Nationalkultur: Unterschied zwischen den Versionen

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"Die Freiheit hat man satt am End, Und die Republik der Tiere Begehrte, daß ein einzger Regent Sie absolut regiere. Jedwede Tiergattung versammelte sich, Wahlzettel wurden geschrieben; Parteisucht wütete fürchterlich, Intrigen wurden getrieben. Das Komitee der Esel ward Von Alt-Langohren regieret; Sie hatten die Köpfe mit einer Kokard, Die schwarz-rot-gold, verzieret. Es gab eine kleine Pferdepartei, Doch wagte sie nicht zu stimmen; Sie hatte Angst vor dem Geschrei Der Alt-Langohren, der grimmen. Als einer jedocn die Kandidatur Des Rosses empfahl, mit Zeter Ein Alt-Langohr in die Rede ihm fuhr, Und schrie: Du bist ein Verräter! Du bist ein Verräter, es fließt in dir Kein Tropfen vom Eselsblute; Du bist kein Esel, ich glaube schier, Dich warf eine welsche Stute. O welche Wonne, ein Esel zu sein! Ein Enkel von solchen Langohren! Ich möcht es von allen Dächern schrein: Ich bin als ein Esel geboren. Der große Esel, der mich erzeugt, Er war von deutschem Stamme; Mit deutscher Eselsmilch gesäugt Hat mich die Mutter, die Mamme. Ich bin ein Esel, und will getreu, Wie meine Väter, die Alten, An der alten, lieben Eselei, Am Eseltume halten. Und weil ich ein Esel, so rat ich Euch, Den Esel zum König zu wählen; Wir stiften das große Eselreich, Wo nur die Esel befehlen. Wir alle sind Esel! I-A! I-A! Wir sind keine Pferdeknechte. Fort mit den Rossen! Es lebe, hurra! Der König vom Eselsgeschlechte! So sprach der Patriot. Im Saal Die Esel Beifall rufen. Sie waren alle national, Und stampften mit den Hufen. Sie haben des Redners Haupt geschmückt Mit einem Eichenkranze. Er dankte stumm, und hochbeglückt Wedelt' er mit dem Schwanze." Heinrich Heine (1797 - 1856)
<blockquote>''Die Freiheit hat man satt am End, Und die Republik der Tiere Begehrte, daß ein einzger Regent Sie absolut regiere. Jedwede Tiergattung versammelte sich, Wahlzettel wurden geschrieben; Parteisucht wütete fürchterlich, Intrigen wurden getrieben. Das Komitee der Esel ward Von Alt-Langohren regieret; Sie hatten die Köpfe mit einer Kokard, Die schwarz-rot-gold, verzieret. Es gab eine kleine Pferdepartei, Doch wagte sie nicht zu stimmen; Sie hatte Angst vor dem Geschrei Der Alt-Langohren, der grimmen. Als einer jedocn die Kandidatur Des Rosses empfahl, mit Zeter Ein Alt-Langohr in die Rede ihm fuhr, Und schrie: Du bist ein Verräter! Du bist ein Verräter, es fließt in dir Kein Tropfen vom Eselsblute; Du bist kein Esel, ich glaube schier, Dich warf eine welsche Stute. O welche Wonne, ein Esel zu sein! Ein Enkel von solchen Langohren! Ich möcht es von allen Dächern schrein: Ich bin als ein Esel geboren. Der große Esel, der mich erzeugt, Er war von deutschem Stamme; Mit deutscher Eselsmilch gesäugt Hat mich die Mutter, die Mamme. Ich bin ein Esel, und will getreu, Wie meine Väter, die Alten, An der alten, lieben Eselei, Am Eseltume halten. Und weil ich ein Esel, so rat ich Euch, Den Esel zum König zu wählen; Wir stiften das große Eselreich, Wo nur die Esel befehlen. Wir alle sind Esel! I-A! I-A! Wir sind keine Pferdeknechte. Fort mit den Rossen! Es lebe, hurra! Der König vom Eselsgeschlechte! So sprach der Patriot. Im Saal Die Esel Beifall rufen. Sie waren alle national, Und stampften mit den Hufen. Sie haben des Redners Haupt geschmückt Mit einem Eichenkranze. Er dankte stumm, und hochbeglückt Wedelt' er mit dem Schwanze. Heinrich Heine (1797 - 1856)''</blockquote>


Der [[Nationalstat]] entwickelt in den Zeiten einer prosperierenden Nationalökonomie durch das Vermögen der [[zirkulierenden]] [[Geldwerte]] seiner Währung und ihrem als [[Existenzwert]] international gültigen [[Mehrwert]] eine [[Kultur]] des [[Geldes]] einen nationalen Überschuss an [[Werten]]. Der wurde durch einen überdimensionierten [[Kulturkonsum]] zu einer [[Kultur]] der von [[Kulturbürgern]] entwickelt, die in schlechteren Zeiten des Welthandles durch [[wirtschaftliche]] und [[kulturelle]] Verwerfungen die Bevölkerung im Großen und [[Ganzen]] [[enttäuscht]] und in einem [[nationalistischen]] [[Selbstbewusstsein]] diverse[[Heilkräfte]] zu finden sucht (siehe auch [[Heilserwartung]]). Das [[Dilemma]] jeder [[Nationalkultur]] ist eben, dass sie [[unmittelbar]] vom Wohlstand einer [[Nation]] abhängig ist.
Der [[Nationalstat]] entwickelt in den Zeiten einer prosperierenden Nationalökonomie durch das Vermögen der [[zirkulierenden]] [[Geldwerte]] seiner Währung und ihrem als [[Existenzwert]] international gültigen [[Mehrwert]] eine [[Kultur]] des [[Geldes]] einen nationalen Überschuss an [[Werten]]. Der wurde durch einen überdimensionierten [[Kulturkonsum]] zu einer [[Kultur]] der von [[Kulturbürgern]] entwickelt, die in schlechteren Zeiten des Welthandles durch [[wirtschaftliche]] und [[kulturelle]] Verwerfungen die Bevölkerung im Großen und [[Ganzen]] [[enttäuscht]] und in einem [[nationalistischen]] [[Selbstbewusstsein]] diverse[[Heilkräfte]] zu finden sucht (siehe auch [[Heilserwartung]]). Das [[Dilemma]] jeder [[Nationalkultur]] ist eben, dass sie [[unmittelbar]] vom Wohlstand einer [[Nation]] abhängig ist.


Nation (lat. natio, "Volk, Sippschaft, Menschenschlag, Gattung, Klasse, Schar") bezeichnet eine umschlossene Gemeinschaft von Menschen, denen gemeinsame Merkmale wie [[Sprache]], Tradition, [[Sitten]], [[Bräuche]] oder Abstammung zugeschrieben werden. Diese Begriffsdefinition ist allerdings inadäquat, da keine Nation diese Definition vollumfänglich erfüllt. Die [[Sitten]] und[[Bräuche]] drüchen deshalb keine [[wirklichen]] [[sinnlichen]] [[Beziehungen]] aus, sondern vor allem die [[Sehnsucht]] eines [[Daseins]]. das nicht [[sein]] kann, als was es da ist.
Nation (lat. natio, ''Volk, Sippschaft, Menschenschlag, Gattung, Klasse, Schar'') bezeichnet eine umschlossene Gemeinschaft von Menschen, denen gemeinsame Merkmale wie [[Sprache]], Tradition, [[Sitten]], [[Bräuche]] oder Abstammung zugeschrieben werden. Diese Begriffsdefinition ist allerdings inadäquat, da keine Nation diese Definition vollumfänglich erfüllt. Die [[Sitten]] und[[Bräuche]] drüchen deshalb keine [[wirklichen]] [[sinnlichen]] [[Beziehungen]] aus, sondern vor allem die [[Sehnsucht]] eines [[Daseins]]. das nicht [[sein]] kann, als was es da ist.


Es hat sich im Niedergang der [[bürgerlichen Kultur]] erwiesen, dass sich die [[Selbstbeziehungen]] der Bürger im Echoraum ihrer [[politischen Kultur]]wechselseitig [[fremd]] [[bestimmen]] und krank machen, weil sie sich in ihrem [[Geltungsstreben]] wechselseitig [[minderwertig]] machen und sich deshalb [[selbst verwerten]] müssen, um darin [[zwischenmenschlich]] anerkannt zu sein. Dabei entsteht eine objektivierte [[Wahrnehmung]] (siehe [[objktives Selbstgefühl]]), eine [[tote Wahrnehmung]], der sie [[notwendig]] folgen müssen, ohne eigene [[Wahrheit]] bewähren zu können. Hierdurch haben sie eine Kultur nötig, die in der Lage ist, ihrem [[Selbstverlust]] durch die Herstellung von [[Ereignissen]] entgegen zu stellen, wodurch sie sich selbst als das [[wahrnehmen]], wodurch sie von sich durch ihr [[Selbsterleben]] beeindruckt werden und sich durch den [[Selbstwert]] ihrer [[Selbstveredelung]] [[behaupten]] können.
Es hat sich im Niedergang der [[bürgerlichen Kultur]] erwiesen, dass sich die [[Selbstbeziehungen]] der Bürger im Echoraum ihrer [[politischen Kultur]]wechselseitig [[fremd]] [[bestimmen]] und krank machen, weil sie sich in ihrem [[Geltungsstreben]] wechselseitig [[minderwertig]] machen und sich deshalb [[selbst verwerten]] müssen, um darin [[zwischenmenschlich]] anerkannt zu sein. Dabei entsteht eine objektivierte [[Wahrnehmung]] (siehe [[objktives Selbstgefühl]]), eine [[tote Wahrnehmung]], der sie [[notwendig]] folgen müssen, ohne eigene [[Wahrheit]] bewähren zu können. Hierdurch haben sie eine Kultur nötig, die in der Lage ist, ihrem [[Selbstverlust]] durch die Herstellung von [[Ereignissen]] entgegen zu stellen, wodurch sie sich selbst als das [[wahrnehmen]], wodurch sie von sich durch ihr [[Selbsterleben]] beeindruckt werden und sich durch den [[Selbstwert]] ihrer [[Selbstveredelung]] [[behaupten]] können.
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Aber hierdurch werden sie für sich ihrer individuellen Identität enthoben, und entwickeln in der [[Langeweile]] ihrer [[Selbstlosigkeit]] eine [[Ereignisproduktion]] den Lebenszusammenhang einer [[Eventkultur]] zu einer kulturellen Macht, die nach einer gewaltigen [[Macht]] ihrer [[eigenen]] Art verlangt, weil sie von den kulturellen Inhalten eines politisch bestimmten [[Lebensraums]] abhängig ist. Sie hat eine totale [[Ausschließlichkeit]] ihrer Funktionalität nötig, um ihre Macht als [[Form]] einer [[allgemeinen]] [[Selbstwahrnehmung]] durch deren [[Kulte,]] [[Rituale]] und [[Strukturen]] (siehe auch [[Brauch]]) zu vermitteln und über die allgemeine [[Meinungsbildung]] des Wählerwillen in einer [[repräsentativen Demokratie]] zu erhalten. Deren Nöte und [[Notwendigkeiten]], die sich nicht mehr menschlich [[verhalten]] können, weil sie keinen menschlichen [[Sinn]] mehr [[erkennen]] lassen, müssen sich[[übermenschliche]] Qualitäten einer gesellschaftlichen Mitte und Vermittlung verschaffen, denn sie haben in den [[heilen Welten]] ihrer medialen Vermittlung sich als das [[allgemeine]] nationale Versagen ihrer sozialen Inhalte herausgestelt.
Aber hierdurch werden sie für sich ihrer individuellen Identität enthoben, und entwickeln in der [[Langeweile]] ihrer [[Selbstlosigkeit]] eine [[Ereignisproduktion]] den Lebenszusammenhang einer [[Eventkultur]] zu einer kulturellen Macht, die nach einer gewaltigen [[Macht]] ihrer [[eigenen]] Art verlangt, weil sie von den kulturellen Inhalten eines politisch bestimmten [[Lebensraums]] abhängig ist. Sie hat eine totale [[Ausschließlichkeit]] ihrer Funktionalität nötig, um ihre Macht als [[Form]] einer [[allgemeinen]] [[Selbstwahrnehmung]] durch deren [[Kulte,]] [[Rituale]] und [[Strukturen]] (siehe auch [[Brauch]]) zu vermitteln und über die allgemeine [[Meinungsbildung]] des Wählerwillen in einer [[repräsentativen Demokratie]] zu erhalten. Deren Nöte und [[Notwendigkeiten]], die sich nicht mehr menschlich [[verhalten]] können, weil sie keinen menschlichen [[Sinn]] mehr [[erkennen]] lassen, müssen sich[[übermenschliche]] Qualitäten einer gesellschaftlichen Mitte und Vermittlung verschaffen, denn sie haben in den [[heilen Welten]] ihrer medialen Vermittlung sich als das [[allgemeine]] nationale Versagen ihrer sozialen Inhalte herausgestelt.


Von daher war aus der unmittelbaren Vereinzelung der Bürger des [[Mittelstandes]] (siehe auch [[Kleinbürgr]]) das Verlangen nach einer Rettung ihres zerfallenden Gemeinwesens, nach einem [[übersinnlichen]] [[Wesen]] der eigenen Natur entstanden, die der [[ästhetische Wille]] der [[Politik]] mit der politischen Ideologie eines nur [[vorgestellten]] [[übersinnlichen]]Gemeinwohls zur Gattung eines [[Massenmenschen]] aus der Kultur ihres politischen Gemeinswesens (siehe auch [[Nationalstaat]]) entwickelt und zu einer übernatürlichen Größe der darin [[übersinnlich]] erscheinenden Eigenarten eines [[Übermenschen]] zu einer [[rassistisch]] bestimmten Kulturmacht und Größe umformt. Diese wird aus der Verallgemeinerungen des [[ästhetische Willens]], indem sie alle individuellen [[Eigenarten]] der Menschen aufheben und [[gleichschaltet]], um sie von ihren Gegensätzen und Entgegnungen in ihren [[Widersprüchen]]durch das [[Heil]] eines nationalistischen Willens (siehe auch [[Nationalismus]]) zu "erlösen" und sich ihrer persönlichen wie sozialen [[Ohnmacht]] zu bemächtigen. In solcher [[Heilserwartung]] entsteht das Gemeingefühl einer Kulturpersönlichkeit, die für die Betärkung der poltischen, wirtschaftliche und militärischen Potenziale des weltweit konkurrierenden Nationalstaats hiilfreich ist, sich nurmehr aber nur in der [[Totatlität]] einer [[zwischenmenschlichen Gesellschaft]] als [[Gesellschaft]] der [[Formbestimmungen]] ihrer [[Zwischenmenschlichkeit]] verwirklichen kann. Und weil eine solche Persönlichkeit nur aus den allgemeinen [[Selbstbezogenheiten]] der Bürger bezogen werden kann, muss sie aus der vereinzelten Gestalt der [[Gewohnheiten]] ihrer nationalen Kultur persönlich [[verallgemeinert]] werden und sich zur [[wirklich]] [[politischen]] Macht einer [[übersinnlichen]] [[Substanz]] fortgebildet werden. Und damit verhalten sie sich als Norm von allgemeinen politisch erwirkten Umgangsformen als [[Wirklichkeit]] eines [[Kulturstaats]], der sich kraft seiner kulturpolitischen Potenzen normativ verfassen und verhalten kann.
Von daher war aus der unmittelbaren Vereinzelung der Bürger des [[Mittelstandes]] (siehe auch [[Kleinbürgr]]) das Verlangen nach einer Rettung ihres zerfallenden Gemeinwesens, nach einem [[übersinnlichen]] [[Wesen]] der eigenen Natur entstanden, die der [[ästhetische Wille]] der [[Politik]] mit der politischen Ideologie eines nur [[vorgestellten]] [[übersinnlichen]]Gemeinwohls zur Gattung eines [[Massenmenschen]] aus der Kultur ihres politischen Gemeinswesens (siehe auch [[Nationalstaat]]) entwickelt und zu einer übernatürlichen Größe der darin [[übersinnlich]] erscheinenden Eigenarten eines [[Übermenschen]] zu einer [[rassistisch]] bestimmten Kulturmacht und Größe umformt. Diese wird aus der Verallgemeinerungen des [[ästhetische Willens]], indem sie alle individuellen [[Eigenarten]] der Menschen aufheben und [[gleichschaltet]], um sie von ihren Gegensätzen und Entgegnungen in ihren [[Widersprüchen]]durch das [[Heil]] eines nationalistischen Willens (siehe auch [[Nationalismus]]) zu ''erlösen'' und sich ihrer persönlichen wie sozialen [[Ohnmacht]] zu bemächtigen. In solcher [[Heilserwartung]] entsteht das Gemeingefühl einer Kulturpersönlichkeit, die für die Betärkung der poltischen, wirtschaftliche und militärischen Potenziale des weltweit konkurrierenden Nationalstaats hiilfreich ist, sich nurmehr aber nur in der [[Totatlität]] einer [[zwischenmenschlichen Gesellschaft]] als [[Gesellschaft]] der [[Formbestimmungen]] ihrer [[Zwischenmenschlichkeit]] verwirklichen kann. Und weil eine solche Persönlichkeit nur aus den allgemeinen [[Selbstbezogenheiten]] der Bürger bezogen werden kann, muss sie aus der vereinzelten Gestalt der [[Gewohnheiten]] ihrer nationalen Kultur persönlich [[verallgemeinert]] werden und sich zur [[wirklich]] [[politischen]] Macht einer [[übersinnlichen]] [[Substanz]] fortgebildet werden. Und damit verhalten sie sich als Norm von allgemeinen politisch erwirkten Umgangsformen als [[Wirklichkeit]] eines [[Kulturstaats]], der sich kraft seiner kulturpolitischen Potenzen normativ verfassen und verhalten kann.


Eine Nation ist ein politisch definierter und hiernach begrenzter [[Lebensraum]]. Von daher kann er nichts mit einer [[Kultur]] zu tun haben, die [[wesentlich]] sinnlich und [[subjektiv]] ist. Sie kann aber als politisches Medium eines [[Staates]] verwendet werden, besonders um einen staatspolitisch erforderlich gewordenen [[Populismus]] zu bedienen, der sich gegen die sozialen Verwahrlosungen in den Krisen dieser [[Gesellschaft]] hervorkehrt und sich als Sinnvermittler in einer [[dekadenten]] Welt aufbaut. Wesentliches Merkmal der Nationalkultur ist die Vortäuschung einer familiären menschlichen [[Gemeinschaft]], die einen [[Gemeinsinn]] für seine [[Bürokratie]] liefert und den er für seine Funktionalität [[moralisch]] beansprucht. Kulturelle Merkmale werden hierfür bewusst oder unbewusst in seinen Dienst gestellt, um ein [[nationalistisches]] [[Selbstbewusstsein]] zu errichten und zu festigen und ein dem entsprechendes [[Recht]] zu sprechen.
Eine Nation ist ein politisch definierter und hiernach begrenzter [[Lebensraum]]. Von daher kann er nichts mit einer [[Kultur]] zu tun haben, die [[wesentlich]] sinnlich und [[subjektiv]] ist. Sie kann aber als politisches Medium eines [[Staates]] verwendet werden, besonders um einen staatspolitisch erforderlich gewordenen [[Populismus]] zu bedienen, der sich gegen die sozialen Verwahrlosungen in den Krisen dieser [[Gesellschaft]] hervorkehrt und sich als Sinnvermittler in einer [[dekadenten]] Welt aufbaut. Wesentliches Merkmal der Nationalkultur ist die Vortäuschung einer familiären menschlichen [[Gemeinschaft]], die einen [[Gemeinsinn]] für seine [[Bürokratie]] liefert und den er für seine Funktionalität [[moralisch]] beansprucht. Kulturelle Merkmale werden hierfür bewusst oder unbewusst in seinen Dienst gestellt, um ein [[nationalistisches]] [[Selbstbewusstsein]] zu errichten und zu festigen und ein dem entsprechendes [[Recht]] zu sprechen.
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Solange es keine Weltgesellschaft gibt, sind die Lebensverhältnisse der Menschen politisch in Lebensräumen unterschieden, die nicht nur ihre natürlichen Ressourcen eingrenzen, sondern auch die [[Dichte]] der Bevölkerung bestimmen. Damit sind die [[Nationalstaaten]] nicht nur auf die [[Reproduktion]] des Kapitalverhältnisse bezogen, sondern zugleich auch Agenturen einer kapitalistischen Sozialpolitik, die ihre Bevölkerung nach Maßgabe der allgemeinen Verwertungslage eines Landes, einer Region oder einer Kommune so verwaltet, wie sie sich im [[Geldwert]] und seiner Kaufkraft und Krisen darstellt. Und weil die Nationalstaaten durch die [[Konkurrenz]] um die Stabilität ihres [[Geldwert]]s global kämpfen müssen, müssen sie auch die [[Lebensverhältnisse]] ihrer Bevölkerung im Verhältnis zur Verschuldung ihrer Haushalte und der daraus bestimmten [[Negativverwertung]] (siehe hierzu auch [[Feudalkapital]]) verwalten, kontrollieren und kultivieren. Von daher ist der politische Raum selbst eine Kategorie, die den [[Lebensstandard]] als [[Existenzwert]] einer Bevölkerung und ihrer Lebensstrukturen (Infrastrukturen) kalkuliert und ihre [[Staatsverschuldung]] auch auf die Qualität des Bürgschaftsvermögen der Bevölkerung hin spekuliert. Weil die Bevölkerungsdichte (siehe [[Dichte]]) eine kulturpolitische Größe (siehe [[Begriffsgröße]]) ist, interessiert sich der Nationalstaat auch für die Verfügung über die kulturellen Entwicklungen in seinem Land (siehe auch [[politische Kultur]]).
Solange es keine Weltgesellschaft gibt, sind die Lebensverhältnisse der Menschen politisch in Lebensräumen unterschieden, die nicht nur ihre natürlichen Ressourcen eingrenzen, sondern auch die [[Dichte]] der Bevölkerung bestimmen. Damit sind die [[Nationalstaaten]] nicht nur auf die [[Reproduktion]] des Kapitalverhältnisse bezogen, sondern zugleich auch Agenturen einer kapitalistischen Sozialpolitik, die ihre Bevölkerung nach Maßgabe der allgemeinen Verwertungslage eines Landes, einer Region oder einer Kommune so verwaltet, wie sie sich im [[Geldwert]] und seiner Kaufkraft und Krisen darstellt. Und weil die Nationalstaaten durch die [[Konkurrenz]] um die Stabilität ihres [[Geldwert]]s global kämpfen müssen, müssen sie auch die [[Lebensverhältnisse]] ihrer Bevölkerung im Verhältnis zur Verschuldung ihrer Haushalte und der daraus bestimmten [[Negativverwertung]] (siehe hierzu auch [[Feudalkapital]]) verwalten, kontrollieren und kultivieren. Von daher ist der politische Raum selbst eine Kategorie, die den [[Lebensstandard]] als [[Existenzwert]] einer Bevölkerung und ihrer Lebensstrukturen (Infrastrukturen) kalkuliert und ihre [[Staatsverschuldung]] auch auf die Qualität des Bürgschaftsvermögen der Bevölkerung hin spekuliert. Weil die Bevölkerungsdichte (siehe [[Dichte]]) eine kulturpolitische Größe (siehe [[Begriffsgröße]]) ist, interessiert sich der Nationalstaat auch für die Verfügung über die kulturellen Entwicklungen in seinem Land (siehe auch [[politische Kultur]]).


Die Nationalkultur existiert als [[Kult]] einer [[Politik]], die sich aus dem [[Lebensraum]] ihrer Nationalität definiert und ihre Interessen aus dessen Anpassung an eine entsprechende [[Kultur]] ableitet, die räumliche Ausstattung und Ausdehnung als politisches Ziel der "heimatlichen" Kultur begründet. Hierzu dienen besonders die nationalen Heiligtümer, die Riten, [[Sitten]] und Gebräuche ([[Brauchtum]]), die den Status eines Nationalkults haben. Die Nationalkultur will die Kultur einer Nation zur Hervorkehrung der Besonderheit dieser Nation und ihrer [[Geschichte]] darstellen und diese als deren Wesen wie eine [[Seele]] pflegen. Besonders durch das Bedürfnis, ein bestimmtes "[[Volk"]] als beseelte Einheit darzustellen, wird die Nationalkultur gepflegt.
Die Nationalkultur existiert als [[Kult]] einer [[Politik]], die sich aus dem [[Lebensraum]] ihrer Nationalität definiert und ihre Interessen aus dessen Anpassung an eine entsprechende [[Kultur]] ableitet, die räumliche Ausstattung und Ausdehnung als politisches Ziel der ''heimatlichen'' Kultur begründet. Hierzu dienen besonders die nationalen Heiligtümer, die Riten, [[Sitten]] und Gebräuche ([[Brauchtum]]), die den Status eines Nationalkults haben. Die Nationalkultur will die Kultur einer Nation zur Hervorkehrung der Besonderheit dieser Nation und ihrer [[Geschichte]] darstellen und diese als deren Wesen wie eine [[Seele]] pflegen. Besonders durch das Bedürfnis, ein bestimmtes ''[[Volk'']] als beseelte Einheit darzustellen, wird die Nationalkultur gepflegt.


Aus der sogenannten Volkskultur wird aber erst durch nationalistische Politik eine [[Staatskultur]] verwirklicht, die Einheit der Nationalkultur wie eine [[Volksseele]] in einem [[Volkskörper]] gestaltet, indem aus dem [[Brauchtum]] eine [[Gesinnung]] wird. Hierdurch wird jede einzelne [[Psyche]] in die [[Notwendigkeit]] zu dieser Einheit versetzt, um ihr als Allgemeinschuld, als ein nationales [[Schuldgefühl]] die [[Pflicht]] einer "Volksgenossenschaft" (siehe [[Nationalismus]]) aufzuerlegen. So werden [[allgemeine]] (meist ökonomische) Zwänge zur Selbstdisziplin, [[Selbstlosigkeit]] und Aufopferungsbereitschaft zu psychischer Schuld, zu permanenten [[Schuldgefühlen]] internalisert und hierdurch besonders leicht und unkontrolliert zu ökonomischen, politischen und staatlichen Zwecken nutzbar. Auch die Nutzung der [[Familie]] als Lebensträger des Staates gehört hierzu. In Extenso lässt sich daraus auch ein [[Menschenpark]] entwickeln.
Aus der sogenannten Volkskultur wird aber erst durch nationalistische Politik eine [[Staatskultur]] verwirklicht, die Einheit der Nationalkultur wie eine [[Volksseele]] in einem [[Volkskörper]] gestaltet, indem aus dem [[Brauchtum]] eine [[Gesinnung]] wird. Hierdurch wird jede einzelne [[Psyche]] in die [[Notwendigkeit]] zu dieser Einheit versetzt, um ihr als Allgemeinschuld, als ein nationales [[Schuldgefühl]] die [[Pflicht]] einer ''Volksgenossenschaft'' (siehe [[Nationalismus]]) aufzuerlegen. So werden [[allgemeine]] (meist ökonomische) Zwänge zur Selbstdisziplin, [[Selbstlosigkeit]] und Aufopferungsbereitschaft zu psychischer Schuld, zu permanenten [[Schuldgefühlen]] internalisert und hierdurch besonders leicht und unkontrolliert zu ökonomischen, politischen und staatlichen Zwecken nutzbar. Auch die Nutzung der [[Familie]] als Lebensträger des Staates gehört hierzu. In Extenso lässt sich daraus auch ein [[Menschenpark]] entwickeln.

Aktuelle Version vom 4. November 2025, 19:51 Uhr

Die Freiheit hat man satt am End, Und die Republik der Tiere Begehrte, daß ein einzger Regent Sie absolut regiere. Jedwede Tiergattung versammelte sich, Wahlzettel wurden geschrieben; Parteisucht wütete fürchterlich, Intrigen wurden getrieben. Das Komitee der Esel ward Von Alt-Langohren regieret; Sie hatten die Köpfe mit einer Kokard, Die schwarz-rot-gold, verzieret. Es gab eine kleine Pferdepartei, Doch wagte sie nicht zu stimmen; Sie hatte Angst vor dem Geschrei Der Alt-Langohren, der grimmen. Als einer jedocn die Kandidatur Des Rosses empfahl, mit Zeter Ein Alt-Langohr in die Rede ihm fuhr, Und schrie: Du bist ein Verräter! Du bist ein Verräter, es fließt in dir Kein Tropfen vom Eselsblute; Du bist kein Esel, ich glaube schier, Dich warf eine welsche Stute. O welche Wonne, ein Esel zu sein! Ein Enkel von solchen Langohren! Ich möcht es von allen Dächern schrein: Ich bin als ein Esel geboren. Der große Esel, der mich erzeugt, Er war von deutschem Stamme; Mit deutscher Eselsmilch gesäugt Hat mich die Mutter, die Mamme. Ich bin ein Esel, und will getreu, Wie meine Väter, die Alten, An der alten, lieben Eselei, Am Eseltume halten. Und weil ich ein Esel, so rat ich Euch, Den Esel zum König zu wählen; Wir stiften das große Eselreich, Wo nur die Esel befehlen. Wir alle sind Esel! I-A! I-A! Wir sind keine Pferdeknechte. Fort mit den Rossen! Es lebe, hurra! Der König vom Eselsgeschlechte! So sprach der Patriot. Im Saal Die Esel Beifall rufen. Sie waren alle national, Und stampften mit den Hufen. Sie haben des Redners Haupt geschmückt Mit einem Eichenkranze. Er dankte stumm, und hochbeglückt Wedelt' er mit dem Schwanze. Heinrich Heine (1797 - 1856)

Der Nationalstat entwickelt in den Zeiten einer prosperierenden Nationalökonomie durch das Vermögen der zirkulierenden Geldwerte seiner Währung und ihrem als Existenzwert international gültigen Mehrwert eine Kultur des Geldes einen nationalen Überschuss an Werten. Der wurde durch einen überdimensionierten Kulturkonsum zu einer Kultur der von Kulturbürgern entwickelt, die in schlechteren Zeiten des Welthandles durch wirtschaftliche und kulturelle Verwerfungen die Bevölkerung im Großen und Ganzen enttäuscht und in einem nationalistischen Selbstbewusstsein diverseHeilkräfte zu finden sucht (siehe auch Heilserwartung). Das Dilemma jeder Nationalkultur ist eben, dass sie unmittelbar vom Wohlstand einer Nation abhängig ist.

Nation (lat. natio, Volk, Sippschaft, Menschenschlag, Gattung, Klasse, Schar) bezeichnet eine umschlossene Gemeinschaft von Menschen, denen gemeinsame Merkmale wie Sprache, Tradition, Sitten, Bräuche oder Abstammung zugeschrieben werden. Diese Begriffsdefinition ist allerdings inadäquat, da keine Nation diese Definition vollumfänglich erfüllt. Die Sitten undBräuche drüchen deshalb keine wirklichen sinnlichen Beziehungen aus, sondern vor allem die Sehnsucht eines Daseins. das nicht sein kann, als was es da ist.

Es hat sich im Niedergang der bürgerlichen Kultur erwiesen, dass sich die Selbstbeziehungen der Bürger im Echoraum ihrer politischen Kulturwechselseitig fremd bestimmen und krank machen, weil sie sich in ihrem Geltungsstreben wechselseitig minderwertig machen und sich deshalb selbst verwerten müssen, um darin zwischenmenschlich anerkannt zu sein. Dabei entsteht eine objektivierte Wahrnehmung (siehe objktives Selbstgefühl), eine tote Wahrnehmung, der sie notwendig folgen müssen, ohne eigene Wahrheit bewähren zu können. Hierdurch haben sie eine Kultur nötig, die in der Lage ist, ihrem Selbstverlust durch die Herstellung von Ereignissen entgegen zu stellen, wodurch sie sich selbst als das wahrnehmen, wodurch sie von sich durch ihr Selbsterleben beeindruckt werden und sich durch den Selbstwert ihrer Selbstveredelung behaupten können.

Aber hierdurch werden sie für sich ihrer individuellen Identität enthoben, und entwickeln in der Langeweile ihrer Selbstlosigkeit eine Ereignisproduktion den Lebenszusammenhang einer Eventkultur zu einer kulturellen Macht, die nach einer gewaltigen Macht ihrer eigenen Art verlangt, weil sie von den kulturellen Inhalten eines politisch bestimmten Lebensraums abhängig ist. Sie hat eine totale Ausschließlichkeit ihrer Funktionalität nötig, um ihre Macht als Form einer allgemeinen Selbstwahrnehmung durch deren Kulte, Rituale und Strukturen (siehe auch Brauch) zu vermitteln und über die allgemeine Meinungsbildung des Wählerwillen in einer repräsentativen Demokratie zu erhalten. Deren Nöte und Notwendigkeiten, die sich nicht mehr menschlich verhalten können, weil sie keinen menschlichen Sinn mehr erkennen lassen, müssen sichübermenschliche Qualitäten einer gesellschaftlichen Mitte und Vermittlung verschaffen, denn sie haben in den heilen Welten ihrer medialen Vermittlung sich als das allgemeine nationale Versagen ihrer sozialen Inhalte herausgestelt.

Von daher war aus der unmittelbaren Vereinzelung der Bürger des Mittelstandes (siehe auch Kleinbürgr) das Verlangen nach einer Rettung ihres zerfallenden Gemeinwesens, nach einem übersinnlichen Wesen der eigenen Natur entstanden, die der ästhetische Wille der Politik mit der politischen Ideologie eines nur vorgestellten übersinnlichenGemeinwohls zur Gattung eines Massenmenschen aus der Kultur ihres politischen Gemeinswesens (siehe auch Nationalstaat) entwickelt und zu einer übernatürlichen Größe der darin übersinnlich erscheinenden Eigenarten eines Übermenschen zu einer rassistisch bestimmten Kulturmacht und Größe umformt. Diese wird aus der Verallgemeinerungen des ästhetische Willens, indem sie alle individuellen Eigenarten der Menschen aufheben und gleichschaltet, um sie von ihren Gegensätzen und Entgegnungen in ihren Widersprüchendurch das Heil eines nationalistischen Willens (siehe auch Nationalismus) zu erlösen und sich ihrer persönlichen wie sozialen Ohnmacht zu bemächtigen. In solcher Heilserwartung entsteht das Gemeingefühl einer Kulturpersönlichkeit, die für die Betärkung der poltischen, wirtschaftliche und militärischen Potenziale des weltweit konkurrierenden Nationalstaats hiilfreich ist, sich nurmehr aber nur in der Totatlität einer zwischenmenschlichen Gesellschaft als Gesellschaft der Formbestimmungen ihrer Zwischenmenschlichkeit verwirklichen kann. Und weil eine solche Persönlichkeit nur aus den allgemeinen Selbstbezogenheiten der Bürger bezogen werden kann, muss sie aus der vereinzelten Gestalt der Gewohnheiten ihrer nationalen Kultur persönlich verallgemeinert werden und sich zur wirklich politischen Macht einer übersinnlichen Substanz fortgebildet werden. Und damit verhalten sie sich als Norm von allgemeinen politisch erwirkten Umgangsformen als Wirklichkeit eines Kulturstaats, der sich kraft seiner kulturpolitischen Potenzen normativ verfassen und verhalten kann.

Eine Nation ist ein politisch definierter und hiernach begrenzter Lebensraum. Von daher kann er nichts mit einer Kultur zu tun haben, die wesentlich sinnlich und subjektiv ist. Sie kann aber als politisches Medium eines Staates verwendet werden, besonders um einen staatspolitisch erforderlich gewordenen Populismus zu bedienen, der sich gegen die sozialen Verwahrlosungen in den Krisen dieser Gesellschaft hervorkehrt und sich als Sinnvermittler in einer dekadenten Welt aufbaut. Wesentliches Merkmal der Nationalkultur ist die Vortäuschung einer familiären menschlichen Gemeinschaft, die einen Gemeinsinn für seine Bürokratie liefert und den er für seine Funktionalität moralisch beansprucht. Kulturelle Merkmale werden hierfür bewusst oder unbewusst in seinen Dienst gestellt, um ein nationalistisches Selbstbewusstsein zu errichten und zu festigen und ein dem entsprechendes Recht zu sprechen.

Solange es keine Weltgesellschaft gibt, sind die Lebensverhältnisse der Menschen politisch in Lebensräumen unterschieden, die nicht nur ihre natürlichen Ressourcen eingrenzen, sondern auch die Dichte der Bevölkerung bestimmen. Damit sind die Nationalstaaten nicht nur auf die Reproduktion des Kapitalverhältnisse bezogen, sondern zugleich auch Agenturen einer kapitalistischen Sozialpolitik, die ihre Bevölkerung nach Maßgabe der allgemeinen Verwertungslage eines Landes, einer Region oder einer Kommune so verwaltet, wie sie sich im Geldwert und seiner Kaufkraft und Krisen darstellt. Und weil die Nationalstaaten durch die Konkurrenz um die Stabilität ihres Geldwerts global kämpfen müssen, müssen sie auch die Lebensverhältnisse ihrer Bevölkerung im Verhältnis zur Verschuldung ihrer Haushalte und der daraus bestimmten Negativverwertung (siehe hierzu auch Feudalkapital) verwalten, kontrollieren und kultivieren. Von daher ist der politische Raum selbst eine Kategorie, die den Lebensstandard als Existenzwert einer Bevölkerung und ihrer Lebensstrukturen (Infrastrukturen) kalkuliert und ihre Staatsverschuldung auch auf die Qualität des Bürgschaftsvermögen der Bevölkerung hin spekuliert. Weil die Bevölkerungsdichte (siehe Dichte) eine kulturpolitische Größe (siehe Begriffsgröße) ist, interessiert sich der Nationalstaat auch für die Verfügung über die kulturellen Entwicklungen in seinem Land (siehe auch politische Kultur).

Die Nationalkultur existiert als Kult einer Politik, die sich aus dem Lebensraum ihrer Nationalität definiert und ihre Interessen aus dessen Anpassung an eine entsprechende Kultur ableitet, die räumliche Ausstattung und Ausdehnung als politisches Ziel der heimatlichen Kultur begründet. Hierzu dienen besonders die nationalen Heiligtümer, die Riten, Sitten und Gebräuche (Brauchtum), die den Status eines Nationalkults haben. Die Nationalkultur will die Kultur einer Nation zur Hervorkehrung der Besonderheit dieser Nation und ihrer Geschichte darstellen und diese als deren Wesen wie eine Seele pflegen. Besonders durch das Bedürfnis, ein bestimmtes Volk'' als beseelte Einheit darzustellen, wird die Nationalkultur gepflegt.

Aus der sogenannten Volkskultur wird aber erst durch nationalistische Politik eine Staatskultur verwirklicht, die Einheit der Nationalkultur wie eine Volksseele in einem Volkskörper gestaltet, indem aus dem Brauchtum eine Gesinnung wird. Hierdurch wird jede einzelne Psyche in die Notwendigkeit zu dieser Einheit versetzt, um ihr als Allgemeinschuld, als ein nationales Schuldgefühl die Pflicht einer Volksgenossenschaft (siehe Nationalismus) aufzuerlegen. So werden allgemeine (meist ökonomische) Zwänge zur Selbstdisziplin, Selbstlosigkeit und Aufopferungsbereitschaft zu psychischer Schuld, zu permanenten Schuldgefühlen internalisert und hierdurch besonders leicht und unkontrolliert zu ökonomischen, politischen und staatlichen Zwecken nutzbar. Auch die Nutzung der Familie als Lebensträger des Staates gehört hierzu. In Extenso lässt sich daraus auch ein Menschenpark entwickeln.