Existenzangst: Unterschied zwischen den Versionen

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[[Angst]] entsteht in einer beklemmenden [[Ungewissheit]] - ganz besonders dann, wenn diese nach einem entschlossenen Handeln verlangt und zugleich jeden [[Entschluss]] verhindert und ihn oft in sein Gegenteil, in eine prinzipielle Unentschlossenheit (siehe hierzu [["schlechte Unendlichkeit"]]) [[verkehrt]]. Eine [[Gesellschaft]], in der die [[Ungewissheit]] über die [[Lebensverhältnisse]] [[systematisch]] ist, weil die [[Konkurrenz]] der Menschen ihren Standort bestimmt, befördert die Existenzangst eine [[Lebenspflicht]], die ohne [[Sinn]] ist, die also sinnlich gerade kein bestimmtes [[Verhalten]] zulässt, weil sie auf dem [[Existenzwert]] ihrer [[Wertform]] gründet. Alle [[Verhältnisse]], die darauf gründen, sind gegen die Urteilskraft der Menschen [[gleichgültig]], befördern ein im Grunde [[beliebiges]] [[Verhalten]], das seinen [[Sinn]] durch den [[Nutzen]] seiner [[Verwertung]] ersetzt. In den [[zwischenmenschlichen Verhältnissen]] dieser [[Gesellschaft]] setzt sich diese [[Existenzangst]] daher als [[Lebensangst]] um, wo es die [[persönliche]] [[Verwirklichung]] in [[zwischenmenschlichen Beziehungen]] bestimmt (siehe hierzu [[Familie]]).
[[Angst]] entsteht in einer beklemmenden [[Ungewissheit]] - ganz besonders dann, wenn diese nach einem entschlossenen Handeln verlangt und zugleich jeden [[Entschluss]] verhindert und ihn oft in sein Gegenteil, in eine prinzipielle Unentschlossenheit (siehe hierzu [[''schlechte Unendlichkeit'']]) [[verkehrt]]. Eine [[Gesellschaft]], in der die [[Ungewissheit]] über die [[Lebensverhältnisse]] [[systematisch]] ist, weil die [[Konkurrenz]] der Menschen ihren Standort bestimmt, befördert die Existenzangst eine [[Lebenspflicht]], die ohne [[Sinn]] ist, die also sinnlich gerade kein bestimmtes [[Verhalten]] zulässt, weil sie auf dem [[Existenzwert]] ihrer [[Wertform]] gründet. Alle [[Verhältnisse]], die darauf gründen, sind gegen die Urteilskraft der Menschen [[gleichgültig]], befördern ein im Grunde [[beliebiges]] [[Verhalten]], das seinen [[Sinn]] durch den [[Nutzen]] seiner [[Verwertung]] ersetzt. In den [[zwischenmenschlichen Verhältnissen]] dieser [[Gesellschaft]] setzt sich diese [[Existenzangst]] daher als [[Lebensangst]] um, wo es die [[persönliche]] [[Verwirklichung]] in [[zwischenmenschlichen Beziehungen]] bestimmt (siehe hierzu [[Familie]]).


Existenzangst wird in einer Gesellschaft erzeugt, in der Menschen um die Reproduktion ihres Lebens bangen müssen, wenn sie nicht tun, was von ihnen zum Erwerb ihrer [[Lebensmittel]] verlangt wird. Dies setzt voraus, dass diese Gesellschaft sie von den Grundlagen der Selbsterzeugung durch ihre natürlichen gesellschaftlichen und individuellen Anlagen und Fähigkeiten getrennt und an deren Stelle die [[Notwendigkeit]] von [[Besitz]] an Existenzmittel gesetzt hat. Existenzangst unterscheidet sich von [[Lebensangst]] durch ihre Sachbestimmtheit: Existenangst ist meist eine [[Angst]] vor [[Arbeitslosigkeit,]]Lebensangst ist eine Angst um die Identität des eigenen Erkenntnismögens (Identitätsangst). Existenzangst ist die Grundlage dafür, dass Menschen nicht nur zur Arbeit sich verdingen lassen, sondern oft auch erpressbar sind für Arbeiten, die sie aus inneren Gründen ablehnen (siehe z.B. [[Prostitution]]).
Existenzangst wird in einer Gesellschaft erzeugt, in der Menschen um die Reproduktion ihres Lebens bangen müssen, wenn sie nicht tun, was von ihnen zum Erwerb ihrer [[Lebensmittel]] verlangt wird. Dies setzt voraus, dass diese Gesellschaft sie von den Grundlagen der Selbsterzeugung durch ihre natürlichen gesellschaftlichen und individuellen Anlagen und Fähigkeiten getrennt und an deren Stelle die [[Notwendigkeit]] von [[Besitz]] an Existenzmittel gesetzt hat. Existenzangst unterscheidet sich von [[Lebensangst]] durch ihre Sachbestimmtheit: Existenangst ist meist eine [[Angst]] vor [[Arbeitslosigkeit,]]Lebensangst ist eine Angst um die Identität des eigenen Erkenntnismögens (Identitätsangst). Existenzangst ist die Grundlage dafür, dass Menschen nicht nur zur Arbeit sich verdingen lassen, sondern oft auch erpressbar sind für Arbeiten, die sie aus inneren Gründen ablehnen (siehe z.B. [[Prostitution]]).


Um der Existenzangst in einem gesellschaftlichen Umfang politisch zu begegnen, wird von verschiednen politischen Richtungen eine [[Grundsicherung]] in Form eines [[Existenzgeldes]] gefordert.
Um der Existenzangst in einem gesellschaftlichen Umfang politisch zu begegnen, wird von verschiednen politischen Richtungen eine [[Grundsicherung]] in Form eines [[Existenzgeldes]] gefordert.

Aktuelle Version vom 4. November 2025, 19:47 Uhr

Angst entsteht in einer beklemmenden Ungewissheit - ganz besonders dann, wenn diese nach einem entschlossenen Handeln verlangt und zugleich jeden Entschluss verhindert und ihn oft in sein Gegenteil, in eine prinzipielle Unentschlossenheit (siehe hierzu ''schlechte Unendlichkeit'') verkehrt. Eine Gesellschaft, in der die Ungewissheit über die Lebensverhältnisse systematisch ist, weil die Konkurrenz der Menschen ihren Standort bestimmt, befördert die Existenzangst eine Lebenspflicht, die ohne Sinn ist, die also sinnlich gerade kein bestimmtes Verhalten zulässt, weil sie auf dem Existenzwert ihrer Wertform gründet. Alle Verhältnisse, die darauf gründen, sind gegen die Urteilskraft der Menschen gleichgültig, befördern ein im Grunde beliebiges Verhalten, das seinen Sinn durch den Nutzen seiner Verwertung ersetzt. In den zwischenmenschlichen Verhältnissen dieser Gesellschaft setzt sich diese Existenzangst daher als Lebensangst um, wo es die persönliche Verwirklichung in zwischenmenschlichen Beziehungen bestimmt (siehe hierzu Familie).

Existenzangst wird in einer Gesellschaft erzeugt, in der Menschen um die Reproduktion ihres Lebens bangen müssen, wenn sie nicht tun, was von ihnen zum Erwerb ihrer Lebensmittel verlangt wird. Dies setzt voraus, dass diese Gesellschaft sie von den Grundlagen der Selbsterzeugung durch ihre natürlichen gesellschaftlichen und individuellen Anlagen und Fähigkeiten getrennt und an deren Stelle die Notwendigkeit von Besitz an Existenzmittel gesetzt hat. Existenzangst unterscheidet sich von Lebensangst durch ihre Sachbestimmtheit: Existenangst ist meist eine Angst vor Arbeitslosigkeit,Lebensangst ist eine Angst um die Identität des eigenen Erkenntnismögens (Identitätsangst). Existenzangst ist die Grundlage dafür, dass Menschen nicht nur zur Arbeit sich verdingen lassen, sondern oft auch erpressbar sind für Arbeiten, die sie aus inneren Gründen ablehnen (siehe z.B. Prostitution).

Um der Existenzangst in einem gesellschaftlichen Umfang politisch zu begegnen, wird von verschiednen politischen Richtungen eine Grundsicherung in Form eines Existenzgeldes gefordert.