Kulturgemeinschaft
Eine Kulturgemeinschaft beruht auf Zustimmung, von daher ist ihr Zusammenhang durch Stimmungen bestimmt die sich in ihrer Sprache auch darzustellen und formulieren: Er gelingt, soweit dieser stimmt, also in der Lage ist, ihre Wahrheit auszusagen. Darin verwirklicht sich eine durch ihren geschichlichen Zusammenhang und ihrer Arbeitswelt umschriebene Gesellschaft von Menschen, deren Stoffwechsel im Wesentlichen im Rahmen einer umschriebenen Kultur (z.B. als Sprache, Schrift, Kunst usw.) besteht. Kultur hat nichts mit biologischen Eigenschaften der Menschen (Rasse usw.) zu tun, auch nicht als Position zur Natur, als Negation von Naturempfindungen und auch nicht mit Politik (z.B. als Nation). Sie ist Lebensausdruck, welcher sich in Gewohnheiten, Sitten und Gebräuche in einem Lebensraum von Menschen darstellt. Was darin kulturelle Gestalt hat, ist für eine Kulturgemeinschaft gültig. Das macht Kultur zu einer Allgemeinheit, die in dieser Form nicht leben kann: Die Gültigkeit und Geltung von Kultur widerspricht ihrem Werden, ihren kulturellen Grundlagen (Kulturarbeit) selbst, wenn sie ihre Geschichte zum Werden von Kulturverhältnissen bestimmt.
Die Grenzen der Völker sind oft und zumeist durch ihre Geschichte auch die Grenzen von Kulturen. Solange diese geschlossene Lebensräume sind und eigenen Stoffwechsel haben, können Nationen auch als Kulturgemeinschaft bestehen, aber auch konfliktträchtig im Verhalten als Kulturinteresse (siehe Kulturkampf). Da aber die Nationen selbst zunehmend weniger als ökonomische Kreisläufe der Arbeit existieren und sich auch die Nationalitäten selbst zunehmend in den Nationen vermengen, wird sich auch die Kulturgemeinschaft immer weniger national fassen lassen. Nur Nationalisten sehen darin die Grundlage ihrer reaktionären (rückwärtsgerichteten) Vorstellungen, die nur gewaltsam umsetzbar sind. Deshalb rüsten sie zum Kulturkampf. Wirkliche
Kulturgemeinschaften können aber nur auf kulturellen, wirtschaftlichen, geografischen und natürlichen Umgrenzungen gründen. Eine Weltgemeinschaft der Kulturen kann daher nicht aus Nationen bestehen, sondern muss föderal (abgegrenzte Bezogenheit) sein.