Bewahrheitung: Unterschied zwischen den Versionen

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"Die Wahrheit ist allgemein, sie gehört nicht mir, sie gehört allen, sie hat mich, ich habe sie nicht. Mein Eigentum ist die Form, sie ist meine geistige Individualität ...
"Die Wahrheit ist allgemein, sie gehört nicht mir, sie gehört allen, sie hat mich, ich habe sie nicht. Mein Eigentum ist die Form, sie ist meine geistige Individualität ...


Das Wesen des Geistes ist die Wahrheit immer selbst, und was macht ihr zu seinem Wesen? Die Bescheidenheit. Nur der Lump ist bescheiden, sagt Goethe, und zu solchem Lumpen wollt ihr den Geist machen?" [[(MEW 1, S. 6)]]
Das Wesen des Geistes ist die Wahrheit immer selbst, und was macht ihr zu seinem Wesen? Die Bescheidenheit. Nur der Lump ist bescheiden, sagt Goethe, und zu solchem Lumpen wollt ihr den Geist machen?" (MEW 1, S. 6)


Unwahr kann nur sein, was wir nicht [[wahrnehmen]] von dem, was wir [[wahrhaben]]. Die [[Wahrnehmung]] ist daher die einzige Grundlage der [[Bewahrheitung]], der [[Erkenntnis]] ihres [[abwesenden]] [[Wesens]], die ihre [[Urteilskraft]] aus ihrem [[Verhältnis]] zu ihrer [[Wirklichkeit]] [[entwickelt]]. In der Lebenspraxis bewahrheitet sich Alles schon im Verlauf seiner [[Geschichte]]. Über die [[Wahrheit]] seiner [[Zeit]] kommt niemand hinweg - es sei denn durch [[Täuschung]]. Die [[gewöhnliche]] Bewahrheitung geschieht schon durch die [[Sprache]], die sich in der Praxis der Verständigung (siehe [[Verstand]]) bewähren muss und die bei genauerem Hinsehen auch schon vielerlei [[Enttäuschungen]] von den [[Ideologien]] des Alltags birgt, besonders in ihren Dialekten, die gerne mit Wortbedeutungen spielen und dabei mehr oder weniger bewusst oft auch eine sublime [[Dialektik]] verraten.  
Unwahr kann nur sein, was wir nicht wahrnehmen von dem, was wir wahrhaben. Die Wahrnehmung ist daher die einzige Grundlage der Bewahrheitung, der Erkenntnis ihres abwesenden Wesens, die ihre Urteilskraft aus ihrem Verhältnis zu ihrer Wirklichkeit entwickelt. In der Lebenspraxis bewahrheitet sich Alles schon im Verlauf seiner Geschichte. Über die Wahrheit seiner Zeit kommt niemand hinweg - es sei denn durch Täuschung. Die gewöhnliche Bewahrheitung geschieht schon durch die Sprache, die sich in der Praxis der Verständigung (siehe Verstand) bewähren muss und die bei genauerem Hinsehen auch schon vielerlei Enttäuschungen von den Ideologien des Alltags birgt, besonders in ihren Dialekten, die gerne mit Wortbedeutungen spielen und dabei mehr oder weniger bewusst oft auch eine sublime Dialektik verraten.


Doch eine [[sophistische]] Hinterfragung ihrer [[Bedeutungen]] kann bestenfalls den [[Nominalismus]] einer [[Phänomenologie]] in ihrer Wesensschau weiterbringen, nicht aber die Wahrheit der Sprache selbst. Wenn [[Martin Heidegger]] in seiner Suche nach dem "[[Sinn]] von [[Sein"]] sich in seinen Sprachanalysen verfängt, so doch nur, weil er behauptet, das [[Sein]] als solches habe keine [[Substanz]], wie es die klassische Metaphysik seit Aristoteles meine, sondern lediglich ihr [[Dasein]] in der [[Zeit]], das immer wieder erneut zu befragen sei - z.B. auch in seiner Frage: „Was meinen wir, wenn wir sagen, der Himmel ist blau?“. Man mag sich über Farben streiten, wenn man unterschiedliche Wahrnehmungen, also ein gegensinniges Wahrnehmungsvermögen hat. Es ist jedoch unmöglich und unnötig, zu behaupten, dass "blau" ebensogut "rot" sein könnte oder zu bestreiten, dass etwas z.B. ein Tisch und nicht ein Stuhl sei. Wer einen Tisch als Stuhl ansieht, hat einfach vielerlei Mühe und arbeitet sich an seiner sophistischen Begrifflichkeit (siehe hierzu auch [[Fundamentalontologie]]) ab, ohne damit zu eigener [[Geschichte]] kommen zu können; er müht sich an seiner Unwahrheit ab, bis er sich darin abfindet, was Tisch und was Stuhl nun mal sei.
Doch eine sophistische Hinterfragung ihrer Bedeutungen kann bestenfalls den Nominalismus einer Phänomenologie in ihrer Wesensschau weiterbringen, nicht aber die Wahrheit der Sprache selbst. Wenn Martin Heidegger in seiner Suche nach dem "Sinn von Sein" sich in seinen Sprachanalysen verfängt, so doch nur, weil er behauptet, das Sein als solches habe keine Substanz, wie es die klassische Metaphysik seit Aristoteles meine, sondern lediglich ihr Dasein in der Zeit, das immer wieder erneut zu befragen sei - z.B. auch in seiner Frage: „Was meinen wir, wenn wir sagen, der Himmel ist blau?“. Man mag sich über Farben streiten, wenn man unterschiedliche Wahrnehmungen, also ein gegensinniges Wahrnehmungsvermögen hat. Es ist jedoch unmöglich und unnötig, zu behaupten, dass "blau" ebensogut "rot" sein könnte oder zu bestreiten, dass etwas z.B. ein Tisch und nicht ein Stuhl sei. Wer einen Tisch als Stuhl ansieht, hat einfach vielerlei Mühe und arbeitet sich an seiner sophistischen Begrifflichkeit (siehe hierzu auch Fundamentalontologie) ab, ohne damit zu eigener Geschichte kommen zu können; er müht sich an seiner Unwahrheit ab, bis er sich darin abfindet, was Tisch und was Stuhl nun mal sei.


Bewahrheitung setzt einen [[Zweifel]] an der [[Wirklichkeit]] voraus, also eine Zwiespältigkeit, die keine [[Gewissheit]] zulassen konnte und einen [[Beweis]] für eine bestimmte [[Wahrheit]] verlangt. Ohne Anschauung lässt sich dieser entweder [[logisch]] [[schlussfolgern]] oder als Verborgenes anschaulich machen, als [[Wahrheit]] ent-decken. Doch gerade hierbei ist es nötig, zu [[erkennen]], was in den vielen [[Möglichkeiten]] der Wahrheitsfindung dann auch [[unbedingt]] wahr sein muss.
Bewahrheitung setzt einen Zweifel an der Wirklichkeit voraus, also eine Zwiespältigkeit, die keine Gewissheit zulassen konnte und einen Beweis für eine bestimmte Wahrheit verlangt. Ohne Anschauung lässt sich dieser entweder logisch schlussfolgern oder als Verborgenes anschaulich machen, als Wahrheit ent-decken. Doch gerade hierbei ist es nötig, zu erkennen, was in den vielen Möglichkeiten der Wahrheitsfindung dann auch unbedingt wahr sein muss.


[[Wahrheit]] kann kein Moment sein, nicht hier noch jetzt im "[[Hier und Jetzt]]". Sie kann sich in einer Regelhaftigkeit erweisen oder durch ihre Eindeutigkeit in ihrer Beziehung auf Anderes, durch ihre Konsistenz. Was wahr ist, kann nicht [[beliebig]] sein und daher nicht einfach bestritten werden, ohne dabei umgangen zu werden. Ein beliebiger [[Umgang]] damit, bringt Unglück, z.B. dass ein Labor in die Luft fliegt, wenn mit chemischen Stoffen anders umgegangen wird, als es sein muss, - eben weil sie sind, was sie sind. [[Glück]] setzt Gelingen voraus, liegt also auch daran, [[Sachen]] und [[Verhältnisse]] als das zu begreifen, was sie sind. Ein Umgang, der sich nur als [[Täuschung]] bewahrheiten kann, wird immer enttäuscht. Es bewährt sich eine [[Wahrheit]] im [[Seienden]] als dessen Sein. Das ist nicht nur so im positiven [[Sinn]], sondern auch in dessen [[Negation]], in der Vernichtung (siehe [[Vernichtungslogik]]).
Wahrheit kann kein Moment sein, nicht hier noch jetzt im "Hier und Jetzt". Sie kann sich in einer Regelhaftigkeit erweisen oder durch ihre Eindeutigkeit in ihrer Beziehung auf Anderes, durch ihre Konsistenz. Was wahr ist, kann nicht beliebig sein und daher nicht einfach bestritten werden, ohne dabei umgangen zu werden. Ein beliebiger Umgang damit, bringt Unglück, z.B. dass ein Labor in die Luft fliegt, wenn mit chemischen Stoffen anders umgegangen wird, als es sein muss, - eben weil sie sind, was sie sind. Glück setzt Gelingen voraus, liegt also auch daran, Sachen und Verhältnisse als das zu begreifen, was sie sind. Ein Umgang, der sich nur als Täuschung bewahrheiten kann, wird immer enttäuscht. Es bewährt sich eine Wahrheit im Seienden als dessen Sein. Das ist nicht nur so im positiven Sinn, sondern auch in dessen Negation, in der Vernichtung (siehe Vernichtungslogik).


Wie es sich sinnlich bewahrheitet, so auch die Aussagen hierüber. Ob sie wahr oder unwahr sind, bewahrt sich in der [[Sprache]] selbst, braucht keine [[Logik]] als Prothese für die Urteilskraft oder [[Vernunft]] als [[Glaube]] an die ewige Einheit der menschlichen Selbstbewährung (siehe [[Kategorischer Imperativ]]). Die konkreten Verhältnisse selbst bewahrheiten Glaubenssätze, indem sie diese als [[Abstraktion]] erweisen und ihren Sinn zerstören - leider oft als [[mächtige]] [[Enttäuschung.]] Darin offenbart sich, wovon sie absieht, die [[Abwesenheit]] dessen, was [[wesen]]tlich ist, was [[wesen]] hat und deshalb als [[Begriffssubstanz]] [[erklären]] könnte, warum es anders [[erscheint]] als es "in Wahrheit" ist. Von daher kann eine [[Aufklärung]] überhaupt nur über das [[Unwirkliche]] der [[Wirklichkeit]] nötig sein (siehe [[Dialektik]]) - und ebenso ihre [[Beweis]]führung.
Wie es sich sinnlich bewahrheitet, so auch die Aussagen hierüber. Ob sie wahr oder unwahr sind, bewahrt sich in der Sprache selbst, braucht keine Logik als Prothese für die Urteilskraft oder Vernunft als Glaube an die ewige Einheit der menschlichen Selbstbewährung (siehe Kategorischer Imperativ). Die konkreten Verhältnisse selbst bewahrheiten Glaubenssätze, indem sie diese als Abstraktion erweisen und ihren Sinn zerstören - leider oft als mächtige Enttäuschung. Darin offenbart sich, wovon sie absieht, die Abwesenheit dessen, was wesentlich ist, was wesen hat und deshalb als Begriffssubstanz erklären könnte, warum es anders erscheint als es "in Wahrheit" ist. Von daher kann eine Aufklärung überhaupt nur über das Unwirkliche der Wirklichkeit nötig sein (siehe Dialektik) - und ebenso ihre Beweisführung.

Version vom 2. November 2025, 17:20 Uhr

"Die Wahrheit ist allgemein, sie gehört nicht mir, sie gehört allen, sie hat mich, ich habe sie nicht. Mein Eigentum ist die Form, sie ist meine geistige Individualität ...

Das Wesen des Geistes ist die Wahrheit immer selbst, und was macht ihr zu seinem Wesen? Die Bescheidenheit. Nur der Lump ist bescheiden, sagt Goethe, und zu solchem Lumpen wollt ihr den Geist machen?" (MEW 1, S. 6)

Unwahr kann nur sein, was wir nicht wahrnehmen von dem, was wir wahrhaben. Die Wahrnehmung ist daher die einzige Grundlage der Bewahrheitung, der Erkenntnis ihres abwesenden Wesens, die ihre Urteilskraft aus ihrem Verhältnis zu ihrer Wirklichkeit entwickelt. In der Lebenspraxis bewahrheitet sich Alles schon im Verlauf seiner Geschichte. Über die Wahrheit seiner Zeit kommt niemand hinweg - es sei denn durch Täuschung. Die gewöhnliche Bewahrheitung geschieht schon durch die Sprache, die sich in der Praxis der Verständigung (siehe Verstand) bewähren muss und die bei genauerem Hinsehen auch schon vielerlei Enttäuschungen von den Ideologien des Alltags birgt, besonders in ihren Dialekten, die gerne mit Wortbedeutungen spielen und dabei mehr oder weniger bewusst oft auch eine sublime Dialektik verraten.

Doch eine sophistische Hinterfragung ihrer Bedeutungen kann bestenfalls den Nominalismus einer Phänomenologie in ihrer Wesensschau weiterbringen, nicht aber die Wahrheit der Sprache selbst. Wenn Martin Heidegger in seiner Suche nach dem "Sinn von Sein" sich in seinen Sprachanalysen verfängt, so doch nur, weil er behauptet, das Sein als solches habe keine Substanz, wie es die klassische Metaphysik seit Aristoteles meine, sondern lediglich ihr Dasein in der Zeit, das immer wieder erneut zu befragen sei - z.B. auch in seiner Frage: „Was meinen wir, wenn wir sagen, der Himmel ist blau?“. Man mag sich über Farben streiten, wenn man unterschiedliche Wahrnehmungen, also ein gegensinniges Wahrnehmungsvermögen hat. Es ist jedoch unmöglich und unnötig, zu behaupten, dass "blau" ebensogut "rot" sein könnte oder zu bestreiten, dass etwas z.B. ein Tisch und nicht ein Stuhl sei. Wer einen Tisch als Stuhl ansieht, hat einfach vielerlei Mühe und arbeitet sich an seiner sophistischen Begrifflichkeit (siehe hierzu auch Fundamentalontologie) ab, ohne damit zu eigener Geschichte kommen zu können; er müht sich an seiner Unwahrheit ab, bis er sich darin abfindet, was Tisch und was Stuhl nun mal sei.

Bewahrheitung setzt einen Zweifel an der Wirklichkeit voraus, also eine Zwiespältigkeit, die keine Gewissheit zulassen konnte und einen Beweis für eine bestimmte Wahrheit verlangt. Ohne Anschauung lässt sich dieser entweder logisch schlussfolgern oder als Verborgenes anschaulich machen, als Wahrheit ent-decken. Doch gerade hierbei ist es nötig, zu erkennen, was in den vielen Möglichkeiten der Wahrheitsfindung dann auch unbedingt wahr sein muss.

Wahrheit kann kein Moment sein, nicht hier noch jetzt im "Hier und Jetzt". Sie kann sich in einer Regelhaftigkeit erweisen oder durch ihre Eindeutigkeit in ihrer Beziehung auf Anderes, durch ihre Konsistenz. Was wahr ist, kann nicht beliebig sein und daher nicht einfach bestritten werden, ohne dabei umgangen zu werden. Ein beliebiger Umgang damit, bringt Unglück, z.B. dass ein Labor in die Luft fliegt, wenn mit chemischen Stoffen anders umgegangen wird, als es sein muss, - eben weil sie sind, was sie sind. Glück setzt Gelingen voraus, liegt also auch daran, Sachen und Verhältnisse als das zu begreifen, was sie sind. Ein Umgang, der sich nur als Täuschung bewahrheiten kann, wird immer enttäuscht. Es bewährt sich eine Wahrheit im Seienden als dessen Sein. Das ist nicht nur so im positiven Sinn, sondern auch in dessen Negation, in der Vernichtung (siehe Vernichtungslogik).

Wie es sich sinnlich bewahrheitet, so auch die Aussagen hierüber. Ob sie wahr oder unwahr sind, bewahrt sich in der Sprache selbst, braucht keine Logik als Prothese für die Urteilskraft oder Vernunft als Glaube an die ewige Einheit der menschlichen Selbstbewährung (siehe Kategorischer Imperativ). Die konkreten Verhältnisse selbst bewahrheiten Glaubenssätze, indem sie diese als Abstraktion erweisen und ihren Sinn zerstören - leider oft als mächtige Enttäuschung. Darin offenbart sich, wovon sie absieht, die Abwesenheit dessen, was wesentlich ist, was wesen hat und deshalb als Begriffssubstanz erklären könnte, warum es anders erscheint als es "in Wahrheit" ist. Von daher kann eine Aufklärung überhaupt nur über das Unwirkliche der Wirklichkeit nötig sein (siehe Dialektik) - und ebenso ihre Beweisführung.