Tote Arbeit: Unterschied zwischen den Versionen
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<blockquote>''Die in den Produktionsmitteln bereits enthaltene Arbeit ist dieselbe wie die neu zugesetzte. Sie unterscheiden sich nur dadurch, dass die eine vergegenständlicht ist in Gebrauchswerten und die andre im Prozess dieser Vergegenständlichung begriffen, die eine vergangen, die andre gegenwärtig, die eine tot, die andre lebendig, die eine vergegenständlicht im Perfektum, die andre sich vergegenständlichend im Präsens ist. Im Umfang,worin die vergegenständlichte Arbeit lebendige ersetzt, wird sie selbst ein Prozess, verwertet sie sich, wird sie ein Fluens, das eine Fluxion schafft. Dieses ihr Einsaugen zusätzlicher lebendiger Arbeit ist ihr Selbstverwertungsprozess, ihre wirkliche Verwandlung in Kapital, in sich selbst verwertenden Wert, ihre Verwandlung aus einer konstanten Wertgröße in eine variable und prozessierende Wertgröße. Allerdings kann diese zusätzliche Arbeit nur in der Gestalt konkreter Arbeit und daher den Produktionsmitteln nur in ihrer spezifischen Gestalt als besonderen Gebrauchswerten zugesetzt werden und wird auch der in diesen Produktionsmitteln enthaltene Wert nur durch ihren Konsum als Arbeitsmittel durch die konkrete Arbeit erhalten. Karl Marx in Resultate[[(Marx-Engels-Werke Bd.43, S. 21 bis 22)]]<''</blockquote> | |||
Tote Arbeit ist vergangene lebendige [[Arbeit]], die sich nicht mehr im praktischen [[Leben]] der Menschen als Produkt und [[Lebensmittel]] verwirklicht (siehe auch [[Wertrealisation]]), deren Produkt seine organische (körperliche) Existenz verlassen hat, sondern nurmehr in einem [[Mehrwert]] des [[Geldes]] existiert, der über den [[Wert]] des [[Mehrprodukts]] hinausreicht, sich nicht mehr (z.B. durch Investitionen oder [[Dienstleistungen]]) vergegenständlichen lässt, der also nicht mehr in die Produktion einer [[Realwirtschaft]] zurückkommt, der sich aber im [[Verhältnis]] der [[Gebrauchswerte]] (besonders durch [[Eigentumstitel]], Produktionsmittel, Aktien und [[Kredite]]) als gesellschaftlicher [[Mehrwert]] des [[Geldes]] bewahren muss. Darin erhält sich ein Wert in toter Form, der zwar als [[Mittel]] der Verwertung fungiert, aber selbst keinen neuen Produktwert darstellt - z.B. als [[Produktionsmittel]] lediglich durch seinen Verschleiß in die Produkte eigeht und in derem Verkauf wiederum nur ersetzt wird, ohne dass im Verkaufserlös auch nur ein Quentchen lebendiger Arbeit bezahlt (siehe [[bezahlte Arbeit]]) werden würde.< | Tote Arbeit ist vergangene lebendige [[Arbeit]], die sich nicht mehr im praktischen [[Leben]] der Menschen als Produkt und [[Lebensmittel]] verwirklicht (siehe auch [[Wertrealisation]]), deren Produkt seine organische (körperliche) Existenz verlassen hat, sondern nurmehr in einem [[Mehrwert]] des [[Geldes]] existiert, der über den [[Wert]] des [[Mehrprodukts]] hinausreicht, sich nicht mehr (z.B. durch Investitionen oder [[Dienstleistungen]]) vergegenständlichen lässt, der also nicht mehr in die Produktion einer [[Realwirtschaft]] zurückkommt, der sich aber im [[Verhältnis]] der [[Gebrauchswerte]] (besonders durch [[Eigentumstitel]], Produktionsmittel, Aktien und [[Kredite]]) als gesellschaftlicher [[Mehrwert]] des [[Geldes]] bewahren muss. Darin erhält sich ein Wert in toter Form, der zwar als [[Mittel]] der Verwertung fungiert, aber selbst keinen neuen Produktwert darstellt - z.B. als [[Produktionsmittel]] lediglich durch seinen Verschleiß in die Produkte eigeht und in derem Verkauf wiederum nur ersetzt wird, ohne dass im Verkaufserlös auch nur ein Quentchen lebendiger Arbeit bezahlt (siehe [[bezahlte Arbeit]]) werden würde.< | ||
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Alles, was den [[Kapitalismus]] wesentlich materiell, also stofflich ausmacht, die Formveränderung von lebender [[Arbeit]] zu einer toten Arbeit, die sich im [[Wert]] des Geldes und seinem [[Mehrwert]] gegensinnig verhält, hat seine Wertsubstanz durch vergangene unbezahlte Arbeit. Doch es ist wesentlich nicht die [[Arbeit]] als solche, sondern die [[Natur]] des [[Körpers]] aller [[Waren]], die vom [[Kapital]] als [[allgemeines]] [[Kaufmittel]] [[ausgebeutet]] wird und nur deshalb im [[Verhältnis]] der Waren im [[Warentausch]] zu einer [[abstrakten Allgemeinheit]] werden kann und als bloßer [[Wert]] in der Geldform [[zirkuliert]]. und von daher zum [[Fetisch]] des Geldes für die Menschen wird (siehe [[Warenfetischismus]]), der ihr [[Leben]] deutet und den Mensch entfremdes Leben, [[Leben]] in fremder [[Form]], [[formbestimmtes]] [[Leben]] [[bedeutet]]. Im Denken des [[Strukturalismus]] und der ihm entsprechenden Marxrezeption ist dies alles zu einer bloßen Formalität einer gesellschaftlichen [[Struktur]] geronnen und dementsprechend aufgelöst.< | Alles, was den [[Kapitalismus]] wesentlich materiell, also stofflich ausmacht, die Formveränderung von lebender [[Arbeit]] zu einer toten Arbeit, die sich im [[Wert]] des Geldes und seinem [[Mehrwert]] gegensinnig verhält, hat seine Wertsubstanz durch vergangene unbezahlte Arbeit. Doch es ist wesentlich nicht die [[Arbeit]] als solche, sondern die [[Natur]] des [[Körpers]] aller [[Waren]], die vom [[Kapital]] als [[allgemeines]] [[Kaufmittel]] [[ausgebeutet]] wird und nur deshalb im [[Verhältnis]] der Waren im [[Warentausch]] zu einer [[abstrakten Allgemeinheit]] werden kann und als bloßer [[Wert]] in der Geldform [[zirkuliert]]. und von daher zum [[Fetisch]] des Geldes für die Menschen wird (siehe [[Warenfetischismus]]), der ihr [[Leben]] deutet und den Mensch entfremdes Leben, [[Leben]] in fremder [[Form]], [[formbestimmtes]] [[Leben]] [[bedeutet]]. Im Denken des [[Strukturalismus]] und der ihm entsprechenden Marxrezeption ist dies alles zu einer bloßen Formalität einer gesellschaftlichen [[Struktur]] geronnen und dementsprechend aufgelöst.< | ||
Dies hat auch einen geschichtlichen Grund: Heute ist dieser Wert zum großen Teil nur noch im [[fiktiven Kapital]] eines [[Schuldgeldsystems]] festgehalten. Mit dem [[Begriff]] | Dies hat auch einen geschichtlichen Grund: Heute ist dieser Wert zum großen Teil nur noch im [[fiktiven Kapital]] eines [[Schuldgeldsystems]] festgehalten. Mit dem [[Begriff]] ''Tote Arbeit'' soll dargestellt sein, dass es ein Produkt der [[Arbeit]] gibt, welches alles [[Leben]] verlassen hat, welches als tote Macht über das Leben der Menschen herrscht und seine [[Geschichte]] auflöst. Hierin fällt die wertmäßige Repräsentanz der Arbeitsproduktivität in der Form von [[Geldbesitz]] des Mehrwerts der Arbeit, der [[unbezahlten Arbeit]], zusammen mit der politischen Allgemeinheit eines entäußerten Willens der Warenbesitzer, als immanentes Sollen des [[Wertwachstums]], das sich vom [[Wirtschaftswachstum]] und seiner natürlichen Geschichte, der [[Geschichte]] der [[Produktivkraft]] der Arbeit gelöst hat, sich letztlich gegen das Leben, gegen die [[Bedürfnisse]] von Mensch und Natur richtet. Diese Identität drückt der [[Begriff]] von toter Arbeit aus: In ihr gibt es nichts Lebendes, sondern alleine fremde Macht, eines Verwertungstriebs, der eine wirklich [[fremde Kraft]] hat.< | ||
Tote Arbeit ist deshalb die [[Substanz]] des [[Kapitals]], das geronnene Dasein [[abstrakt menschlicher Arbeit]] als bloßer [[Mehrwert]] des [[Geldes]]. Im [[Kapital]] sind von seiner Entstehung her zwar über die Preise der Produkte lebendiger [[Arbeit]] aufsummiert zu Geldwerten. Diese werden aber auch [[notwendig]] vom Kapital als Material der Arbeit, als [[notwendige Arbeit]] für die Produktionskosten verbraucht - teils als Löhne, teils als Stoff der Produktion, teils als Verschleiß der Maschinerie, teils als neue Investitionen, welche die [[Konkurrenzf]]ähifkeit der Einzelkapitale verbessern sollen. Es sind die Selbsterhaltungskosten des Kapitals im Management und durch seine Manager, in ihrer [[Geschichte]] aber vor allem die politische Macht des [[Mehrwerts]] als Verfügungsmacht einer überschüssigen menschlichen Arbeit, die allerdings auch sich über das[[fiktive Kapital]] auch zu einer [[Negativverwertung]] verwandeln kann. < | Tote Arbeit ist deshalb die [[Substanz]] des [[Kapitals]], das geronnene Dasein [[abstrakt menschlicher Arbeit]] als bloßer [[Mehrwert]] des [[Geldes]]. Im [[Kapital]] sind von seiner Entstehung her zwar über die Preise der Produkte lebendiger [[Arbeit]] aufsummiert zu Geldwerten. Diese werden aber auch [[notwendig]] vom Kapital als Material der Arbeit, als [[notwendige Arbeit]] für die Produktionskosten verbraucht - teils als Löhne, teils als Stoff der Produktion, teils als Verschleiß der Maschinerie, teils als neue Investitionen, welche die [[Konkurrenzf]]ähifkeit der Einzelkapitale verbessern sollen. Es sind die Selbsterhaltungskosten des Kapitals im Management und durch seine Manager, in ihrer [[Geschichte]] aber vor allem die politische Macht des [[Mehrwerts]] als Verfügungsmacht einer überschüssigen menschlichen Arbeit, die allerdings auch sich über das[[fiktive Kapital]] auch zu einer [[Negativverwertung]] verwandeln kann. < | ||
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Nachdem das Kapital seine organische Herkunft abgestreift und das [[Mehrprodukt]] zur Erweiterung seiner Produktion genutzt hat, ist es das tote Potenzial einer Verfügungsmacht über die [[Produktion]], der Rechtstitel seines [[Besitzers]], das Privatrecht der [[Eigentumstitel]] über die gesellschaftliche [[Produktivität]] und [[Reproduktion]], das sich in der Hand des Kapitals vermehrt, ohne in die Produktion der Lebens- und Produktionsmittel einzugehen. Das erst ist der bloße [[Mehrwert]], also der Wert, den das Verfügen selbst realisiert, das Dasein des Mehrwerts als Wirtschaftspotenz des Kapitalmanagements und der [[Preis]]bildung der Produkte in der Spekulation auf ein zukünftige Wertrealisierung: Der [[Wert]] des [[Geldes]] für sich (siehe auch f[[iktives Kapital]])., das allerdings seinen [[Wert]]t auf Dauer verliert, wenn es keine gesellschaftlich verbindliche Form politischer Macht (z.B. als [[Eigentumstitel]] in Wertpapieren, Immobilien, Grundstücken usw.) findet. | Nachdem das Kapital seine organische Herkunft abgestreift und das [[Mehrprodukt]] zur Erweiterung seiner Produktion genutzt hat, ist es das tote Potenzial einer Verfügungsmacht über die [[Produktion]], der Rechtstitel seines [[Besitzers]], das Privatrecht der [[Eigentumstitel]] über die gesellschaftliche [[Produktivität]] und [[Reproduktion]], das sich in der Hand des Kapitals vermehrt, ohne in die Produktion der Lebens- und Produktionsmittel einzugehen. Das erst ist der bloße [[Mehrwert]], also der Wert, den das Verfügen selbst realisiert, das Dasein des Mehrwerts als Wirtschaftspotenz des Kapitalmanagements und der [[Preis]]bildung der Produkte in der Spekulation auf ein zukünftige Wertrealisierung: Der [[Wert]] des [[Geldes]] für sich (siehe auch f[[iktives Kapital]])., das allerdings seinen [[Wert]]t auf Dauer verliert, wenn es keine gesellschaftlich verbindliche Form politischer Macht (z.B. als [[Eigentumstitel]] in Wertpapieren, Immobilien, Grundstücken usw.) findet. | ||
So impliziert tote Arbeit auch die [[Notwendigkeit]] des [[abstrakt Allgemeinen]], das keinen [[Sinn]] hat, aber alles [[bestimmt]], was Sinn macht. Diese Allgemeinheit ist zugleich Grundlage für den [[bürgerlichen Staat]] und die [[bürgerliche Kultur]], an der sich alle [[Geschichte]] im [[Kapitalismus]] bestimmt. Die Frage nach der Überwindung dieser allgemein scheinenden Notwendigkeit muss daher die Grundlage für jede politische Fragestellung sein oder werden. Das meint die Unterschrift von Marxens Hauptwerk: | So impliziert tote Arbeit auch die [[Notwendigkeit]] des [[abstrakt Allgemeinen]], das keinen [[Sinn]] hat, aber alles [[bestimmt]], was Sinn macht. Diese Allgemeinheit ist zugleich Grundlage für den [[bürgerlichen Staat]] und die [[bürgerliche Kultur]], an der sich alle [[Geschichte]] im [[Kapitalismus]] bestimmt. Die Frage nach der Überwindung dieser allgemein scheinenden Notwendigkeit muss daher die Grundlage für jede politische Fragestellung sein oder werden. Das meint die Unterschrift von Marxens Hauptwerk: ''Zur [[Kritik]] der politischen [[Ökonomie]]''. | ||
Aktuelle Version vom 4. November 2025, 19:54 Uhr
Die in den Produktionsmitteln bereits enthaltene Arbeit ist dieselbe wie die neu zugesetzte. Sie unterscheiden sich nur dadurch, dass die eine vergegenständlicht ist in Gebrauchswerten und die andre im Prozess dieser Vergegenständlichung begriffen, die eine vergangen, die andre gegenwärtig, die eine tot, die andre lebendig, die eine vergegenständlicht im Perfektum, die andre sich vergegenständlichend im Präsens ist. Im Umfang,worin die vergegenständlichte Arbeit lebendige ersetzt, wird sie selbst ein Prozess, verwertet sie sich, wird sie ein Fluens, das eine Fluxion schafft. Dieses ihr Einsaugen zusätzlicher lebendiger Arbeit ist ihr Selbstverwertungsprozess, ihre wirkliche Verwandlung in Kapital, in sich selbst verwertenden Wert, ihre Verwandlung aus einer konstanten Wertgröße in eine variable und prozessierende Wertgröße. Allerdings kann diese zusätzliche Arbeit nur in der Gestalt konkreter Arbeit und daher den Produktionsmitteln nur in ihrer spezifischen Gestalt als besonderen Gebrauchswerten zugesetzt werden und wird auch der in diesen Produktionsmitteln enthaltene Wert nur durch ihren Konsum als Arbeitsmittel durch die konkrete Arbeit erhalten. Karl Marx in Resultate(Marx-Engels-Werke Bd.43, S. 21 bis 22)<
Tote Arbeit ist vergangene lebendige Arbeit, die sich nicht mehr im praktischen Leben der Menschen als Produkt und Lebensmittel verwirklicht (siehe auch Wertrealisation), deren Produkt seine organische (körperliche) Existenz verlassen hat, sondern nurmehr in einem Mehrwert des Geldes existiert, der über den Wert des Mehrprodukts hinausreicht, sich nicht mehr (z.B. durch Investitionen oder Dienstleistungen) vergegenständlichen lässt, der also nicht mehr in die Produktion einer Realwirtschaft zurückkommt, der sich aber im Verhältnis der Gebrauchswerte (besonders durch Eigentumstitel, Produktionsmittel, Aktien und Kredite) als gesellschaftlicher Mehrwert des Geldes bewahren muss. Darin erhält sich ein Wert in toter Form, der zwar als Mittel der Verwertung fungiert, aber selbst keinen neuen Produktwert darstellt - z.B. als Produktionsmittel lediglich durch seinen Verschleiß in die Produkte eigeht und in derem Verkauf wiederum nur ersetzt wird, ohne dass im Verkaufserlös auch nur ein Quentchen lebendiger Arbeit bezahlt (siehe bezahlte Arbeit) werden würde.<
Alles, was den Kapitalismus wesentlich materiell, also stofflich ausmacht, die Formveränderung von lebender Arbeit zu einer toten Arbeit, die sich im Wert des Geldes und seinem Mehrwert gegensinnig verhält, hat seine Wertsubstanz durch vergangene unbezahlte Arbeit. Doch es ist wesentlich nicht die Arbeit als solche, sondern die Natur des Körpers aller Waren, die vom Kapital als allgemeines Kaufmittel ausgebeutet wird und nur deshalb im Verhältnis der Waren im Warentausch zu einer abstrakten Allgemeinheit werden kann und als bloßer Wert in der Geldform zirkuliert. und von daher zum Fetisch des Geldes für die Menschen wird (siehe Warenfetischismus), der ihr Leben deutet und den Mensch entfremdes Leben, Leben in fremder Form, formbestimmtes Leben bedeutet. Im Denken des Strukturalismus und der ihm entsprechenden Marxrezeption ist dies alles zu einer bloßen Formalität einer gesellschaftlichen Struktur geronnen und dementsprechend aufgelöst.<
Dies hat auch einen geschichtlichen Grund: Heute ist dieser Wert zum großen Teil nur noch im fiktiven Kapital eines Schuldgeldsystems festgehalten. Mit dem Begriff Tote Arbeit soll dargestellt sein, dass es ein Produkt der Arbeit gibt, welches alles Leben verlassen hat, welches als tote Macht über das Leben der Menschen herrscht und seine Geschichte auflöst. Hierin fällt die wertmäßige Repräsentanz der Arbeitsproduktivität in der Form von Geldbesitz des Mehrwerts der Arbeit, der unbezahlten Arbeit, zusammen mit der politischen Allgemeinheit eines entäußerten Willens der Warenbesitzer, als immanentes Sollen des Wertwachstums, das sich vom Wirtschaftswachstum und seiner natürlichen Geschichte, der Geschichte der Produktivkraft der Arbeit gelöst hat, sich letztlich gegen das Leben, gegen die Bedürfnisse von Mensch und Natur richtet. Diese Identität drückt der Begriff von toter Arbeit aus: In ihr gibt es nichts Lebendes, sondern alleine fremde Macht, eines Verwertungstriebs, der eine wirklich fremde Kraft hat.<
Tote Arbeit ist deshalb die Substanz des Kapitals, das geronnene Dasein abstrakt menschlicher Arbeit als bloßer Mehrwert des Geldes. Im Kapital sind von seiner Entstehung her zwar über die Preise der Produkte lebendiger Arbeit aufsummiert zu Geldwerten. Diese werden aber auch notwendig vom Kapital als Material der Arbeit, als notwendige Arbeit für die Produktionskosten verbraucht - teils als Löhne, teils als Stoff der Produktion, teils als Verschleiß der Maschinerie, teils als neue Investitionen, welche die Konkurrenzfähifkeit der Einzelkapitale verbessern sollen. Es sind die Selbsterhaltungskosten des Kapitals im Management und durch seine Manager, in ihrer Geschichte aber vor allem die politische Macht des Mehrwerts als Verfügungsmacht einer überschüssigen menschlichen Arbeit, die allerdings auch sich über dasfiktive Kapital auch zu einer Negativverwertung verwandeln kann. <
Nachdem das Kapital seine organische Herkunft abgestreift und das Mehrprodukt zur Erweiterung seiner Produktion genutzt hat, ist es das tote Potenzial einer Verfügungsmacht über die Produktion, der Rechtstitel seines Besitzers, das Privatrecht der Eigentumstitel über die gesellschaftliche Produktivität und Reproduktion, das sich in der Hand des Kapitals vermehrt, ohne in die Produktion der Lebens- und Produktionsmittel einzugehen. Das erst ist der bloße Mehrwert, also der Wert, den das Verfügen selbst realisiert, das Dasein des Mehrwerts als Wirtschaftspotenz des Kapitalmanagements und der Preisbildung der Produkte in der Spekulation auf ein zukünftige Wertrealisierung: Der Wert des Geldes für sich (siehe auch fiktives Kapital)., das allerdings seinen Wertt auf Dauer verliert, wenn es keine gesellschaftlich verbindliche Form politischer Macht (z.B. als Eigentumstitel in Wertpapieren, Immobilien, Grundstücken usw.) findet.
So impliziert tote Arbeit auch die Notwendigkeit des abstrakt Allgemeinen, das keinen Sinn hat, aber alles bestimmt, was Sinn macht. Diese Allgemeinheit ist zugleich Grundlage für den bürgerlichen Staat und die bürgerliche Kultur, an der sich alle Geschichte im Kapitalismus bestimmt. Die Frage nach der Überwindung dieser allgemein scheinenden Notwendigkeit muss daher die Grundlage für jede politische Fragestellung sein oder werden. Das meint die Unterschrift von Marxens Hauptwerk: Zur Kritik der politischen Ökonomie.