Vorurteil: Unterschied zwischen den Versionen
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Ein Vorurteil ist ein [[Urteil]], das vor aller Erhebung von [[Beweisen]] und der Ermittlung von Zusammenhängen (siehe [[Analyse]]) einem Erkenntnisprozess vorausgesetzt ist und einer bestimmten Fragestellung entsprungen ist. Es ist von daher zunächst eine Aussage, die ihre Frage in einer aufzulösenden Form bringt - meist in einer [[verallgemeinerten]] Form, durch die ein Zusammenhang vorgestellt wird, der aufgeklärt werden soll. Diese bedient sich in der Regel einer [[Vorstellung]] oder auch eines [[Klischees]], das oft auch schon als Beweismittel einer [[Moral]] verwendet und in [[Zweifel]] gezogen wird, weil deren Aussagen über.eine [[Person]], eine [[Sache]] oder einen Verhalt (siehe [[Fakt]]) nicht für [[wahr]] befunden werden, weil sie ihre Beurteilung nicht wirklich begründen, sondern nur [[bewerten]], ohne hierdurch einen [[Sinn]] zu entdecken oder zu eröffnen oder über ein [[Verhältnis]] [[täuschen]], das so nicht sein kann, wie es vorgestellt wird. In sozialen Bewertungen führen Vorurteile oft auch auch zu Mobbing, zu [[Fremdenfreindlichkeit]] und [[Rassismus]], wenn sie zum [[Ressentiment]] werden. | Ein Vorurteil ist ein [[Urteil]], das vor aller Erhebung von [[Beweisen]] und der Ermittlung von Zusammenhängen (siehe [[Analyse]]) einem Erkenntnisprozess vorausgesetzt ist und einer bestimmten Fragestellung entsprungen ist. Es ist von daher zunächst eine Aussage, die ihre Frage in einer aufzulösenden Form bringt - meist in einer [[verallgemeinerten]] Form, durch die ein Zusammenhang vorgestellt wird, der aufgeklärt werden soll. Diese bedient sich in der Regel einer [[Vorstellung]] oder auch eines [[Klischees]], das oft auch schon als Beweismittel einer [[Moral]] verwendet und in [[Zweifel]] gezogen wird, weil deren Aussagen über.eine [[Person]], eine [[Sache]] oder einen Verhalt (siehe [[Fakt]]) nicht für [[wahr]] befunden werden, weil sie ihre Beurteilung nicht wirklich begründen, sondern nur [[bewerten]], ohne hierdurch einen [[Sinn]] zu entdecken oder zu eröffnen oder über ein [[Verhältnis]] [[täuschen]], das so nicht sein kann, wie es vorgestellt wird. In sozialen Bewertungen führen Vorurteile oft auch auch zu Mobbing, zu [[Fremdenfreindlichkeit]] und [[Rassismus]], wenn sie zum [[Ressentiment]] werden. | ||
Ein Vorurteil ist als ein [[Urteil]] im Vorhinein, das keine Belege aufweisen kann, willkürlich. Es sieht seine Urteilskraft durch die nachfolgenden [[Urteile]] bestätigt und durch das bewahrheitet, was es durch sich schon ohne eigene [[Gewissheit]] vorausgesetzt hat. Von daher ist eine Erkenntnismethode, die sich im Kreislauf solcher Urteilsbildung bewegt ohne Beweiskraft. In den [[Wissenschaften]] wird diese Art der Urteilsbilcung und der hiernach folgenden Urteile einen [[hermeneutischen Zirkel]] bezeichnet, der allerdings für die [[Phänomenologie]] eine mögliche Art der Erkenntnisgewinnung ist, indem diese Kreisbewegung der Urteilsbildung sich spiralförmig vertiefen lässt und sich so der Wahrheit durch Differenzierung nähern könne. | Ein Vorurteil ist als ein [[Urteil]] im Vorhinein, das keine Belege aufweisen kann, willkürlich. Es sieht seine Urteilskraft durch die nachfolgenden [[Urteile]] bestätigt und durch das bewahrheitet, was es durch sich schon ohne eigene [[Gewissheit]] vorausgesetzt hat. Von daher ist eine Erkenntnismethode, die sich im Kreislauf solcher Urteilsbildung bewegt ohne Beweiskraft. In den [[Wissenschaften]] wird diese Art der Urteilsbilcung und der hiernach folgenden Urteile einen [[hermeneutischen Zirkel]] bezeichnet, der allerdings für die [[Phänomenologie]] eine mögliche Art der Erkenntnisgewinnung ist, indem diese Kreisbewegung der Urteilsbildung sich spiralförmig vertiefen lässt und sich so der Wahrheit durch Differenzierung nähern könne. | ||
Im Allgemeinen gelten Vorurteile durch [[Gefühlsurteile]] und [[Ressentiments]] [[ästhetisch]] begründet (siehe auch [[ästhetisches Urteil]]). [[Ressentiments]] sind Gefühlserregungen, die [[narzisstisch]] aufgeladene [[Inhalte]] haben, die sich an [[bild]]haften [[Eindrücken]] der [[Wahrnehmung]] festmachen, um darin [[verallgemeinerte]] Gefühlskränkungen abzugleichen und auszudrücken. Dabei spielt die [[Verselbständigung]] und Fragmentierung von [[Erinnerungen]], also deren [[isolation]] in Fragmenten (siehe auch [[Trennung]]), eine zentrale Rolle, weil sie die [[Wahrnehmung]] als [[Ganzes]] nicht im [[Gedächtnis]] behalten. Der [[Grund]] dieser Abspaltung ist die Ungewissheit (siehe auch [[sinnliche Gewissheit]]), durch die das [[Selbstgefühl]] in seinem [[Selbstwert]] bedroht ist und deshalb diese [[Teile]] der Wahrnehmung [[verwesentlicht]]. Die Fragmente, die isolierten Teile müssen sich totalisieren, um darin für die [[Wahnrnehmung]] ganz zu wirken - zunächst | Im Allgemeinen gelten Vorurteile durch [[Gefühlsurteile]] und [[Ressentiments]] [[ästhetisch]] begründet (siehe auch [[ästhetisches Urteil]]). [[Ressentiments]] sind Gefühlserregungen, die [[narzisstisch]] aufgeladene [[Inhalte]] haben, die sich an [[bild]]haften [[Eindrücken]] der [[Wahrnehmung]] festmachen, um darin [[verallgemeinerte]] Gefühlskränkungen abzugleichen und auszudrücken. Dabei spielt die [[Verselbständigung]] und Fragmentierung von [[Erinnerungen]], also deren [[isolation]] in Fragmenten (siehe auch [[Trennung]]), eine zentrale Rolle, weil sie die [[Wahrnehmung]] als [[Ganzes]] nicht im [[Gedächtnis]] behalten. Der [[Grund]] dieser Abspaltung ist die Ungewissheit (siehe auch [[sinnliche Gewissheit]]), durch die das [[Selbstgefühl]] in seinem [[Selbstwert]] bedroht ist und deshalb diese [[Teile]] der Wahrnehmung [[verwesentlicht]]. Die Fragmente, die isolierten Teile müssen sich totalisieren, um darin für die [[Wahnrnehmung]] ganz zu wirken - zunächst ''nach innen'' gegen die [[Selbstwahrnehmung]], wodurch diese entwertet wird, im Ressentiment dann ''nach außen'', wodurch die [[Selbstwahrnehmung]] neuen [[Selbstwert]] findet und in ihrem [[Selbstgefühl]] [[empfindet]]. | ||
Aktuelle Version vom 4. November 2025, 19:54 Uhr
Im Prozess einer Analyse soll ein Urteil diesen abschließen und zur Entscheidung darüber kommen, was sich daraus als ihr Ur-Teil substanziell ergeben hat. Urteile werden gesprochen, weil und sofern sich die Teile nicht in ihrem wirklichen Zusammenhang erkennen lassen und eine Ur-Teils-findung im Ganzen ihrer Interpretationen und Gewohnheiten nötig haben. Wo die Analyse ausbleibt, wird das Urteil bei einer Interpretation belassen und meist nur jenseits substanzieller Beweise als eine Idee ihrer Mitteilungen, ihrer Teilungen und Vermittlungen.
Vorurteile entstehen, wo die Zerteilung eines Ganzen herrscht, aber keine Gewissheit, kein Wissen in das Bewusstsein der Urteile hierzu ergangen, möglich oder anerkannt worden waren. Je undurchsichtiger und abgehobener die Lebensverhältnisse bei anwachsender Krisenhaftigkeit einer Gesellschafterscheinen und die Selbstgefühle der Menschen belasten, desto totaler setzen sich Vorurteile per Ressentiment gegen ihre Repräsentanz und Repräsentanten (siehe hierzu auch Repräsentative Demokratie) durch und lösen sich zunehmend von den praktisch wirksamen Inhalten ab und verselbständigen die Form ihrer Beziehung hierauf (siehe hierzu auch politischer Nominalismus). Die Folge ist eine Konkurrenz narzisstischer Selbstwahrnehmungen (siehe auch Selbstgerechtigkeit) um den Durchsatz von Vorurteilen, die sich schließlich als Kultur von Ressentiments entfaltet und bestärkt. Am Ende steht eine Gesinnungskultur, die auch praktisch gewalttätig werden kann.
Ein Vorurteil ist ein Urteil, das vor aller Erhebung von Beweisen und der Ermittlung von Zusammenhängen (siehe Analyse) einem Erkenntnisprozess vorausgesetzt ist und einer bestimmten Fragestellung entsprungen ist. Es ist von daher zunächst eine Aussage, die ihre Frage in einer aufzulösenden Form bringt - meist in einer verallgemeinerten Form, durch die ein Zusammenhang vorgestellt wird, der aufgeklärt werden soll. Diese bedient sich in der Regel einer Vorstellung oder auch eines Klischees, das oft auch schon als Beweismittel einer Moral verwendet und in Zweifel gezogen wird, weil deren Aussagen über.eine Person, eine Sache oder einen Verhalt (siehe Fakt) nicht für wahr befunden werden, weil sie ihre Beurteilung nicht wirklich begründen, sondern nur bewerten, ohne hierdurch einen Sinn zu entdecken oder zu eröffnen oder über ein Verhältnis täuschen, das so nicht sein kann, wie es vorgestellt wird. In sozialen Bewertungen führen Vorurteile oft auch auch zu Mobbing, zu Fremdenfreindlichkeit und Rassismus, wenn sie zum Ressentiment werden.
Ein Vorurteil ist als ein Urteil im Vorhinein, das keine Belege aufweisen kann, willkürlich. Es sieht seine Urteilskraft durch die nachfolgenden Urteile bestätigt und durch das bewahrheitet, was es durch sich schon ohne eigene Gewissheit vorausgesetzt hat. Von daher ist eine Erkenntnismethode, die sich im Kreislauf solcher Urteilsbildung bewegt ohne Beweiskraft. In den Wissenschaften wird diese Art der Urteilsbilcung und der hiernach folgenden Urteile einen hermeneutischen Zirkel bezeichnet, der allerdings für die Phänomenologie eine mögliche Art der Erkenntnisgewinnung ist, indem diese Kreisbewegung der Urteilsbildung sich spiralförmig vertiefen lässt und sich so der Wahrheit durch Differenzierung nähern könne.
Im Allgemeinen gelten Vorurteile durch Gefühlsurteile und Ressentiments ästhetisch begründet (siehe auch ästhetisches Urteil). Ressentiments sind Gefühlserregungen, die narzisstisch aufgeladene Inhalte haben, die sich an bildhaften Eindrücken der Wahrnehmung festmachen, um darin verallgemeinerte Gefühlskränkungen abzugleichen und auszudrücken. Dabei spielt die Verselbständigung und Fragmentierung von Erinnerungen, also deren isolation in Fragmenten (siehe auch Trennung), eine zentrale Rolle, weil sie die Wahrnehmung als Ganzes nicht im Gedächtnis behalten. Der Grund dieser Abspaltung ist die Ungewissheit (siehe auch sinnliche Gewissheit), durch die das Selbstgefühl in seinem Selbstwert bedroht ist und deshalb diese Teile der Wahrnehmung verwesentlicht. Die Fragmente, die isolierten Teile müssen sich totalisieren, um darin für die Wahnrnehmung ganz zu wirken - zunächst nach innen gegen die Selbstwahrnehmung, wodurch diese entwertet wird, im Ressentiment dann nach außen, wodurch die Selbstwahrnehmung neuen Selbstwert findet und in ihrem Selbstgefühl empfindet.