierte Mensch die Einheit aller Selbstbeziehungen in sich fühlt, wahrmacht und zu einem Verhalten in seinen Beziehungen auf andere entwickelt und betreibt und dem allen seinen Selbstwert entnimmt. Dies ergibt sich aus der Erlebenswelt vereinzelter Individuen in zwischenmenschlichen Beziehungen, welche sich als Lebensformen der Seele entfaltet, aus dem Prozess ihrer Selbstverwirklichung die eigenttümliche bürgerliche Persönlichkeit in ihren Charaktergestalten entwickelt (siehe hierzu z.B. den autoritären Charakter den esoterischen Charakter oder die flexible Persönlichkeit). Dadurch, dass sie zu einer abstrakten Einheit durch das Wahrhaben in der Anwesenheit anderer Menschen gelangt, gibt es das Selbst als Beziehungsform von und für Menschen wirklich, d.h. Wirkung habend. Es ist damit aber so ziemlich genau das Gegenteil von dem, was die Philosophen und Psychologen hiervon begriffen haben wollen: Das Resultat der Vermittlung von Selbstwahrnehmungen durch andere, also ein Reflexion aus einem zwischenmenschlichen gesellschaftlichen Verkehr. Das Selbst ist das allgemeine Substantiv für die Substanz der Beziehung auf sich selbst, die ein Unding wäre, wäre sie nicht tatsächlich als Beziehung auf andere, als zwischenmenschliche Beziehung möglich. Nur in diesem Zusammenhang hat ein solcher Begriff seinen Sinn. Ihn als Reflexion einer Isolation von zwischenmenschlicher Bezogenheit durch die Seele zu erklären schließt eine Kritik der Psychologie ein, die genau dies in ihren Begriffen leugnet und das Selbst gerne (z.B. als "Ich") als eine positive Selbstbestimmung der Realitätstüchtigkeit oder des Selbstbewusstseins einführt, negiert vielleicht durch verselbständigte Selbstbezogenheiten wie "Narzissmus", "Egozentrik", "Egoismus" usw. Solche Begrifflichkeit führt zu Begriffen der reinen Subjektivität, einer Subjektivität, die es gar nicht geben kann, weil sie keine andere Substanz als das Selbst haben, die wohl aber subjektiver Ausdruck objektiver Beziehungen als Formen der Selbstbesessenheit (siehe auch Besitz) sind. Das Selbst ist die Wirklichkeitsform der Seele und damit Verwirklichung von seelischen Absichten, wie sie sich im Lauf des Lebens gebildet und verwirklicht haben und auch im Gedächtnis erhalten sind. Es kennt kein anderes Prinzip als das der seelischen Identität. Doch diese ist nicht seeelisch möglich, sondern nur wirklich, wirkt also in den Lebensräumen der Seelenwelten. Diese sind eine Realität für sich, haben also dadurch Wirkung, dass sie die Entfaltungsmöglichkeiten dieses Raumes ausschöpfen. Als selbständige Beziehung auf andere bildet sich das Selbst aus Selbstgewinn, der sich allerdings immer auch zum Selbstverlust in Beziehung hat. Beide sind Momente abstrakter Selbstwahrnehmung, der es gelingt, sich in zwischenmenschlichen Beziehungen als Lebenszusammenhang in Selbstgefühlen zu verwirklichen, indem sie sich per Ästhetik und Design vermittelt, wahrhat und wahrmacht - dies allerding setzt die Selbstentleibung anderer Menschen voraus und ist damit die Existenzform entfremdeter Selbstachtung. | s.a.
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Selbstachtung ist die Beachtung seiner selbst als unveräußerlichbares Wesen. Gegen die Anmaßungen fremder Besetzungen, gegen die Inbesitznahme des eigenen Seins als Mensch, Kultur und Gattungswesens. Deshalb ist die Selbstachtung der letzte menschliche Rückhalt gegen die Unterwerfungsmächte fremder Bestimmungen, die im Stolz der Besatzungsmacht und des Besitzes ihr zugefügt werden. Darin verbleibt die Erkenntnis seiner als Mensch unter Menschen bewahrt, welche das Heraustreten aus der Scham seiner Selbstentfremdung nötig hat, die Erkenntnis eigener Wahrheit als Erkenntnis seiner Fremdbestimmmung. Selbstachtung ist der wesentliche Ausdruck notwendiger Liebe als Menschenliebe, Anerkenntnis des Lebendigseins schlechthin, Abgrenzung vom Prozess des Todes und der Tötung (siehe auch Entleibung). Darin wird die Entfremdung zu einer Wahrheit gewendet, die das Selbst im Streit der Selbstwahrnehmungen um eigene Wahrheit in den zwischenmenschlichen Beziehungen aufgehoben hatte. Die Depression, welche dieser Streit durch Entleibung der Wahrnehmung überhaupt, und damit als Nichtung ihrer Substanz hervorgerufen hatte und den sie schließlich als Selbstverachtung wahrhaben musste, wird in der Selbstachtung konkret negiert und eröffnet die Erkenntnis wirklichen Bezogenseins auf der Grundlage fremder Lebensbedingungen. Aus dem Widerstreit des Wahrnehmens, aus dem Zweifel der Selbstwahrnehmung entsteht somit eine wirkliche Beziehung auf Menschen als wirkliche Selbsterneuerung, also zugleich als Bedürnis nach Erneuerung des menschlichen Lebenszusammenhangs (siehe Gesellschaft). Aus der Durchdringung der Form der Wahrnehmung entsteht darin die Erkenntnis seiner selbst als Mensch unter Menschen, welcher nicht anders kann, als sich in anderen zu erkennen, ohne sich durch andere zu verlieren. Selbstachtung kann also nur in der wechselseitigen Achtung der Menschen als Achtung für das menschliche Leben überhaupt aufgehen. Deshalb begründet die Selbstachtung die Beziehung auf andere Menschen durch Kritik an menschlicher Entfremdung und Selbstentfremdung und stellt die Subjektivität der Menschenliebe gegen die Objektivität eines über sie herrschenden Subjekts, dem Inbegriff menschlicher Selbstentfremdung. Jeder politischen Kultur, sei sie nationalistisch, neoliberalistisch, religiös oder sonstwie begründet, kann nur menschliche Kultur entgegengehalten werden, wie sie als wirkliches Lebensverhältnis der Menschen ist. Damit wird diese vor allem gegen die Bestimmung durch einen übermenschlichen Willen gestellt. Das Verhältnis zu sich erscheint so im Verhältnis zu anderen Menschen und reflektiert sich darin, worin Willkür herrscht und subjektive Not bestärkt, wo also Reflexion notwendig ist. "Die Kritik der Religion endet mit der Lehre, daß der Mensch das höchste Wesen für den Menschen sei, also mit dem kategorischen Imperativ, alle Verhältnisse umzuwerfen, in denen der Mensch ein erniedrigtes, ein geknechtetes, ein verlassenes, ein verächtliches Wesen ist." (MEW 1, S. 385) Wo ich mich nicht achte, sind mir auch andere verächtlich und wo ich andere als Menschen achte, werde ich auch mir menschlich. Somit ist Selbstachtung auch die Notwendigkeit der Liebe: Wo sie in Not ist, kann sie sich nur in Selbstachtung wirklich wenden, muss sich dorthin verlieren, um sich darin wieder zu gewinnen. Es ist ihr Schmerz wie ihre Wirklichkeit. In der Selbstachtung offenbart sich allerdings auch die Abstraktion zwischenmenschlicher Beziehungen, die Reduktion ihrer Wirklichkeit. Sie kann einem Übersinn unterworfen sein, der bis zur Selbstverstümmelung zwingt. Als Produkt einer Scheinwelt kann sie auch zu einem Stolz werden, der in der Negation dieser Welt sich hervortut als Besonderung des Selbst gegen seine Erscheinung. Als solches wird Selbstachtung übermächtig und benötigt Macht zur Selbstverwirklichung. Durch sie kann sie ihre Bestätigung willkürlich erfahren und entwickelt sich im Glauben an sich zu einem Willen der Subjektivität des Selbst. |
s.a. | |
Im Unterschied zur Lohnarbeit ist selbständige Arbeit die Arbeit im eigenen Betrieb (z.B. als Handwerker, Dienstleister), also mit eigener Kundschaft und eigenem Arbeitsmittel und aus eigenen Fähigkeiten. Der Arbeitswert regelt sich hier aus der Konkurrenz der selbständigen Arbeiten untereinander wie auch im Verhältnis zur industriellen Arbeit. Die selbständige Aebiet ist ihr nachgeordnet und meist darin unterlegen, dass sie von der Industrie ihre Arbeitsmittel und Rohstoffe, oft aber auch ihre Kundschaft bezieht (Outsourcing der Industrieabreit in selbständige Arbeit). Selbstständigkeit hat heute nur selten wirtschaftliche Vorteile gegenüber der Lohnarbeit, ist aber oft aus kulturellen Gründen, aus Gründen der Betriebskultur (z.B. auch als Familienunternehmen) bevorzugt. Es ist eine besondere Form der Ausbeutung von Menschen, in der sie fast unwahrnehmbar ist: Selbstausbeutung, die private und scheinbar freiwillige Verlängerung des Arbeitstages. Staatlicherseits wird sie inzwischen propagiert als Ausweg aus der Arbeitslosigkeit in der Form von einer Ich-AG. Dass sich Menschen der selbständigen Arbeit oft scheinbar freiwillig unterziehen, liegt einerseits an sozialen, matereillen und psychischen Vorteien, die sie damit haben oder sich erhoffen und andererseits am Mangel an anderen Möglichkeiten der eigenen Reproduktion (siehe Arbeitslosigkeit). Selbständige Arbeit entsteht dadurch, dass ein Mensch sich einen eigenen Kundenkreis, einen bestimmten Markt schafft, den er bedient und sich von da her als Ursprung und Resultat seiner Existenz, also als "seines Glückes Schmied" verstehen kann, wenn er will. Als Alternative zur Lohnarbeit und ihrer persönlichen Konsequenzen (Bindung an das Rentensystem, lebenslange Abhängigkeit von den Stationen der Stellenangebote, Unterworfenheit unter die Momente und Persönlichkeiten des Kapitals) arbeitet er hierfür "Tag und Nacht", auch wenn ihm hierbei die produzierten Werte unter der Hand zerrinnen: Seine Geräte werden ihm schnell wertlos, seine Preise sind immer wieder zu hoch angesichts der ihn ständig unterbietenden Konkurrenz und sein Wissen ist durch die permamneten technologischen Veränderungen auch immer schon wieder überholt. Angesichts der immer größer werdenden Bedrohlichkeit der Konkurrenzlage durch Kapitalkonzentration und Wertmasse der "Wettbewerber" steht er immer existenziell zur Disposition. Die Zeit beherrscht ihn und er muss sich beherrschen, einfach um selbständig sein zu dürfen, also: um nicht Lohnarbeiter zu sein. | s.a. siehe hierzu auch den Text Thesen zur Diskussion des Begriffs "flexible Persönlichkeit" | |
Selbstaufgabe entsteht notwendig aus dem Selbstgewinn in objektiven Gefühlen als Tribut an die Isolation eines Selbstverlustes, dem unter bestimmten Bedingungen der Wahrnehmung in zwischenmenschlichen Beziehungen nicht subjektiv entgegengetreten werden kann. | s.a. siehe hierzu auch den Text Thesen zur Diskussion des Begriffs "flexible Persönlichkeit" | |
Selbstaufhebung ist die Aufhebung aller Identität als Schmerz, welchen die Seele so hat, wie sie ihn auch überwältigt. Von da her ist Selbstaufhebung ihre Wahrheit, die in Wirklichkeit ihre Krise ist (siehe Depression). Sie ist die Starre einer Erkenntnis, die sich außer sich nichtig setzt, weil sie alles außer sich bejaht, also sich selbst überhaupt verneint, sich nicht sein lassen kann. Solche Erstarrung in der Selbstverneinung tritt als ein Zustand absoluter Gefangenschaft in eigener Liebe und im Hass auf, der in dieser Selbstverneinung nur Lähmung ist, weil darin Selbstauflösung zugleich Selbstgewinn ist, wenn sich . Die Liebe bedeutet in dieser Beziehung nur Selbstverlust, der Hass nur Selbstzweifel. Bewegung entsteht durch eine Art Selbstverachtung, die sich zur Selbstbeachtung und im Prozess der Erkenntnis eigener Liebe zur Selbstachtung, zur Menschenliebe treibt. | s.a. siehe hierzu auch den Text Thesen zur Diskussion des Begriffs "flexible Persönlichkeit" siehe hierzu auch den Themenabend siehe hierzu auch das Papier | |
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Selbstauflösung ist ein im Selbstverlust betriebener Prozess der Auflösung aller Selbstbestimmungen, also die Produktion von Unbestimmtheit in dem, was einen Menschen selbst betrifft. Dem zugrunde kann nur eine Macht gegen diesen selbst liegen, z.B. eine Gefühlsmacht, welche zur Entleibung menschlicher Sinnlichkeit führt, den Sinn eines Menschen vernutzt, durch den er sich äußert. Die setzt Verhältnisse voraus, worin solche Macht Abhängigkeiten vorfindet, die sie zu nutzen versteht (z.B. egozentrische Liebesbeziehungen, erzieherische Beziehungen, Hörigkeiten). |
s.a. |
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Selbstausbeutung geschieht durch die Erzeugung von Mehrwert vermittelst der eigenen Arbeitskraft in der eigenen Produktionsstätte. Dieser Mehrwert entsteht also nicht in der Produktion durch die Anwendung von Produktionsmittel und Arbeitskräften bei einem ihnen fremden Unternehmen. Er wird aus selbständiger Arbeit gezogen und ist eine Verlängerung des Arbeitstags (siehe z.B. auch Ich-AG), dessen Wert den Vermietern der Betriebsräume und den Maschinen-, Rohstoff- und Geldlieferanten, also den Lieferanten der eigenen Logistik über deren materiellen Reproduktionswert hinausgehend übertragen wird. Der Wert, den ein Selbstausbeuter schafft, deckt sich mit seinem Reproduktionsbedarf nur solange, wie seine Preise auf dem Markt dem durchschnittlichen Angebot entsprechen. Er steht unter einem besonders großen Arbeits- und Existenzdruck, denn außer dem Risiko seiner Unternehmung steht er mit Leib und Seele in seinem Betrieb. Jede Krankheit ist eine Existenzgefährdung alleine schon durch den Ausfall seiner Arbeitskraft, die meist absolut in die Betriebsinterna einbezogen ist oder überhaupt nur diese beherrscht. In der Selbstausbeutung verlängert sich die objektive Marktlage auf allen Ebenen der Existenz, der leiblichen (Gesundheit), der familiären (Soziales) und der seelischen (Selbstwahrnehmung).Sie wird daher meist auch garnicht als solche wahrgenommen, sondern wirkt als permanenter Zeitdruck, permanentes "Rausholen was drin ist" und erfordert beständige Marktanpassung, Flexibilität. Zur Selbstausbeutung gehört daher auch eine flexible Persönlichkeit, durch welche jemand sich in die versetzt, sich in beständiger Selbstaufhebung durch eine unendliche Hoffnung auf Linderung, eine Art Heilserwartung durch irgend einen Erfolg irgend wann mal, zu erhalten und aus einer solchen Selbstaufgabe sogar seinen Willen zu beziehen.. Auch der Markt selbst umfasst mehrerlei Dimensionen der Selbstausbeutung: Er vernutzt den Selbstausbeuter als Kaufmann, als Arbeitskraft, als Werbemann und als Wirtschaftsstrategen. All dies teilt sich ihm nicht als Aufgyabe, sondern als Zeitdruck mit: Er ist in allem immer zu spät dran. Je größer dort die Angebote, desto größer auch die Selbstausbeutung durch die Konkurrenz der Selbständigen, in welcher sie sich mit psychologischer Überbewertung und ökonomischer Unterbewertung übertreffen, so billig sind, wie ihre Existenzangst sich vermehrt. Jeder treibt sich hierbei selbst an seine unterste Reproduktionsgrenze und oft darüber hinaus - also in den Ruin. Mehrwert kann er für sich nicht schaffen, denn der steckt nur in der Maschine, die er verbraucht und ist Mehrwert für das Maschinen produzierende Kapital und nicht für ihn. Deshalb kommen nur relativ wenige Selbständige zu einer besseren Existenz. Alle zusammen erreichen hinterrücks eher eine besondere Variante, oft eine besonders selbstzerstörerische, in der Verlängerung des Arbeitstags. Dies wird inzwischen mit dem Begriff der Ich-AG offiziell propagiert und ist nichts anderes, als dass die Preise aller Arbeit durch Erhöhung der Konkurrenz von Selbständigen mit ungezügelten Arbeitszeiten gedrückt werden, um zugleich die Konkurrenz der Selbständigen gegen die Angebotslage der unselbständigen Arbeit zu kehren. Es ist die Minimierung des variablen Kapitals, die als neue Ausrichtung für die Gewinnung von Reproduktionsmöglichkeiten in selbständiger Arbeit erscheint, indem sie im Prinzip jeden Arbeiter auf die Jagd nach potentiellen Verbrauchern oder Nutzern ihres Könnens schickt. Mithin kann es so viele Verbraucher nicht geben, solange nicht das Arbeitsquantum für alle im Durchschnitt als Arbeitstag nach Maßgabe der Produktivität im Verhältnis zum Bedarf geregelt wird. Aber gerade dies macht die moderne Form der Krisenbewältigung aus: Durch die Masse vagabundierender Selbstausbeuter bleibt ein breiter Absatzmarkt an Produktionsmittel gesichert, der, sofern sie ihre Existenzen immer wieder gründen können, auch die allgemeine Krise auf unterstem Existenzniveau ausbadet. Selbstausbeutung ist auch von anderer Seite her die moderne Form der Ausbeutung, da diese den Reproduktionsdruck unmittelbar als Existenzdruck setzt und alle Sozialverträge umgeht. Das setzt voraus, dass Mehrwertproduktion gänzlich getrennt ist von der Reproduktion der Menschen, dass also eine Welt von Reproduzenten unterstelllt wird, woraus Mehrwert nur akzidenziell ausgepresst wird durch Anlage von Aktienkapital in den prosperitären Phasen. Von den Krisen wird es dann durch Aktienverkauf zumindest situativ freigestellt. Das macht dann praktisch die Konkurrenz der Aktionäre, die im Aktienan- und -verkauf die Marktentwickjlung gegeneinander bestimmen können. Und das ist natürlich grenzenlos möglich, sobald Kapital in freie Wechselkurse gestellt ist. Das ist die Grundlage der Globalisierung. | s.a. siehe hierzu auch den Text Thesen zur Diskussion des Begriffs "flexible Persönlichkeit" | |
Selbstbehauptung >> Weiterleitung zu SELBSTB | ||
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Selbstdarstellung ist die Entäußerung einer Selbstwahrnehmung, wie sie auf der Bühne des Lebens in der Ästhetik der bürgerlichen Kultur verlangt ist. Wer in den Verhältnissen des ästhetischen Willens existiert, wird sich darin nur über Selbstdarstellung wirksam verhalten können, besonders in der Nutzung der Mittel der Mode und des Designs. |
s.a. siehe hierzu auch den Text Thesen zur Diskussion des Begriffs "flexible Persönlichkeit" siehe hierzu auch den Themenanbend zu Die "flexible Persönlichkeit" - Merkmale des modernen Erfolgsmenschen | |
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Selbstentfaltung ist die Tätigkeit einer Intelligenz, die durch Beziehung auf anderes sich selbst gestaltet und darin ihren Grund vollzieht: Das Leiden an stofflicher Selbstbeschränkung (siehe auch Selbst). Im Unterschied zur Selbstverwirklichung besteht darin kein selbstisches Interesse, sondern lediglich praktische Beziehung auf anderes durch sich, sowohl in der einfachsten Form des Stoffwechsels, als auch in der Entfaltung des Lebens überhaupt. Selbstentfaltung kann durch Kräfte der Abstraktion (siehe Formbestimmung) gegen sich selbst gerichtet werden und von daher auch Selbstentfremdung erzeugen. |
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Selbstentfremdung ist die sich selbst fremd gewordene Form einer Selbstentfaltung, zunächst als bloßes Entfremdungsgefühl (Depersonalisation), veräußerte Wahrnehmung eigener Empfindungen. Die Selbstwahrnehmung ist darin unmittelbar formalisiert, enthält Formbestimmung, welche die Wahnehmung selbst mehr oder weniger vollständig negiert. Sie ist das Außersichsein der Selbsterkenntnis, das Verspüren ihrer Unwahrheit durch fremde Bestimmung als Macht gegen sich, als fremde Kraft. Selbstentfremdung ist eine mächtige Selbsttäuschung, die durch unerkannte Fremdbestimmung notwendig geworden ist und als solche empfunden wird, wenn sie die Selbstwahrnehmung und die Selbstachtung bedroht. Ihre Macht rührt aus einer Lebensnotwendigkeit, die sie nicht wirklich vollzieht, sondern in sich und gegen sich vollstreckt. In der seelischen Entwicklung entsteht sie als Lebensangst, in welcher die seelische Wahrnehmung die Entfremdung ihrer Erkenntnis als Identitätsangst verspürt. Diese hat Selbsterkenntnis nötig. Als Wahrnehmungszustand ist Selbstentfremdung eine Selbstaufhebung in den eigenen Gefühlen, die sich oft panikartig einstellt und als Angstzustand oder manchmal auch als "Borderline"-Syndrom diagnostiziert wird. Es ist das Resukltat einer Selbstwahrnehmung in Beziehungen, worin die eigene Person zum Medium objektiver Gefühle in zwanghaften Verhältnissen geworden ist und diesen Selbstverlust als ausschließliches Gefühl der Selbstwahrnehmung leidet. Es können sich hierauf auch Aktionen gegen den eigenen Körper aufbauen (z.B. "Ritzen", um sich noch zu empfinden). Weitere Aktivitäten gegen Selbstentfremdung treten in sogenannten Perversionen auf. Subjektiv und allgemein gründet Selbstentfremdung auf einer Entzweiung der Erkenntnis. Geschichtlich ist sie der Lebensvollzug eines Selbstzweifels, der die Wahrheit seines Zweifels außer sich hat als einen Sinn, auf den sich seine Sinnlichkeit reduziert, auf einen abstrakten Sinn. Dieser vollzieht sich in der Formverwandlung des Leidens, das in seiner Formbestimmung keine Gewissheit für sich finden kann. Darin gerät die eigene Geschichte in die Ungewissheit eines Gedächtnisses, das nicht sein kann, weil es Gründe gibt, anders sein zu müssen. Der Mensch wird sich selbst fremd, wie dies der Möglichkeit nach auch die Menschheit werden kann, sowohl für sich als auch als Verhältnis, als Gattungs- und Begattungsverhalten (siehe auch Feminismus). In der Philosophie ist Selbstentfremdung die implizite Voraussetzung des Denkens, sowohl Unterworfenheit des Menschen unter Mächte, die ihn bedrängen, als auch als schöpferische Potenz der Befreiung (Emanzipation). Der Gedanke enthält die Möglichkeit fremder Bestimmung des Seins, und wendet sich hiergegen als Gedächtnis zur Bewahrheitung menschliche Weisheit, die sich hiergegen verhalten will, auch wenn sie ihr Leiden nicht zu begreifen vermag (siehe auch Begriff). Nach Marx kann dieses Verhalten allerdings nur praktisch sein und das umfasst Analyse und Begriff des Seins als Einheit von theoretischem und praktischem Bewusstsein. Nach Heidegger entspringt Selbstentfremdung nicht der mächtigen Bedrängung, sondern umgekehrt der Seinsvergessenheit des Menschen, also der Abkehr von seiner Existenz, selbstverschuldet. | ||
Selbstentleibung im eigentlichen umgangssprachlichen Sinne ist die Selbsttötung. Im weiteren Sinn wird dieser Begriff verwendet als Begriff für die Entleibung eines Verhältnisses in einer konsumatorischen Beziehung, in welcher sich die beteiligten Menschen einverleiben (s.a. Symbiose). Sie ist die Form der Entäußerung und Entfremdung eigener Sinnlichkeit zum Mittel seelischer Bedürfnisse in der Form einer abstrakten Selbstverwirklichung. In den Dienst der Selbstbeziehung gestellt werden die eigenen Sinne zur Sinnlichkeit einer Seele, die nur dadurch wirklich ist, dass sie solchen Sinn hat, der notwendig Selbstentfremdung als Selbstgewinn entwickelt. Was die Seele als Unauflösbarkeit ihrer Gefühlswelt hat, treibt die Sinne zur Hergabe von Sinn (siehe Entleibung). Sie fühlen sich selbst in die Leere getrieben, wo sie beseelt werden - und so erscheint ihr Trieb als ihr Naturtrieb (z.B. als Geschlechtstrieb) oder Kulturtrieb (z.B. Zwangsverhalten) schlechthin. Der Körper muss erfüllen, was die Seele nötig hat. In ihrer Absicht steht alleine ihre Selbstfindung über ihren Körper, der allerdings nur dienlich ist, wo er Selbstwahrnehmung verkörpert (siehe Ästhetik) und verwirklicht. Selbstentleibung verwirklicht sich als ästhetischer Wille im Prinzip aller Scheinwelten in den zwischenmenschlichen Beziehungen der bürgerlichen Kultur, die sich bis zur Allgemeinheit eines Volkskörpers forttreibt. Selbstentleibung erfüllt das Prinzip der Seele in der Absicht, übersinnliche Gefühle zu erzeugen und schafft schließlich auch wirklich einen Übersinn, einen abstrakten Gemeinsinn, worunter menschliche Beziehungen sich zu bestätigen und zu erfüllen haben. Der Prozess der Selbstentleibung besteht in der Selbstausbeutung, in der Bereitstellung von Sinn für andere (z.B. in der Kulturarbeit oder in der Familie), um deren Selbstgefühle zu befrieden, zu sättigen und zu bestätigen, um also derer Selbstverwirklichung dienlich zu sein. Dies erscheint zwar wie jede Ausbeutung freiwillig, ist jedoch an die Liebe gebunden, welche Seele geworden ist und sich in einem Existenzraum (z.B. als Beziehung, Ehe usw.) entfaltet hat. Der Trieb der Seele (die Absicht ihres sich Wahrmachens) erfordert Menschen, welche in die Position der Selbstentleibung getrieben werden, besonders, wenn sich die gesellschaftlich wirklichen Beziehungen in Geldverhältnisse aufgelöst haben (z.B. in einer Dienstleistungsgesellschaft) und also keine anderen menschlichen Beziehungen dem entgegen stehen können (siehe auch Kulturkonsum). |
s.a. siehe hierzu auch den Text Thesen zur Diskussion des Begriffs "flexible Persönlichkeit" siehe hierzu auch den Themenabend siehe hierzu auch das Papier | |
Selbsterfahrung ist ein Widersinn in sich: Was soll ein Mensch von sich erfahren können, wenn nicht über andere? Selbsterfahrung kann so nur Reflexion sein und muss sich darin gewiss werden, dass die Erfahrung durch andere immer Erfahrung von anderen ist, auch wenn eigene Wirkung darin ist. Die Wirklichkeit von Selbsterfahrungsgruppen kann daher irre werden, wenn sie nicht ihren Umstand als reine Form potentieller Selbsterkenntnis begreift. Schnell wäre sie sonst reine Esoterik der Selbstwahrnehmung, worin jede Erkenntnis in beseelten Selbstgefühlen verschwindet. |
s.a.
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Selbsterkenntnis ist die Erkenntnis, welche die Selbstachtung nötig hat, wenn sie in Selbstwahrnehmungen und Selbstwertgefühlen untergeht, zur Selbstentfremdung wird. Sie ist zugleich menschliche Erkenntnis überhaupt, da sich Menschen nur erkennen in anderen Menschen, in kritischer Beziehung zum menschlichen Leben überhaupt. Sie ist eine Erkenntnis in der Reflexion seiner als Mensch unter Menschen. Im Gegenteil hierzu steht Selbstbehauptung als Bestimmung eigener Identität durch ein identitäre Behauptung (siehe identitäres Denken). Selbsterkenntnis ist die Aufhebung von Selbstzweifel, zunächst also die Erkenntnis der Bestimmtheit seiner selbst, wie sie sich in den zwischenmenschlichen Verhältnissen trägt, fortträgt und erträgt. Dies eröffnet zugleich Einsicht in die Notwendigkeit der Selbsterkenntnis, die Erkenntnis der wirklichen Geschichte der eigenen Kultur, z.B. als Geschichte einer Liebe unter der Bedingung privater Lebensräume. Hierbei entsteht das Wissen einer Lebensnot, der Bedingtheit eigener Lebensäußerung. Es vollzieht sich darin die Heraussetzung der Bestimmung als äußere Bestimmtheit, welche den Schmerz der Erkenntnis erklärt und im dem hieraus entstehenden Bewusstsein Selbstachtung im Wissen um ihre Bedingtheit findet. Selbsterkenntnis wird so zur Erkenntnis der Entfremdung der Verhältnisse, worin sich Menschen aufeinander beziehen, und wird damit zur Erkenntnis der Notwendigkeit, diese Verhältnisse, worin der Mensch nur "ein verächtliches Wesen" (Marx) sein kann, in einem gesellschaftichen Verhältnis aufzuheben, in denen die Menschen die Geschichte ihres Lebens als Geschichte ihrer Lebensäußerung (siehe auch Tätigkeit, Arbeit) begreifen können. | s.a. | |
Selbsterregung gründet auf der Ermangelung eigener Regungungen, die hierurch dem Reiz des eigenen Körperlichseins folgen, das hierzu oft auf rein ästhetische From reduziert wird. Solche Erregung in der Selbstbegeisterung bildet die Grundlage des ästhetischen Willens und seiner Verdichtung zu bestimmten Kulturformen (siehe z.B. Körperkult, Design, Mode, Volkskörper, Volksseele). Dem Sinn nach unterscheidet sie sich vor allem in der Anwesenheit und der Abwesenheit anderer Körper. Während sie unter letztrer reine Selbstbefriedigung sucht, sucht sie in der Anwesenheit anderer Geltung für die Selbstwahrnehmung. | s.a. | |
"Ich denke, also bin ich" (Descartes). Diese Selbstevidenz des denkenden Menschen gilt für alle seine Tätigkeiten. Es ist die einzige Gewissheit gegen Gott und damit gegen das religiöse Denken überhaupt, dass der Mensch sich selbst durch sein Tätigsein außer sich evident macht, sich gegenständlich für sich macht, ohne Gegenstand zu sein. |
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Selbstgefühl ist eine Wahrnehmungsidentität im Gefühl als Ästhetik für sich selbst, das sich aus der Empfindung anderer Menschen in der Selbstbeziehung begründet. An sich ist das ein Gefühl eigener Sinnlichkeit, eigener Sinnesregungen, wie es in zwischenmenschlichen Beziehungen durch andere bestätigt ist, Ästhetik des Zusichkommens im Verhältnis mit anderen Menschen und Sachen, worin Lebensäußerungen für sich gewahr werden. Für den Selbstwert ist es das Gefühl der Selbstbestätigung, worin sich die Gefühle in einer Selbstbeziehung vereinen. Darin vereinigen sich die Empfindungen vieler Menschen in der Anwesenheit eines Gefühls für sich selbst, das seine Wahrnehmung zu einer Identiät bringt, die sie durch andere wahrhat und die sich durch deren Abwesenheit bedroht fühlt. Das Selbstgefühl ist ein Produkt der Rückvermittlung der Gefühle als Empfindung für sich, welche schließlich die Absicht der Seele ausmacht. Es wird durch fremde Gefühle gewonnen, in welchen sich das eigene Leben reflektiert (Reflektion). Selbstgefühl setzt sowohl die Gleichgültigkeit der Welt gegenüber der Empfindung voraus, wie auch die Gleichsetzung der Gefühle unter den Menschen. Mensch und Welt haben keinen Sinn für Empfindung. So verbleiben sich die Menschen in ihren Gefühlen im Verhältnis. Das Selbstgefühl ist die Aufhebung weltlicher Wahrnehmung, ist die Selbstwahrnehmung unter der Bedingung von Geldbesitz. Die Gefühle anderer Menschen sind dem eigenen Gefühl im Erleben das selbe Ereignis. Es ist der Inbegriff der Selbstbezogenheit (Egozentrik). Selbstgefühl entsteht aus Regungen, die sich selbst Inhalt bleiben, Launen und Stimmung sind. Als Form für sich haben sie ihr Ausmass in den räumlichen Bedingungen (Raum), in den An- und Abwesenheiten von Ereignissen und Menschen. Für sich sind sie unendlich bestimmt und äußern sich daher nur als Erregung. In dieser Form entwickeln sie den Trieb ihrer zwischenmenschlichen Verhältnisse. |
s.a. siehe hierzu auch den Text Thesen zur Diskussion des Begriffs "flexible Persönlichkeit"
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Selbstgerechtigkeit ist eine Gerechtigkeit, die aus der Verallgemeinerung für sich und gegen ein Anderssein gewonnen wird. Sie ist das unmittelbar praktische und sich seines Seins unendlich bestätigende Bewusstsein der Selbstbezogenheit, das diese meist aus einem verallgemeinerten Altruismus heraus affirmiert und sich aus dem Befinden errichtet. Es ist das Selbstbewusstsein des Selbstgefühls, das sich als Gefühl für andere im Einsatz gegen das Schlechte und Böse verwirklicht sehen will, um sich selbst als anderes hiervon bestätigt zu wissen. Die Entdeckung des Bösen ist sein Hauptanliegen, aus dem es seine Kraft schöpft und deshalb oft selbst alles das zum Monster des Unmenschen macht, was sich seinem Bedürfnis nach Selbstbestätigung entzieht. In der Selbstgerechtigkeit ist die Allgemeinheit gedoppelt als eine, die für sich allgemeine Ansprüche und für andere sich selbst allgemein stellt, also eine gegensätzliche Allgemeinheit hat. Durch Selbstgerechtigkeit setzt sich ein Mensch für die Richtigkeit seiner Selbstwahrnehmung dadurch ein, dass er sie dem allgemeinen Menschsein gleichsetzt, sein Bedürfnis auf Selbstbestätigung als Menschenrecht schlechthin behauptet (siehe Selbstbehauptung). Jede Selbstgerechtigkeit hat ihren ideologischen Kern in einer Theorie von einer richtigen, von einer wahren Zwischenmenschlichkeit, meist in der Psychologie. |
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Selbstgewinn ist der Gewinn einer äußeren Identität, die sich über die Möglichkeiten der Selbstbezogenheiten stellt. Er entsteht durch Beziehungen, worin sich die Entleibung anderer Menschen zum Selbstgewinn bildet. Er kann zum Selbstverlust führen, wenn diese Identität zugleich durch Isolation, durch Abspaltung der eigenen Kraft geschieht. | s.a. siehe hierzu auch den Text Thesen zur Diskussion des Begriffs "flexible Persönlichkeit" | |
Sich selbst kann nur man nur in der Bestätigung eigener Identität werden. Dies setzt andere voraus, ein Verhältnis der Menschen in der Erkenntnis ihres Menschseins im anderen Menschen, ein gesellschaftliches Verhältnis. Von daher ist eine Selbstgewissheit nichts anderes als die Gewissheit in einer Beziehung auf andere und darin die Wahrheit aller Selbstwahrnehmung, welche der Selbsterkenntnis in der Überwindung der Selbsttäuschung durch den Beweis ihrer Zwischenmenschlichkeit geworden ist.
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Selbstkontrolle ist die Kontrolle der eigenen Wahrnehmung und Selbstwahrnehmung, die sich aus der Getrenntheit von Empfindungen und Gefühlen im Prozess der Selbstverwirklichung notwendig ergibt und sich aus dem Zweifel nährt, dass das eine und das andere für sich nicht wahr sein kann. Dies macht die Grundlage des Kontrollbedürfnisses auch auf andere aus, wie es sich besonders im autoritären Charakter herausbildet. Selbstkontrolle enthält nichts als Zweifel und wird erste durch Erkenntnisse in zwischenmenschlichen Beziehungen, Erkennen seiner Selbst im anderen Menschen, aufgehoben. Für sich ist sie der Schmerz des Erkennens, der seines Lebens bedarf und dies auch weiß. Löst er sich in der Ignoranz des Lebens auf, so verwahrlost die Wahrnehmung in der Verschmelzung mit allem und nichts. Besteht das Leben aus Selbstkontrolle, so ist es eine Verzweiflung, die sich selbst genügt und daher unendlich hart gegen sich selbst verbleibt (siehe Tod). |
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Selbstlosigkeit ist eine Form der Selbstbeziehung, in welcher das Eigene nur in Anderem besteht, also eine Form der Selbstverleugnung als negierte Egozentrik, z.B. als Altruismus. Dabei impliziert eine Beziehung aus Selbstlosigkeit immer die Einverleibung von anderem, das aber nur abstrakt wahrgenommen wird. Durch die Abstraktion von jedem inhaltichen Bezug wird es in seiner Anwesenheit idealisiert zu einer Beziehungsmacht, die durch Selbstlosigkeit verwirklicht wird. Die Unterwerfung dient als Mittel eines ebenso abstrakten Selbstgewinns (siehe auch Masochismus), der allein aus einer Selbstvergegenwärtigung von Idealisierungen bezogen wird, also auch eine Art Selbstüberhebung ist. |
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Links zur Diskussion Selbstorganisation: | ||
Selbststeuerung wird in der Psychologie als notwendige Ich-Funktion angesehen, um die Integrität einer Persönlichkeit zu erhalten. Sie unterstellt einen Willen, der die Verhältnisse der Seele zusammenführt und steuert. Nach Auffassung der Psychoanalyse besteht diese Funktion aus der Vermittlung von ES und ÜBER-ICH in der Vermittlung zur Realität. Selbststeuerung macht den Willen zu einer Notwendigkeit der Person, um ihr Dasein inmitten von Besitzverhältnissen zu behaupten: Sie muss ihre Habgier zügeln um größtmöglichen Selbstgewinn aus ihrem Verhalten zu erzielen, gleich, was sie für sich ist und erkennt. Es ist die Behauptung der Notwendigkeit einer Gleichgültigkeit aller Selbsterkenntnis gegen ihre Zwischenmenschlichkeit, die sich als Steuerung der Selbstwahrnehmung zu behaupten habe (s.a. Selbstbehauptung). |
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Selbstunterwerfung ist die Selbstaufhebung durch die bestimmte Allgemeinheit eines zwischenmenschlichen Verhältnisses (z.B. Religionsgemeinschaft, Sekte), in der sie nicht wirklich ist und daher auch keine Wirkung hat. Was ihre Starre wäre, ist hier das Leben der anderen und durch andere. Der darin allgemeine Altruismus formuliert die Selbstverleugnung, welche hierfür nötig ist. Der Zweck der Selbstunterwerfung ist der Selbstgewinn im Alllgemeinen als gelebte Erlösung aus dem gemeinen Schmerz der Selbsterkenntnis. | ||