Geschlecht

Aus kulturkritik
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Das Spiel der Geschlechter erneuert sich, jedes Frühjahr. Die Liebenden finden sich zusammen. Schon die sacht umfassende Hand des Geliebten macht die Brust des Mädchens erschauern. Ihr flüchtiger Blick verführt ihn ... Maßlos ist das Wachstum der Bäume und Gräser im Frühjahr. Ohne Unterlass fruchtbar ist der Wald, sind die Wiesen, die Felder. Und es gebiert die Erde das Neue ohne Vorsicht. (Das Frühjahr von Bertolt Brecht)

Was bei den Tieren noch urwüchsig aus ihrer Paarung als unmittelbar verwirklichte Geschlechtskultur hervorgeht ist für die Menschen eine Sinnstiftung in den gesellschaftlichen Verhältnissen ihrer Naturmacht, der Existenzform ihrer Kultur und den sozialen Notwendigkeiten der Reproduktion und Produktion, der Fortpflanzung ihres Reichtums, dem gesellschaftlichen Zusammenhang ihrer Erzeugnisse und ihrer Geschichte, wie sie sich in ihren Bedürfnissen äußert.

Jedes menschliche Bedürfnis ist letztlich ein Bedürfnis des Menschen nach Menschen, ein Verlangen nach seiner Gestalt und Gestaltung, dem objektiven Sein ihrer sinnlichen Lebensäußerungen. dem Dasein ihrer Lebenswirklichkeit (siehe auch Geschlechtsarbeit). Von daher ist es wesentlich immer schon ein Verlangen nach der gesellschaftlichen Gegenwärtigkeit ihres Lebens. So es ein Bedürfnis an sich gäbe mag es als Notwendigkeit des Stoffwechsels noch unbedingt zwingend erscheinen. Geschlecht ist das GattungsVerhältnis der Generationen, das Betreiben einer natürlichen Inteligenz der Sinnbildung im Verhältnis von Mann und Frau und Kind. Es hat den Sinn seiner unmittelbaren Geschichte, um sich als Leben in seiner körperlichen Vermehrung zu differenzieren, zu reproduzieren und zu entfalten. Es ist der Sinn der Natur für ihr Leben, und für den Menschen damit auch der Antrieb seiner gesellschaftlichen Natur, seiner Kultur. Was die Menschen [[k�rperlich]] für einander sind, das unterscheidet sie auch in ihrer geschlechtlichen Wahrnehmung und Selbstwahrnehmung, in den Eigenschaften ihres Geschlechts (sieh Geschlechtseigenschaften). Von daher ist das GeschlechtsVerhältnis das Verhältnis einer Ergänzung, die in der Form ihrer Kultur zugleich die geschlechtliche Form der Äußerung ihres gesellschaftlichen Lebenszusammenhangs darstellt. Darin bestimmen sich die Geschlechtsrollen in ihrer gesellschaftlichen Form, unter den Bedingungen der Konkurrenz in der Form eines Geschlechterkampfs oder der Nichtung des Sinns, den Menschen füreinander haben können. In dem Verhältnis zum Weib, als dem Raub und der Magd der gemeinschaftlichen Wollust, ist die unendliche Degradation ausgesprochen, in welcher der Mensch für sich selbst existiert, denn das Geheimnis dieses Verhältnisses hat seinen unzweideutigen, entschiednen, offenbaren, enth�llten Ausdruck in dem Verhältnisse des Mannes zum Weibe und in der Weise, wie das unmittelbare, nat�rliche GattungsVerhältnis gefa�t wird. Das unmittelbare, nat�rliche, notwendige Verhältnis des Menschen zum Menschen ist das Verhältnis des Mannes zum Weibe. In diesem nat�rlichen GattungsVerhältnis ist das Verhältnis des Menschen zur Natur unmittelbar sein Verhältnis zum Menschen, wie das Verhältnis zum Menschen unmittelbar sein Verhältnis zur Natur, seine eigne nat�rliche Bestimmung ist. In diesem Verhältnis erscheint also sinnlich, auf ein anschaubares Faktum reduziert, inwieweit dem Menschen das menschliche Wesen zur Natur oder die Natur zum menschlichen Wesen des Menschen geworden ist. Aus diesem Verhältnis kann man also die ganze Bildungsstufe des Menschen beurteilen. Aus dem Charakter dieses Verhältnisses folgt, inwieweit der Mensch als Gattungswesen, als Mensch sich geworden ist und erfaßt hat; das Verhältnis des Mannes zum Weib ist das nat�rlichste Verhältnis des Menschen zum Menschen. in ihm zeigt sich also, in[wie]weit das nat�rliche Verhalten des Menschen menschlich oder inwieweit das menschliche Wesen ihm zum nat�rlichen Wesen, inwieweit seine menschliche Natur ihm zur Natur geworden ist. In diesem Verhältnis zeigt sich auch, in[wie]weit das Bedürfnis des Menschen zum menschlichen Bedürfnis, inwieweit ihm also der andre Mensch als Mensch zum Bedürfnis geworden ist, inwieweit er in seinem individuellsten Dasein zugleich Gemeinwesen ist. (Marx-Engels-Werke Bd. 40, S. 535) Geschlecht kommt vom Mittelhochdeutschen geslähte (Stammm, Eigenschaften, ursprüngliche Bedürfnisse) und hat mit dem germanischen Wort Slahan (Richtung einschlagen) zu tun, was auch in dem Wort ga-slahta (dieselbe Richtung einschlagen) vorkommt. Im Althochdeutschen meint Geschlecht die kulturelle Ausrichtung von Klassen und Herrscherh�user (gislaht bedeutet hier wohlgeartet, edel). Zusammenfassend kann man für Menschen den Begriff als Bezeichnung einer elementaren Grundausrichtung im Sinn der auf Fortbestimmung des menschlichen Lebens bestimmten Strebungen verwenden. Geschlecht ist daher nicht individuell bestimmbar, auch nicht als Wesensunterschied von Mann und Frau. Es ist ein Gattungsbegriff und erstrebt in dieser Ganzheit menschlicher Lebensbestimmungen Befriedigung und Entwicklung zugleich und hat von daher immer schon eine elementare Ausrichtung in jedem einzelnen Menschen, die �ber seine [[Individualit�t]] weit hinausgreift. Diese erwirbt er sehr fr�h, schon durch seine Zeugung und Geburt, aber auch sp�ter durch soziale und kulturelle Einwirkungen seines Lebensraums. Inwieweit der Mensch darin schon Mensch als Gattungswesen geworden ist, erweist sich besonders in der Geschlechtsbeziehung, also darin, wieweit Mann und Frau selbst sich menschlich erkennen, sowohl Lust, wie Begehren und Erzeugen (siehe Geschlechtsarbeit) aneinander zu erneuern verm�gen. In geschlechtlicher Verknechtung dr�ckt sich die Niedertracht einer Habgier aus, die immer Macht als fremde Kraft, als Macht der Entfremdung n�tig hat. Die Geschlechter leben für sich niemals ohne einander, auch wenn sie ohne einander existieren oder gegeneinander k�mpfen oder sich nur auf das eigene Geschlecht oder nur auf sich selbst beziehen. Auch in der absurdesten Existenzform ist Geschlecht Lebenserneuerung. Es ist das durch sich selbst begr�ndete und auf sich gr�ndende Leben und von daher auch ein Antrieb, der immer Gefahr l�uft, sich in Selbstbeziehungen zu einem Trieb zu verselbst�ndigen, worin es sich in seinem Bezug verkehrt und pervertiert. Alle menschlichen Beziehungen sind immer auch geschlechtliche Beziehungen, insofern sie als gesellschaftliche Beziehungen sind und sich aus dem Verlangen der Menschen nach einander, dem Verlangen des Gattungswesens gr�nden. Auch der Geschlechterkampf gr�ndet auf dem Verlangen nach einander, das notwendig ist, um sich menschlich zu verwirklichen und das zugleich als menschliche Wirklichkeit die Bestimmung des Geschlechts ausmacht. Platon formulierte das vielfältige Verhältnis dieses Strebens, das sich aus dem Verhältnis zu sich als Mangel an anderem einstellt, als durch Teilung bedingt, also daraus begr�ndet, dass jedes Geschlecht Teil eines Ganzen, also von selber Natur wie das andere sei. Als dieselbe und doch von gegensinniger Natur ist Vereinigung ebenso notwendig wie Trennung. Doch eine derart vorausgesetzte Einheit bleibt Ontologie und also geschichtslos. Aus dem Geschlecht l�sst sich keine Beziehung begr�nden; es ist umgekehrt: Alle geschichtliche Bewegung der Menschen vollzieht sich in ihrer Natur, also auch geschlechtlich. Unsere Kultur tr�gt die Z�ge der Bewegung hiervon in sich wie jede andere Kultur auch. Deren gesellschaftliches Regelwerk unterscheidet die Kulturen nicht in ihrer vereinzelten Natur, sondern nach ihrer substanziellen Allgemeinheit, z.B. nach Religion und Sitte, nach der Bestimmung von gesellschaftlich akzeptierter Anziehung und Absto�ung. Dies zeigt sich besonders in der gesellschaftlichen Klassifikationen bestimmter Formen von Geschlechtlichkeit, wie zum Beispiel ehelich, au�erehelich, gleichgeschlechtlich, gegengeschlechtlich, sinnbildend oder sinnverkehrend (siehe Perversion). Geschlecht ist eine objektive Formulierung der historischen Form von Liebe in einer bestimmten Gesellschaft (siehe Menschenliebe). Sie besteht zwar nur als nat�rliches Verhältnis von Menschen, dr�ckt aber als menschliches Verhältnis immer zugleich ein gesellschaftliches Verhältnis aus, denn das nat�rliche Verhältnis der Menschen ist immer ihre gesellschaftliche Natur (siehe auch Naturmacht). Marx bezeichnete das gesellschaftliche Verhältnis als das Verhältnis der Gattung zu sich selbst - und so auch das BegattungsVerhältnis, welches Generationen der Gattung erzeugt und ihre wesentliche Selbsterneuerung, ihr unmittelbares Leben als permanente Revolution des Lebens ist, das Zur�ckkommen des Lebens auf die Naturempfindung des Menschen schlechthin. Geschlecht kann daher nicht passiv bestimmt, nicht blo�e Leidensform sein. Es betreibt als menschliche Wesenseigenschaft selbst oft uns�glichen Aufwand, um sich im Menschen zu verwirklichen, nicht als blo�e Natur eines Individuums, nicht als Wesen für sich, sondern als Lebensverhältnis (siehe Geschlechtsarbeit). Dieses ist die ursprünglichste Form der Arbeitsteilung von Mann und Frau und Kind, das menschliche Natur hat So gesehen bilden die Geschlechter und Generationen eine Einheit im Menschsein und befruchten einander auf vielf�ltige Art und Weise. Geschlecht ist die die Selbsterneuerung des Menschseins in seiner ganzen Kultur - und nicht gegen diese. Das sexuelle Begehren muss nicht unbedingt geschlechtlich sein. Sofern es nicht im Verlangen nach einer Geschlechtsbeziehung besteht, ist es ein Bestreben nach Sinnesf�lle einer Selbstbeziehung, die durch Kultur bestimmt ist (siehe [[K�rperfetischismus]]). Diese kann zuf�llig sein oder auch im Streben nach Einverleibung von Eigensinn, als Sucht nach unendlicher Sinnlichkeit bestehen. Dann ist es eine Form der triebhaften Selbstwahrnehmung, einer Erregung durch sich selbst, die einer Sinnesentleerung entspringt und Entleibung erzeugt. Hierin werden Geschlechtseigenschaften zur individuellen Selbstbefriedigung systematisch vernutzt wie ein Gebrauswert, der auf einem Markt feilgeboten wird. Dies ist ein Produkt der [[b�rgerlichen Kultur]], welche sich als Kampf der Geschlechter äußert.

Geschlecht ist das GattungsVerhältnis der Generationen, das Betreiben einer natürlichen Inteligenz der Sinnbildung im Verhältnis von Mann und Frau und Kind. Es hat den Sinn seiner unmittelbaren Geschichte, um sich als Leben in seiner körperlichen Vermehrung zu differenzieren, zu reproduzieren und zu entfalten. Es ist der Sinn der Natur für ihr Leben, und für den Menschen damit auch der Antrieb seiner gesellschaftlichen Natur, seiner Kultur. Was die Menschen [[k�rperlich]] für einander sind, das unterscheidet sie auch in ihrer geschlechtlichen Wahrnehmung und Selbstwahrnehmung, in den Eigenschaften ihres Geschlechts (sieh Geschlechtseigenschaften). Von daher ist das GeschlechtsVerhältnis das Verhältnis einer Ergänzung, die in der Form ihrer Kultur zugleich die geschlechtliche Form der Äußerung ihres gesellschaftlichen Lebenszusammenhangs darstellt. Darin bestimmen sich die Geschlechtsrollen in ihrer gesellschaftlichen Form, unter den Bedingungen der Konkurrenz in der Form eines Geschlechterkampfs oder der Nichtung des Sinns, den Menschen füreinander haben können.

In dem Verhältnis zum Weib, als dem Raub und der Magd der gemeinschaftlichen Wollust, ist die unendliche Degradation ausgesprochen, in welcher der Mensch für sich selbst existiert, denn das Geheimnis dieses Verhältnisses hat seinen unzweideutigen, entschiednen, offenbaren, enth�llten Ausdruck in dem Verhältnisse des Mannes zum Weibe und in der Weise, wie das unmittelbare, nat�rliche GattungsVerhältnis gefa�t wird. Das unmittelbare, nat�rliche, notwendige Verhältnis des Menschen zum Menschen ist das Verhältnis des Mannes zum Weibe. In diesem nat�rlichen GattungsVerhältnis ist das Verhältnis des Menschen zur Natur unmittelbar sein Verhältnis zum Menschen, wie das Verhältnis zum Menschen unmittelbar sein Verhältnis zur Natur, seine eigne nat�rliche Bestimmung ist. In diesem Verhältnis erscheint also sinnlich, auf ein anschaubares Faktum reduziert, inwieweit dem Menschen das menschliche Wesen zur Natur oder die Natur zum menschlichen Wesen des Menschen geworden ist. Aus diesem Verhältnis kann man also die ganze Bildungsstufe des Menschen beurteilen. Aus dem Charakter dieses Verhältnisses folgt, inwieweit der Mensch als Gattungswesen, als Mensch sich geworden ist und erfaßt hat; das Verhältnis des Mannes zum Weib ist das nat�rlichste Verhältnis des Menschen zum Menschen. in ihm zeigt sich also, in[wie]weit das nat�rliche Verhalten des Menschen menschlich oder inwieweit das menschliche Wesen ihm zum nat�rlichen Wesen, inwieweit seine menschliche Natur ihm zur Natur geworden ist. In diesem Verhältnis zeigt sich auch, in[wie]weit das Bedürfnis des Menschen zum menschlichen Bedürfnis, inwieweit ihm also der andre Mensch als Mensch zum Bedürfnis geworden ist, inwieweit er in seinem individuellsten Dasein zugleich Gemeinwesen ist. (Marx-Engels-Werke Bd. 40, S. 535)

Geschlecht kommt vom Mittelhochdeutschen geslähte (Stammm, Eigenschaften, ursprüngliche Bedürfnisse) und hat mit dem germanischen Wort Slahan (Richtung einschlagen) zu tun, was auch in dem Wort ga-slahta (dieselbe Richtung einschlagen) vorkommt. Im Althochdeutschen meint Geschlecht die kulturelle Ausrichtung von Klassen und Herrscherh�user (gislaht bedeutet hier wohlgeartet, edel). Zusammenfassend kann man für Menschen den Begriff als Bezeichnung einer elementaren Grundausrichtung im Sinn der auf Fortbestimmung des menschlichen Lebens bestimmten Strebungen verwenden. Geschlecht ist daher nicht individuell bestimmbar, auch nicht als Wesensunterschied von Mann und Frau. Es ist ein Gattungsbegriff und erstrebt in dieser Ganzheit menschlicher Lebensbestimmungen Befriedigung und Entwicklung zugleich und hat von daher immer schon eine elementare Ausrichtung in jedem einzelnen Menschen, die �ber seine [[Individualit�t]] weit hinausgreift. Diese erwirbt er sehr fr�h, schon durch seine Zeugung und Geburt, aber auch sp�ter durch soziale und kulturelle Einwirkungen seines Lebensraums.

Inwieweit der Mensch darin schon Mensch als Gattungswesen geworden ist, erweist sich besonders in der Geschlechtsbeziehung, also darin, wieweit Mann und Frau selbst sich menschlich erkennen, sowohl Lust, wie Begehren und Erzeugen (siehe Geschlechtsarbeit) aneinander zu erneuern verm�gen. In geschlechtlicher Verknechtung dr�ckt sich die Niedertracht einer Habgier aus, die immer Macht als fremde Kraft, als Macht der Entfremdung n�tig hat.

Die Geschlechter leben für sich niemals ohne einander, auch wenn sie ohne einander existieren oder gegeneinander k�mpfen oder sich nur auf das eigene Geschlecht oder nur auf sich selbst beziehen. Auch in der absurdesten Existenzform ist Geschlecht Lebenserneuerung. Es ist das durch sich selbst begr�ndete und auf sich gr�ndende Leben und von daher auch ein Antrieb, der immer Gefahr l�uft, sich in Selbstbeziehungen zu einem Trieb zu verselbst�ndigen, worin es sich in seinem Bezug verkehrt und pervertiert. Alle menschlichen Beziehungen sind immer auch geschlechtliche Beziehungen, insofern sie als gesellschaftliche Beziehungen sind und sich aus dem Verlangen der Menschen nach einander, dem Verlangen des Gattungswesens gr�nden. Auch der Geschlechterkampf gr�ndet auf dem Verlangen nach einander, das notwendig ist, um sich menschlich zu verwirklichen und das zugleich als menschliche Wirklichkeit die Bestimmung des Geschlechts ausmacht.

Platon formulierte das vielfältige Verhältnis dieses Strebens, das sich aus dem Verhältnis zu sich als Mangel an anderem einstellt, als durch Teilung bedingt, also daraus begr�ndet, dass jedes Geschlecht Teil eines Ganzen, also von selber Natur wie das andere sei. Als dieselbe und doch von gegensinniger Natur ist Vereinigung ebenso notwendig wie Trennung. Doch eine derart vorausgesetzte Einheit bleibt Ontologie und also geschichtslos. Aus dem Geschlecht l�sst sich keine Beziehung begr�nden; es ist umgekehrt: Alle geschichtliche Bewegung der Menschen vollzieht sich in ihrer Natur, also auch geschlechtlich. Unsere Kultur tr�gt die Z�ge der Bewegung hiervon in sich wie jede andere Kultur auch. Deren gesellschaftliches Regelwerk unterscheidet die Kulturen nicht in ihrer vereinzelten Natur, sondern nach ihrer substanziellen Allgemeinheit, z.B. nach Religion und Sitte, nach der Bestimmung von gesellschaftlich akzeptierter Anziehung und Absto�ung. Dies zeigt sich besonders in der gesellschaftlichen Klassifikationen bestimmter Formen von Geschlechtlichkeit, wie zum Beispiel ehelich, au�erehelich, gleichgeschlechtlich, gegengeschlechtlich, sinnbildend oder sinnverkehrend (siehe Perversion).

Geschlecht ist eine objektive Formulierung der historischen Form von Liebe in einer bestimmten Gesellschaft (siehe Menschenliebe). Sie besteht zwar nur als nat�rliches Verhältnis von Menschen, dr�ckt aber als menschliches Verhältnis immer zugleich ein gesellschaftliches Verhältnis aus, denn das nat�rliche Verhältnis der Menschen ist immer ihre gesellschaftliche Natur (siehe auch Naturmacht). Marx bezeichnete das gesellschaftliche Verhältnis als das Verhältnis der Gattung zu sich selbst - und so auch das BegattungsVerhältnis, welches Generationen der Gattung erzeugt und ihre wesentliche Selbsterneuerung, ihr unmittelbares Leben als permanente Revolution des Lebens ist, das Zur�ckkommen des Lebens auf die Naturempfindung des Menschen schlechthin.

Geschlecht kann daher nicht passiv bestimmt, nicht blo�e Leidensform sein. Es betreibt als menschliche Wesenseigenschaft selbst oft uns�glichen Aufwand, um sich im Menschen zu verwirklichen, nicht als blo�e Natur eines Individuums, nicht als Wesen für sich, sondern als Lebensverhältnis (siehe Geschlechtsarbeit). Dieses ist die ursprünglichste Form der Arbeitsteilung von Mann und Frau und Kind, das menschliche Natur hat So gesehen bilden die Geschlechter und Generationen eine Einheit im Menschsein und befruchten einander auf vielf�ltige Art und Weise. Geschlecht ist die die Selbsterneuerung des Menschseins in seiner ganzen Kultur - und nicht gegen diese.

Das sexuelle Begehren muss nicht unbedingt geschlechtlich sein. Sofern es nicht im Verlangen nach einer Geschlechtsbeziehung besteht, ist es ein Bestreben nach Sinnesf�lle einer Selbstbeziehung, die durch Kultur bestimmt ist (siehe [[K�rperfetischismus]]). Diese kann zuf�llig sein oder auch im Streben nach Einverleibung von Eigensinn, als Sucht nach unendlicher Sinnlichkeit bestehen. Dann ist es eine Form der triebhaften Selbstwahrnehmung, einer Erregung durch sich selbst, die einer Sinnesentleerung entspringt und Entleibung erzeugt. Hierin werden Geschlechtseigenschaften zur individuellen Selbstbefriedigung systematisch vernutzt wie ein Gebrauswert, der auf einem Markt feilgeboten wird. Dies ist ein Produkt der [[b�rgerlichen Kultur]], welche sich als Kampf der Geschlechter äußert.